Heraeus Beteiligungsverwaltungsgesellschaft mbH
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HERAEUS HOLDING Gesellschaft mit beschränkter HaftungHanauKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2018Grundlagen des KonzernsGeschäftsmodell des KonzernsDer 1660 als Apotheke gegründete und 1851 als Unternehmen formierte Technologiekonzern im Familienbesitz mit Sitz in Hanau bündelt unter dem Dach der Heraeus Holding ein Portfolio von Geschäften, die in den Aktivitätsfeldern Gesundheit, Elektronik, Industrieanwendungen und Umwelt tätig sind. Das in den FORTUNE Global 500 gelistete Unternehmen hat eine führende Position in seinen globalen Absatzmärkten. Heraeus verfügt über ein breit diversifiziertes Produkt- und Leistungsangebot für unterschiedliche Märkte und Industrien. Mit seinen verschiedenen Geschäften fokussiert sich Heraeus auf wichtige Märkte, wie z. B. die Elektronik-, Halbleiter-, Telekommunikations-, Licht-, Chemie-, Pharma-, Stahl- und Automobilindustrie sowie die Photovoltaikindustrie und Medizintechnik. Darüber hinaus bietet der Konzern seinen Kunden ein integriertes Management des Edelmetallkreislaufs, das neben dem industriellen Produktgeschäft den Edelmetallhandel und das Edelmetallrecycling umfasst. Unter dem Dach der Heraeus Holding sind im Geschäftsjahr 2018 die Aktivitätsfelder des Konzerns unverändert wie folgt zusammengefasst: Im Aktivitätsfeld Gesundheit setzt Heraeus die lange Konzerntradition fort und zählt zu den globalen Anbietern von medizinischen Komponenten, Biomaterialien und Medizinprodukten. Das Aktivitätsfeld Elektronik versorgt weltweit Kunden aus der Automobil-, Informationstechnologie- und Telekommunikationsindustrie sowie der Konsumgüterelektronik und bietet herausragende Lösungen an. Im Aktivitätsfeld Industrieanwendungen, in dem die Entwicklungen und Anwendungen bei Hochtemperaturprozessen im Stahlbereich sowie die Weiterentwicklung von Start-up-Aktivitäten und der Ausbau neuerer, aber schon etablierter Produktlinien, z. B. Sensoren, vereint sind, ist Heraeus seit Langem ein gefragter und verlässlicher Partner der Industrie. Die Heraeus Produkte im Aktivitätsfeld Umwelt leisten einen wesentlichen Beitrag zur ressourcenschonenden Herstellung von Produkten und Energiegewinnung. Unterschiedlichste Dickfilmpasten auf Silberbasis kommen seit Jahren bei der Photovoltaik zum Einsatz. Mit dem geschlossenen Edelmetallkreislauf und vielfältigen Recyclingprozessen bietet Heraeus dem Kunden größtmögliche Transparenz bei der Rückgewinnung von Edelmetallen sowie Sicherheit zum Schutz der Umwelt, geprägt von jahrzehntelanger Erfahrung und umfassendem technologischem Know-how. Auch die pharmazeutischen Wirkstoffe und die zahlreichen industriellen Verarbeitungen von Edelmetallen und die Entwicklungen von edelmetallhaltigen Beschichtungen sind im Aktivitätsfeld Umwelt angesiedelt. Im Bereich Corporate bündelt der Konzern die Konzernfunktionen. Die Heraeus Holding steuert die strategische Ausrichtung des Unternehmens im Sinne einer Management Holding. Grundlage dafür ist das Heraeus Konzernleitbild 2020, das die strategische Ausrichtung des Konzerns, die wesentlichen Ziele für die kommenden Jahre, Grundstrukturen der Organisation sowie die Grundlagen des unternehmerischen Handelns bei Heraeus zusammenfasst. Der Erhalt der langfristigen Unabhängigkeit des Konzerns steht jederzeit und bei allen unternehmenspolitischen Entscheidungen im Vordergrund. Die Steuerungskennzahlen Gesamtumsatz, Umsatz ohne Edelmetalle sowie das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) und der Gewinn nach Steuern sind die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren für die Beurteilung der Geschäftsentwicklung. Beim Blick auf den Gesamtumsatz ist zu berücksichtigen, dass dieser signifikant von den volatilen Edelmetallpreisen und den Aktivitäten im Bereich des Edelmetallhandels beeinflusst wird. Um global Chancen auf profitables Wachstum zu nutzen, ist Heraeus mit über 100 Gesellschaften und rund 13.860 Mitarbeitern weltweit in allen Wirtschaftsregionen mit Produktion und Vertrieb vertreten. Innovationen sind ein wesentliches Element der Geschäftstätigkeit. Heute verfügt Heraeus über mehr als 1.300 Patentfamilien mit Schutzrechten in diversen Ländern. Im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) sind weltweit über 700 Mitarbeiter tätig. Forschung und EntwicklungWesentlicher Treiber für ein zukünftiges Wachstum ist die Identifikation neuer Trends, die Entwicklung neuer Geschäftsideen sowie die Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios. Die Verfolgung übergeordneter Forschungs- und Entwicklungsthemen wird in den verschiedenen Aktivitätsfeldern sowie in den Start-ups vorangetrieben. Insgesamt lagen die Ausgaben für F&E im Geschäftsjahr 2018 bei 153,9 Mio. € und damit nochmals um 17,2 Mio. € über dem Wert des Geschäftsjahres 2017. Innerhalb der einzelnen Aktivitätsfelder wurden wichtige F&E-Initiativen vorangetrieben. Im Aktivitätsfeld Gesundheit entwickelte Heraeus Produkte, die sowohl den Patientennutzen als auch die Effizienz im Gesundheitssystem steigern. Ein Beispiel dafür ist "Axone", eine segmentierte Elektrode zur Anwendung bei speziellen Herzrhythmusstörungen, die den Heraeus Innovation Award 2018 gewinnen konnte. Heraeus hat sein Netzwerk an internationalen Forschungs- und Entwicklungskooperationen im Bereich der regenerativen Medizin weiter ausgebaut, so z. B. im Bereich der pharmazeutischen Aufbereitung von Stammzellen. Im Aktivitätsfeld Elektronik wurden gestartete Initiativen implementiert, die die Wettbewerbsposition des Konzerns im schnell wachsenden Elektronikmarkt weiter stärken. Ein wesentliches Element dieser Strategie ist die Transformation von einem Materiallieferanten zu einem lösungsorientierten Systemanbieter. Um die Entwicklung in enger Kundenabstimmung weiter voranzutreiben, wurde ein neues Anwendungszentrum in Schanghai eröffnet und das bestehende in Hanau weiter ausgebaut. Beispiele für neue Produkte sind hochzuverlässige Lötpasten für den Einsatz in der Automobilindustrie sowie Lötmaterialien für die Halbleiterindustrie. Des Weiteren wurden Fortschritte bei der Entwicklung und Qualifizierung beschichteter Silber-Bonddrähte - als kostengünstigere Alternative zu Gold-Bonddrähten - erzielt. Das Portfolio im Bereich Metallkeramiksubstrate konnte im Jahr 2018 erweitert werden. Darüber hinaus konnten weitere Serviceprojekte mit namhaften Kunden erfolgreich abgeschlossen werden, die wertvolle Erkenntnisse für Materialentwicklungen bieten. In diesem Zusammenhang wurde ebenfalls die Heraeus Electronics Academy offiziell eröffnet. Im Bereich Glasfaser standen Prozessentwicklungen im Fokus, mit dem Ziel, durch Effizienzsteigerungen und Verkürzung von Prozesslaufzeiten die Kapazitäten zu erhöhen und so der zunehmenden Nachfrage nach optischen Glasfasern zu begegnen. Das Produktportfolio für Halbleiteranwendungen wurde durch die Entwicklung neuer Formate sowie funktioneller Materialien erweitert. Produkte in größeren Abmessungen, höherer Präzision und Reinheit unterstützen die Qualitäts- und Effizienzanforderungen der Industrie bei der Einführung neuer Technologiegenerationen. Das innovative Kompositmaterial "Heraeus Black Quartz" (HBQ(r)), das sich durch hohe Reinheit und Emissivität auszeichnet, wurde weiter am Markt etabliert und für verschiedene neue Anwendungen adaptiert. Neuartige Funktionsschichten mit spezifischen thermischen, mechanischen und chemischen Eigenschaften unterstützen die weitere Geschäftsentwicklung auch außerhalb der klassischen Halbleiterprozesstechnik. Im Bereich der Optik wurde an der Entwicklung neuer Produkte für kommerzielle Anwendungen sowie an hochspezifischen Materialien für die Extrem-Ultraviolett-(EUV-)Lithografie gearbeitet. Zudem wurden Produkte für Faserlaseranwendungen für weitere Anwendungen im gepulsten Laserbetrieb entwickelt. Im Aktivitätsfeld Industrieanwendungen wurde eine Reihe innovativer Projekte vorangetrieben. Das Start-up Battery Technology konnte seine Umsätze mit "Additivem Porocarb(r)" steigern. Insbesondere im Bereich Mobilität besteht großes Kundeninteresse hinsichtlich der Performancesteigerung sowohl für Lithium-Ionen- als auch Bleisäure-Batterien. Eine neue Produktionsanlage für die nächste Produktgeneration befindet sich im Aufbau und soll im Jahr 2019 fertiggestellt werden. Darüber hinaus baute Heraeus im Start-up Additive Manufacturing das Spektrum an Speziallegierungen, von leichtem Titan-Aluminium bis hin zu Refraktär- und amorphen Metallen, weiter aus. Daneben wird sich im Bereich der Start-ups mit neuen Beschichtungstechnologien sowie Lösungen zum Drucken von elektronischen Bauteilen beschäftigt. Mehrere Markteinführungen verbesserter Chemikalien für Photoresisthersteller konnten im Bereich Electronic Chemicals realisiert werden. Im Displaysegment wurde die Palette an druckbaren Formulierungen ausgebaut und neue Kunden konnten gewonnen werden. Für kommende transparente und flexible Touchdisplays wurden funktionsfähige Demonstratoren vorgestellt. Bei Kondensatorformulierungen zielt der Bereich auf die strengeren Forderungen der Automobilelektronik sowie auf das wachsende Hochvoltsegment. Im Aktivitätsfeld Umwelt wurden die F&E-Aufwendungen für den Bereich Speziallichtquellen erhöht und LED-Systeme weiter optimiert. Dies unterstützt insbesondere die Transformation des Bereichs vom Komponentenlieferanten zum System- und Lösungsanbieter. Die neuen "black.infrared-Systeme" werden ab dem Jahr 2019 als völlig neue Infrarot-Strahlergeneration in einer neu eingerichteten Reinraumproduktion in die Serienfertigung gehen. Das Flash-System "humm3" wurde im Jahr 2018 für den Bereich Leichtbaumaterialien optimiert und zur Serienreife fertiggestellt. Im Bereich Photovoltaik konnten mehrere Produkte in die Kommerzialisierung übergehen. Diese entsprechen den Kundenanforderungen an die Vorderseiten-Silberpasten, wie z. B. das Haftvermögen und die Druckfähigkeit, die von Heraeus effizient und kostengünstig umgesetzt wurden. Bei monokristallinen Solarzellen konnte das Produkt "SOL9651" sehr erfolgreich vertrieben werden. Gleichzeitig wurden Optimierungsprozesse vorangetrieben. In Hanau wurde das Innovationszentrum eröffnet, in dem nun rund 300 Mitarbeiter arbeiten. Im neuen Gebäude soll die interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit weiter vorangetrieben werden. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDie Weltwirtschaft steigerte sich im Geschäftsjahr 2018 mit voraussichtlich 3,7 % Wachstum gegenüber dem Vorjahresniveau und hat sich damit gemäß den Erwartungen zum Ende des Geschäftsjahres 2017 entwickelt. Die USA erwarten für das Jahr 2018 eine Wachstumsrate von 2,9 % und somit einen Anstieg von 0,6 %-Punkten gegenüber den Erwartungen des Vorjahres. Für den Euroraum und Deutschland werden Wachstumsraten von 1,8 % und 1,5 % erwartet. Damit liegt der Euroraum 0,1 %-Punkte und Deutschland 0,3 %-Punkte unter den erwarteten Wachstumsraten aus dem Vorjahr. Für China hingegen verbessert sich die Wachstumsprognose leicht von 6,5 % zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres auf nun 6,6 %. Der Wachstumsausblick für das Jahr 2019 zeigt abnehmende Werte für die Regionen auf. Von leicht rückläufigen Wachstumsraten wird für den Euroraum, Deutschland und die Schwellenländer ausgegangen. Für die USA und China wird ein Rückgang der Wachstumsraten um jeweils 0,4 %-Punkten erwartet. Die größten Unwägbarkeiten für die Konjunkturentwicklung resultieren aus den politischen Risiken. Zu den größten Krisenherden zählen die ungelösten Konflikte im Nahen Osten, die noch immer anhaltenden Unsicherheiten, die aus dem EU-Austritt des Vereinigten Königreiches resultieren, die kritische Haltung der US-amerikanischen Regierung gegenüber Freihandelsabkommen, der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die Geldpolitik der USA. Die weiterhin gute Konjunktur im Geschäftsjahr zeigt sich auch in den von Heraeus bedienten Märkten, die weltweit wuchsen oder zumindest ein solides Niveau beibehielten. Die Gesundheitsmärkte setzten ihre positive Entwicklung fort und bleiben auf Wachstumskurs. Im Aktivitätsfeld Umwelt zeigten sich die Endmärkte stabil. Im Aktivitätsfeld Industrieanwendungen entwickelte sich die Stahlnachfrage, trotz der heterogenen Nachfrage in einzelnen Regionen, insgesamt positiv. Das Aktivitätsfeld Elektronik war geprägt von der weiterhin wachsenden Halbleiterkonjunktur, die durch stetig steigende Speicher- und Rechenbedarfe, steigende Datenmengen infolge der zunehmenden Digitalisierung sowie durch die Integration von 3D-Strukturen in der Chipherstellung getrieben wurde. Gesamtumsatz in Mio. €
Umsatz ohne Edelmetalle in Mio. €
Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten GeschäftsverlaufAnfang des Jahres 2018 wurde für das abgelaufene Geschäftsjahr ein moderater Anstieg des Umsatzes ohne Edelmetalle prognostiziert. Tatsächlich konnte der Umsatz ohne Edelmetalle trotz negativer Währungseffekte um 3,4 % gegenüber dem Vorjahreswert gesteigert werden. Das EBIT für das Jahr 2018 liegt bei 341,0 Mio. € und bestätigt damit die hohen Erwartungen. Hier zeigen sich positive Effekte aus den im Jahr 2015 gestarteten Investitions- und Optimierungsprogrammen und den weltweiten Exzellenzinitiativen. In dessen Rahmen hat Heraeus Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit durchgeführt, dabei in eine Vielzahl von Standorten investiert sowie Produktportfolios optimiert, was kontinuierlich fortgeführt wird. Daneben gab es in den Aktivitätsfeldern operative Effekte, die sich im Vergleich zur Prognose positiv auf das Ergebnis vor Steuern und Zinsen ausgewirkt haben. So setzte das Aktivitätsfeld Elektronik die weiterhin sehr erfreuliche Entwicklung im Geschäft mit optischen Glasfasern fort. Ebenfalls hervorzuheben ist das Aktivitätsfeld Gesundheit, das sich wieder über dem durchschnittlichen Branchenwachstum entwickelte und vor allem im Bereich der Biomaterialien starke Ergebnisse generierte. Und auch im Bereich der Industrieanwendungen konnten die Erwartungen sowie Vorjahreszahlen übertroffen werden. Umsatz ohne Edelmetalle nach Regionen 2018
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Mio. €
Gewinn nach Steuern in Mio. €
Geschäftsverlauf und Vermögens-, Finanz- und ErtragslageDas Geschäftsjahr 2018 verlief für Heraeus in einem insgesamt positiven gesamtwirtschaftlichen Umfeld sehr zufriedenstellend und die Aktivitätsfelder entwickelten sich entsprechend positiv. Zur Detailentwicklung der Aktivitätsfelder verweisen wir auf die nachfolgenden Kapitel. Der Gesamtumsatz reduzierte sich von 21,8 Mrd. € auf 20,3 Mrd. € und damit um 7,1 %. Der Umsatz ohne Edelmetalle lag mit 2,3 Mrd. € um 3,4 % und bereinigt um Währungseffekte um 5,9 % über dem Vorjahresniveau. Bezogen auf den Umsatz ohne Edelmetalle, war die umsatzstärkste Region mit 43,2 % unverändert Asien. Dort erhöhten sich die Umsätze um 3,9 % gegenüber dem Vorjahr. Auch die Umsätze ohne Edelmetalle in Europa (+ 7,1 %) sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Für das Jahr 2018 lag das Ergebnis des Konzerns vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 341,0 Mio. € um 41,6 Mio. € deutlich über dem Wert des Vorjahres in Höhe von 299,4 Mio. €. Trotz des Rückgangs des Gesamtumsatzes konnte insbesondere durch den Anstieg des Umsatzes ohne Edelmetalle erneut der Rohertrag als Differenz zwischen Umsatzerlösen und Materialeinsatz gesteigert werden. Diese Bruttoerfolgsgröße stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 % auf 1.708,3 Mio. €. Die Personalaufwendungen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 58,8 Mio. € auf 843,3 Mio. € erhöht. Darin enthalten sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Abfindungszahlungen in Höhe von 17,4 Mio. € (Vorjahr: 12,1 Mio. €) sowie die Währungseffekte von 14,0 Mio. € (Vorjahr: 7,4 Mio. €). Ohne Sondereffekte aus Unternehmenserwerben, Restrukturierung und Währung liegen die Personalkosten rund 7,1 % über dem Niveau des Vorjahres, im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg des durchschnittlichen Mitarbeiterbestands um rund 5,9 % gegenüber dem Vorjahr. Die Abschreibungen und Wertminderungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 49,3 Mio. € auf 142,8 Mio. € vermindert. Darin enthalten sind Wertminderungen in Höhe von 23,3 Mio. € (Vorjahr: 77,4 Mio. €). Diese betreffen im Wesentlichen nicht werthaltige Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte aus früheren Akquisitionen sowie Anlagen und Gebäude, die nicht mehr in der geplanten Weise genutzt werden können. Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich um 28,7 Mio. € auf 39,5 Mio. €. Maßgeblich für den Rückgang ist der im Vorjahr enthaltene Einmaleffekt in Höhe von 30,0 Mio. € aus der stufenweisen Akquisition der Argor-Heraeus SA, Schweiz, und die damit verbundene Neubewertung der bereits gehaltenen Anteile sowie Auflösung der Währungsrücklage. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr im Wesentlichen bedingt durch das höhere Geschäftsvolumen und gestiegene Instandhaltungsaufwendungen um 7,8 Mio. € auf 440,1 Mio. € erhöht. Darin enthalten sind auch Devisenkursaufwendungen in Höhe von 8,6 Mio. € (Vorjahr: 5,7 Mio. €). Der Beitrag der assoziierten Unternehmen zum operativen Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag mit 20,0 Mio. € um 2,4 Mio. € über dem des Vorjahres, was im Wesentlichen auf gestiegene Ergebnisbeiträge der Shin-Etsu Quartz Products Co., Ltd., Japan, und der Young Shin Quartz Co., Ltd., Republik Korea, zurückzuführen ist. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Das Finanzergebnis verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr um 50,2 Mio. € auf - 55,1 Mio. €. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem im Vorjahr enthaltenen Gewinn aus der Veräußerung von Wertpapieren in Höhe von 29,3 Mio. € und dem Anstieg der Zinsaufwendungen für Edelmetallleihen um 28,2 Mio. €, bedingt durch den starken Anstieg der Edelmetallleihezinsen für Palladium. Der Gewinn vor Steuern liegt bei 285,9 Mio. € und damit um 8,6 Mio. € leicht unter dem Wert des Vorjahres. Die Steuerquote hat sich für das abgelaufene Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr leicht von 28,6 % auf 31,0 % erhöht. Der Gewinn nach Steuern beläuft sich für das Geschäftsjahr 2018 auf 197,3 Mio. € nach 210,3 Mio. € im Vorjahr. Die Vermögens- und Finanzlage des Heraeus Konzerns entwickelte sich im Jahr 2018 weiterhin positiv. Heraeus verfügt unverändert über eine sehr gesunde Bilanzstruktur, einen hohen Bestand an liquiden Mitteln sowie eine mittel- und langfristig gesicherte Finanzierungsbasis. Zum Jahresende 2018 belief sich die Bilanzsumme des Heraeus Konzerns auf 5.067,8 Mio. € und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 238,5 Mio. € erhöht. Die Eigenkapitalquote des Konzerns hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht und liegt bei 63,6 % (Vorjahr: 62,3 %). Die langfristigen Vermögenswerte sind gegenüber dem Vorjahr um 90,2 Mio. € auf 1.693,1 Mio. € gestiegen. Die wesentliche Veränderung betrifft die Erhöhung der Sachanlagen in Höhe von 148,4 Mio. € aufgrund der Investitionen in den weiteren Ausbau der Infrastruktur des Konzerns, wie z. B. in die Edelmetallfabrik in Nanjing, China, und die Kapazitätserweiterung am Standort Bitterfeld. Gegenläufig haben sich die latenten Steueransprüche gegenüber dem Vorjahr um 44,1 Mio. € vermindert. Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 148,3 Mio. € auf 3.374,7 Mio. € erhöht. Darin enthalten sind der Anstieg der flüssigen Mittel um 145,6 Mio. €, die Erhöhung der Edelmetalle um 113,0 Mio.€ sowie der Vorräte ohne Edelmetalle um 63.1Mio. €. Demgegenüber haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 105,8 Mio. € sowie die Forderungen aus Edelmetallswaps um 89,7 Mio. € vermindert. Die langfristigen Schulden haben sich im Vergleich zum Vorjahresabschluss um 12,1 Mio. € auf 779,3 Mio. € erhöht. Der Anstieg ist im Wesentlichen bedingt durch eine Umgliederung einer Rückstellung aus den kurzfristigen Schulden in die langfristigen Schulden aufgrund einer geänderten Einschätzung zur Fristigkeit der Rückstellung. Die kurzfristigen Schulden haben sich geringfügig um 14.2Mio. € auf 1.066,0 Mio. € erhöht. Die darin enthaltenen Verbindlichkeiten aus Edelmetallswaps haben sich gegenüber dem Vorjahr um 112,2 Mio. € erhöht. Gegenläufig haben sich die Steuerverbindlichkeiten um 20,1 Mio. €, die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um 26,8 Mio. € sowie die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 13,5 Mio. € vermindert. Aufgrund einer geänderten Einschätzung zur Fristigkeit einer Rückstellung wurde ein Betrag in Höhe von 37,9 Mio. € in die langfristigen Schulden umgegliedert. Konzernbilanz
Die Finanzierung des Konzerns erfolgt zentral durch die Konzernfunktion Treasury der Heraeus Holding GmbH. Die Liquiditätssicherung basiert auf der Grundlage einer mehrjährigen Finanzplanung, deren wesentliche Liquiditätsquelle die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns darstellt. Die lang- und mittelfristige Finanzierung des Konzerns erfolgt primär durch zwei direkt platzierte Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit bis 2032 bzw. 2034 sowie ein KfW-Darlehen mit einer Laufzeit bis 2026. Zur Finanzierung kurzfristiger Finanzierungsbedarfe stehen ein Commercial-Paper-Programm sowie eine langfristige, fest zugesagte syndizierte Kreditlinie zur Verfügung. Beide Instrumente waren per Jahresende 2018 ungenutzt. Im Bereich Trading wird zur kurzfristigen Finanzierung auch das Instrument der Edelmetallleihe eingesetzt. Zum Jahresende 2018 waren insgesamt Edelmetalle, bewertet zu Marktwerten, in Höhe von 2.055,0 Mio. € (Vorjahr: 1.589,0 Mio. €) von Dritten geliehen. Der Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit beläuft sich für das Geschäftsjahr auf 448,5 Mio. € nach 244,2 Mio. € im Vorjahr. Dazu hat hauptsächlich das gestiegene Geschäftsvolumen beigetragen. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit in Höhe von 227,4 Mio. € beinhaltet Auszahlungen im Wesentlichen für Investitionen in das Anlagevermögen in Höhe von 256,7 Mio. €. Dem stehen im Wesentlichen erhaltene Zinszahlungen in Höhe von 21,1 Mio. € sowie Einzahlungen aus dem Abgang von kleineren Geschäftseinheiten in Höhe von 13,1 Mio. € gegenüber. Vor allem die Zinszahlungen in Höhe von 57,1 Mio. € sowie die Auszahlungen für die Tilgung von verzinslichen Verbindlichkeiten in Höhe von 25,5 Mio. € führten zu einem Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 76,7 Mio. €. Somit ergibt sich eine zahlungswirksame Erhöhung des Finanzmittelbestands in Form der flüssigen Mittel in Höhe von 144,4 Mio. €. Zur weiteren Analyse wird auf die Kapitalflussrechnung im Konzernanhang verwiesen. Die Liquiditätsreserven des Konzerns (flüssige Mittel) haben sich insgesamt um 145,6 Mio. € auf 818,2 Mio. € erhöht. Mit dieser unverändert sehr soliden Finanzausstattung verfügt der Konzern über eine wichtige Grundlage, um auch zukünftig seine Geschäftsfelder aktiv entwickeln und am Markt positionieren zu können. Zusammenfassend blickt der Konzern auf ein gutes Geschäftsjahr 2018 zurück. Trotz eines leichten Ergebnisrückgangs ist die weiterhin stabile Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns geprägt von einem deutlichen Anstieg des Mittelzuflusses aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit sowie der flüssigen Mittel und von hohen Investitionen in den Ausbau der Produktionskapazitäten. Konzern-Kapitalflussrechnung
Investitionen und DesinvestitionenDie Investitionen in Sachanlagen lagen im Jahr 2018 mit 254,7 Mio. € über dem Vorjahreswert von 190,2 Mio. € (+ 33,9 %). Zum Jahresende bestand darüber hinaus ein Bestellobligo von 65,3 Mio. €, das aus den verfügbaren flüssigen Mitteln bedient werden kann. Die in den Vorjahren begonnenen Exzellenzinitiativen zur Modernisierung und Erweiterung der Betriebsstätten mit dem Ziel erheblicher Effizienzsteigerung kommen gut voran. In diesem Rahmen wurden vor allem die Heraeus Projekte, wie der Aufbau der Edelmetallfabrik in Nanjing, China, der Ausbau des Standortes in Bitterfeld, die Scheidgutlogistik als Teil der zukünftigen Edelmetallfabrik in Hanau sowie der Ausbau der Standorte in Wehrheim und Kleinostheim, vorangetrieben. Heraeus verkaufte im Geschäftsjahr 2018 das Magnetic Data Storage-Geschäft am Produktionsstandort Singapur. Im Aktivitätsfeld Elektronik erfolgte im dritten Quartal 2018 der Verkauf der Produktionsstätten am Standort Austin, USA. Investitionen und Abschreibungen bei Sachanlagen in Mio. €
Aktivitätsfeld GesundheitHeraeus forscht kontinuierlich an der Weiterentwicklung von Produkten, die zum medizinischen Fortschritt beitragen. Das Wachstum der globalen Gesellschaft und die zunehmende Alterung in den westlichen Industrienationen lassen den Bedarf an modernen Materialien und Technologien im Medizinsektor steigen. Das Engagement von Heraeus auf diesem Markt hat eine lange Tradition -entstand das Unternehmen doch ursprünglich aus einer Apotheke. Heute ist das Unternehmen u. a. der wichtigste Hersteller von Knochenzementen für die Orthopädie. Außerdem verfügt Heraeus über eine breite Produktpalette für die Medizintechnik. Das Angebot reicht dabei von Komponenten für kardiovaskuläre Medizingeräte bis hin zu Lösungen für die minimalinvasive Chirurgie. GeschäftsentwicklungVon wirtschaftlichen Einflussfaktoren wie konjunkturellen Schwankungen ist das Aktivitätsfeld Gesundheit weitgehend unabhängig. Die Nachfrage im Gesundheitsmarkt bleibt weiterhin auf einem klaren Wachstumspfad. Eine strengere Regulierung der Produktzulassungen sowie ein anhaltender Preisdruck im Gesundheitssystem bleiben jedoch die Herausforderungen in den nächsten Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz ohne Edelmetalle innerhalb des Aktivitätsfelds Gesundheit leicht um 1,4 % auf 343,3 Mio. €. Heraeus baute seine Marktposition im Bereich der medizintechnischen Komponenten und Lösungen weiter aus und konnte den Umsatz wiederum steigern und die Erwartungen übertreffen. Im Bereich der minimalinvasiven Diagnostik und Therapie bietet Heraeus das gesamte Spektrum von Komponenten über Baugruppen bis zu kompletten Lösungen an. Aufgrund des erwarteten Marktwachstums in diesem Bereich wurde im Jahr 2018 ein Werk in Costa Rica offiziell eröffnet, das zusätzliche Kapazität bietet. Heraeus ist in allen strategisch wichtigen Wachstumsmärkten präsent und arbeitet an innovativen Lösungen, um den Miniaturisierungstrend der Branche für neue Therapie- und Diagnoseverfahren zu unterstützen. Daneben treibt der Bereich den Eintritt in angrenzende Geschäftsfelder voran. Die im Jahr 2018 erfolgte Akquisition von Evergreen Medical Technologies, Inc., USA, ermöglicht tiefe Expertise in der Entwicklung und Produktion von Neuromodulations-Leads, einem Geschäftsfeld, das schon heute mit Komponenten bedient wird. Zukünftig möchte der Bereich hier als Partner für die Fertigung kompletter Leads stark wachsen. Umsatz ohne Edelmetalle Aktivitätsfeld Gesundheit in Mio. €
Im Bereich der Biomaterialien bietet Heraeus ein Portfolio aus innovativen, evidenzbasierten und kosteneffektiven Lösungen an, die in der Orthopädie und Unfallchirurgie zum Einsatz kommen. Die Produkte generieren einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der klinischen Ergebnisse in den Bereichen der Implantatfixierung sowie des Infektionsmanagements und erhöhen damit die Lebensqualität des Patienten. Im Jahr 2018 wurde das Vertriebsmodell in den USA umgestellt: Seit Jahresbeginn vermarktet Heraeus seine Produkte in den USA direkt mit eigenen Vertriebsmitarbeitern. Zudem konnte Heraeus zusätzlich zu den zwei bereits im US-Markt verfügbaren Produktlinien fünf weitere Produktlinien einführen. Inzwischen ist das komplette "PALACOS(r)" Produktportfolio sowie das Vakuummischsystem "PALAMIX(r)" im amerikanischen Markt im Direktvertrieb erhältlich. Durch eine konsequente strategische Ausrichtung auf das Fokusthema Cement Simplification konnte mit dem geschlossenen System "PALACOS(r) pro" ein weltweiter Mengenanstieg verzeichnet werden. Auch bei dem Mischsystem "PALAMIX(r)" konnte die abgesetzte Menge gesteigert werden. Neben den USA ist auch Asien, insbesondere China und Japan, für Heraeus ein Wachstumsmarkt mit großem Potenzial. So konnte im Jahr 2018 für den Knochenzement "PALACOS(r) R" die Zulassung in Japan erlangt werden. Aktivitätsfeld ElektronikDigitalisierung und Vernetzung schreiten weltweit weiterhin stark voran und sind zentraler Bestandteil der modernen Gesellschaft. Mit einem breiten und global verfügbaren Angebot an innovativen Lösungen der Verbindungs- und Beschichtungstechnik unterstützt Heraeus Kunden aus Automobil-, Informationstechnologie-, Telekommunikations- und Konsumgüterindustrie dabei, Elektronikbauteile kleiner, langlebiger und effizienter zu machen. Das umfassende Material-Know-how sowie das breite Technologieportfolio erlauben dabei maßgeschneiderte, perfekt aufeinander abgestimmte Lösungen. Darüber hinaus ist der Werkstoffspezialist Heraeus Technologieführer für die Herstellung und Verarbeitung von hochreinem Quarzglas. Dieses ist Ausgangsmaterial zur Herstellung von Glasfaserkabeln für die Telekommunikationsindustrie, das Rückgrat des Internets, und wird für die Herstellung von Komponenten zur Produktion immer kleinerer Halbleiterchips eingesetzt. GeschäftsentwicklungIm Geschäftsfeld Elektronik stieg der Umsatz ohne Edelmetalle im Jahr 2018 um 6,8 % auf 756,0 Mio. €. Getragen wurde die positive Geschäftsentwicklung insbesondere vom anhaltend hohen Bedarf an optischen Glasfasern für die Telekommunikationsindustrie sowie vom Marktwachstum der Halbleiterindustrie. Der Bereich Verbindungs- und Beschichtungstechnik entwickelte sich trotz des anhaltenden Trends weg von traditionellen Edelmetallprodukten hin zu Produkten mit einem höheren Anteil an günstigeren unedlen Materialien stabil. Heraeus qualifizierte zahlreiche neue Produkte bei Kunden und baute das noch junge Metallkeramiksubstratportfolio weiter aus. Wenngleich im zweiten Halbjahr eine deutliche Marktabkühlung zu verzeichnen war, profitierte Heraeus im Jahr 2018 erneut von einer starken Halbleiterkonjunktur sowie einem wachsenden Bedarf an Elektronikkomponenten für die Automobilindustrie. Im Bereich der Halbleiterindustrie setzte sich im Jahr 2018 die seit mehreren Jahren wachsende Nachfrage nach Quarzglas-Komponenten weiter fort und übertraf die Wachstumserwartungen. Getragen wurde dies insbesondere von sich stetig steigernden Speicher- und Rechenbedarfen, wachsenden Datenmengen durch die zunehmende Digitalisierung sowie der Integration von 3D-Strukturen in die Chipherstellung. Umsatz ohne Edelmetalle Aktivitätsfeld Elektronik in Mio. €
Aufgrund des starken Wachstums wurden im Jahr 2018 Erweiterungsinvestitionen an den Standorten in Europa und Asien umgesetzt sowie Folgeprojekte für das Jahr 2019 eingeleitet. Im Bereich Basismaterial wurde eine neue Produktgeneration für Großrohre für die 300-mm-Technologie im Markt eingeführt. Das Produktportfolio im Bereich Komposit- und High-End-Keramiken wurde erweitert und ausgebaut. Die in den letzten Jahren stark gewachsene Nachfrage nach optischen Glasfasern für die Telekommunikation ist im abgelaufenen Geschäftsjahr nur noch geringfügig gestiegen. Gleichzeitig wurde die globale Fertigungskapazität aufgrund der hohen Nachfrage der letzten Jahre erweitert. Damit hat sich die Marktsituation nach Jahren der Materialknappheit normalisiert. Durch langfristige Verträge mit den Kunden und die wettbewerbsfähige RIC-Technologie konnte sich Heraeus in diesem schwieriger werdenden Marktumfeld behaupten und weiteres Wachstum generieren. Aktivitätsfeld IndustrieanwendungenMit seinem umfassenden Know-how im Umgang mit Hochtemperaturprozessen sowie den vielfältigen Industrieanwendungen im Bereich der Sensorik ist Heraeus mit seinem breit aufgestellten Portfolio seit Langem ein gefragter Partner der Industrie. Heraeus ist anerkannter Spezialist für Messungen in flüssigem Stahl, Eisen und Aluminium und entwickelt sein Portfolio von Hochleistungssensoren bis hin zu vollständigen Messsystemen kontinuierlich weiter. Daneben ergänzen Heraeus Start-up-Aktivitäten sowie Sensoren und Elektronikchemikalien das Aktivitätsfeld Industrieanwendungen. GeschäftsentwicklungDer Umsatz ohne Edelmetalle des Aktivitätsfelds Industrieanwendungen lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 608,2 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau (+ 8,1 %). Die Entwicklung im Stahlbereich war im Berichtsjahr von einer anhaltend starken Nachfrage nach Messwerkzeugen in Stahlwerken geprägt, was sich positiv auf das Geschäft von Heraeus auswirkte. Der Haupttreiber war hier das Wachstum der weltweiten Stahlproduktion. Jedoch schwankte dieses Wachstum in den einzelnen Regionen erheblich. Die Regionen China, NAFTA und EU verzeichneten dabei einen moderaten Anstieg. Um den hohen Ansprüchen der Kunden auch weiterhin gerecht zu werden, investierte der Bereich in kontinuierliche Prozessverbesserungen, Effizienzsteigerungen und neue Produkte. Im Bereich der Sensoren zeigte sich eine deutliche Zunahme der im Vorjahr rückläufigen Nachfrage nach Platintemperatursensoren im Automobilsektor. Gleichzeitig nahm auch die Nachfrage im Bereich der industriellen Prozesstechnik weiter zu. Neben dem wachsenden Kerngeschäft für Abgastemperatursensoren konnte das Geschäft mit Abgasruß-Sensoren für Dieselfahrzeuge erfolgreich ausgeweitet werden. Umsatz ohne Edelmetalle Aktivitätsfeld Industrieanwendungen in Mio. €
Ein Umsatzanstieg konnte auch bei den Elektronikchemikalien erzielt werden. Durch verbesserte und kundenspezifische Produkte für Photoresistanwendungen konnten die Lieferanteile bei Großkunden ausgebaut werden. Darüber hinaus konnten der Umsatz in der Republik Korea signifikant gesteigert und Neukunden in Japan gewonnen werden. Im Bereich Displays konnte Heraeus seine Position im stagnierenden Antistatic-Segment halten. Hier konnte die Qualifikation der neuen EMI-Shielding-Formulierungen bei einem der führenden chinesischen Hersteller für Smartphone-Dis-plays erfolgreich abgeschlossen werden. Mit dem Ausbau der Technologieführerschaft bei Materialien für Polymer-Kondensatoren konnten zudem Marktanteile aus dem angrenzenden Geschäftsfeld Elektrolyt-Kondensatoren hinzugewonnen werden. Auch die speziell für die Automobilelektronik entwickelte Produktpalette ist weiter deutlich gewachsen. Aktivitätsfeld UmweltDie Entwicklung nachhaltiger Technologien für eine saubere Umwelt bildet einen Aktivitätsschwerpunkt von Heraeus. Das Unternehmen leistet mit seinen Produkten wesentliche Beiträge zur ressourcenschonenden Energiegewinnung im Bereich der Photovoltaik. Die Reinigung von Luft und der knapper werdenden Ressource Wasser durch Speziallichtquellen von Heraeus bildet einen weiteren Schwerpunkt. Als Edelmetallspezialist hat das Unternehmen umfangreiche Expertise in der Herstellung edelmetallhaltiger Industrieprodukte für unterschiedliche Anwendungsgebiete. Dabei bedient Heraeus von Beschaffung über Verarbeitung bis zum Recycling den gesamten Edelmetallkreislauf. Beschichtungs- und Veredelungsprozesse sowie edelmetallhaltige Farben und Produkte für die pharmazeutische Industrie runden die umfassende Kompetenz von Heraeus im Edelmetallkreislauf und bei Industrieprodukten im Aktivitätsfeld Umwelt ab. GeschäftsentwicklungHeraeus konnte den Vorjahresumsatz ohne Edelmetalle des Aktivitätsfelds Umwelt nicht erreichen. Gegenüber 2017 sank dieser um 2,5 % auf 538,0 Mio. €. Im Markt für Silberleitpasten für Solarzellen in der Photovoltaikindustrie konnte Heraeus das starke Wachstum der vergangenen Jahre in diesem Geschäftsjahr nicht fortführen. Politisch getriebene Richtlinienveränderungen in Asien, Europa und den USA bestimmten die Marktentwicklung in diesem Bereich. Neben dem stark wachsenden Preisdruck wirkte sich insbesondere die unerwartete Streichung der Subventionen für Solaranlagen in China, das in den letzten Jahren der Treiber im wachsenden Photovoltaikmarkt war, negativ auf das Geschäft aus. Heraeus begegnet den schwierigen Marktbedingungen mit über zehn neuen Produktlinien an Silberleitpasten. Der Bereich für Speziallichtquellen verfolgte auch im Jahr 2018 konsequent die strategische Ausrichtung auf Systeme und LEDs. Damit bedient Heraeus den steigenden Bedarf des Markts nach schlüsselfertigen Lösungen und anwendungsspezifischen Beratungen. In der Druckindustrie ersetzen UV-Farben sowie umweltverträgliche und wasserbasierte Farben Lösemittelfarben und eröffnen neue Absatzmärkte für Infrarot-Trocknungslösungen und UV-LEDs. Umweltfreundliche Alternativen zu Lösemittelfarben sind auch im Bereich der Beschichtungen gefragt, wo Infrarot- oder UV-Technologie konventionelle Heißluftöfen ersetzen kann. Im Glasfasergeschäft konnte Heraeus seine gute Position auch im vergangenen Geschäftsjahr behaupten. Die Auflagen zur Verbesserung der Wasserqualität und der Reinhaltung der Luft, insbesondere in China, bieten Wachstumschancen im Bereich der Lichtquellen. Gleiches gilt für den Bereich der E-Mobilität, in dem die Nachfrage nach Leichtbau- und Kompositmaterialien zur Gewichtsreduzierung steigt, deren Herstellung den Einsatz effizienter Wärmequellen benötigt. Darüber hinaus lieferte Heraeus im vergangenen Geschäftsjahr große Mengen an Infrarot-Strahlern für den 3D-Druck. Umsatz ohne Edelmetalle Aktivitätsfeld Umwelt in Mio. €
Durch integrierte Dienstleistungspakete und eine klare Kunden- und Marktorientierung konnte Heraeus seinen Ruf als Anbieter ganzheitlicher Edelmetalllösungen nachhaltig stärken. Der im Vorjahr erworbene Schweizer Edelmetallverarbeiter Argor-Heraeus wurde erfolgreich integriert. Der Bereich edelmetallhaltiger Katalysatoren verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr ein starkes Wachstum. Ebenso positiv entwickelte sich das Recycling edelmetallhaltiger Abfälle. Die Edelmetallpreise entwickelten sich im Jahr 2018 sehr unterschiedlich. Während der Kurs der kleinen Platingruppenmetalle stark anstieg, notiert Platin auf dem niedrigsten Wert seit 15 Jahren. In diesem schwierigen Marktumfeld konnte der Edelmetallhandel mit einem starken Ergebnis überzeugen. Im September konnte Heraeus mit der Eröffnung der modernsten Edelmetallfabrik der Welt in Nanjing, China, einen wichtigen Meilenstein erreichen. In diesem Werk werden edelmetallhaltige Chemikalien und Farben produziert sowie edelmetallhaltige Abfälle recycelt. Diese und weitere Investitionen in Anlagen und Digitalisierung legen den Grundstein für weiteres Wachstum, bei dem der chinesische Markt im Fokus steht. MitarbeiterMitarbeiterentwicklung weltweit
Gesamtentwicklung: Anstieg der Mitarbeiterzahlen um 6 %Die Zahl der Beschäftigten des Heraeus Konzerns nahm zum 31. Dezember 2018 um 785 auf weltweit 13.858 Mitarbeiter zu (Vorjahr: 13.073 Mitarbeiter). Der Nettoanstieg resultiert insbesondere aus dem wachstumsbedingten Auf- und Ausbau von Produktionsstandorten parallel zur positiven Entwicklung der jeweiligen Geschäftsaktivitäten. Dazu gehört u. a. die offizielle Eröffnung von zwei neuen Werken in Nanjing, China, und Cartago, Costa Rica, sowie Produktionserweiterungen an den Standorten Bitterfeld sowie Timisoara, Rumänien. Zudem konnten aufgrund der positiven Entwicklungen viele Leiharbeitsverhältnisse in Festanstellungen umgewandelt werden - in Deutschland waren dies im Jahr 2018 insgesamt 260. In Singapur erfolgte ein Abbau von 140 Arbeitsplätzen infolge des Rückzugs aus dem Magnetic Data Storage-Geschäft. Ausbildung: Stärkung der internen NachwuchsförderungVor dem Hintergrund der zunehmenden Verschärfung des Fachkräftemangels in Deutschland hat Heraeus in diesem Geschäftsjahr verstärkt in die Ausbildung von eigenen Nachwuchskräften investiert. Insgesamt 108 junge Menschen, ein Anstieg um 14 % gegenüber dem Vorjahr, begannen ihre Ausbildung: 80 davon in einem der insgesamt 13 IHK-Ausbildungsberufe, die restlichen 28 Auszubildenden in einem der neun dualen Bachelor-Studiengänge, wobei "Technische Informatik" erstmalig als eigene Fachrichtung angeboten wurde. Zwei der neuen Auszubildenden haben einen Fluchthintergrund und drei Auszubildende wurden über die staatlich geförderte Initiative "Joblinge" vermittelt. Parallel beendeten 75 Auszubildende und 36 dual Studierende ihre Ausbildung bzw. ihr Studium. Von den Auszubildenden treten 66 eine Arbeitsstelle im Unternehmen an, einer geht zu einem Kooperationspartner, acht verlassen Heraeus. Von den Bachelor-Absolventen wurden 29 von Heraeus sowie einer von einem Kooperationspartner übernommen, fünf verließen das Unternehmen, einer geht weiter in ein duales Masterstudium. Insgesamt elf der Absolventen erhalten im Zuge der Übernahme einen Vertrag für eine weiterführende Ausbildung bei Heraeus. Neben Kleinostheim und Bitterfeld bleibt Hanau der Haupt-Ausbildungsstandort. Gleichzeitig wurden im Geschäftsjahr unterschiedliche internationale Initiativen gefördert, an denen insgesamt 44 Auszubildende teilgenommen haben. Neben intern organisierten Auslandseinsätzen für die dualen Studenten wurden internationale Programme wie "Erasmus+" und "AusbildungWeltweit" aktiv von den Auszubildenden genutzt. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen zum Ende des Geschäftsjahres 220 Auszubildende und 104 dual Studierende. Personalentwicklung: Leadership Excellence on the ShopfloorDas Thema Führung als wettbewerbsdifferenzierenden Faktor für den Unternehmenserfolg begleitet Heraeus schon seit mehreren Jahren. Während seit dem Start des Heraeus Leadership Modells im Jahr 2015 vor allem das Management im Fokus der Personalentwicklungsaktivitäten stand, wurde nun das Thema People Excellence direkt in die Produktion getragen. Mehr als 300 Führungskräfte aus den deutschen Operation-Teams wurden im Bereich Lean Leadership trainiert. In einem praxisorientierten Lernansatz konnten dabei direkt Projekterfolge erzielt werden, die zu einer zeitnahen Amortisierung der Projektkosten geführt haben. Nach den ersten erfolgreichen Rollouts bei knapp 50 Führungskräften in Belgien, den USA, Costa Rica und Südafrika wird das Projekt im Jahr 2019 auch in Asien ausgerollt. Mitarbeiter nach Aktivitätsfeldern 2018
Mitarbeiter nach Regionen 2018
Auszeichnungen: Globale ErfolgeIm Jahr 2018 wurde die HR-Arbeit von Heraeus mehrfach global ausgezeichnet:
PrognoseberichtFür das Jahr 2019 rechnet Heraeus weiterhin mit einem positiven konjunkturellen Umfeld, wenn auch mit einer leichten Abkühlung im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wird für das Jahr 2019 ein Weltwirtschaftswachstum in Höhe von circa 3,5 % erwartet. Jedoch bleiben signifikante Risiken. In Europa bestehen mit dem weiter ungewissen Ausgang der Brexit-Verhandlungen und den stark auseinanderfallenden Visionen für die Zukunft der Europäischen Union signifikante politische Risiken. In Asien könnte sich eine Verlangsamung des Wachstums in China negativ auf die Konjunktur auswirken. Ebenfalls einen stark dämpfenden Einfluss hätte eine weitere Eskalation im Handelskrieg zwischen China und den USA. Heraeus erwartet für das Jahr 2019 einen Anstieg des Umsatzes ohne Edelmetalle um circa 3 bis 5 %. Getragen wird diese Wachstumserwartung nicht nur von der insgesamt stabilen konjunkturellen Lage, sondern vor allem auch von der guten Positionierung mit einem innovativen Produktportfolio in langfristig attraktiven Märkten wie erneuerbare Energien, Medizintechnik und Telekommunikation. Die in den vergangenen Jahren bereits begonnene kontinuierliche Verbesserung der Vertriebsprozesse sowie die Weiterentwicklung der Produktkompetenz für Einzelkomponenten hin zu umfassenden Lösungen trägt ebenfalls positiv zur Umsatzprognose bei. Darüber hinaus wird das Wachstum auch im Jahr 2019 durch signifikante Investitionen in Infrastruktur und Innovationen unterstützt. Ergebnisseitig prognostiziert Heraeus für das Jahr 2019 einen geringen Anstieg des Gewinns nach Steuern. Neben positiven Skaleneffekten aus dem Umsatzwachstum soll die Ertragskraft auch weiterhin durch die fortlaufend definierten und konsequent umgesetzten Exzellenzinitiativen nachhaltig gestärkt werden. Gleichzeitig soll in Ressourcen für Innovation und digitale Transformation investiert werden, die das Ergebnis kurzfristig zwar belasten, langfristig jedoch zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit führen. Im Aktivitätsfeld Gesundheit erwartet Heraeus ein deutliches Umsatzwachstum, nicht zuletzt bedingt durch den demografischen Wandel und die damit verbundene Alterung der Gesellschaft. Durch sein erweitertes Produktportfolio will Heraeus hier an der zunehmenden Bedeutung von Produkten zur Implantatfixierung, zur Infektionsprophylaxe und zur Therapieunterstützung von implantatassoziierten Infektionen partizipieren. Darüber hinaus wird Heraeus auch im Jahr 2019 von der Hinwendung zu Marktsegmenten mit einer stärkeren Wachstumsdynamik wie Neurostimulation, Elektro-physiologie, periphere Katheter-Anwendungen und kontinuierliche Glukosemessung profitieren. Auch im Aktivitätsfeld Elektronik plant Heraeus weiter zu wachsen. Im Bereich der Telekommunikation wird für das Jahr 2019 zwar mit einer vorübergehenden Stagnation der globalen Nachfrage nach Glasfasern gerechnet, aufgrund des innovativen und wettbewerbsfähigen Produktportfolios erwartet Heraeus jedoch trotzdem weiteres Umsatzwachstum. Im Bereich der Halbleiterindustrie wird mit einer Abschwächung der Nachfrage im Jahr 2019 gerechnet. Beim Bonddrahtgeschäft plant Heraeus der fortschreitenden Substitution von Golddrähten mit eigenen innovativen Produkten, wie z. B. goldbeschichteten Silberdrähten und dotierten Aluminiumverbindungen, zu begegnen. Innerhalb des Aktivitätsfelds Industrieanwendungen erwartet Heraeus ein leichtes Wachstum des Stahlmarkts und demzufolge einen stabilen Umsatz mit Sensoren für die Stahlproduktion. Für Temperatursensoren im Automobil- und Industriebereich außerhalb der Stahlproduktion rechnet Heraeus ebenfalls mit einer steigenden Nachfrage, an der durch eine Erweiterung der Produktionskapazität partizipiert werden soll. Im Aktivitätsfeld Umwelt wird ein leichtes Umsatzwachstum erwartet. Insbesondere die im Jahr 2018 in Betrieb genommene neue Edelmetallfabrik im chinesischen Industriepark Nanjing wird zu einem nachhaltigen Wachstum im Zukunftsmarkt China beitragen. Darüber hinaus wird für den Markt für Speziallichtlösungen eine weiterhin positive Entwicklung prognostiziert, an der Heraeus vor allem durch innovative, im Geschäftsjahr 2019 einzuführende Produkte im LED-Bereich partizipieren möchte. Im Bereich Photovoltaik wird ein moderates Marktwachstum erwartet, getrieben vor allem von Installationen in China, Indien und Europa. Chancen- und RisikoberichtIntegriertes RisikomanagementsystemHeraeus verfügt über ein konzernübergreifendes, in sämtliche organisatorische Prozesse integriertes Risikomanagementsystem, mithilfe dessen Risiken standardisiert erfasst und bewertet werden, um damit die Risiken frühzeitig erkennen sowie besser steuern und überwachen zu können. Damit wird die nachhaltige Sicherung der Unternehmensexistenz gewährleistet. Ein weiteres Ziel des Risikomanagementsystems ist die Definition, Umsetzung und Verfolgung zielführender Maßnahmen zur wirksamen Bewältigung existenzgefährdender Risiken. Dabei werden die Erkenntnisse aus Risikomanagement, Jahresabschlussprüfung, Konzernrevision und Compliance-Management gebündelt. Als Risiken gelten alle Entwicklungen, die sich negativ auf die künftige Entwicklung der wirtschaftlichen Lage des Konzerns auswirken können. RisikomanagementprozessEine Identifikation der Einzelrisiken erfolgt durch die operativen Geschäfts- und funktional Verantwortlichen nach zwei Kriterien: einerseits Risiken, die einen Fortbestand des Aktivitätsfelds mit hoher Wahrscheinlichkeit gefährden, und andererseits Risiken, die einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis des Unternehmens haben könnten. Dabei sind nur additive, d. h. sich nicht gegenseitig ausschließende Risiken, und Risiken, die nicht Bestandteil der Plan- bzw. Ist-Zahlen sind, zu berücksichtigen. Die identifizierten Risiken werden anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der maximalen Schadenshöhe bewertet und auf Ebene der Aktivitätsfelder und des Konzerns zusammengefasst. Auf Konzernebene wird die Summe der relativen Schadenshöhen (= maximale Schadenshöhe multipliziert mit der Eintrittswahrscheinlichkeit) dem Eigenkapital und den flüssigen Mitteln gegenübergestellt sowie die Auswirkung bewertet. Die Einzelrisiken werden entsprechend ihren negativen Auswirkungen als "gering", "mittel" und "hoch" eingestuft. Dadurch wird die aktuelle Risikosituation systematisch und konzerneinheitlich analysiert. Auf dieser Basis lassen sich konkrete Risikobewältigungsmaßnahmen ableiten. Identifizierte, aber nicht mehr bestehende Einzelrisiken werden aus dem Risikokatalog nur dann gelöscht, wenn dies durch Umsetzung entsprechender Gegensteuerungsmaßnahmen belegt und vermerkt ist. Die Risikoberichterstattung ist vollständig in den standardisierten Controlling-Prozess integriert. In einem halbjährlichen Rhythmus wird der aktuelle Stand der Risiken und ihrer finanziellen Auswirkungen überprüft. Dies ist fester Bestandteil regelmäßiger Meetings zwischen dem Konzerncontrolling und den Risikoverantwortlichen der Aktivitätsfelder. Die Führungs- und Aufsichtsgremien werden regelmäßig über die aktuelle Risikosituation informiert. Bei unterjährig neu auftretenden Risiken oberhalb einer Maximalschadenshöhe von 25 Mio. € sowie bei einer signifikanten Veränderung entweder der maximalen Schadenshöhe (+ 50 %) oder der Eintrittswahrscheinlichkeit (+ 20 Prozentpunkte) bereits bekannter wesentlicher Risiken über 25 Mio. € erfolgt zudem eine Ad-hoc-Berichterstattung. Die Effizienz und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems werden ständig intern überwacht. Identifizierte konzernweite wesentliche Chancen und RisikenDie nachfolgend erläuterten Risiken werden gemäß ihrer negativen Auswirkung auf den Konzern in Kategorien geordnet und innerhalb dieser Kategorien in absteigender Reihenfolge dargestellt. Strategische Chancen und RisikenZu dieser Risikokategorie gehören bei Heraeus insbesondere die Bedrohung von Kernkompetenzen, kritischen Erfolgsfaktoren und strategischen Zielen, wie bspw. das Übersehen entscheidender Entwicklungen des Markts oder der Kundenbedürfnisse, sowie strukturelle Kostennachteile und strukturelle Prozessschwächen. Der langfristige Erfolg basiert auf den von Kunden wahrnehmbaren Wettbewerbsvorteilen von Heraeus und der Fähigkeit, auch zukünftig Wettbewerbsvorteile zu generieren. Durch intensive F&E-Aktivitäten versucht der Konzern beständig weitere Umsatzchancen durch die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen zu generieren. Dies ermöglicht es, alternative Technologien zu entwickeln und bereits bestehende weiterzuentwickeln, die somit die Zunahme von Marktanteilen fördern. Neben Innovationen innerhalb der Geschäftsbereiche werden im Inkubator neue Geschäftsmöglichkeiten in Form von Start-ups etabliert. Darüber hinaus werden auch neue Formen der Zusammenarbeit wie Partnerschaften oder Venturing gezielt vorangetrieben. Um die Risiken zu begrenzen, die sich aus Verzögerungen und Fehlallokationen bei F&E-Projekten ergeben können, erfolgt eine regelmäßige Überwachung durch das Innovation Board und die Geschäftsführung der Heraeus Holding sowie innerhalb der Aktivitätsfelder. Seit der Einführung des Heraeus Exzellenzprogramms arbeiten wir auf allen Ebenen des Unternehmens kontinuierlich an der Verbesserung der Leistungsfähigkeit unserer Geschäfte und Prozesse. Die Exzellenzinitiative in den Produktionsabläufen machte dabei nur den Anfang, gefolgt von Initiativen in Innovationsabläufen, in den Supportfunktionen und im Vertrieb. Falls all diese Anpassungen nicht im geplanten Zeitraum umgesetzt oder die erwarteten Einsparungen nicht erzielt werden können, würde sich dies negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Auch Fehleinschätzungen in der Definition und Umsetzung der strategischen Produkt- und Technologie-Roadmap würden sich negativ auswirken. Jedoch haben sich die bisher erreichten Maßnahmen positiv ausgewirkt, der Konzern hat sich in der neuen Struktur weiterentwickelt und macht weiterhin messbare Fortschritte. Aufgrund dieser Entwicklung und des sehr diversen Portfolios stuft Heraeus die strategischen Risiken insgesamt als gering ein. Marktchancen und -risikenDer Risikoumfang ist wesentlich durch die Wettbewerbskräfte bedingt, wie z. B. niedrige Markteintrittshemmnisse, starke Schwankungen der Nachfrage allgemeiner Art oder durch branchenkonjunkturelle Effekte sowie Dominanz einzelner Kunden und Lieferanten. Heraeus ist als weltweit tätiger Technologiekonzern von der konjunkturellen Entwicklung abhängig. Trotz der aktuell noch stabilen konjunkturellen Lage ist eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation aufgrund der zunehmenden geopolitischen Risiken, sei es in einzelnen Staaten, Regionen oder gar weltweit, durchaus möglich. Dabei ist für Heraeus insbesondere die zukünftige Entwicklung des chinesischen Markts von großer Bedeutung. Die aktuellen politischen Unwägbarkeiten, wie bspw. der von den USA getriebene Handelskonflikt mit China und Europa, der Ausgang der Brexit-Verhandlungen oder die italienische Schuldenkrise, haben das Potenzial, sich negativ auf die Konjunktur auszuwirken. Dies würde zweifelsohne deutliche Auswirkungen auf die Gewinnerwartungen haben, vor allem in den konjunkturell sensiblen Kundenbranchen Automobil, Stahl und Halbleiter. Heraeus beobachtet intensiv die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Länder und Regionen, um auf negative Entwicklungen möglichst frühzeitig reagieren zu können. Insgesamt positiv wirkt sich die weltweite Marktpräsenz aus, die regional begrenzte Krisen in ihren negativen Auswirkungen auf den Konzern vermindert. Ebenfalls sind die globalen Megatrends, wie Digitalisierung, wachsendes Umweltbewusstsein oder der demografische Wandel in den Industrieländern, nach wie vor intakt und bieten Heraeus weiterhin hervorragende Marktchancen. Heraeus erwartet keine großen Beeinträchtigungen des operativen Geschäfts durch den Brexit, auch wenn weiterhin unklar ist, wie dieser konkret ausgestaltet sein wird. Aufgrund der zunehmenden geopolitischen Risiken stellt das Konjunkturrisiko ein mittleres Risiko für den Konzern dar. Umgekehrt würden sich bei einer besseren konjunkturellen Entwicklung als aktuell prognostiziert zusätzliche Absatzchancen ergeben. Der Bedrohung von Marktpositionen und Wettbewerbsvorteilen begegnet Heraeus durch eine breit diversifizierte Produkt- und Kundenstruktur, die einzelne Marktrisiken in ihren Auswirkungen auf den Gesamtkonzern begrenzt. Risiken für das bestehende Produktportfolio versucht der Konzern systematisch zu verringern. So ist eine ständige Weiterentwicklung der Produkte nach erfolgreicher Markteinführung Voraussetzung für eine langfristige Positionierung auf den Märkten. Des Weiteren tragen intensive Kundenbeziehungen, der Aufbau von weiteren Großkunden und die Qualifizierung von zusätzlichen Lieferanten für Schlüsselprodukte zur Risikominimierung bei. Durch eine genaue Marktbeobachtung und die Entwicklung von Alternativprodukten soll einem Marktanteilsverlust entgegengewirkt werden. Anhand der Kontrolle aller wichtigen Kennzahlen auf Monatsbasis werden Risiken frühzeitig erkannt. Dies ermöglicht es der Geschäftsführung, bei veränderten Umfeldbedingungen schnell und entschlossen darauf zu reagieren. Insgesamt schätzt Heraeus das Marktrisiko aufgrund der Diversifizierung und der damit verbundenen eingeschränkten negativen Auswirkungen auf den gesamten Konzern als gering ein. Die starke Abhängigkeit von wenigen Kunden in manchen Aktivitätsfeldern könnte die Umsatz- und Ergebnisentwicklung nachhaltig beeinflussen. Der Konsolidierungstrend, der bei manchen Kunden von Heraeus zu beobachten ist, verschärft die Abhängigkeit zusätzlich. Um die in der Regel langjährigen Kundenbeziehungen auch in Zukunft aufrechtzuerhalten, erfolgt eine enge Kundenbetreuung mit der strikten Fokussierung auf Kundennutzen und -zufriedenheit. Dabei ist das Verständnis der Kundenbedürfnisse von essenzieller Bedeutung. Falls möglich, werden zur Absicherung der Umsatzentwicklung Abnahmeverträge frühzeitig verlängert. Die Risiken, die sich aus der Abhängigkeit von wenigen Kunden ergeben, stellen für den Konzern in Summe ein geringes Risiko dar. Der Heraeus Konzern legt großen Wert auf Produktinnovation und -entwicklung und profitiert daher kontinuierlich von neuen Wachstumschancen. Mit völlig neuen Produkten bietet sich u. a. die Möglichkeit, in neue Marktsegmente vorzudringen. Diese weitere Diversifizierung des Produktportfolios und intensive Innovationsaktivitäten erhöhen die Chancen auf ein robustes, nachhaltiges Wachstum. Durch die Nachfrage von Kunden nach immer individuelleren Lösungen werden sich ebenfalls Marktchancen für die Zukunft ergeben. So werden z. B. die demografische Entwicklung der Bevölkerung sowie der zunehmende Wohlstand von Schwellenländern zu einem vermehrten Einsatz von Implantaten führen, was mittel- und langfristige Chancen für das Medizingeschäft von Heraeus bietet. Die gestiegenen regulatorischen Anforderungen für Medizinprodukte stellen eine Markteintrittsbarriere für neue Anbieter dar und begünstigen dadurch Heraeus als etablierten Anbieter. Auch bleibt Stahl der bevorzugte Werkstoff für eine Vielzahl von Anwendungen. Die zunehmende Ausbringung qualitativ hochwertiger Stähle setzt eine ständige Kontrolle des Stahlprozesses voraus. Für Heraeus können sich dadurch zusätzliche Chancen ergeben. Mittelfristig ist mit einer weiter wachsenden Nachfrage nach Telekommunikationsglasfasern zu rechnen. Ein Ausbau der globalen Netzinfrastruktur, der früher erfolgt als geplant, insbesondere im Zusammenhang mit der Realisierung des Mobilfunkstandards der nächsten Generation (5G) und eine damit einhergehende höhere Nachfrage nach Glas zur Glasfaserherstellung, ist als weitere Chance zu sehen. Marktchancen könnten weiterhin aus der Veränderung von Technologien, Trends und Moden entstehen. Ständig werden die neuesten Entwicklungen in allen Aktivitätsfeldern untersucht und Ideen für neue Geschäftsmöglichkeiten generiert. Für den gesamten Konzern wurde ein vereinheitlichter und verbindlicher Innovationsprozess entwickelt, und gleichzeitig wurden neue Trends analysiert sowie neue Geschäftsideen, auch in Form von internen Start-ups, generiert. Finanzielle Chancen und RisikenUnter finanziellen Risiken werden u. a. Risiken, die durch den Ausfall (Konkurs) wichtiger Vertragspartner entstehen (Verluste oder entgangene Gewinne), sowie Risiken, verursacht durch Veränderungen der Währungen, wenn Rechnungen in Fremdwährung fakturiert werden, oder auch Liquiditätsrisiken, welche die eigene Zahlungsfähigkeit gefährden, zusammengefasst. Viele Risiken anderer Kategorien korrelieren mit den finanziellen Risiken. Als international tätiger Konzern mit wesentlichen Beteiligungen im Ausland ist Heraeus finanzwirtschaftlichen Risiken und Chancen ausgesetzt, die sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken können. So ist Heraeus Marktschwankungen von Devisenkursen sowie Zinssätzen ausgesetzt. Transaktionale Währungsrisiken werden durch global diversifizierte Einkaufs-, Produktions- und Absatzaktivitäten grundsätzlich gemindert. Darüber hinaus können wesentliche Einzelrisiken fallweise und durch Steuerung des Bereichs Corporate Treasury abgesichert werden. Translationsrisiken werden grundsätzlich nicht abgesichert. Die aus der globalen Liquiditätsbeschaffung und -anlage resultierenden Finanzverbindlichkeiten und Geldanlagen sind grundsätzlich einem Kurs-, Zinsänderungs- und Kontrahentenrisiko ausgesetzt. Die Bewertung und Steuerung dieser Risiken erfolgt zentral durch den Bereich Corporate Treasury. Zur Absicherung können derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden. Sicherungsgeschäfte dürfen ausschließlich mit ausgewählten Geschäftspartnern und nur im Rahmen festgelegter Limits abgeschlossen werden. Durch interne Richtlinien ist festgelegt, dass derivative Finanzinstrumente nicht zu Spekulationszwecken eingegangen werden dürfen. Der Hauptanteil der identifizierten finanziellen Einzelrisiken betrifft Bonitäts- und Adressenausfallrisiken. Diesen Risiken begegnet Heraeus durch ein konsequentes, weltweites, standardisiertes Forderungsmanagement auf Basis eines Limitsystems, das in der Verantwortung der operativen Einheiten liegt, jedoch durch ein zentrales Kreditmanagement gesteuert und überwacht wird. Dazu wurden zusätzliche Berichts- und Überwachungsinstrumente installiert und über eine globale Kreditrichtlinie gesteuert. Durch diverse Maßnahmen zur Liquiditätssicherung kann Heraeus auch auf kurzfristige und unerwartete Liquiditätsrisiken reagieren. Dafür stehen hohe liquide Mittel sowie zugesagte Kreditlinien zur Verfügung. Die Bonitäts- und Kapitalmarktrisiken stellen für Heraeus ein mittleres Risiko dar. Für eine tiefer gehende Analyse der finanziellen Risiken wird auf die Anmerkungen (38) bis (42) des Konzernanhangs verwiesen. Aus den finanzwirtschaftlichen Entwicklungen können neben den beschriebenen Risiken auch Chancen für den Konzern hervorgehen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sich Wechselkurse oder Zinssätze positiver entwickeln als in den für die Planung unterstellten Szenarien. Operative Chancen und RisikenUnter operativen Risiken versteht Heraeus Risiken aus den betrieblichen Systemen oder Prozessen, die bei Eintritt die Geschäftsabwicklung negativ beeinflussen können. Diese Risiken treten infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen ein. Dazu zählt z. B. die Gefährdung der Lieferfähigkeit aufgrund des Ausfalls zentraler Komponenten der Produktionsanlagen. Um nachhaltig die Belastbarkeit von Geschäftsprozessen innerhalb der Organisation zu erhöhen, trat weltweit die Global Business Continuity Management-Richtlinie in Kraft. Mit der Umsetzung der Richtlinie ist ein ganzheitlicher Managementprozess verbunden, der potenzielle Bedrohungen für Organisationen und ihre Auswirkungen auf die Geschäftsabläufe für den Fall des Eintritts der Bedrohungen ermittelt und entsprechende Schutzmaßnahmen vorsieht. Die Vermeidung von Produktionsrisiken ist für Heraeus als Technologiekonzern mit seinem breiten, innovativen Produktportfolio und der hohen Anzahl von Produktionsstätten von zentraler Bedeutung. Schwächen im Produktionsprozess können zu verzögerten Auslieferungen führen, die mit dem zusätzlichen Risiko von Vertragsstrafen verbunden sind. Qualitätsmängel können zu verminderten Kundenbestellungen, kostenintensiven Nacharbeiten, Rückrufen und im Extremfall zu Produkthaftungsfällen führen. Diesen Gefahren wird durch Qualitätskontrollen und die permanente Fortentwicklung der Qualitätsmanagementsysteme begegnet. Die von der Geschäftsführung verabschiedete konzernweite Quality Policy definiert Leitlinien in Bereichen wie Kundenorientierung, Führung, Mitarbeiter, Prozesse, Lieferanten und Managementsysteme, die einen wesentlichen Beitrag zur Qualität leisten. Sie ist damit die Grundlage für die Erarbeitung oder Anpassung eigener Quality Policies in den einzelnen Geschäftsbereichen. Das Quality Management Board (QM-Board), das sich aus den Qualitätsmanagement-Leitern der Bereiche und der Konzernfunktionen zusammensetzt, übernimmt dabei eine führende Rolle. Extensive Weiterbildungsprogramme für Mitarbeiter sowie die weltweite Implementierung von aktuellen und zuverlässigen IT-Sicherheitsprogrammen dienen ebenfalls dazu, Produktionsrisiken zu minimieren. So sind bspw. die Edelmetallsicherungssysteme in ein Daten- und Überwachungsleitnetz integriert, das auch die IT-gestützte Nachverfolgung der Effizienz der jeweils eingesetzten Produktionsverfahren ermöglicht und wichtige Hinweise für deren Optimierung liefert. Auch vertragliche Regelungen mit Lieferanten hinsichtlich Qualitätsmängeln sowie das Vorhalten von Sicherheitsbeständen, um die Lieferfähigkeit an Kunden zu gewährleisten, tragen zur Risikominimierung bei. Der Bereich Excellence unterstützt die Bereiche dahingehend, dass die Produkte kostengünstig und in höchster Qualität hergestellt werden, was wiederum nachhaltiges und profitables Wachstum sicherstellt. Risiken hinsichtlich Qualitätsmängeln aus der Fertigungs- und Auftragsausführung können auch zukünftig nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Hier sind insbesondere Produkthaftungsfälle bei medizinischen Produkten und Rückrufaktionen bei Automobilzulieferern mit hohen betroffenen Stückzahlen zu nennen. Daher verbleibt für Heraeus trotz der getroffenen Maßnahmen ein mittleres Risikopotenzial. Das breite Geschäftsportfolio des Konzerns birgt allgemein Risiken hinsichtlich der Beherrschung der IT-Strukturen. Diese Risiken werden in den nächsten Jahren durch fortschreitende Standardisierung und die Einführung professioneller IT-Systeme weiter zurückgeführt und begrenzt. Dabei kommt das Ende 2011 gestartete Programm "Magellan", das die umfassende Harmonisierung der weltweiten Geschäftsprozesse auf Basis einer zukünftig einheitlichen IT-Plattform zum Ziel hat, gut voran. So sind aktuell 72 % der weltweiten SAP-Nutzer auf dem neuen System aufgeschaltet. Das Bedrohungspotenzial im Bereich der IT-Sicherheit durch Viren, Trojaner, Hackerangriffe, "CEO-Fraud", Spionage im internen Netzwerk, Datenverluste und Ausfall geschäftskritischer IT-Anwendungen ist nochmals angestiegen. Heraeus begegnet diesen Risiken neben aktueller Schutzsoftware, Netzwerk- und Datenverschlüsselungen und klaren Berechtigungskonzepten mit dem Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS), das sich am internationalen Standard ISO 27001 orientiert. Das ISMS beinhaltet die Aufstellung von Verfahren und Regeln, die dazu dienen, die Informationssicherheit dauerhaft zu steuern, zu kontrollieren, aufrechtzuerhalten und fortlaufend zu verbessern. Dabei hat das ISMS zum Ziel, Risiken für das Unternehmen zu identifizieren, zu analysieren und durch entsprechende Maßnahmen beherrschbar zu machen. Ein wichtiger Baustein zur Reduzierung von IT-Risiken ist das Wissen der eigenen Mitarbeiter um mögliche Gefahren. Mit der internen Kampagne "Better safe than sorry" werden Mitarbeiter gezielt auf Alltagsgefahren im IT-Bereich hingewiesen und über aktuelle Bedrohungen informiert und geschult. Die Auswirkungen der IT-Risiken und deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden als mittleres Risiko eingeschätzt. Aus dem weltweiten Beschaffungsprozess ergeben sich eine Reihe von Risiken. Schwankungen bei der Lieferqualität können zu erheblichen Risiken für Heraeus führen. Speziell im Markt für Medizinprodukte ist eine einwandfreie und verlässliche Lieferung der verwendeten Materialien und Vorprodukte sehr wichtig. Auch Lieferverzögerungen oder Lieferausfälle aufgrund der Insolvenz eines Zulieferunternehmens können zu Produktionsengpässen bis hin zu Produktionsstillständen führen. Mit der Qualifizierung von zusätzlichen Lieferanten für Schlüsselprodukte werden wichtige Beiträge zur Risikominimierung geleistet. Die Heraeus Einkaufsrichtlinie regelt einheitlich die Beschaffungsprozesse für Materialien, Güter und Dienstleistungen von Dritten. Sie ist weltweit für alle Heraeus Standorte und Geschäftsbereiche gültig und trägt damit zur Risikobegrenzung bei. Vor dem Hintergrund einer Vielzahl von edelmetallhaltigen Produkten stellt die Beschaffungssicherheit von Edelmetallen eine besondere Risikoposition dar. Die hohe Nachfrage nach einigen Industriemetallen könnte zu einer Verknappung führen. Doch werden in erheblichem Umfang Edelmetalle von Kunden beigestellt. Heraeus kann zudem weiterhin auf Feinmetall (reines Edelmetall) aus der Ausbringung von Scheidepartien und verbrauchten Produkten zurückgreifen, das erneut in den Edelmetallkreislauf einfließt. Dazu trägt die diesjährige Eröffnung der Edelmetallfabrik in Nanjing, China, bei, wodurch sich die Kapazität für das Raffinieren und Recyceln von Edelmetallen und Chemieprodukten - insbesondere Platingruppenmetallen (PGM) - deutlich erhöht hat. Darüber hinaus hat Heraeus Zugriff auf zusätzliche Ankaufsmengen aus den pyrometallurgischen Recyclingaktivitäten. Damit sind die Beschaffungsrisiken trotz teilweise schwankender Produktionsmengen einiger Minen weitestgehend reduziert. Zusammenfassend stuft Heraeus die Beschaffungsrisiken konzernweit als gering ein. Operative Chancen könnten sich aus einer noch besseren Auslastung der Produktionsanlagen aufgrund einer unerwartet hohen Nachfrage nach bestimmten Produkten und damit verbundenen geringeren Stückkosten ergeben. Ebenfalls unter operative Chancen würde eine Umsetzung der Maßnahmen im Bereich Operational Excellence fallen, die schneller als geplant ablaufen würde. Rechtliche Chancen und RisikenEinleitend lässt sich festhalten, dass die zunehmende Regulierungsdichte in den verschiedenen Rechtsordnungen, in denen Heraeus tätig ist, erhebliche und zunehmende Risiken, aber durchaus auch Chancen mit sich bringt. Die Nichtbeachtung von Finanz- und Rechnungswesenvorschriften lassen sich aufgrund der umfangreichen, weltweiten Geschäftsaktivitäten und der damit verbundenen unterschiedlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht vollständig ausschließen. Dies kann auch Zoll- und Steuerrisiken zur Folge haben. Heraeus begegnet dem durch entsprechende Risikovorsorge bzw. präventiv durch einen personellen Ausbau der entsprechenden zentralen Konzernfunktionen. Die bereits fortgeschrittene weltweite Einführung eines einheitlichen Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systems (Magellan) mit seinen integrierten und harmonisierten Geschäftsprozessen sorgt für eine weitere Reduzierung der Risiken. Die damit verbundenen Risiken stuft Heraeus als gering ein. Die Bedeutung von Umweltschutz und Arbeitssicherheit nimmt für Heraeus weiter zu, sei es bei der Vermeidung von Umweltrisiken, durch Verstöße gegen chemikalienrechtliche Vorschriften oder wenn es um die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter geht. Um den Risiken, die für Menschen und Umwelt entstehen können, zu begegnen, wurde die globale Environment, Health und Safety(EHS)-Organisation personell verstärkt und in den vergangenen Monaten hin zu einer zentralen und global agierenden Konzernfunktion ausgebaut. Regelmäßige Kampagnen schärfen dabei das Bewusstsein für Arbeitssicherheit in allen Unternehmensbereichen. Im Mittelpunkt stehen zunächst Schulungen von Führungskräften und Mitarbeitern, die Verbesserung von Prozessen und Abläufen sowie spezielle Sicherheitskampagnen. Auch durch eine intensivere Kommunikation sollen die Mitarbeiter besser für Themen der Arbeitssicherheit sensibilisiert werden. Die Einhaltung der Arbeits- und Umweltvorschriften wird durch Audits fortlaufend überprüft und überwacht. Aufgrund der getroffenen Maßnahmen stuft Heraeus das Risiko als gering ein. Risiken von Rechts- oder Gesetzesverletzungen wird durch einen weltweit gültigen Verhaltenskodex Rechnung getragen. Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften, z. B. kartellrechtliche Vorschriften, Exportkontrollvorschriften oder auch strafrechtliche Vorschriften, können sowohl für Heraeus als auch für die Mitarbeiter von Heraeus erhebliche Folgen haben. Die Wahrscheinlichkeit von Rechts- oder Gesetzesverletzungen von als besonders kritisch angesehenen Vorschriften wird durch das Compliance-Management-System begrenzt. In weltweiten Schulungen, die vom Heraeus Compliance Officer sowie den Compliance Officern und Führungskräften der operativen Einheiten durchgeführt werden, wird sichergestellt, dass alle relevanten Mitarbeiter über Neuregelungen informiert sind und die Regelungen des Heraeus Compliance-Systems kennen und verstehen. Ebenfalls wird das schon durch umfangreiche Sicherheitsstandards minimierte Risiko von Diebstählen in den sensiblen Edelmetallbereichen durch die fortwährende Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen im Rahmen weltweiter Standards und Kontrollmechanismen herabgesetzt. Heraeus kommt zur Einschätzung, dass ein geringes Risiko bezüglich Compliance-Verstößen besteht. Da sich Heraeus in einzelnen Geschäften auf den Weg einer Vorwärtsintegration begeben hat, erhöht sich durch die zunehmende Komplexität und Anzahl zu beachtender Schutzrechte das Risiko möglicher Patentverletzungen. Trotz getroffener Maßnahmen wie projektspezifischer Schutzrechtsrecherchen kann es zu Verletzungen von gewerblichen Schutzrechten und anderen geistigen Eigentumsrechten kommen. Dies kann im Einzelfall zu langwierigen und kostspieligen Prozessen führen. Es ist daher für die Zukunft nicht auszuschließen, dass Heraeus sich mit Behauptungen bzw. Vorwürfen von Schutzrechtsverletzungen konfrontiert sieht und sich damit auseinandersetzen muss. Sofern sich Risiken aus Rechtsstreitigkeiten wegen möglicher Patentverletzungen konkretisieren, sind sie im Konzernabschluss berücksichtigt. Eigene Patente sichert Heraeus durch eine aktive Schutzrechtstrategie ab. Die Risiken aus Patentverletzungen werden zum jetzigen Zeitpunkt als gering bewertet. Im Bereich der rechtlichen Rahmenbedingungen lassen sich auch Chancen identifizieren. Heraeus bietet eine Reihe von Produkten an, die den Kunden dabei helfen, verschärfte Regulierungen, z. B. in Bezug auf die Reinhaltung von Wasser und Luft oder den Übergang zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, zu erfüllen. Umfeldchancen und -risikenAuf der Risikoseite besteht eine schwer zu prognostizierende Zahl an möglichen Gefährdungen, die sich außerhalb des Einflussbereichs von Heraeus befinden. Darunter fallen in erster Linie die Risiken höherer Gewalt (unvorhersehbare Naturkatastrophen) mit entsprechenden Schäden an den in- und ausländischen Standorten und die Risiken, die aufgrund von länderspezifischen soziokulturellen und politischen Verhältnissen verursacht werden. Diese werden durch hoheitliche Einflussnahme des Staates, in dem sich der Vertragspartner oder das eigene Unternehmen befinden, beeinflusst. Folgen dieser Einflussnahme können u. a. Krieg, Unruhen, Streik, Enteignung, Beschlagnahmung, Transferrisiko, Zahlungsverbot und Zahlungsmoratorium sein. Aufgrund des breit diversifizierten Produkt- und Leistungsangebots für unterschiedliche Märkte und Industrien kann Heraeus das Potenzial der negativen Auswirkungen verringern. Soweit möglich, werden negative Auswirkungen in der Planung berücksichtigt. Das Risiko von Standortschäden ist durch den Abschluss von Versicherungen, soweit sich mögliche Schäden in einem ökonomisch vertretbaren Rahmen versichern lassen, begrenzt. Negative Auswirkungen können ebenfalls Reputationsrisiken haben, bei denen ein direkter Verlust aus einem Ansehensverlust des Unternehmens erwächst. Diese Risikoart kann Verluste in weiteren Kategorien verursachen. Aufgrund der getroffenen Maßnahmen und der aktuellen Lage stuft Heraeus die Umfeldrisiken insgesamt als gering ein. Edelmetallhandelschancen und -risikenDie Edelmetallhandelsrisiken sind jene Risiken, die sich ausschließlich aus den Geschäftsprozessen mit dem Handel von Edelmetallen ergeben können. Für den Edelmetallhandel gelten die entsprechenden Richtlinien der jeweiligen Heraeus Handelsgesellschaften an den Standorten Hanau, New York, Hongkong und Schanghai. Die Handelsgesellschaften dürfen Edelmetalltransaktionen grundsätzlich nur auf Basis eines physischen Kundengrundgeschäfts durchführen. Positionen dürfen nur in eng begrenzten und laufend überwachten Risikolimits auf Tagesbasis aufgebaut und gehalten werden. Sämtliche Transaktionen werden in einem elektronischen Handelssystem erfasst und laufend überwacht. Alle Handelsstandorte verwenden ein einheitliches IT-System, wodurch sich die Transparenz erhöht und die Handelsprozessrisiken verringert wurden. Die sich aus dem Edelmetallhandel ergebenden Risiken stuft Heraeus insgesamt als geringes Risiko ein. Zur Absicherung gegen Preisrisiken werden die im Markt gängigen Sicherungsinstrumente eingesetzt. Die laufende Kontrolle der Einhaltung der vorgegebenen Risikolimits und Grenzwerte obliegt Mitarbeitern, die dem Handel nicht weisungsgebunden sind, wodurch das Prinzip der funktionalen Trennung gewahrt wird. Für den Bereich des Edelmetallhandels bieten sich Chancen speziell aus der Schwankung der Edelmetallmärkte und -preise, woraus sich eine Zunahme der Nachfrage, sowohl der Industriekunden als auch der Anlegerseite, einstellen kann. Wachstumspotenzial bietet sich insbesondere in Asien. Gesamtbewertung der RisikenMit den installierten Systemen zur Risikomessung und -begrenzung trägt Heraeus auch den Anforderungen zur Risikofrüherkennung Rechnung. Aus der Analyse der derzeit erkennbaren Risiken ergibt sich keine Bestandsgefährdung für den Heraeus Konzern. Compliance-BerichtSeit der Einführung eines weltweit gültigen Verhaltenskodex im Heraeus Konzern zum 1. Januar 2007 wird das Heraeus Compliance-System, seit dem Jahr 2016 als Teil des Responsibility Management Systems, inhaltlich und strukturell stetig fortentwickelt. Im Jahr 2018 lag der Schwerpunkt auf der Einführung einer Heraeus Human Rights Policy, der Überarbeitung des Heraeus Code of Conduct sowie der Richtlinie zur Vermeidung von Bestechung und der Einführung eines neuen Prozesses zur Verringerung von Compliance-Risiken bei großen Investitionsvorhaben. Das Responsibility Office unterstützt den Aufbau bzw. Ausbau weltweit zuverlässiger Prozesse und Strukturen zur Wahrnehmung von Verantwortlichkeit. Im Jahr 2018 unterstützte es insbesondere die Geschäftseinheiten in der Europäischen Union bei der Dokumentation und der datenschutzkonformen Ausgestaltung von Geschäftsprozessen, in denen personenbezogene Daten verarbeitet werden. Dazu wurde ein IT-gestütztes weltweit einsetzbares System zur Erfassung und Bewertung relevanter Verarbeitungen eingeführt. Die wichtigsten Führungskräfte und Mitarbeiter in Bereichen, in denen im besonderen Maße kritische personenbezogene Daten verarbeitet werden, wurden durch Präsenzschulungen für den Datenschutz sensibilisiert. Im Bereich Exportkontrolle und Zoll wurden in Deutschland Experten aufgebaut und standardisierte Prozesse und Checklisten eingeführt. Diese Prozesse und Checklisten dienen als Grundlage für das weltweite Ausrollen verbesserter Prozesse im Bereich Exportkontrolle und Zoll, mit dem im Jahr 2018 begonnen wurde. Zum 1. Januar 2018 hat die Task Force Safety ihre Arbeit aufgenommen, die durch Schulungen und Kommunikationskampagnen immer wieder auf die besondere Bedeutung von Arbeitssicherheit für alle Heraeus Standorte, insbesondere die Produktionsstandorte, hinweist. Durch die Verbesserung des Kennzahlensystems und den Aufbau neuer Prozesse für EHS-Audits und die Durchführung solcher Audits unterstützt die zentrale Abteilung EHS die Geschäftseinheiten wirksam bei der noch besseren Wahrnehmung ihrer EHS-Verantwortung. Über weltweite Schulungen, die vom Heraeus Compliance Officer, den Compliance Officern und Führungskräften der operativen Einheiten sowie den Compliance Officern und Führungskräften der Tochtergesellschaften im Ausland auf der Grundlage des Compliance-Schulungskonzepts durchgeführt werden, wird sichergestellt, dass alle relevanten Mitarbeiter über Neuregelungen informiert sind und die Regelungen des Heraeus Compliance-Systems kennen und verstehen. Darüber hinaus findet ein regelmäßiger Austausch zu Compliance-Themen zwischen dem Heraeus Compliance Officer und den Compliance Officern der operativen Einheiten sowie zwischen dem Heraeus Compliance Officer und den Compliance Officern von wichtigen Tochtergesellschaften statt. Mit dem Group Responsibility Committee trägt Heraeus der Weiterentwicklung des Heraeus Compliance-Systems in ein Responsibility Management System Rechnung. Im Group Responsibility Committee sind nun die Geschäftsführung, der Group General Counsel, der Leiter Responsibility Office, der Leiter Steuern, der Leiter Zoll und Exportkontrolle, der Heraeus Risk Officer, der Leiter Konzernrevision, der Datenschutzbeauftragte, der Leiter IT Governance & Architecture, der Leiter EHS sowie die Wirtschaftsprüfer vertreten. Mit dem Group Sustainability Board möchte Heraeus den Nachhaltigkeitsgedanken stärker im Unternehmen verankern. Die Konzerngesellschaften füllen einmal jährlich einen Compliance-Fragebogen aus, in dem sie Auskunft über die Einführung und Implementierung der Compliance-Richtlinien geben. Der ausgefüllte Compliance-Fragebogen dient dem Heraeus Compliance Officer und den Compliance Officern der Bereiche zur Überprüfung der Effektivität des Compliance-Systems. Der Compliance-Fragebogen steht außerdem der Konzernrevision als Grundlage für Compliance-Prüfungen zur Verfügung. Zusätzlich zu den Berichten im Rahmen des Group Responsibility Committees berichtet der Heraeus Compliance Officer einmal jährlich formal an den CEO. Auf Basis aller gesammelten Kenntnisse unterrichtet die Konzernleitung den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats über die Entwicklung des Compliance-Management-Systems sowie wichtige Einzelereignisse. Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018der Heraeus Holding GmbH, Hanau
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018der Heraeus Holding GmbH, Hanau
Konzern-Gesamtergebnisrechnung der Heraeus Holding GmbH, Hanau, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018
Konzern-Kapitalflussrechnung der Heraeus Holding GmbH, Hanau, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung der Heraeus Holding GmbH, Hanau, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2018der Heraeus Holding GmbH, HanauWesentliche Rechnungslegungsgrundsätze1 Allgemeine ErläuterungenDie Heraeus Holding GmbH ist die Konzernobergesellschaft und hat ihren Sitz in Hanau, Deutschland. Die im Handelsregister eingetragene Adresse lautet Heraeusstraße 12-14, 63450 Hanau. Bezüglich der Geschäftstätigkeiten des Konzerns verweisen wir auf unsere Ausführungen im Abschnitt "Grundlagen des Konzerns" des Lageberichts. Der Konzernabschluss der Heraeus Holding GmbH wurde unter Anwendung von § 315e HGB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, aufgestellt. Neben den IFRS-Vorschriften wurden darüber hinaus alle gesetzlichen Angabe- und Erläuterungspflichten des Handelsgesetzbuchs (HGB) erfüllt. Das Geschäftsjahr umfasst das Kalenderjahr 2018. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Zur Verbesserung der Klarheit und Aussagefähigkeit des Konzernabschlusses werden in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Darstellung in der Konzernbilanz unterscheidet zwischen kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Schulden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn sie innerhalb eines Jahres oder aber innerhalb des normalen Geschäftszyklus des Unternehmens fällig sind oder veräußert werden sollen. Dieser Zeitraum beginnt mit der Beschaffung der für den Leistungserstellungsprozess notwendigen Ressourcen bis zum Erhalt der Zahlungsmittel bzw. Zahlungsmitteläquivalente als Gegenleistung für die Veräußerung der in diesem Prozess erstellten Produkte oder erbrachten Dienstleistungen. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte werden grundsätzlich als kurzfristige Posten ausgewiesen. Latente Steueransprüche bzw. -verbindlichkeiten werden ebenso wie Pensionen und ähnliche Verpflichtungen grundsätzlich als langfristig dargestellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Davon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, Beteiligungen sowie bestimmte sonstige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die jeweils zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Der zum 31. Dezember 2018 aufgestellte Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht wurden am 12. März 2019 durch die Geschäftsführung zur Billigung durch den Aufsichtsrat und zur Veröffentlichung freigegeben. 2 Erstmalige Anwendung neuer Standards und InterpretationenAußer den im Folgenden erläuterten neuen Standards und Interpretationen, die einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss von Heraeus haben können, wurde eine Reihe weiterer Änderungen verabschiedet, die jedoch erwartungsgemäß keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss haben werden. IFRS 9 - "Finanzinstrumente": Zum 1. Januar 2018 hat Heraeus IFRS 9 erstmalig angewendet. Der neue Standard ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 - "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung". IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Der Standard übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39. Infolge der Einführung von IFRS 9 hat Heraeus Folgeänderungen zu IAS 1 - "Darstellung des Abschlusses" umgesetzt, wonach das Wertminderungsergebnis von finanziellen Vermögenswerten in einem separaten Posten der Gesamtergebnisrechnung auszuweisen ist. Zuvor hatte der Konzern die Wertminderungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen berücksichtigt. Darüber hinaus hat Heraeus Folgeänderungen zu IFRS 7 -"Finanzinstrumente: Angaben" auf die Anhangangaben für das Geschäftsjahr 2018 angewendet. Eine Anpassung der Vorjahreswerte erfolgte in Übereinstimmung mit den Übergangsregelungen nicht. Die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach IFRS 9 erfordert, dass die Sicherungsbeziehungen mit den Zielen und der Strategie des Risikomanagements abgestimmt sind und dass ein qualitativerer und zukunftsorientierterer Ansatz zur Beurteilung der Wirksamkeit von Sicherungsgeschäften zur Anwendung kommt. Daraus ergaben sich keine Anpassungen für Heraeus. Die neuen Regelungen von IFRS 9 haben auch insgesamt keine wesentlichen Auswirkungen auf den Heraeus Konzern. Aufgrund des neuen Modells der erwarteten Kreditausfälle erhöhte sich die Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 1. Januar 2018 um 1,0 Mio. €. Dieser Wert wurde unter Berücksichtigung latenter Steuern in Höhe von 0,2 Mio. € im Eröffnungsbilanzwert der Gewinnrücklagen erfasst. Die neuen Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten wirkten sich bei Heraeus auf die finanziellen Vermögenswerte zum 1. Januar 2018 wie folgt aus:
Die Kategorisierung und Bewertung der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten erfolgen unverändert zu den bisherigen Regelungen. IFRS 15 - "Erlöse aus Verträgen mit Kunden": Der neue Standard legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, darunter IAS 18 - "Umsatzerlöse" und IAS 11 - "Fertigungsaufträge". Nach IFRS 15 ist die Kontrolle das maßgebliche Kriterium für die Umsatzrealisierung. Die Bestimmung, ob die Verfügungsgewalt zeitpunkt- oder zeitraumbezogen übergeht, erfordert Ermessensentscheidungen. IFRS 15 wurde von Heraeus zum 1. Januar 2018 nach der modifizierten retrospektiven Methode umgesetzt. Dabei wurde der Standard auf neue und bestehende Verträge angewendet, die zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung noch nicht erfüllt waren. Insgesamt haben sich keine ergebnisrelevanten Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 15 ergeben, da es durch den neuen Standard zu keinen Verschiebungen in der zeitlichen Erfassung der Umsatzerlöse kam. Entsprechend mussten auch keine Anpassungen in den Gewinnrücklagen vorgenommen werden. Ein Effekt aus der Erstanwendung des neuen Standards betrifft die Ausweisänderung innerhalb des Bilanzpostens "Übrige Verbindlichkeiten". Erhaltene Anzahlungen aus Verträgen mit Kunden in Höhe von 12,6 Mio. € sind in die Vertragsverbindlichkeiten umgegliedert worden. IFRIC 22 - "Fremdwährungstransaktionen und im Voraus erbrachte oder erhaltene Gegenleistungen": IFRIC 22 adressiert eine Anwendungsfrage zu IAS 21 - "Auswirkungen von Wechselkursänderungen". Klargestellt wird, auf welchen Zeitpunkt der Wechselkurs für die Umrechnung von Transaktionen in Fremdwährungen zu ermitteln ist, die erhaltene oder geleistete Anzahlungen beinhalten. Maßgeblich für die Ermittlung des Umrechnungskurses für den zugrunde liegenden Vermögenswert, Ertrag oder Aufwand ist danach der Zeitpunkt, zu dem der aus der Vorauszahlung resultierende Vermögenswert bzw. die Schuld erstmals erfasst wird. Es ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Heraeus Konzernabschluss. 3 Nicht vorzeitig angewandte RechnungslegungsvorschriftenFür die folgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen, die verpflichtend erst in späteren Geschäftsjahren anzuwenden sind, plant Heraeus keine frühzeitige Anwendung. Darüber hinaus wurden weitere neue Standards und Interpretationen bzw. Änderungen verabschiedet, für die jedoch keine Auswirkungen auf den Heraeus Konzernabschluss erwartet werden. (a) EU-Endorsement bereits erfolgtIFRS 16 - "Leasingverhältnisse": IFRS 16 führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht, das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Es gibt Erleichterungsregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber ist vergleichbar mit dem derzeitigen Standard - d. h., dass Leasinggeber Leasingverhältnisse weiterhin als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse einstufen. IFRS 16 ersetzt die bestehenden Leitlinien zu Leasingverhältnissen, darunter IAS 17 - "Leasingverhältnisse" und IFRIC 4 - "Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält". Der Standard ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühzeitige Anwendung ist zulässig für Unternehmen, die IFRS 15 - "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 oder davor anwenden. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Finanzierungsleasingverhältnisse des Konzerns erwartet. Basierend auf den derzeit verfügbaren Informationen schätzt Heraeus, dass zusätzliche Leasingverbindlichkeiten in Höhe von etwas mehr als 80,0 Mio. € zum 1. Januar 2019 anzusetzen sind. Der Konzern beabsichtigt, IFRS 16 nach der modifiziert retrospektiven Methode anzuwenden. Aus diesem Grund wird der kumulative Effekt aus der Anwendung des neuen Standards als eine Anpassung der Eröffnungsbilanzwerte der Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2019 erfasst; Vergleichsinformationen werden nicht angepasst. IFRIC 23 - "Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung": Die steuerliche Behandlung bestimmter Sachverhalte und Transaktionen kann von der zukünftigen Anerkennung durch die Finanzverwaltung oder die Finanzgerichtsbarkeit abhängen. IAS 12 - "Ertragsteuern" regelt, wie tatsächliche und latente Steuern zu bilanzieren sind. IFRIC 23 ergänzt die Regelungen in IAS 12 hinsichtlich der Berücksichtigung von Unsicherheiten bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung von Sachverhalten und Transaktionen. Die Interpretation ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Heraeus geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. (b) EU-Endorsement noch ausstehendÄnderungen zu IFRS 3 - "Definition eines Geschäftsbetriebs": Mit der Änderung stellt das IASB klar, dass ein Geschäftsbetrieb eine Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten umfasst, die mindestens einen Ressourceneinsatz (Input) und einen substanziellen Prozess beinhalten, die dann zusammen signifikant zur Fähigkeit beitragen, Leistungen (Output) zu produzieren. Weiterhin wird im Hinblick auf die Leistungen (Output) nun auf die Erbringung von Waren und Dienstleistungen an Kunden abgestellt; der Verweis auf Kostenreduktionen entfällt. Die neuen Vorschriften enthalten darüber hinaus auch einen optionalen "Konzentrationstest", der eine vereinfachte Identifikation eines Geschäftsbetriebs ermöglichen soll. Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - auf Unternehmenszusammenschlüsse, bei denen der Erwerbszeitpunkt am oder nach dem 1. Januar 2020 liegt, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Änderungen zu IAS 1 and IAS 8 - "Definition von Wesentlichkeit": Mit den Änderungen wird in den IFRS ein einheitlicher und genauer umrissener Definitionsbegriff der Wesentlichkeit von Abschlussinformationen geschaffen und durch begleitende Beispiele ergänzt. In diesem Zusammenhang findet eine Harmonisierung der Definitionen aus dem Rahmenkonzept, IAS 1 und IAS 8 statt. Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - zum 1. Januar 2020 erstmalig anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. 4 KonsolidierungsgrundsätzeDie Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind nach einheitlichen, den IFRS entsprechenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt worden. Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung werden die Beteiligungsbuchwerte an den Tochterunternehmen mit dem anteiligen Eigenkapital dieser Tochterunternehmen verrechnet. Bei Unternehmenszusammenschlüssen werden die übernommenen, identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Für bestimmte Sachverhalte, wie z. B. latente Steuern und Leistungen an Arbeitnehmer, erfolgt die Bewertung nach den dafür einschlägigen Standards. Ein nach der Kaufpreisallokation verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäftsoder Firmenwert aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge werden in der Periode des Erwerbs erfolgswirksam erfasst. Nicht beherrschende Anteile werden zum Erwerbszeitpunkt mit dem entsprechenden Anteil am angesetzten, identifizierten Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. Im Zuge der Aufwands- und Ertragskonsolidierung werden Innenumsätze und sonstige konzerninterne Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet. Zwischenergebnisse aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr sind eliminiert. Schuldverhältnisse innerhalb des Konzerns sind aufgerechnet. Bei den ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht. 5 WährungsumrechnungIn fremder Währung aufgestellte Einzelabschlüsse von ausländischen Tochterunternehmen werden in die Darstellungswährung Euro umgerechnet. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist die funktionale Währung im Wesentlichen identisch mit der jeweiligen Landeswährung. Für fünf (Vorjahr: fünf) ausländische Tochtergesellschaften ist die funktionale Währung anstelle der Landeswährung der US-Dollar bzw. der Euro. Im Konzernabschluss werden Aufwendungen und Erträge aus den Fremdwährungsabschlüssen zum Jahresdurchschnittskurs, Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs und das jeweilige Eigenkapital zu historischen Kursen umgerechnet. Verbleibende Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Die im Rahmen der Schuldenkonsolidierung aufgetretenen Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam berücksichtigt und in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. In den lokalen Einzelabschlüssen der Gesellschaften werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum Stichtagskurs bewertet. Die am Bilanzstichtag noch nicht realisierten Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam im Gewinn oder Verlust erfasst. Währungsgewinne und -verluste aus der Umrechnung von operativen Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten sowie das Nettoergebnis aus der Marktbewertung von operativen derivativen Sicherungsgeschäften, die der Absicherung von Grundgeschäften in Fremdwährung dienen, werden saldiert in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Währungsgewinne bzw. -verluste im Zusammenhang mit der Finanzierung werden saldiert im Finanzergebnis berichtet. Die der Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt verändert:
6 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze(a) Geschäfts- oder FirmenwerteDie aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte werden jährlich und bei vorliegenden Anzeichen einer Wertminderung im Rahmen eines Impairment Tests auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Die Werthaltigkeitsprüfung erfolgt in der Regel auf Basis des Nutzungswerts. Eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erfolgt nur, wenn der Nutzungswert unter dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegt und eine zuverlässige Schätzung möglich ist. Sobald ein Geschäfts- oder Firmenwert in vollständiger Höhe wertberichtigt ist, wird sein Abgang im Konzernanlagenspiegel unterstellt. (b) Übrige immaterielle VermögenswerteEntgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmbaren wirtschaftlichen Nutzungsdauer werden zu ihren Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear abgeschrieben. Die wesentlichen immateriellen Vermögenswerte betreffen Kundenbeziehungen, Technologien sowie Marken aus Akquisitionen. Diese werden zum überwiegenden Teil zwischen 7 und 15 Jahren abgeschrieben, während für Software eine Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren angesetzt wird. Im Rahmen der Aktivierung von selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten werden grundsätzlich Forschungs- und Entwicklungskosten unterschieden: Forschungskosten werden bei Anfall in der Gewinn- und Verlustrechnung aufwandswirksam erfasst; Entwicklungskosten für künftige Produkte oder Technologien werden, sofern die entsprechenden Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind, aktiviert. Sind die Voraussetzungen für eine Aktivierung nicht gegeben, werden die Aufwendungen im Jahr ihrer Entstehung im Gewinn und Verlust erfasst. (c) SachanlagenSachanlagen werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Anschaffungskosten umfassen den Kaufpreis einschließlich direkt zurechenbarer Anschaffungsnebenkosten, die anfallen, wenn der Vermögenswert in den betriebsbereiten Zustand für seine vorgesehene Verwendung gebracht wird. Zuschüsse, Zulagen oder ähnliche Beihilfen der öffentlichen Hand werden von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten in Abzug gebracht. Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear vorgenommen. Ihnen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
(d) Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen und sonstige BeteiligungenBeteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode zum anteiligen Eigenkapital angesetzt. Bei abweichenden Bilanzstichtagen wird für diese Unternehmen auf Zwischenabschlüsse zurückgegriffen. Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt und in der Folge zum beizulegenden Zeitwert bewertet. (e) LeasingUnter den Sachanlagen werden in geringem Umfang Vermögenswerte aus Leasingverträgen ausgewiesen, sofern dem Heraeus Konzern als Leasingnehmer die wesentlichen Risiken und der Nutzen aus dem Eigentum an den Vermögenswerten zugeordnet werden (Finanzierungsleasing). Bei der Bewertung dieser Leasingverträge wird in der Regel der Grenzfremdkapitalzinssatz der leasenden Konzerngesellschaft verwendet. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen werden in der Bilanz mit dem niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert des Leasingobjektes oder Barwert der Mindestleasingzahlungen zu Beginn des Leasingverhältnisses angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer Restlaufzeit unter den langfristigen bzw. kurzfristigen übrigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Alle übrigen Leasingverträge werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert, bei denen die Leasingzahlungen als Aufwand linear über die Vertragslaufzeit erfasst werden. (f) EdelmetalleBei der Bewertung der Edelmetallbestände wird zwischen den folgenden Kategorien unterschieden: Der ungesicherte Edelmetallbestand, der aus den in den Verarbeitungs- und Produktionsprozessen gebundenen sowie aus strategischen Gründen gehaltenen Edelmetallvorräten besteht, wird mit den gewichteten durchschnittlichen Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Bei Wegfall der Gründe für eine vorgenommene Wertminderung erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zu den ursprünglichen Anschaffungskosten. Der Auftragsvorlaufbestand ist jener Edelmetallvorrat, der zur Erfüllung der Kundenaufträge benötigt wird. Die Edelmetalle für den Auftragsvorlaufbestand werden grundsätzlich zu dem für den Kunden kontrahierten Einkaufspreis (zuordenbare Anschaffungskosten) bewertet. Der Edelmetallhandelsbestand ist der von den Handelsgesellschaften des Konzerns gehaltene Edelmetallvorrat. Dieser wird in der Regel zu kontrahierten Anschaffungskosten angesetzt. Entstandene Rückdeckungsverpflichtungen, die durch abgeschlossene, nach dem Stichtag fällige Terminkaufgeschäfte erfüllt werden, sind mit dem Betrag angesetzt, der für die Erfüllung der Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich ist. Sie werden unter den übrigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. (g) Vorräte - ohne EdelmetalleDie Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Waren, unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder den niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungswerten. Die Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe basiert grundsätzlich auf gewichteten Durchschnittskosten, für unfertige und fertige Erzeugnisse teilweise auch auf Standardkosten, sofern diese nah am Marktwert sind. Wertberichtigungen auf Vorräte werden vorgenommen, wenn der realisierbare Nettoveräußerungswert unter den bilanzierten Anschaffungs- oder Herstellungskosten liegt. (h) FinanzinstrumenteBewertung und KlassifizierungZu den Finanzinstrumenten gehören die originären Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Finanzschulden sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Außerdem existieren derivative Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Währungs-, Preis- und Zinsrisiken eingesetzt werden. Die finanziellen Vermögenswerte werden in die folgenden Kategorien unterteilt:
Die finanziellen Verbindlichkeiten werden in die folgenden Kategorien unterteilt:
Die Klassifizierung erfolgt auf Grundlage des Geschäftsmodells des Unternehmens zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme. Wenn der finanzielle Vermögenswert im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten wird, dessen Zielsetzung darin besteht, vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen, und die Vertragsbedingungen zu festgelegten Zeiten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen, erfolgt eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Sofern die Zielsetzung des Geschäftsmodells sowohl in der Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht und die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts zu festgelegten Zeiten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen, erfolgt mit Ausnahme von Wertminderungen und Effekten aus der Währungsumrechnung eine erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis. Bei Ausbuchung des finanziellen Vermögenswerts werden die im sonstigen Ergebnis kumulierten Beträge in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet werden, sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehandelt werden und ansonsten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, besteht die Option zur Erfassung der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis. In diesem Fall dürfen Beträge, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, zu einem späteren Zeitpunkt nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden. Die Option wird jeweils instrumentenspezifisch untersucht und unwiderruflich festgelegt. Marktübliche Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten werden in der Regel zum Erfüllungstag bilanziert, Derivate werden zum Handelstag erfasst. Die Zugangsbewertung erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. WertminderungenWertminderungen werden für Schuldinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe des erwarteten Kreditverlusts erfasst. Sie werden zu jedem Stichtag an das jeweils geänderte Kreditrisiko der jeweiligen Finanzinstrumente seit Ersterfassung angepasst und bemessen sich in der Regel an der Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste. Zu jedem Stichtag wird geprüft, ob eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos vorliegt. Für die Beurteilung des jeweiligen Kreditrisikos werden quantitative und qualitative Informationen, wie z. B. Daten zu Credit Default Swaps, historische Erfahrungen und zukunftsorientierte Annahmen berücksichtigt. Letztere umfassen branchen- und länderspezifische Erwartungen zur Entwicklung des Kreditrisikos. Auf eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos können u. a. folgende Information oder Erwartungen hinweisen:
Im Geschäftsjahr wurde bei Bankguthaben und sonstigen Schuldinstrumenten kein nennenswerter Wertberichtigungsbedarf ermittelt. Davon abweichend wird für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ein vereinfachtes Modell zur Erfassung des erwarteten Kreditverlusts auf Basis einer Wertberichtigungsmatrix angewandt. Wir verweisen dazu auf unsere Ausführungen unter (j). Derivative FinanzinstrumenteDie Bewertung der derivativen Finanzinstrumente erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Warentermingeschäfte, bei denen die nach IFRS 9 geltende Own Use Exemption nicht zur Anwendung kommt, werden abgegrenzt vom Own-Use-Bestand als Handelsbestand erfasst und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Vereinzelt wird im Rahmen der Absicherung erwarteter zukünftiger Zahlungsströme in Fremdwährung Hedge Accounting angewandt (Cashflow Hedge). Zu Beginn des Hedge Accountings wird die Sicherungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft einschließlich der Risikomanagementziele sowie der dem Abschluss von Sicherungsbeziehungen zugrunde liegenden Unternehmensstrategie dokumentiert. Des Weiteren wird sowohl bei Eingehen der Sicherungsbeziehung als auch in deren Verlauf regelmäßig dokumentiert, ob das designierte Sicherungsinstrument hinsichtlich der Kompensation der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts bzw. der Zahlungsströme des Grundgeschäfts gemäß dem abgesicherten Risiko in hohem Maße effektiv ist. Der effektive Teil der Marktwertänderungen des Sicherungsinstruments wird unter Berücksichtigung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst. Erst zum Zeitpunkt, zu dem die korrespondierenden Gewinne bzw. Verluste aus dem Grundgeschäft realisiert werden, erfolgt eine erfolgswirksame Erfassung der im Eigenkapital kumulierten Anpassungen. (i) Übrige finanzielle Vermögenswerte sowie übrige finanzielle VerbindlichkeitenÜbrige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden überwiegend zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. In geringfügigem Umfang bestehen Eigenkapitalinstrumente, die - je nach Ausübung der Option - erfolgswirksam oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Darüber hinaus sind Derivate enthalten, deren Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgt. Im Rahmen der Steuerung der Edelmetallliquidität schließt Heraeus mit seinen Geschäftspartnern Edelmetallswaps ab. Geleistete bzw. erhaltene Zahlungen aus diesen Geschäften werden innerhalb der Posten "Übrige finanzielle Vermögenswerte" bzw. "Übrige finanzielle Verbindlichkeiten" ausgewiesen. (j) Forderungen aus Lieferungen und LeistungenForderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Sie sind in der Regel innerhalb eines Jahres fällig, sodass keine Abzinsungen vorzunehmen sind. Der erwartete Kreditverlust wird bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach einer vereinfachten Methode bemessen. Danach ermittelt sich die Wertberichtigung mithilfe einer Wertberichtigungsmatrix mit definierten Zeitbändern unter Berücksichtigung von landes- und branchenspezifischen Besonderheiten. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit beeinträchtigter Bonität erfolgt eine besondere Überprüfung eines Ausfalls auf Basis des Einzelfalls. Zu den Indikatoren für eine beeinträchtigte Bonität von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zählen insbesondere:
Wertberichtigungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Stellt sich in den Folgeperioden heraus, dass die Gründe für die Wertminderung nicht mehr vorliegen, wird eine Wertaufholung bis zur Höhe der ursprünglichen Anschaffungskosten erfolgswirksam vorgenommen. Wertansätze bei Forderungen werden grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert. Wenn Forderungen uneinbringlich sind, werden die Forderungen mit der vorgenommenen Wertberichtigung vollständig ausgebucht. Der Wertminderungsaufwand, der Ertrag aus der Wertaufholung und sonstige ergebniswirksame Anpassungen aufgrund der Anpassung von Bewertungsparametern werden saldiert in einem separaten Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. (k) Flüssige MittelDie flüssigen Mittel sind zum Nominalwert angesetzt. Fremdwährungsbestände werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die enthaltenen Geldmarktfonds unterliegen keinen wesentlichen Wertschwankungen und können innerhalb eines Tages in Zahlungsmittel umgewandelt werden. (l) Pensionen und ähnliche VerpflichtungenAnsatz und Bewertung der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen erfolgen für jeden leistungsorientierten Plan separat nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren, das neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die bei der Berechnung der Leistungsverpflichtung zugrunde gelegten versicherungsmathematischen Annahmen für die Diskontierungssätze, die Gehaltssteigerungsraten, den Rententrend, Fluktuationen sowie Kostensteigerungen für medizinische Versorgung werden pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgelegt. Die Zinssätze, mit denen die Pensionsverpflichtungen abgezinst werden, orientieren sich an den Zinssätzen, die für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen entsprechend der Währung und der Duration der Pensionsverpflichtungen gelten. Stehen den Pensionsverpflichtungen Vermögenswerte einer rechtlich eigenständigen Einheit gegenüber, die ausschließlich zur Erfüllung der erteilten Versorgungsverpflichtungen verwendet werden dürfen und dem Zugriff etwaiger Gläubiger entzogen sind, sind die Pensionsverpflichtungen mit ihrer Nettoschuld unter Abzug der Vermögenswerte auszuweisen. Die von inländischen Gesellschaften sowie von einigen ausländischen Gesellschaften des Heraeus Konzerns gehaltenen Fonds erfüllen die Voraussetzungen von Planvermögen und werden daher mit dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen saldiert. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, die sich aus Änderungen der Rechnungsannahmen und aus Abweichungen zwischen den Rechnungsannahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, werden unter Berücksichtigung latenter Steuern in der Periode ihrer Entstehung im sonstigen Ergebnis des Konzerns erfasst und innerhalb der Gewinnrücklagen in einer separaten Rücklage ausgewiesen. Bei Verkauf oder Tilgung der Pensionsverpflichtungen werden sie in die sonstigen Gewinnrücklagen umgegliedert. Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Beiträge aus beitragsorientierten Versorgungszusagen werden in dem betreffenden Geschäftsjahr direkt als Personalaufwendungen erfasst. (m) RückstellungenRückstellungen werden gebildet, wenn eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten aus einem vergangenen Ereignis besteht, die Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann. Die Rückstellungsbewertung erfolgt in Höhe des wahrscheinlichsten Erfüllungsbetrags bzw. im Falle gleicher Wahrscheinlichkeiten in Höhe des Mittelwerts der möglichen Erfüllungsbeträge. Es erfolgt eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Schätzungen. Rückstellungen, die nicht schon im Folgejahr zu einem Ressourcenabfluss führen, werden mit dem Barwert der zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich notwendigen Ausgaben angesetzt, sofern der Zinseffekt wesentlich ist. (n) FinanzschuldenFinanzschulden betreffen Namensschuldverschreibungen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. (o) Latente SteuernLatente Steuern werden auf zeitliche Unterschiede zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in IFRS- und Steuerbilanz, auf realisierbare Verlustvorträge und auf Konsolidierungsvorgänge ermittelt. Der Berechnung liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen. Latente Steuern, die sich auf erfolgsneutral erfasste Posten beziehen, werden ebenfalls erfolgsneutral verbucht. Sie werden dabei entsprechend dem ihnen zugrunde liegenden Geschäftsvorfall entweder im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst. Eine Verrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerschulden erfolgt, soweit eine Identität der Steuergläubiger besteht und ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden besteht. Latente Steueransprüche werden angesetzt, soweit wahrscheinlich ist, dass künftige, zu versteuernde Gewinne verfügbar sein werden, gegen die abzugsfähige temporäre Differenzen, noch nicht genutzte steuerliche Verluste sowie noch nicht genutzte Steuergutschriften aufgerechnet werden können. (p) Umsatzerlöse und sonstige ErträgeUmsatzerlöse werden mit dem Betrag der Gegenleistung bewertet, den Heraeus zu erhalten und zu realisieren erwartet, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus diesen ziehen kann. Die Übertragung der Verfügungsmacht kann zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum erfolgen. Die aus Verträgen mit Kunden von Heraeus resultierenden Leistungsverpflichtungen werden im Wesentlichen zu einem Zeitpunkt erfüllt. Bei Handelsgeschäften findet die Übertragung der Verfügungsmacht regelmäßig am Fälligkeitstermin statt, bei Recyclinggeschäften ist dies am Tag der Rückvergütung an den Kunden der Fall. Eine Realisierung über einen Zeitraum erfolgt insgesamt nur in wenigen Fällen und in unwesentlichem Ausmaß. Zwischen der Erfüllung der Leistungsverpflichtung und der Zahlung liegt regelmäßig kein wesentlicher Zeitraum. In den Verträgen sind üblicherweise keine Finanzierungskomponenten enthalten. Die Umsatzerlöse enthalten auch Erlöse aus Dienstleistungen, die insgesamt jedoch nur einen geringfügigen Umfang haben. Zinserträge werden zeitanteilig unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst, darin enthalten sind die Leihezinsen für Edelmetalle. In Einzelfällen können Vertragsverbindlichkeiten entstehen, die entsprechend unter den übrigen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden. (q) MaterialaufwendungenDie Materialaufwendungen enthalten sowohl Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für Handelswaren und Edelmetalle als auch Bestandsveränderungen an unfertigen und fertigen Erzeugnissen. (r) WertminderungenBei vorliegenden Anzeichen für eine Wertminderung werden immaterielle Vermögenswerte oder Sachanlagen einem Impairment Test unterzogen. Sofern der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt, werden Wertminderungen vorgenommen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Sind die Gründe für die Wertminderung entfallen, findet eine Wertaufholung statt. Die ergebniswirksame Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die in der Vergangenheit vorgenommene Wertberichtigung ergeben hätte, oder auf einen niedrigeren erzielbaren Betrag. Die Überprüfung der Wertminderung bzw. Wertaufholung erfolgt auf Ebene von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, es sei denn, der erzielbare Betrag kann für den einzelnen Vermögenswert ermittelt werden. 7 Schätzungen und Annahmen bei der Erstellung des KonzernabschlussesDie Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen auswirken. Bestehende Unsicherheiten werden bei der Wertermittlung angemessen berücksichtigt. Die wesentlichen Annahmen und Parameter für die vorgenommenen Schätzungen basieren jeweils auf dem aktuellen Kenntnisstand sowie den aktuell verfügbaren Daten und sind in den nachstehenden Anhangangaben dargelegt: Unternehmenszusammenschlüsse (siehe (9)): Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der übertragenen Gegenleistung (einschließlich bedingter Gegenleistungen) sowie Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden. Immaterielle Vermögenswerte (siehe (10)): Wertminderungstest - wesentliche Annahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde gelegt wurden. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (siehe (21)): Bewertung leistungsorientierter Verpflichtungen - wesentliche versicherungsmathematische Annahmen. Rückstellungen (siehe (22)): Ansatz und Bewertung von Rückstellungen - wesentliche Annahmen über die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß des Nutzenabflusses. Latente Steueransprüche/-schulden (siehe (33)): Verfügbarkeit künftig zu versteuernder Ergebnisse, gegen die latente Steueransprüche verwendet werden können. 8 KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss werden neben der Heraeus Holding GmbH die Tochterunternehmen einbezogen, über die die Heraeus Holding GmbH Beherrschung hat. Der Konsolidierungskreis setzt sich wie folgt zusammen: Konsolidierte Tochtergesellschaften
Das Geschäftsjahr der konsolidierten Tochtergesellschaften ist das Kalenderjahr. Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen
9 Unternehmenszusammenschlüsse(a) Unternehmenszusammenschlüsse im laufenden JahrIm Geschäftsjahr gab es drei Unternehmenserwerbe in unwesentlichem Ausmaß. Der gesamte Kaufpreis betrug 14,2 Mio. €, davon waren zum Bilanzstichtag 6,6 Mio. € noch nicht zahlungswirksam. (b) Unternehmenszusammenschlüsse im VorjahrDer wesentliche Unternehmenserwerb im Geschäftsjahr 2017 betraf die vollständige Übernahme des Schweizer Edelmetallverarbeiters Argor-Heraeus SA. Zuvor hielt Heraeus Anteile von rund 32,7 %. Die übertragene Gegenleistung für den neuen erworbenen Anteil betrug 261,8 Mio. € (davon zahlungswirksam 176,7 Mio. €). Darin enthalten war der beizulegende Zeitwert des Eigenkapitalanteils an der Argor-Heraeus SA in Höhe von 85,1 Mio. €, der vor dem Erwerbszeitpunkt gehalten wurde. Aufgrund der Neubewertung der bereits bestehenden Beteiligung zum Zeitpunkt des vollständigen Erwerbs ergab sich ein Gewinn von 20,6 Mio. €, der innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge erfasst wurde. Die in früheren Perioden bilanzierte Währungsumrechnungsrücklage in Höhe von 9,4 Mio. € wurde erfolgswirksam ausgebucht und ebenfalls in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Erläuterungen zur Konzernbilanz 10 Immaterielle Vermögenswerte
a) Geschäfts- oder FirmenwerteDie Geschäfts- oder Firmenwerte haben sich von 109,7 Mio. € im Vorjahr auf 114,2 Mio. € im laufenden Geschäftsjahr erhöht. Die Veränderung ergibt sich im Wesentlichen aus Wertzuwächsen aufgrund gestiegener Fremdwährungskurse in Höhe von 4,0 Mio. €. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden in der Regel auf Ebene der Global Business Units überwacht. In Einzelfällen erfolgt das Monitoring eine Ebene darunter (Business Lines). In den Global Business Units und Business Lines sind keine Geschäfts- oder Firmenwerte enthalten, die einzeln betrachtet wesentlich sind. Im Berichtsjahr wurden Geschäfts- oder Firmenwerte der Global Business Unit Heraeus Photovoltaics vollständig in Höhe von 1,3 Mio. € wertgemindert. Insgesamt wurde im Rahmen dieses Impairment Tests eine Wertberichtigung in Höhe von 19,6 Mio. € ermittelt, die auch auf andere immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen verteilt wurde. Gründe für die Wertminderung sind insbesondere der zunehmende Wettbewerb und Veränderungen im politischen Umfeld, wie etwa die Streichung von Subventionen für die Solarindustrie durch die chinesische Regierung oder der Handelsstreit zwischen China und den USA, die sich nachteilig auf die Marktbedingungen ausgewirkt haben. Der Diskontierungszinssatz vor Steuern zur Ermittlung des Nutzungswerts betrug 11,8 % (Vorjahr: 12,6 %). Die Wertminderungen im Vorjahr in Höhe von 9,9 Mio. € betrafen im Wesentlichen die Geschäfts- oder Firmenwerte der Business Line Precious Coatings (7,2 Mio. €), die der Global Business Unit Heraeus Precious Metals zuzuordnen ist. Die Geschäfts- oder Firmenwerte lassen sich wie folgt den Global Business Units zuordnen:
b) Übrige immaterielle VermögenswerteForschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 153,9 Mio. € (Vorjahr: 136,7 Mio. €) wurden ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Wertminderungen in Höhe von 2,1 Mio. € (Vorjahr: 52,8 Mio. €) betreffen im Wesentlichen Technologien der Global Business Unit Heraeus Photovoltaics (siehe 10(a)). Im Vorjahr entfielen sie mit 27,7 Mio. € insbesondere auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit UV im Bereich der Lichtanwendungen am Standort USA. Die Wertminderungen des Geschäftsjahres erfolgten jeweils in voller Höhe und sind in der Gewinn- und Verlustrechnung wie im Vorjahr unter dem Posten Abschreibungen/Wertminderungen ausgewiesen. 11 Sachanlagen
Die im Geschäftsjahr vorgenommenen Wertminderungen auf Sachanlagen verteilen sich auf verschiedene Bereiche und Standorte weltweit. Der größte Anteil entfällt auf die Global Business Unit Heraeus Photovoltaics (16,2 Mio. €, siehe 10(a)). Zu den wertgeminderten Vermögenswerten gehören wie im Vorjahr überwiegend Anlagen und Gebäude, die entweder für nicht werthaltig befunden wurden oder nicht mehr in der geplanten Weise genutzt werden können. Die betroffenen Vermögenswerte wurden jeweils in voller Höhe wertgemindert, da sie über keine nennenswerten beizulegenden Zeitwerte verfügen und aus der fortgesetzten Nutzung keine wesentlichen Vorteile erzielt werden können. Die Wertminderungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung wie im Vorjahr unter dem Posten Abschreibungen / Wertminderungen ausgewiesen. Im Rahmen der Sachanlagen sind u. a. Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing in Höhe von 2,9 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio. €) aktiviert. 12 Beteiligungen at EquityGemeinschaftsunternehmen: Shin-Etsu Quartz Products Co., Ltd.Die Geschäftsaktivitäten der Shin-Etsu Quartz Products Co., Ltd. mit Sitz in Tokio, Japan, umfassen die Herstellung, den Verkauf sowie den Handel mit Quarzglas und zugehörigen Produkten. Die nachfolgende Tabelle fasst die Finanzinformationen der Shin-Etsu Quartz Products Co., Ltd. zusammen:
Die aggregierten Finanzinformationen der einzeln für sich genommenen unwesentlichen Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, die in den Heraeus Konzernabschluss nach der Equity-Methode einbezogenen wurden, stellen sich wie folgt dar:
13 Übrige finanzielle VermögenswerteDie übrigen finanziellen Vermögenswerte bestehen aus den folgenden Posten:
Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthalten in Höhe von 4,8 Mio. € (Vorjahr: 9,0 Mio. €) geleistete Bareinschüsse auf sogenannte Margin Accounts, die als Sicherheit für Terminmarktgeschäfte verpfändet werden. Die Verpfändung endet jeweils mit der Fälligkeit der die Verpfändung begründenden Transaktion. 14 Übrige VermögenswerteDie übrigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
15 VorräteDie Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
Die Abwertungen des Vorratsvermögens betragen zum Bilanzstichtag 72,5 Mio. € (Vorjahr: 89,5 Mio. €) und sind im Buchwert bereits berücksichtigt. Wesentliche Wertaufholungen wurden im Geschäftsjahr nicht vorgenommen. 16 Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Wechselforderungen werden von Banken garantiert. Das Ausfallrisiko wird derzeit als nicht materiell eingeschätzt. Die Wertberichtigungen auf die Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
In der nachfolgenden Tabelle erfolgt die Darstellung der Wertberichtigungsmatrix für das Geschäftsjahr 2018:
17 Flüssige MittelDie flüssigen Mittel bestehen aus folgenden Posten:
18 Den Gesellschaftern der Heraeus Holding GmbH zustehendes EigenkapitalDas gezeichnete Kapital ist der Betrag, auf den die Haftung der Gesellschafter der Heraeus Holding GmbH für Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber Gläubigern beschränkt ist. Die Gewinnrücklagen beinhalten die erzielten und nicht ausgeschütteten Gewinne der Heraeus Holding GmbH und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften. Darüber hinaus enthält der Posten die Ergebnisse aus der at-Equity-Bewertung von Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die ergebniswirksamen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die Auswirkungen der Verrechnung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen unter Berücksichtigung latenter Steuern mit dem Eigenkapital. Die sonstigen Rücklagen umfassen den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung und Effekte aus der Bewertung von Sicherungsbeziehungen unter Berücksichtigung zu erfassender latenter Steuern. Die in der Cashflow-Hedge-Rücklage erfassten Gewinne und Verluste werden bei ergebniswirksamer Erfassung des Grundgeschäfts in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Für das Geschäftsjahr 2018 wird von der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH wie im Vorjahr keine Dividende vorgeschlagen. 19 Nicht beherrschende AnteileUnter den nicht beherrschenden Anteilen werden die Anteile von konzernfremden Gesellschaftern am Eigenkapital konsolidierter Gesellschaften ausgewiesen. Die Gewinne dieser Gesellschafter belaufen sich im Geschäftsjahr 2018 auf 8,3 Mio. € (Vorjahr: 7,1 Mio. €). Wie im Vorjahr entfielen keine Verluste auf die nicht beherrschenden Anteile. 20 Angaben zum KapitalmanagementDie Ziele des Kapitalmanagements leiten sich aus der Heraeus Konzern-Finanzrichtlinie ab. Dazu gehören die Sicherung und Steuerung der jederzeitigen Liquidität, die Gewährleistung des jederzeitigen Zugangs zum Geld-, Kredit- und Kapitalmarkt sowie eine hohe Eigenkapitalausstattung. Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele sind die Optimierung der Kapitalstruktur und die Reduzierung von Schulden. Heraeus nutzt neben einer hohen Eigenkapitalquote die Finanzierungsmöglichkeiten des Geld- und Kapitalmarkts in Form von Anleiheemissionen, die durch vertraglich vereinbarte längerfristige Kreditfazilitäten mit Banken erstklassigen Ratings aus unterschiedlichen Sektoren unterstützt werden. Im Bereich Trading wird zur Finanzierung der für die Produktion notwendigen Edelmetalle u. a. das branchenübliche Instrument der Edelmetallleihe eingesetzt. Edelmetallleihen werden im Heraeus Konzern im Allgemeinen mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten abgeschlossen. Die Steuerung der finanzwirtschaftlichen Risiken orientiert sich an den festgelegten Kennzahlen:
Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Geschäfte sind je nach Region unterschiedliche rechtliche und regulatorische Vorschriften zu beachten. Stand und Weiterentwicklung dieser Vorschriften werden lokal und zentral verfolgt und Veränderungen im Rahmen des Kapitalmanagements berücksichtigt.
Zur Beurteilung des Finanzprofils tragen die Kreditratings bei, die durch die beiden Ratingagenturen Moody's Investor Service und Standard & Poor's erstellt werden. Ein Kreditrating beurteilt und klassifiziert die Bonität eines Emittenten, mit bestimmten Finanztiteln verbundene fällige Zahlungsverpflichtungen vollständig und rechtzeitig erfüllen zu können. Ein Rating wird nach Kriterien wie Kapitalstruktur, Profitabilität, Cashflow-Generierung, Diversifizierung und Wettbewerbsposition erstellt. Die folgende Tabelle zeigt die derzeitige Bewertung der Kreditqualität durch die beiden Agenturen:
Das Rating "Baa1" von Moody's liegt im oberen Bereich der Kategorie "B" und damit nur eine Stufe unter der Kategorie "A". Der Ratingausblick von Moody's bezeichnet eine Einschätzung hinsichtlich der wahrscheinlichen mittelfristigen Entwicklung des Kreditratings eines Emittenten. Im Rahmen der Kategorien "positiv", "stabil" und "negativ" hat Moody's den Ausblick für Heraeus als "stabil" bewertet. Für die kurzfristige Kreditqualität wurde von Moody's keine Bewertung angefordert. Basierend auf der auch in Zukunft erwarteten finanziellen Stärke sowie einer weiterhin soliden Geschäftsentwicklung, bewertet Standard & Poor's die langfristige Kreditqualität von Heraeus mit einem Rating von "BBB+". Diese Klassifikation entspricht dort der höchsten Kreditqualität innerhalb der Kategorie "B". Der Ratingausblick bezeichnet auch bei Standard & Poor's die Einschätzung der wahrscheinlichen mittelfristigen Entwicklung des Emittenten. Der Ausblick wurde von Standard & Poor's als "stabil" bewertet. Die kurzfristige Kreditqualität von Heraeus bewertet Standard & Poor's mit "A-2". Dies ist die dritthöchste Bewertung innerhalb der Standard-&-Poor's-Methodik. 21 Pensionen und ähnliche VerpflichtungenIm Rahmen der betrieblichen Altersversorgung stehen Mitarbeitern der einbezogenen Gesellschaften Ansprüche aus leistungs- sowie beitragsorientierten Versorgungssystemen zu. Leistungsorientierte Versorgungssysteme enthalten sowohl laufende Pensionen als auch Anwartschaften auf zukünftig zu zahlenden Pensionen. Die Leistungen des Konzerns hängen in der Regel von der Beschäftigungsdauer sowie dem Entgelt der Mitarbeiter ab und sind in unterschiedlichen Versorgungsordnungen geregelt. Leistungsorientierte Altersversorgungssysteme sind bei Heraeus sowohl rückstellungs- als auch fondsfinanziert. Die wesentlichen Versorgungsregelungen sind im Folgenden beschrieben: Der überwiegende Teil der Leistungsverpflichtungen entfällt auf inländische Gesellschaften. Dabei handelt es sich um Versorgungspläne, die Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen umfassen. Diese Verpflichtungen basieren einerseits auf Gesamtversorgungszusagen mit dienstzeitabhängigen, endgehaltsbezogenen Leistungszusagen, die für Neueintritte geschlossen wurden. Andererseits besteht für Arbeitnehmer, die nach dem 1. Januar 1988 eingetreten sind, eine Versorgungsregelung in Form einer arbeitgeberfinanzierten, beitragsbasierten Direktzusage, die nicht an das Endgehalt gekoppelt ist. Der Leistungsanspruch ergibt sich dabei aus der Kumulation von jährlich ermittelten Rentenbausteinen, die auf Basis eines definierten Versorgungsaufwands und einer altersabhängigen Verrentungstabelle berechnet werden. Seit dem Jahr 2001 haben die Mitarbeiter zusätzlich die Möglichkeit, durch freiwillige Entgeltumwandlungen weitere Versorgungsleistungen nach einem beitragsorientierten, auf Rentenbausteinen basierenden Leistungsplan zu erwerben. Die beitragsbasierten Direktzusagen sind jeweils durch Anlagen in Wertpapierfonds rückgedeckt. Die entsprechenden Versorgungsordnungen wurden seit ihrer Einführung weiterentwickelt und an geänderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen angepasst. Daneben werden Mitgliedern der Geschäftsführung und Führungskräften Einzelzusagen erteilt. Bei den derzeit bestehenden Einzelzusagen handelt es sich überwiegend um arbeitgeberfinanzierte, endgehaltbezogene Versorgungszusagen. Die bei den inländischen Konzerngesellschaften bestehenden Leistungszusagen unterliegen keinen gesetzlichen Mindestfinanzierungsverpflichtungen. Für die Mitarbeiter im Ausland bestehen bei einigen Gesellschaften ebenfalls - teils sehr unterschiedlich geregelte -Ansprüche auf Altersversorgung. Die Höhe dieser Ansprüche ist im Wesentlichen von der Betriebszugehörigkeit sowie dem bezogenen Gehalt abhängig. Die Leistungszusagen im Ausland werden überwiegend über externe Fonds finanziert. Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Versorgungsplänen ist der Konzern verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Langlebigkeits- und dem Zinssatzänderungsrisiko ist der Konzern dem Währungsrisiko sowie - bei fondsgedeckten Pensionsplänen - dem Kapitalmarktbzw. Anlagerisiko ausgesetzt. Der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden insbesondere die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten versicherungsmathematischen Annahmen zugrunde gelegt. Bei den für das Ausland angegebenen Werten für den Rechnungszinssatz und die Einkommensentwicklung handelt es sich um Durchschnittswerte, die mit dem Barwert der jeweiligen Leistungsverpflichtungen gewichtet wurden.
Die Pensionsverpflichtungen für die inländischen Gesellschaften basieren generell auf den aktualisierten biometrischen Rechnungsgrundlagen der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck, welche die bislang geltenden "Richttafeln 2005 G" ersetzen. Bei den ausländischen Gesellschaften wurden landesspezifische biometrische Rechnungsgrundlagen zur Ermittlung der Verpflichtungen herangezogen. Bei dem in der Bilanz ausgewiesenen Posten "Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" handelt es sich um eine Nettoschuld. Diese setzt sich wie folgt zusammen:
Der Anwartschaftsbarwert, aufgegliedert nach Art der Rückdeckung, sowie der Finanzierungsstatus sind der nachstehenden Übersicht zu entnehmen:
Der Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen der Konzerngesellschaften entwickelte sich im laufenden Geschäftsjahr wie folgt:
Eine Erhöhung bzw. Senkung der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen um einen halben Prozentpunkt hätte auf den Barwert der inländischen Pensionsverpflichtungen zum Stichtag folgende Auswirkungen:
Ausgehend von den ursprünglichen versicherungsmathematischen Bewertungen wurde eine Sensitivitätsanalyse der als wesentlich eingestuften Parameter isoliert vorgenommen, um die Auswirkungen auf den zum jeweiligen Bilanzstichtag berechneten Barwert der Pensionsverpflichtungen separat aufzuzeigen. Mögliche Korrelationen zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht betrachtet. Die Berechnungen wurden mit den geänderten Parametern neu durchgeführt und basieren nicht auf Schätzungen. Sie spiegeln somit die vollständigen Effekte der isolierten Änderungen wider. Die im Inland ausgewiesenen versicherungsmathematischen Gewinne in Höhe von 2,8 Mio. € (Vorjahr: 20,0 Mio. €) setzen sich zusammen aus Gewinnen in Höhe von 11,4 Mio. € (Vorjahr: 17,2 Mio. €), die auf die Änderungen finanzieller Annahmen zurückzuführen sind, aus Verlusten in Höhe von - 5,2 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €), die aus geänderten demografischen Annahmen (Anwendung neuer Richttafeln) resultieren, und aus Verlusten in Höhe von - 3,4 Mio. € (Vorjahr: Gewinne in Höhe von 2,8 Mio. €), die aus erfahrungsbedingten Berichtigungen resultieren. Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen verteilt sich bei den inländischen Gesellschaften wie folgt auf die einzelnen Gruppen von Versorgungsberechtigten:
Die ausländischen Leistungsverpflichtungen bestehen überwiegend gegenüber aktiven Anwärtern. Sämtliche in der Bilanz ausgewiesenen Verpflichtungen sind unverfallbar. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der inländischen Verpflichtungen beläuft sich zum 31. Dezember 2018 auf 19,2 Jahre (Vorjahr: 19,5 Jahre). Aus den inländischen Pensionsverpflichtungen werden zum Geschäftsjahresende für die kommenden zehn Geschäftsjahre folgende Leistungszahlungen erwartet:
Bei den ausländischen Versorgungsanwartschaften wird für das Geschäftsjahr 2019 mit Pensionszahlungen in Höhe von 10,3 Mio. € gerechnet. Der Zeitwert des Fondsvermögens hat sich im Laufe des Berichtsjahres für die in- und ausländischen Gesellschaften wie nachfolgend dargestellt verändert:
Heraeus erwartet, dass im kommenden Jahr die Einzahlungen des Arbeitgebers in das Fondsvermögen rund 9,8 Mio. € (Berichtsjahr: 9,6 Mio. €) bei den inländischen Gesellschaften und rund 5,7 Mio. € (Berichtsjahr: 5,4 Mio. €) bei den ausländischen Gesellschaften betragen werden. Bei den in der Entwicklung des Fondsvermögens ausgewiesenen versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten handelt es sich um erfahrungsbedingte Berichtigungen aufgrund der Abweichung der tatsächlichen Rendite von dem auf Basis des Rechnungszinses ermittelten Zinsertrag. Das Fondsvermögen in Bezug auf die inländischen und ausländischen Gesellschaften umfasst dabei folgende Finanzinstrumente und sonstige Vermögenswerte:
Die für die Erfüllung der inländischen Pensionsverpflichtungen vorgesehenen Mittel werden in mehreren Publikumsfonds verwaltet. Die Verwaltung dieser Fonds erfolgt durch den Heraeus Pensionstreuhand e.V. als Treuhänder. Im Rahmen der Asset-Management-Strategie ist eine strategische Asset-Allokation festgelegt worden. Darüber hinaus wurden Minimum- und Maximum-Quoten für die jeweiligen Anlageklassen definiert, die nicht über- oder unterschritten werden sollen. Die vorgegebene Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen richtet sich an der Laufzeit der Verbindlichkeiten aus, und es wurde mithilfe von Stresstestszenarien das vertretbare Risiko festgelegt. Mithilfe dieser Strategie soll langfristig bei nahezu konstantem Risiko eine attraktive Rendite erwirtschaftet werden. Damit das Risiko konstant gehalten werden kann, wird eine regelmäßige Nachjustierung des Portfolios durchgeführt. Die Kosten für die Verwaltung der Publikumsfonds werden von den Fonds selbst getragen. Das Fondsvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbst genutzte Immobilien oder andere vom Unternehmen genutzte Vermögenswerte. Die Zusammensetzung des in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Netto-Pensionsaufwands ist aus der nachfolgenden Aufstellung zu ersehen:
Vom gesamten Aufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind 14,5 Mio. € (Vorjahr: 16,4 Mio. €) in den Personalaufwendungen erfasst. Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 12,9 Mio. € (Vorjahr: 12,3 Mio. €) sowie die Zinserträge aus dem Fondsvermögen in Höhe von 3,8 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €) sind dagegen saldiert im Posten "Finanzergebnis" ausgewiesen. Unter Berücksichtigung der Wertentwicklung des Fondsvermögens ergab sich aus dem Planvermögen im Berichtsjahr insgesamt ein Verlust in Höhe von 4,0 Mio. € (Vorjahr: Erträge in Höhe von 9,5 Mio. €). Neben den leistungsorientierten Versorgungssystemen existieren auch beitragsorientierte Zusagen. Die entsprechenden Aufwendungen in Höhe von 6,9 Mio. € (Vorjahr: 8,6 Mio. €) werden in den Personalaufwendungen erfasst und betreffen im Wesentlichen ausländische Gesellschaften. Ferner wurden an die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 28,6 Mio. € (Vorjahr: 25,6 Mio. €) abgeführt. 22 RückstellungenDie Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
* Im Vorjahr erfolgte der Ausweis innerhalb der
Vorräte.
Die kurzfristigen Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von 76,7 Mio. € (Vorjahr: 73,7 Mio. €) umfassen Tantiemen und Gratifikationen, Abfindungen, erfolgsabhängige Sonderzahlungen sowie andere Ansprüche der Mitarbeiter. Die Restrukturierungsrückstellungen betreffen im Wesentlichen das Programm "Heraeus FIT" und die Schließung des Geschäfts mit edelmetallhaltigen Farben am Standort Hanau. Die langfristigen Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von 19,2 Mio. € (Vorjahr: 22,2 Mio. €) beziehen sich im Wesentlichen auf Jubiläumsgeld. Das Planvermögen zur Absicherung von Ansprüchen aus Altersteilzeitvereinbarungen sowie Verpflichtungen aus Langzeitkonten und Saldozeiten wurden mit den Verpflichtungen für Altersteilzeit und den langfristigen Personalverpflichtungen saldiert. Die Rückstellungen entwickelten sich im laufenden Geschäftsjahr wie folgt:
* Im Vorjahr erfolgte der Ausweis innerhalb der
Vorräte.
23 FinanzschuldenDie Finanzschulden setzen sich wie folgt zusammen:
Die Schuldverschreibungen stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:
Im Oktober 2012 und Januar 2013 hat die Heraeus Finance GmbH jeweils eine Namensschuldverschreibung in Höhe von nominal 50,0 Mio. € mit einer Laufzeit von 20 bzw. 21 Jahren begeben. Der Ansatz der Namensschuldverschreibungen erfolgte zum Ausgabekurs von 96,452 % bzw. 97,792 %, das Disagio wird über die Laufzeit der Namensschuldverschreibungen nach der Effektivzinsmethode zugeschrieben. 24 Übrige finanzielle VerbindlichkeitenDie übrigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
25 Übrige VerbindlichkeitenDie übrigen Verbindlichkeiten bestehen aus folgenden Posten:
Die Vertragsverbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr wie folgt verändert:
26 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenDie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind kurzfristig und stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung27 UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse entfallen wie folgt auf die einzelnen Aktivitätsfelder:
Die Umsatzerlöse in den Regionen betragen:
28 PersonalaufwendungenDie Personalaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter teilt sich wie folgt auf:
Die Bezüge der aktiven Mitglieder der Geschäftsführung für das Jahr 2018 betrugen 4,0 Mio. € (Vorjahr: 4,4 Mio. €), davon sind 2,5 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €) erfolgsabhängig. Es handelt sich um kurzfristig fällige Leistungen. Im Geschäftsjahr 2018 gab es keine Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses an die Geschäftsführung (Vorjahr: 0,5 Mio. €). Die Vergütungen an Mitglieder des Aufsichtsrats beliefen sich für das Jahr 2018 auf 0,8 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €). Die Gesamtbezüge des Gesellschafterausschusses betrugen 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €). Ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung bzw. ihre Hinterbliebenen erhielten im Geschäftsjahr 2018 Bezüge in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €). Für diesen Personenkreis bestehen zum Bilanzstichtag Verpflichtungen aus laufenden Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen in Höhe von 20,6 Mio. € (Vorjahr: 20,8 Mio. €). 29 Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen Erträge aus dem Verkauf von Vermögenswerten des Anlagevermögens (14,1 Mio. €; Vorjahr: 2,1 Mio. €) und aus Auflösungen von Rückstellungen (3,9 Mio. €; Vorjahr: 8,6 Mio. €). Im Vorjahr waren in Höhe von 30,0 Mio. € die Effekte aus der Bewertung der bereits gehaltenen Anteile der Argor-Heraeus SA, Schweiz, zum beizulegenden Zeitwert sowie aus der Auflösung der entsprechenden Währungsrücklage im Rahmen des sukzessiven Unternehmenserwerbs enthalten. 30 Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen aus externen Dienstleistungen (123,0 Mio. €; Vorjahr: 118,8 Mio. €), Instandhaltungen und Reparaturen (74,7 Mio. €; Vorjahr: 63,2 Mio. €), Ausgangsfrachten (45,3 Mio. €; Vorjahr: 36,6 Mio. €) sowie operativen Leasingverhältnissen (30,7 Mio. €; Vorjahr: 31,2 Mio. €). Die enthaltenen Devisenkursaufwendungen betragen 8,6 Mio. € (Vorjahr: 5,7 Mio. €). 31 Ergebnis aus der at-Equity-BewertungDas Ergebnis aus der at-Equity-Bewertung beträgt 20,0 Mio. € (Vorjahr: 17,6 Mio. €) und betrifft die anteiligen Jahresergebnisse der Gemeinschaftsunternehmen (18,3 Mio. €; Vorjahr: 13,5 Mio. €) und der assoziierten Unternehmen (1,7 Mio. €; Vorjahr: 4,1 Mio. €). 32 FinanzergebnisDas Finanzergebnis umfasst folgende Erträge und Aufwendungen:
33 ErtragsteuernDie Ertragsteuern gliedern sich wie folgt:
Die latenten Steuern werden auf Basis der lokalen Steuersätze der jeweiligen Gesellschaften im In- und Ausland ermittelt, die nach aktueller Rechtslage in den einzelnen Ländern gelten. Für die Ermittlung der latenten sowie der laufenden Steuern im Inland beträgt der Steuersatz für Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag 15,8 % (Vorjahr: 15,8 %) und für Gewerbesteuer in Abhängigkeit vom lokalen Hebesatz 11,2 % bis 18,2 % (Vorjahr: 11,2 % bis 18,2 %). Für die deutschen Konzerngesellschaften finden demnach Steuersätze von 27,0 % bis 34,0 % Anwendung (Vorjahr: 27,0 % bis 34,0 %). Im Ausland variieren die Steuersätze zwischen 6,0 % und 39,5 % (Vorjahr: 4,0 % bis 39,9 %). Die Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Ertragsteueraufwand stellt sich wie folgt dar:
Auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei einzelnen Bilanzposten sowie auf steuerliche Verlustvorträge entfallen die folgenden latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden:
Die steuerlichen Verlustvorträge zum 31. Dezember 2018 betrugen 329,9 Mio. € (Vorjahr: 303,1 Mio. €). Davon wurden auf Verlustvorträge in Höhe von 59,3 Mio. € (Vorjahr: 157,4 Mio. €) latente Steueransprüche gebildet. In Höhe von 8,9 Mio. € (Vorjahr: 14,9 Mio. €) ist die Nutzung der Verlustvorträge zeitlich begrenzt möglich, jedoch liegt keine Beschränkung auf die Nutzung innerhalb der nächsten drei Jahre vor (Vorjahr: 2,7 Mio. €). Bei Verlustvorträgen in Höhe von 321,0 Mio. € (Vorjahr: 288,2 Mio. €) ist gesetzlich kein Verfall vorgesehen. Auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 270,6 Mio. € (Vorjahr: 145,7 Mio. €) und auf temporäre Differenzen aus der steuerlichen Bewertung in Höhe von 71,3 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Aufgrund der Ergebnisprognose bei Konzerngesellschaften, die im abgelaufenen Geschäftsjahr oder in Vorjahren Verluste erlitten haben, wurden latente Steueransprüche auf Verlustvorträge in Höhe von 10,3 Mio. € (Vorjahr: 23,2 Mio. €) aktiviert und latente Steueransprüche in Höhe von 35,2 Mio. € (Vorjahr: 23,8 Mio. €) wertberichtigt. Des Weiteren wurden latente Steueransprüche auf steuerlich veranlasste Bewertungsunterschiede in Höhe von 10,7 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €) wertberichtigt. Wertaufholungen wurden in Höhe von 3,8 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) vorgenommen. Die Nutzung bisher nicht berücksichtigter Verluste hat den Steueraufwand um 2,0 Mio. € (Vorjahr: 3,8 Mio. €) gemindert. Bei den konsolidierten Gesellschaften mit Verlusthistorie ist nach Abzug der latenten Steuerverbindlichkeiten eine latente Steuerforderung in Höhe von 26,4 Mio. € (Vorjahr: 74,3 Mio. €) angesetzt. Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochtergesellschaften wurden insoweit latente Steuerschulden gebildet, als eine Umkehrung dieser Unterschiede absehbar ist. Erläuterungen zur Konzern-KapitalflussrechnungIn der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme getrennt nach Mittelzu- und -abflüssen aus betrieblicher Geschäftstätigkeit, Investitions- sowie Finanzierungstätigkeit dargestellt. Die Veränderungen der Bilanzposten, die für die Entwicklung der Kapitalflussrechnung herangezogen werden, werden um nicht zahlungswirksame Effekte aus der Währungsumrechnung und Konsolidierungskreisänderungen angepasst. Aus diesem Grund sind die Veränderungen der betreffenden Bilanzposten mit den entsprechenden Werten aus der Konzernbilanz nicht unmittelbar abstimmbar. 34 Mittelzufluss aus betrieblicher GeschäftstätigkeitAusgehend vom Gewinn nach Steuern wird der Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit indirekt abgeleitet und folglich um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge bereinigt. Die Auszahlungen für Ertragsteuern im Geschäftsjahr betragen 69,3 Mio. € (Vorjahr: 90,3 Mio. €). Die Position "Veränderung übriges Nettovermögen" enthält Veränderungen der übrigen finanziellen sowie übrigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die sonstigen nicht zahlungswirksamen Vorgänge und sonstigen nicht operativen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen latente Steuern, Veränderungen der Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente, Ergebnisse aus der at-Equity-Bewertung von Beteiligungen sowie Netto-Pensionsaufwendungen. 35 Mittelab-/-zufluss aus InvestitionstätigkeitFür Unternehmenserwerbe wurden 6,6 Mio. € (Vorjahr: 134,9 Mio. €) liquide Mittel verwendet. 36 Mittelabfluss aus FinanzierungstätigkeitEs wurde keine Ausschüttung an die Gesellschafter der Heraeus Holding GmbH vorgenommen (Vorjahr: 34,7 Mio. €), an die nicht beherrschenden Gesellschafter wurden 6,9 Mio. € (Vorjahr: 6,1 Mio. €) ausgeschüttet. Die Veränderungen der finanziellen Verbindlichkeiten, deren Zahlungsströme in der Kapitalflussrechnung bisher oder künftig als Zahlungsflüsse aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden, stellen sich im Geschäftsjahr wie folgt dar:
Die nachfolgende Tabelle zeigt die entsprechenden Veränderungen für das Vorjahr:
Die zahlungswirksamen Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit lassen sich wie folgt zur Konzern-Kapitalflussrechnung überleiten:
37 FinanzmittelbestandDer Finanzmittelbestand am Ende der Periode umfasst ausschließlich die in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel in Form von Kassenbestand, Bankguthaben, kurzfristigen Geldmarktfonds sowie sonstigen Zahlungsmitteln in Höhe von 818,2 Mio. € (Vorjahr: 672,6 Mio. €). Ergänzende Angaben zu Finanzinstrumenten38 Finanzielles Risikomanagementa) AllgemeinIm Rahmen der operativen Tätigkeit und im Finanzierungsbereich ist der Heraeus Konzern insbesondere Zins-, Währungs-, Preis-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Die Messung, Steuerung und Überwachung dieser Risiken erfolgt zum einen durch das Risikomanagementsystem, zum anderen durch das Finanzmanagementsystem des Konzerns. Aufgabe der Abteilung Corporate Treasury und des Edelmetallhandels ist es, die im Folgenden näher erläuterten Risiken gegebenenfalls durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften zu begrenzen. Der Einsatz solcher Sicherungsgeschäfte unterliegt klaren, konzernweit einheitlichen Richtlinien, deren Einhaltung ständig kontrolliert wird und die bei Bedarf angepasst werden. Heraeus ist keinen wesentlichen Risikokonzentrationen aus Finanztransaktionen ausgesetzt. Zu weiteren Angaben verweisen wir auf den Abschnitt "Chancen- und Risikobericht" im Konzernlagebericht. (b) ZinsrisikoEin Zinsrisiko ergibt sich, sofern sich Zinssatzänderungen negativ auf die Vermögens- und Ertragslage des Heraeus Konzerns auswirken. Die Vermeidung von Zinsrisiken hat grundsätzlich Vorrang, wobei aber auch Ertragspotenziale aus Zinsänderungen genutzt werden. Die langfristige Finanzierung des Konzerns erfolgt derzeit im Wesentlichen durch zwei privat platzierte Schuldverschreibungen. Zur Unterstützung des Zinsmanagements können Zinsderivate eingesetzt werden. Beim Einsatz von Derivaten kann auf die am Markt üblichen Instrumente zurückgegriffen werden. Dazu zählen Zinstauschgeschäfte (Swaps) sowie Zinsoptionen für die Vereinbarung von Zinsober- und Zinsuntergrenzen (Caps, Floors, Collars). Heraeus war im Geschäftsjahr keinen wesentlichen Cashflow-Zinsrisiken aus Verbindlichkeiten ausgesetzt, da primär festverzinsliche Finanzierungen eingegangen worden sind. (c) WährungsrisikoAufgrund seiner internationalen Ausrichtung ist der Heraeus Konzern einem Währungsrisiko ausgesetzt, das sich aus den Wechselkursänderungen verschiedener Fremdwährungen ergibt. Auch dabei hat die Vermeidung von Risiken grundsätzlich Vorrang vor der Wahrnehmung von Chancen aus Veränderungen der Wechselkurse. Jede Absicherung bezieht sich auf bestehende oder sicher erwartete Grundgeschäfte. Zum Bilanzstichtag bestehen im Wesentlichen Währungsrisiken in Höhe von 12,3 Mio. USD bzw. 10,7 Mio. € (Vorjahr: 74,2 Mio. USD bzw. 61,9 Mio. €). Zur Unterstützung des Währungsmanagements werden aus den Grundgeschäften abgeleitete derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Dabei werden neben Kassageschäften vorwiegend Devisentermingeschäfte und Devisenswaps abgeschlossen. Die Devisentermingeschäfte dienen in erster Linie der Absicherung der sicher erwarteten operativen Zahlungsströme aus Liefer- und Einkaufsgeschäften. Die Devisenswaps werden vornehmlich im Zusammenhang mit Konzerndarlehen in Fremdwährung abgeschlossen. (d) Andere PreisrisikenEdelmetalle stellen eine zentrale Ressource im Heraeus Konzern dar. Sie unterliegen Marktschwankungen und führen somit zu Preisrisiken. Der Edelmetallhandel setzt am Markt gängige Sicherungsinstrumente zur Absicherung von Preisrisiken ein. Dazu zählen insbesondere Edelmetallleihen und sogenannte Cash-and-Carry-Transaktionen (Edelmetall-swaps), aber auch Forwards und Futures. Für Termingeschäfte, die nicht unter die Own Use Exemption und damit in den Anwendungsbereich von IFRS 7 fallen, besteht ökonomisch betrachtet kein Preisrisiko, da sie zur Absicherung einer offenen Position abgeschlossen werden. (e) AusfallrisikoDas Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls von Vertragspartnern und daher maximal in Höhe der Buchwerte gegenüber den jeweiligen Vertragspartnern. Bei derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um deren Wiederbeschaffungskosten (Marktwerte). Kontrahentenspezifische Ausfallrisiken werden anhand von Kreditspreads fortlaufend überwacht, wobei die Kontrahenten entsprechend ihrer Bonität in unterschiedlichen Gruppen zusammengefasst werden. Durch die Bildung von Wertberichtigungen für erwartete Forderungsausfälle wird dem Risiko aus originären Finanzinstrumenten Rechnung getragen. Finanztransaktionen werden grundsätzlich nur mit als erstklassig eingestuften Partnern abgeschlossen. Anlagen in verzinslichen Wertpapieren erfolgen schwerpunktmäßig nur in solchen, die im Sinne der Bonität dem Investment Grade angehören. (f) LiquiditätsrisikoDas Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maß erfüllen kann. Liquiditätsrisiken resultieren im Wesentlichen aus der kurzfristigen Fälligkeit von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten sowie übrigen finanziellen Verbindlichkeiten. Eine hinreichende Liquidität ist aufgrund der guten Bonität des Heraeus Konzerns gewährleistet, die durch zwei unabhängige Ratingagenturen bestätigt wurde (siehe auch (20) "Angaben zum Kapitalmanagement"). Damit ist der Zugang zum kurzfristigen Commercial-Paper-Markt sowie zum langfristigen Kapitalmarkt sichergestellt. Zusätzlich ist ein ausreichender Bestand an liquiden Mitteln und freien Kreditlinien bei unterschiedlichen Banken gegeben. Risikokonzentrationen werden aufgrund von Anlagenlimits bei einzelnen ausgewählten Banken mit guter Bonität minimiert. Das Risiko von Liquiditätsengpässen wird durch Corporate Treasury überwacht. Durch effektives Cash-Management und aufgrund der Möglichkeit, auch in Krisenzeiten auf ausreichende liquide Mittel zurückgreifen zu können, wird das Risiko, dass der Heraeus Konzern seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, minimiert. (g) SensitivitätsanalyseHeraeus wendet die Sensitivitätsanalyse für die Analyse des Marktrisikos an, da diese auch im internen Berichtswesen verwendet wird. Die folgende Tabelle zeigt die Sensitivität gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung des US-Dollars. Alle anderen Variablen bleiben konstant. Die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Steuern ergeben sich aufgrund der Änderungen von beizulegenden Zeitwerten der finanziellen Vermögenswerte und Schulden. Das Risiko des Konzerns gegenüber Wechselkursänderungen bei allen anderen Währungen ist nicht wesentlich.
39 Derivative Finanzinstrumentea) Cashflow HedgesIm Jahr 2018 wurde Hedge Accounting im Zusammenhang mit der Absicherung von Zahlungsströmen gegenüber Wechselkursschwankungen bei Heraeus für im Geschäftsjahr 2019 bereits fest kontrahierte Transaktionen angewandt. Zum 31. Dezember 2018 bestehen Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen in Höhe von 213,8 Mio. € (Vorjahr: 245,8 Mio. €), die zur Absicherung der Zahlungsströme im Geschäftsjahr 2019 abgeschlossen wurden. Die Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Zahlungsströmen aus den erwarteten künftigen Verkäufen im Jahr 2019 wurden als hochwirksam eingestuft. Daher wurde im sonstigen Ergebnis ein nicht realisierter Verlust in Höhe von 3,6 Mio. € (Vorjahr: Gewinn in Höhe von 3,2 Mio. €) unter Berücksichtigung latenter Steuerschulden in Höhe von 1,1 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) aus diesen Kontrakten erfasst. Die zum 31. Dezember 2018 im sonstigen Ergebnis belassenen Beträge werden den Erwartungen zufolge im Geschäftsjahr 2019 fällig und sich dann erfolgswirksam auswirken. Erfolgswirksame Umgliederungen während des Geschäftsjahres von im sonstigen Ergebnis enthaltenen Gewinnen wurden in Höhe von 2,2 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €) vorgenommen. Im Rahmen der Anleiheemission im Jahr 2010 wurden Forward Starting Swaps zur Reduktion des Zinsrisikos in Höhe des Emissionsvolumens abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2017 wurde der Restbetrag in Höhe von 0,3 Mio. € aufgelöst. (b) Ökonomische FremdwährungssicherungenIm Zusammenhang mit konzerninternen Fremdwährungsdarlehen werden in der Regel Devisentermingeschäfte abgeschlossen, deren Fälligkeit jeweils auf den Rückzahlungszeitpunkt des Darlehens fällt. Für diese Devisentermingeschäfte wird kein Hedge Accounting angewendet. Dementsprechend werden die einzelnen Devisenterminkontrakte als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert und ihre Marktwertänderungen werden erfolgswirksam gebucht. (c) Saldierung von derivativen FinanzinstrumentenDer Heraeus Konzern schließt gemäß dem deutschen Rahmenvertrag Derivategeschäfte ab. Diese Vereinbarung erfüllt nicht die Kriterien für eine Saldierung in der Konzernbilanz, da sie das Recht zur Saldierung nur im Falle künftiger Ereignisse wie dem Ausfall oder der Insolvenz des Konzerns oder der Kontrahenten gewährt. In der nachfolgenden Tabelle sind die möglichen finanziellen Auswirkungen einer Saldierung der beschriebenen Vereinbarungen dargestellt, unabhängig davon, ob sie gemäß IAS 32.42 in der Konzernbilanz saldiert werden.
40 Klassifizierung und beizulegende Zeitwertea) KlassenDie Buchwerte der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien und die Marktwerte der einzelnen Klassen von Finanzinstrumenten sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:
** Bewertung zu Anschaffungskosten im
Geschäftsjahr 2017
Flüssige Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten haben jeweils überwiegend kurze Restlaufzeiten. Für diese Finanzinstrumente wurden keine beizulegenden Zeitwerte angegeben, da sie näherungsweise den Buchwerten entsprechen. (b) MarktwertermittlungDie Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente werden, sofern sie in einem aktiven Markt gehandelt werden, anhand von Börsenkursen bestimmt. Die Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente, die nicht in einem aktiven Markt gehandelt werden, werden unter Berücksichtigung beobachtbarer Marktinformationen am Bilanzstichtag anhand geeigneter Bewertungsmethoden ermittelt. Der Marktwert von Fremdwährungstermingeschäften wird mittels der Par-methode auf Basis marktnaher Daten am Bilanzstichtag ermittelt. Die am Bilanzstichtag tatsächlich erzielbaren Marktpreise können von den so ermittelten Werten möglicherweise abweichen. Für Optionsbewertungen werden allgemein anerkannte Optionspreismodelle (Black-Scholes-Methode) herangezogen. Kreditrisiken werden mittels des Add-on-Verfahrens ermittelt und direkt von den positiven bzw. negativen Marktwerten der Derivate in Abzug gebracht. Die beizulegenden Zeitwerte der Ausleihungen, Namensschuldverschreibungen und Leasingverbindlichkeiten werden anhand von DCF-Verfahren, basierend auf am Markt beobachtbaren Inputfaktoren, ermittelt. Die bilanzierten beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente ermitteln sich folgendermaßen:
Die bilanzierten beizulegenden Zeitwerte des Levels 3 werden anhand von DCF-Verfahren, basierend auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren wie wirtschaftliche Entwicklung und Diskontierungszinssatz, ermittelt. Eine Veränderung der Inputfaktoren im Rahmen einer Sensibilitätsanalyse führt zu keinem wesentlichen Bewertungseffekt. Die beizulegenden Zeitwerte der übrigen finanziellen Verbindlichkeiten des Levels 3 haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
Die Beurteilung, ob es bei finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zum Fair Value bilanziert werden, zu einem Transfer zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie gekommen ist, erfolgt jeweils zum Ende der Berichtsperiode. In der abgelaufenen Berichtsperiode wurden keine Umgruppierungen vorgenommen. Die angegebenen beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, ermitteln sich folgendermaßen:
41 Angaben zur Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungDie Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:
Das Nettoergebnis aus erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewertenden finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten entspricht dem Ergebnis der erfolgswirksamen Folgebewertung und beinhaltet Zinsergebnisse. Bei allen übrigen Bewertungskategorien wurden Zins-, Währungs-, Wertberichtigungs- und Abgangsergebnisse berücksichtigt. Für finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Zinserträge in Höhe von 6,5 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio. €) bzw. Zinsaufwendungen in Höhe von 14,8 Mio. € (Vorjahr: 16,1 Mio. €) angefallen. 42 FälligkeitsanalyseDie folgende Tabelle stellt die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Tilgungszahlungen einschließlich geschätzter Zinszahlungen der zum 31. Dezember 2018 im Bestand des Heraeus Konzerns befindlichen originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten dar:
Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der zum 31. Dezember 2017 ausgewiesenen originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
Variable Zahlungsströme wurden mit dem am jeweiligen Bilanzstichtag gültigen Referenzzinssatz angesetzt. Fremdwährungsbeträge wurden mit dem am jeweiligen Bilanzstichtag gültigen Kassakurs umgerechnet. Sonstige Angaben43 Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Die Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen resultieren aus operativen Leasingverhältnissen für Grundstücke, Gebäude, Anlagen, Maschinen, Büro- und sonstige Einrichtungen. Für Zwecke der Edelmetallversorgung geht Heraeus u. a. Edelmetallleihen als Leihenehmer und teilweise auch als Leihegeber ein. Im Rahmen eines Leihegeschäfts überlässt der Leihegeber dem Leihenehmer eine vertraglich fixierte Menge eines Edelmetalls für einen bestimmten Zeitraum und erhält im Gegenzug für die Überlassung des Edelmetalls einen Leihezins. Edelmetallleihen werden im Heraeus Konzern im Allgemeinen über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten abgeschlossen. Als Leihenehmer hat Heraeus die geliehenen Edelmetalle sowie die entsprechenden Rückgabeverpflichtungen nicht in der Bilanz auszuweisen. Zum Bilanzstichtag waren insgesamt Edelmetalle, bewertet zu Marktwerten, in Höhe von 2.055,0 Mio. € (Vorjahr: 1.589,0 Mio. €) von Dritten geliehen. Die Versorgung mit Edelmetallen wird zum Teil über mittel- bis längerfristige Abnahmeverträge gesichert. Die abzunehmenden Mengen können jederzeit und ohne Preisrisiko weiterveräußert werden. 44 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenDie Angaben zur Vergütung von Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss sind in Anmerkung (28) enthalten. Mitglieder des Aufsichtsrats der Heraeus Holding GmbH sind teilweise Mitglieder in Aufsichtsräten bzw. Vorständen anderer Unternehmen, mit denen der Heraeus Konzern im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beziehungen unterhält. Wesentliche Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen Konzernunternehmen und nahestehenden Gesellschaften zeigt die folgende Tabelle:
Die bezogenen Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen das Aktivitätsfeld Elektronik (im Vorjahr den Edelmetallhandel und das Aktivitätsfeld Elektronik). 45 Wesentliche Ereignisse nach dem StichtagEs ergaben sich keine wesentlichen Ereignisse nach dem Stichtag. Zusätzliche Angaben nach dem Handelsgesetzbuch (HGB)46 Aufwand für den AbschlussprüferDer Aufwand für die Abschlussprüfungsleistungen durch die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betrug im Geschäftsjahr 1,3 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €). Das Honorar für Steuerberatungsleistungen betrug 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) und für sonstige Leistungen 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €). 47 Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGBDie nachfolgenden inländischen Tochtergesellschaften werden für das Berichtsjahr von den Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB Gebrauch machen: Heraeus Additive Manufacturing GmbH, Hanau Heraeus Battery Technology GmbH, Hanau Heraeus Beteiligungsverwaltungsgesellschaft mbH, Hanau Heraeus Deutschland GmbH & Co. KG, Hanau Heraeus Electro-Nite GmbH & Co. KG, Hanau Heraeus Finance GmbH, Hanau Heraeus Fuel Cells GmbH, Hanau Heraeus infosystems GmbH, Hanau Heraeus Medical GmbH, Wehrheim Heraeus Metals Germany GmbH & Co. KG, Hanau Heraeus Noblelight GmbH, Hanau Heraeus Pyrometallurgy GmbH, Hanau Heraeus Quarzglas GmbH & Co. KG, Hanau Heraeus Quarzglas Bitterfeld GmbH & Co. KG, Hanau Heraeus Quarzglas International GmbH, Hanau Heraeus Quarzglas Verwaltungsgesellschaft mbH, Hanau Heraeus Sensor Technology GmbH, Hanau Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG, Hanau Heraeus Site Operations III GmbH & Co. KG, Hanau Heraeus UV Solutions GmbH, Hanau 48 Aufstellung des AnteilsbesitzesNachfolgend ist die Anteilsbesitzliste der Heraeus Holding GmbH zum 31. Dezember 2018 dargestellt:
Hanau, 12. März 2019 Die Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH Jan Rinnert Vorsitzender Dr. Andre Kobelt Rolf Wetzel Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersZu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Heraeus Holding GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Heraeus Holding GmbH, Hanau, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Heraeus Holding GmbH, Hanau, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDer Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere den Bericht des Aufsichtsrats, das Vorwort der Geschäftsführung und die Mehrjahresübersicht. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."
Eschborn/Frankfurt am Main, 12. März 2019 Ernst
& Young GmbH
Bösser, Wirtschaftsprüfer Jäger, Wirtschaftsprüferin Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Gesellschafter,im Geschäftsjahr 2018 konnte der Konzern in einem trotz Veränderungen im Welthandel insgesamt positiven, sich aber allmählich eintrübenden wirtschaftlichen Umfeld weiter wachsen. Das Geschäftsjahr 2018 prägten zahlreiche Initiativen sowie Projekte, mit denen sich der Konzern auf die zukünftigen Markt- und Wettbewerbsbedingungen einstellen will. Beispiele sind der Aufbau eines Direktvertriebs von Heraeus Medical in den USA, die eigenständige organisatorische Aufstellung des Glasfasergeschäfts sowie verschiedene Innovationsinitiativen und Digitalisierungsprojekte. Der Konzern profitierte bei seinem Wachstum zudem von den verschiedenen Exzellenzinitiativen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Aufsichtsrat sieht den Konzern auf dem richtigen Weg und begleitet und berät die Geschäftsführung weiterhin eng bei ihren Aufgaben. Überwachungstätigkeit des Aufsichtsrats und Austausch mit der GeschäftsführungDer Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2018 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben sorgfältig wahrgenommen. Die Geschäftsführung informierte in den Sitzungen den Aufsichtsrat über den Geschäftsverlauf und die Perspektiven der einzelnen Unternehmensbereiche sowie zusammenfassend über den Konzern. Dabei wurden alle grundsätzlichen Fragen der Konzernpolitik, -organisation und -strategie mit der Geschäftsführung intensiv besprochen. Dazu gehörten insbesondere auch die Risikosituation und die Risikomanagementsysteme des Konzerns, Compliance-Sachverhalte sowie die Konzernrevision. Geschäftsvorfälle, die aufgrund gesetzlicher oder satzungsmäßiger Bestimmungen der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurden in den Sitzungen eingehend geprüft und erörtert. Der Aufsichtsrat gab nach gründlicher eigener Prüfung und umfassender Erörterung sein Votum zu den Berichten und Beschlussvorschlägen der Geschäftsführung ab, sofern dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit der Geschäftsführung. Er wurde über wichtige Geschäftsvorfälle und aktuelle Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung des Konzerns sowie die Unternehmensleitung bedeutsam waren, zeitnah kontinuierlich und umfassend informiert und begleitete die Geschäftsführung bei ihren unternehmerischen Entscheidungen, insbesondere auch im Hinblick auf Akquisitionsprojekte im Konzern. Seiner Pflicht zur laufenden Überwachung der Geschäftsführung ist der Aufsichtsrat im Berichtszeitraum umfassend nachgekommen. Sitzungen des AufsichtsratsIm Berichtszeitraum fanden drei Aufsichtsratssitzungen statt. Alle Sitzungen fanden in einer gewohnt offenen und konstruktiven Atmosphäre innerhalb des Aufsichtsrats und auch gegenüber der Geschäftsführung statt. An jeder der Sitzungen nahmen jeweils alle Mitglieder des Aufsichtsrats teil. Anhaltspunkte für Interessenkonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrats oder der Geschäftsführung bei einzelnen Tagesordnungspunkten gab es keine. In seiner Sitzung am 26. April 2018 befasste sich der Aufsichtsrat im Wesentlichen - in Gegenwart des Abschlussprüfers - mit dem Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017, einschließlich des Ergebnisverwendungsvorschlags, und billigte diesen nach intensiver Beratung. Er befasste sich ferner mit Personalia der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH sowie der Vorbereitung der Gesellschafterversammlung. Außerdem berichtete die Geschäftsführung über das Geschäftsjahr 2017 sowie über das laufende Geschäftsjahr, einschließlich eines Risikoberichts zu diesem. Weitere Themen waren die neue Betriebsstruktur sowie die Innovationslandschaft im Konzern. In der Sitzung am 26. Mai 2018 unmittelbar vor der Gesellschafterversammlung besprach der Aufsichtsrat eingehend die Tagesordnung der sich an diese Sitzung anschließenden Gesellschafterversammlung. Die Geschäftsführung informierte den Aufsichtsrat über die grundsätzlich positive Entwicklung des Konzerns. Ebenso berichtete die Geschäftsführung umfassend über das aufgrund der Datenschutzgrundverordnung notwendig gewordene Datenschutzmanagementsystem des Konzerns. In der Sitzung am 13. Dezember 2018 war der Investitions- und Finanzplan des Heraeus Konzerns für die Geschäftsjahre 2019 bis 2021 wesentlicher Gegenstand, einschließlich des Fremdfinanzierungsrahmens für diese Zeit. Der Plan wurde eingehend geprüft und in dieser Sitzung genehmigt. Daneben berichtete die Geschäftsführung über das laufende Geschäftsjahr, wiederum einschließlich eines Risikoberichts. Weitere Themen waren Digitalisierungsprojekte, einschließlich der bereits gestarteten Handelsplattform myheraeus.com, und Edelmetallfinanzierungskosten. Sitzungen und Beschlussfassungen der AusschüsseDer Prüfungsausschuss (Audit Committee) des Aufsichtsrats ist im Geschäftsjahr 2018 zu drei Sitzungen zusammengekommen. In seiner Sitzung am 12. April 2018 wurde in Gegenwart des Abschlussprüfers im Wesentlichen über den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017, einschließlich der Prüfungsschwerpunkte des Abschlussprüfers, beraten. In seiner Sitzung am 25. September 2018 befasste sich der Prüfungsausschuss maßgeblich mit dem Halbjahreskonzernabschluss 2018 und legte die vom Abschlussprüfer vorgeschlagenen Prüfungsschwerpunkte für den Konzernjahresabschluss 2018 fest. Die Sitzung am 13. Dezember 2018 betraf das Responsibility Management System einschließlich Datenschutz, Arbeitssicherheit und Know-how-Schutz, das Risikomanagementsystem und die Konzernrevision. Über die Arbeit des Prüfungsausschusses wurde dem Aufsichtsrat jeweils in der darauffolgenden Aufsichtsratssitzung berichtet. Der Prüfungsausschuss hat sich ebenfalls wiederum der Unabhängigkeit der Abschlussprüfer versichert. Im April 2018 besprach das Präsidium die Wiederbestellung von Dr. Andre Kobelt als Geschäftsführer für eine weitere satzungsgemäße Amtszeit von drei Jahren bis zum 31. Dezember 2021. Weitere Sitzungen des Präsidiums sowie Sitzungen des Vermittlungsausschusses waren im Berichtszeitraum nicht erforderlich. Jahresabschluss und KonzernabschlussDer Jahresabschluss und der Lagebericht der Heraeus Holding GmbH sowie der Konzernabschluss und Konzernlagebericht des Heraeus Konzerns für das Geschäftsjahr 2018 wurden von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Eschborn/Frankfurt am Main, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Den Auftrag zu diesen Prüfungen erteilte der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 26. April 2018. Den Prüfungsauftrag bestätigte die Gesellschafterversammlung am 26. Mai 2018. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Abschlussprüfern vor Aufstellung des Jahresabschlusses Gespräche über die wesentlichen bilanzierungsrelevanten Vorgänge geführt. Ferner befasste sich der Prüfungsausschuss (Audit Committee) des Aufsichtsrats in seiner Sitzung am 26. März 2019 mit dem Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 und dessen Prüfung. Der Prüfungsausschuss hatte keine Einwendungen gegen das Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers. Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Heraeus Holding GmbH sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht des Heraeus Konzerns für das Geschäftsjahr 2018 wurden zusammen mit den Prüfungsberichten des Abschlussprüfers allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor dessen Sitzung am 11. April 2019 zur Verfügung gestellt. Die Wirtschaftsprüfer, die das Testat erteilten, nahmen an der Beratung des Aufsichtsrats über die zu prüfenden Unterlagen in dieser Sitzung teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung und standen für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat den für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der Heraeus Holding GmbH sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht des Heraeus Konzerns einschließlich der jeweils zugehörigen Prüfungsberichte der Abschlussprüfer umfassend geprüft. Gemäß dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung waren keine Einwendungen dagegen zu erheben. Der Aufsichtsrat billigte dementsprechend den Jahresabschluss nebst Lagebericht sowie den Konzernabschluss nebst Konzernlagebericht. Der Aufsichtsrat hat den Vorschlag der Geschäftsführung für die Gewinnverwendung geprüft und befürwortet den Vorschlag. Veränderungen in der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbHDr. Andre Kobelt wurde für weitere drei Jahre ab dem 1. Januar 2019 zum Geschäftsführer bestellt, d. h. bis zum 31. Dezember 2021. Der Aufsichtsrat dankt insbesondere den Mitgliedern der Geschäftsführungen und den Betriebsräten des Heraeus Konzerns für ihr großes Engagement sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die gute und erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018.
Hanau, 11. April 2019 Der Aufsichtsrat Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender |
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