STRATO GmbH
Selbe AdresseErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Michael Klemund seit 12.5.2022 | Geschäftsführer |
Stephan Georgi seit 23.8.2019 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
IONOS Group SE (vormals: IONOS TopCo SE)MontabaurKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022Hinweis:Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Konzernlagebericht bei geschlechtsspezifischen Bezeichnungen die männliche Form gewählt. Die IONOS Group SE weist darauf hin, dass die Verwendung der männlichen Form explizit als geschlechtsunabhängig zu verstehen ist. Allgemeine Hinweise:Im Konzernlagebericht wird zwischen prüfbaren und nicht prüfbaren Lageberichtsangaben unterschieden. "Nicht prüfbare Angaben" sind solche, die aufgrund der Art der Angaben bzw. aufgrund nicht vorhandener geeigneter Kriterien für den Abschlussprüfer nicht beurteilbar sind. Die IONOS Group SE hat im Rahmen der Konzernlageberichtserstellung folgende Kapitel bzw. Angaben als "nicht geprüfte Lageberichtsangabe" identifiziert:
1. Grundlagen des Konzerns1.1 GeschäftsmodellStruktur des KonzernsDie seit dem 8. Februar 2023 börsennotierte IONOS Group SE (im Folgenden "IONOS Group SE" bzw. "Gesellschaft") mit Hauptsitz in Montabaur, Deutschland, ist eine unmittelbare 75,10 %-ige Tochtergesellschaft der börsennotierten United Internet AG und die Konzernobergesellschaft des IONOS Group SE Konzerns (im Folgenden "IONOS Group", "IONOS" bzw. "Konzern"), unter dessen Dach das Geschäft mit Business Applications des United Internet Konzerns gebündelt ist. Die weiteren 24,90 % der Anteile werden seit dem 2. Quartal 2021 unmittelbar von der WP XII Venture Holdings II SCSp, Luxemburg/Luxemburg, ("WP Lux") gehalten, eine Tochtergesellschaft von Private Equity Fonds, die von Warburg Pincus LLC, Luxemburg/Luxemburg, beraten werden (zusammen: "Warburg Pincus"). Die WP Lux ist seit dem 1. Quartal 2017 beteiligt. Bis zum 2. Quartal 2021 betrugen die Anteile 33,33 %. Bei der IONOS Group SE handelt es sich um eine reine Holding-Gesellschaft. Das operative Geschäft wird über die - von der Zwischenholding-Gesellschaft IONOS Holding SE gehaltenen - Gesellschaften IONOS SE, Montabaur, und STRATO AG, Berlin, sowie deren Tochtergesellschaften betrieben. Zu diesen Tochterunternehmen zählen insbesondere die Tochtergesellschaften der STRATO AG, die Cronon GmbH, Berlin, und die STRATO Customer Service GmbH, Berlin, sowie die Auslandstochtergesellschaften der IONOS SE wie die IONOS Inc. (vormals: 1&1 IONOS Inc.), Chesterbrook, Pennsylvania/USA, IONOS Cloud Ltd. (vormals: 1&1 IONOS Ltd.), Gloucester/Großbritannien, IONOS S.à r.l. (vormals: 1&1 IONOS S.à r.l.), Saargemünd/Frankreich, IONOS Cloud S.L.U. (vormals: 1&1 IONOS España S.L.U.), Madrid/Spanien, Arsys Internet S.L.U., Logroño/Spanien, Fasthosts Internet Ltd., Gloucester/Großbritannien, home.pl S.A., Stettin/Polen, und World4You Internet Services GmbH, Linz/Österreich, ebenso wie die Inlandstochtergesellschaften der IONOS SE wie die InterNetX GmbH, Regensburg, Sedo GmbH, Köln, united-domains AG, Starnberg, und die we22 GmbH (vormals we22 AG), Köln (seit Februar 2021). Eine vereinfachte Darstellung (Stand: 31. Dezember 2022) der Konzernstruktur inklusive wesentlicher operativ tätiger Tochterunternehmen des Konzerns sieht wie folgt aus:
GeschäftstätigkeitDie IONOS Group ist ein international agierender Digitalisierungspartner und zuverlässiger Cloud-Enabler für kleine und mittlere Unternehmen ("KMU"), aber auch für Einzelanwender (z.B. Freiberufler) und größere Unternehmenskunden. Dazu wird ein umfassendes Produktportfolio im Bereich Webpresence & Productivity als auch Cloud Solutions angeboten. Unterstützt wird dieses Portfolio durch erstklassige Kundenbetreuung sowie Infrastruktur. Der Konzern ist somit im Wesentlichen im Markt für Webhosting- und Cloud-Applikationen aktiv. Im Bereich Webpresence & Productivity bietet die IONOS Group professionelle Design-Lösungen für Internetpräsenz an, wie beispielsweise Domainregistrierung, Webhosting, Website-Building. Unterstützt wird dies durch zusätzliche Produktivitätsprodukte (z.B. Ecommerce-Applikationen, E-Mail- and Büro-Applikationen, dedizierte Server) sowie Zusatzdienste wie etwa Suchmaschinenoptimierung, Geschäftsapplikationen und Speicher- und Sicherungslösungen). Das Cloud-Solutions Angebot umfasst sowohl öffentliche Cloud- als auch private Cloud-Lösungen mit einer breiten Palette von Diensten im Bereich Infrastructure as a Service ("IaaS")-Dienste, Platform as a Service ("PaaS") und Software as a Service ("SaaS"). Die Cloud Solutions-Produktpalette von IONOS beinhaltet auch eine "Compute Engine"-Lösung (eine flexible IaaS-Lösung für Cloud-Computing-Anwendungen), Storage und Backup, Netzwerkdienste, Managed Services, Datenbanken und private Cloud-Infrastrukturlösungen (einschließlich dedizierter Server). Die Produkte und Lösungen werden in den eigenen Entwicklungszentren oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und auf über 100.000 Servern in 32 Rechenzentren, davon 11 eigene Rechenzentren, betrieben. Die zielgruppenspezifische Vermarktung des Produktportfolios erfolgt neben der internationalen Hauptmarke IONOS über unterschiedlich positionierte Marken wie STRATO, arsys, fasthosts, home.pl und World4You. Darüber hinaus arbeiten wir mit mehreren Domain-Expertenmarken wie United Domains, InterNetX und sedo, welche im Aftermarket-Geschäft professionelle Dienstleistungen rund um das aktive Domain-Management anbietet, sowie der auf Website-Builder spezialisierten Marke we22. UnternehmensleitungDer Vorstand der IONOS Group SE bestand zum 31. Dezember 2022 aus den folgenden zwei Mitgliedern:
Ausgeschieden in 2022:
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft bestand zum 31. Dezember 2022 aus den folgenden sechs Mitgliedern:
Seit dem 26. Januar 2023 besteht der Aufsichtsrat der Gesellschaft aus den folgenden sechs Mitgliedern:
Wesentliche Absatzmärkte und WettbewerbspositionWesentliche Absatzmärkte Neben dem Heimatmarkt Deutschland sind
die wesentlichen Absatzmärkte der IONOS Group. WettbewerbspositionIONOS ist der europäische Marktführer im Webhosting in Bezug auf die Anzahl der gehosteten Domains (ca. 11,5 Millionen in Europa zum 31. Dezember 2022) 1 mit Aktivitäten in 18 Ländern in Europa und Nordamerika, einschließlich der oben genannten Schwerpunktmärkte, aber auch einer starken Präsenz in anderen Märkten wie Österreich und den Niederlanden. Neben Europa sind auch die nordamerikanischen Länder USA, Kanada und Mexiko wesentliche Zielmärkte. Im dort wichtigsten Markt, den USA, gehört der Konzern - gemessen an der Anzahl der gehosteten Länder-Domains - ebenfalls zu den führenden Unternehmen in diesem Segment. Damit zählt der Konzern auch weltweit gesehen zu den führenden Unternehmen im Webhosting-Geschäft. Wesentliche StandorteDie IONOS Group beschäftigte zum 31. Dezember 2022 insgesamt 4.247 aktive Mitarbeiter (31. Dezember 2021: 3.998 aktive Mitarbeiter). Die wichtigsten Standorte des Konzerns sind
1.2 Ziele und StrategienDas Geschäftsmodell des Konzerns basiert überwiegend auf Kundenverträgen (elektronische Abonnements) mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten. Ein solches Geschäftsmodell sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen Geschäftsfeldern und neuen Märkten zu nutzen - organisch als auch durch selektive Akquisitionen und Investitionen. Eine große Zahl an Kundenbeziehungen hilft dem Konzern auch, sogenannte Skaleneffekte zu nutzen: Je mehr Kunden die Produkte nachfragen, die von den Entwicklungsteams erstellt und in den, teilweise firmeneigenen, Rechenzentren betrieben werden, desto größer der Gewinn. Diese Gewinne können anschließend wiederum in neue Kunden, neue Produkte und neue Geschäftsfelder investiert werden. Die IONOS Group bewegt sich im großen, robusten und schnell wachsenden Markt für digitale Plattformen und Cloudlösungen für KMUs. Das Wachstum wird durch strukturelle Megatrends wie die Digitalisierung, einschließlich eines erheblichen Aufholpotenzials bei der Internetpräsenz, und einer anhaltenden Verlagerung von On-Premise- zu Cloud-Umgebungen angetrieben. Das Aufholpotenzial ist besonders groß bei kleineren KMUs. Der Markt für Cloud-Lösungen ist gemäß zahlreicher Studien (zum Beispiel Gartner) einer der großen Wachstumsmärkte der nächsten Jahre. Mit seiner klaren Positionierung in diesem Markt ist IONOS strategisch gut aufgestellt, um das erwartete Marktpotenzial zu nutzen. Angesichts der dynamischen Marktentwicklung in den Bereichen Cloud-Lösungen und Internetpräsenz liegen die Wachstumschancen des Konzerns auf der Hand: Steigende IT-Ausgaben von KMUs, Wachstum von E-Commerce und überall verfügbare, immer leistungsfähigere Breitbandanschlüsse, welche neue, komplexe Cloud-Anwendungen ermöglichen. Diese internetbasierten Anwendungen für Endkunden und Unternehmen sind die Wachstumstreiber für den Konzern in den nächsten Jahren. Dank der langjährigen Erfahrung als Applikationsanbieter, den Kompetenzen bei Software-Entwicklung und Rechenzentrums-Betrieb, Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung, der starken Markenbekanntheit sowie den bestehenden Kundenbeziehungen zu Millionen Privatanwendern, Freiberuflern sowie kleinen und mittleren Unternehmen ist der Konzern dazu sehr gut positioniert. Um diese Positionierung auch für weiteres und nachhaltiges Wachstum zu nutzen, werden die Konzerngesellschaften auch künftig stark in neue Kunden, neue Produkte und Geschäftsfelder sowie die weitere Internationalisierung investieren. Weitere Informationen zu Strategie, Chancen und Zielen enthält der Risiko-, Chancen- und Prognosebericht unter Punkt 3. 1.3 SteuerungssystemeDie internen Steuerungssysteme des Konzerns unterstützen das Management bei der Überwachung und Steuerung der Konzerngesellschaften. Die Systeme bestehen aus Planungs-, Ist- und Vorschaurechnungen und basieren auf der jährlich überarbeiteten strategischen Planung des Konzerns. Dabei werden insbesondere Marktentwicklungen, technologische Entwicklungen und Trends, deren Einfluss auf die eigenen Produkte und Services sowie die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns berücksichtigt. Die Unternehmenssteuerung hat das Ziel, den Konzern kontinuierlich und nachhaltig zu entwickeln. Das Berichtswesen des Konzerns umfasst monatliche Ergebnisrechnungen sowie quartalsweise erstellte IFRS-Reportings aller konsolidierten Tochtergesellschaften und stellt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie der Unternehmensbereiche dar. Die Finanzberichterstattung wird durch weitere Detailinformationen ergänzt, die für die Beurteilung und Steuerung des operativen Geschäfts notwendig sind. Ein weiterer Bestandteil der Steuerungssysteme sind vierteljährlich erstellte Berichte zu den wesentlichen Risiken des Konzerns. Die genannten Berichte werden in den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen diskutiert und stellen wesentliche Beurteilungs- und Entscheidungsgrundlagen dar. Zur Steuerung des Konzerns verwendet die IONOS Group insbesondere Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatzerlöse und bereinigtes EBITDA (Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie vor Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte)), der Kapitalflussrechnung (Free Cashflow) sowie der Bilanz (Vermögenspositionen, Finanzverbindlichkeiten). Darüber hinaus wird der Konzern über nicht-finanzielle Kennzahlen, insbesondere über die Anzahl und Wachstum der zahlenden Kundenbasis gesteuert. Die für die Unternehmensleitung zentralen Steuerungsgrößen sind der Umsatz und das bereinigte EBITDA auf Konzernebene. Diese Größen finden sich entsprechend auch in der Prognoseberichterstattung wieder. Ein Vergleich zwischen den in der Prognose benannten Steuerungskennzahlen und den Ist-Werten dieser Steuerungskennzahlen findet sich in diesem Konzernlagebericht unter Punkt 2.2 "Geschäftsverlauf" im Bereich "Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf" sowie unter Punkt 2.3 "Lage des Konzerns". Als Frühwarnsystem dient insbesondere die Analyse der Entwicklung der Anzahl der Kunden sowie die durch die Kunden genutzten Services/Produkte, die gewonnenen Kunden und Services sowie die damit verbundenen Kundengewinnungskosten (CAC = Customer Acquisition Cost) - im Vergleich zu den Planungs- und Forecast-Rechnungen des Konzerns. 1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen 2Als Internet Service Provider betreibt die IONOS Group keine klassische, mit einem produzierenden Unternehmen vergleichbare Forschung und Entwicklung (F&E). Auch im Branchenkontext spielen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen eine eher untergeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund weist die IONOS Group keine F&E-Kennzahlen aus. Gleichwohl steht die IONOS Group für innovative, webbasierte Produkte und Applikationen. Die Fähigkeit, innovative Produkte und Dienste weiterzuentwickeln, zu kombinieren, anzupassen und in große Märkte einzuführen, bildet die Basis für den Erfolg des Konzerns. Dank eigener IT-Spezialisten kann die IONOS Group dabei schnell und flexibel auf neue Ideen und Trends reagieren und etablierte Produkte weiterentwickeln und wechselnden Bedürfnissen anpassen - ein wichtiges Erfolgsmerkmal im überaus dynamischen Internet-Markt. Durch die Kompetenz bei Produktentwicklung, -weiterentwicklung und -rollout ist der Konzern in vielen Bereichen unabhängig von Entwicklungen und Zulieferungen Dritter und kann damit wichtige Wettbewerbs- und Geschwindigkeitsvorteile nutzen. Die Programmierer arbeiten überwiegend mit Open-Source-Codes und im Rahmen fest definierter und modellierter Entwicklungsumgebungen. Ergänzend werden Programmierleistungen Dritter in Anspruch genommen, um bestimmte Projekte rasch und effizient umzusetzen. So können die Basisanwendungen der Produkte innerhalb kürzester Zeit weiterentwickelt und zeitnah neuen Kundenbedürfnissen angepasst werden. Darüber hinaus bezieht die IONOS Group auch Lösungen von Partnern, die anschließend modifiziert und in die eigenen Systeme integriert werden. Mittels der integrierten Anwendungen verfügt die IONOS Group über eine Art Baukastensystem, dessen Module sich zu ganz verschiedenen leistungsfähigen und integrierten Anwendungen kombinieren und mit einer produkt- und länderspezifischen Benutzeroberfläche versehen lassen. Aufgrund der stetig wachsenden Kundenzahl werden auch die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit der Angebote immer höher. Neben der Weiterentwicklung der Produkte und ständiger Optimierungen im Backend-Bereich (zum Beispiel bei den kundenseitig zur Verfügung stehenden Administrations- und Konfigurationstools) gilt es dabei auch, vorhandene Prozesse ständig zu verbessern, um die Zuverlässigkeit und Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen. Schwerpunkte 2022
2. Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenEntwicklung der GesamtwirtschaftDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für 2022 - infolge des Ukraine-Krieges sowie der hohen Inflation - unterjährig mehrfach nach unten korrigiert. Im Rahmen seines letzten Konjunkturausblicks (World Economic Outlook, Update Januar 2023) hat der IWF nach vorläufigen Berechnungen für 2022 ein Plus von 3,4 % für die Weltwirtschaft ausgewiesen. Das Wachstum lag damit deutlich unter dem Vorjahresniveau (6,2 %) und gleichzeitig 1,0 Prozentpunkte unter der ursprünglichen IWF-Prognose vom Januar 2022 (4,4 %). Auch in den nordamerikanischen Zielländern der IONOS Group blieb das Wachstum deutlich hinter dem Vorjahr und auch hinter den ursprünglichen Erwartungen des IWF (Ausnahme: Mexiko) zurück. So erwartet der IWF für die USA ein Plus von 2,0 % (Vorjahr: 5,9 %) und somit 2,0 Prozentpunkte weniger als noch in der Januar-Prognose. Die Berechnungen für Kanada sehen ein Wachstum um 3,5 % (Vorjahr: 5,0 %) vor und damit 0,6 Prozentpunkte weniger als ursprünglich erwartet. Und für Mexiko wird der Anstieg der Wirtschaftsleistung auf 3,1 % beziffert (Vorjahr: 4,7 %), damit jedoch 0,3 Prozentpunkte mehr als zu Jahresbeginn prognostiziert. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei einem Blick auf die für IONOS wichtige Euro-Zone. Für diese hat der IWF ein Wachstum um 3,5 % (Vorjahr: 5,3 %) und damit 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im Januar berechnet. Dabei wurde für Frankreich ein Plus von 2,6 % (Vorjahr: 6,8 %), für Italien 3,9 % (Vorjahr: 6,7 %) und für Spanien 5,2 % (Vorjahr: 5,5 %) errechnet. Dies sind für Frankreich 0,9 Prozentpunkte und für Spanien 0,6 Prozentpunkte weniger als noch im Rahmen der Januar-Prognose erwartet, für Italien hingegen 0,1 Prozentpunkte mehr. Für Großbritannien erwartet der IWF inzwischen ein Wachstum um 4,1 % (Vorjahr: 7,6 %) und damit 0,6 Prozentpunkte weniger als zu Jahresbeginn. Auch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, dem aus Sicht der IONOS Group mit Abstand wichtigsten Markt, blieb deutlich hinter dem Vorjahr und auch hinter der ursprünglichen Erwartung des IWF zurück. So hat der IWF ein Wachstum der Wirtschaftsleistung um 1,9 % (Vorjahr: 2,6 %) konstatiert und damit 1,9 Prozentpunkte weniger als noch zu Jahresbeginn erwartet. Die Berechnungen des Fonds für Deutschland decken sich mit den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), das für 2022 - im Rahmen der Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2022" am 13. Januar 2023 - einen Anstieg des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,9 % festgestellt hat. Dies sind 0,7 Prozentpunkte weniger als in 2021 (2,6 %). Nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes war die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland im Jahr 2022 geprägt von den Folgen des Krieges in der Ukraine wie insbesondere den extremen Energiepreiserhöhungen. Hinzu kamen verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise beispielsweise für Nahrungsmittel sowie der Fachkräftemangel und die andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende Corona-Pandemie. Vor diesem Hintergrund sieht das Statistische Bundesamt die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt gut behauptet. Unterjährige Veränderungen der Wachstumsprognosen 2022 für wesentliche Zielländer und -regionen der IONOS Group
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2023 Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des BIP in wesentlichen Zielländern und -regionen der IONOS Group
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2023 Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des preisbereinigten BIP in Deutschland
Quelle: Destatis, Januar 2023 Entwicklung der Branche / KernmärkteFür den deutschen ITK-Markt hat der Branchenverband Bitkom im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz am 10. Januar 2023 für das Jahr 2022 ein Wachstum um 4,0 % (Vorjahr: 5,9 %) auf 196,1 Mrd. € unterstellt. Zu Jahresanfang 2022 war der Verband von einem Umsatzwachstum von 3,6 % für 2022 ausgegangen. Damit zeigte sich die Digitalbranche in einem von Krieg, gestörten Lieferketten und Inflation geprägten gesamtwirtschaftlichen Umfeld sehr robust. Der Anstieg des Gesamtmarktes ITK resultiert insbesondere aus den kräftig gestiegenen Umsätzen in der Informationstechnik. Die Umsätze in diesem größten Teilmarkt stiegen laut BITKOM-Prognose 2022 um 6,6 % (Vorjahr: 9,1 %) auf 118,9 Mrd. € - nachdem zu Jahresbeginn 2022 ein Wachstum von 5,9 % erwartet wurde. Dabei entwickelten sich alle Segmente des Teilmarktes deutlich positiv, insbesondere auch die für das Cloud-Geschäft der IONOS Group (Infrastructure-as-a-Service / IaaS und Software-as-a-Service / SaaS) wichtigen Bereiche Software und IT-Hardware. Software legte um 9,4 % (Vorjahr: 11,3 %), IT-Hardware um 5,4 % (Vorjahr: 11,8 %) und IT-Services um 5,5 % (Vorjahr: 5,3 %) zu. Positiv hat sich auch der ITK-Teilmarkt Telekommunikation entwickelt. Für diesen erwartet der Branchenverband in 2022 einen Anstieg um 1,3 % (Vorjahr: 2,5 %) auf 68,9 Mrd. € - nachdem zu Jahresbeginn 2022 ein Wachstum um 0,9 % prognostiziert wurde. Im Telekommunikationsmarkt entwickelten sich die einzelnen Bereiche recht unterschiedlich: So legte das Infrastrukturgeschäft (getrieben durch den 5G-Netzausbau) um 7,3 % (Vorjahr: 2,0 %) stark zu, während sich Endgeräte mit 1,8 % (Vorjahr: 9,2 %) und Telekommunikationsdienste mit 0,3 % (Vorjahr: 1,1 %) eher moderat entwickelten. Der kleinste Teilmarkt, der für die IONOS Group unwesentliche Markt der Unterhaltungselektronik, befindet sich weiter auf Talfahrt und verlor -8,2 % (Vorjahr: -4,3 %) auf 8,2 Mrd. €. Der aus Sicht des Geschäftsmodells der IONOS Group wichtigste Markt ist der weltweite Cloud-Computing-Markt. Cloud-Computing-Markt weltweitDer Cloud-Computing-Markt hat sich in 2022 dynamisch weiterentwickelt. Gartner, Inc. erwartet im Rahmen seiner Studie "Public Cloud Services, Worldwide, 2020-2026, 3Q22 Update" (Oktober 2022) ein weltweites Wachstum für Public Cloud Services von 412,63 Mrd. USD um 18,8 % auf 490,33 Mrd. USD in 2022. In den letzten Jahren hat sich die Cloud-Technologie von einem nützlichen und wettbewerbsfähigen Geschäftsinstrument zu einer der wichtigsten Grundlagen von Unternehmen entwickelt. Gerade die Corona-Pandemie sowie makroökomische Bedingungen und hoher Inflationsdruck haben die Digitalisierung seit 2020 in vielen Bereichen deutlich beschleunigt. Die meisten Unternehmen sehen inzwischen neue Technologien als wesentliche Werkzeuge zur Bewältigung von Krisen. In kürzester Zeit wurden so Tausende von Mitarbeitern im Home-Office vernetzt, neue digitale Kanäle für Vertrieb und Support eröffnet und viele Systeme und Daten in die Cloud verlagert. Die Migration von Daten, Anwendungen und Infrastrukturen in die Cloud ist dadurch Bestandteil der meisten Strategien zur digitalen Transformation, mit dem Ziel, einen agileren und anpassungsfähigeren Betrieb zu schaffen. Insbesondere der Bereich IaaS legt derzeit stark zu, da Unternehmen ihre IT-Modernisierungsinitiativen beschleunigen, um Risiken zu minimieren und Kosten zu optimieren. Die Verlagerung des Betriebs in die Cloud reduziert dabei aktuell anstehende Investitionsausgaben, indem sie die Investitionen über die Laufzeit eines Cloud-Abonnements streckt - ein entscheidender Vorteil in einem Umfeld, in dem Liquidität für die Aufrechterhaltung des Betriebs entscheidend sein kann. Markt-Kennzahlen: Cloud Computing weltweit(in Mrd. $)
Quelle: Gartner, Oktober 2022 Wesentliche rechtliche Rahmenbedingungen / wesentliche EreignisseDie rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit der IONOS Group blieben im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 im Wesentlichen konstant und hatten daher keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung. Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2022 waren:Wesentliche externe Ereignisse im Geschäftsjahr 2022 waren insbesondere der russische Angriffskrieg in der Ukraine und der damit verbundene Anstieg der Energiepreise sowie die grundsätzlich weiterhin hohe Inflation. Während sich beide Effekte leicht negativ auf die Profitabilität der Gesellschaft auswirkten, ergaben sich hieraus keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft, da die IONOS Group in den betroffenen Ländern nur in unwesentlichem Umfang aktiv ist und Russland, Belarus und die Ukraine keine Zielländer sind. Darüber hinaus fanden im Geschäftsjahr 2022 keine wesentlichen Ereignisse statt, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten. 2.2 GeschäftsverlaufTatsächlicher und prognostizierter GeschäftsverlaufFür das Geschäftsjahr 2022 erwartete der Vorstand der IONOS Group SE ein Wachstum der externen Umsatzerlöse im hohen einstelligen Prozentbereich. Beim bereinigten EBITDA wurde für das Geschäftsjahr 2022 trotz steigender Umsatzerlöse ein Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Bei den Vertragszahlen wurde ein Anstieg leicht über dem Niveau des Jahres 2021 von 330 Tsd. angestrebt. Die Zahlen der IONOS Group SE zeigen für das Geschäftsjahr 2022 einen Anstieg der Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden um 17,4 % (Geschäftsjahr 2022: 1.244.490 T€; Geschäftsjahr 2021: 1.059.990 T€). Das bereinigte EBITDA im Konzern sank um 2,7% von 355.176T€ im Vorjahr auf 345.646 T€ in 2022. Der Zuwachs an zahlungspflichtigen Verträgen belief sich auf 260 Tsd (Vorjahr: 330 Tsd) im Geschäftsjahr 2022. Somit wurde die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 in Bezug auf die Umsatzerlöse übertroffen. Wesentlicher Treiber für die Übererfüllung der prognostizierten Umsatzerlöse war dabei insbesondere das noch dynamischer als erwartete Wachstum in unserem Domain-Aftermarket Geschäft, aber auch die sehr positive Geschäftsentwicklung im Kerngeschäft mit Web Presence & Productivity Produkten in unseren Kernmarken, teilweise auch unterstützt durch die Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro. Die Prognose in Bezug auf das bereinigte EBITDA wurde erreicht. Wesentlicher positiver Treiber der Erreichung des bereinigten EBITDA Ziels sind dabei die höheren Ergebnisbeiträge aus dem Aftermarket Geschäft sowie die positiven Effekte aus Effizienzmaßnahmen im Marketing- und Personalaufwand. Dem gegenüber stehen die negativen Effekte aus den erhöhten Einkaufspreisen für Strom, bedingt durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und dem damit verbundenen Anstieg der Energiepreise, die die zuvor genannten positiven Effekte kompensierten. Die Prognose in Bezug auf den Anstieg der Vertragszahlen wurde nicht erreicht. Wesentlicher Treiber für den geringeren Zuwachs an Verträgen war dabei insbesondere eine Normalisierung der Nachfrage nach unseren Dienstleistungen in 2022 in Folge des Wegfalls vieler Beschränkungen im Alltag unserer Kunden durch Covid-19 auf ein Niveau vor Ausbruch der Pandemie, aber auch eine generell schwächere Nachfrage - insbesondere im Markt Polen - in Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. 2.3 Lage des KonzernsErtragslage im KonzernDie Zahl der zahlenden Kunden konnte im Geschäftsjahr 2022 um insgesamt 110 Tsd. auf 6,0 Mio. Kunden zum 31. Dezember 2022 gesteigert werden. Die Gesamtumsätze (Summe der Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden und Erlöse mit nahestehenden Unternehmen) der IONOS Group stiegen im Geschäftsjahr 2022 um 17,2% von 1.103.297 T€ im Vorjahr auf 1.292.961 T€. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf eine positive Entwicklung des Neukundengeschäfts sowie höhere Umsätze aus Cross- und Upselling bei Bestandskunden, insbesondere mit Email- und Cloud/VPS-Server-Produkten zurückzuführen. Zusätzlich trugen höhere Umsatzerlöse aus dem Domain-Aftermarket Geschäft sowie der kontinuierliche Ausbau des Geschäfts mit Cloud-Infrastruktur und -Services zum Umsatzanstieg bei. Von den Umsatzerlösen mit Dritten der IONOS Group entfallen 623.248 T€ (Vorjahr: 511.283 T€) auf das Ausland. Die Umsätze mit verbundenen Unternehmen in Höhe von 48.471 T€ (Vorjahr: 43.307 T€) resultieren überwiegend aus der internen Leistungsverrechnung. Dabei erbringt die IONOS Group allgemeine Dienstleistungen für Konzernunternehmen der United Internet Gruppe in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb, Rechenzentrum und Produktmanagement. Im Geschäftsjahr verteilen sich die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden in Höhe von 1.244.490 T€ (Vorjahr: 1.059.990 T€) auf Produkterlöse aus dem Geschäftsbereich Webpresence & Productivity in Höhe von 1.112.676 T€ (Vorjahr: 950.130 T€) und auf den Geschäftsbereich Cloud Solutions in Höhe von 131.814 T€ (Vorjahr: 109.860 T€). Die Umsatzkosten stiegen überproportional zu den Umsatzerlösen von 535.401 T€ (48,5 % vom Gesamtumsatz) im Vorjahr auf 698.247 T€ (54,0 % vom Gesamtumsatz) im Geschäftsjahr 2022. Die Bruttomarge ging dabei leicht von 51,5 % auf 46,0 % zurück, verursacht durch den Vertrieb von Domains und dabei insbesondere durch den höheren Anteil an niedrigmargigen Parking-Umsätzen. Das Bruttoergebnis vom Umsatz stieg dabei von 567.896 T€ um 4,7 % auf 594.714 T€. Die Vertriebskosten in Höhe 296.168 T€ (22,9 % von den Gesamtumsätzen) stiegen leicht unterproportional zu den Gesamtumsätzen im Vergleich zum Vorjahr mit 265.132 T€ (24,0 % von den Gesamtumsätzen). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen durch einen Anstieg der Personalaufwendungen auf 112.293 T€ (Vorjahr: 110.984 T€) sowie einem Anstieg der Marketingaufwendungen für Neukundengewinnung und Investitionen in die Erweiterung des Produktportfolios, insbesondere in das Cloud-Geschäft auf 112.417 T€ (Vorjahr: 81.326 T€). Die Verwaltungskosten erhöhten sich proportional zu den Gesamtumsätzen von 77.037 T€ im Vorjahr (7,0 % von den Gesamtumsätzen) auf 87.616 T€ (6,8 % von den Gesamtumsätzen) unter anderem infolge des gestiegenen Personalaufwands aufgrund einer höheren Anzahl an Mitarbeitern sowie durch den Anstieg der Rechts- und Beratungskosten bedingt durch die IPO-Vorbereitungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 18.229 T€ (Vorjahr: 15.904 T€) und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung 13.862 T€ (Vorjahr: 10.587 T€) und periodenfremde Aufwendungen 1.102 T€ (Vorjahr: 330 T€). Die Wertminderungsaufwendungen aus Forderungen und Vertragsvermögenswerten liegen in 2022 mit 8.603 T€ auf nahezu gleichem Niveau wie in 2021 mit 8.523 T€. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Geschäftsjahr 2022 auf 23.923 T€ (Vorjahr: 12.351 T€). Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 93,7 % ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Erträge aus der Währungsumrechnung um 6.940 T€ sowie auf den Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf der Anteile an der Intellectual Property Management Company Inc. In Höhe von 1.910 T€ zurückzuführen. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit sank von 213.651 T€ im Vorjahr um 2,6 % auf 208.021 T€. Der im Vergleich zum EBITDA abweichende prozentuale Rückgang resultiert aus gestiegenen Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasing. Die Finanzierungsaufwendungen sind im Geschäftsjahr 2022 auf 105.968 T€ (Vorjahr: 115.433 T€) gesunken. Der Rückgang der Finanzaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus der Folgebewertung der Put-Option auf die Minderheitenanteile der InterNetX Holding GmbH. In 2022 betrug der Aufwand aus der Bewertung der Put Option 98 T€ (Vorjahr: 8.163 T€). Im Berichtsjahr wurde die Verbindlichkeit aus der Put-Option durch Zahlung an die Minderheitengesellschafter für die Aufstockung der Anteile (von 95,6% auf 100%) beglichen. Die Folgebewertung bezieht sich somit auf die Anpassung der Verbindlichkeit an den Ausübungspreis der Put-Option. Das Ergebnis vor Steuern stieg von 98.141 T€ im Vorjahr auf 112.008 T€ im Geschäftsjahr 2022. Der Anstieg der Steueraufwendungen von 36.203 T€ auf 37.636 T€ wirkt sich leicht negativ auf das gesamte Konzernergebnis aus. Das auf die Anteilseigner der IONOS Group entfallende Konzernergebnis von 60.923 T€ im Vorjahr stieg um 21,1 % auf 73.772 T€. Als wesentliche Effekte sind hier der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 11.572 T€ sowie der Anstieg des Bruttoergebnisses vom Umsatz von 26.818 T€ zu nennen. Gegenläufig wirken sich im Wesentlichen die Effekte aus dem Anstieg der Vertriebskosten um 31.036 T€ aus. Das EBITDA im Konzern sank trotz der steigenden Umsatzerlöse von 326.301 T€ im Vorjahr um 1,8 % auf 320.353 T€, insbesondere aufgrund eines deutlichen Anstiegs der Investitionen in Kundengewinnung, anhaltender Investitionen in die Erweiterung des Produktportfolios sowie höherer Aufwendungen für Energie sowie bereinigte Sonder-Sachverhalte, insbesondere die Etablierung von Stand-alone Aktivitäten und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem IPO der IONOS Group SE. Das bereinigte EBITDA der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2022 leicht rückläufig gegenüber dem Vorjahr und belief sich auf 345.646 T€ (Vorjahr: 355.176 T€). Das Bereinigte EBITDA wird wie folgt berechnet:
Bereinigungen des EBITDA betreffen im Geschäftsjahr 2022:
Auch das Sonstige Konzernergebnis ist gesunken: von 9.579 T€ im Vorjahr auf -5.307 T€ im Geschäftsjahr 2022 und betrifft in 2022 ausschließlich die Veränderung der Währungsdifferenzen von -5.307 T€ (Vorjahr: 9.579 T€). Finanzlage im KonzernDer Cashflow der betrieblichen Tätigkeit reduzierte sich leicht von 187.716 T€ im Vorjahr auf 176.741 T€ im Geschäftsjahr 2022, bedingt durch ein rückläufiges Bruttoergebnis vom Umsatz infolge des gestiegenen Anteils der niedrigermargigen Parking-Umsätze. Dieser Rückgang konnte nicht vollständig durch die insgesamt unterproportional zum Umsatz steigenden operativen Aufwendungen kompensiert werden. Die Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit des Geschäftsjahres 2022 sanken von 200.547 T€ im Vorjahr auf 188.340 T€. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen ein im Vergleich zum Vorjahr weniger starker Aufbau sonstiger finanzieller Verbindlichkeiten sowie höhere Vorauszahlungen aus operativem Geschäft. Der Cashflow aus dem Investitionsbereich des Geschäftsjahres 2022 weist Nettoauszahlungen in Höhe von -110.568 T€ (Vorjahr: Nettoauszahlung -88.591 T€) aus. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einer höheren Auszahlung für die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 97.060 T€ (Vorjahr: 93.018 T€) sowie die höhere Auszahlung von Finanzmitteln im Rahmen des Cashpooling in Höhe von 19.326 T€ (Vorjahr: Einzahlung 25.370 T€). Das Vorjahr war durch eine Auszahlung für den Erwerb der Anteile an der we22 GmbH (vormals we22 AG) (abzüglich erhaltender Zahlungsmittel) in Höhe von 21.197 T€ beeinflusst, während sich im Geschäftsjahr 2022 kein vergleichbarer Effekt ergeben hat. Bestimmend im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich des Geschäftsjahres 2022 (Nettoauszahlung von 101.921 T€) waren neben der Auszahlung aus der Rückzahlung von Krediten in Höhe von 70.302 T€ (Vorjahr: 153.141 T€) auch die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 15.931 T€ und damit annähernd konstant zum Vorjahr (15.963 T€). Zusätzlich wurde die Verbindlichkeit aus Put-Option für die Aufstockung der Anteile (von 95,6% auf 100%) an der InterNetX Holding GmbH in Höhe von 15.182 T€ beglichen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf 26.440 T€ - nach 49.520 T€ zum Vorjahresstichtag. Dagegen bestehen wesentliche langfristige Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 1.245.000 T€ (Vorjahr: 1.315.000 T€) zwischen der IONOS Holding SE und der United Internet AG. Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen umfassen zum 31. Dezember 2022 ein Verkäuferdarlehen von 819.000 T€ für den Erwerb der Anteile an der IONOS SE sowie ein Darlehen von 350.000 T€ für den Erwerb der Anteile an der STRATO AG. Beide Darlehen werden mit 6,75 % p.a. verzinst und haben eine Laufzeit bis zum 26. Dezember 2026. Beide Darlehen sind unbesichert. Darüber hinaus besteht eine langfristige Darlehensverbindlichkeit gegenüber der United-Internet AG in Höhe von 76.000 T€. Das Darlehen wurde für den Erwerb der Anteile an der World4You Internet Service GmbH ausgereicht. Es hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2023 und wird 5,0 % p.a. verzinst. Die Fähigkeit der IONOS Group, den Zahlungsverpflichtungen aus den wesentlichen Finanzierungen von der United Internet AG nachzugehen, wird durch den positiven operativen Cashflow als auch das interne Cash-Pooling-System der United Internet Gruppe gesichert. Vermögenslage im KonzernDie Bilanzsumme im Konzern erhöhte sich von 1.471.668 T€ per 31. Dezember 2021 auf 1.513.554 T€ zum 31. Dezember 2022. Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich von 161.587 T€ per 31. Dezember 2021 auf 176.362 T€ zum 31. Dezember 2022 an. Dabei sank der in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesene Bestand an liquiden Mitteln von 49.520 T€ auf 26.440 T€. Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen erhöhten sich von 15.830 T€ auf 27.964 T€ im Geschäftsjahr 2022 im Wesentlichen infolge des Anstiegs der Forderungen aus dem Cash-Pool mit der United Internet AG. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich zum Stichtag um 17.102 T€ auf 66.628 T€ (Vorjahr: 49.526 T€) im Zusammenhang mit den gestiegenen Umsatzerlösen. Die Ertragsteuerforderungen erhöhten sich von 5.141 T€ im Vorjahr auf 9.918 T€. Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich von 1.310.081 T€ zum 31. Dezember 2021 auf 1.337.192 T€ zum 31. Dezember 2022. Die Anteile an assoziierten Unternehmen verringerten sich von 3.589 T€ im Vorjahr auf 2.423 T€ zum 31. Dezember 2022 infolge des Verkaufs der Anteile an der Intellectual Property Management Company Inc. und der Entwicklung der bereits bestehenden Beteiligungen. Sachanlagen stiegen von 271.782 T€ auf 322.286 T€, was im Wesentlichen auf die Aktivierung der Nutzungsrechte aus Leasing in Höhe von 52.807 T€ und allgemein gestiegene Investitionen zurückzuführen ist. Immaterielle Vermögenswerte gingen von 201.437 T€ auf 178.826 T€ zurück, im Wesentlichen infolge der fortlaufenden Abschreibungen auf Software und Kundenstamm. Der Firmenwert verringerte sich aufgrund von Wechselkurseffekten von 825.261 T€ im Vorjahr auf 820.844 T€ zum 31. Dezember 2022. Die kurzfristigen Schulden stiegen von 277.611 T€ per 31. Dezember 2021 auf 299.258 T€ zum 31. Dezember 2022 an. Dabei erhöhten sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stichtagsbedingt von 63.427 T€ auf 80.324 T€. Die kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 74.375 T€ (31. Dezember 2021: 71.629 T€) beinhalten vor allem Einzahlungen aus Kundenverträgen, für die die Leistung noch nicht vollständig erbracht worden ist. Kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten sanken von 100.262 T€ im Jahr 2021 auf 97.657 T€ im Jahr 2022, im Wesentlichen aufgrund des Wegfalls der Put-Option (-15.884 T€), der teilweise durch den Anstieg der Marketing- und Vertriebsprovisionen um 9.149 T€ kompensiert wurde. Die langfristigen Schulden gingen von 1.425.765 T€ per 31. Dezember 2021 auf 1.376.476 T€ zum 31. Dezember 2022 zurück. Die latenten Steuerschulden sanken dabei von 25.209 T€ im Vorjahr auf 10.519 T€. In Gesamtbetrachtung mit den latenten Steueransprüchen ist der Passivüberhang der latenten Steuern um 14.746 T€ im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Ursächlich für diese Veränderung sind im Wesentlichen folgende Faktoren:
Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehende Unternehmen reduzierten sich von 1.315.000 T€ im Vorjahr auf 1.245.000 T€ im Geschäftsjahr 2022 infolge der Rückzahlung des Teilbetrags aus einem Darlehen von der United Internet AG für den Erwerb der Anteile an der IONOS SE. Langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten stiegen von 82.651 T€ zum 31. Dezember 2021 auf 115.655 T€ zum 31. Dezember 2022 im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der Leasingverbindlichkeiten. Das auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Eigenkapital im Konzern stieg von -234.303 T€ per 31. Dezember 2021 auf -162.303 T€ zum 31. Dezember 2022. Die Eigenkapitalquote stieg dabei von -15,7 % auf -10,7 % an. In 2017 hat die United Internet AG, die zuvor sämtliche Stamm- und Vorzugsaktien an der IONOS SE, Montabaur, gehalten hatte, diese in ihre Tochtergesellschaft IONOS Holding SE, Montabaur, gegen Ausgabe neuer Stammaktien und einer Vorzugsaktie sowie eines langfristigen Verkäuferdarlehens im Zusammenhang mit der Stundung des Kaufpreises eingebracht. Somit ergab sich aus dem Einbringungsvorgang ein negatives Eigenkapital. Das Verkäuferdarlehen beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf 819.000 T€ (Vorjahr: 889.000 T€). Zudem ist das negative Eigenkapital der IONOS Group SE nicht durch vergangene Verluste der IONOS Group SE begründet, sondern primär das Ergebnis einer Sachdividende an den kontrollierenden Anteilseigner United Internet AG als Teil der Reorganisation der Gruppe in 2017 im Rahmen der Akquisition durch Fonds, die durch Warburg Pincus LLC gemanaged werden. Trotz des negativen Eigenkapitals ist die IONOS Group unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt, da
Auf dieser Grundlage kann die IONOS Group ihren finanziellen Verpflichtungen jederzeit nachkommen. Eine Angabe nach § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG entfällt, da die IONOS Group zum Bilanzstichtag keine eigenen Aktien hält. Gesamtaussage des VorstandesAuf Basis der auch durch den IWF erwarteten Fortsetzung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums in den Kernabsatzmärkten der IONOS Gruppe im generellen sowie der weiter voranschreitenden Digitalisierung im speziellen, blickt der Vorstand der IONOS Group SE auch auf Grund des stabilen und überwiegend auf elektronischen Abonnements beruhenden Geschäftsmodells weiterhin optimistisch in die Zukunft. Die Entwicklung der Gruppe während der Corona-Pandemie aber auch im Zuge des Ukraine-Kriegs hat gezeigt, dass das Geschäftsmodell der IONOS Group relativ konjunkturunabhängig ist und dass selbst die während der Corona-Pandemie vorherrschenden Kontaktbeschränkungen keine direkten negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesellschaft hatten. Viel mehr gelang es den Gesellschaften der Gruppe auch im Jahr 2022 ihre Kundenbasis um rund 110 Tsd. Kunden zu steigern, während die Umsatzerlöse mit externen Dritten dynamisch um rund 17% stiegen. Auch das Ansteigen gewisser Kostenarten als Ergebnis eines globalen Angebotsmangels und steigende Inflationsraten haben nur temporären Einfluss auf die Profitabilität der Gesellschaft und werden mittelfristig über gezielte Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben. Das bereinigte EBITDA der Gesellschaft sank im Geschäftsjahr 2022 trotz der steigenden Umsatzerlöse leicht gegenüber dem Vorjahr auf ein Level in Höhe von 345.646 T€ (Vorjahr: 355.176 T€). Dieser leichte Rückgang ist insbesondere durch einen deutlichen Anstieg der Investitionen in Kundengewinnung, temporär höhere Energiepreise sowie Investitionen in Wachstumsinitiativen begründet. Diese Geschäftspolitik der vergangenen Jahre wird die IONOS Group SE auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Im Geschäftsjahr 2023 sollen die heutigen Zielmärkte im Bereich Webpresence & Productivity und Cloud-Solutions weiter erschlossen werden. Schwerpunkte sind dabei neben der Vermarktung von Webhosting und Website-Baukasten-Produkten sowie E-Mail und eShop-Produkten insbesondere der Ausbau unseres Cloud-Produktportfolios sowohl bei mittelständischen Unternehmen, aber auch im Bereich des öffentlichen Sektors. Dies in Verbindung mit dem weiteren Ausbau bestehender Kundenbeziehungen durch die explizite Förderung der Aktivierung gewisser Produkte, spezifisch auf das Profil des jeweiligen Kunden zugeschnitten, sorgt für weiteres Wachstum sowohl durch neue als auch durch bestehende Kunden. Insgesamt sieht der Vorstand die IONOS Group - zum Abschlussstichtag des Geschäftsjahres 2022 wie auch zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Konzernlageberichts - für die weitere Unternehmensentwicklung sehr gut aufgestellt. 2.4 Wesentliche nicht-finanzielle LeistungsindikatorenVorstand und Aufsichtsrat der IONOS Group sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Konzernführung für den Bestand des Konzerns und für eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Nach dem Selbstverständnis des Konzerns geht unternehmerisches Handeln dabei über die Verfolgung wirtschaftlicher Ziele hinaus und beinhaltet auch eine Verpflichtung gegenüber Konzern, Umwelt, Mitarbeitern und weiteren Stakeholdern. Dieser Verantwortung stellt sich der Konzern in verschiedenster Weise. Die wichtigsten Aspekte sind in den folgenden Abschnitten zusammengefasst. Nachhaltige GeschäftspolitikDie IONOS Group fühlt sich einer nachhaltigen Geschäftspolitik verpflichtet. Diese Nachhaltigkeit zeigt sich insbesondere in den hohen Investitionen in Kundenbeziehungen. Die Zahl der zahlenden Kunden konnte im Geschäftsjahr 2022 um weitere 110 Tsd. Kunden ausgebaut werden. Der Zuwachs resultiert aus 60 Tsd. Kunden im Inland sowie 50 Tsd. im Ausland. Damit stieg der Bestand auf insgesamt 6,00 Mio. Kunden an. Konzern: Entwicklung des Kundenbestands im Geschäftsjahr 2022(in Mio.)
Neben der Neukundengewinnung ist beim Ausbau des Kundenbestands das Halten und Binden von Bestandskunden der wesentlichste Faktor. Wichtigstes Instrument in der IONOS Group ist dabei die Kundenzufriedenheit. Deshalb wurden Strukturen und Prozesse etabliert, um die Zufriedenheit der Kunden und deren Wünsche zu ermitteln. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden zur Identifikation von Verbesserungspotenzialen genutzt und anschließend in konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Kundenzufriedenheit (etwa im Bereich der Service- oder Produkt-Qualität) umgesetzt. Im Sinne der Kundenzufriedenheit haben seit Oktober 2018 beispielsweise alle Kunden der Marke IONOS die Möglichkeit, kostenlos einen persönlichen Berater als zentralen Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Produkte, ihren Vertrag und den geschäftlichen Erfolg im Internet zu nutzen. Damit begleitet IONOS Unternehmen durch alle Phasen der Firmenentwicklung - von der Homepage über Shop-Systeme und eigene Server bis hin zur Nutzung der selbst entwickelten Enterprise-Cloud-Infrastruktur. Zusätzlich haben Firmen die Möglichkeit, zahlreiche Cloud-Anwendungen zu nutzen, die ihr Geschäft unterstützen. MitarbeiterDie Internet-Branche zeichnet sich durch eine hohe Dynamik, kurze Innovationszyklen und globale Vernetzung aus. Diesen Herausforderungen stellt sich die IONOS Group im Verbund mit der gesamten United Internet Gruppe mit großem Erfolg. Die IONOS Group beschäftigte zum 31. Dezember 2022 insgesamt 4.247 aktive Mitarbeiter (31. Dezember 2021: 3.998 aktive Mitarbeiter). Green ITIm Zuge der globalen Klimadebatte und stetig steigender Energieverbräuche ist in der Computer-Branche häufig von "Green IT" die Rede. Der Begriff "Green IT" umfasst im Prinzip sämtliche Maßnahmen, die dazu beitragen, sowohl den CO 2 -Ausstoß als auch den Energieverbrauch eines Unternehmens zu reduzieren. Die ITK-Branche leistet heute einen wesentlichen Beitrag zur weltweiten Wertschöpfung und ist damit ein starker Wirtschaftsfaktor. Gleichzeitig ist sie auch ein nicht unbedeutender CO 2 -Emittent und benötigt viel Strom. Dies gilt bei Internet Service Providern wie der IONOS Group insbesondere für die Rechenzentren, in denen viele Millionen Cloud-Anwendungen für Privatpersonen und Gewerbetreibende betreut werden und die sich aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft einem wachsenden Bedarf gegenübersehen. Die IONOS Group nutzt seit 2022 weltweit für die eigenen Rechenzentren ausschließlich Strom aus direkt bezogenen erneuerbaren Energien. Zudem legt die IONOS Group Wert darauf, dass die erneuerbare Energie geographisch benachbart produziert wird - also zumeist im gleichen Land oder in einem naheangrenzenden Gebiet. Darüber hinaus ist IONOS seit Ende 2021 zertifizierter Zero Carbon Committed Partner von VMware. Die Initiative zeichnet Cloud-Provider aus, die sich verpflichtet haben, ihre Services emissionsfrei zu entwickeln und die Rechenzentren bis 2030 zu 100 % mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Im Jahr 2018 wurde die Entscheidung für die Einführung eines Energiemanagementsystems (EnMS) nach ISO 50001 getroffen. Das EnMS umfasst die Rechenzentren der IONOS-Gruppe, die sie selbst betreibt und in denen sie den Energieverbrauch entsprechend steuern kann. Die Anwendung des EnMS ermöglicht die kontinuierliche Verfolgung von Zielen zur Steigerung der Energieeffizienz und die transparente Nachvollziehbarkeit. Somit kann das EnMS dazu dienen, etwaige Energieverschwendung zu erkennen und abzustellen, wodurch Kosten gespart werden können, sowie externe Anforderungen wie z. B. die Durchführung eines regelmäßigen Energieaudits zu identifizieren und zu erfüllen. Das EnMS leistet so einen wichtigen Beitrag zum Nachhaltigkeitsmanagement und kann sich positiv auf Reputation und Marktposition auswirken. Das EnMS wurde letztmalig im Jahr 2022 erfolgreich geprüft und rezertifiziert. Die nächste turnusmäßige Rezertifizierung ist für das Jahr 2025 geplant. Wichtige Bausteine hinsichtlich der Einsparung von Energie innerhalb der globalen Rechenzentren sind u.a.:
3. Risiko-, Chancen- und PrognoseberichtDie Risiko- und Chancenpolitik der IONOS Group orientiert sich an dem Ziel, die Werte des Unternehmens zu erhalten und nachhaltig zu steigern, indem Chancen wahrgenommen und Risiken frühzeitig erkannt und gesteuert werden. Das "gelebte" Risiko- und Chancenmanagement stellt sicher, dass die Gesellschaft ihre Geschäftstätigkeiten in einem kontrollierten Unternehmensumfeld ausüben kann. Das Risiko- und Chancenmanagement regelt den verantwortungsvollen Umgang mit Unsicherheiten, die mit unternehmerischem Handeln stets verbunden sind. 3.1 RisikoberichtRisikomanagementKonzeption, Organisation und Aufgabe des Risikomanagements von der IONOS Group werden zentral von der Muttergesellschaft United Internet AG koordiniert und im Rahmen einer konzernweit verfügbaren und gültigen Risikomanagementstrategie sowie dem Risikomanagementhandbuch dokumentiert. Diese Vorgaben werden laufend an die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt. Das Konzern-Risikomanagement koordiniert die Umsetzung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems und ist für den zentral gesteuerten Risikomanagementprozess verantwortlich. Das operative Risikomanagement, welches durch den Finanzvorstand der IONOS Group verantwortet wird, verfolgt das Ziel der Handhabung der Risiken der gesamten IONOS Group und befasst sich ebenfalls mit spezifischen Risikothemen der IONOS Group. Für den Austausch und den Abgleich von Risikoinformationen finden regelmäßige Risk-Manager-Meetings zwischen den Risikomanagern sowie mit den unternehmensweiten, querschnittsverantwortlichen Stellen statt. Die Abteilung Corporate Audit (Interne Revision) der United Internet AG prüft in regelmäßigen Abständen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikofrüherkennungssystems. Das System entspricht den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikofrüherkennungssystem, steht im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex und orientiert sich in seiner Ausgestaltung an den in der internationalen ISO Norm ISO 31000:2018 festgelegten Merkmalen. Methoden und Ziele des RisikomanagementsDas Risikomanagementsystem umfasst die Maßnahmen, die es der Gesellschaft erlauben, mögliche Risiken, die die Erreichung der Unternehmensziele gefährden könnten, frühzeitig durch Assessments und Frühwarnsysteme zu erkennen, monetär und szenario-orientiert zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Das Ziel des Risikomanagements ist es dabei, dem Management die größtmögliche Transparenz über die tatsächliche Risikosituation, deren Veränderung sowie der verfügbaren Handlungsoptionen zu verschaffen, um so das bewusste Eingehen oder das Vermeiden von Risiken zu ermöglichen. Der Status der wesentlichen Risiken wird viermal im Jahr in Berichtsform an Vorstand und Aufsichtsrat kommuniziert. Bei identifizierten, unvermittelt wirkenden wesentlichen Risiken oder bei einer erheblichen Risikoveränderung wird eine interne Ad-hoc-Berichtspflicht ausgelöst. Das Risiko wird dann unverzüglich an die Finanzvorstände der IONOS Group SE und der United Internet AG gemeldet und von diesen gegebenenfalls auch an den Aufsichtsrat berichtet. Auf diesem Wege können wesentliche Risiken schnellstmöglich adressiert werden. Die Bewertung der Risiken erfolgt in einer Netto-Betrachtung, d. h. Effekte durch mitigierende Maßnahmen werden erst nach Umsetzung dieser in der Risikobewertung berücksichtigt. Risiken für die IONOS GroupDie Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis einer konsolidierten Betrachtung aller bekannten wesentlichen Risiken. Aus der Gesamtheit dieser, in der IONOS Group identifizierten, Risiken erläutern die folgenden Abschnitte die aus Sicht des Konzerns wesentlichen Risikofelder. Ausgangspunkt zur Einschätzung der Wesentlichkeit der Risiken bilden die Ausprägungen "Eintrittswahrscheinlichkeit" und "potenzieller Schaden". Ausgehend von der Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und potenziellem Schaden werden die Risiken in die drei Risikoeinstufungen "bedeutende", "moderate" und "geringe Risiken" kategorisiert.
Konkrete Einschätzungen seitens des Vorstands des Konzerns zur Risikosituation sowie zu Eintrittswahrscheinlichkeit, potenziellem Schaden und der daraus abgeleiteten Risikoeinstufung der im Folgenden beschriebenen Risiken befinden sich am Ende dieses Risikoberichts. StrategieBeteiligungen & InvestitionenDer Erwerb und das Halten von Beteiligungen sowie die Tätigung von strategischen Investitionen stellen einen wesentlichen Erfolgsfaktor der IONOS Group dar. Neben einem besseren Zugang zu bestehenden und neuen Wachstumsmärkten und zu neuen Technologien / Know-how dienen Beteiligungen und Investitionen auch der Erschließung von Synergie- und Wachstumspotenzialen. Mit diesen Chancen gehen gleichzeitig auch Risiken einher. So besteht die Gefahr, dass die erhofften Potenziale nicht wie erwartet ausgeschöpft werden können oder erworbene Beteiligungen sich nicht wie erwartet entwickeln (Teilwertabschreibungen, Veräußerungsverluste, Dividendenausfall oder Verminderung der stillen Reserven). Alle Beteiligungen unterliegen deshalb einem kontinuierlichen Überwachungsprozess durch das Beteiligungsmanagement und werden gegebenenfalls zeitnah unterstützt. Die Werthaltigkeit der getätigten Investitionen wird von Management und Controlling fortlaufend überwacht. Aktuell sind in der IONOS Group keine wesentlichen Risiken in diesem Bereich bekannt. Geschäftsentwicklung & InnovationenEin weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor für die IONOS Group ist es, neue und ständig verbesserte Produkte und Services zu entwickeln, um Umsätze und Ergebnisse weiter zu steigern, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kundenverhältnisse auszubauen. Dabei besteht das Risiko, dass Neuentwicklungen zu spät auf den Markt kommen oder seitens der Zielgruppe nicht wie erwartet angenommen werden. Diesen Risiken begegnet die IONOS Group durch eine intensive und permanente Markt-, Produkt- und Wettbewerbsbeobachtung sowie eine ständig auf das Feedback der Kunden reagierende Produktentwicklung. Kooperationen & OutsourcingIn einigen Unternehmensbereichen arbeitet die IONOS Group mit spezialisierten Kooperations- und Outsourcing-Partnern zusammen. Dabei stehen Ziele wie beispielsweise die Konzentration auf das eigentliche Kerngeschäft, Kostenreduktion oder das Partizipieren am Fachwissen des Partners im Vordergrund. Mit diesen Chancen gehen gleichzeitig auch Gefahren in Form von Abhängigkeiten von externen Dienstleistern sowie Vertrags- und Ausfallrisiken einher. Zur Reduzierung dieser Risiken wird vor größeren Vertragsabschlüssen mit externen Dienstleistern eine detaillierte Marktanalyse sowie eine Due Diligence Prüfung durchgeführt und auch nach Vertragsabschluss ein enger und partnerschaftlicher Austausch mit den Kooperations- und Outsourcing-Partnern aufrechterhalten. Organisationsstruktur & EntscheidungsfindungDie Wahl der geeigneten Organisationsstruktur ist wesentlich für die Effizienz und den Erfolg des Unternehmens. Neben der Organisationsstruktur ist der Geschäftserfolg auch maßgeblich vom Treffen richtiger Entscheidungen abhängig. Die Grundlage von Entscheidungen kann hierbei von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel der eingeschränkten Flexibilität durch vorhandene Geschäftsprozesse und Strukturen oder Missverständnisse bedingt durch Unklarheiten in der Definition von Kennzahlen negativ beeinflusst werden. Sollte die Effizienz durch einen oder mehrere Faktoren gefährdet sein, stellt dies ein strategisches Risiko für die IONOS Group dar, welches, sofern wirtschaftlich sinnvoll, vermieden werden sollte. Die IONOS Group sieht sich hier aufgrund der hohen Agilität in der Organisation generell gut aufgestellt und unternimmt eine Vielzahl an Maßnahmen zur Vereinheitlichung und Optimierung von Prozessen, Strukturen und Kennzahlen. Aufgrund der erzielten Erfolge bei der Verbesserung der Organisationsstrukturen konnte das Risikofeld "Organisationsstruktur & Entscheidungsfindung" von Moderat auf Gering gesenkt werden. Aktuell sind in der IONOS Group keine wesentlichen Risiken in diesem Bereich bekannt. Personalentwicklung & -bindungHoch qualifizierte und gut ausgebildete Mitarbeiter bilden die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg der IONOS Group. Neben der erfolgreichen Rekrutierung von qualifiziertem Personal (siehe auch Risiko "Personalbeschaffungsmarkt") sind die Personalentwicklung und die langfristige Bindung von Leistungsträgern an das Unternehmen von strategischer Bedeutung. Wenn es nicht gelingt, Führungskräfte und Mitarbeiter mit speziellem Fach- oder Technologiewissen weiterzuentwickeln und an den Konzern zu binden, besteht die Gefahr, dass die IONOS Group nicht in der Lage sein könnte, seiner Geschäftstätigkeit effektiv nachzugehen und seine Wachstumsziele zu erreichen. Durch eine konzentrierte Ansammlung von strategischem Wissen und Fähigkeiten (sogenanntes Kopfmonopol) kann es bei einem Ausfall eines entsprechenden Mitarbeiters zu erheblichen Auswirkungen bei der Leistungserstellung des Konzerns kommen. Die IONOS Group wirkt diesem Risiko entgegen, indem Mitarbeiter- und Führungskompetenzen ständig weiterentwickelt werden. So werden gezielt Maßnahmen zur beruflichen Weiterentwicklung, Mentoren- und Coaching-Programme sowie besondere Angebote für Potenzialträger angeboten, die auf die Weiterentwicklung von Talenten und Führungskompetenzen ausgerichtet sind. MarktAbsatzmarkt & WettbewerbDie Märkte der IONOS Group sind durch einen starken und anhaltenden Wettbewerb geprägt. Abhängig von der Strategie der am Markt beteiligten Parteien können unterschiedliche Effekte auftreten, die u. a. eine Anpassung der eigenen Geschäftsmodelle oder der eigenen Preispolitik nach sich ziehen können. Auch durch den Markteintritt von neuen Wettbewerbern könnten Marktanteile, Wachstumsziele oder Margen gefährdet werden. Die IONOS Group steigt zudem selbst gelegentlich in neue, zusätzliche Märkte mit großen Wettbewerbern ein. Mit einer solchen unternehmerischen Entscheidung sind stets auch neue Risiken verbunden. Die IONOS Group versucht diese Risiken mit einer detaillierten Planung auf Basis interner Erfahrungswerte und externer Marktstudien sowie durch ein ständiges Monitoring von Markt und Wettbewerb zu minimieren. BeschaffungsmarktEine Lücke in der Beschaffung bzw. der Lieferung von zum Unternehmensbetrieb benötigen Ressourcen kann ebenfalls zu Engpässen oder Ausfällen bei der IONOS Group führen. Dies betrifft sowohl den Einkauf von Hardware als auch den Bezug von Vorleistungen. Preiserhöhungen der eingekauften Produkte und Leistungen stellen ein Risiko für die zu erzielenden Produktmargen dar. Eingeplante positive Effekte aus vertraglich fixierten Preisanpassungsrunden können aufgrund von zeitlichen Verzögerungen zu Risiken für die periodische Zielerreichung des Unternehmens werden. IONOS Group begegnet diesen Risiken durch die Zusammenarbeit mit mehreren und langfristig gebundenen Dienstleistern und Lieferanten, vertraglichen Verpflichtungen sowie - sofern wirtschaftlich sinnvoll - einem Ausbau der eigenen Wertschöpfungskette. Zwar können erhebliche und unvorhersehbare Entwicklungen auf dem Beschaffungsmarkt durch Ereignisse wie bspw. den Ukraine-Krieg nicht vollständig abgefedert, aber durch präventive Maßnahmen wie zum Beispiel der zügigen Aufstockung der Lagerbestände entgegengewirkt werden. FinanzmarktDie IONOS Group ist mit ihren Aktivitäten grundsätzlich Risiken am Finanzmarkt ausgesetzt. Dies gilt insbesondere für Risiken aus der Änderung von Wechselkursen. Das Währungsrisiko der IONOS Group resultiert im Wesentlichen aus der operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten) und den Netto-Investitionen in ausländischen Tochterunternehmen. PersonalbeschaffungsmarktEs ist von zentraler Bedeutung für die IONOS Group, dass die personellen Ressourcen effektiv gesteuert werden, damit der kurz-, mittel- und auch langfristige Bedarf an Mitarbeitern und die erforderlichen Fachkenntnisse sichergestellt werden. Wenn es nicht gelingt, Führungskräfte und Mitarbeiter mit speziellem Fach- und Technologiewissen zu gewinnen, wäre die IONOS Group nicht in der Lage, seiner Geschäftstätigkeit effektiv nachzugehen und seine Wachstumsziele zu erreichen. Als Arbeitgeber sieht sich die IONOS Group gut aufgestellt, um auch künftig hervorragend qualifizierte Fach- und Führungskräfte mit Potenzial zur Steigerung des Geschäftserfolgs einstellen zu können. Dies wurde wie schon in den vergangenen Jahren durch das Top Employers Institute mit der Auszeichnung "Top Arbeitgeber 2023" bestätigt. LeistungserstellungArbeitsabläufe & -prozesseVor dem Hintergrund der stetig steigenden Komplexität und Interoperabilität der angebotenen Produkte sind zunehmend steigende Anforderungen an die Weiterentwicklung der internen Arbeitsabläufe und -prozesse zu verzeichnen. Dies geht mit ständig wachsenden Abstimmungs- und Koordinationsaufwänden einher. Die besondere Herausforderung liegt hierbei neben der Sicherstellung der Qualitätsstandards vor allem in der Anpassung an das sich immer schneller vollziehende Marktgeschehen - und das auf vielen unterschiedlichen in- und ausländischen Märkten. Diesen Risiken begegnet der Konzern mit einer ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung der internen Abläufe und Prozesse, der gezielten Bündelung und Bindung von Experten und Kompetenzträgern sowie der kontinuierlichen Optimierung der organisatorischen Strukturen. InformationssicherheitDie IONOS Group realisiert den Unternehmenserfolg im Wesentlichen im Umfeld des Internets. Zur Leistungserbringung werden im Rahmen der Geschäftsprozesse Informations- und Telekommunikationstechnologien (Rechenzentren, Übertragungssysteme, Vermittlungsknoten u. a.) eingesetzt, die stark mit dem Internet vernetzt sind und deren Verfügbarkeit durch Bedrohungen aus dem Internet gefährdet werden können. Um solchen Risiken zunehmend schneller begegnen zu können, wird das bestehende Überwachungs- und Alarmierungssystem inklusive der nötigen Prozesse und Dokumentationen kontinuierlich optimiert. Es besteht zudem das Risiko eines Hackerangriffs mit dem Ziel, Kundendaten auszuspionieren, zu löschen oder Leistungen missbräuchlich in Anspruch zu nehmen. Auch im Geschäftsjahr 2022 war eine ansteigende Professionalisierung der Angreifer und ihrer Angriffsmethoden zu beobachten. Die Zahl neuer Schadprogrammvarianten hat nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Zeitraum 1. Juni 2021 bis 31. Mai 2022 um rund 116,6 Mio. zugenommen. Die IONOS Group begegnet diesem Risiko mit dem Einsatz von Virenscannern, Firewalling-Konzepten, eigens initiierten Tests und diversen technischen Kontrollmechanismen. Die Bedrohungspotenziale aus dem Internet stellen für die IONOS Group hinsichtlich ihrer Auswirkungen eine der größten Risikogruppen dar, die insgesamt durch eine Vielzahl an technischen und organisatorischen Maßnahmen kontrolliert werden. Insbesondere seien hier der Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung des Sicherheitsmanagementsystems sowie der stetige Ausbau der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Systeme genannt. KapazitätsengpässeAufgrund von temporärer oder dauerhafter Knappheit von technischen Ressourcen, zum Beispiel durch temporäre Überbelastung von Systemen oder dem Fehlen von Ressourcen zum Betrieb der Rechenzentren, könnte die geplante Leistungserstellung gefährdet werden und entsprechende Umsatzausfälle drohen. Nicht berücksichtigt werden hier Risiken aus der Beschaffung von Ressourcen wie beispielsweise Produkte oder Dienstleistungen am Markt. Diese Risiken sind Teil des Risikobereichs "Beschaffungsmarkt". Um diesen Risiken zu begegnen, werden zum Beispiel neben dem engen Austausch mit Energielieferanten und den mit diesen vereinbarten Notfallkonzepten im Umfeld der Rechenzentren mehrere interne Lager betrieben. Sollte es zu Ausfällen kommen, können diese aufgrund vorgenannter Maßnahmen kurzfristig kompensiert werden. ProjekteDie klassischen Projektziele Qualität, Zeit und Budget werden vor beziehungsweise bei Start eines Projektes festgelegt und sind folglich Gegenstand unternehmerischer Planung. Werden im Verlauf der Umsetzung eines Projektes negative Abweichungen von diesen Planungen erkennbar, werden diese bei den Risiken erfasst. Darüber hinaus können in Projekten auch Risiken liegen, die zwar auf das Projekt selbst keine Auswirkungen haben, sich jedoch im Anschluss an das Projekt ergeben (zum Beispiel Sicherheitsschwachstellen in einem neuen Softwarecode). Zur Reduzierung der vorgenannten Risiken finden neben der Aufrechterhaltung des bereits vorhandenen professionellen Projektmanagements regelmäßig spezialisierte Schulungen zum Projektmanagement statt, um zum Beispiel die Aspekte Sicherheit- und Datenschutzanforderungen zu steigern. Die Projektziele Qualität, Zeit und Budget werden zudem durch Management und Controlling eng überwacht. Technischer AnlagenbetriebDie Produkte der IONOS Group sowie die dazu benötigten Geschäftsprozesse basieren auf einer komplexen technischen Infrastruktur und einer Vielzahl erfolgskritischer Softwaresysteme (Server, Kundenverwaltungsdatenbanken, Statistiksysteme etc.). Die ständige Anpassung an sich verändernde Kundenbedürfnisse führt zu einer zunehmenden Komplexität dieser technischen Infrastruktur, an der regelmäßige Änderungen vorgenommen werden müssen. In der Folge, aber auch durch größere Umstellungen wie beispielsweise Migrationen von Datenbeständen, kann es zu vielfältigen Störungen oder Ausfällen kommen. Sollten davon zum Beispiel Leistungssysteme betroffen sein, könnte der Konzern gegenüber seinen Kunden die zugesicherte Leistung (vorübergehend) nicht oder nicht im vollen Umfang mehr erbringen. Diesen Risiken begegnet der Konzern durch gezielte Architekturanpassungen, Qualitätssicherheitsmaßnahmen und eine räumlich getrennte (georedundante) Auslegung der Kernfunktionalitäten. Um diesem Risiko zu begegnen, werden verschiedene soft- und hardwarebasierte Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt, um die Infrastruktur und die Verfügbarkeit zu schützen. So werden beispielsweise risikobehaftete Handlungen oder Geschäftsvorfälle nicht von einem Mitarbeitenden allein, sondern nach dem "Vier-Augen-Prinzip" ausgeführt. Manuelle und technische Zugriffsbeschränkungen stellen darüber hinaus sicher, dass Mitarbeitende nur in ihren Verantwortungsbereichen tätig sind. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme gegen Datenverlust werden die vorhandenen Datenbestände einer regelmäßigen Datensicherung unterzogen und in georedundanten Rechenzentren gespeichert. ComplianceDatenschutzDie IONOS Group speichert die Daten seiner Kunden auf Servern in nach internationalen Sicherheitsstandards (ISO 27001) zertifizierten firmeneigenen sowie in angemieteten Rechenzentren. Der Umgang mit diesen Daten unterliegt umfangreichen gesetzlichen Vorgaben. Dennoch kann nie vollständig ausgeschlossen werden, dass Datenschutzbestimmungen, beispielsweise durch menschliches Fehlverhalten oder technische Schwachstellen, verletzt werden. In einem solchen Fall drohen der IONOS Group Bußgelder und der Verlust von Kundenvertrauen. Der Konzern ist sich dieser großen Verantwortung bewusst und räumt dem Datenschutz einen hohen Stellenwert und besondere Beachtung ein. Durch den Einsatz neuester Technologien, die ständige Überprüfung der datenschutzrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Vorgaben, einem umfangreichen datenschutzrechtlichen Schulungsprogramm für Mitarbeitende sowie die möglichst frühzeitige Einbindung von Datenschutzaspekten und -anforderungen in die Produktentwicklung investiert die IONOS Group kontinuierlich in die Verbesserung des Datenschutzniveaus. Durch die Umsetzung von Gegenmaßnahmen wie dem Ausbau der Datenschutzorganisation oder der Datenschutzprozesse konnte im Risikofeld "Datenschutz" eine Senkung von Bedeutend auf Moderat erreicht werden. Fehlverhalten & RegelwidrigkeitenDie Nichteinhaltung oder Nichtbeachtung gesellschaftlicher Normen, Trends und Besonderheiten kann zu Fehlverhalten und Fehlentscheidungen und damit zu Einnahmeverlusten und -ausfällen führen. Als international agierendes Unternehmen steht die IONOS Group außerdem vor der Herausforderung, im Bereich der internen Abläufe und Prozesse solchen negativen Faktoren durch ein adäquates Management zu begegnen. Nicht jede Entscheidung oder geschäftliche Praxis, die aus juristischer Sicht nicht zu beanstanden ist, ist dies auch im jeweiligen kulturellen, ethischen oder sozialen Kontext. Den Risiken aus Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten begegnet die IONOS Group unter anderem mit der "Kultur des Miteinanders", der Bereitstellung eines Verhaltenskodexes, dem länderspezifischen Management sowie Compliance als integralem Bestandteil der Unternehmenskultur. Im aktuellen Geschäftsjahr ist ein Anstieg des Risikofelds "Fehlverhalten & Regelwidrigkeiten" von Gering auf Moderat zu verzeichnen. Die Ursache für diesen Anstieg liegt in dem erweiterten Risikobewusstsein, welches zu einer erhöhten Identifizierung von Risiken in diesem Feld geführt hat. Zusätzlich sind in Folge der gestiegenen Gesetzesanforderungen zum Beispiel durch das IT-Sicherheitsgesetz 2.0, auch die internen Anforderungen gestiegen. Gesetzgebung & RegulierungÄnderungen der bestehenden Gesetzgebung, der Erlass neuer Gesetze sowie Änderungen bei staatlichen Regulierungsthemen können unerwartete negative Auswirkungen auf die durch die IONOS Group verfolgten Geschäftsmodelle und deren Weiterentwicklung haben. Preiserhöhungen könnten sich negativ auf die Profitabilität der Tarife auswirken. Gleichermaßen besteht die Möglichkeit, dass eine fehlende Regulierung das Marktumfeld für die IONOS Group verschlechtert. Die IONOS Group begegnet dem Regulierungsrisiko durch eine aktive Zusammenarbeit mit mehreren Partnern. Im Vergleich zum 31. Dezember 2021 ist ein Anstieg des Risikofelds "Gesetzgebung & Regulierung" von Moderat auf Bedeutend zu verzeichnen. Hintergrund ist ein allgemeiner Anstieg der gesetzlichen Anforderungen zum Beispiel des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder des IT-Sicherheitsgesetzes 2.0. Neben den zusätzlich entstehenden Aufwänden gehen mit neuen Gesetzen auch potentielle Bußgelder einher. RechtsstreitigkeitenDie IONOS Group ist gegenwärtig an verschiedenen Rechtsstreitigkeiten und Schiedsverfahren beteiligt, die sich aus den normalen Geschäftstätigkeiten ergeben. Der Ausgang von Rechtsstreitigkeiten ist naturgemäß ungewiss und stellt daher ein Risiko dar. Sofern die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann, sind die Risiken aus den Rechtsstreitigkeiten in den Rückstellungen, sofern erforderlich, berücksichtigt. Steuerliche RisikenDie IONOS Group unterliegt als international agierender Konzern den in den jeweiligen Ländern geltenden steuerlichen Rechtsvorschriften. Aus Änderungen der Steuergesetze bzw. der Rechtsprechung sowie der unterschiedlichen Auslegung existierender Vorschriften können sich Risiken ergeben. FinanzenFinanzierungDie Verbindlichkeiten des Konzerns resultieren zum einen unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit. Zum anderen besteht zum 31. Dezember 2022 eine langfristige Finanzierung von der Muttergesellschaft United Internet AG in Höhe von 1.245.000 T€. Aktuell sind in der IONOS Group keine wesentlichen Risiken in diesem Bereich bekannt. Daneben bestehen derivative Finanzinstrumente in der IONOS Group im Wesentlichen in Form bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten (38.219 T€ zum 31. Dezember 2022). Diese werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Für die Bewertung der Derivate werden vorwiegend Optionspreismodelle verwendet. Fraud & ForderungsausfallUm dem dynamischen Kundenwachstum sowie einer möglichst schnellen Leistungsbereitstellung Rechnung zu tragen, sind die Bestell- und Bereitstellungsprozesse der IONOS Group - wie bei vielen großen Unternehmen im Massenmarktgeschäft - weitgehend automatisiert. Diese automatisierten Prozesse bieten naturgemäß Angriffsmöglichkeiten für Betrüger. Aufgrund der hohen Attraktivität der angebotenen Produkte und Services, erhöhen sich neben der Anzahl der Kunden auch das Risiko für einen Anstieg der Anzahl von Nichtzahlern und Betrügern. Der Konzern versucht durch den permanenten Ausbau des Fraud-Managements, durch eine enge Zusammenarbeit mit Partnern sowie durch entsprechende Produktgestaltung Fraud-Angriffe zu vermeiden oder zumindest frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. LiquiditätDas Liquiditätsrisiko der IONOS Group besteht grundsätzlich darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen - bspw. der Tilgung von Finanzschulden - nicht nachkommen könnte. Ziel der Gesellschaft ist die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs und die Sicherstellung der Flexibilität, auch durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen. Im Cash-Management werden konzernweit der Bedarf und Überschuss an Zahlungsmitteln zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) von Bedarf und Überschuss wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Dies geschieht unter anderem durch den Einsatz von Cash-Pooling-Verfahren. Der Konzern hat zur Steuerung seiner Bank- und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert. Höhere GewaltAufgrund von externen Ereignissen wie beispielweise Naturkatastrophen (Erdbeben, Überschwemmung, Tsunamis, Krieg usw.), personelle Krisen (Pandemien, Streiks usw.), infrastrukturelle Krisen (Stromausfall, Beschädigung von Straßen usw.) oder Gewaltereignisse (Amokläufe, Terrorangriffe, Krieg usw.) kann es zur Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebs kommen. Die IONOS Group begegnet diesen Risiken soweit möglich mit einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen. Beispiele sind die Einrichtung von Gebäudezutrittsbeschränkungen, der Betrieb von georedundanten Rechenzentren, Hygienevorkehrungen sowie die Ausarbeitung von Notfallkonzepten. Gesamtaussage des Vorstands zur RisikosituationDie Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Risikofelder bzw. Einzelrisiken. Die größten Herausforderungen umfassen aus heutiger Sicht die thematischen Bereiche "Informationssicherheit", "Gesetzgebung & Regulierung", "Technischer Anlagenbetrieb" und "Höhere Gewalt". Durch den kontinuierlichen Ausbau des Risikomanagements begegnet die IONOS Group Risiken und begrenzt sie, soweit wirtschaftlich sinnvoll, mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ein Minimum. Die Gesamtrisikosituation der IONOS Group ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Bei der Beurteilung der Gesamtrisikosituation blieben die für die IONOS Group bestehenden Chancen unberücksichtigt. Bestandsgefährdende Risiken für die IONOS Group waren im Geschäftsjahr 2022 sowie zum Aufstellungsstichtag dieses Lageberichts weder aus Einzelrisikopositionen noch aus der Gesamtrisikosituation erkennbar. Eintrittswahrscheinlichkeit, potenzieller Schaden und Risikoeinstufung der Risiken:
3.2 ChancenberichtChancenmanagementDas Chancenmanagement hat seine Grundlage in der strategischen Planung und den daraus abgeleiteten Maßnahmen für die Entwicklung von Produkten und deren Positionierung in den unterschiedlichen Zielgruppen, Märkten und Ländern während des Produkt-Lebenszyklus. Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen obliegt dem Vorstand sowie der operativen Führungsebene in den jeweiligen Geschäftsbereichen. Das Management der IONOS Group beschäftigt sich intensiv mit detaillierten Auswertungen, Modellen und Szenarien zu aktuellen und künftigen Branchen- und Technologietrends, Produkten, Märkten / Marktpotenzialen und Wettbewerbern im Umfeld des Konzerns. Die bei diesen strategischen Analysen identifizierten Chancenpotenziale werden anschließend unter Betrachtung der kritischen Erfolgsfaktoren sowie der bestehenden Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der IONOS Group analysiert, in den Planungsgesprächen zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und den operativ verantwortlichen Führungskräften diskutiert und in konkrete Maßnahmen, Ziele und Meilensteine umgesetzt. Fortschritt und Erfolg der Maßnahmen werden fortlaufend von den operativ Verantwortlichen sowie von den Vorständen und Geschäftsführern der Gesellschaften überwacht. Chancen für die IONOS GroupDas stabile und weitgehend konjunkturunabhängige Geschäftsmodell der IONOS Group sichert planbare Umsätze und Cashflows und eröffnet so finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen Geschäftsfeldern und neuen Märkten zu nutzen - organisch oder durch selektive Akquisitionen und Investitionen. Breite strategische Positionierung in WachstumsmärktenDie IONOS Group verfügt über eine strategische Präsenz in insgesamt 18 Märkten in Europa und Nordamerika mit einer weltweit zugänglichen Plattform. Als Digitalisierungspartner für kleine und mittelständische Unternehmen bietet IONOS Technologielösungen in einem großen, robusten und schnell wachsenden Markt. Darüber hinaus baut IONOS zunehmend das Geschäft in Cloud-Lösungen aus, erweitert damit das Produktportfolio und eröffnet sich auf diese Weise zusätzliche Wachstumschancen. Das Wachstum wird durch strukturelle Megatrends wie die Digitalisierung, einschließlich eines erheblichen Aufholpotenzials bei der Internetpräsenz, und einer anhaltenden Verlagerung von On-Premise- zu Cloud-Umgebungen angetrieben. Das Aufholpotenzial ist besonders groß bei kleineren KMUs. Partizipation am MarktwachstumTrotz der unsicheren volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet die IONOS Group wie auch viele der führenden Branchenanalysten eine positive Entwicklung in den für den Konzern wesentlichen Märkten. Die IONOS Group gehört in diesen Märkten zu den führenden Anbietern. Mit den sehr wettbewerbsfähigen Cloud-Applikationen, den starken und spezialisierten Marken, der hohen Vertriebskraft sowie den bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen zu rund 6 Millionen Kunden und dem damit verbundenen Cross- und Up-Selling-Potenzial, ist die IONOS Group gut aufgestellt, um am zukünftigen Marktwachstum zu partizipieren. Ausbau der MarktpositionenDie IONOS Group gehört heute im Bereich Webhosting zu den führenden Unternehmen in Europa und Nordamerika. Aufbauend auf dem vorhandenen technologischen Know-how, der hohen Produkt- und Servicequalität, den Geschäftsbeziehungen zu Millionen Kunden sowie der hohen Kundenbindung sieht die IONOS Group gute Chancen, die bestehenden Marktanteile weiter auszubauen. Insbesondere durch Investitionen in die Marke IONOS wurde die Marktposition weiter gefestigt und die Grundlage für weiteres Wachstum gelegt. Ausbau der GeschäftsfelderZu den Kernkompetenzen der IONOS Group gehört es auch, Kundenwünsche, Trends und somit neue Märkte frühzeitig zu erkennen. Die tiefe Wertschöpfungskette (von Produktmanagement, Entwicklung und Rechenzentrumsbetrieb, über effektives Marketing und einen schlagkräftigen Vertrieb bis hin zur aktiven Kundenbetreuung) ermöglicht es der IONOS Group dabei, oft schneller als andere mit Innovationen am Markt zu sein und diese - dank der hohen Cash-Generierung in den bestehenden Geschäftsfeldern - kraftvoll zu vermarkten. Durch die starke Cash-Generierung in den etablierten Geschäftsfeldern ist die IONOS Group in der Lage in neue Bereiche zu investieren und sich ergebende zusätzliche Chancen zu nutzen. So wurde in den letzen Jahren beispielsweise mit den neuen Top-Level-Domains (nTLDs), dem Cloud-Server, der Marketing Toolbox oder Managed Cloud Hosting stark in künftiges Wachstum investiert. Breite Wertschöpfung im Bereich DigitalisierungDurch die breite Angebotspalette im Bereich Web Presence & Productivity und Cloud Solutions deckt die IONOS Group die komplette Wertschöpfungskette ab. Die Produkte und Lösungen werden in den firmeneigenen "Internet-Fabriken" oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und auf Servern in den eigenen Rechenzentren betrieben. Damit kann die IONOS Group eine hohe Qualität sicherstellen und gleichzeitig zeitnah und flexibel auf Digitalisierungsbedürfnisse ihrer Kunden oder veränderte Marktsituationen reagieren und so Neukunden gewinnen und Bestandskunden binden. InternationalisierungWeb Presence & Productivity Produkte sowie Cloud Solutions sind weltweit einsetzbar und funktionieren in Frankfurt am Main nach den gleichen Regeln wie in London, Rom oder New York. So hat die IONOS Group bereits in der Vergangenheit zunächst für Deutschland entwickelte Produkte wie MyWebsite auf Sprache und länderspezifische Unterschiede angepasst und diese sukzessive in andere Länder ausgerollt. Dank der guten Exportierbarkeit dieser Produkte ist die IONOS Group schon heute in zahlreichen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Niederlande, Österreich, Schweiz, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei und Schweden) sowie in Nordamerika (Kanada, Mexiko, USA) tätig. Weitere Länder und Produkt-Rollouts werden sukzessive folgen. Gesamtaussage des Vorstands zur ChancensituationAngesichts der dynamischen Marktentwicklung in den Bereichen Internet-Zugänge und Cloud-Computing liegen die Wachstumschancen des Konzerns auf der Hand: Überall und ständig verfügbare, immer leistungsfähigere Breitbandanschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender, Freiberufler sowie kleine - und mittelständische Unternehmen sind für die IONOS Group aus heutiger Sicht die Wachstumstreiber der nächsten Jahre. Das überwiegend auf Abonnements - mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten - basierende Geschäftsmodell sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen Geschäftsfeldern und neuen Märkten zu nutzen - organisch oder auch durch Übernahmen und Beteiligungen. 3.3 PrognoseberichtDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem Weltwirtschaftsausblick vom 30. Januar 2023 seine Prognosen für die Entwicklung der globalen Volkswirtschaften in den Jahren 2023 und 2024 aktualisiert. Dabei geht der IWF davon aus, dass die Weltwirtschaft die Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und die weiterhin hohe Inflation etwas besser verkraften wird als zunächst befürchtet. Gleichwohl rechnet der Fonds in seinem Weltwirtschaftsausblick für 2023 mit einem globalen Wachstum von lediglich 2,9 % (nach 3,4 % in 2022), sieht die Aussichten dabei jedoch "weniger düster" als noch im Oktober 2022. Der IWF erwartet insofern für 2023 kein Abrutschen der Weltwirtschaft in die Rezession - eine Option, welche die Ökonomen im Herbst nicht ausgeschlossen hatten. Für 2024 prognostiziert der IWF ein Wachstum der Weltwirtschaft um 3,1 %. Allerdings zählt der IWF-Bericht auch etliche Risiken auf, die eine Verschlechterung der Wirtschaftslage zur Folge hätten: eine weitere Verschärfung der Coronalage in China, eine Eskalation des russischen Angriffskriegs und eine Schuldenkrise aufgrund der strengen Geldpolitik der Zentralbanken. Für die nordamerikanischen Zielländer von IONOS, die USA, Kanada und Mexiko, fallen die neuen Prognosen des IWF wie folgt aus: Die Volkswirtschaft in den USA soll (nach 2,0 % in 2022) um 1,4 % in 2023 und 1,0 % in 2024 zulegen. Für Kanada wird (nach 3,5 % in 2022) für 2023 und 2024 ein Wachstum von jeweils 1,5 % erwartet. Die Volkswirtschaft in Mexiko soll (nach 3,1 % in 2022) um 1,7 % in 2023 und 1,6 % in 2024 zulegen. Für die Euro-Zone hat der IWF für 2023 und 2024 (nach 3,5 % in 2022) ein Wachstum von 0,7 % bzw. 1,6 % in Aussicht gestellt. Auch für die Volkswirtschaften der wesentlichen europäischen Zielländer von IONOS innerhalb der EU, Frankreich, Spanien und Italien, erwartet der Fonds lediglich geringe Zuwächse: Für Frankreich prognostizieren die Ökonomen (nach 2,6 % in 2022) ein Wachstum von 0,7 % in 2023 bzw. 1,6 % in 2024. Spanien soll (nach 5,2 % in 2022) in 2023 und 2024 um 1,1 % bzw. 2,4 % zulegen. Und für Italien erwartet der IWF (nach 3,9 % in 2022) für 2023 und 2024 ein Wachstum von 0,6 % bzw. 0,9 %. Für das Nicht-EU-Land Großbritannien rechnet der IWF (nach 4,1 % in 2022) in 2023 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um -0,6 % und in 2024 mit einem Wachstum um 0,9 %. Für den aus Sicht von IONOS wichtigsten Markt, Deutschland, erwartet der IWF (nach 1,9 % in 2022) ein Wirtschaftswachstum von 0,1 % in 2023 und 1,4 % in 2024. Mit dem erwarteten Wachstum von 0,1 % bzw. 1,4 % in 2023 und 2024 liegt der Fonds leicht unter der Prognose der Bundesregierung, die am 25. Januar 2023 im Rahmen ihres Jahreswirtschaftsberichts 2023 von einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 0,2 % in 2023 bzw. 1,8 % in 2024 ausgeht. Die Bundesregierung zeigt sich damit etwas zuversichtlicher in der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage als noch vor wenigen Monaten und geht inzwischen anstelle einer Rezession von einem kleinen Plus für 2023 aus. Als Ursache für die leicht gestiegenen Erwartungen nennt die Bundesregierung insbesondere die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, die sich trotz Lieferketten-Engpässen, Sanktionen gegenüber Russland und des Stopps russischer Gaslieferungen als stabil erwiesen hat. Markt-Prognose: Entwicklung wesentlicher Bruttoinlandsprodukte aus Sicht der IONOS Group
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2023 Markt- / BranchenerwartungenTrotz der Herausforderungen durch Krieg, Lieferengpässe, Inflation und Fachkräftemangel erwartet der Branchenverband Bitkom für den deutschen ITK-Markt insgesamt in 2023 ein Wachstum um 3,8 % (Vorjahr: 4,0 %). Die Umsätze sollen damit mit 203,4 Mrd. € erstmals über die 200-Milliarden-Euro-Marke steigen. Der Markt für Informationstechnik soll 2023 wie im Vorjahr überdurchschnittlich zulegen und seine Bedeutung als größtes Branchensegment weiter ausbauen. Die Umsätze sollen nach Bitkom-Berechnungen in 2023 um 6,3 % (Vorjahr: 6,6 %) auf 126,4 Mrd. € zulegen. Am stärksten soll dabei erneut das Software-Segment, das besonders durch das Cloud-Geschäft angetrieben wird, mit einem kräftigen Plus von 9,3 % (Vorjahr: 9,4 %) auf 38,8 Mrd. € wachsen. Auch der Umsatz mit IT-Hardware soll deutlich zulegen, um 5,3 % (Vorjahr: 5,4 %) auf 39,7 Mrd. €. Für das Geschäft mit IT-Services, wozu unter anderem die IT-Beratung gehört, wird ein stabiles Wachstum um 4,7 % (Vorjahr: 5,5 %) auf 47,8 Mrd. € erwartet. Von besonderer Bedeutung für die IONOS Group ist der weltweite Cloud Computing Markt. Nach dem sehr starken Wachstum in 2022 (18,8 %) erwartet Gartner in 2023 ein weltweites Wachstum für Public Cloud Services von 490,33 Mrd. USD um 20,7 % auf 591,79 Mrd. USD. Markt-Prognose: Cloud Computing weltweit(in Mrd. $)
Quelle: Gartner, Oktober 2022 UnternehmenserwartungenPrognose für das Geschäftsjahr 2023Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet die IONOS Group folgende Entwicklung Ihrer wesentlichen Steuerungsgrößen: Die IONOS Group SE prognostiziert für das Geschäftsjahr 2023 einen währungsbereinigten Anstieg der Umsatzerlöse um ca. 10% vs. Vorjahr auf rund 1.4 Mrd. € (Vorjahr: rund 1,293 Mrd. €). Der prognostizierte Anstieg der Umsatzerlöse soll sowohl durch positive Wachstumsbeiträge aus dem Bereich Web Presence & Productivity als auch dem Bereich Cloud Solutions erreicht werden. Für die bereinigte EBITDA Marge rechnet der Konzern für das Geschäftsjahr 2023 mit mindestens 27% (Vorjahr: 26,7%) und somit einem Anstieg des bereinigten EBITDA um ebenfalls mindestens 10%. Gesamtaussage des VorstandesAuf Basis der auch durch den IWF erwarteten Fortsetzung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums in den Kernabsatzmärkten der IONOS Group im generellen sowie der weiter voranschreitenden Digitalisierung im speziellen, blickt der Vorstand der IONOS Group SE auch auf Grund des stabilen und überwiegend auf elektronischen Abonnements beruhenden Geschäftsmodells weiterhin optimistisch in die Zukunft. Die Entwicklung der Gruppe während der Corona-Pandemie aber auch im Zuge der Ukraine-Krise hat gezeigt, dass das Geschäftsmodell der IONOS Group SE relativ konjunkturunabhängig ist und dass selbst die während der Corona-Pandemie vorherrschenden Kontaktbeschränkungen - auch da das Geschäft der IONOS Gesellschaften keine physische Präsenz erfordert - keine direkten negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Gruppe hatten. Auch das Ansteigen einiger Kostenarten als Ergebnis eines globalen Angebotsmangels und steigende Inflationsraten haben hierauf nur temporären Einfluss und werden mittelfristig über gezielte Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben. Der Fakt, dass KMUs im 21. Jahrhundert eine Internetpräsenz benötigen und die IONOS Group SE in einem skalierbaren Geschäftsmodell die Marktführerschaft innehält, unterstützt diese Einschätzung. Daneben wurde mit den in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen in Kundenbeziehungen - insbesondere durch breit aufgestellte TV-Kampagnen in den europäischen Kernmärkten, ergänzt durch lokalisierte Marketing-Maßnahmen in den anderen Absatzmärkten der Gruppe -, dem weiteren Ausbau neuer Geschäftsfelder sowie dem Launch neuer Produkte im Rahmen von organischem aber auch anorganischem Wachstum ein breites Fundament für den geplanten Umsatz- und Ergebnisanstieg geschaffen. Diese nachhaltige Geschäftspolitik wird die IONOS Group auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Im Geschäftsjahr 2023 sollen die heutigen Zielmärkte mit Web Presence & Productivity Produkten aber auch mit Cloud-Produkten weiter erschlossen werden. Schwerpunkte sind dabei neben der Vermarktung von Web Presence & Productivity Produkten wie beispielsweise Webhosting und Homepage-Baukästen sowie E-Mail und e-Shop-Produkten insbesondere der Ausbau unseres Cloud-Produktportfolios sowohl bei mittelständischen Unternehmen, aber auch im Bereich des öffentlichen Sektors. Dies in Verbindung mit dem weiteren Ausbau bestehender Kundenbeziehungen durch das Angebot spezifisch auf das Profil des jeweiligen Kunden zugeschnittener Produkte, soll zu einem nachhaltigen und breiten Wachstumsfundament für zukünftige Geschäftsjahre beitragen. Nach einem positiven Jahresauftakt ist der Vorstand die IONOS Group auch zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts sehr optimistisch, die in der Planung enthaltenen Ziele zu erreichen. Insgesamt sieht der Vorstand die Gesellschaft für die weitere Unternehmensentwicklung sehr gut aufgestellt und blickt grundsätzlich optimistisch in die Zukunft. Zukunftsgerichtete Aussagen und PrognosenDer vorliegende Konzernlagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstands der IONOS Group sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien für die darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Vielmehr sind die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich künftig möglicherweise als nicht zutreffend erweisen können. Die IONOS Group übernimmt keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsbezogenen Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.
Montabaur, der 28. März 2023 Achim Weiß Britta Schmidt KONZERNABSCHLUSS 2022Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022in T€ VERMÖGENSWERTE
SCHULDEN UND EIGENKAPITAL
Konzern-Gesamtergebnisrechnungvom 1. Januar bis 31. Dezember 2022in T€
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungvom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzern-Kapitalflussrechnungvom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022in T€
KONZERNANHANG FÜR 2022ABSCHLUSSGRUNDLAGEN UND RECHNUNGLEGUNGSMETHODEN1. Allgemeine Informationen zum Unternehmen und zum AbschlussDer Konzernabschluss der IONOS Group SE (vormals: IONOS TopCo SE), Montabaur, (im Folgenden "IONOS Group SE", "Group SE" oder "Gesellschaft") setzt sich aus verschiedenen Gesellschaften im In- und Ausland zusammen (im Folgenden zusammen "IONOS Group Konzern" oder "Konzern"). Der IONOS Group Konzern ist der führende europäische Internet-Spezialist im Geschäftsfeld Hosting und entwickelt darüber hinaus Applikationen für den Einsatz des Internets. Entsprechend der internen Managementberichterstattung liegt ein einziges operatives Segment vor. Die IONOS Group SE hat ihren Sitz in 56410 Montabaur, Elgendorfer Straße 57, Deutschland, und ist dort beim Amtsgericht unter HRB 25386 eingetragen. Die United Internet AG hält zum 31. Dezember 2022 75,10% der Aktien an der IONOS Group SE. Die übrigen 24,90 % der Aktien an der IONOS Group SE werden von der WP XII Venture Holdings II SCSp, Luxemburg / Luxemburg (im Folgenden "WP Lux") gehalten. Zudem hält die United Internet AG eine Vorzugsaktie an der IONOS Group SE. Der Konzernabschluss der IONOS Group SE wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 315e Abs. 3 S. 2 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Berichtswährung ist Euro. Die Angaben im Anhang erfolgen entsprechend der jeweiligen Angabe in Euro (€), Tausend Euro (T€) oder Millionen Euro (Mio. €). Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind einzelne Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2022. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand der IONOS Group SE am 28. März 2023 aufgestellt und im Anschluss an den Aufsichtsrat weitergeleitet. Bis zur Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat könnten sich theoretisch noch Änderungen ergeben. Der Vorstand geht jedoch von einer Billigung des Konzernabschlusses in der vorliegenden Fassung aus. Die Group SE stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf und legt diesen im Bundesanzeiger offen. Der Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen wird durch die United Internet AG aufgestellt und im Bundesanzeiger offengelegt. Gesellschaftsrechtliche Einbettung des IONOS Group Konzerns in die United Internet GruppeNachfolgendes Schaubild gibt einen vereinfachenden Überblick über die gesellschaftsrechtliche Struktur der United Internet Gruppe und des IONOS Group Konzerns per 31. Dezember 2022:
KonsolidierungskreisAbgrenzung des KonsolidierungskreisesDer Konzern umfasst zum 31. Dezember 2022 folgende Gesellschaften, an denen die IONOS Group unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich (entsprechend den in Klammern angegebenen Anteilen am Kapital) beteiligt ist. Der Anteil am Kapital entspricht, soweit nicht anders lautend beschrieben, dem Anteil der Stimmrechte. IONOS Holding SE, Montabaur (100,0 %)
Assoziierte UnternehmenBeteiligungen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik die Gesellschaft einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert und bestehen aus den folgenden wesentlichen Gesellschaften:
Änderungen im IONOS Group KonzernIm Geschäftsjahr 2022 wurden keine weiteren Gesellschaften erworben. Folgende Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2022 veräußert:
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2022 liquidiert:
Going ConcernDie IONOS Group SE weist in ihrem handelsrechtlichen Einzelabschluss zum 31. Dezember 2022 ein positives Eigenkapital auf. Das Konzerneigenkapital (inklusive auf nicht beherrschende Anteile entfallende Beträge) des IONOS Group Konzerns ist mit -162.180 T€ (Vorjahr: -231.708 T€) negativ. Das negative Eigenkapital des IONOS Group Konzerns ist nicht auf Verluste in der Vergangenheit zurückzuführen, sondern resultiert im Wesentlichen aus einer nicht zahlungswirksamen Ausschüttung an den Mehrheitsaktionär United Internet AG im Rahmen einer Konzernumstrukturierung im Jahr 2017 im Zusammenhang mit dem Erwerb von 33,33% der IONOS Group SE durch Warburg Pincus OOC, New York / USA (im Folgenden "WP). Bis Ende 2016 hielt die United Internet AG alle Stamm- und Vorzugsaktien an der 1&1 Internet SE (jetzt umbenannt in IONOS SE) und ihren Tochtergesellschaften. Im Jahr 2017 wurden im Zuge des Erwerbs von 33,33 % dieser Gruppe (1&1 Internet SE und ihre Tochtergesellschaften) durch WP mehrere Reorganisationsschritte durchgeführt. Zunächst hat die United Internet AG alle Stamm- und Vorzugsaktien an der IONOS SE, Montabaur in ihre Tochtergesellschaft IONOS Holding SE, Montabaur, gegen Ausgabe neuer Stammaktien und einer Vorzugsaktie sowie eines langfristigen Verkäuferdarlehens im Zusammenhang mit der Stundung des Kaufpreises eingebracht. In einem zweiten Schritt wurden alle Stammaktien der IONOS Holding SE in die neu gegründete IONOS Group SE gegen Ausgabe von 66,67% des Grundkapitals eingebracht. Die verbleibenden Anteile von 33,33% wurden von WP erworben. WP hat sich zu Bareinlagen und weiteren aufgeschobenen Kaufpreiszahlungen in Höhe von 369 Mio. € verpflichtet. Als Ergebnis der Umstrukturierung wurde die IONOS Group SE als neue Top-Holding gegründet und wurde die neue Muttergesellschaft der IONOS Gruppe. Da weder die IONOS Group SE noch die IONOS Holding SE im Rahmen der Konzernreorganisation als Erwerber nach IFRS 3 identifiziert wurden, hat die IONOS Group SE nicht die Erwerbsmethode nach IFRS 3 angewandt, sondern die Vermögenswerte und Schulden zu den Vorgängerbuchwerten der IONOS SE in den Konzernabschluss der IONOS Group SE übernommen. Infolgedessen wurden die neu geschaffenen Verkäuferdarlehen zwischen der United Internet AG als Darlehensgeberin und der IONOS Holding SE (1.569 Mio. €) als Darlehensnehmerin effektiv als Ausschüttung betrachtet und die WP-Zusage (369 Mio. €) als Einlage verbucht. Die Nettoauswirkung der Umstrukturierung war eine Verringerung des Nettoeigenkapitals der IONOS Group SE-Gruppe um 1.200 Mio. €. Vor der Konzernumstrukturierung im Jahr 2017 hatte der IONOS SE Konzern keine wesentlichen Finanzschulden. Um die Finanzierungsstruktur des Konzerns in Richtung eines höheren Verschuldungsgrades anzupassen, wurden im Rahmen der Umstrukturierung Verkäuferdarlehen geschaffen. Das Verkäuferdarlehen beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 819 Mio. (Vorjahr: EUR 889 Mio.). Am 1. Mai 2021 hat die United Internet AG ihre Anteile an der IONOS Group SE auf 75,10% aufgestockt, wodurch sich die Beteiligungsquote von WP Lux auf 24,90% reduziert hat. Der IONOS Group Konzern ist unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt, da
Auf dieser Grundlage besteht die Erwartung, dass der IONOS Group Konzern seinen finanziellen Verpflichtungen jederzeit nachkommen kann. 2. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeIn diesem Abschnitt werden zunächst sämtliche Rechnungslegungsgrundsätze dargestellt, die einheitlich für die in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden angewendet worden sind. Im Anschluss daran werden die in diesem Abschluss erstmalig angewendeten Rechnungslegungsstandards sowie die kürzlich veröffentlichten, aber noch nicht angewendeten Rechnungslegungsstandards erläutert. 2.1 Erläuterung wesentlicher Bilanzierungs- und BewertungsmethodenKonsolidierungsgrundsätzeDer Konzernabschluss umfasst den Abschluss der IONOS Group SE sowie alle von ihr beherrschten inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften (Mehrheitsbeteiligungen). Eine Beherrschung liegt vor, wenn der Konzern eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement bei dem Beteiligungsunternehmen hat und er seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen auch dazu einsetzen kann, diese Renditen zu beeinflussen. Insbesondere beherrscht der Konzern ein Beteiligungsunternehmen dann und nur dann, wenn er alle nachfolgenden Eigenschaften besitzt:
Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass der Besitz einer Mehrheit der Stimmrechte zur Beherrschung führt. Zur Unterstützung dieser Annahme und wenn der Konzern keine Mehrheit der Stimmrechte oder damit vergleichbarer Rechte an einem Beteiligungsunternehmen besitzt, berücksichtigt er bei der Beurteilung, ob er die Verfügungsgewalt an diesem Beteiligungsunternehmen hat, alle relevanten Sachverhalte und Umstände. Hierzu zählen u. a.:
Ergeben sich aus Sachverhalten und Umständen Hinweise, dass sich eines oder mehrere der drei Beherrschungselemente verändert haben, muss der Konzern erneut prüfen, ob er ein Beteiligungsunternehmen beherrscht. Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Die Konsolidierung endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens, das während des Berichtszeitraums erworben oder veräußert wurde, werden ab dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Tag, an dem die Beherrschung endet, im Konzernabschluss erfasst. Alle konzerninternen Vermögenswerte und Schulden, Eigenkapital, Erträge und Aufwendungen sowie Zahlungsströme aus Geschäftsvorfällen, die zwischen Konzernunternehmen stattfinden, werden bei der Konsolidierung vollständig eliminiert. Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses werden Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Anteilen zugerechnet, selbst wenn dies zu einem negativen Saldo der nicht beherrschenden Anteile führt. Bei Bedarf werden Anpassungen an den Abschlüssen von Tochterunternehmen vorgenommen, um deren Rechnungslegungsmethoden denen des Konzerns anzugleichen. Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Verliert der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen, so erfolgt eine Ausbuchung der damit verbundenen Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert), Schulden, nicht beherrschenden Anteile und sonstigen Eigenkapitalbestandteile. Jeder daraus entstehende Gewinn oder Verlust wird in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Jede zurückbehaltene Beteiligung wird zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Mit Verlust des beherrschenden Einflusses wird in der konsolidierten Gesamtergebnisrechnung ein Gewinn oder Verlust aus dem Abgang des Tochterunternehmens erfasst. Dieser Gewinn oder Verlust ermittelt sich in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen (i) dem Erlös aus der Veräußerung des Tochterunternehmens, dem beizulegenden Zeitwert zurückbehaltener Anteile, dem Buchwert der nicht beherrschenden Anteile sowie der kumulierten auf das Tochterunternehmen entfallenden Beträge des sonstigen Konzernergebnisses und (ii) dem Buchwert des abgehenden Nettovermögens des Tochterunternehmens. Nicht beherrschende Anteile stellen den Anteil des Ergebnisses und des Nettovermögens dar, der nicht den Anteilseignern des Konzerns zuzurechnen ist. Nicht beherrschende Anteile werden in der Konzernbilanz separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallenden Eigenkapital. Bei Erwerben von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss (Minderheitsanteile) oder Veräußerungen von Anteilen mit beherrschendem Einfluss, ohne dass der beherrschende Einfluss verloren geht, werden die Buchwerte der Anteile mit und ohne beherrschenden Einfluss angepasst, um die Änderung der jeweiligen Beteiligungsquote widerzuspiegeln. Der Betrag, um den die für die Änderung der Beteiligungsquote zu zahlende oder zu erhaltende Gegenleistung den Buchwert des betreffenden Anteils ohne beherrschenden Einfluss übersteigt, ist als Transaktion mit den Gesellschaftern direkt im Eigenkapital zu erfassen. UmsatzrealisierungDer Posten aus Erlösen mit Kunden umfasst ausschließlich Erlöse mit Dritten. Der Bilanzierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden liegen die folgenden fünf Stufen zugrunde:
Die IONOS Group SE bietet Freiberuflern, kleinen und mittleren Unternehmen sowie Privatanwendern ein breites Spektrum an E-Mail-, Hosting-, Cloud- und E-Business-Applikationen. Zu den Applikationen gehören z. B. Domains, Homepages und E-Shops, Anwendungen für Personal Information Management (E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Groupwork, Online-Storage oder Office-Applikationen. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft ihren Kunden über Sedo erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebsmöglichkeiten an. Neben Deutschland ist der IONOS Group Konzern vor allem in den USA, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Polen, Österreich, Schweiz, Italien, Kanada und Mexiko aktiv und zählt in allen genannten Ländern zu den führenden Unternehmen. Die Dienstleistungen werden jeweils über unterschiedliche Tochterunternehmen der IONOS Group SE im In- und Ausland angeboten. Die Kunden zahlen in der Regel im Voraus für einen vertraglich fixierten Zeitraum für die von der Gesellschaft zu erbringenden Leistungen. Die Hauptleistung in der Produktgruppe Domains besteht in der Domainregistrierung für den Endkunden bei der jeweiligen Registry. Bezüglich der zeitlichen Erfassung der Umsatzerlöse aus der Domainregistrierung wird auf die speziellen Regelungen hinsichtlich Lizenzen zurückgegriffen. Da im Falle einer Domain ein Nutzungsrecht an einem im Zeitpunkt der Lizenzgewährung bestehendem (statischen) geistigen Eigentum eingeräumt wird, erfolgt grundsätzlich eine zeitpunktorientierte Umsatzrealisierung. Produktgruppen, die im Rahmen von Mehrkomponentengeschäften Domains enthalten, betreffen vor allem Webhosting Produkte. Die angebotenen Webhosting-Pakete fassen üblicherweise Domainregistrierungen mit weiteren Dienstleistungen wie Speicherkapazität (Webspace) sowie Software-as-a-Service (SaaS) zusammen. Das Leistungsversprechen Webspace betrifft die Zurverfügungstellung von Speicherplatz auf Servern in den Rechenzentren des IONOS Group Konzerns. SaaS betrifft die Nutzung von Anwendungssoftware durch den Kunden (beispielsweise für die Erstellung von Websites), die auf Servern des IONOS Group Konzerns gehostet wird. Bei den Leistungsversprechen Webspace als auch SaaS handelt es sich jeweils um zeitraumbezogene Leistungsverpflichtungen, da der Kunde kontinuierlich durch entsprechenden Nutzenzufluss profitiert. Die Kundenverträge der Produktkategorie Webhosting umfassen in der Regel mehrere separate Leistungsverpflichtungen, die sowohl zeitpunkt- (Leistungsverpflichtung Domainregistrierung) als auch zeitraumbezogen (Leistungsverpflichtung Webspace und SaaS) zu realisieren sind. Das Gesamtentgelt aus dem Kundenvertrag wird daher auf die unterschiedlichen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Mangels separater Einzelveräußerungspreise für Webspace und SaaS sowie einer hohen Variabilität der Preise kommt die Residualmethode für die Aufteilung des Gesamtentgelts zur Anwendung. Der auf die zeitraumbezogenen Dienstleistungen entfallende Umsatzanteil ermittelt sich daher auf Basis des Gesamtentgelts abzüglich des Einzelveräußerungspreises der enthaltenen Domains. Wenn ein Unternehmen in einem Vertrag einem Kunden die Option zur Nutzung zusätzlicher Güter oder Dienstleistungen einräumt, so ergibt sich aus dieser Option eine vertragliche Leistungsverpflichtung, wenn die Option dem Kunden ein wesentliches Recht auf eine unentgeltliche oder vergünstigte Leistungsverpflichtung gewährt, welche der Kunde aber erst zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch nimmt. Solche wesentlichen Rechte ergeben sich im IONOS Group Konzern bei Mehrkomponentenverträgen, bei denen der Kunde das Recht auf mehrere Inklusiv-Domains zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses erhält, das Recht zur Domainregistrierung aber erst zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch nimmt. Dieses Recht wäre grundsätzlich anhand der erwarteten Inanspruchnahme als separate Leistungsverpflichtung in die Allokation des Transaktionspreises einzubeziehen. Dieses materielle Recht ist unwesentlich und wird somit nicht in die Allokation des Transaktionspreises einbezogen. Der IONOS Group Konzern gewährt seinen Kunden im Rahmen der Vertragsabschlüsse zeitlich begrenzte monetäre Aktionsrabatte auf die Grundgebühr der Hosting Dienstleistung und/oder auf Domains. Diese Rabatte werden über die Vertragslaufzeit der vereinbarten Leistungsverpflichtungen aus den Kundenverträgen analog den zugehörigen Leistungsverpflichtungen realisiert. Bei den Domains wirken sich Rabatte auf Grund der zeitpunkbezogenen Realisierung sofort umsatzmindernd aus. Die bei Vertragsabschluss an den Kunden fakturierten Einmalentgelte wie zum Beispiel Aktivierungs- und Einrichtegebühren stellen in der Regel keine günstige Verlängerungsoption dar und sind somit nicht als separate Leistungsverpflichtung zu erfassen. Diese Einmalgebühren sind Teil des Transaktionspreises und werden auf die identifizierten Leistungsverpflichtungen allokiert und entsprechend deren Leistungserbringung linearisiert. Einrichtegebühren für Domains werden sofort zeitpunkbezogen realisiert. Sofern Einmalentgelte im Einzelfall eine günstige Verlängerungsoption darstellen, erfolgt eine Abgrenzung über die erwartete Dauer des Kundenvertrags. Die Group SE agiert in Bezug auf bestimmte Produkte als Agent. Die Gesellschaft erfasst demnach Verkaufsprovisionen mit Leistungserbringung in den Umsatzerlösen. Die Umsatzerlöse aus diesen Produkten wurden somit netto dargestellt und zeitpunktbezogen realisiert. Neben den Applikations-Umsätzen werden in diesem Geschäftssegment auch die Umsätze aus der erfolgsabhängigen Werbeform Domain-Marketing abgebildet. Im Domain-Marketing betreibt die IONOS Group (über die Sedo GmbH) eine Handelsplattform für den Domain-Sekundärmarkt (Domain-Handel). Gleichzeitig bietet die Gesellschaft den Domain-Inhabern an, nicht genutzte Domains an Werbetreibende zu vermarkten (Domain-Parking). Neben diesen Kunden-Domains hält die Gesellschaft auch ein eigenes Portfolio an verkauf- bzw. vermarktbaren Domains. Im Domain-Handel erhält die Gesellschaft Provisionen bei erfolgtem Verkauf einer Domain über die Handelsplattform und erzielt darüber hinaus Umsatzerlöse aus Dienstleistungen rund um den Themenbereich Domain-Bewertung und -Transfer. Die Verkaufsprovisionen und Dienstleistungen bemessen sich dabei in der Regel prozentual vom erzielten Verkaufspreis, während es sich bei den sonstigen Dienstleistungen regelmäßig um Festpreise handelt. Beim Domain-Parking erfolgt die Vermarktung (primär über Kooperationen mit Suchmaschinen) hauptsächlich über Textlinks, d. h. über Verweise auf den geparkten Domains auf die Angebote der Werbetreibenden. Die Gesellschaft erhält dabei durch den Kooperationspartner monatlich eine erfolgsabhängige Vergütung auf Basis der generierten Klicks, die durch den Kooperationspartner ermittelt werden. Die Gesellschaft erfasst Verkaufsprovisionen mit Leistungserbringung in den Umsatzerlösen. Die Realisierung des Umsatzes erfolgt daher nach Abschluss der Transaktion bzw. nach der Erbringung der Dienstleistung. In den Umsatzerlösen des Domain-Parkings wird monatlich die von den Kooperationspartnern gutgeschriebene Vergütung erfasst. Erträge aus Dienstleistungen in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb, Rechenzentrum, Verwaltung und Produktmanagement und Umlagen gegenüber Konzerngesellschaften der United Internet Gruppe, die nicht Bestandteil des Konsolidierungskreises des IONOS Group Konzerns sind, werden unter Beachtung von IFRS 15 realisiert, sobald die Leistungsverpflichtungen erfüllt sind. In der Regel erfolgt dies zeitraumbezogen, wobei Leistungserbringung und Abrechnung übereinstimmen. Aus Gründen der Klarheit erfolgt der Ausweis in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung separat unter dem Posten "Erlöse mit nahestehenden Unternehmen". Ausweis von Veräußerungsgewinnen und -verlusten aus der Veräußerung von assoziierten UnternehmenDie reguläre Wertfortschreibung und Bewertung von Anteilen an assoziierten Unternehmen wird - soweit sie ergebniswirksame Effekte betrifft - im Finanzergebnis ausgewiesen (siehe auch Erläuterungen zum Finanzergebnis). Gewinne aus der Veräußerung von solchen Anteilen werden grundsätzlich unter den sonstigen betrieblichen Erträgen, Veräußerungsverluste unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. FremdwährungsumrechnungDer Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen und der Darstellungswährung der Gesellschaft, aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des IONOS Group Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind Währungsdifferenzen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie zur Sicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition direkt im Eigenkapital und erst bei deren Abgang im Periodenergebnis erfasst. Aus diesen Währungsdifferenzen entstehende latente Steuern werden ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Nicht-monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig war. Jegliche im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehende Geschäfts- oder Firmenwerte und jegliche am beizulegenden Zeitwert ausgerichtete Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb dieses ausländischen Geschäftsbetriebs resultieren, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs bilanziert und zum Stichtagskurs umgerechnet. Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe werden zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls (aus praktischen Erwägungen wird zur Umrechnung bei nicht stark schwankenden Wechselkursen ein gewichteter Durchschnittskurs gewählt). Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Der im Eigenkapital für einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag wird bei der Veräußerung dieses ausländischen Geschäftsbetriebs erfolgswirksam aufgelöst. Die Wechselkurse der wesentlichen Währungen entwickelten sich wie folgt:
SachanlagenSachanlagen werden grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Eine Sachanlage wird entweder beim Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus dem Abgang des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst. Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden über deren voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die angesetzten Nutzungsdauern ergeben sich aus der folgenden Übersicht:
Mietereinbauten sind in der Anlage "Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen" in der Position "1. Grundstücke und Bauten" enthalten, Kraftfahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Büroeinrichtung und Server in der Position "2. Betriebs- und Geschäftsausstattung". Für im Rahmen von Unternehmensakquisitionen erworbene Vermögenswerte des Sachanlagevermögens bestimmt sich die jeweils anzuwendende Restnutzungsdauer vor allem auf Basis der vorgenannten Nutzungsdauern sowie der bereits zum Erwerbszeitpunkt verstrichenen Nutzungsdauern. Die Durchführung von Werthaltigkeitstests sowie die Erfassung von Wertminderungen und Wertaufholungen erfolgt entsprechend der Vorgehensweise für immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer. FremdkapitalkostenFremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind, es sei denn, sie stehen im Zusammenhang mit der Herstellung oder dem Erwerb eines "Qualifying Assets". In der Berichtsperiode sowie im Vorjahr waren keine Fremdkapitalkosten zu aktivieren. Unternehmenszusammenschlüsse und FirmenwerteUnternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Dies beinhaltet die Erfassung aller identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Geschäftsbetriebs zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt. Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss ergeben sich bei erstmaligem Ansatz als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich oder dann auf Wertminderung geprüft, wenn Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert gemindert sein könnte. Zum Zweck der Überprüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, muss der Firmenwert, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, vom Übernahmetag an jeder der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen sollen, zugeordnet werden. Dieses gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des Konzerns diesen Einheiten bereits zugewiesen worden sind. Der Wertminderungsbedarf wird durch den Vergleich von erzielbarem Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, auf die sich der Firmenwert bezieht, mit deren Buchwert ermittelt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf DCF-Modelle, Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse von börsengehandelten Tochterunternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert bzw. die zahlungsmittelgenerierende Einheit als wertgemindert betrachtet und auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Ein für den Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden. Der Konzern nimmt die jährliche Überprüfung der Firmenwerte auf Werthaltigkeit zum Bilanzstichtag vor. Immaterielle VermögenswerteDer Konzern hat Verfügungsgewalt über einen Vermögenswert, wenn er in der Lage ist, sich den künftigen wirtschaftlichen Nutzen, der aus der zugrunde liegenden Ressource zufließt, zu verschaffen, und er den Zugriff Dritter auf diesen Nutzen beschränken kann. Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten von im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen, falls vorhanden, angesetzt. Kosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von aktivierungsfähigen Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn der Konzern Folgendes nachweisen kann:
Im Geschäftsjahr wurden hier 2.289 T€ (Vorjahr: 1.529 T€) aktiviert. Es wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbestimmter Nutzungsdauer differenziert. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, sofern ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Vorgehensweise des Werthaltigkeitstests entspricht dem des Werthaltigkeitstests für den Firmenwert. Die Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden im Fall von immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode und der Nutzungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gesamtergebnisrechnung unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts im Unternehmen entspricht. Die Abschreibung von aktivierten Entwicklungskosten beginnt ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Sie erfolgt über den Zeitraum, über den künftiger Nutzen zu erwarten ist, und wird unter den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts im Unternehmen entspricht. Während der Entwicklungsphase wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich zum Bilanzstichtag auf Ebene des einzelnen Vermögenswerts oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit einer Überprüfung auf Werthaltigkeit unterzogen. Die Vorgehensweise entspricht der des Werthaltigkeitstests für den Firmenwert. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbestimmter Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmten Nutzungsdauer zur begrenzten Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen. Die angesetzten Nutzungsdauern ergeben sich aus der folgenden Übersicht:
Zu jedem Bilanzstichtag wird zudem eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Anteile an assoziierten UnternehmenAnteile an assoziierten Unternehmen sind nach der Equity-Methode bewertet. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem der Konzern über maßgeblichen Einfluss verfügt und das weder ein Tochterunternehmen noch ein Joint Venture ist. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, nicht aber die Beherrschung oder die gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse. Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich nach dem Erwerb eingetretener Änderungen des Anteils der Gesellschaft am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der mit einem assoziierten Unternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben. Die Gesamtergebnisrechnung enthält den Anteil der Gesellschaft am Erfolg des assoziierten Unternehmens. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden von der Gesellschaft in Höhe ihres Anteils erfasst und - sofern zutreffend - in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen der Gesellschaft und dem assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen eliminiert. Mit Verlust des maßgeblichen Einflusses wird ein Gewinn oder Verlust aus dem Abgang des assoziierten Unternehmens erfasst in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen (i) dem Erlös aus der Veräußerung der Anteile, dem beizulegenden Zeitwert zurückbehaltener Anteile sowie der kumulierten auf das assoziierte Unternehmen entfallenden Beträge des sonstigen Konzernergebnisses und (ii) dem Buchwert der abgehenden Beteiligung. Die Abschlüsse des assoziierten Unternehmens werden in der Regel zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Soweit erforderlich, werden Anpassungen an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen. Nach Anwendung der Equity-Methode ermittelt der Konzern, ob es erforderlich ist, einen zusätzlichen Wertminderungsaufwand für die Anteile der Gesellschaft an assoziierten Unternehmen zu erfassen. Besteht ein objektiver Hinweis, dass eine Wertminderung eingetreten ist, erfolgt ein Werthaltigkeitstest entsprechend der Vorgehensweise für den Firmenwert. Objektive Hinweise liegen beispielsweise vor, wenn ein assoziiertes Unternehmen erhebliche finanzielle Schwierigkeiten hat, es Vertragsbrüche begeht, hohe Wahrscheinlichkeit für eine Insolvenz oder Notwendigkeit eines Sanierungsplans beim Beteiligungsunternehmen auftritt oder es zum Wegfall eines aktiven Marktes für die Nettoinvestition aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des assoziierten Unternehmens kommt. Ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines assoziierten Unternehmens unter dessen Anschaffungskosten ist ebenfalls ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung. Ein signifikanter Rückgang wird angenommen, wenn die Verringerung des beizulegenden Zeitwerts eines assoziierten Unternehmens am Bilanzstichtag mehr als 25% der Anschaffungskosten beträgt. Die Erfassung einer Wertminderung ist erforderlich, wenn der erzielbare Betrag geringer ist als der gesamte Buchwert des assoziierten Unternehmens. Die Wertminderungen werden in der Gesamtergebnisrechnung im Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen erfasst. Steigt der erzielbare Betrag in künftigen Perioden, wird in entsprechendem Umfang eine Wertaufholung vorgenommen. VertragsvermögenswerteEin Vertragsvermögenswert ist der Rechtsanspruch des Konzerns auf eine Gegenleistung für von ihm an den Kunden übertragene Güter und Dienstleistungen, sofern dieser Anspruch nicht allein an den Zeitablauf geknüpft ist. Jeder unbedingte Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung wird gesondert als Forderung ausgewiesen. Es wird regelmäßig überprüft, ob ein Vertragsvermögenswert im Wert gemindert ist. Das Vorgehen ist analog zu dem bei finanziellen Vermögenswerten. VertragsverbindlichkeitenEine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung des Konzerns, einem Kunden Güter oder Dienstleistung zu übertragen, für die es von diesem eine Gegenleistung empfangen hat. Erbringt ein Kunde eine Gegenleistung, bevor der Konzern dem Kunden Güter oder Dienstleistungen übertragen hat, wird eine Vertragsverbindlichkeit zum Zeitpunkt der Zahlung erfasst bzw. spätestens zum Zeitpunkt, an dem die Zahlung fällig wird. Vertragsverbindlichkeiten werden als Umsatz erfasst, sobald der Konzern die vertraglichen Leistungen erfüllt. VertragsanbahnungskostenZusätzliche Kosten, die bei der Anbahnung eines Vertrages mit einem Kunden anfallen (z. B. Vertriebsprovisionen), werden aktiviert, wenn der Konzern davon ausgeht, dass er diese Kosten zurückerlangen wird. Aktivierte Vertragsanbahnungskosten werden planmäßig über die geschätzte Nutzungsdauer amortisiert. Der Ansatz in der Bilanz erfolgt innerhalb der abgegrenzten Aufwendungen. Die Amortisation von Vertragsanbahnungskosten wird in den Vertriebskosten ausgewiesen. Die angesetzten Amortisationsdauern betragen für die Vertragsanbahnungskosten 1 bis 5 Jahre. Eine Wertminderung wird vorgenommen, wenn der Buchwert der aktivierten Kosten den verbleibenden Teil der erwarteten Gegenleistung des Kunden für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen abzüglich der hierfür noch anfallenden Kosten übersteigt. Klassifizierung in kurzfristig und langfristigDer IONOS Group Konzern gliedert seine Vermögenswerte und Schulden in der Bilanz in kurz- und langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden. Ein Vermögenswert wird als kurzfristig eingestuft, wenn
Alle anderen Vermögenswerte werden als langfristig eingestuft. Eine Schuld wird als kurzfristig eingestuft, wenn
Alle anderen Schulden werden als langfristig eingestuft. Latente Steueransprüche und -schulden werden als langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden eingestuft. Bemessung des beizulegenden ZeitwertsTeilweise werden Vermögenswerte und Schulden entweder bei erstmaliger Erfassung oder auch im Rahmen der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem:
Der Konzern muss Zugang zum Hauptmarkt oder zum vorteilhaftesten Markt haben. Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nicht-finanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen. Der IONOS Group Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten. Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder im Abschluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebene Fair-Value-Hierarchie eingeordnet, basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist:
Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Basis im Abschluss erfasst werden, bestimmt der IONOS Group Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft. Um die Angabeanforderungen über die beizulegenden Zeitwerte zu erfüllen, hat der IONOS Group Konzern Gruppen von Vermögenswerten und Schulden auf der Grundlage ihrer Art, ihrer Merkmale und ihrer Risiken sowie der Stufen der oben erläuterten Fair-Value-Hierarchie festgelegt. LeasingverhältnisseDer IONOS Group Konzern agiert ausschließlich als Leasingnehmer. Der Großteil der Leasingnehmerverträge im Konzern entfällt auf die Anmietung von Gebäuden und Fahrzeugen. Bei den Gebäuden können verschiedene Mietobjekte / Leasinggegenstände wie beispielsweise Flächen (Büroflächen, Rechenzentrumsflächen, Lagerflächen oder Parkflächen, etc.) Vertragsgegenstand sein. Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt. Der Konzern beurteilt bei Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. NutzungsrechteDer Konzern erfasst Nutzungsrechte zum Bereitstellungsdatum (d. h. zu dem Zeitpunkt, an dem der zugrunde liegende Leasinggegenstand zur Nutzung bereitsteht). Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet und um jede Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten berichtigt. Die Kosten von Nutzungsrechten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten, die entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie die bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich aller etwaigen erhaltenen Leasinganreize. Der Konzern bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option ausüben wird, oder der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option nicht ausüben wird. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit und erwarteter Nutzungsdauer der Leasingverhältnisse wie folgt abgeschrieben:
Wenn das Eigentum an dem Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern übergeht oder in den Kosten die Ausübung einer Kaufoption berücksichtigt ist, werden die Abschreibungen anhand der erwarteten Nutzungsdauer des Leasinggegenstands ermittelt. LeasingverbindlichkeitenAm Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern die Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen. Die Leasingzahlungen beinhalten feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen) abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind und Beträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien entrichtet werden müssen. Die Leasingzahlungen umfassen ferner den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn hinreichend sicher ist, dass der Konzern sie auch tatsächlich wahrnehmen wird, und Strafzahlungen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Konzern die Kündigungsoption wahrnehmen wird. Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, werden in der Periode, in der das Ereignis oder die Bedingung, dass bzw. die diese Zahlung auslöst, eingetreten ist, aufwandswirksam erfasst. Nach dem Bereitstellungsdatum wird der Betrag der Leasingverbindlichkeiten erhöht, um dem höheren Zinsaufwand Rechnung zu tragen, und verringert, um den geleisteten Leasingzahlungen Rechnung zu tragen. Zudem wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeiten bei Änderungen des Leasingverhältnisses, Änderungen der Laufzeit des Leasingverhältnisses, Änderungen der Leasingzahlungen (z. B. Änderungen künftiger Leasingzahlungen infolge einer Veränderung des zur Bestimmung dieser Zahlungen verwendeten Index oder Zinssatzes) oder bei einer Änderung der Beurteilung einer Kaufoption für den zugrunde liegenden Vermögenswert neu bewertet. Für die Bewertung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten wird der Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes werden Referenzzinssätze für einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren aus laufzeitadäquaten risikolosen Zinssätzen, erhöht um Kreditrisikoaufschläge sowie adjustiert um eine Liquiditäts- und Länderrisikoprämie, abgeleitet. Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt und andere Wahlrechte Der Standard sieht die Ausnahmen von der Aktivierung von Leasingverträgen vor, bei kurzfristigen Leasingverträgen (Leasingverträge mit einer Laufzeit von 12 Monaten oder weniger) und im Falle von geringwertigen Wirtschaftsgütern (z. B. PCs) den Ansatz eines Nutzungsrechts zu unterlassen. Kurzfristige Leasingverträge treten im IONOS Group Konzern nur in sehr geringem Umfang auf und werden daher aus Wesentlichkeitsgründen nicht gemäß IFRS 16 aktiviert. Für die nur in geringem Umfang bestehenden Leasingvereinbarungen über geringwertige Wirtschaftsgüter wird das Wahlrecht der Nichtbilanzierung nach IFRS 16 fallweise wahrgenommen. Leasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst. Die Ausnahmeregelung, jede Leasingkomponente eines Vertrags und alle damit verbundenen Nichtleasingkomponenten als eine einzige Leasingkomponente zu erfassen, wird nicht in Anspruch genommen. FinanzinstrumenteEin Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und beim anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzielle Vermögenswerte - erstmalige Erfassung und BewertungMit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten oder deren Laufzeit weniger als ein Jahr beträgt, bewertet der Konzern alle finanziellen Vermögenswerte bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert und im Fall eines finanziellen Vermögenswerts, der in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, zuzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten oder deren Laufzeit weniger als ein Jahr beträgt, werden mit dem Transaktionspreis bewertet. In diesem Zusammenhang wird auf die Rechnungslegungsmethoden im Abschnitt Umsatzrealisierung - Erlöse aus Verträgen mit Kunden verwiesen. Käufe oder Verkäufe finanzieller Vermögenswerte, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird (marktübliche Käufe), werden am Handelstag erfasst, d. h. am Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist. Finanzielle Vermögenswerte - FolgebewertungDie für Zwecke der Folgebewertung im Rahmen der erstmaligen Erfassung vorzunehmende Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte hängt von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte ab. Für die Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte in drei Kategorien klassifiziert:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente)Der Konzern bewertet finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf Wertminderungen zu überprüfen. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, modifiziert oder wertgemindert wird. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) ohne Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste bei Ausbuchung in die GesamtergebnisrechnungBeim erstmaligen Ansatz kann der Konzern unwiderruflich die Wahl treffen, seine Eigenkapitalinstrumente als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente zu klassifizieren, wenn sie die Definition von Eigenkapital nach IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung erfüllen und nicht zu Handelszwecken gehalten werden. Die Klassifizierung erfolgt einzeln für jedes Instrument. Gewinne und Verluste aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden niemals in die Gesamtergebnisrechnung umgegliedert. Dividenden werden in der Gesamtergebnisrechnung als sonstiger Ertrag erfasst, wenn der Rechtsanspruch auf Zahlung besteht, es sei denn, durch die Dividenden wird ein Teil der Anschaffungskosten des finanziellen Vermögenswerts zurückerlangt. In diesem Fall werden die Gewinne im sonstigen Ergebnis erfasst. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente werden nicht auf Wertminderung überprüft. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VermögenswerteDie Gruppe der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte enthält die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte, finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden, oder finanzielle Vermögenswerte, die zwingend zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. Finanzielle Vermögenswerte werden zwingend als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung oder des Rückkaufs in der nahen Zukunft erworben werden. Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft. Auch finanzielle Vermögenswerte mit Cashflows, die nicht ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen, werden unabhängig vom Geschäftsmodell als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und entsprechend bewertet. Zudem können Schuldinstrumente beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden, wenn dadurch eine Rechnungslegungsanomalie beseitigt oder signifikant verringert wird. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Dividenden aus börsennotierten Eigenkapitalinstrumenten werden ebenfalls als sonstiger Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn Rechtsanspruch auf Zahlung besteht. Finanzielle Vermögenswerte - AusbuchungEin finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert erloschen sind. Die im Sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne und Verluste für erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in die sonstigen Rücklagen umgebucht. Bei anteiligem Abgang erfolgt eine anteilige Umbuchung. Wertminderung von finanziellen VermögenswertenBei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten wendet der Konzern eine vereinfachte (einstufige) Methode zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste an, wobei zu jedem Abschlussstichtag eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst wird. Die Erwartungsbildung bezüglich künftiger Kreditverluste erfolgt anhand regelmäßiger Überprüfungen sowie Bewertungen im Rahmen der Kreditüberwachung. Aus historischen Daten werden regelmäßig Zusammenhänge zwischen Kreditverlusten und verschiedenen Faktoren (z. B. Zahlungsvereinbarung, Überfälligkeit, Mahnstufe, etc.) abgeleitet. Auf Basis dieser Zusammenhänge ergänzt um aktuelle Beobachtungen und zukunftsbezogene Annahmen bezüglich des zum Stichtag im Bestand befindlichen Portfolios an Forderungen und Vertragsvermögenswerten erfolgt eine Schätzung künftiger Kreditverluste. Der Konzern erfasst bei allen anderen Schuldinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden und nicht Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind, eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste. Erwartete Kreditverluste basieren auf der Differenz zwischen den vertraglichen Cashflows, die vertragsgemäß zu zahlen sind, und der Summe der Cashflows, deren Erhalt der Konzern erwartet, abgezinst mit einem Näherungswert des ursprünglichen Effektivzinssatzes. Die erwarteten Cashflows beinhalten die Cashflows aus dem Verkauf der gehaltenen Sicherheiten oder anderer Kreditbesicherungen, die wesentlicher Bestandteil der Vertragsbedingungen sind. Erwartete Kreditverluste werden in zwei Schritten erfasst. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Kreditverluste erfasst, die auf einem Ausfallereignis innerhalb der nächsten zwölf Monate beruhen. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst, unabhängig davon, wann das Ausfallereignis eintritt. Das operative Geschäft des Konzerns liegt im Wesentlichen im Massenkundengeschäft. Ausfallrisiken wird somit mittels Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Einzelwertberichtigung überfälliger Forderungen erfolgt im Wesentlichen in Abhängigkeit der Altersstruktur der Forderungen mit unterschiedlichen Bewertungsabschlägen, die im Wesentlichen aus den Erfolgsquoten der mit dem Einzug überfälliger Forderungen beauftragten Inkassobüros abgeleitet werden. Die Altersstruktur der Forderungen ist in der Anhangsangabe 19 ersichtlich. Alle Forderungen, die mehr als 365 Tage überfällig sind, werden zu 100 % einzelwertberichtigt. Die Ausbuchung vollständig wertberichtigter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt 180 Tage nach Inkassoübergabe, sofern keine positive Rückmeldung von Seiten des Inkassounternehmens erfolgt und auch kein unerwarteter Zahlungseingang des Kunden auf eine wertberichtigte Forderung eingeht, oder bei Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit des Kunden vor oder nach Übergabe zu den Inkassobüros. Weitere Einzelheiten zur Wertminderung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten sind in den folgenden Anhangsangaben enthalten:
Finanzielle Verbindlichkeiten - Erstmaliger Ansatz und BewertungFinanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, oder als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten klassifiziert. Sämtliche finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet, im Fall von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Finanzielle Verbindlichkeiten - FolgebewertungDie Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten hängt folgendermaßen von deren Klassifizierung ab: Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VerbindlichkeitenDiese Kategorie umfasst vom Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente. Getrennt erfasste eingebettete Derivate werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle VerbindlichkeitenNach der erstmaligen Erfassung erfolgt die Bewertung der als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet klassifizierten finanziellen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung von Agien und Disagien sowie von Gebühren oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzierungsaufwendungen enthalten. Finanzielle Verbindlichkeiten - AusbuchungEine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die ihr zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell anderen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, so wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst. Wird der Austausch oder die Änderung nicht wie eine Tilgung erfasst, so führen gegebenenfalls angefallene Kosten oder Gebühren zu einer Anpassung des Buchwerts der Verbindlichkeit und werden über die Restlaufzeit der geänderten Verbindlichkeit amortisiert. Saldierung von FinanzinstrumentenFinanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und der Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Beziehungen mit nahestehenden UnternehmenDer IONOS Group Konzern bietet nahestehenden Unternehmen administrative Leistungen oder auch seine Hosting-Produkte an. Hierzu gehören die Bereiche Entwicklung, Vertrieb, Rechenzentrum, Verwaltung und Produktmanagement. Des Weiteren arbeitet er bezüglich der Versorgung mit kurzfristigen Finanzmitteln und der Anlage überschüssiger Liquidität mit dem Konzern-Cash-Management der United Internet AG, Montabaur, zusammen. Dies dient grundsätzlich der kurzfristigen Finanzierung bzw. der kurzfristigen Anlage überschüssiger Liquidität. Die im Rahmen dieser Geschäftsbeziehung gewährten Kredite und angelegten Gelder werden als Verbindlichkeiten beziehungsweise Forderungen gegen(über) nahestehende(n) Unternehmen ausgewiesen und sind in der Regel täglich fällig beziehungsweise verfügbar. Gemäß der Cash Pool Vereinbarung ist die IONOS Holding SE als Cashpoolführerin des IONOS Group Konzerns dazu berechtigt, Liquidität zur Finanzierung ihres laufenden Geschäfts in Anspruch zu nehmen, sodass die Cash Pool Transaktionen nach Einschätzung des IONOS Group Konzerns in diesem Fall den Charakter einer Finanzierung aufweisen, somit als Finanzierungstätigkeit einzustufen sind und in diesem Sinne in der Kapitalflussrechnung im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen werden. Liegt zum Periodenende eine Forderung aus Cashpooling vor, so wird diese überschüssige Liquidität, die von der United Internet AG verzinst wird, bei ebendieser als Anlage hinterlegt und somit in der Kapitalflussrechnung im Cashflow aus Investitionstätigkeit ausgewiesen. VorräteVorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten notwendigen Vertriebskosten bis zum Veräußerungszeitpunkt. Zur Berücksichtigung von Bestandsrisiken werden angemessene Wertberichtigungen für Überbestände vorgenommen. Die Vorräte im IONOS Group Konzern bestehen im Wesentlichen aus Domains. Die Haltedauer der Domains ist abhängig von der Attraktivität bzw. Gängigkeit der einzelnen Domains. Eine zunehmende Haltedauer wird als Indikation für eine geringe Gängigkeit angesehen. Die geringere Gängigkeit der Domains wird dabei als sinkende Verkaufswahrscheinlichkeit interpretiert, wodurch der erzielbare Nettoveräußerungserlös infolge der höheren Kosten bis zum Veräußerungszeitpunkt in Verbindung mit einer geringeren Verkaufspreiserwartung sinkt. Entsprechend werden auf die Domains auf Basis ihrer Restbuchwerte Abschläge zum Ende eines jeweiligen Geschäftsjahres vorgenommen, die im Zeitablauf ansteigen. Die Abschläge werden erstmalig zum Ende des dem Erwerb folgenden Geschäftsjahres vorgenommen. Nach einer Haltdauer von sieben Jahren wird die Verkaufswahrscheinlichkeit seitens des IONOS Group Konzerns als gegen Null tendierend eingestuft und vereinfachend mit Null angenommen. Die Höhe der Gängigkeitsabschläge und die zeitliche Staffelung stellen eine bestmögliche Schätzung dar und sind entsprechend mit Unsicherheiten behaftet. Über die Gängigkeitsabschläge hinaus testet die Gesellschaft den Domainbestand zum jeweiligen Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen, die ein stärkeres Absinken des Nettoveräußerungswertes als mit den unterstellten Gängigkeitsabschlägen anzeigt. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Bankguthaben, sonstigen Geldanlagen, Schecks und Kassenbeständen, die allesamt einen hohen Liquiditätsgrad und eine - gerechnet vom Erwerbszeitpunkt - Restlaufzeit von unter 3 Monaten aufweisen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu Anschaffungskosten bewertet. Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des ArbeitsverhältnissesDie Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden mit Gehaltszahlung an den Arbeitnehmer als Aufwand erfasst. RückstellungenEine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Sofern der IONOS Group Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert nur dann erfasst, wenn der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bildung einer Rückstellung wird nach Abzug der Erstattung erfolgswirksam erfasst. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt zum Barwert auf der Basis der bestmöglichen Schätzung des Managements hinsichtlich der Aufwendungen, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung am Ende der Berichtsperiode erforderlich sind. Der Diskontierungssatz zur Ermittlung des Barwerts ist ein Vorstreuersatz, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zeitwerts des Geldes und der mit der Verbindlichkeit verbundenen spezifischen Risiken widerspiegelt. Die Erhöhung der Rückstellung aufgrund des Zeitablaufs wird als Zinsaufwand erfasst. Aktienbasierte VergütungAls Entlohnung für die geleistete Arbeit erhalten Mitarbeiter und Vorstände des Konzerns eine aktienbasierte Vergütung in Form von Eigenkapitalinstrumenten und in Form der Gewährung von Wertsteigerungsrechten, die nach Wahl der Gesellschaft in bar oder durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen werden können. Nur mit Beschäftigten des im Geschäftsjahr 2021 neu aufgelegten Vergütungsplans bestehen Vereinbarungen über Wertsteigerungsrechte, die in bar auszugleichen sind. Die Verpflichtung des Konzerns wird entsprechend den Vorschriften des IFRS 2 als sonstige Rückstellung abgebildet. In allen anderen Vereinbarungen im IONOS Group Konzern liegt gegenwärtig keine Verpflichtung zum Barausgleich vor, so dass die betreffenden aktienbasierten Vergütungstransaktionen als Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert werden. Für Verpflichtungen aus der Gewährung von aktienbasierten Vergütungen an Mitarbeiter, deren Ausgleich in bar erfolgt, wird der beizulegende Zeitwert der Schuld an jedem Bilanzstichtag und zum Auszahlungszeitpunkt neu ermittelt. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts muss für die Gewährung dieser Instrumente ein geeignetes Bewertungsverfahren bestimmt werden; dieses ist abhängig von den Vertragsbedingungen. Es ist weiterhin die Bestimmung geeigneter in dieses Bewertungsverfahren einfließender Daten, darunter insbesondere die voraussichtliche Optionslaufzeit, Volatilität, Ausübungsverhalten und Dividendenrendite sowie entsprechende Annahmen erforderlich. Die Erfassung von aus der Gewährung der aktienbasierten Vergütungen resultierenden Aufwendungen und die korrespondierende Erhöhung der Rückstellung erfolgt über den Zeitraum, in dem die Ausübungs- bzw. Leistungsbedingungen erfüllt werden müssen (sog. Erdienungszeitraum). Dieser Zeitraum endet am Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit, d.h. dem Zeitpunkt, an dem der betreffende Mitarbeiter unwiderruflich bezugsberechtigt wird. Die Kosten aus Vereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bemessen. Der beizulegende Zeitwert wird unter Anwendung eines geeigneten Optionspreismodells ermittelt; hier kommen das Black-Scholes Modell und die Monte-Carlo-Simulation zur Anwendung. Zu jedem Bilanzierungsstichtag wird eine Neueinschätzung des zu erwartenden Ausübungsvolumens vorgenommen und der Zuführungsbetrag entsprechend angepasst. Notwendige Anpassungsbuchungen sind jeweils in der Periode vorzunehmen, in der neue Informationen über das Ausübungsvolumen bekannt werden. Die Erfassung der aus der Gewährung von Vereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente sowie Vereinbarungen mit Barausgleich resultierenden Aufwendungen erfolgt über den Zeitraum, über den die zugehörige Arbeitsleistung erbracht wird (sog. Erdienungszeitraum). Dieser Zeitraum endet an dem Tag, an dem alle Ausübungsbedingungen (Dienst- und Leistungsbedingungen) erfüllt sind, d. h. dem Zeitpunkt, an dem der betreffende Mitarbeiter unwiderruflich bezugsberechtigt wird. Die an jedem Bilanzstichtag bis zum Zeitpunkt der ersten Ausübungsmöglichkeit ausgewiesenen kumulierten Aufwendungen reflektieren den bereits abgelaufenen Teil des Erdienungszeitraums sowie die Anzahl der zugesagten Rechte, die nach bestmöglicher Schätzung des Konzerns mit Ablauf des Erdienungszeitraums tatsächlich ausübbar werden. Hierbei wird jeweils eine Fluktuationswahrscheinlichkeit von 0 % angesetzt. Der im Periodenergebnis im Personalaufwand erfasste Ertrag oder Aufwand entspricht der Entwicklung der zu Beginn und am Ende des Berichtszeitraums erfassten kumulierten Aufwendungen. Bei der Gewährung neuer Eigenkapitalinstrumente infolge der Annullierung der bisher gewährten Eigenkapitalinstrumente ist gem. IFRS 2.28(c) zu prüfen, ob die neu gewährten Eigenkapitalinstrumente einen Ersatz der bisherigen bzw. annullierten Instrumente darstellen. Bei einer Klassifikation als Ersatz erfolgt eine Bilanzierung der neuen Eigenkapitalinstrumente in gleicher Weise wie eine Änderung der ursprünglich gewährten Instrumente. Neue Eigenkapitalinstrumente, die nicht als Ersatz für annullierte Eigenkapitalinstrumente gewährt wurden, werden als neu gewährte Eigenkapitalinstrumente bilanziert. Die erhaltenen Leistungen werden mindestens mit dem am Tag der Gewährung (der ursprünglichen Instrumente) ermittelten beizulegenden Zeitwert erfasst. Sind die Änderungen für den Arbeitnehmer vorteilhaft, so wird der zusätzliche beizulegende Zeitwert der neuen Eigenkapitalinstrumente bestimmt und als zusätzlicher Aufwand über den Erdienungszeitraum verteilt. Der zusätzliche beizulegende Zeitwert wird aus der Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert der als Ersatz bestimmten Eigenkapitalinstrumente und dem beizulegenden Nettozeitwert der annullierten Eigenkapitalinstrumente am Tag der Gewährung der Ersatzinstrumente bestimmt. FinanzerträgeZinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind. Die Bewertung erfolgt unter Verwendung des Effektivzinssatzes, d. h. des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst. Tatsächliche und latente SteuernDer Steueraufwand einer Periode setzt sich zusammen aus tatsächlichen Steuern und latenten Steuern. Steuern werden in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Transaktionen, die im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesen Fällen werden die Steuern entsprechend im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst. Tatsächliche Steuern werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern, in denen der Konzern tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt, gelten oder in Kürze gelten werden. Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz. Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme der
Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können, mit Ausnahme von
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten oder gesetzlich angekündigt sind. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden. UmsatzsteuernAufwendungen und Vermögenswerte werden nach Abzug der Umsatzsteuer erfasst. Eine Ausnahme bilden folgende Fälle:
Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde zu erstatten oder an diese abzuführen ist, wird in der Bilanz unter den Forderungen bzw. Verbindlichkeiten ausgewiesen. Ergebnis je AktieDas "unverwässerte" Ergebnis je Aktie (Basic Earnings per Share) wird berechnet indem das den Inhabern von Namensaktien zuzurechnende Ergebnis durch den für den Zeitraum gewogenen Durchschnitt der ausgegebenen Aktien geteilt wird. Das "verwässerte" Ergebnis je Aktie (Diluted Earnings per Share) wird ähnlich dem Ergebnis je Aktie ermittelt, mit der Ausnahme, dass die durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien um den Anteil erhöht wird, der sich ergeben hätte, wenn die aus dem ausgegebenen Mitarbeiterbeteiligungsprogramm resultierenden ausübbaren Bezugsrechte ausgeübt worden wären. 2.2 Zusammenfassung der BewertungsgrundsätzeDie Bewertungsgrundsätze des Konzerns stellen sich - soweit keine Wertminderungen vorliegen - zusammengefasst und vereinfachend im Wesentlichen wie folgt dar:
2.3 Auswirkungen neuer bzw. geänderter IFRSFür das Geschäftsjahr ab dem 1. Januar 2022 wurden folgende Standards erstmalig angewendet:
Diese Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss und werden sich voraussichtlich auch in Zukunft nicht wesentlich auf den Konzern auswirken. 2.4 Bereits veröffentlichte, aber noch nicht anzuwendende RechnungslegungsstandardsNeben den vorgenannten, verpflichtend anzuwendenden IFRS wurden vom IASB noch weitere IFRS und IFRIC veröffentlicht, die das Endorsement der EU bereits teilweise durchlaufen haben, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt verpflichtend anzuwenden sind. Die IONOS Group SE wird diese Standards voraussichtlich erst zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umsetzen.
Aus den bereits veröffentlichten, aber noch nicht anzuwendenden Änderungen der IFRS werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet. 3. Wesentliche Ermessensentscheidungen und SchätzungenBei der Erstellung des Konzernabschlusses werden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen vom Management getroffen, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie den Ausweis von Eventualschulden auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten jedoch Ergebnisse entstehen, die in der Zukunft zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen. Ermessensentscheidungen, Schätzungen und AnnahmenBei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen, getroffen. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert. Auswirkungen durch die Coronavirus-PandemieDer Konzern ist aufgrund des langfristigen Abonnementgeschäfts gut aufgestellt und hatte überschaubare Auswirkungen durch die Coronavirus-Pandemie. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Folge der Coronavirus-Pandemie ist wie schon im Vorjahr im Wesentlichen unverändert geblieben. Immaterielle Vermögenswerte und SachanlagenDie Coronavirus-Pandemie hat zum aktuellen Stand keine wesentlichen Auswirkungen auf die Werthaltigkeit der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Werthaltigkeitsprüfung im Rahmen des Impairment Tests (Anhangsangabe 29). Auswirkungen des KlimawandelsUmwelt- und soziale Belange können sich auf verschiedene Weise auf die Werthaltigkeit der Vermögenswerte des Konzerns auswirken. Zu diesen Risiken gehören auch steigende Energiepreise für erneuerbare Energien zum Betrieb unserer Rechenzentren. Eine Zunahme extremer Wetterereignisse an bestimmten Standorten könnte ebenfalls zu Schäden an den Rechenzentren und potenziellen Unterbrechungen des Kundendienstes führen. Das Unternehmen geht derzeit davon aus, dass die durch Umwelt- und Sozialbelange verursachten Auswirkungen keinen wesentlichen Einfluss auf Wertminderungstests sowie die konsolidierten Abschlüsse haben werden. Krieg in der Ukraine und Gesamtwirtschaftliche LageWesentliche externe Ereignisse im Geschäftsjahr 2022 waren insbesondere der russische Angriffskrieg in der Ukraine und der damit verbundene Anstieg der Energiepreise sowie die grundsätzlich weiterhin hohe Inflation. Der IONOS Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftsaktivitäten nicht in den am Krieg beteiligten Ländern aktiv tätig. Die Ukraine wie auch Russland und Belarus sind keine Zielländer der IONOS Gesellschaften und es werden in den vorgenannten Ländern auch keine Standorte unterhalten. Vor diesem Hintergrund hatte der Krieg keine direkten Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns. UmsatzrealisierungDie Kundenverträge der Produktkategorie Webhosting umfassen in der Regel mehrere separate Leistungsverpflichtungen, die sowohl zeitpunkt- (Leistungsverpflichtung Domainregistrierung) als auch zeitraumbezogen (Leistungsverpflichtung Webspace und SaaS) zu realisieren sind. Das Gesamtentgelt aus dem Kundenvertrag wird daher auf die unterschiedlichen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Mangels separater Einzelveräußerungspreise für Webspace und SaaS sowie einer hohen Variabilität der Preise kommt die Residualmethode für die Aufteilung des Gesamtentgelts zur Anwendung. Der auf die zeitraumbezogenen Dienstleistungen entfallende Umsatzanteil ermittelt sich daher auf Basis des Gesamtentgelts abzüglich des Einzelveräußerungspreises der enthaltenen Domains. Die Einzelveräußerungspreise für Domains werden aus Verkäufen der Gesellschaft abgeleitet, denen Annahmen und Schätzungen zugrunde liegen. Änderungen dieser Annahmen und Schätzungen können somit auch Auswirkung auf die Höhe und den zeitlichen Verlauf der Umsatzrealisierung haben. Das Leitprinzip für die Abwägung, ob ein Unternehmen als Prinzipal oder als Agent handelt, ist, ob es die Verfügungsgewalt über das spezifizierte Gut oder die Dienstleistung hat, bevor es dieses bzw. diese auf den Kunden überträgt. Bei der Prüfung der Frage der Verfügungsgewalt sind häufig wesentliche Ermessensentscheidungen zu treffen. Dies betrifft insbesondere Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Vermarktung von Webseiten sowie den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen von Drittanbietern durch den Konzern. Kosten der VertragsanbahnungDie Ermittlung der geschätzten Amortisationsdauern für die Vertragsanbahnungskosten basiert auf Erfahrungswerten und ist mit wesentlichen Unsicherheiten, insbesondere bezüglich unvorhergesehener Kunden- oder Technologieentwicklung, behaftet. Eine Änderung der geschätzten Amortisationsdauern beeinflusst den zeitlichen Verlauf der Aufwandserfassung. Der Buchwert der aktivierten Vertragsanbahnungskosten betrug zum 31. Dezember 2022 16.153 T€ (Vorjahr: 12.018 T€). Wertminderung von nicht-finanziellen VermögenswertenDer Konzern überprüft den Firmenwert und übrige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf mögliche Wertminderung. Hierbei wird der erzielbare Betrag der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Firmenwert bzw. die immateriellen Vermögenswerte zugeordnet ist bzw. sind, entweder als "Nutzungswert" oder als beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Der Buchwert der Firmenwerte beläuft sich auf 820.844 T€ (Vorjahr: 825.261 T€). Der Buchwert der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf 51.164 T€ (Vorjahr: 51.830 T€). Zur Schätzung des Nutzungswerts oder des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten muss das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Für weitere Einzelheiten, einschließlich einer Sensitivitätsanalyse der wesentlichen Annahmen, wird auf die Anhangsangabe "Firmenwerte und Wertminderungen des Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer" unter Anhangsangabe 29 verwiesen. Zu den wesentlichen Annahmen des Managements im Hinblick auf die Bestimmung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gehören Annahmen bezüglich der Umsatzentwicklung und des Diskontierungszinssatzes. Aktienbasierte VergütungFür aktienbasierte Vergütungsvereinbarungen werden die Kosten aus Vereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bemessen. Bei Vereinbarungen, die als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich bilanziert werden, wird der beizulegende Zeitwert der Schuld an jedem Bilanzstichtag und zum Auszahlungszeitpunkt neu ermittelt. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts muss für die Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten ein geeignetes Bewertungsverfahren bestimmt werden; dieses ist abhängig von den Vertragsbedingungen. Es ist weiterhin die Bestimmung geeigneter in dieses Bewertungsverfahren einfließender Daten, darunter insbesondere die voraussichtliche Optionslaufzeit, Volatilität, Ausübungsverhalten und Dividendenrendite sowie entsprechende Annahmen erforderlich. Eine Änderung dieser Annahmen kann zu einem wesentlichen Personalaufwand in Folgejahren führen. Im Geschäftsjahr sind Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung (Long-term Incentives Programm) in Höhe von 4.208 T€ (Vorjahr: 12.788 T€) entstanden. SteuernUnsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Dem folgend sowie angesichts der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern. Der Konzern bildet, basierend auf vernünftigen Schätzungen, Rückstellungen für mögliche Auswirkungen steuerlicher Außenprüfungen in den Ländern, in denen er tätig ist. Die Höhe solcher Rückstellungen basiert auf verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Erfahrung aus früheren steuerlichen Außenprüfungen und unterschiedlichen Auslegungen der steuerrechtlichen Vorschriften durch das steuerpflichtige Unternehmen und die zuständige Steuerbehörde. Solche unterschiedlichen Auslegungen können sich aus einer Vielzahl verschiedener Sachverhalte ergeben, abhängig von den Bedingungen, die im Sitzland des jeweiligen Konzernunternehmens vorherrschen. Der Buchwert der Ertragsteuerschulden betrug zum 31. Dezember 2022 20.900 T€ (Vorjahr: 14.824 T€), die im Wesentlichen auf die laufenden Ertragsteuern des Geschäftsjahres 2022 entfallen. Latente Steueransprüche werden für nicht genutzte Zinsvorträge in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Zinsvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessensausübung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Zum 31. Dezember 2022 sind aktive latente Steuern auf Zinsvorträge in Höhe von 36.069 T€ (Vorjahr: 19.919 T€) aktiviert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und VertragsvermögenswerteForderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden in der Bilanz abzüglich der vorgenommenen Wertberichtigungen ausgewiesen. Die Wertberichtigung von zweifelhaften Forderungen erfolgt auf der Grundlage von erwarteten Kreditverlusten anhand regelmäßiger Überprüfungen sowie Bewertungen im Rahmen der Kreditüberwachung. Die hierzu getroffenen Annahmen über das Zahlungsverhalten und die Bonität der Kunden unterliegen wesentlichen Unsicherheiten. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferung und Leistung betrug zum 31. Dezember 2022 66.628 T€ (Vorjahr: 49.526 T€). Der Buchwert der Vertragsvermögenswerte betrug zum 31. Dezember 2022 8.129 T€ (Vorjahr: 7.896 T€). Sachanlagen und immaterielle VermögenswerteSachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden dann linear über die angenommene wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die angenommenen Nutzungsdauern basieren auf Erfahrungswerten und sind mit wesentlichen Unsicherheiten, insbesondere bezüglich unvorhergesehener technologischer Entwicklung, behaftet. Der Buchwert der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer und ohne geleistete Anzahlungen zum 31. Dezember 2022 beträgt 440.649 T€ (Vorjahr: 397.665 T€). Nutzungsrechte und LeasingverbindlichkeitenFür die Dauer des Leasingverhältnisses wird ein Nutzungsrecht in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich anfänglicher direkter Kosten, Vorauszahlungen und Rückbaukosten sowie abzüglich erhaltener Anreizzahlungen aktiviert, der planmäßig über die Vertragslaufzeit amortisiert wird. Gleichzeitig erfolgt die Passivierung einer Leasingverbindlichkeit in Höhe der künftigen Leasingzahlungen vermindert um den Zinsanteil. Zur Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen sind insbesondere bei Verträgen mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen Schätzungen hinsichtlich einer künftigen Inanspruchnahme erforderlich. Die Verträge für die Geschäftsräume an den Standorten in Montabaur und Karlsruhe enthalten Verlängerungsoptionen. Für die Bestimmung der Laufzeit dieser Verträge wurde aufgrund ihrer strategischen Bedeutung für den Konzern eine Laufzeit bis 2033 angenommen, mit Ausnahme zweier Verträge für im Jahr 2020 bezogene Gebäude in Karlsruhe mit einer angenommenen Laufzeit bis 2035. Für die Verträge für Bürogebäude an den anderen Standorten werden Verlängerungsoptionen überwiegend nicht in die Bestimmung der Laufzeit einbezogen, da diese Vermögenswerte vom Konzern ohne wesentliche Kosten ersetzt werden könnten. Für die Bewertung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten wird der Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes werden Referenzzinssätze für einen Zeitraum von bis zu 14 Jahren aus laufzeitadäquaten risikolosen Zinssätzen, erhöht um Kreditrisikoaufschläge abgeleitet. Bilanzierung von UnternehmenszusammenschlüssenUnternehmenszusammenschlüsse werden unter Zugrundelegung der Erwerbsmethode bilanziert. Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen ergeben sich bei erstmaligem Ansatz als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses anfallende Kosten werden als Aufwand erfasst und im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. Die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der bedingten Kaufpreiszahlungen unterliegt dabei wesentlichen Schätzungsunsicherheiten. Bei der Identifizierung von immateriellen Vermögenswerten wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf unabhängige Gutachten externer Bewertungsgutachter zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik für den jeweiligen immateriellen Vermögenswert ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen generierten Zahlungsmittel ist. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen und Schätzungen, die das Management bezüglich der künftigen Entwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat sowie des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes. 4. Unternehmenszusammenschlüsse und -beteiligungenUnternehmenszusammenschlüsse des GeschäftsjahresIm Geschäftsjahr 2022 hat der IONOS Group Konzern keine Anteile an Tochtergesellschaften oder Unternehmensbeteiligungen erworben. Unternehmenszusammenschlüsse des Vorjahres: Erwerb der Anteile an we22 AktiengesellschaftDer Konzern hatte sich am 1. Februar 2021 mit den Anteilseignern des deutschen Softwareunternehmens we22 Aktiengesellschaft über den 100 %igen Erwerb der Gesellschaft und deren Tochterunternehmen ("we22 Gruppe") durch die Tochtergesellschaft IONOS SE geeinigt. Die we22 Aktiengesellschaft ("we22") mit Hauptsitz in Köln wurde 1999 unter dem Namen Content Management Aktiengesellschaft gegründet. Die we22 Gruppe beschäftigte zum 31. Dezember 2021 mehr als 160 Mitarbeiter an den Unternehmensstandorten in Köln, Berlin, Erfurt sowie Boston. Das Unternehmen entwickelt hochskalierbare Software- und Infrastrukturlösungen zur Erstellung, Pflege und Hosting von Websites. Kernstück des Angebotes ist die White-Label Software CM4all, die mehr als 10.000 Geschäftskunden und drei Millionen Endkonsumenten weltweit zur Erstellung von Websites einsetzen. Seit dem Jahr 2000 ist CM4all mit über 25 Sprachversionen wesentlicher Bestandteil des Produktangebots von über 50 Hosting-Anbietern weltweit. Außerdem bietet die we22 Gruppe unter der Marke Web4Business in Deutschland Kleinunternehmen Dienstleistungen im Bereich Webseiten-Erstellung und Online-Marketing an. Mit dem Full-Service-Angebot zur Erstellung von Websites der we22 Gruppe hat der IONOS Group Konzern eine ideale Ergänzung für sein Hosting-Geschäft geschaffen und hat seine Strategie fortgesetzt, neben organischem Wachstum auch auf Akquisitionen zu setzen. Die Produkte und Services der we22 Gruppe stehen Kunden aller Gesellschaften des IONOS Group Konzerns zur Verfügung. Dabei wird insbesondere die Expertise der Gesellschaft zum Ausbau des Geschäfts rund um die professionelle Erstellung von Websites für Endkunden genutzt. CM4all wird auch weiterhin als White-Label-Lösung für andere Internet-Provider und Geschäftskunden angeboten. Kunden und Partner der we22 Gruppe profitieren von einer noch schnelleren Entwicklung und der Expertise von IONOS. Für den Erwerb der Anteile an der we22 hatte die Gesellschaft 22.561 T€ vereinbart. Darüber hinaus waren zum einen sogenannte Erhöhungsbeträge vereinbart worden, deren Auszahlung in Höhe von maximal 3.113 T€ an weitere aufschiebende Bedingungen in den Jahren 2021 und 2022 geknüpft waren und die zwischenzeitlich ausgezahlt wurden. Zum anderen war ein Erhöhungsbetrag in Form einer anteiligen Partizipation an der Wertsteigerung der IONOS Group SE bis zum Ablauf des Jahres 2024 oder eines vor diesem Zeitpunkt liegenden Kontrollwechsels bei der IONOS Group SE vereinbart worden. Dieser Erhöhungsbetrag ist ebenfalls an bestimmte Bedingungen geknüpft und hatte zum 31. Dezember 2021 einen beizulegenden Zeitwert von 2.762 T€. Die Zahlungen in Verbindung mit den Erhöhungsbeträgen stellten separate Transaktionen bzw. Vergütungen für Leistungen nach dem Zusammenschluss dar und sind somit kein Bestandteil der übertragenen Gegenleistung für das Erlangen der Beherrschung an der we22. Die IONOS SE hatte mit Wirkung zum 1. Februar 2021 (Erwerbszeitpunkt) die Beherrschung über die we22 Gruppe erlangt. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses waren Transaktionskosten in Höhe von insgesamt 216 T€ als Aufwand erfasst worden. Die we22 Gruppe war mit Erwerbszeitpunkt erstmals in den Konzernabschluss der IONOS Group einbezogen worden. Die Erstkonsolidierung der we22 Gruppe erfolgte gemäß IFRS 3 - Unternehmenszusammenschlüsse unter Anwendung der Erwerbsmethode. Der Netto-Zahlungsmittelabfluss aus der Akquisition setzten sich wie folgt zusammen:
Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden der we22 Gruppe stellten sich zum Erwerbszeit wie folgt dar:
Der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belief sich auf 2.226 T€. Der beizulegende Zeitwert der übernommenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die erwarteten Cashflows beliefen sich auf 2.048 T€. Der Konzern hatte die erworbenen Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen zum Zeitpunkt des Erwerbs bewertet. Die Nutzungsrechte waren mit demselben Betrag wie die Leasingverbindlichkeiten bewertet worden. Die latenten Steuerschulden umfassten hauptsächlich die Auswirkungen der höheren steuerlichen Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten. Der steuerlich nicht abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwert war vor allem nicht separierbaren Werten wie den erwarteten Synergieeffekten, strategischen Vorteilen sowie dem Mitarbeiter-Know-how zuzurechnen. Durch die Erstkonsolidierung der we22 Gruppe hatten sich die Umsatzerlöse um 8.026 T€ erhöht und das Ergebnis nach Steuern um 1.332 T€ im Geschäftsjahr 2021 vermindert. Wäre die we22 Gruppe bereits zum 1. Januar 2021 in den Konsolidierungskreis des IONOS Group SE Konzerns einbezogen worden, hätten sich die Umsatzerlöse zum 31. Dezember 2021 um 8.756 T€ erhöht und das Ergebnis nach Steuern um 1.453 T€ vermindert. ERLÄUTERUNGEN ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNG5. Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden / SegmentberichterstattungNach IFRS 8 basiert die Identifikation von berichtspflichtigen operativen Segmenten auf dem sogenannten Managementansatz. Danach erfolgt die externe Berichterstattung auf Basis der konzerninternen Organisations- und Managementstruktur sowie der internen Finanzberichterstattung an das oberste Leitungsgremium (Chief Operating Decision Maker). Die Funktion des Hauptentscheidungsträgers wird durch den Vorstand der Gesellschaft sowie durch den Vorstand der IONOS Holding SE ausgeübt, der die auf konsolidierter Basis dargestellten Finanzinformationen für die Zwecke der Ressourcenallokation und der Bewertung der finanziellen Leistung des gesamten Unternehmens überprüft. Entsprechend haben wir eine einzige operative Steuerungsebene. Die Darstellung relevanter Steuerungsgrößen des Konzerns erfolgt nach dem Managementansatz, der die Darstellung der relevanten Steuerungsebene auf Basis der internen Managementberichterstattung des Unternehmens verlangt, welche regelmäßig von dem Hauptentscheidungsträger überprüft wird. Im Folgenden werden die Steuerungsgrößen, die zur Beurteilung der Leistungen herangezogen werden, dargestellt:
Die gesamten Umsatzerlöse mit Dritten des IONOS Group Konzerns verteilen sich auf das In- und Ausland wie folgt:
Im Geschäftsjahr 2022 verteilen sich die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden auf Produkterlöse aus dem Geschäftsfeld Web Presence & Productivity in Höhe von 1.112.676 T€ (Vorjahr: 950.130 T€) und aus dem Geschäftsfeld Cloud in Höhe von 131.814 T€ (Vorjahr: 109.860 T€). Die Vertragssalden haben sich im Geschäftsjahr 2022 wie nachfolgend dargestellt entwickelt:
Im Geschäftsjahr 2022 wurden 71.630 T€ (Vorjahr: 71.238 T€) als Umsatzerlöse realisiert, die in den Vertragsverbindlichkeiten zu Beginn des Geschäftsjahres enthalten waren. Der Gesamtbetrag des Transaktionspreises der zum Ende der Berichtsperiode nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen beträgt zum 31. Dezember 2022 5.404 T€ (Vorjahr: 4.991 T€). Die folgende Tabelle zeigt die Zeiträume, wann mit einer Realisierung der zum Stichtag bestehenden Transaktionspreise aus noch nicht erfüllten oder teilweise unerfüllten Leistungsverpflichtungen zu rechnen ist:
Die dargestellten Transaktionspreise beziehen sich auf unerfüllte Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden mit einer ursprünglichen Vertragslaufzeit von mehr als 12 Monaten. Sie beziehen sich auf Dienstleistungskomponenten mit zeitraumbezogener Umsatzrealisierung und auf Verträge, für die ein Einmalentgelt fakturiert wurde und welches über die erwartete Kundenvertragslaufzeit als Umsatzerlös erfasst wird. "EBITDA" ist das Konzernergebnis vor Finanzierungsaufwendungen und Finanzerträgen sowie vor Abschreibungen. "EBITDA Marge" ist das Verhältnis des EBITDA zu den gesamten Umsatzerlösen. Die EBITDA Marge wird wie folgt berechnet:
Das Bereinigte EBITDA wird wie folgt berechnet:
(1) Beinhaltet Kosten für
Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.
Die nachfolgenden Darstellungen zeigt die Umsatzerlöse des Konzerns aus Verträgen mit Kunden sowie die langfristigen Vermögenswerte des IONOS Group Konzerns, unterschieden nach Herkunftsland des Unternehmens und anderen Ländern. Bei der Darstellung der Informationen auf geografischer Grundlage basieren die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden und die Vermögenswerte auf den geografischen Standorten der die Umsätze generierenden Konzerngesellschaften bzw. der Vermögenswerte. Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden auf Basis der geografischen Standorte der die Umsätze generierenden Konzerngesellschaften:
Es existiert kein einzelner Kunde, mit welchem mehr als 10% der externen Umsatzerlöse generiert werden. Langfristige Vermögenswerte auf Basis der Standorte der Vermögenswerte:
Langfristige Vermögenswerte beinhalten keine Finanzinvestitionen - mit Ausnahme von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen -, latente Steueransprüche oder Vermögenswerte aus Leistungen an Arbeitnehmer. 6. Erlöse mit nahestehenden UnternehmenDie Umsätze mit nahestehenden Unternehmen, d. h. Umsätze mit Konzerngesellschaften der United Internet Gruppe, die nicht Bestandteil des Konsolidierungskreises des IONOS Group Konzerns sind, belaufen sich auf 48.471 T€ (Vorjahr: 43.307 T€) und resultieren weitestgehend aus der internen Leistungsverrechnung. Die Gesellschaften des IONOS Group Konzerns erbringen allgemeine Dienstleistungen für Konzerngesellschaften außerhalb des Konsolidierungskreises in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb, Rechenzentrum, Verwaltung und Produktmanagement. Die gesamten Erlöse des IONOS Group Konzerns mit nahestehenden Unternehmen verteilen sich auf das In- und Ausland wie folgt:
7. Umsatzkosten
Der Anstieg des Aufwands für bezogene Leistungen resultiert im Wesentlichen aus Leistungseinkauf im Zusammenhang mit dem Vertrieb von Domains und dabei insbesondere mit den niedrigermargigen Parking-Umsätzen, so dass sich die Umsatzkosten überproportional zu den Umsatzerlösen erhöht haben. 8. Vertriebskosten
9. Verwaltungskosten
10. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und VertragsvermögenswerteBei den Wertminderungsaufwendungen handelt es sich um Forderungsverluste auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einschließlich Erträgen aus der Wertaufholung sowie die Wertberichtigung von Vertragsvermögenswerten und Aufwendungen aus der Ausbuchung. Die Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
11. Sonstige betriebliche Aufwendungen / ErträgeSonstige betriebliche Aufwendungen
Die Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung enthalten im Wesentlichen Verluste aus Kursänderungen zwischen Entstehungs- und Zahlungszeitpunkt von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kursverluste aus der Bewertung zum Stichtagskurs. Kursgewinne aus diesen Positionen werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Eine saldierte Betrachtung führt zu einem Nettoverlust von -579 T€ (Vorjahr: -4.244 T€). Die periodenfremden Aufwendungen enthalten im Berichtsjahr 2022 Aufwendungen für Umsatzkorrekturen infolge der Nichtberücksichtigung von Sonderkonditionen in der Rechnungstellung des Vorjahres in Höhe von 433 T€. Sonstige betriebliche Erträge
Die Erträge aus Fremdwährungsumrechnung enthalten im Wesentlichen Gewinne aus Kursänderungen zwischen Entstehungs- und Zahlungszeitpunkt von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kursgewinne aus der Bewertung zum Stichtagskurs. Kursverluste aus diesen Positionen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Die Erträge aus Mahngebühren und Rücklastschriften entstehen aufgrund von notwendigem Debitorenmanagement bei säumigen Kunden. 12. AbschreibungenDie Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen ist als Anlage zum Konzernanhang dargestellt. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen verteilen sich auf die Funktionsbereiche wie folgt:
Die Abschreibungen beinhalten auch die planmäßigen Abschreibungen auf die im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierten Vermögenswerte. Diese verteilen sich auf die aktivierten Vermögenswerte wie folgt:
Die planmäßigen Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen aktivierte Vermögenswerte verteilen sich auf die Unternehmenszusammenschlüsse wie folgt:
Auf die einzelnen Funktionsbereiche verteilen sich die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte wie folgt:
13. PersonalaufwendungenDie Personalaufwendungen für das Geschäftsjahr 2022 betragen 247.416 T€ (Vorjahr: 234.954 T€) und verteilen sich auf die Funktionsbereiche wie folgt:
Die Personalaufwendungen beinhalten Aufwendungen für Löhne und Gehälter in Höhe von 211.215 T€ (Vorjahr: 202.539 T€), Kosten der sozialen Sicherheit in Höhe von 35.268 T€ (Vorjahr: 31.586 T€) und Kosten der Altersversorgung in Höhe von 933 T€ (Vorjahr: 829 T€). Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach Köpfen im Geschäftsjahr beträgt 4.177 (Vorjahr: 3.946) und gliedert sich wie folgt nach In- und Ausland auf:
Für die betriebliche Altersversorgung bestehen im Konzern beitragsorientierte Zusagen. Bei den beitragsorientierten Zusagen (Defined Contribution Plan) zahlt das Unternehmen auf Grund gesetzlicher Bestimmungen Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen mehr. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen. Sie beliefen sich im Berichtszeitraum 2022 auf insgesamt 11.532 T€ (Vorjahr: 12.235 T€). 14. Finanzierungsaufwendungen
Zinsen und ähnliche Aufwendungen im Verbundbereich betreffen überwiegend Zinsen im Zusammenhang mit dem von der United Internet AG gewährten Verkäuferdarlehen sowie aus Ergebnisabführungsverträgen und Cashpool-Sachverhalten mit Gesellschaften der United Internet AG bzw. mit Konzerngesellschaften, die nicht dem Konsolidierungskreis des IONOS Group Konzerns angehören. Für weitere Erläuterungen wird auf Anhangsangabe 41 verwiesen. Die Aufwendungen aus der Folgebewertung einer Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 10.908 T€ (Vorjahr: 11.373 T€) resultieren aus der Folgebewertung der Kaufpreisverbindlichkeit im Zusammenhang mit dem Erwerb der STRATO AG. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Anhangsangabe 35. Die Aufwendungen aus der Folgebewertung der Verbindlichkeiten aus Put-Option in Höhe von 98 T€ (Vorjahr: 8.163 T€) resultieren aus der Folgebewertung der Put-Option auf die Minderheitenanteile der InterNetX Holding GmbH. Im Berichtsjahr wurde die Verbindlichkeit aus der Put-Option durch Zahlung an die Minderheitengesellschafter für die Aufstockung der Anteile (von 95,6% auf 100%) beglichen. Die Folgebewertung bezieht sich somit auf die Anpassung der Verbindlichkeit an den Ausübungspreis der Put-Option. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Anhangsangabe 35. 15. Finanzerträge
Die Erträge aus der Folgebewertung einer Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 8.786 T€ (Vorjahr: 0) resultieren aus der Folgebewertung der Kaufpreisverbindlichkeit im Zusammenhang mit dem Erwerb der STRATO AG. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Anhangsangabe 35. Zinsen und ähnliche Erträge aus nahestehenden Unternehmen betreffen Zinsen im Zusammenhang mit Cashpool-Sachverhalten mit Gesellschaften der United Internet AG bzw. mit Konzerngesellschaften, die nicht dem Konsolidierungskreis des IONOS Group Konzerns angehören. Für weitere Erläuterungen wird auf Anhangsangabe 41 verwiesen. Erträge aus Beteiligungen im Vorjahr resultierten fast ausschließlich aus Dividendenausschüttungen der Afilias Inc., Horsham, Pennsylvania, USA. 16. ErtragsteuernDie Steueraufwendungen in Höhe von 37.636 T€ (Vorjahr: 36.203 T€) des IONOS Group Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:
Nach dem deutschen Steuerrecht setzen sich die Ertragsteuern aus Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer sowie Solidaritätszuschlag zusammen. Die Gewerbesteuer in Deutschland wird auf das zu versteuernde Einkommen der Gesellschaft erhoben, korrigiert durch Kürzungen bestimmter Erträge, die nicht gewerbesteuerpflichtig sind und durch Hinzurechnung bestimmter Aufwendungen, die für Gewerbesteuerzwecke nicht abzugsfähig sind. Der effektive Gewerbesteuersatz hängt davon ab, in welcher Gemeinde die Gesellschaft tätig ist. Der durchschnittliche Gewerbesteuersatz im Geschäftsjahr 2022 für den steuerlichen Organkreis der IONOS Holding SE beträgt ca. 14,93 % (Vorjahr: 14,60 %). Unabhängig davon, ob das Ergebnis thesauriert oder ausgeschüttet wird, betrug der Körperschaftsteuersatz in Deutschland unverändert 15 %. Zusätzlich wird ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die festgesetzte Körperschaftsteuer erhoben. Die laufenden Ertragsteuern enthalten neben den Steuern auf das laufende Ergebnis periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von 2.915 T€ (Vorjahr: 1.201 T€). Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, steuerliche Zinsvorträge sowie temporäre Differenzen werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann. Im Geschäftsjahr 2022 entstand wie auch im Vorjahr kein latenter Steueraufwand aus der Inanspruchnahme aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge. Die Verlustvorträge in Deutschland, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betreffen die IONOS Group SE und belaufen sich auf 2.286 T€ für die Körperschaftsteuer und 2.294 T€ für die Gewerbesteuer. Es bestehen keine ausländischen steuerlichen Verlustvorträge. Die im deutschen Steuerrecht verankerte Zinsschranke begrenzt die Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen für die Ermittlung der Ertragsteuern von Körperschaften. Zinsaufwendungen, die demnach nicht abgezogen werden können, werden zeitlich unbefristet in folgende Wirtschaftsjahre vorgetragen (Zinsvortrag). Der Zinsvortrag des Konzerns, auf den keine latenten Steuern gebildet wurden, beträgt 89.847 T€ (Vorjahr: 112.962 T€). Im Geschäftsjahr wurden aufgrund positiver Planung der steuerlichen Ergebnisse zusätzliche aktive latente Steuern auf Zinsvorträge erfasst. Die sich hieraus ergebende Steuerentlastung hat im Geschäftsjahr 16.150 T€ betragen (Vorjahr: 9.019 T€). Davon entfallen latente Steuerforderungen in Höhe von 6.321 T€ auf Zinsvorträge aus den Vorjahren. Die latenten Steuern haben sich aus den folgenden Positionen abgeleitet:
*: Vorjahresausweis durch Saldierung aktiver mit
passiven latenten Steuern angepasst.
Der Passivüberhang der latenten Steuern aus dem Vorjahr von 25.107 T€ ist auf einen Passivüberhang in Höhe von 10.361 T€ gesunken. Somit belief sich der Gesamtbetrag der Veränderung des Saldos latenter Steuern auf 14.746 T€ (Vorjahr: 28.017 T€). Ursächlich für diese Veränderung sind im Wesentlichen folgende Faktoren:
Die passiven latenten Steuern auf immaterielle Vermögenswerte von 62.110 T€ (Vorjahr: 65.438 T€) resultieren im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Behandlung von im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierten immateriellen Vermögenswerten im Konzernabschluss und der Steuerbilanz. Die Veränderung des Saldos latenter Steuern im Vorjahresvergleich lässt sich wie folgt überleiten:
Die erfolgsneutral erfassten latenten Steuern resultieren zum größten Teil aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen. Die Überleitung vom Gesamtsteuersatz auf den effektiven Steuersatz der fortgeführten Aktivitäten stellt sich wie folgt dar:
Der Saldo von sonstigen steuerfreien Erträgen und nicht abzugsfähigen Aufwendungen betrifft insbesondere konzerninterne Dividenden. Der erwartete Steuersatz entspricht dem Steuersatz der Konzernmutter IONOS Group SE. Die Überleitungsgröße aus Steuersatzdifferenzen resultiert aus Steuersatzunterschieden in- und ausländischer Gruppen-Einheiten, verglichen mit der für die IONOS Group SE erwarteten Steuerquote. Die Überleitungsgröße aus steuerlichen Verlusten und nicht abziehbaren Zinsen des Geschäftsjahres, für die keine latenten Steuern angesetzt wurden, resultiert aus dem Nichtansatz von aktiven latenten Steuern auf den Teil des Zinsvortrags, für den sich zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung keine wahrscheinliche Nutzung aus der Ergebnisplanung ergibt. 17. Ergebnis je AktieDas Grundkapital setzt sich aus 360.001 Aktien inklusive einer Vorzugsaktie zusammen. Aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen der Tochtergesellschaften ergibt sich zum Stichtag kein Verwässerungseffekt, da die Ausübungsbedingungen zum Stichtag nicht erfüllt waren.
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ18. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Bankguthaben, kurzfristigen Anlagen, Schecks und Kassenbeständen. Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns zwischen einem Tag und drei Monaten betragen. Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Konzern-Kapitalflussrechnung zu entnehmen. 19. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum jeweiligen Bilanzstichtag setzen sich wie folgt zusammen:
Die Entwicklung des Wertberichtigungskontos stellt sich wie folgt dar:
Die aufwandswirksamen Zuführungen des Geschäftsjahres umfassen jeweils nicht die unterjährig begründeten und vor dem Bilanzstichtag ausgebuchten Forderungen. Das maximale Ausfallrisiko zum Bilanzstichtag entspricht dem Nettobuchwert der oben genannten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Überfällige Forderungen werden auf ihren Wertberichtigungsbedarf geprüft. Die Ermittlung der Einzelwertberichtigungen erfolgt dabei im Wesentlichen in Abhängigkeit von der Altersstruktur der Forderungen. Es wird auf die Anhangsangabe 42 verwiesen. Sämtliche überfälligen Forderungen, die nicht einzeln wertberichtigt wurden, unterliegen einer pauschalierten Einzelwertberichtigung. Zum 31. Dezember 2022 stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Berücksichtigung der vorgenannten Wertberichtigungen wie folgt dar:
20. Forderungen gegen nahestehende UnternehmenDie Forderungen gegen nahestehende Unternehmen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 27.964 T€ (Vorjahr: 15.830 T€) und betreffen Konzerngesellschaften der United Internet Gruppe, die nicht dem Konsolidierungskreis des IONOS Group Konzerns angehören. Bezüglich der Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen wird auf Anhangsangabe 41 verwiesen. 21. Vertragsvermögenswerte
22. Abgegrenzte AufwendungenDie kurzfristigen abgegrenzten Aufwendungen in Höhe von 23.779 T€ (Vorjahr: 18.127 T€) beinhalten im Wesentlichen die Vertragsanbahnungskosten in Höhe von 9.279 T€ (Vorjahr: 7.215 T€) sowie die Vorauszahlungen für Vorleistungsentgelte, die auf Basis des zugrunde liegenden Vertragszeitraums abgegrenzt und periodengerecht als Aufwand erfasst werden. Die langfristig abgegrenzten Aufwendungen in Höhe von 8.573 T€ (Vorjahr: 5.962 T€) beinhalten überwiegend langfristig abgegrenzte Vertragsanbahnungskosten in Höhe von 6.874 T€ (Vorjahr: 4.803 T€). Die Amortisation der aktivierten Vertragsanbahnungskosten betrug im Geschäftsjahr 2022 11.343 T€ (Vorjahr: 10.002 T€). 23. Sonstige kurzfristige VermögenswerteSonstige kurzfristige finanzielle VermögenswerteDie sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte betragen 12.377 T€ (Vorjahr: 15.390 T€) zum 31. Dezember 2022 und setzen sich wie folgt zusammen:
Die geleisteten Anzahlungen in den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten betreffen im Wesentlichen geleistete Anzahlungen auf Domains. Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle VermögenswerteDie sonstigen kurzfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerte von insgesamt 966 T€ (Vorjahr: 145 T€) betreffen vor allem Forderungen aus Umsatzsteuer. 24. ErtragsteuerforderungenDie Ertragsteuerforderungen von insgesamt 9.918 T€ (Vorjahr: 5.141 T€) betreffen im Wesentlichen mit 7.660 T€ die IONOS Holding SE und mit 1.127 T€ die IONOS Cloud Ltd. (Vorjahr: IONOS Holding SE mit 2.700 T€ und Fasthosts Internet Ltd. mit 1.209 T€). 25. Anteile an assoziierten UnternehmenDie Anteile an assoziierten Unternehmen betragen 2.423 T€ (Vorjahr: 3.589 T€) und haben sich zum Bilanzstichtag wie folgt entwickelt:
Die Anteile an assoziierten Unternehmen setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen der zum Bilanzstichtag gehaltenen assoziierten Unternehmen auf Basis eines Anteilsbesitzes von 100 %:
Am 25. Oktober 2022 wurde die 49%ige Beteiligung an der Intellectual Property Management Company Inc. mit Sitz in Dover, Delaware / USA, zu einem Verkaufspreis von 3.043 T€ veräußert. Der Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf der Beteiligung beläuft sich auf 1.910 T€ und wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Im Vorjahr wurden 25,1% der Anteile an der Stackable GmbH, Wedel, erworben und als assoziiertes Unternehmen erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen. Die Stackable GmbH verfügt über eine Open-Source-basierte Plattform für die Analyse und Verarbeitung von großen Datenmengen. 26. Sonstige langfristige finanzielle VermögenswerteDie Entwicklung der sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte für die Berichtsjahre 2022 und 2021 ergibt sich aus den folgenden Übersichten:
Im Geschäftsjahr 2022 wurde mit Erwerb der Minderheitenanteile an der InterNetX Holding GmbH die Ausleihung an die Minderheitengesellschafter vollständig beglichen (Vorjahr: 999 T€). 27. SachanlagenDas Sachanlagevermögen beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 322.286 T€ (Vorjahr: 271.782 T€) und teilt sich wie folgt auf:
Bei den Nutzungsrechten Leasing handelt es sich um Grundstücke und Bauten mit Anschaffungskosten in Höhe von 155.976 T€ (Vorjahr: 113.431 T€) und einem Nettobuchwert per 31. Dezember 2022 in Höhe von 117.348 T€ (Vorjahr: 86.430 T€) sowie um Betriebs- und Geschäftsausstattung mit Anschaffungskosten von 9.359 T€ (Vorjahr: 9.394 T€) sowie einem Buchwert per 31. Dezember 2022 in Höhe von 2.186 T€ (Vorjahr: 3.254 T€). Eine alternative Darstellung der Entwicklung der Sachanlagen in dem Geschäftsjahr 2022 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen). 28. Immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)Die Immateriellen Vermögenswerte ohne Firmenwerte betragen 178.826 T€ (Vorjahr: 201.437 T€) zum 31. Dezember 2022 und setzen sich wie folgt zusammen:
Eine alternative Darstellung der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte in dem Geschäftsjahr 2022 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen). Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen (Markenrechte und Domain-Lizenzen), betragen 51.164 T€ (Vorjahr: 51.830 T€). Die Werthaltigkeitsüberprüfung der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, wurde zum Bilanzstichtag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen. Der Buchwert des Kundenstamms resultiert aus den folgenden Unternehmenserwerben:
Die Restamortisationsdauer für den Kundenstamm aus dem Erwerb der STRATO AG beläuft sich abhängig von den Produktgruppen auf 1 bis 8 Jahre (Vorjahr: 1 bis 9 Jahre), wobei der wesentliche Anteil bei 6 Jahren (Vorjahr: 7 Jahre) liegt. Die Restamortisationsdauer für den Kundenstamm aus der home.pl Transaktion beträgt 3 Jahre (Vorjahr: 4 Jahre), bei World4You 8 Jahre (Vorjahr: 10 Jahre) und bei der we22 11 Jahre (Vorjahr: 12 Jahre). Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die Buchwerte der Markenrechte nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Bilanzstichtag:
Die Nutzungsdauer der Markenrechte wird als unbestimmt eingestuft, da keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Nutzenzufluss zukünftig endet. 29. Firmenwerte und Wertminderungen des Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter NutzungsdauerDie vorhandenen Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich einem Impairment-Test unterzogen. In Anlehnung an den unternehmensinternen Budgetierungsprozess hat die Gesellschaft das letzte Quartal ihres Geschäftsjahres für die Durchführung des jährlich geforderten Impairment-Tests festgelegt. Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte wurden für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Die Wertminderungsaufwendungen werden in der Gesamtergebnisrechnung sowie im Konzernanlagespiegel grundsätzlich gesondert ausgewiesen. Die Firmenwerte zum 31. Dezember 2022 stellen sich nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt dar:
Planmäßiger Werthaltigkeitstest zum 31. Dezember 2022Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden auf Basis der Berechnung von beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Die Hierarchie des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs bzw. des Nutzungswerts im Sinne von IFRS 13 wird bei allen Wertminderungstests als Level 3 eingestuft. Die Cashflow-Prognosen basieren auf Budgets der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2023. Aufgrund der überschaubaren Auswirkungen der Corona-Pandemie in 2022 wurden keine wesentlichen Effekte für die Cash-Flow Prognose berücksichtigt. Diese Budgets wurden vom Management auf Basis von externen Marktstudien sowie internen Annahmen für einen Zeitraum von bis zu 9 Jahren (Vorjahr: bis zu 9 Jahre) extrapoliert. Nach diesem Zeitraum unterstellt das Management einen jährlichen Anstieg der Umsätze und des EBITDA zwischen 1,0 % bis 2,4 % (Vorjahr: 0,1% bis 0,8 %), was der langfristigen durchschnittlichen Wachstumsrate des Sektors entspricht, in dem die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit tätig ist. Die im Geschäftsjahr für die Cashflow-Prognose verwendeten Abzinsungssätze nach Steuern bewegen sich in einer Bandbreite zwischen 6,9 % bis 9,5 % (Vorjahr: 5,3 % bis 6,8 %). Die folgende Tabelle zeigt die grundlegenden Annahmen, die bei der Wertminderungsüberprüfung der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet worden sind und die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts, abzüglich Kosten des Abgangs, herangezogen worden sind.
Die Cashflow-Prognosen hängen wesentlich von der Schätzung zukünftiger Umsatzerlöse ab. Die Geschäftsführung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit erwartet im Planungshorizont unterschiedliche Entwicklungen der Umsatzerlöse. Den Werten der Umsatzerlöse im Detailplanungszeitraum der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen durchschnittliche jährliche Wachstumsraten der Umsatzerlöse zwischen 4,4 % und 8,0% zugrunde (Vorjahr: 3,4 % bis 11,8 %). Der beizulegende Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs wird maßgeblich durch den Barwert der ewigen Rente bestimmt, der besonders sensitiv auf Veränderungen der Annahmen zur langfristigen Wachstumsrate und zum Abzinsungssatz reagiert. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs wurden Abgangskostensätze in Höhe von 0,5 % bis 3,0 % angenommen (Vorjahr: 0,3 % bis 3,0 %). Im IONOS Group Konzern sind Markenrechte in Höhe von 49.732 T€ (Vorjahr: 50.418 T€) bilanziert. Die Markenrechte wurden im Rahmen der Unternehmenszusammenschlüsse zu ihrem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung geeigneter Bewertungsverfahren (in der Regel Lizenzpreisanalogiemethode) bewertet und zum Bilanzstichtag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Sensitivität der getroffenen AnnahmenDie Sensitivität der getroffenen Annahmen in Bezug auf eine Wertminderung der Firmenwerte bzw. der Markenrechte ist abhängig von den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen für die zahlungsmittelgenerierende Einheit World4You wurden eine Erhöhung des Abzinsungssatzes (vor Steuern) um 2,0 Prozentpunkte und ein Rückgang der EBITDA-Marge um 5,4 Prozentpunkte angenommen. Auf Grundlage dieser Annahmen würde sich eine Wertminderung in Höhe von 8,7 Mio. € ergeben. Nach derzeitigem Kenntnisstand erwartet die Unternehmensleitung keine wesentlichen Abweichungen der EBIDTA-Marge. Die Annahmen über die mögliche Entwicklung des Kapitalkostensatzes basieren auf dem im Jahr 2022 aufgrund äußerer Einflüsse stark gestiegenen Zinsniveau. Mögliche Chancen aus den Möglichkeiten von Preisanpassungen infolge gestiegener Betriebskosten sind in der Sensitivitätsanalyse unberücksichtigt. Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen für die übrigen zahlungsmittelgenerierende Einheiten wurden ebenfalls die Abzinsungssätze (nach Steuern) jeweils um die Veränderung gegenüber dem Vorjahr erhöht und zugleich jeweils ein CGU-spezifisch angemessener Rückgang der langfristigen Wachstumsrate in der ewigen Rente sowie alternativ ein Rückgang der EBITDA-Marge der ewigen Rente angenommen. Aus diesen Annahmen würden sich für diese zahlungsmittelgenerierenden Einheiten keine Änderungen auf die Impairment-Tests ergeben. Darüber hinaus ist die Unternehmensleitung, wie im Vorjahr, der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich mögliche Änderung einer der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag wesentlich übersteigt. 30. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenDie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 80.324 T€ (Vorjahr:63.427 T€). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen umfassen sämtliche Lieferantenverbindlichkeiten aus Warenlieferungen und Dienstleistungserbringungen durch Dritte und haben wie auch im Vorjahr in vollständiger Höhe eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 31. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden UnternehmenDie kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen betragen zum Bilanzstichtag 1.251.570 T€ (Vorjahr:1.320.935 T€) und betreffen Konzerngesellschaften der United Internet Gruppe, die nicht zum Konsolidierungskreis des IONOS Group Konzerns gehören. Sie beinhalten drei langfristige Darlehen der United Internet AG in Höhe von 819.000 T€ (Vorjahr: 889.000 T€), 350.000 T€ (Vorjahr: 350.000 T€) und 76.000 T€ (Vorjahr: 76.000 T€), die aus der Konzernerweiterung nach oben (siehe Anhangsangabe 1) sowie dem Erwerb der Anteile an der STRATO AG und der World4You Internet Service GmbH resultieren. Bezüglich der Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen wird auf Anhangsangabe 41 verwiesen. 32. ErtragsteuerschuldenDie Ertragsteuerschulden betragen zum Bilanzstichtag 19.471 T€ (Vorjahr: 14.046 T€) und setzen sich wie folgt zusammen:
33. Vertragsverbindlichkeiten
34. Sonstige RückstellungenDie Rückstellungen betragen 4.797 T€ (Vorjahr: 2.658 T€) zum 31. Dezember 2022 und die Entwicklung im Geschäftsjahr stellt sich wie folgt dar:
Bezüglich der Rückstellungen für Sondervergütung wird auf Anhangsangabe 36 verwiesen. Bei den Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen in Höhe von 2.943 T€ (Vorjahr: 1.616 T€) handelt es sich um langfristige Rückstellungen mit einer Laufzeit von über fünf Jahren (Vorjahr: zwei bis fünf Jahre). Eine Rückbauverpflichtung in Höhe von 887 T€ ist im Vorjahr unter den Sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen worden und wurde im Berichtsjahr 2022 aufgrund der Langfristigkeit und der Unbestimmtheit der Höhe der Verpflichtung in die langfristigen Rückstellungen umgegliedert. Die Prozessrisiken setzen sich aus diversen Rechtsstreitigkeiten bei unterschiedlichen Gesellschaften des IONOS Group Konzerns zusammen, wobei wie im Vorjahr sämtliche Rückstellungen für Prozessrisiken zum 31.12.2022 als kurzfristig eingestuft werden. Bei den Rückstellungen für Drohverluste handelt es sich in Höhe von 75 T€ (Vorjahr: 58 T€) um langfristige Rückstellungen. 35. Sonstige VerbindlichkeitenSonstige kurzfristige finanzielle VerbindlichkeitenDie sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten betreffen variable Kaufpreisbestandteile aus dem Erwerb der STRATO AG in Höhe von 33.803 T€ (Vorjahr: 31.680 T€) und der 1&1 IONOS Cloud GmbH in Höhe von 4.416 T€ (Vorjahr: 4.416 T€) und werden wegen des Endes ihrer Laufzeit innerhalb der nächsten 12 Monate als kurzfristig ausgewiesen. Die Höhe des Kaufpreises hängt bei beiden Verbindlichkeiten im Wesentlichen von der Ergebnisentwicklung der Gesellschaft ab. Der Ausübungszeitpunkt hängt von zukünftigen Ereignissen ab, die geschätzt werden müssen. Die Schätzung wurde im Laufe des Geschäftsjahres angepasst. Die Verbindlichkeit aus Put-Option (Vorjahr: 15.884 T€) ist im Geschäftsjahr 2022 für die Aufstockung der Anteile (von 95,6% auf 100%) an der InterNetX Holding GmbH beglichen worden. Damit sind die Minderheitenanteile an der InterNetX Holding GmbH vollständig von der IONOS SE erworben worden. Die erfolgswirksame Anpassung auf den Barwert des Kaufpreises aus der Put-Option belief sich auf 98 T€ (Vorjahr: 8.163 T€). Bezüglich der kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten wird auf Anhangsangabe 44 verwiesen. Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle VerbindlichkeitenDie sonstigen kurzfristigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 20.267 T€ (Vorjahr 21.998 T€) betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Finanzbehörden im Zusammenhang mit Umsatzsteuern bzw. Verkaufssteuern mit 16.042 T€ (Vorjahr 14.934 T€) sowie Lohn- und Kirchensteuer mit 3.537 T€ (Vorjahr: 3.384 T€). Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Die Leasingverbindlichkeiten resultieren aus der Leasingbilanzierung nach IFRS 16. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Anhangsangabe 44. 36. Aktienbasierte Vergütung - MitarbeiterbeteiligungsprogrammeIm Geschäftsjahr 2017 wurde ein zusätzliches Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (Long Term Incentive Plan, LTIP) für den IONOS Group Konzern aufgelegt. Zielsetzung des LTIP Programms ist eine langfristige Ausrichtung der Interessen der Mitglieder der Unternehmensleitung (Vorstände und Führungskräfte) sowie weiterer Schlüsselmitarbeiter der IONOS Gruppe an den Interessen der Gesellschaft, um den Eigenkapitalwert der Gesellschaft (IONOS Group SE) und anderer Gesellschaften der IONOS Gruppe zu steigern. Im Rahmen des LTIP Programms werden den teilnahmeberechtigten Mitarbeitern sogenannte Management Incentive Plan (MIP) Einheiten (Wertsteigerungsrechte) zugewiesen. Die Erdienung erfolgt linear über einen Zeitraum von vier Jahren (beginnend mit der Ausgabe) und unter der Voraussetzung, dass der betreffende Mitarbeiter bis zum Eintritt eines gemäß der LTIP-Vereinbarung definierten Ereignisses (Trigger Event) nicht gekündigt hat. Hierbei handelt es sich um die vollständige Veräußerung aller Anteile an der IONOS Group SE, die Warburg Pincus hält. Der Teilverkauf der Anteile in 2021 von Warburg Pincus stellt kein solches Trigger Event dar. Jedoch werden bereits 25 % der Ansprüche aus dem LTIP Hosting mit dem Unternehmenswert zum 30.04.2021 festgeschrieben. Die MIP Einheiten stellen im Falle eines Trigger Events einen Wertanspruch in Höhe der Differenz zwischen dem individuell festgelegten Ausübungspreis und dem Unternehmenswert der IONOS Group SE dar. Der Ausübungspreis wird hierbei um Eigenkapitaleinlagen bzw. -rückführungen erhöht bzw. vermindert. Die Erfüllung der Ansprüche unter dem LTIP Programm kann durch Anteils- oder Barausgleich erfolgen. Im Falle der Erfüllung als Anteilsausgleich kann die Erfüllung der Ansprüche durch Hingabe von Anteilen oder Optionen zum Anteilserwerb erfolgen. Da keine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, wird der Plan als Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (equity-settled) bilanziert. Unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell) in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurde der Zeitwert der ausgegebenen Optionen auf Basis folgender wesentlicher Bewertungsparameter ermittelt:
Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte wird auf Basis des individuellen Ausübungspreises, des Unternehmenswertes zum Zuteilungszeitpunktes und der Restlaufzeit bis zum Trigger Event eine Optionsbewertung mittels des Black-Scholes-Modells unter Berücksichtigung der weiteren genannten Annahmen vorgenommen. Da in den Ausübungspreisen der MIP Einheiten Eigenkapitalrückflüsse bereits berücksichtigt sind, ist eine zusätzliche Berücksichtigung einer Dividendenrendite bei der Bewertung der Ansprüche nicht notwendig. Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde aus dem gewichteten Mittelwert der Preisschwankungen der letzten 180 Tage (Gewichtung zu 1/3) bzw. der letzten 360 Tage (Gewichtung zu 2/3) der Peer Group der IONOS Group berechnet. Aus dem Programm ergeben sich zum Stichtag folgende Effekte:
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden MIP Units ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
Im Geschäftsjahr 2021 war ein weiteres Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (Long Term Incentive Plan, LTIP) für ausgewählte Mitglieder des Vorstands und der Geschäftsführung der we22-Gruppe (we22 GmbH (vormals we22 AG) inkl. Tochter- und Beteiligungsunternehmen) eingeführt worden. Zielsetzung des LTIP-Programms ist eine langfristige Ausrichtung der Interessen der Mitarbeiter der we22-Gruppe an den Interessen der Gesellschaft, um den Eigenkapitalwert der we22-Gruppe und der IONOS Group SE zu steigern. Im Rahmen des LTIP Programms wurden den teilnahmeberechtigten Mitarbeitern der we22-Gruppe sogenannte Management Incentive Plan (MIP) Einheiten zugewiesen, deren Wert sich aus dem Unternehmenswert der IONOS Group SE abzgl. eines festgelegten Ausübungspreises ergibt. Die Erdienung erfolgt linear über einen Zeitraum von rd. vier Jahren (beginnend mit der Ausgabe) und unter der Voraussetzung, dass der betreffende Mitarbeiter bis zum Ende eines jeden Jahres bzw. bis um 31. Dezember 2024 nicht gekündigt hat. Alternativ muss ein Teil der Berechtigten im Falle eines Kontrollwechsels bei der IONOS SE vor Ablauf des Jahres 2024, bis zum Ablauf von neun Monaten nach dem Eintritt des Kontrollwechsels im Unternehmen verbleiben, um einen Anspruch zu erhalten. Da ein solcher Kontrollwechsel aktuell nicht wahrscheinlich ist, wird diese Variante bei der Bewertung des Planes nicht betrachtet. Die Erfüllung der Ansprüche erfolgt durch Barausgleich. Daher werden die Ansprüche als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich bilanziert. Unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell) in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurde der Zeitwert der ausgegebenen Optionen auf Basis folgender wesentlicher Bewertungsparameter ermittelt.
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde aus dem gewichteten Mittelwert der Preisschwankungen der letzten 180 Tage (Gewichtung zu 1/3) bzw. der letzten 360 Tage (Gewichtung zu 2/3) der Peer Group des Bereichs Business Applications berechnet. Da in den Ausübungspreisen der MIP Einheiten Eigenkapitalrückflüsse bereits berücksichtigt sind, ist eine zusätzliche Berücksichtigung einer Dividendenrendite bei der Bewertung der Ansprüche nicht notwendig. Aus dem Programm für die WE22 ergeben sich zum Stichtag folgende Effekte:
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden MIP Units ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
Stock Appreciation Rights (SAR IONOS Group SE)Im Dezember 2022 wurde ebenfalls ein neuer Incentive Plan für die Vorstände der IONOS Group SE im Falle eines erfolgreichen IPO angekündigt. Das SAR Programm erfolgt über sog. Stock Appreciation Rights und wird als aktienbasierte Vergütungstransaktion mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente behandelt. Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der IONOS Group SE bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung in Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung (vereinbarter Ausübungspreis) und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option zu leisten. Die Ausübungshürde beträgt 110 % des Ausübungspreises nach drei Jahren, 115 % nach vier Jahren und 120 % nach 5 Jahren. Der Ausübungspreis ergibt sich als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten 10 Börsentage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist begrenzt, abhängig von den Vereinbarungen einzelner Tranchen auf 100 % des ermittelten Börsenpreises (Ausübungspreis) bzw. 150 % des ermittelten Börsenpreises (Ausübungspreis). Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der IONOS Group SE, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der IONOS Group SE. Auf eine mögliche Dividendenzahlung der Gesellschaft haben die Berechtigten keinen Anspruch. Die IONOS Group SE behält sich jedoch das Recht vor, ihrer Verpflichtung zur Auszahlung des SAR in bar stattdessen nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung von Aktien der IONOS Group SE aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen. Das Programm wird daher als equity-settled Plan bilanziert, da keine gegenwärtige Verpflichtung zur Erfüllung in bar besteht. Das Optionsrecht kann hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 33,33 % frühestens nach Ablauf von 36 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 66,66% frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden, unter der Voraussetzung, dass der betroffene Berechtigte zum Ende eines jeden Jahres nicht gekündigt hat. Die Erdienung erfolgt somit zu jeweils einem Drittel über die genannten Zeiträume. Die SARs haben jedoch eine grundsätzliche Laufzeit von 6 Jahren, sodass nach Ablauf dieses Zeitraums alle nicht ausgeübten SARs entschädigungslos entfallen. Darüber hinaus sind zusätzlich Kürzungen der Auszahlungsbeträge im Zusammenhang mit vordefinierten ESG-Zielen möglich. Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung sind diese Ziele noch nicht bekannt. Daher ist zum 31.12.2022 für diesen Plan zunächst nur ein service commencement date eingetreten und kein grant date, sodass bereits anteilige Aufwände gem. dem Fair Value und den aktuellen Erwartungen zum Stichtag erfasst werden. Im Rahmen der ESG-Ziele können die Ansprüche bei Nichterreichen der Vorgaben um maximal 10 % reduziert werden. 37. GrundkapitalDas Grundkapital der Konzernobergesellschaft IONOS Group SE beläuft sich auf 360 T€ (Vorjahr: 360 T€) zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022. Das Grundkapital setzt sich aus 360.001 Aktien inklusive einer Vorzugsaktie zusammen. Hiervon hält die United Internet AG 270.361 Anteile inklusive der Vorzugsaktie (Vorjahr: 270.361 Aktien inklusive der Vorzugsaktie). Im Geschäftsjahr 2021 hatte die United Internet AG von der WP XII Venture Holdings II SCSp 30.360 weitere Anteile erworben. Die verbleibenden Aktien werden von der WP Lux II Venture Holdings II SCSp gehalten. Die Rechte aus der Vorzugsaktie waren zum 15. Februar 2020 verfallen. Auf die Stammaktien entfällt ein Betrag vom Grundkapital in Höhe von 360 T€ (Vorjahr: 360 T€) und auf die Vorzugsaktie ein Betrag in Höhe von 1 € (Vorjahr: 1 €). Es handelt sich um nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert am Grundkapital von 1 € je Aktie. Für Erläuterungen zu Änderungen im Grundkapital infolge einer Kapitalerhöhung nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 wird auf die Anhangsangabe 46 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verwiesen. 38. Sonstige RücklagenDie Veränderung der sonstigen Rücklagen im Geschäftsjahr 2022 resultierten im Wesentlichen aus dem erzielten Konzernergebnis von 73.772 T€ (Vorjahr: 60.923 T€) und aus der Bewertung des Mitarbeiterprogramms LTIP in Höhe von 3.669 T€ (Vorjahr: 12.114 T€). Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr auf das Mitarbeiterprogramm LTIP aktive latente Steuern in Höhe von 3.227 T€ erfolgsneutral über die sonstigen Rücklagen aufgelöst (Vorjahr: Zuführung in Höhe von 10.531 T€). WährungsumrechnungsdifferenzUnter der Währungsumrechnungsdifferenz werden die Differenzen aus der erfolgsneutralen Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochtergesellschaften erfasst. 39. Nicht beherrschende AnteileDie nicht beherrschenden Anteile zum 31. Dezember 2022 betreffen die Anteile von Fremdgesellschaftern an der premium.pl Sp. z o.o., Stettin / Polen (25,00 % des Stammkapitals). Im Vorjahr waren in den beherrschenden Anteilen zusätzlich die Anteile von Fremdgesellschaftern an der InterNetX Holding GmbH, Regensburg (4,44% des Stammkapitals) enthalten. Im Geschäftsjahr 2022 wurden die Anteile an der InterNetX Holding GmbH durch die Ausübung einer Put-Option durch die ehemaligen Fremdgesellschafter aufgestockt (von 95,6% auf 100%). Damit sind die Minderheitenanteile an der InterNetX Holding GmbH vollständig von der IONOS SE erworben worden. Die entsprechenden Minderheitenanteile (2.273 T€) wurden in das auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Eigenkapital umgebucht und führten unter Berücksichtigung der Dividende von 799 T€ zu einer Erhöhung um 3.072 T€. Die nachfolgenden Finanzinformationen umfassen in zusammengefasster Form Informationen zu konsolidierten Vermögenswerten, Verbindlichkeiten, Gewinn oder Verlust der Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen. In den Informationen zu Gewinn oder Verlust ist die InterNetX Holding GmbH bis zu deren Erwerb durch die IONOS SE im ersten Halbjahr des Berichtsjahres 2022 abgebildet. Im Berichtsjahr 2022 wurde an die Minderheitsaktionäre der InterNetX Holding GmbH eine Dividende in Höhe von 799 T€ (Vorjahr: 963 T€) gezahlt.
40. Zusätzliche Angaben zu den FinanzinstrumentenDie folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 aus:
Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 wurden im Geschäftsjahr 2022 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:
Die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert zu bewertenden Verbindlichkeiten wird in den Finanzerträgen und in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen. Die folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum 31.12.2021 aus:
Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 wurden im Geschäftsjahr 2021 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:
Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte angewandten Methoden und Annahmen stellen sich wie folgt dar:
Hierarchie beizulegender ZeitwerteDer IONOS Group Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren: Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind. Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Während der Berichtsperiode gab es, wie im Vorjahr, keine Umbuchungen zwischen den Bewertungsstufen.
Die wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren für die Fair Value-Bewertungen, die in Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie kategorisiert sind, sowie eine quantitative Sensitivitätsanalyse zum 31. Dezember 2022 und zum 31. Dezember 2021 sind nachfolgend dargestellt:
41. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenAls nahestehende Personen im Sinne von IAS 24 gelten Personen und Unternehmen, wenn eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen oder einen maßgeblichen Einfluss auszuüben. Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen des IONOS Group Konzerns zählen neben Vorstand und Aufsichtsrat der IONOS Group SE und der IONOS Holding SE auch die Konzernunternehmen des United Internet AG Konzerns, die nicht Bestandteil des Konsolidierungskreises des IONOS Group Konzerns sind. Ferner werden Beteiligungen, auf die die Gesellschaften des IONOS Group Konzerns einen maßgeblichen Einfluss ausüben können (assoziierte Unternehmen), als nahestehende Unternehmen eingeordnet. Darüber hinaus wird Herr Ralph Dommermuth als wesentlicher Aktionär der United Internet AG als nahestehende Person eingestuft. Vorstand und AufsichtsratDie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der IONOS Group SE und der IONOS Holding bekleiden im IONOS Group Konzern eine Schlüsselposition und werden daher als nahestehende Personen eingestuft. Der Vorstand der IONOS Holding SE setzt sich aus denselben Personen wie der Vorstand der IONOS SE zusammen. VorstandIm Geschäftsjahr 2022 bestand der Vorstand der IONOS Group SE (als Konzernobergesellschaft) sowie der IONOS Holding SE aus den folgenden Mitgliedern: IONOS Group SE:
IONOS Holding SE:
Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder ist leistungsorientiert. Sie enthält einen festen und einen variablen Bestandteil (Tantieme / Bonus). Für die feste Vergütung und die Tantieme wird ein Zieleinkommen festgelegt, das regelmäßig überprüft wird. Die feste Vergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Höhe der Tantieme ist von der Erreichung bestimmter, zu Beginn des Geschäftsjahres fixierter finanzieller Ziele abhängig, die sich im Wesentlichen an Umsatz- und Ergebniszahlen orientieren. Für die Zielerreichung gilt eine Bandbreite von 90 % bis 150 %. Bei 150 % Zielerreichung endet die Tantiemenzahlung. Eine Mindesttantieme wird nicht garantiert. Die Auszahlung erfolgt nach der Feststellung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat. Die kurzfristig fälligen Leistungen des Vorstands und des Aufsichtsrats der IONOS Group SE, der IONOS SE und der IONOS Holding SE für das Geschäftsjahr 2022 teilt sich wie folgt auf in eine fixe und eine variable Vergütung:
Die variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2022 ist zum 31. Dezember 2022 noch nicht ausbezahlt und findet in einer Rückstellung Berücksichtigung. Versorgungszusagen der IONOS Group SE gegenüber den Vorständen bestehen nicht. Die Leistungen aus Anlass der Beendigung von Arbeitsverhältnissen betrugen in 2022 0 T€ (Vorjahr: 946 T€). Der im Konzernabschluss für die Vorstandsmitglieder erfasste Aufwand für aktienbasierte Vergütungen im Zusammenhang mit dem LTIP belief sich auf 3.533 T€ (Vorjahr: 8.789 T€). Die entsprechenden Bezüge im Sinne von IAS 24 (inklusive laufendem Aufwand aus aktienbasierten Vergütungen) beliefen sich auf 6.676 T€ (Vorjahr: 14.613 T€). Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine neuen Rechte auf aktienbasierte Vergütung in Form von LTIP an die Vorstände gewährt. Im Vorjahr wurden 75.000 MIP Einheiten mit einem Zeitwert zum Ausgabestichtag von 4.799 T€ an Vorstandsmitglieder ausgegeben. Die Gesamtbezüge des Vorstands im Sinne §314 Abs. 1 Nr. 6 a und b HGB, d.h. inklusive der Marktwerte der in 2022 gewährten aktienbasierten Vergütungen, beliefen sich im Geschäftsjahr auf 1.044 T€ (Vorjahr: 10.585 T€). Zu den Einzelheiten des LTIP wird auf die Ausführungen unter 36. Aktienbasierte Vergütung verwiesen. AufsichtsratIm Geschäftsjahr 2022 bestanden die Aufsichtsräte der IONOS Group SE und der IONOS Holding SE aus den folgenden Mitgliedern: IONOS Group SE:
IONOS Holding SE:
Die Mitglieder des Aufsichtsrats der IONOS Group SE erhalten keine Bezüge. Über die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats der IONOS Holding SE gibt die folgende Aufstellung Aufschluss: 2022
2021
Geschäftsvorfälle mit nahestehenden UnternehmenEs werden sämtliche in den Konzernabschluss der United Internet AG einbezogenen Gesellschaften, die nicht Bestandteil des Konsolidierungskreises des IONOS Group Konzerns sind, sowie assoziierte Unternehmen als nahestehende Unternehmen des IONOS Group Konzerns angesehen. Die kurzfristigen Forderungen gegen nahestehende Unternehmen teilen sich per 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 wie folgt auf:
Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen umfassen vor allem Forderungen aus dem Cashpool (23.596 T€; Vorjahr: 12.289 T€) sowie aus Lieferungen und Leistungen (4.368 T€; Vorjahr: 3.541 T€). Die IONOS Group SE fungiert als Zwischenkonsolidierungsgesellschaft für den Cashpool mit der United Internet AG und deren Tochtergesellschaften. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Salden aus Cashpooling sind unbesichert, verzinslich und werden grundsätzlich durch Barzahlung beglichen. Für Forderungen gegen nahestehende Unternehmen bestehen keine Garantien. Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen wurden in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 nicht wertberichtigt Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen teilen sich per 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 wie folgt auf:
Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Salden sind unbesichert, unverzinslich und werden durch Barzahlung beglichen. Es bestehen keine Garantien. Zusätzlich bestehen per 31. Dezember 2022 Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen in Höhe von 245 T€ (Vorjahr: 224 T€). Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen von 1.245.000 T€ (Vorjahr: 1.315.000 T€) bestehen zwischen der IONOS Holding SE und der United Internet AG. Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehen Unternehmen umfassen zum 31. Dezember 2022 ein Verkäuferdarlehen von 819.000 T€ (Vorjahr: 889.000 T€) für den Erwerb der Anteile an der IONOS SE sowie ein Darlehen von 350.000 T€ für den Erwerb der Anteile an der STRATO AG. Beide Darlehen werden mit 6,75 % p.a. verzinst und haben eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2026. Beide Darlehen sind unbesichert. Darüber hinaus besteht eine langfristige Darlehensverbindlichkeit gegenüber der United-Internet AG in Höhe von 76.000 T€. Das Darlehen wurde für den Erwerb der Anteile an der World4You Internet Service GmbH ausgereicht. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2023 und wird mit 5,0 % p.a. verzinst. Die folgende Tabelle stellt die Gesamthöhe der Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 dar:
Bei den bezogenen Dienstleistungen von nahestehenden Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um die Bereitstellung von SAP-Lizenzen, die Betreuung der dazugehörigen IT-Systeme sowie Finanzbuchhaltung, die durch die 1&1 Telecommunication SE dem IONOS Group Konzern zur Verfügung gestellt werden sowie Marketingleistungen, die durch den IONOS Group Konzern von der A1 Marketing, Kommunikation und neue Medien GmbH, Montabaur, bezogen werden. Der Rechnungsstellungsprozess wird durch die 1&1 Telecom GmbH bzw. die A1 Marketing, Kommunikation und neue Medien GmbH für den IONOS Group Konzern übernommen und erbracht. Seit dem Berichtsjahr 2022 werden die Mietaufwendungen für von Ralph Dommermuth oder ihm zuzurechnenden Gesellschaften gemietete Geschäftsräume als bezogene Dienstleistung von nahestehenden Personen gezeigt. Auf eine entsprechende Anpassung des Vorjahres wurde aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet. Der Anstieg der Käufe/Dienstleistungen von nahestehenden Unternehmen/Personen auf 103.707 T€ im Berichtsjahr 2022 im Vergleich zu 70.962 T€ im Vorjahr ist im Wesentlichen auf höhere Einkaufsvolumina für Werbeleistungen von der A1 Marketing, Kommunikation und neue Medien GmbH, Montabaur, zurückzuführen. Die IONOS Group SE und ihre Tochtergesellschaften besitzen und betreiben die sechs Rechenzentren der United Internet Gruppe. Die Verkäufe/Dienstleistungen an nahestehende Unternehmen/Personen betreffen u. a. die zur Verfügungsstellung von Rechenzentren-Leistungen für die Segmente Consumer Access und Consumer Applications der United Internet Gruppe. Zudem sind Leistungseinkäufe von assoziierten Unternehmen der United Internet AG in Höhe von 10.632 T€ (Vorjahr: 6.843 T€) enthalten. Die Leistungseinkäufe betreffen im Wesentlichen die Ranking Coach GmbH 4.281 T€ (Vorjahr: 3.950 T€), die Open Xchange GmbH 3.733 T€ (Vorjahr: 78 T€), die überall GmbH 2.502 T€ (Vorjahr: 2.557 T€) sowie die Stackable GmbH 46 T€ (Vorjahr: 188 T€). In der nachfolgenden Tabelle werden die Zinsaufwendungen und Zinserträge mit nahestehenden Unternehmen und Personen im jeweiligen Geschäftsjahr dargestellt:
Die Zinserträge und Zinsaufwendungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen betreffen vor allem die Verzinsung von Cashpool-Salden sowie Darlehensbeziehungen. Die Leistungsbeziehungen mit den nahestehenden Unternehmen sind zu marktgerechten Konditionen abgewickelt worden. Sonstige Angaben zu Geschäftsvorfällen mit nahestehenden Unternehmen und PersonenDie Geschäftsräume des IONOS Group Konzerns in Montabaur und anderen Konzernstandorten sind in 2022 zum Teil von Herrn Ralph Dommermuth bzw. ihm zuzurechnenden Gesellschaften gemietet. Den Mietverträgen liegen gemeinsame Vereinbarungen mit der United Internet Corporate Services GmbH, Montabaur, der 1&1 Telecommunication SE, Montabaur, und der 1&1 Mail & Media Applications SE, Montabaur, zugrunde. Die entsprechenden Mietverträge weisen unterschiedliche Laufzeitenden zwischen Februar 2023 und September 2035 auf. Die entsprechenden Mietaufwendungen liegen auf ortsüblichem Niveau und beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 4.068 T€ (Vorjahr: 3.732 T€). In den folgenden Tabellen werden Nutzungsrechte im Zusammenhang mit nahestehenden Unternehmen und Personen dargestellt.
In den folgenden Tabellen werden Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang mit nahestehenden Unternehmen und Personen dargestellt.
Aus dem Erwerb der IONOS Cloud GmbH besteht eine bedingte Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 4.416 T€ (Vorjahr: 4.416 T€) gegenüber Herrn Achim Weiß. Die Höhe des Kaufpreises hängt im Wesentlichen von der Ergebnisentwicklung der Gesellschaft ab. Das Ende der Laufzeit der Verbindlichkeit liegt innerhalb der nächsten 12 Monate und wird unter den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. 42. Zielsetzung und Methoden des FinanzrisikomanagementsGrundsätze des RisikomanagementsDie Systematik des im IONOS Group Konzern eingeführten Risikomanagementsystems orientiert sich am COSO-ERM-Framework und wird im Lagebericht ausführlich beschrieben. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Die wesentlichen durch den IONOS Group Konzern verwendeten finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Der IONOS Group Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Sie umfassen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige Forderungen gegen nahestehende Unternehmen. Darüber hinaus bestehen finanzielle Vermögenswerte in Form von langfristigen Ausleihungen und Anteilen an anderen Unternehmen. Der IONOS Group Konzern verfügt zum Bilanzstichtag im Wesentlichen über originäre Finanzinstrumente. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt der IONOS Group Konzern hinsichtlich seiner Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken, die im Folgenden dargestellt werden. LiquiditätsrisikoDas Liquiditätsrisiko stellt das Risiko dar, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen hat, die sich aus seinen finanziellen Verbindlichkeiten ergeben. Für den IONOS Group Konzern besteht das Liquiditätsrisiko grundsätzlich und damit unverändert zum Vorjahr darin, dass die in den Konzern einbezogenen Gesellschaften ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen könnten. Der IONOS Group Konzern ist in das Cash-Management der United Internet Gruppe eingebunden. Im Rahmen Cash-Management der United Internet Gruppe werden weltweit alle Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) der Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Das Netting erfolgt durch das Cashpooling-Verfahren. Die IONOS Group SE hat zur Steuerung ihrer Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert. Neben der operativen Liquidität unterhält der IONOS Group Konzern auch weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind. Die folgende Tabelle zeigt alle zum 31. Dezember 2022 und 2021 vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen ist ein Darlehen in Höhe von 76.000 T€ zum 31.12.2023 fällig. Bei den restlichen Darlehensverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 1.169.000 T€ besteht keine vertragliche Verpflichtung zur Tilgung vor Ende 2026. Hier wurden die von der IONOS Group einseitig geplanten Tilgungen berücksichtigt.
MarktrisikoDie Aktivitäten des Konzerns sind in erster Linie finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen sowie dem Kredit- und Ausfallrisiko ausgesetzt. ZinsrisikoZins(änderungs)risiko bezeichnet das Risiko, dass beizulegende Zeitwerte oder künftige Zinszahlungen auf bestehende und zukünftige Finanzverbindlichkeiten aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze schwanken. Zum 31. Dezember 2022 bestehen vor allem festverzinsliche Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen. Diese unterliegen keinem ergebniswirksamen Zinsänderungsrisiko. WährungsrisikoWährungsrisiko ist das Risiko, dass beizulegende Zeitwerte oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Der IONOS Group Konzern ist international tätig und infolgedessen einem Fremdwährungsrisiko ausgesetzt, das auf den Wechselkursänderungen verschiedener Fremdwährungen basiert, hauptsächlich des US-Dollars, britischen Pfund, des polnischen Zloty und des Euros. Der Konzern ist vor allem aus seiner Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten), Ausleihungen, Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und den Nettoinvestitionen in ausländischen Tochterunternehmen Wechselkursrisiken ausgesetzt. Das Währungsrisiko des IONOS Group Konzern resultiert aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Fremdwährungsrisiken, die die Cashflows der Gesellschaft nicht beeinflussen (d. h. die Risiken, die aus der Umrechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Unternehmenseinheiten in die Konzern-Berichterstattungswährung resultieren), bleiben grundsätzlich ungesichert. Die folgende Tabelle zeigt die Sensitivität gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung des Dollars, des britischen Pfund und des polnischen Zloty. Alle anderen Variablen bleiben konstant. Die Auswirkungen auf das Konzernergebnis nach Steuern ergeben sich aufgrund der Änderungen von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden. Siehe folgend die Auswirkungen der Kursentwicklung bei +/-10 %.
Währungsrisiken entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Kredit- und AusfallrisikoDer IONOS Group Konzern ist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit einem Ausfallrisiko ausgesetzt. Zur Reduzierung von Ausfallrisiken ist ein aufwendiges auch bereits präventiv wirkendes Fraud-Management-System etabliert worden, das permanent weiterentwickelt wird. Die Außenstände werden bereichsbezogen, also dezentral, fortlaufend überwacht. Nicht vermeidbaren Ausfallrisiken wird mittels Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht das maximale Kreditrisiko im Bruttobetrag der bilanzierten Forderung vor Wertberichtigungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert sind, werden in der Anhangsangabe 19 nach Zeitbändern, in denen sie überfällig sind, gegliedert. Bei dem IONOS Group Konzern bestehen keine wesentlichen Kreditrisikokonzentrationen. Bezugnehmend auf mögliche Risiken in Verbindung mit der Corona-Pandemie sowie dem Krieg in der Ukraine und der gesamtwirtschaftlichen Lage wird auf Anhangsangabe 3 verwiesen. KapitalsteuerungDie IONOS Group SE als oberste Gesellschaft des IONOS Group Konzern unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von der Gesellschaft herangezogenen Finanzkennzahlen sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet. 43. Haftungsverhältnisse und sonstige VerpflichtungenZum 31. Dezember 2022 bestanden folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen, die kein Leasingverhältnis darstellen:
* Die Angaben erfolgen auf Basis vertraglicher
Mindestlaufzeiten.
In den sonstigen finanziellen Verpflichtungen werden überwiegend Nebenkosten aus Gebäudemietverhältnissen abgebildet. Zum Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen für Sachanlagevermögen in einem Gesamtbetrag von 6.279 T€ (Vorjahr: 9.245 T€), sowie für immaterielle Vermögenswerte in einem Gesamtbetrag von 964 T€ (Vorjahr: 1.171 T€). Durch die Einbindung der IONOS Group SE in das zweistufige Cashpooling-System der Muttergesellschaft United Internet AG ergibt sich aus der Aufrechnung der Verbindlichkeiten aus Cashpooling der Gesellschaften der United Internet Gruppe mit dem Guthaben der Muttergesellschaft ein positiver Saldo, womit ein gesamtschuldnerisches Haftungsrisiko nicht gegeben ist. Darüber hinaus sind dem Vorstand keine Tatsachen bekannt, die eine materielle nachteilige Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit, auf die finanziellen Umstände oder auf das Geschäftsergebnis der Gesellschaft haben könnten. 44. Angaben zu LeasingverhältnissenKonzern als LeasingnehmerDie Verpflichtungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen für Miete von Gebäuden und Fahrzeugen. Hinsichtlich der Mehrzahl der Mietverträge bestehen Optionen auf Verlängerung der Vertragsverhältnisse. Die Konditionen dieser Verlängerungsoptionen sind frei verhandelbar oder identisch mit den derzeit geltenden Konditionen. Die Gesellschaft beabsichtigt derzeit, alle wesentlichen Verlängerungsoptionen in Anspruch zu nehmen. Die Gesellschaft beabsichtigt nicht, wesentliche Kündigungsoptionen auszuüben. Im Geschäftsjahr sind folgende Aufwendungen aus Leasingverhältnissen angefallen:
Zum 31. Dezember 2022 ergeben sich folgende Buchwerte der Nutzungsrechte nach Klassen zugrunde liegender Vermögenswerte:
Zum 31. Dezember 2022 bestehende Leasingverpflichtungen haben folgende Laufzeiten:
Zum 31. Dezember 2022 haben sich die Leasingverpflichtungen wie folgt entwickelt:
Die Auszahlungen aufgrund der Leasingverpflichtungen werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Konzern als LeasinggeberDer Konzern tritt erstmalig im Berichtsjahr 2022 als Leasinggeber von Finanzierungs-Leasingverhältnissen im Rahmen der Untervermietung von Bürogebäuden auf. Die kurzfristigen Forderungen aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen werden unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Die Überleitung der Bruttoinvestitionen der Leasingverhältnisse auf den Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen sowie deren Fälligkeiten stellen sich wie folgt dar:
45. KapitalflussrechnungIn den Nettoeinnahmen der betrieblichen Tätigkeit sind im Geschäftsjahr 2022 Zinsauszahlungen von 86.924 T€ (Vorjahr: 93.731 T€) und Zinseinzahlungen in Höhe von 1.168 T€ (Vorjahr: 310 T€) enthalten. Die Auszahlungen des Geschäftsjahres 2022 für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich auf 59.653 T€ (Vorjahr: 60.660 T€) und die Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag auf 4.543 T€ (Vorjahr: 13.244 T€). Die Veränderung der Einzahlungen aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen im Geschäftsjahr resultiert aus Einzahlungen aus der Veräußerung der 49%igen Beteiligung an dem assoziierten Unternehmen Intellectual Property Management Company Inc. mit Sitz in Dover, Delaware / USA. Die Veränderung der Nettoauszahlungen im Vorjahr im Investitionsbereich resultierten im Wesentlichen aus Auszahlungen für den Erwerb der we22 Gruppe sowie den Einzahlungen aus der Veräußerung der Anteile an der Afilias Gruppe. Der Cashflow aus dem Finanzierungsbereich ist im Berichtsjahr im Wesentlichen aus der Tilgung von Darlehensbestandteilen (70.000 T€; Vorjahr: 153.141 T€), aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (15.931 T€; Vorjahr: 15.963 T€) sowie aus Auszahlungen an Minderheitsaktionäre für die Aufstockung der Anteile an der InterNet X Holding GmbH (15.182 T€; Vorjahr: 0) beeinflusst. Veränderungen der Cashpool-Forderungen gegen nahestehende Unternehmen werden aufgrund ihres Charakters dem Investitionsbereich zugeordnet. Überleitungsrechnung der bilanziellen Veränderung von Finanzschulden:
46. Befreiung gemäß §264 Abs. 3 HGB und §264b HGBDie folgenden Tochtergesellschaften der IONOS Group SE nehmen Befreiungen gemäß §264 Abs. 3 HGB in Anspruch:
47. Ereignisse nach dem BilanzstichtagAm 26. Januar 2023 legten Max Fowinkel, Issam Abedin, Lutz Laffers, Markus Kadelke, Markus Langer und Lysander Ammann ihre Aufsichtsratsmandate nieder und Ralph Dommermuth, René Obermann, Dr. Claudia Borgas-Herold, Martin Mildner, Vanessa Stützle und Kurz Dobitsch wurden von der Hauptversammlung zu neuen Aufsichtsratsmitgliedern bestellt. Die Gesellschafter haben am 26. Januar beschlossen, das Kapital der IONOS Group SE von 360.001 € um 139.639.999 € auf 140.000.000 € aus Gesellschaftsmitteln zu erhöhen. Des Weiteren wurde die Vorzugsaktie der IONOS Group SE in eine Stammaktie umgewandelt. Am 26. Januar 2023 wurde ein neues Vergütungssystem eingeführt und die Dienstverträge des Vorstands der Gesellschaft und der Mitglieder des Vorstands der IONOS Holding SE wurden verlängert, beides unter der Bedingung eines Börsengangs. Das Vergütungspaket beinhaltet eine langfristige, aktienbasierte Vergütung in Form eines virtuellen Stock Appreciation Rights Plans (SAR-Plan 2023), in dessen Rahmen virtuelle Wertsteigerungsrechts (SARs) gewährt werden, sowie eine Ersatzprämie für den bestehenden LTIP. Es wird erwartet, dass für den SAR-Plan 2023 über den Erdienungszeitraum ein Gesamtaufwand in Höhe von etwa 22 Mio. € erfasst wird. Für weitere Erläuterungen des neuen SAR-Plans 2023 wird auf die Anhangsangabe 36 Aktienbasierte Vergütung - Mitarbeiterbeteiligungsprogramme verwiesen. Im Rahmen der Ersetzung des bestehenden LTIP werden alle Zuteilungen im Rahmen des bestehenden LTIP am ersten Tag des Handels unverfallbar. Dies schließt zusätzliche LTIP-Zuteilungen ein, die Herrn Weiß, dem CEO des Unternehmens, am 1. Oktober 2022 gewährt wurden. Darüber hinaus wird die Auszahlung eines Drittels der bestehenden LTIP-Zuteilung von drei neuen Auslöseereignissen abhängig gemacht (Börsengang, 18 Monate bzw. 24 Monate nach dem ersten Handelstag), sofern der Dienstvertrag mit dem jeweiligen Teilnehmer zum Zeitpunkt des Eintretens des jeweiligen Auslöseereignisses noch nicht gekündigt wurde. Die Ersetzung wird als Änderung mit einer Fortschreibung der zuvor erfassten Ausgaben verbucht. Es wird erwartet, dass daraus keine wesentlichen zusätzlichen Aufwendungen resultieren. Am 17. Januar 2023 hat die IONOS Group SE im Rahmen einer "Intention to Float" (ITF) gemeinsam mit ihren Aktionären United Internet AG (75,1%) und WP XII Venture Holdings II SCSp (24,9%), ein mit Warburg Pincus verbundenes Unternehmen (zusammen "Warburg Pincus"), offiziell konkrete Pläne für eine Börsengang (IPO) von IONOS bekannt gegeben. Die Aktien sollen, unter Berücksichtigung des Marktumfelds, im 1. Quartal 2023 im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) notiert werden. Am 27. Januar 2023 haben die United Internet AG und Warburg Pincus per Ad-hoc-Mitteilung mitgeteilt, dass sie den Rahmen für den geplanten Börsengang der IONOS Group SE und die Zulassung ihrer Aktien zum Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) festgelegt haben. Die Aktien der IONOS Group SE werden in einer Preisspanne von 18,50 € bis 22,50 € angeboten. United Internet und Warburg Pincus bieten jeweils 15% ihrer Anteile (d.h. insgesamt 21.000.000 nennwertlose Namensaktien) an, was 15.771.000 nennwertlosen Namensaktien aus dem Bestand von United Internet sowie 5.229.000 nennwertlosen Namensaktien aus dem Bestand von Warburg Pincus entspricht. Bis 3.150.000 weitere nennwertlose Namensaktien aus den Beständen von United Internet und Warburg Pincus können zur Deckelung möglicher Mehrzuteilungen (Greenshoe) angeboten werden. Am 7. Februar 2023 haben United Internet und Warburg Pincus per Ad-hoc-Mitteilung mitgeteilt, dass sie den finalen Platzierungspreis für die Aktien der IONOS Group SE auf 18,50 € je Aktie festlegen. Die Aktien der IONOS Group SE werden seit dem 8. Februar 2023 am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) unter der ISIN: DE000A3E00M1, WKN: A3E00M, Ticker Symbol: IOS notiert. Nach dem Börsengang der IONOS Group SE halten United Internet 63,8% und Warburg Pincus 21,2% der Aktien. Weitere 15,0% befinden sich im Streubesitz (Freefloat). Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 im IONOS Group Konzern keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die größere Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens bzw. des Konzerns mit Auswirkungen auf Rechnungslegung und Berichterstattung haben. 48. Honorare des AbschlussprüfersIm Geschäftsjahr 2022 wurden im Konzernabschluss Honorare des Abschlussprüfers in Höhe von insgesamt 2.837 T€ berechnet. Diese beziehen sich mit 1.007 T€ auf Abschlussprüfungsleistungen sowie mit 1.830 T€ auf sonstige Leistungen. Die sonstigen Leistungen umfassen andere Bestätigungsleistungen für den Börsengang von IONOS Group SE.
Montabaur, den 28. März 2023 Achim Weiß Britta Schmidt Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen 2022
Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen 2021
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Bericht über die Lage des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Montabaur, den 28. März 2023 Der Vorstand Achim Weiß Britta Schmidt BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die IONOS Group SE, MontabaurPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der IONOS Group SE (vormals IONOS TopCo SE), Montabaur, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der IONOS Group SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Den Abschnitt "1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen" des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Abschnitt "1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen" des Konzernlageberichts als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Konzernlageberichts. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 28. März 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Erik Hönig, Wirtschaftsprüfer Christian David Simon, Wirtschaftsprüfer Bericht des Aufsichtsratesgemäß § 171 Abs. 2 AktGüber das Geschäftsjahr 2022der IONOS Group SEmit dem Sitz in MontabaurDer Aufsichtsrat nahm während des gesamten Geschäftsjahres die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahr. Dabei hat der Aufsichtsrat den Vorstand der Gesellschaft überwacht und bei der Leitung des Unternehmens beraten. Der Aufsichtsrat konnte sich dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Während des Berichtszeitraums hat der Vorstand den Aufsichtsrat zeitnah schriftlich und mündlich über die Lage der Gesellschaft und die wesentlichen Geschäftsvorgänge regelmäßig und umfassend gemäß § 90 AktG unterrichtet. Insbesondere stand hierbei der Austausch zu dem jeweils aktuellen Stand der Vorbereitungen und den weiteren Planungen des Börsengangs im Vordergrund. Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Vorstands in seinen Sitzungen geprüft, bei Bedarf weitere Informationen angefordert und gemeinsam mit dem Vorstand diskutiert. Zwischen den Sitzungsterminen hat der Aufsichtsrat außerdem Stand und Entwicklung des Unternehmens gemeinsam mit dem Vorstand laufend erörtert. Daneben hat der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig persönlich und telefonisch aktuelle Themen und Probleme mit dem Vorstand besprochen. In gesonderten Strategiegesprächen hat der Vorsitzende des Aufsichtsrats mit dem Vorstand die künftige Ausrichtung der Gesellschaft erörtert. Im Geschäftsjahr 2022 fanden zwei Aufsichtsratssitzungen statt, am 31. August und am 12. Dezember. Der Aufsichtsrat war in allen Sitzungen jeweils vollständig vertreten. Die Sitzungen fanden telefonisch bzw. als Videokonferenz statt. Über die Sitzungen hinaus haben weitere Beschlussfassungen zu aktuellen Themen im schriftlichen Umlaufverfahren stattgefunden. Die Beschlussfassungen im schriftlichen Umlaufverfahren erfolgten auf Anordnung des Aufsichtsratsvorsitzenden mittels Stimmabgabe via E-Mail gemäß den Regeln der damaligen Satzung der Gesellschaft. Auf einen Widerspruch gegen die Form der jeweiligen Beschlussfassungen wurde verzichtet. Der Aufsichtsrat hat bedeutsame Geschäftsvorfälle geprüft und in seinen Sitzungen die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft mit dem Vorstand beraten. Des Weiteren hat er über Geschäfte entschieden, die aufgrund der Geschäftsordnung und satzungsmäßiger Bestimmungen zur Zustimmung vorgelegt wurden. Folgende Schwerpunkte wurden in den jeweiligen Sitzungen und Beschlussfassungen behandelt:
Im Geschäftsjahr 2022 gab es Veränderungen in der Zusammensetzung des Vorstands. Frau Britta Schmidt ist mit Wirkung zum 1. November 2022 zum ordentlichen Mitglied des Vorstands der Gesellschaft neben Herrn Weiß und Herrn Dogan bestellt worden. Herr Hüseyin Dogan ist zum 15. Dezember 2022 aus dem Vorstand der Gesellschaft ausgeschieden. Der Aufsichtsrat setzte sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt zusammen:
Der Aufsichtsrat bestand damit in Übereinstimmung mit § 8.1 der damaligen Satzung der Gesellschaft aus sechs Mitgliedern. Es wurden für das Geschäftsjahr 2022 keine Ausschüsse gebildet. Seit einer außerordentlichen Hauptversammlung am 26. Januar 2023 setzt sich der Aufsichtsrat wie folgt zusammen:
In Übereinstimmung mit § 9.1 der Satzung besteht der Aufsichtsrat auch nach Neufassung der Satzung weiterhin aus sechs Mitgliedern. In der an die außerordentliche Hauptversammlung anschließenden konstituierenden Aufsichtsratssitzung, wurde Herr Ralph Dommermuth zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Herr René Obermann zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Darüber hinaus wurde in dieser Sitzung ein Prüfungs- und Risikoausschuss implementiert. Herr Kurt Dobitsch, Herr Martin Mildner und Frau Dr. Claudia Borgas-Herold wurden zu Mitgliedern sowie Herr Kurt Dobitsch zum Vorsitzenden des Prüfungs- und Risikoausschusses gewählt. Die Hauptversammlung der IONOS Group SE hat am 31. August 2022 die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main als Konzernabschlussprüfer und am 24. November 2022 als Abschlussprüfer für den Einzelabschluss für das Geschäftsjahr 2022 gewählt. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat die Buchführung, den Jahresabschluss, den Lagebericht, den Konzernabschluss nach IFRS sowie den Konzernlagebericht der IONOS Group SE geprüft. Dabei ging der Abschlussprüfer insbesondere auf die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters): Umsatzrealisierung, Fraud Management, Override of Controls, Werthaltigkeit der Firmenwerte, aktienbasierte Vergütung, Leasing nach IFRS 16, Aufnahme des IT-Umfelds und der Geschäftsprozesse, ein. Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung wurde auch das Risikomanagementsystem geprüft und analysiert. Wesentliche Schwachstellen des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems sowie des Rechnungslegungsprozesses sind von den Abschlussprüfern nicht festgestellt worden. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erteilte jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Jahresabschluss, der Lagebericht, der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2022 und der Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) für das Geschäftsjahr 2022 sowie die Prüfberichte des Abschlussprüfers lagen allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vor. An der am 29. März 2023 als Präsenzsitzung stattgefundenen Bilanzsitzung des Aufsichtsrats nahm der Abschlussprüfer teil und berichtete über seine Prüfungen und seine wesentlichen Prüfungsergebnisse, erläuterte seinen Prüfungsbericht und beantwortete die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Auch die Prüfung des Aufsichtsrats hat keine Beanstandung ergeben. Der Aufsichtsrat schließt sich aufgrund seiner eigenen Prüfung dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an. Ein Ausblick auf die Finanzkennzahlen für 2023, der Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung und die Einladung zur Hauptversammlung waren ebenfalls Gegenstand der Bilanzsitzung. Nach eigener Prüfung ist des Aufsichtsrats zu dem Ergebnis gekommen, dass der Jahresabschluss, der Lagebericht, der Konzernabschluss, der Konzernlagebericht, der Abhängigkeitsbericht und die Berichte des Abschlussprüfers zu keinen Einwendungen Anlass geben. Mit Beschluss vom 29. März 2023 hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand am 29. März 2023 aufgestellten Jahresabschluss der Gesellschaft und den Konzernabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeitenden für ihren großen persönlichen Einsatz und ihr erfolgreiches Wirken.
Montabaur, 29. März 2023 Ralph Dommermuth, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
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