Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 49370
Vorher
Eurex Bonds GmbH
Eingetragen
20.4.2000
Branche
Effekten- und WarenterminhandelTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von KraftwagenEffekten- und Warenbörsen
Gegenstand
Betrieb eines multilateralen Systems, das die Interessen einer Vielzahl von Personen am Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten innerhalb des Systems und nach festgelegten Bestimmungen in einer Weise zusammenbringt, die zu einem Vertrag über den Kauf dieser Finanzinstrumente führt (Betrieb eines multilateralen Handelssystems - MTF -).

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jakub Slavicek
seit 29.10.2025
Prokura
Frank Odendall
seit 6.8.2025
Geschäftsführer
Jörg Peter Pietzner
seit 11.7.2024
Prokura
Michael Jahn
seit 26.9.2023
Prokura
Nikolas Schmitz-Lau
seit 24.2.2021
Prokura
Christian Meister
seit 24.2.2021
Prokura
Colin Dr. Schneck
seit 5.2.2020
Prokura
Jessica Erk
seit 1.10.2019
Prokura
Carsten Hiller
seit 15.5.2019
Prokura
Dale Fullilove
seit 15.5.2018
Prokura
Frank Gast
seit 15.5.2018
Geschäftsführer
Ingo Deisenroth
seit 15.5.2018
Prokura
Gabriele Ristau
seit 15.5.2018
Prokura
Ralph Kielmann
seit 28.9.2011
Prokura
Ralf Leonhard
seit 5.4.2011
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Eurex Frankfurt AG
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Eurex Repo GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlagen und Geschäftsmodell

Die Eurex Repo GmbH, Frankfurt am Main, (im Folgenden "Eurex Repo") ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EUREX Frankfurt Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, (im Folgenden "Eurex Frankfurt") und besitzt die Erlaubnis, ein multilaterales Handelssystem ("Multilateral trading facility", MTF) zur Vermittlung von Abschlüssen in Repo-, Leihe-, Wertpapierdarlehens- und besicherten Geldmarktgeschäften zu betreiben. Im Rahmen ihrer Internationalisierungs- und Diversifizierungsstrategie verfolgt die Eurex Frankfurt mit der Eurex Repo das Ziel, den besicherten Geldmarkt sowie den elektronischen Handel von Repo- und Wertpapierleihegeschäften am Finanzplatz Frankfurt auch im europäischen und außereuropäischen Marktkontext auszubauen. Zudem wird mit der EUREX Clearing Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, (im Folgenden "Eurex Clearing") als zentraler Kontrahent ("Central counterparty", CCP) in dem GC-Pooling® und Special und GC Repo Segment neben der Marktintegration auch die Serviceintegration verfolgt. Die Geschäftsstrategie der Eurex Repo ist eng mit der Geschäftsstrategie der Eurex Clearing verknüpft. Der Handel zentral geclearter Repo Transaktionen stellt dabei eine wichtige Komponente des strategischen Zielbildes dar.

Die Gesellschaft unterhält keine Niederlassungen.

Eurex Repo Segmente

Die zwei Haupthandelssegmente der Eurex Repo sind das GC Pooling® Segment und das Special und GC Repo Segment. Das wertpapiergesteuerte Special und GC Repo Segment wird in zwei Untersegmente aufgeteilt: General Collateral Repo (GC Repo) und Special Repo. In beiden Bereichen wird ein breites Angebot an festverzinslichen Wertpapieren zum Handel bereitgestellt, die schnell, anonym und mit geringem Risiko über einen zentralen Kontrahenten in Euro (und andere Währungen) getauscht werden. Im GC Repo Segment ermöglicht die manuelle Zuordnung einzelner Wertpapiere, nach Abschluss eines GC Basket-Geschäftes, eine selektive Besicherung direkt über den Handelsbildschirm. Alle Wertpapiere der verschiedenen Wertpapierkörbe können auch im Special Segment gehandelt werden. Mit GC Pooling® bietet die Eurex Repo in Zusammenarbeit mit der Eurex Clearing sowie Clearstream Banking Luxemburg S.A., Luxemburg (im Folgenden "Clearstream Banking Luxemburg", CBL) und Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main (im Folgenden "Clearstream Banking Frankfurt", CBF) einen geldgetriebenen Marktplatz zur besicherten Finanzierung und Verwaltung von Sicherheiten. GC Pooling® stellt heute den Standard für besicherte Finanzierungen im europäischen Markt dar und bietet dem Teilnehmer eine integrierte Handels-, Clearing- und Abwicklungslösung, die durch die enge Anlehnung an den geldpolitischen Transaktionsmechanismus und die Collateral-Managementlösung der Europäischen Zentralbank (via Deutsche Bundesbank) auf die Bedürfnisse eines breiten Spektrums von Geldmarktteilnehmern abgestimmt ist. Mit der Ausweitung auf international verwahrte Wertpapierbestände über CBL im September 2007, erhöhte sich insbesondere für international agierende Marktteilnehmer die Attraktivität von GC Pooling® signifikant. Im Unterschied zu Transaktionen im Special und GC Segment, können Wertpapierverkäufer im Laufe des Wertpapierpensionsgeschäfts Wertpapiere jederzeit gegen andere zulässige Papiere austauschen.

Mit Select Invest und Select Finance wurden in 2013 und 2016 zusätzliche Handelslizenzen im besicherten GC Pooling® Segment speziell für Nicht-Banken wie bspw. Unternehmen (Corporates), Versicherungen, Asset Manager und Pensionsfonds eingeführt. Der Eintritt des Clearinghauses als Vertragspartei für getätigte Geschäfte bietet somit auch in diesen Segmenten die Vorteile der Bilanz- und Risikoaufrechnung für die teilnehmenden Finanzinstitute. Um eine Abwicklung dieser Transaktionen sicherzustellen, komplettieren die Wertpapierverwahrdienstleistungen und Kontenführung der Clearstream das Angebot. Teilnehmer mit einer Select Finance Lizenz haben zusätzlich Zugang zum Special und GC Repo Segment.

Zum Ende des Jahres 2018 hat die Eurex Repo den Handel zum innovativen HQLA x Produkt aufgebaut. Hierbei soll Marktteilnehmern ermöglicht werden, einen Austausch von Wertpapieren unterschiedlicher Qualität mit anderen Teilnehmern effizienter und basierend auf der "Distributed Ledger Technologie" (DLT) von HQLA x durchzuführen. Dieser Handel von Sicherheiten-Baskets ("HQLA Basket" gegen "Non-HQLA Basket") ist nicht anonym und erfolgt ohne eine zentrale Gegenpartei. Indem das F7-Handelssystem für diesen Sicherheitentausch ("Collateral Swap") genutzt wird, verfolgt die Eurex Repo das strategische Ziel neue Marktsegmente zu erschließen.

Das eTriParty Segment der Eurex Repo bietet eine bilateral besicherte Finanzierung mit einer direkten Konnektivität zu Clearstream Banking S.A. hinsichtlich der Wertpapierverwaltung an. Es handelt sich um einen elektronischen Handel von standardisierten Triparty Repo Baskets, wobei keine Anbindung zum Clearinghaus Eurex Clearing vorliegt. Diese Standardisierung erlaubt Teilnehmern Transaktionen effektiv zu initiieren und den Vorteil der vollautomatisierten Abwicklung ("Straight Through Processing", STP) der Gruppe Deutsche Börse für sich zu nutzen. Im Jahr 2023 wurde zunächst die Möglichkeit der Eingabe von Geschäften in dem Segment vorläufig gestoppt, um über eine strategische Neuausrichtung des Segments zu entscheiden, da bislang nur ein vernachlässigbarer Umsatz zu verzeichnen war.

Produktentwicklung

Der Fokus der Produkt- und Marktentwicklung im Jahr 2023 lag abermals auf der Erweiterung der Marktanteile im Special und GC Repo Segment sowie dem Ausbau des GC Pooling® Segments aufgrund der Entwicklungen am Zinsmarkt. Als einer der zentralen Teile der strategischen Ausrichtung wurden weiterhin insbesondere die Marktanteile im Dealer-to-Client Geschäft (D2C/Buy-Side) durch die Zulassung neuer Kunden signifikant gesteigert. Zum einen konnten neue Buy-Side Kunden als Select Finance und Select Invest Teilnehmer gewonnen werden. Zum anderen schritt die geographische Expansion mit ersten Teilnehmern aus Polen und den Vereinigten Staaten von Amerika weiter voran. Auch in diesem Jahr standen die kundenorientierte Produkt-Diversifizierungsstrategie und Serviceoptimierung im Vordergrund und wurden auf Basis von Feedback des Kundenstamms angepasst.

Im Laufe des Jahres erfolgten eine Reihe an Anpassungen und Erweiterungen im GC Pooling® Segment. Die EZB hat die Definition ihrer Asset Types angepasst, die zur Klassifizierung von Wertpapieren ihrer täglichen Liste zulässiger Vermögenswerte ("Eligible Asset List") verwendet werden. Dieselben Asset Types werden für die Definition der GC Pooling® ECB und GC Pooling® ECB EXT Baskets herangezogen, sodass es hier entsprechend der EZB Änderungen zu Anpassungen kam. Des Weiteren wurde Finnland erneut als zulässiges Emittentenland in den beiden Baskets aufgenommen nachdem CBF das Settlement finnischer Wertpapiere in T2S erfolgreich implementieren konnte. Auch im GC Pooling® INT MXQ Basket kam es zu Änderungen, wie die Aufnahme von nicht gedeckten Anleihen (non-covered bonds) bestimmter Emittenten, um Kundenanforderungen gerecht zu werden. Aufgrund der Cut-Off Zeiten für Euro Commercial Bank Money (16:30 MEZ) wurde zudem die Same-Day Trading Cut-Off time für den GC Pooling® INT MXQ Basket von 16:00 MEZ auf 15:30 MEZ vorverlegt. Diese dient dem Zweck der Vermeidung von operativen Problemen in der Zahlungsabwicklung. Zusätzlich kam es auch im GC Pooling® CTD Basket zu operativen Optimierungen. So wurde die maximale Fälligkeit von GC Pooling® CTD Repo Transaktionen auf den jeweils nächsten Liefertag des zugrundeliegenden Fixed Income Futures begrenzt. Weiterhin wurden sowohl spanische als auch französische Aktien aus dem Eurex Repo GC Pooling® Equity Basket exkludiert, um die Notwendigkeit der Einbeziehung in ausländische Finanztransaktionssteuer-Reporting seitens der Eurex Clearing zu vermeiden. Die Reduzierung des Umfangs der Sicherheiten führte zu einer Verringerung des Risikoprofils der Eurex Repo.

Auch im Special und GC Repo Segment wurden Anpassungen vorgenommen. Mit der Einführung einer Cut-Off-Zeit von 13:00 Uhr MEZ für vollständige oder partielle Schließungen bei Open-Repo-Geschäften soll mehr Planungssicherheit für die Gegenpartei geschaffen werden. Handelsparteien können dementsprechend Open-Repo-Geschäfte unilateral bis 13:00 Uhr MEZ für den nächsten Handelstag schließen. Andernfalls ist die Zustimmung der Handelsgegenpartei erforderlich.

Das HQLAx Segment ermöglicht bilaterale Wertpapierleihe-Transaktionen über das Eurex Repo Handelssystem und ermöglicht damit Kunden die elektronische Geschäftsausführung in Verbindung mit innovativem und effizientem Settlement. Im Juli 2023 wurden sowohl untertägige als auch Overnight-Laufzeiten im HQLAx Segment eingeführt. Die untertätige Laufzeit ermöglicht es Kunden HQLAx Transaktionen sogar am selben Tag zu eröffnen und zu schließen.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Eurex Repo eine kundenorientierte Produkt-Diversifizierungsstrategie führt, ist die Erweiterung von Funktionalitäten, z. B. die Ausweitung der Handelsfunktionalität "Request for Quote" (RfQ). Nachdem die RfQ-Funktion im Jahr 2022 technisch zunächst im Special und GC Repo Segment im Interbankenmarkt aktiviert wurde, ist sie nun auch im GC Pooling® Segment nutzbar.

Im Dezember 2023 hat Eurex Repo einen neuen Break Date-Auftragstyp eingeführt, um das Liquiditäts- und Bilanzmanagement um den Monats-, Quartals- und Jahresendhandel zu vereinfachen und zu standardisieren. Eine Order kann als Quote/RfQ oder "Pre-arranged" eingegeben werden und generiert automatisch einzelne Forward-Repo Transaktionen (Flex Term / Non-Standard), auf monatlicher oder vierteljähriger Basis.

Zudem kam es im Handelssystem zu Verbesserungen des FIX-Gateways für Sell-Side-Kunden, Optimierung der Web-GUI für Buy/Sell-Side-Kunden (Warnmeldungen für die Buy-Side, Optimierung des Handelsprozesses), Einführung des "Balance Sheet Netting"-Monitors zur Erhöhung der Transparenz sowie Verbesserungen der Systemstabilität und der Marktmanagerprozesse.

Bereits im Oktober 2021 wurde der Repo Cloud Prisma Margin Estimator (CPME) eingeführt und stellt die cloud-basierte Lösung der Eurex Clearing für Margin-Simulationen dar. Die resultierende Margin wird direkt im GUI angezeigt, wodurch der Kunde detaillierte Informationen zu den Repo-Margin-Anforderungen erhält, um potenzielle Margin-Aufrechnungen zu identifizieren. Der Repo CPME ermöglicht eine problemlose Integration mit Kundensystemen über jeden Webbrowser. Im Jahr 2023 wurde zusätzlich sowohl eine Übersicht zur Gruppierung von Long- und Short-Margin Schätzungen als auch der Top 10 Buy und Sell Positionen implementiert. Zudem wurde die Funktionalität auf Margin Schätzungen für Open, Variable und Open Variable Repo erweitert.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2023 startete mit einem belasteten makroökonomischen und geopolitischen Umfeld. Das Risiko einer globalen Rezession blieb während des gesamten Jahres konstant. Der russische Krieg in der Ukraine setzte sich fort, mit all seinen Folgen auf wirtschaftliche Unsicherheit, Instabilität am Energiemarkt, anhaltenden Sanktionen und stark erhöhter Inflationsprognosen. Darüber hinaus verstärkte die Zahlungsunfähigkeit einiger US-Banken Mitte März sowie die Konsolidierung auf dem Schweizer Bankenmarkt die Befürchtungen einer Bankenkrise in Europa. Auch der Nahostkonflikt im Gaza-Streifen, verschärfte abermals das weltpolitische Geschehen. Die Straffung der Geldpolitik vieler Zentralbanken weltweit, inklusive der Eurozone, sowie die aus der Inflation folgende Anhebung der Leitzinsen in den wichtigsten Wirtschaftsregionen der Welt, sorgte für Rückenwind für die Leistung von Eurex Repo im Jahr 2023. Die Rückzahlung von Krediten im Rahmen der gezielten langfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) von Banken an die EZB in 2023 verstärkte ebenfalls den Bedarf an Bankfinanzierungen und dementsprechend insbesondere Finanzierungsprodukten wie GC Pooling®, was sich signifikant in positiven Volumenentwicklungen der Eurex Repo widergespiegelt hat. Angesichts der Einschätzung der EZB, dass die Inflation zu lange zu hoch bleiben würde, erhöhte die EZB im Laufe des Jahres die Leitzinsen in sechs Schritten, wobei der Einlagensatz von 2,0 % im Dezember 2022 auf 4,0 % im September 2023 anstieg. Der Einlagensatz der EZB liegt seitdem bei 4,0 %.

Die angespannten Bedingungen auf den Märkten, insbesondere auf den Zins- und Anleihemärkten sowie geopolitische Unsicherheit, erhöhten signifikant die Nachfrage nach besicherten, zentral geclearten Finanzierungen, das Kerngeschäft der Eurex Repo. Die Positionierung der Kunden als Reaktion auf die geldpolitischen Maßnahmen der EZB und vor allem die Verringerung der überschüssigen Liquidität ließen die Provisionserträge der Eurex Repo GmbH im Jahr 2023 um 72 % ansteigen.

Mit GC Pooling® stellt Eurex Repo dem Geldmarkt ein veritables Instrument zur Verfügung, um eventuell entstandene Ungleichgewichte in der Liquiditätsverteilung unter den Marktteilnehmern auszugleichen. Das Handelsvolumen im GC Pooling® Segment stieg in 2023 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 200 % auf insgesamt ca. 9,3 Billionen € (i. Vj. 3 Billionen €), was auf die Reduzierung der Überschussliquidität in der Eurozone zurückzuführen ist, die das geldgetriebene GC Pooling® Segment wiederbelebte. Darüber hinaus führte das steigende Zinsumfeld zu einem höheren Finanzierungsbedarf. Eurex war aufgrund seines attraktiven Wertangebotes, der Gewinnung neuer Kunden sowie seiner innovativen Kundenzugangsmodelle gut positioniert, um einen erheblichen Anteil des wiederbelebten Segments im Vergleich zu Mitbewerbern und bilateralen/Triparty-Alternativen zu erlangen.

Im Special- und GC Repo Segment setzte sich die robuste Entwicklung aufgrund starker Nachfrage in 2023 fort. Das Handelsvolumen stieg im Vergleich zum Vorjahr um ca. 29 % auf 8,1 Billionen € (i. Vj. 6,3 Billionen €). Die im Jahr 2022 beobachteten Trends der Sicherheitenknappheit im Special Repo Segment kehrten sich im Laufe des Jahres 2023 um und wurden bis zum Jahresende vollständig neutralisiert. Aufgrund spezifischer Marktereignisse (z.B. regionale Bankenkrisen in den USA und Konsolidierung auf dem Schweizer Bankenmarkt) und Unsicherheiten in Bezug auf die Richtlinien der Zentralbanken für die Vergütung inländischer Staatseinlagen konnten diese Umkehrtrends im Jahr 2023 in einigen begrenzten Zeiträumen vorübergehend verhindert werden. Aufgrund der rückläufigen Entwicklung der Sicherheitenknappheit waren die Handelsvolumina deutscher Staatsanleihen im Jahresvergleich nahezu unverändert.

Bei den Spreads der Staatsanleihen der Eurozone war eine höhere Volatilität zu beobachten, was auf Folgendes zurückzuführen ist: Ungewissheit über den Spitzenzinssatz im Zinserhöhungszyklus; Rekordangebot an deutschen Staatsanleihen; staatliche Schwachstellen und fiskalische Herausforderungen im gesamten Euroraum; Beginn des Abbaus des geldpolitischen Anleiheportfolios der EZB. Dies trug zu deutlich höheren Volumina im Special und GC Repo Segment für französische, italienische und spanische Staatsanleihen bei. Die Faktoren, die die Staatsanleihen-Spreads bestimmen, führen auch dazu, dass Kunden ihre Positionen eher über länger laufende Repo-Geschäfte als Overnight-Repo-Geschäfte finanzieren.

Auf französische, italienische und spanische Staatsanleihen entfallen mittlerweile 41 % des Special und GC Repo Segments, verglichen zu 31 % im Vorjahr. Seit Einführung der Green Bond Klassifizierung im November 2020 verzeichnet der Handel mit Green Bonds an der Eurex Repo im Jahr 2023 ein anhaltendes Wachstum. Das Wachstum der Volumina in grünen Anleihen spiegelt zur Zeit allerdings mehr den Trend bei allgemeiner Handelsvolumina bei Staatsanleihen und SSAs wider als strukturelle Faktoren, die spezifisch für ESG-Trends sind. Grüne Anleihen werden hauptsächlich im Special Segment gehandelt mit dem Ziel signifikante Volumen auch in den existierenden Green Bond GC Baskets zu etablieren. Aufgrund weiterer Nachfrage einzelner Kunden nach Green Bond Finanzierungsangeboten an der Eurex Repo sind Überlegungen im Produktentwicklungsbereich Bestandteil der Agenda für 2024.

Aufgrund der diversen Entwicklungen konnte die Eurex Repo im November 2023 einen neuen historischen Rekord im täglichen ausstehenden Volumen von ca. 320 Milliarden Euro verkünden.

Regulatorisches Umfeld

Mit der Implementierung der Richtlinie (EU) 2019/2034 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über die Beaufsichtigung von Wertpapierfirmen ("Investment Firms Directive", IFD), der Verordnung (EU) 2019/2033 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 27. November 2019 über Aufsichtsanforderungen an Wertpapierfirmen ("Investment Firms Regulation", IFR) und des Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG) die im Jahr 2021 in Kraft getreten sind, wurden die aufsichtlichen Vorgaben für Wertpapierfirmen grundlegend überarbeitet. Die Änderungen bei den regulatorischen Anforderungen an Wertpapierfirmen wurden im Jahr 2023 weiter ausgedehnt. Die für die Wertpapierinstitute geltende Wertpapierinstituts-Anzeigenverordnung (WpI-AnzV) und die Wertpapierinstituts-Prüfungsberichtsverordnung (WpIPrüfbV) sind zum 12. Dezember 2023 in Kraft getreten. Die WpI-AnzV reguliert die Anzeigen und die Vorlage von Unterlagen nach dem Wertpapierinstitutsgesetz. Mit Inkrafttreten der WpI-AnzV müssen Wertpapierinstitute die Absicht, den Vollzug und wesentliche Änderungen sowie schwerwiegende Vorfälle im Rahmen der Auslagerung in das MVP-Portal der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) anzeigen. Die WpIPrüfbV regelt Zeitpunkt und Gegenstand der Prüfung nach § 78 WpIG für kleine und mittlere Wertpapierinstitute. Die WpIPrüfbV enthält auch Bestimmungen über den Inhalt der Prüfungsberichte sowie zur Form, in der die Prüfungsberichte einzureichen sind. Darüber hinaus hat die BaFin am 26. Juni 2023 die 7. Novelle zu den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) veröffentlicht. Zu den wesentlichen Änderungen gehört die Einführung der ESG-Definition sowie die Anforderung zur Berücksichtigung der ESG-Risiken bei einer Vielzahl von Strategie- und Risikomanagementaktivitäten. Schließlich trat im Januar 2023 die Verordnung (EU) 2022/2554 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 14. Dezember 2022 über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1060/2009, (EU) Nr. 648/2012, (EU) Nr. 600/2014, (EU) Nr. 909/2014 und (EU) 2016/1011 (DORA-Verordnung) in Kraft. Die DORA-Verordnung wird einheitliche Anforderungen an die Sicherheit der Netz- und Informationssysteme von Unternehmen des Finanzsektors festlegen und einen Rechtsrahmen für die digitale Betriebsstabilität schaffen. Die Verordnung gilt ab dem 17. Januar 2025.

2.2 Geschäftsverlauf

Die Geschäftsführung der Eurex Repo beurteilt die Geschäftsentwicklung des Jahres 2023 dem Marktumfeld entsprechend als sehr positiv mit steigenden Provisionserträgen. Die geldpolitischen Maßnahmen der EZB im Jahr 2023 entsprachen weitgehend den Annahmen der Geschäftsplanung des Vorjahres. Die Überschussliquidität im Markt wurde in 2023 auf ca. 3,5 Billionen € reduziert, welche das geldgetriebene GC Pooling® Segment positiv beeinflusste. Insgesamt stieg das durchschnittliche ausstehende Volumen aller Eurex Repo Segmente um 64,7 % gegenüber dem Vorjahr von durchschnittlich 145,5 Mrd. € auf 239,5 Mrd. €. Die Provisionserträge im Jahr 2023 beliefen sich auf 33.003 T€, dies entspricht einer Steigerung von 71,8 % zu den Provisionserträgen in 2022 in Höhe von 19.215 T€. Eine Reihe gezielter Vertriebs-, Geschäfts- und Produktentwicklungsinitiativen ermöglichten es der Eurex Repo die Chancen der günstigen Marktbedingungen zu nutzen, wobei die Leistung die Erwartungen übertraf.

Das durchschnittlich ausstehende Volumen im GC Pooling® Segment stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 122,8 % auf 101,8 Mrd. € (i. Vj. 45,7 Mrd. €), mit dem größten Volumenwachstum im ECB Basket. Als Konsequenz verringerte sich der Anteil des GC Pooling® ECB EXTended Baskets am gesamten ausstehenden GC Pooling® Volumen von 37,8 % in 2022 auf 30,0 % in 2023 und der Anteil des GC Pooling® INT MXQ Baskets am gesamten ausstehenden GC Pooling® Volumen von 6,2 % in 2022 auf 4,1 % in 2023. Das durchschnittlich täglich ausstehende Volumen in US Dollar lag im abgelaufenen Geschäftsjahr unverändert bei 1,2 Mrd. €.

Die Erwartungen der Eurex Repo für das Jahr 2023 im wertpapiergesteuerten Special Repo Segment wurden aufgrund erhöhter Liquidität in französischen, italienischen und spanischen Staatsanleihen ebenfalls deutlich übertroffen. Das durchschnittliche täglich ausstehende Handelsvolumen im Special Segment stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 47,7 % und betrug 120,7 Mrd. € (i. Vj. 81,8 Mrd. €).

Die Anzahl zugelassener Teilnehmer an den Eurex Repo Märkten lag per Ende 2023 bei insgesamt 166 (i. Vj. 159). Zudem verzeichnet Eurex Repo eine stark diversifizierte Teilnehmerstruktur in insgesamt 20 europäischen Ländern. Neben den klassischen Unternehmen des Finanzsektors wie Geschäfts- und Investmentbanken gehören auch Privatbanken, Landesbanken, Sparkassen, Hypothekenbanken sowie Nationalbanken bzw. Finanzagenturen und weitere öffentliche Institutionen zu den zugelassenen Handelsteilnehmern. Seit 2013 haben zudem auch Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds oder Asset Manager die Möglichkeit über die Segmente Select Invest und Select Finance an den Eurex Repo Märkten teilzunehmen. Wie bereits im Prognosebericht des letzten Geschäftsjahres 2022 avisiert, wurde im Rahmen der strategischen Ausrichtung das Hauptaugenmerk für das Jahr 2023 erneut auf den Ausbau des Buy-Side Marktsegmentes gelegt. In diesem Segment stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr das durchschnittlich ausstehende Volumen um ca. 152 %. Die Vertriebsanstrengungen wurden das ganze Jahr 2023 über fortgesetzt, wobei einige aussichtsreiche europäische Pensionsfundmanager und institutionelle Nichtbanken angeworben werden konnten, die mit der Anbindung als Teilnehmer bereits begonnen haben. Im Berichtsjahr 2023 wurden insgesamt 12 neue Teilnehmer und 17 neue Lizenzen für den Handel zugelassen. Darunter befinden sich 4 neue Buy-Side Teilnehmer. Der Hauptgrund für diese Entwicklungen ist die Vorteilhaftigkeit zentral abgewickelter Repo Märkte, die eine bessere Abwicklungseffizienz, Risikobewertung und Liquidität im Vergleich zu bilateralen Wertpapierpensionsgeschäften im Rahmen des Geld- und Sicherheitenmanagements bieten.

Die von der Gesellschaft erwartete positive Geschäftsentwicklung für 2023 wurde nicht nur erreicht, sondern deutlich übertroffen. Der prognostizierte Anstieg der Gesamterträge für das Jahr 2023 wurde mit 35.065 T€ um mehr als 50 % (i. Vj. 22.878 T€) übertroffen. Zudem wurden sowohl die prognostizierten Steigerungen der Transaktionsentgelte und Zulassungsentgelte im GC Pooling® Segment, Special und GC Repo Segment und in der Buy-Side-Kundengruppe von insgesamt 80,4 % mit 29.931 T€ (i. Vj. 19.205 T€) als auch die prognostizierten Erwartungen der gehandelten und laufzeitgewichteten Volumen deutlich erfüllt.

Zum 01.01.2024 hat die Gesellschaft ihr Reporting des täglich ausstehenden Handelsvolumens angepasst. Ausstehendes Volumen wird dann in der Darstellung auch Forward Repo enthalten, also Transaktionen deren Startdatum in der Zukunft liegen. Dies geschieht aus zwei Gründen. Zum einen wird das Reporting von ausstehenden Volumen damit an den bestehenden Industriestandard angepasst. Zum anderen wird damit dem steigenden Anteil an Forward Repos auf der F7 Handelsplattform Rechnung getragen. In der Konsequenz werden höhere Volumen gemeldet und es kommt zu Differenzen in vergangen Darstellungen von ausstehenden Volumen.

2.3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

2.3.1. Ertragslage

Die Gesellschaft erzielt im Geschäftsjahr Provisionserträge in Höhe von 33.003 T€ (i. Vj. 19.215 T€), die im Wesentlichen aus Transaktionsentgelten und Zulassungsentgelten in Höhe von 29.931 T€ (i. Vj. 19.205 T€) bestehen, sowie Lizenzgebühren für GC Pooling (GC Pooling License Fees) in Höhe von 3.032 T€ (i. Vj. 0 T€). Bei den Provisionsaufwendungen in Höhe von 51 T€ (i. Vj. 99 T€) handelt es sich um Bankgebühren.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 2.063 T€ (i. Vj. 3.663 T€) beinhalten im Wesentlichen Erträge für Systementwicklung in Höhe von 1.511 T€ (i. Vj. 476 T€), Analytics & Pricing in Höhe von 185 T€ (i. Vj. 203 T€), Key Account Management in Höhe von 170 T€ (i. Vj. 185 T€) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 93 T€ (i. Vj. 78 T€).

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen belaufen sich auf 16.641 T€ (i. Vj. 16.252 T€) und betreffen Personalaufwendungen in Höhe von 4.157 T€ (i. Vj. 3.836 T€), Aufwendungen für Geschäftsbesorgung in Höhe von 6.803 T€ (i. Vj. 3.930 T€), Aufwendung für IT-Kosten in Höhe von 4.621 T€ (i. Vj. 6.204 T€) und sonstigen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 1.060 T€ (i. Vj. 2.282 T€).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 4 T€ (i. Vj. 87 T€).

Das Jahresergebnis der Eurex Repo (vor Gewinnabführung an die Muttergesellschaft) beträgt 19.683 T€ (i. Vj. 6.490 T€). Im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrages werden 19.683 T€ € (i. Vj. 6.490 T€) an die Eurex Frankfurt AG abgeführt.

Die Umsatzprofitabilität (bezogen auf die Provisionserträge) liegt bei 59,6 % (i. Vj. 33,8 %).

2.3.2. Finanzlage

Das Unternehmen verfügt über ausreichend liquide Mittel, die es zum 31. Dezember 2023 im Rahmen des Cash Pooling bei der Eurex Clearing in Höhe von 48.870 T€ (i. Vj. 36.600 T€) angelegt hatte. Die freie Liquidität (Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände abzüglich kurz- und mittelfristiger Passiva) beträgt 25.610 T€ (i. Vj. 25.800 T€). Darüber hinaus besteht für Refinanzierungszwecke eine Kreditlinie mit der Eurex Clearing in Höhe von 2.000 T€.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beläuft sich auf 19.137 T€ (i. Vj. 6.013 T€). Der Anstieg des Cashflows ist im Wesentlichen auf den Anstieg des Periodenergebnis zurückzuführen.

2.3.3. Vermögenslage

Die kurzfristigen Vermögensgegenstände betragen 54.891 T€ (i. Vj. 39.565 T€).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind täglich fällig und belaufen sich auf 0 T€ (i. Vj. 8.368 T€).

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 21.673 T€ (i. Vj. 313 T€) sind täglich fällig und beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 21.318 T€ (i. Vj. 0 T€) und resultieren aus Verbindlichkeiten gegenüber der Eurex Frankfurt AG in Höhe von 19.691 T€ (i. Vj. 0 T€), gegenüber der Deutsche Börse AG in Höhe von 1.439 T€ (i. Vj. 0 T€), gegenüber der Eurex Global Derivatives AG in Höhe von 121 T€ (i. Vj. 0 T€), gegenüber der Deutsche Börse Systems Inc. 52 T€ (i. Vj. 0 T€) und gegenüber der Eurex Clearing AG in Höhe von 15 T€ (i. Vj. 0 T€). Die Verbindlichkeit gegenüber der Eurex Frankfurt AG resultiert im Wesentlichen aus dem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von 19.683 T€ (i. Vj. 0 T€).

Des Weiteren beinhalten sie Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 145 T€ (i. Vj. 110 T€) und Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung in Höhe von 210 T€ (i. Vj. 196 T€).

Bezogen auf das durchschnittliche, monatlich eingesetzte Kapital betrug die Kapitalrendite nach § 26a Abs. 1 S. 4 KWG im Geschäftsjahr 41,54 % (i. Vj. 16,31 %).

Insgesamt ist die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft als geordnet zu bewerten. Die Eurex Repo war jederzeit in der Lage ihren Zahlungsverpflichtungen im Geschäftsjahr 2023 nachzukommen.

2.4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2.4.1. Finanzielle Leistungsindikatoren

Eurex Repo erachtet insbesondere die Entwicklung der Provisionserträge, die Aufwendungen und die Gesamterträge als maßgebliche Indikatoren für die geschäftliche Entwicklung eines Jahres. Die Provisionserträge umfassen hierbei die Jahresentgelte inklusive monatliche Grundentgelte, die wesentlich durch die Anzahl der Teilnehmer und die von den Teilnehmern gewählten Marktrollen (Liquidity Provider I, Liquidity Provider II und Liquidity Taker) bestimmt werden, und die Transaktionsentgelte.

2.4.2 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Eurex Repo analysiert kontinuierlich die von der Gesellschaft betriebenen Märkte. Hierzu werden insbesondere die Anzahl der Handelsteilnehmer sowie das gehandelte und laufzeitgewichtete Volumen in den Produktkategorien herangezogen. Die Anzahl der Handelsteilnehmer belief sich auf 166 (i. Vj. 159) im Jahr 2023. Das durchschnittlich gehandelte Volumen betrug 68,5 Mrd. € (i. Vj. 36,4 Mrd. €) und das laufzeitgewichtete Volumen betrug 358,7 Mrd. € (i. Vj. 210,1 Mrd. €) über alle Eurex Repo Segmente hinweg.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1. Prognosebericht

Der Prognosebericht beschreibt die voraussichtliche Entwicklung der Eurex Repo im Geschäftsjahr 2024. Er enthält Aussagen und Informationen über Vorgänge, die in der Zukunft liegen. Diese vorausschauenden Aussagen und Informationen beruhen auf Erwartungen und Annahmen des Unternehmens zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts.

Es gibt eine Reihe regulatorischer Entwicklungen, die sich auf die Eurex Repo auswirken. In Bezug auf die Anforderungen der DORA-Verordnung wurden die europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) beauftragt, insgesamt 13 Instrumente zu erarbeiten, einschließlich Entwürfen technischer Regulierungsstandards (RTS), technischer Durchführungsstandards (ITS) und Leitlinien. Diese Instrumente zielen darauf ab, einen kohärenten und harmonisierten Rechtsrahmen in den Bereichen Meldung größerer IKT-bezogener Vorfälle, Prüfung der digitalen operativen Belastbarkeit, IKT-Risikomanagement für Dritte und Aufsicht über kritische IKT-Drittanbieter zu gewährleisten. Die Instrumente wurden von den europäischen Aufsichtsbehörden in zwei Teilen veröffentlicht. Die Konsultation zum ersten Paket wurde am 11. September 2023 abgeschlossen und die Konsultation zum zweiten Paket wurde am 4. März 2024 abgeschlossen. Die europäischen Aufsichtsbehörden beabsichtigen alle Entwürfe der technischen Standards der Europäischen Kommission bis zum 17. Juli 2024 vorzulegen und die Leitlinien zu veröffentlichen. Hinsichtlich der weiteren Ausarbeitung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen für Wertpapierfirmen werden für die Eurex Repo GmbH weiterhin die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) und andere Verlautbarungen der BaFin trotz der Umsetzung des WpIG sinngemäß angewandt. Künftig soll die MaRisk und die Risikotragfähigkeitsrichtlinie jedoch Gegenstand gesonderter Verlautbarungen sein, die speziell auf mittlere und kleine Wertpapierinstitute zugeschnitten sind. Mehrere Jurisdiktionen finalisieren ihre vorgeschlagene Umsetzung der endgültigen Basel-III-Regeln, die die Kapitalanforderungen von Bankinstituten festlegen. Banken werden ihre Geschäftsmodelle verfeinern, um diese überarbeiteten Regeln zu berücksichtigen. Es wird davon ausgegangen, dass diese Entwicklungen positiv für die Eurex Repo sein werden, da es für Bankkunden höhere Anreize geben wird nach kapital- und bilanzeffizienten Lösungen zu suchen, wie z.B. einem zentral abgewickelten Repo.

Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht erwartet die Eurex Repo ein "Soft Landing" in 2024, das heißt, eine Abkühlung der globalen Wirtschaft, ohne dass diese in eine Rezession fällt. Zudem sollte die Inflationsdynamik nachlassen, stetig in Richtung der Zielwerte der Notenbanken von 2% fallen und dadurch die Tür für Leitzinssenkungen in 2024 öffnen. Im Jahresverlauf sollte sich das makroökonomische Umfeld verbessern, sobald die Gewissheit, dass das "Soft Landing" gelingt, sich weiter manifestiert. Nichtsdestotrotz führen die Kriege in der Ukraine und im Gaza-Streifen zu weiteren Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung der Weltwirtschaft. Das Szenario eines "Soft Landing" dürfte sich nur realisieren lassen, wenn es nicht zu einer Ausweiterung bzw. Verschärfung des Krieges in der Ukraine oder im Mittleren Osten und auch nicht zu einem Konflikt zwischen China und den USA unter anderem wegen Taiwan kommt. In einzelnen wirtschaftlich bedeutsamen Ländern kann es durchaus zu einer Rezession kommen.

Langsamer steigende Energiekosten, die Normalisierung der Lieferketten und die Zinserhöhungen im Jahr 2023 dürften zum Rückgang der Inflation führen. Ungeachtet dessen wird erwartet, dass die EZB die Zinssätze nur leicht reduzieren wird sowie die überschüssige Liquidität weiter reduziert, um den Rückgang der Inflation weiter zu unterstützen. Nach dem Beginn der quantitativen Straffung im Jahr 2023 mit dem Abbau des "Asset Purchase Programme" (APP) wird die EZB die Normalisierung der Bilanz des Eurosystems fortsetzen. Ab dem zweiten Halbjahr 2024 wird die Reinvestition der Rücknahmen von Wertpapieren im Rahmen des "Pandemic Emergency Purchase Programme" (PEPP) um durchschnittlich 7,5 Milliarden Euro pro Monat reduziert und die Reinvestitionen ab Ende 2024 eingestellt. Dieses Szenario sollte sich positiv auf die Geschäftsentwicklung der Eurex Repo im Jahr 2024 auswirken. Dagegen könnte der EZB-Rat aufgrund der Liquiditäts- und Reserveverwaltung des Eurosystems, einer sinkenden Inflation und/oder einer schwachen Wirtschaftslage die geldpolitischen Rahmenbedingungen wieder lockern, was wiederum potenziell negative Auswirkungen auf das Geschäft der Eurex Repo, insbesondere im GC Pooling®-Segment, haben könnte.

Insgesamt erwartet das Unternehmen im Jahr 2024 eine positive Geschäftsentwicklung in einem Umfeld, das weiterhin durch günstige makroökonomische und regulatorische Faktoren gekennzeichnet ist, die einen Anreiz zur Teilnahme an den Eurex Repo Segmenten gegenüber anderen Alternativen bietet. Darüber hinaus wird erwartet, dass die Geschäftsentwicklungsinitiativen rund um den Ausbau der D2C ISA Direct-Modellfamilie neben den oben genannten Treibern sich positiv auf das strukturelle Wachstum auswirken sollte. Unter Berücksichtigung der oben beschriebenen aktuellen Markt- und Wettbewerbssituation erwartet die Eurex Repo für das kommende Geschäftsjahr eine Steigerung aller Transaktionsentgelte von mehr als 20%. Des Weiteren werden Erhöhungen beim laufzeitgewichteten Volumen sowie beim durchschnittlich gehandelten Volumen von jeweils mehr als 25% avisiert. Dementsprechend erwartet die Eurex Repo eine Steigerung der Provisionserträge von mehr als 20%, der Aufwendungen von bis zu 10% und der Gesamterträge von mehr als 20%.

3.2. Chancenbericht

Mit dem GC Pooling® Segment stellt die Eurex Repo eine nachgewiesene Lösung für Liquiditätsmanagement insbesondere mit hoher Zuverlässigkeit in angespannten Marktbedingungen zur Verfügung. Die Kombination aus zentralem Kontrahenten, einer breit diversifizierten pan-Europäischen Kundenbasis, einer großen Anzahl an zugelassenen Wertpapieren mit unlimitierten Substitutionsrechten, im Vergleich langen Handels- und kurzen Abwicklungszeiten, Abwicklung in Zentralbankgeld und Wiederverwendung von Wertpapieren gegenüber der Europäischen Zentralbank (via Deutsche Bundesbank und Banque Central du Luxembourg) erzeugt hier einen entscheidenden komparativen Vorteil gegenüber alternativen Lösungen. Darüber hinaus setzt Eurex Repo auf eine integrierte Handels-, Clearing- und Abwicklungsinfrastruktur, um ein marktführendes Serviceangebot bereitzustellen. Die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank, die den Geschäftsbanken zur Verfügung gestellte Überschussliquidität abzubauen, sollten einen positiven Effekt auf das geldgetriebene Interbankensegment haben. Mit GC Pooling® als Alleinstellungsmerkmal im besicherten Geldhandel und dem in den vergangenen Jahren erreichten hohen Bekanntheitsgrad sollte die Eurex Repo ihre bisherige starke Stellung im Markt voraussichtlich behaupten können. Es ist jedoch zu erwarten, dass diese Position zunehmend unter Wettbewerbsdruck geraten wird. Hervorzuheben ist hier vor allem die Initiative eines Infrastrukturanbieters aus Frankreich, welcher versucht die Herausstellungsmerkmale von GC Pooling® nachzubilden ("€GC Plus").

Die aktuelle Dynamik der Handelsaktivität soll im Jahr 2024 grundsätzlich durch strategische Prioritäten wie z.B. die Erweiterung der GC Pooling® Wiederverwendungsfunktionalität ("Re-use functionality"), die Aufsetzung neuer GC Pooling® Baskets und die Effizienz von Bilanzaufrechnungen ("Balance sheet netting") über alle Repo Segmente hinweg weiter ausgebaut werden. Mit der Implementierung des Eurosystem Collateral Management Systems (ECMS, geplant für November 2024) kann die GC Pooling® Wiederverwendung gegenüber allen Zentralbanken innerhalb des Eurosystems angewandt werden und damit die Attraktivität von GC Pooling weiter steigen. Derzeit ist die Wiederverwendung von Wertpapieren lediglich gegenüber der deutschen Bundesbank, der luxemburgischen Zentralbank und als Verpfändung gegenüber der Eurex Clearing möglich. Des Weiteren sollen Einführungen von neuen Baskets, wie z.B. die Einführung des GC Pooling® JGB Baskets (enthält nur japanische Staatsanleihen), den Umfang an Sicherheiten erweitern. Außerdem möchte man die Chance wahrnehmen Buy-Side Kunden aus weiteren europäischen Ländern für das GC Pooling® Segment aufzusetzen.

Mit dem Special und GC Repo Segment, im Speziellen mit dem Special Segment, bietet die Eurex Repo ihren Marktteilnehmern einen liquiden Marktplatz, um die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen individuellen Sicherheiten wie deutschen, französischen, italienischen und spanischen Staatsanleihen zu decken. Darüber hinaus bleibt der Zugang zu qualitativ hochwertigen Sicherheiten aufgrund regulatorischer Liquiditätsanforderungen (z. B. aufgrund von Basel III) wichtig und sorgt so für eine weiterhin starke Nachfrage nach besicherten Repo Geschäften auf spezifische Wertpapiere. Des Weiteren will die Eurex Repo die guten Beziehungen zu wichtigen europäischen Emittenten aus dem Bereich "SSA" ("Sovereigns, Supranational and Agencies") nutzen und bislang passive Kunden aktivieren, um die Quotierung und Handelsaktivität von Special Repos weiter auszubauen. Um einen liquiden, sich an den Bedürfnissen des Marktes orientierenden, flexiblen und sicheren Handelsplatz zur Verfügung zu stellen, ist die Weiterentwicklung der Produktpalette essenziell. Kundenorientierte Produktideen wie die Vorteile der Bilanzaufrechnungen beim Handel von Special Repo-Geschäften, die durch GC Pooling® finanziert werden, oder die Ausweitung der Abwicklung von italienischen, französischen und spanischen Anleihen in CBF T2S (Zentralbankgeld), die derzeit nur Bundesanleihen abwickelt, fördern die Gesamtstrategie der Eurex Repo.

Darüber hinaus nimmt der Einfluss von ESG-Faktoren auf die Finanzmärkte weiter zu. Sie spielen für Anleger und Politik eine immer größer werdende Rolle. Dies führt zu einem Wandel der Investmentlandschaft, da sich die Regierungen Zielen zur Reduktion von Kohlendioxidemissionen verschrieben haben. In diesem Sinne besteht die Rolle aller Marktteilnehmer darin, die neu emittierten grünen Anleihen am Primärmarkt zu fördern und zu stärken und die Liquidität am Sekundärmarkt zu unterstützen. In 2024 soll die strategische Ausrichtung zur Förderung von Green Bond Repo Aktivitäten und zum Vorantreiben marktführender ESG-Angebote durch verschiedene Konferenzen, Webinare und Komitees beitragen.

Eine weitere Chance ergibt sich durch den Übergang von einem risikobasierten Margining-Ansatz der Eurex Clearing zu einer umfassenderen portfolio-basierten Risikomanagement-Methode. Diese Änderung ist von zentraler Bedeutung für die Aufrechterhaltung eines wettbewerbsfähigen Angebots im Einklang mit der Konkurrenz.

Basierend auf den aktuellen Annahmen erwartet die Eurex Repo im Jahr 2024 insgesamt 20 neue Lizenzen, wobei der Fokus auf der Buy-Side liegt. Der Ausbau des Marktanteils in Bezug auf die Buy-Side Select Finance und Select Invest steht im Jahr 2024 weiterhin im Vordergrund und soll einen positiven Effekt auf die Liquiditätspools der Eurex Repo Segmente bringen. Die proaktive Vermarktung und Geschäftsentwicklung der Clearing Modelle der Eurex Clearing, ISA Direct, ISA Direct Light und ISA Direct Indemnified, die u.a. durch das Auslaufen der Befreiung von Pensionsfonds vom Clearingmandat für OTC-Derivate begünstigt wird, dürften die Buy-Side-Einnahmen steigern.

Die kundenspezifische und geografische Erweiterung des Kundenstamms bleibt für 2024 eine weitere Priorität, um die Tiefe und Liquidität der von der Eurex Repo betriebenen Segmente weiter auszubauen und damit Einnahmen zu generieren. Beispielsweise hat die Eurex Repo im Jahr 2023 eine erste US-Broker-Dealer-Entität angebunden. Seit dem Onboarding im dritten Quartal 2023 hat der US-Broker-Dealer einen bedeutenden Beitrag zur Liquidität im Special Segment geleistet. Damit ist ein Beweis für das Potenzial zur Erweiterung des Kundenstamms vorhanden.

3.3. Risikobericht

Risikomanagementsystem und Methoden

Die Gruppe Deutsche Börse hat ein konzernweites Risikomanagementsystem etabliert, in dem Funktionen, Prozesse und Verantwortlichkeiten definiert sind und das für alle Mitarbeiter der Gruppe verbindlich ist. Die Eurex Repo GmbH ist in das gruppenweite Risikomanagement der Deutsche Börse AG einbezogen. Die Risikomanagementfunktion der Deutsche Börse AG zielt - wie in der "Group Risk Management Policy" festgelegt - darauf ab, dass alle Gefahren sowie sämtliche Ursachen für potenzielle Verluste und Störungen rechtzeitig erkannt, zentral erfasst, bewertet und berichtet werden, um sodann geeignete Maßnahmen zu treffen und die Risiken adäquat zu kontrollieren.

Aufgrund des Risikoprofils der Eurex Repo GmbH ist unterhalb der Geschäftsleitung kein Risikoausschuss installiert. Die Risikoüberwachung erfolgt durch die Geschäftsleitung.

Die Eurex Repo GmbH verfolgt einen standardisierten Ansatz zur Messung und Berichterstattung aller Risiken: den "Value at Risk" (VaR) mit einem Konfidenzniveau von 99,9%. Ziel dieses Konzepts ist, die allgemeine Risikobereitschaft umfassend darzustellen und die Priorisierung der Risikomaßnahmen zu erleichtern.

Die Eurex Repo GmbH stellt sicher, dass geeignete Maßnahmen zur Vermeidung, Reduzierung und Übertragung von Risiken bzw. zur bewussten Risikoübernahme getroffen werden. Ziel ist es, mittels Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen, wie z.B. Richtlinien und Verfahren, Funktionstrennung, 4-Augen-Prinzip, Limitbegrenzungen aber auch mittels eines sog. Business Continuity Managements oder über Versicherungen die Schadenshäufigkeit bzw. die Schadenshöhe zu reduzieren.

Risikoprofil

Die Eurex Repo GmbH gliedert Risiken auf höchster Ebene in die Kategorien operationelle Risiken, finanzielle Risiken, Pensionsrisiken und Geschäftsrisiken.

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken bestehen für die Eurex Repo GmbH insbesondere hinsichtlich der Nichtverfügbarkeit der Systeme, mangelhafter Verarbeitung, sowie Rechtsstreitigkeiten und Geschäftspraktiken. Die Eurex Repo GmbH nutzt zur Erhebung der Operationellen Risiken den Szenario-basierten Ansatz der Gruppe Deutsche Börse.

Verfügbarkeitsrisiken ergeben sich dadurch, dass Betriebsmittel wie insbesondere Systeme (primär dem Repo-Handelssystem F7), Dienstleister oder Mitarbeiter, die für das Leistungsangebot der Eurex Repo GmbH unabdingbar sind, ausfallen könnten und damit Dienstleistungen verzögert oder gar nicht erbracht werden können.

Fehlverarbeitungsrisiken können entstehen, wenn eine Dienstleistung für Kunden mangelhaft erbracht wird, insbesondere aufgrund fehlerhaft durchgeführter Prozesse und Fehlern bei manuellen Eingaben und Eingriffen.

Rechtstreitigkeiten können auftreten, wenn die Eurex Repo GmbH z.B. gegen Gesetze oder Vorgaben verstößt oder die Rechtsprechung nicht genügend beachtet. Dies schließt ebenso Unternehmenssteuerrisiken der ehemaligen Eurex Bonds GmbH ein, auf welche die Eurex Repo GmbH Ende 2017 verschmolzen worden ist.

Um operationelle Risiken zu mindern, ergreift die Eurex Repo GmbH gezielte Maßnahmen. Hierzu zählt insbesondere das Business Continuity Management (BCM). Das BCM umfasst sämtliche Abläufe, die den fortlaufenden Betrieb auch im Notfall sicherstellen. Dazu zählen Vorkehrungen für alle wesentlichen Ressourcen (Systeme, Gebäude, Mitarbeiter, Lieferanten/Dienstleister), einschließlich der redundanten Auslegung aller kritischen IT-Systeme und der technischen Infrastruktur sowie Notfallarbeitsplätze. Dies beinhaltet ebenso die Nichtverfügbarkeit aufgrund von pandemiebasierten Ereignissen wie dem Ausbruch des Coronavirus in 2020. Die Situation wurde im Rahmen des Notfall-Management-Prozesses der Gruppe gehandhabt. Vorsichtsmaßnahmen werden zentral koordiniert, um die Kontinuität der geschäftskritischen Abläufe sowie die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter sicherzustellen.

Im Berichtsjahr 2023 sind keine Verluste aus operationellen Risiken für die Eurex Repo entstanden.

Finanzielle Risiken

Die Eurex Repo GmbH gliedert finanzielle Risiken in Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiken. Markt- und Liquiditätsrisiken sind für die Eurex Repo GmbH von untergeordneter Bedeutung.

Kreditrisiko entsteht insb. aus Anlagen im Rahmen des Cash Poolings, Bankguthaben auf Geschäftskonten sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Anlage im Cash Pooling beinhaltet ausschließlich Kreditrisiken. Seit Oktober 2022 bestehen zudem Kredit- und Marktpreisrisiken aus dem insolvenzgesicherten Fondsvermögen zur Rückdeckung bestehender Versorgungspläne (Contractual Trust Arrangement - CTA). Mit ihrer Entscheidung, einen überwiegenden Anteil des CTA auf Basis eines Wertsicherungsmechanismus zu investieren, wird das Risiko von extremen Verlusten reduziert.

Die Eurex Repo GmbH legt seit 1. Oktober 2013 überschüssige Liquidität im Rahmen des Cash Pooling bei der Eurex Clearing AG, welche eine sehr hohe Bonität hat, an. Ergänzend um die Tatsache, dass die Eurex Repo GmbH weder Kredite vergibt noch über den CTA hinaus in weitere Finanzanlagen investiert, die einem Kredit- oder Marktrisiko unterliegen, sowie unter Berücksichtigung der aktuellen Liquiditätssituation, bestehen bis auf die Forderungen gegen Dritte aus Lieferungen und Leistungen keine nennenswerten finanziellen Risiken für die Eurex Repo GmbH.

Im Berichtsjahr 2023 sind keine Verluste aus finanziellen Risiken für die Eurex Repo GmbH entstanden.

Pensionsrisiko

Die Pensionen der derzeitigen und ehemaligen Mitarbeiter werden über eine Reihe von Pensionsplänen verwaltet. Das Pensionsrisiko für die Eurex Repo GmbH ist das Risiko von steigenden Kosten aus der aktuellen Bewertung der Pensionsrückstellungen infolge gestiegener Lebenserwartung, Gehaltserhöhungen und steigender Inflation.

Geschäftsrisiko

Das Geschäftsrisiko spiegelt wider, dass die Eurex Repo GmbH von den gesamtwirtschaftlichen geopolitischen Entwicklungen abhängig ist, sowie von anderen äußeren Ereignissen beeinflusst wird, etwa wenn sich das Wettbewerbsumfeld verändert oder sich regulatorische Rahmenbedingungen ändern. Damit drückt es die Umfeld- und Branchenrisiken der Eurex Repo GmbH aus.

Geschäftsrisiken bestehen für die Eurex Repo GmbH z.B. insbesondere hinsichtlich dem Wettbewerbs- und Marktumfeld sowie der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

Unverändert zum Vorjahr ist die Eurex Repo GmbH durch die fortgesetzten geopolitischen Ereignisse in der Ukraine insgesamt nur einem geringen direkten wirtschaftlichen Risiko ausgesetzt.

Die Gruppe Deutsche Börse hat ein solides und flexibles System zum Management möglicher Sanktions- und Embargorisiken implementiert. Dedizierte Sanktionsexperten überwachen sorgfältig die aktuellen Entwicklungen und sind in regelmäßigem Austausch mit Interessenvertretern und den Geschäftsbereichen der Gruppe Deutsche Börse, um zeitnah auf Restriktionen reagieren zu können.

Indirekte Risiken, welche bspw. aus wirtschaftlichen Engagements unserer Kunden in den Ländern erwachsen, sowie mittel- und langfristige Risiken, welche bspw. aus weiteren noch nicht absehbaren Wirtschaftssanktionen entstehen können, werden fortwährend überwacht und ggfs. durch weitere Risikominderungsmaßnahmen kontrolliert.

Zusammenfassung

Für das Geschäftsjahr wurde eine Risikotragfähigkeitsrechnung durchgeführt. Das ermittelte erforderliche ökonomische Kapital (Value-at-Risk von 99,9 %) der Eurex Repo GmbH betrug 14,8 Mio. EUR zum 31. Dezember 2023, welches sich auf 2,4 Mio. EUR operationelles Risiko (16 %), 11,3 Mio. EUR Geschäftsrisiko (77 %), 0,6 Mio. EUR Pensionsrisiko (4 %), 0,2 Mio. EUR Kreditrisiko (1 %) und 0,3 Mio. EUR Markrisiko (2 %) aufteilt. Die Risikodeckungsmasse von 25,0 Mio. EUR wurde entsprechend zu 59 % genutzt.

Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen gem. Art. 11 IFR der Eurex Repo GmbH betrugen 4,0 Mio. EUR zum 31. Dezember 2023. Auf Basis der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel in Höhe von 25,0 Mio. EUR ergab sich eine harte Kernkapitalquote von 629% und eine Gesamtkapitalquote von 629%.

Mit Blick auf die Eigenkapitalausstattung der Eurex Repo GmbH wurden auch im aktuellen Berichtsjahr keine Risiken identifiziert, die die Eurex Repo GmbH in ihrem Bestand gefährden.

Ausblick

Die Eurex Repo GmbH bewertet fortlaufend ihre Risikosituation. Aus dem berechneten erforderlichen ökonomischen Kapital, den betrachteten Stresstests sowie mittels des Risikomanagementsystems schließt die Geschäftsführung der Eurex Repo GmbH, dass die verfügbare Risikodeckungsmasse ausreicht. Es ist zudem kein Risiko zu erkennen, welches die Eurex Repo GmbH in ihrem Bestand gefährden würde.

Bilanz zum 31.12.2023

Aktivseite

31.12.2023
31.12.2022
T€
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 52.519.290,30 38.778
52.519.290,30 38.778
2. Forderungen an Kunden 1.465.204,90 765
3. Sonstige Vermögensgegenstände 906.821,02 1
4. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 21
5. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 1.736,92 0
Summe der Aktiva 54.893.053,14 39.565

Passivseite

31.12.2023
31.12.2022
T€
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 0,00 17
0,00 17
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) täglich fällig 0,00 8.368
0,00 8.368
3. Sonstige Verbindlichkeiten 21.672.905,77 313
4. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 532.896,02 625
b) Steuerrückstellungen 247.276,37 727
c) andere Rückstellungen 7.439.652,98 4.515
8.219.825,37 5.867
5. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 3.600.000,00 3.600
b) Kapitalrücklage 21.400.000,00 21.400
c) Gewinnrücklagen 322,00 0
d) Bilanzgewinn 0,00 0
25.000.322,00 25.000
Summe der Passiva 54.893.053,14 39.565

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2023
2022
T€
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften
aa) Kredit- und Geldmarktgeschäften mit positiven Zinsen 1.291.873,08 114
2. Zinsaufwendungen
a) Zinsaufwendungen aus Geschäften mit positiven Zinssätzen 0,00 -2
b) Zinsaufwendungen aus Geschäften mit negativen Zinssätzen -131,05 -116
-131,05 -118
1.291.742,03 -4
3. Provisionserträge 33.002.555,28 19.215
4. Provisionsaufwendungen -51.277,19 -99
5. Sonstige betriebliche Erträge 2.062.729,41 3.663
davon aus der Währungsumrechnung 1.000,05 € (i. Vj. 1 T€)
davon aus der Abzinsung von Rückstellungen 41.448,27 € (i. Vj. 0 T€)
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -3.529.041,57 -3.403
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -628.028,37 -433
darunter: für Altersversorgung -189.552,81 € (i. Vj. -126 T€)
b) andere Verwaltungsaufwendungen -12.483.631,22 -12.416
-16.640.701,16 -16.252
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.429,70 -86
davon aus der Währungsumrechnung -611,01 € (i. Vj. -2 T€)
davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen -1.520,25 € (i. Vj. -75 T€)
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft -45.682,25 -37
9. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 67.917,07 90
10. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 19.682.853,49 6.490
11. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne -19.682.853,49 -6.490
12. Bilanzgewinn 0,00 0

Anhang für Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Angaben zur Gesellschaft

Die Eurex Repo GmbH, mit Sitz in Frankfurt am Main wird im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter der Nummer HRB 49370 geführt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss der Eurex Repo GmbH, Frankfurt am Main (im Folgenden "Eurex Repo") für das Geschäftsjahr 2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute aufgestellt.

Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft im Rahmen ihrer SAP/S4 Hana Transformation ein paralleles Hauptbuch für die HGB- und IFRS-Buchhaltung implementiert und den bestehenden Kontenplan neu konzipiert. Durch die getrennte Hauptbuchhaltung für HGB und IFRS ist nun eine parallele Verarbeitung der Daten möglich, zudem ermöglicht der neue Kontenplan und die Optimierung von Schnittstellensystemen eine höhere Datengranularität. Dadurch können einzelne Bilanzierungssachverhalte präziser abgebildet werden, welche unter Umständen zu einem unterschiedlichen Ausweis im Vergleich zur bisherigen Vorgehensweise führen. Die Vorjahreszahlen der Gesellschaft wurden nicht angepasst. Die Umstellungseffekte werden bei der Erläuterung des jeweiligen Bilanzpostens gesondert dargestellt. In diesem Zuge werden erstmalig die GuV-Posten "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft" und "Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft" brutto ausgewiesen und nicht mehr in einer Position saldiert. Der Vorjahreswert wurde entsprechend aufgegliedert (im Vorjahr unter "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft" 53 T€).

Aufgrund von kaufmännischen Rundungen können sich leichte Abweichungen zu den veröffentlichten Vorjahreszahlen sowie bei der Summation gerundeter Einzelwerte ergeben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Alle erkennbaren Risiken werden einzelwertberichtigt. Latente Risiken werden pauschalwertberichtigt.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs von Bloomberg zum jeweiligen Zugangszeitpunkt umgerechnet. Die Folgebewertung erfolgt zum Bilanzstichtag unter Anwendung von § 256a HGB. Weisen die Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung eine Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger auf, sind § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB und § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht anzuwenden.

In aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden grundsätzlich Ausgaben vor dem Abschlussstichtag berücksichtigt, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Gemäß § 253 Abs. 1 S. 2 HGB sind die Verbindlichkeiten mit ihren jeweiligen Erfüllungsbeträgen passiviert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Anwartschaftsbarwert unter Anwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck angesetzt.

Versicherungsmathematische Annahmen

31.12.2023
%
31.12.2022
%
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Diskontierungszins mit dem 10-Jahres-Durchschnitt 1,83 1,79
Diskontierungszins mit dem 7-Jahres-Durchschnitt 1,76 1,45
Gehaltssteigerung 3,00 3,00
Rentensteigerung 2,20 2,20
Fluktuationsrate (bis zum Alter von 50 Jahren, danach 0,00%) 2,00 2,00
Deferred Compensation Programm
Diskontierungszins 1,83 1,79

Nach § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB sind Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre abzuzinsen. § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB eröffnet das Wahlrecht, für die Abzinsung des Gesamtbestands den durchschnittlichen Marktzinssatz bezogen auf eine angenommene Duration von 15 Jahren zu verwenden. Dieses Wahlrecht wurde in Anspruch genommen. Die Ermittlung und Bekanntgabe der Abzinsungssätze werden von der Deutschen Bundesbank durchgeführt. Die Ermittlungsmethodik und die Veröffentlichungsmodalitäten richten sich dabei nach der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV).

Der im September 2023 für die Ermittlung der Pensionsrückstellung prognostizierte 10-Jahreszinssatz i. H. v. 1,83 % weicht um einen Basispunkt von dem von der Deutschen Bundesbank zum 31.12.2023 bekannt gegebenen Zinssatz i. H. v. 1,82 % ab. Für den 7-Jahreszinssatz ergibt sich zwischen dem prognostizierten Zinssatz i. H. v. 1,76% und dem von der Deutschen Bundesbank zum 31.12.2023 veröffentlichten Zinssatz i. H. v. 1,74% eine Abweichung um 2 Basispunkte. Diese führen nicht zu wesentlichen Abweichungen im Umfang der Verpflichtung.

Der sich zum Bilanzstichtag ergebende Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen wurde gemäß § 246 Abs. 2 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert des Vermögens, das dem Zugriff aller Gläubiger entzogen ist und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristigen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern dient, ("Planvermögen") verrechnet. Die kumulierten Anschaffungskosten dieses Vermögens betragen 1.997 T€ (i. Vj. 2.000 T€).

Aufgrund einer Änderung im Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie werden die Pensionsrückstellung ab 2016 mit einem 10-Jahres-Durchschnittszins (bis 2015: 7-Jahres-Durchschnittszins) abgezinst. Die daraus resultierende Differenz stellt sich wie folgt dar:

Pensionsrückstellungen

T€
Pensionsrückstellung abgezinst mit dem 10-Jahres Durchschnitt 2.633
Pensionsrückstellung abgezinst mit dem 7-Jahres Durchschnitt 2.657
Differenz 24

Der Unterschiedsbetrag abzüglich latenter Steuern darf gem. §253 Abs. 6 HGB nicht ausgeschüttet werden.

Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag und wurden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag gebildet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Verwendung der von der Deutschen Bundesbank bekannt gegebenen Marktzinssätze entsprechend ihrer Restlaufzeit gem. § 253 Absatz 2 HGB abgezinst. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des Planvermögens für Altersteilzeit die Höhe der Erfüllungsrückstellungen, wird die Differenz als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen.

Die Ermittlung der Rückstellungswerte für das Aktientantiemenprogramm und den langfristigen Nachhaltigkeitsplan ("Long-term Sustainable Instrument", "LSI") basiert auf dem Stichtagskurs der Aktie der Deutsche Börse AG.

Die Rückstellungen für Jubiläen und Vorruhestand wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Erfüllungsbetrag bewertet. Als Bewertungsmethode wurde die projizierte Einmalbeitragsmethode (Projected Unit Credit-Methode) angewendet. Im Berichtsjahr wurde der prognostizierte Zinssatz von 1,76 % (i. Vj. 1,45 %) zugrunde gelegt. Als Rechnungsgrundlagen dienten die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck.

Steuerrückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags passiviert.

Latente Steuern werden gemäß § 274 HGB auf temporäre Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen ermittelt. Passive latente Steuern werden nur insoweit ausgewiesen, wie sie aktive Steuerlatenzen übersteigen. Aufgrund der bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft zur Eurex Frankfurt AG, Frankfurt am Main, wurden temporäre Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen dieser Gesellschaft auf Ebene des Organträgers Eurex Frankfurt AG berücksichtigt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des erwarteten, kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Eurex Frankfurt AG von derzeit durchschnittlich 27,4 %.

Der Ertragsteuersatz ergibt sich unter Berücksichtigung des Körperschaftsteuersatzes von 15 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % sowie der Gewerbesteuer für Eschborn von ca. 11,6 %.

Im Oktober 2021 einigten sich über 135 Länder im Rahmen des "OECD/G20 Inclusive Framework on Base Erosion and Profit Shifting (BEPS)" auf die Einführung einer globalen Mindestbesteuerung für multinationale Konzerne mit einem konsolidierten Jahresumsatz von mindestens 750 Mio. €. Das als Pillar II bekannte Reformvorhaben verfolgt das Ziel, eine effektive Mindestbesteuerung von Gewinnen betroffener multinationaler Konzerne mit 15 % pro Jurisdiktion sicherzustellen. Dadurch soll der internationale Steuerwettbewerb begrenzt und eine faire und angemessene Besteuerung sichergestellt werden.

Nachdem im Dezember 2021 die Säule-2-Modellregeln von der OECD veröffentlicht worden waren, einigten sich die EU-Mitgliedstaaten am 12.12.2022 auf eine Richtlinie für die effektive Mindestbesteuerung multinationaler Unternehmensgruppen, die bis zum 31.12.2023 in nationales Recht umzusetzen war. Der Deutsche Bundestag beschloss am 10.11.2023 das Mindestbesteuerungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz mit Wirkung für Geschäftsjahre ab dem 1.1.2024; entsprechende Vorschriften gelten auch in einem überwiegenden Teil der für die Gruppe Deutsche Börse relevanten Jurisdiktionen außerhalb der EU.

Für die Gesellschaft werden keine steuerlichen Auswirkungen für das Erstanwendungsjahr 2024 erwartet. Die Gesellschaft hat weder ausländische Tochtergesellschaften noch ausländische Betriebsstätten.

Aufwendungen und Erträge in fremder Währung wurden am Buchungstag zum Devisenkassamittelkurs von Bloomberg umgerechnet.

Zinserträge und Zinsaufwendungen werden ihrem Ursprung entsprechend in Geschäfte mit positiven Zinssätzen und in Geschäfte mit negativen Zinssätzen klassifiziert. Der Ausweis erfolgt in Analogie zu dieser Klassifikation in Unterpositionen des Zinsergebnisses.

Erläuterungen zur Bilanz

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Fremdwährung.

Forderungen an Kreditinstitute

Die täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute 52.519 T€ (i. Vj. 38.778 T€) beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus dem Cash Pooling mit der Eurex Clearing AG, Frankfurt am Main (im Folgenden "Eurex Clearing") in Höhe von 48.870 T€ (i. Vj. 36.600 T€), Forderungen aus Handels- und Jahresentgelten in Höhe von 2.194 T€ (i. Vj. 1.797 T€), Forderungen gegenüber der Eurex Clearing für Entgelte aus dem Repo Markt sowie GC License Fee in Höhe von 813 T€ (i. Vj. 0 T€), Forderungen gegenüber der Clearstream Banking S.A., Luxemburg für Entgelte aus dem Repo Markt in Höhe von 1 T€ (i. Vj. 0 T€) und Guthaben in laufender Rechnung in Höhe von 512 T€ (i. Vj. 244 T€). In den Forderungen an Kreditinstitute sind Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 49.838 T€ (i. Vj. 36.797 T€) enthalten.

Im Rahmen der SAP/S4 Hana Migration zum 01.01.2023 erfolgte eine Umgliederung in Höhe von 269 T€ von den Forderungen an Kreditinstitute zu den Forderungen an Kunden vor dem Hintergrund einer präziseren Abbildung des Bilanzpostens. Des Weiteren wurden Forderungen an verbundene Unternehmen gegenüber der Eurex Clearing AG in Höhe von 81 T€ von den Forderungen an Kreditinstitute zu den sonstigen Vermögensgegenständen umgegliedert.

Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden in Höhe von 1.465 T€ (i. Vj. 765 T€) sind täglich fällig und bestehen im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Nichtbanken in Höhe von 1.449 T€ (i. Vj. 740 T€), sowie Forderungen aus Entgelten aus dem Repo Markt gegenüber der Deutsche Börse AG als Gesellschaft mit Beteiligungsverhältnis in Höhe von 12 T€ (i. Vj. 0 T€) und Forderungen aus Entgelten aus dem Repo Markt gegenüber der Clearstream Holding AG in Höhe von 4 T€ (i. Vj. 0 T€). In den Forderungen an Kunden sind Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 16 T€ (i. Vj. 25 T€) enthalten.

Im Rahmen der SAP/S4 Hana Migration zum 01.01.2023 erfolgte eine Umgliederung in Höhe von 269 T€ von den Forderungen an Kreditinstituten zu den Forderungen an Kunden vor dem Hintergrund einer präziseren Abbildung des Bilanzpostens. Des Weiteren wurden Forderungen an verbundene Unternehmen gegenüber der Stoxx Ltd. in Höhe von 25 T€ von den Forderungen an Kunden zu den sonstigen Vermögensgegenständen umgegliedert.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 907 T€ (i. Vj. 1 T€) resultieren aus Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, im Wesentlichen mit der Eurex Clearing 822 T€ (i. Vj. 0 T€), mit der Stoxx Ltd. 35 T€ (i. Vj. 0 T€), gegenüber der Eurex Securities Transaction Services GmbH 33 T€ (i. Vj. 0 T€) und mit der Clearstream Banking AG 2 T€ (i. Vj. 0 T€). Des Weiteren bestehen 9 T€ (i. Vj. 0 T€) Forderungen gegenüber der Eurex Frankfurt AG als Gesellschafterin und 6 T€ (i. Vj. 0 T€) Forderungen gegenüber der Deutsche Börse AG als Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis.

Im Rahmen der SAP/S4 Hana Migration zum 01.01.2023 wurden Forderungen an verbundene Unternehmen gegenüber der Eurex Clearing AG in Höhe von 81 T€ von den Forderungen an Kreditinstituten, sowie 25 T€ gegenüber der Stoxx Ltd. von den Forderungen an Kunden zu den sonstigen Vermögensgegenständen umgegliedert vor dem Hintergrund einer präziseren Abbildung des Bilanzpostens.

Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Abgrenzungen für erhaltene Rechnungen aus Lieferung und Leistung in Höhe von 0 T€ (i. Vj. 21 T€).

Eigenkapital

Das voll eingezahlte Stammkapital der Eurex Repo beträgt unverändert 3.600 T€. Neben dem Stammkapital besteht noch eine Kapitalrücklage in Höhe von 21.400 T€.

Da der Marktpreis des Planvermögens die Anschaffungskosten übersteigt, besteht grundsätzlich eine Ausschüttungssperre gem. § 268 Abs. 8 HGB in Höhe von 79 T€ (i. Vj. keine Ausschüttungssperre).

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Aufgrund der SAP/S4 Hana Transformation im Jahr 2023 und der präziseren Abbildung der Bilanzierungssachverhalte wurden Verbindlichkeiten an verbundene Unternehmen gegenüber der Eurex Clearing in Höhe von 17 T€ von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Aufgrund der SAP/S4 Hana Transformation im Jahr 2023 und der präziseren Abbildung der Bilanzierungssachverhalte wurden 8.368 T€ Verbindlichkeiten an verbundene Unternehmen gegenüber der Eurex Frankfurt AG 6.497 T€, gegenüber der Deutsche Börse AG 1.795 T€, gegenüber der Eurex Global AG 75 T€, sowie gegenüber der Clearstream Operations Prague s.r.o. 1 T€ von den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 21.673 T€ (i. Vj. 313 T€) beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber der Eurex Frankfurt AG als Gesellschafterin mit 19.691 T€ (i. Vj. 0 T€) und Verbindlichkeiten gegenüber der Deutsche Börse AG als Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis in Höhe von 1.439 T€ (i. Vj. 0 T€). Des Weiteren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen an die Eurex Global AG 121 T€ (i. Vj. 0 T€), gegenüber der Deutsche Börse Systems Inc. 52 T€ (i. Vj. 0 T€) und gegenüber der Eurex Clearing 15 T€ (i. Vj. 0 T€). Verbindlichkeiten aus Steuern bestehen in Höhe von 145 T€ (i. Vj. 110 T€) und Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung in Höhe von 210 T € (i. Vj. 196 T€).

Aufgrund der SAP/S4 Hana Transformation im Jahr 2023 und der präziseren Abbildung der Bilanzierungssachverhalten wurden Verbindlichkeiten an verbundenen Unternehmen gegenüber der Eurex Clearing in Höhe von 17 T€ von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert. Des Weiteren wurden von 8.368 T€ Verbindlichkeiten an verbundenen Unternehmen gegenüber der Eurex Frankfurt AG 6.497 T€, gegenüber der Deutsche Börse AG 1.795 T€, gegenüber der Eurex Global AG 75 T€, sowie gegenüber der Clearstream Operations Prague s.r.o. 1 T€ von den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Das verrechnete Vermögen, das dem Anteil von 0,52 % an einem inländischen Alternativen Investmentfonds i.S.d. § 1 Abs. 10 KAGB entspricht, weist zum Bilanzstichtag einen beizulegenden Zeitwert i.H.v. 2.106 T€ (i. Vj. 1.998 T€) auf, der dem Marktwert i.S.d. § 278 i.V.m. § 168 KAGB entspricht. Im Berichtsjahr wurde kein Sondervermögen (i. Vj. 2.000 T€) zugeführt und es erfolgten Entnahmen i.H.v. 3 T€ (i. Vj. 0 T€). Das Vermögen ist dem Zugriff aller Gläubiger entzogen und nicht täglich fällig.

Zinseffekte aus Pensionen und Planvermögen aus dem Verrechnungsposten nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HBG sind im Geschäftsjahr in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten in Höhe von 26 T€ (i. Vj. 0 T€).

Vermögensverrechnung unter Anwendung des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB

T€
Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen 2.639
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 2.106
Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 533

Verrechnung von Gewinnen und Verlusten

T€
Aufwand aus der Pensionsverpflichtung 136
Im Personalaufwand erfasster Nettoaufwand 136
Zinsaufwand aus der Pensionsverpflichtung 94
Zuschreibung auf das Planvermögen -111
Ertrag aus dem Planvermögen -9
In den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasster Nettoerlös -26

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen in Höhe von 247 T€ (i. Vj. 727 T€) setzen sich zusammen aus sonstigen Steuerrückstellungen für Umsatzsteuer in Höhe von 221 T€ (i. Vj. 702 T€), Körperschaftssteuerrückstellungen inklusive Solidaritätszuschlag in Höhe von 16 T€ (i. Vj. 16 T€) und Gewerbesteuerrückstellungen in Höhe von 10 T€ (i. Vj. 10 T€).

Andere Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen in Höhe von 7.440 T€ (i. Vj. 4.515 T€) setzen sich wie folgt zusammen:

Entwicklung der anderen Rückstellungen

T€
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen ggü. verb. Unternehmen 5.389
Rückstellungen im Personalbereich 1.211
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 650
Rückstellung für Jahresabschlussprüfung 111
Rückstellungen für Zinsen auf Steuern 79
Summe 7.440

Der sich zum Bilanzstichtag ergebende Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus dem Programm für Altersteilzeit wurde gemäß § 246 Abs. 2 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert des Vermögens, das dem Zugriff aller Gläubiger entzogen ist und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristigen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitende dient ("Planvermögen") verrechnet. Die kumulierten Anschaffungskosten dieses Vermögens betragen 206 T€ (i. Vj. 183 T€). Der den Erfüllungsbetrag übersteigende Betrag des Planvermögens wurde gemäß § 246 Abs. 2 HGB als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung als Aktivposition erfasst.

Vermögensverrechnung unter Anwendung des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB

T€
Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Altersteilzeit -214
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 216
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 2

Verrechnung von Gewinnen und Verlusten

T€
Aufwand aus den Verpflichtungen aus Altersteilzeit -4
Im Personalaufwand erfasster Nettoaufwand -4
Zinsertrag aus den Verpflichtungen für Altersteilzeit 4
Zuschreibung auf das Planvermögen 11
Ertrag aus dem Planvermögen 0
In den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasster Nettoerlös 15

Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge

Die Zinserträge, die laufenden Erträge, die Provisionserträge sowie die sonstigen betrieblichen Erträge sind überwiegend in Deutschland entstanden, so dass auf eine Aufgliederung nach geographischen Märkten gemäß § 34 Abs. 2 Nr. 1 RechKredV verzichtet wird. Die Zinserträge bestehen ausschließlich aus Zinserträgen mit verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.292 T€ (i. Vj. 114 T€).

Zinsaufwendungen

Die Zinsaufwendungen betragen 0 T€ (i. Vj. 118 T€).

Provisionserträge

Die Provisionserträge in Höhe von 33.003 T€ (i. Vj. 19.215 T€) beinhalten im Wesentlichen Transaktions- und Zulassungsentgelte in Höhe von 29.931 T€ (i. Vj. 19.205 T€) sowie Lizenzgebühren für GC Pooling (GC Pooling License Fees) in Höhe von 3.032 T€ (i. Vj. 0 T€).

Aufgrund der SAP/S4 Hana Transformation im Jahr 2023 und der präziseren Abbildung der Bilanzierungssachverhalten werden Lizenzgebühren für GC Pooling (GC Pooling License Fees) unter den Provisionserträgen in Höhe von 3.032 T€ ausgewiesen (i. Vj. unter den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 1.808 T€). Zusätzlich wurden im Vorjahr Transaktions- (i.Vj. 16.563 T€) und Zulassungsentgelte (i.Vj. 2.642 T€) getrennt dargestellt.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 2.063 T€ (i. Vj. 3.663 T€) beinhalten im Wesentlichen Erträge für Systementwicklung in Höhe von 1.511 T€ (i. Vj. 476 T€), Analytics & Pricing in Höhe von 185 T€ (i. Vj. 203 T€), Key Account Management in Höhe von 170 T€ (i. Vj. 185 T€) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 93 T€ (i. Vj. 78 T€).

Aufgrund der SAP/S4 Hana Transformation im Jahr 2023 und der präziseren Abbildung der Bilanzierungssachverhalten werden Lizenzgebühren für GC Pooling (GC Pooling License Fees) unter den Provisionserträgen in Höhe von 3.032 T€ ausgewiesen (i. Vj. unter den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 1.808 T€).

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die anderen Verwaltungsaufwendungen gliedern sich wie folgt:

Zusammensetzung der anderen Verwaltungsaufwendungen

2023
T€
2022
T€
Geschäftsbesorgungsdienstleistungen 6.803 3.930
durch die Deutsche Börse AG 4.359 2.177
durch die Eurex Global Derivatives AG 1.450 1.450
durch die Eurex Frankfurt AG London Branch 337 0
durch die Deutsche Börse AG Office Paris 224 0
durch die Eurex Clearing AG 194 205
durch die Eurex Frankfurt AG 107 0
durch die Clearstream Holding AG 76 37
durch die Deutsche Börse Systems Inc. 52 0
durch die Clearstream Services Prag 4 0
durch die Stoxx Limited 0 53
durch mit Clearstream Operations Prague s.r.o. 0 7
IT-Kosten 4.621 6.204
durch die Deutsche Börse AG 4.621 5.427
durch die Eurex Frankfurt AG London Branch 0 468
durch die Deutsche Börse AG Office Paris 0 230
durch mit Eurex Frankfurt AG 0 79
Sonstige Verwaltungsaufwendungen 1.060 2.282
Summe 12.484 12.416

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 4 T€ (i. Vj. 86 T€) und setzen sich im Wesentlichen zusammen durch Zinsen aus Steuern in Höhe von 2 T€ (i. Vj. O T€) und Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 2 T€ (i. Vj. 75 T€).

Ergebnisabführung

Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages mit der Eurex Frankfurt AG werden 19.683 T€ (i. Vj. 6.490 T€) abgeführt.

Honorar des Abschlussprüfers

Die Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers sind gemäß § 285 Nr. 17 HGB Bestandteil des Konzernanhangs der Deutsche Börse AG.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Gesamtbetrag Davon bis 1 Jahr Davon 1-5 Jahre
31.12.2023
T €
31.12.2022
T €
31.12.2023
T €
31.12.2022
T €
31.12.2023
T €
31.12.2022
T €
Betriebsführungs- und Geschäftsbesorgungsverträge 11.203 1.784 11.203 1.784 0 0,0
Davon ggü. verbundenen oder assoziierten Unternehmen 11.203 1.784 11.203 1.784 0 0,0
Sonstige Verträge, insbesondere Dienstleistungsverträge 501 8.650 501 8.650 0 0,0
Davon ggü. verbundenen oder assoziierten Unternehmen 501 8.150 501 8.150 0 0,0
Gesamtbetrag 11.704 10.434 11.704 10.434 0 0

Es bestehen keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die 5 Jahre überschreiten.

Sonstige Angaben

Aufsichtsrat

Ein Aufsichtsrat ist nicht eingerichtet.

Geschäftsführung

Geschäftsführer der Eurex Repo und ihre Zuständigkeitsbereiche gemäß dem Geschäftsverteilungsplan sind wie folgt:

Frank Gast Verantwortlich für Corporate Security, Facility Management, Human Resources, Information Security, Internal Audit, Legal, Customer Onboarding & Maintenance, Repo Trading Operations & Supervision, Sales, Tax, Market Surveillance, Treasury
Matthias Graulich Verantwortlich für Analytics & Pricing, Compliance, Communication & Marketing, Credit, Financial Accounting & Controlling, Information Technology, Insurance, Outsourcing & Contract Management, Product & Business Development, Purchasing, Regulatory Reporting, Regulatory & Corporate Affairs, Risk Management & BCM, Strategy

Die Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung betrugen 2023 565 T€ (i. Vj. 653 T€). In den Gesamtbezügen sind aktienbasierte Vergütungen in Höhe von 93 T€ (i. Vj. 135 T€) enthalten. Die entsprechenden Aktien wurden im Berichtsjahr mit dem Marktwert am Bilanzstichtag bewertet. Die geschätzte Anzahl der Aktien in Höhe von 270 Stück basiert auf dem Kurs der Aktie der Deutsche Börse AG zum Bilanzstichtag.

Mandate bei Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien

Mandate bei Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien gemäß § 340a Absatz 4 Ziffer 1 HGB bestehen wie folgt:

Matthias Graulich Mitglied des Vorstands, Eurex Clearing AG, Frankfurt am Main Mitglied des Board of Directors, Wematch.Live R&D Ltd., Tel Aviv

Mitarbeiter

Am 31. Dezember 2023 waren in der Eurex Repo 23,1 (i. Vj. 22,1) Arbeitnehmer beschäftigt. Die Durchschnittszahl der während des Geschäftsjahres 2023 beschäftigten Arbeitnehmer betrug 22,8 (i. Vj. 20,3).

Männlich Weiblich Gesamt
Leitende Angestellte 0,5 0,0 0,5
Nicht leitende Angestellte 11,1 11,2 22,3
Anzahl Arbeitnehmer 11,6 11,2 22,8

Konzernzugehörigkeit

Die Eurex Repo GmbH ist eine 100%ige Tochter der Eurex Frankfurt AG. Die Eurex Frankfurt AG ist ihrerseits eine 100-prozentige Tochter der Deutsche Börse AG.

Die Eurex Repo GmbH wird in den Konzernabschluss der Deutsche Börse AG (größter Konsolidierungskreis), Frankfurt am Main einbezogen. Dieser Konzernabschluss hat befreiende Wirkung für die Eurex Frankfurt AG (kleinster Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss der Deutsche Börse wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt und im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Deutsche Börse und die Eurex Frankfurt haben uns gemäß § 20 Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihnen eine Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen gehört.

Nachtragsbericht

Es sind keine berichtspflichtigen Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2023 eingetreten.

 

Frankfurt am Main, 18. März 2024

Eurex Repo GmbH

Geschäftsführung

Frank Gast

Matthias Graulich

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Eurex Repo GmbH, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Eurex Repo GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Eurex Repo GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 18. März 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Benjamin Kunz, Wirtschaftsprüfer

ppa. Sarah Bittig, Wirtschaftsprüferin

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 17.04.2024 festgestellt.

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