oriens Vertikalgrill UG (haftungsbeschränkt)
Selbe AdresseHerstellung von nichtelektrischen Haushaltsgeräten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Harald Patt seit 8.4.2025 | Geschäftsführer |
Dirk Johannes Barth seit 9.9.2024 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
BitGo Holdings EMEA, Ltd. | 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
BitGo Europe GmbH (vormals: BitGo Deutschland GmbH)Frankfurt am MainJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023INHALTSVERZEICHNIS Bestätigungsvermerk 1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023 2. Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 3. Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 4. Lagebericht 2023 für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 Allgemeine Auftragsbedingungen Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die BitGo Europe GmbH (vormals: BitGo Deutschland GmbH), Frankfurt am Main Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der BitGo Europe GmbH (vormals: BitGo Deutschland GmbH) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der BitGo Europe GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, 25. Juni 2024 Forvis
Mazars GmbH & Co KG
Steffen Neuweiler, Wirtschaftsprüfer Marvin Strache, Wirtschaftsprüfer JAHRESBILANZ zum 31. Dezember 2023der BitGo Europe GmbH, Frankfurt am MainAktivseite
Passivseite
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für die Zeit vom 01.01.2023 bis 31.12.2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für große Kapitalgesellschaften sowie den ergänzenden Vorschriften für Finanzdienstleistungsinstitute gemäß § 340 ff. HGB aufgestellt. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht Firmenname laut Registergericht: BitGo Europe GmbH (vormals: BitGo Deutschland GmbH) Firmensitz laut Registergericht: Frankfurt am Main Registereintrag: Handelsregister Registergericht: AG Frankfurt am Main unter Register-Nr. HRB 125175 Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die anderen Rückstellungen wurden für alle ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen sind zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet und werden, soweit abnutzbar, planmäßig linear nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter gemäß § 6 Abs. 2 EStG werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben. Angaben zu Bilanz Angaben und Erläuterungen zu Forderungen an Kreditinstitute Der Wert der Forderungen an Kreditinstitute beläuft sich auf 1.998.313,05 EUR (Vorjahr: 1.158.628,61 EUR) und besteht ausschließlich aus täglich fälligen Guthaben auf dem Geschäftsbankkonto der Gesellschaft bei der DZ Bank AG und Forderungen aus Verwahrleistungen gegenüber einem Kunden in Deutschland mit einer Restlaufzeit von weniger als drei Monaten. Angaben und Erläuterungen zu immateriellen Anlagewerten und Sachanlagen Bei den ausgewiesenen immateriellen Anlagewerten i.H.v. 25.311,00 EUR (Vorjahr: 43.177,00 EUR) handelt es sich um entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und bei den Sachanlagen i. H. v. 81.609,00 EUR (Vorjahr: 19.958,00 EUR) um Betriebsausstattung. Die Entwicklung der immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen wurde unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Anlagenspiegel zum 31.12.2023BitGo Europe GmbH, Frankfurt am Main
Angaben und Erläuterungen zu sonstigen Vermögensgegenständen Der Wert der sonstigen Vermögensgegenstände beläuft sich auf 65.645,22 EUR (Vorjahr: 351.909,46 EUR) und setzt sich im Wesentlichen aus Sicherheitskautionen in Höhe von 55.592,74 EUR (Vorjahr: 2.965,00 EUR) und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 3.637,50 EUR (Vorjahr: 342.714,98 EUR) zusammen. Angaben und Erläuterungen zu sonstigen Verbindlichkeiten Der Wert der sonstigen Verbindlichkeiten beläuft sich auf 169.233,67 EUR (Vorjahr: 275.514,35 EUR) und setzt sich im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 91.072,97 EUR (Vorjahr: 140.914,36 EUR), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 54.288,46 EUR (Vorjahr: 80.209,01 EUR) und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen i. H. v. 23.860,79 EUR (Vorjahr: 45.558,68 EUR) zusammen. Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen Rückstellungen wurden in Höhe von 213.168,00 EUR (Vorjahr: 69.620,00 EUR) gebildet. Davon entfallen unter anderem 70.512,00 EUR (Vorjahr: 63.120,00 EUR) auf die Rückstellung für Abschluss- und Prüfungskosten, sowie sonstige Rückstellungen in Höhe von 139.656,00 EUR (Vorjahr: 6.500,00 EUR). Bei den sonstigen Rückstellungen handelt es sich um Rückstellungen für Bonuszahlungen. Angaben und Erläuterungen zum Eigenkapital Das Eigenkapital beläuft sich auf 1.801.535,39 EUR (Vorjahr: 1.228.538,72 EUR) und besteht aus dem Stammkapital der Gesellschaft, aus freiwilligen Zuzahlungen der Gesellschafterin in die Kapitalrücklage, die sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt 6.024.900,00 EUR (Vorjahr: 4.025.000,00 EUR) beläuft, sowie aus dem Bilanzverlust von 4.248.364,61 EUR (Vorjahr: 2.821.461,28 EUR). Gewinn- und Verlustrechnung Angaben und Erläuterungen zu Provisionserträgen Die Provisionserträge belaufen sich auf 1.413.982,15 EUR (Vorjahr: 1.082.574,08 EUR) und resultieren aus der Erbringung von Verwahrdienstleistungen. Angaben und Erläuterungen zu sonstigen betrieblichen Erträgen Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich auf 1.357.719,40 EUR (Vorjahr: 1.577.726,35 EUR) und basieren im Wesentlichen auf Erträgen aus der Erbringung von Dienstleistungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Angaben und Erläuterungen zu allgemeinen Verwaltungsaufwendungen Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen setzen sich aus dem Personalaufwand der Gesellschaft sowie anderen Verwaltungsaufwendungen zusammen. Der Personalaufwand beläuft sich auf 3.103.383,08 EUR (Vorjahr: 2.502.833.87 EUR). Die anderen Verwaltungsaufwendungen von insgesamt 1.043.715,65 EUR (Vorjahr: 1.905.753,71 EUR) setzen sich im Berichtsjahr im Wesentlichen aus Aufwendungen für Fremdleistungen und Fremdarbeiten in Höhe von insgesamt 278.802,72 EUR (Vorjahr: 368.222,96 EUR), Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 204.743,20 EUR (Vorjahr: 1.167.962,37 EUR), Prüfungs- und Abschlusskosten in Höhe von 137.429,50 EUR (Vorjahr: 90.098,99 EUR) sowie Mietkosten für Büroräumlichkeiten in Höhe von 113.638,41 EUR (Vorjahr: 32.972,62 EUR) zusammen. Sonstige Angaben Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt: 17 (Vorjahr: 14) Zum 31.12.2023 beschäftigt die BitGo Europe GmbH 15 Mitarbeiter. Namen der Geschäftsführer Der Geschäftsführung gehörten an:
Konzernzugehörigkeit Die BitGo Europe GmbH wurde in den Konzernabschluss der BitGo Holdings, Inc., Palo Alto, Vereinigte Staaten von Amerika einbezogen. Die BitGo Holdings Inc. stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Konzernkreis auf. Der Konzernabschluss ist nicht offengelegt, sondern nur bei der BitGo Holdings Inc. erhältlich. Honorar des Abschlussprüfers Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr geschätzte Gesamthonorar, welches ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen entfällt, betrug 70.512,00 EUR. Rückstellungen wurden in entsprechender Höhe gebildet. Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende Ergebnisverwendung vor: Der Jahresfehlbetrag in Höhe 1.426.903,33 EUR wird auf neue Rechnung vorgetragen. Unterschrift der Geschäftsführung
Frankfurt, den 14.06.2024 Sven Möhle, Geschäftsführer Jody Mettler, Geschäftsführerin Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023Inhalt: 1. Grundlegende Informationen 1.1. Geschäftstätigkeit 1.2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklung der Branche 1.3. Geschäftsentwicklung der Gesellschaft 2. Bericht über die wirtschaftliche Lage 2.1. Geschäftsverlauf 2.2. Ertragslage 2.3. Finanzlage 2.4. Vermögenslage 2.5. Gesamtaussage wirtschaftliche Lage 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1. Chancenbericht 3.2. Risikobericht 3.2.1. Geschäfts- und Risikostrategie 3.2.2. Risikomanagement gemäß MaRisk 3.2.3. Risiken 3.2.3.1. Adressenausfallrisiko 3.2.3.2. Operationelles Risiko 3.2.3.3. Ertragsrisiko 3.2.3.4. Liquiditätsrisiko 3.3. Prognosebericht 1. Grundlegende Informationen 1.1. Geschäftstätigkeit Die Tätigkeit der BitGo Europe GmbH (BitGo) umfasst die Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten oder privaten kryptographischen Schlüsseln, für Dritte, die dazu dienen, Kryptowerte zu halten, zu speichern oder zu übertragen. Die BitGo Europe GmbH ist Teil der BitGo-Gruppe. Muttergesellschaft der BitGo Europe GmbH ist die BitGo Holdings EMEA, Ltd. mit Sitz in London. Muttergesellschaft der BitGo Holding EMEA, Ltd. ist die BitGo Holdings, Inc., eine Gesellschaft nach dem Recht des US-Bundesstaates Delaware, Vereinigte Staaten von Amerika. Die BitGo Holdings, Inc. ist zugleich die Obergesellschaft der BitGo-Gruppe. Außer der BitGo Europe GmbH hat keine der Gesellschaften der BitGo-Gruppe ihren Sitz in Deutschland. Die Einbindung in die BitGo-Gruppe trägt zur effizienten Entwicklung des Geschäfts der BitGo Europe GmbH bei. 1.2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklung der Branche Im Jahr 2023 befindet sich die globale und deutsche Wirtschaft in einer Phase der Unsicherheit und Anpassung, geprägt durch nachwirkende Effekte der Pandemie, geopolitische Spannungen und makroökonomische Herausforderungen. Diese Faktoren haben direkte und indirekte Auswirkungen auf die Finanzmärkte, einschließlich des Sektors für Kryptowährungen. Die weltweite Wirtschaft hat mit einer Mischung aus Inflation, steigenden Zinssätzen und dem Risiko einer Rezession zu kämpfen. Zentralbanken, darunter die US-amerikanische Federal Reserve und die Europäische Zentralbank, haben auf die hohe Inflation mit einer Erhöhung der Leitzinsen reagiert, was üblicherweise zu einer Abkühlung der Investitionstätigkeit und einer Verringerung der Risikobereitschaft führt. Für Kryptomärkte kann dies eine doppelte Wirkung haben: Einerseits verringert sich die Attraktivität spekulativer Anlagen, da sicherere Anlagen wie Staatsanleihen höhere Renditen bieten. Andererseits suchen einige Investoren in Kryptowerte einen alternativen Wertspeicher, um sich gegen Inflation abzusichern. Trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheiten hat der Markt für Kryptowährungen eine bemerkenswerte Resilienz und gleichzeitig hohe Volatilität gezeigt. Die Marktkapitalisierung von führenden Kryptowährungen hat im Jahr 2023 erhebliche Schwankungen erlebt, getrieben durch spekulative Handlungen, institutionelle Investitionen und regulatorische Nachrichten. Dadurch war das Jahr 2023 durch den sogenannten "Kryptowinter" geprägt, wobei insbesondere die Marktvolatilität und Preisrückgänge markante Merkmale dieser Periode waren. Einer der auffälligsten Aspekte des Kryptowinters 2023 war der signifikante Rückgang der Preise für führende Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum. Diese Rückgänge waren teilweise auf die o.g. makroökonomischen Faktoren zurückzuführen. Ein weiterer wichtiger Faktor, der den Kryptowinter 2023 prägte, war die zunehmende Regulierung. Verschiedene Länder haben ihre Vorschriften für Kryptowährungen verschärft, um Betrug vorzubeugen und Anleger zu schützen, wie insbesondere die MiCAR (Markets in Crypto-Assets Regulation). Diese Regulierungen führten teilweise zu Unsicherheiten auf den Märkten, was sich negativ auf die Investitionen auswirkte. Dementsprechend war die allgemeine Marktstimmung im Jahr 2023 zunächst von Vorsicht und Rückzug geprägt. Das anfängliche Interesse und die Euphorie um Kryptowährungen wich einer realistischeren und vorsichtigeren Betrachtungsweise. Die Anleger waren zögerlicher geworden, in Kryptowährungen zu investieren, insbesondere nachdem viele während der Höchststände von 2021 erhebliche Verluste erlitten hatten. Dies führte zu einem Rückgang der Handelsvolumina und zu weniger Neugeld, das in den Markt floss. Die Kryptowährung mit der größten Marktkapitalisierung, der Bitcoin, verblieb bis zum Ende des dritten Quartals 2023 im Kryptowinter, der Mitte Oktober beendet wurde. Sowohl bedeutende Kryptowerte wie Bitcoin und Ethereum als auch weniger Bedeutende glichen im vierten Quartal 2023 die Preisrückgänge zu einem großen Teil aus und markierten zu diesem Zeitpunkt den Beginn einer Trendwende. Zum Jahresende 2023 liegt der Wert des BitCoin je Einheit bei rd. EUR 38.150. 1.3. Geschäftsentwicklung der Gesellschaft Trotz der herausfordernden Bedingungen auf dem Kryptomarkt im Jahr 2023, konnte sich die BitGo Europe GmbH erfolgreich solide positionieren. Das Unternehmensergebnis traf im Wesentlichen die Erwartungen für das Geschäftsjahr und wurde nicht nennenswert negativ durch den Kryptowinter und diverse negative Ereignisse am Kryptomarkt beeinträchtigt. Die Ereignisse rund um FTX, Silvergate, Silicon Valley Bank hatten keinen direkten Einfluss auf die BitGo Europe GmbH. Jedoch begünstigten derartige Ereignisse den Kryptowinter und hatten dadurch indirekte Auswirkungen auf die Ertragslage der BitGo Europe GmbH. Durch die geringeren Kurse für Kryptowährungen verweilten die variablen Ertragskomponenten bis zum Beginn des vierten Quartals 2023 auf niedrigerem Niveau, bis die Wertaufholung an den Kryptomärkten sich auch in den Erträgen der BitGo Europe GmbH widerspiegelten. Ebenso litten die Marktteilnehmer allgemein im Kryptoumfeld unter dem partiell wahrzunehmenden Vertrauensverlust in das Krypto-Segment. Letzteres sorgte jedoch zu einer vermehrten Anfrage unserer Verwahrdienstleistungen, da die BitGo Europe GmbH als zuverlässiger und sicherer Partner im Kryptomarkt wahrgenommen wird. Dementsprechend war es das wesentliche Ziel im abgelaufenen Geschäftsjahr, die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Erhalt der Kryptoverwahrlizenz zu erfüllen. Der Erlaubnisantrag gem. § 32 KWG zum Erbringen des Kryptoverwahrgeschäfts wurde per 24.10.2023 von der BaFin genehmigt. Erfreulicherweise wurde die Erteilung der Lizenz äußerst positiv vom Markt wahrgenommen und führte innerhalb kürzester Zeit zu neuen Anfragen potentieller Kunden. 2. Bericht über die wirtschaftliche Lage 2.1. Geschäftsverlauf Die BitGo Europe GmbH hat im Berichtsjahr ihre Geschäftsbeziehungen stabilisiert und darüber hinaus mit einem strategischen und international bekannten Kunden weiter ausgebaut. Bedeutend für den Geschäftsverlauf der Gesellschaft war daher neben dem Anstieg der Kosten durch den Ausbau des Personals der Gesellschaft und der Tätigkeiten und Anforderungen an das Institut im Zuge des aufsichtsrechtlichen Lizenzantrages, vor allem die Entwicklung vorgenannter Geschäftsbeziehungen und der daraus erwachsenen Erträge. Die in den Nebenbedingungen zur Zielerreichung der Geschäftsstrategie formulierte oberste Priorität der Gesellschaft und ihrer Gesellschafter ist die regulatorische Konformität. Da der Fokus der BitGo Europe GmbH im Berichtsjahr 2023 nach wie vor auf dem Ausbau der Geschäftsorganisation lag, steuert sie ihre tägliche Operative noch nicht im engeren Sinne nach finanziellen bzw. nicht- finanziellen Leistungsindikatoren. Gleichwohl wird die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (VFE-Lage) genauestens von der Geschäftsleitung überwacht und Auswirkungen auf diese bei zu treffenden Entscheidungen berücksichtigt, um die Liquidität der Gesellschaft sowie die Risikotragfähigkeit zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen. 2.2. Ertragslage Die Gewinn- und Verlustrechnung der BitGo Europe GmbH weist für das Geschäftsjahr 2023 einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 1.426.903,33 EUR aus. Im Vorjahr erzielte die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 1.779.933,23 EUR. Auf Grund der im Jahresverlauf positiven Entwicklung der Kryptowährungen beträgt die Summe der Erträge im Geschäftsjahr 2023 2.771.701,55 EUR. Die Erträge basieren hauptsächlich auf dem Kryptoverwahrgeschäft sowie auf den dem Kryptoverwahrgeschäft nahen Dienstleistungen für die Muttergesellschaft BitGo, Inc. Insgesamt bewegten sich die Erträge damit unter den ursprünglich im Vorjahreslagebericht erwarteten Erträgen. Die Ertragslage sichert den weiteren Unternehmensaufbau, auch wenn derzeit die Kosten des operativen Betriebs nicht vollständig gedeckt werden. Dennoch bestätigen die Erträge den Bedarf an und die Marktfähigkeit unserer angebotenen Leistungen. Wesentliche Aufwandspositionen sind neben den Personalkosten vor allem die Aufwendungen für juristische Begleitung, externe Berater, die Miete der Büroräume der Gesellschaft sowie die Kosten für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses 2023. Der Rückgang der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen ist insbesondere auf im Vorjahresvergleich gesunkene Rechts- und Beratungskosten zurückzuführen. 2.3. Finanzlage Die BitGo Europe GmbH ist eigenkapitalfinanziert und jederzeit in der Lage, ihre fälligen Verbindlichkeiten zu begleichen. 2.4. Vermögenslage Die Aktivseite der Bilanz setzt sich aus täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute per 31.12.2023 in Höhe von 1.998.313,05 EUR, Immaterielle Anlagewerte in Höhe von 25.311,00 EUR und Sachanlagen in Höhe von 81.609,00 EUR, sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 65.645,22 EUR und Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 13.058,79 EUR zusammen. Die sonstigen Vermögensgegenstände bestehen aus Forderungen gegen die Muttergesellschaft BitGo, Inc. in Höhe von 3.637,50 EUR, Kautionen in Höhe von 55.592,74 EUR und einem Vorsteuerüberhang in Höhe von 6.414,98 EUR. Auf der Passivseite stehen sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 169.233,67 EUR, welche sich im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 23.860,79 EUR, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 54.288,46 EUR und Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 91.072,97 EUR zusammensetzen, Rückstellungen in Höhe von 214.576,00 EUR, sowie das Eigenkapital in Höhe von 1.801.535,39 EUR. Die Rückstellungen ergeben sich aus anderen Rückstellungen in Höhe von 213.168,00 EUR. Erheblichen Einfluss auf die Passiva hatte vor allem die im Geschäftsjahr 2023 per Gesellschafterbeschluss vom 07.03.2023 zugesicherte und am 22.03.2023 getätigte Einlage der Gesellschafterin i. H. v. 500.000,00 EUR, sowie die per Gesellschafterbeschluss vom 09.09.2023 zugesicherte und am 18.09.2023 getätigte Einlage der Gesellschafterin i. H. v. 499.900,00 EUR und die per Gesellschafterbeschluss vom 19.09.2023 zugesicherte und am 22.09.2023 getätigte Einlage der Gesellschafterin i. H. v. 1.000.000,00 EUR in die Kapitalrücklage. 2.5. Gesamtaussage wirtschaftliche Lage Auch im Jahr 2023 ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BitGo Europe GmbH durch den weiteren Aufbau der Geschäftsorganisation geprägt. Das hat vor allem zu Verwaltungsaufwand für externe Dienstleister und zusätzliche Personalkosten geführt. Die Gesellschafterin leistete weitere Einlagen, um den Geschäfts- und weiteren Organisationsaufbau zu ermöglichen. Die Ertragslage deckte sich aufgrund von Kursschwankungen bei den verwahrten Kryptowerten nicht mit der Erwartung der Geschäftsjahresplanung, hat sich insgesamt jedoch trotzdem positiv im Vorjahresvergleich entwickelt. 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1. Chancenbericht Der Erfolg von Kryptowährungen und den mit den unterschiedlichen Kryptowährungen zusammenhängenden Dienstleistungen hängt vom allgemeinen Börsenumfeld und von konjunkturellen Entwicklungen ab: Eine Verschlechterung der externen Bedingungen kann zu Verlusten aus der Verwahrtätigkeit führen und somit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Ein positives Umfeld kann dagegen Vermögenseffekte bewirken, die nicht nur allein durch die Werthaltigkeit der einzelnen verwahrten Kryptowährungen begründet sind. Schwankungen von Preisen auf dem Kapitalmarkt, insbesondere der Preisschwankungen an den Kryptomärkten, können die Werthaltigkeit der verwahrten Währungen sowohl negativ als auch positiv beeinflussen. Bei der Verwahrung können außerdem Währungsschwankungen den Wert der Dienstleistung sowohl negativ als auch positiv beeinflussen. Aus regulatorischer Perspektive kann eine verstärkte Regulierung von Kryptowährungen bis hin zu Handelsbeschränkungen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens nachhaltig negativ beeinflussen. Mit dem fokussierten digitalen Angebot im Bereich der Cold Storage Custody und der weitgehend abgeschlossenen Aufstellung der notwendigen Ressourcen der Gesellschaft sehen wir uns gut für die Zukunft positioniert. Im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Gesellschaft darauf fokussiert, die notwendigen Rahmenbedingungen für die Zukunft weiterzuentwickeln. Die Erlöse sind teilweise von der Entwicklung der Kryptomärkte abhängig, vor allem, da die Vergütung teilweise in Abhängigkeit zur Kursveränderung ausgestaltet ist. Zusätzlich kann das verwaltete Volumen, welches Basis für die fixe Verwahrungsvergütung ist, aufgrund von marktabhängigen Kursrückgängen sinken. Dieses Risiko wird über die Steuerung des Ertragsrisikos abgedeckt und ist Bestandteil des Risikomanagementsystems. 3.2. Risikobericht Die BitGo Europe GmbH behält gesetzliche und regulatorische Anforderungen stets im Blick und ist in der Lage, kurzfristig auf sich verändernde Rahmenbedingungen zu reagieren. Daher werden die Geschäfts- und Risikostrategie regelmäßig, mindestens jährlich, sowie anlassbezogen auf Angemessenheit überprüft und bei Bedarf erweitert. Die Angemessenheit der Geschäfts- und Risikostrategie ist gegeben, wenn alle für die Geschäftsaktivitäten relevanten gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt sind und gleichzeitig die Unternehmensziele unter Einhaltung einer konservativen Risikostrategie erreichbar sind. Dabei steht die Risikostrategie in Wechselwirkung zur Geschäftsstrategie, da sie sich nicht nur von letzterer ableitet, sondern diese auch beeinflusst. Auf dieser Basis werden die Anforderungen an die schriftlich fixierte Ordnung (Richtlinien, Prozessbeschreibungen und Arbeitsanweisungen) sowie die regelmäßige und anlassbezogene Risikoberichterstattung an die Geschäftsleitung ausgearbeitet, woraus sich die Aufgaben für das operative Risikomanagement bestimmen. Einzelheiten zur Geschäfts- und Risikostrategie sowie zu den als wesentlich identifizierte Risiken wie folgt: 3.2.1. Geschäfts- und Risikostrategie Gemäß der Geschäftsstrategie der BitGo Europe GmbH ist es das Unternehmensziel, eine starke Position im europäischen Kryptoverwahrgeschäft einzunehmen. Unter Einbezug der Erkenntnisse aus umfangreichen Markt-, Kundenbedarfs- und Wettbewerbsanalysen, werden Kryptoinvestoren sichere und technologisch führende Leistungen zur Verfügung gestellt. Am 24.10.2023 hat die BitGo von der BaFin die Lizenz zur Kryptoverwahrung erhalten. Diese Lizenz bestätigt den Erfolg der bisherigen Bemühungen und eröffnet den Zugang zum deutschen und europäischen Markt. Die Zielsetzung der Geschäftsstrategie wird in eine konservativ geprägte Risikostrategie übersetzt. Die Unternehmensaktivitäten sind zwangsläufig mit verschiedenen Risiken verbunden. Zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit, ist ein Risikomanagementsystem implementiert, das effizient die als wesentlich identifizierten Risiken überwacht, steuert und regelmäßig sowie anlassbezogen an die Geschäftsleitung berichtet. 3.2.2. Risikomanagement gemäß MaRisk Die BitGo Europe GmbH hat ein Kennzahlen- und Limitsystem (Risikomanagementsystem) implementiert, um ein effizientes Risikomanagement zu gewährleisten. Dieses ermöglicht bereits heute das wachsende Geschäftsvolumen unter Einhaltung einer konservativen Risikostrategie zu steuern. Parallel zum Ausbau der Geschäftsaktivitäten wird auch das Risikomanagementsystem fortlaufend auf Angemessenheit überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt. Die Steuerung, Überwachung und Kontrolle der Risiken sind in die Unternehmensplanung und -steuerung integriert. Durch die Aufteilung in Markt- und Marktfolgebereich und Funktionstrennungen in den Arbeitsabläufen wird die Zuverlässigkeit der Steuerungsinformationen aus der ordnungsgemäßen Geschäftsabwicklung sichergestellt ("Segregation of Duties"; "Three Lines of Defense Modell"). Es ist ein Prozess zur turnusmäßigen sowie ad hoc Berichterstattung an die Geschäftsleitung implementiert. Wesentliche Entscheidungen zum Risikomanagement werden im Kreise der Geschäftsführung erörtert und beschlossen. 3.2.3. Risiken Branchen- und unternehmensbedingt und basierend auf der Risikotragfähigkeitsberechnung der Gesellschaft werden den folgenden Risikoarten und -aspekten besondere Bedeutung und Wesentlichkeit zugewiesen:
Der Anteil dieser Risikoarten am Risikoprofil der BitGo Europe GmbH, für den Fall des Eintritts erwarteter und unerwarteter Verluste in Form des zur Risikodeckung benötigten ökonomischen Kapitals, wird im Rahmen der vierteljährlichen Risikotragfähigkeit ermittelt und überwacht. Es liegen im Berichtsjahr keine bestandsgefährdenden Risiken vor. Die BitGo erhält Kapitalunterstützung von der BitGo Gruppe, um die europäische Niederlassung und den Kundenstamm weiter auszubauen. Im Jahr 2023 wurde von der Gruppe zusätzliches Kapital in Höhe von rund 2 Mio. EUR bereitgestellt, wodurch BitGo, auch im Vergleich zu seinen Mitbewerbern, gut kapitalisiert ist. 3.2.3.1. Adressenausfallrisiko BitGo ist nicht in der Kreditvergabe tätig und ihr Adressenausfallrisiko beschränkt sich auf eigene Forderungen gegenüber Kreditinstituten, in Form von täglich fälligen Sichteinlagen, und Kunden, in Form von Forderungen aus der Dienstleistungserbringung. Zum Stichtag 31.12.2023 wird das Adressenausfallrisiko anhand des Expected-Loss-Berechnungsmodells auf 63.276 EUR quantifiziert. Ausfälle wurden im Jahr 2023 nicht verzeichnet. 3.2.3.2. Operationelles Risiko Das operationelle Risiko für BitGo ergibt sich aus der Zuverlässigkeit des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs und der den Kunden erbrachten Dienstleistungen. Für BitGo's Kunden ist es von größter Bedeutung, dass sie über ihre bei BitGo verwahrten Kryptowerte vertragsgemäß, rechtzeitig und uneingeschränkt verfügen können. Die Stabilität der BitGo-Plattform und der sie unterstützenden IT-Systeme wird von der Gruppe mit Sitz in den Vereinigten Staaten gewährleistet. Die implementierten KYC- und AML-Prozesse orientieren sich an den gesetzlichen Vorschriften. Der Betrieb erfolgt teilweise unter Einbindung darauf spezialisierter Dienstleister. Die Bewertung der operationellen Risiken basiert auf dem Standardansatz gemäß Artikel 312 der CRR für operationelle Risiken. Das operationelle Risiko beträgt zum Stichtag 31.12.2023 rund 257.091 EUR. Schäden wurden im Jahr 2023 nicht verzeichnet. 3.2.3.3. Ertragsrisiko Die Erträge aus der Kryptoverwahrung haben eine fixe und variable Komponente. Die variable Preiskomponente hängt in ihrer Höhe vom Wert der verwahrten Kryptowerte (Assets under Custody, kurz AuC) ab und unterliegt der täglichen Volatilität der Vermögenswerte. Um dieser Volatilität im Risikomanagement adäquat zu begegnen, werden für die Ermittlung des Ertragsrisikos Prognosen für die Wertentwicklung der AuC für die nächsten zwölf Monate mit einem Konfidenzniveau von 99,9% erstellt. Das ermittelte Ertragsrisiko wird, unter Berücksichtigung der erwarteten Cashflows, vom Risikomanagement überwacht, gesteuert und turnusmäßig der Geschäftsführung berichtet. Das Ertragsrisiko beträgt zum Stichtag 31.12.2023 rund 825.258 EUR. 3.2.3.4. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, fällige Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur zu erhöhten Kosten begleichen zu können. Aus der Geschäftstätigkeit als Verwahrer ergibt sich für die BitGo Europe GmbH das Risiko demnach aus laufenden Zahlungsverpflichtungen, die nicht rechtzeitig oder in voller Höhe, bspw. aufgrund von nicht zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln oder fehlenden Refinanzierungsquellen, erfüllt werden können. Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse aus der Geschäftstätigkeit werden aus der Geschäftsplanung mit mehrjährigem Planungshorizont in die Berechnung des Ertragsrisikos sowie der Kapitalplanung überführt. Im Rahmen der Kapitalplanung und der Risikotragfähigkeitsrechnung wird regelmäßig auf Geschäftsleiterebene die Kapitalausstattung und Liquidität besprochen und zeitnah geplant. Dadurch ist ein ausreichendes Maß an ökonomischem Kapital sowie Liquidität sichergestellt, um den fortlaufenden Geschäftsbetrieb störungsfrei zu finanzieren. Die Liquidität der BitGo wird über täglich fällige Sichteinlagen vorgehalten. Diesen werden die planmäßigen Ausgaben zzgl. eines Sicherheitsaufschlags für mögliche unvorhergesehene Ausgaben gegenübergestellt. Auf dieser Basis wird eine Liquiditätsquote mit einem Zeithorizont von 30 Tagen (kurzfristige Liquiditätsquote) ermittelt. Zum 31.12.2023 bestätigt die Liquiditätsquote, dass die vorgehaltene Liquidität die prognostizierten Ausgaben, inkl. Sicherheitsaufschlag, um ein Vielfaches übersteigt. 3.3. Prognosebericht Die Aussichten für das Umfeld der Kryptotechnologien sind weiterhin von einer gesamtwirtschaftlichen Zurückhaltung der Marktteilnehmer geprägt. Kryptowährungen erfahren weiterhin, trotz starker Volatilität, ein großes Interesse von Investoren, sowohl private als auch institutionelle Investoren. Daher ist auch im kommenden Geschäftsjahr von einer weiter voranschreitenden Integration von Kryptowährungen in die traditionelle Finanzwelt zu erwarten. Damit sehen wir eine nachhaltige Trendwende im Kryptomarkt als bestätigt und erwarten auch für das Geschäftsjahr 2024 deutliche Kurserholungen. Aufgrund der Nachwirkungen des auslaufenden Kryptowinters planen wir für das Jahr 2024 das Verwahrvolumen primär auf dem aktuellen Niveau zu halten oder moderat zu steigern. Parallel dazu nutzen wir weiterhin diese Phase zum Ausbau unserer Organisationsstruktur. Dies bedingt weitere Investitionen, insbesondere in die Rekrutierung von weiterem hochqualifizierten Personal. Wir erwarten auf Basis der Geschäftsplanung für das Geschäftsjahr 2024 ein positives Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit deutlich über dem Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres. Die regelmäßige Verwaltungsvergütung stabilisiert den Cashflow. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch im Jahr 2024 ein weiteres Wachstum unserer Gesellschaft in Hinblick auf die VFE-Lage und insbesondere unserer Kundenbasis erreichen. Vor dem Hintergrund der vorstehenden Gegebenheiten, ist zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, dass unsere geplante Geschäftsausweitung auf eine wachsende Nachfrage im Markt treffen wird.
Frankfurt, den 14.06.2024 Sven Mohle, Geschäftsführer Jody Mettler, Geschäftsführerin |
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