Pure Search Germany GmbH
Selbe AdresseVermittlung von Arbeitskräften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christiane Strubel seit 24.11.2025 | Vorstandsmitglied |
Evgeni Kaplun seit 12.6.2025 | Vorstandsmitglied |
Oliver Markus Behrens seit 30.12.2024 | Vorstandsmitglied |
Florian Kulla seit 16.5.2024 | Prokura |
Christian Golle seit 16.5.2024 | Prokura |
Thomas Dr. Lindner seit 3.4.2024 | Prokura |
Moritz Karge seit 15.11.2023 | Prokura |
Jens Möbitz seit 11.9.2023 | Vorstandsmitglied |
Franciscus Johannes Kuijlaars seit 14.8.2023 | Prokura |
Giscard Monod de Froideville seit 14.8.2023 | Prokura |
Achim Dierksmeier seit 20.6.2023 | Prokura |
Wolfgang Bischof seit 7.2.2023 | Prokura |
Oliver Pucher seit 2.2.2023 | Prokura |
Ingrid Cuypers seit 25.11.2021 | Prokura |
Marc Heinrichs seit 4.8.2021 | Prokura |
Benon Dr. Janos seit 17.6.2021 | Vorstandsmitglied |
Tobias Sebastian Kai Spreiter seit 12.2.2019 | Prokura |
Roman Dr. Gaitzsch seit 21.1.2019 | Prokura |
Thorsten Schönfelder seit 3.8.2017 | Prokura |
Claudia Gandert seit 2.11.2016 | Prokura |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
flatexDEGIRO Bank AGFrankfurt am MainJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Inhalt Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung Anhang Lagebericht Bilanz zum 31. Dezember 2023
Gewinn-und-Verlust-Rechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023Grundlagen der Rechnungslegung Der Jahresabschluss der flatexDEGIRO Bank AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften, des Aktiengesetzes (AktG) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Zum Zweck der Übersichtlichkeit sind die Werte in Tausend EUR ausgewiesen. Die flatexDEGIRO Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main ist im Handelsregister beim Amtsgericht Frankfurt am Main unter der Nr. HRB 105687 eingetragen. Die flatexDEGIRO Bank AG unterhält Niederlassungen in Wien, eingetragen im Handelsregister Wien unter der Firmenbuch-Nr. FN 334642 und in Amsterdam, eingetragen im Handelsregister Amsterdam unter der KvK-Nr. 82510245. In Bulgarien wird ein weiterer Standort unterhalten, der im Wesentlichen Back-Office und IT Dienstleistungen erbringt. Mit Wirkung zum 16. Februar 2022 gründete die flatexDEGIRO Bank AG eine Tochtergesellschaft in London, Großbritannien. Die Gesellschaft firmiert als flatexDEGIRO UK Limited und ist unter der Firmennummer 13918494 registriert. Die flatexDEGIRO Bank AG ist eine 100 %-ige Tochter der flatex Finanz GmbH. Mit der flatex Finanz GmbH, Frankfurt (Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 109785), als herrschendem Unternehmen wurde am 20. Oktober 2017 eine Gewinnabführung vereinbart, die in 2021 durch eine Änderungsvereinbarung am 8. März 2021 ergänzt wurde. Die flatexDEGIRO Bank AG wird als Enkelunternehmen in den nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss der flatexDEGIRO AG, Frankfurt am Main, die als oberste Muttergesellschaft den Konzernabschluss aufstellt, einbezogen. Es wird an dieser Stelle auf § 291 HGB verwiesen. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Vermögens- und Schuldposten sind unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie der gesetzlichen Vorschriften bilanziert und bewertet. Der vorliegende Abschluss wurde unter der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. Im Einzelnen wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet: Die Barreserve ist zum Nennwert bilanziert. Die Forderungen an Kreditinstitute werden zum Nominalwert, einschließlich aufgelaufener Zinsen bis zum Bilanzstichtag, aktiviert. Zum 31. Dezember 2023 werden die bei der Deutschen Bundesbank im Rahmen der Einlagefazilität angelegten Tagesgelder nicht mehr unter der Barreserve, sondern unter den Forderungen an Kreditinstitute ausgewiesen. Zur Vergleichbarkeit wurde der Vorjahresausweis entsprechend angepasst. Die Forderungen an Kunden werden zu Anschaffungskosten bewertet. Allen erkennbaren Einzelrisiken im Kundenkreditgeschäft wurde durch die Bildung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 nach den Regelungen des IFRS 9 Rechnung getragen. Bei den Pauschalwertberichtigungen erfolgt die Berechnung unter Verwendung eines formelbasierten Verfahrens auf Basis der entsprechend IFRS 9 verwendeten Beträge zum Ausfallzeitpunkt (EAD), der erwarteten Verlustquote (LGD) und der Ausfallwahrscheinlichkeit (PD). Für Forderungen, für die sich seit der Kreditvergabe eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos ergeben hat, wird eine pauschalierte Einzelwertberichtigung, basierend auf den obigen Parametern gebildet, die den erwarteten Verlust der Restlaufzeit erfasst. Für notleidende Forderungen wird eine Einzelwertberichtigung auf Basis der individuellen erwarteten zukünftigen Zahlungsströme unter Einbezug bestehender Sicherheiten gebildet. Die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihrem Nennwert angesetzt. Sie enthalten unter anderem Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Wertberichtigungen wurden von den sonstigen Forderungen abgesetzt. Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere sowie Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere werden mit Ihren Anschaffungskosten (abzüglich erforderlicher Wertberichtigungen) angesetzt. Die Schuldverschreibungen sind dem Anlagevermögen zugeordnet, sofern sie zum Zeitpunkt des Erwerbs eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben. Die Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere sind vollständig dem Anlagevermögen zugeordnet. Die Bewertung erfolgt für Wertpapiere mit einer Restlaufzeit größer ein Jahr nach dem gemilderten Niederstwertprinzip. Soweit dauerhafte Wertminderungen eingetreten sind, wurden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die Nutzungsdauern entsprechen ihrer voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer, im Wesentlichen zwischen ein und neun Jahren. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 1.000 werden in Analogie zu den steuerrechtlichen Regelungen im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Rechnungsabgrenzungsposten werden gemäß § 250 HGB gebildet. Die Auflösung erfolgt entsprechend dem Aufwand bzw. dem Ertrag der Rechnungsperiode. Erträge und Aufwendungen werden zeitanteilig abgegrenzt und in der Periode erfolgswirksam erfasst, der sie wirtschaftlich zugerechnet sind. Die Bemessung der Erträge erfolgt grundsätzlich in Höhe der Gegenleistung. Zinserträge und Zinsaufwendungen werden unter Berücksichtigung aller vertraglichen Vereinbarungen im Zusammenhang mit den finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten im Zinsüberschuss erfasst. Provisionen für Leistungen, die über einen bestimmten Zeitraum erbracht werden, werden über die Periode der Leistungserbringung erfasst. Gebühren, die mit der vollständigen Erbringung einer bestimmten Dienstleistung verbunden sind, werden zum Zeitpunkt der vollständig erbrachten Dienstleistung erfasst (zum Beispiel Provisionserträge aus dem Wertpapierhandel). Der Ansatz der Pensionsverpflichtungen erfolgt zum notwendigen Erfüllungsbetrag. Im Hinblick auf eine zukunftsorientierte Verpflichtungsbewertung werden geschätzte Steigerungsraten mit einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Bei der Ermittlung einer Pensionsverpflichtung wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren angewendet. Die versicherungsmathematische Berechnung der Pensionsverpflichtungen erfolgte zum 31. Dezember 2023 unter Anwendung eines Zinssatzes von 1,83 % (Vorjahr: 1,79 %). Die Rentendynamik bleibt unverändert bei 2,5 % (Vorjahr: 2,5 %). Ferner beinhaltet der Posten zwei beitragsorientierte Leistungszusagen, welche wie wertpapiergebundene Versorgungszusagen behandelt werden. Nach § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB sind Pensionsrückstellungen, soweit sich die Höhe von Altersversorgungsverpflichtungen ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren des Anlagevermögens i.S.v. § 266 Abs. 2 A.III.5. HGB bestimmt, zum beizulegenden Zeitwert dieser Wertpapiere anzusetzen, soweit er einen garantierten Mindestbetrag übersteigt, d. h. die Wertansätze der Wertpapiere und der betreffenden Versorgungsverpflichtungen korrespondieren. Der garantierte Mindestbetrag ist als notwendiger Erfüllungsbetrag der Garantieleistungen anzusehen. Bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen wird, in Anwendung des § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB, der zum Stichtag ermittelte Zeitwert in Höhe von TEUR 223 (Vorjahr: TEUR 219) des hierfür gehaltenen Deckungsvermögens (versicherungsmathematisch ermittelter Aktivwert der Ansprüche aus entsprechenden Rückdeckungsversicherungen) mit den entsprechenden Rückstellungen aus Altersversorgung mit einem Erfüllungsbetrag in Höhe von TEUR 364 (Vorjahr: TEUR 353) verrechnet. Der sich ergebende passive Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 141 (Vorjahr: TEUR 134) aus der Vermögensverrechnung wird als eigener Bilanzposten ausgewiesen. Dabei sind im Berichtsjahr TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 9) Zinsaufwendungen, TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 4) Zinserträge und TEUR 9 (Vorjahr: TEUR 86) Aufwendungen für Altersvorsorge entstanden. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Durchschnittszinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Durchschnittszinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren betrug zum Bilanzstichtag TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 0). Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Rückstellungen werden gemäß § 253 Abs. 1 S. 2 HGB mit ihrem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bilanziert. Hierbei werden Erfahrungswerte zugrunde gelegt und es erfolgt eine enge Abstimmung mit den Fachabteilungen. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen in Höhe der allgemeinen Inflationsrate berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag vorgenommen. Die Rückstellungen wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für die Abzinsung wurden die Zinssätze nach Maßgabe der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) gemäß den monatlich veröffentlichten Zinssätzen der Deutschen Bundesbank zugrunde gelegt. Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des sogenannten Bankbuchs werden jährlich in ihrer Gesamtheit auf einen Verpflichtungsüberschuss untersucht. Hierzu wird ein barwertiger Ansatz genutzt. Aus der Bewertung ergibt sich keine Notwendigkeit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung nach § 340a i.V.m. § 249 Abs. 1 Satz 1 Alt. 2 HGB. Aus den Unterschieden zwischen der Handels- und Steuerbilanz resultieren ausschließlich Abweichungen, die zu aktiven latenten Steuern führen. Aufgrund der bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft erfolgt ein Ausweis beim Organträger (flatexDEGIRO AG). Die Abweichungen betreffen im Wesentlichen den Fonds für allgemeine Bankrisiken. Das Eigenkapital wurde zum Nennwert bilanziert. Die Umrechnung der im Jahresabschluss enthaltenen auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände und Schulden erfolgt gemäß § 256a HGB i. V. m. § 340h HGB zum Kassamittelkurs am Bilanzstichtag. Die Aufwendungen und Erträge in Fremdwährung werden zu Durchschnittskursen einbezogen. Aktiv- und Passivwerte entsprechen den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank. Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Erträge und Aufwendungen werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Position 5 ausgewiesen. Die Eventualverbindlichkeiten werden zum Nennwert ausgewiesen. Alle übrigen Posten werden zum Nennwert bilanziert. Anfallende negative Zinserträge aus dem Aktivgeschäft und negative Zinsen aus dem Passivgeschäft werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung jeweils offen von den Zinserträgen bzw. von den Zinsaufwendungen abgesetzt. Erläuterungen der Bilanz Postenübergreifende Angaben Beziehungen zu verbundenen Unternehmen Bezüge und Kredite der Organe Organkredite i.S.d. § 34 Abs. 2 Nr. 2 RechKredV bestehen gegenüber der flatexDEGIRO AG in Form von Avalen in Höhe von TEUR 629 (Vorjahr: TEUR 629). Sonstige Vermögensgegenstände Gegen verbundene Unternehmen bestehen zum Bilanzstichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 5.667 (Vorjahr: TEUR 3.371). Darin enthalten sind TEUR 3.298 (Vorjahr: TEUR 3.298) für in Anspruch genommene Ersatzansprüche aus dem Kauf der DeGiro B.V. in 2020. TEUR 1.376 (Vorjahr: TEUR 4) resultieren aus Kostenweiterbelastungen, im Wesentlichen aus der Ausübung von Aktienoptionsprogrammen. Anteile an verbundenen Unternehmen Am 16. Februar 2022 gründete die Bank eine Tochtergesellschaft in London, Großbritannien. Die Einlage zur Gründung der als flatexDEGIRO UK Limited firmierenden Gesellschaft erfolgte über GBP 1. Im September 2022 fand eine Kapitalerhöhung statt in Form einer zusätzlichen Einlage in Höhe von TGBP 1.000. Im Dezember 2023 erfolgte eine weitere Einlage in Höhe von TGBP 1.000. Das gesamte Eigenkapital der Gesellschaft beträgt seitdem TGBP 2.000, welches zu 100 Prozent von der flatexDEGIRO Bank AG gehalten wird. Ein Jahresabschluss der Tochtergesellschaft liegt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Anhangs noch nicht vor. Aktive Rechnungsabgrenzung Dieser Posten beinhaltet mit TEUR 2.880 (Vorjahr: TEUR 6.042) abgegrenzte Aufwendungen gegenüber der flatexDEGIRO AG. Diese werden komplett innerhalb eines Jahres fällig. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 38.271 (Vorjahr: TEUR 34.120) ausgewiesen, davon bestehen TEUR 37.642 (Vorjahr: TEUR 33.491) aus Kontokorrentverbindlichkeiten sowie TEUR 629 (Vorjahr: TEUR 629) aus Sicherheiten. Die Sicherheiten dienen der Absicherung einer möglichen Inanspruchnahme der Bank aus Avalkrediten. Die zum Bilanzstichtag bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind täglich fällig. Sonstige Verbindlichkeiten Dieser Posten beinhaltet Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 2.919 (Vorjahr: TEUR 4.867) sowie Verbindlichkeiten aus der Ergebnisabführung in Höhe von TEUR 89.206 (Vorjahr: TEUR 67.203). Sonstige postenübergreifende Angaben Termingeschäfte und Derivate Es wurden keine Termin- und Derivategeschäfte getätigt. Vermögensgegenstände und Schulden in Fremdwährung Es bestehen folgende auf ausländische Währung lautende Vermögensgegenstände und Schulden:
Geographische Aufteilung der Erträge Die Erträge werden in den Niederlassungen in Deutschland, Österreich, den Niederlanden sowie aus bankinternen Verrechnungen in Bulgarien erzielt. Die geographische Aufgliederung der Erträge und Aufwendungen ergibt sich wie folgt und zeigt die Aufwendungen und Erträge vor Konsolidierung bankinterner Verrechnungen:
Barreserve Die Barreserven und Zentralbankeinlagen sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen um TEUR 11.713 auf TEUR 89.234 (Vorjahr: TEUR 77.520). Dieser Betrag beinhaltet in Höhe von TEUR 89.212 Guthaben bei Zentralnotenbanken. Forderungen an Kreditinstitute Die täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von TEUR 2.583.354 (Vorjahr: TEUR 2.111.803) beinhalten Tagesgelder bei der Deutschen Bundesbank im Rahmen der Einlagefazilität in Höhe von TEUR 2.441.400 (Vorjahr: TEUR 1.990.000). Darüber hinaus enthalten die Forderungen an Kreditinstitute Sicherheitsleistungen in Höhe von TEUR 11.826 (Vorjahr: TEUR 21.459), die im Wesentlichen für den Wertpapier- und Devisenhandel hinterlegt sind. Die Restlaufzeit der anderen Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von TEUR 51.595 (Vorjahr: TEUR 53.918) beträgt in allen Fällen bis 3 Monate. Bei diesen Forderungen handelt es sich ausschließlich um Forderungen gegenüber Kontrahenten im Rahmen der Abwicklung von Wertpapiertransaktionen. Forderungen an Kunden Die Restlaufzeit der Forderungen an Kunden setzt sich wie folgt zusammen:
Die Forderungen an Kunden beinhalten Forderungen mit unbestimmter Laufzeit in Höhe von TEUR 895.950 (Vorjahr: TEUR 888.063), ferner wurden Kassenkredite an Kommunen in Höhe von insgesamt TEUR 261 (Vorjahr: TEUR 297) gewährt. Diese Darlehen valutieren mit Laufzeiten bis drei Monate mit TEUR 9 (Vorjahr: TEUR 9); drei Monate bis ein Jahr mit TEUR 27 (Vorjahr: TEUR 27); ein Jahr bis fünf Jahre mit TEUR 145 (Vorjahr: TEUR 145) sowie über fünf Jahre mit TEUR 80 (Vorjahr: TEUR 116). Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere Unter den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sind börsenfähige Wertpapiere in Höhe von nominal TEUR 227.171 (Vorjahr: TEUR 315.671) enthalten. Davon sind nominal TEUR 178.575 börsennotiert (Vorjahr: TEUR 280.126). Es sind Wertpapiere in Höhe von TEUR 165.000 (Vorjahr: TEUR 252.000) bei der Deutschen Bundesbank, Hauptverwaltung Frankfurt am Main, beleihbar. Der Buchwert der Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere belief sich zum Stichtag auf TEUR 228.038 (Vorjahr: TEUR 314.815). Ohne Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen betrug der Buchwert TEUR 226.581. Der beizulegende Zeitwert betrug TEUR 227.489 (Vorjahr: TEUR 311.082). Börsenfähige Wertpapiere waren als Sicherheit mit einem Nominalwert von insgesamt TEUR 194.197 (Vorjahr: TEUR 186.168) hinterlegt. Davon wurden TEUR 108.900 (Vorjahr: TEUR 107.777) wie folgt gefordert:
Aktien und nicht festverzinsliche Wertpapiere Die Bestände in Höhe von TEUR 100.708 (Vorjahr: TEUR 105.750) setzen sich aus der Anlage in zwei Immobilienfonds in Höhe von TEUR 83.591 (Vorjahr: TEUR 83.591), einem Infrastrukturfonds in Höhe von TEUR 15.567 (Vorjahr: TEUR 18.810) und einem Fußballfonds in Höhe von TEUR 1.550 (Vorjahr: TEUR 3.350) zusammen. Die flatexDEGIRO Bank AG hält bei den beiden Immobilienfonds und bei dem Fußballfonds jeweils mehr als ein Zehntel des gesamten Fondsvermögens. Das Anlageziel bei diesen Fonds ist die Investition in ein kosteneffizientes und diversifiziertes Portfolio im Vergleich zu Direktinvestments. Bei einem der beiden Immobilienfonds ergab sich bei einem Buchwert von TEUR 58.591 ein beizulegender Zeitwert von TEUR 53.881. Bei dem anderen Immobilienfonds ergab sich bei einem Buchwert von TEUR 25.000 ein beizulegender Zeitwert von TEUR 21.612. Bei dem Fußballfonds ergab sich bei einem Buchwert von TEUR 1.550 ein beizulegender Zeitwert von TEUR 1.827. Außerplanmäßige Abschreibungen nach § 253 Abs. 3 S. 5 HGB sind bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung unterblieben. Aufgrund der Prognosen der Fondsgesellschaft hinsichtlich der künftigen Wertentwicklung der beiden Fonds erwartet die Bank eine Wertaufholung innerhalb der nächsten fünf Jahre. Da bei Immobilien innerhalb dieses Zeithorizonts von einer vorübergehenden Wertminderung auszugehen ist, hat die Bank auf außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 8.097 verzichtet. Im Berichtsjahr erhielt die Bank Ausschüttungen aus dem Infrastrukturfonds in Höhe von TEUR 606 (Vorjahr: TEUR 507) sowie aus einem der beiden Immobilienfonds in Höhe von TEUR 1.662 (Vorjahr: TEUR 1.604). Aus dem anderen Immobilienfonds erhielt die Bank erstmals eine Ausschüttung in Höhe von TEUR 472. Hinsichtlich der Rückgabemöglichkeit gibt es bei den beiden Immobilienfonds und bei dem Fußballfonds folgende Beschränkungen: Bei einem der beiden Immobilienfonds können Anteile mit 12-Monatsfrist jeweils zum Geschäftsjahrsende, das heißt jeden 30.09. eines Jahres, zurückgegeben werden. Die Zahlung des Rücknahmepreises erfolgt innerhalb von vier Monaten nach dem Rücknahmetag. Die Fondsgesellschaft hat sich aufgrund der Illiquidität von Immobilien branchenüblich abgesichert und kann die Rücknahme der Anteile befristet bis maximal zweimal 24 Monate aussetzen, z. B. um genügend Liquidität für die Rückzahlung durch Veräußerung von Vermögensgegenständen zu erwirtschaften. Bei dem anderen Immobilienfonds können Anleger von der Fondsgesellschaft grundsätzlich jederzeit mindestens zweimal im Monat die Rücknahme von Anteilen und Auszahlung ihrer Anteile zum jeweils geltenden Rücknahmepreis verlangen. Jedoch kann auch hier die Gesellschaft die Rücknahme der Anteile befristet bis maximal dreimal 12 Monate aussetzen. Bei dem Fußballfonds haben Investoren keine regulären Rechte auf Rückgabe von Anteilen während der Laufzeit der Beteiligung. Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten Zum Bilanzstichtag bestehen Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 348 (Vorjahr: TEUR 348), die aus einer Sicherheit resultieren. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im nachfolgenden Anlagengitter dargestellt. Die Sachanlagen beinhalten nur Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Sonstige Vermögensgegenstände Die in der Bilanz ausgewiesenen sonstigen Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig und umfassen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 7.887 (Vorjahr: TEUR 3.688) sowie Steuerforderungen in Höhe von TEUR 3.550 (Vorjahr: TEUR 5.400). Darüber hinaus bestehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen gegenüber der Konzernmutter flatexDEGIRO AG in Höhe von TEUR 5.667 (Vorjahr: TEUR 3.371), die bereits im Abschnitt zu den postenübergreifenden Angaben näher erläutert wurden. Rechnungsabgrenzungsposten Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von insgesamt TEUR 3.470 (Vorjahr: TEUR 8.076) sind in Höhe von TEUR 3.458 innerhalb eines Jahres fällig. Die verbleibenden TEUR 12 sind innerhalb von 36 Monate fällig. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten in Höhe von TEUR 2.880 (Vorjahr: TEUR 6.042) abgegrenzte Aufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist gegenüber Kreditinstituten haben eine Restlaufzeit von bis zu 3 Monaten. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Die zum Bilanzstichtag bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind täglich fällig. Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden mit entsprechendem Planvermögen verrechnet. Es wird ein passivischer Überhang in Höhe von TEUR 141 (Vorjahr: TEUR 134) ausgewiesen. Steuerrückstellungen Im Berichtsjahr weist die flatexDEGIRO Bank AG Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 11.421 (Vorjahr: TEUR 18.184) aus. Diese betreffen die Niederlassung in Österreich in Höhe von TEUR 314 (Vorjahr: TEUR 3.742), die Niederlassung in den Niederlanden in Höhe von TEUR 10.895 (Vorjahr: TEUR 14.368) sowie die Niederlassung in Bulgarien in Höhe von TEUR 212 (Vorjahr: TEUR 75). Andere Rückstellungen Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen enthalten in Höhe von TEUR 2.156 Börsen- und Clearinggebühren. In der niederländischen Niederlassung wurde eine Rückstellung in Höhe von TEUR 3.040 für potenzielle Rückerstattungsansprüche von DEGIRO Kunden in Bezug auf belastete Negativzinsen gebildet (Vorjahr TEUR: 3.810). Die in den Rückstellungen für Beiträge und Prüfungen bereits im Vorjahr enthaltene Rückstellung für eventuelle Strafzahlungen an die niederländischen Aufsichtsbehörden in Höhe von TEUR 2.400 (Vorjahr TEUR: 2.765) besteht zum Ende des Berichtsjahres im Wesentlichen weiterhin.
Fonds für allaemeine Bankrisiken Der Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB beläuft sich unverändert auf TEUR 10.000. Dieser dient insbesondere der Schaffung von langfristigem Risikodeckungskapital im Hinblick auf die strategische Ausrichtung des Kreditbuches der Bank. Eigenkapital Das voll eingezahlte Grundkapital der flatexDEGIRO Bank AG beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr zum 31. Dezember 2023 EUR 8.468.023,00 und war zum Bilanzstichtag eingeteilt in 8.468.023 auf den Namen lautende Stückaktien. Die Anteile werden zu 100 % von der flatex Finanz GmbH, Frankfurt am Main, gehalten. Die Kapitalrücklage beläuft sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 158.922 und ist damit gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die Gewinnrücklagen betragen aufgrund des Gewinnabführungsvertrages mit der Muttergesellschaft flatex Finanz GmbH ebenfalls unverändert TEUR 15.721. Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung Zinserträge Die Zinserträge haben sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 78.408 erhöht und betrugen im Berichtsjahr insgesamt TEUR 132.445 (Vorjahr: TEUR 54.038), was einem Zuwachs von 145 Prozent entspricht. Die Zinserträge wurden in Höhe von TEUR 56.899 (Vorjahr: TEUR 23.911) in der deutschen Niederlassung, in Höhe von TEUR 70.161 (Vorjahr: TEUR 25.917) in der niederländischen Niederlassung und in Höhe von TEUR 5.386 (Vorjahr: TEUR 4.210) in der österreichischen Niederlassung erwirtschaftet. Der deutliche Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Erträgen aus der Einlagefazilität. Bereits im September 2022 hat die Bank damit begonnen, überschüssige Mittel größtenteils als Tagesgeld im Rahmen der Einlagefazilität bei der Deutschen Bundesbank anzulegen. Der Zinssatz wurde von der Deutschen Bundesbank im Laufe des Berichtsjahres mehrfach erhöht von anfänglich 2,00 Prozent auf 4,00 Prozent zum 31. Dezember 2023. Zusammen mit der Mindestreserveverzinsung, welche allerdings im September 2023 eingestellt wurde, konnten aus der Einlagefazilität Zinserträge in Höhe von TEUR 74.737 (Vorjahr TEUR 7.862) generiert werden. Die Zinserträge aus dem Lombard- und Flex-Kreditgeschäft sowie aus dem sonstigen Kreditgeschäft konnten ebenfalls gesteigert werden auf TEUR 54.644 (Vorjahr: TEUR 47.674). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf Zinserhöhungen zurückzuführen, die im Laufe des Jahres in allen Niederlassungen vorgenommen wurden. Aufgrund des Verkaufs des Factoring Portfolios sowie der strategisch gewollten, bereits in 2022 vorgenommenen Rückführung der Bestände bei den versicherten Fußballfinanzierungen, sind die Zinserträge aus dem Factoring im Berichtsjahr komplett entfallen (Vorjahr: TEUR 983). Zinsaufwendungen aus Einlagen bei der Deutschen Bundesbank sind im Berichtsjahr nicht angefallen (Vorjahr: TEUR 2.947). Zinsaufwendungen Aufgrund des Wegfalls der Negativverzinsung auf Kundeneinlagen in 2022 sind die hieraus in den Zinsaufwendungen enthaltenen Zinserträge nahezu vollständig entfallen. Sie betrugen im Berichtsjahr TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 7.648). Die positiven Zinserträge aus dem Passivgeschäft wurden in Analogie zu den Zinsaufwendungen der Bank aus der Anlage bei der Deutschen Bundesbank mit dem Zinsaufwand verrechnet. Die Zinsaufwendungen im Berichtsjahr sind zum Großteil in der niederländischen Niederlassung angefallen und resultieren aus potenziellen Erstattungen von Negativzinsen an die DEGIRO Kunden, für welche ein Konto in der deutschen Niederlassung geführt wird, in Höhe von TEUR 604 (Vorjahr: TEUR 1.763) sowie Zinsaufwendungen für Guthaben bei Clearingstellen in Höhe von TEUR 2.915 (Vorjahr: TEUR 2.059). Die Zinsaufwendungen für Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 13) wurden gem. § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB mit Zinserträgen in Höhe von TEUR 7 des Planvermögens (Vorjahr: TEUR 8) verrechnet. Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren Im Berichtsjahr erhielt die Bank Ausschüttungen aus den von ihr gehaltenen Fondsanteilen in Höhe von TEUR 2.741 (Vorjahr: TEUR 2.111). Aus dem Immobilienfonds FG Wohnen Deutschland erhielt die Bank erstmals eine Ausschüttung in Höhe von TEUR 472. Provisionsüberschuss Die Provisionserträge beliefen sich im Berichtsjahr auf TEUR 210.298 (Vorjahr: TEUR 253.007). Sie wurden in Höhe von TEUR 87.689 (Vorjahr: TEUR 117.933) in der deutschen Niederlassung, in Höhe von TEUR 99.939 (Vorjahr: TEUR 109.760) in der niederländischen Niederlassung und in Höhe von TEUR 22.670 (Vorjahr: TEUR 25.314) in der österreichischen Niederlassung erwirtschaftet. Der Provisionsüberschuss ist gegenüber dem Vorjahr um circa 21,2 % gesunken auf TEUR 164.673 (Vorjahr: TEUR 201.683). Der Rückgang geht einher mit dem sinkenden Tradingverhalten der Kunden, dem generell schwierigen makroökonomischen Umfeld und dem steigenden Zinsniveau. Ferner hat die flatexDEGIRO Bank AG zu Beginn des Berichtsjahres die teilweise erfolgte Belastung von Depotgebühren eingestellt. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten mit TEUR 12.522 (Vorjahr: TEUR 6) Erträge aus Kostenweiterbelastungen an die flatexDEGIRO AG. Darüber hinaus sind Erträge aus weiterbelasteten Dienstleistungen an Vertragspartner enthalten in Höhe von TEUR 3.142 (Vorjahr: TEUR 487). Desweiteren beinhaltet die Position Erträge aus Währungskursdifferenzen in Höhe von TEUR 3.318, die im Wesentlichen in der niederländischen Niederlassung generiert wurden und im Vorjahr aufwandsmindernd in den Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen verrechnet wurden. Ferner sind in Höhe von TEUR 1.387 (Vorjahr: TEUR 2.506) Erträge aus der Auflösung bzw. Anpassung von Rückstellungen enthalten. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 13.374 auf TEUR 199.775 (Vorjahr: TEUR 186.401) gestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem Bereich Personalaufwand in Höhe von TEUR 11.782 und ist neben Einmalzahlungen, Gehaltssteigerungen auch dem Personalaufbau geschuldet. Eine personelle Stärkung erfolgte im Wesentlichen in regulatorisch relevanten Abteilungen wie der Internen Revision, Compliance, dem Regulatorischen Reporting und Internen Kontrollen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen im Berichtszeitraum TEUR 7.879 (Vorjahr: TEUR 2.124). Der Anstieg resultiert aus zwei Strafzahlungen. Die niederländische Niederlassung entrichtete eine Geldbuße an die italienische Wettbewerbsbehörde in Höhe von TEUR 4.000. Die flatexDEGIRO Bank AG leistete die Zahlung unter Vorbehalt und geht dagegen gerichtlich vor. Die deutsche Niederlassung entrichtete im Zusammenhang mit der Sonderprüfung nach § 44 KWG eine Strafzahlung an die BaFin in Höhe von TEUR 1.050. Darüber hinaus beinhalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Wesentlichen Aufwände aus der Abwicklung von Schadensfällen in Höhe von TEUR 1.574 (Vorjahr TEUR 1.251) sowie aus Kulanzzahlungen an Kunden in Höhe von TEUR 425 (Vorjahr: TEUR 592). Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft Der Gesamtaufwand betug im Berichtsjahr TEUR 4.543 (Vorjahr: TEUR 3.090), was insbesondere auf höhere Zuführungen in die Risikovorsorge zurückzuführen ist. Der Aufwand für Kreditversicherungen belief sich im Berichtsjahr auf TEUR 53 (Vorjahr: TEUR 700). Der Rückgang steht in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf des Factoring Portfolios im Vorjahr sowie der strategisch gewollten Rückführung der Bestände bei den versicherten Fußballfinanzierungen, die bereits im Geschäftsjahr 2022 erfolgt sind. In Höhe von TEUR 1.094 (Vorjahr: TEUR 305) mussten Forderungen gegenüber Kunden abgeschrieben bzw. wertberichtigt werden. Für pauschalierte Einzelwertberichtigungen (erwartete Kreditausfälle, unabhängig vom tatsächlich eintretenden Wertberichtigungsaufwand) wurden auf 1-Jahres-Sicht TEUR 12 (Vorjahr: TEUR 66) veranschlagt. In die Risikovorsorge 2 (Ermittlung für die Gesamtlaufzeit) wurden TEUR 363 zugeführt (Vorjahr: TEUR 0). In die Risikovorsorge 3 wurden TEUR 3.011 zugeführt (Vorjahr: TEUR 2.012). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Zuführung auf abgegrenzte Zinsen bei einem Kreditengagement. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft Im Berichtsjahr wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 509 (Vorjahr: TEUR 536) ergebniswirksam aufgelöst. Außerdem erhielt die Bank Zahlungseingänge zu in Vorjahren abgeschriebenen Forderungen in Höhe von TEUR 117 (Vorjahr: TEUR 154). Es erfolgten keine Zuschreibungen zu Anleihen im Geschäftsjahr 2023 (Vorjahr: TEUR 233). Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere Bei dieser Position handelt es sich vollständig um Kursverluste aus endfällig gewordenen Anleihen. Außerordentliches Ergebnis Im Berichtsjahr betrug das außerordentliche Ergebnis TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 21). Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Der Gesamtbetrag in Höhe von TEUR 15.783 (Vorjahr: TEUR 4.749) beinhaltet im Wesentlichen die von den einzelnen Niederlassungen zu entrichtenden Körperschaftsteuern. In der niederländischen Niederlassung wurden TEUR 13.057 (Vorjahr: TEUR 1.776) gebucht, in der österreichischen Niederlassung TEUR 2.466 (Vorjahr: TEUR 2.818) und in der bulgarischen Niederlassung TEUR 260 (Vorjahr: TEUR 155). Sonstige Angaben Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen Es bestehen zum 31. Dezember 2023, wie auch im Vorjahr, Bürgschaften in Höhe von TEUR 8. Die unwiderruflichen Kreditzusagen in einer Gesamthöhe von TEUR 153 (Vorjahr: TEUR 1.354) resultieren aus sonstigen Finanzierungen. In der Kalkulation der Risikovorsorge werden sie in Form von Rückstellungen berücksichtigt. Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme wird aufgrund bisheriger Erfahrungen als sehr gering eingechätzt. Es erfolgt eine regelmäßige Überwachung im Rahmen der üblichen Prozesse. Finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB bestehen im Wesentlichen gegenüber der flatexDEGIRO AG und betreffen einen Rahmenvertrag über IT-Leistungen, einen weiteren Vertrag bezüglich diverser Dienstleistungen der flatexDEGIRO AG (Personal- und Sachkostenumlagen) sowie Sponsoringumlagen. Sie betragen insgesamt TEUR 122.126 (Vorjahr: TEUR 106.126). Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen in Höhe von TEUR 14.634 (Vorjahr: TEUR 13.259). Diese resultieren zum überwiegenden Teil aus Miet- und Leasingverpflichtungen. Im Rahmen der Verschmelzung der DeGiro B.V., Amsterdam, auf die flatexDEGIRO Bank AG hat diese als Rechtsnachfolgerin Garantien zur Abwicklung von Wertpapiertransaktionen über die zweckgebundenen Stiftungen übernommen. Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme wird aufgrund bisheriger Erfahrungswerte als sehr gering eingeschätzt. Ausschüttungsgesperrte Beträge Die folgende Tabelle zeigt die zum 31. Dezember 2023 ausschüttungsgesperrten Beträge.
Die ausschüttungsgesperrten Beträge unterliegen keiner Abführungssperre in Bezug auf die Gewinnabführung, da sie durch frei verfügbare Rücklagen gedeckt sind. Beschäftigte Im Durchschnitt des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden 929 (Vorjahr: 867) Mitarbeiter beschäftigt.
Organmitglieder und -bezüge Die Vorstandsmitglieder der flatexDEGIRO Bank AG sind: Frank Niehage, Vorstandsvorsitzender, zuständig für Markt Frankfurt am Main Muhamad Said Chahrour, Vorstand, zuständig für Markt (bis 25.07.2023) Frankfurt am Main Dr. Benon Janos, Vorstand, zuständig für Marktfolge Hofheim am Taunus Dr. Matthias Heinrich, Vorstand, zuständig für Marktfolge Graz/Österreich Steffen Jentsch, Vorstand, zuständig für IT und Organisation Frankfurt am Main Stephan Simmang, Vorstand, zuständig für IT und Organisation Bendorf Jens Möbitz, Vorstand, zuständig für Markt (ab 01.09.2023) Meerbusch Die Gesamtbezüge der Vorstände betrugen im Berichtsjahr TEUR 647 (Vorjahr: TEUR 1.079). Der Aufsichtsrat der flatexDEGIRO Bank AG bestand im Berichtsjahr aus den folgenden Mitgliedern:
Die Aufwendungen für Aufsichtsratsvergütungen betrugen TEUR 281 (Vorjahr: TEUR 280). Vorschüsse und Kredite an Organe des Unternehmens An das Aufsichtsorgan der flatexDEGIRO Bank AG wurden keine Vorschüsse gewährt. Kredite wurden insgesamt in Höhe von TEUR 250 mit einer Inanspruchnahme zum Berichtsstichtag in Höhe von TEUR 0 gewährt. An den Vorstand der flatexDEGIRO Bank AG wurden weder Vorschüsse noch Kredite gewährt oder in Anspruch genommen. Haftungsverhältnisse zugunsten der Organe wurden nicht eingegangen. Abschlussprüferhonorar Vom Wahlrecht gemäß § 285 Nr. 17 HGB wurde Gebrauch gemacht. Demzufolge wird das Abschlussprüferhonorar im Konzernabschluss der flatexDEGIRO AG ausgewiesen. Ergebnisverwendung Der Überschuss des Geschäftsjahres beträgt vor Gewinnabführung EUR 89.206.250,64. Dieser wird gemäß Gewinnabführungsvertrag vom 20. Oktober 2017, in Verbindung mit der Ergänzungsvereinbarung vom 8. März 2021, an die Muttergesellschaft flatex Finanz GmbH, Frankfurt am Main, abgeführt. Kapitalrendite gem. § 26a Abs. 1 S. 4 KWG In § 26a KWG wird die Kapitalrendite als Quotient aus Nettogewinn und durchschnittlicher Bilanzsumme definiert. Die Berechnung der Kapitalrendite findet aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages mit der flatex Finanz GmbH keine Anwendung. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag (Nachtragsbericht) Der Hauptsitz der österreichischen Niederlassung der flatexDEGIRO Bank AG wird voraussichtlich mit Wirkung zum 01.04.2024 von Wien nach Graz verlagert. Über weitere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ist nicht zu berichten.
Frankfurt am Main, den 26. Februar 2024 Frank Niehage Dr. Benon Janos Dr. Matthias Heinrich Steffen Jentsch Stephan Simmang Jens Möbitz 1 Wirtschaftsbericht 1.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Weltwirtschaft Die Lage der Weltwirtschaft hat sich im Berichtsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr nicht merklich verbessert. Vielmehr stand die globale Wirtschaftsentwicklung in 2023 erneut vor mehreren Herausforderungen und wurde zudem von zahlreichen Krisen beeinflusst. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und den daraus entstandenen Produktions- und Logistikstörungen konnten zunehmend eingedämmt werden. Hinsichtlich der geopolitischen Lage trug der Russland-Ukraine-Krieg zu weiterhin anhaltenden Spannungen bei. Der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat die geopolitische Unsicherheit jedoch nochmals verschärft. Daraus resultierend stieg die Gefahr einer Blockbildung in der Weltwirtschaft, welche zu einer Umstrukturierung der globalen Wertschöpfungsketten und einer Verlangsamung der internationalen Handelsbeziehungen führen kann. Zugleich stagnierte das Wirtschaftswachstum infolge der hohen Zinsniveaus. Global betrachtet waren die Inflationsraten weiterhin sehr hoch und lagen teilweise im zweistelligen Bereich. Demzufolge hielten die Zentralbanken an einer restriktiven Geldpolitik fest und verhinderten somit einen weiteren Anstieg der Inflationsraten, welche zudem gegen Ende des Jahres 2023 wieder deutlich gesenkt werden konnten. 1 Die Energiepreisschocks im Jahr 2022 belasteten die Industrien auch im Berichtsjahr 2023 noch deutlich. Hierbei waren insbesondere die industriestarken Regionen Mitteleuropas betroffen. Die gesamtwirtschaftliche Produktion blieb weitgehend auf demselben Niveau. Der Arbeitsmarkt im Euroraum blieb weiterhin angespannt. Überdies hat sich die Konsumnachfrage der privaten Haushalte, bedingt durch eine schwache Reallohnentwicklung rückläufig entwickelt. Die konjunkturelle Entwicklung in den USA erhielt hingegen einen neuen Auftrieb. Trotz Leitzinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf 5,5 %, stellte sich der Arbeitsmarkt als äußert robust dar. Die Konsumentenstimmung war trotz der vorhergenannten restriktiven Geldpolitik positiv. Grund hierfür waren die gestiegenen Realeinkommen. Die Inflationsrate lag unter dem globalen Durchschnitt bei 3,0 %. 2 Die Wirtschaftsdynamik in den Entwicklungs- und Schwellenländern blieb sehr heterogen. Während Länder wie Indien und Indonesien weiterhin kräftige Wachstumsraten verbuchten, blieb die wirtschaftliche Dynamik in China gedämpft. Obwohl nach Überwindung der Null- Covid-Politik die Zeichen auf Wachstum standen, wurde die Binnenkonjunktur durch den schlecht laufenden Immobilienmarkt, der sowohl die Investitionstätigkeit eindämmt als auch die Vermögensseite der privaten Haushalte schwächt, spürbar eingebremst. 3 Hinsichtlich der zukünftig globalen wirtschaftlichen Entwicklung, prognostizieren die analysierten Wirtschaftsinstitute (siehe nachfolgende Tabelle "Globales BIP (real) in % gegenüber dem Vorjahr") einen eher verhaltenen Aufschwung. Obwohl die Reallöhne aufgrund nachlassender Inflation insgesamt wieder steigen und gleichzeitig Rohstoffpreise, insbesondere Energiekosten, gesunken sind, besteht bei Unternehmen und Konsumenten weiterhin eine hohe Unsicherheit. Dies ist auf die angespannte geopolitische Situation zurückzuführen. Neben dem anhaltenden Russland-Ukraine-Krieg liegt das Hauptaugenmerk auf dem Nahostkonflikt, dessen Folgen und Auswirkungen schwer einzuschätzen sind. Hinzu kommen wirtschaftliche Konflikte, wie beispielsweise zwischen den USA und China. Auch die teils divergierende Wirtschaftspolitik innerhalb der Länder Europas und innenpolitische Unsicherheiten in der US-amerikanischen Politik sind Unsicherheitsfaktoren, die die wirtschaftliche Entwicklung dämpfen. Zudem sind die Auswirkungen der Geldpolitik und der starken Zinserhöhungen noch nicht vollständig in der Realwirtschaft angekommen. Insgesamt betrachtet, wird sich die schwache wirtschaftliche Dynamik auch in 2024 fortsetzen. 4
1 IW Köln (Hg.): IW-Konjunkturprognose
Winter 2023: Hausgemachte Probleme verschärfen
konjunkturelle Schwäche. Nr. 65/2023. 13. Dezember
2023.
Für das Jahr 2023 wird ein globales Wachstum von durchschnittlich 2,7 % prognostiziert, welches in 2024 leicht sinken wird und auf auf 2,5 % fällt, was vor allem auf die Auswirkungen der geldpolitischen Straffung in den Industrieländern zurückzuführen ist. Es wird davon ausgegangen, dass die Weltwirtschaft im Projektionszeitraum langsamer wachsen wird, als es im historischen Durchschnitt der Fall war. 5 Für das Jahr 2025 ist demnach mit einem leichten Zuwachs von +0,3 % gegenüber dem Vorjahr auf 2,8 % gemäß der durchschnittliche Prognosen der nachfolgend genannten Institute zu rechnen. Globales BIP (real) in % gegenüber dem Vorjahr
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen in Europa Die Konjunktur im Euroraum hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2023 abgeschwächt. Belastend wirkten sich restriktivere Finanzierungsbedingungen, ein geringes Vertrauen in die Wirtschaft und Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit aus. Den aktuellen Prognosen zufolge wird sich die Wirtschaft etwas langsamer erholen als in den von Experten der EZB erstellten gesamtwirtschaftlichen Projektionen vom September 2023 angenommen. 10 Viele Frühindikatoren zeichnen nach einer ohnehin nur mäßigen Expansion der Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr ein zunehmend schwächeres Konjunkturbild. So hat sich das Verbrauchervertrauen zwar weiter erholt, jedoch waren Unternehmen zuletzt deutlich weniger zuversichtlich als noch vor einigen Monaten; insbesondere in der Industrie ist die Stimmung derzeit schlecht. Diese negativen Stimmungstendenzen dürften sich allerdings nicht verfestigen. Die Konjunktur dürfte im Prognosezeitraum vor dem Hintergrund einer weitgehenden Normalisierung der Energiepreise, steigender Realeinkommen und einer zunehmenden Unterstützung durch das weltwirtschaftliche Umfeld wieder an Fahrt gewinnen. Da die Geldpolitik wahrscheinlich nur vorsichtig gelockert werden wird, ist von einer geringen wirtschaftlichen Dynamik auszugehen. 11
4 IfW Kiel (Hg.): Kieler Konjunkturberichte:
Weltwirtschaft im Winter 2023. Nr. 109 (2023/Q4). 13.
Dezember 2023.
Die Auswirkungen der restriktiveren Geldpolitik der EZB und die ungünstigen Kreditkonditionen wirken sich weiterhin auf die Wirtschaft aus und beeinflussen die kurzfristigen Wachstumsaussichten. Diese dämpfenden Effekte dürften im späteren Verlauf des Projektionszeitraums nachlassen und das Wachstum stützen. Den aktuellen Erwartungen zufolge wird sich das jahresdurchschnittliche Wachstum des realen BIP von 3,4 % im Jahr 2022 auf 0,6 % im Jahr 2023 abschwächen. Im Jahr 2024 dürfte es sich wieder auf 0,8 % erholen. Im Vergleich zu den Projektionen vom September 2023 wurden die Aussichten für das BIP-Wachstum in den Jahren 2023 und 2024 angesichts der jüngsten Datenveröffentlichungen und der zuletzt schwachen Umfrageergebnisse leicht nach unten korrigiert. 12 Kurzfristindikatoren deuten auf eine schwache Konjunktur im vierten Quartal 2023 hin. Ab Anfang 2024 dürfte das Wachstum jedoch wieder anziehen, da die real verfügbaren Einkommen - gestützt durch eine rückläufige Inflation, ein robustes Lohnwachstum und eine stabile Beschäftigungslage - steigen und das Exportwachstum dank einer Belebung der Auslandsnachfrage wieder zulegt. 13 Im Euroraum schwächte sich die Konsumnachfrage der privaten Haushalte aufgrund der ungünstigeren Reallohnentwicklung ab. Weiterhin belastet der Energiepreisschock des Vorjahres die Industriekonjunktur, insbesondere in den industriestarken Regionen Zentraleuropas. Trotz der weitgehend unveränderten gesamtwirtschaftliche Produktion vom vierten Quartal 2022 bis zum dritten Quartal 2023, bleiben die Arbeitsmärkte im Euroraum angespannt. Die demografisch bedingte Verknappung des Arbeitskräfteangebots erhöht die Suchkosten und verringert die Rekrutierungschancen der Unternehmen. Beschäftigte dürften daher trotz Unterauslastung eher in den Betrieben gehalten werden. Die Inflationsrate ist zuletzt deutlich auf 2,4 % im November 2023 gesunken und liegt damit nur noch knapp über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). 14 Die Einschätzungen deuten darauf hin, dass die mittelfristigen Inflationserwartungen insgesamt auf dem Inflationsziel der EZB von 2,0 % verankert bleiben. Die HVPI- Gesamtinflation dürfte von 5,4 % im Jahr 2023 auf durchschnittlich 2,7 % im Jahr 2024 zurückgehen. Im Vergleich zu den Projektionen vom September 2023 wurde die HVPI-Inflation für die Jahre 2023 und 2024 nach unten korrigiert. Dies ist vor allem auf die aktuellen Daten, die niedriger als erwartet ausfallen, und auf die niedrigeren Annahmen für die Energierohstoffpreise zurückzuführen. 15 Konjunkturelle Entwicklung Deutschland Im Berichtsjahr 2023 war die deutsche Wirtschaftskonjunktur wie auch in den Vorjahren noch deutlich von der COVID-19-Pandemie sowie durch den Russland-Ukraine-Krieg verursachte Energiekrise gezeichnet. Festzustellen ist, dass sich die Wirtschaftsleistung auf demselben Niveau wie vor Ausbruch der Corona-Pandemie vor vier Jahren befindet. In der genannten Zeitspanne wurde die deutsche Wirtschaftsentwicklung von allen anderen Volkswirtschaften innerhalb des Euro-Raums überholt. 16
11
https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/
Aufgrund von Materialengpässen in den Jahren 2021 und 2022 und der Energiekrise, hat sich ein Import-, Erzeuger- und Verbraucherpreisschock gebildet und die deutsche Wirtschaft stark beeinträchtigt. Dies hatte zur Folge, dass die Inflationsrate im ersten Quartal 2023 auf 8,2 % gestiegen ist. Einher gingen hohe Rückgänge hinsichtlich der Realeinkommen und Kaufkraft. 17 Nachdem das Bundesverfassungsgericht im November 2023 die Umschichtung der aus der Corona-Pandemie übriggebliebenen Kreditermächtigungen in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) für nichtig erklärte, stehen sämtliche verabschiedete und geplante finanzpolitische Maßnahmen im Fokus der öffentlichen Debatte. Durch die hieraus entstandene Haushaltslücke wird davon ausgegangen, dass zukünftige seitens der Bundesregierung geplanten finanzpolitischen Maßnahmen eher restriktiver Natur sein werden. 18 Höhere Finanzierungskosten als Folge der strafferen Geldpolitik dämpfen die privaten Investitionen, insbesondere im Wohnungsbau. Darüber hinaus sind der stärkere Euro und die hohe Lohndynamik ein Gegenwind für die Exporteure. Der Sachverständigenrat prognostiziert für das Jahr 2023 einen Abschwung des Bruttoinlandsprodukts um 0,4 %. Dieser wird größtenteils durch den Rückgang der inländischen Nachfrage begründet. Im Hinblick auf das Jahr 2024 wird bis Ende des Jahres von einer Erholung der privaten Konsumausgaben ausgegangen, da die realen Einkommen wieder steigen werden. Obwohl ebenfalls in der globalen Betrachtung von nur einer schwachen Erholung der Weltwirtschaft ausgegangen wird und die Auswirkungen auf den Export weiterhin beträchtlich sind, wird für 2024 ein Anstieg des Bruttoinlandprodukts in Deutschland um 0,7 % prognostiziert. 19 Die am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflationsrate geht von 8,7 % im Jahr 2022 auf 6,0 % im Berichtsjahr zurück. In den Jahren 2024 und 2025 wird erwartet, dass diese getrieben von einem Rückgang der Energiepreise auf 3,1 % bzw. 2,7 % sinken wird. Für die Inflation bestehen überwiegend Aufwärtsrisiken. Die hohe Teuerung könnte sich stärker verfestigen, falls Löhne und Gewinne noch kräftiger ansteigen. Eine solche Überwälzung ist in einem Umfeld einer hohen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage möglich. Dies verdeutlicht, wie wichtig entschiedenes geldpolitisches Handeln ist, um der dauerhafteren Inflation und den damit verbundenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken entgegenzuwirken. 20 Konjunkturelle Entwicklung Österreich Die österreichische Wirtschaft befindet sich seit dem zweiten Halbjahr 2022 in einer Rezession. Dazu trugen auslaufende Nachholeffekte nach dem Ende der COVID-19-Pandemie, Energiepreissteigerungen infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, starke inländische Preissteigerungen sowie ein schwaches internationales Umfeld bei. Die Frühindikatoren zeigen durchweg eine Bodenbildung auf niedrigem Niveau. Für das vierte Quartal 2023 wird mit einem weiteren leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung gerechnet.
16
https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/
gutachten/jg202324/JG202324/_Gesamtausgabe.pdf
Nach Einschätzungen der Österreichischen Nationalbank wird für das Gesamtjahr 2023 ein Rückgang der österreichischen Wirtschaftsleistung um 0,7 % erwartet. 21 Die Teuerung belastet die Kaufkraft der privaten Haushalte und führt zu stagnierenden Konsumausgaben. Die weltweite Verlangsamung der Güterproduktion und des Güterhandels sowie die Nachwirkungen des Energiepreisschocks treffen auch die österreichische Industrie, deren Wertschöpfung im Jahr 2023 deutlich zurückgeht. 22 Dies ist vor allem auf dem Rückgang der Investitionen und des privaten Konsums sowie auf einen nur schwachen Lageraufbau zurückzuführen. Die Investitionen wurden durch gestiegene Finanzierungskosten, hohe Energiepreise und schlechte Erwartungen gedämpft. 23 Vor allem bei den Wohnungsbauinvestitionen ist ein sehr starker Rückgang zu verzeichnen. Die konjunkturelle Talsohle dürfte zum Ende des Jahres 2023 durchschritten sein, wohingegen im Baugewerbe der konjunkturelle Tiefpunkt erst im Jahr 2024 erreicht sein wird. 24 Der Industrieaufschwung lässt hingegen etwas auf sich warten und sollte sich ab der zweiten Jahreshälfte 2024 zu beschleunigen beginnen. Für das Jahr 2024 erwartet die Österreichische Nationalbank ein moderates BIP-Wachstum von nur 0,6 %, wohingegen das Institut für Wirtschaftsforschung ein Wachstum von 0,9 % prognostiziert. Dies wird vor allem von einer stärkeren Konsumnachfrage aufgrund der verzögerten Inflationsanpassung bei Löhnen und Pensionen sowie einer rückläufigen Inflation getragen. 25 Infolge der Rezession hat sich auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt verschlechtert. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten steigt im Jahr 2023 aufgrund eines starken Jahresbeginns kräftig an. Die Arbeitslosenquote nimmt dennoch zu, auch weil seit dem Frühjahr 2023 die aus der Ukraine vertriebenen Personen in der Arbeitslosenstatistik erfasst werden. 26 Die Arbeitslosenquote wird im Jahr 2024 voraussichtlich unverändert bei 6,4 % bleiben. 27 Die HVPI-Inflation wird in Österreich im Jahr 2023 mit 7,7 % deutlich über dem Durchschnitt des Euroraums liegen. Verantwortlich dafür sind vor allem die verzögerte Weitergabe der gesunkenen Energiepreise sowie die starke Teuerung bei Dienstleistungen und Nahrungsmitteln. Für das Jahr 2024 wird aufgrund des nachlassenden Preisdrucks durch Energie ein Rückgang der Inflation auf 4,0 % erwartet. 28 Konjunkturelle Entwicklung Niederlande Die niederländische Wirtschaft hatte in den letzten Jahren trotz starken Wachstums des Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit einer außergewöhnlich hohen Inflation zu kämpfen. In den kommenden Jahren wird von einem deutlichen Rückgang der Inflation ausgegangen. Dies geht mit einer stagnierenden Wirtschaft im Jahr 2023, gefolgt von einer allmählichen Erholung in dem Jahr 2024 einher. Die Tatsache, dass das BIP im Jahr 2023 voraussichtlich nur um 0,1 % wachsen wird, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Konsumausgaben durch die hohe Inflation und die stark gestiegenen Zinsen gedämpft werden. 29 Die insgesamt restriktive globale Geldpolitik und der damit einhergehenden abkühlenden Weltwirtschaft führt ebenso zu einem Rückgang der niederländischen Exporte. 30
21
https://www.oenb.at/dam/jcr:170d7b1b-6aea-4c8a-b926-13fbb8af72f3/oenb-report-2023-7-
wirtschaftsprognose-fuer-oesterreich.pdf
Vor allem aufgrund höherer Staatsausgaben wird eine Erholung der Wirtschaft im Jahr 2024 erwartet. Nach Einschätzungen der niederländischen Zentralbank wird das real verfügbare Einkommen der privaten Haushalte im Durchschnitt wieder etwas zunehmen, da die Löhne stärker steigen werden als die stetig sinkende Inflation. Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft sollen hierbei zusätzlich den Konsum privater Haushalte stützen. 31 Nach der außergewöhnlich hohen Inflation im Jahr 2022 (11,6 % 32 ) wird die HVPI-Inflation im Jahr 2023 voraussichtlich deutlich niedriger ausfallen (4,1 % 33 ). Neben der rückläufigen Wirtschaftstätigkeit ist dies auf die stark gesunkenen Energiepreise zurückzuführen. Im Jahr 2024 geht die geschätzte Inflation weiter auf 2,9 % 34 zurück. Die Tatsache, dass die geschätzte Inflation noch einige Zeit über 2,0 % liegen wird, hängt mit der überlasteten Wirtschaft und der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt zusammen. Kräftig steigende Arbeitskosten werden mit aller Voraussicht dabei den Rückgang der Inflation verlangsamen. 35 Im Jahr 2023 wird immer noch mit einem Beschäftigungswachstum von 1,4 % gerechnet, das jedoch zum Teil auf einen starken Spillover aus dem Jahr 2022 zurückzuführen ist. Gemäß der Prognose der niederländischen Zentralbank wird das Beschäftigungswachstum im Jahr 2024 von nur 0,2 % fast zum Stillstand kommen. Diese Schätzung des Beschäftigungswachstums ist ungünstiger als vor sechs Monaten und steht im Einklang mit den sich verschlechternden makroökonomischen Aussichten. 36 Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt und die Arbeitslosigkeit steigt leicht an. Da die Nachfrage nach Arbeitskräften abflacht, dürfte sich auch das Wachstum des Arbeitsangebots verlangsamen. 37 Im Berichtsjahr wird davon ausgegangen, dass die Löhne schneller als die Inflation (HVPI) steigen werden. Dieser Trend wird voraussichtlich auch im Jahr 2024 anhalten. Das Lohnwachstum wird voraussichtlich von durchschnittlich 3,0 % im Jahr 2022 auf 5,9 % im Jahr 2023 steigen (Vertragslohnunternehmen). Das niederländische Centraal Planbureau geht hier von einer projizierten Lohnsteigerung von 5,8 % im Jahr 2023 und 5,6 % im Jahr 2024 aus. 38 Aufgrund des angespannten Arbeitsmarktes und der zu erwartenden Lohnforderungen, die den erheblichen Reallohnverlust im Jahr 2022 kompensieren sollen, wird auch im Jahr 2024 mit einem historisch hohen Lohnwachstum gerechnet. Gesamtüberblick bedeutender Konjunkturparameter nach Märkten Bei Betrachtung der Marktstrukturen (Core, Growth, Research) spiegeln sich mit Blick auf das reale Bruttoinlandsprodukt teils divergierende Entwicklungen ab. In den Kernmärkten (Niederlande, Deutschland und Österreich) ist die relative Veränderung im Jahr 2023 noch schwach. Am Beispiel Deutschland und Österreich fällt sie sogar negativ aus, jedoch kann in dem Jahr 2024 mit einem moderaten Wachstum von 0,4 % 39 in Deutschland gerechnet werden. In den Wachstumsmärkten (Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Schweiz, Vereinigtes Königreich und Irland) fällt die relative Veränderung im Jahr 2023 gegenüber den Kernmärkten, mit Ausnahme von Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich bereits positiver aus. Auch in den Folgejahren werden Frankreich, das Vereinigtes Königreich sowie Italien mit aller Voraussicht die Schlusslichter bilden und hinter der relativen Entwicklung der Kernmärkte liegen.
31 Ebd.
Im Jahr 2023 sind die Entwicklung der Research-Märkte (Dänemark, Schweden, Finnland, Polen, Tschechien und Griechenland) , mit Ausnahme von Griechenland, Polen und Dänemark, bei allen weiteren Ländern negativ. In den Folgejahren stechen jedoch insbesondere Polen und Tschechien mit hohen jährlichen Steigerungsraten hervor. Rahmenbedingungen für die operativen Marken flatex und DEGIRO In 2023 haben externe Einflüsse die Stimmung am Kapitalmarkt und insbesondere bei Privatanlegern negativ beeinflusst und zu einem branchenweiten Rückgang der Handelsaktivität geführt. Der anhaltende Krieg in der Ukraine, die militärische Auseinandersetzung im Nahen Osten sowie weitere geopolitische Spannungen führen zu einer Verunsicherung der Anleger und wirken sich negative auf die Weltwirtschaft aus. Die hohen Inflationsraten aus dem Vorjahr haben sich in 2023 zwar abgemildert, liegen aber nach wie vor über den langfristigen Inflationszielen der Notenbanken. Diese haben bereits ab Mitte 2022 mit deutlichen Anhebungen der Zinssätze begonnen, was sich auch in 2023 weiter fortgesetzt hat. So hat die EZB den Leitzins innerhalb von 18 Monaten um 450 Basispunkte angehoben. 40 Dies hat die Aktienmärkte zusätzlich belastet und die Anlegerstimmung weiter eingetrübt. Die gegenwärtige globale Entwicklung spiegelte sich, im Gegensatz zu 2022, im Berichtsjahr 2023 teilweise an den Finanzmärkten wieder. Während die Märkte im Verlauf des Jahres 2022 noch bis ins dritte Quartal stark abfielen, konnte für 2023 ein insgesamt stetiges Wachstum festgestellt werden. Der DAX stieg zu Beginn 2023 mit 14.069 Punkten ein und konnte nach einem kleinen Tief im Oktober zum Ende des Jahres mit historischen Rekordwerten nahe der 17.000 Punkte-Schwelle aufwarten. Am letzten Handelstag 2023 notierte der DAX bei 16.752 Punkten, was einer Jahresperformance von +19,1 % (+2.682 Punkte) entspricht. Die Deutsche Bank AG prognostizierte im November 2023 einen Kursstand für den DAX zum Jahresende 2024 bei 16.600 Punkten 41 , was einen sich weiterhin stark behauptenden Aktienmarkt impliziert. Gründe hierfür sind die Annahmen einer stetigen Wirtschaftsentwicklung, sinkende Inflationsraten sowie zu erwartende Zinssenkungen seitens der Notenbanken. Nahezu identisch zum DAX entwickelte sich auch der SDAX im Berichtsjahr. Bei einer Jahresperformance von +15,5 % (+1.876 Punkte) notierte der SDAX Ende Dezember 2023 bei 13.960 Punkten und wird sich ebenfalls in 2024 auf einem starken Niveau halten. Typischerweise verhielt sich zudem die Entwicklung des MDAX nahezu identisch mit den Entwicklungen der vorhergenannten Indizes, wenn auch die Gesamtperformance in 2023 niedriger bei +6,5 % (+1.662 Punkte) lag. Mit Blick auf die bedeutende Indizes in Europa, Asien und den USA, wurden ebenfalls positive Entwicklungen festgestellt. Der MSCI World, der die Perfomance von mehr als 1.500 Unternehmen aus 23 Industrienationen misst, lag mit einer Jahresperformance von +21,8 % (+568 Punkte) über dem DAX. 42 Der US-Dollar entwickelte sich in 2023 weitaus weniger stark als im Jahr zuvor, in dem der Euro zwischenzeitlich sogar unter die Dollar-Parität rutschte. Während der Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar bis Mitte 2023 noch einen Aufwärtstrend erkennen ließ, wertete dieser seitdem deutlich ab. Zu Beginn des Berichtsjahres notierte der Euro bei USD 1,07 und schloss zum Jahresende bei USD 1,10. Gründe hierfür sind die weiterhin anhaltenden geldpolitische Straffungen sowie das sich in Krisen immer noch bedeutende Gewicht des US- Dollars und seine Bedeutung im Welthandel. 43
40
https://www.bundesbank.de/resource/blob/738180/36709ab15f287992696b8615610af97d/mL/2023-02-ezb-wb-data.pdf
Die Rohölpreise entwickelten sich, nach einem Allzeithoch Mitte 2022, zunächst rückläufig. Anfang 2023 notierte der Ölpreis für ein Fass der Sorte Brent bei USD 84,69. Infolge einerer höheren Nachfrage, insbesondere getrieben durch China, wurde Ende September 2023 der Jahreshöchststand bei USD 94,64 erreicht. Ein zusätzlicher Faktor für den kurzeitigen Preisanstieg war die Ankündigung Russlands sowie Saudi-Arabiens ihre freiwillige Produktionsdrosselung bis Jahresende 2023 beizubehalten. Zum Ende des Berichtsjahres notierte der Ölpreis wieder bei USD 77,26, da die Staaten außerhalb der OPEC+ ihre Produktion gesteigert haben. 44 Während der EZB-Rat die Leitzinssätze in 2022 in vier Zinsschritten bis zum Jahresende 2022 auf 2,5 % angehoben hat, folgten in 2023 sechs weitere Zinsschritte (02. Februar: +0,5 %; 16. März: +0,5 %; 04. Mai: +0,25 %; 15. Juni: +0,25 %; 27. Juli: +0,25 %; 14. September: +0,25 %). Bei den Sitzungen am 26. Oktober 2023 und 14. Dezember 2023 erfolgten keine weiteren Anpassungen der Leitzinssätze. Der EZB-Rat ist weiterhin entschlossen, für eine zeitnahe Rückkehr zum mittelfristigen Inflationsziel von 2,0 % zu sorgen. Auf Grundlage der aktuellen Beurteilung ist der EZB-Rat der Ansicht, dass sich die EZB-Leitzinsen auf einem Niveau befinden, das - wenn es lange genug beibehalten wird - einen erheblichen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten wird. Weiterhin wurde bekanntgegeben, dass sich die Bestände des Asset Purchase Programme (APP) in einem maßvollen und vorhersehbaren Tempo verringern, da das Eurosystem die Tilgungsbeträge von Wertpapieren bei Fälligkeit nicht wieder anlegt. 45 Des Weiteren beabsichtigt der EZB-Rat, die Tilgungsbeträge der im Rahmen des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) erworbenen Wertpapiere in der ersten Jahreshälfte 2024 weiterhin bei Fälligkeit vollumfänglich rezuinvestieren. Er beabsichtigt, das PEPP- Portfolio in der zweiten Jahreshälfte im Durchschnitt um monatlich EUR 7,5 Mrd. zu reduzieren und die Wiederanlage der Tilgungsbeträge aus dem PEPP zum Jahresende 2024 einzustellen. 46 Im Jahr 2023 lag die Rendite deutscher Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit im Durchschnitt bei etwa 2,463 %. Damit liegt die jährliche Rendite deutscher Staatsanleihen zum ersten Mal seit dem Jahr 2011 wieder bei über 2 % per annum. Die Bundesanleihe notierte zum Ende des Jahres bei 2,02 %. 47 1.2 Geschäftsverlauf Im Geschäftsjahr 2023 wickelte die flatexDEGIRO Bank AG insgesamt 56,9 Millionen Wertpapiertransaktionen ab (2022: 67,0 Millionen). Die Zahl der von der flatexDEGIRO Bank AG betreuten Kunden stieg auf 2.699.755 Kundenaccounts (2022: 2.398.401). Zum Stichtag 31. Dezember 2023 verwaltete die flatexDEGIRO Bank ein Kundenvermögen von EUR 51,7 Mrd. (EUR 48,1 Mrd. Depotvolumen sowie EUR 3,6 Mrd. Kundeneinlagen). Ursächlich für den Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert (31.12.2022: EUR 39,5 Mrd.) war insbesondere eine höhere Bewertung der gehaltenen Anlagen infolge steigender Aktienmärkte im Jahr 2023 sowie ein allgemeiner Anstieg der Einlagevolumen aufgrund eines weiterhin starken Kundenwachstums. Weitere 129.100 Kunden werden im Rahmen eines Business Process Outsourcings (BPO) im Auftrag anderer Kreditinstitute betreut.
43 ifo Institut (Hg.): ifo Konjunkturprognose
Winter 2023: Konjunkturerholung verzögert sich -
Haushaltslücke birgt neue Risiken. Sonderausgabe
Dezember 2023.
Die Entwicklung der wesentlichen Kennzahlen stellt sich wie folgt dar:
Der Geschäftsverlauf war im Jahr 2023 wesentlich durch eine Reihe teils externer Ereignisse gekennzeichnet. Branchenweit stark rückläufige Handelsaktivität In 2023 haben externe Einflüsse die Stimmung am Kapitalmarkt und insbesondere bei Privatanlegern negativ beeinflusst und zu einem branchenweiten Rückgang der Handelsaktivität geführt. Der anhaltende Krieg in der Ukraine, die militärische Auseinandersetzung im Nahen Osten sowie weitere geopolitische Spannungen führen zu einer Verunsicherung der Anleger und wirken sich negativ auf die Weltwirtschaft aus. Die hohen Inflationsraten aus dem Vorjahr haben sich in 2023 zwar abgemildert, liegen aber nach wie vor über den langfristigen Inflationszielen der Notenbanken. Diese haben bereits ab Mitte 2022 mit deutlichen Anhebungen der Zinssätze begonnen, was sich auch in 2023 weiter fortgesetzt hat. So hat die EZB den Leitzins Innerhalb von 18 Monaten um 450 Basispunkte angehoben. 48 Dies hat die Aktienmärkte zusätzlich belastet und die Anlegerstimmung weiter eingetrübt. Auf Jahressicht verringerte sich die Handelsaktivität der flatexDEGIRO-Kunden von durchschnittlich 30 Transaktionen im Jahr 2022 auf 22 Transaktionen im Jahr 2023. Abgewickelte Transaktionen Trotz des weiterhin volatilen Marktumfeldes konnte die flatexDEGIRO in 2023 insgesamt 56.863.499 Transaktionen abwickeln. Davon wurden rund 40 Millionen Transaktionen auf den Kernmärkten der flatexDEGIRO abgwickelt.
Anhaltend starkes Neukundenwachstum Auch in diesem herausfordernden Umfeld setzte flatexDEGIRO sein Kundenwachstum in 2023 fort und gewann rund 340.000 neue Kundenaccounts (brutto) hinzu (Vorjahr: rund 460.000). Wie in den Vorjahren lag das Wachstum von flatexDEGIRO damit signifikant über dem europäischer Vergleichsunternehmen - soweit diese offizielle Zahlen veröffentlicht haben. Insgesamt stieg die Zahl der Kundenaccounts zum Jahresende auf 2,7 Millionen (Vorjahr: 2,4 Millionen). In den Niederlande überschritt flatexDEGIRO im abgelaufenen Geschäftsjahr die Marke von 750.000 Kundenaccounts, in Österreich von über 250.000. Insgesamt verfügt flatexDEGIRO mittlerweile in sieben Ländern über mehr als 100.000 Kundenaccounts: in den Niederlanden, Deutschland, Spanien, Österreich, Frankreich sowie Portugal und Italien. Ausweitung der handelsbezogenen Einnahmen je Transaktion Im Interesse aller Stakeholder ist die flatexDEGIRO Bank AG fortlaufend bemüht, ein optimales Gleichgewicht zwischen nachhaltigem, profitablem Wachstum und einem möglichst attraktiven Kundenangebot herzustellen. Im Zusammenhang mit stark angestiegenen Inflationsraten sowie allgemein steigenden Zinssätzen hat flatexDEGIRO im Geschäftsjahr 2022 sein Preis-Leistungs-Verzeichnis einer umfassenden Überprüfung unterzogen und entsprechende Anpassungen vorgenommen. Dabei wurde das Preis-Leistungs-Verzeichnis lediglich einmal bei der Marke DEGIRO angepasst, insbesondere in Bezug auf Produkte, die vormals ohne Ordergebühr angeboten wurden. Im Gegenzug hat die flatexDEGIRO Bank AG, mit Wirkung zum 1. Januar 2023, die teilweise erhobenen Depotgebühren bei flatex in Höhe von 0,1 % p. a. auf das Depotvolumen abgeschafft. Neukundenangebote bei flatex sind drüber hinaus zeitlich erweitert worden. Auswirkungen des positiven Zinsumfelds In mehreren Zinsschritten hat die EZB 2023 die Einlagenfazilität von 2 % zu Jahresbeginn um 200 Basispunkte auf 4 % zum 31. Dezember 2023 angehoben. 49 Aufgrund der zu großen Teilen direkt bei der Bundesbank verwahrten Kundeneinlagen, profitiert flatexDEGIRO vom positiven Zinsumfeld und den Anhebungen in Form steigender Zinserträge. Darüber hinaus hat flatexDEGIRO im Jahresverlauf den Zinssatz für besicherte Wertpapierkredite an das jeweilige Zinsumfeld angepasst, was sich ebenfalls positiv auf das Zinsergebnis ausgewirkt hat. Erfolgreiche Abarbeitung wesentlicher Feststellungen aus der Sonderprüfung gemäß § 44 KWG Im Jahr 2022 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bei der flatexDEGIRO Bank AG eine Sonderprüfung gemäß § 44 Kreditwesengesetz (KWG) durchgeführt. Zur Beseitigung identifizierter Mängel wurden Ende 2022 erste Maßnahmen ergriffen. In einem strukturierten Prozess liegt das Hauptaugenmerk des Vorstands auf der schnellen, effizienten und vollständigen Abarbeitung und Umsetzung aller notwendigen Änderungen. Ein besonderer Fokus lag 2023 auf dem Bestreben, einige wesentliche Mängel kurzfristig zu beseitigen, insbesondere solche, die sich auf die Anwendbarkeit von Kreditrisikominderungstechniken (KRMT) im Zusammenhang mit Wertpapierkrediten bei DEGIRO beziehen. Dies ist flatexDEGIRO innerhalb von zehn Monaten gelungen. Ende September 2023 hat die BaFin in Abstimmung mit dem von ihr hierfür bestellten Sonderbeauftragten die Wiederanwendbarkeit dieser KRMT bestätigt. Gegenüberstellung der in der Vorperiode berichteten Prognosen und der tatsächlichen Geschäftsentwicklung Die Gegenüberstellung der vom Vorstand aufgestellten Prognosen für den aktuellen Berichtszeitraum mit den tatsächlich erreichten Kennzahlen ist in nachfolgender Abbildung dargestellt. Als bedeutsamste Leistungsindikatoren werden der Umsatz 50 , die EBITDA-Marge 51 und die EBT-Marge 52 (vor Ergebnisabführung) herangezogen:
Die aktuelle Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2023 wurde von außerplanmäßigen Faktoren beeinflusst. Hierunter fallen unter anderem die Zahlung eines Bußgelds der BaFin, die Vorauszahlung einer Strafe der italienischen Wettbewerbsbehörde sowie die weiterhin anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten aufgrund der Kriege in der Ukraine und Nahost. Darüber hinaus sind die Lebenshaltungskosten sowie die Energiekosten weiterhin auf hohem Niveau und beeinflussen die Handelsaktivitäten der Kunden. Gleichzeitig konnte jedoch, durch eine Ausweitung der handelsbezogenen Einnahmen je Transaktion und durch steigende Zinserträge, dem negativen Effekt aus rückläufigen Transaktionszahlen entgegengewirkt und der Umsatz deutlich gesteigert werden. Trotz außerordentlicher Aufwände (Bußgelder an die BaFin und die italienische Wettbewerbsbehörde) wurden die EBITDA- und die EBT-Marge leicht überschritten. Während die flatexDEGIRO Bank AG in den verganenen Jahren neben dem Umsatz die EBITDA-Marge und die EBT-Marge (vor Ergebnisabführung) als finanzielle Leistungsindikatoren herangezogen wurden, werden künftig Umsatz und Jahresüberschuss genutzt.
5o Der Umsatz entspricht dem Saldo der
GuV-Positionen "1. Zinserträge", "3. Laufende
Erträge", "5. Provisionserträge" und "8. Sonstige
betriebliche Erträge"
1.2.1 Geschäftsfelder der flatexDEGIRO Bank AG Die flatexDEGIRO Bank AG unterteilt ihre geschäftlichen Aktivitäten in die operativen Geschäftsfelder Online-Brokerage, Non-Brokerage, sowie Credit & Treasury. Das Kerngeschäftsfeld Online-Brokerage umfasst Produkte und bankfachliche Dienstleistungen für die eigenen Marken flatex, DEGIRO und ViTrade. Weiterhin werden als Outsourcing-Lösung Dienstleistungen im Bereich Wertpapierabwicklung und die technisch vollautomatisierte Transaktionsabwicklung (General Clearing Member, GCM) angeboten. Innerhalb des Geschäftsfeldes Non-Brokerage bietet die flatexDEGIRO Bank AG ihren Partnern weite Teile des Produktspektrums einer Vollbank als Outsourcing-Lösung an. Die Bank tritt dabei nach außen nicht auf, sondern führt alle Prozesse im Namen der jeweiligen Partner durch. Im Rahmen eines Business Process Outsourcing (BPO) werden Dienstleistungen im Bereich des Einlagengeschäfts für Drittkunden und im Bereich Employee Participation angeboten. Das Geschäftsfeld Credit & Treasury spiegelt das Anlagegeschäft sowie das auf im wesentlichen besicherter Basis betriebene Kreditgeschäft wider. 1.2.2 Wesentliche Entwicklungen des Geschäftsfeldes Online-Brokerage Mit flatex, DEGIRO und ViTrade gehören drei etablierte und erfolgreiche Online-Broker-Marken zu flatexDEGIRO. Alle Online-Broker-Marken haben sich auf das beratungslose Wertpapiergeschäft spezialisiert und wenden sich dabei an Trader und Investoren, die eigenverantwortlich handeln. Mit dem erfolgreichen Wachstum wird eine zunehmend breitere Kundenbasis angesprochen. Das Handelsangebot erstreckt sich über alle wesentlichen Wertpapierarten mit Handelsmöglichkeiten an deutschen und zahlreichen internationalen Börsen sowie dem außerbörslichen Direkthandel. Als reine Online-Broker unterhalten die Marken keine Filialen, sondern stellen zum Handel von Wertpapierprodukten verschiedene Handelsplattformen und Zugangsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Anzahl der ausgeführten Wertpapiertransaktionen im Geschäftsfeld Online-Brokerage ist gegenüber dem Vorjahr, getrieben von einer branchenweit geringeren Handelsaktivität von Privatanlegern, um 15,2 % auf 56,9 Millionen Transaktionen gesunken. Infolge der COVID-19-Pandemie ist eine Beschleunigung der Digitalisierung in den Bereichen Banking und Online-Brokerage eingetreten, die auch bei flatex und DEGIRO zu einem signifikanten Kundenanstieg geführt hat. Dieses Kundenwachstum hat sich in abgeschwächter Form auch im Jahr 2023 weiter fortgesetzt. In den Niederlande überschritt flatexDEGIRO im abgelaufenen Geschäftsjahr die Marke von 750.000 Kundenaccounts, in Österreich von über 250.000. Insgesamt verfügt flatexDEGIRO mittlerweile in sieben Ländern über mehr als 100.000 Kundenaccounts: in den Niederlanden, Deutschland, Spanien, Österreich, Frankreich sowie Portugal und Italien. Eine sehr hohe Erreichbarkeit und Abwicklungsqualität in Zeiten starker Marktvolatilität hat sowohl den Qualitätsanspruch der flatexDEGIRO Bank bestätigt als auch zu einem weiteren Kundenanstieg beigetragen. Der Vorstand sieht sich auf einem guten Weg, das Kundenwachstum im Bereich Online- Brokerage weiter voranzutreiben. 1.2.3 Wesentliche Entwicklungen des Geschäftsfeldes Non-Brokerage Business Process Outsourcing (BPO) Im Rahmen des BPO werden erweiterte Leistungen im Bereich des Einlagengeschäfts für Drittkunden erbracht. Der Ergebnisbeitrag aus der Betreuung der Einlageplattformen beläuft sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf TEUR 2.886,5 (Vorjahr: TEUR 1.613,9; +78,9 %). Infolge der derzeitigen Zinspolitik ist die Nachfrage nach Tages- und Festgeldkonten stark angestiegen, so dass der Ergebnisbeitrag, das zweite Jahr in Folge, deutlich gesteigert werden konnte. Employee Participation Die Kooperation mit der Equatex AG in der Administration von aktienbasierten Vergütungsprogrammen wurde auch 2023 erfolgreich weitergeführt. Die verwahrten Wertpapierbestände der Bank in diesem Geschäftsfeld beliefen sich per 31. Dezember 2023 auf EUR 9,6 Mrd. und konnte gegenüber dem Vorjahr (EUR 7,1 Mrd.; +34,9 %) deutlich gesteigert werden. Der Vorstand geht weiterhin von einem stabilen Ergebnisbeitrag für die folgenden Jahre aus, der durch potenzielle Neuengagements weiter gesteigert werden könnte. In 2023 erfolgte eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis Dezember 2030. 1.2.4 Entwicklung des Geschäftsfeldes Credit & Treasury Einlagen Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind zum 31. Dezember 2023 auf nunmehr EUR 3.643,5 Mio. (Vorjahr: EUR 3.235,0 Mio.) gestiegen. Dies begründet sich in dem Anstieg an Neukunden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich das Zinsumfeld, insbesondere die Einlagenfazilität der EZB nochmals signifikant erhöht. Im Zusammenhang mit den großteils bei der Bundesbank hinterlegten Kundengeldern, die den Kunden gegenüber nicht verzinst werden, ergibt sich für flatexDEGIRO aus den gestiegenen Zinssätzen ein erheblicher Ergebnisbeitrag. Eigene Anlagen Im Bereich Treasury wird eine breitere Diversifikation der Geldanlage u. a. in Tages- /Festgelder, Bank- und Staatsanleihen, Pfandbriefe und Spezialfonds verfolgt, die bei unveränderter Haltedauer unter Berücksichtigung adäquater Adressenausfallrisiken erheblich ist. Als Nichthandelsbuchinstitut liegt der Fokus der flatexDEGIRO Bank AG auf einer reinen Liquidtäts- bzw. Anlagensteuerung mit Fokus auf konservative Anlagen. Kreditgeschäft Das Kreditgeschäft der flatexDEGIRO Bank besteht vorwiegend aus diversifizierten, wertpapierbesicherten Kreditportfolien. Das nicht wertpapierbesicherte Kreditportfolio wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter reduziert bzw. durch Fälligkeit oder Ablösung zurückgefahren. Der mit Abstand bedeutendste Teil des Kreditgeschäfts ist somit zukünftig die Finanzierung von Wertpapierkrediten an Kunden der Bank, wobei die jeweiligen unterhaltenen Wertpapier-Vermögenswerte der Besicherung dienen und ein konservativer Beleihungswert für die Depotbestände zugrunde gelegt wird. 1.3 Ertragslage Das Geschäftsjahr 2023 schloss mit einem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 104.153 (Vorjahr: TEUR 72.061) ab, welches aufgrund des am 20. Oktober 2017 mit der Muttergesellschaft geschlossenen Gewinnabführungsvertrags in Höhe von TEUR 89.206 nach außerordentlichen Aufwendungen und Steuern abgeführt wird, sodass sich nach sonstigen Steuern ein Bilanzgewinn von TEUR 0 ergibt. Das EBITDA belief sich auf TEUR 110.346 (Vorjahr: TEUR 78.155). Das Zinsergebnis beläuft sich auf TEUR 128.448 (Vorjahr: TEUR 57.124). Das Wachstum resultiert hauptsächlich aus dem unverändert hohen Zinsumfeld und der sich daraus ergebenden positiven Verzinsung von Einlagen bei der Deutschen Bundesbank. Zum Anstieg hat ferner das allgemeine Kundenwachstum beigetragen. Das Provisionsergebnis war im Jahresvergleich mit TEUR 164.673 gegenüber dem Vorjahr mit TEUR 201.683 rückläufig (-18,4 %). Diese Entwicklung korreliert mit einem starken Rückgang der durchschnittlichen Kundentransaktionen um 25,8 % bzw. nunmehr 22 Kundentransaktionen pro Jahr (Vorjahr: durchschnittlich 30 Kundentransaktionen pro Jahr). Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten mit TEUR 1.387 (Vorjahr: TEUR 2.506) Erträge aus der Auflösung bzw. Anpassung von Rückstellungen. Zudem sind in Höhe von TEUR 3.142 (Vorjahr: TEUR 487) Erträge aus (weiterbelasteten) Dienstleistungen an die Vertragspartner enthalten. TEUR 12.522 (Vorjahr: TEUR 6) resutlieren aus Kostenweiterbelastungen an die flatexDEGIRO AG insbesondere für das bestehende Aktienoptionsprogramm. Ferner beinhaltet der Posten TEUR 0 (Vorjahr TEUR 340) aus dem Verkauf des Factoring Portfolios. Weiterhin entfallen TEUR 324 (Vorjahr: TEUR 303) auf der Gestellung von Firmenwagen. Diesen Erträgen stehen Aufwendungen in folgenden Bereichen gegenüber. Neben einem Anstieg der Anzahl an Mitarbeitenden, vor allem in regulatorisch relevanten Bereichen, erhöhte sich der Personalaufwand, bedingt durch inflationsbedingten Gehaltsanpassungen, gezahlter Boni und der korrelierenden Lohnnebenkosten von TEUR 59.641 auf TEUR 71.423 (+19,8 %). Die Anderen Verwaltungsaufwendungen sind trotz unverhändert hoher informationstechnologischer und regulatorischer Kosten gegenüber dem Vorjahr lediglich um +1,3 % auf TEUR 128.352 (Vorjahr: TEUR 126.759) gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind auf TEUR 7.879 (Vorjahr: TEUR 2.124) gestiegen. Der Anstieg resultiert aus zwei Strafzahlungen an die italienische Wettbewerbsbehörde (TEUR 4.000) und an die BaFin (TEUR 1.050). Die Abschreibungen und Wertberichtigungen sowie Erträge aus Zuschreibungen sind saldiert auf TEUR 3.916 (Vorjahr: TEUR 2.166) gestiegen, was insbesondere auf einen Anstieg der Risikovorsorge zurückzuführen ist. Insgesamt bewertet der Vorstand der flatexDEGIRO Bank AG den Geschäftsverlauf der Gesellschaft, trotz herausfordernder Gesamtmarktlage, als positiv und geht von einem künftigen Wachstum der Leistungsindikatoren aus. 1.4 Vermögens- und Finanzlage Die Bilanzstruktur der flatexDEGIRO Bank AG zum Berichtsstichtag entspricht grundsätzlich der Struktur des Jahres 2022. Geschäftsimmanent hat die flatexDEGIRO Bank AG einen Einlagenüberhang. Die Barreserve beläuft sich auf TEUR 89.234 (31. Dezember 2022: TEUR 77.520). Der Anstieg resultiert aus höheren Guthaben bei Zentralnotenbanken. Forderungen an Kreditinstitute bestehen in Höhe von TEUR 2.634.949 (31. Dezember 2022: TEUR 2.165.721). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf ein höheres Anlagevolumen bei der Deutschen Bundesbank im Rahmen der Einlagefazilität zurückzuführen, welches zum Ende des Berichtsjahres TEUR 2.441.400 (31. Dezember 2022: TEUR 1.990.000) betrug. Die Bestände an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren belaufen sich auf TEUR 228.038 (31. Dezember 2022: TEUR 314.815), was auf eine Senkung aufgrund von Endfälligkeiten der Anleihen und Schuldverschreibungen von öffentlichen Emittenten auf nunmehr TEUR 218.621 (31. Dezember 2022: TEUR 312.799) zurückzuführen ist. Die Forderungen an Kunden stiegen im Jahr 2023 von TEUR 944.864 auf TEUR 971.426 und resultieren überwiegend aus dem wertpapierbesicherten Kreditgeschäft. Insbesondere die DEGIRO Margin Loans sind gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Die Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere sind gegenüber dem Vorjahr gesunken und belaufen sich auf TEUR 100.708 (31. Dezember 2022: TEUR 105.750). Die Höhe des Postens Immaterielle Anlagewerte beträgt TEUR 19 (31. Dezember 2022: TEUR 129). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen. Die Sonstigen Vermögensgegenstände sind angestiegen auf TEUR 21.148 (31. Dezember 2022: TEUR 16.560). Der Grund hierfür sind insbesondere gestiegene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit den Premiumpartnerschaften. Es wurden aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 3.470 (31. Dezember 2022: TEUR 8.076) ausgewiesen. Die Höhe der Rechnungsabgrenzungsposten ergibt sich im Wesentlichen aus der Abgrenzung laufender Aufwendungen für verbundene Unternehmen. Die zum Bilanzstichtag bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 67.177 (31. Dezember 2022: TEUR 87.672) sind im Wesentlichen auf Aktivitäten in der Abwicklung des Wertpapiergeschäftes zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind infolge des Kundenwachstums zum 31. Dezember 2023 auf TEUR 3.643.546 (31. Dezember 2022: TEUR 3.234.992) angestiegen. Die Sonstigen Verbindlichkeiten beliefen sich auf TEUR 114.902 (31. Dezember 2022: TEUR 79.935). Der Anstieg resultiert neben höheren Steuerverbindlichkeiten insbesondere aus Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Ergebnisabführung. Die Rückstellungen betrugen TEUR 31.971 (31. Dezember 2022: 39.569). Die Differenz resultiert im Wesentlichen aus geringeren Steuerrückstellungen aus Vorjahren. Bilanzunwirksame Verpflichtungen bestehen insbesondere in Form von unwiderruflichen nicht ausgenutzten Kreditzusagen i. H. v. TEUR 153 (im Vorjahr: TEUR 1.354). Das zum 31. Dezember 2023 ausgewiesene Eigenkapital beläuft sich auf TEUR 183.112 (31. Dezember 2022: TEUR 183.112) mit einer haftenden Eigenmittelquote von 24,11 % (31. Dezember 2022: 17,33 %). Die Liquiditätslage war zum Bilanzstichtag geordnet mit einer Liquidity Coverage Ratio von 558,88 % (31. Dezember 2022: 453,76 %), die Gesellschaft konnte jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen und wird dies nach Einschätzung des Vorstandes auch in absehbarer Zukunft können. Die Liquiditätssteuerung der flatexDEGIRO Bank AG erfolgt durch die Treasury-Abteilung der Bank. Ausgangspunkt ist die Liquiditätsplanung und das damit einhergehende Liquiditätsmanagement. Diese stellen einen zentralen Bestandteil der Unternehmensplanung und -steuerung dar, da sie neben der Identifizierung, Steuerung und Kontrolle der Liquiditätsrisiken die Grundlage für eine effektive Liquiditätssteuerung bilden. Hauptziel des Liquiditätsmanagements ist es, zu jeder Zeit die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Zur Gewährleistung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit erfolgt täglich eine Ermittlung des aktuellen Liquiditätsstatus mit dem Ziel, mögliche Liquiditätsengpässe zu identifizieren. Die Refinanzierung der Bank ist sowohl kurz- als auch langfristig durch das Einlagengeschäft und auch durch die jederzeitige mögliche Refinanzierung über Lombardkredite bei der EZB und derzeit nicht genutzte Kreditlinien bei anderen Instituten sichergestellt. Die flatexDEGIRO Bank AG refinanziert sich aktuell weitestgehend aus kurzfristigen Kundengeldern. Infolgedessen erfolgt die Anlage auf der Aktivseite ebenso überwiegend kurzbis mittelfristig. Vor diesem Hintergrund ist ein Liquiditätspuffer in Form von Barreserven, Termingeldern und Anleihen vorzuhalten, wobei aktuell min. 20 % der Aktiva innerhalb eines Monats verfügbar gehalten werden. Die Höhe des Liquiditätspuffers basiert auf Analysen historischer Zeitreihen und wird jährlich validiert. Darüber soll gewährleistet werden, dass die Bank auch im Tagesverlauf ihre Liquiditätsverpflichtungen aus dem normalen Geschäft jederzeit einhalten kann. Ergänzend zu den o.g. Darstellungen verweisen wir auf die Passagen zum Liquiditätsrisiko. 2 Risikobericht 2.1 Risikosteuerung allgemein Grundlagen Ziel der flatexDEGIRO Bank AG ist, einer der Markt- und Innovationsführer im europäischen Online-Brokerage-Geschäft zu sein. Neben den intern vorangetriebenen stetigen Änderungen im wirtschaftlichen Umfeld der Gesellschaft ist daher auch der Wandel der gesetzlichen beziehungsweise aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen für den Unternehmenserfolg von wesentlicher Bedeutung. Die aktuellen Entwicklungen werden regelmäßig beobachtet und sorgfältig analysiert. Der Vorstand bezieht die sich abzeichnenden Chancen und potenziellen Gefahren in seine Geschäfts- und Risikostrategie ein und passt diese bei Bedarf entsprechend an. Die Überwachung und Steuerung von Risiken ist bei der flatexDEGIRO Bank AG zentraler Bestandteil der Führungsinstrumente der Gesellschaft. Grundsätzlich fördert die flatexDEGIRO Bank AG gem. ihrer Risikostrategie eine Risikokultur, die sowohl beim Management als auch bei den Mitarbeitenden die Beachtung hoher ethischer Standards und ein ausgeprägtes Risikobewusstsein in allen relevanten Geschäftsprozessen sichert. Die Begrenzung von Risiken gehört darüber hinaus für alle Führungskräfte der Bank zu den wesentlichen Zielvorgaben innerhalb ihrer jeweiligen Verantwortungsbereiche. Zur gesamten und übergreifenden Einschätzung, Limitierung und Steuerung von Risiken verfügt die flatexDEGIRO Bank AG über einen separaten Fachbereich Risikocontrolling, welcher die Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozessen verankerten Aufgaben der Identifikation, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation von Risiken durchführt. Risikoidentifikation und Risikobeurteilung Die flatexDEGIRO Bank AG verfügt über eine regelmäßige - bei Bedarf auch anlassbezogen aktualisierte - Risikoinventur, bei der sie für das Jahr 2023 folgende wesentliche Risikoarten gem. MaRisk identifiziert hat: Kreditrisiko, Marktpreisrisoko (darunter Zinsänderungs-, Credit Spread-, Immobilienpreis, FX-Risiko), Operationelles Risiko Liquiditätsrisiko und sonstige Risiken. Dabei erfolgt auch eine Risikobewertung unter Berücksichtigung getroffener risikoreduzierender Maßnahmen sowie der Eigenkapitalsituation. Hierzu zählt insbesondere ein Risikoschirm in Form einer Übernahme von Risiken durch die Kooperationspartner und Mandanten der flatexDEGIRO Bank AG. Dabei wird beabsichtigt, dass zwischen der flatexDEGIRO Bank AG und den Kooperationspartnern Risiken entsprechend den Chancen getragen oder mitgetragen werden. In der Risikoinventur der flatexDEGIRO Bank AG werden die Risikoeinschätzungen über alle als wesentlich eingeschätzten Unternehmensbereiche in konsistenter Weise durchgeführt. Dabei werden Einschätzungen hinsichtlich der Kapital-, Finanz- und Liquiditätslage analysiert und beide Perpektiven, die sog. Normative und Ökonomische Perspektive gemäß dem RTF-leitfaden, berücksichtigt. Auf dieser Basis wird eine Wesentlichkeitseinschätzung hinsichtlich relevanter Risikoarten getroffen, und im weiterem Verlauf auch Risiko- und Ertragskonzentrationen berücksichtigt. Seit 2023 wird erstmals auch eine Wesentlichkeitseinschätzung hinsichtlich der sog. ESG-Risiken vorgenommen. Dabei wird eine detaillierte ESG-Risikotreiberanalyse erstellt und deren Wirkungsweise auf die klassischen Risikoarten analysiert. Im Ergebnis bestehen ESG-Risiken fast ausschließlich im Non-Financial Risk Bereich gesehen. Zusammenfassend bildet die Risikoinventur somit die Grundgesamtheit alle für die das ICAAP und ILAAP relevanten Risikoarten ab, welche im darauf aufbauenden übergreifenden Risikomanagementprozess gemessen und gesteuert werden. Über die Risikoeinschätzungen der Risikoinventur wird im Rahmen des laufenden Risikoreportings der flatexDEGIRO Bank AG berichtet und dieses regelmäßig mit der Geschäftsleitung und dem Aufsichtsrat erörtert. Steuerung von Risiken Zum Stichtag 31.12.2023 berücksichtigt die Risikosteuerung der flatexDEGIRO den dualen Steuerungsansatz der sog. Normativen und Ökonomischen Perskeptive gemäß des RTF- Leitfadens der BaFin. Dabei setzt die Normative Perspektive grundsätzlich an den Kapitalkennziffern der Säule I an und betrachtet auf Basis der strategischen Geschäftsplanung einen Zeitraum von mindestens drei Jahren. Das Ziel der normativen Risikotragfähigkeit ist die Einhaltung aufsichtsrechtlicher Mindestkapitalanforderungen der flatexDEGIRO Bank AG, um damit die Fortführung des Bankinstituts sicherzustellen (sog. "Going-Concern"-Gedanken) und zwar sowohl in der Betrachtung der Basis-Planung wie auch in davon abweichenden adversen Szenarien. Das Ziel der ökonomischen Perspektive ist die Einhaltung der ökonomischen Risikotragfähigkeit. Dabei wird von flatexDEGIRO Bank AG sowohl auf Seite der Risikoquantifizierung als auch auf Seite des Risikodeckungspotenzials eine Betrachtung auf ökonomischer Basis durchgeführt, die auch solche Bestandteile umfasst, welche in der Rechnungslegung und in den aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen (Säule I) nicht oder nicht angemessen abgebildet werden. Beide Perspektiven haben gemäß AT 4.1 Tz.2 MaRisk dabei das Ziel, sowohl die Fortführung der flatexDEGIRO Bank AG als auch den Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht angemessen zu berücksichtigen. Um diese Ziele zu berücksichtigen führt die flatexDEGIRO Bank AG auf regelmäßiger Basis szenariobasierte Risikotragfähigkeitsrechnungen (inklusive Stresstests) durch, die mögliche Konzentrationsrisiken sowie potenzielle extreme Entwicklungen im (Markt-) Umfeld der Bank berücksichtigen und auch unter ungünstigen Entwicklungen des Umfelds eine angemessene Eigenkapitalausstattung der Bank sicherstellen sollen. Die Erkenntnisse aus diesen Risikotragfähigkeitsanalysen nutzt die Gesellschaft, um über ein geeignetes Limitsystem risikobegrenzende und steuernde Vorgaben für das operative Geschäft vorzunehmen. Anpassungen des Limitsystems erfolgen in enger Abstimmung zwischen dem Management und dem Risikocontrolling. Laufende Überwachungsmaßnahmen sowie ein umfassend implementiertes System zur Kommunikation von Risiken ("Risikoreporting") sollen sicherstellen, dass sich die von der flatexDEGIRO Bank AG eingegangenen Risiken innerhalb der strategischen Vorgaben und ihrer Risikotragfähigkeit bewegen. Sie ermöglichen darüber hinaus kurzfristige Reaktionen bei sich abzeichnendem Steuerungsbedarf. Im Folgenden wird das dabei herangezogene Überwachungs- und Steuerungsinstrumentarium in Form untermonatlicher und monatlicher Reports näher dargestellt. Überwachung und Kommunikation Das Management wird durch regelmäßige Berichte vom Risikocontrolling über die aktuelle Risiko- und Ertragssituation in der flatexDEGIRO Bank AG informiert. Das entsprechende Reporting stellt insbesondere auch eine laufende Ad-hoc-Berichterstattung sicher. Das wöchentliche Risiko-Cockpit-Reporting als zentrales (Risiko-) Steuerungsinstrument informiert über die zur Steuerung notwendigen Leistungsindikatoren, Risikokennzahlen und Limitauslastungen sowie über die Entwicklung geeigneter Frühwarnindikatoren. Es enthält darüber hinaus Kommentare zu steuerungsrelevanten Sachverhalten und gegebenenfalls Empfehlungen für notwendige Steuerungsimpulse. Weiterhin beinhaltet es für jedes aus Risikoperspektive wesentliche Geschäftsfeld eine Darstellung der erreichten Zielerreichungsgrade auf Monats- und Jahresbasis sowie einen Vergleich zur Vorjahres-GuV. Das Risiko-Cockpit-Reporting kann bei Bedarf (z.B. in Krisen) auch in einer erhöhten Freqzenz (z.B. täglich) erfolgen. Das beschriebene Cockpit wird durch den monatlich erstellten "Monthly Risk Report" ("MRR") ergänzt (Gesamtrisikobericht gemäß MaRisk), der eine monatsbezogene Darstellung und Kommentierung der aktuellen Ertrags- und der Risikosituation der Bank beinhaltet und ergänzende Analysen zur künftigen Chancen- und Risikosituation der Bank bietet. Der Monthly Risk Report wird vom Risikocontrolling im Rahmen, der in den monatlichen "Finalisierungsmeetings" mit Management und Aufsichtsrat erörtert. Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken näher beschrieben, denen sich die Bank im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ausgesetzt sieht. Kreditrisiken Gemäß der internen Definition bezeichnet das Kreditrisiko die Gefahr von Verlusten aus dem Ausfall von Gegenparteien (Kreditnehmer, Emittenten, Kontrahenten) sowie aus der Migration der Bonität dieser Adressen. Kreditrisiken in der flatexDEGIRO Bank AG resultieren im Bereich Treasury zum einen aus sicherheitsorientiert ausgewählten Geldanlagen (u. a. Interbankenanlagen, Staats- und deutsche Länderanleihen, Bankanleihen, Pfandbriefen) beigemischt durch Anlagen in Spezialfonds, welche die Branchendiversifikation des Gesamtportfolios der Bank z. B. durch Infrastrukturfinanzierungen und Wohnimmobilienbeteiligungen ergänzen. Die verfolgte Anlage- & Kreditstrategie und die darauf aufbauenden Limit-Ausgestaltungen sollen dabei eine breite Streuung der offenen Positionen erreichen mit dem Ziel, die Konzentrationsrisiken eng zu begrenzen. Neben einer sicherheitsorientierten Auswahl der Geschäftspartner werden Risiken auch durch eine laufende Überwachung der Bonitäten anhand öffentlich zugänglicher Daten beschränkt. Derzeit erfolgt die Überwachung von Adressenausfallrisiken des Treasury- Portfolios anhand von CDS-Preisen und Ratingveränderungen auf täglicher Basis und einer regelmäßigen Risikoberichterstattung an die relevanten Entscheidungsträger. Die flatexDEGIRO Bank AG ist darüber hinaus Kreditrisiken aus dem klassischen Kreditgeschäft ausgesetzt. Dabei wird eine voll besicherte Kreditstrategie verfolgt:
Zukünftig fokussiert sich die Kreditstrategie auf das risikoärmere, wertpapierbesicherte Kreditgeschäft, welches weiter vorangetrieben werden soll. Für die Kalkulation der Kreditrisiken im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung verwendet die flatexDEGIRO Bank AG in der ökonomischen ICAAP-Perspektive die sog. IRB-Formel mit einem einheitlichen Konfidenzniveau von 99,9 % bei einjährigem Betrachtungshorizont. Bei der Bemessung des unerwarteten Verlustes, CVaR, im Rahmen der rollierenden 12-Monats- Sicht werden keine Diversifikationseffekte risikomindernd angesetzt. Der sogenannte erwartete Verlust ("Expected loss, EL") berechnet sich durch Multiplikation der Ausfallwahrscheinlichkeit ("Probability of default, PD") der Ratingstufe mit den zugehörigen "Exposures" zum Zeitpunkt des Ausfalls ("Exposure at Default, EAD") und einer Verlustquote ("Loss given default, LGD"). Dabei werden historische PDs und LGDs für alle Positionen mit Blankoanteilen verwendet. Konzentrationsrisiken werden dabei aktuell durch Vorgaben zur Streuung adressenausfallrisikotragender Positionen (vornehmlich nach Sitz der Gegenpartei, Einstufungen gemäß öffentlich verfügbaren Ratings und Laufzeiten) in der verfolgten Anlagestrategie begrenzt. Das Gesamtadressausfallrisiko der Bank hat zum 31. Dezember 2023 insgesamt EUR 11,4 Mio. betragen. Für die Risikovorsorge (PWB) des mit Kreditrisiken betroffenen Geschäftes ist der erwartete Verlust (EL), welcher ebenso in der internen Steuerung verwendet wird, von insgesamt EUR 0,47 Mio. angesetzt worden. Marktpreisrisiko Unter Marktpreisrisiken versteht die flatexDEGIRO Bank AG Verlustrisiken aufgrund der Veränderung von Marktpreisen (Aktienkurse, Wechselkurse, Zinsen, Immobilienpreise) und aufgrund preisbeeinflussender Parameter (z. B. Volatilitäten, Credit Spreads). Analog dem Kreditrisiko, wird das Marktpreisrisiko mit dem "Value-at-Risk" gemessen und gesteuert. Das VaR-Modell bildet nicht das maximal mögliche Verlustpotenzial ab, dass bei extremen Marktsituationen auftreten kann, sondern legt einen historischen Zeitraum zugrunde. Für die ökonomische Perspektive der Risikotragfähigkeit wird im Sinne der Konsistenz ebenso eine Haltedauer von einem Jahr mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % unterstellt. Bei Überschreitungen werden umgehend Gegenmaßnahmen eingeleitet. Die Bank geht Marktrisiken nur in beschränktem Maß ein und zielt dabei insbesondere auf die Generierung von stabilen Erträgen ab, die zu einer Diversifizierung des Ertragsprofils und damit zu einer Reduktion von Ertragskonzentrationen beitragen. Als Nichthandelsbuchinstitut betreibt die Bank kein Handelsbuch. Folgende materielle Unterrisikoarten werden hierbei betrachtet: Zinsänderungsrisiko Die flatexDEGIRO Bank AG verfügt über im Zeitablauf stabile und umfangreiche Kundeneinlagen. flatexDEGIRO Bank AG betreibt Fristentransformation in einem sehr geringem Maße und begegnet dem Zinsänderungsrisiko im Rahmen ihrer Aktiv-Passiv- Steuerung. Dabei tätigt das Treasury lediglich kurz- bis mittelfristig laufende Anlagen im Anlagebuch. Zudem können aktivisch im klassischen Kreditgeschäft (insbesondere wertpapierbesichert) die Zinsen kurzfristig angepasst werden und Kundeneinlagen werden grundsätzlich nicht positiv verzinst. Dadurch entstehen für die flatexDEGIRO AG zusätzliche Ertragschancen. Die Zinsrisikomessung erfolgt auf Basis einer Value-at-Risk (VaR) Kalkulation (99,9 % Konfidenzniveau; einjähriger Betrachtungshorizont) und soll sicherstellen, dass Negativentwicklungen beim Zinsrisiko frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Weiterhin hat die flatexDEGIRO Bank AG ihre Stresstests im Bereich des Zinsänderungsrisikos im Rahmen der Zinswende in den letzten Jahren um zusätzliche Szenarien erweitert. Die auf Basis des Value at Risk vorgenommene Verlustabschätzung für das Zinsänderungsrisiko bewegt sich zum 31. Dezember 2023 in der Größenordnung von EUR 13 Mio. (Vorjahr EUR 8.7 Mio.) Die Veränderung zum Vorjahr resultiert vorwiegend aus prolongation in Q4 fälliger Anleihen. Die flatexDEGIRO Bank AG ermittelt ebenfalls mögliche Zinsänderungsrisiken für das Anlagebuch gemäß Vorgabe der BaFin (Rundschreiben 06/2019). Maßgabe ist hier, dass durch eine plötzliche und unerwartete Zinsänderung die kumulierten Barwertveränderungen weniger als 20 % der haftenden Eigenmittel der Bank betragen. Die Kennzahl zum 31. Dezember 2023 betrug für eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve von: +/-200 Basispunkten -/+3,36% (Vorjahr -/+2,95 %) Die Quote wurde im Verlauf des Jahres durchgehend eingehalten. Credit Spread Risiko Die Bank ist durch Anlagen im Treasury in Anleihen, dem Risiko von Verlusten aufgrund eines Anstiegs von Credit-Spreads ausgesetzt. Die Anlage beschränkt sich hier im Wesentlichen auf deutsche Staats- und Bundesländeranleihen sowie US- und CHF-Treasuries. Das Risiko wird aus strategischem Blickwinkel akzeptiert, insbesondere aufgrund der sehr guten Bonität und kurzfristigen Duration dieser Anlagen. Für die Messung des Credit-Spread-Risikos verwendet die Bank als Risikomaß einen VaR-Ansatz (99,9 % Konfidenzniveau; einjähriger Betrachtungshorizont). Die auf Basis des Value at Risk vorgenommene Verlustabschätzung für das Zinsänderungsrisiko bewegt sich zum 31. Dezember 2023 in der Größenordnung von EUR 1,6 Mio. (Vorjahr EUR 2,8 Mio.). Immobilienpreisrisiko Die Bank ist über zwei Fondsinvestments in ein diversifiziertes deutsches Wohnimmobilienportfolio investiert. Der Schwerpunkt liegt in Wohnimmobilien im mittleren Mietpreissegment, mit Investitionen in wirtschaftsstarke, deutsche Großstädte und deren jeweiligen Ballungsräumen. Hierbei besteht Verlustrisiko aufgrund der Veränderung von Immobilienmarktpreisen (inkl. potenzieller Mietausfälle). Für die Messung des Immobilienpreisrisikos verwendet die Bank als Risikomaß einen VaR-Ansatz (99,9 % Konfidenzniveau; einjähriger Betrachtungshorizont). Die auf Basis des Value at Risk vorgenommene Verlustabschätzung für das Immobilienpreisrisiko bewegt sich zum 31. Dezember 2023 in der Größenordnung von EUR 9,2 Mio. (Vorjahr EUR 11,1 Mio.) FX Risiko Im Rahmen des Finanzkommissionsgeschäftes im Brokerage entstehen FX-Risiken aus Spitzenregulierungen (Kapitalmaßnahmen, Fälligkeiten, Erträgnisse) bei Clearing und Settlement in der Wertpapierabwicklung, entsprechende entstehende Positionen aus Spitzen werden am Folgetag geschlossen. Für die Messung des FX-Risikos verwendet die Bank als Risikomaß einen VaR-Ansatz (99,9 % Konfidenzniveau; einjähriger Betrachtungshorizont). Die auf Basis des Value at Risk vorgenommene Verlustabschätzung für das FX-Risiko bewegt sich zum 31. Dezember 2023 in der Größenordnung von EUR 0,8 Mio. (Vorjahr EUR 1,3 Mio.) Liquiditätsrisiken Als Liquiditätsrisiko i. e. S. (Zahlungsunfähigkeitsrisiko) wird das Risiko bezeichnet, dass die Bank ihren gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig und zeitgerecht aus den verfügbaren finanziellen Mitteln nachkommen kann. In der Folge müssen gegebenenfalls Refinanzierungsmittel zu erhöhten Zinssätzen aufgenommen oder vorhandene Aktiva mit Abschlägen liquidiert werden, um zusätzliche (temporär) benötigte Finanzmittel bereitstellen zu können. Daneben subsumiert die Bank auch das Refinanzierungsrisiko sowie das Marktliquiditätsrisiko unter dem Begriff des Liquiditätsrisikos. Konsistent zu den übrigen Risikoarten wird das Liquiditätsrisiko auf Basis eines Liquidity-VaR- Ansatzes (99,9 % Konfidenzniveau; einjähriger Betrachtungshorizont) für potenzielle Abflussraten simuliert, dabei werden mögliche Refinanzierungskosten als Liquiditätsrisiko angesetzt. Der simulierte Wert zum 31. Dezember 2023 beträgt TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0). Beide o. g. Liquiditätsrisikoarten spielen im aktuellen Geschäftsmodell der flatexDEGIRO AG nur eine untergeordnete Rolle. Mittels täglicher Liquiditätsvorausschauen werden Liquiditätslücken, die u. a. durch Geldabflüsse auf der Kundenseite oder aus dem Wertpapiergeschäft entstehen können, identifiziert, um umgehend Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Im Rahmen der Liquiditätsplanung wird ein effizientes Management des vorzuhaltenden Liquiditätsvorrats und einer sukzessiven Diversifizierung der zur Verfügung stehenden Refinanzierungsquellen verfolgt. Zur Begrenzung der Liquiditätsrisiken ("Liquiditätsrisiko im engeren Sinne") verfolgt die Bank eine konservative Anlagestrategie, bei der Kundengelder mit täglicher Fälligkeit überwiegend in kurzfristige Laufzeitbänder investiert werden und wesentliche Anlagen in EZB- fähigen Wertpapieren bestehen, die bei Bedarf eine kurzfristige Refinanzierung über die Notenbank ermöglichen. Die Steuerung erfolgt neben mindestens zu haltenden kurzfristigen Liquiditätspuffern/-limiten (täglich, wöchentliche, monatliche Liquiditätsbänder) zusätzlich durch eine laufende Durationsmessung über alle relevanten Anlagen der Bank, die sich im Zielkorridor unterhalb von 24 Monaten bewegen. Schließlich verfügt die Bank über regelmäßige Liquiditätsüberwachungen sowie über eine Finanzplanung/Liquiditätsplanung in der Finanzbuchhaltung der Bank. Die getroffenen Maßnahmen in Verbindung mit einem "Notfallkonzept Liquidität" stellen eine Liquiditätsausstattung sicher, die insbesondere auch im Falle unplanmäßiger Entwicklungen - wie ungünstige Marktentwicklungen oder Zahlungsverzögerungen/-ausfälle bei Geschäftspartnern - Sicherheitsreserven für die Erfüllung der eigenen Zahlungsverpflichtungen bietet. Angesichts der Liquiditätsausstattung zum Stichtag Ende 2023 (ca. 66 % [Vorjahr 60%] der Aktiva täglich fällig, durchschnittliche Kapitalbindung von 43 Tagen [Vorjahr 54Tage]) und der getroffenen risikobegrenzenden Maßnahmen stuft die flatexDEGIRO Bank AG die Eintrittswahrscheinlichkeit ihrer verbleibenden Liquiditätsrisiken (i. e. S.) als sehr gering ein und beurteilt auch das zugehörige Schadensausmaß als gering. Operationelle Risiken Operationelle Risiken sind als mögliche Verluste definiert, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens interner Verfahren (Prozessen), von Menschen, oder (EDV-) Systemen eintreten oder von externen Ereignissen induziert sind. Rechtliche Risiken, Compliance Risiken, Outsourcing Risiken, Reputationsrisiken und allg. Geschäftsrisiken werden ebenfalls dieser Kategorie subsumiert. Die flatexDEGIRO Bank AG greift bei der Risikoinventur der operationellen Risiken auf eine mehrjährige Zeitreihe eingetretener Schäden zurück. Diese Schadensfälle werden attributiert nach Schadenstyp, Schadensursache, Schadeneintrittsdatum etc. und in einer Datenbank dokumentiert. Die interne Steuerung des operationellen Risikos erfolgt dadurch, dass jeder Schadensfall einer Risikostrategie (Vermeiden, Vermindern, Überwälzen etc.) zugeordnet wird und die definierten Maßnahmen umgesetzt werden. Zur Ermittlung des Risikobetrags für das zu unterlegende haftende Eigenkapital aus Operationellen Risiken wird intern neben dem sogenannten Standardansatz der normativen Perspektive ein interner Risikomessansatz aus der Schadenshistorie mittels einer Monte Carlo Simulation (99,9 % Konfidenzniveau; einjähriger Betrachtungshorizont) für die ökonomische Perspektive ermittelt. Neben der Berechnung von operationellen Risiken aus historischen Daten ermittelt die Bank auf Basis von Expertenschätzungen ex ante potenzielle Schäden im Rahmen von Risk Assessments mit allen relevanten Fachbereichen der Bank, um Risiken bzw. Schadenspotentiale zu quantifizieren, für welche noch keine ausreichende Schadensdatenhistorie vorliegt. Für die flatexDEGIRO Bank AG ist die Risikoart der operationellen Risiken das bedeutsamste Risiko. Typische Risiken liegen in Handling-Fehlern, dem Ausfall von Systemen oder externen Angriffen auf die Systeme. Das operationelle Risiko der Bank hat zum 31. Dezember 2023 insgesamt EUR 42,5 Mio. (Vorjahr EUR 31,8 Mio.) betragen. Die flatexDEGIRO Bank AG schätzt das Ausmaß der resultierenden Risiken als sehr hoch, die zugehörige Eintrittswahrscheinlichkeit als gering ein. Gesamtrisikoposition der Bank Wie bereits erwähnt basiert das Risikotragfähigkeitskonzept von flatexDEGIRO Bank AG auf dem dualen Steuerungsansatz der "normativen" und "ökonomischen Perspektive". Das zuletzt eigeführte ICAAP Framework soll gewährleisten, dass die Kapitalaustattung der Bank jederzeit angemessen ist: d.h. jederzeitige Einhaltung aller aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen und Nebenbedingungen der Säule I in der normativen Perspektive aus Sicht eines 5-Jahres- Planungshorizonts sowie jederzeitige Sicherstellung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen, barwertnahen Perspektive aus Sicht eines rollierenden 1-Jahres-Horizonts. Die Einhaltung der Anforderungen stellt für die Bank eine strenge Nebenbedingung an die implementierten Risikosteuerungsprozesse dar. Dabei wird die Einhaltung der freien Risikodeckungsmasse (ICAAP-Ratio: Relation RP/RDP < 95 %) als strenge Nebenbedingung angesetzt für die weitere Auslastung im Rahmen der vergebenen Limite der wesentlichen Risikoarten. Die Allokation der Risikodeckungsmasse und die Höhe der Limite sowie der vorgeschalteten Frühwarnschwellen der einzelnen Risikoarten sowie insgesamt des ICAAP definieren den Risikoappetit der Bank. Der Risikoappetit wird auf Basis der Geschäftsstrategie, der strategischen Geschäftsplanung und der Risikoinventur festgelegt und soll die Konsistenz der Risiko- und Ertragsziele sowie eine angemessene Kapital- und Liquiditätsausstatung im Rahmen der Gesamtbanksteuerung gewährleisten. Das gesamte Risikopotential der Bank verteilt sich insgesamt auf folgende Risikoarten:
Die freie Risikodeckungsmasse beträgt zum 31. Dezember 2023 TEUR 104.939 (Vorjahr TEUR 120.851) mit einem ICAAP-Ratio von 42,77%. (Vorjahr: 35,94%) Unmittelbare Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind - auch im Hinblick auf mögliche Konzentrationsrisiken - zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Risikoberichts nicht zu erkennen. Die Gesamtkapitalquote (vor Feststellung des Konzernabschlusses) beträgt zum 31. Dezember 2023 24,11 % bei einem haftenden Eigenmittelbestand von TEUR 193.560. Der über den Mindestanforderungen deutlich liegende Wert resultiert i.W. aus der Wiederannerkennung der Kreditminderungstechniken im September 2023 nach erfolgreicher Prozessumstellung im Bereich Meldewesen. In der internen Steuerung (ökonomische Perspektive) war die Risikotragfähigkeit im Verlauf des Geschäftsjahres durchgehend gegeben. Der Offenlegungsausweis der flatexDEGIRO AG nach § 26a KWG i. V. m. Teil 8 CRR dokumentiert im Detail die Risikopositionen der Institutsgruppe. Mit Wirkung zum 24. Mai 2022 ist die flatexDEGIRO AG gem. § 2f Abs. 1 KWG als Mutterfinanzholdinggesellschaft der flatexDEGIRO Gruppe klassifiziert. Damit geht die Rolle des aufsichtsrechtlich übergeordneten Unternehmens von der flatexDEGIRO Bank AG auf die flatexDEGIRO AG über. Damit ist die Holding für die Überwachung und Einhaltung der Risiken auf Gruppenebene verantwortlich. 3 Investitionen Investitionen in Forschung und Entwicklung der IT-Systeme (insbesondere für das flatexDEGIRO Kernbankensystem) finden im Konzernverbund grundsätzlich in der flatexDEGIRO AG statt. Hierzu leisten die Entwickler der DEGIRO-Branches einen Beitrag im Rahmen von konzernweiten Entwicklungsprojekten, um aktuelle technologische sowie regulatorische Anforderungen frühzeitig zu erkennen und die Systeme entsprechend weiterzuentwickeln. Die entsprechenden Aufwendungen für die Entwickler der DEGIRO- Branches sind im Personalaufwand der flatexDEGIRO Bank AG berücksichtigt. 4 Personalangelegenheiten Die Bank beschäftigte zum 31. Dezember 2023 inklusive Geschäftsleitung 935 Mitarbeitende (davon 823 Mitarbeitende in Vollzeit) und damit 128 Mitarbeitende mehr als zum 31. Dezember 2022. Es wurden in diversen Fachbereichen Neueinstellungen vorgenommen, um dem weiteren Kundenwachstum sowie steigenden regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden. Zum 25. Juli 2023 hat Muhamad Chahrour sein Mandat als stellvertretender CEO der flatexDEGIRO Bank AG auf eigenen Wunsch niedergelegt. Die flatexDEGIRO Bank AG hat Jens Möbitz mit Wirkung zum 1. September 2023 in ihren Vorstand berufen. Er verantwortet die operativen Front-, Middle- und Back-Office-Funktionen einschließlich der Wertpapierabwicklung und das Treasury der Bank. Die notwendigen Qualifikationen (Fachkenntnisse und Erfahrungen) gemäß Funktionsbeschreibung werden bereits bei der Einstellung von Mitarbeitern berücksichtigt. Wesentlicher Teil der Sicherung des Qualifikationsniveaus ist ein "Training on the job", welches personenspezifisch durch externe Schulungen ergänzt wird. Darüber hinaus engagiert sich die Bank als Ausbildungsbetrieb und stellt damit sicher, dass in Zukunft qualifizierte und mit den Besonderheiten der Bank vertraute Mitarbeiter für weitergehende Aufgaben bereitstehen. Die Anreizsysteme der flatexDEGIRO Bank AG sind so gestaltet, dass Fehlanreize vermieden werden sollen. Dies ist dadurch angestrebt, dass keine signifikante Abhängigkeit eines Mitarbeiters von einer variablen Vergütung besteht. Ebenso sollen schädliche Anreize durch bedeutende vertragliche Abfindungsansprüche vermieden werden. 5 Bestehende Niederlassungen Die im April 2010 in Wien errichtete Niederlassung der flatexDEGIRO Bank AG wickelt weiterhin das im Rahmen der Niederlassungsfreiheit in Österreich akquirierte Geschäft ab. Die Konten und Depots werden nach österreichischem Recht geführt. Daneben hat die flatexDEGIRO Bank AG im Dezember 2023 Büroräumlichkeiten in Graz angemietet, die zur weiteren Stärkung der Markenpräsenz in Österreich dienen. Die Niederlassungen unterliegen neben der Aufsicht durch die Bundesdesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht auch der Überwachung durch die österreichischen Finanzaufsichtsbehörden. Die Niederlassung Wien ist Mitglied des Verbandes österreichischer Banken und Bankiers. Mit Verschmelzung des niederländischen Schwesterinstituts DeGiro B.V. auf die flatexDEGIRO Bank AG errichtete die Bank im Mai 2021 eine weitere Niederlassung in den Niederlanden. Über diese niederländische Niederlassung wird das Geschäft der Marke DEGIRO in den Niederlanden abgewickelt. Die niederländische Niederlassung unterliegt neben der Aufsicht durch die Bundesdesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht auch der Überwachung durch die niederländischen Finanzaufsichtsbehörden. Zudem betreibt die flatexDEGIRO Bank AG eine Betriebsstätte in Sofia, Bulgarien. Aus der Betriebsstätte werden rein unterstützende Tätigkeiten (Backoffice, IT) erbracht. In allen anderen abgedeckten Jurisdiktionen wird das unter der Marke DEGIRO betriebene Geschäft von der flatexDEGIRO Bank AG im Rahmen des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs abgewickelt. In Bezug zum Ergebnisbeitrag vor Gewinnabführung werden von der Niederlassung in den Niederlanden 38 %, der Niederlassung in Österreich 9 % und in der Niederlassung Bulgarien 2 % erwirtschaftet. Für eine weitere geographische Aufteilung der Erträge verweisen wir auf den Anhang, sonstige postenübergreifende Erläuterungen. 6 Chancen- und Risikobericht Zur Identifikation der Chancen und Risiken ist ein strukturierter Prozess (strategischer Planungsprozess) aufgesetzt, aus dem sich nachfolgende Chancen und Risiken ableiten. Ein wesentlicher Risikobereich der flatexDEGIRO Bank AG liegt in den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen, die sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt haben. Neben steigenden regulatorischen Anforderungen (insbesondere im Bereich des Reportings), wird die Stärkung des regulatorischen Eigenkapitals von Relevanz für die Bank sein. Hinsichtlich der IT-Auslagerung auf die flatexDEGIRO AG und damit eventuell verbundenen Risiken verweisen wir auf den Risikobericht des Konzernlagebericht der flatexDEGIRO AG. Die Grundsätzlich werden die Chancen des Unternehmens in regelmäßigen Abständen analysiert und dem Vorstand berichtet. Eine wesentliche Chance besteht in der Zusammenarbeit mit der technischen Integration von DEGIRO, die die Wertschöpfung der Bank und Gruppe weiter steigern. Daneben bietet das aktuelle Marktumfeld im Falle einer Verbesserung der allgemeinen Kapitalmarktstimmung ein Aufholpotential im Bereich Online-Brokerage. Die Entwicklung der Zinspolitik der Zentralbanken haben im Falle eines Zinsrückgangs das Potential, die Ertragskraft des Brokerage-Geschäfts der Gruppe zu verbessern. Die Handelsaktivität von Privatanlegern ist aufgrund externer Faktoren im Jahr 2023 branchenweit stagnierend. Ein Wegfall der negativen Einflussfaktoren - beispielsweise aufgrund einer Beendigung der militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und im Nahen Osten, eines deutlichen Rückgangs der Inflation und/oder eines klaren Signals seitens der relevanten Zentralbanken zur Senkung der Zinsen - könnte eine positive Auswirkung auf die Stimmung an den Kapitalmärkten und der Handelsaktivität unserer Kunden haben. Die Jahre 2022 und 2023 haben gezeigt, dass steigende Zinssätze mit einer eher verhaltenen Handelsaktivität von Privatanlegern einher geht. Dies legt die Vermutung nahe, dass eine mögliche Absenkung der Zinssätze im Gegenzug zu einer Belebung der Handelsaktivität führen könnte. Aufgrund des operativen Hebels, über den flatexDEGIRO durch sein vollintegriertes Geschäftsmodell verfügt, hätte eine Zunahme der Aktivität und damit der abgewickelten Transaktionen einen deutlich positiven Effekt auf die Ertrags- und Finanzlage. Daher geht das Management von wachsenden Märkten im Online-Brokerage, getrieben von der Fortsetzung langfristiger Trends, aus. Aufgrund seiner pan-europäischen Ausrichtung und kompetitiven Kundenangeboten sieht sich das Unternehmen gut positioniert, um von diesen Wachstumstrends weiterhin zu profitieren und zukünftig zusätzliche Marktanteile zu gewinnen. Selektive Ergänzungen durch das Angebot zusätzlicher Produkte sowie die Festigung bestehender Partnerschaften bilden eine weitere Chance zukünftigen Erfolgs. Optimierungen des Preis-Leistungs-Verzeichnis bieten darüber hinaus die Chance zur Beschleunigung des Kundenwachstums, beispielweise durch die erfolgte Abschaffung von Negativzinsen im Nachgang zur ersten Zinsanhebung der EZB im Juli 2022 oder die Abschaffung der teilweise erhobenen Depotgebühren zum 1. Januar 2023 bei den Marken flatex und ViTrade. Andere Preisänderungen in diesem Zusammenhang haben das Potenzial, die Umsatz- und Ertragslage weiter zu verbessern. Hinsichtlich des am 18. Januar 2024 durch die EU-Kommission beschlossenen Pakets zur Kapitalmarktunion als eine Verordnung zur Änderung der Verordnung über Märkte für Finanzinstrumente (MiFIR) bleibt die Einschätzung des Managements unverändert. Mögliche Anpassungen solcher Geschäftsmodelle, wie z. B. Erhöhungen der direkten Kundengebühren, könnten die relative Preisposition von flatexDEGIRO auf dem Markt stärken und somit zu einem günstigeren Wettbewerbsumfeld für das Unternehmen führen. Bei einem Verbot von Payment for Orderflows wäre die flatexDEGIRO Bank AG aufgrund des Geschäftsmodells und der bereits ergriffenen Maßnahmen voraussichtlich weniger stark betroffen als einige andere vergleichbare Marktteilnehmer. Risiken mit eventuellen Auswirkungen auf eine dadurch verursachte Ergebnisminderung bestehen daher, werden aber nicht in einem signifikanten Ausmaß erwartet. Rechtlichen Risiken wird durch die Bildung von Rückstellungen Rechnung getragen. Weiterhin können aufsichtsrechtliche Vorgaben oder der Eintritt von unvorhersehbaren Ereignissen eine Neubewertung der rechtlichen Risiken erforderlich machen können. 7 Prognosebericht Der Prognosezeitraum für den nachfolgend beschriebenen Geschäftsverlauf bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2024. Der Ausblick auf die Entwicklung für das Jahr 2024 ist weiterhin von einer starken Unsicherheit hinsichtlich der zu erwartenden Handelsaktivität von Privatanlegern geprägt. Ursächlich hierfür sind anhaltende geopolitische Konflikte, nach wie vor hohe Inflationsraten in Europa sowie eine noch unklare Aussicht auf Zeitpunkt und Umfang möglicher Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank (EZB). In 2023 hat sich mit Beginn des zweiten Quartals eine Stabilisierung der Kundenaktivität bei flatexDEGIRO auf vergleichsweise niedrigem Niveau eingestellt. In dem herausfordernden Umfeld des zurückliegenden Geschäftsjahres ist es flatexDEGIRO gelungen, die Kundenbasis weiter auszubauen und den durchschnittlichen Bestand an Kundengeldern sowie das Wertpapierkreditbuch stabil zu halten. Der für die Zinserträge wichtige Einlagenzinssatz der EZB ist im Jahresverlauf kontinuierlich angestiegen und liegt zum Jahresende 2023 mit 4,0 % um 200 Basispunkte über dem Stand zu Jahresbeginn 2023 (2,0 %). Aufgrund des gestiegenen Gesamtzinsumfelds hat flatexDEGIRO in mehrern Schritten in 2023 den Zinssatz für Wertpapierkredite bei flatex und DEGIRO angepasst, letztmalig erfolgte diese mit Wirklung zum 1. Januar 2024. Im Mai 2023 erfolgte Anpassungen des Preis-Leistungs-Verzeichnisses bei DEGIRO haben ferner das Potential, die durchschnittlichen Provisionen je Transaktion auf Jahressicht nochmal positiv zu beeinflussen. Damit ist nach Ansicht des Vorstands eine gute Ausgangslage geschaffen, um auch bei einer möglicherweise unverändert verhaltener Handelsaktivität der Privatanleger in 2024 sowie einer im Jahresverlauf zu erwartenden Absenkung der EZB-Zinsen erneut eine Steigerung der wichtigsten kommerziellen und finanziellen Leistungsindikatoren zu erreichen. Es ist ausdrückliches Ziel des Vorstands, auch weiterhin an der bestehenden Strategie festzuhalten und sie fokussiert umzusetzen. Die Prognose der Leistungsindikatoren ist auf Jahressicht generell mit Unsicherheiten versehen. Die erwartbare Umsatz- und Ergebnisentwicklung wird durch die erzielten Provisionserlöse im Bereich Online-Brokerage sowie die Zinserträge aus besicherten Wertpapierkrediten an bestehende Brokerage-Kunden und aus der konservativen Anlage von Kundengeldern (beispielsweise bei der Bundesbank oder in Staatsanleihen guter Bonität) bestimmt. Nach mehreren Jahren der starken Ausweitung der Kundenbasis geht die flatexDEGIRO Bank auch für 2024 von weiterem Kundenwachstum aus und erwartet, dass das jährliche brutto Kundenwachstum auf einem zum Vorjahr vergleichbaren Niveau (2023: rund 340.000) liegen wird. Die Handelsaktivität der Kunden ist nur schwierig prognostizierbar. Für 2024 geht der Vorstand in seinem Basis-Szenario davon aus, dass die Handelsaktivität der Privatanleger auf dem Niveau des Gesamtjahres 2023 verharrt (2023: Durchschnitt von 22 Transaktionen pro Kundenaccount). Die durchschnittlichen Provisionserträge je Transaktion werden auf oder leicht über dem Vorjahreswert erwartet. Aufgrund der sich bei einer veränderten Handelsaktivität ergebenden Effekte eines veränderlichen Produktmixes, unterliegt auch diese Einschätzung einer grundsätzlichen Unsicherheit. Die flatexDEGIRO Bank generiert Zinserträge aus der Veranlagung verwahrter Kundengelder. Dies erfolgt zum Teil in Form von Wertpapierkrediten, die wiederum unseren Kunden zur Verfügung gestellt werden, sowie durch Einlagen, beispielsweise bei der Bundesbank, oder dem Kauf von Staats-, Länder- und Bankanleihen guter Bonität. In seiner Prognose für 2024 geht der Vorstand von einem Gesamtvolumen an verwahrten Kundengeldern im Jahresschnitt von rund EUR 3 Mrd. aus. Rund EUR 1 Mrd. hiervon soll erwartungsgemäß für das vollbesicherte Wertpapierkreditgeschäfts genutzt werden. Die auf die übrigen verwahrten Kundengelder erzielten Zinserträge hängen wesentlich von der Höhe der EZB-Einlagenfazilität ab. Hinsichtlich deren Veränderung orientiert sich die flatexDEGIRO Bank an gegenwärtigen Marktprognosen, die eine Absenkung der Zinsen ab dem dritten Quartal 2024 erwarten. Auf Basis dieser Markterwartungen ergäbe sich für 2024 ein durchschnittlicher Zinssatz für die EZB-Einlagenfazilitäten, der mit leicht über 3,5 % in etwa auf dem Niveau des Jahresdurchschnitts 2023 läge. Planungsannahmen und Prognosen zu den bedeutsamsten Leistungsindikatoren Die erwartete Unternehmensentwicklung basiert auf den oben dargestellten Annahmen zur Entwicklung. Die Handelsaktivität der Privatanleger, die einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtentwicklung hat, kann nur schwer prognostiziert werden. Ungeachtet dessen sollen durch die strategische Fokussierung auf das Brokerage-Geschäft, bei fortlaufender Optimierung der Marketingstrategie weitere Kostensynergien gehoben werden. Der Vorstand bedient sich daher wie ausgeführt einer Darstellung zur Veranschaulichung der erwartbaren Gesamtentwicklung. Während die flatexDEGIRO Bank AG in den vergangenen Jahren die Kennzahlen Umsatz, EBITDA-Marge und EBT-Marge verwendet hat, wird in formalen Planungsannahmen und Prognosen zu den bedeutsamsten Leistungsindikatoren für 2024 auf den Umsatz und den Jahresüberschuss abgestellt. Aus Sicht des Vorstands ergibt sich in 2024 das Potenzial den Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht und den Jahresüberschuss deutlich zu steigern. Die entsprechenden Erwartungen sind in nachfolgender Tabelle dargestellt:
8 Nachtragsbericht Zu den Vorgängen von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Berichtszeitraums eingetreten sind, verweisen wir auf unsere Ausführungen im Anhang unter dem Abschnitt Nachtragsbericht. 9 Hinweis auf sonstige Informationen Die aktuellen Angaben gemäß § 340a Abs.
1a HGB in Verbindung mit § 289b Abs. 3 HGB sind als
gesonderter nichtfinanzieller Bericht im gesonderten
nichtfinanziellen Konzernbericht der flatexDEGIRO AG unter
https://flatexdegiro.com/media/pages/investor-relations/reports-
Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f, 315d HGB des flatexDEGIRO AG Konzern steht auf der Website der flatexDEGIRO AG unter https://flatexdegiro.com/de/investor-relations/corporate-governance zum Abruf bereit. 10 Versicherung der gesetzlichen Vertreter (Bilanzeid) Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Abschluss der flatexDEGIRO Bank AG ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Frankfurt am Main, den 26. Februar 2024 Frank Niehage Dr. Benon Janos Dr. Matthias Heinrich Steffen Jentsch Stephan Simmang Jens Möbitz BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die flatexDEGIRO Bank AG, Frankfurt am Main VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der flatexDEGIRO Bank AG, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der flatexDEGIRO Bank AG, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die nichtfinanzielle Erklärung und die Erklärung zur Unternehmensführung, für die im Lagebericht auf die Investor Relations Homepage verwiesen werden und die nach Datum des Bestätigungsvermerks veröffentlicht werden. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 22. September 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 25. September 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019 als Abschlussprüfer der flatexDEGIRO Bank AG tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER Der für die Prüfung verantwortliche Prüfungspartner ist Harald Melchior-Becker.
Frankfurt am Main, den 7. März 2024 Baker
Tilly GmbH & Co. KG
Harald Melchior-Becker, Wirtschaftsprüfer Sandra Köhler, Wirtschaftsprüferin Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2023Der Aufsichtsrat der flatexDEGIRO Bank AG (nachfolgend auch die "Gesellschaft") hat im Geschäftsjahr 2023 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben sorgfältig und gewissenhaft wahrgenommen. Überwachung und Beratung des Vorstands bei der Führung der Geschäfte Der Vorstand wurde bei der Leitung des Unternehmens beraten und dessen Tätigkeit regelmäßig und sorgfältig überwacht. Die strategische Ausrichtung der flatexDEGIRO Bank AG sowie die für die Gesellschaft wesentlichen Maßnahmen wurden durch den Aufsichtsrat begleitet. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat durch schriftliche oder mündliche Berichte regelmäßig und umfassend über alle wesentlichen Geschäftsereignisse, die aktuelle Geschäftsentwicklung, über die wirtschaftliche und finanzielle Lage der flatexDEGIRO Bank AG. Der Aufsichtsrat wurde dabei in alle für das Unternehmen wesentlichen Entscheidungen unmittelbar und frühzeitig eingebunden. Zustimmungspflichtige Sachverhalte standen mit allen Unterlagen rechtzeitig zur Prüfung zur Verfügung. Die Berichte beinhalteten insbesondere alle relevanten Informationen zur Strategie, zur Planung, Geschäftsentwicklung und zur Lage der flatexDEGIRO Bank AG, einschließlich zur Risikolage, zu dem internen Kontrollsystem ("IKS") und dem Risikomanagementsystem, der Compliance und der internen Revision. Status und Ergebnisse von im Berichtsjahr durchgeführten aufsichtsrechtlichen Prüfungen wurden kontinuierlich im Einzelnen erörtert sowie Lösungsansätze und Maßnahmen beraten und geprüft. Auch außerhalb der Sitzungen stand der Vorsitzende des Aufsichtsrats im regelmäßigen Kontakt mit dem Vorstand, um Themen insbesondere zur Entwicklung und Risikosituation der flatexDEGIRO Bank AG zu besprechen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats tauschten sich im Rahmen Ihrer Tätigkeit wiederholt auch ohne die Teilnahme des Vorstands intern aus, um die wichtigen Belange der Gesellschaft aus Sicht des Aufsichtsgremiums zu erörtern. Interessenkonflikte von Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, traten im Berichtsjahr nicht auf. Sitzungen des Aufsichtsrats Im Geschäftsjahr 2023 fanden sieben ordentliche und acht außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Außerhalb von Sitzungen fasste der Aufsichtsrat zudem fünf weitere Beschlüsse im Wege des schriftlichen Umlaufverfahrens bzw. mithilfe sonstiger gebräuchlicher Telekommunikationsmittel. Jeweils nach eingehender Erörterung und umfassender Prüfung erteilte der Aufsichtsrat, soweit auf Grund eines Gesetzes, der Satzung oder der Geschäftsordnung für einzelne Maßnahmen erforderlich, erbetene Zustimmungen in den einzelnen Sitzungen bzw. durch Beschlussfassung im Umlaufverfahren. Beratungsschwerpunkte im Aufsichtsratsplenum Folgende Themen waren im Wesentlichen Gegenstand der Beratungen und Überwachung sowie, soweit erforderlich, der Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat im Berichtsjahr 2023:
Ausschussarbeit Der Aufsichtsrat hat einen Prüfungsausschuss gebildet. Der Prüfungsausschuss bereitet Themen vor, die im Aufsichtsratsplenum behandelt werden, sowie Beschlussfassungen des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig und umfänglich über die Arbeit im Ausschuss. Mitglieder des Prüfungsausschusses waren bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 24. April 2023 Herr Martin Korbmacher als dessen Vorsitzender, Herr Hans Peter Peters und Herr Stefan Müller. Mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 24. April 2023 endete turnusgemäß die Amtszeit sämtlicher bis dahin amtierender Aufsichtsratsmitglieder und damit verbunden auch das jeweilige Mandat als Mitglied des Prüfungsausschusses. Der in derselben Hauptversammlung gewählte neue Aufsichtsrat bestellte taggleich Herrn Martin Korbmacher, Frau Britta Lehfeldt und Herrn Stefan Müller zu Mitgliedern des Prüfungsausschusses. Der Prüfungsausschuss wählte ebenfalls am 24. April 2023 Herrn Korbmacher zu seinem Vorsitzenden und Frau Lehfeldt zur stellvertretenden Vorsitzenden. Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2023 insgesamt neun Mal. Außerdem wurden drei Beschlüsse des Prüfungsausschusses im Umlaufverfahren gefasst. Der Prüfungsausschuss befasste sich im Wesentlichen mit der Prüfung der Rechnungslegung und der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des IKS und des Risikomanagementsystems, der Wirksamkeit und den Feststellungen der internen Revision sowie der Arbeit der Compliance- Organisation des Unternehmens, der Durchführung der Abschlussprüfung und deren Schwerpunkten, insbesondere der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der Analyse des Vorliegens von Nichtprüfungsleistungen. Ein großer Fokus der Tätigkeit des Prüfungsausschusses lag auf der Evaluierung der Qualität der Abschlussprüfung. Dies erfolgte zum einen in den regulären Terminen bzw. in Form der Berichterstattung der Abschlussprüfer, zum anderen aber auch verstärkt aufgrund der laufenden Ausschreibung im gemeinsamen Auswahlverfahren. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Ausschussarbeit im Geschäftsjahr 2023 waren die Prüfung des Jahresabschlusses 2022 unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesem Thema. Der Prüfungsausschuss berichtete dem Aufsichtsrat über das Ergebnis seiner Prüfungen und empfahl dem Aufsichtsrat infolgedessen und unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers, den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 zu billigen. Zudem befasste sich der Prüfungsausschuss intensiv mit der Sonderprüfung 2022 und den hierbei erfolgten Feststellungen, den Lösungsansätzen hierzu und den insoweit ergriffenen Maßnahmen. In diesem Zusammenhang befasste er sich auch mit dem Stand der Abarbeitung der IT-Sonderprüfung 2019. Der Prüfungsausschuss ließ sich bezüglich beider Sonderprüfungen kontinuierlich durch Abschlussprüfer und Vorstand unterrichten. Auch zwischen den Sitzungen stand der Prüfungsausschussvorsitzende Martin Korbmacher in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern. Vor dem Hintergrund, die Abschlüsse der flatexDEGIRO AG und der flatexDEGIRO Bank AG künftig von einem einzigen, gesamtheitlichen Abschlussprüfer prüfen zu lassen, haben der Gemeinsame Risiko- und Prüfungsausschuss ("GRUPA") der flatexDEGIRO AG und der Prüfungsausschuss der flatexDEGIRO Bank AG jeweils am 30. Juni 2023 beschlossen, die im flatexDEGIRO-Konzern durchzuführenden Prüfungen bezogen auf den Berichtszeitraum beginnend mit dem Geschäftsjahr 2024 in einem gemeinsamen Auswahlverfahren auszuschreiben. Vor diesem Hintergrund befasste sich der Prüfungsausschuss in der zweiten Jahreshälfte des Berichtszeitraums intensiv mit den Modalitäten des Ausschreibungsverfahrens für die Bestellung von Abschlussprüfern im flatexDEGIRO-Konzern. Ab Mitte des vierten Quartals des Berichtsjahres befasste sich der Prüfungsausschuss zudem mit der Prüfungsplanung der Jahresabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2023. Im Berichtsjahr bestanden keine weiteren Ausschüsse des Aufsichtsrats. Jahresabschlussprüfung 2023 Der Jahresabschluss der flatexDEGIRO Bank AG zum 31. Dezember 2023 sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 wurden von der zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 gewählten Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Die Prüfung hat bezüglich der Rechnungslegung sowie des Jahresabschlusses und Lageberichts keine Beanstandungen ergeben. Es wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt. Auch der Aufsichtsrat hat die Vorlagen des Vorstands seinerseits insbesondere auf Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit geprüft. Der Jahresabschluss sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 haben ebenso wie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers allen Mitgliedern des Aufsichtsrats frühzeitig zur Durchsicht vorgelegen und wurden vorab durch den Prüfungsausschuss und anschließend im Plenum in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vom 11. März 2024 ausführlich erörtert und geprüft. Der Abschlussprüfer berichtete dem Prüfungsausschuss in dessen Sitzung vom 25. Februar 2024 sowie dem Aufsichtsratsplenum in dessen Bilanzsitzung vom 11. März 2024 über den Umfang, die Schwerpunkte und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung einschließlich der im Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte ("Key Audit Matters") sowie der vorgenommenen Prüfungshandlungen. Der Abschlussprüfer gab ausführliche Erläuterungen zum Prüfungsbericht und stand für ergänzende Auskünfte und Fragen zur Verfügung. Alle wesentlichen abschluss- und prüfungsrelevanten Themen, einschließlich der in den Bestätigungsvermerken dargestellten Key Audit Matters und den hierauf bezogenen Prüfungshandlungen und Schlussfolgerungen des Abschlussprüfers, wurden mit dem Abschlussprüfer ausführlich erörtert. Der Abschlussprüfer hat keine wesentlichen Schwächen des rechnungslegungsbezogenen IKS, des Internen Revisionssystems oder der Compliance festgestellt. Aufgrund von verbliebenen Monita aus der Sonderprüfung 2022 hat der Abschlussprüfer Schwächen im Risikomanagement und der Geschäftsorganisation festgestellt, jedoch deutliche Fortschritte bei der Abarbeitung attestiert. Es bestanden keine Umstände, die die Befangenheit der Abschlussprüfer besorgen lassen. Der Aufsichtsrat hat den Prüfungsbericht und die Prüfungsergebnisse des Abschlussprüfers, insbesondere den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk, zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach Abschluss seiner eigenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts hat der Aufsichtsrat in Übereinstimmung mit dem ihm berichteten Prüfungsergebnis des Prüfungsausschusses festgestellt, dass auch seinerseits keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss und Lagebericht zu erheben sind. Der vom Vorstand aufgestellte und vom Abschlussprüfer geprüfte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 wurden vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 11. März 2024 in Übereinstimmung mit der Empfehlung des Prüfungsausschusses gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmt ebenso wie der Prüfungsausschuss in seiner Einschätzung der Lage der Gesellschaft mit derjenigen des Vorstands im Lagebericht überein. Bestehen eines Ergebnisabführungsvertrages Zwischen der flatexDEGIRO Bank AG und ihrer alleinigen Gesellschafterin, der flatex Finanz GmbH, besteht ein Ergebnisabführungsvertrag im Sinne von § 291 Abs. 1 S. 1 Var. 2 AktG. Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages war für das Geschäftsjahr 2023 kein Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen aufzustellen. Für das Berichtsjahr erübrigten sich daher entsprechende Prüfungen. Veränderungen im Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat setzte sich vom Beginn des Berichtszeitraums bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 24. April 2023 aus den vier Mitgliedern Herrn Martin Korbmacher (Aufsichtsratsvorsitzender), Herrn Hans Peter Peters (stellvertretender Vorsitzender), Herrn Stefan Müller und Frau Aygül Özkan zusammen. Mit der Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 24. April 2023 lief die Amtszeit sämtlicher Mitglieder des Aufsichtsrats aus und die Aufsichtsratsmitglieder wurden insgesamt neu gewählt. Seit dem 24. April 2023 besteht der Aufsichtsrat aus Herrn Martin Korbmacher (Vorsitzender), Frau Aygül Özkan (stellvertretende Vorsitzende), Herrn Stefan Müller und Frau Britta Lehfeldt. Die Amtszeit jedes der vorgenannten Aufsichtsratsmitglieder endet mit der Beendigung der Hauptversammlung, die über dessen Entlastung für das Geschäftsjahr 2024 entscheidet. Veränderungen im Vorstand Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 bestand der Vorstand der flatexDEGIRO Bank AG aus Herrn Frank Niehage (Vorstandsvorsitzender), Herrn Muhamad Said Chahrour, Herrn Dr. Benon Janos, Herrn Dr. Matthias Heinrich, Herrn Stephan Simmang und Herrn Steffen Jentsch. Seitdem haben sich bis zur Verabschiedung dieses Berichts folgende Änderungen im Vorstand ergeben: Herr Muhamad Said Chahrour hat sein Vorstandsmandat mit Wirkung zum Ablauf des 28. Juli 2023 niedergelegt und das Unternehmen zum 31. Dezember 2023 verlassen. Mit Beschluss vom 10. August 2023 hat der Aufsichtsrat beschlossen, mit Wirkung zum 01. September 2023 und Laufzeit bis zum 31. Dezember 2025 Herrn Jens Möbitz zum Vorstandsmitglied (Board Member Banking Operations) der flatexDEGIRO Bank AG zu bestellen. Herr Möbitz hat das Mandat angenommen. Bei Verabschiedung dieses Berichts am 04. April 2024 besteht der Vorstand dementsprechend aus Herrn Frank Niehage als Vorstandsvorsitzendem/CEO, Herrn Dr. Benon Janos als CFO, Herrn Dr. Matthias Heinrich als CRO, Herrn Steffen Jentsch als CPPO, Herrn Stephan Simmang als CTO und Herrn Jens Möbitz als Board Member Banking Operations. Danksagung Der Aufsichtsrat dankt dem ausgeschiedenen Vorstandsmitglied Herrn Muhamad Said Chahrour für sein großes Engagement in den vergangenen Jahren. Den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der flatexDEGIRO Bank AG, die im vergangenen Jahr mit sehr hohem persönlichen Einsatz an dieser positiven Entwicklung des Unternehmens in weiterhin herausfordernden Zeiten mitgewirkt haben, spricht der Aufsichtsrat gleichfalls seinen besonderen Dank und seine Anerkennung aus.
Frankfurt am Main, den 04. April 2024 Für den Aufsichtsrat Martin Korbmacher, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
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Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagen
Herstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen Geräten
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von kosmetischen Erzeugnissen, Körperpflegemitteln, Putz- und Reinigungsmitteln
Managementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Unternehmensberatung
Ingenieurbüros für Fachplanung von technischer Gebäudeausrüstung
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Vermittlung von Arbeitskräften
Großhandel mit Flachglas
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Großhandel mit Eisenerzen, Eisen, Stahl, Eisen- und Stahlhalbzeug
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Fondsmanagement
Institute für Factoring-Geschäfte
Vermittlung von Krediten
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen