Envalior Holding II GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Susanne Quecke seit 31.10.2025 | Prokura |
Fabienne Stamm seit 7.8.2025 | Prokura |
Bob van der Leek seit 25.7.2024 | Prokura |
Christophe Cazabeau seit 27.12.2023 | Prokura |
Mihaela Zuideveld seit 27.9.2023 | Prokura |
Dirk Budde seit 4.9.2023 | Prokura |
Thomas Dr. Brackemeyer seit 4.9.2023 | Prokura |
Paula Tinkler seit 7.6.2023 | Prokura |
Sascha Dr. Fehlemann seit 7.6.2023 | Prokura |
Peter Dr. Henrichfreise seit 7.6.2023 | Prokura |
Anneleen Drieskens seit 7.6.2023 | Prokura |
Caroline Keulers-Mitterlehner seit 7.6.2023 | Prokura |
Stephen Guy Bennett seit 19.4.2023 | Geschäftsführer |
Calum MacLean seit 19.4.2023 | Geschäftsführer |
Tobias Luhmer seit 7.12.2022 | Prokura |
David Poignie seit 7.12.2022 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
AI Montelena (Luxembourg) S.à r.l. | 59.06% |
| 40.94% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Envalior GmbH (vormals: Zehnte LXS GmbH)KölnKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS AM 31. DEZEMBER ABGESCHLOSSENE GESCHÄFTSJAHR
Die Anhangangaben stellen einen integralen Bestandteil dieses Konzernabschlusses dar. KONZERNBILANZ zum
Die Anhangangaben stellen einen integralen Bestandteil dieses Konzernabschlusses dar. KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG FÜR DAS AM 31. DEZEMBER ABGESCHLOSSENE GESCHÄFTSJAHR
Die Anhangangaben stellen einen integralen Bestandteil dieses Konzernabschlusses dar. KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DAS AM 31. DEZEMBER ABGESCHLOSSENE GESCHÄFTSJAHR
Die Anhangangaben stellen einen integralen Bestandteil dieses Konzernabschlusses dar. 1. Informationen zum Unternehmen Die Envalior GmbH ("Envalior" oder die "Gesellschaft") wurde im Mai 2022 gegründet und hat ihren Sitz in Köln. Die Gesellschaft ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Köln unter der Nummer HRB 109136 eingetragen. Die Envalior GmbH gehörte ursprünglich zu 100 % der LANXESS AG (Köln, Deutschland ("LANXESS"). Am 1. April 2023 erwarb die Advent International Corporation (Boston, USA) ("Advent") um die 60 % der Anteile an der Envalior GmbH. Der Konzernabschluss umfasst die Abschlüsse der Gesellschaft, ihrer Tochterunternehmen (gemeinsam als der "Konzern" bezeichnet) sowie die Beteiligungen des Konzerns an assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlichen Tätigkeiten. Die Hauptgeschäftstätigkeit des Konzerns besteht in der Entwicklung, der Produktion und dem Verkauf technischer Werkstoffe. 2. Grundlagen der Erstellung Der Konzernabschluss ist in Übereinstimmung mit den Internationalen Rechnungslegungsstandards in der von der Europäischen Union gebilligten Fassung (EU-IFRS) erstellt worden. Dieser Konzernabschluss wurde nach dem Grundsatz der Unternehmensfortführung und nach dem Anschaffungskostenprinzip erstellt, sofern nicht anders angegeben. Das Geschäftsjahr ("GJ") des Konzerns beginnt am 1. Januar und endet am 31. Dezember. Einige Tochterunternehmen haben infolge des lokalen Rechts (Indien) ein vom Geschäftsjahr des Konzerns abweichendes Geschäftsjahr. Die im Konzernabschluss berücksichtigten Zahlen wurden basierend auf dem lokalen Geschäftsjahr an das Geschäftsjahr des Konzerns angepasst. Die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro ("EUR"). Alle Werte sind auf die nächste Zehntelmillion (0,1 Millionen EUR) gerundet, sofern nicht anders angegeben. Die meisten wesentlichen Tochterunternehmen des Konzerns mit operativem Geschäft haben ihre lokale Währung als funktionale Währung. Die funktionale Währung der Envalior GmbH ist der Euro. Der Konzernabschluss enthält keine Vergleichszahlen. Im Ergebnis des in Abschnitt 2.2 erläuterten "einheitlichen Geschäftsvorfalls" wird darauf abgestellt, dass die Envalior GmbH ihre Tochterunternehmen zum 1. April 2023 erworben hat. Aus diesem Grund hatte die Envalior GmbH im Geschäftsjahr 2022 weder weitere signifikante Vermögenswerte oder Schulden noch Erträge oder Aufwendungen. 2.1 Unternehmensfortführung Die Abkühlung am Markt der chemischen Industrie infolge der weltweiten wirtschaftlichen Herausforderungen (die durch den Krieg in der Ukraine und den Konflikt im Nahen Osten noch verschärft wurden) hatte erhebliche Auswirkungen auf das GJ 2023. Auf der Grundlage ihres langfristigen Geschäftsplans und der Cashflow-Prognosen in Kombination mit strikten Cashflow-Management (darunter einer Senkung von Vorratsvermögen und Forderungen) ist Envalior jedoch zu der Einschätzung gelangt, dass sie über ausreichende Finanzmittel verfügen wird, um von einer Unternehmensfortführung auszugehen. Daher wurde der Konzernabschluss nach dem Grundsatz der Unternehmensfortführung erstellt. 2.2 Unternehmenszusammenschluss Im Januar 2022 errichtete LANXESS die Envalior GmbH (ursprünglich unter der Bezeichnung "Zehnte LXS GmbH"). Am 31. Mai 2022 schlossen Advent und LANXESS (über die LANXESS Deutschland GmbH) eine Investitionsvereinbarung ab. Diese verfolgte die Absicht, den (von der Royal DSM N.V., Heerlen, Niederlande) zu erwerbenden Geschäftsbereich DSM Engineering Materials ("DEM") und die LANXESS High Performance Materials HPM Group (die aus den entsprechenden Unternehmen von LANXESS in gesonderte Unternehmen des Geschäftsbereichs HighPerformance Materials ("HPM") ausgegliedert werden sollte) in einer verbundenen Transaktion zusammenzuführen, die ausschließlich von der Genehmigung der Aufsichtsbehörden abhängt,. Im Rahmen der Umsetzung dieser Investitionsvereinbarung wickelte LANXESS zwischen Februar und Dezember 2022 mehrere Transaktionen zur Abtrennung des Geschäftsbereichs "High Performance Materials" ab. Am 31. Dezember 2022 brachte LANXESS den Geschäftsbereich HPM in die Envalior GmbH ein und erhielt im Gegenzug zusätzliche Anteile an der Gesellschaft. Es bestanden und bestehen keine nicht beherrschenden Anteile an den eingebrachten HPM-Unternehmen. Außerdem wurde im Zuge der Ausgliederung des Geschäftsbereichs HPM eine gemeinschaftliche Tätigkeit übertragen. Am 1. April 2023 erwarb Advent ihre Mehrheitsbeteiligung von 59,06 % an der Envalior GmbH, indem sie das gezeichnete Kapital der Envalior GmbH um 138.429 EUR erhöhte und einen Betrag von 1.685 Millionen EUR in die Kapitalrücklage der Gesellschaft einzahlte, sodass LANXESS eine Restbeteiligung von 40,94 % der Anteile an der Envalior GmbH behielt. Ebenfalls im Laufe des 1. April 2023 erwarb die Envalior GmbH 100 % der Anteile des Geschäftsbereichs "Engineering Materials" ("DEM") von der Royal DSM N.V. (Heerlen, Niederlande) für eine Gegenleistung von 3.811 Millionen EUR, womit die Transaktion abgeschlossen wurde. Aus bilanzieller Sicht sind die Einbringung des Geschäftsbereichs HPM und der Erwerb des Geschäftsbereichs DEM nach IFRS 10.B97, der Umstände definiert, die darauf hindeuten, dass mehrere Transaktionen als eine einheitliche Transaktion zu bilanzieren sind, ein einheitlicher Geschäftsvorfall. Entsprechend hat aus wirtschaftlicher Sicht die Envalior GmbH die Geschäftsbereiche HPM und DEM mit Advent als oberstem beherrschendem Unternehmen erworben. Folglich ist neben dem Erwerb von DEM auch der Erwerb von HPM zum 1. April 2023 nach der Erwerbsmethode zu bilanzieren. Die insgesamt übertragene Gegenleistung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Insgesamt ergibt sich hieraus ein beizulegender Zeitwert der für die Einbringung von HPM erhaltenen Gegenleistung in Höhe von 2,0 Milliarden EUR. Demzufolge belief sich die gesamte Gegenleistung für die von Envalior erworbenen Geschäftsbereiche DEM und HPM auf 5,8 Milliarden EUR, siehe auch die folgende tabellarische Darstellung: Ableitung der gesamten Gegenleistung: Millionen EUR
Die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte der von der Envalior-Gruppe zum 1. April 2023 übernommenen Vermögenswerte und Schulden stellen sich wie folgt dar:
Der beizulegende Zeitwert der Forderungen in Höhe von 470,1 Millionen EUR entsprach näherungsweise den vertraglich vereinbarten Beträgen. Ein Betrag von 3,0 Millionen EUR ist voraussichtlich nicht einziehbar. Diesbezüglich wird auf die Veränderung der Rückstellung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Anhangangabe 18 verwiesen. Es gab keine nicht erfassten Eventualverbindlichkeiten, deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich geschätzt werden konnte. Kein Bestandteil des Geschäfts- oder Firmenwerts kann steuerlich geltend gemacht werden. Nur der ermittelte beizulegende Zeitwert konkreter immaterieller Vermögenswerte und Sachanlagen kann in einigen Rechtsordnungen des Konzerns steuerlich geltend gemacht werden, weshalb Fair-Value-Anpassung dieser Vermögenswerte in diesen Rechtsordnungen nicht zu einer latenten Steuerschuld geführt hat. Der Konzern hat für die Übernahmebilanz die folgenden immateriellen Vermögenswerte bewertet:
Für die wichtigsten Immobilien kam ein Marktansatz zur Anwendung. Dabei wurden ein Marktpreis für das betreffende Grundstück sowie ein Wiederherstellungswert und eine wirtschaftliche Nutzungsdauer für die betreffenden Gebäude ermittelt, um die Gebäude zum Erwerbszeitpunkt mit einem dem beizulegenden Zeitwert entsprechenden Marktwert zu bewerten. Für die Maschinen und sonstigen langfristig genutzten Anlagen kam die Methode fortgeführter Wiederbeschaffungskosten zum Einsatz, um den beizulegenden Zeitwert der jeweiligen langfristigen Vermögenswerte unter Berücksichtigung einer angenommenen wirtschaftlichen Nutzungsdauer für einzelne Kategorien des Anlagevermögens und technischer/wirtschaftlicher Überalterungsaspekte einzelner Vermögenswerte zu ermitteln. Zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts des Vorratsvermögens wurden die folgenden Bewertungsmethoden verwendet:
Der Konzern hat die übernommenen Leasingverbindlichkeiten anhand des Barwerts der verbleibenden Leasingzahlungen zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Die Nutzungsrechte wurden zu einem Betrag bewertet, der den Leasingverbindlichkeiten entspricht, angepasst um einen Betrag, mit dem berücksichtigt wird, ob die Bedingungen des Leasingverhältnisses gemessen an Marktbedingungen vorteilhaft oder nachteilig sind. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 2.293,2 Millionen EUR umfasst den Wert der erwarteten Synergieeffekte aus dem Erwerb, vor allem durch Effizienzsteigerungen dank der Zusammenführung der beiden Gruppen DEM und HPM in der Envalior-Gruppe. Envalior geht davon aus, als Unternehmen nach dem Zusammenschluss mehr Produkte zu verkaufen und infolge der internen Beschaffung von Zwischenprodukten, die zuvor von Dritten bezogen wurden, eine höhere Bruttomarge erzielen zu können. Außerdem erwartet Envalior Vorteile aus dem Zusammenschluss der Geschäftsbereiche in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb. Seit dem Erwerbszeitpunkt haben die Gruppen DEM und HPM 2.008,0 Millionen EUR zum Umsatz und 517,8 Millionen EUR zum Vorsteuerverlust des Konzerns aus fortgeführten Geschäftsbereichen beigetragen. Hätte der Unternehmenszusammenschluss Anfang 2023 stattgefunden, hätten die Umsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen 2.807,5 Millionen EUR betragen, der Vorsteuerverlust des Konzerns aus fortgeführten Geschäftsbereichen 631,5 Millionen EUR. Die Berechnung des Vorsteuerverlusts des Konzerns für das gesamte Kalenderjahr 2023 beinhaltet für das erste Quartal 2023 einen pro-forma-Zinsaufwand aus der Transaktionsfinanzierung in Höhe von 111,7 Millionen EUR. Analyse der Cashflows bei Erwerb
3. Wesentliche Rechnungslegungsmethoden 3.1 Konsolidierung Der Konzernabschluss enthält die Vermögenswerte, Schulden und Geschäftsergebnisse aller Tochterunternehmen, die von der Gesellschaft direkt oder indirekt beherrscht werden (siehe Anhangangabe 30). Eine Beherrschung ist dann gegeben, wenn der Konzern schwankenden Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Wenn der Konzern weniger als die Mehrheit der Stimmrechte oder vergleichbaren Rechte an einem Beteiligungsunternehmen hat, bezieht der Konzern alle Sachverhalte und Umstände ein um zu beurteilen, ob er ein Beteiligungsunternehmen beherrscht. Die Konsolidierung von Tochterunternehmen beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, und endet an dem Tag, an dem die Beherrschung an eine Person oder ein Unternehmen außerhalb der Beherrschung des Konzerns übergeht. Sämtliche konzerninternen Vermögenswerte und Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Zahlungsströme sowie konzerninterne Gewinne und Verluste aus Geschäftsvorfällen zwischen Konzernmitgliedern werden bei der Konsolidierung vollständig eliminiert. Änderungen der Beteiligungsquote des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert, wobei Unterschiede zwischen dem Betrag, um den die nicht beherrschenden Anteile angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder vereinnahmten Gegenleistung direkt im Eigenkapital erfasst und den Anteilseignern des Konzerns zugerechnet werden. Entfällt die Beherrschung durch den Konzern, bucht der Konzern die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens, nicht beherrschenden Anteile und die sonstigen auf das Tochterunternehmen entfallenden Eigenkapitalbestandteile aus. Der Anteil des Mutterunternehmens an Bestandteilen, die zuvor im sonstigen Ergebnis ("OCI") erfasst waren, werden in den Gewinn und Verlust oder die Gewinnrücklagen umgegliedert, wie dies auch erforderlich wäre, wenn der Konzern die betreffenden Vermögenswerte oder Schulden direkt veräußert hätte. Ein aus dem Verlust der Beherrschung resultierender Überschuss oder Fehlbetrag wird in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie dem sonstigen Ergebnis erfasst. Behält der Konzern eine Beteiligung an dem ehemaligen Tochterunternehmen, wird diese Beteiligung zum beizulegenden Zeitwert an dem Tag bewertet, an dem die Beherrschung wegfällt. In der Folge wird es in Abhängigkeit von der Höhe des behaltenen Einflusses als at-Equity konsolidiertes Beteiligungsunternehmen oder als Kapitalbeteiligung bilanziert. 3.2 At-Equity konsolidierte Beteiligungsunternehmen Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, aber die finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen nicht beherrscht. Wenn der Konzern 20 % bis 50 % der Anteile und zugehörigen Stimmrechte an dem anderen Unternehmen hält, wird vermutet, dass es sich um ein assoziiertes Unternehmen handelt. Assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Nach der Equity-Methode werden Anteile an assoziierten Unternehmen beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten erfasst und in der Folge um den Anteil des Konzerns an den Gewinnen oder Verlusten nach dem Erwerb sowie an den Veränderungen des sonstigen Ergebnisses fortgeschrieben. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen mit negativem Eigenkapital werden nur dann wertgemindert und eine Rückstellung für deren Verluste ausgewiesen, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung zur Deckung dieser Verluste hat. Eigenkapitalveränderungen bei nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen, die nicht auf Gewinn oder Verlust zurückzuführen sind, werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Nicht realisierte Gewinne aus Geschäftsvorfällen zwischen dem Konzern und seinen assoziierten Unternehmen werden in Höhe der Beteiligung des Konzerns an den assoziierten Unternehmen eliminiert. Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, der Geschäftsvorfall bietet Anhaltspunkte für eine Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts. Nicht realisierte Gewinne aus Geschäftsvorfällen zwischen zwei assoziierten Unternehmen werden nicht eliminiert. Gemeinsame Vereinbarungen Beteiligungen an gemeinsamen Vereinbarungen werden in Abhängigkeit von den vertraglichen Rechten und Pflichten der einzelnen Anteilseigner entweder als Gemeinschaftsunternehmen oder als gemeinschaftliche Tätigkeiten eingestuft. Die als Gemeinschaftsunternehmen eingestuften gemeinsamen Vereinbarungen werden nach der Equity-Methode bilanziert, die auch für assoziierte Unternehmen zur Anwendung kommt (siehe oben). Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten erfolgt die Bilanzierung anhand des Anteils an jedem einzelnen Vermögenswert und jeder einzelnen Schuld ("line-by-line accounting"). 3.3 Wechselkursrisiko Transaktionen in Fremdwährungen Tochterunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten und at-Equity bilanzierte Beteiligungsunternehmen erfassen Transaktionen in der funktionalen Währung des wirtschaftlichen Umfelds, in dem sie tätig sind. Transaktionen in anderen Währungen als der funktionalen Währung der Tochterunternehmen, gemeinschaftlichen Tätigkeiten und at-Equity-bilanzierten Beteiligungsunternehmen werden zu den am Tag der Transaktion gültigen Wechselkursen erfasst. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in anderen Währungen als der funktionalen Währung werden zu den am Bilanzstichtag geltenden Wechselkursen umgerechnet, und Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Ausländische Geschäftsbetriebe Bei der Konsolidierung werden die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Geschäftsbetriebe zu den Wechselkursen am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Erträge und Aufwendungen ausländischer Geschäftsbetriebe werden zu Kursen umgerechnet, die näherungsweise den zu den Transaktionsterminen geltenden Wechselkursen entsprechen. Die resultierenden Wechselkursdifferenzen werden über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital erfasst und bei Verkauf oder Liquidation des zugrunde liegenden ausländischen Geschäftsbetriebs in die Gesamtergebnisrechnung umgegliedert. 3.4 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts Der Konzern bewertet bestimmte Finanzinstrumente wie beispielsweise Derivate zu jedem Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert. Außerdem sind die beizulegenden Zeitwerte von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten in Anhangangabe 5.7 ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem:
Der Hauptmarkt oder der vorteilhafteste Markt müssen für den Konzern zugänglich sein. Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld wird anhand der Annahmen bemessen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nichtfinanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit eines Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen. Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten. Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert im Konzernabschluss bemessen oder dargestellt wird, werden auf der Grundlage des niedrigsten Inputfaktors, der für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts insgesamt wesentlich ist, in der Anhangangabe 5.7 beschrieben. Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Grundlage im Konzernabschluss erfasst werden, stellt der Konzern fest, ob Umgruppierungen zwischen den Hierarchiestufen eingetreten sind, indem er zum Ende jedes Berichtszeitraums eine Neubewertung der Einordnung (auf der Grundlage des niedrigsten Inputfaktors, der für die Bemessung insgesamt wesentlich ist) vornimmt. Um Angaben zu den beizulegenden Zeitwerten machen zu können, hat der Konzern Gruppen von Vermögenswerten und Schulden auf der Grundlage der Beschaffenheit, Merkmale und Risiken des Vermögenswerts oder der Schuld und der Stufe in der oben erläuterten Bemessungshierarchie festgelegt. 3.5 Finanzinstrumente Finanzielle Vermögenswerte IFRS 9 enthält drei grundlegende Kategorien für die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten, je nach Bewertung:
Die Einstufung von finanziellen Vermögenswerten gemäß IFRS 9 erfolgt grundsätzlich auf der Grundlage des Geschäftsmodells, nach dem die finanziellen Vermögenswerte verwaltet werden, und der Eigenschaften ihrer vertraglichen Zahlungsströme. Der Konzern nimmt nur dann eine Reklassifizierung von Schuldinstrumenten vor, wenn sich sein Geschäftsmodell zur Steuerung dieser Vermögenswerte verändert. Die Reklassifizierung erfolgt am ersten Tag des auf die Änderung des Geschäftsmodells folgenden Geschäftsjahres. Im zum 31. Dezember 2023 abgeschlossenen Geschäftsjahr sind keine Änderungen des Geschäftsmodells erfolgt. Beim erstmaligen Ansatz bewertet der Konzern finanzielle Vermögenswerte zu ihrem beizulegenden Zeitwert sowie im Falle finanzieller Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zuzüglich oder abzüglich von Abschlägen und Transaktionskosten, die dem Erwerb des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts direkt zuzuordnen sind. Transaktionskosten für finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens als Aufwand erfasst. Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, bei denen die Lieferung des Vermögenswerts innerhalb eines Zeitraums vorgesehen ist, der durch Vorschriften oder Konventionen des Marktes festgelegt wird (marktüblicher Handel), werden am Handelstag erfasste (d. h. an dem Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingeht). Der Konzern bucht finanzielle Vermögenswerte aus, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungsströme aus einem Vermögenswert auslaufen oder er die Rechte auf Vereinnahmung der Zahlungsströme in einem Geschäftsvorfall überträgt, bei dem im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden. Beteiligungen an übertragenen finanziellen Vermögenswerten, die vom Konzern geschaffen oder behalten werden, werden gesondert als Vermögenswert oder Schuld ausgewiesen. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte Der Konzern bilanziert die folgenden finanziellen Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert:
Erfolgswirkam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, während Nettoveränderungen des beizulegenden Zeitwerts in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen werden. Zinsen, Dividenden und Wechselkursverluste bzw. -gewinne aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerten werden separat in Finanzerträgen bzw. Finanzierungsaufwendungen oder in den sonstigen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bilanzierte finanzielle Vermögenswerte Kapitalbeteiligungen, die zuvor als zur Veräußerung verfügbar erfasst wurden, werden auf der Grundlage der vom Konzern unwiderruflich getroffenen Wahl erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bilanziert. Der Konzern hat diese Herangehensweise gewählt, da diese Beteiligungen nicht zu Handelszwecken gehalten werden. Veränderungen des Buchwerts werden im sonstigen Ergebnis erfasst, mit Ausnahme von Wertminderungserträgen, die im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Bei Ausbuchung wird der im sonstigen Ergebnis erfasste kumulative Gewinn bzw. Verlust nicht vom Eigenkapital in den Gewinn bzw. Verlust umgegliedert. Dividendenerträge werden erfolgswirksam erfasst, sobald der Rechtsanspruch des Konzerns auf Zahlung der Dividende besteht. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte Der Konzern klassifiziert seine finanziellen Vermögenswerte nur dann als zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bilanzieren, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte beinhalten Darlehensforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie andere finanzielle Vermögenswerte, die mit dem Ziel gehalten werden, vertraglich vereinbarte Zahlungsströme zu vereinnahmen. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt der erstmalige Ansatz zum Transaktionspreis, bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Folgebewertung aller finanziellen Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode ("EIR") unter Abzug der Wertminderung. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden unter Anrechnung aller Abschläge oder Aufschläge bei Erwerb sowie Gebühren oder Entgelte berechnet, die integraler Bestandteil des Effektivzinssatzes sind. Die zum Effektivzinssatz ermittelte Amortisation wird im Finanzertrag in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Die Verluste aus Wertminderungen werden in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten wie Darlehen und sonstige Fremdkapitalaufnahmen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, es sei denn, die finanzielle Verbindlichkeit:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Verbindlichkeiten Der Konzern bewertet nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der Erstansatz nicht derivativer finanzieller Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten oder Abschläge. Bei der Folgebewertung werden die finanziellen Verbindlichkeiten nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Der Konzern bucht finanzielle Verbindlichkeiten aus, wenn seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Bilanzierung von Sicherungsgeschäften und Derivaten Der Konzern setzt Sicherungsgeschäfte ein, um sein Risiko in Bezug auf Schwankungen von Zinssätzen und Wechselkursen zu reduzieren. Der Konzern kann derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte zur Absicherung seines Fremdwährungsrisikos und Zinscaps zur Absicherung seines Zinsrisikos einsetzen. Diese derivativen Finanzinstrumente werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn der Konzern Vertragspartei des Instruments wird, und in der Folge zum Ende jedes Berichtszeitraums erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet (es sei denn, sie werden als Sicherungsgeschäfte bilanziert). Zuzurechnende Transaktionskosten werden in der Gesamtergebnisrechnung zum Zeitpunkt ihres Entstehens erfasst. In einigen Fällen wendet der Konzern die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften an. Die als Sicherungsgeschäfte zulässigen und designierten Derivate dienen entweder:
Zu Beginn der Sicherungsbeziehung designiert und dokumentiert der Konzern formell die Sicherungsbeziehung, die er als Sicherungsgeschäft bilanzieren möchte, sowie die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien, die er im Hinblick auf die Absicherung verfolgt. Die Dokumentation umfasst die Identifizierung des Sicherungsinstruments, des gesicherten Grundgeschäfts, der Art des abgesicherten Risikos und der Art und Weise, in der der Konzern beurteilt, ob die Sicherungsbeziehung die Anforderungen an die Wirksamkeit der Absicherung erfüllt (einschließlich seiner Analyse der Ursachen einer Unwirksamkeit der Absicherung und der Art und Weise der Bestimmung der Sicherungsquote). Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Sicherungsgeschäften, die als Absicherungen von Zahlungsströmen designiert sind, werden zusammen mit der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die als Absicherung von Zahlungsströmen designiert sind, werden beim erstmaligen Ansatz als Rücklage für die Absicherung von Zahlungsströmen im sonstigen Ergebnis erfasst. Der abgegrenzte Betrag wird dann in derselben Periode, in der sich die abgesicherte Transaktion auf die Gesamtergebnisrechnung auswirkt, erfolgswirksam aufgelöst. Bei Nettoinvestitionssicherungsgeschäften werden die kumulierten Wechselkursgewinne und -verluste in der Währungsumrechnungsrücklage erfasst. Läuft ein Sicherungsinstrument aus, wird verkauft oder beendet, oder erfüllt ein Sicherungsinstrument die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nicht mehr, werden im Eigenkapital abgegrenzte kumulierte Gewinne oder Verluste und abgegrenzte Absicherungskosten in die Gesamtergebnisrechnung umgegliedert, wenn das zugrunde liegende gesicherte Grundgeschäft in der Gesamtergebnisrechnung erfasst wird. Wenn die Sicherungsquote für Risikomanagementzwecke nicht mehr optimal ist, das Risikomanagementziel aber unverändert bleibt und das Sicherungsinstrument weiterhin die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsinstrumenten erfüllt, wird die Sicherungsbeziehung rekalibriert, indem entweder das Volumen des Sicherungsinstruments oder das Volumen des gesicherten Grundgeschäfts so angepasst wird, dass die Sicherungsquote mit der für Risikomanagementzwecke verwendeten Quote übereinstimmt. Unwirksamkeiten von Absicherungen werden zum Zeitpunkt der Rekalibrierung der Sicherungsbeziehung berechnet und bilanziert. Zinscaps Zinscaps werden zur Begrenzung des Zinsrisikos des Konzerns eingesetzt. Zinscaps werden mit Bewertungstechniken bewertet, bei denen am Markt beobachtbare Inputfaktoren genutzt werden. Die Bewertungstechnik besteht aus Terminpreis- und Swap-Modellen und verwendet Barwert-Berechnungen. In die Modelle fließen verschiedene Inputfaktoren ein, darunter die Bonität der Gegenparteien oder die Zinskurven der jeweiligen Währungen. [Beizulegender Zeitwert nach Stufe 2] Eingebettete Derivate Eingebettete Derivate werden von den Basisverträgen getrennt, wenn die eingebetteten Derivate nicht eng mit dem Basisvertrag verbunden sind, der Vertrag nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird und ein gesondertes Instrument mit derselben Laufzeit die Definition eines Derivats erfüllen würde. Das eingebettete Derivat wird ebenfalls als derivativer finanzieller Vermögenswert oder derivative finanzielle Verbindlichkeit bilanziert. Die eingebetteten Derivate sind Zinsfloors und Vorfälligkeitsoptionen, die von den langfristigen Darlehensverträgen getrennt sind. Die Bewertung eingebetteter Derivate erfolgt mit einer umgekehrten Monte-Carlo-Methode. Der Konzern berücksichtigt die Kreditrisiken der Gegenparteien (für die eingebetteten derivativen Vermögenswerte) bzw. das Risiko der Nichterfüllung seitens des Konzerns (für die eingebetteten derivativen Verbindlichkeiten) und erfasst eine Anpassung der Kreditbewertung bzw. Anpassung der Forderungsbewertung, indem er das maximale Ausfallrisiko beurteilt und marktbasierte Inputfaktoren zu den Wahrscheinlichkeiten eines Ausfalls und dem Verlust bei einem Ausfall berücksichtigt. [Beizulegender Zeitwert nach Stufe 3] Saldierung Eine Verrechnung finanzieller Vermögenswerte mit Verbindlichkeiten und ein Ausweis der Nettobeträge in der Bilanz erfolgt dann und nur dann, wenn der Konzern ein Recht auf Verrechnung der Beträge hat und die Absicht besteht, die Posten auf Nettobasis zu begleichen oder den Vermögenswert zu verkaufen und gleichzeitig die Verbindlichkeit zu begleichen. Wertminderung Das Wertminderungsmodell erfordert die Erfassung von Wertminderungsrückstellungen auf der Grundlage erwarteter Kreditverluste statt nur eingetretener Kreditverluste. Der Konzern weist jedes Ausfallrisiko einer Bonitätsrisikostufe zu. Grundlage hierfür sind Daten, von denen festgestellt wird, dass sie Prognosen des Verlustrisikos erlauben (darunter insbesondere externe Ratings, geprüfte Abschlüsse, betriebswirtschaftliche Auswertungen und Cashflow-Prognosen sowie verfügbare Presseinformationen über Kunden) sowie die Anwendung von Erfahrungswerten zur Bonitätsbeurteilung. Die Bonitätsrisikostufen werden anhand qualitativer und quantitativer Faktoren definiert, die das Ausfallrisiko angeben und mit den externen Bonitätsdefinitionen von Agenturen (Standard & Poor's) abgestimmt sind. Das Ausfallrisiko in den einzelnen Bonitätsstufen wird in einer Einstufung nach geografischer Region segmentiert, und für jedes Segment wird eine Quote des erwarteten Kreditverlusts auf der Grundlage von Säumnisstatus und tatsächlicher Kreditverlusterfahrung berechnet. Diese Quoten werden mit skalaren Faktoren multipliziert, um den Unterschieden zwischen den wirtschaftlichen Verhältnissen im Zeitraum, über den die historischen Daten erfasst wurden, den aktuellen Bedingungen und der Einschätzung des Konzerns bezüglich der wirtschaftlichen Verhältnisse während der erwarteten Forderungslaufzeit Rechnung zu tragen. Der Konzern betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als ausgefallen, wenn:
Ein Schuldinstrument weist aus Sicht des Konzerns ein geringes Ausfallrisiko auf, wenn sein Kreditrisikorating der weltweiten Definition von "Investment Grade" entspricht. Über die Laufzeit erwartete Kreditverluste sind erwartete Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen während der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren. 12-Monats-Kreditverluste sind der Anteil der erwarteten Kreditverluste, die aus Ausfallereignissen resultieren, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag (oder einem kürzeren Zeitraum, falls die erwartete Laufzeit des Instruments weniger als zwölf Monate beträgt) möglich sind. Finanzielle Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität Der Konzern schätzt zu jedem Abschlussstichtag ein, ob finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten oder Schuldinstrumente zu FVOCI in der Bonität beeinträchtigt sind. Ein finanzieller Vermögenswert ist "in der Bonität beeinträchtigt", wenn ein Ereignis oder mehrere Ereignisse mit nachteiligen Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswertes auftreten. Indikatoren dafür, dass ein finanzieller Vermögenswert in der Bonität beeinträchtigt ist, umfassen die folgenden beobachtbaren Daten:
Abschreibung Der Bruttobuchwert eines finanziellen Vermögenswertes wird abgeschrieben, wenn der Konzern nach angemessener Einschätzung nicht davon ausgeht, dass der finanzielle Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist. Der Konzern führt eine individuelle Einschätzung über den Zeitpunkt und die Höhe der Abschreibung durch, basierend darauf, ob eine angemessene Erwartung an die Einziehung vorliegt. Der Konzern erwartet keine signifikante Einziehung des abgeschriebenen Betrags. Abgeschriebene finanzielle Vermögenswerte können dennoch Vollstreckungsmaßnahmen zur Einziehung überfälliger Forderungen unterliegen, um in Einklang mit der Konzernrichtlinie zu handeln. Wertminderung nicht derivativer finanzieller Vermögenswerte Zur Beurteilung einer Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste wird ein vereinfachtes Modell für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verwendet. Die Wertberichtigung wird bei erstmaligem Ansatz und während der gesamten Laufzeit der Forderung zu einem Betrag bewertet, der dem erwarteten Kreditverlust über die Laufzeit entspricht. Sie wird anhand des Barwerts aller Zahlungsausfälle über die erwartete verbleibende Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts geschätzt, d. h. der Differenz zwischen:
Zur Beurteilung des erwarteten Kreditverlusts während der Laufzeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden sowohl Erfahrungen zu Kreditverlusten aus der Vergangenheit als auch zukunftsgerichtete Informationen herangezogen. Erwartete Verluste bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gegebenenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei sonstigen Forderungen (und sonstigen finanziellen Vermögenswerten) bemisst der Konzern die Wertberichtigung zu einem Betrag, der den erwarteten Kreditverlusten über die Laufzeit entspricht, wenn sich das Kreditrisiko des betreffenden Finanzinstrument seit dem erstmaligen Ansatz deutlich erhöht hat. Wenn sich das Kreditrisiko der sonstigen Forderungen zum Abschlussstichtag verglichen mit dem erstmaligen Ansatz nicht wesentlich verändert hat, bemisst der Konzern die Wertberichtigung für das betreffende Finanzinstrument zu einem Betrag in Höhe des erwarteten Kreditverlusts für 12 Monate. Wertminderung derivativer finanzieller Vermögenswerte Derivative finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, und der Konzern untersucht, ob die Kreditwürdigkeit der Gegenpartei Anlass zu einer Wertminderung gibt. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts werden Anpassungen von Kredit- und Forderungsbewertungen berücksichtigt. 3.6 Einstufung als kurz- oder langfristig Ein Vermögenswert oder eine Schuld werden als kurzfristig eingestuft, wenn eine Verwertung (Begleichung) innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet wird. 3.7 Sachanlagen Ansatz und Bewertung Sachanlagen werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Abzug von kumulierter planmäßiger Abschreibung und kumuliertem Wertminderungsaufwand bewertet. Die ursprünglichen Anschaffungs- und Herstellungskosten eines Vermögenswerts umfassen seinen Kaufpreis oder die Baukosten, Kosten, die direkt der Inbetriebnahme des Vermögenswerts zuzuordnen sind, gegebenenfalls eine erste Schätzung etwaiger Entsorgungsverpflichtungen sowie bei qualifizierten Vermögenswerten auch Fremdkapitalkosten. Der Kaufpreis bzw. die Baukosten entsprechen dem gesamten gezahlten Betrag sowie dem beizulegenden Zeitwert etwaiger weiterer Vergütungen, die für den Erwerb oder Bau des Vermögenswerts entrichtet wurden. Die Kosten von Entsorgungsverpflichtungen für Vermögenswerte beinhalten die Kosten für Schließung, Abbau und Beseitigung der Vermögenswerte und für die Wiederherstellung des Standorts, an dem sie sich befinden, und der beeinträchtigten Flächen. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Gegenständen der Sachanlagen werden in der Gesamtergebnisrechnung in den sonstigen Erträgen und Aufwendungen erfasst. Der Buchwert von Sachanlagen wird auf Wertminderung überprüft, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hindeuten, der Buchwert möglicherweise nicht erzielbar ist. Anlagen im Bau werden als gesonderte Komponente der Sachanlagen aktiviert und nicht abgeschrieben. Nach Fertigstellung werden die Baukosten in die entsprechende Kategorie übertragen. Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten Nachträgliche Ausgaben werden nur aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass die mit den Ausgaben verbundenen künftigen wirtschaftlichen Vorteile dem Konzern zufließen werden. Ausgaben für regelmäßige größere Wartungen Die Konzernunternehmen erfassen im Buchwert eines Gegenstands der Sachanlagen die Grenzkosten für den Austausch dieses Gegenstands zum Zeitpunkt ihres Entstehens, wenn es wahrscheinlich ist, dass der mit dem Gegenstand verbundene zukünftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzernunternehmen zufließen wird, die entstandenen Kosten im Verhältnis um Vermögenswert erheblich sind und die Kosten des Gegenstands verlässlich geschätzt werden können. Entsprechend werden Ausgaben für größere Wartungen aktiviert und über den Zeitraum abgeschrieben, in dem der Nutzen voraussichtlich eintreten wird (in der Regel zwei bis drei Jahre). Alle anderen Ausgaben für Reparaturen und Wartung werden in dem Geschäftszeitraum, in dem die Kosten entstanden sind, als Aufwand in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Fremdkapitalkosten Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung qualifizierter Vermögenswerte zugeordnet werden können, d. h. Vermögenswerte, deren Vorbereitung auf die beabsichtigte Nutzung oder den Verkauf zwangsläufig einen erheblichen Zeitaufwand erfordert, werden anhand der Effektivzinsmethode berechnet und werden als Teil der Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert. Die Aktivierung dieser Fremdkapitalkosten endet, wenn die Vermögenswerte im Wesentlichen für die beabsichtigte Nutzung oder den Verkauf bereit sind. Anlageerträge aus der temporären Anlage bestimmter Fremdkapitalmittel, die noch nicht für qualifizierte Vermögenswerte ausgegeben wurden, werden von den aktivierten Fremdkapitalkosten abgezogen. Während des Neunmonatszeitraums wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden im Zeitraum ihres Entstehens als Aufwand erfasst. Fremdkapitalkosten sind Zinsen und weitere im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fremdkapital angefallene Kosten eines Unternehmens. Planmäßige Abschreibung Alle Gegenstände der Sachanlagen werden linear über die geschätzten Nutzungsdauern der einzelnen Komponenten oder auf der Basis von Produktionseinheiten abgeschrieben. Gegenstände der Sachanlagen werden ab dem Tag, an dem sie installiert und nutzungsbereit sind, oder bei intern errichteten Vermögensgegenständen ab dem Tag, an dem der Gegenstand fertiggestellt und betriebsbereit ist, planmäßig abgeschrieben. Bei Grundstücken und Anlagen im Bau erfolgt keine planmäßige Abschreibung. Die Nutzungsdauern entsprechen der kürzeren Frist aus Nutzungsdauer des Vermögenswerts und der verbleibenden Laufzeit des Betriebs, in dem der Vermögenswert genutzt wird. Die Amortisationssätze, Nutzungsdauern und Restwerte werden jährlich überprüft und vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen neu bewertet. Änderungen der geschätzten Restwerte oder Nutzungsdauern werden prospektiv in der Periode bilanziert, in der sie festgestellt wurden. Lineares Modell Die geschätzten Nutzungsdauern wichtiger Gegenstände der Sachanlagen stellen sich wie folgt dar:
Sofern Teile von Sachanlagen abweichende Nutzungsdauern haben, werden sie als gesonderte Sachanlagenposten bilanziert. Kritische Ersatzteile, die für bestimmte Anlagenteile erworben werden, werden aktiviert und auf derselben Grundlage wie die Anlage abgeschrieben, zu der sie gehören. 3.8 Immaterielle Vermögenswerte Gesondert erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Nach dem erstmaligen Ansatz werden immaterielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Amortisierung und kumulierten Wertminderungsaufwands bilanziert. Intern hergestellte immaterielle Vermögenswerte, mit Ausnahme aktivierter Entwicklungskosten, werden nicht aktiviert, und die Ausgaben werden in dem Jahr, in dem sie entstanden sind, erfolgswirksam erfasst. Bei den Nutzungsdauern immaterieller Vermögenswerte wird beurteilt, ob diese begrenzt oder unbegrenzt sind. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer planmäßig amortisiert und auf Wertminderung geprüft, wenn Anzeichen für eine mögliche Wertminderung des immateriellen Vermögenswerts vorliegen. Die Amortisationssätze, Nutzungsdauern und Restwerte werden jährlich überprüft und vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen neu bewertet. Änderungen der geschätzten Restwerte oder Nutzungsdauern werden prospektiv in der Periode bilanziert, in der sie festgestellt wurden. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte werden in der Gesamtergebnisrechnung in den sonstigen Erträgen und Aufwendungen erfasst. Geschäfts- oder Firmenwert Geschäfts- oder Firmenwert entspricht dem Überschuss des Kaufpreises gegenüber dem Wert, der dem Anteil des Konzerns an den identifizierbaren erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden derjenigen Geschäftsbereiche zugewiesen wurde, die direkt den zum Konzern gehörenden Einheiten zugeordnet werden konnten. Übersteigt der beizulegende Zeitwert der erworbenen Nettovermögenswerte das gezahlte Gesamtentgelt, wird der Gewinn erfolgswirksam erfasst, nachdem geprüft wurde, ob der Erwerb gemäß IFRS 3 bilanziert wurde. Der Geschäfts- oder Firmenwert von Unternehmen, die als Tochterunternehmen eingestuft werden, wird unter "Geschäfts- oder Firmenwert" ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb von Unternehmen, die als assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen einzustufen sind, wird unter "At-Equity konsolidierte Beteiligungsunternehmen" erfasst. Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb von Tochterunternehmen wird zur Durchführung von Werthaltigkeitstests (Gruppen von) zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugewiesen. Die Zuweisung erfolgt zu denjenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder der Gruppe von Einheiten, die auf der Grundlage von Erfahrungswerten voraussichtlich von dem Unternehmenszusammenschluss profitieren werden, auf den der Geschäfts- oder Firmenwert zurückzuführen ist. Der Erstansatz von Geschäfts- oder Firmenwert erfolgt mit den Anschaffungskosten. Nach dem Erstansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich etwaigen Wertminderungsaufwands bewertet. Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich auf Wertminderung geprüft; ein Wertminderungsaufwand wird für den Betrag erfasst, um den der Wertansatz der zahlungsmittelgenerierenden Einheit deren erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit entspricht dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten einerseits und Nutzungswert andererseits. Es wird keine Wertaufholung für Wertminderungsaufwand auf Geschäfts- und Firmenwert angesetzt. Gewinne oder Verluste aus der Veräußerung eines Rechtssubjekts enthalten den Wertansatz des mit dem verkauften Rechtssubjekt verbundenen Geschäfts- oder Firmenwerts. Alle anderen Ausgaben für intern generierten Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens im Gewinn oder Verlust erfasst. Sonstige immaterielle Vermögenswerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer (Lizenzen, Software oder andere Rechte, die gesondert oder durch Unternehmenszusammenschlüsse erworben werden) werden ab dem Tag, an dem sie zur Nutzung zur Verfügung stehen, unter Berücksichtigung von etwaigem Restwert und Wertminderungsaufwand über ihre geschätzte Nutzungsdauer amortisiert. Die Amortisationsmethoden, Nutzungsdauern und Restwerte werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Nutzungsdauern sonstiger immaterieller Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:
3.9 Leasingverhältnisse (Bilanzierung als Leasingnehmer) Zu Beginn eines Vertrags beurteilt der Konzern, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Ein Vertrag begründet oder beinhaltet ein Leasingverhältnis, wenn er dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Um zu beurteilen, ob ein Vertrag das Recht zur Kontrolle eines identifizierten Vermögenswerts begründet oder beinhaltet, beurteilt der Konzern, ob:
Diese Grundsätze kommen auf alle Leasingverhältnisse mit Ausnahme kurzfristiger Leasingverhältnisse (Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten) und Leasingverhältnisse für geringwertige Wirtschaftsgüter (Leasingverhältnisse, deren zugrunde liegender Wert weniger als 5.000 EUR beträgt) zur Anwendung. Wenn ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder enthält, bilanziert der Konzern Leasingkomponenten nur dann getrennt von Nichtleasingkomponenten, wenn sie im Vertrag deutlich und zuverlässig abgegrenzt wurden. Für alle Leasingverhältnisse erfasst der Konzern ein Nutzungsrecht und eine entsprechende Verbindlichkeit ab dem Tag, ab dem der geleaste Vermögenswert zur Nutzung zur Verfügung steht. Der erstmalige Ansatz von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus einem Leasingverhältnis erfolgt nach dem Barwertprinzip. Die Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt. Lässt sich dieser Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmen, ist der Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers heranzuziehen. Der Grenzfremdkapitalzinssatz ist der Zinssatz, den ein Leasingnehmer zahlen müsste, wenn er für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit die Mittel aufnehmen würde, die er in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld für einen Vermögenswert mit einem dem Nutzungsrecht vergleichbaren Wert benötigen würde. Der Grenzfremdkapitalzinssatz wird anhand in der jüngeren Vergangenheit erhaltener Fremdfinanzierungen ermittelt, bereinigt um Änderungen der Finanzierungsbedingungen seit Erhalt der Fremdfinanzierung und um spezifische Bedingungen für Leasingverhältnisse. Bei der Ermittlung der Laufzeit des Leasingverhältnisses berücksichtigt die Geschäftsführung alle Fakten und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung einer Verlängerungsoption oder zum Verzicht auf eine Kündigungsoption darstellen. Verlängerungsoptionen (oder Zeiträume nach Kündigungsoptionen) werden nur in die Laufzeit des Leasingverhältnisses einbezogen, wenn hinreichend sicher ist, dass das Leasingverhältnis verlängert (bzw. nicht gekündigt) wird. Leasingzahlungen, die in die Bemessung der Leasingverbindlichkeit einbezogen werden, umfassen Folgendes:
Der erstmalige Ansatz des Nutzungsrechts erfolgt zu Anschaffungskosten, was den anfänglichen Betrag der Leasingverbindlichkeit umfasst, bereinigt um Leasingzahlungen am oder vor dem Bereitstellungsdatum, etwaige anfängliche direkte Kosten sowie eine Schätzung der Kosten für die Demontage und Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswerts oder für die Wiederherstellung des zugrunde liegenden Vermögenswerts oder des Standorts, an dem er sich befindet, abzüglich gegebenenfalls vereinnahmter Leasinganreize. Nach dem erstmaligen Ansatz erfolgt die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit zu fortgeführten Anschaffungskosten anhand der Effektivzinsmethode, und das Nutzungsrecht wird linear vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende der Nutzungsdauer des Nutzungsrechts oder bis zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben, je nachdem, was früher eintritt. Eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt, wenn:
Die Leasingverbindlichkeit wird mit einer entsprechenden Anpassung des Nutzungsrechts neu bewertet oder in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, wenn der Buchwert des Nutzungsrechts auf Null gesunken ist. 3.10 Vorräte Der Konzern verfügt über die folgenden Kategorien von Vorräten:
Vorräte an "Rohstoffen und Verbrauchsmaterialien" sowie "Fertigerzeugnissen und Zwischenprodukten" werden zum niedrigeren Wert von Herstellungs- oder Anschaffungskosten einerseits und Nettoveräußerungswert andererseits bewertet. Die Vorräte werden nach dem First-in-First-out-Verfahren bewertet, die Kosten werden auf der Grundlage der im Produktionsprozess physisch verbrauchten Vorratsmengen ermittelt und umfassen direkte Anschaffungskosten, Transportkosten, Herstellungskosten sowie einen angemessenen Anteil an den festen und Gemeinkosten (darunter planmäßige Abschreibungen und Amortisierungen). Die Herstellungskosten für Zwischenprodukte und Fertigerzeugnisse beruhen auf den tatsächlichen Kosten, die in den einzelnen Phasen des Herstellungsprozesses entstehen. 3.11 Wertminderung nichtfinanzieller Vermögenswerte Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer unterliegen planmäßiger Abschreibung und Amortisation und werden zu jedem Abschlussstichtag auf Anzeichen einer Wertminderung überprüft. Sind derartige Anzeichen vorhanden, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts geschätzt. Ein Wertminderungsaufwand wird für den Betrag erfasst, um den der Buchwert des Vermögenswerts den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag entspricht dem beizulegenden Zeitwert eines Vermögenswerts abzüglich des höheren Werts von Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert entspricht dem Barwert der künftigen Zahlungsströme, die von einem Vermögenswert oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit durch die weitere Nutzung erwartet werden. Zur Beurteilung der Wertminderung werden Vermögenswerte anhand der niedrigsten Ebene gruppiert, für die es separat identifizierbare Zahlungsströme (zahlungsmittelgenerierende Einheiten, ZGE) gibt. Wertminderungsaufwand wird in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Wertgeminderte nichtfinanzielle Vermögenswerte werden periodisch geprüft um festzustellen, ob der erzielbare Betrag gestiegen ist und die Wertminderung (teilweise) aufgehoben werden muss. Ein Wertminderungsaufwand wird nur insoweit aufgehoben, dass der Buchwert des Vermögenswertes den Buchwert nicht übersteigt, der nach planmäßiger Abschreibung und Amortisation ohne Ansatz eines Wertminderungsaufwands ermittelt worden wäre. Die Aufhebung von Wertminderungen ist nur zulässig, wenn in einer Folgeperiode nach Erfassung eines Wertminderungsaufwands der Betrag des Wertminderungsaufwands sinkt und der Rückgang objektiv auf ein Ereignis nach Erfassung des Wertminderungsaufwands zurückgeführt werden kann. 3.12 Leistungen an Arbeitnehmer Kurzfristig fällige Leistungen Verbindlichkeiten für Löhne und Gehälter, darunter nicht-monetäre Leistungen und Jahresurlaub, werden im Zusammenhang mit Arbeitnehmerleistungen bis zum Abschlussstichtag erfasst. Die Berechnung erfolgt als nicht abgezinste Beträge auf der Grundlage der Lohn- und Gehaltssätze, die das Unternehmen zum Abschlussstichtag voraussichtlich zahlen wird, einschließlich damit verbundener Kosten wie beispielsweise Lohnsteuer. Sonstige Pläne für langfristige Leistungen an Arbeitnehmer Eine Verbindlichkeit für langfristige Leistungen an Arbeitnehmer wird in den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer erfasst und als Barwert der voraussichtlichen künftigen Zahlungen gemessen, die für die von den Arbeitnehmern bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen entrichtet werden. Dabei werden voraussichtliche künftige Lohn- und Gehaltsniveaus einschließlich zugehöriger Kosten, Erfahrungswerte zum Ausscheiden von Arbeitnehmern und zur Dauer der Betriebszugehörigkeit berücksichtigt. Die voraussichtlichen künftigen Zahlungen werden zum Abschlussstichtag anhand von Marktrenditen auf hochwertige inländische Unternehmensanleihen abgezinst, deren Laufzeit bis Fälligkeit und deren Währung den geschätzten künftigen Zahlungsströmen entsprechen. Beitragsorientierte Versorgungspläne Zahlungen an beitragsorientierte Altersversorgungspläne werden als Aufwand erfasst, wenn Arbeitnehmer Leistungen erbracht haben, aufgrund derer sie ein Recht auf die Beiträge erworben haben. Leistungsorientierte Versorgungspläne Der Konzern erfasst in der Bilanz eine Nettoschuld für leistungsorientierte Versorgungspläne. Die Nettoschuld wird zum Barwert der definierten Leistungsverpflichtung zum Bilanzstichtag bewertet, abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des im Besitz der Pläne befindlichen Planvermögens, und entspricht dem tatsächlichen Defizit oder Überschuss der leistungsorientierten Versorgungspläne des Konzerns. Ein Überschuss aus dieser Berechnung ist auf den Barwert des wirtschaftlichen Nutzens beschränkt, der in Form von Erstattungen aus den Plänen oder Senkungen der künftigen Beiträge zu den Plänen zur Verfügung steht ("Vermögensobergrenze"). Der Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen beruht auf den voraussichtlichen künftigen Zahlungen, die sich aus der Mitgliedschaft in dem Fonds zum Bilanzstichtag ergeben. Diese Verpflichtung wird jährlich von unabhängigen Versicherungsmathematikern nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Verfahren laufender Einmalprämien) berechnet. Die voraussichtlichen künftigen Zahlungen werden zum Bilanzstichtag anhand von Marktrenditen auf hochwertige Unternehmensanleihen abgezinst, deren Laufzeit bis Fälligkeit und deren Währung den geschätzten künftigen Zahlungsströmen entsprechen. Künftige Steuern, die vom Unternehmen finanziert werden und Teil der Rückstellung für die definierte Leistungsverpflichtung sind, werden bei der Bemessung des Nettovermögenswerts bzw. der Nettoschuld berücksichtigt. Die Kosten aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden in drei Kategorien unterteilt:
Der Konzern weist die erste Komponente der Kosten aus leistungsorientierten Versorgungsplänen unter "Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer" (siehe Anhangangabe 7.1: Aufwendungen nach Aufwandsarten) und die zweite Komponente im Posten "Finanzierungsaufwendungen" in seiner Gesamtergebnisrechnung aus. Gewinne und Verluste aus Kürzungen werden als nachzuverrechnender Dienstaufwand bilanziert. Die Neubewertung umfasst versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus den definierten Leistungsverpflichtungen, (gegebenenfalls) den Effekt der Vermögensobergrenze sowie die Rendite auf das Planvermögen (ohne Zinserträge). Diese werden unmittelbar im Zeitraum ihres Entstehens in der Bilanz mit einer Belastung oder einem Guthaben im sonstigen Ergebnis erfasst. Im sonstigen Ergebnis erfasste Neubewertungen werden nicht umgegliedert. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge können innerhalb des Eigenkapitals umgegliedert werden. Nachzuverrechnender Dienstaufwand wird im Zeitraum der Planänderung sofort im Gewinn oder Verlust erfasst und nicht mehr abgegrenzt. Die Nettoverzinsung wird berechnet, indem der Abzinsungssatz auf die Schuld oder den Vermögenswert aus leistungsorientierten Versorgungsplänen angewendet wird. 3.13 Rückstellungen Der Konzern erfasst Rückstellungen für Schulden mit ungewissem Zeitpunkt oder Betrag der Abflüsse, die zum Bilanzstichtag entstanden sind und zuverlässig geschätzt werden können. Eine Rückstellung wird erfasst, wenn (i) der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung (gesetzlicher oder faktischer Natur) im Ergebnis eines Ereignisses in der Vergangenheit hat, (ii) es wahrscheinlich ist, dass ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen erforderlich wird, um die Verpflichtung zu erfüllen, und (iii) die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann. Rückstellung für Wiederherstellung, Sanierung und Entsorgung Für geschätzte Schließungs-, Wiederherstellungs- und Umweltsanierungskosten werden Rückstellungen erfasst. Diese Kosten umfassen die Demontage und den Abriss von Infrastruktur, die Beseitigung von Restmaterialien und die Sanierung beeinträchtigter Flächen. Die Kosten beruhen auf den geschätzten künftigen Zahlungsströmen, bereinigt um das Risiko bezüglich der ungewissen Höhe und Fälligkeit der Zahlungsströme, wobei die zum jeweiligen Bilanzstichtag verfügbaren Informationen genutzt werden. Die Rückstellung wird mit einem aktuellen, marktbasierten Vorsteuer-Abzinsungssatz abgezinst, der einen risikofreien Zins für den Standort der Rückstellung und einen spezifischen Bonitätsaufschlag für die Schuld beinhaltet (Anhangangabe 24). Die Abwicklung der Diskontierung wird als Zinsaufwand erfasst. Wenn die Rückstellung gebildet wird, wird ein zugehöriger Vermögenswert erfasst, sofern er einen künftigen Nutzen begründet, und über die Lebensdauer der künftigen Produktion des Betriebs, auf den er sich bezieht, abgeschrieben (siehe Anhangangabe 3.7). Die Rückstellung wird jährlich auf Änderungen von Kosten, Gesetzgebung, Abzinsungssätzen oder sonstige Änderungen geprüft, die Auswirkungen auf die geschätzten Kosten oder Nutzungsdauern des Betriebs haben. Der Buchwert des zugehörigen Vermögenswerts (oder Änderungen der Gesamtergebnisrechnung, wenn kein zugehöriger Vermögenswert existiert) wird um Änderungen der Rückstellungen aufgrund von Änderungen der geschätzten Zahlungsströme oder des Abzinsungssatzes bereinigt. Der bereinigte Buchwert des Vermögenswerts wird prospektiv planmäßig abgeschrieben. Sonstige Rückstellungen Sonstige Rückstellungen beziehen sich auf Ansprüche, Streitigkeiten und Rechtsverfahren, in die der Konzern verwickelt ist. Rückstellungen für Ansprüche, Streitigkeiten und Rechtsverfahren werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der Konzern in einem Verfahren haftbar gemacht wird, in Höhe des geschätzten Betrags, zu dem die Schuld beglichen werden kann. Wenn der Betrag, für den die Schuld beglichen werden kann, nicht zuverlässig geschätzt werden kann, werden der Anspruch, die Streitigkeit bzw. das Rechtsverfahren offengelegt, sofern davon auszugehen ist, dass sie von wesentlicher Bedeutung sein werden. 3.14 Erfassung der Erlöse Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn der Konzern die Leistungsverpflichtung erfüllt, das heißt sobald die Verfügungsgewalt über die Güter und/oder Dienstleistungen vom Konzern auf den Kunden übergegangen ist. Erlöse werden anhand der Gegenleistung bemessen, die im Vertrag mit dem Kunden festgelegt ist. Hiervon ausgenommen sind Beträge, die im Namen Dritter eingezogen werden. Erlöse aus dem Verkauf von Gütern werden in der Regel zu dem Zeitpunkt erfasst, an dem die Verfügungsgewalt über die Güter auf den Kunden übergeht. Der Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt hängt von den vereinbarten Verkaufs- und Versandbedingungen (vor allem DAP und CIP) ab. Die Hauptleistungsverpflichtung des Konzerns besteht in der Übertragung von Waren an seine Kunden, wodurch der Käufer die Verfügungsgewalt erlangt, indem er die Fähigkeit erhält, über die Nutzung des Vermögenswerts zu bestimmen und im Wesentlichen den gesamten Nutzen aus dem Vermögenswert zu ziehen. Sollte festgestellt werden, dass die Verfügungsgewalt nicht übertragen wurde oder der Käufer nicht die Möglichkeit hat, wesentliche Vorteile aus dem Eigentum des Vermögenswerts zu ziehen, wird kein Erlös erfasst, und erhaltene Gelder werden als Finanzierungsvereinbarung bilanziert. Finanzierungskomponenten Der Konzern macht von der Möglichkeit Gebrauch, aus praktischen Gründen die Finanzierungskomponente bei Verträgen außer Acht zu lassen, bei denen die Zeitspanne zwischen der Übertragung und der Bezahlung ein Jahr oder weniger beträgt. Da der Konzern keine Verträge abgeschlossen hat, bei denen die Zeitspanne zwischen der Übertragung der zugesagten Güter oder Dienstleistung an den Kunden und der Bezahlung durch den Kunden ein Jahr überschreitet, erfolgt keine Anpassung der Transaktionspreise um den Zeitwert des Geldes. 3.15 Finanzerträge und -aufwendungen Finanzerträge beinhalten in erster Linie Zinserträge aus angelegten Mitteln (darunter auf erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte). Zinserträge werden zum Zeitpunkt des Auflaufens mit der Effektivzinsmethode in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Finanzierungsaufwendungen beinhalten in erster Linie:
Finanzierungsaufwendungen, die für den Bau eines qualifizierten Vermögenswerts entstehen, werden in dem Zeitraum aktiviert, der für die Fertigstellung und Vorbereitung des Vermögenswerts auf seine beabsichtigte Nutzung oder seinen Verkauf erforderlich ist. 3.16 Unternehmenssteuern Der Ertragsteueraufwand umfasst tatsächliche und latente Steuern. Tatsächliche und latente Steuern werden in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, soweit sie nicht im Zusammenhang mit einem Unternehmenszusammenschluss oder mit Posten stehen, die direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Tatsächliche Ertragsteuer Die tatsächliche Ertragsteuer entspricht der erwarteten Steuerverbindlichkeit bzw. Steuerforderung auf den zu versteuernden Jahresgewinn bzw. -verlust unter Verwendung der Steuersätze, die zum Bilanzstichtag gelten oder angekündigt sind, sowie allen Anpassungen um Steuerverbindlichkeiten oder -forderungen für die Vorjahre. Latente Steuer Latente Steuern werden in Bezug auf temporäre Differenzen zwischen den zu Rechnungslegungszwecken verwendeten Buchwerten von Vermögenswerten und Schulden und den für Besteuerungszwecke verwendeten Beträgen erfasst. Die Bewertung latenter Steuern berücksichtigt die steuerlichen Konsequenzen, die daraus resultieren, in welcher Art und Weise der Konzern zum Abschlussstichtag erwartet, den Buchwert seiner Vermögenswerte zu realisieren oder seiner Schulden zu erfüllen. Latente Steuern werden anhand der Steuersätze bewertet, die voraussichtlich bei Auflösung auf die temporären Unterschiede angewendet werden. Dabei werden die Steuersätze verwendet, die zum Abschlussstichtag gültig oder angekündigt sind. Latente Steueransprüche und -schulden werden saldiert, wenn ein Rechtsanspruch auf die Saldierung tatsächlicher Steuerschulden und -ansprüche besteht und sie sich auf Steuern beziehen, die durch dieselbe Steuerbehörde und entweder für dasselbe Steuersubjekt oder aber für unterschiedliche Steuersubjekte erhoben werden, die jedoch beabsichtigen, tatsächliche Steuerschulden und -ansprüche auf Nettobasis auszugleichen oder gleichzeitig mit der Realisierung der Ansprüche die Verpflichtungen abzulösen. Latente Steueransprüche werden für noch nicht genutzte steuerliche Verluste, Steuergutschriften und abzugsfähige temporäre Differenzen in dem Maße erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass künftige zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, gegen die sie verwendet werden können. Latente Steueransprüche werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Maße gemindert, wie es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der zugehörige Steuervorteil realisiert werden kann. Steuerliche Risiken Bei der Ermittlung der Höhe der tatsächlichen und latenten Steuer berücksichtigt der Konzern die Auswirkungen unsicherer Steuerpositionen sowie die Frage, ob zusätzliche Steuern und Zinsen fällig werden könnten. Der Konzern ist der Ansicht, dass seine Abgrenzungsposten für die Steuerschuld aufgrund der von ihm vorgenommenen Beurteilung zahlreicher Faktoren wie Interpretationen des Steuerrechts und Erfahrungen aus der Vergangenheit für alle offenen Steuerjahre angemessen sind. Diese Beurteilung beruht auf Schätzungen und Annahmen und kann eine Reihe von Ermessensentscheidungen in Bezug auf künftige Ereignisse beinhalten. Es können neue Informationen verfügbar werden, die den Konzern veranlassen, seine Ermessensentscheidungen zur Angemessenheit der bestehenden Steuerschuld anzupassen; und eine solche Änderung der Steuerschuld wirkt sich auf den Steueraufwand in dem Zeitraum aus, in dem die entsprechende Entscheidung getroffen wird. 3.17 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barguthaben und Sichteinlagen mit einer ursprünglichen Fälligkeit von weniger als drei Monaten ab Erwerbszeitpunkt (ursprüngliche Fälligkeit), bei denen ein unwesentliches Risiko von Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts besteht und die vom Konzern verwendet werden, um seinen kurzfristigen Verpflichtungen nachzukommen. Kontokorrentkredite sind auf Anforderung rückzahlbar und werden in den kurzfristigen Schulden in der Konzernbilanz unter Fremdkapitalaufnahmen ausgewiesen. Für die Zwecke der Konzernbilanz und der Konzern-Kapitalflussrechnung beinhalten Zahlungsmittel Barmittel und Sichteinlagen, die ohne Weiteres in Barmittel umgewandelt werden können, einem unwesentlichen Risiko von Wertänderungen unterliegen und zu ihren Nennwerten ausgewiesen werden. 3.18 Konzern-Kapitalflussrechnung Die Konzern-Kapitalflussrechnung wurde mit der "indirekten" Methode erstellt, bei der der Gewinn oder Verlust um die Auswirkungen nicht zahlungswirksamer Transaktionen, um Abgrenzungen vergangener oder künftiger betrieblicher Zahlungseingänge oder -ausgänge sowie um Ertrags- oder Aufwandsposten im Zusammenhang mit Investitions- oder Finanzierungskapitalflüssen bereinigt wird. Zahlungsströme in Fremdwährungen wurden unter Verwendung von Durchschnittskursen umgerechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen bei Barmitteln werden in der Konzern-Kapitalflussrechnung gesondert ausgewiesen. Die Cashflows aus Investitionstätigkeit bestehen zum Großteil aus Investitionen in und Desinvestitionen von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Übernahmen, sofern diese mit Barmitteln bezahlt werden. Erwerbe oder Veräußerungen von Tochterunternehmen werden abzüglich erhaltener Zahlungsmittel ausgewiesen. 3.19 Neue Rechnungslegungsstandards Das IASB veröffentlicht regelmäßig neue Rechnungslegungsstandards sowie Änderungen und Überarbeitungen bestehender Standards und Interpretationen. Diese neuen Rechnungslegungsstandards sowie Änderungen und Überarbeitungen bestehender Standards und Interpretationen bedürfen der Freigabe durch die Europäische Union. Die folgenden Änderungen von Standards wurden vom IASB veröffentlicht und von der EU gebilligt, gelten aber noch nicht für Envalior:
Noch nicht in Kraft getretene IFRS-Standards und zugehörige Interpretationen, die möglicherweise auf künftige Konzernabschlüsse anwendbar sind, werden auf ihre potenziellen Auswirkungen beurteilt. Gegenwärtig liegen keine noch nicht in Kraft getretenen Standards und Interpretationen vor, die wesentliche Auswirkungen auf den Konzern haben würden. Die folgenden Standards gelten neu für Envalior:
Die neuen Rechnungslegungsstandards, Änderungen und Überarbeitungen bestehender Standards und Interpretationen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von Envalior. 4. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung 4.1 Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen Bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden des Konzerns hat die Geschäftsführung folgende Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen mit den wichtigsten Auswirkungen auf die im Konzernabschluss erfassten Beträge vorgenommen: Die wichtigsten Annahmen bezüglich der Zukunft und anderer wesentlicher Quellen von Schätzunsicherheiten zum Abschlussstichtag, mit denen ein signifikantes Risiko einer wesentlichen Korrektur der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr verbunden ist, sind nachfolgend beschrieben. Ermessensentscheidungen Unternehmenszusammenschluss - Einheitlicher Geschäftsvorfall Der Geschäftsbereich HPM wurde von LANXESS in die Envalior GmbH eingebracht, und der Geschäftsbereich DEM wurde von der Envalior GmbH erworben. Aus buchhalterischer Sicht wurde darauf abgestellt, dass die Einbringung und der Erwerb der beiden Geschäftsbereiche zum gleichen Datum (1. April 2023) erfolgt sind, weil es sich dabei nach dem Ermessen der Geschäftsleitung um einen einheitlichen Geschäftsvorfall handelte, als Advent ihre Mehrheitsbeteiligung an der Envalior GmbH erwarb. Siehe auch Anhangangabe 2.2. Schätzungen und Annahmen Kaufpreisallokation Die Geschäftsleitung hat in der vorläufigen Kaufpreisallokation Schätzungen und Annahmen bezüglich der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der übertragenen Gegenleistung sowie der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden vorgenommen. Für den bei der Kaufpreisallokation ermittelten Geschäfts- oder Firmenwert und die Zuordnung der immateriellen Vermögenswerte zu den (Gruppen von) zahlungsmittelgenerierenden Einheiten von Envalior hat die Geschäftsführung Marktdaten und Prognosemodelle verwendet, um den Geschäfts- oder Firmenwert sowie die immateriellen Vermögenswerte den (Gruppen von) zahlungsgenerierenden Einheiten zuzuordnen, die voraussichtlich davon profitieren werden. Aufwendungen für langfristige Leistungen an Arbeitnehmer Die Bilanzierung langfristiger Leistungen an Arbeitnehmer (leistungsorientierte Versorgungspläne, Jubiläumsrückstellungen und Vorruhestandsregelungen) erfordern von der Geschäftsführung Annahmen zu mehreren zur Bemessung verwendeten Variablen bezüglich der künftigen Sterblichkeit, Inflation, Zinssätze etc. In diesem Zusammenhang wird auf die Annahmen- und Sensitivitätsanalyse in Anhangangabe 25 verwiesen. Der Konzern beauftragt einen Versicherungsmathematiker mit der Prüfung der Belastbarkeit dieser Annahmen. Diese Annahmen werden wesentliche Auswirkungen auf die Bemessung dieser Leistungen haben. Die langfristigen Leistungen an Arbeitnehmer werden mithilfe des Anwartschaftsbarwertverfahrens berechnet. Diese Berechnungen machen Annahmen durch die Geschäftsführung hinsichtlich der Laufzeit der angebotenen Pläne, der Lebenserwartung, der Inflation, des Abzinsungssatzes und anderer Eingangsgrößen erforderlich. Änderungen dieser Variablen könnten zu einem deutlich abweichenden Ergebnis führen. Bei leistungsorientierten Plänen werden diese Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis erfasst, während sie bei "anderen langfristigen Leistungen an Arbeitnehmer" in der Gesamtergebnisrechnung erfasst werden. Siehe auch Anhangangabe 25. Beizulegender Zeitwert Der Konzern stützt sich bei der Bilanzierung seiner Finanzinstrumente für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts auf Schätzungen und Ermessensentscheidungen (siehe Anhangangabe 5.6). Die Bemessungen des beizulegenden Zeitwerts sind Schätzungen anhand der Beträge, für die die Vermögenswerte und Schulden am Tag des jeweiligen Geschäftsvorfalls oder zum Ende des Berichtszeitraums getauscht werden könnten, und entsprechen daher nicht zwangsläufig den wahrscheinlichen Zahlungsströmen bei tatsächlichen Abrechnungen. Ist eine Ableitung von Bemessungen des beizulegenden Zeitwerts aus öffentlich verfügbaren Informationen nicht möglich, werden sie anhand von Modellen und anderen Bewertungsmethoden geschätzt. Soweit möglich, berücksichtigen die verwendeten Annahmen und Inputfaktoren extern überprüfbare Inputfaktoren. Diese Informationen sind jedoch von Natur aus mit Unsicherheiten behaftet, insbesondere, wenn kaum marktbasierte Transaktionen vorhanden sind. Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwert und langfristigen Vermögenswerten Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und andere finanzielle Vermögenswerte, Forderungen, Sachanlagen sowie Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte werden auf Wertminderung geprüft, wenn es aufgrund von Ereignissen oder veränderten Umständen Anzeichen gibt, dass der Buchwert nicht vollständig erzielbar ist. Im Falle von Geschäfts- oder Firmenwert erfolgt diese Prüfung mindestens einmal jährlich. Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts niedriger als sein Buchwert, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Darlehen und Forderungen werden auf der Grundlage ihrer Einbringlichkeit bewertet. Schätzungen künftiger Zahlungsströme, die zur Berechnung des beizulegenden Zeitwerts oder des Nutzungswerts eines Vermögenswerts herangezogen werden, basieren auf Erwartungen bezüglich des künftigen Betriebs, die vor allem Schätzungen von Produktions- und Absatzmengen, Rohstoffpreisen, Betriebs-, Sanierungs- und Wiederherstellungskosten sowie Zugängen zu den langfristigen Vermögenswerten beinhalten. Der Konzern nimmt zudem Schätzungen in Bezug auf die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten ("WACC") vor, um diese künftigen Zahlungsströme abzuzinsen. Änderungen dieser Schätzungen könnten sich auf die erzielbaren Beträge dieser Vermögenswerte auswirken. Siehe auch Anhangangaben 14 und 15. Steuern Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem diese Vermögenswerte als erzielbar eingeschätzt werden. Dies beinhaltet eine Einschätzung, wann diese latenten Steueransprüche wahrscheinlich aufgelöst werden, und eine Ermessensentscheidung, ob ausreichend steuerpflichtige Gewinne zur Saldierung der Steueransprüche verfügbar sein werden, wenn deren Auflösung eintritt. Diese Ermessensentscheidungen sind mit Risiken und Unsicherheit behaftet. Daher kann es in dem Maße, wie sich die Annahmen bezüglich der Rentabilität in der Zukunft ändern, in dem Zeitraum, in dem diese Änderung erfolgt, zu einem Anstieg oder Rückgang der in der Gesamtergebnisrechnung erfassten Beträge kommen. Siehe auch Anhangangabe 11. Umwelt- und Rückbauverpflichtungen Für geschätzte Schließungs-, Wiederherstellungs- und Umweltsanierungskosten wird eine Rückstellung erfasst. Diese Kosten beinhalten die Beseitigung von kontaminiertem Boden sowie die Entfernung von beim Bau von Werken und Gebäuden verwendetem Asbest. Sie beruhen auf einer Schätzung der künftigen Kosten anhand von Informationen, die zum jeweiligen Bilanzstichtag verfügbar sind. Die Rückstellung wird mit einem aktuellen, marktbasierten Vorsteuer-Abzinsungssatz abgezinst, und die Diskontierung wird als Zinsaufwand erfasst. Die Berechnung dieser Rückstellungsschätzungen erfordert Annahmen wie die Anwendung von Umweltgesetzen, Termine von Werksschließungen, verfügbare Technologien und Schätzungen technischer Kosten. Eine Änderung einer der getroffenen Annahmen kann wesentliche Auswirkungen auf den Buchwert der Wiederherstellungsrückstellung haben. Siehe auch Anhangangabe 24. 5. Finanzrisikomanagement 5.1 Rahmen für das Risikomanagement Das umsichtige Management dieser Risiken bildet einen integralen Bestandteil des Konzerngeschäfts. Der Konzern wendet für das Management der unterschiedlichen Risiken einerseits interne Verfahren wie strenge Kontrollmechanismen und -richtlinien an und nutzt andererseits ausgewählte externe Ressourcen, wie z. B. die Derivat-, Versicherungs- und Bankenmärkte, um alle Risikopositionen und -engagements gesamthaft zu verwalten. Der Großteil der mit den Geschäften des Konzerns verbundenen Risiken wird in der Regel aktiv gesteuert und soweit relevant ausgeschaltet. Der Konzern ist unter anderem dem Kreditrisiko, dem Liquiditätsrisiko und dem Marktrisiko - d. h. Schwankungen von Zinsen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen - ausgesetzt, die sich aus zugrunde liegenden geschäftlichen und externen Finanzierungstransaktionen ergeben. Diese Risiken resultieren aus dem normalen Geschäftsverkehr und werden in relevanten Fällen auf Konzernebene gesteuert. In dieser Anhangangabe werden die vom Konzern in den oben genannten Risikokategorien eingegangenen Risiken, sowie seine Zielsetzungen, Richtlinien und Methoden zur Risikomessung und -steuerung näher erläutert. 5.2 Marktrisiko Der Konzern ist durch seine Geschäftstätigkeit vor allem dem Finanzmarktrisiko, d.h. dem Risiko einer Änderung der Zinsen, Wechselkurse und Rohstoffpreise ausgesetzt. Das Management des Marktrisikos zielt darauf ab, das Marktrisiko innerhalb akzeptabler Parameter zu steuern und zu kontrollieren. Zinsrisiko Die Zinsrisiken für die Zahlungsströme des Konzerns sind auf das Risiko von Schwankungen künftiger Zahlungsströme variabel verzinslicher Finanzinstrumente (Darlehen und sonstige Fremdkapitalaufnahmen) zurückzuführen, deren Verzinsung auf dem Euribor/SOFR beruht. Der Konzern überwacht sein Exposure gegenüber dem globalen Zinsumfeld regelmäßig. Der Konzern steuert sein Risiko, indem er Zinscaps abschließt (siehe Anhangangabe 5.4), um sein Risiko infolge von Zinserhöhungen zu begrenzen. Angaben zu Verzinsung und Tilgungsfristen der Darlehen des Konzerns sind in Anhangangabe 22 aufgeführt. Die nachstehende Tabelle zeigt die Sensitivität gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderung der Zinssätze für den betroffenen Anteil der Darlehen und sonstigen Fremdkapitalaufnahmen, vor Berücksichtigung der Auswirkungen der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften.
Fremdwährungsrisiko Unter dem Fremdwährungsrisiko ist das Risiko von Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts oder zukünftiger Zahlungsströme eines Engagements infolge von Veränderungen der Wechselkurse zu verstehen. Das Risiko aufgrund von Wechselkursschwankungen steht hauptsächlich im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft des Konzerns (wenn Umsatzerlöse oder Aufwendungen auf eine Fremdwährung lauten) und mit den Nettoinvestitionen des Konzerns in ausländische Tochterunternehmen. Wechselkursschwankungen zwischen verschiedenen Währungen, wie beispielsweise dem US-Dollar, Euro, chinesischen Yuan, japanischen Yen und der indischen Rupie beeinflussen die Vermögenswerte, Ergebnisse und Zahlungsströme des Konzerns. Der Konzern verwendet den Euro als Berichtswährung, doch seine Betriebskosten fallen vor allem in US-Dollar, Euro, chinesischen Yuan und indischer Rupie an. Daher können Wechselkursschwankungen zwischen dem Euro und den Währungen, in denen die Kosten des Konzerns anfallen, seine Rentabilität und Vermögenslage beeinträchtigen. Ein zusätzliches Währungsrisiko besteht, da der Konzern in unterschiedlichen Regionen produziert und verkauft. Um den Einfluss der Währungsumrechnung seiner in US-Dollar getätigten Geschäfte zu mindern, sichert der Konzern seine Nettoinvestitionen mittels seiner auf US-Dollar lautenden Darlehen und sonstigen Fremdkapitalaufnahmen ab (siehe Anhangangabe 5.5). Zudem schließt er kurzfristige Absicherungsgeschäfte ab, um das mit seinen Transaktionen verbundene Fremdwährungsrisiko (aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten und bestimmte konzerninterne Positionen) zu decken. Solche kurzfristigen Absicherungsgeschäfte werden nicht als Sicherungsinstrumente bilanziert. Die Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital vor Steuern sind auf Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Darlehen und sonstigen Fremdkapitalaufnahmen zurückzuführen, die als Sicherungsinstrumente in Nettoinvestitionssicherungsgeschäften designiert sind. Die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Steuern sind auf Änderungen des beizulegenden Zeitwerts nicht designierter monetärer Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung zurückzuführen.
Das Risiko, dem der Konzern durch Wechselkursänderungen aller anderen Währungen ausgesetzt ist, ist unerheblich. Rohstoffpreisrisiko Die Preise der vom Konzern verwendeten Rohstoffe hängen von den Erdöl- und Erdgaspreisen ab, da unsere Zulieferer zur Erzeugung dieser Rohstoffe hauptsächlich Öl und Gas einsetzen. Zudem verwendet Envalior Erdgas als Energieträger in seinen Herstellungsprozessen. Daher ist Envalior einem Risiko in Bezug auf die Erdöl- und Erdgaspreise ausgesetzt. Envalior setzt Rohstoff-Sicherungsgeschäfte für die Envalior B.V. und das Stanyl-Geschäft dieses Unternehmens ein. Der Konzern versucht, Preisrisiken durch Preis-Engineering zu steuern, indem er physische und finanzielle Absicherungen einrichtet. Kreditrisiko Das Kreditrisiko ist das Risiko, dass der Konzern einen finanziellen Verlust erleidet, weil ein Kunde oder die Gegenpartei eines Finanzinstruments die vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt. Es entsteht hauptsächlich im Zusammenhang mit den Forderungen gegenüber Kunden und den Anlagen in Wertpapieren. Das Kreditrisiko gegenüber Kunden hängt hauptsächlich von den individuellen Eigenschaften jedes Kunden ab. Bei jedem neuen Kunden wird die Kreditwürdigkeit überprüft, bevor ihm Geschäftsabschlüsse zu standardmäßigen Geschäftsbedingungen angeboten werden. Kunden, die nicht die vom Konzern festgelegte Kreditwürdigkeit aufweisen, können nur gegen Vorkasse Geschäfte mit dem Konzern abschließen. Der Konzern mindert die Höhe des Kreditrisikos für ausstehende Barguthaben, indem er die Mittel bei mehreren Geldinstituten mit ausreichender Bonitätsbewertung hinterlegt. Zudem hat er eine Factoring-Vereinbarung mit Crédit Agricole abgeschlossen, durch die das Kreditrisiko gegen eine Gebühr auf die Faktor-Bank übertragen wird. Der Konzern erfasst eine Wertberichtigung in Höhe des von ihm geschätzten Betrags der erwarteten Verluste aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen. Diese Wertberichtigung setzt sich aus einer spezifischen Verlustkomponente für individuelle erhebliche Risiken und einer kollektiven Verlustkomponente für Gruppen gleichartiger Vermögenswerte, für die Verluste erwartet werden, zusammen, und wird auf der Grundlage von Erfahrungen zu Kreditverlusten aus der Vergangenheit und zukunftsgerichteten Informationen bestimmt. Gemäß IFRS 9 sind Wertberichtigungen nach einem dreistufigen Modell vorzunehmen, wenn sich das Ausfallrisiko bei einem Finanzinstrument seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat. Der Konzern hat zum 31. Dezember 2023 anhand von internen und externen Faktoren seiner Finanzinstrumente beurteilt, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat und ist zum Schluss gelangt, dass keine signifikante Erhöhung vorliegt. Der Konzern erfasst eine Wertberichtigung in Höhe des von ihm geschätzten Betrags der erwarteten Verluste aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen. Diese Wertberichtigung setzt sich aus einer spezifischen Verlustkomponente für individuelle erhebliche Risiken und einer kollektiven Verlustkomponente für Gruppen gleichartiger Vermögenswerte, für die Verluste erwartet werden, zusammen, und wird auf der Grundlage von Erfahrungen zu Kreditverlusten aus der Vergangenheit und zukunftsgerichteten Informationen bestimmt. Gemäß IFRS 9 sind Wertberichtigungen nach einem dreistufigen Modell vorzunehmen, wenn sich das Ausfallrisiko bei einem Finanzinstrument seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat. Der Konzern hat zum 31. Dezember 2023 anhand von internen und externen Faktoren seiner Finanzinstrumente beurteilt, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat und ist zum Schluss gelangt, dass keine signifikante Erhöhung vorliegt. Das maximale Kreditrisiko zum Abschlussstichtag entspricht dem Buchwert der einzelnen Klassen finanzieller Vermögenswerte (siehe auch Anhangangabe 18). Zum Abschlussstichtag gliedert sich das maximale Kreditrisiko in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen nach geografischen Regionen wie folgt:
+ Das maximale Kreditrisiko gliedert sich wie folgt:
Der Konzern fordert keine Sicherheiten in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen. Der Konzern hat keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte, für die aufgrund von Sicherheiten keine Wertberichtigung erfasst wurde. Der Konzern verfügt über einen diversifizierten Kundenstamm und ist daher keiner wesentlichen Risikokonzentration in Bezug auf das Kreditrisiko ausgesetzt. 5.3 Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf das Risiko, dass der Konzern nicht in der Lage ist seine Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit zu bedienen oder dass er nicht in der Lage ist, am Markt kontinuierlich auf unbesicherter oder besicherter Grundlage zu einem akzeptablen Preis Mittel zur Finanzierung tatsächlicher oder geplanter Verpflichtungen aufzunehmen. Das Ziel des Konzerns in der Steuerung der Liquidität ist es, sicherzustellen, dass - soweit möglich - stets ausreichend liquide Mittel verfügbar sind, um unter normalen wie auch unter angespannten Bedingungen den Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können, ohne untragbare Verluste zu erleiden oder die Reputation des Konzerns zu schädigen. Der Konzern nutzt eine aktivitätsbasierte Kostenrechnung zur Berechnung seiner Produkt- und Dienstleistungskosten. Dies ermöglicht eine Überwachung des Zahlungsmittelbedarfs und die Optimierung der Zuflüsse auf das eingesetzte Kapital. Der Konzern strebt an, die Höhe der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf einem Stand zu halten, der über den erwarteten Zahlungsabflüssen aus finanziellen Verbindlichkeiten (außer Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) der nächsten 60 Tage liegt. Der Konzern überwacht zudem die Höhe der erwarteten Einzahlungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen zusammen mit den erwarteten Auszahlungen für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten. Die möglichen Auswirkungen von extremen Umständen können nicht realistisch prognostiziert werden. Die Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns aus vertraglichen Verpflichtungen gliedern sich wie folgt:
Die Buchwerte der Darlehen und sonstigen Fremdkapitalaufnahmen sind nach Abzug der aktivierten Fremdkapitalaufnahmekosten und nach Abtrennung der in den Darlehensverträgen eingebetteten Vorfälligkeitsoption und Zinsfloors dargestellt. Zum Aufnahmedatum der Darlehen, dem 1. April 2023, beliefen sich diese Auswirkungen auf 354,2 Millionen EUR. Außerdem wurde der Nennbetrag des Gesellschafterdarlehens von LANXESS, das im April 2023 gewährt worden war, um 48,4 Millionen EUR auf seinen beizulegenden Zeitwert zum Laufzeitbeginn angepasst (siehe Anhangangabe 22). Diese Effekte werden anhand der Effektivzinsmethode über die Restlaufzeit der einschlägigen Darlehen und Fremdkapitalaufnahmen erfolgswirksam über die Gesamtergebnisrechnung gemindert. 5.4 Bilanzierung als Absicherung von Zahlungsströmen Der Konzern hat vier Zinscaps zum EURIBOR +4 % und acht Zinscaps zum SOFR +4,5 % abgeschlossen, um dem Risiko steigender Zinssätze zu begegnen. Die Zinscaps, insbesondere ihre Zinskomponente, wurden in den Absicherungen von Zahlungsströmen für die langfristigen SFA-Darlehen als Sicherungsinstrumente designiert. Die Kosten von Derivaten werden in der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nicht designiert. Die als Absicherungsgeschäft designierten Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts, die als unwirksamer Teil des Gewinns oder Verlusts aus dem Sicherungsinstrument gelten, werden in der Gesamtergebnisrechnung direkt im Gewinn oder Verlust erfasst. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem Grundgeschäft wurde bei Beginn der Bilanzierung als Sicherungsgeschäft beurteilt und wird mindestens einmal pro Jahr neu beurteilt. Der Konzern hat eine Sicherungsquote von 0,8 für die Sicherungsbeziehungen ermittelt. Die Sicherungsquote wird nach dem Maß ermittelt, in dem die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäftes und der Sicherungsinstrumente zu Beginn der Sicherungsbeziehung übereinstimmen. Es besteht eine wirtschaftliche Beziehung zwischen den gesicherten Grundgeschäften und den Sicherungsinstrumenten, da die Laufzeiten der Zinscaps den Laufzeiten der SFA-Darlehen entsprechen (siehe Anhangangabe 22) Um die Wirksamkeit der Absicherung zu prüfen, verwendet der Konzern die Hypothetische-Derivate-Methode und vergleicht die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Sicherungsinstrumente mit denjenigen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der gesicherten Grundgeschäfte, die auf die abgesicherten Risiken zurückzuführen sind. Die Unwirksamkeit der Absicherung kann zurückzuführen sein auf:
Der Konzern hält die folgenden Zinscaps, die in den langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen sind:
Die Auswirkungen der gesicherten Grundgeschäfte auf die Bilanz stellen sich wie folgt dar:
Die Auswirkung der Absicherung von Zahlungsströmen in der Gesamtergebnisrechnung und den Rücklagen im Eigenkapital wird wie folgt erfasst:
Der unwirksame Teil und die Kosten der Absicherung von Zahlungsströmen wird im Gewinn oder Verlust unter "Sonstige Finanzierungsaufwendungen" ausgewiesen. Im sonstigen Ergebnis werden die Auswirkungen auf das Eigenkapital in der "Nettoveränderung der Rücklage für die Absicherung von Zahlungsströmen" ausgewiesen. Der Umgliederungsbetrag in Höhe von 0,6 Millionen EUR, der aus der Sicherungsrücklage in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wurde, bezieht sich auf das gesicherte Grundgeschäft, das sich auf Gewinn oder Verlust und die Kosten der Sicherungsrücklage auswirkt (siehe Anhangangabe 21). Es gab keine Umgliederungen in den Gewinn oder Verlust in Bezug auf Beträge, für die zuvor die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften angewendet wurde, bei denen aber nicht mehr zu erwarten ist, dass die abgesicherten künftigen Zahlungsströme stattfinden. 5.5 Bilanzierung von Sicherungsgeschäften einer Nettoinvestition Ein Fremdwährungsrisiko ergibt sich aus den Nettoinvestitionen des Konzerns in Tochterunternehmen, deren funktionale Währung der US-Dollar ist. Das Risiko resultiert aus den Schwankungen der Devisen-Kassakurse zwischen USD und EUR, die dazu führen, dass sich der Betrag der Nettoinvestition verändert. Das mit dem Nettoinvestitionssicherungsgeschäft abgesicherte Risiko besteht in einer Abschwächung des USD gegenüber dem EUR, die zu einem geringeren Buchwert der Nettoinvestition des Konzerns in diese Tochterunternehmen führen würde. Der Konzern wendet die Bilanzierung von Nettoinvestitionssicherungsgeschäften an, um die Auswirkungen der Währungsumrechnung seiner in US-Dollar getätigten Geschäfte zu mindern. Hierfür setzt er seine auf US-Dollar lautenden externen Darlehen und Fremdkapitalaufnahmen ein. Die Designation der Absicherung erfolgt zum 1. April 2023, als der EUR/USD-Kurs bei 1,0875 lag. Auf US-Dollar lautende SFA-Darlehen mit einem Buchwert von 1.661,8 Millionen USD bzw. 1.503,9 Millionen EUR zum 31. Dezember 2023 (zum Designationsdatum 1. April 2023: 1.601,8 Millionen USD bzw. 1.472,9 Millionen EUR) wurden als Absicherung der Nettoinvestitionen in den ausländischen Tochterunternehmen mit USD als funktionaler Währung designiert. Der Fremdkapitalbetrag wird verwendet, um eine Absicherung gegen das USD-Wechselkursrisiko bei diesen Investitionen zu erreichen. Gewinne oder Verluste aus der Umrechnung dieses Fremdkapitalbetrags werden in das sonstige Ergebnis übertragen und gegebenenfalls mit Gewinnen und Verlusten aus der Umrechnung der Nettoinvestitionen in die Tochterunternehmen verrechnet. Es besteht eine wirtschaftliche Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument, da die Nettoinvestition ein Umrechnungsrisiko begründet, das dem Wechselkursrisiko des in USD aufgenommenen Fremdkapitals entspricht. Der Konzern hat eine Sicherungsquote von 1:1 ermittelt, da das zugrunde liegende Risiko des Sicherungsinstruments demjenigen der abgesicherten Risikokomponente entspricht. Die Absicherung wird unwirksam, wenn der Betrag der Investition in das ausländische Tochterunternehmen unter den Betrag des festverzinslichen Fremdkapitals sinkt. Die Auswirkungen der Sicherungsinstrumente auf die Bilanz stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:
Die Auswirkungen der gesicherten Grundgeschäfte auf die Bilanz stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:
Der im sonstigen Ergebnis ausgewiesene Gewinn aus der Absicherung entspricht der Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Messung der Unwirksamkeit. Im Gewinn oder Verlust ist keine Unwirksamkeit erfasst. 5.6 Beizulegender Zeitwert Gegenüberstellung der beizulegenden Zeitwerte und Buchwerte Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Schulden sowie die in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerte stellen sich wie folgt dar:
5.7 Bemessungshierarchie Die folgende Tabelle zeigt die zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Finanzinstrumente und sonstigen Vermögenswerte und Schulden nach Bewertungsmethode gegliedert. Die einzelnen Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind:
Für Finanzinstrumente gilt Folgendes: Die Stufe 2 umfasst im Wesentlichen die die Währungsinstrumente, Zinscaps, deren beizulegender Zeitwert hauptsächlich aus notierten Börsenkursen und leicht beobachtbaren, von Maklern gestellten Kursen abgeleitet wird. Die Stufe 3 umfasst im Wesentlichen eingebettete Derivate und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte, deren beizulegender Zeitwert hauptsächlich anhand von Berechnungen bestimmt wird, die auf externen Preisangaben und marktbasierten Schätzungen für Preise und Zinssätze beruhen. Bei Instrumenten, deren beizulegender Zeitwert vom Konzern nicht anhand von am Markt beobachtbaren Inputfaktoren überprüft werden kann (der Stufe 3 zugeordnete Instrumente), ist es möglich, dass sich bei Anwendung eines anderen Bewertungsmodells eine deutlich abweichende Schätzung des beizulegenden Zeitwerts ergibt.
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die Einstufung der Instrumente in die Bemessungshierarchie für den beizulegenden Zeitwert und die angewandten Bewertungsmethoden:
Überleitung der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts nicht notierter Kapitalbeteiligungen, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, und eingebetteter derivativer Vermögenswerte (Stufe 3):
5.8 Kapitalmanagement Die Geschäftsführung ist bestrebt, eine starke Kapitalbasis aufrechtzuerhalten, um das Vertrauen von Gläubigern und Markt zu bewahren und die künftige Entwicklung des Unternehmens sicherzustellen. Das Kapital besteht aus gezeichnetem Kapital und Kapitalrücklage, sonstigen Rücklagen und Verlustvorträgen (einschließlich des Jahresergebnisses). Die Geschäftsführung überwacht die Kapitalrendite sowie die Höhe der Ausschüttung an die Gesellschafter. Der Konzern muss auf Verlangen externer Geldinstitute bestimmte Anforderungen an die Kapitalausstattung im Verhältnis zu seinen Schulden erfüllen. Eine Beschreibung der Nebenbedingungen ist Anhangangabe 22 zu entnehmen. Für das Jahr 2023 wurde keine Ausschüttung beschlossen.
6. Umsatzerlöse Der Konzern erzielt den Großteil seiner Umsatzerlöse aus der Lieferung von Gütern zu einem bestimmten Zeitpunkt. Gemäß den Incoterms DAP und CIP muss der Verkäufer die Frachtkosten, die erforderlich sind, um die Waren an den vereinbarten Ort zu bringen, vertraglich vereinbaren und bezahlen. Die Standardzahlungsfristen reichen von Vorauszahlung bis 90 Tage nach Rechnungsstellung. Der Konzernerlös aus Verträgen mit Kunden wird wie folgt auf die Geschäftsbereiche aufgegliedert:
7. Umsatzkosten, Vertriebs-, allgemeine- und administrative Aufwendungen, F&E 7.1 Aufwendungen nach Aufwandsarten
7.2 Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer
8. Sonstige Erträge
9. Sonstige Aufwendungen
10. Finanzerträge und Finanzierungsaufwendungen
11. Ertragsteuer 11.1 Steuerertrag und -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung und im sonstigen Ergebnis Der in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene Ertragsteuerertrag und -aufwand gliedert sich wie folgt:
11.2 Im sonstigen Ergebnis erfasste Steuern Der (Steueraufwand)/die Steuergutschrift für andere Bestandteile des sonstigen Ergebnisses gliedert sich wie folgt:
11.3 Überleitung auf den effektiven Steuersatz Die Geschäfte des Konzerns unterliegen der Ertragsteuer in verschiedenen Rechtsordnungen. Die gesetzlichen Ertragsteuersätze schwanken zwischen 17 % und 38 %, was zu einer Differenz zwischen dem gewichteten durchschnittlichen Steuersatz und dem gesetzlichen deutschen Steuersatz von 32,67 % führt. Nachstehend sind die Überleitung auf den effektiven Steuersatz sowie die Übersicht der latenten Steuern für die Envalior-Gruppe dargestellt. Überleitung auf den effektiven Steuersatz
Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Geschäftsbereiche "Engineering Materials von DSM und "High Performance Materials" von LANXESS wurden Schulden bei externen Kreditgebern in Deutschland, den Niederlanden und den USA übernommen. In Deutschland, den Niederlanden und den USA wurde eine steuerliche Einheit gebildet, und die nationale Gesetzgebung dieser Rechtsordnungen beschränkt in der Regel die Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen bis zu einem festen Prozentsatz des EBITDA der steuerlichen Einheit. Die wesentlichen Auswirkungen der permanenten Differenzen wurden hauptsächlich durch die Anwendung dieser Regeln verursacht, wobei der steuerliche Effekt sich im Falle Deutschlands auf 35,4 Millionen EUR, im Falle der Niederlande auf 36,9 Millionen EUR und im Falle der USA auf 4,1 Millionen EUR beläuft. Diese nicht abzugsfähigen Zinsaufwendungen können zwar vorgetragen werden, es wurde aber kein latenter Steueranspruch angesetzt, da gegenwärtig keine Prognose für das in der Zukunft zu erwartende zu versteuernde Ergebnis der einzelnen Unternehmen vorhanden ist. Der Konzern hat steuerliche Verlustvorträge vor allem in der deutschen Steuergruppe. Der steuerliche Verlustvortrag beläuft sich auf 69,4 Millionen EUR für Körperschaftsteuer und auf 20,6 Millionen EUR für Gewerbesteuer. Aufgrund erheblicher latenter Steuerschulden, die im Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation für die deutschen Konzerngesellschaften erfasst wurden, wurde für diese steuerlichen Verlustvorträge gemäß IAS 12.34 / 12.36 ein latenter Steueranspruch in Höhe von 14,3 Millionen EUR ausgewiesen; siehe hierzu auch nachstehende Übersicht zu den latenten Steueransprüchen und -schulden. 11.4 Latente Steueransprüche und Steuerschulden Die Beträge und Veränderungen der latenten Steueransprüche und Steuerschulden in den Hauptkomponenten sind wie folgt aufgeschlüsselt: Überleitung der latenten Steuerschulden, netto
Für temporäre Differenzen und ungenutzte steuerliche Verlustvorträge werden latente Steueransprüche insofern angesetzt, als es wahrscheinlich ist, dass in den Ländern, in denen die latenten Steueransprüche entstanden sind, ein ausreichendes steuerliches Ergebnis oder zu versteuernde temporäre Differenzen (z. B. im Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation) zur Verfügung stehen werden, gegen die sie verwendet werden können. Der Großteil der ausgewiesenen latenten Steuern wird innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag ausgeglichen.
Für nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochterunternehmen wurde eine latente Steuerschuld in Höhe von 10,3 Millionen EUR erfasst, soweit Ausschüttungen vorgesehen sind. Es wurden keine weiteren latenten Steuerschulden angesetzt, weil der Konzern in der Lage ist, den Zeitpunkt der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sich diese Differenzen in absehbarer Zeit nicht auflösen werden. Nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge / Zinsvorträge
Der Konzern hat steuerliche Verlustvorträge in Deutschland als latente Steueransprüche erfasst, da ausreichend latente Steuerschulden zur Verfügung stehen, die mit den Beträgen der aus diesen steuerlichen Verlustvorträgen resultierenden latenten Steueransprüche verrechnet werden können. Wie in Unterabschnitt 3 oben dargelegt, verfügt der Konzern über wesentliche Zinsvorträge in den USA, den Niederlanden und Deutschland, die nicht verfallen. Die nicht erfassten latenten Steueransprüche für Zinsvorträge beziehen sich auf die Konzerngesellschaften in den USA, den Niederlanden und Deutschland, bei denen derzeit nicht hinreichend gesichert ist, dass in der Zukunft ausreichend in Bezug auf die Zinsbesteuerung abzugsfähige Beträge zur Verfügung stehen werden, um auch diese Zinsvorträge verwenden zu können. 11.5 Steuerliche Unwägbarkeiten Der Konzern ist weltweit in zahlreichen Rechtsordnungen tätig, was zu grenzüberschreitenden konzerninternen Transaktionen führt, bei denen die in einem Land angewandten Verrechnungspreisvorschriften die in einem anderen Land erzielten Ergebnisse beeinflussen. Um Unsicherheiten bezüglich der Verrechnungspreise zu mindern, werden entsprechende Preisstudien durchgeführt und Berichte erstellt, damit die lokalen Verrechnungspreisvorschriften eingehalten werden. Aufgrund der Komplexität der Steuervorschriften können diese durch die lokalen Steuerbehörden anders ausgelegt werden als durch den Konzern, dessen Auslegung auf Stellungnahmen lokaler Steuerberater beruht. Nach dem Ermessen des Konzerns wurde für (etwaige) finanzielle Folgen ausreichend vorgesorgt. Nimmt der Konzern neue Geschäftstätigkeiten auf oder ändert er seine Geschäftsmodelle, können in den betreffenden Ländern Fragen hinsichtlich der Betriebsstätte und der Gewinnzuweisung auftreten. Es besteht die Gefahr, dass die Steuerbehörden in mehreren Rechtsordnungen das Recht auf Besteuerung derselben Gewinne für sich beanspruchen. Änderungen an Säule 2, IAS 12 2023 Am 20. Dezember 2021 legte das OECD/G20 Inclusive Framework on BEPS die Mustervorschriften der zweiten Säule vor, mit denen gewährleistet werden soll, dass große multinationale Unternehmen (unter bestimmten Bedingungen) in den einzelnen Rechtsordnungen ihrer Geschäftstätigkeit ein bestimmtes Mindestmaß an Steuern auf die dort erzielten Erträge zahlen. Am 23. Mai 2023 wurden die Änderungen an IAS 12 (Internationale Steuerreform - Mustervorschriften der zweiten Säule) herausgegeben, und Envalior hat die Änderung ab diesem Datum übernommen. Muttergesellschaft des Konzerns (Ultimate Parent Entity, UPE) ist die Envalior GmbH, die in Deutschland steuerlich ansässig ist. Envalior wendet die temporäre obligatorische Ausnahme von der Bilanzierung latenter Steuern in Bezug auf die Aufstockungssteuer an, die ab sofort wirksam ist. Die Vorschriften zur zweiten Säule gelten derzeit in mehreren Rechtsordnungen, in denen Envalior tätig ist, oder werden in Kürze gelten. Da die neuen Steuervorschriften in diesen Rechtsordnungen 2023 noch nicht galten, haben sie keine Auswirkungen auf die tatsächlichen Steuern des Konzerns im zum 31. Dezember 2023 abgeschlossenen Geschäftsjahr. Envalior beobachtet den Stand der Umsetzung der zweiten Säule in die Gesetzgebung in den Rechtsordnungen ihrer Geschäftstätigkeit aktiv. Da die Vorschriften zur zweiten Säule sowie die Berechnung einer potenziellen Mindeststeuer sehr komplex sind, lassen sich die quantitativen Auswirkungen nicht mit Sicherheit prognostizieren. Auf der Grundlage einer Analyse der Safe-Harbour-Übergangsregelungen und des effektiven Steuersatzes der Konzerngesellschaften der Envalior-Gruppe im Jahr 2023 geht Envalior derzeit nicht davon aus, in wesentlichem Umfang von Ertragsteuern betroffen zu sein, die sich aus der zweiten Säule ergeben. 12. Sachanlagen
Investitionen Die Investitionsausgaben in Höhe von 83,1 Millionen EUR sind größtenteils werterhaltende Investitionen und verteilen sich auf die Konzerngeschäfte weltweit. Die Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 83,1 Millionen EUR unterscheiden sich von dem in der Kapitalflussrechnung für Investitionen in Sachanlagen angesetzten Betrag in Höhe von 83,5 Millionen EUR. Die Differenz ist auf die Veränderungen der ausstehenden Salden in Höhe von EUR 0,4 Millionen zurückzuführen. Währungsumrechnungseffekte Der 2023 entstandene Währungsumrechnungsverlust von EUR 7,9 Millionen ist größtenteils den Wechselkursschwankungen des chinesischen Renminbi (Verlust von 5,8 Millionen EUR) und des amerikanischen Dollar (Verlust von 1,7 Millionen EUR) zuzuschreiben. Pfandrechte Im Zusammenhang mit Pfandrechten wird auf Anhangangabe 22 "Darlehen und sonstige Fremdkapitalaufnahmen" verwiesen. 13. Leasingverhältnisse Der Konzern mietet verschiedene Vermögenswerte, einschließlich Grundstücke und Gebäude, technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattungen. Leasingverhältnisse werden individuell ausgehandelt und enthalten viele verschiedene Bedingungen, wie beispielsweise das Recht auf Kündigung oder Verlängerung. Soweit es eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich ist, dass Envalior die Option ausübt, wurden die Auswirkungen im Buchwert der Nutzungsrechte und der entsprechenden Leasingverbindlichkeit berücksichtigt. Die Leasingvereinbarungen enthalten keine Nebenbedingungen, doch die geleasten Vermögenswerte dürfen nicht als Kreditsicherheiten verwendet werden. Leasingverhältnisse, die Grundstücke und Gebäude beinhalten, sind mit einer Indexierungsklausel auf der Grundlage des lokalen Verbraucherpreisindexes ausgestattet. Variable Leasingzahlungen, die nicht im Buchwert der Nutzungsrechte berücksichtigt sind, werden in den kurzfristigen und geringwertigen Leasingverhältnissen ausgewiesen. 13.1 Nutzungsrechte
13.2 Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen In der folgenden Tabelle werden die Leasingverbindlichkeiten nach Fälligkeit gegliedert. Die Zahlen entsprechen den ausstehenden, nicht diskontierten Leasingzahlungen:
13.3 In der Berichtsperiode für Leasingverhältnisse erfasste Beträge Die folgenden Beträge werden in der Gesamtergebnisrechnung erfasst:
Die folgenden Beträge für Leasingverbindlichkeiten wurden in der Kapitalflussrechnung erfasst:
14. Immaterielle Vermögenswerte Geschäfts- oder Firmenwert Der Konzern ist in drei zahlungsmittelgenerierende Einheiten gegliedert: die Geschäftsbereiche "Performance Materials", "Specialties" und "Intermediates". Der Betrag des Geschäfts- oder Firmenwerts aus dem Unternehmenszusammenschluss am 1. April 2023 wurde diesen drei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durch Zuordnung der gesamten Gegenleistung für den Kauf zugewiesen, wofür eine Discounted-Cashflow-Berechnung und ein Entity-Value-Konzept angewendet wurden. Nach Aufteilung der Gegenleistung für den Kauf auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde eine direkte Methode angewendet, um die Gegenleistung für den Kauf mit dem zugehörigen beizulegenden Zeitwert der von der zahlungsmittelgenerierenden Einheit erworbenen Nettovermögenswerte zu vergleichen. Gemäß dieser Zuweisungsmethode wurde der gesamte Geschäfts- oder Firmenwert in einer Gesamthöhe von 2.293,2 Millionen EUR zum 1. April 2023 mit einem Anteil von 1.388,7 Millionen EUR der zahlungsmittelgenerierenen Einheit "Perfomance Materials" und mit einem Anteil von 904,5 Millionen EUR der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Specialties" zugewiesen. Der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Intermediates" wurde kein Geschäfts- oder Firmenwert zugewiesen. Die Entwicklung des Betrags des Geschäfts- oder Firmenwerts für die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zwischen dem Erwerbszeitpunkt 1. April 2023 und dem 31. Dezember 2023 ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:
Sonstige immaterielle Vermögenswerte Die Entwicklung des Betrags der immateriellen Vermögenswerte mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts zwischen dem Erwerbszeitpunkt 1. April 2023 und dem 31. Dezember 2023 ist der nachstehenden Tabelle zu entnehmen:
15. Wertminderungstest Der Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich auf Wertminderung geprüft. Der Konzern hat seinen jährlichen Werthaltigkeitstest zum 31. Dezember 2023 durchgeführt. Für den Werthaltigkeitstest wurden der Geschäfts- oder Firmenwert und alle anderen langfristigen Vermögenswerte den drei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) beziehungsweise den Geschäftssegmenten "Performance Materials", "Intermediates" und "Specialties" des Konzerns zugeordnet. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die Zuflüsse von Zahlungsmitteln generiert, die weitgehend unabhängig von den Zuflüssen von Zahlungsmitteln aus anderen Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind. Die Zuweisung des Geschäfts- oder Firmenwerts zu den ZGE erfolgt anhand der Discounted-Cashflow-Bewertung des Kapitalwerts der drei Geschäftssegmente der Envalior-Gruppe, wofür der Geschäftsplan verwendet wurde, der für die Kaufpreisallokation zum Erwerbszeitpunkt erstellt worden war. Gemäß diesem Ansatz wurde der Geschäfts- oder Firmenwert in einer Gesamthöhe von 2.293,7 Millionen EUR zum 1. April 2023 mit einem Anteil von 1.388,7 Millionen EUR der ZGE "Perfomance Materials" und mit einem Anteil von 904,5 Millionen EUR der ZGE "Specialties" zugewiesen. Der ZGE "Intermediates" wurde kein Geschäfts- oder Firmenwert zugewiesen. Alle anderen langfristigen Vermögenswerte wurden den drei Geschäftssegmenten bzw. den jeweiligen im Geschäftssegment tätigen Unternehmen zugewiesen, indem wirtschaftliche Verteilungsschlüssel für die ordnungsgemäße Zuordnung aller Vermögenswerte zu den jeweiligen ZGE ermittelt wurden. Der erzielbare Betrag der ZGE in Höhe von 5.527 Millionen EUR zum 31. Dezember 2023 wurde anhand einer Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt, in die von der Geschäftsleitung gebilligte Cashflow-Prognosen aus Budgets für einen Fünfjahreszeitraum einflossen. Die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (WACC) für die ZGE des Konzerns (nach Steuern) betrugen 8,9 %. Bei der ewigen Wachstumsrate wurde von 2,0 % ausgegangen. Das Konzept "beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten" wurde zugrunde gelegt, weil der von der Geschäftsleitung für den Werthaltigkeitstest erstellte 5-Jahres-Plan erwartete Erweiterungsinvestitionen, Umstrukturierungsaufwand und unternehmensspezifische Synergien aus der Zusammenführung des Geschäfts von DEM und HPM beinhaltet und daher das Konzept "beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten" zu einem höheren erzielbaren Betrag führt als das Nutzungswertkonzept (das diese Erwartung außer Acht lässt). Im Ergebnis dieser Analyse hat die Geschäftsleitung keinen Wertminderungsaufwand für Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Der beizulegende Zeitwert wird gemäß IFRS 13 in Stufe 3 eingestuft. Wesentliche Annahmen, die bei der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten verwendet wurden, sowie Sensitivität für Veränderungen dieser Annahmen Die höchste Sensitivität der Berechnung des Werts der ZGE besteht gegenüber den folgenden Annahmen:
EBITDA-Margen: Die EBITDA-Margen beruhen auf in den vergangenen Jahren erzielten Durchschnittswerten, mit einem Anpassungsbetrag hinsichtlich der Prognosen für die Zukunft. Die EBITDA-Margen wurden für die einzelnen ZGE individuell für das jeweilige Jahr ermittelt. Generell stiegen sie wegen der erwarteten Effizienzverbesserungen im Laufe des Budgetzeitraums an. Ein Rückgang der Nachfrage kann zu rückläufigen EBITDA-Margen führen. Ein Rückgang der EBITDA-Margen könnte zu einer Wertminderung einer oder aller ZGE führen. Abzinsungssätze: Die Abzinsungssätze bilden die aktuelle Markteinschätzung der ZGE-spezifischen Risiken ab und berücksichtigen den Zeitwert des Geldes und die individuellen Risiken der zugrunde liegenden Vermögenswerte, die nicht in die Cashflow-Schätzungen eingeflossen sind. Die Berechnung des Abzinsungssatzes beruht auf den konkreten Gegebenheiten des Konzerns und seiner operativen Segmente und wird von seinen gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) abgeleitet. Der Abzinsungssatz (WACC nach Steuern) für das laufende Jahr wird unter Verwendung der beschriebenen Parameter pro ZGE berechnet, woraus sich für das Jahr 2023 derselbe WACC-Satz für alle ZGE ergibt. Zusätzlich wird ein von einer Vergleichsgruppe abgeleiteter Beta-Faktor verwendet. Länderspezifische Steuersätze und die Kapitalstruktur der Vergleichsgruppe werden ebenfalls berücksichtigt. Um einen Abzinsungssatz nach Steuern zu erhalten, werden Anpassungen zur Berücksichtigung der konkreten Beträge und zeitlichen Abläufe künftiger Steuerzahlungen vorgenommen. Ein Anstieg des Abzinsungssatzes vor Steuern könnte zu einer weiteren Wertminderung einer oder aller ZGE führen. Zur Extrapolation der Cashflows über den Prognosezeitraum hinaus verwendete Wachstumsraten: Die Wachstumsrate wurde anhand der langfristigen Inflationserwartungen ermittelt. Auswirkung möglicher Änderungen wesentlicher Annahmen Zum Abschlussstichtag, dem 31. Dezember 2023, übersteigt der erzielbare Betrag der ZGE den Buchwert der jeweiligen ZGE um folgende Beträge (alle Angaben in Millionen EUR):
Der erzielbare Betrag der ZGE würde seinem Buchwert entsprechen, wenn sich bei ansonsten unveränderten Parametern die wesentlichen Annahmen wie folgt ändern:
16. Andere finanzielle Vermögenswerte
17. Vorräte
Zwischenprodukte und Fertigerzeugnisse wurden zu einem Posten zusammengefasst, da der Konzern Zwischenprodukte sowohl an Dritte verkauft als sie auch zur Herstellung von Fertigerzeugnissen verwendet. Zum 31. Dezember 2023 waren alle Vorräte als Sicherheiten für Kreditgeber gestellt (siehe Anhangangabe 23). Vorräte in Höhe von 4,1 Millionen EUR wurden 2023 auf den Nettoveräußerungswert abgeschrieben. Vorräte werden mit einem Betrag von 1.472,5 Millionen EUR im Wareneinsatz als Aufwand erfasst. 18. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Im Zusammenhang mit Pfandrechten wird auf Anhangangabe 22 verwiesen. Factoring-Programm für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Am 31. Dezember 2023 verfügte der Konzern über ein echtes Factoring-Programm zur Monetarisierung eines Teils seiner Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Da es sich um regressloses Factoring handelt, wurden die unter das Factoring-Programm fallenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beim Verkauf aus der Konzernbilanz ausgebucht. Die Kreditzusage beläuft sich auf einen Betrag von 250 Millionen EUR. Zum 31. Dezember 2023 hat der Konzern 104,8 Millionen EUR verkaufte Forderungen ausgebucht (1. Januar 2023: Null).
Die durchschnittliche Debitorenlaufzeit beträgt rund 45 Tage. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Wertberichtigungen auf Forderungen:
Die mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen verbundenen Währungs-, Liquiditäts- und Kreditrisiken des Konzerns werden in der Anhangangabe 5 erläutert. 19. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
20. Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital der Envalior GmbH verteilt sich auf 238.429 Anteile einem Nennwert von 1,00 EUR je Anteil.
Alle ausgegebenen Anteile sind voll eingezahlt. 21. Sonstige Rücklagen
22. Darlehen und sonstige Fremdkapitalaufnahmen Diese Anhangangabe enthält Informationen zu den Vertragsbedingungen der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten verzinslichen Darlehen und sonstigen Fremdkapitalaufnahmen des Konzerns. Für weitere Angaben zu den Zins-, Fremdwährungs- und Liquiditätsrisiken, denen der Konzern ausgesetzt ist, wird auf Anhangangabe 5 verwiesen.
Für die oben aufgeführten offenen Schuldinstrumente gelten die folgenden Bedingungen:
Darüber hinaus besteht eine Zusatzfazilität, bei der es sich um eine revolvierende Mehrwährungsfazilität über 30 Millionen EUR handelt, die Teil der RCF ist. Die Fazilität hat eine Laufzeit von 6,5 Jahren und ist mit einem jährlichen Zinssatz von 4,00 % verzinst. Die Bereitstellungsgebühr für die Fazilität beläuft sich auf dreißig (30) Prozent der auf die RCF anwendbaren Marge. Die Zusatzfazilität wurde zum 31. Dezember 2023 in Form von Bankgarantien in Anspruch genommen, um einige Materiallieferungen für 13,2 Millionen EUR abzusichern. Überleitung der Nettoschulden Die folgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Konzernverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten und enthält sowohl die zahlungswirksamen als auch die nicht zahlungswirksamen Veränderungen.
Pfandrechte Es besteht eine allgemeine Haftung des Konzerns aus der Gewährung von Pfandrechten für die erstrangigen und PIK-Fazilitäten, darunter Pfandrechte auf Beteiligungen, bestimmte Geldkonten und Forderungen der zwischengeschalteten Holdinggesellschaften des Konzerns. Die Besicherung der erstrangigen Fazilitäten erfordert die Gewährung von Pfandrechten, zu denen Beteiligungen, konkrete Geldkonten und bestimmte strukturelle, konzerninterne Forderungen gehören. Alle Tochterunternehmen in Vollbesitz der Envalior Finance GmbH, die in vorab festgelegten Garantiegeberländern ansässig sind und mehr als 5 % zum Konzern-EBITDA beitragen, werden als wesentliche Tochterunternehmen eingestuft. Wesentliche Tochterunternehmen müssen als Garantiegeber für die erstrangigen Fazilitäten eintreten und bestimmte Beteiligungen, Geldkonten und andere Vermögenswerte verpfänden. Mit einem Garantiegeber-Deckungstest wird gewährleistet, dass mindestens 80 % des Konzern-EBITDA in den betreffenden Garantiegeberländern von den Garantiegebern erwirtschaftet werden. Werden die Testkriterien nicht erfüllt, müssen weitere Konzerngesellschaften als Garantiegeber herangezogen werden. Die Besicherung der PIK-Anleihen umfasst die Beteiligung des PIK-Emittenten an der Envalior Holding III GmbH und ein Forderungspfandrecht auf strukturelle konzerninterne Forderungen der Envalior Holding III GmbH gegenüber dem PIK-Emittenten. Außerdem hat der PIK-Emittent seine wesentlichen Bankkonten in Deutschland verpfändet. 23. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
24. Sonstige Rückstellungen
Die Umweltrückstellungen bestehen aus voraussichtlichen künftigen Kosten für die Beseitigung von Altlasten auf Grundstücken und in Gebäuden. Die Rückstellung für belastende Verträge umfasst die Kosten für die Erfüllung von Verträgen, die den voraussichtlichen künftigen Nutzen aus diesen Verträgen übersteigen. Der Posten "Sonstige" beinhaltet sonstige Rückstellungen im Zusammenhang mit verschiedenen Arten von Rückstellungstypen wie zum Beispiel bestimmte Aufhebungskosten. 25. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer
Rentenpläne und Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Der Konzern beteiligt sich an verschiedenen Rentenplänen und Plänen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Pläne sehen Leistungen bei Renteneintritt, Behinderung, Tod, Entlassung oder Ausscheiden aus dem Dienst vor. Die wesentlichen Typen von Versorgungsplänen sind leistungsorientierte Pläne mit Pauschalleistung und beitragsorientierte Pläne mit Pauschalleistung. Beitragsorientierte Versorgungspläne Der Konzern ist verpflichtet einen bestimmten Prozentsatz der Personalkosten an die Altersversorgungssysteme abzuführen, um die Leistungen zu finanzieren. Die einzige Verpflichtung des Konzerns besteht in der Zahlung der festgelegten Beiträge. Leistungsorientierte Versorgungspläne Der Konzern ist Träger leistungsorientierter Pläne wie nachfolgend beschrieben. Leistungsorientierte Versorgungspläne sind sowohl intern als auch extern finanziert, entweder durch einen Gruppenversicherungsvertrag oder durch einen selbstverwalteten Pensionsfonds oder einen Pensionsfonds mehrerer Arbeitgeber ohne finanzielle und wirtschaftliche Verbindungen, der rechtlich vom Konzern getrennt ist. Alle Pläne entsprechen den lokalen regulatorischen Rahmen und Mindestfinanzierungsanforderungen und wurden zum 31. Dezember 2023 überprüft. Der Konzern ist ferner für die Verwaltung und Steuerung der leistungsorientierten Versorgungspläne in Belgien und den USA verantwortlich. Das Planvermögen beinhaltet weder Direktinvestitionen in die eigenen Finanzinstrumente des Konzerns noch in Immobilien, die durch Unternehmen des Konzerns belegt sind oder von ihnen genutzt werden. Im Folgenden sind die wichtigsten leistungsorientierten Versorgungspläne und ihr regulatorisches Umfeld beschrieben: Deutschland Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Deutschland beziehen sich hauptsächlich auf lebenslange Leistungen, die bei Tod oder Invalidität oder bei Erreichen des Rentenalters erbracht werden. Die Leistungshöhe bestimmt sich aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt der Arbeitnehmer. Zudem bestehen Rentenzusagen für die arbeitnehmerseitige Umwandlung von Gehaltsbestandteilen, die bei Erreichen des Rentenalters fällig werden. Neben den Direktzusagen werden in einem separaten leistungsorientierten Plan die Rentenanpassungsverpflichtungen der Bayer-Pensionskasse entsprechend § 16 des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) bilanziert. Für ab dem Geschäftsjahr 2017 neu eintretende Arbeitnehmer wurde ein neuer Pensionsplan in Form eines kongruent rückgedeckten leistungsorientierten Versorgungsplans vereinbart, der auf der Basis von Lebensversicherungspolicen finanziert wird. Hierbei wird die Verpflichtung des Arbeitgebers mit der Einzahlung des Beitrags in die als Rückdeckung dienenden Lebensversicherungen erfüllt. Die Rückdeckungsversicherungen werden über einen CTA als Planvermögen geführt. Da die Verpflichtungen der Trägerunternehmen nicht auf die Zahlung der Beiträge des Geschäftsjahres beschränkt sind, stellt Bayer-Pensionskasse einen leistungsorientierten Versorgungsplan mehrerer Arbeitgeber dar, der grundsätzlich anteilig als leistungsorientierter Versorgungsplan zu bilanzieren ist. Die Finanzierung der Bayer-Pensionskasse erfolgt nicht auf Grundlage der individuellen Anwartschaftsdeckung, sondern nach dem sogenannten Bedarfsdeckungsverfahren auf der Grundlage der Summen für den gesamten Plan. Dies bedeutet, dass die Summe aus vorhandenem Vermögen und dem Barwert der zukünftigen Beiträge mindestens dem Barwert der zukünftigen Leistungen entsprechen muss. Die Envalior-Gruppe ist daher den versicherungsmathematischen Risiken der anderen an der Bayer-Pensionskasse beteiligten Unternehmen ausgesetzt. Im Ergebnis ist die stetige und verlässliche Grundlage für die Zuordnung der Verpflichtung, des Planvermögens und der Kosten nicht gegeben, die für eine Bilanzierung der Bayer-Pensionskasse als leistungsorientierter Versorgungsplan nach IAS 19 erforderlich ist. Da sich die Berechnung der Beitragssätze an der zukünftigen Deckung der Gesamtverpflichtung orientiert, leisten alle Trägerunternehmen den gleichen Beitragssatz auf das jeweilige sozialversicherungspflichtige Einkommen. Entsprechend wird die Bayer-Pensionskasse als beitragsorientierter Versorgungsplan und nicht als leistungsorientierter Versorgungsplan bilanziert. Mindestdotierungsverpflichtungen oder Informationen, aus denen Abschätzungen der zukünftigen Beitragszahlungen aufgrund einer bestehenden Unter- bzw. Überdeckung durchgeführt werden können, liegen nicht vor. Eine Aufteilung von Vermögensüberdeckungen oder von Fehlbeträgen im Falle der Abwicklung der Bayer-Pensionskasse oder des Ausscheidens von Envalior ist satzungsgemäß nicht vereinbart. Die Finanzierung der Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen erfolgt sowohl intern durch Rückstellungen als auch extern durch rechtlich unabhängige Pensionsfonds. Die Bewertung erfolgt gemäß anerkannter versicherungsmathematischer Grundsätze nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC-Methode). Der Wert der Verpflichtungen laut PUC-Methode ist definiert als der versicherungsmathematische Barwert der Pensionsverpflichtungen, die von Arbeitnehmern bis zum Abschlussstichtag gemäß der Planformel und den von ihrer Dienstzeit bis zu diesem Zeitpunkt abhängigen Unverfallbarkeitsregeln erdient wurden. Belgien - (ehemalige DSM-Unternehmen) Die Altersversorgungsleistung des Geschäftsbereichs DEM besteht aus einer Annuität, die zum Zeitpunkt des Renteneintritts des Arbeitnehmers in eine einmalige Kapitalleistung umgewandelt wird. Die gezahlten Leistungen sind von der Beschäftigungsdauer, dem Gehalt zum Zeitpunkt der Pensionierung und einem Umrechnungsfaktor abhängig. Belgien - (ehemalige LANXESS-Unternehmen) Altersversorgungspläne in Belgien Gemäß IAS 19 werden Pläne für Leistungen an Arbeitnehmer entweder als beitragsorientierte Pläne oder als leistungsorientierte Pläne eingestuft. Beitragsorientierte Versorgungspläne Bei den beitragsorientierten Versorgungsplänen zahlt Envalior Beiträge bei in Belgien ansässigen Versicherungsgesellschaften ein. Für die belgischen beitragsorientierten Versorgungspläne gilt eine gesetzlich garantierte Mindestrendite. Die Rentengesetzgebung definiert die garantierte Mindestrendite als variablen Prozentsatz, der ab 1. Januar 2016 an die am Markt beobachteten Renditen von Staatsanleihen gekoppelt ist. Seit 2016 liegt die garantierte Mindestrendite bei 1,75 % sowohl für die Arbeitgeber- als auch für die Arbeitnehmerbeiträge. Die alten Sätze (3,25 % auf Arbeitgeberbeiträge und 3,75 % auf Arbeitnehmerbeiträge) behalten Gültigkeit für die in der Gruppenversicherung bis zum 31. Dezember 2015 akkumulierten früheren Beiträge. Nur ein Teil dieser Rendite wird von der Versicherungsgesellschaft garantiert (vertragliche Zinsgarantie). Folglich werden die beitragsorientierten Versorgungspläne zum Jahresende nach Durchführung einer versicherungsmathematischen Bewertung als leistungsorientierte Versorgungspläne ausgewiesen. Das versicherungsmathematische Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC) wird zur Bewertung der Schuld aus allen beitragsorientierten Plänen mit Ausnahme des Bonusplans verwendet (auf den das Teilwertverfahren angewendet wurde). Die Vermögenswerte werden gleichgesetzt mit der Summe der mathematischen Rücklagen, erhöht um den Wert des/der finanzierenden Fonds. Leistungsorientierter Versorgungsplan Der leistungsorientierte Versorgungsplan ("Ruhestandsplan") sieht eine einmalige Kapitalleistung bei Renteneintritt vor und ist bei einer in Belgien ansässigen Versicherungsgesellschaft versichert. Das Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC) wird verwendet, um die Schuld aus diesem Plan nach Maßgabe von IAS 19 zu bemessen. Die Vermögenswerte werden gleichgesetzt mit der Summe der mathematischen Rücklagen, erhöht um den Wert des/der finanzierenden Fonds. "Einde loopbaan"-System ('ELS') ELS ('Einde Loopbaan Systeem') ist ein Vorruhestandsplan, der im belgischen Tarifvertrag enthalten ist und bestimmte Bedingungen festlegt, unter denen Arbeitnehmer in den Vorruhestand eintreten können, bei dem 80% oder 50% einer Vollzeitstelle bis zum Renteneintritt vom Unternehmen bezahlt werden. Die Gesamtleistung aus dem Plan ist die Summe aus dem gezahlten Gehalt, den Sozialabgaben (ONSS), dem Sozialaktivierungsbeitrag (derzeit 45%) und den Versicherungskosten. Der Plan wird als "Sonstige langfristige Leistung" bilanziert. Die in der Bilanz erfassten Beträge wurden wie folgt ermittelt:
Das Planvermögen umfasst:
Nach geografischem Standort der Trägerunternehmen lässt sich das Planvermögen wie folgt aufteilen:
Alle Vermögenswerte mit Ausnahme der Versicherungsverträge haben notierte Preise an aktiven Märkten. Der beizulegende Zeitwert der Versicherungsverträge entspricht entweder dem Barwert der gesicherten künftigen Leistungen (Niederlande) oder dem kapitalisierten Wert der gezahlten Beiträge zu dem vertraglich garantierten Versicherungstarif (andere Länder). Die Barwertveränderungen der definierten Leistungsverpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
In den letzten 9 Monate des Jahres 2023 erfolgten keine Kürzungen, Änderungen oder Abgeltungen. Die Barwertveränderungen des Planvermögens stellen sich wie folgt dar:
Die folgende Aufwendung wird in der Gesamtergebnisrechnung erfasst:
Wichtigste versicherungsmathematische Annahmen Die wichtigsten versicherungsmathematischen Annahmen, die zum Abschlussstichtag angewendet wurden, sind nachfolgend dargestellt:
In Abhängigkeit von der Region wurden in der Tabelle oben unterschiedliche Abzinsungssätze verwendet. Die Abzinsungssätze wurden unter Bezugnahme auf hochwertige Unternehmensanleihen mit einer Duration festgelegt, die mit der gewichteten durchschnittlichen Duration der betreffenden Pläne für die Eurozone und die USA vergleichbar ist. Die Annahmen zu künftigen Gehaltserhöhungen widerspiegeln die Erwartungen und die Personalpolitik des Konzerns für die nächsten Jahre. Die Annahmen zur Wachstumsrate der medizinischen Kosten wurden anhand von Branchenstandards und Erhebungsdaten unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten für den tatsächlichen Plan ermittelt. Die Annahmen zur Sterblichkeit beruhen auf den neuesten verfügbaren Standardsterbetafeln für die einzelnen betroffenen Länder. Diese Tabellen prognostizieren die Lebenserwartung (in Jahren) für Arbeitnehmer im Alter von 65 Jahren zum 31. Dezember 2023. Die Annahmen für die einzelnen Länder werden jedes Jahr überprüft und bei Bedarf angepasst, um Veränderungen bei den Erfahrungswerten des Fonds und versicherungsmathematischen Empfehlungen Rechnung zu tragen. Das Langlebigkeitsrisiko wird gegebenenfalls durch die Verwendung entsprechender prospektiver Sterblichkeitsraten abgedeckt. Sensitivitätsanalyse Die wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen für die Ermittlung der definierten Leistungsverpflichtung wurden weiter oben in dieser Anhangangabe erörtert. Die nachstehende Tabelle enthält die Sensitivitätsanalyse zu den Auswirkungen angemessener Änderungen der wesentlichsten verwendeten versicherungsmathematischen Annahmen auf die definierte Leistungsverpflichtung. Beachten Sie bitte, dass die Sensitivitätsanalyse pro Annahme durchgeführt wird (wobei die anderen wesentlichen Annahmen konstant gehalten wurden):
Erwartete Beiträge 2024 Die erwarteten Beiträge zu leistungsorientierten Versorgungsplänen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses für das Geschäftsjahr 2024 belaufen sich auf 7,9 Millionen EUR, während sich der tatsächliche Beitrag für das Geschäftsjahr 2023 auf 7,0 Millionen EUR beläuft. Vollzeitäquivalente (FTE) Zum 31. Dezember 2023 entsprach die Mitarbeiterzahl der Gesellschaft 3.960 Vollzeitäquivalenten (FTE). Die durchschnittliche Anzahl belief sich auf 3.893 Mitarbeiter. Die Anzahl der FTE wird aus den Gesamtarbeitsstunden geteilt durch die Standard-Arbeitszeit auf einer Vollzeitstelle ermittelt. Der nachstehenden Tabelle ist die Verteilung der FTE auf unsere Geschäftssegmente zu entnehmen:
26. Verpflichtungen Der Wert der Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen, für Leasingverhältnisse sowie Dienstleistungs- und sonstige Verträge, die eingegangen, aber zum Abschlussstichtag noch nicht als Schuld erfasst wurden, ist in der nachstehenden Tabelle dargestellt.
27. Erfolgsunsicherheiten Die Gesellschaft und ihre Tochterunternehmen sind Parteien verschiedener Rechtsstreitigkeiten und -verfahren im Zusammenhang mit ihrem Geschäftsbetrieb. Der Konzern ist der Ansicht, dass die endgültige Beilegung dieser Streitigkeiten und Verfahren in Summe keine wesentlichen nachteiligen Auswirkungen auf die Finanzlage, die Ertragslage oder die Cashflows des Konzerns haben wird. Diese Rechtsstreitigkeiten und -verfahren sind jedoch mit inhärenten Unsicherheiten behaftet, und der Ausgang einzelner Sachverhalte lässt sich nicht vorhersagen. Es ist möglich, dass der Konzern gezwungen sein könnte, Ausgaben zu tätigen, die über die gebildeten Rückstellungen hinausgehen (es wird auf Anhangangabe 23 verwiesen) und deren Höhe sich nicht angemessen schätzen lässt. 28. Nahestehende Unternehmen und Personen Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen - Normaler Geschäftsverlauf Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen finden statt, wenn eine Beziehung zwischen dem Konzern, seinen direkten und indirekten Gesellschaftern, seinen Beteiligungen und deren Verwaltungsratsmitgliedern und Personen in Schlüsselpositionen besteht. Im normalen Geschäftsverlauf kauft und verkauft der Konzern Güter und Dienstleistungen von bzw. an Unternehmen des LANXESS-Konzerns und hat von diesen ein Gesellschafterdarlehen erhalten. Alle Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden zu gleichen Bedingungen wie mit unabhängigen Geschäftspartnern abgeschlossen, mit Ausnahme des Gesellschafterdarlehens über 200 Millionen EUR. Das Gesellschafterdarlehen wurde mit einer Verzinsung unter dem Marktzins gewährt. Dies führt nach fortgeführten Anschaffungskosten und nach der Effektivzinsmethode zu einem Buchwert von 151,9 Millionen EUR. Die Differenz von 48,1 Millionen EUR zwischen dem Nennwert und dem Buchwert wurde nach Abzug von Steuern im Eigenkapital als Kapitaleinlage gebucht. Siehe auch Anhangangabe 22. Die folgende Liste enthält die wesentlichen Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen sowie die ausstehenden Salden zum 31. Dezember 2023:
29. Vergütung des Managements Das Schlüsselpersonal besteht aus der Geschäftsführung und Mitgliedern des Gesellschafterausschusses. Die Vergütung des Schlüsselpersonals setzt sich wie folgt zusammen:
30. Konzerngesellschaften Die im Konzernabschluss enthaltene Muttergesellschaft und Tochterunternehmen sind:
Sowohl NHU und Dubay Polymer stellen spezifische Polymere her, die im Rahmen der gemeinschaftlichen Tätigkeit mit Envalior compoundiert und vermarktet werden. 31. Honorar des Abschlussprüfers Die im Jahresabschluss 2023 ausgewiesenen Honorare für die Dienstleistungen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beliefen sich auf 2,2 Mio. EUR. Die Beträge je Dienstleistungskategorie sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:
32. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Es gab keine wichtigen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Düsseldorf, 15. Juli 2024 Geschäftsführung C. MacLean S. Bennett LageberichtEnvaliorGeschäftsbericht 2023Hiermit legt die Envalior-Gruppe ihren ersten Geschäftsbericht vor. Er wurde gemäß den Grundsätzen und Anforderungen des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" erstellt. Wie im vierten Grundsatz von DRS 20 vorgesehen, vermittelt der Lagebericht die Sicht der Konzernleitung. Inhaltsverzeichnis • Über Envalior Überblick Unser Geschäftsmodell Unsere Geschichte Unsere Strategie und unsere Werte Unsere Geschäftsbereiche Forschung und Entwicklung Wesentliche nichtfinanzielle Leistungsindikatoren • Wirtschaftsbericht Das wirtschaftliche Umfeld: geringes Wirtschaftswachstum weltweit Das Marktumfeld: schwierige Bedingungen für technische Werkstoffe Geschäftsverlauf Finanzbericht • Prognosebericht Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen: geringes globales Wachstum, Rückgang von Inflation und Zinssätzen Ausblick: Verhaltener Optimismus nach positivem Jahresbeginn • Risiko- und Chancenbericht Unser Ansatz an das Management von Risiken und Chancen Unsere zentralen Risiken und Chancen ÜBER ENVALIOR Unternehmensstruktur Die Envalior GmbH (im Folgenden "die Gesellschaft") ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach deutschem Recht. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Köln, Deutschland. Ihr Geschäftssitz befindet sich in der Flughafenstraße 101, 40474 Düsseldorf, Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Köln unter der Nummer HRB 109136 eingetragen. Auf der Grundlage eines im Mai 2022 abgeschlossenen und am 1. April 2023 in Kraft getretenen Investitionsvertrags haben die Platin 2170. GmbH (im Folgenden "Advent HoldCo") und die LANXESS Deutschland GmbH (im Folgenden "LANXESS") Envalior als ein neues globales Gemeinschaftsunternehmen für technische Werkstoffe gegründet. Envalior umfasst das globale Geschäft mit Hochleistungswerkstoffen der LANXESS AG und ihrer verbundenen Unternehmen (im Folgenden der "Geschäftsbereich HPM") sowie das Geschäft mit technischen Werkstoffen einzelner Tochterunternehmen der KONINKLIJKE DSM N.V. (im Folgenden "DSM" bzw. der "Geschäftsbereich DEM" für den Geschäftsbereich "Technische Werkstoffe"). Bei der Gründung von Envalior brachte LANXESS den Geschäftsbereich HPM in die Gesellschaft ein, während bestimmte Tochterunternehmen der Gesellschaft den Geschäftsbereich DEM von DSM erwarben. Die Gesellschaft fungiert als Holdinggesellschaft von Envalior. Die Mehrheit der Anteile an der Gesellschaft wird über die Advent HoldCo indirekt von den Advent-Fondsgesellschaften gehalten. LANXESS hält einen Minderheitsanteil an der Gesellschaft. Die Envalior GmbH und ihre Tochterunternehmen bilden die Envalior-Gruppe. Überblick Envalior zählt gemessen an den Umsatzerlösen zu den weltweit führenden Anbietern technischer Werkstoffe. Die von uns hergestellten Hochleistungskunststoffe und -verbundstoffe kommen in vielen Produkten zur Anwendung, die für unsere Sicherheit, Mobilität und Lebensqualität sorgen. Diese sind beispielsweise Bestandteile von Elektroautos und Smartphones, aber auch von Laufschuhen oder medizinischen Inhalatoren. Neben unserem Hauptsitz in Düsseldorf verfügen wir über 18 Produktionsstandorte und 14 F&E-Zentren in Asien, Europa und Amerika. Unsere Belegschaft umfasst rund 4.000 Mitarbeitende in 25 Ländern, darunter Deutschland, den Niederlanden, Belgien, China, Indien und den USA. Aufgrund unserer globalen Präsenz können wir unser umfangreiches Sortiment an Werkstofflösungen mehr als 2.000 Kunden weltweit anbieten und schnell auf globale und lokale Veränderungen an den von uns betreuten Märkten reagieren. Unser Geschäftsmodell In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden nutzen wir unsere Werkstoffe und unser Know-how für die Entwicklung von Anwendungen, bei denen Leistung und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen, während wir gleichzeitig auch den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft unterstützen. Dies erreichen wir durch die Zusammenarbeit mit unseren Partnern entlang der Wertschöpfungskette - mit Spritzgießunternehmen, Systemlieferanten und Erstausrüstern - und im gesamten Entwicklungsprozess von der Herstellung von Werkstoffen bis zur Prüfung von Bauteilen. Envalior besteht aus drei Geschäftsbereichen. Die Geschäftsbereiche "Performance Materials" und "Specialty Materials" stellen Produkte mit erstklassigen Eigenschaften in Bezug auf mechanische Festigkeit, Langlebigkeit sowie Hitzebeständigkeit und elektrischen Widerstand her. Zu den führenden Marken der beiden Geschäftsbereiche gehören Stanyl ® , Arnitel ® , Durethan ® , Akulon ® und Pocan ®. Viele weltweit bekannte Unternehmen sind bei der Herstellung von Komponenten für ihre hochwertigen Produkte auf unsere Werkstoffe angewiesen, und unser Einsatz für gemeinschaftliches Arbeiten und Innovation hat zum Aufbau langfristiger Beziehungen mit ihnen beigetragen. Der Geschäftsbereich "Intermediates" erzeugt Ausgangsstoffe, die wir zur Herstellung unserer eigenen technischen Werkstoffe in dem Geschäftsbereich "Performance Materials" verwenden. Dies gewährleistet eine gute Kontrolle über unser Lieferkette. Die Rückwärtsintegration ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal unseres Unternehmens und sichert uns günstigere Materialkosten, Liefersicherheit und Marktresilienz. Zu den wichtigsten von uns belieferten Branchen und Sektoren gehören die Automobilindustrie, Elektrotechnik und Elektronik, Lebensmittelverpackungen, Industrieausrüstungen, Verbrauchsgüter, Medizinprodukte, die Transport- und Bauwirtschaft. Zu den externen Faktoren, unter deren Einfluss die Nachfrage nach unseren Produkten steht, zählen Trends in Industrie und Gesellschaft wie Mobilität und Konnektivität, die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten, die Verbraucherausgaben sowie die allgemeinen wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen. Hierauf wird in Abschnitt 2 "Wirtschaftsbericht" näher eingegangen. Unsere Geschichte Envalior wurde zwar erst vor kurzer Zeit gegründet, ist aber ein Unternehmen mit einer insgesamt mehr als 100 Jahre zurückreichenden Geschichte, da sie aus der Fusion zweier stark komplementärer Hersteller technischer Werkstoffe hervorgegangen ist, die zuvor als eigene Geschäftsbereiche von LANXESS AG und DSM, zwei großen multinationalen Unternehmen, betrieben wurden. LANXESS High Performance Materials verfügte über mehrere grundlegende Stärken: eine führende Position in der Automobilindustrie, hochwertige technische Entwicklungsleistungen und Autarkie durch die Herstellung von Rohstoffen in Europa, die sie dann in den eigenen Produkten verwenden konnte. DSM Engineering Materials hatte einen umfangreichen Kundenstamm und umfassendes Know-how im Bereich Elektrotechnik und Elektronik, einen Schwerpunkt auf Spezialwerkstoffen und eine starke Präsenz in Asien. Mit der Zusammenführung dieser Geschäftstätigkeiten unter dem Dach von Envalior und unter der Leitung eines sehr erfahrenen Führungsteams haben wir einen globalen und diversifizierten Konzern mit erheblichen Synergie- und Wachstumspotenzialen geschaffen. Unsere Strategie und unsere Werte Es ist unsere Vision, der bevorzugte Partner für nachhaltige und leistungsstarke technische Werkstoffe zu werden, die die Welt heute und in der Zukunft prägen. Wir wollen dies erreichen, indem wir:
Unsere zentralen Werte geben vor, wie wir arbeiten, wie wir aufeinander achten und wie wir unseren Planeten schützen:
In Bezug auf die Sicherheitsbilanz des Konzerns betreibt die Geschäftsleitung eine monatliche Berichterstattung und Auswertung verschiedener sicherheitsbezogener Leistungskennzahlen. Unsere Geschäftsbereiche Unser Geschäftsbereich "Performance Materials" stellt technisch hoch entwickelte Werkstoffe mit guten thermischen, mechanischen, elektrischen und anderen wichtigen Eigenschaften her. Wir sind global die Nummer zwei am Markt für PA6-Qualitäten (Durethan®, Akulon®) und haben führende Positionen bei bestimmten Nischenanwendungen von PA66 (Durethan ® , Akulon ® ) und PBT (Pocan ® , Arnite ® ). Unsere Hochleistungswerkstoffe haben ein breites Anwendungsspektrum in zahlreichen Sektoren wie beispielsweise Automobilindustrie, Elektrotechnik und Elektronik, Verbrauchsgüter, Nahrungsmitteltechnik, Wasserrohre, Medizinprodukte und Möbel. Konkrete Endanwendungen sind unter anderem Ladestecker für Elektrofahrzeuge, Schutzschalter, Skibindungen und Outdoor-Elektrogeräte. Unser Geschäftsbereich "Specialty Materials" produziert Hochleistungsharze, Verbundstoffe und hoch entwickelte thermoplastische Verbundwerkstoffe, aus denen sich leichtere, stabilere, langlebigere und nachhaltigere Endprodukte herstellen lassen. Wir bieten Qualitäten auf der Basis von Hochleistungs-Polyamiden (PA), thermoplastischen Polyestern und PPS an. Zu unseren patentierten Produkten gehören: Stanyl ® PA46, das in der Automobilindustrie und bei der Produktion von USB-Ladesteckern durch die führenden Smartphone-Hersteller der Welt weit verbreitet ist, Arnitel ® , ein thermoplastisches TPC-Copolyester mit vielen Anwendungsgebieten von Autoteilen über Ladekabel bis hin zu atmungsaktiver Outdoor-Bekleidung, außerdem der Hochleistungskunststoff Xytron ® PPS und der hochbelastbare Verbundwerkstoff Tepex ® , die in verschiedenen Teilen von Elektrofahrzeugen bzw. Strukturbauteilen Verwendung finden. Ergänzt wird das Portfolio durch ForTii ® PA4T und EcoPaXX ® PA410, bei denen es sich ebenfalls um Hochleistungspolyamide handelt. Unser Geschäftsbereich "Intermediates" stellt Rohstoffe und Kunstharze her, darunter fallen Caprolactam, Folien, Polyamide für die Extrusion sowie Glasfaser. Viele dieser Erzeugnisse verwenden wir für die Herstellung unserer eigenen technischen Werkstoffe. Diese Rückwärtsintegration ist ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil für Envalior und bietet Liefersicherheit, niedrigere Kosten sowie einen stärker gebündelten und spezialisierten Produktentwicklungsprozess zum Nutzen unserer Kunden. Der Geschäftsbereich "Intermediates" beliefert zudem externe Kunden in zahlreichen Branchen, welche vom Lebensmittelverpackungshersteller bis zum Agrarbetrieb reichen. Forschung und Entwicklung Für unseren Erfolg ist kontinuierliche Innovation entscheidend. Wir müssen den sich entwickelnden Anforderungen/Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden und die Trends, die unsere Welt prägen, mitgestalten. Dazu gehören der Übergang zu Elektrofahrzeugen und vernetzten Autos, höhere Vernetzung - von 5G-Netzen über Stromnetze bis zum Internet der Dinge - und die erneuerbaren Energien. Unsere Werkstoffe leisten einen Beitrag zum Übergang in eine emissionsarme Zukunft. Dank unserer Vorläufer-Geschäftsbereiche verfügen wir über eine langjährige Tradition in Forschung und Entwicklung, wobei wir mit unseren Kunden zusammenarbeiten, um neues Terrain für die Werkstoffwissenschaften zu erschließen und neue Produkte, Anwendungen und Teile für die Endprodukte unserer Kunden zu entwickeln. Wir betreiben 14 F&E-Zentren mit rund 300 Mitarbeitenden in der Nähe unserer Kunden weltweit und halten 1.500 Patente. Jährlich geben wir eine Summe in Höhe von rund 2 % unserer Umsatzerlöse für F&E aus. Zu den Schwerpunktbereichen für F&E gehören: Systeme für die Elektrifizierung von Antriebssträngen (Batteriesysteme, Hochspannungskomponenten, Brennstoffzellensysteme und Wasserstoffspeicherung), Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, Verbraucherelektronik (USB-C-Stecker, Smartphones und Tablets) sowie Verbrauchsgüter (Sportschuhe und Haushaltsgeräte). Ein weiterer wichtiger Forschungsbereich ist die Nachhaltigkeit. Unsere Motivation hierfür ist neben unserem eigenen Engagement zur Verbesserung der CO 2 -Bilanz unserer Werkstoffe, dass wir die Einhaltung bestehender und künftiger Vorschriften durch unsere Werkstoffe gewährleisten müssen und unsere Kunden bei der Erfüllung ihrer Nachhaltigkeitsziele unterstützen möchten. Mit unseren leistungsfähigen Verfahrenstechnikteams sind wir bestrebt, unsere Produktionsprozesse kontinuierlich zu verbessern, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und unseren Energieverbrauch sowie unsere Treibhausgasemissionen generell zu senken. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Als neu gegründetes Unternehmen haben wir zunächst zwei wesentliche Themen als nicht finanzielle Leistungsindikatoren identifiziert: Arbeitsschutz und Nachhaltigkeit. Wir untersuchen derzeit noch, welche Methoden für das neue Geschäft sich am besten zu deren Messung eignen. Aufgrund der Komplexität dieser Themen benötigen die Analyse und die Umsetzung einen gewissen zeitlichen Aufwand. Wir möchten sicherstellen, dass wir mit der gleichen Genauigkeit und Gründlichkeit vorgehen wie bei unseren wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren. Arbeitsschutz Die Sicherheit und die Gesundheit unserer Mitarbeitenden haben für uns stets oberste Priorität. Wir sind der Überzeugung, dass alle das Recht auf Sicherheit am Arbeitsplatz haben und sind bestrebt, uns gegenseitig zu schützen und unsicheren Situationen vorzubeugen. Unser Ziel ist es, Arbeitsplätze ohne Sicherheitsrisiken bereitzustellen - ob im Büro oder in unseren Produktionsstätten, ganz gleich in welchem Land der Welt - und es liegt in der gemeinsamen Verantwortung aller, aufeinander zu achten. Das bedeutet, dass wir Missstände ansprechen, um Unfälle und Verletzungen zu verhindern und mit unseren Arbeitsplätzen verbundene Gesundheitsrisiken zu minimieren. Wir melden sämtliche Arbeitsunfälle, unbeabsichtigten Freisetzungen von Stoffen, Beinaheunfälle und sonstigen Beobachtungen, um aus ihnen lernen und die Gefahr künftiger Zwischenfälle reduzieren zu können. Der Arbeitsschutz-Leitsatz von Envalior lautet: "Wir haben immer Zeit, um sicher zu arbeiten" - denn wir möchten, dass niemand an unseren Standorten einen Unfall erleidet. Diese Botschaft verbreiten wir bei Besuchern, Auftragnehmern und Mitarbeitenden. Nachhaltigkeit Envalior entwickelt Lösungen und Technologien, die den Übergang zu einer emissionsarmen Kreislaufwirtschaft ermöglichen sollen. Wir arbeiten engagiert und gemeinsam mit unseren Kunden daran, ihre Bedürfnisse und diejenigen ihrer Kunden zu erfüllen und zudem den Fußabdruck unserer eigenen Geschäftstätigkeit zu reduzieren. Unser Ziel ist es, zu den führenden Anbietern nachhaltiger technischer Werkstoffe zu gehören. Wir prüfen gegenwärtig, welche nichtfinanziellen Leistungsindikatoren am besten geeignet sind, um in die Berichterstattung für das Jahr 2025 aufgenommen zu werden. Hierzu gehören unter anderem Treibhausgasemissionen, erneuerbare Rohstoffe und Energie sowie die CO 2 -Bilanz unserer wichtigsten Produkte. Gemäß unseren aus der Corporate Sustainability Reporting Directive resultierenden Berichtspflichten werden wir in unserem Geschäftsbericht 2025 erstmalig zu Arbeitsschutz und Nachhaltigkeit berichten. Unsere Informationen werden einer unabhängigen Prüfung unterzogen, beginnend mit einer Prüfung mit beschränkter Sicherheit im ersten Berichtsjahr, die zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Prüfung mit hinreichender Sicherheit erweitert wird. WIRTSCHAFTSBERICHT In diesem Abschnitt des Berichts behandeln wir die gesamtwirtschaftlichen und marktbezogenen Rahmenbedingungen und gehen auf unseren Geschäftsverlauf sowie unsere Ertragslage ein. Das wirtschaftliche Umfeld: geringes Wirtschaftswachstum weltweit Nach Angaben von S&P Global schwächte sich das globale BIP-Wachstum von 3,1 % im Jahr 2022 auf 2,6 % im Jahr 2023 ab. Die geopolitischen Spannungen, darunter Russlands Krieg gegen die Ukraine und die Konflikte im Nahen Osten sowie die höheren Energiekosten und steigenden Zinsen, belasteten die wirtschaftliche Aktivität. Es waren erhebliche Unterschiede zwischen den Wachstumsraten der Regionen und Ländern zu beobachten, die unsere Hauptmärkte darstellen. Die Eurozone bildete 2023 das globale Schlusslicht mit einem Rückgang des Wachstums auf nur noch 0,5 %, nach 3,5 % im Jahr 2022. Die Energiepreise setzten sich in Europa auf hohem Niveau fest. Trotz einer Stabilisierung liegen sie nach wie vor höher als vor dem Krieg in der Ukraine. Die anhaltende Inflation und höheren Zinsen belasteten die Kaufkraft und Stimmung der Verbraucher zusätzlich. Chinas Wachstum fiel 2023 mit 5,2 % niedriger aus als erwartet. Seit der Corona-Pandemie hat die Krise der chinesischen Immobilienbranche, die rund 30 % zum BIP des Landes beiträgt, einen anhaltend negativen Effekt auf das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen. Die rasant steigenden Schulden der lokalen Verwaltungen und das nachlassende globale Wachstum belasteten Produktionstätigkeit, Investitionen und Arbeitsmarkt zusätzlich. Die Wirtschaft der USA erwies sich als erstaunlich robust, wobei Verbraucher- und Staatsausgaben, Investitionen der Unternehmen und ein dynamischer Arbeitsmarkt das BIP-Wachstum von 2,1 % im Jahr 2022 auf 2,4 % im Jahr 2023 ansteigen ließen. Die Volkswirtschaften der Schwellen- und Entwicklungsländer legten 2023 im Durchschnitt um 4,3 % zu. Das Marktumfeld: schwierige Bedingungen für technische Werkstoffe Das oben beschriebene schwierige makroökonomische Umfeld - insbesondere die hohen Energiepreise, die hohe Inflation und die hohen Zinsen - hatte direkte Auswirkungen auf die Werkstoffbranche und auf die chemische Industrie allgemein. Wie alle Werkstoff- und Chemieunternehmen hatten wir im Jahr 2023 aufgrund der Schwäche unserer Endmärkte auf allen unseren Märkten eine geringere Nachfrage zu verzeichnen. Verstärkt wurde dieser Effekt durch eine längere Periode, in der die Hersteller Lagerbestände abbauten. Angesichts rückläufiger Auftragseingänge von ihren Kunden entschieden sie sich für den Abbau der umfangreichen Lagerbestände, die sie 2021 und 2022 aufgebaut hatten, als die Lieferketten instabil waren. Unsere wesentlichen Endmärkte für Hochleistungswerkstoffe und Spezialwerkstoffe sind die Automobilindustrie sowie die elektrotechnische und elektronische Industrie. In der Automobilbranche stieg im Jahr 2023 die globale Produktion von PKW und leichten Nutzfahrzeugen um 10 % an, wobei die Hersteller den durch den Mangel an Mikrochips verursachten Rückstand abbauen konnten. Dies kam in unserem Geschäft jedoch nicht in vollem Umfang zum Tragen, da die Hersteller vorhandene Materialbestände aufbrauchten. Der Elektroniksektor hatte 2023 einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen, der auf geringes Verbrauchervertrauen gepaart mit einer Sättigung des Marktes zurückzuführen war. Zwischen 2020 und 2022 hatte der Sektor von einem starken Absatzanstieg während der COVID Pandemie und des auf die Lockdowns folgenden Ausgaben-Höchststands profitiert. Dies hatte zur Folge, dass viele Verbraucher 2023 noch nicht zu einem Austausch ihrer Geräte bereit waren, wie sich aus dem Rückgang der Smartphone-Auslieferungen ablesen lässt. Stattdessen gaben die Verbraucher ihr Geld an anderen Märkten aus oder legten angesichts gestiegener Zinsen und eines unsicheren Arbeitsmarktes Ersparnisse an. Die Chemieunternehmen in Europa waren stark von den bis in das Jahr 2023 hinein anhaltend hohen Energiepreisen betroffen. Dies bot Herstellern aus Asien, für die die Energiekosten nicht gestiegen waren, ein vorübergehendes Zeitfenster um PA6, eines unserer Hauptprodukte, zum Nachteil lokaler Hersteller nach Europa zu exportieren, worunter der Absatz und die Margen in der gesamten Branche litten. Dieses Arbitrage-Fenster hat sich mittlerweile weitgehend geschlossen. Im Jahresverlauf stieg der Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar, dem chinesischen Yuan und anderen relevanten Währungen, was 2023 einen gewissen negativen Wechselkurseffekt auf das berichtete und das bereinigte EBITDA hatte. Geschäftsverlauf Vor dem Hintergrund eines beispiellos schwierigen makroökonomischen Umfelds, das sich auf alle Werkstoff- und Chemieunternehmen auswirkte, schnitt Envalior 2023 insgesamt zwar schlechter ab als erwartet, unser Geschäft erwies sich aber dank unserer Diversifizierung bei Produkten, Regionen und Endmärkten als resilient. Gleichzeitig verlief die Integration unserer beiden Vorläufer-Geschäftsbereiche in Envalior nach Plan und wir freuen uns, dass wir unser Hauptziel für 2023 erreicht haben: unseren globalen Kundenstamm als neues Unternehmen ohne Unterbrechungen zu betreuen. Unser Geschäftsbereich "Performance Materials" hatte einen leichten Absatzrückgang zu verzeichnen, schnitt aber besser ab als der Gesamtmarkt. Dieses Ergebnis konnte trotz der fragilen Wirtschaftslage in Europa, dem größten geografischen Sektor des Geschäftsbereichs, erzielt werden. Der positive Effekt durch den weltweiten Anstieg der Fahrzeugproduktion wurde durch den Abbau von Lagerbeständen in der Wertschöpfungskette abgeschwächt. Unser Geschäftsbereich "Specialty Materials" litt unter der geringeren Verbrauchernachfrage nach Elektronikprodukten, dem Abbau von Lagerbeständen durch die Kunden und der schwachen Weltwirtschaft. Hiervon war insbesondere China als größter Markt des Geschäftsbereichs betroffen. Die Lage an den Elektrotechnikmärkten war stabil. Unser Geschäftsbereich "Intermediates" war wie oben beschrieben mit starkem Wettbewerb von Herstellern aus Asien konfrontiert, weshalb unsere Produktionsanlagen in Antwerpen während eines Großteils des Jahres bei reduzierter Auslastung liefen. Im zweiten Halbjahr 2023 sanken die Energiepreise in Europa beinahe wieder auf das vor dem Ukraine-Krieg verzeichnete Niveau. Zudem hatte sich bis zum Jahresende 2023 das Fenster für Exporteure aus Asien im Wesentlichen geschlossen. Finanzbericht Infolge der Fusion der beiden Vorläufer-Geschäftsbereiche DEM und HPM nahm Envalior am 1. April 2023 ihr Geschäft als zusammengehöriges Unternehmen auf. Der Abschluss für das Berichtsjahr bis 31. Dezember 2023 umfasst daher nur die operativen Ergebnisse von neun Monaten als Konzernunternehmen (1. April bis 31. Dezember 2023). Wenn in diesem Bericht von "der Berichtsperiode" die Rede ist, bezieht sich dies daher nur auf diese neun Monate und nicht auf das ganze Kalenderjahr. Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren Wir haben zwei wesentliche Indikatoren für die Ertragslage: zum einen das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen und nach Bereinigung um Sonderfaktoren und Einmaleffekte), mithilfe dessen wir die Ertragslage im Verhältnis zu unserer Wachstumsstrategie für einen bestimmten Monats-, Quartals- oder Jahreszeitraum zu messen, sowie zum anderen die Liquidität (definiert als Barguthaben abzüglich Salden von Überziehungskrediten, zuzüglich der nicht in Anspruch genommenen revolvierenden Kreditfazilität des Konzerns) zum jeweiligen Zeitpunkt. Ertragslage Die Konzernumsatzerlöse betrugen 2.008 Millionen EUR, wovon 1.166 Millionen EUR auf den Geschäftsbereich "Performance Materials", 423 Millionen EUR auf den Bereich "Specialty Materials" und 420 Millionen EUR auf den Bereich "Intermediates" entfielen). In einem schwierigen makroökonomischen Umfeld, das zu sinkenden Rohstoffpreisen und in der Folge auch zu niedrigeren Verkaufspreisen für unsere Produkte sowie zu sinkender Nachfrage führte, fielen die Umsatzerlöse in allen Geschäftsbereichen niedriger aus als erwartet. In unserem Bereich "Intermediates" herrschte überdies Preisdruck, wie oben erwähnt, insbesondere aufgrund von Importen aus Asien. Die zugehörigen Umsatzkosten für die Berichtsperiode beliefen sich 1.682 Millionen EUR, woraus ein Bruttogewinn von 326 Millionen EUR bzw. 19,38 % bezogen auf die Umsatzerlöse resultierte. Wir konnten zwar gewisse Vorteile durch sinkende Rohstoffpreise verzeichnen, doch konnten diese die Auswirkungen der geringeren Nachfrage nicht vollständig kompensieren. Die Vertriebs-, allgemeinen und administrativen Aufwendungen beliefen sich auf 537 Millionen EUR und beinhalteten außerordentliche und ungewöhnliche integrationsbezogene Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Integration der Vorläufer-Geschäftsbereiche. Insgesamt erlitt der Konzern einen betrieblichen Verlust von 180 Millionen EUR. Dieser beinhaltet die nicht zahlungswirksame Amortisierung immaterieller Vermögenswerte in Höhe von 124 Millionen EUR, die Abschreibungen auf Sachanlagen und Nutzungsrechte in Höhe von 56 Millionen EUR und 8 Millionen EUR sowie die Realisierung einer Anpassung des Kaufpreises des Inventars in Höhe von 120 Millionen EUR. Das negative Finanzergebnis von 338 Millionen EUR beinhaltet vor allem den Zinsaufwand, darunter die Amortisierung von Fremdkapitaltransaktionskosten, für die Finanzierung des Konzerns in Höhe von 345 Millionen EUR. Die Steuergutschrift in Höhe von 52 Millionen EUR beinhaltet im Wesentlichen den Steueraufwand des laufenden Jahres in Höhe von 23 Millionen EUR und die Nettoveränderung von latenten Steueransprüchen und -schulden, die zu einer Nettogutschrift von 75 Millionen EUR führt. Der Nettoverlust nach Steuern lag bei 466 Millionen EUR. Unser wesentlicher finanzieller Leistungsindikator, das bereinigte EBITDA, wird berechnet, indem der Nettogewinn oder -verlust des Konzerns durch Ausschluss der Auswirkungen von Steueraufwand oder -gutschrift, Finanzergebnis, Abschreibung, Amortisierung und Wertminderungsaufwand oder -aufholungen in Bezug auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte bereinigt wird. Das EBITDA wird außerdem um Sonderfaktoren und Einmaleffekte in den Erträgen und Aufwendungen bereinigt, um das bereinigte EBITDA zu ermitteln. Die Bereinigungen um Sonderfaktoren und Einmaleffekte beziehen sich auf signifikante außerordentliche unregelmäßige Posten und umfassen im Wesentlichen Carve-out- und transaktionsbezogene Kosten. Die nachstehende Tabelle enthält eine Überleitung des Nettoverlusts auf das bereinigte EBITDA: ÜBERLEITUNG DES NETTOVERLUSTS AUF DAS BEREINGTE EBITDA
Die bereinigte EBITDA-Marge des Konzerns beträgt 7.4 % der Umsatzerlöse. Die Liquidität des Konzerns zum 31. Dezember 2023 (und 1. April 2023) stellte sich wie folgt dar
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Der Konzern erwirtschaftete einen positiven Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 316 Millionen EUR, der vor allem aus dem Verlust für die Periode in Höhe von 466 Millionen EUR zurückzuführen ist, bereinigt um planmäßige Abschreibungen und Amortisierungen in Höhe von 189 Millionen EUR und Finanzierungsaufwendungen in Höhe von 338 Millionen EUR sowie Steuern in Höhe von 52 Millionen EUR, mit weiteren Bereinigungen um Veränderungen des Working Capital in Höhe von 343 Millionen EUR und Zahlungsmittelabflüsse für Ertragsteuern in Höhe von 35 Millionen EUR. In den Zuflüssen von Zahlungsmitteln aus dem Working Capital spiegelten sich der allmähliche Rückgang der Rohstoffpreise in der Berichtsperiode sowie eine Optimierung des Working Capital nach Abschluss der Transaktion wider. Dazu zählen das Bestreben, das Vorratsvermögen zu reduzieren sowie die Einführung eines neuen Factoring-Programms für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im 3. Quartal 2023, mit dem die Auswirkungen der Beendigung eines Supply Chain Financing-Programms im selben Zeitraum kompensiert wurden. Cashflow aus Investitionstätigkeit Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionstätigkeit in Höhe von 4.925 Millionen EUR betraf hauptsächlich den Erwerb von Tochterunternehmen nach Abzug von Zahlungsmittelbeständen in Höhe von 4.834 Millionen EUR, Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 84 Millionen EUR sowie Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 14 Millionen EUR. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Die Zahlungsmittelzuflüsse aus der Finanzierungstätigkeit des Konzerns beliefen sich in der Berichtsperiode auf 4.984 Millionen EUR und setzten sich hauptsächlich aus den Netto-Zahlungsmittelzuflüssen aus der Beschaffung von Eigenkapital, Bankdarlehen und Gesellschafterdarlehen in Höhe von 1.734 Millionen EUR, 3.430 Millionen EUR bzw. 200 Millionen EUR zusammen. Diesen standen Zinszahlungen in Höhe von 160 Millionen EUR, Transaktionskosten im Zusammenhang mit Darlehen und sonstigen Fremdkapitalaufnahmen in Höhe von 200 Millionen EUR, Tilgungszahlungen für die TLB-Darlehen in Höhe von 13 Millionen EUR sowie Leasingzahlungen in Höhe von 7 Millionen EUR gegenüber. Zum 31. Dezember 2023 summierten sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Konzerns auf 369 Millionen EUR. Investitionen DEM und HPM wurden durch Envalior von DSM bzw. LANXESS für Kaufpreise von 3.811 Millionen EUR bzw. 1.957 Millionen EUR nach beizulegendem Zeitwert erworben. Der endgültige Kaufpreis für HPM steht unter dem Vorbehalt eines regulären Rechnungsabschlussverfahrens. Im Ergebnis erfolgt kein Barausgleich, sondern eine Anpassung der jeweiligen Beteiligungen der beiden Gesellschafter der Envalior GmbH. Nach Aufteilung des Kaufpreises auf die erworbenen Vermögenswerte und Schulden verblieb ein Geschäfts- oder Firmenwert von 2.293 Millionen EUR. Dieser Geschäfts- oder Firmenwert wird zwei der drei operativen Geschäftsbereiche - "Specialty Materials" und "Performance Materials" - zugeordnet, bei denen es sich auch um die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten für die Durchführung des Werthaltigkeitstests handelt. Neben dem Geschäfts- oder Firmenwert wurden zum 1. April 2023 die erworbenen immateriellen Vermögenswerte in einer Höhe von 2.432 Millionen EUR, ein beizulegender Zeitwert von Sachanlagen in Höhe von 1.018 Millionen EUR und ein beizulegender Zeitwert des Vorratsvermögens in Höhe von 840 Millionen EUR erfasst. Abgesehen vom Erwerb von DEM und HPM hat der Konzern 97 Millionen EUR in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investiert. Der überwiegende Teil der regulären Investitionstätigkeit bei Sachanlagen betraf die üblichen Ersatzinvestitionen oder aufgrund von Vorschriften und Kapazitätserweiterungen erforderliche Investitionen. Finanzlage Zum 31. Dezember 2023, das heißt nach dem Erwerb der Geschäftsbereiche DEM und HPM, belief sich die Bilanzsumme des Konzerns auf 7.112 Millionen EUR. Die langfristigen Vermögenswerte des Konzerns (5.747 Millionen EUR) setzen sich hauptsächlich aus immateriellen Vermögenswerten einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert, Sachanlagen sowie latenten Steueransprüchen zusammen. Die kurzfristigen Vermögenswerte von 1.365 Millionen EUR enthalten Vorratsvermögen (532 Millionen EUR), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (357 Millionen EUR) sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (369 Millionen EUR). Sie enthalten zudem auch tatsächliche Ertragsteueransprüche in Höhe von 107 Millionen EUR. Das Eigenkapital belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 1.904 Millionen EUR. Das Eigenkapital besteht aus 2.464 Millionen EUR gezeichnetem Kapital und Kapitalrücklagen, 466 Millionen EUR an Verlustvorträgen und 94 Millionen EUR an Verlusten bei den sonstigen Rücklagen, unter anderem im Zusammenhang mit Fremdwährungen und Sicherungsgeschäften. Die kurz- und langfristigen Schulden des Konzerns umfassen vor allem Laufzeitdarlehen und sonstige Fremdkapitalaufnahmen (2.587 Millionen EUR), Payment-In-Kind- (PIK)-Anleihen (752 Millionen EUR) sowie das Gesellschafterdarlehen von LANXESS (170 Millionen EUR), die im Wesentlichen der Übernahmefinanzierung des Konzerns entsprechen, sowie am 1. April 2023 für den Abschluss der Transaktion in Anspruch genommene Mittel aus der RCF in Höhe von 62 Millionen EUR, und sind in den langfristigen Darlehen und sonstigen Fremdkapitalaufnahmen in Höhe von 3.444 Millionen EUR und den kurzfristigen Darlehen und sonstigen Fremdkapitalaufnahmen in Höhe von 128 Millionen EUR enthalten. Der Konzern hat latente Steuerschulden von 681 Millionen EUR, die hauptsächlich im Zusammenhang mit der Amortisierung immaterieller Vermögenswerte stehen. Die Pensionsrückstellungen des Konzerns belaufen sich 59 Millionen EUR und beziehen sich überwiegend auf Pensionsverpflichtungen in Belgien und Deutschland. Sie werden zum überwiegenden Teil aus Versicherungsverträgen finanziert. Das Planvermögen betrug zum 31. Dezember 2023 62 Millionen EUR und wurde mit dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen in Höhe von 121 Millionen EUR saldiert. Darüber hinaus hat der Konzern eine Rückstellung in Höhe von 64 Millionen EUR im Zusammenhang mit einem Vorruhestandsprogramm in Belgien gebildet, bei dem Zahlungen an Arbeitnehmer vor Eintritt in den Ruhestand fällig werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Finanzierungsstruktur und Kapitalmanagement Zur Finanzierung des Erwerbs der Geschäftsbereiche DEM und HPM hat der Konzern mehrere Konsortialkreditverträge abgeschlossen. Die drei zentrale Instrumente sind: einen Term Loan B (TLB), eine PIK-Anleihe und eine revolvierende Kreditfazilität, die zum Zeitpunkt des Closings der Transaktion zusammen eine Finanzierung von 3.6 Billionen EUR bildeten. Die im Rahmen des TLB aufgenommenen Mittel verteilen sich auf ein auf Euro lautendes Laufzeitdarlehen B1 (EUR) mit einem ausstehenden Nennbetrag von 1.150 Millionen EUR und ein auf US-Dollar lautendes Laufzeitdarlehen B1 (USD mit einem ausstehenden Nennbetrag von 1.411 Millionen USD zum 31. Dezember 2023. Nur für die auf US-Dollar lautende Tranche des B1-Darlehens werden vierteljährliche Tilgungen fällig. Diese belaufen sich pro Jahr auf 1 % des ursprünglichen Nennbetrags des Darlehens. Wir verfügen zudem über ein auf US-Dollar lautendes Laufzeitdarlehen B2 (USD) für einen Betrag von 489 Millionen USD. Bei diesem Darlehen B2 (USD) haben wir die Option Teile des Zinses als Sachleistungen zu zahlen. Für den Nennbetrag werden vierteljährliche Tilgungsraten in einer Gesamthöhe von 1 % p.a. des ursprünglichen Darlehensbetrags fällig. Die ausstehenden Nennbeträge aller TLB-Laufzeitdarlehen müssen am 31. März 2030 getilgt werden. Die PIK-Anleihen lauten auf Euro mit einem ausstehenden Nennwert von 585 Millionen EUR und auf US-Dollar mit einem ausstehenden Wert von 96 Millionen USD. Die ausstehenden Nennbeträge beider PIK-Anleihen müssen am 31. März 2031 getilgt werden. Zur Deckung des kurzfristigen Finanzierungsbedarfs verfügen wir über eine revolvierende Kreditfazilität (RCF) in Höhe von 375 Millionen EUR. Die RCF hat eine Laufzeit bis 30. September 2029. Im Rahmen der Vereinbarungen zur Transaktionsfinanzierung erhielt Envalior ein Gesellschafterdarlehen von der LANXESS AG. Diese Fazilität ist nachrangig und hat einen Nennwert von 200 Millionen EUR. Wir haben die Option, einen Teil des Zinses als Sachleistung zu zahlen. Die Laufzeit dieses Darlehens ist an spezifische Klauseln im Vertrag mit der LANXESS AG geknüpft. Das Eigenkapital des Konzerns zum 31. Dezember 2023 belief sich auf 1.904 Millionen EUR. Der zahlungswirksame Zinsaufwand des Konzerns belief sich in der Berichtsperiode auf 160 Millionen EUR. Finanzrisikomanagement In diesem Teil unseres Berichts geben wir einen Überblick über das Rahmenwerk unseres Risikomanagements und äußern uns zu den finanziellen Risiken des Konzerns. Als globales Unternehmen ist Envalior im normalen Geschäftsverlauf finanziellen Risiken ausgesetzt. Unsere Unternehmensrichtlinie zum Risikomanagement ist darauf ausgerichtet, die Auswirkungen von Markt-, Liquiditäts- und Kreditrisiken auf den Wert und die Ertragskraft der Gruppe zu mindern, um nachteilige Schwankungen von Cashflows und Ergebnissen ausgleichen zu können, ohne dabei auf die Chance zur Nutzung positiver Markttrends zu verzichten. Das Zins- und das Wechselkursrisiko werden zentral von der Stabsfunktion "Group Treasury" gesteuert, während die Rohstoffrisiken, darunter die Rohstoff- und Energiekosten, von den jeweiligen Geschäftsbereichen gemäß den vorhandenen Unternehmensrichtlinien gesteuert werden. Termingeschäfte und Geschäfte mit Finanzderivaten werden ausschließlich im Zusammenhang mit einem Grundgeschäft abgeschlossen, das im Zusammenhang mit dem üblichen Geschäftsbetrieb steht, sodass nachteilige Veränderungen beim Grundgeschäft durch die Wertänderung des Sicherungsinstruments ausgeglichen werden können. Bei den verwendeten Instrumenten handelt es sich um marktübliche Produkte. Für das Management von Zinsen und Wechselkursen werden Zinscaps, Devisenswaps und Devisentermingeschäfte eingesetzt. Termingeschäfte mit Lieferanten und/oder Finanzkontrakte werden verwendet, um eine Absicherung gegen das Risiko von Preisschwankungen bei Erdgas und Strom zu erreichen. Risikomanagementrahmen Marktrisiko Das Marktrisiko bezieht sich auf das Wechselkursrisiko, das Zinsrisiko und das Rohstoffpreisrisiko. Wechselkursrisiko Wechselkursrisiken entstehen sowohl beim Einkauf von Rohstoffen als auch beim Verkauf von Endprodukten in Währungen, die von der funktionalen Währung desjenigen Konzernunternehmens abweichen, welches die Kauf- oder Verkaufsverträge abschließt. Der Konzern ist zudem Währungsumrechnungsrisiken aus Fremdkapitalaufnahmen und Darlehensforderungen in Währungen, die von der funktionalen Währung des Schuldners oder Gläubigers abweichen, ausgesetzt. Daher ist unser Wechselkursrisikomanagement darauf ausgerichtet, das operative Geschäft des Konzerns vor Schwankungen der Ertragslage und der Cashflows durch Wechselkursänderungen zu schützen und das Wechselkursrisiko in Bezug auf Finanzierungsgeschäfte zu eliminieren, die nicht auf die funktionale Währung der jeweiligen Konzerngesellschaften lauten. Das Risikomanagement von Envalior betrifft hauptsächlich die in der Bilanz ausgewiesenen Risikopositionen und wendet die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften auf Nettoinvestitionen in Tochterunternehmen an, die durch Fremdkapitalaufnahmen in Währungen finanziert werden, die von der funktionalen Währung des Konzerns abweichen. Envalior betreibt darüber hinaus ein Risikomanagement für Positionen, die sich aus dem konzerninternen Cash-Pooling ergeben. Die Nettoposition in verschiedenen Währungen (vor allem USD, chinesischer Yuan, indische Rupie und japanischer Yen) wird auf Portfolioebene abgesichert, wobei die Netto-Risikoposition in den einzelnen Fremdwährungen für alle relevanten Unternehmen der Envalior-Gruppe ermittelt und dann mittels konzerninterner Sicherungsgeschäfte gebündelt und gegebenenfalls auf Konzernebene saldiert wird. Die verbleibenden Nettopositionen werden extern über Devisentermingeschäfte und Devisenswaps abgesichert. Zinsrisiko Das Zinsrisikomanagement hat das Ziel, das Nettoergebnis vor den negativen Auswirkungen von Schwankungen der Marktzinsen und den daraus resultierenden Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte oder Cashflows zu schützen. Der Konzern hat mehrere Zinscaps in Euro und US-Dollar abgeschlossen, um sich gegen einen Anstieg der Zinsen abzusichern. Rohstoffrisiko Die Rohstoffrisiken ergeben sich aus Änderungen der Marktpreise für den Kauf und Verkauf von Rohstoffen sowie den Kauf von Energie für die Produktionsanlagen. Während das Rohstoffpreisrisiko zum Großteil durch Verkaufsverträge mit Kunden abgesichert ist, die eine Weitergabe von Rohstoffpreisschwankungen an die Kunden ermöglichen - mitunter mit einer kurzen zeitlichen Verzögerung - wird das Energiepreisrisiko in Bezug auf den Gas- und Strombedarf für den Produktionsprozess regelmäßig überprüft und es werden Termingeschäfte vor allem mit Lieferanten abgeschlossen, um das Risiko künftiger Energiepreiserhöhungen zu mindern. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf das Risiko, dass der Konzern nicht in der Lage ist seine Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit zu bedienen oder dass er nicht in der Lage ist, am Markt kontinuierlich auf unbesicherter oder besicherter Grundlage zu einem akzeptablen Preis Mittel zur Finanzierung tatsächlicher oder geplanter Verpflichtungen aufzunehmen. Das Liquiditätsrisiko wird von der Stabsfunktion "Group Treasury" mittels der Geschäftsplanung gesteuert, um zu gewährleisten, dass die Mittel zur Finanzierung des laufenden operativen Geschäfts des Konzerns sowie aktueller und künftiger Investitionen rechtzeitig, in der richtigen Währung und zu optimalen Kosten zur Verfügung stehen. Die Liquiditätsanforderungen für den Geschäftsbetrieb, die Investitionen und andere finanzielle Aktivitäten werden mithilfe eines Finanzierungsstatus und einer Liquiditätsplanung ermittelt, die Teil des Liquiditätsrisikomanagements sind. Die Liquidität wird in einem zentralen Cash-Management-Pool gebündelt, soweit dies wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich zulässig ist. Das zentrale Liquiditätsmanagement ermöglicht eine kostengünstige Fremdkapitalaufnahme, eine vorteilhafte Verrechnung des Finanzbedarfs sowie ein striktes Working-Capital-Management. Kreditrisiko Das Kreditrisiko beinhaltet das Risiko eines finanziellen Verlusts für den Konzern, wenn ein Kunde, ein Lieferant oder eine Gegenpartei eines Finanzinstruments ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen. Das Risiko ergibt sich hauptsächlich aus den finanziellen Verpflichtungen des Konzerns gegenüber Kunden und Lieferanten, Anlagen in Wertpapieren, einschließlich Barguthaben, sowie dem Abschluss von Termingeschäften mit Finanzinstituten aufgrund des Zahlungsausfalls der jeweiligen Gegenpartei. Das Ausmaß des Kreditrisikos, dem der Konzern in Bezug auf Kunden ausgesetzt ist, wird vor allem von den individuellen Merkmalen der einzelnen Kunden beeinflusst. Jeder neue Kunde wird individuell auf seine Bonität geprüft, bevor die Standardgeschäftsbedingungen angeboten werden. Kunden, die die Bonitätsmaßstäbe des Konzerns nicht erfüllen, können nur auf besicherter Basis oder bei Vorauszahlung Geschäfte mit dem Konzern tätigen. Der Konzern mindert die Höhe des Kreditrisikos für ausstehende Barguthaben, indem er die Mittel bei verschiedenen Geldinstituten mit ausreichender Bonitätsbewertung hinterlegt. In ähnlicher Weise wird bei Termingeschäften mit Lieferanten und Geldinstituten einer bestimmten Bonitätsbewertung verfahren. PROGNOSEBERICHT Wir gehen davon aus, dass die wirtschaftliche Aktivität im Jahr 2024 weltweit aufgrund des schwierigen makroökonomischen Umfelds gedämpft bleiben wird. Nach einem positiven Jahresbeginn sind wir jedoch verhalten optimistisch bezüglich der Aussichten für unser Unternehmen. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen: geringes globales Wachstum, Rückgang von Inflation und Zinssätzen Die Prognose für das globale Wirtschaftswachstum in den Jahren 2024 und 2025 liegt gemäß dem im Mai 2024 veröffentlichten Bericht von S&P Global bei 2,7 %. Diese Wachstumsrate für 2024-25 liegt unter dem historischen Durchschnitt von 3,8 % für den Zeitraum 2000 bis 2019. Zu den Gründen für das geringere Wachstum gehören höhere Zinssätze zur Bekämpfung der Inflation, geringere steuerpolitische Unterstützung, höhere Verschuldung, mit entsprechenden Auswirkungen auf die wirtschaftliche Aktivität, sowie ein geringes Wachstum der Produktivität. Die globale Gesamtinflation wird den Erwartungen zufolge im Jahr 2024 auf 5,9 % und im Jahr 2025 auf 4,5 % sinken. Angesichts der rückläufigen Inflation und des anhaltenden Wachstums ist die Wahrscheinlichkeit eines Abrutschens in die Rezession gesunken. Bezüglich der Prognosen für unsere Hauptregionen wird für die Eurozone für die Jahre 2024 und 2025 von einer Verbesserung der Lage und einem Wachstum von 0,7 % bzw. 1,5 % ausgegangen. Für China wird für die Jahre 2024 und 2025 ein Rückgang des Wachstums auf 4,8 % bzw. 4,5 % prognostiziert, für die USA ein leichter Anstieg auf 2,5 % und danach ein Rückgang auf 1,6 % in den genannten Zeiträumen. Zu den Faktoren, die das Wachstum geringer ausfallen lassen könnten als erwartet, gehören Rohstoffpreishöchststände aufgrund geopolitischer Konflikte, darunter weiterer Angriffe auf den Schiffsverkehr im Roten Meer, oder aufgrund von Unterbrechungen der Lieferketten. Eine Verschärfung der Probleme des Immobiliensektors in China oder eine radikale Wende zu Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen könnten ebenfalls zu einer Schwächung der Weltwirtschaft führen. Marktumfeld: Schwache Nachfrage bei den technischen Werkstoffen Für die chemische Industrie wird voraussichtlich auch das Jahr 2024 ein schwieriges Jahr. In ihrem Global Chemicals Outlook für das Jahr 2024 geht Fitch Ratings davon aus, dass die schwache Nachfrage und das hohe Angebot den Absatz und die Margen der Hersteller weiter belasten werden. Fitch erwartet "eine geringe oder ausbleibende Erholung und hohe Unsicherheit, obwohl die Bedingungen schon 2023 dem Tiefpunkt des Konjunkturzyklus entsprachen". Die Ratingagentur benannte regionale Diversifizierung - die einer unserer wichtigsten Vorteile ist - und wettbewerbsfähige Kosten als wesentliche Gegenmaßnahmen. Dabei hat sich jedoch die Prognose für den Markt für technische Werkstoffe etwas aufgehellt. Fitch zufolge dürfte im zweiten Halbjahr 2024 eine Erholung der Nachfrage einsetzen, wenn die wirtschaftliche Aktivität anzieht und die Kunden beginnen, ihre Materialbestände aufzufüllen. Unser Geschäftsbereich "Performance Materials" profitiert von einer starken Marktposition in der Automobilbranche; bei der Fahrzeugproduktion wird im Jahr 2024 allerdings mit Stagnation gerechnet. Die Elektronikbranche ist ein Hauptmarkt für den Geschäftsbereich "Specialty Materials" und war im Jahr 2023 erheblich vom Abbau der Lagerbestände betroffen. Wir erwarten hier parallel zum Verbrauchsgütersektor für das Jahr 2024 eine Rückkehr auf den Wachstumspfad, da die Lagerbestände sinken und die Signale aus der Wirtschaft optimistischer stimmen. Ausblick: Verhaltener Optimismus nach positivem Jahresbeginn 2023 war ein schwieriges Jahr für alle Unternehmen der Chemie- und Werkstoffbranche, darunter auch für Envalior. Der Krieg in der Ukraine schürte die globale Unsicherheit und zog höhere Energiepreise sowie einen Anstieg von Inflation und Zinssätzen nach sich. Zusammen verursachte dies einen in der jüngeren Vergangenheit beispiellosen Rückgang der Nachfrage. Auch wenn der Druck aus dieser Richtung allmählich nachzulassen scheint - vielleicht langsamer als allgemein erhofft - sorgen neue geopolitische Konflikte, vor allem im Nahen Osten, weiterhin für erhebliche globale Unsicherheit. Vor diesem Hintergrund erwies sich Envalior, als ein diversifizierter und differenzierter Werkstoffkonzern, weiterhin als resilient und wir konnten im 1. Quartal 2024 einen positiven Start in das Jahr verzeichnen. Wir sind gut aufgestellt, um unsere Kunden in Schlüsselmärkten wie der Automobilindustrie, elektrotechnischen und elektronischen Industrie zu unterstützen und um von den Megatrends wie Mobilität, Internet der Dinge und Nachhaltigkeit zu profitieren. Unsere Initiativen zur Nutzung der Synergien aus der Integration unserer beiden Vorläufer-Geschäftsbereiche kommen gut voran. Wir sind weiterhin überzeugt von unserer Strategie und blicken verhalten optimistisch auf das kommende Jahr. Dessen ungeachtet agieren wir weiterhin proaktiv und umsichtig mit Blick auf die kurzfristige Kosten- und Liquiditätssituation um sicherzustellen, dass wir für möglicherweise auf uns zukommende weitere wirtschaftliche Herausforderungen gewappnet sind. Für das Geschäftsjahr 2024 rechnen wir angesichts der Stabilisierung der Rohstoffpreise und einer allmählichen Erholung von Nachfrage und Verkaufspreisen mit proportional steigenden Umsatzerlösen gegenüber den niedrigeren Niveaus im Jahr 2023. Unsere Geschäftsbereiche "Performance Materials" und "Specialty Materials" konnten im 1. Quartal 2024 einen Nachfragezuwachs in ihren Schlüsselsektoren Automobilindustrie, Elektrotechnik und Elektronik verzeichnen, der vor allem dem chinesischen Markt zu verdanken war. Während sich der Trend zur Elektrifizierung des PKW-Fuhrparks in Europa und den USA abzuschwächen scheint, bleibt er in China stark. Wir sind gut aufgestellt, um in allen Szenarien mit unseren Kunden zusammenzuarbeiten. Unser Geschäftsbereich "Intermediates", der im Jahr 2023 erheblich von den höheren Energiepreisen in Europa und den anschließenden Niedrigpreisimporten aus Asien betroffen war, verzeichnet derzeit eine verbesserte Marktdynamik. Die Importe von Konkurrenzprodukten aus Asien sind weitgehend zum Erliegen gekommen. Ungeachtet der von Fitch skizzierten erwarteten Marktbedingungen für das Jahr 2024 sind wir gemessen an den Marktbedingungen aus dem Jahr 2023, die dem Tiefpunkt des Konjunkturzyklus entsprachen, vorsichtig optimistisch. Diese Einschätzung wird von unseren geschäftlichen Erfahrungen und den Ergebnissen für das 1. Quartal bestätigt. Entsprechend ist zu erwarten, dass unser bereinigtes EBITDA für das Gesamtjahr 2024 proportional deutlich über dem außerordentlich niedrigen Wert im 9-Monats-Zeitraum bis 31. Dezember 2023 liegen wird. Wir gehen davon aus, dass wir von der allmählichen, mäßigen Erholung der Wirtschaft sowie von den signifikanten Synergien profitieren werden, deren Verwirklichung wir im Jahr 2024 beim Übergang in die nächste Phase unserer Integration erwarten. Die prognostizierte Liquidität wird voraussichtlich während des gesamten Jahres 2024 weitgehend stabil bleiben, wobei wir uns weiterhin proaktiv auf das Cash-Management konzentrieren. Die in diesem Lagebericht enthaltenen Aussagen über künftige Entwicklungen basieren auf der Beurteilung der Situation, die die Geschäftsführung zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts nach bestem Wissen und Gewissen vorgenommen hat. Diese Aussagen sind von Natur aus mit verschiedenen Risiken und Unsicherheiten behaftet, die zu anderen als den prognostizierten Ergebnissen führen können, falls diese Risiken bzw. Unsicherheiten tatsächlich eintreten. RISIKO- UND CHANCENBERICHT Unser Ansatz an das Management von Risiken und Chancen Envalior hat ein konzernweites Chancen- und Risikomanagementsystem eingeführt (im Folgenden als "Risikomanagementsystem" bezeichnet), das uns in die Lage versetzt, unsere Chancen und Risiken zu ermitteln, zu analysieren und zu beurteilen. Dadurch können wir die notwendigen Maßnahmen entwickeln, um die Risiken, denen wir begegnen, zu minimieren und zu bekämpfen, gleichzeitig aber Chancen so schnell wie möglich wahrnehmen. Unser Risikomanagementsystem ist eine Weiterentwicklung der bewährten Systeme, die bei unseren Vorläufer-Geschäftsbereichen HPM und DEM vorhanden waren. Seit der Gründung von Envalior im April 2023 haben wir das Risikomanagementsystem und die von beiden Geschäftsbereichen verwendeten internen Kontrollmechanismen Schritt für Schritt überprüft, um sie in ein System zusammenzuführen, das für die Art und Größe von Envalior angemessen ist. Dieser Überprüfungsprozess wird im Jahr 2024 fortgeführt. Das System beruht auf bewährten Leit- und Richtlinien unserer Vorläufer-Geschäftsbereiche, die mit den spezifischen Anforderungen von Envalior, als nicht börsennotiertem Unternehmen, aktualisiert wurden. Ein gutes Risikomanagementsystem ist nicht statisch. Wir werden kontinuierlich an der Verbesserung und Optimierung unserer Prozesse arbeiten, um unsere Geschäftsführungsmethoden zu unterstützen. Unser Risikomanagement Unser Konzern-CFO ist für die Überwachung des Risikomanagements für Envalior als Ganzes verantwortlich, während unsere Geschäftsbereiche und Stabsfunktionen für die Ermittlung, Beurteilung und Steuerung ihrer jeweiligen spezifischen Risiken im täglichen Betrieb verantwortlich sind. Unsere Geschäftsleitung überwacht unser Umfeld mit seinen Chancen und Risiken sehr sorgfältig. Sie beaufsichtigt bei Bedarf die Entwicklung und Umsetzung neuer oder erweiterter Maßnahmen zur Begrenzung der Auswirkungen sich verändernder oder neu entstehender Risiken sowie zur Nutzung von Chancen. Die Geschäftsbereiche und Stabsfunktionen sind überdies verantwortlich für die Kommunikation der jeweiligen Risiken und Chancen gegenüber ihren Teams und müssen sicherstellen, dass alle die Rolle verstehen, die sie bei der Minimierung der Wahrscheinlichkeit des Eintretens des Risikos und bei der Maximierung der Chance innehaben. Wir erfassen die wichtigsten Risiken in unserem Risikomanagementsystem und beurteilen jedes Risiko auf seine potenziellen Auswirkungen und die Wahrscheinlichkeit seines Eintretens. Außerdem entwickeln wir Minderungsmaßnahmen für jedes Risiko und setzen diese um. Die Risiken und Chancen der Envalior-Gruppe sind ihrer Art nach vergleichbar mit anderen Werkstoff- und Chemieunternehmen. Unserer Einschätzung nach kommt es durch die Zusammenführung der beiden Vorläufer-Geschäftsbereiche zu einer Abschwächung bestimmter Risiken. Gleichzeitig erhöhen sich beim Vergleich mit den beiden isoliert betrachteten Vorläufer-Geschäftsbereichen bestimmte Chancen aufgrund der größeren Differenzierung und Diversifizierung. Die Erstellung und Weiterentwicklung des Risikomanagement-Rahmenwerks der Envalior-Gruppe gewährleistet, dass unsere Risiken und Chancen kontinuierlich geprüft und aktualisiert werden. Sie bietet die Gewissheit, dass die Risiken erkannt werden und ihnen, sofern dies angemessen und praktisch umsetzbar ist, mit entsprechenden Maßnahmen adäquat begegnet wird. Daher sind wir in Anbetracht der Resilienz im historischen Vergleich, der vorhandenen Maßnahmen zur Eindämmung der Risiken und der vorhandenen Maßnahmen zur Nutzung der Chancen der Meinung, dass unser Gesamtrisikoprofil für die Größe, den Umfang und die spezifischen Merkmale der Envalior-Gruppe akzeptabel ist. Unsere zentralen Risiken und Chancen Unsere Strategie für Envalior als neues Unternehmen prägt unseren Umgang mit Chancen und Risiken. Wir wägen beides sorgsam gegeneinander ab und bleiben wachsam, wenn es um die Nutzung neuer Chancen und das Management der bei der Umsetzung unserer Strategie entstehenden Risiken geht. Im verbleibenden Teil dieses Abschnitts geben wir Informationen zu den wesentlichen Chancen und Risiken, die wir gegenwärtig beobachten und steuern. Diese Chancen und Risiken sind in zwei Kategorien aufgeteilt:
Die Geschäftsführung ist überzeugt, dass die ermittelten Risiken keinen Anlass bieten von ihrer Einschätzung abzurücken, dass von einer Unternehmensfortführung durch den Konzern auszugehen ist. Dies gilt sowohl für jedes einzelne Risiko als auch für die Risiken in ihrer Gesamtheit. Marktstellung und Wettbewerbssituation Wir begegnen in unserem Tagesgeschäft unterschiedlichen Risiken und Chancen - einigen davon aufgrund von Veränderungen des wirtschaftlichen und politischen Umfelds allgemein, anderen aufgrund der Trends, die sich am Markt herausbilden. Weitere Risiken und Chancen stehen im Zusammenhang mit den Entscheidungen, die wir als Unternehmen treffen - zum Beispiel, wie wir in kapitalintensive Projekte investieren, Fachkräfte gewinnen und binden und unseren Betrieb führen. Wir haben unsere wichtigsten Risiken und Chancen in Bezug auf unsere Marktstellung und die Wettbewerbssituation wie folgt definiert:
Umsatzerlöse (Risiko: moderat) Der allgemeine Anstieg des globalen Lebensstandards und die wirtschaftliche Entwicklung bieten bedeutende langfristige Chancen für Envalior. Da das Wirtschaftswachstum jedoch nicht linear verläuft, müssen wir auch mit den Risiken umgehen können, die mit den Schwankungen einhergehen. Diese können beispielsweise aus Inflation, geopolitischen Spannungen und Wirtschaftspolitik resultieren und die unmittelbare Nachfrage auf unseren verschiedenen Märkten sowie die Auslastung der Anlagen beeinträchtigen. Dies wiederum könnte sich auf die Ertragslage und den Cashflow von Envalior auswirken. Angesichts der Kombination aus anhaltenden Konflikten in der Ukraine und dem Nahen Osten, weiterhin hoher Inflation und hohen Energiepreisen, einer gewissen Abschwächung der Nachfrage in Schlüsselmärkten und Unterbrechungen von Lieferketten, haben diese Risiken aktuell besondere Relevanz gewonnen. All dies wirkt sich auf unsere Absatzmärkte aus. Wir begegnen diesen Risiken, indem wir:
Wir betreuen verschiedene Endmärkte, die sich durch unterschiedliche, von der Art des Wettbewerbs sowie der Verbrauchernachfrage abhängige Risiken und Chancen auszeichnen. Viele unserer Endmärkte durchlaufen tiefgreifende Transformationsprozesse, beispielsweise die Automobilindustrie. Der Übergang zu Elektrofahrzeugen eröffnet hier Chancen für uns in neuen Anwendungsfeldern, birgt allerdings auch einige Risiken, beispielsweise durch einen Rückgang der Nachfrage nach denjenigen unserer Produkte, die in Verbrennungsmotoren verbaut werden. Unsere Fokussierung auf Innovation und Technologieführerschaft hilft uns, Risiken dieser Art zu mindern, da wir kontinuierlich neue, wettbewerbsfähige sowie nachhaltigere Produkte entwickeln und neue Anwendungsgebiete erkunden. Außerdem entwickeln wir unsere Produktionsprozesse und -technologien weiter, um effizienter zu operieren und Ressourcen zu sparen. Gleichzeitig kaufen wir auch kostengünstigere Rohstoffe ein, um unsere Kosten niedrig zu halten. Als globales Unternehmen steht Envalior nicht nur im Wettbewerb mit anderen multinationalen Unternehmen, sondern auch mit regionalen Akteuren. Hierzu gehören Wettbewerber in Schwellenländern, die in der Regel einen aggressiven Ansatz verfolgen, um rasch Marktanteile zu gewinnen. Unsere engen Beziehungen mit globalen und europäischen OEM-Kunden und ihren Zulieferern sind dabei besonders wichtig. Diese Beziehungen bauen darauf auf, dass wir ein echter Entwicklungspartner mit einem umfangreichen und innovativen Produktportfolio als auch starkem Know-how in der Anwendungstechnik sind. Dies trägt dazu bei, uns von der Konkurrenz abzuheben und in allen unseren Märkten erfolgreich zu sein. Zudem wird es entscheidend für unser Wachstum sein, insbesondere für unsere Geschäftsbereiche "Performance Materials" und "Specialty Materials". In Übereinstimmung mit unseren anspruchsvollen Wachstumsplänen prüfen wir kontinuierlich potenzielle Akquisitionen, sofern sie für unser Geschäft strategisch sinnvoll sind. In einigen spezifischen Produktbereichen sind wir in gewissem Maße auf die Beziehungen mit Großkunden angewiesen. Der Verlust eines Großkunden, der Ablauf eines langfristigen Vertrags oder das Ende der Lebensdauer einer wichtigen kommerziellen Anwendung könnten hier niedrigere Umsätze zur Folge haben. Wir begegnen diesem Risiko, indem wir kontinuierlich nach neuen Projekten für Bestandskunden Ausschau halten und neue Kunden gewinnen, sodass wir verlorenes Geschäft mehr als kompensieren können. In der Praxis bedeutet dies, Chancen zur Produktakquisition und -umstellung kontinuierlich zu beobachten und nutzbar zu machen. Der Klimawandel birgt sowohl Chancen als auch Risiken für die Umsatzerlöse. Envalior kann zum Beispiel von der wachsenden Nachfrage der Kunden nach weniger CO 2 -intensiven Produkten profitieren, wenn wir weiterhin innovativ bleiben und neue Produkte entwickeln, mit denen wir konkret auf diese Nachfrage reagieren. Angebote nachhaltiger Produkte, Transparenz in Bezug auf die CO 2 -Bilanz von Unternehmen/Werkstoffen/Anwendungen sowie realistische Pläne zur Senkung der Emissionen werden in unserer Branche zunehmend zu einem Muss. Gleichzeitig könnten strengere Umweltvorschriften - zum Beispiel zur Bekämpfung der Treibhausgasemissionen - bestimmte Produktionstätigkeiten an einigen Standorten einschränken oder sogar blockieren. Wir beobachten nachhaltigkeitsbezogene Marktentwicklungen kontinuierlich und passen unsere Geschäftsstrategie, unser Produktportfolio, unsere Technologie und unser Beschaffungskonzept bei Bedarf an, um unsere führende Position behaupten zu können. Unsere Vorläufer-Geschäftsbereiche können in diesem Bereich auf eine solide Erfolgsbilanz verweisen, nicht nur in der Produktentwicklung, sondern auch bei den bestehenden, weit in die Zukunft reichenden Verpflichtungen in Bezug auf die Emissionen. Wir arbeiten an einer Verbesserung der CO 2 -Gesamtbilanz unserer Produkte, indem wir die Emissionen aus unserer Produktionstätigkeit senken und eng mit unseren Lieferanten zusammenarbeiten, um auch die CO 2 -Bilanz unserer Rohstoffe zu optimieren. Wir achten auch auf die Risiken im Zusammenhang mit unserer Betriebszulassung und behalten das regulatorische Umfeld an allen unseren Produktionsstandorten genau im Blick, um uns anpassen, in Produktionsprozesse investieren und aktuellen Entwicklungen voraus sein zu können. Forschung und Entwicklung (Risiko: moderat) Forschung und Entwicklung (F&E) sind immer mit einem gewissen Risiko verbunden, da dieser Bereich es erfordert zu experimentieren und flexibel zu reagieren, wenn die gewünschten Ergebnisse nicht erzielt werden. Auch braucht die Entwicklung neuer Ideen und Produkte Zeit. Zudem können Rückschläge oder Veränderungen in der Herangehensweise nachteilige Auswirkungen auf die Pläne haben, neue Produkte zur Serienreife und auf den Markt zu bringen. Diese Risiken lassen sich jedoch mindern, indem wir sicherstellen, dass sich Investitionen in F&E auf reale, strategische Chancen konzentrieren und F&E-Projekte sorgfältig und effizient gesteuert werden. Unser Engagement für Innovation und die Entwicklung neuer Produkte birgt daher enorme Wachstumschancen für uns. Insbesondere könnten Innovationen, mit denen wir die Nachhaltigkeitsziele unserer Kunden unterstützen, neue Chancen eröffnen. Da sich diese Chancen über verschiedene Zeiträume hinweg ergeben können, besteht unsere F&E-Pipeline aus einer Mischung kurz-, mittel- und langfristiger Projekte. Dies gibt uns außerdem die Möglichkeit, unsere Prozesse für Produktivitätssteigerung und Kostenmanagement kontinuierlich zu verbessern und gleichzeitig Innovationen zu nutzen, um neue Ideen zu entwickeln und Technologien zu testen, die neue Marktchancen für unser Unternehmen bedeuten könnten. Investitionen (Risiko: gering) Investitionen in unser Geschäft sind wichtig für die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie. Sie bedeuten aber auch Risiken im Zusammenhang mit dem geplanten Umfang, dem Budget und den Fristen bestimmter Projekte. Wir begegnen diesen Risiken mit strukturierten Prozessen, mit denen wir eine disziplinierte Herangehensweise sicherstellen. Wir überwachen geplante, ebenso wie bereits laufende, Investitionsprojekte kontinuierlich und passen unsere Herangehensweise an Veränderungen der Marktbedingungen an. In bestimmten Fällen können wir ein Projekt verschieben, wenn die wirtschaftlichen Bedingungen ungünstig sind. Wir verfügen über ein Projektsteuerungskonzept für Großprojekte, wie zum Beispiel die Integration der IT-Systeme der Vorläufer-Geschäftsbereiche. Dies umfasst auch einen Lenkungs- und Prüfungsausschuss, der Risiken schnell diskutiert, auf sie reagiert und die richtigen Maßnahmen umsetzt. Beschaffung (Risiko: moderat/hoch) Bei Envalior betrachten wir es als unsere Pflicht, unsere Geschäfte nach strengsten Verhaltens- und Ethikstandards zu führen. Ein zentrales Kriterium für die Auswahl von Geschäftspartnern ist die Frage, inwieweit sie unsere Werte teilen und einhalten. Ab dem Zeitpunkt, an dem wir die Zusammenarbeit mit ihnen aufnehmen, fordern wir von den Partnern nicht nur die Einhaltung der geltenden Gesetze und Vorschriften, sondern auch der Grundsätze unseres Verhaltenskodex für Lieferanten. Rohstoffe haben einen erheblichen Anteil an unseren Produktkosten und sind daher beim Thema Lieferkettenrisiken und -chancen ein besonderer Schwerpunkt für uns. Wir sind auf große Mengen an Massenrohstoffen und geringere Mengen hochwertiger, strategisch relevanter Rohstoffe angewiesen. Mit beiden Kategorien sind Risiken und Chancen verbunden, nicht zuletzt Volatilität bei Verfügbarkeit und Preisen. Dies gilt insbesondere für die von uns verwendeten petrochemischen Rohstoffe, die direkt oder indirekt aus Rohöl oder Erdgas hergestellt werden und daher den nicht vorhersagbaren Schwankungen der Rohstoffpreise am Weltmarkt unterworfen sind. Die Liefersicherheit ist ebenso wichtig wie der Preis. Bei vielen unserer zentralen Rohstoffe mindern wir dieses Risiko, indem wir mit mehreren Lieferanten zusammenarbeiten, sodass wir unsere Beschaffungspläne bei Bedarf schnell anpassen können. Die Leistung bestimmter zentraler Rohstofflieferanten wird von uns kontinuierlich überwacht, um Engpässe rechtzeitig erkennen und das Risiko vermeiden zu können, die Nachfrage aufgrund mangelnden Angebots nicht bedienen zu können. Im Rahmen unseres Forschungs- und Entwicklungsprozesses treffen unsere Teams bei der Entwicklung neuer Produkte oder Anwendungen außerdem eine sorgfältige Auswahl von Rohstoffen und Hilfsstoffen, um sicherzustellen, dass uns diese bei der Ausweitung der Produktion auf industriellen Maßstab in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Bei zentralen IT- und HR-Systemen haben wir entschieden mit nur einem Anbieter zusammenzuarbeiten, da wir nach sorgfältiger Analyse zu dem Schluss gekommen sind, dass der Kostenvorteil das Risiko überwiegt. Produktion (Risiko: moderat/hoch) Als produzierendes Unternehmen ist Envalior einer Reihe produktionsbezogener Risiken ausgesetzt, darunter ungeplanten Betriebsunterbrechungen, technischen Problemen sowie informationstechnologischen, betriebstechnologischen und Qualitätsproblemen. Da sich viele unserer Produktionsprozesse auf komplexe, voneinander abhängige Schritte stützen, könnten Störungen oder Ausfälle von Anlagen einen Dominoeffekt für unsere Produktionsvolumina/-zyklen zur Folge haben. Im schlimmsten Fall könnte sich ein solcher Ausfall nachteilig auf unsere Ergebnisse auswirken, zu Verletzungen führen oder Umweltschäden verursachen. Die Integration der beiden Vorläufer-IT-Systeme könnte sich ebenfalls auf Produktion und Betrieb auswirken. Um diese Risiken zu minimieren, verfügen wir über branchenübliche Verfahren zur Effizienzverbesserung und Verringerung von Abweichungen sowie über klare Qualitätsmanagement-Leitlinien. Weiterhin stellen wir sicher, dass unsere Mitarbeitenden ordnungsgemäß und regelmäßig geschult werden. In allen unseren Anlagen sind Pläne zur vorbeugenden Wartung vorhanden. Außerdem bestehen Versicherungen gegen Sachschaden und Betriebsunterbrechung. Darüber hinaus verfügen wir über Kontinuitätspläne, um dem Risiko von Betriebsunterbrechungen zu begegnen. Hierzu gehört die Verlegung der Produktion an alternative Standorte, falls ein Problem auftritt. Infolge der Integration unserer beiden Vorläufer-Geschäftsbereiche hat sich unsere Fähigkeit, die Produktion an alternative Standorte zu verlagern, deutlich erhöht. Neben den Risiken unseres Produktionsbetriebs als Ganzes werden auch die Produktionsrisiken für Schlüsselprodukte sehr sorgfältig modelliert und überwacht. Für einige dieser Schlüsselprodukte haben wir einen integrierten Planungsprozess. Dies gibt uns die Möglichkeit, Angebot und Nachfrage ganzheitlich zu verfolgen und zu überwachen und bei potenziellen Lieferketten- und Produktionsrisiken proaktiv vorzugehen. Arbeitsschutz, Umwelt und Qualität (Risiko: gering/moderat) Als verantwortungsvolles, in der chemischen Industrie tätiges Unternehmen, überwacht Envalior kontinuierlich Arbeitsschutz-, Umweltschutz- und Qualitätsrisiken in ihren Produktionsanlagen sowie an den anderen Standorten (F&E, Büros). Hierzu gehört auch der Transport von Rohstoffen und Endprodukten. Unsere Arbeitsschutzkultur ist entscheidend für das Management dieser Risiken und wird durch unseren Leitsatz "Wir haben immer Zeit, um sicher zu arbeiten" unterstrichen. Diese Kultur beginnt auf der obersten Geschäftsführungsebene und beinhaltet, dass wir in der Pflicht stehen, für Arbeitsplätze ohne Sicherheitsrisiken zu sorgen - sei es im Büro oder in der Produktionshalle. Wir verfügen über bewährte Managementprozesse und erwarten von allen - unabhängig von ihrer Position im Unternehmen - dass sie aufeinander achten und Missstände ansprechen, um Unfälle und Verletzungen zu verhindern und die mit unseren Arbeitsplätzen verbundenen Gesundheitsrisiken zu minimieren. Außerdem haben wir ein Regularium mit Notfallrettungsregeln und Sicherheitsprinzipien eingeführt, die unser Engagement unterstreichen. Um bei unseren Produkten maximale Qualität zu gewährleisten, verwenden wir die branchenüblichen Managementsysteme IATF 16949 und ISO 9001:2015. Darüber hinaus verwenden wir branchenübliche Instrumente für spezifische Anwendungsgebiete, zum Beispiel APQP (Advanced Product Quality Planning) und PPAP (Production Part Approval Process), die standardmäßig von der Automotive Industry Action Group (AIAG) eingesetzt werden. Insgesamt verfolgen wir einen Total-Quality- der unsere gesamte Tätigkeit umfasst und das kontinuierliche Engagement aller im Unternehmen erfordert. Als produzierendes Unternehmen versuchen wir kontinuierlich Risiken durch unsere täglichen Routinen und Prozesse zu mindern. Dennoch ist angesichts des Betriebs komplexer Produktionsanlagen und Produktionsprozesse immer ein gewisses Risiko mit unserer Arbeit verbunden. Manchmal kommt es zu Vorfällen, die sowohl Mensch als auch Umwelt potenziell Schaden zufügen können. Für schwerwiegende Vorfälle haben wir ein detailliertes Notfallreaktions- und Managementsystem entwickelt, das die Befehlsketten und die Schritte abbildet, die wir zur Minimierung der Auswirkungen vornehmen würden. Wir führen regelmäßig Schulungen zu diesem System durch, darunter Notfallübungen. Wenn es zu einem Zwischenfall kommt, analysieren wir die Ursachen und Folgen gründlich und stellen sicher, dass die gewonnenen Erkenntnisse in das Unternehmen rückgemeldet werden. Nach Möglichkeit implementieren wir geeignete Maßnahmen, um zu verhindern, dass sich der Vorfall wiederholt. Produktsicherheit (Risiko: gering/moderat) Die Produktsicherheit hat oberste Priorität, da die von uns verwendeten Rohstoffe und hergestellten Produkte bei unsachgemäßem Umgang negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben können. Wir ermitteln und beurteilen frühzeitig die potenziellen Sicherheits- und Umweltrisiken in unserem Produktportfolio. Geht von einem Produkt ein besonders hohes Risiko aus, beurteilen wir dieses Risiko in der gesamten Wertschöpfungskette von der Rohstoffbeschaffung bis zum Transport der Endprodukte zu unseren Kunden. Ferner statten wir unsere Kunden mit eindeutigen Sicherheitsinformationen aus, darunter Sicherheitsdatenblättern, in denen der sichere Umgang mit unseren Produkten bei Transport, Lagerung und Verarbeitung erklärt wird. Auf der übergeordneten Ebene setzen wir uns für die Einhaltung aller rechtlichen Anforderungen bezüglich der Herstellung und Vermarktung chemischer Produkte ein, zum Beispiel der Europäischen Chemikalienverordnung "REACH" oder des global harmonisierten Systems zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien "GHS". Personal (Risiko: gering) Unsere Mitarbeitenden sind der Schlüssel zum Erfolg unseres Geschäfts. Ohne ihre Kompetenzen und ihr Wissen würden wir unsere Fähigkeit riskieren die Produkte herzustellen, auf die unsere Kunden angewiesen sind. Überdies können wir unsere Strategie nur umsetzen und unser Geschäft nur ausbauen, wenn wir in unserem Team über das richtige Know-how verfügen. Als globales Unternehmen respektieren wir die Grundsätze des internationalen Rechts und betrachten es als unsere Pflicht, die notwendigen arbeitsrechtlichen Bestimmungen in den Ländern einzuhalten, in denen wir tätig sind. Wir sind bestrebt, ein sicheres, transparentes und faires Arbeitsumfeld zu bieten, welches globalen Standards entspricht. Gleichzeitig sind unsere Beschäftigungsmöglichkeiten, unser Weiterbildungsprogramm und unser wettbewerbsfähiges Prämien- und Zusatzleistungsprogramm so angelegt, dass wir die Fachkräfte, die wir für unseren Erfolg benötigen, gewinnen und an uns binden können. Wir wissen Kompetenz und Innovationsgeist zu schätzen. Die Mitarbeitenden werden über verschiedene kurz- und langfristige Anreizprogramme am Unternehmenserfolg beteiligt. Wir tolerieren intern oder in unseren Einstellungsverfahren keinerlei Form von Diskriminierung und wollen erreichen, dass sich jede und jeder bei Envalior einbezogen fühlt und Respekt erfährt. Als neu gegründetes Unternehmen haben wir eine inspirierende Marke als Arbeitgeber und eine Strategie zur Fachkräftegewinnung entwickelt, mit deren Hilfe wir intern wichtige Fachkräfte identifizieren und die besten Bewerberinnen und Bewerber gewinnen können, bevor wir am externen Markt tätig werden (unser "Internal First"-Ansatz). Wir verfolgen ein bewährtes und umfassendes, auf die Bewerbererfahrung fokussiertes Verfahren. Um das Risiko kritischer Kompetenzlücken in unseren Schlüsselpositionen zu vermeiden, führen wir regelmäßige Dialoge zur Fachkräfteentwicklung und Nachfolgeplanung, bei denen dringende und mittelfristige Personalrisiken thematisiert werden. Finanzen (Risiko: moderat) Wir überwachen und steuern diverse finanzielle Risiken auf Konzernebene, darunter Liquiditätsrisiko, Kreditausfallrisiko, Wechselkurs- und Zinsrisiko, sowie die Risiken und Chancen, die mit Schwankungen der Rohstoff- und Energiepreise verbunden sind. Wir erfassen und beurteilen jedes signifikante Finanzrisiko und stützen uns auf verschiedene wirtschaftliche Risikomanagementmaßnahmen, um die finanzielle Gesundheit unseres Unternehmens zu schützen sowie die Auswirkungen von Marktvolatilität auf unser Konzernergebnis, unsere Bilanz und unsere Cashflows zu mindern. Hierzu gehören kontinuierliches Liquiditätsmanagement und -planung, die Beurteilung zusätzlicher Kapitalmaßnahmen und der Einsatz derivativer Sicherungsinstrumente, um die mit Schwankungen von Wechselkursen und Zinssätzen verbundenen Risiken zu mindern oder die entsprechenden Chancen zu steigern. Wir verfügen über ein zentrales Liquiditätsrisikomanagementsystem, um die Zahlungsfähigkeit des Konzerns zu gewährleisten. Konzernübergreifendes Cash-Pooling ist das wichtigste Instrument in diesem System. Unsere zentrale Finanzierungsabteilung überwacht und steuert die Liquidität kontinuierlich durch kurz- und mittelfristige Planung, wobei das vorrangige Ziel darin besteht, jederzeit ausreichend Liquidität für jede einzelne Konzerngesellschaft in jedem Land und in jeder Währung sicherzustellen. Im Zuge der Gründung von Envalior hat der Konzern ein Senior Facilities Agreement (SFA) mit einem Finanzierungskonsortium abgeschlossen, um sowohl den Erwerb der beiden ehemaligen Geschäftsbereiche von DSM und LANXESS zu finanzieren als auch den betrieblichen Finanzierungsbedarf ab dem 1. April 2023 zu decken. Das SFA verpflichtet uns, bestimmte Informationspflichten gegenüber dem Finanzierungskonsortium einzuhalten. Bestimmte Konzernunternehmen fungieren im Rahmen des SFA als Bürgen. Im schlimmsten Fall kann ein Verstoß gegen die Bedingungen des SFA zur Folge haben, dass die Darlehen sofort fällig gestellt werden. Der Geschäftsführung von Envalior sind keine Anzeichen oder Umstände bekannt, die uns daran hindern würden, die Anforderungen des SFA einzuhalten. Wir verfügen über eine bereitgestellte revolvierende Kreditfazilität (RCF) in Höhe von 375 Millionen EUR, die von mehreren starken Finanzinstituten mit Investment-Grade-Rating gezeichnet wurde. Die RCF enthält eine Nebenbedingung, die nur bei einer Inanspruchnahme der RCF in einer bestimmten Höhe geprüft wird und direkt an die "Quote der erstrangig besicherten Nettoverschuldung" gekoppelt ist, die auf einen bestimmten Wert begrenzt ist. Im Jahr 2023 blieb die RCF, mit Ausnahme der Inanspruchnahme zur Abwicklung der Transaktion, zum Großteil ungenutzt. Die nicht in Anspruch genommene RCF sank zu keinem Zeitpunkt unter 300 Millionen EUR. Zusammen mit den verfügbaren Nettobarguthaben bot dies genügend Spielraum für das Tagesgeschäft. In der Berichtsperiode war der Liquiditätsbedarf des Konzerns jederzeit gedeckt. Recht und Compliance Als ein Unternehmen, das in allen großen Rechtsordnungen der Welt tätig ist, unterliegt Envalior einer wachsenden Vielfalt globaler Gesetze und Vorschriften mit Auswirkungen auf unsere Mitarbeitenden, unsere Geschäftspartner, unsere Produkte und Methoden der Unternehmensführung. Das Rechts- und Compliance-Umfeld, in dem wir tätig sind, kann daher sowohl Risiken als auch Chancen für unseren Betrieb, unsere finanzielle Stabilität und unseren Erfolg insgesamt bieten. Die Einhaltung von Gesetzen, Vorschriften und ethischen Standards ist nicht verhandelbar. Verstöße können schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen, darunter Bußgelder, Rufschädigung und Klagen. Unser Bekenntnis zur Compliance hat das Ziel sicherzustellen, dass wir ethisch arbeiten und dem Vertrauen unserer Stakeholder gerecht werden. Rechtliche Risiken umfassen Vertragsstreitigkeiten, Verletzungen geistigen Eigentums, arbeitsrechtliche Klagen und Verstöße gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen. Diese Risiken können unseren Betrieb stark stören, unsere Ressourcen belasten und unsere Ertragslage beeinträchtigen. Risiken bergen sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Rechtliche und Compliance-Risiken frühzeitig zu erkennen, gibt uns die Möglichkeit, proaktive Maßnahmen zu ergreifen. Eine Chance ergibt sich, wenn Ereignisse, Entwicklungen oder Maßnahmen unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern oder uns in die Lage versetzen, geplante Ziele zu übertreffen. Wir haben unsere wichtigsten Chancen und Risiken in Bezug auf Recht und Compliance wie folgt definiert:
Geschäftsverhalten (Risiko: gering) Der Erfolg unserer beiden Vorläufer-Geschäftsbereiche gründete sich auf ihrem integren Ruf. Als Envalior werden wir diesen Ruf bei allem, was wir tun, weiter pflegen. Einwandfreies Geschäftsgebaren ist entscheidend, um den Respekt und das Vertrauen unserer Stakeholder zu verdienen. Wir glauben daran, unsere Prinzipien vorzuleben - von der Einhaltung der relevanten Gesetze und Vorschriften bis zur Führung unserer Geschäfte gemäß den höchsten ethischen Maßstäben sowie der Verinnerlichung unserer Werte Sicherheit, Kundenorientierung, gemeinschaftliches Arbeiten, Eigenverantwortung und Neugier. Unser Verhaltenskodex gilt für alle unsere Mitarbeitenden und Berater weltweit. Wir ermutigen alle unsere Mitarbeitenden und Geschäftspartner sich zu äußern, wenn sie ein Compliance-Problem wahrnehmen. Über unsere SpeakUp-Hotline im Internet hat jede und jeder die Möglichkeit, Compliance-Bedenken einfach und anonym zu melden. Menschenrechte (Risiko: gering) Die Achtung der Menschenrechte ist bei Envalior ein Grundprinzip. Wir respektieren, schützen und unterstützen international anerkannte Menschenrechte in allen unseren geschäftlichen Aktivitäten. Wir handeln im Einklang mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit. Wir erwarten, dass unsere Geschäftspartner und Lieferanten dasselbe tun. Hierzu gehören die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Tarifverhandlungen, außerdem eine Verpflichtung zur Eliminierung von Kinderarbeit und allen Formen von Zwangs- oder Sklavenarbeit. Wir setzen uns ferner dafür ein, menschenrechtsbezogene Risiken zu ermitteln und zu bekämpfen, die durch uns verursacht werden oder zu denen wir beitragen. Für unsere Maßnahmen setzen wir die Prioritäten je nach dem Schweregrad des Problems. Rechtsstreitigkeiten (Risiko: gering) Wie alle Unternehmen sind wir Risiken im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten, Bußgeldern und Vertragsstrafen ausgesetzt. Unser Betrieb unterliegt zudem Haftungsrisiken wie der Produkthaftung sowie Haftung nach dem Patentrecht, Steuerrecht, Wettbewerbsrecht und Umweltrecht. Gesetzesänderungen können neue Risiken schaffen oder unsere rechtliche Position in bestimmten Fällen deutlich verändern. Wir haben Versicherungspolicen abgeschlossen, um einen Beitrag zur Deckung der finanziellen Konsequenzen dieser Risiken zu leisten. Weiterführend hat der Konzern Rückstellungen für rechtliche Risiken gebildet. In Bezug auf Steuern sind wir mit Risiken im Zusammenhang mit unterschiedlichen Beurteilungen unserer Geschäftsprozesse, Investitionen und Geschäftsvorfälle durch die Steuerbehörden konfrontiert, außerdem mit Steuerreformen in einzelnen Ländern sowie potenziellen Steuernachzahlungen infolge von Steuerprüfungen. Geistiges Eigentum (Risiko: moderat) Innovation ist von fundamentaler Bedeutung für den Erfolg unserer Strategie. Daher ist es entscheidend, dass wir unser geistiges Eigentum und unsere Kompetenzen schützen. Wir führen ein umfangreiches Portfolio an Patenten und Marken in verschiedenen Rechtsordnungen. Wir tun dies, um unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung zu schützen, unsere etablierten Markennamen zu sichern und unsere Innovationen in etablierten Märkten sowie in Schwellenmärkten zu verteidigen. IT-Sicherheit (Risiko: moderat) Wir stützen uns in unserer täglichen Arbeit auf ein breites Spektrum von IT- und digitalen Systemen. In einer zunehmend digital geprägten Welt steigt das Risiko eines Angriffs auf die IT-Sicherheit ständig. Ein erfolgreicher Angriff auf die IT-Sicherheit könnte mehrere Teile unseres Unternehmens beeinträchtigen. Er könnte zum Beispiel zum Verlust geistigen Eigentums führen und sowohl die Nutzung zentraler Geschäftssysteme und -infrastruktur unmöglich machen als auch eine vollständige Schließung von Produktionsanlagen nach sich ziehen. Hacker nutzen immer ausgefeiltere Methoden, um Unternehmen anzugreifen. Um diese Bedrohung zu bekämpfen, spielt unser Personal eine wichtige Rolle. Wir betreiben kontinuierliche Sensibilisierungskampagnen und regelmäßig ethische "Phishing"-Tests, entweder global oder gezielt für bestimmte Bereiche unseres Unternehmens. Darüber hinaus stellen wir E-Learning-Module bereit, um Mitarbeitenden zu helfen, ihr Wissen über IT-Sicherheit und die Warnzeichen, die sie beachten sollten, auszubauen.
Düsseldorf, 15 July 2024 Geschäftsführung C. MacLean S. Bennett Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Envalior GmbH, Köln Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Envalior GmbH, Köln, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Envalior GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der Geschäftsführung für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist die Geschäftsführung dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 15. Juli 2024 KPMG
AG
Dr. Uhde, Wirtschaftsprüfer Maar, Wirtschaftsprüferin |
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