Knauf Bauprodukte GmbH & Co. KG
Selbe AdresseHerstellung von Gipserzeugnissen für den Bau
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Rikke Nickie Mortensen seit 26.3.2026 | Prokura |
Nikolaus Josef Peter seit 16.1.2026 | Kommanditist |
Felix Hannibal Peter seit 16.1.2026 | Kommanditist |
Murat Akyildiz seit 16.1.2026 | Vollhaftender Gesellschafter |
Kristin Dr. Neumann seit 3.9.2025 | Vollhaftender Gesellschafter |
Nikolaus Knauf seit 9.1.2025 | Kommanditist |
Thomas Albrecht Knauf seit 9.1.2025 | Kommanditist |
Angelika Werhahn seit 9.1.2025 | Kommanditist |
Julius Karl-Walter Knauf seit 9.1.2025 | Kommanditist |
Quirinus Franz Josef Maria Werhahn seit 24.5.2023 | Kommanditist |
Antonius Nikolaus Heribert Maria Werhahn seit 24.5.2023 | Kommanditist |
Martin Dr. Diplom-Ökonom Brown seit 9.5.2023 | Prokura |
Astrid Dr. rer. pol. Geis seit 9.5.2023 | Prokura |
Uwe Dr. Knotzer seit 9.6.2021 | Vollhaftender Gesellschafter |
Jörg Kampmeyer seit 10.1.2020 | Vollhaftender Gesellschafter |
Martin Dipl.-Kfm. Stürmer seit 20.7.2016 | Prokura |
Jörg Schanow seit 20.7.2016 | Prokura |
Jannes Dr. Eisele seit 20.7.2016 | Prokura |
Dieter Mörk seit 20.7.2016 | Prokura |
Baldwin Knauf seit 22.7.2008 | Kommanditist |
Beatrix Peter-Knauf seit 30.5.2005 | Kommanditist |
Thies Karl Rudolf Knauf seit 29.1.2003 | Kommanditist |
Angelika Knauf seit 29.1.2003 | Kommanditist |
Karl Heinrich Knauf seit 29.1.2003 | Kommanditist |
Beatrix Knauf seit 29.1.2003 | Kommanditist |
Mathias Maximilian Dr. Knauf seit 29.1.2003 | Kommanditist |
Karl Konstantin Knauf seit 29.1.2003 | Kommanditist |
Rupert Nikolaus Knauf seit 29.1.2003 | Kommanditist |
Isabel Corinna Knauf seit 29.1.2003 | Kommanditist |
Philippe Emanuel Knauf seit 29.1.2003 | Kommanditist |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
30 Gesellschafter
Kommanditgesellschaft (KG)
5 von 30 angezeigt
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Gebr. Knauf KGIphofenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023KONZERNLAGEBERICHT für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023DER GEBR. KNAUF KGGrundlagen der Knauf GruppeGESCHÄFTSMODELL Die Knauf Gruppe ist eine vollständig in Familienbesitz befindliche Unternehmensgruppe mit Sitz in Iphofen, Deutschland. Knauf zählt zu den führenden Herstellern von Baustoffen und Bausystemen weltweit. Knauf ist auf fünf Kontinenten in mehr als 90 Ländern an über 300 Standorten mit Produktionsstätten und Vertriebsorganisationen vertreten. Knauf Werke produzieren moderne Trockenbausysteme, Putze und Zubehör, Deckensysteme, Fließestriche und Bodensysteme sowie Maschinen und Werkzeuge für die Verarbeitung und die Anwendung dieser Produkte. Die Herstellung von Dämmstoffen und Wärmedämm-Verbundsystemen ergänzt das hochwertige Baustoffsortiment. Ein weiterer Unternehmensbereich widmet sich der Produktion von Isolierbaustoffen und Formteilen aus Kunststoff sowie der Produktion von Polystyrolverpackungen für die Lebensmittel- und Elektroindustrie. STRATEGIE UND ZIELE Die Knauf Gruppe verfolgt das strategische Ziel, nachhaltig profitabel zu wachsen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sicherung sowie der weitere Ausbau der globalen Marktführerschaft. Knauf ist ein Familienunternehmen. Als solches denkt Knauf nicht in kurzfristigen Zeiträumen, sondern von Generation zu Generation. Langfristiges Denken bestimmt das Handeln von Knauf - den verantwortungsvollen Umgang mit den Mitarbeitern, mit der Umwelt und mit dem Kapital. Knauf setzt auf eine dezentrale Organisation. Dabei erschließt man die Märkte seit jeher mit Mitarbeitern aus den jeweiligen Regionen und Ländern. Der Respekt und der offene Umgang mit anderen Kulturen stehen im Einklang mit den Knauf Werten Menschlichkeit, Partnerschaft, Engagement und Unternehmergeist. Im Einklang mit den Knauf Werten steht die langfristig definierte Knauf 100-Strategie, die auf vier Ambitionen basiert. Diese lauten: "Wir sind ein großartiger Arbeitgeber für großartige Menschen", "Wir ermöglichen unseren Kunden, das beste Ergebnis zu erzielen", "Unser Handeln ist auf zukünftige Generationen ausgerichtet" und "Wir erzielen erstklassige Leistungen". Die langfristige Strategie und die Werte bilden das gemeinsame Fundament für ein nachhaltiges Wachstum sowie den partnerschaftlichen und verantwortungsvollen Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Als starke Marke mit hohem innovativem Anspruch orientiert sich Knauf in besonderer Weise an den Bedürfnissen des Marktes und seiner Marktpartner. Qualität geht für Knauf deshalb über die Erfüllung von Normen und gesetzlichen Vorgaben hinaus. So unterliegen sämtliche Produkte einem permanenten Prozess der Gütesicherung und Optimierung. Darüber hinaus verschreibt sich Knauf dem Ziel, zukünftige Entwicklungen des Marktes zu erkennen, diese positiv zu gestalten und daraus frühzeitig abgestimmte Systemlösungen abzuleiten. Wichtiger Bestandteil der gesamten Knauf Unternehmenspolitik ist es, die für den Verwendungszweck und die damit verbundenen Kundenwünsche nachhaltige und optimale Qualität zu liefern und die Qualitätssicherung aktiv zu betreiben. Die ständige Verbesserung und damit einhergehende Innovation sind permanentes Ziel jeder Knauf Gesellschaft. UNTERNEHMENSINTERNES STEUERUNGSSYSTEM UND WESENTLICHE KENNZAHLEN Das unternehmensinterne Steuerungssystem der Knauf Gruppe besteht im Wesentlichen aus der operativen Jahresplanung, der unterjährigen Kontrolle und Steuerung mit Hilfe einer monatlichen Berichterstattung, den mindestens vierteljährlichen Sitzungen der Gruppengeschäftsführung und einem zentral koordinierten Investitionsprozess. Darüber hinaus kommt der Gesellschafterausschuss mindestens viermal im Jahr zusammen, um sich zur laufenden und künftigen Geschäftsentwicklung informieren zu lassen und um wesentliche Investitionen sowie Akquisitionen zu beschließen. Die unterjährige Kontrolle und Steuerung der Knauf Gruppe sowie der wesentlichen Tochterunternehmen werden anhand standardisierter Berichte zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durchgeführt. Die dazu verwendeten Kennzahlen werden gruppenweit einheitlich ermittelt und präsentiert. Im Rahmen der Berichterstattung werden Berichte zur Umsatz- und Ertragslage, zur Entwicklung des Umlaufvermögens, zum Finanzstatus, zu Absatz- und Produktionsmengen sowie zu Preisentwicklungen wichtiger Produktgruppen erstellt. Abgerundet wird dies durch regelmäßige Abstimmungen mit einzelnen Gesellschaften und Regionalverantwortlichen. Bei den finanziellen Steuerungskennzahlen liegt der Fokus auf der kontinuierlichen Überwachung und Optimierung der Umsätze und des operativen Ergebnisses (EBITDA). Auf Ebene der Geschäftsbereiche und Regionen findet eine Steuerung im Wesentlichen auf Basis der Umsatzentwicklung statt. Die Entwicklung dieser Kennzahlen wird im Wirtschaftsbericht ab Seite 5 im Abschnitt "Vermögens-, Finanz- und Ertragslage" beschrieben. Neben den bereits genannten Steuerungsgrößen stellen die ständige Verbesserung der vorhandenen Produkte und Produktionsprozesse ebenso wie die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren wichtige Erfolgsfaktoren für das Erreichen der Ziele der Knauf Gruppe dar. Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen im Bereich zentralgesteuerter Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Höhe von 77 Mio. EUR (Vorjahr 69 Mio. EUR) an, somit lagen diese im Rahmen der ursprünglichen Erwartungen. 437 Personen (Vorjahr 406 Personen) bearbeiteten Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den vier Geschäftsbereichen der Knauf Gruppe Gips, Dämmstoffe, Deckenlösungen und Sonstiges. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte die Knauf Gruppe in den Gesellschaften des Konsolidierungskreises 41.037 Mitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahresende (39.742 Personen) entsprach dies einem Anstieg um 3,3 %. Dieser resultierte hauptsächlich aus der Einbeziehung der in Nordamerika erworbenen Gesellschaften. Die Knauf Gruppe hat im Geschäftsjahr für Leistungen an das Personal sowie an Sozialsysteme und für die Altersvorsorge 2.578 Mio. EUR aufgewandt. Im Vorjahr betrug der Vergleichswert 2.318 Mio. EUR. Dies entsprach einem Anstieg um 11,2 %. Die Personalaufwandsquote betrug 16,6 % und lag damit 1,6 Prozentpunkte über dem Vorjahr (15,0 %). WirtschaftsberichtWIRTSCHAFTLICHES UMFELD Nachfolgende Ausführungen zum wirtschaftlichen Umfeld erfolgen auf Basis von Publikationen des Internationalen Währungsfonds und des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. Im Geschäftsjahr blieb die prognostizierte deutliche Abschwächung der weltwirtschaftlichen Aktivität aus. Zum Ende des Berichtsjahres stieg das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,1 % (Vorjahr +3,3 %). Die wirtschaftliche Expansion war somit moderat. Der Preisauftrieb ließ weltweit bis zum Ende des Geschäftsjahres deutlich nach. In den G7-Ländern sank die Inflationsrate seit Oktober 2022 von 8,4 % auf 3,2 %. Maßgeblich für den Rückgang war vor allem die Entspannung auf den Energiemärkten. Die großen Notenbanken in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften reagierten auf den starken Anstieg der Inflation recht spät, dann aber mit einer im historischen Vergleich starken Anhebung der Leitzinsen. In den USA lag das Ziel für die Federal Funds Rate seit dem Sommer zwischen 5,25 % bis 5,5 % und damit höher als am Ende der letzten ausgeprägten Phase geldpolitischer Restriktion im Jahr 2007. Angesichts der sich abschwächenden Inflation signalisierte die amerikanische Notenbank zum Ende des Berichtsjahres erste Zinssenkungen. Die europäische Zentralbank hob ihren Leitzins in mehreren Schritten bis Herbst des Berichtsjahres auf 4,5 % an. In seiner letzten Sitzung im Berichtsjahr entschied der europäische Zentralbankrat, keine weiteren Zinsanhebungen vorzunehmen. Aufgrund der im Euroraum rückläufigen Inflation auf zuletzt 2,4 % erwarten die Marktteilnehmer ebenfalls Zinssenkungsschritte für das laufende Jahr. Die Lage an den Rohstoffmärkten entspannte sich im Berichtsjahr. So sanken die Preise für Rohstoffe weiter und waren zuletzt wieder auf dem Niveau von Ende 2020. Der Ölpreis, der im Sommer im Zusammenhang mit einer kräftigen Förderkürzung Saudi-Arabiens deutlich angestiegen war, schwächte sich im Herbst wieder ab und sank Anfang Dezember zeitweise unter 75 USD/Barrel. Das Preisniveau am europäischen Gasmarkt lag zum Ende des Berichtsjahres bei knapp 40 EUR/MWh, nachdem es in den Vorjahren deutlich höher lag. Dieses Niveau ist in etwa noch doppelt so hoch wie in den Jahren vor dem Krieg in der Ukraine, während der Preis für Erdgas in den USA nicht nachhaltig anstieg. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften war ein Anstieg des BIP in Höhe von 1,6 % (Vorjahr +2,6 %) zu verzeichnen, wohingegen sich die Erhöhung der Verbraucherpreise im Verlauf des Berichtsjahres auf 4,7 % abschwächte (Vorjahr +7,5 %). Im Euroraum stieg das BIP moderat um 0,5 %, womit sich das BIP-Wachstum um 2,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr reduzierte. Nach einer kräftigen Erholung nach der Corona-Pandemie befand sich die Wirtschaft im Euroraum nahe einer Stagnation. Stark gestiegene Lebenshaltungskosten bremsten den privaten Verbrauch, ungünstigere Finanzierungsbedingungen als Folge der raschen geldpolitischen Straffung und zuletzt auch das außenwirtschaftliche Umfeld boten kaum Unterstützung für eine günstigere Entwicklung. Das BIP-Wachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern lag im Berichtsjahr mit 4,0 % auf Vorjahresniveau (Vorjahr +4,1 %). In China erhöhte sich die gesamtwirtschaftliche Produktion im dritten Quartal des Geschäftsjahres weiter, auch wenn sich das Expansionstempo im Vergleich zu den letzten Jahren verringerte und das Land seine Rolle als Motor der weltwirtschaftlichen Expansion zu einem Gutteil einbüßte. Im Vergleich dazu expandierte die Wirtschaft in Indien sehr kräftig, und in den meisten südostasiatischen Schwellenländern stieg die Produktion zuletzt. Demgegenüber trübte sich das konjunkturelle Bild in Lateinamerika ein. Lediglich Mexiko verzeichnete im dritten Quartal nochmals eine kräftige wirtschaftliche Expansion. In Brasilien legte die Wirtschaft nach starken Zuwächsen im ersten Halbjahr des Berichtsjahrs kaum noch zu. In den übrigen südamerikanischen Ländern setzte sich angesichts rückläufiger Rohstoffpreise die seit einiger Zeit schwache Entwicklung fort. Argentinien befand sich in einer Wirtschaftskrise, die sich zum Ende des Geschäftsjahres verstärkte. In großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten befand sich auch die Türkei. Der Wechselkurs war trotz kräftiger Zinsanhebungen unter Abwertungsdruck, die Inflation beschleunigte sich erneut und die Expansion der Wirtschaft kam im dritten Quartal nahezu zum Stillstand. REGION EUROPA/NAHER OSTEN/AFRIKA Zur Region Europa/Naher Osten/Afrika gehören neben den Ländern Europas, des Nahen Ostens und Afrikas auch die Nachfolgestaaten der Sowjetunion. In der Region sank das Wirtschaftswachstum um 0,8 Prozentpunkte auf 2,2 %. In Deutschland reduzierte sich das Wirtschaftswachstum um 2,0 Prozentpunkte auf -0,5 %. Die Bauinvestitionen waren im Berichtsjahr das dritte Jahr in Folge rückläufig. Sie gingen um 2,7 % zurück, vor allem im zinssensibleren Wohnungsbau, der sich um 3,4 % reduzierte. Insgesamt lasteten die gestiegenen Finanzierungskosten sowie das hohe Niveau der Baukosten schwer auf der Baukonjunktur. Das Neubau- und Transaktionsvolumen von Immobilien verringerte sich im Geschäftsjahr um rd. 40 %. Im Vereinigten Königreich reduzierte sich das Wirtschaftswachstum um 3,7 Prozentpunkte auf 0,6 %. Die Stimmung in der Wirtschaft war schlecht, die Verbraucherpreisinflation sank zwar zum Ende des Berichtsjahres deutlich auf 4,6 %, sie war jedoch höher als in den übrigen großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Die hohen Zinsen machten sich zunehmend im Immobiliensektor bemerkbar und dämpften die Investitionsbereitschaft. In Frankreich sank das Wirtschaftswachstum um 1,5 Prozentpunkte auf 1,0 %. Der französische Bausektor geriet im zweiten Quartal bis zum Ende des Geschäftsjahres in eine Rezession. Das Volumen neuer Wohnungsbaudarlehen war seit Mitte 2022 aufgrund höherer Zinsen und geringerer Kreditverfügbarkeit rückläufig und lag um 32,0 % unter dem Vorjahresniveau. Das BIP-Wachstum in Russland erhöhte sich deutlich um 5,6 Prozentpunkte auf 2,2 %. REGION AMERIKA Die Region Amerika setzt sich aus den Staaten Nord- und Südamerikas zusammen. Im Geschäftsjahr reduzierte sich das dortige Wirtschaftswachstum um 1,9 Prozentpunkte auf 1,4 %. In den USA hingegen erhöhte sich das Wirtschaftswachstum um 0,5 Prozentpunkte auf 2,1 %. Unter den fortgeschrittenen Volkswirtschaften war der private Verbrauch in den Vereinigten Staaten stärker als im Euroraum, da die Haushalte zu Beginn der Corona-Pandemie umfangreichere staatliche Unterstützungsmaßnahmen erhielten. Zudem waren sie, aufgrund der lokalen Gas- und Ölförderung, in geringerem Umfang vom Anstieg der Energiepreise infolge des Krieges in der Ukraine betroffen. Gegen Ende des Berichtsjahres schwächte sich der im Zuge der restriktiven Geldpolitik erfolgte Rückgang im Wohnungsbau ab, zudem erhöhten sich im Gesamtjahr aufgrund von staatlichen Förderprogrammen wie dem CHIPS Act ("Creating Helpful Incentives to Produce Semiconductors") die Bauinvestitionen von Unternehmen deutlich. In Südamerika reduzierte sich die Wirtschaftsleistung um 2,8 Prozentpunkte auf 0,9 %, insbesondere Argentinien befand sich in einer Wirtschaftskrise mit hoher Inflation, hier verringerte sich das BIP um 6,5 Prozentpunkte auf −2,5 %. REGION ASIEN/PAZIFIK Die Region Asien/Pazifik setzt sich neben Australien und China aus den weiteren Ländern des asiatisch pazifischen Raums wie beispielsweise Indien, Indonesien, Malaysia, Thailand und den Philippinen zusammen. In der Region sank das Wirtschaftswachstum im Berichtsjahr um 1,1 Prozentpunkte auf 3,3 %. In Australien reduzierte sich das BIP-Wachstum gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Prozentpunkte auf 1,8 %. In China erhöhte sich die gesamtwirtschaftliche Produktion im dritten Quartal des Geschäftsjahres weiter, auch wenn sich das Expansionstempo im Vergleich zu den letzten Jahren verringerte. Für das gesamte Geschäftsjahr erhöhte sich das Wirtschaftswachstum um 1,8 Prozentpunkte auf 5,0 %. Ursprünglich war nach dem Ende der Null-Covid-Politik und der damit verbundenen erheblichen Mobilitätsbeschränkungen ein kräftigerer Aufschwung erwartet worden. Bremsend wirkte die Krise im Immobiliensektor, die auch die privaten Haushalte verunsicherte und den privaten Konsum dämpfte. VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGEERTRAGSLAGE Die Knauf Gruppe wies im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 15.572 Mio. EUR aus. Somit wurde ein Anstieg um 1,1 % erreicht. Auf Basis der Umrechnungskurse des Vorjahres hätte die Knauf Gruppe im Berichtsjahr um 805 Mio. EUR höhere Umsatzerlöse ausgewiesen. Die Kursveränderungen der Währungen hatten somit einen negativen Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Im Wesentlichen war dies auf den US-Dollar zurückzuführen. Aufgrund der konsequenten Preispolitik sowie der erstmaligen Einbeziehung von Tochterunternehmen konnte die Vorjahresprognose der Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Gips erreicht werden. In den Geschäftsbereichen Dämmstoffe und Deckenlösungen wurden die Prognosen nicht vollständig erreicht. Die Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen führte zu einem Umsatzanstieg in Höhe von 175 Mio. EUR (+1,1 %). Weiterhin hatte die ganzjährige Berücksichtigung von im Vorjahr unterjährig erstmals einbezogenen Gesellschaften einen positiven Effekt auf die Umsatzentwicklung. Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen reduzierte sich um 38 Mio. EUR (Vorjahr Erhöhung von 130 Mio. EUR). Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 12,3 % auf 310 Mio. EUR. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus dem Wegfall von im Vorjahr verbuchten Erträgen aus der Anpassung von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 89 Mio. EUR. Zudem reduzierten sich die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen um 22 Mio. EUR sowie die Erträge aus der Auflösung sonstiger Rückstellungen um 11 Mio. EUR. Gegenläufig wirkten im Geschäftsjahr um 91 Mio. EUR höhere Erträge aus Versicherungsentschädigungen. Die Materialaufwendungen waren im Berichtsjahr um 6,0 % niedriger als im Vorjahr und betrugen 6.877 Mio. EUR. Die Materialaufwandsquote sank insbesondere durch die im Vergleich zum Vorjahr gesunkenen Preise für Rohstoffe und Energie um 3,3 Prozentpunkte auf 44,2 %. Die Personalaufwendungen stiegen um 11,2 % auf 2.578 Mio. EUR. Die Personalaufwandsquote erhöhte sich um 1,6 Prozentpunkte auf 16,6 %. Neben den gestiegenen Löhnen und Gehältern resultierte dies aus dem Wegfall eines im Vorjahr aufwandsmindernden Effekts von 44 Mio. EUR. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beliefen sich auf 871 Mio. EUR und lagen damit 5,2 % unter dem Wert des Vorjahres. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Berichtsjahr um 1,0 % auf 3.391 Mio. EUR. Im Wesentlichen erhöhten sich hierbei die Aufwendungen durch die Entkonsolidierung von Gesellschaften um 68 Mio. EUR. Weiterhin stiegen die Aufwendungen für Rechte und Dienste um 62 Mio. EUR und die sonstigen Personalaufwendungen um 16 Mio. EUR. Gegenläufig entwickelten sich die um 114 Mio. EUR geringeren Aufwendungen für Frachten. Das Finanzergebnis, d. h. Beteiligungs- und Zinserträge abzüglich Abschreibungen auf Finanzanlagen, Verlustübernahmen und Zinsaufwendungen, verbesserte sich im Berichtsjahr um 395 Mio. EUR und betrug 15 Mio. EUR. Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen betrugen 126 Mio. EUR und lagen damit um 275 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Ursächlich hierfür war der Wegfall eines im Vorjahr belastenden Effekts aus der Zeitwertbewertung des Deckungsvermögens für Pensionsverpflichtungen in Höhe von 270 Mio. EUR. Aufgrund der Zinsentwicklung im Berichtsjahr führte diese Zeitwertbewertung zu einem positiven Effekt in Höhe von 61 Mio. EUR. Zudem erhöhten sich die Erträge auf Guthaben bei Kreditinstituten um 49 Mio. EUR auf 82 Mio. EUR. Insgesamt stiegen die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge um 122 Mio. EUR. Die Indexierung der Abschlüsse der türkischen Gesellschaften aufgrund der Hochinflationsbereinigung führte zu einem Aufwand von 3,9 Mio. EUR. Weiterhin stiegen die Erträge aus assoziierten Unternehmen um 11 Mio. EUR. Der Konzernjahresüberschuss stieg um 35,2 % auf 1.614 Mio. EUR. Die Knauf Gruppe erwirtschaftete im Berichtsjahr ein EBITDA von 3.022 Mio. EUR, das damit um 3,6 % über dem Vorjahreswert lag. Im Vorjahr wurde für das Berichtsjahr mit einem EBITDA leicht unter dem des Vorjahrs gerechnet. Insbesondere durch gesunkene Materialaufwendungen und Verkaufspreisanpassungen lag das tatsächlich erzielte EBITDA über dem prognostizierten Wert. Die EBITDA-Quote erhöhte sich im Berichtsjahr von 18,9 % auf 19,4 %. Entwicklung der Geschäftsbereiche Die Geschäftstätigkeit der Knauf Gruppe wird unterteilt in die vier Segmente Gips, Dämmstoffe, Deckenlösungen sowie Sonstiges. Die Umsatzentwicklung verlief im Berichtsjahr in den Geschäftsbereichen Gips und Dämmstoffe positiv, wohingegen sich die Umsätze in den Bereichen Deckenlösungen und Sonstiges leicht reduzierten. Neben dem positiven Beitrag der im Vorjahr erworbenen Gesellschaften, deren Umsätze erstmalig für das gesamte Geschäftsjahr im Geschäftsbereich Gips berücksichtigt wurden, trugen Preisanpassungen in den Geschäftsbereichen Gips und Dämmstoffe zu dieser Entwicklung bei. Die Absatzmengen lagen im Berichtsjahr in allen Geschäftsbereichen leicht unter Vorjahresniveau. Umsatz nach Geschäftsbereichen
Mit Erlösen von 11.302 Mio. EUR erhöhte sich der Umsatz des Geschäftsbereichs Gips um 1,1 % gegenüber dem Vorjahreswert. Das Umsatzwachstum entsprach dem Wachstum der Knauf Gruppe von 1,1 %. Der Anteil des Geschäftsbereichs Gips am Gesamtumsatz lag damit wie im Vorjahr bei 72,6 %. Der Geschäftsbereich Dämmstoffe verzeichnete im Berichtsjahr einen Umsatzanstieg von 3,4 % auf 2.885 Mio. EUR. Der Anteil am Gesamtumsatz stieg von 18,1 % auf 18,5 %. Im Geschäftsbereich Deckenlösungen sanken die Umsatzerlöse um 1,6 % auf 942 Mio. EUR. Der Anteil am Umsatz der Gruppe reduzierte sich dadurch auf 6,0 %, nachdem dieser im Vorjahr 6,2 % betrug. Im Geschäftsbereich Sonstiges sind neben dem Geschäft mit EPS-Formteilen und Spritzgussprodukten die Aktivitäten zusammengefasst, die sich keinem der drei übrigen Geschäftsbereiche zuordnen lassen. Hier sind vor allem der Maschinen- und Anlagenbau sowie Dienstleistungs- und Holdingaktivitäten zu nennen. Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs reduzierten sich im Berichtsjahr um 7,8 %. Entwicklung der Regionen Die Knauf Gruppe ist in den Regionen Europa/Naher Osten/Afrika, Amerika und Asien/Pazifik tätig. Umsatz nach Absatzregionen
In der Region Europa/Naher Osten/Afrika, der größten Region der Knauf Gruppe, verringerten sich im Berichtsjahr die Umsätze um 2,0 %. Mit Umsatzerlösen von 8.191 Mio. EUR sank der Anteil am Gruppenumsatz von 54,2 % auf 52,6 %. Die Region Amerika verzeichnete Umsatzerlöse von 5.710 Mio. EUR. Dies entsprach einem Anstieg von 2,7 %. Der Anteil am Gesamtumsatz lag mit 36,7 % über dem Vorjahreswert von 36,1 %. In der Region Asien/Pazifik wurden Umsatzerlöse in Höhe von 1.672 Mio. EUR erwirtschaftet, was einem Anstieg um 12,2 % entsprach. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen die Erstkonsolidierung eines Gemeinschaftsunternehmens. Der Anteil am Gruppenumsatz erhöhte sich entsprechend auf 10,7 % (Vorjahr 9,7 %). VERMÖGENS- UND FINANZLAGEEntwicklung der Vermögenslage Die Bilanzsumme der Knauf Gruppe verringerte sich um 12 Mio. EUR auf 16.559 Mio. EUR. Das Anlagevermögen stieg insgesamt um 202 Mio. EUR auf 10.416 Mio. EUR. Die immateriellen Vermögensgegenstände reduzierten sich um 112 Mio. EUR auf 3.044 Mio. EUR. Das Sachanlagevermögen erhöhte sich um 391 Mio. EUR auf 6.885 Mio. EUR. Die Zugänge zum Sachanlagevermögen betrugen aufgrund gesteigerter Investitionstätigkeit 1.203 Mio. EUR und lagen damit über den Abschreibungen in Höhe von 668 Mio. EUR. Negativ wirkte im Berichtsjahr die Entwicklung der für die Knauf Gruppe wichtigen Fremdwährungen zum Bilanzstichtag. Auf Basis der Vorjahreskurse wären das Sachanlagevermögen um 286 Mio. EUR und die immateriellen Vermögensgegenstände um 109 Mio. EUR höher ausgewiesen worden. Innerhalb des Sachanlagevermögens sanken die Werte für Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken um 1,2 Mio. EUR. Für Betriebs- und Geschäftsausstattung stiegen sie um 21 Mio. EUR und für technische Anlagen und Maschinen reduzierten sie sich um 25 Mio. EUR. Die geleisteten Anzahlungen auf Sachanlagen und Anlagen im Bau stiegen aufgrund der deutlich erhöhten Investitionstätigkeit um 397 Mio. EUR. Die Finanzanlagen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 77 Mio. EUR auf 488 Mio. EUR. Die in der Bilanz ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen sind um 12 Mio. EUR auf 235 Mio. EUR gestiegen. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Akquisition der zum Bilanzstichtag nicht konsolidierten Gipsabbaugesellschaften in Nordamerika. Ausleihungen an verbundene Unternehmen erhöhten sich um 31 Mio. EUR auf 86 Mio. EUR. Die Anteile an assoziierten Unternehmen reduzierten sich vornehmlich aufgrund der Erstkonsolidierung einer Gesellschaft um 110 Mio. EUR auf 106 Mio. EUR. Die Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betrugen 2,2 Mio. EUR und lagen damit unter dem Vorjahreswert von 5,2 Mio. EUR. Die sonstigen Ausleihungen lagen mit 10 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Das Vorratsvermögen reduzierte sich im Wesentlichen durch den Abbau von Beständen und gesunkenen Preisen bei Rohstoffen und Energie um 102 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr und wies zum Bilanzstichtag einen Betrag von 1.823 Mio. EUR aus. Die Bestände unfertiger Erzeugnisse und unfertiger Leistungen sanken um 6,6 Mio. EUR auf 123 Mio. EUR. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen verringerten sich um 35 Mio. EUR auf 1.024 Mio. EUR. Fertige Erzeugnisse und Waren reduzierten sich deutlich um 70 Mio. EUR auf 647 Mio. EUR. Die geleisteten Anzahlungen auf Vorräte stiegen um 47,3 % auf 30 Mio. EUR. Der Forderungsbestand sank um 6,0 % auf 1.571 Mio. EUR, ebenso reduzierten sich die sonstigen Vermögensgegenstände um 7,7 % auf 413 Mio. EUR. Im Wesentlichen ist dies auf um 15 Mio. EUR geringere Steuererstattungsansprüche zurückzuführen. Die liquiden Mittel betrugen zum Bilanzstichtag 2.039 Mio. EUR. Das entsprach einer Erhöhung gegenüber dem Vorjahr um 0,8 %. Durch die Zeitwertbewertung des Deckungsvermögens für Pensionsverpflichtungen erhöhte sich der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung um 2,0 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR. Das Eigenkapital stieg um 10,5 % auf 10.926 Mio. EUR. Die der Knauf Gruppe von den Gesellschaftern und sonstigen Familienmitgliedern zur Verfügung gestellten Darlehen erhöhten sich um 61 Mio. EUR auf 1.357 Mio. EUR. Die Fälligkeit dieser Darlehen ist grundsätzlich kürzer als ein Jahr. Die Rückstellungen erhöhten sich insgesamt um 36 Mio. EUR auf 1.976 Mio. EUR. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen lagen wie die Steuerrückstellungen auf Vorjahresniveau. Sonstige Rückstellungen nahmen, unter anderem aufgrund höherer Rückstellungen für Personal, um 37 Mio. EUR zu. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich deutlich um 1.151 Mio. EUR und betrugen zum Bilanzstichtag 1.956 Mio. EUR. Innerhalb der Verbindlichkeiten sind Bankdarlehen durch Tilgungen um 1.081 Mio. EUR auf 48 Mio. EUR zurückgegangen. Ebenso reduzierten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 38 Mio. EUR auf 1.186 Mio. EUR. Sonstige Verbindlichkeiten sanken um 23 Mio. EUR auf 613 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um 5,7 Mio. EUR auf 51 Mio. EUR. Die Knauf Gruppe verfügte zum Bilanzstichtag über ungenutzte Liquiditätszusagen für allgemeine Betriebsmittel in Höhe von über 2,0 Mrd. EUR. Entwicklung der Finanzlage Zum Ende des Geschäftsjahres erhöhten sich die liquiden Mittel um 16 Mio. EUR auf 2.039 Mio. EUR. Aus laufender Geschäftstätigkeit resultierte ein Mittelzufluss von 2.714 Mio. EUR, aus der Investitionstätigkeit ergab sich insbesondere durch Investitionen in das Sachanlagevermögen ein Mittelabfluss von 1.284 Mio. EUR. Die Finanzierungstätigkeit war geprägt von einem sehr hohen Tilgungsanteil an Bankdarlehen, insgesamt erfolgte ein Mittelabfluss in Höhe von 1.232 Mio. EUR. Durch Erst- und Entkonsolidierungen sind die liquiden Mittel per saldo um 70 Mio. EUR gestiegen. Die Finanzierungsstruktur der Knauf Gruppe ist durch eine hohe Eigenkapitalquote geprägt. Sie belief sich zum Bilanzstichtag auf 66,0 %. Wesentliche Investitionen Knauf investierte im Geschäftsjahr weltweit in Projekte, die der Erhaltung beziehungsweise der Steigerung der Produktionskapazitäten dienten. Darüber hinaus wurde weiterhin in den Umbau der Werke zur Nutzung von Naturgips investiert. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen 1.203 Mio. EUR und erhöhten sich mit 30,2 % deutlich gegenüber dem Vorjahr. Im Laufe des Geschäftsjahres wurde in Nordamerika ein weiteres Gipsvorkommen erworben sowie in den Bau eines Glaswollewerks investiert. In Europa wurde ein Gipsplattenwerk fertiggestellt und der Bau eines Glaswollewerks weiter vorangetrieben. RISIKO- UND CHANCENBERICHTDie Knauf Gruppe ist mit ihrer Tätigkeit einerseits vielfältigen Chancen, andererseits einer beträchtlichen Anzahl von Risiken ausgesetzt. Das Chancen- und Risikomanagement orientiert sich an dem Ziel, den Unternehmenswert kontinuierlich zu steigern und somit das Fortbestehen der Knauf Gruppe langfristig zu sichern. Die beschriebenen Risiken und Chancen werden mittels der dargestellten Matrix bewertet:
Die Bewertung der Risiken und Chancen erfolgt dabei anhand von zwei Dimensionen: den möglichen finanziellen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Knauf Gruppe einerseits und den Eintrittswahrscheinlichkeiten dieser Auswirkungen andererseits. Die Knauf Gruppe teilt die Risiken und Chancen anhand dieser Bewertung in jeweils vier Kategorien ein: gering, moderat, wesentlich und gravierend. RISIKOBERICHT Der folgende Abschnitt erläutert neben den wichtigen Risiken, die Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Knauf Gruppe haben können, auch die bereits ergriffenen beziehungsweise geplanten Maßnahmen, um diesen Risiken entgegenzuwirken. Dabei wird ein Risiko als das potenzielle Eintreten eines internen oder externen Ereignisses (beziehungsweise einer Folge von Ereignissen) verstanden, welches das Erreichen der Geschäfts- oder Finanzziele negativ beeinflussen kann. Eine Chance wird definiert als das potenzielle Eintreten eines internen oder externen Ereignisses (beziehungsweise einer Folge von Ereignissen), welches das Erreichen der Geschäfts- oder Finanzziele positiv beeinflussen kann. Die Einteilung der Risiken und Chancen wird anhand von vier Kategoriefeldern vorgenommen, die dem Risikomanagementsystem zugrunde liegen:
Finanzielle Risiken Währungsrisiken Währungsrisiken ergeben sich aus Fremdwährungspositionen und zeichnen sich durch die Unsicherheit der künftigen Entwicklung der Wechselkurse aus. Wirtschaftliche, geopolitische, fiskalpolitische und politische Einflussfaktoren dürfen hierbei nicht unterschätzt werden. Unvorhergesehene Ereignisse wie der seit Februar 2022 andauernde Krieg in der Ukraine oder der eskalierte Nahost-Konflikt seit Anfang Oktober 2023 können zu Verwerfungen an den Devisenmärkten führen und damit negative Auswirkungen auf die Translations- und Transaktionseffekte haben. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung führen zu Währungsrisiken, welche in Abhängigkeit von der Höhe des Fremdwährungsvolumens sowie dem Ausmaß der Währungsschwankungen die Profitabilität von Unternehmen beeinträchtigen können. In der Knauf Gruppe werden deshalb zur Reduzierung beziehungsweise Eliminierung von Währungsrisiken entsprechende Währungsderivate eingesetzt, welche unter Berücksichtigung der Vorgaben der gruppenweit geltenden Finanzrichtlinie abgeschlossen werden. Absicherungen gegen Währungsrisiken erfolgten im Berichtsjahr über Devisentermin- und Devisenswapgeschäfte. Zum Bilanzstichtag hatten abgeschlossene Devisentermingeschäfte ein Volumen von 280 Mio. EUR, das Volumen der Devisenswapgeschäfte belief sich auf 114 Mio. EUR. Zinsänderungsrisiken Zinsänderungsrisiken resultieren aus möglichen Änderungen der Zinsniveaus an den Geld- beziehungsweise Finanzmärkten. Hierdurch können sich bei festverzinsten Finanzpositionen negative Änderungen des beizulegenden Zeitwertes ergeben, während Zinsänderungsrisiken bei variabel verzinsten Finanzpositionen zu Schwankungen in den Zahlungsströmen führen können. In der Vergangenheit finanzierte sich die Knauf Gruppe aufgrund ihrer hohen Innenfinanzierungskraft weitestgehend über eigene Mittel. Infolge des somit nur geringen Finanzierungsvolumens mit externen Kreditgebern hatten potenzielle Zinsänderungsrisiken im Hinblick auf den Unternehmenserfolg nur eine untergeordnete Bedeutung. Die Darlehensaufnahmen bei externen Kreditgebern aufgrund der realisierten Unternehmensakquisitionen der letzten Jahre konnten im Berichtsjahr vollständig zurückgeführt werden. Somit hatte das Zinsänderungsrisiko im Hinblick auf externe Finanzierung für den Unternehmenserfolg nur eine untergeordnete Bedeutung. Liquiditätsrisiken Die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit hat in der betrieblichen Praxis höchste Priorität, da eine nicht ausreichende Liquidität die Handlungsmöglichkeiten eines Unternehmens stark einschränken kann oder im schlimmsten Fall das Risiko einer Insolvenz droht. Neben der Liquidität, die die Knauf Gruppe aus der operativen Tätigkeit generiert, wurden Rahmenkreditlinien abgeschlossen, welche sicherstellen, dass ein gegebenenfalls auftretender Finanzbedarf jederzeit abgedeckt werden kann. Unabhängig hiervon wurde dem Liquiditätsrisiko in der Knauf Gruppe bereits in der Vergangenheit mit einem effektiven Cash- und Working-Capital-Management Rechnung getragen. Zu den eingesetzten Instrumenten zählt eine standardisierte rollierende Liquiditätsplanung. Die Planwerte sind dabei in ihrer Ursprungswährung einzugeben, sodass neben potenziellen Liquiditätsdefiziten auch mögliche Währungsrisiken ermittelt und analysiert werden können. Kreditrisiken Als Adressenausfallrisiko beziehungsweise als Bonitätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass ein Vertragspartner seine eingegangenen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht fristgerecht erfüllen kann und es in der Folge zu einem Forderungsausfall kommt. Aufgrund des sowohl zahlenmäßig als auch geografisch breit gestreuten Kundenstamms sind die möglichen Auswirkungen dieser Risikoart für die Knauf Gruppe jedoch begrenzt. Darüber hinaus werden bei Bedarf Kreditversicherungen und Bankbürgschaften eingesetzt, um Forderungen gegen Kunden abzusichern und das Risiko möglicher Zahlungsausfälle weiter zu reduzieren. Zusätzlich erfolgt in der Knauf Gruppe ein konsequentes Forderungsmanagement, welches eine zeitnahe Anpassung der maximal möglichen Forderungsbestände auf die von den Versicherungsgesellschaften gewährten Limits vorsieht. Nachhaltigkeitsrisiken Im Rahmen ihrer "Sustainable Finance"-Strategie haben viele Kreditinstitute bereits damit begonnen, auch potenzielle Nachhaltigkeitsrisiken auf Seiten der Kreditnehmer bei ihren Kreditentscheidungsprozessen zu berücksichtigen. Dies kann zur Folge haben, dass Kreditnehmer, die keine ausreichenden Informationen zu ihrer Nachhaltigkeitsstrategie oder zu den Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt zur Verfügung stellen, Kreditmittel gegebenenfalls nur unter Auflagen oder zu ungünstigeren Konditionen erhalten werden. Somit wird es künftig zunehmend wichtiger, Kreditinstituten bei entsprechenden Finanzierungsanfragen Informationen zur Nachhaltigkeitsstrategie und zu umweltrelevanten Aspekten der Geschäftstätigkeit bereitstellen zu können. Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat die Knauf Gruppe nicht nur einen eigenen Fachbereich geschaffen, der potenzielle Nachhaltigkeitsrisiken identifiziert und Maßnahmen ergreift, um diese Risiken zu minimieren, sondern es wurden auch ambitionierte Nachhaltigkeitsziele definiert sowie Zeiträume festgelegt, bis wann diese erreicht werden sollen. Die Knauf Gruppe wird somit künftig gut aufgestellt sein, um regulatorische Anforderungen externer Kreditgeber und Geschäftspartner erfüllen zu können. Steuerrisiken Knauf ist in zahlreichen Ländern der Welt tätig und unterliegt damit vielfältigen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Änderungen der Steuergesetze und Steuerregelungen können Einfluss auf Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie auf die aktiven und passiven latenten Steuern haben. Künftige Auslegungen beziehungsweise Entwicklungen der Steuersysteme können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen. Knauf wird regelmäßig von den Finanzbehörden geprüft und identifiziert und bewertet entsprechende Risiken fortlaufend. Laufende oder künftige Rechtsstreitigkeiten Den sich aus Rechtsstreitigkeiten insbesondere für Gewährleistungen ergebenden finanziellen Risiken wird durch die Bildung entsprechender Rückstellungen Rechnung getragen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Höhe des Ausmaßes sämtlicher finanziellen Risiken auf die Vermögens- und Ertragslage werden als moderat eingeschätzt. Strategische Risiken Wettbewerbsumfeld Rund 88 % ihres Umsatzes erwirtschaftet die Knauf Gruppe im Ausland. Damit muss sie bei ihrer Geschäftstätigkeit dem von Land zu Land verschiedenen und sich ändernden wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Unternehmensumfeld Rechnung tragen. Folglich ist das Geschäft der Knauf Gruppe sowohl durch die inländische als auch die internationale Konjunkturlage, vor allem in der Baubranche, beeinflusst. Unternehmensstrategische Ziele Maßgebliche unternehmensstrategische Ziele der Knauf Gruppe sind die Internationalisierung und das Wachstum auf dem Baustoffsektor in den Geschäftsbereichen Gips, Dämmstoffe, Deckenlösungen und Sonstiges. Fehleinschätzungen zukünftiger Marktentwicklungen, technologischer Neuerungen oder veränderter Gesellschaftstrends stellen strategische Risiken dar. Es werden alle Anstrengungen unternommen, diesen u. a. durch intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, regelmäßige Strategiegespräche mit Kunden und Lieferanten, Mitgliedschaften in Verbänden und Partnerschaften mit Hochschulen zu begegnen. Strategien werden kontinuierlich angepasst und überprüft, sobald neue Informationen zur Verfügung stehen. Investitionsobjekte unterliegen einer Prüfung hinsichtlich der strategischen Ausrichtung und Entwicklung sowie ihrer potenziellen Ertragskraft. Durch eindeutige Zuständigkeiten, Genehmigungs- und Freigabeprozesse sowie eine standardisierte Berichterstattung werden diese fortlaufend überwacht. Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Höhe des Ausmaßes sämtlicher strategischen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage werden als moderat eingeschätzt. Operative Risiken Volatilität von Energie- und Rohstoffpreisen Die dynamischen Preisentwicklungen wichtiger Rohstoffe und Energieträger werden beeinflusst durch Handelsabkommen, Verfügbarkeiten sowie geopolitische Ereignisse. Der andauernde Krieg in der Ukraine beeinflusste im Berichtsjahr weiterhin die Rohstoffpreise erheblich. Die Preise auf den Rohstoff- und Energiemärkten sind zwar gesunken, blieben aber volatil und auf hohem Niveau verglichen mit dem durchschnittlichen Preisniveau der Jahre vor 2022. Durch den Ersatz russischer Erdgaslieferungen durch Flüssiggas (LNG) konnten im Berichtsjahr extreme Preisspitzen bei Rohöl und Erdgas vermieden werden. Preisrisiken begegnet die Knauf Gruppe mit einer Vielzahl von typischen Instrumenten wie flexible Beschaffungsmodelle, kostenoptimierte Verteilung der Beschaffungszeitpunkte, alternative Beschaffungsmöglichkeiten, langfristige Lieferverträge, Sicherungsgeschäfte sowie der Bildung von Warengruppen. Verfügbarkeit von Roh- und Zusatzstoffen Um der rückläufigen Verfügbarkeit von wichtigen Roh- und Zusatzstoffen zu begegnen, erfolgten enge Kooperationen oder gemeinsame Investitionen mit Lieferanten. Weiterhin werden weltweit zusätzliche Naturgipsvorkommen gesichert. Zunehmend kommt es zum Einsatz von recycelten Rohstoffen, um die umweltpolitischen Ziele Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz zu erreichen. Den damit einhergehenden Qualitätsproblemen wird durch ein gruppeneinheitliches umfangreiches Qualitätsmanagement und mit entsprechenden Forschungsinitiativen begegnet. Produktionstechnische Risiken Die qualitativ hochwertige Produktion sowie das Abdecken einer breiten Produktpalette, sowohl von gipsbasierten Erzeugnissen als auch von Dämmstoffen, bedingen kapitalintensive Produktionsanlagen sowie ausgereifte und reibungslos ablaufende Herstellungsprozesse. Dem Risiko ungeplanter Produktionsunterbrechungen wird innerhalb der Knauf Gruppe durch vorbeugende Instandhaltung und Wartung sowie das Vorhalten strategischer Ersatzteile unmittelbar vor Ort in den Werken begegnet, um somit das Risiko auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Zusätzlich bietet sich vielfach die Möglichkeit, längere Stillstandszeiten durch verfügbare Kapazitäten anderer Werke zu kompensieren. Durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung verringert sich die verfügbare Menge an REA-Gips sukzessive. Darauf reagiert die Knauf Gruppe mit einer Strategie zur Umstellung auf alternative Gipse, z. B. auf Naturgips oder Recycling-Gips. Dem Risiko ausbleibender Erdgaslieferungen wird durch den Aufbau von Sicherheitsbeständen und die Umstellung auf alternative Energieträger begegnet. Qualitätsrisiken Der Maschinen- und Anlagenbau ist aufgrund verstärkter Unsicherheiten auf den globalen Handelswegen, Einschränkungen im internationalen Handel sowie Sanktionen stark von Lieferengpässen betroffen. Durch die gezielte Weiterentwicklung globaler, regionaler und lokaler Lieferanten wird das Risiko in diesem Bereich begrenzt. In vielen Märkten steigen die Anforderungen an die Produkthaftung. Diesem Umstand wird mit intensiven Qualitätssicherungsmaßnahmen und einem zentralen gruppenweiten Qualitätsmanagement begegnet. Das Risiko von Qualitätsmängeln kann durch solche Maßnahmen zwar reduziert, allerdings nicht vollständig ausgeschlossen werden. Zusätzlich besteht das Bestreben, durch ein weltweites Versicherungsprogramm die Haftung aus Produktrisiken gegenüber Dritten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden zu begrenzen. IT-Risiken Die externe und interne Kommunikation sowie wesentliche Produktions- und Geschäftsprozesse bauen zunehmend auf komplexen und untereinander vernetzten Informationstechnologien auf. Ein Ausfall oder eine gravierende Störung der globalen, regionalen oder lokalen Systeme kann zu Datenverlusten und zu einer Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit führen. Um diesem Risiko zu begegnen, werden umfassende Maßnahmen zum organisatorischen und technischen Schutz gegen Verlust, unbefugte Manipulation und Diebstahl von Daten ergriffen. Es kommen modernste Hard- und Softwarelösungen wie mehrstufige Firewall- und Virenschutzeinrichtungen oder Datenverschlüsselungsverfahren zum Einsatz. Die weltweite Zunahme von Bedrohungen für die Cybersicherheit sowie eine größere Professionalität in der Computerkriminalität führen zu Risiken in Bezug auf IT-Systeme und Netzwerke sowie zu Risiken hinsichtlich der Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Daten. Aufgrund der sich aktuell verschärfenden geopolitischen Lage und der zunehmenden Verbreitung von Cyberangriffen als Geschäftsmodell existiert eine deutlich erhöhte Bedrohungslage durch Angriffe insbesondere von außen. Zur Abwehr von Bedrohungen überprüft die Knauf Gruppe ständig ihre Informationssicherheitskontrollen und verstärkt diese auf allen technologischen Ebenen. Dies wird ergänzt durch organisatorische Kontrollen sowie Schulungen und die allgemeine Sensibilisierung der Mitarbeiter für Sicherheitsthemen. Ziel dieses mehrschichtigen Ansatzes ist ein umfassender Schutz sowie die Möglichkeit, Cyberbedrohungen zu erkennen, zu verhindern, auf sie zu reagieren und die Systeme bei Bedarf wiederherzustellen. Personalrisiken Die wichtigste Ressource für den langfristigen Unternehmenserfolg sind kompetente und motivierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Durch ein internes Qualifizierungsprogramm sowie ein strukturiertes Weiterbildungskonzept für die fachliche und persönliche Entwicklung von qualifiziertem Personal sollen Mitarbeiter dauerhaft an das Unternehmen gebunden werden. Zur Sicherung von Nachwuchskräften für Fach- und Führungspositionen wurde ein weltweites Qualifizierungsprogramm aufgebaut. Die zunehmende Alterung der Bevölkerung kann in den Industriestaaten zu einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften führen und dadurch zu niedrigerer Produktivität und höheren Personalaufwendungen, die letztendlich die Produktionskosten steigen lassen. Der Fachkräftemangel kann daher in Ländern mit reifen Märkten zu einem branchen- und unternehmensspezifischen Risiko werden, welches allmählich eintritt. Die Knauf Gruppe mindert dieses Risiko mit Personalentwicklungsprogrammen, um Beschäftigte zu gewinnen und zu halten (beispielsweise durch länderübergreifende Karrierewege). Der Arbeits- und Gesundheitsschutz ist ein wesentlicher Bestandteil aller Arbeitsprozesse. Nur gesunde und motivierte Mitarbeiter können ihre Potenziale vollumfänglich in ihre tägliche Arbeit einbringen. Mithilfe eines ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagements sowie der Knauf Sicherheitsstandards wird ein gesundheitsgerechtes Arbeitsumfeld geschaffen, um präventiv das Auftreten von Arbeitsunfällen zu minimieren. Nachhaltigkeitsrisiken Der Klimawandel und der Rückgang der biologischen Vielfalt haben immer deutlichere Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Bevölkerung und damit auch auf die Unternehmen. Experten sagen vor diesem Hintergrund für die kommenden Jahrzehnte in vielen Ländern einen erheblichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts voraus. Risiken, welche sich aus Nachhaltigkeitsthemen ergeben können, sind bisher nur schwer finanziell bewertbar und wirken sich vor allem mittel- bis langfristig auf die Geschäftstätigkeit aus. Die Baubranche steht als ressourcenintensive Branche weltweit vor großen Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigkeit und ist diesbezüglich vermehrt im Fokus der Öffentlichkeit. Aus dem Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit ergeben sich zukünftig zum einen Risiken durch zusätzliche Kosten aufgrund neuer Regelungen und Auflagen sowie zum anderen Reputationsrisiken. Für die Knauf Gruppe ist Nachhaltigkeit ein strategisches Handlungsfeld. Dauerhaft nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können. Die drei Säulen der Nachhaltigkeit - Ökologie, Ökonomie und Soziales - dienen dabei als Leitlinien für nachhaltiges Handeln und sollten nicht isoliert betrachtet werden. Der Druck auf Nationen, Branchen und Unternehmen wächst zunehmend. Die Ausrichtung der Wirtschaftstätigkeit wird zukünftig nicht allein durch interne Regeln und einen selbstgewählten Anspruch, sondern zunehmend durch maßgebliche globale oder transnationale Rahmenwerke geprägt werden, wie z. B. die EU-Taxonomie und die Ausweitung der nicht finanziellen Berichterstattung auf nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen. Die Knauf Gruppe stellt sich den Aufgaben für Umwelt- und Klimaschutz. Die Schwerpunkte liegen in der Reduzierung des CO2-Ausstoßes, der Vermeidung von Deponieabfällen aus den Werken und der Stärkung der Kreislaufwirtschaft, dem Verzicht auf gesundheitsschädliche Chemikalien und Materialien sowie in der Senkung des Wasserverbrauchs. Recycling-Risiken Durch den vermehrten Einsatz von recycelten Baustoffen besteht einerseits das Risiko von Qualitätsproblemen aufgrund von Verunreinigungen, andererseits stellen die derzeit noch nicht ausreichenden Kapazitäten von Sammelstellen und Aufbereitungsanlagen für diese Materialien einen Engpass dar. Mit der Vorstellung des Europäischen Grünen Deals und des Circular Economy Actions Plans wurden wichtige Weichen für den Übergang zu einer modernen und ressourceneffizienten Wirtschaft gestellt. Im Zuge dieser Konzepte wird eine nachhaltige Ressourcennutzung etabliert. Mit Blick auf das Recycling in der Baustoffindustrie ist die Einführung von Anforderungen an den Recyclinganteil für bestimmte Produkte, unter Berücksichtigung ihrer Sicherheit und Funktionalität, denkbar. Der Rohstoff Gips wird in diesem Zusammenhang eine besondere Stellung einnehmen, da er multirecyclingfähig ist und damit das Potenzial besteht, hierbei den abfallwirtschaftlichen Kreislauf zu schließen. Zwar kann Recycling-Gips die rückläufigen REA-Gipsmengen von heute nicht vollständig ersetzen, aber die Knauf Gruppe kann durch Einsatz von Recycling-Gips einen Teil der Nachhaltigkeitsziele erfüllen und darüber hinaus den Kunden einen Lösungsansatz zur Entsorgung von Plattenabschnitten bieten. Neben Gipsabfällen fallen auch beträchtliche Mengen von Dämmstoffabfällen an. Derzeit wird der Großteil dieser Abfälle auf Deponien entsorgt. Diese wiederzuverwenden, zu reduzieren und zu recyceln ist nicht nur moralisch geboten, sondern auch wirtschaftlich von Nutzen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Höhe des Ausmaßes sämtlicher operativer Risiken auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage werden als moderat eingeschätzt. Rechtliche und Compliance-Risiken Die sich ändernden ökonomischen Rahmenbedingungen bringen immer wieder neue absatz- beziehungsweise umsatzbezogene Risikosituationen hervor. Zudem können sich Risiken aus nationalen und internationalen Regularien, Verordnungen und Gesetzen, wie z. B. der Änderung von relevanten Förderprogrammen, ergeben. Sie können die gesamte Wertschöpfungskette der einzelnen Gesellschaften betreffen. Mögliche Export- und Importbeschränkungen, außerordentliche innen- und außenpolitische Entwicklungen sowie Kapitalein- und -ausfuhrbeschränkungen stellen dabei Handelshemmnisse dar. Diese Entwicklungen werden aufmerksam verfolgt und, wo nötig und möglich, werden Maßnahmen zur Anpassung an die neuen Gegebenheiten vorbereitet und umgesetzt. Die Knauf Gruppe ist den wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten in den Ländern ausgesetzt, in denen sie tätig ist. Wechsel in der politischen Führung oder wirtschaftliche Ungleichgewichte könnten die Geschäfte gefährden. Aufgrund der weltweiten Präsenz können sich politische und Reputationsrisiken ebenso wie Risiken durch Sanktionen, Gegensanktionen und staatliche Eingriffe in den Geschäftsbetrieb bis hin zu einer potenziellen Enteignung ergeben. Zudem ist für die Geschäftstätigkeit eine Vielzahl öffentlich-rechtlicher Zulassungen und Genehmigungen Voraussetzung. Der Rahmen für deren Erteilung wird maßgeblich durch nationale Umwelt- und Bergrechtsgesetzgebungen gesteckt. Die Bedeutung dieser rechtlichen Rahmenbedingungen wird künftig weiter zunehmen. Für alle genehmigungsbedürftigen Tätigkeiten besteht nach Erteilung das Risiko, dass von dritter Seite Rechtsmittel gegen diese eingelegt und die Genehmigungen durch Gerichte aufgehoben werden. Darüber hinaus können Verlängerungen oder Neuerteilungen inhaltlich begrenzt, zeitlich befristet, dauerhaft verändert beziehungsweise versagt oder mit weiteren Auflagen versehen werden. Mithilfe von regelmäßigen Schulungen und Workshops zum Thema Compliance sowie der Bestimmung von Compliance-Beauftragten in den einzelnen Regionen beziehungsweise Geschäftsbereichen soll diesem Risiko begegnet werden. Die Maßnahmen haben zum Ziel, das rechtmäßige, verantwortungsbewusste und nachhaltige Handeln der Mitarbeiter sicherzustellen. Die Einhaltung der Gesetze sowie interner und externer Vorschriften ist unerlässlich. Die Nichteinhaltung kann zu Unternehmensstrafen, Bußgeldern oder dem Verfall des durch den Gesetzesverstoß erzielten Gewinnes führen. Jeder Mitarbeiter der Knauf Gruppe ist verpflichtet, im Rahmen seiner Tätigkeit korrekt zu handeln und Gesetze sowie interne und externe Bestimmungen einzuhalten. Die Wahrung der Menschenrechte ebenso wie die Sicherstellung von Diversität, Chancengleichheit und Inklusion sind Grundwerte der Knauf Gruppe. Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Höhe des Ausmaßes sämtlicher rechtlicher und Compliance-Risiken auf die Vermögens, Finanz- oder Ertragslage werden als moderat eingeschätzt. CHANCENBERICHT Unter den im Folgenden dargestellten Chancen sind mögliche zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu verstehen, die zu einer positiven Abweichung von der Prognose führen können. Eine Bewertung der Chancen erfolgt in der Regel nicht, da die Eintrittswahrscheinlichkeiten nur sehr schwer abzuschätzen sind. Finanzielle Chancen Den unter den finanziellen Risiken genannten Währungs- und Zinsänderungsrisiken stehen auch Chancen in der Weise gegenüber, dass sich die genannten Einflussfaktoren in eine für das Unternehmen vorteilhafte Richtung entwickeln. Bei Schwankungen der Wechselkurse kann sich für einen Käufer beziehungsweise Verkäufer von Fremdwährungen die Chance ergeben, dass Währungssicherungskontrakte auf günstigeren Kursniveaus abgeschlossen werden können, als dies gegebenenfalls zu früheren Zeitpunkten der Fall gewesen wäre. Bei steigenden Zinsen können höhere Erträge auf Geldanlagen erzielt werden. Strategische Chancen Der Ausbau der globalen Präsenz bei gleichzeitiger Stärkung und Diversifizierung der länderspezifischen Produktportfolios birgt zahlreiche Chancen. Wachstum soll dabei sowohl organisch als auch durch Zukäufe von Unternehmen erfolgen. Operative Chancen Die Professionalisierung hinsichtlich Verhandlungen, Strategieentwicklung auf Basis von Warengruppen und Lieferantenmanagement wird im globalen Einkauf weiter vorangetrieben. Die zunehmende Bedeutung der Nachhaltigkeit in Verbindung mit der steigenden Knappheit an Rohstoffen erfordert einen immer effizienteren Ressourceneinsatz. Hieraus ergeben sich zahlreiche Chancen, welche sich in verschiedenen Optimierungsprojekten niederschlagen. In der Produktion wird der Energieverbrauch durch Energiemanagementsysteme im Rahmen von Energieeffizienzprojekten reduziert. Chancen, Produktionsprozesse effizienter zu gestalten und Prozessschwankungen zu verringern, werden in der Digitalisierung und in dem Einsatz von Produktionsleitsystemen gesehen. Kontinuierliche Verbesserungsprozesse dienen als eine wesentliche Säule zur weiteren Effizienzsteigerung. Netzwerkoptimierungen in der Lieferkette bieten die Möglichkeit, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und langfristigen Erfolg zu sichern. Durch die Implementierung von effizienten Liefernetzwerken können die Kosten gesenkt, die Kundenzufriedenheit verbessert und die betriebliche Flexibilität erhöht werden. Aufgrund der Digitalisierung der Prozesskette und der verstärkten Präsenz auf Kundenplattformen können die logistischen Leistungen transparenter dargestellt werden. Dies kann zu einer Reduzierung der Rückfragen und einem Wettbewerbsvorteil führen. Die Informationstechnologie bietet Chancen durch neue Anwendungen und Technologien wie die Verarbeitung großer Datenmengen für schnellere, aussagekräftigere Analysen und Berichte sowie die flexiblere Nutzung neuer mobiler Endgeräte. Weitere Chancen werden in der Standardisierung und Harmonisierung von Applikationen gesehen, um den Grad der Wiederverwendbarkeit zu erhöhen und eine möglichst große Kosteneffizienz zu erzielen. ZUSAMMENFASSUNG Als bedeutsam werden solche Risiken und Chancen eingeschätzt, die einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Knauf Gruppe haben können. Dabei ist zu beachten, dass sowohl Risiken als auch Chancen mit gegenwärtig geringeren Eintrittswahrscheinlichkeiten stärkere Auswirkungen haben könnten als solche Risiken und Chancen, deren Eintritt derzeit wahrscheinlicher erscheint. Die Zusammensetzung der Risikomatrix hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die Gesamtrisikosituation hinsichtlich der Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit der Risikokategorien zeigte ihren Schwerpunkt für beide Ausprägungen im Bereich moderat. Die Chancenlage, die sich mittelfristig bietet, ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls nahezu unverändert. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten und der potenziellen finanziellen Auswirkungen der erläuterten Risiken und Chancen wird zum jetzigen Zeitpunkt keine zukünftige Entwicklung erwartet, bei der Risiken einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken zu einer dauerhaften und bestandsgefährdenden Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Knauf Gruppe führen könnten. ZUSÄTZLICHE RISIKEN AUS DER NACHTRAGSBERICHTERSTATTUNG Die Knauf Gruppe hat mit Beschluss vom 23. April 2024 entschieden, sich von ihrer Geschäftstätigkeit in Russland zu trennen. Dieses führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Abschreibungsbedarf und zu einem Entkonsolidierungseffekt. Die Höhe des Ausmaßes auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird als wesentlich eingeschätzt. Die Ergebnisauswirkung ist gegenwärtig aufgrund verschiedener möglicher Szenarien schwer abzuschätzen und kann sich zwischen einem mittleren bis hohen dreistelligen negativen Ergebnisbeitrag bewegen. PrognoseberichtWIRTSCHAFTLICHES UMFELD Der Internationale Währungsfonds erwartet für das laufende Jahr ein weltweites Wirtschaftswachstum von 2,9 %. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 0,2 Prozentpunkte. Zudem wird eine Reduzierung der Inflation auf 5,8 % erwartet, nachdem sich diese zuvor auf einem historischen Hoch befand. Neben der geldpolitischen Straffung durch die Notenbanken ist ein wesentlicher Treiber für die erwartete Abschwächung der Inflation der Rückgang der Rohstoffpreise. Die Preise für Energie werden voraussichtlich im Durchschnitt um 36,0 % und die Ölpreise um etwa 17,0 % sinken. Dies ist hauptsächlich auf die Abschwächung der Weltwirtschaft zurückzuführen. Für die Entwicklung der Leitzinsen ist davon auszugehen, dass sowohl die amerikanische Notenbank als auch die europäische Zentralbank nach dem Erreichen des Höchststands im Vorjahr im laufenden Jahr die Leitzinsen senken werden. Die Risiken für eine weitere Abschwächung des globalen Wachstums überwiegen. So könnte sich die Ausweitung der Krise im chinesischen Immobiliensektor nicht nur negativ auf den dortigen Finanzsektor auswirken, sondern auch eine Gefahr für Rohstoffexporteure darstellen. Darüber hinaus sind die kurzfristigen Inflationserwartungen gestiegen und könnten - zusammen mit angespannten Arbeitsmärkten - dazu führen, dass der Druck auf die Kerninflation anhält und höhere Leitzinsen als erwartet erforderlich macht. Schließlich könnten negative klimatische und geopolitische Veränderungen zu Preissteigerungen für Lebensmittel und Energie führen. Für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird ein Wachstum von 1,4 % erwartet, was somit um 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert liegt. Im Großteil der hierin enthaltenen Länder wird aufgrund dieser Abschwächung der Wirtschaftsleistung ein geringfügiger Anstieg der durchschnittlichen Arbeitslosenzahl prognostiziert. Für die USA wird mit einem stärkeren Anstieg der Arbeitslosenquote gerechnet, im letzten Quartal des laufenden Jahres soll mit einer Quote von 4,0 % der Höchststand erreicht sein. Die Erwartung für den Euroraum liegt bei einem Wachstum von 1,2 %. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist zuletzt aufgrund einer schwächeren Entwicklung im zinssensiblen Bereich sowie geringerer Exporte weniger stark gewachsen als in Frankreich, wo ein Anstieg der Industrieproduktion und der Auslandsnachfrage für ein stärkeres Wachstum sorgten. Für die Bauinvestitionen wird im laufenden Jahr ein weiterer Rückgang erwartet. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer wird ein Wachstum von insgesamt 4,0 % prognostiziert. Während für China insbesondere aufgrund der anhaltenden Krise im Immobiliensektor ein schwächeres Wachstum erwartet wird, geht man in Indien mit +6,3 % von einem stärkeren Anstieg der Wirtschaftsleistung aus. PROGNOSE Die Knauf Gruppe erwirtschaftete im ersten Quartal des laufenden Jahres Umsätze in Höhe von 3.901 Mio. EUR. Damit verzeichnete sie im Vergleich zum Vorjahreswert einen leichten Rückgang um 2,1 %. Das EBITDA erreichte 786 Mio. EUR und übertraf den Vorjahreswert um 2,7 %. Die EBITDA-Quote erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,9 Prozentpunkte auf 20,1 %. In den Geschäftsbereichen Gips, Deckenlösungen und Sonstiges lag der Umsatz unter dem Vorjahreszeitraum. Im Geschäftsbereich Gips wurde ein Umsatzrückgang im unteren einstelligen Prozentbereich verzeichnet, und für die Geschäftsbereiche Deckenlösungen und Sonstiges im mittleren einstelligen Prozentbereich. Im Geschäftsbereich Dämmstoffe lagen die Umsätze auf dem Vorjahresniveau. Die Geschäftsentwicklung in den Knauf Regionen verlief uneinheitlich. In der Region Asien/Pazifik sowie auch in der Region Europa/Naher Osten/Afrika lagen die Umsätze im mittleren einstelligen Bereich unter dem Vorjahr. In der Region Amerika hingegen konnten Erlöse im mittleren einstelligen Bereich über dem Vorjahr erzielt werden. Die Knauf Gruppe erreichte in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres Umsätze, die im mittleren einstelligen Prozentbereich über den geplanten Werten lagen. Trotz der weiterhin hohen Preise für Rohstoffe und insbesondere für Energie konnte das geplante EBITDA übertroffen werden. Für den weiteren Jahresverlauf wird mit leicht sinkenden Energie- und Materialkosten sowie steigenden Personalkosten gerechnet. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird für das laufende Jahr für die Gruppe mit Umsätzen gerechnet, die aufgrund der absehbaren Entkonsolidierung der russischen Aktivitäten im mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Berichtsjahr liegen werden. Für die Region Amerika wird im laufenden Jahr mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet. In der Region Asien/Pazifik wird ein leichter Anstieg der Erlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet. Für die Region Europa/Naher Osten/Afrika wird aufgrund der Entkonsolidierung mit einem Rückgang im unteren zweistelligen Prozentbereich gerechnet. Das EBITDA der Knauf Gruppe wird im mittleren zweistelligen Prozentbereich unter dem Berichtsjahr erwartet. Die Aufwendungen im Bereich Forschung und Entwicklung werden voraussichtlich im niedrigen zweistelligen Prozentbereich steigen. Die Prognoserisiken umfassen finanzpolitische und geopolitische Unsicherheiten, vor allem durch den anhaltenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine und die instabile Lage im Nahen Osten, die potenziell vor allem die Energiepreise beeinflussen könnten. Zusätzliche Unsicherheitsfaktoren bestehen im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Inflation und die damit verbundene Erwartung niedrigerer Zinsen als wichtige Einflussgröße für die Finanzierbarkeit von Bauprojekten. Im laufenden Jahr wurde der neue globale Knauf Markenansatz eingeführt. Zudem wurde ein Webportal geschaffen, welches sämtliche digitalen Dienstleistungen und Informationen für Kunden und andere externe Interessengruppen bereitstellt. Im Bereich Personalmanagement werden im laufenden Jahr strategische Konzepte und erste Maßnahmen zu den Themen Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion erarbeitet. Ergänzend zu den bereits eingeführten Schulungsprogrammen wurde ein weiteres Programm speziell nach den Bedürfnissen von Führungskräften in der Produktion entwickelt und zur Anwendung gebracht. Als weiterer Baustein wird im laufenden Jahr ein Konzept zur Entwicklung von Top-Führungskräften und herausragenden internationalen Talenten erarbeitet. Die Maßnahmenpläne zu den Nachhaltigkeitszielen werden weiter verfeinert und umgesetzt. Darunter fallen die Projekte zur Energieeffizienz und Elektrifizierung sowie zu grüner Energie und zur Kreislaufwirtschaft. Das absehbare Ende der Kohleverstromung und damit der Wegfall von REA-Gips als Rohstoff unterstreicht die Bedeutung der Identifizierung strategischer Rohstoffreserven und alternativer Quellen. Deren sukzessive Sicherung und Erschließung dient dem Ziel, die Versorgung der Knauf Werke langfristig zu sichern. Die Umsetzung von Initiativen wird künftig über die mit der Knauf 100-Strategie neu formulierten Ambitionen "Wir sind ein großartiger Arbeitgeber für großartige Mitarbeiter", "Wir ermöglichen unseren Kunden, das beste Ergebnis zu erzielen", "Unser Handeln ist auf zukünftige Generationen ausgerichtet" und "Wir erzielen erstklassige Leistungen" priorisiert und weitergeführt und um individuelle von den Geschäftsbereichen und Regionen erarbeitete strategische Initiativen ergänzt. KONZERNABSCHLUSS für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023DER GEBR. KNAUF KGKonzernbilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
AnhangALLGEMEINE ANGABENDie Gebr. Knauf KG mit Sitz Am Bahnhof 7, 97346 Iphofen, Deutschland, eingetragen im Handelsregister Würzburg (HRA 2771), ist eine Kommanditgesellschaft nach deutschem Recht und Mutterunternehmen der Knauf Gruppe. Der Knauf Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde entsprechend den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Publizitätsgesetzes aufgestellt. Der Konzernabschluss umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang. Im Interesse einer übersichtlicheren Darstellung sind in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert. Für die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewendet. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Mit vier materiell unbedeutenden Ausnahmen ist der Bilanzstichtag der Unternehmen des Konsolidierungskreises der 31. Dezember 2023. Die Angabe der in den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Aufwendungen enthaltenen Erträge beziehungsweise Aufwendungen aus Währungsumrechnung erfolgt in Ausübung des Wahlrechts nicht mittels eines Davon-Vermerks in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Anhang. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen im Konzernabschluss der Knauf Gruppe nicht genau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. KONSOLIDIERUNGSKREISDer Konsolidierungskreis umfasst eine Obergesellschaft in der Rechtsform der Kommanditgesellschaft und alle wesentlichen nachgeordneten in- und ausländischen Gesellschaften, auf die die Obergesellschaft mittelbar oder unmittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann (§ 11 Abs. 1 PublG). Die Obergesellschaft befindet sich vollständig im Besitz der Familie Knauf. Im Berichtsjahr wurden 14 ausländische sowie zwei deutsche Gesellschaften erstmals vollkonsolidiert. Sechs Gesellschaften schieden im Berichtsjahr aus dem Konsolidierungskreis aus. Eine ausländische Gesellschaft wurde erstmals quotal in den Konsolidierungskreis einbezogen. Die Auswirkungen der Veränderungen des Konsolidierungskreises auf die Bilanz zum 31. Dezember 2023 und die Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres stellten sich wie folgt dar: Bilanz
Gewinn- und Verlustrechnung
Aus der erstmaligen quotalen Einbeziehung einer Gesellschaft reduzierten sich die Anteile an assoziierten Unternehmen. Insbesondere die Geschäfts- oder Firmenwerte erhöhten sich dadurch um 91 Mio. EUR. Insgesamt wurden in den Konzernabschluss einschließlich der Obergesellschaft 327 (im Vorjahr 316) Gesellschaften einbezogen. 322 (im Vorjahr 311) Gesellschaften wurden nach der Methode der Vollkonsolidierung einbezogen. Fünf (im Vorjahr fünf) Gesellschaften wurden nach der Methode der anteilmäßigen Konsolidierung bilanziert, da diese jeweils gemeinsam mit einem nicht in den Gruppenabschluss einbezogenen Unternehmen geführt werden. Die USG Corp., Chicago wird als Teilkonzern einbezogen. 137 (Vorjahr 157) Gesellschaften wurden gemäß § 13 Abs. 2 Satz 1 PublG i. V. m. §§ 296 und 311 HGB nicht in den konsolidierten Abschluss einbezogen, da sie für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe auch insgesamt von untergeordneter Bedeutung waren. Gemäß § 313 Abs. 3 HGB wurde auf die Angabe von fünf Gesellschaften verzichtet. Im Konzernabschluss wurden 33 (im Vorjahr 36) Gesellschaften, auf deren Geschäfts- und Finanzpolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), gemäß § 13 Abs. 2 Satz 1 PublG i. V. m. § 312 Abs. 1 Satz 1 HGB nach der Equity-Methode (Buchwertmethode) bewertet. Hinsichtlich der Offenlegung des Jahresabschlusses und des Lageberichts, sofern ein solcher aufzustellen gewesen wäre, haben die folgenden Gesellschaften die Befreiungsvorschrift des § 264b HGB in Anspruch genommen: Danogips GmbH & Co. KG, Neuss Gipswerk Embsen GmbH & Co. Baustoffproduktion KG, Embsen Knauf Ceiling Solutions GmbH & Co. KG, Grafenau Knauf Aquapanel GmbH & Co. KG, Iserlohn Knauf Bauprodukte GmbH & Co. KG, Iphofen Knauf PFT GmbH & Co. KG, Iphofen KNAUF Riessler GmbH & Co. KG, Wolpertshausen Marbos GmbH & Co. KG, Dortmund Richter-System GmbH & Co KG, Griesheim Rump & Salzmann Gipswerk Uehrde GmbH & Co. KG, Osterode am Harz Sakret Bausysteme GmbH & Co. KG, Neuss VG-Orth GmbH & Co. KG, Stadtoldendorf Die folgenden Gesellschaften haben hinsichtlich der Offenlegung des Jahresabschlusses sowie für die Erstellung eines Lageberichts, sofern ein solcher aufzustellen gewesen wäre, die Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen: Knauf (UK) GmbH, Iphofen/Sittingbourne Knauf Sverige GmbH, Iphofen/Åhus Knauf GmbH, Iphofen/Madrid Knauf Information Services GmbH, Iphofen KNAUF-Trans GmbH, Iphofen Knauf V.V.G. Versicherungsservice und -Vermittlungs-GmbH, Iphofen Knauf Digital GmbH, München KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE Die Jahresabschlüsse der in den konsolidierten Abschluss einbezogenen Unternehmen basieren mit unwesentlichen Ausnahmen auf einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen. Ausländische Gruppengesellschaften haben grundsätzlich ihre nach jeweiligem Landesrecht erstellten Einzelabschlüsse, soweit diese von den nachstehenden Grundsätzen in Gliederung, Ansatz und Bewertung abweichen, für Zwecke der Einbeziehung in den Gruppenabschluss entsprechend angepasst. Soweit bei ausländischen Gesellschaften nach lokalen Rechnungslegungsgrundsätzen beziehungsweise nach international anerkannten Bilanzierungsstandards (IFRS) aufgestellte Abschlüsse unverändert übernommen wurden, ist hierdurch das tatsächliche Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gruppenabschlusses nicht wesentlich beeinträchtigt. Die Kapitalkonsolidierung wird für Erstkonsolidierungen seit dem 1. Januar 2010 nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 HGB durchgeführt. Die bis zum 31. Dezember 2009 angewandte Buchwertmethode wird für die Kapitalkonsolidierungen, die bis zu diesem Zeitpunkt durchgeführt wurden, weitergeführt (Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB). Bei der erstmaligen Aufstellung des Gruppenabschlusses (zum 31. Dezember 1994) wurde als Zeitpunkt für die Ermittlung der Wertansätze bei der Kapitalkonsolidierung einheitlich der 1. Januar 1994 gewählt; im Übrigen gelten für die Kapitalkonsolidierung die Wertansätze zum erstmaligen Einbeziehungszeitpunkt beziehungsweise Erwerbszeitpunkt. Nach der Kapitalaufrechnung verbleibende aktive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen. Im Geschäftsjahr wurden Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung und die aus Erstkonsolidierungen resultierten in Höhe von 24,8 Mio. EUR erstmals aktiviert; es wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Die passiven Unterschiedsbeträge, die überwiegend durch die Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen nach dem Wegfall der untergeordneten Bedeutung entstehen und aus Gewinnthesaurierungen aus der Zeit vor der Erstkonsolidierung resultieren, besitzen Rücklagencharakter und werden mit den Gewinnrücklagen saldiert. Diese betrugen zum Bilanzstichtag 184,0 Mio. EUR (Vorjahr 183,0 Mio. EUR). Aus der ergebniswirksamen Fortschreibung der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen zum 31. Dezember 2023 ergaben sich Erträge aus assoziierten Unternehmen in Höhe von 11,8 Mio. EUR (Vorjahr 0,4 Mio. EUR), die in einem gesonderten Posten im Finanzergebnis ausgewiesen wurden. Die Buchwerte der Anteile an assoziierten Unternehmen entsprachen grundsätzlich dem anteiligen Eigenkapital der assoziierten Unternehmen (historische Anschaffungskosten fortgeschrieben um das anteilige Ergebnis der Gesellschaften). Die fortgeschriebenen Buchwerte enthielten Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von insgesamt 21,4 Mio. EUR (Vorjahr 124,4 Mio. EUR). Die übrigen Beteiligungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten erfasst. Ausleihungen, andere Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen zwischen einbezogenen Gesellschaften der Knauf Gruppe, gruppeninterne Umsätze sowie andere interne Aufwendungen und Erträge werden eliminiert. Führen Konsolidierungsmaßnahmen zu Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden oder Rechnungsabgrenzungsposten und deren steuerlichen Wertansätzen und bauen sich diese Differenzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder ab, so werden hierauf latente Steuern gebildet. Bei der Quotenkonsolidierung gemäß § 310 HGB erfolgen die Schulden- sowie die Aufwands- und Ertragskonsolidierung anteilsmäßig. Die Eliminierung von gruppeninternen Zwischenergebnissen wird für Vorräte sowie für weitere wesentliche Sachverhalte vorgenommen. WÄHRUNGSUMRECHNUNG Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Briefkurs im Zugangszeitpunkt oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Geldkurs am Einbuchungstag beziehungsweise mit dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag passiviert. Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Bilanzen der ausländischen Gruppenunternehmen mit Sitz in einem Staat außerhalb der Euro-Währungszone sind grundsätzlich einheitlich zu den am 31. Dezember 2023 gültigen Devisenkassamittelkursen in Euro (funktionale Währung) gemäß § 308a HGB nach der modifizierten Stichtagskursmethode umgerechnet worden. Das Eigenkapital - mit Ausnahme des zum Durchschnittskurs umgerechneten Jahresergebnisses - wird mit den historischen Kursen umgerechnet. Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden innerhalb des Eigenkapitals nach den Gewinnrücklagen unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Sämtliche Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit den gewichteten Monatsdurchschnittskursen umgerechnet. Für die Knauf Gruppe wichtige Währungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Betriebsstätten von deutschen Tochtergesellschaften werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Hiervon abweichend erfolgt die Währungsumrechnung von zwei Gesellschaften in der Türkei unter Berücksichtigung der lokalen Hochinflation. Aufgrund der im Geschäftsjahr weiter verschlechterten wirtschaftlichen Lage in der Türkei erfolgt eine Inflationsbereinigung der in Fremdwährung aufgestellten lokalen Abschlüsse durch Anpassung an die Preisverhältnisse zum Abschlussstichtag. Alle Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung der sich hieraus ergebenden indexierten Abschlüsse werden dann anschließend mit dem Stichtagskurs in die Konzernwährung umgerechnet. Im Berichtsjahr wurden die Effekte aus den laufenden Stichtagskurs-Anpassungen in Höhe von 16,0 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und die Effekte aus den laufenden Inflations-Anpassungen der lokalen Abschlüsse in Höhe von 3,9 Mio. EUR als Aufwand im Finanzergebnis berücksichtigt. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENDie Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt zu Anschaffungskosten und die der Sachanlagen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Herstellungskosten enthalten keine Fremdkapitalzinsen. Neben den Einzelkosten werden auch notwendige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens einbezogen. Abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens werden entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit notwendig, werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sofern die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung entfallen sind, werden erforderliche Zuschreibungen vorgenommen. Alle aktivierten immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens haben eine begrenzte Nutzungsdauer. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden linear über eine Nutzungsdauer zwischen 5 und 25 Jahren abgeschrieben. Die Schätzung der Nutzungsdauern der Geschäfts- oder Firmenwerte entspricht den Einschätzungen des Managements, welches grundsätzlich Transaktionen vor dem Hintergrund eines langfristigen Engagements tätigt. Die Baustoffbranche ist traditionell langfristig ausgerichtet und zeichnet sich durch lange Produktlebenszyklen, hohe Bestandsdauern und Halteabsichten aus. Insbesondere aufwendige Zulassungsverfahren verbunden mit langfristigen Beschaffungs- und Absatzverträgen sind Gründe für eine langfristige Integration. Die Einschätzung der zeitlichen Ertragsrückflüsse erfolgt auf Basis der identifizierten Komponenten der Geschäfts- oder Firmenwerte. Diese Komponenten repräsentieren insbesondere Kundenstämme, Technologien und Know-how, die im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen übernommen wurden. Auf Basis dieser Einschätzungen wurden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Restbuchwert von 4,4 Mio. EUR über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben. Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Restbuchwert von 41,8 Mio. EUR wurden über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Der Restbuchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte, die über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben werden, betrug 703,3 Mio. EUR. Der Restbuchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte mit einer Nutzungsdauer von 25 Jahren belief sich auf 2.089,5 Mio. EUR. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände werden nach Maßgabe der wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear über 3 bis 25 Jahre abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen werden für Gebäude über eine Nutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren vorgenommen. Bewegliche Anlagegüter werden nach Maßgabe der wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben; diese liegt zwischen 6 und 15 Jahren. Bei beweglichen Anlagegütern erfolgt die Abschreibung - soweit erforderlich - im Anschaffungsjahr pro rata temporis. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten bis zu 800 EUR werden bei den deutschen Gruppenunternehmen sofort aufwandswirksam erfasst. Ausländische Gruppengesellschaften haben teilweise von anderen landesrechtlichen Vereinfachungsregelungen Gebrauch gemacht. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren beizulegenden Stichtagswerten bilanziert. Sofern erforderlich erfolgen Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der Anschaffungskosten. Im Berichtsjahr erfolgten Zuschreibungen in Höhe von 257,5 Tsd. EUR (Vorjahr 19,2 Tsd. EUR). Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB wurden in Höhe von 57,9 Mio. EUR vorgenommen (Vorjahr 37,9 Mio. EUR). Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen bestanden nicht. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Handelswaren werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Gesunkenen Wiederbeschaffungskosten und Gängigkeitsrisiken wird durch angemessene Abwertung Rechnung getragen. Bei Handelswaren wird zudem die Preisentwicklung auf dem Absatzmarkt berücksichtigt. Der Wertansatz der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Grundsatzes der verlustfreien Bewertung. Die Herstellungskosten der fertigen und unfertigen Erzeugnisse enthalten neben den direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten angemessene Teile der betrieblichen Gemeinkosten. Allgemeine Verwaltungskosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersvorsorge sowie Vertriebskosten werden nicht aktiviert. Den Bestandsrisiken wird durch die, den jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten entsprechenden, angemessenen Abwertungen Rechnung getragen. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden nicht aktivisch von den Vorräten abgesetzt, sondern passivisch unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen. Geleistete und erhaltene Anzahlungen werden zum Nominalwert angesetzt. Emissionsrechte werden innerhalb der Vorräte unter den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (212,0 Mio. EUR; Vorjahr 143,4 Mio. EUR) ausgewiesen. Unentgeltlich gewährte Emissionsrechte werden bei Zugang zum Zeitwert bewertet. In Höhe des aktivierten Zeitwertes wird ein Passivposten gebildet, der nach § 265 Abs. 5 Satz 2 HGB gesondert als "Sonderposten für unentgeltlich ausgegebene Emissionsberechtigungen" ausgewiesen wird. Entgeltlich erworbene Emissionsrechte werden mit den Anschaffungskosten bilanziert. Im Falle eines niedrigeren Marktwertes am Abschlussstichtag erfolgt eine Abschreibung auf diesen Wert. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag beziehungsweise den Anschaffungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Alle erkennbaren Risiken werden durch Einzelwert- oder Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt. Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zum Nennwert oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die flüssigen Mittel (Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks) werden zum Nennwert ausgewiesen. Die Rechnungsabgrenzungsposten sind zum Nennwert bilanziert und beinhalten Ausgaben beziehungsweise Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand oder Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Soweit in den Einzelabschlüssen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen bestehen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden aktive beziehungsweise passive latente Steuern angesetzt, die in den Konzernabschluss übernommen werden. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf bestehende steuerliche Verlustvorträge gebildet, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist. Auf erfolgswirksame Konsolidierungsmaßnahmen, deren Ergebniseffekte sich im Zeitablauf ausgleichen, werden auf Gruppenebene latente Steuerabgrenzungen vorgenommen. Die Ermittlung dieser latenten Steuern erfolgt auf Basis eines gewichteten durchschnittlichen Steuersatzes aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften. Dieser betrug im Geschäftsjahr 22,3 % (Vorjahr 22,0 %). Im Falle eines Aktivüberhanges der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht. Soweit zulässig, werden aktive und passive latente Steuern saldiert ausgewiesen. Zur Ermittlung der latenten Steuern werden die Steuersätze angewendet, die nach der derzeitigen Rechtslage für den Zeitpunkt gültig oder angekündigt sind, zu dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich abbauen werden. Die Bewertung der Bilanzdifferenzen auf Ebene der Einzelabschlüsse und die Bewertung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge erfolgt mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen der jeweiligen inländischen und ausländischen Gesellschaften. Für Deutschland betrugen die Steuersätze im Wesentlichen 11,2 % für Personengesellschaften und 27,0 % für Kapitalgesellschaften. Die jeweils länderspezifischen Steuersätze der ausländischen Gesellschaften zur Berechnung der latenten Steuern lagen zwischen 0,0 % und 35,0 %. Die aktiven und passiven latenten Steuern werden nicht abgezinst. Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung enthält ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienende, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogene Vermögensgegenstände, sofern der beizulegende Zeitwert dieser Vermögensgegenstände den Betrag der verrechneten Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen übersteigt. Der ausgewiesene Sonderposten für Investitionszuschüsse wird auf Basis handelsrechtlicher Vorschriften gebildet. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgt analog der Wertentwicklung der bezuschussten Vermögensgegenstände. Die Rückstellungen decken in ausreichendem Maße die ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und tragen allen erkennbaren Risiken Rechnung. Sie sind in der Höhe bemessen, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie werden in der Höhe des jeweiligen Erfüllungsbetrages, d. h. unter Berücksichtigung der voraussichtlich zum Erfüllungszeitpunkt geltenden Preis- und Kostenverhältnisse, gebildet. Langfristige Rückstellungen, mit Ausnahme von Pensionsrückstellungen, sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst, wie er von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird. Pensionsrückstellungen werden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre abgezinst, wie er ebenfalls von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird. Hieraus ergaben sich zum 31. Dezember 2023 Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 368,6 Mio. EUR. Diese lagen um 15,7 Mio. EUR unter dem Bewertungsansatz für Pensionsrückstellungen, wie er sich zum 31. Dezember 2023 bei Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergeben hätte. Wie im Vorjahr entfielen die Pensionsrückstellungen überwiegend auf die deutschen und US-amerikanischen Tochtergesellschaften der Knauf Gruppe. Die Rückstellungen der deutschen Tochtergesellschaften werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte Rechnungszinssatz gem. § 253 Abs. 2 HGB für eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren, die gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. d. R. pauschal und laufzeitunabhängig bei der Abzinsung von Altersversorgungsverpflichtungen und anderen langfristig fälligen Verpflichtungen unterstellt werden kann, betrug zum Bilanzstichtag 1,8 % (Vorjahr 1,8 %). Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden für das laufende Jahr Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,5 % (Vorjahr 3,5 %) und Rentensteigerungen von 3,2 % (Vorjahr 3,2 %) zugrunde gelegt. Ab 2025 wurde jeweils mit einer jährlichen Steigerung von 2,5 % gerechnet. Für die Fluktuation wurden 5,0 % p.a. (Vorjahr 5,0 % p.a.) unterstellt. Die Pensionsrückstellungen der US-amerikanischen Tochtergesellschaften werden ebenfalls auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method, unter Berücksichtigung der "Pri-2012 MP-2021" der amerikanischen Aktuarvereinigung) bewertet. Der Bewertung wurde zum Stichtag 31. Dezember 2023 ein Rechnungszinssatz von 4,0 % (Vorjahr 4,0 %) zugrunde gelegt. Die hierbei unterstellte pauschale Restlaufzeit der Altersversorgungsverpflichtungen betrug ebenfalls 15 Jahre. Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,5 % bis 5,0 %, in Abhängigkeit vom jeweiligen Pensionsplan (Vorjahr 3,5 % bis 5,0 %), sowie analog zum Vorjahr keine jährliche Rentensteigerung zugrunde gelegt. Es wurde eine altersabhängige Fluktuation angenommen, die zwischen 0,0 % und 33,8 % (Vorjahr 0,0 % und 33,8 %) lag. Die Verpflichtungen aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden mit den Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind (sogenanntes Deckungsvermögen), verrechnet. Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Betragsmäßig unwesentliche Pensionsrückstellungen von ausländischen Tochterunternehmen werden in der Regel unverändert nach lokalem Recht übernommen. Die Bewertung basiert im Wesentlichen auf versicherungsmathematischen Grundsätzen. Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. Abweichend von der gemäß § 275 Abs. 2 HGB vorgeschriebenen Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die sonstigen Steuern in Höhe von 84,0 Mio. EUR (Vorjahr 72,8 Mio. EUR) unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. ERLÄUTERUNG ZUR BILANZ UND GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGKONZERNBILANZ Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ist im nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt:
1 darin enthalten Equity-Fortschreibung in Höhe von 30.048 Tsd. EUR 2 darin enthalten Abgänge von 4.531 Tsd. EUR 3 darin enthalten keine Zuschreibungen 4 darin enthalten Zuschreibungen von 353 Tsd. EUR 5 darin enthalten Zuschreibungen von 258 Tsd. EUR 6 darin enthalten Anteile an Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 45.687 Tsd. EUR 7 darin enthalten Anteile an Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 157.118 Tsd. EUR Im Berichtsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen. Aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderungen wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen in Höhe von 22,6 Mio. EUR (Vorjahr 28,1 Mio. EUR) vorgenommen. Finanzanlagen mussten im Berichtsjahr in Höhe von 57,9 Mio. EUR (Vorjahr 37,9 Mio. EUR) außerplanmäßig wertberichtigt werden. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultierten im Wesentlichen aus Cash-Pool-Forderungen in Höhe von 43,9 Mio. EUR (Vorjahr 10,4 Mio. EUR), aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 8,0 Mio. EUR (Vorjahr 10,7 Mio. EUR), aus Darlehen in Höhe von 4,8 Mio. EUR (Vorjahr 16,4 Mio. EUR) und mit 13,8 Mio. EUR (Vorjahr 14,7 Mio. EUR) aus sonstigen Forderungen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthielten Forderungen gegen assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen von 19,8 Mio. EUR (Vorjahr 16,1 Mio. EUR). Diese wiederum beinhalteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 6,2 Mio. EUR (Vorjahr 5,8 Mio. EUR). Latente Steuern Latente Steuern resultierten im Wesentlichen aus Bruttodifferenzen zwischen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz, die sich aus der unterschiedlichen Abschreibung von Sachanlagen und der unterschiedlichen Bewertung von Forderungen, Rückstellungen für Pensionen, sonstigen Rückstellungen und sonstigen Verbindlichkeiten ergaben. Sie führten auf Einzelgesellschaftsebene in Summe sowohl zu aktiven als auch zu passiven latenten Steuern. Zudem wurden aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, die voraussichtlich innerhalb der nächsten fünf Jahre genutzt werden können, sowie auf andere Steuervorteile angesetzt. Aus Konsolidierungsmaßnahmen ergaben sich ebenfalls aktive latente Steuern. Gegenüber dem Vorjahr verringerten sich die aktiven latenten Steuern um 5,8 Mio. EUR während sich die passiven latenten Steuern um 8,4 Mio. EUR erhöhten. Die latenten Steuersalden im Geschäftsjahr sind nachfolgend dargestellt:
Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Der Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile (74,9 Mio. EUR; Vorjahr 68,6 Mio. EUR) beinhaltete die Anteile gruppenfremder Gesellschafter am Eigenkapital (einschließlich Währungsumrechnungsdifferenzen) sowie am Jahresergebnis der einbezogenen Gruppengesellschaften. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und sonstigen Familienmitgliedern Die der Knauf Gruppe von den Gesellschaftern und sonstigen Familienmitgliedern zur Verfügung gestellten Darlehen erhöhten sich um 61,4 Mio. EUR auf 1.356,7 Mio. EUR (Vorjahr 1.295,3 Mio. EUR) und haben aufgrund der grundsätzlich jederzeit möglichen Abrufbarkeit eine Fälligkeit von unter einem Jahr. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung Zum 31. Dezember 2023 bestanden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen von 368,6 Mio. EUR (Vorjahr 369,9 Mio. EUR). Zum Bilanzstichtag wurden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB bestehende Verpflichtungen von 1.199,9 Mio. EUR (Vorjahr 1.139,1 Mio. EUR) mit Deckungsvermögen mit einem Zeitwert von 833,3 Mio. EUR (Vorjahr 769,8 Mio. EUR) verrechnet. Bei den Deckungsvermögen handelte es sich um zweckgebundene und insolvenzgeschützte Wertpapiere des Anlagevermögens sowie im Wesentlichen um von verschiedenen Vermögensverwaltern gehaltene festverzinsliche Staats- und Unternehmensanleihen. Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens beliefen sich auf 931,3 Mio. EUR (Vorjahr 937,3 Mio. EUR). Der beizulegende Zeitwert wurde im Wesentlichen anhand von Marktpreisen auf einem aktiven Markt bestimmt. Neben den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurde im Berichtsjahr ein Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung von 2,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,5 Mio. EUR) aktivisch ausgewiesen. Sonstige Rückstellungen Innerhalb der sonstigen Rückstellungen wurden insbesondere Rückstellungen für Personalaufwendungen (463,3 Mio. EUR; Vorjahr 405,9 Mio. EUR), Rückstellungen für Kundenboni (374,6 Mio. EUR; Vorjahr 388,8 Mio. EUR), Rückstellungen für Rekultivierung (157,8 Mio. EUR; Vorjahr 169,7 Mio. EUR), Rückstellungen für Prozessrisiken, Rechts- und Beratungskosten (64,9 Mio. EUR; Vorjahr 66,1 Mio. EUR), Rückstellungen für ausstehende Lieferantenrechnungen (53,1 Mio. EUR; Vorjahr 60,3 Mio. EUR), Rückstellungen für Bergschäden (42,5 Mio. EUR; Vorjahr 43,9 Mio. EUR), Rückstellungen für Abbruchverpflichtungen (27,6 Mio. EUR; Vorjahr 27,4 Mio. EUR), Rückstellungen für Palettenrücknahmeverpflichtungen (23,1 Mio. EUR; Vorjahr 25,6 Mio. EUR) und Gewährleistungsrückstellungen (19,9 Mio. EUR; Vorjahr 18,4 Mio. EUR) ausgewiesen. Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultierten im Wesentlichen aus Dividendenansprüchen und Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von insgesamt 24,6 Mio. EUR (Vorjahr 30,2 Mio. EUR), aus Cash-Pool-Verbindlichkeiten in Höhe von 19,1 Mio. EUR (Vorjahr 19,0 Mio. EUR), aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt 14,8 Mio. EUR (Vorjahr 16,0 Mio. EUR) sowie sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 15,3 Mio. EUR (Vorjahr 5,6 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthielten Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 1,2 Mio. EUR (Vorjahr 2,0 Mio. EUR), wovon 1,2 Mio. EUR (Vorjahr 2,0 Mio. EUR) aus Lieferungen und Leistungen resultierten. Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten Zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos von Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die in Fremdwährung fakturiert werden, und Zahlungsströmen im Zusammenhang mit der Vergabe von gruppeninternen Darlehen sowie sonstigen Geschäftsvorfällen in Fremdwährung sind einzelfallbezogen Devisentermin- und Devisenswapgeschäfte abgeschlossen worden. Hierbei handelte es sich um Derivate, die bis zum Bilanzstichtag zur Absicherung von Transaktionen in US-Dollar, japanischen Yen, australischen Dollar, neuseeländischen Dollar, Schweizer Franken, norwegischen Kronen, polnischen Zloty, britischen Pfund, schwedischen Kronen, ungarischen Forint und in Euro abgeschlossen wurden. Die Vertragspartner bei derivativen Finanzinstrumenten sind Banken, deren Bonität stetig überwacht wird. Sofern die gesetzlichen Voraussetzungen vorlagen, wurden Bewertungseinheiten i. S. d. § 254 HGB gebildet. Zur bilanziellen Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheiten wurde die sogenannte Durchbuchungsmethode angewendet. Im Zusammenhang mit zulässigen Grundgeschäften wurden somit die Derivate mit den sich gegenläufig verhaltenden Fremdwährungstransaktionen in Bewertungseinheiten (Mikro-Hedge) zusammengefasst. Soweit sich während der Laufzeit der Sicherungsbeziehungen die bewertungsrelevanten Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft nicht änderten und von einem vollständigen Ausgleich der Wertänderungen auszugehen war, wurden die gegenläufigen Änderungen der beizulegenden Zeitwerte von Grund- und Sicherungsgeschäft bilanziell und ergebniswirksam berücksichtigt. Die Fälligkeiten der Sicherungsgeschäfte erstrecken sich über einen Zeitraum vom 15. Januar 2024 bis zum 29. Dezember 2025. Bei schwebenden Grundgeschäften wurden ebenfalls Bewertungseinheiten i. S.d. § 254 HGB gebildet, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt waren. Die bilanzielle Abbildung der wirksamen Teile der Bewertungseinheiten erfolgte mittels der sogenannten Einfrierungsmethode. Im Zusammenhang mit zulässigen Grundgeschäften wurden auch hier die Derivate mit den sich gegenläufig verhaltenden Fremdwährungstransaktionen in Bewertungseinheiten (Mikro-Hedge) zusammengefasst. Soweit sich während der Laufzeit der Sicherungsbeziehung die bewertungsrelevanten Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft nicht änderten und von einem vollständigen Ausgleich der Wertänderungen auszugehen war, wurden die gegenläufigen Änderungen der beizulegenden Zeitwerte von Grund- und Sicherungsgeschäft weder bilanziell noch ergebniswirksam berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag waren keine aktiven Sicherungsgeschäfte zur Absicherung schwebender Grundgeschäfte im Bestand. Zum Bilanzstichtag wurden Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von 227,2 Mio. EUR (Vorjahr 119,9 Mio. EUR) in Bewertungseinheiten einbezogen. Devisenswapgeschäfte, die in Bewertungseinheiten einbezogen wurden, hatten ein Nominalvolumen von 74,0 Mio. EUR (Vorjahr 56,1 Mio. EUR). Die Nominalwerte waren die Summe aller den Geschäften zugrundeliegenden Kauf- oder Verkaufsbeträge. Aus der Mark-to-Market-Bewertung aller in Bewertungseinheiten einbezogenen Fremdwährungsderivate ergab sich zum 31. Dezember 2023 per saldo ein negativer Marktwert von 0,5 Mio. EUR (Vorjahr positiver Marktwert 8,6 Mio. EUR). Um das Zinsrisiko von einem variabel verzinsten Bankkredit in thailändischen Bath abzusichern, wurde ein Zinsswap in entsprechender Höhe abgeschlossen. Das Nominalvolumen zum 31. Dezember 2023 belief sich auf 7,2 Mio. EUR. Der Sicherungszeitraum endet am 1. April 2027. Für die Mark-to-Market-Bewertung des Derivats zum 31. Dezember 2023 ergab sich ein positiver Marktwert in Höhe von 0,1 Mio. EUR (Vorjahr positiver Marktwert 0,1 Mio. EUR). Zur Absicherung des Zins- und Währungsrisikos von internen Darlehen in chilenischen Peso, brasilianischen Real und US-Dollar wurden im Berichtsjahr Zinswährungsswaps in entsprechender Höhe abgeschlossen. Das Nominalvolumen zum 31. Dezember 2023 belief sich auf 722,0 Mio. EUR. Der Sicherungszeitraum erstreckt sich bis zum 31. März 2029. Für die Mark-to-Market-Bewertung der Derivate zum Bilanzstichtag ergab sich per saldo ein negativer Marktwert in Höhe von 13,0 Mio. EUR (Vorjahr positiver Marktwert 0,2 Mio. EUR). Für die internen Darlehen in chilenischen Peso, brasilianischen Real und US-Dollar sowie den Zinswährungsswaps wurden gemäß § 254 HGB Bewertungseinheiten (Mikro-Hedge) gebildet. Die ineffektiven Anteile der Sicherungsbeziehungen, also sich nicht ausgleichende Wertänderungen, sowie nicht gesicherte Fremdwährungspositionen werden nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen behandelt und durch die Bildung von Drohverlustrückstellungen bilanziell berücksichtigt. Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird zu jedem Bilanzstichtag prospektiv und retrospektiv durch den Abgleich wertbestimmender Komponenten (Critical Terms Match) festgestellt. Das Nominalvolumen der Devisentermingeschäfte, welche zum Bilanzstichtag nicht in Bewertungseinheiten einbezogen wurden, betrug 52,4 Mio. EUR (Vorjahr 32,1 Mio. EUR). Devisenswapgeschäfte, die nicht in Bewertungseinheiten einbezogen wurden, hatten ein Nominalvolumen von 40,0 Mio. EUR (Vorjahr 0,0 Mio. EUR). Aus der Mark-to-Market-Bewertung aller nicht in Bewertungseinheiten einbezogenen Fremdwährungsderivate ergab sich zum 31. Dezember 2023 per saldo ein negativer Marktwert von 3,4 Mio. EUR (Vorjahr positiver Marktwert 0,8 Mio. EUR). Negative Marktwerte von nicht in Bewertungseinheiten einbezogenen Derivaten wurden grundsätzlich durch die Bildung einer Drohverlustrückstellung bilanziell berücksichtigt. Gesellschaften der Knauf Gruppe sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Rohstoffpreisrisiken, wie z. B. schwankenden Preisen für Gas, ausgesetzt. Deren Absicherung erfolgte teilweise durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Es handelt sich um außerhalb der Börse gehandelte Instrumente (sogenannte OTC-Geschäfte) in Form von Commodity Swaps, bei denen der variable Rohstoffpreis gegen einen fixen Rohstoffpreis getauscht wird. Ihr Einsatz erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, unterliegt strengen internen Kontrollen und bleibt auf die Absicherung des operativen Geschäfts beschränkt. Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Schwankungen zu reduzieren, die auf Veränderungen von Marktpreisen zurückgehen. Die Knauf Gruppe hat monatliche Gaslieferungen mit einem Gesamtvolumen von 38,6 Mio. MMBTU über Commodity Swaps zu einem Fixpreis in Höhe von durchschnittlich 3,46 USD/MMBTU bis Dezember 2027 abgesichert. Gemäß Mark-to-Market-Bewertung zum 31. Dezember 2023 ergab sich per saldo ein negativer Marktwert von 10,2 Mio. EUR (Vorjahr positiver Marktwert 33,3 Mio. EUR). Weiterhin benötigt Knauf für bestimmte Produktionsprozesse Dextrose, die aus Mais gewonnen wird. Zur Absicherung des Preisrisikos dieses Rohstoffs wurden Commodity Swaps abgeschlossen. Das gesicherte Volumen für die Periode bis Juli 2024 betrug zum Bilanzstichtag brutto 915 Tsd. BU zu einem Fixpreis in Höhe von durchschnittlich 4,94 USD/BU. Gemäß Mark-to-Market-Bewertung zum 31. Dezember 2023 ergab sich ein negativer Marktwert von 0,1 Mio. EUR (Vorjahr negativer Marktwert von 0,1 Mio. EUR). Für die Grund- und Sicherungsgeschäfte wurden jeweils gemäß § 254 HGB Bewertungseinheiten (Mikro-Hedge oder Portfolio-Hedge) gebildet. Durch den Portfolio-Hedge-Ansatz konnte die Anzahl der Rohstoffderivate zur Absicherung gleichartiger Grundgeschäfte reduziert werden. Die Marktwerte entsprachen den beizulegenden Zeitwerten der derivativen Finanzinstrumente, die mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt wurden. Zur Absicherung zukünftiger Abgabeverpflichtungen von EU-Emissionsberechtigungen von Gesellschaften der Knauf Gruppe, die die Emission von jeweils einer Tonne CO2 gestatten, wurden im Berichtsjahr Termingeschäfte für 900 Tsd. EU-Emissionsberechtigungen (EUA) abgeschlossen. Die Fälligkeiten der Sicherungsgeschäfte erstrecken sich über einen Zeitraum vom 2. Dezember 2024 bis zum 18. Dezember 2025. Gemäß Mark-to-Market-Bewertung zum 31. Dezember 2023 ergab sich ein positiver Marktwert von 7,8 Mio. EUR. Die Knauf Gruppe hält die Mehrheit der Anteile an verschiedenen verbundenen Unternehmen, an denen neben Knauf noch ein Minderheitsgesellschafter beteiligt ist. Knauf hat sich verpflichtet, die Anteile des anderen Gesellschafters an einem vertraglich festgesetzten Zeitpunkt zu einem fest vereinbarten Kaufpreis von dem anderen Gesellschafter zu erwerben. Der andere Gesellschafter hat sich verpflichtet, seine Anteile an dem festgesetzten Zeitpunkt zu dem fest vereinbarten Kaufpreis an Knauf zu veräußern. Auf Grundlage der bestehenden, gegenläufig verpflichtend auszuübenden Kauf- beziehungsweise Verkaufsoptionen werden Knauf wirtschaftlich bereits 100 % der Anteile an diesen Gesellschaften zugerechnet. In Höhe der fest vereinbarten verzinslichen Kaufpreise wurden entsprechende Verbindlichkeiten passiviert. Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung erfolgte für die konsolidierten Gesellschaften somit kein Ausweis von Minderheitenanteilen. KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGUmsatzerlöse Die Nettoumsatzerlöse von 15.571,9 Mio. EUR (Vorjahr 15.408,3 Mio. EUR) teilten sich wie nachstehend dargestellt auf die Regionen und Geschäftsbereiche auf: Umsatz nach Absatzregionen
Umsatz nach Geschäftsbereichen
Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken im Geschäftsjahr um 12,3 % auf 310,2 Mio. EUR. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus dem Wegfall eines Ertrags aus dem Vorjahr in Höhe von 88,8 Mio. EUR im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionsverpflichtungen. Zudem reduzierten sich die Erträge aus der Auflösung sonstiger Rückstellungen um 33,2 % auf 21,8 Mio. EUR. Gegenläufig wirkten um 91,5 Mio. EUR höhere Versicherungsentschädigungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalteten periodenfremde Erträge in Höhe von insgesamt 83,4 Mio. EUR (Vorjahr 58,4 Mio. EUR), im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen. Materialaufwand Der Materialaufwand verringerte sich im Berichtsjahr im Wesentlichen aufgrund gesunkener Preise für Rohstoffe und Energie um 6,0 % auf 6.877,0 Mio. EUR. Personalaufwand Der Personalaufwand erhöhte sich im Wesentlichen aufgrund gestiegener Löhne und Gehälter im Geschäftsjahr um 11,2 % auf 2.578,0 Mio. EUR. Die Aufwendungen für Altersversorgung stiegen um 73,6 Mio. EUR auf 131,0 Mio. EUR, im Vorjahr war hier ein aufwandsmindernder Effekt in Höhe von 44,4 Mio. EUR enthalten. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Geschäftsjahr um 1,0 % auf 3.390,8 Mio. EUR. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus dem Anstieg der Aufwendungen aus dem Abgang von Sach- und Finanzanlagen um 68,0 Mio. EUR auf 77,5 Mio. EUR. Diese standen insbesondere im Zusammenhang mit den Entkonsolidierungen. Zudem erhöhten sich die Aufwendungen für Rechte und Dienste um 8,7 % auf 779,9 Mio. EUR, die Aufwendungen aus Währungsumrechnung um 1,7 % auf 161,2 Mio. EUR sowie die sonstigen Personalaufwendungen um 20,6 % auf 91,1 Mio. EUR. Demgegenüber reduzierten sich die Frachtaufwendungen um 7,0 % auf 1.504,2 Mio. EUR sowie die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 8,4 % auf 135,3 Mio. EUR. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalteten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 19,4 Mio. EUR (Vorjahr 9,1 Mio. EUR). Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge erhöhten sich um 122,4 Mio. EUR auf 174,4 Mio. EUR, vor allem aufgrund eines hierin enthaltenen Effekts aus der Zeitwertbewertung des Deckungsvermögens für Pensionsverpflichtungen in Höhe von 61,0 Mio. EUR. Daneben erhöhten sich die Zinserträge auf Guthaben bei Kreditinstituten um 48,8 Mio. EUR auf 81,5 Mio. EUR. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens wurden im Berichtsjahr in Höhe von 58,0 Mio. EUR (Vorjahr 37,9 Mio. EUR) auf Ausleihungen sowie Anteile an nichtkonsolidierten Gesellschaften vorgenommen. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Zinsen und ähnliche Aufwendungen haben sich um 274,7 Mio. EUR auf 125,7 Mio. EUR reduziert. Dies resultierte aus dem Wegfall eines im Vorjahr enthaltenen Aufwands in Höhe von 270,1 Mio. EUR, der im Wesentlichen aus der Zeitwertbewertung von Deckungsvermögen für Pensionsverpflichtungen resultierte. Aufwendungen, verrechnet mit Erträgen, im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionsrückstellungen erhöhten die Zinsen und ähnliche Aufwendungen um insgesamt 22,2 Mio. EUR (Vorjahr 14,1 Mio. EUR). Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthielten Erträge aus latenten Steuern in Höhe von 39,1 Mio. EUR (Vorjahr Erträge von 0,7 Mio. EUR). In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag waren periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von 0,0 Mio. EUR (Vorjahr Steuerertrag 12,9 Mio. EUR) enthalten. Der Steueraufwand des Geschäftsjahres von 551,3 Mio. EUR war um 68,4 Mio. EUR höher als der zu erwartende Steueraufwand von 483,0 Mio. EUR, der sich bei der Anwendung des durchschnittlichen gewichteten Steuersatzes über alle Gruppengesellschaften von 22,3 % ergeben hätte. Der Anstieg der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist im Wesentlichen auf ein insgesamt gestiegenes zu versteuerndes Einkommen auf Ebene der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften zurückzuführen. Nicht beherrschende Anteile Die Anteile gruppenfremder Gesellschafter am Ergebnis betrugen 28,5 Mio. EUR (Vorjahr 19,5 Mio. EUR). Es handelte sich dabei um anteilige Erträge in Höhe von 29,0 Mio. EUR (Vorjahr 19,6 Mio. EUR) und anteilige Verluste in Höhe von 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR). SONSTIGE ANGABENHAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN Zum 31. Dezember 2023 ergaben sich Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen aus der Begebung und Übertragung von Wechseln (9,5 Mio. EUR; Vorjahr 8,9 Mio. EUR), aus Gewährleistungsverträgen (12,6 Mio. EUR; Vorjahr 11,2 Mio. EUR) sowie aus Bürgschaften und Wechselbürgschaften (17,8 Mio. EUR; Vorjahr 0,6 Mio. EUR). Für die aufgeführten, zu Nominalwerten angesetzten Eventualschulden wurden keine Rückstellungen gebildet, da die zugrundeliegenden Verbindlichkeiten voraussichtlich erfüllt werden können und daher mit einer Inanspruchnahme oder Belastung der Gruppe nicht zu rechnen ist. Ferner bestanden Verpflichtungen aus langfristigen Vereinbarungen mit Lieferanten (1.551,5 Mio. EUR; Vorjahr 1.525,0 Mio. EUR), langfristigen Miet- und Pachtverträgen (201,5 Mio. EUR; Vorjahr 155,1 Mio. EUR) und langfristigen Leasingverträgen (96,4 Mio. EUR; Vorjahr 99,9 Mio. EUR). Der Vorteil dieser Miet- und Leasingverträge liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte vor Ablauf der Laufzeit nicht mehr oder nicht mehr vollständig genutzt werden können. Hierzu gibt es derzeit jedoch keine Anzeichen. Gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen bestanden zum Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 14,4 Mio. EUR (Vorjahr 0,0 Mio. EUR). Daneben bestanden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse. Gegenüber assoziierten Unternehmen beziehungsweise nicht quotal einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen ergaben sich zum Bilanzstichtag weder Haftungsverhältnisse noch sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Bürgschaften und Wechselbürgschaften (Vorjahr 2,9 Mio. EUR) sowie keine Verpflichtungen aus langfristigen Vereinbarungen mit Lieferanten (Vorjahr 0,2 Mio. EUR). MITARBEITER Zum 31. Dezember 2023 waren beschäftigt:
Im Durchschnitt waren im Geschäftsjahr beschäftigt:
Durch Zugänge aus Erstkonsolidierungen erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter um 702 Personen. Bei den quotal einbezogenen Unternehmen waren im Jahresdurchschnitt 306 (Vorjahr 194) beziehungsweise zum Bilanzstichtag 298 (Vorjahr 190) Mitarbeiter beschäftigt. Durch Entkonsolidierungen im Berichtsjahr verringerte sich die Zahl der Mitarbeiter um 86. HONORAR UND DIENSTLEISTUNGEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS Im Berichtsjahr entstand der Knauf Gruppe folgender Honoraraufwand für die Leistungen des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main:
GESCHÄFTE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN Im Berichtsjahr gab es keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die nicht zu marktüblichen Bedingungen vereinbart wurden. GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG Das Jahresergebnis der Obergesellschaft der Knauf Gruppe, Gebr. Knauf KG, Iphofen in Höhe von 99,0 Mio. EUR wurde wie in den Vorjahren vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt. NACHTRAGSBERICHT Die Knauf Gruppe hat mit Beschluss vom 23. April 2024 entschieden, sich von ihrer Geschäftstätigkeit in Russland zu trennen. Die geplante Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Behörden in Russland. Die Ergebnisauswirkung ist gegenwärtig schwer abzuschätzen und kann sich zwischen einem mittleren bis hohen dreistelligen negativen Ergebnisbeitrag bewegen. Daneben sind nach Ablauf des Geschäftsjahres keine Ereignisse bekannt geworden, die für die Knauf Gruppe von wesentlicher Bedeutung sind und zu einer veränderten Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen würden. GESCHÄFTSFÜHRUNG DER KNAUF GRUPPE Geschäftsführer der Gebr. Knauf KG waren im Geschäftsjahr die Herren:
Vorschüsse und Kredite an die Mitglieder der Geschäftsführung wurden weder durch die Obergesellschaft noch durch deren Tochterunternehmen gewährt. Haftungsverhältnisse zugunsten der Mitglieder der Geschäftsführung wurden nicht eingegangen.
Iphofen, den 30. April 2024 Alexander Knauf, Geschäftsführender Gesellschafter, Sprecher der Komplementäre Jörg Kampmeyer, Geschäftsführender Gesellschafter Dr. Uwe Knotzer, Geschäftsführender Gesellschafter ANTEILSBESITZLISTEVollkonsolidierte Unternehmen
Nicht einbezogene verbundene Unternehmen
Gemeinschaftsunternehmen quotal einbezogen
Assoziierte Unternehmen /
Gemeinschaftsunternehmen
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Regionen, Länder, Gesellschaften |
Anteilsquote
in % |
| Europa/Naher Osten/Afrika | |
| Ägypten | |
| Knauf Mining S.A.E., Kairo | 44,80 |
| Aserbaidschan | |
| Gilan and Knauf Gipso-karton MMC, Baku | 25,00 |
| Bosnien und Herzegowina | |
| KOMAR-Tvornica gipsa Z.D.D., Donji Vakuf | 21,00 |
| Deutschland | |
| GbR Zivile Mitbenutzung Flugplatz Giebelstadt, Würzburg | 33,33 |
| Gipswerk Embsen GmbH, Embsen | 50,00 |
| Rocal Boxberg Verwaltungs GmbH, Boxberg | 50,00 |
| Sakret Trockenbaustoffe Europa GmbH & Co. KG, Berlin | 43,64 |
| Sakret Trockenbaustoffe Europa Verwaltungsgesellschaft mbH, Berlin | 45,46 |
| Tecnokarton GmbH & Co. KG, Mayen | 26,00 |
| Tecnokarton GmbH, Mayen | 26,00 |
| Zivile Mitbenutzung Flugplatz Giebelstadt GmbH, Würzburg | 33,33 |
| Griechenland EECOM-AG, Athen | 30,00 |
| Marokko | |
| C.M.P.E. SA, Safi | 50,00 |
| Rumänien | |
| Cemix Romania S.R.L., Sibiu | 50,00 |
| Russland | |
| OAO Gipsopolymer, Perm | 25,00 |
| ZAO Karjer "Vadskij", Wad | 50,00 |
| Saudi-Arabien | |
| USG Middle East, Ltd., Dammam | 45,00 |
| Slowakei | |
| LBK PERLIT s.r.o., Lehôtka pod Brehmi | 50,00 |
| Türkei | |
| Madinsan Madencilik Sanayi ve Ticaret A.Ş., Ankara | 33,21 |
| Maget Madencilik Sanayi ve Ticaret A.Ş., Ankara | 33,14 |
| Vereinigtes Königreich | |
| Diamond Gypsum Wallboard Ltd., Sittingbourne | 50,00 |
| Knauf DIY Ltd., Sittingbourne | 50,00 |
| Knauf Ltd., Sittingbourne | 50,00 |
| Amerika | |
| Mexiko | |
| Gas Natural Caxitlan, S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt | 50,00 |
| Asien/Pazifik | |
| Australien | |
| Gypsum Resources Australia Pty Ltd., North Sydney | 50,00 |
| China | |
| Armstrong Metal Ceilings Products (GuangDong) Co., Ltd., Foshan | 25,00 |
| Star-USG Building Materials Co., Ltd., Langfang City | 50,00 |
| Indien | |
| Rondo Metal Systems Private Limited, Mumbai | 50,00 |
| Japan | |
| Chiyoda Metal Stud Central Co. Ltd., Mie-Gun | 49,95 |
| Chiyoda Metal Stud Kansai Co. Ltd., Sakai-Ku Sakai-Shi | 48,75 |
| Seizan Co. Ltd., Kawagoe-Cho | 25,15 |
| Tokuyama Chiyoda Gypsum Co. Ltd., Mie-Gun | 36,75 |
| Regionen, Länder, Gesellschaften | Grund der Nichtangabe EK/JÜ |
Anteilsquote
in % |
| Europa/Naher Osten/Afrika | ||
| Deutschland | ||
| Flugplatz Giebelstadt GmbH, Giebelstadt | 12,08 | 2 |
| IGEPA Gewerbepark GmbH & Co. Vermietungs KG, München | 10,00 | 2 |
| High-Tech Gründerfonds III GmbH & Co. KG, Bonn | 0,01 | 2 |
| Unternehmertum VC Fonds II GmbH & Co. KG, Garching | 6,06 | 2 |
| Plan.One GmbH, Bielefeld | 10,00 | 2 |
| planen-bauen 4.0 - Gesellschaft zur Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens mbH, Berlin | 0,61 | 2 |
| Russland | ||
| OAO Gips, Wolgograd | 11,00 | 2 |
| OAO Kamskoje Ustje, Kamskoje Ustje | 12,50 | 2 |
| Amerika | ||
| USA | ||
| Brick & Mortar Ventures I, L.P., Delaware | 7,10 | 2 |
* oberste Konzerngesellschaft
1 = untergeordnete Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
2 = unwesentliche Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
3 = Nicht-Verfügbarkeit der erforderlichen Unterlagen
(Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den unverkürzten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 und unverkürzten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023)
An die Gebr. Knauf KG, Iphofen
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der Gebr. Knauf KG, Iphofen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023 und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Gebr. Knauf KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| • |
entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den nach § 13 PublG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und |
| • |
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteil e
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PublG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| • |
identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • |
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| • |
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • |
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • |
beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| • |
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| • |
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| • |
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 30. April 2024
PricewaterhouseCoopers
GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Thorsten Neumann, Wirtschaftsprüfer
ppa. Heiner Ketelhut, Wirtschaftsprüfer
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Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Tätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklern
Herstellung von Gipserzeugnissen für den Bau
Beteiligungsgesellschaften
Herstellung von Gipserzeugnissen für den Bau
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Vermietung von Luftfahrzeugen
Herstellung von Gipserzeugnissen für den Bau
Herstellung von Gipserzeugnissen für den Bau
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Ingenieurbüros für Fachplanung von technischer Gebäudeausrüstung
Vermietung von Luftfahrzeugen
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Herstellung von Baubedarfsartikeln aus Kunststoffen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen