International Chemical Investors XV GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Achim Dr. Riemann seit 15.9.2004 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
ICI Group GmbH (vormals: ACSURI GmbH)Frankfurt am Main (vormals: Hofheim am Taunus)Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Prüfung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2023 und des Konzernlageberichtes für das Geschäftsjahr 2023Aus rechentechnischen Gründen können in den TabellenRundungsdifferenzen in Höhe von ± einer Einheit (€, % usw.) auftreten. Abkürzungsverzeichnis
A. PrüfungsauftragI. Prüfungsauftrag1. Mit Gesellschafterbeschluss vom 16. Juni 2023 sind wir zum Abschlussprüfer der ICI Group GmbH, Frankfurt am Main, (vormals Acsuri GmbH, Hofheim am Taunus) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 gewählt worden. Gemäß § 318 Abs. 2 Satz 1 HGB gelten wir, da kein anderer Prüfer bestellt worden ist als Konzernabschlussprüfer. Die Geschäftsführung der ICI Group GmbH, Frankfurt am Main, (im Folgenden auch "ICIG", "Gesellschaft" oder "Mutterunternehmen genannt) hat uns den Auftrag erteilt, den nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellten Konzernabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und den nach § 315 HGB aufgestellten Konzernlagebericht, für dieses Geschäftsjahr gemäß §§ 316 ff. HGB zu prüfen. 2. Für die Durchführung des Auftrags und unsere Verantwortlichkeit sind, auch im Verhältnis zu Dritten, die diesem Bericht beigefügten Allgemeine Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüferinnen, Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2024 vereinbart. 3. Über Art und Umfang sowie über das Ergebnis unserer Prüfung erstatten wir diesen Bericht nach den Grundsätzen des IDW PS 450 n.F. (10.2021), dem der von uns geprüfte Konzernabschluss sowie der geprüfte Konzernlagebericht als Anlagen beigefügt sind. Dieser Bericht ist an das geprüfte Unternehmen gerichtet. II. Bestätigung der Unabhängigkeit4. Wir bestätigen gemäß § 321 Abs. 4a HGB, dass wir bei unserer Konzernabschlussprüfung die anwendbaren Vorschriften zur Unabhängigkeit beachtet haben. B. Grundsätzliche FeststellungenI. Stellungnahme zur Lagebeurteilung der gesetzlichen Vertreter5. Nachfolgend stellen wir zusammengefasst die Beurteilung der Lage des ICIG-Konzerns durch die gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens (siehe Anlage I) dar: 6. Zunächst stellt die Geschäftsführung in ihrem Lagebericht das Geschäftsmodell, die Beteiligungsstruktur, Entstehung und gesellschaftliche Neuorganisation dar. 7. Anschließend wird auf die Akquisitionen des Jahres 2023 eingegangen. Mit Wirkung zum 1. März 2023 wurde Métaux Spéciaux (MSSA), ein Hersteller vor allem von Natrium und Natriummetallen mit Unternehmen in Frankreich und den USA erworben. Zum 30. Juni 2023 wurden die Gesellschaften Evonik Functional Solutions GmbH (Chloralkali-Geschäft) und Evonik CYC GmbH (Cyanurchlorid-Geschäft) sowie die damit verbundenen Produktionsstandorte Niederkassel-Lülsdorf und Wesseling übernommen. Erworben wurde zum 1. September 2023 auch zu 100 % die HCS Group, ein Anbieter von Kohlenwasserstofflösungen mit Standorten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und USA. Daneben wurden Minderheitsbeteiligungen an der Plastformance GmbH, Teisendorf, (4. Mai 2023) und der GeneusChem GmbH, Basel, Schweiz (23. Juli 2023) erstanden. Zudem wurden jeweils mit Wirkung im ersten Quartal 2024, Ende Oktober 2023 80 % der Anteile an der Froschchemie Wood Protection S.L. Barcelona, Spanien sowie im Dezember 2023 65 % der Anteile an Vasant Chemicals Private Limited, Hyderabad, Indien erworben. 8. Im Weiteren geht die Geschäftsführung auf die herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch auf die Rahmenbedingungen der Chemiebranche in Jahr 2023 und für 2024 ein. 9. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung der Gruppe bzw. der sieben Geschäftsbereiche (incl. Nennung der jeweiligen operativen Gesellschaften) wird im Wesentlichen anhand der finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse und EBITDA vor Sondereinflüssen erläutert. 10. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird anhand verschiedener Kennzahlen dargestellt. Zur Ertragslage wird hervorgehoben, dass die Konzernumsatzerlöse sich vor allem aufgrund der neu hinzugekommenen Gesellschaften auf 2.732 Mio € (Vorjahr: 1.119 Mio €) beliefen. Die EBITDA-Marge betrug 3,4% (Vorjahr: 6,1 %). Positive Effekte aus der ergebniserhöhenden Vereinnahmung negativer Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung wurden durch Wertberichtigungen in Folge von Impairment Tests überkompensiert. Das Ergebnis nach Steuern war negativ (- 145 Mio €; Vorjahr: 2.223 Mio €). 11. Zur Vermögens- und Finanzlage werden verschiedene Bilanzkennzahlen dargestellt, u.a. die Eigenkapitalquote im Konzern von 63,8 % (Vorjahr: 65,2 %) und der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme 46,3 % Vorjahr: 37,5 %. Die Summe der kurz- und langfristigen externen Finanzierungen beträgt zum 31.12.2023 537 Mio € bzw. 12,8 % der Bilanzsumme (31. Dezember 2022: 584 Mio € bzw. 13.4 % der Bilanzsumme). 12. Der negative Cash-Flow in Höhe von -552 Mio € wird auf die Akquisitionen und Darlehenstilgungen zurückgeführt (Vorjahr: +1.831 Mio €). Der Konzern verfügte am Ende des Geschäftsjahres über einen Barmittelbestand von 1.287 Mio €, 30,6 % der Bilanzsumme (Vorjahr: 1.838 Mio €, 42,0 % der Bilanzsumme). 13. Es folgen Ausführungen zu sonstigen Kennzahlen wie Umwelt- und Arbeitnehmerbelange mit Erläuterungen zu Nachhaltigkeit bzw. Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz. 14. Im Kapitel zu Investitionen, Forschung und Entwicklung wird ausgeführt, dass die zahlungswirksamen Investitionen mit 300 Mio € etwas über den planmäßigen Abschreibungen lagen. Die drei größten Investitionen betreffen vor allem Umweltschutzmaßnahmen, Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen bei der Vynova Runcorn Ltd., Catexel Nease Co LLC. sowie der Allessa Gruppe. 15. Zur Entwicklung des Personals wird beschrieben, dass die Mitarbeitenden Zahl im Jahresdurchschnitt 2023 bei 5.653 gegenüber 4.215 im Vorjahr lag. 16. Im Kapitel Risiko-Management wird auf die dezentrale Eigenverantwortung der Konzerngesellschaften verwiesen. Risiken aber auch Chancen werden zentral einerseits durch die monatliche Berichterstattung der Liquiditätsplanung auf Wochenbasis erkannt und andererseits durch regelmäßige Management Reviews erfasst. 17. Im Chancen- und Risikobericht werden zunächst durch die Geschäftsführung die wichtigsten Chancen für die einzelnen Plattformen erläutert. Daraufhin werden die Risiken abnehmend nach Bedeutung aufgeführt: Ukraine Krieg mit Auswirkungen auf Energiepreise und -Versorgung, Inflation, Rohstoff- und Einkaufsrisiken durch Preisschwankungen und Nachfragerückgänge, Liquiditätsrisiken auf Gesellschaftsebene, Währungsrisiken sowie Umweltrisiken aus Altlasten und Prozessstörungen. 18. Das vorletzte Kapitel behandelt den Ausblick, worin weiterhin auf die Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg verwiesen wird. Auf Basis der letzten Einschätzung wird für das Jahr 2024 ein Umsatzvolumen von ca. 3.400 Mio € und eine EBITDA Marge von ca. 6,2 % erwartet. Für 2025 wird aufgrund der globalen Rezession, Inflation und hohen Energiepreisen nur mit einer mäßigen Umsatz- und Margenverbesserung gerechnet. 19. In den Ereignissen nach dem Bilanzstichtag werden insbesondere die Akquisitionen des Geschäftsjahres 2024 aufgeführt. 20. Die Beurteilung der Lage des Konzerns, insbesondere die Beurteilung des Fortbestandes und der wesentlichen Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung des Konzerns, ist plausibel und folgerichtig abgeleitet. Nach dem Ergebnis unserer Prüfung und den dabei gewonnenen Erkenntnissen ist die Lagebeurteilung der gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens dem Umfang nach angemessen und inhaltlich zutreffend. II. Beanstandungen zur Rechnungslegung und sonstige Verstöße gegen Gesetz1. Beanstandungen zur Rechnungslegung21. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir Prüfungsdifferenzen in der Konzernrechnungslegung festgestellt, welche von der Unternehmensleitung nicht korrigiert wurden. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die schriftlich erteilte Erklärung der gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens zu den nicht korrigierten falschen Darstellungen im Konzernabschluss und nicht korrigierten Angaben im Konzernlagebericht (siehe Text 40). 2. Sonstige Verstöße gegen Gesetz22. Wir weisen darauf hin, dass das Mutterunternehmen seiner Verpflichtung zur Offenlegung des Vorjahres-Konzernabschlusses gemäß § 325 HGB bisher nicht nachgekommen ist. III. Wesentliche Geschäftsvorfälle23. Am 30. Juni 2023 wurde eine konzerninterne Neuorganisation eingeleitet. Dabei wurde die International Chemical Investors 3 S.E. ("ICI 3 S.E.) umfirmiert in ICI Holding SE. Gleichzeitig erfolgte eine Aufnahme mittels Abspaltung der nachfolgend genannten Beteiligungen von der International Chemical Investors SE ("ICI SE") und eine Kapitalerhöhung:
Zudem erfolgte eine Kapitalerhöhung durch Sacheinlage von Beteiligungen (50% International Chemical Investors 2 S.E. ("ICI 2 SE") und 50% International Chemical Investors 4 S.E. ("ICI 4 SE")) seitens der ICI Group GmbH am 15. Dezember 2023. 24. Am 19. Januar 2023 ist die ICI 4 SE mittels der International Chemical Investors XVI S.A. ("ICI XVI S.A.") (Erwerbergesellschaft) in einen Vertrag mit Nippon Soda (Verkäufer) eingetreten um 100 % der Anteile an der Alkaline SAS zu erwerben. Closing date war der 1. März 2023. Zu der hinter der Alkaline SAS stehenden Métaux Spéciaux (MSSA - Gruppe) gehören 2 Gesellschaften in Frankreich und eine Gesellschaft in den USA. Der Kaufpreis belief sich auf 47.134 T€. Das zum Erwerbszeitpunkt mit den jeweiligen Zeitwerten bewertete Nettovermögen der Gruppe betrug 47.182 T€. Der dabei entstanden negative Unterschiedsbetrag von 48 T€ wurde erfolgswirksam vereinnahmt. 25. Mit Vertrag vom 5./6. April 2023 schlossen die International Chemical Investors IX GmbH, Frankfurt am Main, die International Chemical Investors S.E., Luxemburg, die International Chemical Investors RE V GmbH, Frankfurt am Main, die International Chemical Investors RE IV GmbH, Frankfurt am Main, einerseits sowie die Evonik Operations GmbH, Essen, (EOS GmbH) die Evonik Real Estate GmbH & Co. KG, Marl, die Evonik Functional Solutions GmbH, Essen, (EFS GmbH) und die Evonik CYC GmbH, Essen, (CYC GmbH) die folgenden drei Verträge:
Die so erworbene Gesellschaft Evonik Functional Solutions GmbH wurde am 20. Juli 2023 umfirmiert zur Lülsdorf Functional Solutions GmbH und die Evonik CYC GmbH am 23. Juli 2023 zur WeylChem Wesseling GmbH. Closing Date war der 30. Juni 2023. Der Kaufpreis für die erworbenen Anteile, die erworbenen Grundstücke und das Erbbaurecht belief sich auf 20,6 Mio €. Das zum Erwerbszeitpunkt mit den jeweiligen Zeitwerten bewertete Nettovermögen der Gruppe betrug 73,5 Mio €. Der dabei entstanden negative Unterschiedsbetrag von 50,9 Mio € wurde erfolgswirksam vereinnahmt. Zum 1. September 2023 wurden 100% der Anteile an der HCS Gruppe durch die Erwerbergesellschaften International Chemical Investors VII GmbH ("ICI VII GmbH") und International Chemical Investors VIII GmbH ("ICI VIII GmbH") übernommen. Die International Chemical Investors RE I erwarb die Haltermann Besitzgesellschaft sowie im Rahmen einen Grundstückkaufvertrages zugehörige Grundstücke und Gebäude. Über den Erwerb der Anteile an der HCS Holding GmbH sind mehrere Gesellschaften mit Produktionsstätten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA zugegangen. Das Closing war der 1. September 2023. Der Kaufpreis für die erworbenen Anteile, die erworbenen Grundstücke und das Erbbaurecht belief sich auf 127,3 Mio €. Das zum Erwerbszeitpunkt mit den jeweiligen Zeitwerten bewertete Nettovermögen der Gruppe betrug 186,8 Mio €. Der dabei entstanden negative Unterschiedsbetrag von 59,5 Mio € wurde erfolgswirksam vereinnahmt. 26. Darüberhinaus hat die ICIG Ventures Holding S.A. im Mai 2023 eine Minderheiten-Beteiligung an dem Start-up Plastformance GmbH und im Juli 2023 an der GeneusChem GmbH erworben. 27. Vor allem durch den zunehmenden Wettbewerbsdruck aus Asien sind in einigen Bereichen der Feinchemie in 2023 Umsätze in nennenswertem Umfang zurückgegangen. In Folge dieser Entwicklung hat die WeylChem Innotec GmbH in 2024 eine Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Bei anderen Gesellschaften der Feinchemie wurden Restrukturierungs- und Bewertungsüberlegungen angestellt. Vor diesem Hintergrund hat die Gesellschaft sog. Asset - Impairmenttests durchgeführt, die zu ergebnisbelastenden Wertberichtigungen im Konzernabschluss 2023 in Höhe von insgesamt 154,5 Mio € geführt haben. Diese entfallen mit 47,1 Mio € auf die Allessa Gesellschaften, mit 74,8 Mio € auf WeylChem Lamotte SAS, mit 24,5 Mio € auf die WeylChem US Group und mit 8,1 Mio € auf WeylChem Höchst GmbH. IV. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks28. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir mit Datum vom 9. Oktober 2024 den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: "BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die ICI Group GmbH, Frankfurt am MainPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der ICI Group GmbH, Frankfurt am Main, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich wesentlicher Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ICI Group GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen." C. Gegenstand, Art und Umfang der PrüfungI. Gegenstand der Prüfung29. Gegenstand unserer Prüfung waren der nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellte Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023, bestehend aus der Konzernbilanz, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals, der Konzern-Kapitalflussrechnung sowie dem Anhang zum Konzernabschluss und der nach § 315 HGB aufgestellte Konzernlagebericht für dieses Geschäftsjahr. Die Verantwortung für die Ordnungsmäßigkeit von Konzernabschluss und Konzernlagebericht tragen die gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens. Unsere Aufgabe war es, diese Unterlagen einer Prüfung dahin gehend zu unterziehen, ob die Vorschriften der IFRS und die ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften beachtet worden sind. Die Prüfung erstreckte sich insbesondere auf die Abgrenzung des Konsolidierungskreises, die Ordnungsmäßigkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse, die Ordnungsmäßigkeit der Konsolidierungsmaßnahmen sowie der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze. Den Konzernlagebericht haben wir daraufhin geprüft, ob er mit dem Konzernabschluss und den bei unserer Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht und insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt. Dabei haben wir auch geprüft, ob die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken zutreffend dargestellt ist. Die Prüfung des Konzernlageberichts hat sich auch darauf erstreckt, ob die gesetzlichen Vorschriften zur Aufstellung des Konzernlageberichts beachtet worden sind. II. Art und Umfang der Prüfung30. Ausgangspunkt unserer Prüfung war der von uns geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022. 31. Bei Durchführung der Prüfung haben wir die Vorschriften der §§ 316 ff. HGB und die in den Prüfungsstandards des IDW niedergelegten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung beachtet. Die Abschlussprüfung erstreckt sich nach § 317 Abs. 4a HGB nicht darauf, ob der Fortbestand des geprüften Konzerns oder die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung zugesichert werden kann. 32. Hinsichtlich der wesentlichen Elemente unseres risikoorientierten Prüfungsansatzes verweisen wir auf den Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" in unserem Bestätigungsvermerk (vgl. Abschnitt B "Wiedergabe des Bestätigungsvermerks"). 33. Ergänzend geben wir folgende Erläuterungen zu unserem Prüfungsvorgehen: Ausgehend von der Identifikation und Beurteilung der inhärenten Risiken für den Konzernabschluss und Konzernlagebericht haben wir uns zunächst ein Verständnis vom rechnungslegungsrelevanten internen Kontrollsystem verschafft. Auf dieser Basis haben wir die Risiken festgestellt, die zu wesentlichen Falschdarstellungen in der Konzernrechnungslegung führen können und dies bei der Bestimmung unseres weiteren Prüfungsvorgehens berücksichtigt. Im Prüfungsprogramm wurden die Schwerpunkte sowie der zeitliche Ablauf unserer Prüfung und die Zusammensetzung des Prüfungsteams inklusive des Einsatzes von Spezialisten sowie anderer Abschlussprüfer festgelegt. 34. Nachfolgend geben wir einen Überblick zu den von uns bei der Konzernabschlussprüfung gesetzten Prüfungsschwerpunkten:
35. Ausgehend von unserem Verständnis des rechnungslegungsrelevanten Kontrollsystems haben wir in den Bereichen, in denen die Konzernleitung angemessene interne Kontrollen zur Begrenzung der Risiken wesentlicher falscher Darstellungen eingerichtet hat, Funktionsprüfungen durchgeführt, um uns von der kontinuierlichen Wirksamkeit dieser Maßnahmen zu überzeugen. 36. Soweit wir aufgrund der Wirksamkeit der bei der Gesellschaft und im Konzern eingerichteten internen Kontrollen von der Richtigkeit des zu überprüfenden Zahlenmaterials und der zusätzlichen Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht ausgehen konnten, haben wir anschließend aussagebezogene Prüfungshandlungen, d.h. analytische Prüfungshandlungen, Einzelfallprüfungen oder eine Kombination von beidem vorgenommen. Einzelfallprüfungen wurden bei wirksamen Kontrollen auf ein nach prüferischem Ermessen notwendiges Maß reduziert. Der überwiegende Teil der zentral vom Konzernprüfungsteam geprüften Abschlussposten und Konsolidierungsmaßnahmen wurde mit einer Kombination aus Funktionsprüfungen und aussagebezogenen Prüfungshandlungen geprüft. Sofern wir keine Funktionsprüfungen vorgesehen haben oder nicht von wirksamen Kontrollen ausgehen konnten, haben wir im Wesentlichen aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt. 37. Bei der Beurteilung der Ordnungsmäßigkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse haben wir die Prüfungsergebnisse von Abschlussprüfern des PwC-Netzwerks bzw. anderer Abschlussprüfer nach § 317 Abs. 3 Satz 2 HGB überprüft und genutzt. Zur zeitlichen und sachlichen Planung der Konzernabschlussprüfung haben wir diese Abschlussprüfer über die anzuwendenden Rechnungslegungs- und Prüfungsgrundsätze sowie die einzuhaltenden Termine unterrichtet. Bei bedeutsamen Teilbereichen waren wir in die Beurteilung der Risiken eingebunden und haben uns mit dem Abschlussprüfer des Teilbereichs über die Prüfungsstrategie abgestimmt. Unter Berücksichtigung unserer Anweisungen haben die Abschlussprüfer jeweils eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben sowie ein Memorandum verfasst, in dem die für die Konzernabschlussprüfung wesentlichen Sachverhalte, die im Rahmen der Jahresabschlussprüfung festgestellt wurden, aufgeführt werden. Auf der Grundlage dieser Informationen haben wir weitere Prüfungshandlungen vorgenommen, die u.a. in der Durchsicht der Berichterstattungen, der Teilnahme an Schlussbesprechungen und der Erörterung komplexer Bilanzierungsfragen mit den zuständigen Wirtschaftsprüfern bestanden. 38. Die nicht geprüften Jahresabschlüsse von in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurden von uns unter Beachtung des Grundsatzes der Wesentlichkeit nach § 317 Abs. 3 Satz 1 HGB daraufhin geprüft, ob die IFRS beachtet und die konsolidierungsbedingten Anpassungen in zutreffender Weise vorgenommen wurden. 39. Aufgrund der Auslagerung wesentlicher Bereiche der Rechnungslegung auf ein Dienstleistungsunternehmen wurden die erforderlichen Prüfungshandlungen durch uns selbst durchgeführt. 40. Von den gesetzlichen Vertretern des Mutterunternehmens sowie von den Vorständen bzw. Geschäftsführungen der Tochterunternehmen und ggf. deren Abschlussprüfern sind uns alle verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht worden. Die gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens haben uns die berufsübliche schriftliche Vollständigkeitserklärung zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erteilt. Im Rahmen dieser Erklärung haben uns die gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens u.a. bestätigt, dass nach ihrer Auffassung die Auswirkungen von nicht korrigierten falschen Darstellungen sowohl einzeln als auch in der Summe für den Konzernabschluss insgesamt unwesentlich sind. D. Feststellungen zur KonzernrechnungslegungI. Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungslegung1. Rechtsgrundlagen41. Die ICI Group GmbH ist als Mutterunternehmen und Kapitalgesellschaft gemäß §§ 290, 297 Abs. 1 Satz 1 HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss sowie einen Konzernlagebericht aufzustellen, hat jedoch von dem Wahlrecht nach § 315e Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht und den Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt. Das Unternehmen ist verpflichtet diese Unterlagen nach §§ 316 ff. HGB prüfen zu lassen. Konzernabschluss und Konzernlageberichtsind nach § 325 HGB der das Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister zu übermitteln. 2. Konsolidierungskreis und Konzernabschlussstichtag42. Der Kreis der in den Konzernabschluss einbezogenen 56 inländischen (2022: 42) und 71 ausländischen Unternehmen (2022: 63), an denen die ICIG am Bilanzstichtag unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist, geht aus dem Konzernanhang hervor. 43. Gemäß IFRS 11 i. V. m. IAS 28 wurde keine (2022: vier) ausländische Gesellschaften nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, da die ICIG an der gemeinschaftlichen Führung dieser Gesellschaften beteiligt war. Gemäß IFRS 11 wurde ein ausländisches Unternehmen, das als gemeinschaftliche Tätigkeiten einzustufen sind, anteilig in den Konzernabschluss einbezogen, da die ICIG an der gemeinschaftlichen Führung dieser Tätigkeiten beteiligt ist. 44. Die Angaben zum Konsolidierungskreis im Konzernanhang sind zutreffend. Bei der Abgrenzung des Konsolidierungskreises wurde der Stetigkeitsgrundsatz beachtet. Die Voraussetzungen für die Anwendung der Equity-Methode (IAS 28) bzw. einer anteiligen Einbeziehung (IFRS 11) sind erfüllt. 45. Der Konzernabschlussstichtag (31. Dezember 2023) entspricht dem Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens und sämtlicher einbezogener Tochterunternehmen. 3. Konsolidierungsgrundsätze46. Die Kapitalkonsolidierung erfolgte nach den Vorschriften des IFRS 10. Dabei werden die Anschaffungskosten der Anteile an den einbezogenen Tochterunternehmen mit dem jeweils anteiligen Reinvermögen basierend auf den Zeitwerten der übernommenen Vermögenswerte und Schulden dieser Unternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbs bzw. Übergangs der Kontrolle verrechnet. Die Kosten, die mit dem Unternehmenszusammenschluss entstehen, sind als Aufwand in den Perioden zu bilanzieren, in denen die Kosten angefallen sind. Firmenwerte im Rahmen der Erstkonsolidierungen werden aktiviert und mindestens einem jährlichen Impairment-Test nach IAS 36 unterzogen. 47. Entsprechend IFRS 10 wurden bei der Schuldenkonsolidierung Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen eliminiert. 48. Für die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden ausländischer Abschlüsse (Tochtergesellschaften) wurden Abschlussstichtagkurse, für die Umrechnung der Erträge und Aufwendungen der Gesamtergebnisrechnung wurden Jahresdurchschnittskurse zugrunde gelegt. Das Eigenkapital wurde zu den historischen Kursen umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen wurden erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis (other comprehensive income) in einem gesonderten Eigenkapitalposten erfasst. 49. Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen Unternehmen wurden grundsätzlich einheitlich nach den für das Mutterunternehmen angewandten Bilanzierungsgrundsätzen angesetzt und bewertet. Die Bewertung entspricht den gesetzlichen Bestimmungen und wurde nach gegenüber dem Vorjahr unveränderten Grundsätzen vorgenommen. 50. Die angewandten Konsolidierungsmethoden entsprechen den gesetzlichen Vorschriften und wurden stetig angewendet. 4. Konzernbuchführung51. Zur Gewährleistung einer konzerneinheitlichen Bilanzierung und Bewertung hat die ICIG Bilanzierungsrichtlinien entwickelt, auf deren Grundlage die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen zum Zwecke der Aufstellung des Konzernabschlusses Handelsbilanzen II (Konzernberichtspakete bzw. Reporting Packages) aufstellen, in denen die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Mutterunternehmens angewendet werden. 52. Die Konzernbuchführung wird nach unseren Feststellungen in allen wesentlichen Belangen ordnungsgemäß geführt. 5. In den Konzernabschluss einbezogene Abschlüsse53. Die nach der ICIG Bilanzierungsrichtlinie aufgestellten Konzernberichtspakete der in den Konzernabschluss einbezogenen bedeutsamen inländischen und ausländischen Tochterunternehmen wurden von Abschlussprüfern des PwC-Netzwerks oder von anderen Abschlussprüfern, die eine den Anforderungen der 8. EU-Richtlinie (Abschlussprüferrichtlinie) entsprechende oder gleichwertige Befähigung haben in einer den §§ 316 ff. HGB entsprechenden Weise geprüft, und ebenfalls mit einem uneingeschränkten Prüfungsurteil versehen. Die Konzernberichtspakete von in den Konzernabschluss einbezogenen nicht bedeutsamen Tochterunternehmen wurden einer prüferischen Durchsicht nach IDW PS 900 bzw. ISRE 2400 unterzogen und mit einer Bescheinigung versehen. Die von den Abschlussprüfern der Tochterunternehmen erteilten Bescheinigungen enthielten in allen Fällen ein uneingeschränktes Prüfungsurteil. Für die verbleibenden einzeln und insgesamt nicht bedeutsamen Tochterunternehmen haben wir analytische Prüfungshandlungen auf Konzernebene durchgeführt. Die von den Prüfern der Tochterunternehmen festgestellten, für den Konzernabschluss wesentlichen Sachverhalte, wurden auf Konzernebene weiterverfolgt und sämtlich geklärt. Die Anpassung der Jahresabschlüsse der einzubeziehenden Unternehmen an die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung im Konzernabschluss wurde ordnungsgemäß durchgeführt. 6. Konzernabschluss54. Im Konzernabschluss der ICIG, bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals, der Konzernkapitalflussrechnung sowie dem Anhang zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 wurden die IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und die ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen beachtet. Der Konzernabschluss wurde ordnungsgemäß aus den einbezogenen Abschlüssen abgeleitet und die Konsolidierungsbuchungen zutreffend fortgeführt. 55. Der Konzernanhang enthält die erforderlichen Angaben nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und die nach § 315e Abs. 1 HGB gesetzlich geforderten Erläuterungen und Angaben sowie die in Ausübung eines Wahlrechts nicht in die Konzernbilanz, die Konzerngesamtergebnisrechnung, die Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung bzw. die Konzernkapitalflussrechnung aufgenommenen Angaben in allen wesentlichen Belangen vollständig und richtig. 56. Die ICIG hat sämtliche zum 31. Dezember 2023 anzuwendenden IFRS angewendet. 57. Bei unserer Prüfung haben wir Unrichtigkeiten in der Konzernrechnungslegung festgestellt. Wir verweisen hierzu auf Abschnitt B.II.1. 7. Konzernlagebericht58. Der Konzernlagebericht entspricht in allen wesentlichen Belangen den deutschen gesetzlichen Vorschriften. II. Gesamtaussage des Konzernabschlusses59. Der Konzernabschluss entspricht in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt insgesamt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. 60. Zum besseren Verständnis der Gesamtaussage des Konzernabschlusses gehen wir nachfolgend pflichtgemäß auf die wesentlichen Bewertungsgrundlagen und den Einfluss, den Änderungen in den Bewertungsgrundlagen insgesamt auf die Gesamtaussage des Konzernabschlusses haben, ein (§ 321 Abs. 2 Satz 4 HGB). Wesentliche Konsolidierungsmethoden61. Die Kapitalkonsolidierung wurde nach der Neubewertungsmethode durchgeführt. 62. Konzerninterne Geschäfte wurden innerhalb des Konzerns eliminiert. So wurden Aufwendungen und Erträge, Vermögenswerte und Schulden sowie Zwischenergebnisse eliminiert. 63. Aktive latente Steuern werden angesetzt, sofern die Realisierung künftiger Steuervorteile wahrscheinlich ist. Wesentliche Bewertungsgrundlagen und deren Änderungen64. Bezüglich der Bewertungsgrundlagen und deren Änderungen verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang. 65. Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Dabei werden alle zum Erwerbszeitpunkt vorhandenen Vermögenswerte und Schulden sowie Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die Anschaffungskosten werden mit dem entsprechenden anteiligen erworbenen Nettovermögen des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss verrechnet. Sämtliche akquisitionsbezogenen Kosten werden als Aufwand erfasst. 66. Ein noch verbleibender positiver Überschuss der Anschaffungskosten über das zu beizulegenden Zeitwerten bewertete erworbene Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Dieser wird mit Hilfe eines jährlichen Niederstwerttest (Impairment Test) auf Wertminderung geprüft und, falls Wertminderungen eingetreten sind, auf den ermittelten niedrigeren Wert abgewertet. Sofern die Anschaffungskosten das zu beizulegenden Zeitwerten bewertete erworbene Nettovermögen unterschreiten, wird der verbleibende Unterschiedsbetrag nach wiederholter Prüfung der übernommenen Zeitwerte erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag:67. Folgende Erwerbe kamen in 2024 hinzu:
68. Ende Juni beantragte die WeylChem InnoTec GmbH beim Amtsgericht Frankfurt ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. E. SchlussbemerkungDen vorstehenden Bericht über die Prüfung des Konzernabschlusses der ICI Group GmbH, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und des Konzernlageberichtes für dieses Geschäftsjahr erstatten wir in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Erstellung von Prüfungsberichten (IDW PS 450 n.F. (10.2021)). Der von uns erteilte Bestätigungsvermerk ist in Abschnitt B unter "Wiedergabe des Bestätigungsvermerks" enthalten.
Essen, den 9. Oktober 2024 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Martin Flür, Wirtschaftsprüfer ppa. Detmar Lentz, Wirtschaftsprüfer AnlagenKonzernabschluss und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr endend am 31. Dezember 2023D-60313 Frankfurt am MainHandelsregister-Bez.: HRB 54940KonzernlageberichtI. AllgemeinesDie ICI Group GmbH, Frankfurt (ehemals ACSURI GmbH, Hofheim am Taunus) ist eine Industrieholding, die sich auf den Erwerb von Chemie- und pharmazeutischen Unternehmen konzentriert. Die ICI Group GmbH erwirbt bevorzugt Unternehmen von internationalen Chemie- und Pharma-Konzernen mit führenden Positionen in Nischenmärkten, die in ihren jeweiligen Konzernen jedoch nicht mehr zum Kerngeschäft gehören, weil sie zum Beispiel Restrukturierungsbedarf haben, einer strategischen Neupositionierung bedürfen oder das Ergebnis einer Auslagerung der Produktion sind mit, zum Teil, fortlaufenden Lieferverträgen. Aus Sicht der ICI Group GmbH sind dies interessante Akquisitionen, soweit sie zu attraktiven Konditionen übernommen werden können. Die ICI Group GmbH hat ihre Beteiligungen in sechs Geschäftsbereiche gegliedert, die unterschiedliche Produkt-/Marktrelationen bedienen. Die ICI Group GmbH wurde 2002 gegründet und hat zum 31. Dezember 2022 erstmals einen Konzernabschluss erstellt, da die Größengrenzen nach HGB überschritten wurden. Die Verpflichtung zur Erstellung eines Konzernabschlusses und somit Erstkonsolidierungszeitpunkt war der 11. August 2022. Der ganz überwiegende Teil der Umsätze und Aufwendungen, wie auch sonstige Bewegungen des Jahres 2022 beziehen sich daher nur auf den Zeitraum vom 11. August 2022 bis zum 31. Dezember 2022 (verkürzte Periode). Eine Vergleichbarkeit der Zahlen des laufenden Jahres 2023 mit denen des Vorjahres ist daher nur sehr eingeschränkt möglich. Am 30. Juni 2023 erfolgte eine strategische gesellschaftliche Neuorganisation, welche dazu führte, dass die International Chemical Investors 3 S.E. ("ICI 3 S.E.) umfirmiert wurde und von nun an den Namen ICI Holding SE führt. In diesem Zug erfolgte die Aufnahme mittels Abspaltung und Kapitalerhöhung von der International Chemical Investors SE ("ICI SE") von folgenden Gesellschaften:
Zudem erfolgte eine Kapitalerhöhung durch Sacheinlage von Beteiligungen (50% International Chemical Investors 2 S.E. ("ICI 2 SE") und 50% International Chemical Investors 4 S.E. ("ICI 4 SE")) seitens der ICI Group GmbH am 15. Dezember 2023. Im Verlauf des Jahres wurden folgende Akquisitionen getätigt: Mit Wirkung zum 01. März 2023 hat die ICI Group GmbH durch ihre im Jahr 2022 neu gegründete 100%ige Tochtergesellschaft International Chemical Investors XVI S.A. ("ICI XVI S.A.") 100% am Natriummetallspezialisten Métaux Spéciaux (MSSA) von Nippon Soda übernommen. MSSA ist mit Produktionsanlagen in Pomblière und La Rochelle (beide Frankreich) sowie einem Terminal in Pasadena (Texas, USA) der weltweit größte und einzige nicht-chinesische Hersteller von Natrium und Natriummetallen, speziellen Alkalimetallen (wie Kalium und Lithium) und damit verbundenen Chemikalien. Als einziger Anbieter, der Natriummetall mit dem höchsten Reinheitsgrad herstellen kann, ist MSSA weltweit der bevorzugte Lieferant für anspruchsvolle pharmazeutische und industrielle Anwendungen und beschäftigt ca. 315 Mitarbeiter. MSSA wird der ICIG Plattform Enterprises zugeordnet. Außerdem hat die ICI Group GmbH mit Wirkung vom 30. Juni 2023 durch ihre im Jahr 2022 neu gegründete 100%ige Tochtergesellschaft International Chemical Investors VIX GmbH ("ICI IX GmbH") von Evonik Industries die Gesellschaften Evonik Functional Solutions GmbH (Umfirmierung am 20. Juli 2023 zur Lülsdorf Functional Solutions GmbH) und Evonik CYC GmbH (Umfirmierung am 23. Juli 2023 zur WeylChem Wesseling GmbH) erworben. Die ICIG hat von Evonik den gesamten rechtsrheinischen Standort in Niederkassel-Lülsdorf (nahe Köln) als auch das damit verbundene Geschäft mit Cyanurchlorid, das sich auf dem gegenüberliegenden Evonik-Standort in Wesseling befindet, mit über 600 Mitarbeitern und allen Produktionsanlagen zu 100% übernommen. Für die am Standort Lülsdorf angesiedelte Chloralkali-Chemie gibt es strategische Anknüpfungspunkte mit der ICIG Plattform Chlorovinyls (VYNOVA). Das Cyanurchlorid Geschäft in Wesseling wird in die Fine Chemicals Plattform (WeylChem) integriert und erweitert das Produktportfolio der WeylChem Gruppe. Des Weiteren wurden zum 1. September 2023 100% der Anteile an der HCS Group durch die im Jahr 2023 gegründeten Gesellschaften International Chemical Investors VII GmbH ("ICI VII GmbH") und International Chemical Investors VIII GmbH ("ICI VIII GmbH") übernommen. Die HCS Group ist ein international führender Anbieter von hochwertigen Kohlenwasserstofflösungen in den Bereichen Mobilität, Life Science, Industrie und Energie. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 500 Mitarbeiter und hat Produktionsstätten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA. Die Produkte werden weltweit über die Traditionsmarken Haltermann Carless, ETS Racing Fuels und Electrical Oil Services (EOS) vertrieben. Die HCS Group bildet die Basis einer neuen ICIG-Plattform für hochwertige Kohlenwasserstofflösungen und Additive. Am 4. Mai 2023 erwarb die ICIG Ventures Holding S.A. eine Minderheiten-Beteiligung an der Plastformance GmbH. Das Start-up entwickelt, produziert und vertreibt innovative Kunststoff-Compounds für Hochtechnologieanwendungen und hat somit wichtige Anknüpfungspunkte zur bestehenden Plattform Compounds innerhalb der ICIG. Ziel ist es, die neuen Technologien bei deren Wachstum zu unterstützen und deren Schritt in die Serienproduktion zu begleiten. Darüber hinaus wurde am 23. Juli 2023 eine Minderheiten-Beteiligung an der GeneusChem GmbH erworben. Das Unternehmen entwickelt neuartige Plastikadditive zur Lichtstabilisierung und als Flammschutzmittel und wird hauptsächlich mit der Allessa GmbH aus der WeylChem Gruppe kooperieren. Ende Oktober 2023 hat ICIG von Nintai Invest S.L. 80 % der Anteile an der Froschemie Wood Protection S.L., Barcelona, Spanien erworben. Der Vollzug der Transaktion fand im ersten Quartal 2024 statt. Die Gesellschaft erzielt mit Holzschutzprodukten einen Jahresumsatz von ca. 5 Mio. € und ergänzt das Holzschutzgeschäft der Rütgers Organics GmbH. Im Dezember 2023 hat ICIG einen Vertrag zum Anteilserwerb von 65 % an Vasant Chemicals Private Limited, Hyderabad, Indien mit deren Gründerfamilie geschlossen. Der Vollzug der Transaktion fand im ersten Quartal 2024 statt. Vasant Chemicals wurde 1980 gegründet und erwirtschaftet an den Standorten Hyderabad und Visakhapatnam einen jährlichen Umsatz von ca. 15 Mio. €. Die Gesellschaft stellt pharmazeutische Zwischenprodukte und Spezialchemikalien vom Gramm-Maßstab bis zu kommerziellen Mengen her und ist im Bereich der kundenspezifischen Auftragsfertigung aktiv. Der konsolidierte Jahresumsatz der ICI Group GmbH beläuft sich im Berichtsjahr auf rund 2.732 Mio € (Vorjahr: 1.119 Mio €, verkürzte Periode). Die ICI Group GmbH beschäftigt 6.079 Mitarbeiter zum 31.12.2023. Die ICI Group GmbH erstellt für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 einen Konzernabschluss nach den Richtlinien der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. II. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und BranchenentwicklungDas Jahr 2023 war für die Eurozone von einer Abschwächung der Wachstumsdynamik geprägt, die sich auch auf die Chemiebranche auswirkte. Ein wesentlicher Faktor war der Rückgang der Wachstumsrate im Vergleich zum Vorjahr, der hauptsächlich auf die mit dem Inflationsschub verbundenen Kaufkraftverluste und die daraus resultierende Beeinträchtigung des privaten Konsums zurückzuführen war. Die Wachstumsrate sank von 3,4 Prozent im Vorjahr auf 0,6 Prozent im Jahr 2023. Auch das produzierende Gewerbe war von geringerer Dynamik geprägt, wobei insbesondere die Chemiebranche unter den Herausforderungen litt (vgl. Wirtschaftliche Lage - Jahresbilanz 2023; Verband der Chemischen Industrie e.V.). Die hohe Preisvolatilität von Gas und Strom sowie die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft und des Außenhandels beeinträchtigten die Industrie, wobei die energieintensiven Industriezweige wie die Chemie und Metallerzeugung besonders betroffen waren. Die Produktion in der chemischpharmazeutischen Industrie fiel insgesamt um 8 Prozent, wobei die Herstellung von anorganischen Grundstoffen sowie von Seifen, Reinigungsmitteln und Kosmetika einen starken Rückgang von 10 Prozent verzeichnete. Insbesondere die stark gestiegenen kurz- und langfristigen Zinsen infolge der Inflationsbekämpfung der Europäischen Zentralbank trugen zur Dämpfung des Wachstums bei, was sich negativ auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen auswirkte. Trotz dieser Herausforderungen konnte die Eurozone insgesamt eine Rezession vermeiden, teilweise aufgrund eines robusten Arbeitsmarktes und einer Zunahme der Investitionen der Unternehmen. Deutschland, ein wichtiger Akteur in der Chemiebranche, war jedoch stärker von den erhöhten Energiepreisen und der Absatzschwäche bei sinkenden Exportvolumina betroffen. Dies führte zu einem weiteren Rückgang der Industrieproduktion, wozu die Chemiebranche einen signifikanten Beitrag leistete. Insgesamt war das wirtschaftliche Umfeld im Jahr 2023 von einer Vielzahl von negativen Faktoren geprägt, darunter geopolitische Spannungen, hohe Energiepreise und eine verhaltene Weltkonjunktur, die die Chemiebranche vor große Herausforderungen stellten. Ausblick 2024 und PrognoseDie Aussichten für das Jahr 2024 bleiben düster, da die Rezessionsstimmung in der Branche anhält. Ein weiterer Rückgang bei der Chemieproduktion und ein erneuter Umsatzrückgang von 3 Prozent werden erwartet. Kurzfristig ist keine Erholung in Sicht, und viele Unternehmen rechnen erst frühestens im Jahr 2025 mit einer Besserung der Lage. Die schwierige Geschäftslage setzt die Gewinne der Unternehmen erheblich unter Druck. Angesichts dieser Herausforderungen sind Unternehmen gezwungen, schmerzhafte Anpassungen vorzunehmen. Dazu gehören die Stilllegung von Anlagen, der Ausstieg aus defizitären Geschäftsfeldern, teilweise verbunden mit Personalabbau. Die Branche steht vor einer Phase des Umbruchs und der Anpassung, um sich auf die aktuellen wirtschaftlichen Realitäten einzustellen. III. Wirtschaftliche Entwicklung der ICI Group GmbHa . Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in der GruppeDie ICI Group GmbH hat im Jahr 2023 die MSSA-Gesellschaften, die Gesellschaften in Lülsdorf und Wesseling von der Evonik Industries AG und die HCS-Gesellschaften erworben. Es wurden Verhandlungen über eine Reihe weiterer Akquisitionen getätigt, die jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Umsetzung gelangten. ICI Group GmbH hält an der vorsichtigen Expansionsstrategie fest, sich nur in bestens bekannten und verstandenen Geschäftsfeldern der chemischen und pharmazeutischen Industrie zu bewegen mit einem sehr wertorientierten Ansatz und ausreichender interner Finanzierung. Neben den Akquisitionen lag der Fokus aus den oben beschriebenen Gründen auf der Optimierung des bestehenden Portfolios sowie auf der Organisation des Geschäftes unter den speziellen Rahmenbedingungen der anhaltenden hohen Inflation sowie dem Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Es wurde eine Vielzahl von Verbesserungsprogrammen in verschiedenen Gesellschaften angestoßen bzw. umgesetzt. Da die operativen Gesellschaften der ICI Group GmbH zwar alle in der Chemieindustrie tätig sind, sich jedoch hinsichtlich ihrer Produkte und Märkte unterscheiden, lässt sich keine einheitliche Entwicklung beschreiben. Neben der allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung sind die Erfolge der Einzelgesellschaften im Wesentlichen von dem jeweiligen Markt- und Wettbewerbsumfeld sowie der eigenen Positionierung und der Umsetzung der selbstgesteckten Ziele abhängig. Die Entwicklungen im Einzelnen werden im Folgenden näher erläutert. b . Entwicklung der GeschäftsbereicheDie Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen der ICI-Gruppe gliedern sich wie folgt; 2022 bezieht sich auf die verkürzte Periode: Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen
i. Non-GMP Feinchemie (WeylChem Group)Das Geschäft der Non-GMP-Feinchemie Plattform der ICI Group GmbH umfasst die operativen Gesellschaften:
Geschäftsentwicklung WeylChem Gruppe:Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2023 verzeichnete die WeylChem Gruppe eine kontinuierliche Reduktion der Geschäftsaussichten, teilweise bedingt durch operationelle Störungen und Engpässe bei der Rohstoffversorgung, vor allem aber durch zunehmenden Wettbewerbsdruck aus Asien, der auf eine sich abschwächende Nachfrage in Europa trifft und damit die europäischen Anbieter unter Druck setzt. Der Umsatz der Non-GMP-Feinchemie Plattform beläuft sich im Jahr 2023 auf rund 384.246 Tsd € (2022: 184.560 Tsd €, verkürzte Periode) und das EBITDA vor Sondereinflüssen (d.h. vor Effekten aus der Kapitalkonsolidierung) beträgt 11.227 Tsd € (2022: 6.718 Tsd €, verkürzte Periode). Im Jahr 2023 konnte die Allessa GmbH die Umsätze des Vorjahres nicht bestätigen, was zu einem reduzierten Deckungsbeitrag sowie EBITDA führte. Dies ist auf einen insgesamt schwachen Markt bei gleichzeitig steigendem Wettbewerbsdruck zurückzuführen. Das Unternehmen setzte weiterhin intensive Anstrengungen ein, um interne Geschäftsprozesse und Organisationsstrukturen zu optimieren. Darüber hinaus wurde ein Investitionsprojekt für die Belieferung von Pharma-Vorprodukten erfolgreich abgeschlossen und die Ausgliederung der Standortdienstleistungen in die CCF Cassella Chemiepark Frankfurt GmbH (CCF GmbH) zum 1.7.2023 umgesetzt. Im Jahr 2023 verzeichnete die WeylChem US Inc. eine ähnliche Entwicklung wie die Allessa, wobei ein Großteil des Umsatzvolumens in das Jahr 2024 verschoben wurde, während Kunden ihre Lagerbestände minimierten. Es wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Kosten und Investitionsausgaben zu reduzieren und den Free Cashflow (FCF) zu kontrollieren. Die Planungen zum Bau des neuen Laborgebäudes wurden dennoch unverändert fortgesetzt. Im zurückliegenden Geschäftsjahr verzeichnete die WeylChem Höchst einen Umsatz, der unter den geplanten Werten lag, hauptsächlich aufgrund verschobener Aufträge in das Jahr 2024 sowie Kapazitätsengpässen bei Großkunden. Dennoch gelang es dem Unternehmen durch interne Kostenoptimierungen, das EBITDA im Vergleich zum Vorjahr positiv zu gestalten. Dies reflektiert die Bemühungen, die Effizienz zu steigern und flexibel auf sich verändernde Marktbedingungen zu reagieren. Im Jahr 2023 verzeichnete die WeylChem Lamotte S.A.S. einen Rückgang von Umsatz, EBITDA und FCF im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgründe waren der Rückgang der C2-Wertschöpfungskette (Glyoxal und Glyoxalsäure) und geringere Nachfrage nach einem weiteren wichtigen Großprodukt, während die Produktion von Schwefelsäure stagnierte. Die Investition in die Modernisierung der C2-Anlage wurde planmäßig fortgesetzt, während ansonsten aufgrund der schwachen Nachfrage Investitionen verschoben und Fixkosten gesenkt wurden. Im Jahr 2023 verzeichnete die WeylChem Bilbao einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch gelang es dem Unternehmen, die prozentuale EBITDA-Marge stabil zu halten und den Free Cashflow zu verbessern. Trotz schwierigerer Geschäftsbedingungen konnten mit additionellen Spot-Geschäften gute Ergebnisse erzielt werden. Die Anlagen zeigten eine hohe Zuverlässigkeit, mit einer Betriebszeit von über 98%. Zusätzlich erreichte das Unternehmen eine ausgezeichnete Produkt- und Servicequalität. Insgesamt erwirtschaftete die WeylChem Bilbao trotz des Umsatzrückgangs ein erfreuliches Ergebnis. Seit dem 01. Juli 2023 gehört die WeylChem Wesseling der ICIG-Plattform Fine Chemicals an. Die ersten beiden Monate waren geprägt von vielfältigen Abstimmungen hinsichtlich des Übergangs von der Evonik sowie dem Aufbau einer eigenen Verwaltungsstruktur in Zusammenarbeit mit der ICIG Business Services. Die CYC-Nachfrage ist im Q4-2023 gestiegen, jedoch waren zeitgleich die Preise stark unter Druck und die Kapazität aufgrund einer Reparatur eines Trockners nicht komplett nutzbar. WeylChem InnoTec verzeichnete im Jahr 2023 einen Umsatzrückgang in allen Kundensegmenten. Um dies zu kompensieren, setzte das Unternehmen strikte Kostensenkungsmaßnahmen um. Die im Juli gestarteten Programme zur Senkung der Fixkosten trugen zur Stabilisierung der finanziellen Leistung bei. Ungeachtet dieser Schritte ging das EBITDA zurück. Das Unternehmen bleibt bestrebt, durch operative Effizienz und technologische Fortschritte die schwierigen Marktbedingungen zu bewältigen. Die Umsatzrückgänge bei weiter hohen Kosten im Feinchemie-Geschäft der WeylChem Gruppe wurden zum Anlass genommen, Werthaltigkeitstests durchzuführen. Als Ergebnis wurden Wertberichtigungen auf das Feinchemie-Geschäft der WeylChem in Höhe von 156 Mio € erfasst. ii. Care Chemicals (CATEXEL Group)Das Geschäft der Care Chemicals Plattform der ICI Group GmbH umfasst die operativen Gesellschaften:
Geschäftsentwicklung CATEXEL Group:Im Geschäftsjahr 2023 konnte die CATEXEL Gruppe eine positive Ergebnisentwicklung verzeichnen. Der Umsatz der Care Chemicals Plattform beläuft sich im Jahr 2023 auf rund 231.949 Tsd € (2022: 101.299 Tsd €, verkürzte Periode) und das EBITDA vor Sondereinflüssen (d.h. vor Effekten aus der Kapitalkonsolidierung) beträgt 33.841 Tsd € (2022: 9.668 Tsd €, verkürzte Periode). Den deutschen Gesellschaften gelang es erfolgreich, die Rohstoff- und Energiepreissteigerungen angemessen weiterzugeben, so dass ein Ergebnis auf dem erwarteten Niveau erzielt werden konnte. Mit dem Ukraine-Krieg verbundene Rohstoffengpässe konnten durch Aufbau von Alternativ-Lieferanten aufgefangen werden. Durch eine sorgfältige Rohstoffbeschaffung und -verwaltung gelang es der Gruppe, die Auswirkungen auf die Produktion zu minimieren und die Lieferkette zu sichern. Trotz eines insgesamt positiven Trends verzeichneten TAED und SAS Versandmengen unterhalb der Erwartungen. In Verbindung mit einer verbesserten Preisgestaltung gelang es jedoch, den Deckungsbeitrag zu erhöhen. Des Weiteren konzentrierten sich die deutschen Gesellschaften darauf, ihre Working Capital Position zu verbessern, um die finanzielle Flexibilität zu stärken und die langfristige finanzielle Stabilität weiter zu festigen. Im Geschäftsjahr 2023 erreichte die US-Tochter Catexel Nease LLC trotz gesunkener Umsätze das Profitabilitätsziel in herausfordernden Märkten. Die bereits in 2021 genehmigte Investition in eine Kapazitätserweiterung wurde nach diversen Unterbrechungen fortgesetzt und die Inbetriebnahme ist auf den Sommer 2024 verschoben worden. Die Unternehmensleitung ist zuversichtlich, dass die positive Geschäftsentwicklung der Catexel Gruppe anhalten wird, und steht den kommenden Herausforderungen und Chancen im Jahr 2024 positiv gegenüber. iii. Chlorovinyls (VYNOVA Group)Das Geschäft der Chlorovinyls Plattform der ICI Group GmbH umfasst die operativen Gesellschaften:
Geschäftsentwicklung VYNOVA-Gesellschaften:Die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der VYNOVA Gruppe verzeichnete nach einem Rekordwachstum im Jahr 2022 einen deutlichen Abschwung im Jahr 2023. Dieser Rückgang war hauptsächlich auf gesunkene Preise und eine verringerte Nachfrage sowohl nach PVC als auch nach Natronlauge (NaOH) und Kalilauge (KOH) zurückzuführen, insbesondere bedingt durch die sich im Verlauf des Jahres immer deutlicher auswirkende allgemeine Wirtschaftskrise in Europa, vor allem im für Vynova wichtigen Baugewerbe. Aufgrund dieser Herausforderungen wurden erhebliche Maßnahmen ergriffen, um die operativen Geschäfte zu stabilisieren und die Liquiditätsbelastung zu minimieren. Der Umsatz der Chlorovinyls Plattform beläuft sich im Jahr 2023 auf rund 1.012.090 Tsd € (2022: 630.745 Tsd €, verkürzte Periode) und das EBITDA vor Sondereinflüssen (d.h. vor Effekten aus der Kapitalkonsolidierung) beträgt 20.465 Tsd € (2022: 69.278 Tsd €, verkürzte Periode). Die hohe Nachfrage nach PVC aus den Jahren 2021 und 2022 hat sich im Frühjahr 2023 spürbar abgeschwächt. Die hohen Inflationsraten verbunden mit den daraufhin gestiegenen Zinsen haben zu einer deutlichen Abschwächung der Konjunktur geführt, vor allem auch der Baukonjunktur, die für die Nachfrage nach PVC für die Vynova Gruppe besonders wichtig ist. Verbunden mit dem Importdruck von günstigen Produkten aus den USA hat dies zu einem Mengen- und einem Preisrückgang im Verlauf des Jahres geführt. Auch der Markt für Natronlauge war von Mengen- und Preisrückgängen betroffen. Natronlauge wird in vielen Produkten des täglichen Bedarfs eingesetzt und ist ein guter Indikator für die allgemeine wirtschaftliche Nachfrage. Da diese sich deutlich abgeschwächt hat, war trotz des geringeren Produktionsvolumens aufgrund des Nachfragrückgangs bei PVC ein Angebotsüberhang zu verzeichnen, so dass sowohl Mengen als auch Preise unter Druck gerieten. Der Kaliumhydroxid-Markt (KOH) erlebte ebenfalls eine herausfordernde Phase, gekennzeichnet durch starke Preisschwankungen und eine geringere Nachfrage. Im Vergleich zu Natronlauge fiel der Rückgang aufgrund der guten Marktpositionierung von Vynova nicht ganz so stark aus. Die Vynova-Gruppe hat intensive Fixkosteneinsparungen und Einschränkungen bei Investitionsprojekten vorgenommen, um den Margenverlusten zu begegnen. Dennoch wurden alle strategischen Projekte, insbesondere der Neubau der EDC-Anlage in Runcorn unvermindert weitergeführt. Für das Jahr 2024 erwartet die Gruppe weiterhin ein herausforderndes Geschäftsumfeld, mit nur geringen Anzeichen einer allmählichen Erholung. Die geplanten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung sowie Investitionen in langfristige Verbesserungen sollen dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität zu steigern. Darüber hinaus wird die Gruppe weiterhin in Nachhaltigkeitsinitiativen investieren, um den Anforderungen neuer regulatorischer Vorgaben gerecht zu werden und sich langfristig zu positionieren. iv. Compounds (BENVIC Group)Das Geschäft der Benvic Group umfasst die operativen Gesellschaften:
Geschäftsentwicklung Benvic-Gesellschaften:Als führender PVC Compounder in Europa blieb auch die Benvic Gruppe von dem allgemeinen Rückgang der PVC-Nachfrage nicht verschont. Da auch die europäischen Benvic-Gesellschaften stark von der Bauindustrie abhängig sind, hatte deren Schwäche unmittelbaren Einfluss auf die Absatzmenge. Trotz der Mindermenge gelang es jedoch, die Margen konstant zu halten. Die Spezialgeschäfte bei halogenfreien Produkten liefen auf Plan, ebenso konnte die geplante Kapazitätserweiterung in Spanien umgesetzt werden. Die US-Gesellschaften, welche nicht von PVC als Rohstoff abhängig sind, entwickelten sich im Rahmen der Erwartungen. Zur Sicherung der Liquidität wurden Fixkosten gesenkt und Investitionsmaßnahmen zum Teil verschoben. Der Umsatz der Compounds Plattform belief sich im Jahr 2023 auf rund 397.757 Tsd € (2022: 25.953 Tsd €, ab Erwerb 17. November bis 31. Dezember) und das EBITDA vor Sondereinflüssen (d.h. vor Effekten aus der Kapitalkonsolidierung) beträgt 25.177 Tsd € (2022: -2.626 Tsd €, ab Erwerb 17. November bis 31. Dezember). Trotz der anspruchsvollen Marktbedingungen hält die Benvic Gruppe weiterhin an ihren strategischen Zielen fest, um ihre Positionierung als führender Anbieter in Europa zu halten. v. Hydrocarbons & Solvents (HCS Group)Das Geschäft der HCS Group umfasst die operativen Gesellschaften:
Geschäftsentwicklung HCS-Gesellschaften:Seit dem 01. September 2023 ist die HCS-Gruppe Teil der ICIG. Auch die HCS Gruppe leidet unter dem Einfluss der allgemein schwachen Konjunktur. Diese trifft die Gruppe vor allem bei Druckfarben und bei Lösungsmitteln, die indirekt im Baugewerbe eingesetzt werden. Als Folge konnten die Kapazitäten der deutschen Standorte nicht ausgelastet werden. Trotz zufriedenstellender Margen blieb das Ergebnis damit hinter den Erwartungen zurück. Der Umsatz der Hydrocarbons & Solvents Plattform beläuft sich im Jahr 2023 auf rund 169.427 Tsd € und das EBITDA vor Sondereinflüssen (d.h. vor Effekten aus der Kapitalkonsolidierung) beträgt 2.038 Tsd € für den Zeitraum ab Erwerb (01. September) bis zum Jahresende. Für 2024 ist die HCS-Gruppe etwas zuversichtlicher, wenngleich nicht mit einer wesentlichen konjunkturellen Erholung gerechnet wird. Demzufolge versucht man durch diszipliniertes Kostenmanagement und Steuerung der Investitionsausgaben die nicht zufriedenstellende Umsatzentwicklung zum Teil auszugleichen. vi. Sonstige (Enterprises)Folgende Unternehmen sind der Plattform Enterprises zugeordnet:
Der Umsatz der Plattform Enterprises beläuft sich im Jahr 2023 auf rund 531.173 Tsd € (2022: 173.348 Tsd €, verkürzte Periode) und das EBITDA vor Sondereinflüssen (d.h. vor Effekten aus der Kapitalkonsolidierung) beträgt 28.552 Tsd € (2022: 21.038 Tsd €, verkürzte Periode). Geschäftsentwicklung ENKA Gruppe:Im Jahr 2023 verzeichnete die ENKA Gruppe einen Rückgang der Absatzvolumina, während die Preise auf einem stabilen Niveau blieben. Die Textillieferkette war überbestückt und unter Druck aufgrund günstiger Importe aus Asien. Die positive Entwicklung des EBITDA resultierte aus niedrigeren Kosten für Rohstoffe und Energie sowie positive Lageranpassungen. Für die kommenden Jahre wird nur ein leichter Anstieg der Absatzvolumina erwartet, jedoch mit einer möglicherweise ungünstigeren Produktmischung. Geschäftsentwicklung CarboTech-Gruppe:Im zurückliegenden Jahr 2023 verzeichnete die CarboTech Gruppe ein im Rahmen der Erwartungen liegendes Umsatzwachstum sowie Ergebnis. Die im Jahr 2022 begonnenen Investitionsprojekte wurden erfolgreich abgeschlossen und zeigten erste Erfolge. Verhandlungen zur Vertragsverlängerung mit strategischen Lieferanten begannen, während eine gesteigerte Kostensensibilität die Liquidität verbesserte. Die Projekte zur Steigerung des Service-Umsatzes begannen vielversprechend und werden fortgesetzt. Für das Jahr 2024 werden leichte Steigerungen bei Umsatz und EBITDA erwartet. Geschäftsentwicklung Rütgers Organics Gruppe:Im Geschäftsjahr 2023 verzeichnet die Rütgers Organics Gruppe einen im Rahmen der Erwartungen liegendes Ergebnis. Die Corona-bedingte Sonderkonjunktur aus 2021 und 2022 hat sich erwartungsgemäß abgeschwächt, was sich vor allem im Heimwerkerbereich zeigte. Durch geschicktes Margenmanagement gelang es dennoch, ein auf dem Niveau der Vor-Corona-Jahre liegendes Ergebnis zu erzielen. Mit der Akquisition der Froschemie zu Beginn 2024 wird insbesondere die Position in Spanien deutlich verbessert. Geschäftsentwicklung Corden BioChem Gruppe:Im Jahr 2023 erlebt die Corden BioChem Gruppe eine hohe Nachfrage nach Fermentationskapazität und Downstream-Verarbeitung für eine Vielzahl von Projekten, was zu einer Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Vorjahr führte. Aufgrund der relativ hohen Standortkosten bleibt die Ausweitung der Projekte zu dauerhaften Geschäften jedoch eine Herausforderung. Für 2024 wird ein leichtes Wachstum - weiterhin im Wesentlichen bei Projekten - angestrebt. Geschäftsentwicklung VYNOVA PPC SAS:Nach der sehr hohen Nachfrage speziell nach Kalilauge und Kali-Derivaten im Jahr 2022 hat sich das Geschäft aus den schon bei der Vynova-Gruppe erwähnten Gründen im Jahr 2023 wieder normalisiert, bei aber immer noch soliden Margen. Damit lag das Ergebnis zwar unter dem Vorjahr und unter den Erwartungen, historisch aber auf einem zufriedenstellenden Niveau. Aufgrund einiger Produktionsstörungen konnte die theoretische Kapazität nicht komplett ausgeschöpft werden; die diesbezüglichen Probleme wurden jedoch zwischenzeitlich behoben. Für das Jahr 2024 wird eine moderate Verbesserung angestrebt, obwohl die konjunkturellen Unsicherheiten bleiben. Geschäftsentwicklung Inprotec Gruppe:Aufgrund des Auslaufens einiger Sonderfaktoren sowie des Rückgangs der Nachfrage bei einem Großkunden blieben Umsatz und Ergebnis deutlich hinter 2022 zurück. Die im Laufe des Jahres eingeleiteten Vermarktungsbemühungen und Produktivitäts-Maßnahmen zeigten jedoch im Verlauf des Jahres erste positive Wirkung, so dass das Ergebnis besser als erwartet ausfiel. Die erfolgreiche Fortsetzung dieser Aktivitäten führt zu einer Umsatz- und Ergebniserwartung für 2024, die deutlich über dem Vorjahr liegt. Geschäftsentwicklung MSSA Gruppe:Die MSSA Gruppe zeigt im ersten Jahr ihrer Zugehörigkeit zur ICI Group GmbH eine unterdurchschnittliche Leistung bei Umsatz, EBITDA und Deckungsbeitrag, hauptsächlich aufgrund des Rückgangs der Natriumverkäufe. Trotz positiver Ergebnisse bei Chlor und Lithium bleibt das EBITDA unter den Erwartungen. Die gründliche Analyse der Vertriebsstrategie und mögliche Anpassungen sind erforderlich, um die Rentabilität zu steigern und die Unternehmensziele zu erreichen. Auf Basis verbesserter Margen sowie einer weiteren Ausdehnung des Lithium-Geschäftes wird mit einer Ergebnissteigerung im Jahr 2024 gerechnet. Geschäftsentwicklung Lülsdorf Functional Solutions:Lülsdorf Functional Solutions GmbH, Teil der ICIG seit dem 1. Juli 2023, verzeichnete 2023 eine trotz schwacher Nachfrage und Auslieferungsverzögerungen positive Ergebnisentwicklung, die die Planungen übertraf. Die Integration des Kali-Derivate-Geschäftes in die Vynova Gruppe wurde erfolgreich vollzogen. Des Weiteren wurden erste Initiativen zur Vermarktung des Standortes begonnen. Für 2024 wird von einem stabilen positiven Ergebnis ausgegangen. Ein Schwerpunkt wird die erfolgreiche Entkopplung aus dem Evonik Konzern und Integration aller IT-Systeme in die ICI Gruppe sein. IV. Vermögens-, Finanz- und ErtragslageDie ICI Group GmbH hat im Jahr 2023 Konzernkreisänderungen vorgenommen, die auf dem Erwerb der in Abschnitt III a. genannten Gesellschaften beruhen. Ein Vergleich von Kennzahlen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zwischen dem 31. Dezember 2023 und dem 31. Dezember 2022 ist daher nicht aussagekräftig. Die für uns wesentlichen Indikatoren sind die Umsatzentwicklung und die EBITDA-Marge. Der Konzernumsatz der ICI Group GmbH belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf 2.732 Mio € nach 1.119 Mio € im Vorjahr (verkürzte Periode). Der ursprünglich budgetierte Umsatz für das Jahr 2023 belief sich auf 4.242 Mio €. Die EBITDA-Marge bereinigt um Effekte aus der Kapitalkonsolidierung belief sich auf 3,4%. Im Vorjahr lag die ebenso bereinigte (und um einmalige Effekte aus der Vereinnahmung negativer Unterschiedsbeträge bereinigte) EBITDA-Marge bei 6,1%. Die ursprünglich budgetierte EBITDA-Marge belief sich auf 11,9%. Die Umsatzkosten beliefen sich in Summe auf 2.541 Mio € (Vorjahr: 1.008 Mio €, verkürzte Periode) und setzen sich wie folgt zusammen: Der Materialaufwand belief sich im Berichtsjahr auf 1.097 Mio €. (Vorjahr: 388 Mio €, verkürzte Periode). Der Materialaufwand im Verhältnis zum Umsatz veränderte sich von 34,6% im Vorjahr auf 40,1% in 2023. Die Energieaufwendungen beliefen sich im Jahr 2023 auf 317 Mio € (Vorjahr: 228 Mio €, verkürzte Periode) und sanken in Relation zum Umsatz auf 11,6%. (Vorjahr 20,4%). Die sonstigen variablen Produktionskosten beliefen sich auf 295 Mio € (Vorjahr: 119 Mio €, verkürzte Periode). In Relation zum Umsatz erhöhten sich von 10,6% des Umsatzes im Jahr 2022 auf 10,8% in 2023. Die variablen Produktionskosten beliefen sich auf 1.758 Mio € (Vorjahr: 735 Mio €, verkürzte Periode) und sanken in Relation zum Umsatz auf 64,4%., was leicht unter dem Vorjahresniveau liegt (65,6%). Die fixen Produktionskosten beliefen sich auf 783 Mio € (Vorjahr: 273 Mio €, verkürzte Periode) und erhöhten sich in Relation zum Umsatz auf 28,6%.(Vorjahr 24,4%). Das darin enthaltene Abschreibungs-, Wertminderungs- und Wertaufholungsvolumen der Gruppe auf das Anlagevermögen und auf die Nutzungsrechte belief sich auf rund 370 Mio € (Vorjahr: 98 Mio €, verkürzte Periode), und entsprach circa 20,4% (Vorjahr: 6,3 %) des Nettobuchwertes. Die Bruttomarge lag bei 191 Mio € (Vorjahr: 111 Mio €, verkürzte Periode). Die Vertriebs-, Forschungs- und Verwaltungsaufwendungen beliefen sich auf 295 Mio € (Vorjahr: 96 Mio €, verkürzte Periode), was einer Umsatzrelation von 10,8% (Vorjahr: 8,6%) entspricht. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen lag bei ca. 65 Mio € (Vorjahr 1.337 Mio €) negativ und deutlich geringer als im Vorjahr. Im Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen sind 111 Mio € positive Effekte aus der Vereinnahmung negativer Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung aus dem Erwerb der MSSA (48 Tsd €), der Gesellschaften Lülsdorf/Wesseling (51 Mio €) und der HCS-Gruppe (59 Mio €), sowie Aufwand i.H.v. 180 Mio € durch Wertberichtigungen in Folge von ImpairmentTests enthalten. Der positive Saldo des Vorjahresjahres ist im Wesentlichen geprägt durch positive Effekte aus der Kapitalkonsolidierung (das sind der Ertrag aus der Vereinnahmung eines negativen Unterschiedsbetrages i.H.v. 348 Mio € resultierend aus dem Erwerb der restlichen 50%-Anteile an der ICI S.E., der ICI 2 S.E., der ICI 3 S.E. und der ICI 4 S.E. und der Ertrag aus der Fair Value-Aufwertung der At-Equity-Beteiligungen i.H.v. 1.034 Mio €). Das Ergebnis vor Steuern war mit 163 Mio € negativ und - bedingt durch die beschriebenen Sondereffekte der Abspaltung im Vorjahr - deutlich geringer als im Vergleich zum Vorjahr (2.220 Mio €). Das Konzernjahresergebnis war mit 145 Mio € negativ und lag damit deutlich unter dem positiven Vorjahreswert (2.224 Mio €). Die Bilanzsumme sank leicht von 4.372 Mio € im Vorjahr auf nunmehr 4.201 Mio € zum 31. Dezember 2023. Das Eigenkapital verblieb nahezu auf Vorjahresniveau, von 2.852 Mio € in 2022 auf 2.681 Mio € in 2023; dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 63,8%.(Vorjahr 65,2%) Die größten Bilanzpositionen auf der Aktivseite zum 31. Dezember 2023 sind die immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen, Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Kassenbestand und Bankguthaben. Die Summe aus kurz- und langfristigen externen Finanzierungen belief sich auf 584 Mio € Ende 2022 und auf 537 Mio € zum 31. Dezember 2023; dies entspricht einem relativen Anteil an der Bilanzsumme von 13,4 % im Vorjahr auf 12,8 % in 2023. Die langfristigen Vermögenswerte weisen einen Anteil von 46,3 % (Vorjahr 37,5 %) an der Bilanzsumme auf. Im Vergleich zu den kurzfristigen Vermögenswerten exkl. der liquiden Mittel beträgt das Verhältnis 2,0. Die größten Bilanzpositionen auf der Passivseite zum 31. Dezember 2023 sind die Gewinnrücklagen, langfristige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Im nachfolgenden Abschnitt des Lageberichts wird eine eingehende Analyse der externen finanziellen Verbindlichkeiten des Unternehmens dargelegt. Der Cashflow i.H.v. insgesamt -552 Mio € ist unter anderem durch Akquisitionen und Rückzahlungen von Darlehen geprägt. Die Gruppe verfügt Ende 2023 über einen Barmittelbestand i.H.v. 1.287 Mio €, was 30,6 % der Bilanzsumme entspricht (Vorjahr 42,0 %). Folgend sind die wesentlichen Darlehensverträge der ICI Group GmbH dargestellt: Am 1. September 2016 sicherte sich Vynova Belgium N.V. ein Darlehen über 37,7 Mio. € von einer deutschen Geschäftsbank mit Hermes-Absicherung. Die Auszahlung erfolgte bis 2018. Gemäß Vertrag muss Vynova eine maximale Verschuldungsquote (Nettofinanzschulden zu EBITDA) einhalten, was halbjährlich überprüft wird. In allen überprüften Perioden wurde diese Finanzkennzahl eingehalten. Das Darlehen wurde im Dezember 2023 vollständig zurückgezahlt. Die Vynova Financing Group, einschließlich der VYNOVA Holding S.A., unterzeichnete am 29. Juli 2022 ein Darlehensabkommen über 600 Mio. € mit internationalen Banken. Die Tranchen umfassten eine 400 Mio. € Darlehensfazilität, welche Ende 2023 vollständig ausbezahlt wurde und eine 100 Mio. € revolvierende Kreditfazilität, welche in 2023 nicht in Anspruch genommen wurde. Mit Datum 13.06.2024 wurde mit der Gruppe der Darlehensgeber im Rahmen einer Anpassung vereinbart, dass u.a. die Finanzkennzahlenvorgaben in den ersten drei Quartalen des Jahres 2024 modifiziert werden; danach gelten wieder die alten Bedingungen. Nach der Umstellung der KOH-Quecksilber-Elektrolyse in Thann, Frankreich, auf das Membran-Verfahren wurde 2016 ein Darlehen über 35,6 Mio. € von einer deutschen Geschäftsbank mit Hermes-Deckung aufgenommen. Im Rahmen einer Einigung mit dem Gläubiger wurde die Laufzeit bis zum 29. August 2035 verlängert, Covenants auf die Verschuldungsquote begrenzt und zusätzliche Sicherheiten bereitgestellt. Das Darlehen wurde im November 2023 vollständig zurückgezahlt. Im Kontext von Factoring-Transaktionen werden finanzielle Vermögenswerte übertragen. Verschiedene Factoring-Vereinbarungen ermöglichen die monatliche fortlaufende Abtretung kurzfristiger Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Factoring-Institute. Zum Stichtag betrug das Nominalvolumen der übertragenen Forderungen 92.073 Tsd €. Eine detaillierte Aussage zum Auftragsvolumen am Bilanzstichtag lässt sich aufgrund der Heterogenität der Geschäfte nicht treffen. Der überwiegende Teil der Gesellschaften hat jedoch keine bindenden Quartals- oder gar Jahresaufträge, sondern in der Regel ein Auftragsvolumen von ein bis zwei Monaten Vorlauf. V. Sonstige KennzahlenDer Unternehmenswert unserer Unternehmensgruppe wird sowohl von finanziellen als auch von nichtfinanziellen Einflussfaktoren beeinflusst. Diese Faktoren umfassen die Beziehungen zu Kunden und Mitarbeitern, die Technologieposition sowie Umweltbelange. Es ist für unsere Unternehmensgruppe von großer Bedeutung, als attraktiver und verantwortungsbewusster Arbeitgeber dauerhaft hochqualifizierte und engagierte Mitarbeiter an uns zu binden. Zusätzlich ist es unser Ziel, Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die auch zukünftig den Anforderungen von Kunden, Geschäftspartnern und Umwelt gerecht werden und gleichzeitig den Kundennutzen nachhaltig steigern. Produktionsprozesse sollten darauf ausgerichtet sein, Ressourcen zu schonen und Emissionen so weit wie möglich zu minimieren. Die ICIG betrachtet diese Aspekte als essenzielle Komponenten für eine wegweisende Positionierung im Wettbewerb, unabhängig von spezifischen Unternehmensdetails. VI. Umwelt- und ArbeitnehmerbelangeNachhaltigkeitZum Ende des Jahres 2023 wurde ein Chief Sustainability Officer (CSO) ernannt, der eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie spielen wird. Dieser wird in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Plattformen die Nachhaltigkeitsprojekte und -strategien koordinieren sowie damit beginnen, Nachhaltigkeitsziele zu erarbeiten und das Nachhaltigkeitsberichtswesen im Jahr 2024 aufbauen. Diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, sicherzustellen, dass unsere Unternehmensgruppe nicht nur als attraktiver Arbeitgeber gilt, sondern auch als Vorreiter in Bezug auf nachhaltige Praktiken. Durch die Verankerung von Nachhaltigkeit in unserer Governance-Struktur streben wir danach, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die den höchsten Standards hinsichtlich Kundenanforderungen und Umweltverträglichkeit gerecht werden. Unser Unternehmen betrachtet diese umfassenden Initiativen als entscheidende Bausteine für eine zukunftsweisende Positionierung im Wettbewerb, die zugleich unsere Verpflichtung zur sozialen und ökologischen Verantwortung widerspiegelt. Gesundheitsförderung und ArbeitsschutzIm Rahmen unserer Verantwortung als Arbeitgeber messen wir der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter eine große Bedeutung bei. Unser vorrangiges Ziel ist die Vermeidung von Unfällen und berufsbedingten Krankheiten sowie die langfristige Erhaltung der individuellen Arbeitsfähigkeit. Alle unsere Gesellschaften verpflichten sich, im Bereich Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Umwelt (HSE - Health, Safety & Environment) umfassende Maßnahmen zu ergreifen, um eine sichere Arbeitsumgebung zu gewährleisten und unsere Mitarbeiter in die Lage zu versetzen, Risiken und Unfälle zu vermeiden. Neben reaktiven Maßnahmen verfolgen wir auch einen proaktiven Ansatz, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu stärken. Monatlich erfassen alle operativen Gesellschaften der ICIG betriebliche Unfälle, die daraufhin in Kennzahlen erfasst und sorgfältig überwacht und den selbst gesteckten Zielen gegenübergestellt werden. Darüber hinaus setzen wir auf eine kontinuierliche Analyse potenzieller Risiken, um frühzeitig präventive Maßnahmen zu ergreifen. Da die Unfallstatistiken aufgrund der sehr heterogenen Geschäftstätigkeiten schwer vergleichbar sind, verwenden wir individuelle Zielvereinbarungen mit den Gesellschaften. Die Unternehmen innerhalb der ICIG sind bestrebt, nicht nur auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren, sondern auch proaktiv Risiken zu identifizieren und zu minimieren. Hierbei spielt die Durchführung intensiver Schulungen eine Schlüsselrolle, um das Bewusstsein für Arbeitssicherheit zu schärfen und sicherheitsrelevante Fähigkeiten zu stärken. VII. Investitionen, Forschung und EntwicklungDas zahlungswirksame Investitionsvolumen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lag bei rund 264,1 Mio € (Vorjahr: 100,8 Mio €); ; und lag somit über dem Niveau der planmäßigen Abschreibungen. Investitionen wurden im Wesentlichen getätigt für das EDCAR3-Projekt der Vynova Gruppe in Runcorn, der Kapazitätserweiterung der Nease Co LLC in den Vereinigten Staaten sowie dem Projekt zur Pandemiebereitschaft der Allessa Gruppe in Fechenheim. Alle Investitionen werden grundsätzlich innerhalb der einzelnen Konzerngesellschaften geplant und vorbereitet, sind jedoch oberhalb individueller Grenzen vom Gesellschafter zu genehmigen. Die Kriterien der Genehmigung beinhalten neben der Rentabilität bzw. der Beurteilung der betrieblichen oder gesetzlichen Notwendigkeit regelmäßig auch die Frage der Finanzierung, die prinzipiell aus den Konzerngesellschaften selbst heraus erfolgen sollte oder als Teil der jeweiligen Plattformstrategie dargestellt wird. Die Investitionsausgaben betreffen schwerpunktmäßig Umweltschutzmaßnahmen, Erweiterungs- und Wachstumsprojekte oder den Ersatz von Aggregaten sowie den Erwerb von Software-Lizenzen. Schon während der Umsetzung laufender Investitionsprojekte erstatten die verantwortlichen Gesellschaften regelmäßig Bericht, um den geplanten Fortschritt und den Erfolg der Maßnahme zu gewährleisten. Das aus bereits genehmigten Investitionen vorliegende Obligo beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 65 Mio € und ist durch eigenen Cashflow oder durch Gesellschafterdarlehen gedeckt. Das für die Investitionen Dargestellte gilt auch für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Auch diese sind innerhalb der Gesellschaften zu verantworten. Grundsätzliche Projekte von finanziell oder inhaltlich größerer Tragweite werden jedoch nur in Abstimmung mit dem Gesellschafter eingeleitet. Unabhängig davon kann es Themen geben, die aus Sicht des Gesellschafters angestoßen werden, da sie unter Umständen Möglichkeiten der Produktentwicklung für mehrere Konzerngesellschaften bieten können. Das Niveau der Forschungs- und Entwicklungsausgaben lag bei 0,7% vom Umsatz (Vorjahr 0,5%) und ist damit eher gering, da die Gesellschaften der Gruppe in der Regel keine eigenen Forschungsaktivitäten tätigen und diesbezüglich keine größeren Projekte zu genehmigen waren. VIII. PersonalentwicklungDer Personalstand der Gruppe lag im Durchschnitt 2023 bei 5.353 Mitarbeitenden (Vorjahr: 4.215 Mitarbeitende). Die Belange der Arbeitnehmer liegen in der Verantwortung der Einzelgesellschaften, die sich aufgrund ihrer individuellen und lokalen Gegebenheiten und in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern darum kümmern. Für das Jahr 2024 ist die Ernennung eines ICIG Human Resources Development Managers geplant, der gruppenübergreifende Aspekte auf der Ebene der Holding bündelt, ohne die direkte Verantwortung der Plattformen und Enterprises damit einschränken zu wollen. IX. Risiko-ManagementEines der Grundprinzipien der ICI GmbH ist die dezentrale Verantwortung der Geschäftsführungen der Konzerngesellschaften für ihr jeweiliges Geschäft. Dies entbindet jedoch den Gesellschafter nicht davon, jederzeit ein transparentes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Chancen und Risiken der einzelnen Unternehmen auch im Hinblick auf die jeweilige Plattformstrategie zu haben. - Delegation of Authorities (DoA)In den Satzungen der Gesellschaften ergänzt um die DoA sind gesellschaftsspezifisch die wesentlichen Grundregeln festgelegt, denen sich die Gesellschaften, innerhalb ihrer Eigenverantwortlichkeit für ihr Geschäft, verpflichten. Dies bezieht sich auf Regelungen zu Investitionen, Finanzierung, Personalanpassungen, Vertragswesen und Ähnlichem und stellt den Rahmen dar, innerhalb dessen die Geschäftsführungen eigenständig operieren können. Die Einhaltung der DoA wird stichprobenweise durch externe Audits überprüft. - ReportingDas Reporting besteht aus einer ausführlichen jährlichen Planung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage je Gesellschaft sowie einem Monatsbericht, der neben der vergleichenden Entwicklung des Monats auch eine schriftliche Analyse der Geschäftsentwicklung enthält. Darüber hinaus sind die Gesellschaften verpflichtet, eine monatliche Liquiditätsplanung auf Wochenbasis für das Folgequartal zu erstellen, die es der jeweiligen Gesellschaft und dem Gesellschafter ermöglichen, Risikoentwicklungen der Liquiditätslage frühzeitig zu erkennen. Zudem besteht damit für die Gesellschaft die Möglichkeit, einen sich ergebenden Finanzbedarf, z.B. aufgrund von Investitionen, ebenso wie auch Liquiditätsüberschüsse zu lokalisieren und frühzeitig entsprechende Maßnahmen zur Liquiditätsoptimierung einzuleiten. Das monatliche Reporting wird im Rahmen regelmäßiger Telefonkonferenzen erläutert und ausführlich besprochen. - Management ReviewsIn regelmäßigen Abständen finden zudem Management Reviews der Geschäftsführung der ICI Group GmbH mit den einzelnen Plattformen bzw. den Gesellschaften der Enterprise-Gruppe statt. Im Rahmen der Eigenständigkeit der einzelnen Gesellschaften dienen diese dazu, neben der Möglichkeit einer ausführlicheren Darstellung der Geschäftslage auch die strategischen Themen der Gesellschaften und Gruppen intensiver darzustellen und zu hinterfragen. Mit der dargestellten Risiko-Management-Struktur besteht die Möglichkeit, sich bietende Chancen ebenso wie unvorhergesehene Entwicklungen regelmäßig zu erfassen, zu beobachten und sich über Maßnahmen des jeweiligen Managements berichten zu lassen. X. Chancen- und RisikoberichtDie Geschäftsführer der jeweiligen Gesellschaften steuern ihre Gesellschaften insbesondere nach den finanziellen Leistungsindikatoren Umsatz, EBITDA und EBITDA in % vom Umsatz. Für das Jahr 2025 lassen sich die wichtigsten Chancen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaften der ICI Group GmbH wie folgt zusammenfassen. Hohe Bedeutung:
Mittlere Bedeutung:
Geringere Bedeutung:
Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für das Jahr 2025 (absteigend sortiert nach Bedeutung): Hohe Bedeutung
Der Ukraine-Krieg mit den erheblichen Auswirkungen auf Energiepreise und -Versorgung ist für alle Gesellschaften der Gruppe weiterhin das mit Abstand größte Risiko. Die weiterhin erheblichen Energiekostensteigerungen müssen im Markt weitergegeben werden und stellen einen deutlichen Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu US- oder asiatischen Wettbewerbern dar. Verbunden damit bleibt die Unsicherheit, wie lange dies noch zu Nachfragerückgängen führen wird.
Im Geschäftsjahr 2023 verzeichnete die globale Inflation eine anhaltend hohes Niveau und führte in zahlreichen Regionen zu einer kritischen Erhöhung der Lebenshaltungskosten. Vieles deutet darauf hin, dass die Inflation Ende 2023 ihren Höhepunkt erreicht hat, es bleibt jedoch unsicher, ob sie sich zügig auf ein akzeptables Niveau zurückentwickelt und somit den Spielraum für Zinssenkungen eröffnet. Sollte dies nicht der Fall sein wirkt sich dies weiterhin bremsend auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung aus.
Den Risiken durch Rohstoffpreisschwankungen oder durch Schwankungen in anderen wesentlichen Einkaufspositionen wird im Wesentlichen in zweifacher Weise begegnet. Zum einen durch auf die Budget-Periode bezogene Einkaufskontrakte, sofern dies möglich ist. Zum anderen durch auf die Einkaufsperiode abgestimmte Kundenkontrakte, die es uns ermöglichen, im Falle von unvermeidbaren Rohstoff- oder sonstigen Kostensteigerungen durch Preisanpassungen auf der Kundenseite reagieren zu können. Es bleibt keine Wahl als die massiv gestiegenen Rohstoffpreise konsequent an die Kunden weiterzugeben, verbunden mit dem bereits beschriebenen Risiko, dass dies perspektivisch zu Nachfragerückgängen führen kann. Mittlere Bedeutung:
Die Eigenständigkeit der Gruppengesellschaften stellt besondere Anforderungen an die Liquiditätsplanung und -steuerung. Sowohl im Rahmen der Budget-Erstellung als auch der regelmäßigen Reviews ist die Beurteilung der Liquiditätslage ein Schwerpunkt der Analysen. Die Gesellschaften sind solide finanziert über Kredite sowie Factoring-Finanzierungen. Daneben gibt es einige Gesellschaften mit Gesellschafterdarlehen. Wir sehen derzeit keine grundsätzlichen Liquiditätsrisiken unserer Gesellschaften bzw. Gruppen, werden aber weiter an der Liquiditätsplanung und Cashflow-Optimierung arbeiten, um die Anfälligkeit bei Störeinflüssen zu vermindern.
Währungsrisiken stellen innerhalb der Gruppe, aber auch bezogen auf Einzelgesellschaften, kein größeres Risiko dar. Wir analysieren regelmäßig die Währungsrelationen unserer Gesellschaften, jedoch gibt es keine Risikopositionen, die sich in erheblichem Maße auf die wirtschaftliche Entwicklung einer Gesellschaft auswirken würden. Viele Gesellschaften konzentrieren sich entweder auf den Euro-Raum oder Nordamerika und sind insofern nur in geringem Ausmaß von Wechselkursschwankungen betroffen. Zum 31. Dezember 2023 weist die ICI Group GmbH 244 Tsd € Fremdwährungsderivate in den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten aus; diese Derivate wurden abgeschlossen zum Zweck der Absicherung gegen Wechselkursrisiken. Geringe Bedeutung:
Risiken aus Grundstücksbesitz können sich insbesondere aus den Altlasten früherer Nutzungen ergeben. Dem begegnen die Gesellschaften, indem sie Sanierungspflichten und sonstige behördliche Auflagen erfüllen. Zur bilanziellen Vorsorge werden angemessene Rückstellungen gebildet. Aus diesem Risikoaspekt ergeben sich aus Sicht des Managements keine unbeherrschbaren Sachverhalte. Risiken aus der Produktion können durch austretende Stoffe oder allgemein durch Störungen im Prozessablauf auftreten. Um dies zu verhindern werden neben der Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben und Genehmigungsauflagen in den besonders sensitiven Produktionsbetrieben Umweltmanagementsysteme geführt, die neben ausführlichen Prozessbeschreibungen, Verhaltensregeln und Prüfzyklen auch die Erfassung von Störungen jeglicher Art regeln und Eskalationskriterien bei auftretenden Störungen beinhalten, inklusive eindeutiger Vorgaben zur Kommunikation an Behörden und die Öffentlichkeit, je nach Bedeutung eines Störfalls. Ebenso werden regelmäßig Störfallübungen durchgeführt. Zur finanziellen Absicherung von Umweltrisiken wurde eine gruppenweite Umwelthaftpflichtversicherung abgeschlossen. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass die Chancen und Risiken im Vergleich zum Vorjahr aus unserer Sicht weitgehend stabil geblieben sind. Die Geschäftsführung sieht insgesamt keine bestandsgefährdenden Risiken und ist zuversichtlich, dass die Geschäftspläne der Gesellschaften eine solide Basis für die Zukunft darstellen. XI. AusblickIn Anbetracht der weiterhin erheblichen und schwer quantifizierbaren gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Verwerfungen, die durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundene Inflation und Zinssteigerung verursacht wurden, bleiben die Erwartungen für das Jahr 2024 mit einer erhöhten Unsicherheit behaftet. Die Budgeterstellung für 2024 erfolgte daher mit großer Vorsicht, da die Risiken durch die unvorhersehbaren Entwicklungen zugenommen haben. Auf Basis der im Dezember 2023 erstellten Forecasts der Einzelgesellschaften, die auf deren individuellen Planungen basieren, erwarten wir ein Umsatzvolumen von etwa 3.400 Mio. € mit einer EBITDA-Marge von ca. 6,2 %. Da die Gesellschaften nahezu keine direkten Geschäftsbeziehungen zu Russland oder in die Ukraine unterhalten, ist ein unmittelbarer Einfluss auf die Geschäfte gering. Jedoch sind die indirekten Auswirkungen, insbesondere auf Energiepreise und -versorgung sowie die inflationsbedingten Nachfragerisiken, spürbar und führen zu einer erhöhten Unsicherheit der Budgets. Im Bereich der Nachhaltigkeit werden wir uns vor allem mit der Vorbereitung zum Aufbau des notwendigen Berichtswesens (CSRD) für das erste zu auditierende Geschäftsjahr 2025 beschäftigen. Im Bereich der Arbeitssicherheit liegt der Fokus darauf, die neu akquirierten Gesellschaften hinsichtlich Arbeitssicherheit und Unfallgeschehen dabei zu unterstützen, unsere Standards zu erreichen. Die Budgetierungsphase für das Jahr 2025 ist derzeit noch im Gange. Bereits jetzt ist jedoch abzusehen, dass auch 2025 die Erholung nur moderat verläuft. Die globale Rezession, die weiterhin hohe Inflation und die in Europa anhaltend hohen Energiepreise führen zu einer anhaltenden Nachfrageschwäche und einem Importdruck in Energiepreis-sensitiven Branchen. Zudem hat die straffe Geldpolitik die Finanzierungskosten erheblich erhöht. Daher rechnen wir höchstens mit einer gemäßigten Verbesserung der Umsatz- und Margenentwicklung im Vergleich zu 2024. Ungeachtet der aktuellen Herausforderungen bleibt es ein zentrales Ziel der ICI Group GmbH, das bestehende Portfolio von Konzerngesellschaften zu optimieren, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Einzelgesellschaften zu stabilisieren und kontinuierlich zu verbessern. Darüber hinaus streben wir an, durch gezielte Zukäufe bestehende Geschäfte zu ergänzen oder neue Geschäftsfelder zu akquirieren, die zum Geschäftsmodell passen. Notwendige Restrukturierungen in einzelnen Gesellschaften werden weiterhin zielstrebig verfolgt, um jede Beteiligung wirtschaftlich ertragreich weiterzuentwickeln. XII. Ereignisse nach dem BilanzstichtagICIG hat am 29. Februar 2024 die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an Vasant Chemicals, einem indischen Unternehmen, das auf die Herstellung von Spezialchemikalien und pharmazeutischen Zwischenprodukten spezialisiert ist, erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen wird in die WeylChem-Gruppe, die Feinchemie-Plattform der ICIG, integriert. Diese Übernahme ist ein wichtiger Bestandteil der strategischen Initiative von WeylChem, seine Präsenz auf dem globalen Markt für Spezialchemikalien auszubauen. Die Rütgers Organics Gruppe wurde zum 31. Januar 2024 durch die Akquisition der spanischen Froschemie Wood Protection, S.L. in ihrem Holzschutz gestärkt. Froschemie hat sich in verschiedenen Branchen eine starke Präsenz aufgebaut, von Sägewerken und Möbelherstellung bis hin zur Imprägnierung von Telefonmasten, Holzkonstruktionen, Häusern und mehr. Der Bereich der ICIG Ventures wurde durch den Erwerb einer weiteren Minderheiten-Beteiligungen an Cellugy am 16. Mai 2024 weiter gestärkt. Cellugy ist auf die patentierte fermentative Produktion von Bakterienzellulose spezialisiert und erweitert die bestehenden Aktivitäten der Corden BioChem. Ende Juni beantragte die WeylChem InnoTec GmbH beim Amtsgericht Frankfurt ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Am 27. Juni 2024 wurde die vorläufige Eigenverwaltung gerichtlich angeordnet. Umsatzeinbrüche durch gekündigte Großaufträge sowie Belastungen durch hohe Infrastruktur- und Personalkosten bedrohten die Zahlungsfähigkeit. Die Geschäfte werden mit allen knapp 140 Mitarbeitern in den Industrieparks Frankfurt-Höchst und Frankfurt-Fechenheim fortgeführt und von einem gerichtlich bestellten Sachwalter überwacht. Zum 30. August 2024 wurde das vorläufige Verfahren in ein förmliches Verfahren unter Eigenverwaltung überführt. In Zusammenarbeit mit dem Sachwalter wird weiterhin an einer optimalen Nutzung der verschiedenen Betriebe und Geschäftseinheiten gearbeitet. Am 01. September 2024 wurde der Erwerb des Superabsorber-Geschäfts von Evonik durch die ICIG abgeschlossen und damit eine neue Plattform zur ICI-Gruppe hinzugefügt. Das Superabsorber-Geschäft, mit rund 1.000 Mitarbeitern und Produktionsstätten in Deutschland und den USA, erwirtschaftete 2023 einen Umsatz von 892 Mio €. Im Juli 2024 hat die ICI Gruppe mit Clariant eine Vereinbarung zum Kauf der stillgelegten Bioethanolanlage in Podari, Rumänien, unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion wird im Oktober 2024 erwartet. Zukünftig wird der Standort von ICIGs Biotechnologie-Tochter Corden BioChem betrieben. Als Biotechnologie-CDMO betreibt Corden BioChem bereits eine der größten Fermentationsanlagen Europas im Industriepark Frankfurt-Höchst, Deutschland. Vorbehaltlich der Genehmigung der EU-Kommission, wird die ICIG zum 01. November 2024 das Benzyl-Derivate-Geschäft von Valtris Speciality Chemicals erwerben. Organisatorisch wird dieser Neuerwerb der Vynova-Plattform zugeordnet. Die Gesellschaft ist im Bereich Benzylchlorid und dessen Derivaten aktiv. Die Produkte werden in Produktionsstätten in Maastricht und Tessenderlo gefertigt.
Frankfurt am Main, der 09.10.2024 Dr. Achim Riemann, Geschäftsführer KonzernbilanzAktiva
Konzerngewinn- und Verlustrechnung
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Entwicklung des Konzerneigenkapitals
In 2022 sind in den übrigen erfolgsneutralen Aufwendungen und Erträgen, in Folge des sukzessiven Unternehmenszusammenschlusses gemäß IFRS 3.41, die im OCI erfassten Pensionsrücklagen der Gemeinschaftsunternehmen in die sonstigen Rücklagen i.H.v. 32.892 TEUR umgegliedert worden. Konzern-Kapitalflussrechnung
Anhang zum Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2023 der1. Allgemeine Angaben1.1. Allgemeine Angaben zum UnternehmenDie ICI Group GmbH ("die Gesellschaft"), eingetragen im Handelsregister Frankfurt am Main unter der Registernummer HRB 54940, ist ein in Deutschland ansässiges, international tätiges Unternehmen, dessen Aktivitäten in der Beteiligung an anderen deutschen oder ausländischen Unternehmen, anderen Anlagemöglichkeiten, dem Erwerb von allen Arten von Wertpapieren durch Ankauf oder Zeichnung, deren Veräußerung durch Verkauf, Abtretung oder Tausch sowie die Überwachung und Verwertung ihrer Beteiligungen liegen. Beim Erwerb von Beteiligungen konzentriert sich die Gesellschaft auf mittelgroße Chemie- und pharmazeutische Unternehmen. Für die Konzernunternehmen werden zusätzlich Dienstleistungen im Managementbereich erbracht. Die ASCURI GmbH wurde im Januar 2024 in ICI Group GmbH umbenannt und der Sitz der Gesellschaft von Hofheim am Taunus nach Frankfurt am Main verlegt. Zur ICI Group GmbH gehören Unternehmen mit führenden Marktpositionen in der chemischen Industrie und verwandten Industrien. Zur Produktpalette des Konzerns gehören unter anderem Feinchemikalien auf Basis unterschiedlicher Ausgangsstoffe für den Einsatz in der Agrochemie, Waschmittelindustrie, Automobil- und Pharmaindustrie, die Produktion von Chemikalien für die Bauchemie sowie umweltfreundliche Holzschutzmittel, die Herstellung von PVC, Kali, Chlor und feinchemischen Produkten, von Kohlenwasserstoffen und Lösungsmitteln, von Aktivkohleprodukten für die Wasser- und Gasindustrie sowie von Viskose-Filamentgarn für textile Anwendungen. Der Konzernabschluss wurde am 09.10.2024 durch die Geschäftsführung zur Veröffentlichung freigegeben. 1.2. Allgemeine Angaben zur AbschlusserstellungDie ICI Group GmbH (ICI Group) erstellte zum 11.08.2022 erstmalig einen Konzernabschluss. Bis zum 11.08.2022 hielt die Gesellschaft 50% an ihren Beteiligungen und bilanzierte die Gesellschaften nach der Equity-Methode. Weitere Ausführungen sind im Kapitel Unternehmenserwerbe, -veräußerungen und -abgänge enthalten. Der vorliegende Konzernabschluss der ICI Group GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 ist nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), und Interpretationen des IFRS IC, London, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und unter Beachtung der maßgeblichen deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (§ 315e HGB) erstellt worden. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (Tsd €) angegeben. Einige Beträge werden abweichend in Millionen Euro (Mio €) oder in Euro (€) angegeben. Rundungen können dazu führen, dass sich bestimmte Beträge nicht zu einer angegebenen Summe addieren lassen. Die Einzelabschlüsse der konsolidierten Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt worden. Die Bilanzgliederung erfolgt nach der Fristigkeit der Vermögenswerte und Schulden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn sie innerhalb eines Jahres fällig sind oder veräußert werden sollen. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf Basis der Anschaffungskosten mit Ausnahme bestimmter Positionen. Diese Ausnahmen betreffen die Factoring Forderungen, die Vermögenswerte aus leistungsorientierten Versorgungsplänen und derivative Finanzinstrumente, die mit dem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden. Nähere Erläuterungen zu den im Jahr 2023 erfolgten Unternehmenserwerben im Sinne von IFRS 3 erfolgen im Abschnitt 2. "Konsolidierung, Bilanzierung und Bewertung". 1.3. Definition von nicht nach IFRS ermittelten MessgrößenDie ICI Group GmbH berichtet verschiedene alternative Leistungskennzahlen (nicht durch IFRS definiert), da das Management der Ansicht ist, dass diese Kennzahlen entscheidungsrelevant sind, um die Leistung der Geschäfte sowie die Vermögenspositionen und Zahlungsmittelflüsse zu bewerten. Diese Kennzahlen liefern dem Leser zusätzliche Informationen basierend auf einer stetigen und regelmäßigen Berichterstattung. Die ICI Group GmbH steuert ihre Finanzlage mit Hilfe verschiedener Kennzahlen wie beispielsweise Umsatz, Deckungsbeitrag, Deckungsbeitrag in % vom Umsatz, EBITDA und EBITDA Marge in % vom Umsatz. Der Deckungsbeitrag errechnet sich aus dem Umsatz abzüglich variabler Vertriebs- und Produktionskosten. EBITDA umfasst das operative Ergebnis ohne Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Nutzungsrechte. Ebenso sind das Finanzergebnis wie auch Steuern vom Einkommen und Ertrag nicht Bestandteile des EBITDA. Die verwendeten Kennzahlen können sich aufgrund unterschiedlicher Berechnungsmethoden von ähnlich bezeichneten Kennzahlen anderer Konzerne unterscheiden. 1.4. NachhaltigkeitInnerhalb der ICI Group haben mehrere Plattformen ein EcoVadis-Rating erhalten. Im Jahr 2024 erhielt das PVC-Geschäft Vynova ein EcoVadis-Rating in Platin, womit die Vynova-Gruppe zu den besten 1 % von 130.000 bewerteten Unternehmen aus 220 Branchen und 180 Ländern gehört. Benvic und die HCS-Gruppe erhielten ein Gold-Rating, womit sie zu den besten 5 % gehören. Darüber hinaus haben fast alle Gesellschaften der WeylChem-Unternehmensgruppe ein Gold-Rating von EcoVadis erhalten. Governance und ESG-RisikenDie ICI Group hat eine Governance-Struktur für Nachhaltigkeit implementiert sowie die neue Funktion CSO (Chief Sustainable Officer) auf Gruppenebene eingerichtet. Der ICI Group Nachhaltigkeitsrat befasst sich mit entsprechenden Strategien und Initiativen und berichtet an den Vorstand der Gruppe. Im Nachhaltigkeitsrat sind die zentralen Gruppenfunktionen (CEO, CFO, CSO, Rechtsabteilung, Berichterstattung) sowie die Nachhaltigkeits-Experten der ICIG-Plattformen (Geschäftssegmente) vertreten. Der Rat trifft sich vierteljährlich und ist für die nachhaltige Entwicklung und die Klimaschutz-Aspekte der Gruppe verantwortlich. Der Rat ist für die Festlegung und Überwachung der Nachhaltigkeitsstrategie der Gruppe für alle Plattformen, die Überprüfung und Überwachung der Nachhaltigkeitsfortschritte und die Verwaltung des Nachhaltigkeitssystems zuständig. Darüber hinaus sorgt der Rat für angemessene Nachhaltigkeitsschulungen, erleichtert den Wissensaustausch und fördert bewährte Praktiken im Bereich der Nachhaltigkeit unter den Plattformen. Im Einklang mit den CSRD-Anforderungen wird derzeit eine doppelte Wesentlichkeitsbewertung auf ICIG-Ebene durchgeführt, um die wesentlichen Themen der ICIG zu ermitteln. Zudem wird eine Klima-Szenarioanalyse und eine Klima-Risikobewertung im Jahr 2024 durchgeführt. Die Ergebnisse werden dem Rat die notwendigen Informationen liefern, um klima- und ESG-bezogene Risiken und Chancen zu bewerten und zu beherrschen. Im Anschluss daran plant ICIG die Einführung einer Nachhaltigkeitsstrategie und eines Daten-Überwachungssystems auf Konzernebene, um eine konzernweite Abstimmung zu gewährleisten und den Anforderungen der Berichterstattung gerecht zu werden. Konzernabschluss 2023:Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften:Die ICI Group GmbH hat - sofern im Folgenden nichts anderes angegeben ist - die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden einheitlich angewandt, die am Abschlussstichtag 31. Dezember 2023 galten. Erstmals anzuwendende RechnungslegungsstandardsDie folgenden Standards und Interpretationen waren im Geschäftsjahr erstmalig anzuwenden:
1) anzuwenden auf Berichtsjahre beginnend an
oder nach dem Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung
Neue Rechnungslegungsvorschriften - bereits durch die EU übernommenDie folgenden Standards und Interpretationen sind frühestens für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Die ICI Group GmbH macht von einer vorzeitigen Anwendung keinen Gebrauch.
1) anzuwenden auf Berichtsjahre beginnend an
oder nach dem Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung
Neue Rechnungslegungsvorschriften - noch nicht durch die EU übernommenBei den folgenden Standards und Interpretationen steht die Anerkennung (Endorsement) durch die EU noch aus. Die ICI Group GmbH wendet diese Standards und Interpretationen nicht vorzeitig an. In der folgenden Tabelle sind die neuen Anforderungen aufgeführt, die vom IASB bis Juni 2024 veröffentlicht wurden.
1) anzuwenden auf Berichtsjahre beginnend an
oder nach dem Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung
2. Konsolidierung, Bilanzierung und Bewertung2.1. KonsolidierungskreisDer Konzernabschluss beinhaltet Tochtergesellschaften und gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations). Tochtergesellschaften sind diejenigen Gesellschaften, bei denen die ICI Group unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt oder aufgrund ihrer wirtschaftlichen Verfügungsgewalt aus der Tätigkeit der betreffenden Gesellschaften mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen ziehen kann bzw. die Risiken tragen muss. In der Regel manifestiert sich dies durch einen Anteilsbesitz von mehr als 50 Prozent. Beherrschung im Sinne des IFRS 10 ist dann gegeben, wenn die ICI Group Verfügungsmacht über die maßgeblichen Tätigkeiten eines Unternehmens hat, variablen Rückflüssen aus der Beziehung zu diesem Unternehmen ausgesetzt ist und mittels seiner Verfügungsmacht die Möglichkeit zur Beeinflussung der Höhe dieser Rückflüsse hat. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung nicht mehr besteht. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation) ist dadurch gekennzeichnet, dass die Parteien, die die gemeinschaftliche Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden haben. Die Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen aus den gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden anteilig, entsprechend den Rechten und Pflichten der ICI Group, in den Konzernabschluss einbezogen. Ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) ist eine Vereinbarung, über die die Gesellschaft die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei sie Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. Nach der Equity-Methode werden Gemeinschaftsunternehmen bewertet, bei denen die ICI Group aufgrund eines Anteilsbesitzes von 50 % gemeinschaftliche Führung ausübt; die ICI Group hatte bis zum 11. August 2022 Anteile an Gemeinschaftsunternehmen. Beteiligungen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen. 2.2. Anteile an UnternehmenDie ICI Group umfasst zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2023, unter Miteinbeziehung der obersten Muttergesellschaft ICI Group GmbH, 127 Gesellschaften (2022: 105 Gesellschaften), die im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzern einbezogen werden. Der Konsolidierungskreis umfasst 56 (2022: 42) inländische Gesellschaften mit Sitz in Deutschland und 71 (2022: 63) Gesellschaften im Ausland. Bei den vollkonsolidierten Tochtergesellschaften handelt es sich um Unternehmen mit führenden Marktpositionen in der chemischen Industrie und verwandten Industrien. Mit Wirkung zum 01. März 2023 hat die ICI Group GmbH durch ihre im Jahr 2022 neu gegründete 100%ige Tochtergesellschaft International Chemical Investors XVI S.A. ("ICI XVI SA") von Nippon Soda den Natrium-Metall-Spezialisten Metaux Spéciaux (MSSA) mit Produktionsstätten in Frankreich und den USA erworben. Mit Wirkung zum 30. Juni 2023 erwarb die ICI Group GmbH den Chemiestandort Lülsdorf und das damit verbundene Geschäft mit Cyanurchlorid in Wesseling von EVONIK. Mit Wirkung zum 01. September 2023 erwarb die ICI Group GmbH die HCS Group, einen führenden Anbieter von hochwertigen Kohlenwasserstoffen für die Bereiche Mobilität, Life Science, Industrie und Energie, mit Produktionsstätten in Europa und Nordamerika. Die Akquisition umfasst das gesamte operative Geschäft der HCS Group, einschließlich der Marken Haltermann Carless, Electrical Oil Services (EOS) und ETS Racing Fuels. Nähere Angaben zu diesen Transaktionen finden sich im Abschnitt 2.3. "Unternehmenserwerbe, Unternehmensveräußerungen sowie Unternehmensabgänge". Folgende Gesellschaften wurden im Jahr 2023 neu gegründet: Neu gegründete Gesellschaften[Tabelle 2.1.1]
Im Geschäftsjahr 2023 wurden folgende Gesellschaften umbenannt:
In der folgenden Tabelle sind die Muttergesellschaft und die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2023 aufgeführt. Einige Gesellschaften wurden im Jahr 2024 umbenannt. In der Tabelle wird die aktuelle Firmierung genannt: Vollkonsolidierte Gesellschaften[Tabelle 2.1]
Die Membran-Elektrolyse am Standort Runcorn, Vereinigtes Königreich, wird als eine 50/50 gemeinschaftliche Tätigkeit zwischen INOVYN und ICI S.E. unter dem Namen Runcorn MCP Limited betrieben. Für beide Partner ist das über einen Lohnfertigungsvertrag produzierte Chlor ein bedeutender Basis-Rohstoff für die weiteren Wertschöpfungsketten. Die wesentlichen Vermögenswerte und Schulden werden mit einem Anteil von 50% konsolidiert. Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Umsatz mit VYNOVA werden vollständig konsolidiert; Forderungen, Verbindlichkeiten und Umsatz mit INOVYN werden nicht konsolidiert. Herstellkosten werden auf beide Partner entsprechend ihrer Nachfrage nach Chlor aufgeteilt; Verwaltungskosten werden im Verhältnis 50/50 geteilt. Das durch diese Art der Konsolidierung entstehende Ungleichgewicht in der Bilanz von Runcorn MCP wird unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten bzw. unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten dargestellt. Bei den im Jahr 2023 anteilmäßigen konsolidierten gemeinschaftlichen Tätigkeiten (Joint Operation) handelt es sich um folgende Unternehmen: Gemeinschaftliche Tätigkeit[Tabelle 2.1a]
Da es sich aus Konzernsicht um eine nicht wesentliche gemeinschaftliche Tätigkeit handelt, wurde auf weitere Anhang-Angaben gemäß IFRS 12 verzichtet. Die folgenden Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2023 nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Es handelt sich um aus Konzernsicht kleinere Gesellschaften, Vollhafter-Gesellschaften in GmbH & Co. KGs sowie kleinere Auslandsvertretungen. Sie haben einzeln und in Summe keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Diese Gesellschaften werden aus Wesentlichkeitsgründen zu Anschaffungskosten bilanziert. Nicht konsolidierte Unternehmen[Tabelle 2.1b]
Angaben zum Konsolidierungskreis des VorjahresDie ICI Group GmbH (vormals ACSURI GmbH) wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 14.05.2002 gegründet und hat bis zum 11. August 2022 infolge der Beteiligung in Höhe von 50% ihre Beteiligungen als Anteile an Gemeinschaftsunternehmen unter Einsatz der Equity-Methode bilanziert. Bei den Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen handelt es sich um die Beteiligungen an der International Chemical Investors S.E. ("ICI S.E."), International Chemical Investors 2 S.E. ("ICI 2 S.E."), International Chemical Investors 3 S.E. ("ICI 3 S.E."; im Jahr 2023 umbenannt in International Chemical Investors Holding S.E. ("ICI Holding S.E.")) und der International Chemical Investors 4 S.E. ("ICI 4 S.E"). Am 11. August 2022 erwarben die ICI S.E. und ICI 3 S.E. die restlichen 50% der eigenen Anteile. Ebenso erwarb die ICI 3 S.E. die restlichen 50% der Anteile an der ICI 2 S.E. und an der IC 4 S.E., jeweils von der Investors S.A. Infolge des Erwerbs der weiteren 50% Anteile von der Investors S.A. mit Wirkung vom 11. August 2022 erlangte die ICI GROUP GmbH die Beherrschung über ihre zuvor at-equity bilanzierten Beteiligungen; außerdem wurden gegen Ende 2022 weitere Akquisitionen getätigt. Bei den nun vollkonsolidierten Tochtergesellschaften handelt es sich um Unternehmen mit führenden Marktpositionen in der chemischen Industrie und verwandten Industrien. Mit Wirkung vom 20. Juni 2022 hat die ICI S.E. die International Chemical Investors IX GmbH ("ICI IX GmbH") und die Vynfranova Services GmbH gegründet. Mit Wirkung vom 13. Oktober 2022 wurde die International Chemical Investors VI GmbH ("ICI VI GmbH") von der ICI S.E. erworben. Mit Wirkung vom 20. Juni 2022 hat die International Chemical Investors XIII S.A. ("ICI XIII S.A.") die Corden BioChem International GmbH gegründet. Mit Wirkung vom 18. August 2022 hat die International Chemical X S.A. ("ICI X S.A.") die CCF Allessa Chemiepark GmbH gegründet. Mit Wirkung vom 7. September 2022 hat die ICI 4 S.E. die International Chemical Investors XVI S.A. ("ICI XVI S.A.") gegründet. Mit Wirkung vom 12. Oktober 2022 hat die ICI 4 S.E. die ICI Real Estate Holding S.A. und die ICIG Ventures Holding S.A. gegründet. Mit Wirkung vom 3. August 2022 hat die VYNOVA Holding S.A. die International Chemical Investors France II SAS gegründet. Mit Wirkung vom 13. Oktober 2022 wurden die International Chemical Investors RE I GmbH ("ICI RE I GmbH") und die International Chemical Investors RE II GmbH ("ICI RE II GmbH") erworben. Mit Wirkung vom 08. Dezember 2022 hat die ICI Holding S.E. die International Chemical Investors RE III GmbH ("ICI RE III GmbH"), die International Chemical Investors RE IV GmbH ("ICI RE IV GmbH") und die International Chemical Investors RE V GmbH ("ICI RE V GmbH") gegründet. Mit Wirkung vom 08. Dezember 2022 hat die ICI Holding S.E. die International Chemical Investors VII GmbH ("ICI VII GmbH") und die International Chemical Investors VIII GmbH ("ICI VIII GmbH") gegründet. Mit Wirkung vom 17. November 2022 hat die ICI Group GmbH durch ihre im Jahr 2022 neu gegründete 100%ige Tochtergesellschaft International Chemical Investors France II SAS ("ICI France II SAS") von Investindustrial die das Compounds-Geschäft umfassenden Benvic-Gesellschaften ("Benvic") erworben. Benvic ist ein Markführer im Bereich "Thermoplastische Lösungen" mit Produktionsstätten in Frankreich, Italien, Spanien, im Vereinigten Königreich, in Polen und den USA. Außerdem hat die ICI Group GmbH mit Wirkung vom 18. November 2022 durch ihre im Jahr 2022 neu gegründete 100%ige Tochtergesellschaft International Chemical Investors VI GmbH ("ICI VI GmbH") von Paragon Partners und den übrigen Minderheitsgesellschaftern die Inprotec-Gesellschaften ("Inprotec") erworben. Inprotec mit Produktionsstätten in Heitersheim (Baden-Württemberg) und Genthin (Sachsen-Anhalt) ist ein Spezialist für industrielle Lohntrocknung und -granulierung. Nähere Angaben zu diesen Transaktionen finden sich im Abschnitt 2.3. "Unternehmenserwerbe, Unternehmensveräußerungen sowie Unternehmensabgänge". Im Geschäftsjahr 2022 wurden folgende Gesellschaften umbenannt:
In der folgenden Tabelle sind die Muttergesellschaft und die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2022 aufgeführt: Vollkonsolidierte Gesellschaften[Tabelle 2.1]
Bei den im Jahr 2022 anteilmäßigen konsolidierten gemeinschaftlichen Tätigkeiten (Joint Operation) handelt es sich um folgende Unternehmen: Gemeinschaftliche Tätigkeit
Da es sich aus Konzernsicht um eine nicht wesentliche gemeinschaftliche Tätigkeit handelt, wurde auf weitere Anhang-Angaben gemäß IFRS 12 verzichtet. Die folgenden Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2022 nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Es handelt sich um aus Konzernsicht kleinere Gesellschaften, Vollhafter-Gesellschaften in GmbH & Co. KGs sowie kleinere Auslandsvertretungen. Sie haben einzeln und in Summe keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Diese Gesellschaften werden aus Wesentlichkeitsgründen zu Anschaffungskosten bilanziert. Nicht konsolidierte Unternehmen[Tabelle 2.1b]
2.3. Unternehmenserwerbe, Unternehmensveräußerungen sowie UnternehmensabgängePräambelDie ICI Group GmbH erwirbt Unternehmen oder Unternehmensteile aus der chemischen oder der chemienahen Industrie. Es werden bevorzugt Geschäftsbereiche aus börsennotierten multinationalen Chemiekonzernen erworben, die sich in einer herausfordernden Wettbewerbssituation befinden und aus strategischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht mehr als Kerngeschäft ihres bisherigen Eigentümers eingeschätzt werden. Häufig ist die Veräußerungsentscheidung konzernpolitisch motiviert. Dies hat zur Folge, dass sich die Bewertung dieser Unternehmen nicht an den üblichen Kriterien (z.B. EBITDA-Multiples) orientiert. Zunehmend werden bestehende Geschäfte und Plattformen auch durch strategische Akquisitionen ergänzt, z.B. durch Erwerbe ganzer Unternehmensgruppen. Die ICI Group GmbH sieht ihre Kompetenz darin, eine neue Plattform für derartige Unternehmen zu bilden, wenn erforderlich, notwendige Restrukturierungen einzuleiten und zu begleiten und die übernommenen Einheiten auf Dauer zu gesunden Unternehmen zu entwickeln. Dieser Prozess ist mit zukünftigen Aufwendungen zur Restrukturierung und Neuausrichtung der Unternehmen verbunden. Dieser bewusst langfristig ausgerichtete Ansatz, verbunden mit der beschriebenen Motivation der Verkäufer führt häufig dazu, dass Vermögensteile zu einem Kaufpreis erworben werden, der unter ihrem Zeitwert liegt. Das Geschäftsmodell der ICI Group GmbH ist gezielt darauf ausgerichtet, derartige Konstellationen zu suchen und durch die eigenen strategischen Handlungen dafür zu sorgen, dass die Vermögenswerte zukünftig wieder eine ihnen entsprechende Wertschöpfung realisieren können. Demzufolge entstehen bei Akquisitionen vielfach negative Unterschiedsbeträge bei der Erstkonsolidierung, die sich jedoch als logische Folge eines derartigen Geschäftsmodells charakterisieren lassen. Akquisitionen wurden im Sinne von IFRS 3 (Business Combinations) nach der Erwerbsmethode ausgewiesen, wonach die Ergebnisse der erworbenen Unternehmen vom jeweiligen Erwerbszeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen werden. Die Anschaffungskosten von erworbenen ausländischen Gesellschaften, die nicht im Euro-Raum ansässig sind, wurden zum Erwerbszeitpunkt mit dem jeweiligen Kurs in Euro umgerechnet. Negative Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung sind gem. IFRS 3.34 nach erneuter Beurteilung der durchgeführten Bewertung gem. IFRS 3.36 sofort erfolgswirksam zu vereinnahmen. Erstkonsolidierung der MSSA-Gruppe zum 31. März 2023:Mit Wirkung vom 31. März 2023 hat die ICI Group GmbH durch ihre 100%ige Tochtergesellschaft International Chemical Investors XVI S.A. ("ICI XVI GmbH") von der Nippon Soda die MSSA-Gruppe erworben. MSSA mit Produktionsstätten in Frankreich und einem Terminal in den USA, ist der weltweit größte und einzige nicht-chinesische Hersteller von gereinigtem Natriummetall, speziellen Alkalimetallen (wie Kalium und Lithium) und damit verbundenen Chemikalien. Als einziger Akteur, der Natriummetall mit dem höchsten Reinheitsgrad herstellen kann, ist MSSA weltweit der bevorzugte Lieferant für anspruchsvolle pharmazeutische und industrielle Anwendungen. Die ICI XVI S.A. hat insgesamt 100% an den folgenden Gesellschaften erworben:
Die Gesellschaften sind gemäß den Regelungen des IFRS 3 dem Konzernkreis zugegangen. Die ICI Group konnte durch diesen Erwerb Ihr Produkt-Portfolio um gereinigtes Natriummetall ergänzen und ist für diese Produkt der einzige nicht-chinesische Hersteller. Ferner konnte die ICI Group ihr Technologie-Portfolio um eine hochspezielle Chloralki-Schmelzflusselektrolyse erweitern, mit der auch andere Alkalimetalle wie Kalium und Lithium hergestellt werden können. Der Zeitwert der gesamten übertragenen Gegenleistung (Kaufpreis) zum Zeitpunkt des Erwerbs belief sich auf 47.134 Tsd € welcher vollständig gezahlt wurden. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug 17.586 Tsd €. Dieser Betrag entspricht den vertraglichen Zahlungsströmen aus den Forderungen. Die folgende Tabelle zeigt die zum Erwerbszeitpunkt angesetzten und zum jeweiligen Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens: Beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt der Konsolidierung
Bei der Transaktion entsprach der Kaufpreis nahezu dem erworbenen Nettovermögen. Durch die Auflösung des negativen Unterschiedsbetrages entstand ein Ertrag i.H.v. 48 Tsd €, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde. Der konsolidierte Umsatz im Geschäftsjahr 2023 erhöhte sich um 74.328 Tsd € aufgrund des Erwerbs der Gesellschaften. Im Konzernergebnis der ICI Group ist ein Verlust von 4.273 Tsd € enthalten. Hätte der Erwerb der Gesellschaften zum 1. Januar 2023 stattgefunden, würde sich der konsolidierte Umsatz der ICI Group auf 2.763 Mio € und das Konzernergebnis der ICI Group würde sich auf -141.804 Tsd € belaufen. Die Erwerbskosten i.H.v 1.052 Tsd € wurden in den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erfasst. Erstkonsolidierung der Lülsdorf / Wesseling-Gesellschaften zum 30. Juni 2023:Mit Wirkung vom 30. Juni 2023 hat die ICI Group GmbH durch ihre im Jahr 2022 neu gegründete 100%ige Tochtergesellschaft International Chemical Investors IX GmbH ("ICI IX GmbH") von EVONIK den Chemiestandort Lülsdorf und das dazugehörige Geschäft in Wesseling erworben. Beide Standorte zusammen beschäftigen ca. 600 Mitarbeiter. Die Standorte produzieren Kaliderivate, Cyanurchlorid und Alkoholate für Biodiesel. Die ICI IX GmbH hat insgesamt 100% an den folgenden Gesellschaften erworben:
Ferner wurden die zugehörigen Grundstücke und Erbbaurechte mit aufstehenden Gebäuden im Rahmen eines Asset Deals erworben. Die Gesellschaften und Immobilien sind gemäß den Regelungen des IFRS 3 dem Konzernkreis zugegangen. Durch diesen Erwerb ergänzt die ICI Group ihr Geschäft um Cyanurchlorid und Alkoholate für die Biodiesel-Produktion. Ferner stärkt sie ihr Kaliderivate-Geschäft erheblich. Am Standort Lülsdorf ergeben sich durch die vorhandenen Freiflächen zudem weitere Möglichkeiten, bestehende chemische Aktivitäten der ICI Group auszubauen sowie externe Ansiedlungen zu ermöglichen. Der Zeitwert der gesamten übertragenen Gegenleistung (Kaufpreis) zum Zeitpunkt des Erwerbs belief sich auf 22.600 Tsd €, wovon 15.000 Tsd € gezahlt wurden. Darüber hinaus wird basierend auf den vertraglichen Regelungen zu den geprüften Bilanzen zum Abschluss-Stichtag eine Kaufpreis-Nachzahlung i.H.v. 7.600 Tsd € erwartet. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug 36.262 Tsd €. Dieser Betrag entspricht den vertraglichen Zahlungsströmen aus den Forderungen. Die folgende Tabelle zeigt die zum Erwerbszeitpunkt angesetzten und zum jeweiligen Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens: Beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt der Konsolidierung
Der oben dargestellte negative Unterschiedsbetrag lässt sich damit begründen, dass die Veräußerung konzernpolitisch motiviert war und es sich um chemisch sehr komplexe und vernetzte Standorte handelt, die einer intensiven weiteren Entwicklung durch die ICI Group bedürfen, um sie langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu machen. Durch die Auflösung des negativen Unterschiedsbetrages entstand ein Ertrag i.H.v. 50.966 Tsd €, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde. Der konsolidierte Umsatz im Geschäftsjahr 2023 erhöhte sich um 115.634 Tsd € aufgrund des Erwerbs der Gesellschaften. In dem Konzernergebnis der ICI Group ist ein Verlust von 11.242 Tsd € enthalten. Hätte der Erwerb der Gesellschaften zum 1. Januar 2023 stattgefunden, würde sich der konsolidierte Umsatz der ICI Group auf 2.881 Mio. € und das Konzernergebnis der ICI Group würde sich auf -124.160 Tsd € belaufen. Die Erwerbskosten i.H.v. 3.223 Tsd € wurden in den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erfasst. Erstkonsolidierung der HCS-Gruppe zum 01. September 2023Mit Wirkung vom 01. September 2023 hat die ICI Group durch ihre 100%ige Tochtergesellschaft International Chemical Investors VIII GmbH ("ICI VIII GmbH") von der Tempus Holdings 12 S.a.r.l die HCS-Holding GmbH mit allen Tochtergesellschaften erworben. Die International Chemical Investors RE I GmbH erwarb die Haltermann Besitzgesellschaft GmbH sowie im Rahmen eines Asset Deals zugehörige Grundstücke und Gebäude. Die HCS-Gruppe beschäftigt ca. 500 Mitarbeiter. Die HCS-Gruppe ist ein führender internationaler Anbieter von Lösungen für hochwertige Kohlenwasserstoffspezialitäten. Die ICI VIII GmbH hat insgesamt 100% an den folgenden Gesellschaften erworben:
Ferner wurden einige zugehörigen Grundstücke nebst aufstehenden Gebäuden im Rahmen eines Asset Deals erworben. Die Gesellschaften sind gemäß den Regelungen des IFRS 3 dem Konzernkreis zugegangen. Die ICI Group konnte durch den Erwerb der HCS-Gruppe einen bedeutenden Spezialisten im Bereich Kohlenwasserstoffe und Lösungsmittel zu attraktiven Konditionen erwerben. Folgende Gesellschaften wurden ebenfalls erworben, werden aber wegen Unwesentlichkeit nicht den Konzernabschluss einbezogen:
Der Zeitwert der gesamten übertragenen Gegenleistung (Kaufpreis) zum Zeitpunkt des Erwerbs belief sich auf 127.287 Tsd € und wurde vollständig gezahlt. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug 60.107 Tsd €. Dieser Betrag entspricht den vertraglichen Zahlungsströmen aus den Forderungen. Die folgende Tabelle zeigt die zum Erwerbszeitpunkt angesetzten und zum jeweiligen Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens: Beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt der Konsolidierung
Bei der oben dargestellten Transaktion lässt sich der negative Unterschiedsbetrag mit einem hohen Verkaufsdruck des Verkäufers erklären, bedingt durch eine hohe Verschuldung des Geschäftes bei sich gleichzeitig verschlechternder wirtschaftlicher Lage. Durch die Auflösung des negativen Unterschiedsbetrages entstand ein Ertrag i.H.v. 59.523 Tsd €, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde. Der konsolidierte Umsatz im Geschäftsjahr 2023 erhöhte sich um 169.427 Tsd € aufgrund des Erwerbs der Gesellschaften. In dem Konzernergebnis der ICI Group ist ein Verlust von 6.098 Tsd €. Hätte der Erwerb der Gesellschaften zum 1. Januar 2023 stattgefunden, würde sich der konsolidierte Umsatz der ICI Group auf 3.089 Mio € und das Konzernergebnis der ICI Group würde sich auf -146 Tsd € belaufen. Die Erwerbskosten i.H.v. 7.327 Tsd € wurden in den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erfasst. Aus Gründen der Vereinfachung von Berichtspflichten und -strukturen wurde die aus Konzernsicht unwesentliche Gesellschaft Impra Wood Protection Ltd. zum 31. Dezember 2023 entkonsolidiert. Die Gesellschaft fungiert als reine Tolling-Gesellschaft des Rütgers Organics Holzschutzgeschäftes; insofern sind die Tolling-Kosten auch weiterhin im Konzernergebnis enthalten. Bei der Entkonsolidierung entstand ein Verlust i.H.v. 259 Tsd €. Erstkonsolidierung der ICI S.E., ICI 2 S.E., ICI 3 S.E. und ICI 4 S.E. zusammen mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften zum 11. August 2022:Die ICI GROUP GmbH hat bis zum 11. August 2022 infolge eines 50%-Anteils an ihren Beteiligungen diese als Anteile an Gemeinschaftsunternehmen klassifiziert und unter Einsatz der Equity-Methode bilanziert. Durch den Erwerb der weiteren 50% Anteile von der Investors S.A. mit Wirkung vom 11. August 2022 hat die ICI GROUP GmbH Beherrschung ("Control") im Sinne von IFRS 10 über ihre zuvor at-equity bilanzierten Beteiligungen erlangt. Bis zum 11. August 2022 hielten die ICI GROUP GmbH und die Investors S.A. jeweils 50% an den direkt gehaltenen Unternehmen ICI S.E., die ICI 2 S.E., die ICI 3 S.E. und die ICI 4 S.E ("ICI-Gesellschaften"). Diese vier ICI-Gesellschaften hielten und halten Unternehmen, die in verschiedenen Geschäftsbereichen geführt werden. Bis zum 11. August 2022 waren dies die Geschäftsbereiche Feinchemie, Care Chemicals, Chlorovinyls, Enterprises und Corden Pharma (die Geschäftsbereiche zum 31. Dezember 2022 werden im Kapitel III.b. des Lageberichtes näher erläutert). Die Gesellschaften des Corden Pharma-Geschäftsbereiches wurden zum 11. August 2022 von der ICI S.E. und der ICI 3 S.E. gehalten. Mit Wirkung vom 11. August 2022 wurde der Corden Pharma-Geschäftsbereich an Astorg verkauft. Ebenfalls mit Wirkung vom 11. August 2022 schied die Investors S.A. aus dem Beteiligungsverhältnis an der ICI S.E., ICI 2 S.E., ICI 3 S.E. und ICI 4 S.E. aus. In der Folge erwarb die ICI GROUP GmbH die restlichen 50%-Anteile an den vier ICI-Gesellschaften: Am 11. August 2022 erwarben die ICI S.E. und ICI 3 S.E. die restlichen 50% der eigenen Anteile; ebenso erwarb die ICI 3 S.E. die restlichen 50% der Anteile an der ICI 2 S.E. und an der ICI 4 S.E., jeweils von der Investors S.A. Bis zum 11. August 2022 bestand für die ICI GROUP GmbH keine Konzernabschlusserstellungspflicht, da die ICI GROUP GmbH keine Kontrolle über Tochterunternehmen i.S.v. IFRS 10 ausübte. Der Erwerb der restlichen 50% an den vier ICI-Gesellschaften stellt einen sukzessiven Unternehmenserwerb i.S.v. IFRS 3 dar und es kommt zur Vollkonsolidierung der vier ICI-Gesellschaften einschließlich ihrer Tochtergesellschaften. Da hierdurch nach HGB die Größengrenzen überschritten werden, ab denen es zur rechtlichen Verpflichtung zur Erstellung eines Konzernabschlusses kommt, hat die ICI GROUP GmbH zum 31. Dezember 2022 den vorliegenden Konzernabschluss erstellt. Der Verkauf der Corden Pharma erfolgte am 11. August 2022 durch die als Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bilanzierten 50 %igen Beteiligungen ICI S.E. und ICI 3 S.E. Dieser Verkauf ist auch die Ursache des hohen Ergebnisses aus Gemeinschaftsunternehmen in 2022, welches den Ertrag aus dem Verkauf von Corden Pharma enthält; der Anteil der ICI GROUP GmbH am Verkaufserlös aus dem Verkauf von Corden Pharma beläuft sich auf 1.582 Mio € und der Anteil der ICI GROUP GmbH am Gewinn aus dem Verkauf von Corden Pharma beläuft sich auf 1.301 Mio €. Im nächsten Schritt erwarben die ICI S.E. und ICI 3 S.E. die restlichen 50 % der eigenen Anteile sowie die ICI 3 S.E. die restlichen 50 % an der ICI 2 S.E. und an der ICI 4 S.E. Diese Transaktionen werden als ein einziger Unternehmenszusammenschluss i.S.v. IFRS 3 gesehen, sogenannte "linked transaction". Diese Einstufung beruht auf der Tatsache, dass die Anteilserwerbe als eine wirtschaftlich zusammenhängende Transaktion durchgeführt wurden, dass die tatsächliche Steuerung von der rechtlichen Strukturierung abweicht und auf dem Umstand, dass die Gruppe in der jüngeren Vergangenheit rechtlich noch unter einem Dach aufgetreten ist. Dieser Erwerb stellt einen sukzessiven Erwerb dar, der dazu führt, dass ICI GROUP final 100 % der Anteile an der ICI S.E., ICI 2 S.E., ICI 3 S.E. und ICI 4 S.E. hält und somit diese Gesellschaften im Rahmen der Vollkonsolidierung dem ICI GROUP Konzern zugehen. Beim sukzessiven Erwerb werden zunächst die bereits vorhandenen 50 %igen Beteiligungen an der ICI S.E., ICI 2 S.E., ICI 3 S.E. und ICI 4 S.E. zum beizulegenden Zeitwert bewertet, was zu einem Ertrag i.H.v. 1.034 Mio € führt. Nähere Details zur Entwicklung der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen und zum Ergebnis aus Gemeinschaftsunternehmen finden sich im Kapitel 9A. Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten 50%igen Beteiligungen und die Kaufpreise für die restlichen 50 % an den oben genannten Gesellschaften werden dem gesamten Eigenkapital (Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Schulden zum beizulegenden Zeitwert) der ICI S.E., ICI 2 S.E., ICI 3 S.E. und ICI 4 S.E. gegenübergestellt. Hieraus ergibt sich ein negativer Unterschiedsbetrag aus dem Erwerb i.H.v. 348 Mio €, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten ist. Dadurch, dass der Kaufpreis für die restlichen 50% der Anteile nicht in vollem Umfang den Zeitwert der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen widerspiegelte, hat sich ein Erwerb unter Marktpreis ("Bargain Purchase") ergeben. Bei den erworbenen immateriellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Kundenbeziehungen. Im Zuge der Erstkonsolidierung der ICI S.E., ICI 2 S.E., ICI 3 S.E. und ICI 4 S.E. einschließlich ihrer Tochtergesellschaften ergibt sich gem. IFRS 3 die Notwendigkeit, eine Kaufpreisallokation durchzuführen, die im Folgenden dargestellt wird. Die folgende Tabelle zeigt die Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt der erstmaligen Vollkonsolidierung der Gesellschaften (Erwerbszeitpunkt): Beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt der Konsolidierung
Der gezahlte Kaufpreis für die restlichen 50 % an der ICI S.E., ICI 2 S.E., ICI 3 S.E. und ICI 4 S.E beläuft sich auf 280 Mio. €. Dieser bezieht sich lediglich auf den Erwerb von 50% der Anteile an der ICI 2 S.E. und an der ICI 4 S.E. durch die ICI 3 S.E. Nicht dargestellt ist der gezahlte Kaufpreis für den Erwerb der restlichen 50% der eigenen Anteile durch die ICI S.E. und ICI 3 S.E., da diese keine Kaufpreisbestandteile i.S.d. IFRS 3 darstellen. Der in der Tabelle genannte Kaufpreis beinhaltet auch die Effekte aus dem sukzessiven Erwerb der bereits zuvor schon at equity bewerteten 50 % Beteiligungen. Die ACURI GmbH hält infolge des Erwerbs der restlichen 50%-Anteile an der ICI S.E., ICI 2 S.E., ICI 3 S.E. und ICI 4 S.E. 100% an den folgenden Gesellschaften:
Zum 11. August 2022 sind die ICI S.E., ICI 2 S.E., ICI 3 S.E. und ICI 4 S.E. zusammen mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften ("ICI-Gesellschaften") gemäß den Regelungen des IFRS 3 dem Konzernkreis zugegangen. Durch den Erwerb wurden 2.145.908 Tsd. € Zahlungsmittel erworben. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurde zum 31. Dezember 2022 in den sonstigen betrieblichen Erträgen ein Ertrag aus negativem Unterschiedsbetrag i.H.v. 348.433 Tsd. € bilanziert. Der konsolidierte Umsatz im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich um 1.088.144 Tsd. € aufgrund des Erwerbs der ICI-Gesellschaften. In dem Konzernergebnis der ICI Group ist ein Gewinn i.H.v. 39.729 Tsd. € enthalten, den die ICI-Gesellschaften seit dem Erwerbszeitpunkt erwirtschaftet haben. Hätte der Erwerb der ICI-Gesellschaften zum 1. Januar 2022 stattgefunden, würde sich der konsolidierte Umsatz der ICI Group auf 2.943 Mio. € belaufen, und das Konzernergebnis der ICI Group (einschl. des Effektes aus der Kaufpreisaufteilung) würde sich auf 5.603 Mio. € belaufen. Der Grund für den hier dargestellten Unternehmenszusammenschluss ist, dass die Investors SA, als einer der beiden Gesellschafter der ICI Group auf eigenen Wunsch hin ausgeschieden ist, indem der verbleibende Gesellschafter, die ICI Group, deren Anteile erworben hat. Dies geschah unmittelbar mit dem Verkauf der Corden Pharma Gruppe, da über den erzielten Verkaufserlös ausreichend Mittel vorhanden waren, so dass ICI Group die Möglichkeit hatte, die restlichen 50 % Anteile zu erwerben. Die ICI Group wurde erfolgreich von zwei Gesellschafterfamilien seit 2004 gemeinsam aufgebaut. Der Kaufpreis und der sich daraus ergebende negative Unterschiedsbetrag reflektiert die Abwägungen der beiden Gesellschafter, eine Konstellation einer sofortigen Barabfindung des ausscheidenden Gesellschafters zu erreichen und dem verbleibenden Gesellschafter eine Fortführung der ICI Group mit allen Chancen und Risiken zu ermöglichen. Erstkonsolidierung der Benvic-Gruppe zum 17. November 2022:Mit Wirkung vom 17. November 2022 hat die ICI GROUP GmbH durch ihre in 2022 neu gegründete 100%ige Tochtergesellschaft International Chemical Investors France II SAS ("ICI France II SAS") von Investindustrial die das Compounds-Geschäft umfassenden Benvic-Gesellschaften ("Benvic") erworben. Benvic wurde 1963 als Tochtergesellschaft von Solvay gegründet und entwickelt, produziert und vermarktet hochgradig kundenspezifische, innovative thermoplastische Lösungen auf der Basis von PVC, technischen Verbindungen und Biopolymeren. Sie sind in Form von Pulvern und Compounds erhältlich und werden in einer Vielzahl von starren und flexiblen Endanwendungen eingesetzt, unter anderem in den Bereichen Bauwesen, Medizin, Luft- und Raumfahrt, Verkabelung, Konsumgüter, Verpackung und Flüssigkeitstransport. Das Unternehmen verfügt über ein breites Portfolio an Formulierungen, um sicherzustellen, dass es die Anforderungen der Kunden in Bezug auf die Technologieumsetzung (d. h. Extrusion, Spritzguss, Blasformanwendungen usw.) und die Merkmale des Endprodukts einschließlich Aussehen und Farbe erfüllt. Die Produktionsstätten von Benvic in Frankreich (Chevigny und Porcieu-Amblagnieu), Italien (Ferrara), Spanien (Montornes), Polen (Raciąż), dem Vereinigten Königreich (Sowerby Bridge) und den USA (Chesapeake und West Unity) sind strategisch günstig in der Nähe der wichtigsten Endmärkte gelegen, um ihre Kunden schnell und zu wettbewerbsfähigen Preisen beliefern zu können. Benvic beschäftigt ca. 670 Mitarbeiter. Die ICI France II SAS hat insgesamt 100% an den folgenden Gesellschaften erworben:
Die Benvic-Gesellschaften sind gemäß den Regelungen des IFRS 3 dem Konzernkreis zugegangen. Der Zeitwert der gesamten übertragenen Gegenleistung (Kaufpreis) zum Zeitpunkt des Erwerbs belief sich auf 277.843 Tsd. €, wovon 227.843 Tsd. € vollständig bezahlt wurden als Folge der Verrechnung einer abgegrenzten Kaufpreis-Verbindlichkeit von 50.000 Tsd. €. Durch den Erwerb wurden 11.529 Tsd. € Zahlungsmittel erworben, was insgesamt zu einem Zahlungsmittelabfluss i.H.v. 216.313 Tsd. € führte. In den immateriellen Vermögenswerten wurde zum 31. Dezember 2022 ein Geschäfts- oder Firmenwert i.H.v. 83.819 Tsd. € bilanziert. Der Geschäfts- oder Firmenwert beinhaltet unter anderem das Know-How der Belegschaft und sonstige nicht separierbare immaterielle Vermögenswerte. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist für steuerliche Zwecke nicht abzugsfähig (IFRS 3.B64 (k)). Der aus dem Erwerb der Benvic-Gesellschaften resultierende Goodwill ist der Plattform "Compounds" zuzuordnen. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug 73.097 Tsd. €. Dieser Betrag entspricht den vertraglichen Zahlungsströmen aus den Forderungen. Die folgende Tabelle zeigt die zum Erwerbszeitpunkt angesetzten und zum jeweiligen Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens: Beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt der Konsolidierung
Der konsolidierte Umsatz im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich um 25.953 Tsd € aufgrund des Erwerbs von Benvic. In dem Konzernergebnis der ICI Group ist ein Verlust i.H.v. 7.275 Tsd. € enthalten, den Benvic seit dem Erwerbszeitpunkt erwirtschaftet hat. Hätte der Erwerb der Benvic-Gruppe zum 1. Januar 2022 stattgefunden, würde sich der konsolidierte Umsatz der ICI Group auf 1.615 Mio. € belaufen, und das Konzernergebnis der ICI Group (einschl. des Effektes aus der Kaufpreisaufteilung) würde sich auf 2.224 Mio. € belaufen. Die Erwerbskosten i.H.v. 3.472 Tsd. € wurden in den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erfasst. Erstkonsolidierung der Inprotec-Gesellschaften zum 18. November 2022:Mit Wirkung vom 18. November 2022 hat die ICI GROUP GmbH durch ihre in 2022 neu gegründete 100%ige Tochtergesellschaft International Chemical Investors VI GmbH ("ICI VI GmbH") von Paragon Partners und den übrigen Minderheitsgesellschaftern die Inprotec-Gesellschaften ("Inprotec") erworben. Inprotec betreibt Produktionsstätten in Heitersheim (Baden-Württemberg) und Genthin (Sachsen-Anhalt) und beschäftigt ca. 270 Mitarbeiter. Inprotec ist ein führender Auftragsfertiger für industrielle Trocknungs- und Granulierungsdienstleistungen und verfügt über hochspezifische Kompetenzen in den Bereichen Wirbelschicht-Sprühgranulation, Beschichtungen (Coating), Matrixverkapselung und Sprühtrocknungstechnologien. Die ICI VI GmbH hat insgesamt 100% an den folgenden Gesellschaften erworben:
Die Inprotec-Gesellschaften sind gemäß den Regelungen des IFRS 3 dem Konzernkreis zugegangen. Der Zeitwert der gesamten übertragenen Gegenleistung (Kaufpreis) zum Zeitpunkt des Erwerbs belief sich auf 91.712 Tsd. €; der Kaufpreis wurde vollständig bezahlt. Durch den Erwerb wurden 7.122 Tsd. € Zahlungsmittel erworben, was insgesamt zu einem Zahlungsmittelabfluss i.H.v. 84.590 Tsd. € führte. In den immateriellen Vermögenswerten wurde zum 31. Dezember 2022 ein Goodwill i.H.v. 23.090 Tsd. € bilanziert (zum Zeitpunkt des Erwerbes am 18. November 2022 belief sich der Goodwill auf 58.190 Tsd. €; der Goodwill wurde in 2022 mit 35.100 Tsd. € wertgemindert). Der Geschäfts- oder Firmenwert beinhaltet unter anderem das Know-How der Belegschaft und sonstige nicht separierbare immaterielle Vermögenswerte. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist für steuerliche Zwecke nicht abzugsfähig (IFRS 3.B64 (k)). Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug 5.407 Tsd. €. Dieser Betrag entspricht den vertraglichen Zahlungsströmen aus den Forderungen. Die folgende Tabelle zeigt die zum Erwerbszeitpunkt angesetzten und zum jeweiligen Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens: Beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt der Konsolidierung
Der konsolidierte Umsatz im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich um 4.865 Tsd € aufgrund des Erwerbs von Inprotec. In dem Konzernergebnis der ICI Group ist ein Verlust i.H.v. 36.660 Tsd. € enthalten, den Inprotec seit dem Erwerbszeitpunkt erwirtschaftet hat. Hätte der Erwerb der Inprotec-Gruppe zum 1. Januar 2022 stattgefunden, würde sich der konsolidierte Umsatz der ICI Group auf 1.173 Mio. € belaufen, und das Konzernergebnis der ICI Group (einschl. des Effektes aus der Kaufpreisaufteilung) würde sich auf 2.240 Mio. € belaufen. Die Erwerbskosten i.H.v. 885 Tsd. € wurden in den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erfasst. 2.4. KonsolidierungsmethodenDie lokalen Jahresabschlüsse der in- und ausländischen Tochtergesellschaften, die zum Konsolidierungskreis gehören, wurden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, die mit denen der Muttergesellschaft übereinstimmen, angepasst. Die für den vorliegenden Abschluss angewandten Konsolidierungsmethoden sind, soweit nicht anders angegeben, gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. 2.4.1. TochterunternehmenTochterunternehmen werden in den Konzernabschluss gemäß den Vorschriften über die Vollkonsolidierung einbezogen, sofern der Konzern die Möglichkeit hat, beherrschenden Einfluss (Control-Verhältnis) im Sinne des IFRS 10 auszuüben. Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Dabei werden - unabhängig vom Bestehen von Minderheitsanteilen - alle zum Erwerbszeitpunkt vorhandenen Vermögenswerte und Schulden sowie Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die Anschaffungskosten werden mit dem entsprechenden anteiligen erworbenen Nettovermögen des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss verrechnet. Bedingte Kaufpreisbestandteile werden unabhängig von ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit zum Zeitpunkt der Ersterfassung mit ihrem beizulegenden Zeitwert in die Anschaffungskosten einbezogen. Spätere Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von als Schulden klassifizierten bedingten Kaufpreisbestandteilen sind grundsätzlich prospektiv erfolgswirksam zu erfassen. Sämtliche akquisitionsbezogenen Kosten werden als Aufwand erfasst. Ein noch verbleibender positiver Überschuss der Anschaffungskosten über das zu beizulegenden Zeitwerten bewertete erworbene Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Dieser wird mit Hilfe eines jährlichen Niederstwerttest (Impairment Test) auf Wertminderung geprüft und, falls Wertminderungen eingetreten sind, auf den ermittelten niedrigeren Wert abgewertet. Sofern die Anschaffungskosten das zu beizulegenden Zeitwerten bewertete erworbene Nettovermögen unterschreiten, wird der verbleibende Unterschiedsbetrag nach wiederholter Prüfung der übernommenen Zeitwerte erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die nicht der Konzernobergesellschaft zustehenden Anteile am Eigenkapital der Tochtergesellschaften werden als Anteile anderer Gesellschafter im Eigenkapital ausgewiesen. Konzerninterne Transaktionen, Salden, Umsätze, Aufwendungen und Erträge, Gewinne, Verluste, sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften wurden gemäß IFRS 10 eliminiert. Bei Konsolidierungsmaßnahmen werden die ertragsteuerlichen Effekte erfasst und latente Steuern gemäß IAS 12 ausgewiesen. Zwischenergebnisse werden eliminiert, sofern die jeweiligen Gesellschaften nicht zum Bilanzstichtag aus dem Konzern ausgeschieden sind. Dabei sind Daten des jeweiligen den Bestand führenden Unternehmens zugrunde gelegt worden. 2.4.2. GemeinschaftsunternehmenDie ICI Group GmbH weist bis zum 11. August 2022 Anteile an Gemeinschaftsunternehmen aus. Die ICI Group GmbH weist im Geschäftsjahr 2022 sowie im Jahr 2023 keine Anteile an assoziierten Unternehmen aus. Folglich wird in diesem Abschnitt nur auf die Einbeziehung von Gemeinschaftsunternehmen eingegangen. Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen werden in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode einbezogen, wenn die ICI Group GmbH diese gemeinschaftlich führt und Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. Bei der Equity-Methode werden die Anteile am Gemeinschaftsunternehmen zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt (siehe in diesem Kontext ebenso die Ausführungen im Kapitel 1.2. zu den Gemeinschaftsunternehmen). In der Folge erhöht oder verringert sich der Buchwert der Anteile entsprechend dem Anteil des Eigentümers am Gewinn oder Verlust des Beteiligungsunternehmens, aufgrund von Veränderungen im sonstigen Ergebnis des Gemeinschaftsunternehmens sowie aufgrund von sonstigen Veränderungen im Eigenkapital des Gemeinschaftsunternehmens. Die Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden beim Erwerb mit ihren anteiligen neu bewerteten Vermögenswerten (zuzüglich etwaiger Goodwills), Schulden und Eventualschulden bilanziert. Der Goodwill aus der Anwendung der Equity-Methode wird nicht planmäßig abgeschrieben. Die Werthaltigkeit des aus der Anwendung der Equity-Methode resultierenden Buchwerts der Beteiligung wird geprüft, wenn Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Vom Beteiligungsunternehmen empfangene Ausschüttungen vermindern den Buchwert der Anteile. Unrealisierte Gewinne aus Geschäftsvorfällen zwischen dem Konzern und seinen Gemeinschaftsunternehmen werden in Höhe der Beteiligungsquote eliminiert; unrealisierte Verluste werden ebenfalls anteilig eliminiert, es sei denn, der übertragene Vermögenswert ist in seinem Wert gemindert. Soweit der Anteil des Konzerns am Verlust eines Gemeinschaftsunternehmens den Buchwert der Anteile übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verluste, es sei denn, er hat im Namen des Gemeinschaftsunternehmens Verpflichtungen übernommen oder Zahlungen für Verpflichtungen des Gemeinschaftsunternehmens geleistet. 2.5. Grundlagen und Methoden sowie Unsicherheiten aufgrund von SchätzungenDen Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Der Konzernabschluss basiert auf dem Grundsatz des historischen Anschaffungs- und Herstellungskostenprinzips, mit Ausnahme der Positionen, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, wie im Rahmen eines Factoring-Vertrages nicht abgehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die dem Geschäftsmodell "Verkaufen" zuzuordnen sind, Planvermögen und derivative Finanzinstrumente. Im Konzernabschluss müssen in einem bestimmten Umfang Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden, die Auswirkungen auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten haben. Hauptanwendungsbereiche für Annahmen und Schätzungen liegen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens. Wertberichtigungen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der Bildung von sonstigen Rückstellungen beispielsweise für Rechtsverfahren, Versorgungsleistungen für Arbeitnehmer, Restrukturierungsmaßnahmen und entsprechende Abgaben, Steuern, Rückbauverpflichtungen und Sanierungsmaßnahmen, behördliche Umweltauflagen, Preisnachlässe sowie Garantien. Ferner werden Annahmen getroffen hinsichtlich des Fertigstellungsgrades eines Auftrags bei der Erfassung von Auftragserlösen und Auftragskosten. Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuellen Kenntnisstand beruhen. Die Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen, werden im Folgenden erörtert. Für verschiedene Konzerngesellschaften bzw. zahlungsmittelgenerierende Einheiten war die Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 das initiale Ereignis, um für diese einen Werthaltigkeitstest auf das Anlagevermögen durchzuführen. Details dazu sind im Kapitel "Sachanlagen" aufgeführt. Bilanzierung von ErwerbenBei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten mit den jeweiligen beizulegenden Zeitwerten am Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden bei wesentlichen Erwerbsvorgängen auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte und den erwarteten Zahlungsströmen getroffen hat sowie der unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes. In 2022 wurde der Erwerb der restlichen 50%-Anteile an der ICI S.E., ICI 2 S.E., ICI 3 S.E. und CI 4 S.E. durch die ICI GROUP GmbH zum 11. August 2022 als ein einziger Unternehmenszusammenschluss i.S.v. IFRS 3 gesehen, eine sogenannte "linked transaction". Diese Einstufung beruht auf der Tatsache, dass die Anteilserwerbe als eine wirtschaftlich zusammenhängende Transaktion durchgeführt wurden, dass die tatsächliche Steuerung von der rechtlichen Strukturierung abweicht und auf dem Umstand, dass die Gruppe in der jüngeren Vergangenheit rechtlich noch unter einem Dach aufgetreten ist. Die Einstufung als "linked transaction" beruht auf Einschätzungen des Managements. Werthaltigkeit der VermögenswerteZu jedem Bilanzstichtag prüft der Konzern, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert einer Sachanlage oder eines immateriellen Vermögenswertes (zum Geschäfts- oder Firmenwert siehe unten) wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts geschätzt. Dies erfolgt allerdings nicht auf Ebene des einzelnen Vermögenswertes, sondern auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der diese Vermögenwerte zuzurechnen sind. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswerts sind die diskontierten künftigen Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (das sind die zugehörigen Anlagen bzw. Betriebe) zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze. Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen der Konzern tätig ist, und die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten. Zu jedem Bilanzstichtag und bei Vorliegen von Indikatoren für eine Wertminderung prüft der Konzern, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bestimmt, zu der der Geschäfts- oder Firmenwert gehört. Die Bestimmung des erzielbaren Betrages beruht auf Cashflow-Prognosen auf der Basis von Vierjahres-Planungen des Managements; für darüberhinausgehende Prognosen werden nachhaltige Wachstumsraten angesetzt. Diese Berechnungen beruhen auf Annahmen wie der Entwicklung der Hauptprodukte, den daraus abgeleiteten Umsatzprognosen und den Kostenentwicklungen; diese Annahmen wiederum beruhen auf Erfahrungen und externen Marktstudien. Leistungen an ArbeitnehmerDie Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen unter anderem versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, erwartete Gehaltssteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsfürsorgekosten. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen. Sonstige RückstellungenDie Schätzung der künftigen Kosten für durchzuführende Umweltschutzmaßnahmen und Ähnliches ist insbesondere mit rechtlichen Unsicherheiten der anzuwendenden Gesetze und Verordnungen sowie mit Unsicherheiten über die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort behaftet. Die Schätzung der Kosten stützt sich insbesondere auf frühere Erfahrungen in ähnlichen Fällen, auf Gutachten, laufende Kosten und neue Entwicklungen mit Einfluss auf die Kosten, die Auslegung der geltenden Umweltvorschriften durch die Unternehmensleitung, die Finanzlage Dritter, die verpflichtet sein könnten, sich gesamtschuldnerisch an eventuellen Sanierungskosten zu beteiligen, und auf die wahrscheinlich zur Anwendung kommenden Sanierungsmethoden. Änderungen dieser Annahmen können sich auf das künftige Ergebnis des Unternehmens auswirken. Unter Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen und der Kenntnisse und Umstände am Bilanzstichtag geht der Konzern davon aus, dass die vorhandenen Rückstellungen ausreichend sind. Es können aber unter Umständen wesentliche zusätzliche Kosten über die zurückgestellten Beträge hinaus anfallen, die zusätzlichen Aufwand in Folgeperioden verursachen. ErtragsteuernDa der Konzern in zahlreichen Ländern operativ tätig ist und Einkünfte erzielt, unterliegt er einer Vielzahl von Steuerhoheiten und unterschiedlichen Steuergesetzen. Um die weltweiten Steuerverbindlichkeiten des Konzerns zu bestimmen, sind daher wesentliche Beurteilungen erforderlich. Obwohl das Management davon ausgeht, eine vernünftige Einschätzung steuerlicher Unwägbarkeiten getroffen zu haben, kann nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang solcher steuerlicher Unwägbarkeiten mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Etwaige Unterschiede könnten in der jeweiligen Periode, in der die Angelegenheit endgültig entschieden wird, oder bereits zuvor, wenn es zu Neueinschätzungen kommt, Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben. Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management unter anderem die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen gesenkt werden oder falls Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. In den weiteren Abschnitten dieses Kapitels werden jeweils schätz- und prämissen-sensitive Bilanzierungsgrundsätze und deren Auswirkungen zu den einzelnen Bereichen thematisiert. Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als angemessen erachtet werden. Sie werden laufend überprüft, können aber von den tatsächlichen Werten abweichen. 2.6. FremdwährungsumrechnungDer Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die Konzernberichtswährung darstellt. Die funktionale Währung ist die Währung des primären Wirtschaftsumfeldes, in dem ein Unternehmen tätig ist. Bei allen Beteiligungen ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung, da diese Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben. Vermögenswerte und Schulden der Auslandsgesellschaften werden - sofern sie in fremder Währung erstellt wurden - zum Jahresbeginn und zum Jahresende mit den jeweiligen Stichtagskursen in die Berichtswährung umgerechnet. Sämtliche Veränderungen während des Jahres sowie Aufwendungen und Erträge werden mit Jahresdurchschnittskursen in Euro umgerechnet. Eigenkapitalbestandteile werden zu historischen Kursen zu den Zeitpunkten ihrer jeweiligen, aus Konzernsicht erfolgten, Zugänge umgerechnet. Die sich aus der Umrechnung von funktionaler Währung in Berichtswährung ergebenden Unterschiedsbeträge der Vermögenswerte und Schulden der Auslandsgesellschaften werden im Eigenkapital ausgewiesen. Fremdwährungstransaktionen in den Gesellschaften werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst. Soweit sie auf Finanzposten entfallen, werden sie im Finanzergebnis erfasst. Nachfolgend werden die zugrunde gelegten Stichtags- und Durchschnittskurse für das Jahr 2023 dargelegt: Währungskurse[Tabelle 2.3]
Nachfolgend die Stichtags- und Durchschnittskurse für das Jahr 2022: Währungskurse Vorjahr[Tabelle 2.4]
3. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze3.1. Immaterielle Vermögenswerte3.1.1. Forschungs- und EntwicklungskostenFür Zwecke der Rechnungslegung werden Forschungsaufwendungen als Kosten im Zusammenhang mit laufenden oder geplanten Untersuchungen definiert, die neue wissenschaftliche oder technische Erkenntnisse oder Einsichten liefern sollen. Entwicklungsaufwendungen werden als Kosten im Zusammenhang mit der Anwendung von Forschungsergebnissen oder Fachkenntnissen in der Produktion, den Produktionsverfahren, den Leistungen oder Waren vor Beginn der kommerziellen Produktion oder Verwendung definiert. Nach IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) sind Forschungskosten nicht aktivierungsfähig und Entwicklungskosten nur bei Vorliegen bestimmter, genau bezeichneter Voraussetzungen aktivierungspflichtig. Eine Aktivierung ist demnach immer dann erforderlich, wenn die Entwicklungstätigkeit mit hinreichender Sicherheit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führt, die auch die entsprechenden Entwicklungskosten abdecken. Da eigene Entwicklungsprojekte häufig behördlichen Genehmigungsverfahren und anderen Unwägbarkeiten unterliegen, sind die Bedingungen für eine Aktivierung der vor der Genehmigung entstandenen Kosten in der Regel nicht erfüllt. Von ihrer Art zählen zu den Forschungs- und Entwicklungskosten insbesondere die Einzel- und Gemeinkostenanteile von Personal- und Sachkosten für anwendungstechnische, ingenieurtechnische und sonstige Abteilungen, die Kosten für Versuchsanlagen, Kosten für bezogene Leistungen im Zusammenhang mit Forschungs- und Entwicklungsleistungen sowie die Kosten für die Nutzung fremder Patente für Forschungs- und Entwicklungszwecke und auf Forschungseinrichtungen entfallende Steuern; darüber hinaus auch die Gebühren für die Anmeldung bzw. Zulassung eigener Patente, soweit diese nicht aktiviert werden. 3.1.2. Immaterielle VermögenswerteSoftware und Lizenzen werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig über ihre voraussichtlichen Nutzungsdauern linear abgeschrieben. Analog werden Softwareeigenentwicklungen und andere aktivierungsfähige Entwicklungsleistungen zu Herstellungskosten aktiviert und ebenfalls planmäßig linear über ihre jeweilige voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Computersoftware, bei der es sich um Standardbetriebssysteme handelt, ohne die eine Benutzung der entsprechenden Hardware nicht möglich ist, wird über den gleichen Zeitraum abgeschrieben wie die entsprechende Hardware. Sonstige Software wird über einen Zeitraum von drei Jahren abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte, die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurden, werden separat vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst, wenn der beizulegende Zeitwert des Vermögenswertes verlässlich bewertet werden kann. Die Anschaffungskosten eines solchen immateriellen Vermögenswertes entsprechen dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Die Abschreibungen von Auftragsbeständen werden auf Basis der tatsächlich anfallenden Umsatzerlöse erfasst, Kundenbeziehungen werden linear auf über die Nutzungsdauer erfasst. Aktivierte Entwicklungskosten werden nach Erreichen der Marktfähigkeit linear abgeschrieben. Entwicklungskosten, die in früheren Perioden Aufwand darstellten, werden in späteren Perioden nicht aktiviert. Alle Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Instandhaltung und Pflege von immateriellen Vermögenswerten in Verbindung stehen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Periode erfasst, in der sie auftreten. Für einen Geschäfts- oder Firmenwert, für den keine Nutzungsdauer bestimmbar ist, erfolgt keine planmäßige Abschreibung, stattdessen wird dieser zum Bilanzstichtag, und wann immer es einen Anhaltspunkt dafür gibt, dass der Geschäfts- oder Firmenwert wertgemindert sein könnte, einem Wertminderungstest unterzogen und ggf. wird eine Wertminderung vorgenommen. [Tabelle 3.1]
3.2. SachanlagenDie Vermögenswerte des Sachanlagenvermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden gemäß IAS 16 (Sachanlagen) mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger, nutzungsbedingter Abschreibungen angesetzt. Selbsterstellte Anlagen umfassen neben den direkten Herstellungskosten auch Teile an Gemeinkosten. Die Abschreibung erfolgt nach der linearen Methode. Falls erforderlich, wird für Vermögenswerte des Sachanlagevermögens eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag vorgenommen. Alle Aufwendungen, die in Zusammenhang mit der Instandhaltung des Sachanlagevermögens stehen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden aktiviert. Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen. Eine Aktivierung nachträglicher Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die mit der Sachanlage verbundenen Kosten künftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird. Wesentliche Bestandteile von Sachanlagen, die die Voraussetzungen des IAS 16 erfüllen, werden in Komponenten aufgeteilt und entsprechend der Nutzungsdauer der Komponente abgeschrieben (Komponentenansatz). Teile einiger Sachanlagen bedürfen in regelmäßigen Zeitabständen gegebenenfalls eines Ersatzes bzw. kann die Durchführung regelmäßiger größerer Wartungen Voraussetzung für die Fortführung eines Betriebes sein. Die Kosten für den Ersatz eines Teils der Anlage bzw. die Kosten für die Durchführung größerer Wartungen werden im Buchwert der Anlage erfasst und entsprechend über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. [Tabelle 3.2]
3.2.1. Wertminderung nicht monetärer Vermögenswerte wie Sachanlagen und immaterielle VermögenswerteImmaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden nach IAS 36 auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert möglicherweise nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des Betrages erfasst, wie der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Zahlungsströme separat identifiziert werden können (auf der Ebene von Geschäftseinheiten, die jeweils Zahlungsmittelgenerierende Einheiten innerhalb der ICI-Gruppe darstellen). Bei der Ermittlung des Nutzungswertes werden prognostizierte Zahlungsströme mit im Zeitpunkt des Tests gültigen marktgängigen Vorsteuerzinssätzen, die die vermögenswertspezifischen Risiken widerspiegeln, welche nicht in den prognostizierten Zahlungsströmen berücksichtigt wurden, abgezinst. Nicht finanzielle Vermögenswerte, bei denen eine wertminderungsbedingte Abschreibung vorgenommen wurde, werden in Folgejahren daraufhin untersucht, ob eine Wertaufholung auf den dann erzielbaren Betrag, höchstens jedoch auf planmäßige Werte, d.h. ohne Wertminderungsaufwand, vorzunehmen ist. Eine Umkehr von in Vorperioden erfasstem Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Eine Wertberichtigung eines Geschäfts- oder Firmenwerts wird nicht wieder aufgeholt. 3.2.2. Investitionszuschüsse und -zulagenZuwendungen der öffentlichen Hand werden zu dem Zeitpunkt erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllen wird und dass die Zuwendungen gewährt werden. In Form von Investitionszuschüssen und -zulagen gewährte Zuwendungen der öffentlichen Hand, die im Zusammenhang mit abschreibungsfähigen Vermögenswerten stehen, werden als Abgrenzungsposten innerhalb der langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sie werden auf linearer Basis über die erwartete Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte erfolgswirksam aufgelöst. Erfolgsbezogene Zuwendungen, die entweder korrespondierende Aufwendungen kompensieren oder einen Ertrag im Anspruchszeitpunkt darstellen, ohne dass damit gegenwärtig oder zukünftige Aufwendungen verbunden sind, werden erfolgswirksam erfasst. Die Darstellung von Investitionszuschüssen und -zulagen erfolgt nach der Brutto-Methode. 3.3. BeteiligungenBeteiligungen an Unternehmen, die keine assoziierten Unternehmen und keine Gemeinschaftsunternehmen sind, werden unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Anteile an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss der ICI Group GmbH einbezogen. Nach der Equity-Methode sind die Anteile an Gemeinschaftsunternehmen im Erwerbszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten inklusive direkt zuordenbarer Nebenkosten in die Konzernbilanz aufzunehmen. Die Folgebewertung erfolgt durch Erhöhung / Verminderung dieses Wertes auf Grund des anteiligen Periodenergebnisses laut Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung (korrigiert um Ergebniseffekte aus Transaktionen zwischen dem Konzern und dem Beteiligungsunternehmen), von Dividendenausschüttungen, Einlagen und sonstigen Änderungen im Eigenkapital des Beteiligungsunternehmens sowie durch Berücksichtigung von Wertminderungen. 3.4. Geschäfts- oder FirmenwertDer Geschäfts- oder Firmenwert ist der positive Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten einer Beteiligung bzw. von Vermögenswerten und den zum Marktwert bewerteten erworbenen (zeitanteiligen) Vermögenswerten abzüglich Schulden. Geschäfts- oder Firmenwerte werden als immaterielle Vermögenswerte erfasst. Beim Erwerb eines assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmen ist dieser im Buchwert der Beteiligung enthalten. Soweit negative Unterschiedsbeträge verbleiben, werden diese entsprechend IFRS 3 unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen. Unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, werden die Geschäfts- oder Firmenwerte jährlich auf eine Wertminderung überprüft (Impairment-Test). Wertminderungen werden erfasst, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, unterschreitet. Darüber hinaus gehender Abwertungsbedarf wird durch anteilige Reduzierung der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte berücksichtigt. Entfällt in einem späteren Zeitraum ganz oder teilweise die Wertminderung, erfolgt keine Wertaufholung des Geschäfts- oder Firmenwertes. 3.5. VorräteUnter den Vorräten werden gemäß IAS 2 (Vorräte) diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse und Waren), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Produktion von Erzeugnissen oder der Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Gekaufte Emissionsrechte werden nicht in den Vorräten ausgewiesen. Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Unfertige und fertige Erzeugnisse sowie Waren werden zu Durchschnittswerten auf Basis der Herstellungskosten bzw. der Anschaffungskosten bewertet. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse bestehen aus Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten, anderer direkter Kosten sowie anteiligen, produktionsbezogenen Material- und Fertigungsgemeinkosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren jetzigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu bringen, und auf Basis normaler Kapazitätsbeanspruchung ermittelt wurden. Absatzbezogenen Risiken wird durch angemessene Abschläge Rechnung getragen. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten, im normalen Geschäftsverlauf erzielbaren Verkaufspreis abzüglich geschätzter noch anfallender Kosten bis zur Fertigstellung und zum Verkauf dar. 3.6. Forderungen und sonstige VermögenswerteForderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei nicht nur eingetretene Kreditverluste (Incurred Credit Loss-Modell), sondern auch erwartete Kreditverluste (Expected Credit Loss-Modell) erfolgswirksam erfasst werden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, sofern ihre Fälligkeit unter zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag liegt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen eines Factoring-Programms verkauft wurden, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Finanzinstrumente - siehe hierzu auch die Erläuterungen im Abschnitt 3.17 "Finanzinstrumente". Langfristige Forderungen werden auf Basis aktueller Marktzinsen abgezinst. Ausgaben, die den Aufwand für zukünftige Perioden betreffen, wurden abgegrenzt. Die Abgrenzungsposten sind in dem Posten sonstige kurzfristige Vermögenswerte enthalten. Sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet. Gekaufte Emissionsrechte werden zu Anschaffungskoten als sonstige Vermögenswerte ausgewiesen. 3.7. Laufende und latente SteuernDer laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der Steuervorschriften der Länder, in denen die Tochtergesellschaften tätig sind und zu versteuerndes Einkommen erwirtschaften, berechnet, die am Bilanzstichtag gelten. Latente Steuern (IAS 12) betreffen Steuerabgrenzungen aus zeitlich abweichenden Wertansätzen zwischen der IFRS-Bilanz und der Steuerbilanz der Einzelgesellschaften sowie aus Konsolidierungsvorgängen. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren wahrscheinliche Realisierung gewährleistet ist. Passive latente Steuern werden auf zukünftig noch zu versteuernde temporäre Differenzen gebildet. Die latenten Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften) bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung beziehungsweise der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeiten erwartet wird. Rechtlich aufrechenbare latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, sofern diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen. Aktive und passive latente Steuern werden nicht abgezinst. Latente Steuern, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Unternehmen stehen, werden angesetzt, es sei denn, der Zeitpunkt der Umkehr der Differenzen kann durch das Unternehmen gesteuert werden und die Differenzen kehren sich nicht in absehbarer Zeit um. 3.8. Liquide MittelLiquide Mittel werden zu ihrem Nominalwert bilanziert. Sie umfassen den Kassenbestand, Sichteinlagen sowie Einlagen bei Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten. Liquide Mittel sind Finanzinstrumente - siehe hierzu auch die Erläuterungen im Abschnitt 3.17 "Finanzinstrumente". 3.9. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie Pensionen umfassen die Versorgungsverpflichtungen des Konzerns aus leistungsorientierten Altersversorgungssystemen. Das Planvermögen wird von externen Trägern geführt. Pensionsrückstellungen werden für Pensionszusagen an Mitarbeiter gebildet und anhand des Barwerts zukünftiger Verpflichtungen gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung künftiger Gehalts- und Rentensteigerungen und den aktuell verfügbaren Sterbetafeln berechnet. Es bestehen unverfallbare Anwartschaften gegenüber langjährigen Mitarbeitern der ICI-Gruppe. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste der Verpflichtung sowie Gewinne und Verluste des Planvermögens, die nicht bereits im Zinsergebnis erfasst wurden, werden als sonstiges Ergebnis erfasst. Der Dienstzeitaufwand sowie der nachzuholende Dienstzeitaufwand werden unter Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung sowie der Zinsertrag des Planvermögens als Nettozinsaufwand im Finanzergebnis. 3.10. Sonstige RückstellungenSonstige Rückstellungen (IAS 37) werden für alle am Bilanzstichtag bestehenden gegenwärtigen Verpflichtungen gebildet, die auf vergangenen Geschäftsvorfällen oder vergangenen Ereignissen beruhen und deren Höhe und / oder Fälligkeit unsicher sind. Die Rückstellungen werden in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrags angesetzt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Mittelabflusses muss mehr als 50 Prozent betragen ("more likely than not" - Kriterium). Rückstellungen werden nur gebildet, wenn ihnen eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten zugrunde liegt, und die Höhe der Rückstellung verlässlich ermittelt werden konnte. Die Rückstellung ist in Höhe der bestmöglichen Schätzung anzusetzen. Dabei wird der Erwartungswert angesetzt, wenn die zu bewertende Rückstellung eine große Anzahl von Positionen umfasst. Bei einer Bandbreite möglicher Ereignisse, innerhalb derer die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Punkte gleich groß ist, wird der Mittelpunkt der Bandbreite verwendet. Rückstellungen, die nicht bereits im Folgejahr zu einem Mittelabfluss führen, werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Der bei Rückstellungen zu verwendende risikofreie Zinssatz basiert auf währungsraumspezifischen, teils länderspezifischen sowie laufzeitkongruenten Staatsanleihen. Für den Euro-Raum (ohne Italien) beträgt der Zinssatz zum 31.12.2023 bei einer Laufzeit bis 5 Jahren ca. 2,50 % und bei einer Laufzeit ab 5 Jahren ca. 2,70 % (31.12.2022: Laufzeit bis 5 Jahren 2,00 % und bei einer Laufzeit ab 5 Jahren 2,10 %). Für die USA beträgt der Zinssatz zum 31.12.2023 bei einer Laufzeit bis 5 Jahren ca. 4,50 % und bei einer Laufzeit ab 5 Jahren ca. 4,60 % (31.12.2022: Laufzeit bis 5 Jahren ca. 4,30 % und bei einer Laufzeit ab 5 Jahren ca. 4,00 %). Besteht zum Bilanzstichtag die rechtliche Verpflichtung, Emissionsrechte zu kaufen, wird diese Verpflichtung in den übrigen sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. 3.11. VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden in Höhe des fakturierten Betrages ausgewiesen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Finanzinstrumente - siehe hierzu auch die Erläuterungen im Abschnitt 3.17 "Finanzinstrumente". Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die einen Ertrag für zukünftige Perioden darstellen, werden abgegrenzt. Sie sind in dem Posten kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten erfasst. Verbindlichkeiten, deren Fälligkeit ein Jahr überschreiten, werden abgezinst. Der Zinssatz basiert auf währungsraumspezifischen, teils länderspezifischen sowie laufzeitkongruenten Staatsanleihen und einem ICIG spezifischen Risikoaufschlag. 3.12. LeasingverhältnisseLeasingverhältnisse der Leasingnehmer werden als Nutzungsrecht mit korrespondierender Leasingverbindlichkeit ab dem Bereitstellungsdatum erfasst, ab dem der Leasinggegenstand der Gruppe zur Nutzung zur Verfügung steht. Nutzungsrecht und Leasingverbindlichkeit werden initial mit dem Barwert der folgenden Leasingzahlungen bewertet:
Die Laufzeit des Leasingverhältnisses umfasst die unkündbare Grundlaufzeit, während der die Gruppe das Recht der Nutzung am Leasingobjekt hat und etwaige Perioden, die von einer Verlängerungs- oder Kündigungsoption abgedeckt werden, sofern die Gruppe hinreichend sicher ist, diese Optionen auszuüben bzw. nicht auszuüben. Hinreichend sicher bedeutet, dass die Gruppe allen maßgeblichen Fakten und Umständen Rechnung trägt, die dem Leasingnehmer einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung bzw. Nichtausübung einer Option geben. Änderungen der Laufzeit des Leasingverhältnisses resultierend aus einer möglichen Ausübung bzw. Nichtausübung einer Verlängerungs- oder Kündigungsoption werden nur berücksichtigt, wenn hinreichend Sicherheit besteht. Die zum Bereitstellungsdatum erfolgten Einschätzungen und Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Zahlungen, werden ständig während der Laufzeit des Leasingverhältnisses beobachtet. Sofern bessere oder abweichende Erkenntnisse vorliegen, wird die Leasingverbindlichkeit i.S.v. IFRS 16.39 neu bewertet. Falls ein bestehender Leasingvertrag modifiziert wird, wird die Leasingverbindlichkeit und das Nutzungsrecht neu bewertet i.S.v. IFRS 16.45 und IFRS 16.46. Änderungen eines Leasingverhältnisses, die ein zusätzliches Recht auf Nutzung von zugrunde liegenden Vermögenswerten einräumen und bei denen sich das zu zahlende Entgelt entsprechend des Einzelveräußerungspreises der Umfangserhöhung erhöht, sind gem. IFRS 16.44 als gesondertes Leasingverhältnis zu bilanzieren. Die Leasingzahlungen werden diskontiert unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes des Leasingnehmers. Dieser Zinssatz ist der Zinssatz, den ein Leasingnehmer zahlen müsste, wenn er für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit die Mittel aufnehmen würde, die er in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld für einen Vermögenswert mit einem dem Nutzungsrecht vergleichbaren Wert benötigen würde. Um den Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers zu bestimmen, verwendet die Gruppe ein mehrstufiges Modell. Ein risikoloser Zinssatz wird um den Risikoaufschlag der Gruppe angepasst und Differenzierungen in Bezug auf Wirtschaftsraum, Laufzeit und Leasinggegenstand vorgenommen. Leasingzahlungen werden in Tilgung und Zinsaufwand getrennt. Der Zinsaufwand wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet und setzen sich zusammen aus der anfänglichen Bewertung der Leasingverbindlichkeit abzüglich etwaiger Leasingzahlungen vor oder am Bereitstellungstag, und abzüglich erhaltener Leasinganreize, anfänglicher direkter Kosten sowie Rückbaukosten. Nutzungsrechte werden über die kürzere Dauer aus wirtschaftlicher Nutzung oder Leasinglaufzeit linear abgeschrieben. Sofern die Gruppe hinreichend sicher ist, eine Kaufoption über den Leasinggegenstand auszuüben, wird das Nutzungsrecht über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes abgeschrieben. Alle Zahlungen, die im Rahmen von kurzfristigen Leasingverhältnissen (bis zu 12 Monate) sowie Leasingverhältnisse geringwertiger Gegenstände erfolgen, werden linear als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In den Fällen, in denen eine Weitervermietung von Sachanlagen oder Nutzungsrechten an einen externen Vertragspartner erfolgt, ist die ICI Group GmbH als der Leasinggeber anzusehen. Je nachdem, ob die wesentlichen Chancen und Risiken auf den externen Vertragspartner als Leasingnehmer übertragen werden, handelt es sich aus der Perspektive der ICI Group GmbH um ein Operating-Leasingverhältnis oder um ein Finanzierungsleasing. Die Übertragung von wesentlichen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer (und damit die Einstufung des Leasingverhältnisses als Finanzierungsleasing) ist dann gegeben, wenn der größte Teil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswertes in die Laufzeit des Leasingverhältnisses fällt, auch wenn das Eigentumsrecht nicht übertragen wird, oder wenn zu Beginn des Leasingverhältnisses der Barwert der Leasingzahlungen mindestens dem nahezu gesamten beizulegenden Zeitwert des zugrundeliegenden Vermögenswertes entspricht. Bei Untermietverhältnissen ist darauf abzustellen, ob der größte Teil des Nutzungsrechts in die Laufzeit des Untermietverhältnisses fällt. Werden die wesentlichen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übertragen, wird das Leasingverhältnis als Finanzierungsleasingverhältnis eingestuft, und der zum Berichtsstichtag bestehende Barwert der Forderung nach den zu erhaltenden Mieteinnahmen wird in der Bilanz als Nettoinvestition in das Leasingverhältnis innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen. Werden die wesentlichen Chancen und Risiken nicht auf den Leasingnehmer übertragen, wird das Leasingverhältnis als Operating-Leasingverhältnis eingestuft, und die im Rahmen dieses Leasingverhältnisses erzielten Einnahmen werden als Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Werden Verträge im Rahmen der Vermietung von Immobilien bzw. im Rahmen von Untermietverhältnissen von Immobilien als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft, werden die Immobilien bzw. die den Untermietverhältnissen zugeordneten Nutzungsrechte, die zum Zwecke der Erzielung von Mieterträgen gehalten werden, gem. IAS 40 als Finanzinvestition gehaltene Immobilien bilanziert. Die ICI Group GmbH wendet das Anschaffungskostenmodell an. 3.13. EigenkapitalTransaktionskosten, die direkt mit der Ausgabe von neuem Eigenkapital zusammenhängen, werden als Abzug vom Eigenkapital inklusive aller damit verbundenen Ertragsteuervorteile bilanziert. Sofern ein Konzernunternehmen eigene Aktien erwirbt, werden die Anschaffungskosten inklusive Nebenkosten und mögliche Einkommensteuereffekte solange vom auf die Anteilseigner entfallenden Eigenkapital abgezogen, bis die eigenen Anteile eingezogen oder wieder ausgegeben bzw. verkauft werden. 3.14. ErtragsrealisationDie Umsatzerlöse der ICI-Gruppe stammen aus der Übertragung fertiger Erzeugnisse und Handelswaren sowie der Erbringung von Dienstleistungen. Umsatzerlöse werden mit dem Betrag bewertet, den das Unternehmen für die Erfüllung einer Lieferung oder Leistung zu erhalten erwartet. Umsatzerlöse werden dann realisiert, wenn der Kunde Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus diesen ziehen kann. Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt gem. IFRS 15 nach einem Fünf-Schritte-Modell: 1. Identifizierung der Verträge mit einem Kunden, 2. Identifizierung von separaten Leistungsverpflichtungen, 3. Bestimmung der Gegenleistung, 4. Verteilung der Gegenleistung auf die separaten Leistungsverpflichtungen, 5. Umsatzrealisierung zum Zeitpunkt der Erfüllung einer Leistungsverpflichtung. Im Falle der Übertragung von sogenannten Katalogprodukten erfolgt die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen, d.h. zum Zeitpunkt, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über die versprochenen Güter erhalten hat. Das ist regelmäßig dann der Fall, wenn die Chancen und Risiken sowie das rechtliche Eigentum auf den Kunden übergegangen sind und der Kunde physisch im Besitz der Ware ist. Im Falle der kundenspezifischen Auftragsfertigung und der Auftragsentwicklung erfolgt die Umsatzrealisierung zeitraumbezogen, da mit der Leistungserfüllung ein Vermögenswert ohne alternative Nutzungsmöglichkeit kreiert wird und das Unternehmen ein durchsetzbares Recht auf Bezahlung hat. Bei der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung erfolgt die Leistungsfortschrittsmessung im Falle der kundenspezifischen Auftragsfertigung mithilfe einer Output-orientierten Methode, d.h. auf Basis der spezifikationsgemäß produzierten Ware, und im Falle der Auftragsentwicklung mithilfe einer Inputorientierten Methode; das ist in der Regel die Methode der Fortschrittsmessung auf Basis der angefallenen Kosten in Relation zu den geschätzten Gesamtkosten. Im Falle von sonstigen Dienstleistungen erfolgt die Umsatzrealisierung ebenfalls zeitraumbezogen. Das ist regelmäßig der Fall im Zeitraum der erfolgten Erbringung der Dienstleistung. Die Fortschrittsmessung erfolgt hier input-orientiert, d.h. anhand der angefallenen Stunden / Kosten für eine Dienstleistung. 3.15. FinanzierungskostenFinanzierungskosten wie Zinsen werden zeitanteilig und periodengerecht entsprechend den Konditionen der jeweiligen Forderung oder Verbindlichkeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode als Ertrag bzw. Aufwand erfasst. 3.16. DividendenDividendenerträge aus Finanzinvestitionen und Ansprüche von Anteilseignern auf Dividendenausschüttungen werden im Zeitpunkt des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst. 3.17. FinanzinstrumenteIm Anhang werden die Finanzinstrumente des Konzerns (Finanzanlagen, Forderungen, Wertpapiere, Verbindlichkeiten, Finanzschulden, liquide Mittel) dargestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze werden nachfolgend erläutert. Die Finanzinstrumente können mit Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken, Währungsrisiken und Zinsrisiken verbunden sein. Grundsätzlich werden finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten in der Erstbewertung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt - im Falle von finanziellen Vermögenswerten zuzüglich Transaktionskosten; im Falle von finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich Transaktionskosten. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der im Zuge eines geordneten Geschäftsvorfalls unter Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag beim Verkauf eines Vermögenswertes erhalten würde oder bei Übertragung einer Schuld zu zahlen wäre. Basierend auf dem zugrundeliegenden Geschäftsmodell, welches sich bestimmt nach den zugrundliegenden Charakteristika von Zahlungsströmen, unterteilt IFRS 9 im Rahmen der Folgebewertung finanzielle Vermögenswerte, die Schuldtitel darstellen, und im Allgemeinen finanzielle Verbindlichkeiten in die folgenden Bewertungskategorien:
Die finanziellen Vermögenswerte der ICI Group GmbH stellen Schuldtitel dar, deren vertragliche Zahlungsströme zu festgelegten Zeitpunkten fällig werden und die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag umfassen. Bei der ICI Group GmbH werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und - äquivalente, sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, da sie dem Geschäftsmodell "Halten" angehören. Bei Schuldtiteln, die dem Geschäftsmodell "Halten" angehören, deren vertragliche Zahlungsströme zu festgelegten Zeitpunkten fällig werden und die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag umfassen, wurde die Fair Value-Option, d.h. die Option, diese Finanzinstrumente bei der Erstbewertung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet zu designieren, nicht ausgeübt; somit müssen diese Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Bei der Bilanzierung von Wertminderungen von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden nicht nur eingetretene Kreditverluste, sondern auch erwartete Kreditverluste (Expected Credit Loss-Modell) erfolgswirksam erfasst. Die Wertminderung für erwartete Kreditverluste wird ermittelt auf der Basis eines branchenrelevanten Ausfallprozentsatzes. Die Historie der ICI-Gruppe, vorliegende Marktbedingungen sowie Einschätzungen über die zukünftige Entwicklung der relevanten Industrie werden ebenfalls in die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste einbezogen. Eine Wertminderung für erwartete Kreditverluste wird erfasst für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht einzelwertberichtigt sind, nicht im Rahmen eines Factoring-Programms verkauft worden sind und die nicht durch eine Kreditversicherung besichert sind. Für diese Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet die ICI Group GmbH den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, wonach "expected lifetime losses" im Zeitpunkt der Ersterfassung der Forderungen zu erfassen sind. Aufgrund der Debitorenstruktur wurde es für sachgerecht erachtet, die Wertminderungen ebenfalls anhand branchenrelevanter Ausfallprozentsätze zu erfassen, die durch zukunftsorientierte Informationen, wie makroökonomische Faktoren, angepasst wurden. Wenn die erwarteten Kreditverluste, die für die übrigen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte ermittelt wurden, sich als wesentlich erweisen, werden auch für diese finanziellen Vermögenswerte erwartete Kreditverluste erfasst. Basierend auf der zugrundeliegenden Bonität werden zu fortgeführten Anschaffungskoten bewertete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert in "bislang vertragsgemäß erfüllt", "bereits Leistungsstörungen aufgetreten" und "notleidend". Nach dem allgemeinen Ansatz für Wertminderungen gemäß IFRS 9 (angewandt auf die übrigen zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzten finanziellen Vermögenswerte), werden entweder 12-Monats-Kreditverluste oder über die Laufzeit erwartete Kreditverluste berücksichtigt. Dies ist abhängig von der Entwicklung des Ausfallrisikos ab dem Zeitpunkt der Ersterfassung eines zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzten finanziellen Vermögenswertes. Wenn keine signifikante Erhöhung eines Ausfallsrisikos vorliegt, werden 12-Monats-Kreditverluste einbezogen (Stufe 1). Im Falle einer signifikanten Erhöhung des Ausfallsrisikos (Stufe 2) und im Falle einer Einzelwertberichtigung (Stufe 3) werden über die Laufzeit erwartete Kreditverluste einbezogen. Die Festlegung, ob ein finanzieller Vermögenswert eine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos erfahren hat, basiert auf einer Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeiten, welche sowohl externe Ratinginformationen als auch interne Informationen über die Kreditqualität des finanziellen Vermögenswertes berücksichtigen. Objektive Hinweise darauf, dass ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist, umfassen eine Überfälligkeit ab einer definierten Anzahl von Tagen sowie weitere Informationen über wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners. Die Definition von Ausfall basiert auf dem handelsüblichen Zahlungsverhalten in den jeweiligen Geschäften und geographischen Regionen. Forderungen, die im Rahmen eines Factoring-Programms verkauft wurden, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasst, da sie dem Geschäftsmodell "Verkaufen" angehören. Die ICI Group GmbH hat keine finanziellen Vermögenswerte, die der Bewertungskategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" angehören. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten der ICI Group GmbH werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Investitionsprojekten (bei denen die Kosten aktiviert werden) werden in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Gegenbuchung zu den Investitionsverbindlichkeiten erfolgt auf das entsprechende Konto im Anlagevermögen. Die ICI Group GmbH weist zum 31. Dezember 2023 derivative Finanzinstrumente aus, bei denen es sich nahezu ausschließlich um Fremdwährungs- und Rohstoffderivate handelt, die zur Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" gehören. Diese derivativen Finanzinstrumente gehören der Fair Value-Hierarchie 2 an, da ihre Bewertung auf beobachtbaren Faktoren basiert. Die derivativen Finanzinstrumente, die zum 31. Dezember 2022 in den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden, gehören ebenfalls zur Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet"; es handelt sich hierbei um Fremdwährungsderivate. Diese derivativen Finanzinstrumente gehören ebenfalls der Fair Value-Hierarchie 2 an, da ihre Bewertung auf beobachtbaren Faktoren basiert. Bei als Cash-Flow-Hedges designierten Derivaten wird der effektive Teil zunächst erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Ineffektivitäten werden hingegen sofort ergebniswirksam erfasst. Die ICI Group GmbH bilanziert finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten dann, wenn sie Vertragspartei der betreffenden Finanzinstrumente wird. Finanzinstrumente mit einer Laufzeit von nicht mehr als zwölf Monaten ab dem Bilanzstichtag werden als kurzfristig ausgewiesen, und Finanzinstrumente, deren Laufzeit ab dem Bilanzstichtag zwölf Monate übersteigt, werden als langfristig ausgewiesen. Bei der Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten wird jede Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag (nach Abzug von Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag über die Laufzeit des Finanzinstrumentes unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die erfolgswirksam zum Fair Value bilanzierten Forderungen, die im Rahmen eines Factoring-Programms verkauft wurden, gehören der Level 2-Fair Value-Hierarchie an, da ihre Bewertung auf der Basis von beobachtbaren Inputfaktoren erfolgt. Die ICI Group GmbH bucht einen finanziellen Vermögenswert nur dann aus, wenn ihr vertragliches Anrecht auf Zahlungsströme aus dem betreffenden finanziellen Vermögenswert ausläuft oder sie den finanziellen Vermögenswert im Sinne von IFRS 9 überträgt. Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Erfüllungstag bilanziert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden nur dann ausgebucht, wenn diese getilgt sind, d.h. die im Vertrag genannten Verpflichtungen erfüllt oder aufgehoben oder ausgelaufen sind. 4. Immaterielle VermögenswerteDie Gliederung und Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte ist im folgenden Anlagespiegel dargestellt: Immaterielle Vermögenswerte[Tabelle 4.1]
In 2021 verfügte die ICI-Group über keine immateriellen Vermögenswerte. Zum 11. August 2022 erwarb die ICI-Group weitere 50% an ihren bis dahin Anteile an Gemeinschaftsunternehmen klassifizierten Beteiligungen. Mit Wirkung zum 11. August 2022 wurden ihre Tochtergesellschaften erstmalig vollkonsolidiert. Die wesentlichen Zugänge aus Konzernkreisänderungen in 2022 resultieren aus dem o. g. Sachverhalt. In 2023 wurden weitere Gesellschaften erworben, deren Zugänge ebenfalls in Konzernkreisänderungen dargestellt ist. Weitere Information sind im Kapitel Unternehmenserwerbe, -veräußerungen und -abgänge zu entnehmen. Bei den sonstigen immateriellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Markennamen, Technologien, Kundenbeziehungen sowie vorteilhafte Verträge, die im Rahmen von Erwerben und Erstkonsolidierungen zum Fair Value angesetzt wurden. Dies sonstigen Immateriellen Vermögenswerte setzten sich wie folgt zusammen: Sonstige Immaterielle Vermögenswerte
Der Geschäfts- oder Firmenwert wird für die interne Unternehmenssteuerung auf Ebene der in der nachfolgenden Tabelle genannten Einheiten überwacht. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird einmal jährlich und bei Vorliegen von Indikatoren für eine Wertminderung untersucht. Eine Wertminderung wird erfasst, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, unterschreitet. Wenn die Wertminderung in einer späteren Periode ganz oder teilweise nicht mehr besteht, wird der Wertminderungsaufwand nicht rückgängig gemacht. Verbleiben negative Unterschiedsbeträge (negativer Geschäfts- oder Firmenwert), so werden diese direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß IFRS 3 erfasst. Die kleinsten identifizierbaren Einheiten im Konzern entsprechen grundsätzlich denen der legalen Gesellschaften. Die Testebene für den Goodwill-Impairment-Test ist die jeweilige Gruppen-Ebene, da die Gesellschaften auf dieser Ebene gesteuert werden. Die wesentlichen Annahmen, die das Management bei der Bestimmung zugrunde gelegt hat, ist die Entwicklung der Hauptprodukte und die daraus abgeleitete Umsatzprognose sowie die Kostenentwicklung. Diese Annahmen beruhen auf Erfahrungen und externen Marktstudien. Die beizulegenden Zeitwerte wurden unter Zugrundelegung diskontierter Cashflow-Prognosen bemessen. Die Cashflows basieren für einen Vierjahres-Zeitraum (bis 2027) auf der Planung des Managements, danach wurde eine nachhaltige Wachstumsrate von 1 % zur Extrapolation der Cashflow-Prognose verwendet. Für die Werthaltigkeitsprüfungen werden die beizulegenden Zeitwerte abzüglich der Kosten der Veräußerung zu Grunde gelegt. Die Werthaltigkeitsprüfungen der Einheiten wurden unter der Annahme gewichteter Kapitalkostensätze nach Steuern vorgenommen. Der Inprotec wurde im Rahmen der Erstkonsolidierung ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 58.190 Tsd. € zugeordnet. Inprotec, als reiner Lohntrockner für die chemische Industrie, ist besonders stark und unmittelbar vom Nachfragerückgang in der Chemie betroffen und leidet zudem besonders unter hohen Energiekosten. Die Werthaltigkeitsprüfung für die Inprotec ergab in 2022 eine Abwertung der Gesellschaft um 35,1 Mio € sowie in 2023 eine Abschreibung in Höhe von 23,2 Mio €, davon entfallen 23,1 Mio € auf die Abwertung des Geschäfts- oder Firmenwerts und 0,1 Mio € auf andere immaterielle Vermögenswerte. Nach Erfassung der Abwertung entspricht der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Inprotec Gmbh dem erzielbaren Betrag i.H.v. 56 Mio € auf Basis der o. g. Annahmen. Der erzielbare Betrag stellt den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten dar. Der Geschäfts- oder Firmenwert setzt sich wie folgt zusammen:
Wesentliche Parameter für dessen Berechnung sind der risikolose Zins (2,75 %,Vorjahr: 2%), eine Marktrisikoprämie (6,75 %, Vorjahr: 7%), der Steuersatz sowie der Fremdkapitalkostensatz. Die der Berechnung der durchschnittlichen Kapitalkosten zugrunde gelegten Parameter werden auf unternehmensexterne Quellen gestützt. Im Vorjahr betrug der gewichtete Kapitalkostensatz vor bzw. nach Steuern bei der Benvic-Gruppe 9,58% bzw. 7,29% und bei der Inprotec GmbH 9,83% bzw. 7,00%. Bei den für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts verwendeten Inputfaktoren handelt es sich gem. IFRS 13 um Faktoren einer Level 3 Berechnung. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse hat die ICI Group den Geschäfts- oder Firmenwert der Benvic-Gruppe untersucht, ob bei als möglich erachteter Änderung von wesentlichen Parametern des Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte eine Wertminderung zu erfassen wäre. Die Auswirkungen der Sensitivitäten sind in nachfolgender Tabelle dargestellt:
Immaterielle Vermögenswerte, die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurden, werden separat vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst, wenn der beizulegende Zeitwert des Vermögenswertes verlässlich bewertet werden kann. Die Abschreibungen werden linear auf Basis des tatsächlichen zeitlichen Anfalls oder über die geschätzte Nutzungsdauer erfasst. Die Unternehmensmarke "Benvic" wurden bei dem Erwerb der Benvic-Gruppe identifiziert. Die Nutzungsdauer der identifizierten Marke steht in Relation zu den eingesetzten Technologien und dem bestehenden Know how und unterliegt - nach Einschätzung des Managements - der Abnutzung. Die Abschreibungen sind in den "Umsatzkosten" sowie in den "Allgemeinen Verwaltungskosten" enthalten. Alle immateriellen Vermögenswerte - außer dem Geschäfts- und Firmenwert - unterliegen der Abschreibung. Die durchschnittliche Restnutzungsdauer der Marke unter Berücksichtigung des Bekanntheitsgrads, der vorhandenen Technologien, des bestehenden Know-Hows und der Kundenbeziehungen beträgt 20 Jahre. Die Nutzungsdauer der Kundenbeziehungen 6 bis 15 Jahre und die der erworbenen Technologien beträgt zwischen 5 bis 8 Jahre. Kundenverträge werden analog zur Laufzeit der Verträge abgeschrieben. Aufgrund der permanenten technologischen Weiterentwicklung messen wir der Marke eine höhere Nutzungsdauer als der Technologie bei. Innerhalb der Sparte PVC (Vynova) und Feinchemie (WeylChem und Allessa) führte bei einer Reihe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten die negative Entwicklung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2023 dazu, anlassbezogene Werthaltigkeitstests auf Vermögenswerte durchzuführen. Es wurden in diesem Kontext entsprechende Werthaltigkeitstest durchgeführt für die
Die durchgeführten Werthaltigkeitstests führen bei der Vynova Gruppe ebenso wie bei der WeylChem InnoTec GmbH zu keinem Wertberichtigungsbedarf. Weitere Details zu den anlassbezogenen Tests sind im Kapitel Sachanlagen aufgeführt.
Bei allen getesteten Einheiten im Bereich der Feinchemie ergibt sich mit Ausnahme der WeylChem InnoTec GmbH ein Abwertungsbedarf bei den Immateriellen Vermögenswerten, da der jeweilige Buchwert der bewerteten Einheit den entsprechenden erzielbaren Betrag übersteigt. Insgesamt beträgt der Abwertungsbedarf in Folge der durchgeführten Werthaltigkeitstests 11.154 Tsd. € und entfällt auf aktivierte Kundenbeziehungen (8.467 Tsd. €), auf Software (2.479 Tsd. €) und auf sonstige Immaterielle Vermögensgegenstände (208 Tsd. €).
Wesentliche Parameter für die Berechnung sind der risikolose Zins (2,75 %), eine Marktrisikoprämie (6,75 %), der Steuersatz sowie der Fremdkapitalkostensatz. Die der Berechnung der durchschnittlichen Kapitalkosten zugrunde gelegten Parameter werden auf unternehmensexterne Quellen gestützt. In 2022 wurde kein Wertminderungstest vorgenommen, da keine Anzeichen für eine Wertminderung vorlagen. Somit erfolgt in diesem Zusammenhang auch keine Angabe zum Vorjahreszins bzw. zur Vorjahresmarktrisikoprämie sowie zu sonstigen Vorjahreswerten. Zu den Abwertungen aufgrund von durchgeführten Werthaltigkeitstests kommt ein Abwertungsbedarf aufgrund nicht gegebener Unternehmensfortführung bei der WeylChem Höchst GmbH in Höhe von 52 Tsd. € auf Software. Die Wertminderungsaufwendungen sind in dem entsprechenden Posten im sonstigen betrieblichen Aufwand in der Konzern Gewinn-. und Verlustrechnung zugeordnet worden. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse hat die ICI-Group untersucht, ob bzw. welche zusätzlichen Wertminderungen bei als möglich erachteter Änderung von wesentlichen Parametern der durchgeführten Wertminderungstest auf Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen zu erfassen wären. Die Auswirkungen der Sensitivitäten sind im Kapitel Sachanlagen dargestellt. 5. SachanlagenDie Gliederung und Entwicklung der Sachanlagen ist im folgenden Anlagespiegel dargestellt: Sachanlagen[Tabelle 5.1]
Im Jahr 2021 verfügte die ICI Group GmbH nur über Grundstücke und Gebäude. Zum 11. August 2022 erwarb die ICI Group GmbH weitere 50% an ihren bis dahin als Anteile an Gemeinschaftsunternehmen klassifizierten Beteiligungen. Mit Wirkung zum 11. August 2022 wurden ihre Tochtergesellschaften erstmalig vollkonsolidiert. Die wesentlichen Zugänge aus Konzernkreisänderungen im Jahr 2022 resultieren aus dem o. g. Sachverhalt. Im Jahr 2023 enthalten die Zugänge aus Konzernkreisänderungen Zugänge aus diversen Gesellschaftskäufen. Weitere Information sind im Kapitel Unternehmenserwerbe, -veräußerungen und -abgänge zu entnehmen. Der größte Zugang bei den Sachanlagen betrifft Investitionen in das neue EDC-Werk in Runcorn. Daneben gibt es verschiedene Projekte zur Kapazitätserweiterung und Qualitätssicherung an unterschiedlichen Standorten. Bankdarlehen und sonstige Darlehen sind in Höhe von 4.186 Tsd € (2022: 31.683 Tsd €) durch Sachanlagevermögen besichert. Der Abschreibungsaufwand wurde zum größten Teil in den Umsatzkosten berücksichtigt. Ein kleiner Anteil entfällt auf Vertriebs- und Verwaltungskosten. Aufwand aus Wertminderungen und Erträge aus Wertaufholungen wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen beziehungsweise in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. In 2023 hat die ICI Group 8.784 Tsd € (2022: 5.002 Tsd €) staatliche Investitionszuschüsse erhalten. In 2023 wurden 9.477 Tsd € Fremdkapitalkosten aktiviert (2022: 1.436 Tsd €) bei einem gewichteten durchschnittlichen Zinssatz von 6,69% (2022: 3,63%). Die aufgrund der negativen Entwicklung der Ergebnisse in der Sparte PVC (Vynova) und Feinchemie (WeylChem und Allessa) im Geschäftsjahr 2023 durchgeführten Werthaltigkeitstests bei der
wurden auch im Hinblick auf möglichen Abwertungsbedarf im Sachanlagevermögen durchgeführt. Bei der Vynova wurde die negative wirtschaftliche Entwicklung insbesondere bedingt durch gesunkene Preise und eine verringerte Nachfrage sowohl nach PVC als auch nach Natronlauge sowie nach Kalilauge, vor allem als Folge eines Rückgangs im für Vynova wichtigen Baugewerbe sowie durch Importdruck von günstigen Produkten aus den USA. Allerdings führt der anlassbezogene Werthaltigkeitstest bei der Vynova zu keinem Wertberichtigungsbedarf.
Im Bereich der Feinchemieeinheiten ergibt sich der Anlass zur Durchführung der Werthaltigkeitstests aufgrund der rückläufigen Nachfrage bei gleichbleibender bzw. steigender Kostenbasis und bei gleichzeitig zunehmenden Wettbewerbsdruck aus Asien. Hier ergaben die Werthaltigkeitstests einen kumulierten Wertberichtigungsbedarf des Sachanlagevermögens von 137.190 Tsd. €, da der jeweilige Buchwert den entsprechenden erzielbaren Betrag übersteigt. Die Wertminderungen betreffen insgesamt mit 136.449 Tsd. € Fahrzeuge und Maschinen und mit 741 Tsd. € Betriebs- und Geschäftsausstattung. Bei der WeylChem InnoTec GmbH führte der durchgeführte Test zu keinem Wertberichtigungsbedarf
Wesentliche Parameter für die Berechnung sind der risikolose Zins (2,75 %), eine Marktrisikoprämie (6,75 %), der Steuersatz sowie der Fremdkapitalkostensatz. Die der Berechnung der durchschnittlichen Kapitalkosten zugrunde gelegten Parameter werden auf unternehmensexterne Quellen gestützt. Bezüglich der für die Berechnungen unterstellten Veräußerungskosten wird von 1% ausgegangen. Bei den für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts verwendeten Inputfaktoren handelt es sich gem. IFRS 13 um Faktoren einer Level 3 Berechnung. In 2022 wurde kein Wertminderungstest vorgenommen, da keine Anzeichen für eine Wertminderung vorlagen. Somit erfolgt in diesem Zusammenhang auch keine Angabe zum Vorjahreszins bzw. zur Vorjahresmarktrisikoprämie sowie zu sonstigen Vorjahreswerten. Neben diesem im Rahmen von Werthaltigkeitstests ermittelten Abwertungsbedarf ergibt sich bei der WeylChem Höchst GmbH Abwertungsbedarf in Höhe von 8.042 Tsd. € aufgrund nicht gegebener Unternehmensfortführung, der mit 7.315 Tsd. € Fahrzeuge und Maschinen, mit 673 Tsd. € Betriebs- und Geschäftsausstattung und mit 54 Tsd. € Grundstücke und Gebäude betrifft. Die Wertminderungsaufwendungen sind dem entsprechenden Posten im sonstigen betrieblichen Aufwand in der Konzern Gewinn-. und Verlustrechnung zugeordnet worden. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse hat die ICI-Group untersucht, ob bzw. welche zusätzlichen Wertminderungen bei als möglich erachteter Änderung von wesentlichen Parametern der durchgeführten Wertminderungstest auf Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen zu erfassen wären. Die Auswirkungen der Sensitivitäten sind in nachfolgender Tabelle dargestellt:
6. LeasingverhältnisseDie Gliederung und Entwicklung der Nutzungsrechte ist wie folgt dargestellt: Nutzungsrechte[Tabelle 6.1]
Die Laufzeiten der Leasingverbindlichkeiten sind wie folgt darstellt: Leasingverbindlichkeiten[Tabelle 6.2]
Die obige Darstellung enthält Rundungsdifferenzen. Leasingraten, die im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst wurden und nicht in der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten enthalten sind, sind in der folgenden Tabelle dargestellt: Nicht in der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten enthaltene Leasingaufwendungen[Tabelle 6.3]
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf 36.481 Tsd € (2022: 12.002 Tsd €). Die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse beinhalten die Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten (Tilgungs- und Zinsanteil), ferner Zahlungen von Leasingraten im Rahmen von kurzfristigen Leasingverhältnissen sowie Leasingraten für geleaste Vermögenswerte von geringem Wert und variable Leasingzahlungen. Nähere Angaben finden sich im Kapitel "Finanzielle Verbindlichkeiten". Nicht alle zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse i.Z.m. Leasingverhältnissen sind in den bilanzierten Leasingverbindlichkeiten berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag sind bereits Leasingverträge abgeschlossen worden, deren Bereitstellungsdatum nach dem 31. Dezember 2023 (2022) liegt und entsprechend noch keine Leasingverbindlichkeit erfasst wurde, obwohl zukünftig ein Mittelabfluss erfolgt. Ebenso enthalten manche Verträge variable Leasingzahlungen, die nicht auf einem Index oder einem Kurs basieren und somit nicht in der Leasingverbindlichkeit enthalten sind. Auch können sich Restwertgarantien anders entwickeln, als ursprünglich angenommen, was ebenfalls zu Mittelabflüssen führen kann. Diese zukünftigen Mittelabflüsse sind hier dargestellt: Nicht in den Leasingverbindlichkeiten berücksichtigte potentielle zukünftige Zahlungsmittelabflüsse[Tabelle 6.4]
Die ICI Group GmbH mietet am Standort Frankfurt Fechenheim ein größeres Industriepark-Gelände an und bilanziert ein entsprechendes Nutzungsrecht. Einige nicht selbst genutzte Flächen werden zur Erzielung von Mieterträgen im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen untervermietet. Daher wird der auf diesen Teil entfallende Anteil des Nutzungsrechts als Finanzinvestition gehaltene Immobilien gem. IAS 40 ausgewiesen und über die Leasinglaufzeit linear abgeschrieben. Einige Untermietverhältnisse werden als Finanzierungsleasing eingestuft und entsprechend als Nettoinvestition in das Leasingverhältnis bilanziert. Die ICI Group GmbH wendet für die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien das Anschaffungskostenmodell an: Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden zu Anschaffungskosten bewertet und setzen sich zusammen aus der anfänglichen Bewertung der Leasingverbindlichkeit abzüglich etwaiger Leasingzahlungen vor oder am Bereitstellungstag, und abzüglich erhaltener Leasinganreize, anfänglicher direkter Kosten sowie Rückbaukosten; die Abschreibung erfolgt linear über die Leasinglaufzeit. Die Bilanzierung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien sowie deren Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 sind wie folgt dargestellt: Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien[Tabelle 6.5]
Die im Rahmen eines Finanzierungsleasings bestehende Forderung nach den ausstehenden Mieteinnahmen setzt sich wie folgt aus dem undiskontierten Teil, d.h. der Bruttoinvestition in das Leasingverhältnis, und der Abzinsung, d.h. dem nicht realisierten Finanzertrag, zusammen: Nettoinvestition in das Leasingverhältnis[Tabelle 6.5.2]
Wurden die wesentlichen Chancen und Risiken nicht auf den Leasingnehmer übertragen, wird das Leasingverhältnis als Operating-Leasing eingestuft, und die im Rahmen dieses Leasingverhältnisses erzielten Einnahmen werden als Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Folgende Aufwendungen und Erträge, die sich auf Immobilien beziehen, die als Finanzinvestition gehalten wurden, wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst: Ergebnis aus als Finanzinvestition gehaltener Immobilien[Tabelle 6.6]
Die im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen ausstehenden zu erhaltenden Mieteinnahmen gliedern sich entsprechend ihrer Fälligkeit wie folgt auf: Nicht diskontierte zu erhaltende Leasingzahlungen[Tabelle 6.7]
7. VorräteDie Vorräte setzen sich wie folgt zusammen: Buchwert der Vorräte[Tabelle 7.1]
Wertberichtigungen auf Vorräte[Tabelle 7.2]
Bei allen Vorräten sind individuelle Bewertungsabschläge vorgenommen worden, sofern die aus ihrem Verkauf oder ihrer Verwendung voraussichtlich zu realisierenden Erlöse niedriger sind als die Buchwerte der Vorräte. Die Bewertungsabschläge sind in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzkosten erfasst. Als Nettoveräußerungserlöse werden die voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlöse abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten angesetzt. Der Materialaufwand für das Jahr 2023 beläuft sich auf 1.096.968 Tsd € (2022: 387.648 Tsd €). Die Abschreibungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Umsatzkosten erfasst. Der Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzten Vorräte beträgt 117.649 Tsd € (2022: 73.483 Tsd €). Zum 11. August 2022 erwarb die ICI Group weitere 50% an ihren bis dahin als Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bilanzierten Beteiligungen. Mit Wirkung zum 11. August 2022 wurden ihre Tochtergesellschaften erstmalig vollkonsolidiert. Die Vergleichbarkeit der Wertberichtigungen auf Vorräte des Geschäftsjahrs mit denen des Vorjahrs ist aus diesem Grund nicht gegeben. 8. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen: Forderungen aus Lieferung und Leistung[Tabelle 8.1]
Veränderung der erwarteten Kreditverluste auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen[Tabelle 8.2]
Veränderung der eingetretenen Kreditverluste auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen[Tabelle 8.3]
Es wurden Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste auf im Wesentlichen erstklassige (performing) Forderungen vorgenommen, die nicht dem Factoring unterliegen, nicht gegen Kreditausfälle versichert sind und noch nicht einzelwertberichtigt wurden. Für diese Forderungen wendet der Konzern die vereinfachte Vorgehensweise für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an und erfasst Wertberichtigungen stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste. Der Wertminderungssatz orientiert sich an Ausfallraten der Chemie- und Pharma-Branche, den Erfahrungen des Konzerns sowie der zukünftig erwarteten Branchenentwicklung. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt 291.413 Tsd € (2022: 314.989 Tsd €). Von diesen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen i.H.v. 194.262 Tsd € (2022: 223.469 Tsd €) durch Kreditausfallversicherungen besichert. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die als Sicherheit verpfändet wurden, beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 0 Tsd € (2022: 76 Tsd €). Es handelte sich im Vorjahr um kurzfristige Handelsforderungen, die im Rahmen kurzfristiger Finanzierungen als Sicherheiten abgetreten wurden. Im Rahmen von Factoring-Verhältnissen kommt es zur Übertragung von finanziellen Vermögenswerten. Es bestehen mehrere Factoring-Vereinbarungen, durch die kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen monatlich revolvierend an Factoring-Institute verkauft werden. Zum Stichtag waren Forderungen mit einem Nominalvolumen von 92.073 Tsd € verkauft (2022: 69.591 Tsd €). Das maximale Kreditrisiko aus diesen Forderungen von der ICI Group GmbH ist jeweils auf den fixen Kaufpreisabschlag begrenzt. Die übrigen Kreditrisiken werden von den Factoring-Instituten getragen. Das Spätzahlungsrisiko wird weiterhin in voller Höhe von der ICI Group GmbH getragen. Das aus Kreditrisiko und Spätzahlungsrisiko resultierende maximale Verlustrisiko für die ICI Group GmbH aus den per 31. Dezember 2023 verkauften und ausgebuchten Forderungen beläuft sich auf 745 Tsd € (2022: 260 Tsd €). Der Gesamtaufwand im Geschäftsjahr beträgt 3.224 Tsd € (2022: 1.149 Tsd €). Das Volumen an verkauften Forderungen unterlag - wie in den Vorjahren - während des Geschäftsjahres keinen wesentlichen Schwankungen. 9. Sonstige VermögenswerteSonstige kurzfristige Vermögenswerte[Tabelle 9.1]
Sonstige langfristige Vermögenswerte[Tabelle 9.2]
Der Nettovermögenswert aus Pensionsplänen wird im Kapitel "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" näher erläutert. Die Stromsteuerforderungen umfassen Forderungen aus Erstattung von Stromsteuer und -abgaben. Die kurzfristigen Forderungen aus Rückerstattungen beinhalten im Wesentlichen eine Forderung gegenüber einem Factoring-Unternehmen in Frankreich. Die Vorsteuer-Überhänge ergeben sich aus den spezifischen Liefer- und Leistungsbeziehungen der Gesellschaften. In den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten sind 7.796 Tsd € von der VYNOVA Wilhelmshaven GmbH gekaufte CO 2 -Emissionsrechte enthalten (2022: 7.592 Tsd €). In den übrigen langfristigen Vermögenswerten sind 7.986 Tsd € von der Lülsdorf Functional Solutions GmbH erworbene CO 2 -Emissionsrechte enthalten (2022: 0 Tsd €). 10. Finanzielle VermögenswerteDie finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen: Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte[Tabelle 10.1]
Langfristige finanzielle Vermögenswerte[Tabelle 10.2]
Bei den Darlehn und Zinsforderungen handelt es sich in Höhe von 49,3 Mio. € (2022: 42,3 Mio. €) um solche gegen nahestehende Unternehmen. Weitere Informationen sind dem Kapitel "Nahestehende Unternehmen und Personen" zu entnehmen. Bei den Forderungen aus Factoring handelt es sich um offene Kaufpreisforderungen aus verkauften Forderungen gegenüber der Factoring-Bank. Im Rahmen der Factoring-Vereinbarung hat ICI Forderungen auf den Factor übertragen und kann die Forderung nicht mehr verkaufen oder verpfänden. Das Spätzahlungs- und das Ausfallrisiko sind jedoch bei der ICI verblieben. Der Konzern bilanziert die übertragenen Vermögenwerte daher weiter zur Gänze. Die Forderungen gegenüber dem Factor können sich auch auf bereits abgegangene Forderungen aus Lieferung und Leistung, sonstige Forderungen, sowie auf bereits beim Factor eingegangene aber noch nicht weitergeleitete Zahlungen erstrecken. Der im Rahmen der Factoring-Vereinbarung potentiell rückzahlbare Betrag wird daher als Verbindlichkeit aus Factoring dargestellt. Die Forderungen aus Factoring betragen zum Stichtag 46.476 Tsd € (2022: 21.584 Tsd €) die Verbindlichkeiten aus Factoring belaufen sich am Stichtag auf 9.412 Tsd € (2022 1.811 Tsd €). Bei den hinterlegten Barsicherheiten handelt es sich im Wesentlichen um Hinterlegungen für Bankbürgschaften im Rahmen von Beschaffungsverträgen, insbesondere im Energie- und Rohstoff-Einkauf. Der Betrag hängt von der Menge der bestellten Energien ab und die Garantie endet mit dem Ende des Beschaffungsvertrages. Aufgrund des geringen und seit Zugang unveränderten Kreditrisikos sind alle finanziellen Vermögenswerte der Stufe 1 des Impairmentmodells nach IFRS 9 zuzuordnen. Eine Erläuterung des Impairmentmodells befindet sich in Kapitel 3.17. Die finanziellen Vermögenswerte sind als "bislang vertragsgemäß erfüllt" klassifiziert. Die für die finanziellen Vermögenswerte ermittelten erwarteten Kreditverluste erwiesen sich als nicht wesentlich; daher ist eine Erfassung dieser erwarteten Kreditverluste unterblieben. 11. Kassenbestand und BankguthabenDie Liquiden Mittel stellen sich wie folgt dar: Liquide Mittel[Tabelle 11.1]
12. EigenkapitalDas Stammkapital ist vollständig eingezahlt und besteht aus 25.000 Gesellschaftsanteilen mit einem Nennwert pro Stück von 1,00 €. Im Jahr 2023 wurde eine Dividendenausschüttung i.H.v. 20.000 Tsd € (800,00 € x 25.000 Gesellschaftsanteile) aus den freien Gewinnrücklagen beschlossen (2022: 900 Tsd €). Die Gewinnrücklagen umfassen hauptsächlich die während der Konzernzugehörigkeit erzielten Ergebnisse der einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden, sowie die Neubewertungen von leistungsorientierten Versorgungsplänen. In den Sonstigen Rücklagen werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Fair Value-Bewertung von Finanzinstrumenten, die gemäß IFRS 9 erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ergebnisneutral in einen gesonderten Posten im Eigenkapital (Neubewertungsrücklage) abzüglich Ertragsteuern eingestellt. Im Berichtsjahr und im Vorjahr wurden keine Finanzinstrumente gehalten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die sich aus der Umrechnung der funktionalen Währung der ausländischen Tochterunternehmen in die Berichtswährung des Konzerns ergebenden Differenzen werden als Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung in den sonstigen Rücklagen erfasst. Erläuterung der für erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge ("OCI") erfassten Ertragsteuern: Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge[Tabelle 12.1]
13. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie ICI Group GmbH hat bis zum 11. August 2022 ihre Beteiligungen als Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bilanziert, da sie ihre Beteiligungen bis dahin zu 50% hielt. Mit Erwerb der restlichen 50% an ihren Beteiligungen wurden ihre Tochtergesellschaften mit Wirkung vom 11. August 2022 erstmalig vollkonsolidiert. In diesem Zusammenhang gingen dem Konzernkreis Pensionsverpflichtungen, Planvermögen sowie sonstige damit verbundene Bilanzpositionen i.S.v. IAS 19 zu. Weitere Konzernkreisänderungen bei den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen im Jahr 2022 beruhen - jedoch in geringem Umfang - auf dem Erwerb der Benvic-Gesellschaften. Die Konsolidierungskreisänderungen des Jahres 2023 bei den leistungsorientierten Verpflichtungen entfallen mit 17.999 Tsd. EUR auf den Erwerb der deutschen Evonik Gesellschaften in Lülsdorf und Wesseling, mit 15.467 Tsd. EUR auf den Erwerb der HCS Gruppe sowie mit 5.561 Tsd. EUR auf die Übernahme der MSSA Gruppe. Bei keinem dieser Erwerbe des Jahres 2023 wurde Planvermögen übertragen. Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit IAS 19 sowie Entwicklungsspiegel beziehen sich für das Jahr 2022 auf den Zeitraum 11. August 2022 bis 31. Dezember 2022. In der ICI-Gruppe bestehen für die meisten Mitarbeiter auf Basis gesetzlicher Vorgaben oder vertraglicher Vereinbarungen Zusagen auf Altersversorgungsleistungen, die im Rahmen von beitrags- und leistungsorientierten Plänen erbracht werden. 13.1. Leistungsorientierte PläneDer größte Teil der Altersversorgungssysteme ist als leistungsorientierte Zusage (Defined Benefit Plan) ausgestaltet, wobei zwischen rückstellungs- und fondsfinanzierten Systemen unterschieden wird. Der überwiegende Anteil (53% Anteil an der DBO) entfällt dabei auf die deutschen Standorte; die weiteren Anteile entfallen auf Belgien (26%), die USA (8%), Frankreich (11%) und die restlichen europäischen Standorte (2%). Es handelt sich hauptsächlich um rückstellungsfinanzierte betriebliche Altersversorgungen, die in Form von erdienten Anwartschaften nach Beschäftigungsjahren gewährt werden. Die Gesellschaften mit dem historisch bedingt größten Verpflichtungsumfang bei rückstellungsfinanzierten leistungsorientierten Zusagen sind die Allessa Gesellschaften, die neu erworbenen Gesellschaften in Lülsdorf und Wesseling (vormals Evonik) sowie die neu erworbenen deutschen Gesellschaften der HCS Group. Primär werden laufende Alters-, Invaliden- sowie Hinterbliebenenrenten und vereinzelt auch Krankenzusatzversicherungszusagen gewährt. Kapitalauszahlungen erfolgen bei einigen Deferred Compensation Plänen, die aber weitestgehend mit Planvermögen hinterlegt sind. Mindestdotierungen liegen bei rückstellungsfinanzierten Zusagen nicht vor. Das Hauptrisiko aus den rückstellungsfinanzierten Zusagen ergibt sich durch die Belastung der Cashflows zukünftiger Perioden. Hier besteht entsprechend auch ein Risiko aus einer gesetzlichen Verpflichtung zur Prüfung des Rententrends, Langlebigkeitsrisiko und entsprechender Anhebung der Rentenleistungen. Deferred Compensation Pläne werden vertragsgemäß dotiert, ein wesentliches Risiko aus Zins- und Anlageschwankungen ergibt sich für die ICI Group nicht. Die Deferred Compensation Pläne sind mit Planvermögen hinterlegt und die Beiträge entsprechen den in den Plänen definierten Beiträgen zuzüglich einer ggf. am Jahresende bestehenden Differenz zwischen den vertraglichen Mindestansprüchen und den vorhandenen Rücklagen. Die rückstellungsfinanzierten Zusagen wurden in der Vergangenheit im Rahmen der in den veräußernden Konzernen vorliegenden Regelungen erteilt. In der Regel begrenzt die ICI Group die zukünftigen Auswirkungen dieser rein rückstellungsfinanzierten Zusagen durch ein Einfrieren der erdienten Ansprüche auf aktuellem Niveau. Neue Zusagen werden ausschließlich fondsfinanziert erteilt. Bei der WeylChem US Inc. (USA) und den VYNOVA Gesellschaften in Runcorn (Großbritannien) und in Tessenderlo (Belgien) liegen überwiegend fondsfinanzierte Pläne vor. Bei zwei Plänen in Großbritannien im Berichtsjahr wie auch im Vorjahr ist das Planvermögen höher als die leistungsorientierte Verpflichtung. Dieser Überschuss wird bei einem Plan als Effekt aus der Berücksichtigung der Obergrenze eines Vermögenswertes erfasst, da der Konzern nicht über das uneingeschränkte Recht auf Rückzahlung der liquiden Mittel verfügt. Bei einem zweiten Plan besteht dieses uneingeschränkte Recht und entsprechend wird der Netto-Vermögenswert unter den sonstigen Vermögenswerten auf der Aktivseite der Bilanz dargestellt. Die Höhe der Pensionsleistung wird anhand der Beschäftigungsdauer, der zukünftigen geschätzten Gehalts- und Pensionstrends sowie länderspezifischer statistischer Sterberaten bestimmt (in Deutschland unter Anwendung der Richttafeln der Heubeck Richttafeln GmbH). Der für die Abzinsung der Rückstellung verwendete Zinssatz richtet sich nach den Renditen hochwertiger Industrieanleihen vergleichbarerer Laufzeit zum Bilanzstichtag. Die leistungsorientierte Verpflichtung entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt: Veränderung der Leistungsorientierten Verpflichtungen[Tabelle 13.1]
In 2023 kam es bei Gesellschaften in Frankreich aufgrund einer Gesetzesänderung, die einen späteren Renteneintritt vorsieht, zu nachzuverrechnenden Dienstzeiterträgen i.H.v. 477 Tsd €. Der Zeitwert des Planvermögens entwickelte sich wie folgt: Veränderungen des Planvermögens[Tabelle 13.2]
Veränderung der Begrenzung eines Leistungsplans[Tabelle 13.2.1]
Die Netto-Rückstellung entwickelte sich wie folgt: Veränderung der Netto-Rückstellungen[Tabelle 13.3]
Überleitung zur Bilanz[Tabelle 13.3.1]
Die folgenden Beträge wurden in der Konzern-Gewinn- und Verlust-Rechnung erfasst: Aufwendungen für Pensionsrückstellungen[Tabelle 13.4]
Die folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen wurden getroffen: Versicherungsmathematische Annahmen[Tabelle 13.5]
Das Planvermögen setzt sich wie folgt zusammen: Zusammensetzung Planvermögen[Tabelle 13.6]
Die verschiedenen Arten der Versorgungspläne gliedern sich gemäß ihrer regionalen Verteilung wie folgt auf: Disaggregierung der Pensionsrückstellungen[Tabelle 13.6.1]
[Tabelle 13.6.1]
In den obenstehenden Tabellen können Rundungsdifferenzen enthalten sein. Die Sensitivitäten bei Parameteränderungen sind im Folgenden dargestellt: Sensitivitätsanalyse[Tabelle 13.7]
Ein Rückgang der Annahmen Rentensteigerung sowie Gehaltssteigerung um 0,25 Prozentpunkte führt zu einem Sinken der Defined Benefit Obligation in ähnlichem Ausmaß wie die oben angegebenen Effekte bei einer Steigerung um 0,25 Prozentpunkte. Die Sensitivitäten wurden mit derselben Methode berechnet wie die Verpflichtung zum Jahresende. Dabei wurde eine Annahme geändert, während die anderen unverändert gelassen wurden. Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Annahmen blieben unberücksichtigt. Der Dienstzeitaufwand sowie der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand werden als Personalaufwand, die Gewinne aus Plankürzungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen und die Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtung gemindert um die kalkulatorischen Erträge aus Planvermögen als Nettozinsaufwand ausgewiesen. Die kalkulatorischen Erträge aus Planvermögen werden gem. IAS 19 mit dem zu Jahresbeginn geltenden Rechnungszins ermittelt. Die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtungen betrug 12 Jahre zum 31. Dezember 2023. Die erwarteten Einzahlungen in Planvermögen im Geschäftsjahr 2024 betragen 3.764 Tsd €. Die zukünftig zu zahlenden Versorgungsleistungen für fondsfinanzierte und rückstellungsfinanzierte Versorgungspläne werden wie folgt geschätzt: Zukünftige Zahlungen für Versorgungsleistungen[Tabelle 13.8]
13.2. Beitragsorientierte PläneBei den beitragsorientierten Plänen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen Beiträge an externe Versorgungsträger. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres in den Funktionsbereichen ausgewiesen. Mit Zahlung der Beiträge besteht für die ICI Group keine weitere Zahlungsverpflichtung. Der Aufwand für beitragsorientierte Pläne beträgt im Geschäftsjahr 4.297 Tsd € (2022: 2.041 Tsd €). In Deutschland sind Mitarbeiter einiger Gesellschaften in einem Pensionsplan versichert, der als Multi-Employer-Plan strukturiert ist, der einen leistungsorientierten Vorsorgeplan darstellt, jedoch als beitragsorientierter Vorsorgeplan bilanziert wird. Der Grund für diese Bilanzierungsregelung besteht darin, dass die an dem Plan beteiligten Konzerngesellschaften der ICI Group versicherungsmathematischen Risiken in Bezug auf aktuelle und frühere Angestellte anderer Unternehmen unterworfen sind, die am selben Pensionsplan beteiligt sind. Es gibt keine zuverlässige bzw. einheitliche Grundlage für die Zuordnung von Vorsorgeverpflichtungen, Planvermögen und Kosten auf die einzelnen am Plan beteiligten Unternehmen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 haben 885 Mitarbeiter Ansprüche aus diesem Multi-Employer-Plan, davon keine beitragszahlenden Mitarbeiter. In 2022 hatten ca. 963 Mitarbeiter Ansprüche, davon keine beitragszahlenden Mitarbeiter. Die Gesellschaften haben einen Anteil von ca. 2 % am Gesamtbarwert der erdienten Ansprüche (2022: ca. 2 %). Im Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr wurden von den Gesellschaften keine Beiträge mehr eingezahlt. Der Multi-Employer-Plan geht auf den Pensionsplan der deutschen Tochtergesellschaften des ehemaligen Hoechst-Konzerns zurück, dem ein Teil der heutigen ICI Group Aktivitäten angehörten. Diese früher zum Hoechst-Konzern gehörenden Gesellschaften sind nach wie vor an dem Multi-Employer-Plan beteiligt. Die Leistungen dieser Pensionskasse werden auf Grundlage des Bedarfsdeckungsverfahrens finanziert. Die Höhe der Arbeitgeberbeiträge bestimmt sich daher in Abhängigkeit der Höhe der Arbeitnehmerbeiträge und der Kapitalerträge. Die Höhe der Arbeitgeberbeiträge kann daher in Abhängigkeit der Kapitalerträge schwanken. Soweit eine Einrichtung der betrieblichen Altersversorgung ihre Leistungen absenken und entsprechend die Leistungen an die Begünstigten kürzen muss, hat der Arbeitgeber gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG für seine Zusagen, welche er gegenüber seinen Arbeitnehmern / Begünstigten zugesagt hat, einzutreten. Für den Fall der Auflösung der Einrichtungen sehen die Satzungen der Kassen vor, dass die Deckungsmittel unter den Versicherten aufgeteilt werden. Sind keine Versicherten mehr vorhanden, so sind die restlichen Deckungsmittel an Sozialeinrichtungen auszukehren. Die Rechte und Pflichten des Unternehmens gegenüber ihren Arbeitnehmern sowie der Pensionskasse bleiben so lange bestehen, wie die über die Pensionskasse erbrachten Versorgungszusagen von dieser durchgeführt werden. Dies ist auch dann der Fall, wenn das Unternehmen den Durchführungsweg für die Zukunft wechselt. Für 2024 werden seitens ICI Group keine Beiträge mehr gezahlt, da die Beitragszahlungen für alle Unternehmen der ICI Group eingestellt wurden. Die Kasse verzeichnete im Geschäftsjahr insgesamt Arbeitgeberbeiträge in Höhe von rund 161 Mio € (2022: 174,8 Mio €). Für das Jahr 2024 werden Arbeitgeberbeiträge von ca. 150 Mio. € erwartet. 14. Sonstige RückstellungenSonstige Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gebildet, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, die wahrscheinlich zu einer künftigen wirtschaftlichen Belastung führen werden und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt nach IAS 37 (Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets) oder ggf. auch nach IAS 19 (Employee Benefits). Soweit bei Verpflichtungen erst nach mehr als einem Jahr mit Mittelabflüssen gerechnet wird, werden die Rückstellungen mit dem Barwert der voraussichtlichen Mittelabflüsse angesetzt. Folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Buchwert zu Beginn und zum Ende der Berichtsperiode sowie über die Erhöhung und Verwendung der bestehenden Rückstellungen: Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen[Tabelle 14.1]
Erwartete Mittelabflüsse der bilanzierten Rückstellungen[Tabelle 14.2]
Die Position Restrukturierungsrückstellungen beinhaltet im Wesentlichen Rückstellungen für Abfindungen gegenüber Mitarbeitern im Rahmen von vereinbarten Sozialplänen im Zusammenhang mit Kapazitätsanpassungen von Standorten, die in den letzten Jahren erworben wurden. Umweltrückstellungen werden gebildet, wenn zukünftig Mittelabflüsse zur Erfüllung von Umweltauflagen oder für Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und die Maßnahmen keinen künftigen Nutzenzufluss erwarten lassen. Die Schätzung der künftigen Kosten für Umweltschutz- und Sanierungsmaßnahmen ist mit vielen Unsicherheiten behaftet, insbesondere mit rechtlichen Unsicherheiten, die sich auf Gesetze und Verordnungen beziehen sowie mit Unsicherheiten über die tatsächlichen Verhältnisse in den verschiedenen Ländern und Standorten. Die Schätzung der Kosten stützt sich insbesondere auf frühere Erfahrungen in ähnlichen Fällen, laufende Kosten und neue Entwicklungen mit Einfluss auf die Kosten, die Auslegung der geltenden Umweltgesetze und -vorschriften durch die Geschäftsleitung, die Anzahl und die Finanzlage Dritter, die verpflichtet sein könnten, sich gesamtschuldnerisch an eventuellen Sanierungskosten zu beteiligen, und auf die wahrscheinlich zur Anwendung kommenden Sanierungsmethoden. Änderungen dieser Annahmen können sich auf das künftige Ergebnis des Unternehmens auswirken. Unter Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Umweltsituationen geht die ICI Group GmbH davon aus, dass die vorhandenen Rückstellungen - auf der Grundlage der heute vorhandenen Informationen - ausreichend sind. In den Umwelt- und Rückbau-Rückstellungen sind Beträge i.H.v. 12.049 Tsd € (2022: 19.055) für die Behandlung von Wasser- und Bodenverunreinigungen enthalten, 1.438 Tsd € (2022: 331) für sonstige Umweltmaßnahmen sowie 29.253 Tsd € (2022: 32.460) für Abbruch- und Wiederherstellungs-Verpflichtungen. Die Abzinsung der Rückstellung für Rückbauverpflichtungen bei VYNOVA Runcorn auf Basis des gegenwärtigen Zinssatzes resultierte in 2.688 Tsd € (2022: 8.622 Tsd €) Auflösung der Rückstellung. Diese Auflösung erfolgte erfolgsneutral; entsprechend verminderte sich das Sachanlagevermögen. Die Rückstellungen für Kundenverkehr beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Kundenboni im Sinne von Rückerstattungsverbindlichkeiten gem. IFRS 15 (d.h. in diesen Fällen erfolgt eine Rückstellungsbildung durch Umsatzminderung) und für Kundenreklamationen. Die Zuführungen und Verbräuche betreffen überwiegend VYNOVA für Kundenboni. Die Personalrückstellungen beinhalten im Wesentlichen die Verpflichtungen aus Vorruhestands- und Altersteilzeitvereinbarungen, Jubiläumsrückstellungen sowie Rückstellungen für Boni. Altersteilzeit-Rückstellungen und Jubiläumsrückstellungen basieren auf versicherungsmathematischen Gutachten und sind zum größten Teil langfristig. Bonusrückstellungen beziehen sich auf Bonuszahlungen an Mitarbeiter, die in der Regel im Folgejahr zur Auszahlung kommen und somit als kurzfristig ausgewiesen werden. Die übrigen sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für benötigte Zertifikate für CO 2 -Emissionen. 15. Finanzielle VerbindlichkeitenKurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten[Tabelle 15.1]
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten[Tabelle 15.2]
In der oben dargestellten Tabelle enthalten die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 171 Tsd € (2022: 2.871 Tsd €) Zinsverbindlichkeiten. Die kurzfristigen sonstigen Darlehen enthalten Zinsverbindlichkeiten von 132 Tsd € (2022: 132 Tsd €). Bei den 601 Tsd € kurzfristigen derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um Rohstoffderivate, der Vorjahreswert (2022: 244 Tsd €) bei den derivativen Finanzinstrumenten stellte dagegen Fremdwährungsderivate dar. In den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sind 26.188 Tsd € (2022: 40.333 Tsd €) Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Investitionsprojekten (bei denen die Kosten aktiviert werden) enthalten. Die Gegenbuchung zu den Investitionsverbindlichkeiten erfolgt auf das entsprechende Konto im Anlagevermögen. Im Konzernabschluss der ICI Group GmbH werden zum 31. Dezember 2023 (2022) die Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 außerhalb der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen, d.h. sie werden als gesonderte Bilanzposten ausgewiesen. Nachfolgend sind die wesentlichen Darlehensverträge der ICI Group dargestellt: Am 1. September 2016 hat die Vynova Belgium N.V. einen Darlehensvertrag über eine Hermesgedeckte Exportfinanzierung i.H.v. insgesamt 37,7 Mio. € mit einer deutschen Geschäftsbank mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren abgeschlossen. Dieses Darlehen wurde bis 2018 vollständig ausbezahlt. Am 5. Oktober 2020 wurden weitere Änderungsvereinbarungen unterschrieben, um einige Bedingungen des Konsortialkredits mit dem Darlehensvertrag zu harmonisieren. Unter dem Darlehensvertrag war Vynova verpflichtet, eine maximale Verschuldungsquote (Nettofinanzschulden zu EBITDA) einzuhalten. Die Einhaltung der Finanzkennzahl wurde von uns zum Ende eines jeden Halbjahres überprüft. Das Darlehen wurde im Dezember 2023 vollständig zurückgezahlt. Am 29. Juli 2022 hat die VYNOVA Holding S.A. und ihre größten Tochtergesellschaften (zusammen die "Vynova Financing Group") einen Darlehensvertrag ("Facilities Agreement") mit einer Gruppe von internationalen Banken über ein Darlehen von 600 Mio € abgeschlossen. Der Darlehensbetrag wurde unterteilt in drei Tranchen, bestehend aus einer 400 Mio € Darlehensfazilität, einer revolvierenden Kreditfazilität über 100 Mio € und einer 100 Mio € Brückenfinanzierung, um bestehende Finanzierungen zu refinanzieren und zur Finanzierung des Erwerbs der Benvic-Gesellschaften. Die Brückenfinanzierung wurde nicht in Anspruch genommen und im September 2022 beendet. Die Darlehensfazilität und die revolvierende Kreditfazilität haben eine Laufzeit von fünf Jahren. Zum 31. Dezember 2023 war die Darlehensfazilität vollständig ausbezahlt, die revolvierende Kreditfazilität wurde nicht in Anspruch genommen und im Dezember 2023 beendet. Unter dem Darlehensvertrag ist die Vynova Financing Group verpflichtet, bestimmte Bedingungen einzuhalten; darin inkludiert ist eine maximale Verschuldungsquote (Nettofinanzschulden zu EBITDA) und eine Mindest-Eigenkapitalquote (adjustiertes Eigenkapitel zur Bilanzsumme). Die Einhaltung der Finanzkennzahlen wird von uns zum Ende eines jeden Quartals überprüft. Mit Datum 13.06.2024 wurde mit der Gruppe der Darlehensgeber im Rahmen einer Anpassung vereinbart, dass u.a. die Finanzkennzahlenvorgaben in den ersten drei Quartalen des Jahres 2024 nicht eingehalten werden müssen. Die Gesamtdarlehensverbindlichkeit beläuft sich zum 31.12.2023 auf 363 Mio. € inklusive Zinsen. Am 19. März 2013 hat die Vynova PPC S.A.S. (PPC) einen Darlehensvertrag i.H.v. zunächst 39,2 Mio. € mit einer Laufzeit von über zehn Jahren mit einer deutschen Geschäftsbank abgeschlossen. Das Darlehen ist über eine Hermes-gedeckte Exportfinanzierung besichert. Im Rahmen einer Einigung mit er darlehensgewährenden Bank wurde die Rückzahlung zeitlich deutlich gestreckt und das Darlehen wurde bis zum 29. August 2035 verlängert. Das Darlehen wurde im November 2023 vollständig zurückgezahlt. Die Laufzeiten der langfristigen Bankverbindlichkeiten verteilen sich wie folgt: Langfristige Kreditverbindlichkeiten[Tabelle 15.3]
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich um Verträge mit marktüblichen Zinsen. Die Kreditverbindlichkeiten sind größtenteils durch Anlagevermögen und anderweitig besichert. Die Bankverbindlichkeiten haben eine maximale Laufzeit bis zum Jahr 2031 und werden mit durchschnittlich p.a. (2022: 2,47% p.a.) verzinst. Die sonstigen Darlehen beinhalten im Wesentlichen 2.840 Tsd € Darlehensverpflichtungen gegenüber einer Wasserbehörde in Frankreich (2022:2.915 Tsd €) und 402 Tsd € Darlehensverpflichtungen gegenüber dem spanischen Staat (2022: 765 Tsd €). Veränderungen finanzieller Verbindlichkeiten, die im Zahlungsmittelzufluss (-abfluss) aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen werden[Tabelle 15.4]
Die Position "Gezahlte Zinsen" in der Kapitalflussrechnung enthält für das Geschäftsjahr 2023 5.721 Tsd. € (Vorjahr: 1.454 Tsd. €) gezahlte Leasingzinsen und 23.345 Tsd. € (Vorjahr: 1.809 Tsd. €) gezahlte sonstige Zinsen für Zinsverbindlichkeiten (sind in der oben dargestellten Tabelle nicht enthalten). Die in 2023 gezahlten sonstigen Zinsen leiten sich wie folgt her: Herleitung gezahlte sonstige Zinsen[Tabelle 15.4.1]
Im Geschäftsjahr 2023 wurden insgesamt 12,5 Mio. € Bankdarlehen aufgenommen (2022: 317,3 Mio. €), 148,7 Mio. € Bankdarlehen zurückgezahlt (2022: 0 Mio. €) sowie 1,8 Mio. € sonstige Darlehen zurückgezahlt (2022: 13,7 Mio. €). Die nicht zahlungswirksame Veränderung der Bankdarlehen und der sonstigen Darlehen umfasst in beiden Geschäftsjahren die Verzinsung nach der Effektivzinsmethode. Die zahlungswirksamen Veränderungen der Leasingverbindlichkeiten sind in der Kapitalflussrechnung in der Position "Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten" (Tilgungsanteil: 24.970 Tsd. €, Vorjahr: 6.994 Tsd. €) und in der Position "Gezahlte Zinsen" (Zinsanteil: 5.721 Tsd. €, Vorjahr: 1.454 Tsd. €) enthalten. Im Laufe des Geschäftsjahres 2023 wurden insgesamt 30.691 Tsd. € (Vorjahr: 8.448 Tsd. €) Leasingverbindlichkeiten zurückgezahlt. Die nicht zahlungswirksame Verminderung der Leasingverbindlichkeiten von insgesamt 33.838 Tsd. € (Vorjahr: 3.203 Tsd. €) resultiert mit 30.918 Tsd. € (Vorjahr: 1.749 Tsd. €) aus der Erhöhung von Leasingverbindlichkeiten, mit 5.721 Tsd. € (Vorjahr: 1.454 Tsd. €) aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten und mit 2.801 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) aus der Verringerung von Leasingverbindlichkeiten. Veränderungen finanzieller Verbindlichkeiten, die im Zahlungsmittelzufluss (-abfluss) aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen werden (Vorjahr)[Tabelle 15.5]
Die in 2022 gezahlten Zinsen leiten sich wie folgt her: Herleitung gezahlte sonstige Zinsen (Vorjahr)[Tabelle 15.5.1]
15.1 Derivative Finanzinstrumente und SicherungsbeziehungenIn begründeten Fällen werden derivative Finanzinstrumente als Absicherung von Grundgeschäften abgeschlossen. Im Wesentlichen zur Absicherung von Fremdwährungs - und Rohstoffrisiken. Die aus den Grundgeschäften resultierenden Risiken sowie die Derivate werden laufend überwacht. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird prospektiv mit der Critical-TermsMatch-Methode durchgeführt. Die Höhe der Ineffektivitäten wird nahezu ausschließlich durch das Kontrahentenrisiko beeinflusst. Die Warenpreisrisiken beziehen sich auf den Ankauf von Öl und Gas in Großbritannien. Durch die Volatilität von Rohstoffpreisen ergeben sich Rohstoffpreischancen und -risiken mit entsprechenden Auswirkungen auf den Rohstoff-Einkaufspreis. Das Rohstoffpreisrisiko wird in einigen Fällen durch den Einsatz von Rohstoffpreisderivaten, reduziert, die als Hedge Accounting designiert sind. Im Geschäftsjahr wurden Eine Sensitivitätsanalyse mit einer zehnprozentigen hypothetischen Änderung der Rohstoffpreise auf zur Sicherung eingesetzte Derivate führt zu einem Effekt von 6,5 Mio. € auf das Eigenkapital. Der gewichtete durchschnittliche Sicherungskurs in 2024 betrug 709 €.
Die nachstehende Tabelle zeigt die FVOCI-Rücklage in Bezug auf OCI und Schulden: Die nachstehende Tabelle zeigt die FVOCI-Rücklage in Bezug auf OCI und Schulden
* ln der Bilanz wurden 5.206 Tsd € netto
dargestellt
16. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenDie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stellen sich wie folgt dar: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen[Tabelle 16.1]
17. Sonstige kurzfristige und langfristige VerbindlichkeitenDie sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten[Tabelle 17.1]
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten[Tabelle 17.2]
Die Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Gehaltszahlungen, Boni und Überstundenvergütungen. Die Aufwandsabgrenzungen beinhalten zum Stichtag im Wesentlichen Abgrenzungen für ausstehende Rechnungen i.H.v. 34.670 Tsd € (2022: 22.075 Tsd €), Bonuszahlungen i.H.v. 0 T€ (2022: 13.748 Tsd €), Energiekosten i.H.v. 2.691Tsd € (2022: 11.441 Tsd €), Versicherungsbeiträge 302 Tsd € (2022: 280 Tsd €) sowie für vertragliche Ausgleichzahlungen i.H.v. 100 Tsd € (2022: 158 Tsd €). In den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten sind 4.549 Tsd € (2022: 3.200 Tsd €) konsolidierungstechnische Salden im Zusammenhang mit der Konsolidierung einer Joint operation von Runcorn MCP Ltd und dem Partner Inovyn und erhaltene Anzahlungen in Höhe von 1 .237 Tsd € (2022: 1.837 Tsd. €) enthalten, die sich auf Dienstleistungen für einen Dritten am Standort Tessenderlo beziehen. 18. UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt: Umsatzerlöse nach Art der übertragenen Leistungen [Tabelle 18.1]
Die Übertragung der Güter erfolgt zum größten Teil zu einem bestimmten Zeitpunkt (at a point in time: 2023: 2.513.349 Tsd €; 2022: 1.051.127 Tsd €) das umfasst im Wesentlichen den Verkauf von Standardprodukten. Kundespezifische Produkte werden über einen bestimmten Zeitraum übertragen (over time: 2023: 218.971 Tsd €; 2022: 67.834 Tsd €) wenn es für das übertragende Unternehmen keine alternative Verwendung der Produkte gibt und das Unternehmen ein durchsetzbares Recht auf Bezahlung der Produkte (incl. einer Marge) hat. Die Übertragung von Dienstleistungen erfolgt über einen bestimmten Zeitraum; die Übertragung von Handelswaren erfolgt hingegen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Typischerweise erfolgen die Lieferungen mit einem Zahlungsziel zwischen 30 und 90 Tagen. Die Umsatzerlöse werden in folgenden geographischen Regionen erzielt: Umsatzerlöse nach geographischen Regionen[Tabelle 18.1.2]
Die Veränderung der Vertragsvermögenswerte ist auf folgende Faktoren zurückzuführen: Vertragsvermögenswerte[Tabelle 18.2]
Vertragsvermögenswerte ergeben sich im Wesentlichen aus Umsatzerlösen, die im Rahmen der Geschäftsmodelle Auftragsentwicklung und kundenspezifische Auftragsfertigung realisiert wurden. Die Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten ist auf folgende Faktoren zurückzuführen: Vertragsverbindlichkeiten[Tabelle 18.3]
Vertragsverbindlichkeiten ergeben sich im Wesentlichen aus von Kunden erhaltenen Anzahlungen und von Kunden erhaltenen Investitionskostenzuschüssen. Investitionskostenzuschüsse von Kunden bestehen typischerweise für Investitionsprojekte bei Produktionsanlagen für die Herstellung kundenspezifischer Produkte. Im Gegenzug ist der Verkaufspreis der Produkte gegenüber dem Kunden in entsprechender Weise reduziert. Vertragsverbindlichkeiten aus erhaltenen Investitionskostenzuschüssen werden mit dem Verkauf der betreffenden Produkte aufgelöst. Die folgende Tabelle zeigt die Gesamthöhe des Transaktionspreises, der den zum Ende der Berichtsperiode nicht (oder teilweise nicht) erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordnet wird, und die Zeitbänder, innerhalb dieser der Transaktionspreis voraussichtlich umsatzwirksam erfasst werden wird. Leistungsverpflichtungen, die Teil eines Vertrages mit einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von maximal einem Jahr sind, werden nicht angegeben. Transaktionspreis aufgeteilt auf die noch nicht erbrachten Leistungsverpflichtungen[Tabelle 18.4]
19. Sonstige betriebliche ErträgeDie folgende Tabelle stellt die sonstigen betrieblichen Erträge dar: Sonstige betriebliche Erträge[Tabelle 19.1]
Die ICI Group GmbH hat bis zum 11. August 2022 ihre Beteiligungen als Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bilanziert, da sie ihre Beteiligungen bis dahin zu 50% hielt. Mit Erwerb der restlichen 50% an ihren Beteiligungen wurden ihre Tochtergesellschaften mit Wirkung vom 11. August 2022 erstmalig vollkonsolidiert. Die Vergleichbarkeit der sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftsjahrs mit denen des Vorjahrs ist aus diesem Grund nicht gegeben. Die Erträge aus der Vereinnahmung negativer Unterschiedsbeträge ergeben sich im Jahr 2022 aus diesem Sachverhalt. Im Jahr 2023 wurden weitere Gesellschaften erworben, welche ebenfalls negative Unterschiedsbeträge generiert haben. Nähere Informationen sind im Kapitel "Unternehmenserwerbe, Unternehmensveräußerungen sowie Unternehmensabgänge" enthalten. In den sonstigen Erträgen waren im Jahr 2022 im Wesentlichen das Delta zwischen Buchwert und dem Fair Value aus der o. g. Erstkonsolidierung in Höhe von 1.034 Mio. € abgebildet. Weitere Informationen sind im Kapitel "Unternehmenserwerbe, Unternehmensveräußerungen sowie Unternehmensabgänge" dargestellt. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten im Wesentlichen solche aus der Auflösung von Umwelt- und Rückbauverpflichtungen, sowie einer nicht mehr bestehenden Verpflichtung ggü. einer ehemaligen Tochtergesellschaft. Die Zuwendungen der öffentlichen Hand (Aufwandszuschuss) erstrecken sich im Wesentlichen auf Energiekostenzuschüsse. Die periodenfremden Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Abgrenzungen (1.850 Tsd €), Erstattungen im Zusammenhang mit Energie (6.723 Tsd €; 2022: 412 Tsd. €), aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten (174 Tsd €; 2022: 687 Tsd. €) und Steuererstattungen (2.119 Tsd €; 2022: 826 Tsd. €) aus Vorjahren. 20. Sonstige betriebliche AufwendungenDie folgende Tabelle zeigt die sonstigen betrieblichen Aufwendungen: Sonstige betriebliche Aufwendungen[Tabelle 20.1]
Die ICI Group GmbH hat bis zum 11. August 2022 ihre Beteiligungen als Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bilanziert, da sie ihre Beteiligungen bis dahin zu 50% hielt. Mit Erwerb der restlichen 50% an ihren Beteiligungen wurden ihre Tochtergesellschaften mit Wirkung vom 11. August 2022 erstmalig vollkonsolidiert. Die Vergleichbarkeit der sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Geschäftsjahrs mit denen des Vorjahrs ist aus diesem Grund nicht gegeben. Die Wertminderungen auf das Anlagevermögen enthalten im Wesentlichen die Abschreibung aufgrund von Werthaltigkeitstests bei WeylChem-Gesellschaften sowie die Abschreibung auf einen weiteren Teil des Geschäfts- und Firmenwertes der Inprotec GmbH. Im Vorjahr war hier insbesondere die (Teil-) Abschreibung des Geschäfts- und Firmenwertes der Inprotec GmbH auf Grund des durchgeführten Werthaltigkeitstests enthalten. Die ausgewiesenen Aufwendungen aus der Weiterbelastung von Kosten beinhalten im Wesentlichen die anteiligen Aufwendungen für Dienstleistungen, die an Dritte weiterverrechnet werden. Die periodenfremden Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen aus Provisionen aus Vorjahren und Aufwendungen aus der Ausbuchung von Forderungen. Die Aufwendungen für Entschädigungen und Schadenersatz im Jahr 2023 beziehen sich auf ein Vertragsstrafenrisiko für die vorzeitige Beendigung eines Lohnfertigungsvertrags. Die Aufwendungen für Umweltschutzmaßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem Rückbau von Anlagen am Standort Thann, Frankreich und Umweltmaßnahmen in Belgien. Zur Absicherung von Kundenforderungen wurden Währungsderivate für britische Pfund abgeschlossen, deren Auslaufen im Jahr 2022 negative Auswirkungen in Höhe von T€ 244 hatten. 21. Finanzierungserträge und FinanzierungsaufwendungenDie Finanzierungserträge stellen sich wie folgt dar: Finanzierungserträge[Tabelle 21.1]
Die sonstigen finanziellen Erträgen beinhalten Dividenden in Höhe von 1.152Tsd € (2022: 4.625 Tsd €). Weitere Informationen hierzu sind im Kapitel "Nahestehende Unternehmen" verfügbar. Die Finanzierungsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen: Finanzierungsaufwendungen[Tabelle 21.2]
Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen betreffen im Wesentlichen die Pensionsrückstellungen; der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen beläuft sich auf 5.148 Tsd € (2022: 1.512 Tsd €). Die sonstigen finanziellen Aufwendungen enthalten Abschreibungen auf einzelwertberichtigte sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 1.629 Tsd € (2022 :3.094 Tsd €). Die ICI Group GmbH hat bis zum 11. August 2022 ihre Beteiligungen als Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bilanziert, da sie ihre Beteiligungen bis dahin zu 50% hielt. Mit Erwerb der restlichen 50% an ihren Beteiligungen wurden ihre Tochtergesellschaften mit Wirkung vom 11. August 2022 erstmalig vollkonsolidiert. Die Vergleichbarkeit der Finanzierungserträge und -aufwendungen des Geschäftsjahrs mit denen des Vorjahrs sind aus diesem Grund nicht gegeben. 22. ErtragsteuernDie latenten Steuern resultieren aus den unterschiedlichen Wertansätzen in der IFRS- und Steuerbilanz der Konzernunternehmen sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen. Gesamter Ertragsteueraufwand[Tabelle 22.1]
Der dargestellte Endbestand der latenten Steuern zum Bilanzstichtag ergibt sich aus dem Saldo der aktiven und passiven Latenten Steuern. Latente Steuern[Tabelle 22.2]
Die Steuer auf den Vorsteuergewinn des Konzerns weicht vom theoretischen Betrag, der sich bei Anwendung des erwarteten Konzernsteuersatzes auf das Ergebnis vor Steuern ergibt, wie folgt ab: Steuerüberleitungsrechnung[Tabelle 22.3]
Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen wie folgt auf die einzelnen Bilanzposten: Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten[Tabelle 22.4]
Nach IAS 12 sind latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten zu saldieren, sofern sie gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und fristenkongruent sind. In der ICI Group GmbH wurden im Jahr 2023 auf Ebene der Einzelgesellschaften und im Rahmen der Konsolidierung latente Steuern in Höhe von 68.438 Tsd € saldiert (2022: 54.490 Tsd €). Die ICI Group GmbH hat latente Steuern i.H.v. 39.166 Tsd € (2022: 33.420 Tsd €) bei den Konzerngesellschaften aktiviert, die in der laufenden Periode oder dem Vorjahr einen Verlust erlitten haben. Die Unternehmensleitung geht davon aus, dass bei diesen Gesellschaften zukünftig Gewinne erwirtschaftet werden, die die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern begründen. Der größte Anteil der aktiven latenten Steuern auf Verluste kommt aus der Gesellschaft Vynova Runcorn Limited mit 15.203 Tsd €, sowie aus der Gesellschaft Vynova Belgium mit 15.230 Tsd €. Durch die Umstellung auf das Tollinggeschäft zwischen der Vynova Belgium NV und der Vynova Runcorn Limited arbeitet diese Gesellschaft mit einer festen Gewinnmarge, sodass diese Gesellschaft zukünftig (wie bereits auch in den Vorjahren) sichere Gewinn erwirtschaftet und somit ihre Verlustvorträge nutzen kann. Latente Steuerforderungen für steuerliche Verlustvorträge werden mit dem Betrag angesetzt, zu dem die Realisierung der damit verbundenen Steuervorteile durch zukünftige steuerliche Gewinne wahrscheinlich ist. Die ICI Group GmbH hat latente Steuerforderungen in Höhe von 82.732 Tsd € (2022: 38.396 Tsd €) nicht angesetzt, die sich auf Verluste in Höhe von 287.462 Tsd € (2022: 133.413 Tsd €) beziehen. Die ungenutzten Verlustvorträge resultieren im Wesentlichen aus Gesellschaften mit Sitz in Ländern, deren gesetzliche Regelungen eine begrenzte Möglichkeit des Verlustvortrags vorsehen. Für die Bewertung der latenten Steuern gelten die zum Realisationszeitpunkt gültigen Steuersätze, die auf Basis der aktuellen Rechtslage in den einzelnen Ländern gelten oder angekündigt sind. Für das Jahr 2023 wurde ein Konzernsteuersatz i.H.v. 28,78 % (2022: 28,78 %) herangezogen und entspricht dem Steuersatz der ICI Group GmbH. Die Effekte aus Steuersatzänderungen sowie die Abweichungen der lokalen Steuersätze vom Konzernsteuersatz im Berichtsjahr beruhen auf Veränderungen in einzelnen Ländern im Ausland. Latente Steuern auf Anteile an Gemeinschaftsunternehmen wurden nicht gebildet, da die ICI Group GmbH in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht auflösen werden, da seitens der ICI Group GmbH keine Verkaufsabsicht der Anteile an der ICI S.E., ICI 2 S.E., ICI Holding SE und ICI 4 S.E. besteht. Die oberste Ebene für die Anwendung von Pillar 2 ist die ICIG Group GmbH mit Sitz in Deutschland. Zum Bilanzstichtag waren die BEPS-Pillar-2-Vorschriften (MinBestRL UmsG) bereits in deutsches Recht (MinStG) übernommen worden, aber noch nicht in Kraft getreten. Der Konzern fällt in den Anwendungsbereich dieser Regelungen. Die ICIG Group GmbH hat zum Bilanzstichtag eine erste indikative Analyse durchgeführt, um die grundsätzlichen Auswirkungen und die Jurisdiktionen zu ermitteln, aus denen der Konzern möglichen Auswirkungen im Zusammenhang mit einer Pillar-2-Besteuerung unterliegt. In einem ersten Schritt wurde geprüft, ob die CbCR-Safe-Harbour-Regelungen relevant sind. Wenn ein Land nicht von den Regelungen der Pillar 2 ausgenommen war, wurde der effektive Steuersatz auf einer vereinfachten Basis berechnet. Bei dieser ersten indikativen Analyse wurden keine Länder identifiziert, bei denen sich für die ICIG Group GmbH Auswirkungen einer Pillar-2-Aufstockungssteuer ergeben würden. Daher wird derzeit davon ausgegangen, dass es keine Auswirkungen in Bezug auf die Pillar-2-Besteuerung gibt. Folglich hätte sich der durchschnittliche effektive Konzernsteuersatz nicht verändert, wenn die Pillar-2-Gesetzgebung zum Bilanzstichtag bereits in Kraft gewesen wäre. Die Gruppe überwacht den Fortschritt des Gesetzgebungsverfahrens in jedem Land, in dem die ICIG Group tätig ist, genau. Die ICIG Group GmbH wendet die Ausnahmeregelung in IAS 12 an, wonach im Zusammenhang mit der Pillar 2 der OECD keine latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten bilanziert werden und keine Angaben gemacht werden. 23. Personalaufwand und Anzahl der MitarbeiterDer Personalaufwand ermittelt sich wie folgt: Personalaufwand[Tabelle 23.1]
Die Anzahl der Mitarbeiter umgerechnet in volle Stellen als Jahresdurchschnitt beträgt: Anzahl der Mitarbeiter[Tabelle 23.2]
Die ICI Group GmbH hat bis zum 11. August 2022 ihre Beteiligungen als Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bilanziert, da sie ihre Beteiligungen bis dahin zu 50% hielt. Mit Erwerb der restlichen 50% an ihren Beteiligungen wurden ihre Tochtergesellschaften mit Wirkung vom 11. August 2022 erstmalig vollkonsolidiert. Die Vergleichbarkeit des Personalaufwands so wie die Anzahl der Mitarbeiter des Geschäftsjahrs mit denen des Vorjahrs ist aus diesem Grund nicht gegeben. Im Zeitraum Januar bis Juli 2022, beschäftigte die ICI Group keine Mitarbeiter. Die in der Tabelle angegebene Anzahl an Mitarbeitern bezieht sich auf den Zeitraum August bis Dezember 2022. In der Anzahl der Mitarbeiter im Bereich Produktion sind 46,5 (2022: 45,5) Mitarbeiter aus gemeinschaftlicher Tätigkeit enthalten. 24. Finanzinstrumente24.1. Buch- und beizulegende Zeitwerte von FinanzinstrumentenDie folgende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente des Konzerns, getrennt nach Kategorien und Klassen dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts ist die Verwendung von aktuellen, für das betreffende Finanzinstrument an liquiden Märkten beobachtbaren Bewertungsfaktoren (Eingangsparameter) zu maximieren und die Verwendung anderer Eingangsparameter zu minimieren. Für diese Zwecke ist eine Bewertungshierarchie mit drei Bewertungsstufen (Levels) definiert. Sind für das betreffende Finanzinstrument am Abschluss-Stichtag notierte Preise auf liquiden Märkten verfügbar, werden diese unangepasst für die Bewertung verwendet (Level 1-Fair Value Hierarchie). Andere Eingangsparameter sind dann für die Bewertung irrelevant. Sind für das betreffende Finanzinstrument am Abschluss-Stichtag zwar keine notierten Preise auf liquiden Märkten verfügbar, kann es jedoch mittels anderer am Abschluss-Stichtag am Markt beobachtbarer Eingangsparameter bewertet werden, liegt eine Level 2 Fair Value Hierarchie vor. Voraussetzung hierfür ist, dass die beobachtbaren Eingangsparameter nicht wesentlich angepasst und keine nicht beobachtbaren Eingangsparameter verwendet werden müssen. Sofern die Voraussetzungen für eine Level 1 Fair Value Hierarchie oder eine Level 2 Fair Value Hierarchie nicht erfüllt sind, liegt eine Level 3 Fair Value Hierarchie vor. In solchen Fällen müssen beobachtbare Eingangsparameter wesentlich angepasst bzw. nicht beobachtbare Eingangsparameter verwendet werden. Die Buchwerte der Finanzinstrumente zum 31.Dezember 2023, gegliedert nach Bewertungskategorien gem. IFRS 9, stellen sich wie folgt dar: Finanzielle Vermögenswerte nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9[Tabelle 24.1]
Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen 13.066 Tsd € Darlehensforderungen gegenüber Extern. Der Buchwert der langfristigen finanziellen Vermögenswerte entspricht in etwa dem beizulegenden Zeitwert, da die Darlehensforderungen einen Zinssatz beinhalten, der der Laufzeit des Darlehens und dem Marktwert-Zinssatz entspricht. Die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen 42.020 Tsd € Darlehensforderungen gegenüber Extern und 46.476 Tsd € Forderungen gegenüber den Factorern. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet werden, handelt es sich um Forderungen, die im Rahmen eines Factoring-Programms verkauft wurden. Finanzielle Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen 370.858 Tsd € langfristige Bankdarlehensverbindlichkeiten. Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen 15.800 Tsd € kurzfristige Bankdarlehensverbindlichkeiten (incl. Zinsverbindlichkeiten) und 26.188 Tsd € Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Investitionsprojekten (bei denen die Kosten aktiviert werden). Die 627 Tsd € erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sind derivative Finanzinstrumente; es handelt sich hierbei um Fremdwährungs- und Rohstoffderivate. Der nachrichtlich ermittelte Fair Value der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ist der Fair Value-Hierarchie Level 3 zuzuordnen. Der Fair Value der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird zum Bilanzstichtag mittels eines Discounted Cashflow-Modells bestimmt. Inputfaktoren des Modells sind risikofreie Zinssätze sowie ein unternehmensspezifischer Credit-spread. Der Credit-spread ist nicht direkt am Markt beobachtbar. Entsprechend fällt der Fair Value der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in das Level 3 der Fair Value-Bewertungshierarchie. Die Buchwerte der Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2022, gegliedert nach Bewertungskategorien gem. IFRS 9, stellen sich wie folgt dar: Finanzielle Vermögenswerte nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 (Vorjahr)[Tabelle 24.3]
Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte umfassen 32.000 Tsd € Darlehensforderungen gegenüber Extern. Der Buchwert der langfristigen finanziellen Vermögenswerte entspricht dem beizulegenden Zeitwert, da die Darlehensforderungen einen Zinssatz beinhalten, der der Laufzeit des Darlehens und dem Marktwert-Zinssatz entspricht. Die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen 12.619 Tsd € Darlehensforderungen gegenüber Extern und 21.584 Tsd € Forderungen gegenüber den Factorern. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet werden, handelt es sich um Forderungen, die im Rahmen eines Factoring-Programms verkauft wurden. Darüber hinaus sind in den finanziellen Vermögenswerten auch Nettoinvestitionen in Leasingverhältnisse im Rahmen von Finanzierungsleasing gemäß IFRS 16 von insgesamt 93 Tsd € enthalten. Finanzielle Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 (Vorjahr)[Tabelle 24.4]
Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen 443.412 Tsd€ langfristige Bankdarlehnsverbindlichkeiten. Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen 57.206 Tsd € Bankdarlehen. Die 244 Tsd € erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sind derivative Finanzinstrumente; es handelt sich hierbei um Fremdwährungsderivate. Der nachrichtlich ermittelte Fair Value der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ist der Fair Value-Hierarchie Level 3 zuzuordnen. Der Fair Value der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird zum Bilanzstichtag mittels eines Discounted Cashflow-Modells bestimmt. Inputfaktoren des Modells sind risikofreie Zinssätze sowie ein unternehmensspezifischer Credit-spread. Der Credit-spread ist nicht direkt am Markt beobachtbar. Entsprechend fällt der Fair Value der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in das Level 3 der Fair Value-Bewertungshierarchie. Erläuterungen zu den FinanzinstrumentenDie Buchwerte der zum Fair Value ausgewiesenen Finanzinstrumente sind gemäß der IFRS-Fair-Value-Hierarchie wie folgt aufgeteilt: notierte Preise in einem aktiven Markt ("Level 1"), Bewertungsverfahren mittels beobachtbarer Parameter ("Level 2") und Bewertungsverfahren mittels nicht beobachtbarer Parameter ("Level 3"). Es wurde keine Umgruppierung von Finanzinstrumenten zwischen dem Fair-Value-Level vorgenommen. a) Langfristige finanzielle VermögenswerteDiese Klasse enthält sonstige finanzielle Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der nachrichtlich angegebene Fair Value ermittelt sich grundsätzlich durch Abzinsung der vertraglichen Cash Flows mit marktgerechten Zinssätzen. Zum Bilanzstichtag, wie auch im Vorjahr, fallen in diese Klasse hauptsächlich variabel-verzinsliche Darlehensforderungen. Insofern entspricht der Fair Value dem Buchwert. b) Sonstige FinanzanlagenDiese Klasse enthält Beteiligungen an nicht konsolidierten Gruppengesellschaften, die zu Anschaffungskosten bewertet werden. Der Marktwert kann nicht verlässlich bestimmt werden, da es sich um Anteile handelt, für die kein geregelter Markt besteht. Eine Veräußerung der sonstigen Finanzanlagen ist zurzeit nicht beabsichtigt. c) Sonstige kurzfristige finanzielle VermögenswerteDiese Klasse umfasst alle sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Aufgrund ihrer kurzfristigen Laufzeit entspricht der Buchwert annähernd dem beizulegenden Zeitwert. d) Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDiese Klasse umfasst Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt werden, und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die ergebniswirksam zum Fair Value (FVtPL) angesetzt werden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die ergebniswirksam zum Fair Value angesetzt werden, sind Forderungen, die im Rahmen eines Factoring-Programms verkauft wurden; sie gehören dem Geschäftsmodell "Verkaufen" an. Aufgrund ihrer kurzfristigen Laufzeit entspricht der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt wurden, annähernd dem beizulegenden Zeitwert. e) Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteAufgrund ihrer kurzfristigen Laufzeit entspricht der Buchwert dieser Klasse annähernd dem beizulegenden Zeitwert. f) Langfristige FinanzverbindlichkeitenBankdarlehen und Überziehungskredite werden zum Zeitpunkt des Erstansatzes zum Fair Value bewertet, welcher dem erhaltenen Auszahlungsbetrag abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten entspricht. Die Folgebewertung erfolgt erfolgswirksam zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Der nachrichtlich angegebene Fair Value ermittelt sich durch Abzinsung der vertraglichen Cash Flows mit marktgerechten Zinssätzen. g) Derivative FinanzinstrumenteDiese Klasse enthält die zur Absicherung von Fremdwährungs- und Rohstoffgeschäften abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente, welche mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Zur Ermittlung des Fair Values werden anerkannte Bewertungsmodelle unter Verwendung beobachtbarer Marktpreise herangezogen. h) Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16Noch ausstehende Leasingzahlungen im Rahmen von Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 werden zum Barwert in der Bilanz angesetzt und mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers abgezinst. i) Sonstige kurzfristige FinanzverbindlichkeitenIn dieser Klasse sind die sonstigen kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten enthalten, die zum Zeitpunkt des Erstansatzes zum Fair Value bewertet werden und in der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Aufgrund ihrer kurzfristigen Laufzeit entspricht der Buchwert dieser Klasse annähernd dem beizulegenden Zeitwert. Zum 31. Dezember 2022 beinhaltet diese Klasse auch derivative Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwerte bewertet werden. j) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenAufgrund ihrer kurzfristigen Laufzeit entspricht der Buchwert dieser Klasse annähernd dem beizulegenden Zeitwert. 24.2. Effekte in der Gewinn- und Verlustrechnung nach BewertungskategorienNachfolgend wird das Nettoergebnis der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien gem. IFRS 9 dargestellt: Nettoergebnis der Finanzinstrumente[Tabelle 24.5]
Der Gesamtzinsertrag für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beträgt 23.082 Tsd € (2022: 4.697 Tsd €). Der Gesamtzinsaufwand beträgt 19.925 Tsd € (2022: 4.661 Tsd €). Im Geschäftsjahr fiel in der Klasse Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Abschreibungsaufwand i.H.v. 987 Tsd € (2022: 700 Tsd €) an. Gewinne (Verluste) aus der Fair value-Bewertung der Finanzinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet werden, belaufen sich für das Geschäftsjahr auf 5.161 Tsd € (2022: 0 Tsd €). 25. Risikomanagement25.1. Zielsetzungen und Methoden des FinanzrisikomanagementsAls eine international tätige Gruppe ist die ICI Group grundsätzlich unterschiedlichen Risiken ausgesetzt, die nach folgender Systematik unterschieden werden können:
Die ICI Group hat Planungs- und Steuerungsinstrumente aufgebaut, die dem Management eine transparente Verfolgung der Chancen- und Risikostruktur ihrer Konzerngesellschaften ermöglichen. Die geschäftliche Verantwortung für die Risikosteuerung liegt jedoch bei den Tochtergesellschaften selbst. Die Einzelgesellschaften tragen die Verantwortung für ihre Geschäftsentscheidungen und berichten an den Gesellschafter. Entsprechend ist das operative Risikomanagement auch in diesen Einheiten verankert. Die Risikokoordination und -erfassung obliegt der Geschäftsleitung der jeweiligen Beteiligung. Unter Risikogesichtspunkten als wesentlich zu beurteilende Risiken und Informationen sind unverzüglich der Geschäftsleitung der ICI Group mitzuteilen. Im Rahmen der regelmäßigen Verfolgung der Risikoentwicklung werden monatliche Reports der Konzerngesellschaften erstellt, die neben einer finanzwirtschaftlichen Analyse und einem Soll-/Ist-Vergleich auch eine Erläuterung der allgemeinen Unternehmensentwicklung enthalten. Des Weiteren finden seitens der Geschäftsleitung der ICI Group regelmäßige Besuche bei den Gesellschaften vor Ort statt, um die aktuellen wie auch die mittel- und langfristigen Unternehmensentwicklungen, -risiken und -chancen zu erörtern. 25.2. UnternehmensrisikenDie allgemeinen Unternehmensrisiken betreffen die in der Unternehmensführung liegenden Aufgaben wie die Erarbeitung einer zweckentsprechenden Aufbau- und Ablauforganisation, die Besetzung der Managementfunktionen, Imagepflege, Umweltmanagement und dergleichen. Sie liegen im originären Verantwortungsbereich der Geschäftsführung der Konzerngesellschaften. Aufgrund der Charakteristik des Geschäftsmodells der ICI Group werden sie jedoch auch von der Geschäftsleitung der ICI Group überwacht. Die ICI Group hat sich auf den Erwerb mittelständischer Chemieunternehmen konzentriert, bevorzugt von großen Chemiekonzernen mit führenden Positionen in Nischenmärkten, die in ihren Konzernen jedoch nicht mehr zum Kerngeschäft gehören und zum Teil Restrukturierungsbedarf haben. Letzteres macht es in besonderer Weise erforderlich die Unternehmensrisiken auch aus Sicht der ICI Group zu bewerten. Dies erfolgt neben der beschriebenen Reporting- und Besuchsstruktur ebenso in der frühzeitigen Beurteilung des Managements der Konzerngesellschaften und der Erarbeitung von Rationalisierungspotentialen, zum Teil auch mit fremder Unterstützung. Dennoch kann aufgrund des beschriebenen Geschäftsmodells nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Konzerngesellschaften in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Es ist ein wesentliches Prinzip der ICI Group, aus diesem Grunde nur in äußerst begrenzten Situationen direkte wirtschaftliche Unterstützung für derartige Gesellschaften zu gewähren, um die Leistungsfähigkeit des Gesamtkonzerns durch solche Entwicklungen nicht negativ zu gefährden. 25.3. KreditrisikenDas Kreditrisiko beschreibt das Risiko, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziellen Verlust verursacht, indem sie einer Verpflichtung nicht nachkommt. Das Kreditrisiko umfasst dabei sowohl das Ausfallrisiko als auch das Risiko einer Bonitätsverschlechterung, verbunden mit der Gefahr der Konzentration einzelner Risiken. Wenn Vertragsparteien nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, besteht ein Ausfallrisiko. Das maximale Ausfallrisiko ist die Summe der zu Buchwerten in der Bilanz ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren hauptsächlich aus den Verkaufsaktivitäten und bestehen innerhalb der ICI Group im Wesentlichen gegen Kunden in Deutschland, USA, Italien, Schweiz, Frankreich, Belgien und Großbritannien. Das Kreditrisiko beinhaltet das Zahlungsausfallrisiko spezifischer Verkaufstransaktionen. Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden innerhalb der Konzerngesellschaften Wertberichtigungen vorgenommen. Die maximale Kreditrisikoposition aus sonstigen Forderungen und Vermögenswerten entspricht im Wesentlichen dem Buchwert dieser Instrumente. Ausfallrisiken in Bezug auf Forderungen werden durch die Anwendung von Kreditgenehmigungen, Kreditobergrenzen und Überwachungsverfahren begrenzt. Ebenso werden je nach Bonität der Kunden Verfahren wie Vorkasse und oder Dokumenten-Akkreditiv gewählt. Die Höhe der Kreditobergrenze spiegelt die Kreditwürdigkeit einer Vertragspartei und die typische Größe des Transaktionsvolumens mit dieser Vertragspartei wider. Die Einschätzung der Kreditwürdigkeit beruht zum einen auf Informationen aus externen Auskünften, zum anderen auf intern gewonnenen Erfahrungswerten mit den jeweiligen Vertragsparteien. Die ICI Group weist keine bedeutende Konzentration von Ausfallrisiken hinsichtlich eines bestimmten Kunden auf. Neben den Forderungen gegenüber den Altgesellschaftern enthalten die sonstigen Vermögenswerte hauptsächlich Forderungen gegenüber einer großen Anzahl unterschiedlicher Vertragsparteien. Im Rahmen einer internen Handlungsanweisung beurteilen die Konzernunternehmen vor Beginn und während der Geschäftsbeziehung die Bonität der Kunden. In der folgenden Tabelle ist die Kreditqualität der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt. Die ICI Group bewertet Forderungen ohne Zahlungsverzug als erstklassig (performing); Forderungen mit Zahlungsverzug bis zu 90 Tagen, bei denen aber die Zahlung noch erwartet wird, als überfällig (underperforming). Forderungen ab 90 Tagen Zahlungsverzug oder wenn keine Zahlung mehr erwartet wird, werden als notleidend (nonperforming) eingestuft. Kreditqualität von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen[Tabelle 25.1]
Die Kreditqualität der weder überfälligen noch wertgeminderten Forderungen wie auch die Kreditqualität der flüssigen Mittel und kurzfristigen Bankeinlagen bewertet die ICI Group als einwandfrei. Ausfallrisiken auf der Beschaffungsseite sind für die ICI Group begrenzt. Für viele Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe gibt es eine Vielzahl von Lieferanten. In kritischen Beschaffungsbereichen existieren mindestens zwei Lieferquellen. 25.4. LiquiditätsrisikoDas Liquiditätsrisiko für die ICI Group GmbH besteht darin, dass aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen wie beispielsweise der Tilgung von Finanzschulden oder der Bezahlung von Einkaufsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Die ICI Group GmbH finanziert sich vor allem durch das operative Geschäft sowie insbesondere bei größeren Investitionsprojekten auch durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen vor allem der Finanzierung des Working Capital, der Investitionen sowie der Deckung des operativen Geschäfts in der Startphase der erworbenen Unternehmen. Die ICI Group steuert die Liquidität durch den Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft und dem Vorhalten liquider Mittel in ausreichendem Umfang. Risiken können sich aus Verstößen gegen die Einhaltung von Kreditklauseln (Covenants) ergeben. Die wesentlichen Darlehensverbindlichkeiten und Covenants sind unter "Finanzielle Verbindlichkeiten" beschrieben. Die ICI Group ist im Geschäftsjahr ihren Zahlungsverpflichtungen nachgekommen. Die liquiden Mittel in Höhe von 1.287.378 Tsd € umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Im Zusammenhang mit der Anlage von liquiden Mitteln ist der Konzern Verlusten aus Kreditrisiken ausgesetzt, sofern Finanzinstitute und Emittenten von Wertpapieren ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Die ICI Group steuert die daraus entstehende Risikoposition durch die Überprüfung der Finanzkraft jedes Kontrahenten. Bei der Anlage von liquiden Mitteln werden die Finanzinstitute und Emittenten von Wertpapieren sorgfältig ausgewählt, um die Zahlungsfähigkeit und die Liquiditätsversorgung der ICI Group zu gewährleisten. Die Entscheidungsfindung zur Anlage von liquiden Mitteln wird sowohl auf Grundlage von externen Ratings als auch auf internen Prozessen getroffen. Aktuell sind keine liquiden Mittel aufgrund von Ausfällen überfällig oder wertberichtigt. Detaillierte Angaben zu den finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns werden bei den finanziellen Verbindlichkeiten ausgeführt. Nachstehend sind die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten nach Fälligkeitsklassen dargestellt: Fälligkeiten vertraglicher Zahlungsströme aus finanziellen VerbindlichkeitenStand: 31. Dezember 2023[Tabelle 25.2]
Stand: 31. Dezember 2022[Tabelle 25.3]
Fälligkeiten der vertraglichen Zahlungsströme aus LeasingverbindlichkeitenStand: 31. Dezember 2023[Tabelle 25.3a]
Stand: 31. Dezember 2022[Tabelle 25.3b]
Bei den Werten, die in den beiden oben dargestellten Tabellen gezeigt werden, handelt es sich um nicht diskontierte Werte; diese können von den in der Bilanz dargestellten beizulegenden Werten abweichen. Der mit Abstand größte Teil der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist innerhalb von 90 Tagen fällig. 25.5. WechselkursrisikenAls international tätige Gruppe ist die ICI Group Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Währungsrisiken entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung lauten. Umrechnungsbedingte Risiken aus der Einbeziehung von ausländischen Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss (sog. Translationsrisiken) bleiben unberücksichtigt. Wechselkursschwankungen bestehen vor allem aus den Umrechnungskursen zwischen dem US-Dollar und dem Euro. Die Risiken aus Währungsumrechnungen sind begrenzt, da Transaktionen hauptsächlich innerhalb der funktionalen Währungsräume Euro (EUR) und US-Dollar (USD) stattfinden. Weitere Währungen spielen lediglich eine untergeordnete Rolle und haben kaum Auswirkungen auf den Konzern. Die ICI Group sichert sich gegen das Wechselkursrisiko nur fallweise in geringem Maße ab. Nachfolgend werden die der Umrechnung zugrunde gelegten EUR/USD und EUR/GBP Stichtagskurse sowie Durchschnittskurse für die Jahre 2022 und 2023 dargelegt, wobei sich das Wechselkursrisiko durch laufende Kursänderungen während der Periode ergibt. Umrechnungskurse[Tabelle 25.4]
Eine Sensitivitätsanalyse unter der Annahme einer 10%igen Steigerung des EUR/USD-Kurses hätte in 2023 auf die Nettovermögenswerte einen negativen Ergebniseffekt von ca. 2.129 Tsd € gehabt. Ein um 10% fallender EUR/USD-Kurs hätte hingegen einen positiven Ergebniseffekt von ca. 2.591 Tsd € gehabt (2022: bei steigendem EUR/USD-Kurs negativer Ergebniseffekt i.H.v. ca. 1.191 Tsd €; bei fallendem EUR/USD-Kurs positiver Ergebniseffekt i.H.v. ca. 1.457 Tsd €). Eine Sensitivitätsanalyse unter der Annahme einer 10%igen Steigerung des EUR/GBP-Kurses hätte in 2023 auf die Nettovermögenswerte einen positiven Ergebniseffekt i.H.v. ca. 611 Tsd € gehabt. Ein um 10% fallender EUR/GBP-Kurs hätte hingegen einen negativen Ergebniseffekt von ca. 294 Tsd € gehabt (2022: bei steigendem EUR/GBP-Kurs negativer Ergebniseffekt i.H.v. ca. 7.052 Tsd €; bei fallendem EUR/GBP-Kurs positiver Ergebniseffekt i.H.v. ca. 8.644 Tsd €). Die ICI Group weist in geringem Umfang Fremdwährungsderivate in den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten aus; näheres siehe Kapitel 15. 25.6. ZinsrisikenZinsrisiken ergeben sich aus dem Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflow eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwankt. Bei den Kreditverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich im Wesentlichen um variabel verzinsliche Verbindlichkeiten. Die sonstigen Darlehen sind i.d.R. fest verzinslich. Die variablen Kreditverbindlichkeiten könnten bei einer deutlichen Erhöhung des Zinsniveaus aus der Innenfinanzierung dargestellt werden, so dass hier kein wesentliches Risiko vorliegt. Die Bankguthaben und Termingeldeinlagen werden überwiegend variabel verzinst und unterliegen dadurch den entsprechenden Schwankungen am Kapitalmarkt. Die variabel verzinslichen Termingeldeinlagen übersteigen die variabel verzinslichen Verbindlichkeiten bei weitem. Für die in den Gesellschaften vorhandene betriebsnotwendige Liquidität kann i.d.R. kaum Zinsertrag realisiert werden. Darüberhinausgehende, nicht betriebsnotwendige Bankguthaben werden in Form von Tagesgeld oder kurzfristigen Anlagen verzinslich angelegt. Der größte Teil dieses Bankguthabens ist auf den Verkauf der Corden Pharma Gruppe zurückzuführen. Insgesamt führt ein Anstieg des Marktzinsniveaus um 50 Basispunkte am Bilanzstichtag zu einem positiven Ergebniseffekt i.H.v. ca. 2.680 Tsd €. Ein Sinken des Marktzinsniveaus um 50 Basispunkte führt zu einem negativen Ergebniseffekt in ähnlicher Höhe (2022: Anstieg des Marktzinsniveaus um 50 Basispunkte führt zu einem positiven Ergebniseffekt i.H.v. ca. 3.380 Tsd €; Sinken des Markzinsniveaus um 50 Basispunkte führt zu einem negativen Ergebniseffekt in ähnlicher Höhe.). Die Vorjahreszahlen wurden angepasst. 25.7. Sonstige PreisrisikenDie Gruppe verfügt derzeit über keine Wertpapiere und Fonds und ist daher auch keinen Preisrisiken solcher Produkte ausgesetzt. 25.8. UmweltrisikenRisiken aus Grundstücksbesitz können sich insbesondere aus den Altlasten früherer Nutzungen ergeben. Dem begegnen die Gesellschaften, indem sie Sanierungspflichten und sonstige behördliche Auflagen erfüllen. Zur bilanziellen Vorsorge werden angemessene Rückstellungen gebildet. Aus diesem Risikoaspekt ergeben sich aus Sicht des Managements keine unbeherrschbaren Sachverhalte. Risiken aus der Produktion können durch austretende Stoffe oder allgemein durch Störungen im Prozessablauf auftreten. Um dies zu verhindern werden neben der Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben und Genehmigungsauflagen in den besonders sensitiven Produktionsbetrieben Umweltmanagementsysteme geführt, die neben ausführlichen Prozessbeschreibungen, Verhaltensregeln und Prüfzyklen auch die Erfassung von Störungen jeglicher Art regeln und Eskalationskriterien bei auftretenden Störungen beinhalten, inklusive eindeutiger Vorgaben zur Kommunikation an Behörden und die Öffentlichkeit, je nach Bedeutung eines Störfalls. Ebenso werden regelmäßig Störfallübungen durchgeführt. Zur finanziellen Absicherung von Umweltrisiken wurde eine gruppenweite Umwelthaftpflichtversicherung abgeschlossen. 26. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und HaftungsverhältnisseDie sonstigen finanziellen Verpflichtungen ergeben sich vor allem aus vertraglich vereinbartem zukünftigem Investitionsaufwand. Die zukünftig vertraglich vereinbarten Investitionen entfallen zum größten Teil auf Erweiterungs- und Modernisierungsprojekte bei belgischen, britischen und deutschen Gesellschaften. Der zukünftig vertraglich vereinbarte Investitionsaufwand beträgt: Zukünftiger vertraglich vereinbarter Investitionsaufwand[Tabelle 26.1]
Zum Jahresende hat die ICI Group Eventualverbindlichkeiten i.H.v. 7.491 Tsd €. (2022: 6.228 Tsd €) im Zusammenhang mit Verpflichtungen zur Einhaltung von Umweltstandards; die Einhaltung ist gegeben, und das Risiko künftiger Mittelabflüsse hieraus wird als gering eingeschätzt. 27. KapitalmanagementDas Unternehmenskonzept der ICI Group GmbH ist auf den Erwerb von Unternehmen der Chemie- und chemienahen Industrie angelegt, die aus strategischen oder wirtschaftlichen Erwägungen nicht mehr zum Kerngeschäft ihrer bisherigen Eigentümer zählen. Die Strategie der ICI Group GmbH besteht darin, die erworbenen Gesellschaften in ihren Geschäftsfeldern zu stärken, wo notwendig zu restrukturieren und zu nachhaltig gesunden Unternehmen zu entwickeln, die dann auch langfristig als Beteiligung Bestandteil der ICI Group GmbH bleiben sollen. ICI strukturiert erworbene Gesellschaften in markt- bzw. produktorientierten Plattformen und stärkt diese zunehmend auch durch strategische Zukäufe. Vor diesem Hintergrund ist das originäre Ziel des Kapitalmanagements die Sicherung des unternehmerischen Fortbestandes sämtlicher Konzernunternehmen und die folgende Optimierung der Relation von Eigen- und Fremdkapital. Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt hierbei überwiegend dezentral in den operativen Beteiligungsunternehmen. Auf Konzernebene wird das Kapitalmanagement der einzelnen Gesellschaften im Rahmen eines regelmäßigen Reporting-Prozesses überwacht und im Bedarfsfall unterstützt und optimiert. Entscheidungen über Dividendenzahlungen oder Kapitalmaßnahmen werden im Einzelfall auf Basis des internen Reportings und in Absprache mit den Beteiligungsunternehmen getroffen. Insgesamt wird ICI Group GmbH Optionen zur weiteren Fremdfinanzierung prüfen und den Fremdfinanzierungs-Anteil strukturell eher erhöhen. Bei langfristigen Projekt-Finanzierungen sind im Kreditvertrag Kreditvereinbarungsklauseln (Covenants) vereinbart worden. Diese bestimmen im Wesentlichen Grenzen für das Verhältnis von kurzfristigem Vermögen zu kurzfristigen Schulden, das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA sowie die Eigenkapitalquote. Nähere Erläuterungen zu den wichtigsten Darlehensverträgen finden sich im Kapitel "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten". Das gemanagte Kapital umfasst sämtliche kurz- und langfristigen Schuld- und Verbindlichkeitspositionen sowie die Eigenkapitalbestandteile. Für Zwecke der Steuerung des Fremd- und Eigenkapitals entsprechen die Begriffe dem Bilanzausweis. 28. Honorar des AbschlussprüfersIn den Allgemeinen Verwaltungskosten sind die Aufwendungen für den Abschlussprüfer der ICI Group GmbH sowie die weiteren Gesellschaften des PricewaterhouseCoopers-Verbunds enthalten, die sich wie folgt aufteilen: Auditor ́s fees(Tabelle 30.1)
29. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und PersonenNahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 (Related party disclosures) sind neben den Konzernunternehmen der ICI Group GmbH juristische oder natürliche Personen, die auf die ICI Group GmbH und deren Tochtergesellschaften Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die ICI Group GmbH unterliegen. Dazu gehören insbesondere Gemeinschaftsunternehmen, nicht in den Konsolidierungskreis einbezogene Gesellschaften sowie die Gesellschafter der ICI Group GmbH und Organmitglieder der Gesellschaften. Mutterunternehmen und einzige Gesellschafterin der ICI Group GmbH ist die Acsuri GmbH & Co. KG, mit Sitz in Deutschland. Der Anteilsbesitz beträgt 100%. Sie stellt das oberste beherrschende Unternehmen dar. 29.1. Transaktionen mit nicht konsolidierten TochterunternehmenIm Folgenden sind die Beziehungen zu Gesellschaften dargestellt, die zwar zur ICI Group GmbH gehören, aber nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen sind. Transaktionen und Salden mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen[Tabelle 29.1]
Der Verkauf von Waren beinhaltet im Wesentlichen die Verkäufe von Holzschutzmittel i.H.v. 2.671 Tsd € (2022: 1.679 Tsd €) an die Vertriebsgesellschaft Impra Spolka Sp.z o.o., Polen. Die Käufe von Waren beinhalten im Wesentlichen die Käufe von Rohstoffen sowie Dienstleistungen i.H.v. insgesamt 3.643 Tsd € (2022: 1.732 Tsd €), die von den Gesellschaften Catexel Technologies Ltd., Catexel BV und Catexel Cellulosics Ltd an die WeylChem Catexel GmbH weiterverrechnet werden. Die Dividendenerträge stammen von der Impra Spolka Sp.z o.o., Polen i.H.v. 152 Tsd € sowie von der Catexel Technologies Ltd. i.H.v. 1.000 Tsd €. Die International Chemical Investors XIV S.A. wurde zum 01.01.2023 in den Konsolidierungskreis aufgenommen, sodass die Gesellschaft nicht mehr in den Transaktionen und Salden mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen enthalten ist. Im Vorjahr wurden von der International Chemical Investors XIV S.A. Dividendenerträge i.H.v. 1.000 Tsd € erhalten. Im Zuge der Vollkonsolidierung der International Chemical Investors XIV SA wurde auch die Darlehensforderungen aus dem Vorjahr i.H.v. 9.581 TEUR inklusive Zinsen in die Konsolidierung aufgenommen. 29.2. Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen.Bei den sonstigen nahestehenden Unternehmen handelt es sich um die Jathori S.à r.l., Remae Blanche S.A., CBW Chemie GmbH Bitterfeld, die wiederum 100% an der WeylChem Organica GmbH hält, sowie um die Acsuri Immobilien GmbH & Co. KG. Die Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen lauten: Transaktionen und Salden mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen[Tabelle 29.2]
Alle Transaktionen zwischen den nahestehenden Unternehmen bzw. Personen sind grundsätzlich zu marktüblichen Bedingungen, wie unter fremden Dritten, abgeschlossen worden. Die CBW Chemie GmbH Bitterfeld-Wolfen wird zu 50 % von einem Mitglied des Managements in Schlüsselpositionen, sowie 50% von der Jathori S.à r.l., Luxemburg gehalten. Diese Person ist bei der Jathori S.à r.l., Luxemburg als Geschäftsführer bestellt und war bis zum 18. November 2022 in der Geschäftsführung der CBW Chemie GmbH Bitterfeld-Wolfen tätig. Des Weiteren besteht ein Beratungsvertrag der ICI S.E. und einem Mitglied des Managements in Schlüsselpositionen bzw. dessen nahestehendem Unternehmen Remae Blanche S.A. Der Umfang der Beratungsleistungen umfasst die Bereiche Unternehmensberatung, Strategie und Investitionen und belief sich auf insgesamt 2.358 Tsd € (2022: 120 Tsd €). Die Acsuri Immobilien GmbH & Co. KG wird von einem Mitglied des Managements zu 100% gehalten. Von der ICI Group GmbH wurden Dienstleistungen an die CBW Chemie GmbH Bitterfeld-Wolfen i.H.v. 166 Tsd € (2022: 49 Tsd €), sowie an die WeylChem Organica GmbH i.H.v. 14 Tsd € (2022: 0 Tsd €) erbracht. Von diesen Dienstleistungen wurden 143 Tsd € (2022: 30 Tsd €) aus Deutschland erbracht, dem Sitz der ICI Group GmbH. Die Darlehensforderung betrifft im Wesentlichen ein langfristiges Darlehen i.H.v. 24.287 Tsd € inklusive Zinsen (2022: 21.269 Tsd €), an die Jathori S.à r.l. welches zu marktkonformen Bedingungen mit 6.698 % verzinst wird. Die Gestellung von Sicherheit ist nicht vorgesehen. Weitere verzinsliche Darlehen i.H.v. 25.055 TEUR, inklusive Zinsen (2022 20.906 TEUR) wurden von der ICI Group GmbH im Wesentlichen an die Acsuri Immobilien GmbH & Co. KG sowie einem Mitglied des Managements in Schlüsselpositionen ausgegeben. Diese Darlehen werden im Wesentlichen mit dem Euribor verzinst. Die Gestellung von Sicherheiten ist nicht vorgesehen. 29.3. Vergütungen des Managements in SchlüsselpositionenHerr Dr. Achim Riemann ist der alleinige Geschäftsführer der ICI Group GmbH. Die ICI Group wurde bis zu ihrer Umstellung vertreten durch die Mitglieder des Verwaltungsrats der International Chemical Investors S.E. (ICI S.E.), eine unmittelbare Tochtergesellschaft der ICI Group GmbH. Der Verwaltungsrat der ICI S.E. setzt sich zusammen aus den Mitgliedern Robert Langmantel (Geschäftsführend und Verwaltungsratsvorsitzender) sowie Dr. Achim Riemann und Dr. Thomas Riemann. Der Verwaltungsrat war bis zum 13. November 2023 als das Management in Schlüsselpositionen anzusehen. Ab dem 14. November 2023 setzt sich das Management in Schlüsselpositionen durch den alleinigen Vorstand der ICI Holding SE, Christoph Sprenger, durch den Aufsichtsrat der ICI Holding SE Dr. Achim Riemann (Aufsichtsratsvorsitzender), Robert Langmantel (Vertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden) und Dr. Thomas Riemann, sowie durch die Plattformverantwortlichen Luc Mertens, Christophe André und Dr. Andreas Maier zusammen. Die ICI Holding SE (vormals International Chemical Investors 3 S.E.) wurde durch Teilabspaltung aus der Gesellschaft International Chemical Investors S.E. mit Gesellschaftsvertrag vom 31. Dezember 2020, beurkundet vor der Notarin Martine Schaeffer, Luxemburg (Großherzogtum Luxemburg), in der Rechtsform einer Europäischen Gesellschaft (S.E.) gegründet und in das Handelsregister Luxemburg unter der Nummer B 251.164 eingetragen. Am 24. Juli 2023 wurde die beschlossene Sitzverlegung der Gesellschaften von Luxemburg nach Deutschland publiziert und am 14. November 2023 ins Handelsregister Frankfurt am Main, Deutschland unter der Nummer HRB 132939 eingetragen. Anschließend wurde die Gesellschaft am 24. November 2023 im luxemburgischen Handelsregister gelöscht. In 2023 wurden laufende Jahresvergütungen für den Zeitraum Januar bis Dezember 2023 i.H.v. 3,4 Mio € (2022: 260 Tsd €) an die Verwaltungsratsmitglieder der ICI S.E., an den Vorstand der ICI Holding, sowie an die Plattformverantwortlichen gezahlt. Die laufenden Jahresvergütungen setzen sich aus Gehalt und Bonuszahlungen zusammen. Im Jahr 2023 wurden Bonusrückstellungen i.H.v. 1 Mio € berücksichtigt. Das Management erhält neben einem Grundgehalt eine an persönlichen Zielen orientierte Bonuskomponente von maximal 20 % sowie darüber hinaus eine rein ergebnisorientierte Komponente die auf Basis individueller Vereinbarungen mit dem Management abgerechnet wird. Bei den Zahlungen handelt es sich um kurzfristige fällige Leistungen, langfristige Bonusvereinbarungen bestehen nicht. Ansonsten wurden keine weiteren Vergütungen ausgezahlt oder im Aufwand erfasst. 30. Ereignisse nach dem BilanzstichtagAm 18. Januar 2024 wurde die Gesellschaft ACSURI GmbH in ICI Group GmbH umbenannt. Ende Oktober 2023 hat ICIG einen Vertrag zum Anteilserwerb von 80 % an der Froschemie Wood Protection S.L., Barcelona, Spanien mit der Nintai Invest S.L. geschlossen. Der Vollzug der Transaktion fand zum 31 Januar 2024 statt. Die Gesellschaft erzielt mit Holzschutzprodukten einen Jahresumsatz von ca. 5 Mio € und ergänzt das Holzschutzgeschäft der Rütgers Organics GmbH. Da es sich aus Sicht der ICI Group um eine unwesentliche Beteiligung handelt, wird diese Gesellschaft nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Im Dezember 2023 hat ICIG einen Vertrag zum Anteilserwerb von 65 % an Vasant Chemicals Private Limited, Hyderabad, Indien mit deren Gründerfamilie geschlossen. Der Vollzug der Transaktion wurde zum 29 Februar 2024 abgeschlossen. Vasant Chemicals wurde 1980 gegründet und erwirtschaftet an den Standorten Hyderabad und Visakhapatnam einen jährlichen Umsatz von ca. 15 Mio €. Die Gesellschaft stellt pharmazeutische Zwischenprodukte und Spezialchemikalien vom Gramm-Maßstab bis zu kommerziellen Mengen her und ist im Bereich der kundenspezifischen Auftragsfertigung aktiv. Vasant wird in die Feinchemie Plattform der ICIG (WeylChem Gruppe) integriert und die Akquisition ist ein wichtiger Bestandteil der strategischen Initiative von WeylChem, ihre Präsenz auf dem globalen Markt für Spezialchemikalien auszubauen. Der Kaufpreis beträgt ca. 13,5 Mio € liegen. Weitere nach IFRS 3 geforderte Angaben können zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden, da die Abstimmungen zwischen lokalem Buchwerk nach indischer Rechnungslegung und IFRS-Rechnungslegung der ICI Group noch nicht abgeschlossen sind. Im März 2024 hat ICIG mit Evonik einen Kaufvertrag über den Erwerb des Geschäftsbereiches Superabsorber unterzeichnet. Die endgültige Übergabe des Geschäfts erfolgte nach Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden am 31 August 2024. Superabsorber sind pulverförmige Polymere, die als saugstarke Materialien in Windeln und anderen Hygieneprodukten zum Einsatz kommen. Das Superabsorber Geschäft erwirtschaftete im Jahr 2023 einen Umsatz von 892 Mio €. ICIG übernimmt den gesamten Geschäftsbereich mit etwa 1.000 Mitarbeitern und Superabsorber-Produktionsanlagen in Krefeld und Rheinmünster sowie zwei Standorten in den USA (Greensboro, North Carolina, und Garyville, Louisiana). Ebenso zum Geschäft gehören Anlagen in Marl zur Produktion von Acrylsäure, dem wichtigsten Rohstoff für Superabsorber. Mit diesem Erwerb erweitert ICIG erweitert ihr Portfolio um einen bedeutenden neuen Geschäftsbereich, der künftig eine eigene Plattform innerhalb der ICIG darstellt. ICIG erwirbt jeweils 100 % der Anteile an der Evonik Superabsorber GmbH und an der Evonik Superabsorber LLC sowie die zugehörigen Immobilien in Krefeld, Marl und Rheinmünster zu einem Kaufpreis von insgesamt 71 Mio € und rechnet mit einem negativen Unterschiedsbetrag im Zuge der Erstkonsolidierung. Weitere nach IFRS 3 geforderte Angaben können zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden, da die Abstimmung zwischen lokalem Buchwerk und IFRS-Rechnungslegung der ICI Group noch nicht abgeschlossen sind. ICIG beabsichtigt, die europäischen Advanced Organics-Aktivitäten des amerikanischen Spezialchemieunternehmens Valtris zu erwerben. Die beabsichtigte Übernahme umfasst die Valtris Advanced Organics-Anlagen in Tessenderlo (Belgien) und Maastricht (Niederlande) und die damit verbundenen Geschäftsaktivitäten. Der entsprechende Kaufvertrag über den Erwerb von jeweils 100 % der Anteile an der Valtris AO Belgium NV und an der Valtris AO Maastricht B.V. sowie Vermögensgegenständen von der Valtris Advanced Organics Ltd., Großbritannien wurde im Juli 2024 unterzeichnet. Der Vollzug der Transaktion wird mit Abschluss der notwendigen Carve Out Erfordernisse bis Ende 2024 erwartet; die Genehmigung durch die deutschen Wettbewerbsbehörden liegt bereits vor. Das Werk in Tessenderlo befindet sich auf dem Gelände, auf dem sich auch der größte Standort des ICIG PVC-Geschäfts Vynova befindet und verwendet Chlor aus der Vynova-Elektrolyseanlage zur Herstellung von chlorierten Toluolen und weiteren Derivaten. In Tessenderlo beschäftigt Valtris Advanced Organics etwa 90 Mitarbeiter. Das Werk in Maastricht hat rund 30 Mitarbeiter. Das Geschäft erzielt einen Jahresumsatz von ca. 60 Mio € und ergänzt das Geschäft der Vynova um weitere Chlor-Folgeprodukte. Zudem sichert sich Vynova durch diesen Zukauf langfristig die Kontrolle über die Chlor-Wertschöpfungskette am Standort Tessenderlo. Der Kaufpreis umfasst eine geringe fixe Zahlung und unterliegt einem Closing-Mechanismus. ICIG rechnet mit einem negativen Unterschiedsbetrag im Rahmen der Erstkonsolidierung. Weitere nach IFRS 3 geforderte Angaben können zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden, da der Vollzug der Transaktion erst im vierten Quartal 2024 erwartet wird. Ende Juli 2024 hat ICIG mit Clariant eine Vereinbarung zur Übernahme der stillgelegten Bioethanolanlage von Clariant in Podari, Rumänien geschlossen und stärkt damit ihr Biotechnologiegeschäft. Der Abschluss der Transaktion wird im Oktober 2024 erwartet. Die Anlage wird künftig in Zusammenarbeit mit der ICIG Gesellschaft Corden BioChem betrieben. Corden BioChem betreibt als biotechnologische CDMO (Custom Development & Manufacturing Organization) bereits eine der größten Fermentationsanlagen Europas im Industriepark Frankfurt-Höchst, Deutschland. Mit dem Erwerb der Anlagen in Podari erweitern ICIG und Corden BioChem ihre Fermentations-Kapazitäten erheblich, so dass Fermentationsdienstleistungen in großem Maßstab und zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden können. Um den Standort von einer Bioethanolanlage zu einem flexiblen Auftragsfertiger für Fermentationsprodukte umzubauen, müssen die vorhandenen Anlagen angepasst und ergänzt werden, was weitere Investitionen, insbesondere für notwendige nachgelagerte Prozess-Schritte, erfordert. Bei dieser Transaktion handelt es sich um einen Erwerb von Anlagevermögen und keinen Unternehmenszusammenschluss. Ende Juni beantragte die WeylChem InnoTec GmbH beim Amtsgericht Frankfurt ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Am 27. Juni 2024 wurde die vorläufige Eigenverwaltung gerichtlich angeordnet. Umsatzeinbrüche durch gekündigte Großaufträge sowie Belastungen durch hohe Infrastruktur- und Personalkosten bedrohten die Zahlungsfähigkeit. Die Geschäfte werden mit allen knapp 140 Mitarbeitern in den Industrieparks Frankfurt-Höchst und Frankfurt-Fechenheim fortgeführt und von einem gerichtlich bestellten Sachwalter überwacht. Zum 30. August 2024 wurde das vorläufige Verfahren in ein förmliches Verfahren unter Eigenverwaltung überführt. In Zusammenarbeit mit dem Sachwalter wird weiterhin an einer optimalen Nutzung der verschiedenen Betriebe und Geschäftseinheiten gearbeitet.
Frankfurt, der 09.10.2024 Dr. Achim Riemann, Geschäftsführer |
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