Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 185214
Vorher
Kyros 40 GmbHSiemens Finance GmbH
Eingetragen
15.4.2010
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsInstitute für Factoring-GeschäfteBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Betreiben von Bankgeschäften in Form des Einlagengeschäfts (§ 1 Absatz 1 Satz 2 Nr. 1 des Gesetzes über das Kreditwesen, KWG), des Kreditgeschäfts (§ 1 Absatz 1 Satz 2 Nr. 2 KWG) und des Garantiegeschäfts (§ 1 Absatz 1 Satz 2 Nr. 8 KWG), Betreiben des Factoringgeschäfts (§ 1 Absatz 1a Satz 2 Nr. 9 KWG), Tätigen von Eigengeschäften (§ 32 Abs. 1a KWG) und das Erbringen von sonstigen Dienstleistungen, soweit dies dem Geschäft der Siemens Aktiengesellschaft und der mit ihr verbundenen Unternehmen unmittelbar oder mittelbar förderlich erscheint.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jennifer Blackford
seit 14.10.2025
Geschäftsführer
Markus Holzner
seit 5.8.2025
Prokura
Matthias Grossmann
seit 5.8.2025
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Mathias Dr. Jais
seit 17.5.2021
Prokura
Jakob Karl Bothmann
seit 17.5.2021
Prokura
Geschäftsführer
Bernd Häusler
seit 12.7.2019
Prokura
Christoph Giessing
seit 1.10.2010
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Siemens Aktiengesellschaft
Germany
5.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Siemens Bank GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Siemens Bank GmbH, München

PRÜFUNGSURTEILE

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der Siemens Bank GmbH, München - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Wir haben den folgenden Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt, der in unserem Bestätigungsvermerk mitzuteilen ist:

IDENTIFIZIERUNG UND BEWERTUNG WERTGEMINDERTER FORDERUNGEN AN KUNDEN

Sachverhalt

Die Forderungen an Kunden stellen mit EUR 7.964 Mio. (Vorjahr EUR 7.944 Mio.) bzw. 80 % (Vorjahr 78 %) der Bilanzsumme den größten Vermögensposten bei der Siemens Bank GmbH dar. Die Identifizierung wertgeminderter Forderungen an Kunden und die darauf basierende Einschätzung zu gegebenenfalls notwendigen Einzelwertberichtigungen der Kredite ist ein wesentlicher Bereich, in dem das Management Ermessensentscheidungen trifft. Die Identifizierung von wertgeminderten Krediten sowie die Ermittlung des niedrigeren beizulegenden Werts sind mit Unsicherheiten verbunden und beinhalten verschiedene Annahmen und Einflussfaktoren, insbesondere in Bezug auf die Einschätzung der Finanzlage der Gegenpartei, die Erwartungen zu künftigen Cashflows und beobachtbare Marktpreise sowie die Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten für gestellte Sicherheiten. Veränderungen in den Annahmen können zu deutlich veränderten Bewertungen führen, die insbesondere bei Forderungen an Kunden, die anhaltenden negativen Marktgegebenheiten ausgesetzt sind, zu einem veränderten Wertberichtigungsbedarf führen können.

Im Rahmen der Prüfung haben wir die "Identifizierung und Bewertung wertgeminderter Forderungen an Kunden" deshalb als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt, da die Forderungen an Kunden einen sehr hohen Anteil an der Bilanzsumme der Siemens Bank GmbH ausmachen und die Beurteilung der Werthaltigkeit der Forderungen an Kunden sowie die angemessene Bildung von Einzelwertberichtigungen in einem hohen Maße auf der Einschätzung und den Annahmen der gesetzlichen Vertreter beruht.

Die Angaben der Gesellschaft zur Identifizierung und Bewertung von wertgeminderten Forderungen an Kunden sind im Anhang unter dem Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze", in dem Abschnitt "Forderungen an Kreditinstitute und Kunden" dargestellt.

Prüferische Reaktion

Wir haben die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems in Bezug auf die wesentlichen, rechnungslegungsrelevanten Kreditprozesse beurteilt. Im Fokus standen dabei die Prozesse der Wertminderungsberechnungen (einschließlich Sicherheitenbeurteilung), die Prozesse zum Rating sowie der Prozess der Analyse der Informationen zur finanziellen Lage der Kreditnehmer.

Darüber hinaus haben wir auf Basis einer risikoorientierten Auswahl und einer ergänzenden Stichprobe aussagebezogene Prüfungshandlungen vorgenommen und hierbei die Angemessenheit der Berechnung der Einzelwertberichtigungen beurteilt. Die risikoorientierte Auswahl umfasste insbesondere die Kredite der Intensivbetreuung und Problemkreditbearbeitung.

Im Einzelnen haben wir die wesentlichen Annahmen im Rahmen des Wertberichtigungsprozesses nachvollzogen. Dies beinhaltete die Überprüfung der individuellen Schätzungen zu den erwarteten künftigen Rückflüssen, einschließlich der Rückflüsse aus der Realisierung von Kreditsicherheiten. Dabei wurden auch Auswirkungen von Stundungsvereinbarungen berücksichtigt. Die Beurteilung des rechtlichen Bestandes von gestellten dinglichen und persönlichen Sicherheiten erfolgte unter besonderer Berücksichtigung der Besonderheiten von Konsortial- und ggf. bilateralen Finanzierungen, unter anderem unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Vertragsdaten.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

ÜBRIGE ANGABEN GEMÄSS ARTIKEL 10 EU-APRVO

Wir wurden von der Gesellschafterversammlung am 18. Januar 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 26. Juni 2023 von der Vorsitzenden des Aufsichtsrats beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018/2019 als Abschlussprüfer der Siemens Bank GmbH tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:

Bestätigungsleistungen zur Prüfung gemäß Abschnitt V. Nr. 11 (1) Allgemeine Geschäftsbedingungen der Bundesbank (Bestätigung zum Krediteinreichungsverfahren)

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dr. Christian Stratmann.

 

München, 8. Dezember 2023

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Otte, Wirtschaftsprüfer

gez. Dr. Stratmann, Wirtschaftsprüfer

Inhalt

Lagebericht

1 Überblick über die Geschäftsentwicklung

2 Risikobericht

3 Weitere Angaben

4 Prognosebericht

Jahresabschluss

Gewinn- und Verlustrechnung

Jahresbilanz

Anhang

Angaben nach § 26a Abs. 1 S. 2 und S. 4 Kreditwesengesetz

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023

1 Überblick über die Geschäftsentwicklung

1.1 Geschäftsaktivitäten der Siemens Bank GmbH

Die Siemens Bank GmbH, München (im Folgenden: Siemens Bank), ist Bestandteil der Einheit Financial Services des Siemens-Konzerns. Durch die Geschäftstätigkeit der Siemens Bank hat die Siemens AG, Berlin und München (im Folgenden: Siemens AG), als alleinige Gesellschafterin der Siemens Bank das Produktspektrum ihrer Einheit Financial Services in der Absatzfinanzierung erweitert, ihre Flexibilität in der Konzernfinanzierung erhöht und ihr Risikomanagement optimiert.

Das Geschäftsmodell der Siemens Bank umfasst vier Geschäftssegmente:

Kredit- und Garantiegeschäft: Im Kerngeschäft "Project and Structured Finance" stehen mittel- bis langfristige Finanzierungen mit Schwerpunkt auf Firmenkunden, Projektgesellschaften und öffentliche Schuldner im Vordergrund. Das Produktportfolio umfasst derzeit insbesondere Unternehmenskredite, Projektfinanzierungen und revolvierende Kreditlinien. Dabei ist die Siemens Bank sowohl auf dem Primärmarkt als auch auf dem Sekundärmarkt für Kredite aktiv. Garantien werden insbesondere im Rahmen von syndizierten Projektfinanzierungen vergeben, spielen aber derzeit eine nachrangige Rolle.

Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurde der Betrieb des Geschäftsfelds, "Extended Payment Terms" (EPT), welches im Rahmen von Forderungsankäufen Zahlungszielverlängerungen für Kunden von Siemens-Einheiten und von Partnern aus dem Business Ecosystem von Siemens anbietet, aufgenommen.

Einlagen- und Treasury-Geschäft: Im Fokus des Einlagengeschäfts stehen die Hereinnahme und Anlage von Tagesgeldern und Termineinlagen von Konzerngesellschaften und ausgewählten institutionellen Dritten. Das Treasury-Geschäft umfasst Konzernfinanzierungsaktivitäten und das Asset-Liability-Management einschließlich des Managements eines Portfolios hochliquider Vermögenswerte. Das Asset-Liability-Management stellt die Refinanzierung des Kreditgeschäfts über Eigenkapital und Einlagen sicher.

Dienstleistungsgeschäft: Innerhalb der Siemens Bank sind wesentliche Ressourcen für das Management von Finanzrisiken und die Abwicklung von Finanzgeschäften des Siemens-Konzerns gebündelt. Diese Ressourcen dienen nicht nur dem eigenen Bankbetrieb, sondern werden auch der Siemens AG, ihren Tochtergesellschaften und ausgewählten Dritten angeboten.

Die Siemens Bank betreibt kein Privatkundengeschäft und unterhält kein Handelsbuch.

1.2 Wirtschaftliches Umfeld

Die Siemens Bank bietet ihre Produkte im Kreditgeschäft überwiegend Kunden in Europa, im Mittleren Osten, in Asien und Australien an. Aufgrund dieser strategischen Ausrichtung ist die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Regionen von besonderer Bedeutung für die Geschäftsentwicklung der Siemens Bank. Nachdem ein wesentlicher Teil des Kreditportfolios der Siemens Bank in US-Dollar denominiert ist, ist auch die wirtschaftliche Entwicklung in den USA für die Siemens Bank von Bedeutung.

Die Weltwirtschaft ist im Geschäftsjahr 2022/2023 moderat gewachsen. Die restriktive Geldpolitik in vielen Volkswirtschaften, geopolitische Risiken und der Abschwung in China trüben den weiteren Ausblick. Während Ende 2022 noch eine Rezession in Europa und den USA für das Jahr 2023 prognostiziert wurde, erwies sich die Konjunktur in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften als robust, insbesondere in den USA. Die weltwirtschaftliche Dynamik zog zu Beginn des Jahres 2023 angesichts der Abkehr von der Null-Covid-Politik in China, nachlassender Probleme in den Lieferketten und niedrigerer Energiepreise zunächst an. Vor diesem Hintergrund wird das globale Wirtschaftswachstum für 2023 jetzt auf 2,6% (Prognose im September 2022: 2 %) geschätzt. Die sich entwickelnden Volkswirtschaften werden mit einem kumulierten Wachstum von 4% (September 2022: 3,7%) im Jahr 2023 im Vergleich dazu überdurchschnittlich wachsen, die fortgeschrittenen Länder mit 1,5% (September 2022: -0,8 %) unterdurchschnittlich.

Die Veränderungen der Prognosen für das Bruttosozialprodukt 2023 im Jahresverlauf zeigt nach regionaler Aufteilung eine deutlich positive Dynamik für die Region ,Americas' (Kanada, Mexiko, USA), eine leicht positive Entwicklung für die Regionen ,Asia/Pacific' sowie Europa und eine leicht negative Entwicklung für die Region MEAC (Middle East and Adjoining Countries). Unter den großen europäischen Wirtschaften führt Spanien mit einem zu erwartenden Wirtschaftswachstum von 2,0% im Jahr 2023 im Vergleich zu den stagnierenden Volkswirtschaften Italien, Frankreich und Vereinigtes Königreich und der schrumpfenden Wirtschaft in Deutschland. Die Entwicklung im asiatischen Raum in diesem Jahr wird durch ein deutlich höheres prognostiziertes Wirtschaftswachstum in Indien zum Jahresende gekennzeichnet. Die Wachstumsprognose für andere Volkswirtschaften in der Region, z.B. Australien, wird niedriger ausfallen als vor zwölf Monaten angenommen.

Der Preisauftrieb hat weltweit nachgelassen, vor allem wegen der wieder niedrigeren Energiepreise. Der Anstieg der Verbraucherpreise in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften verringerte sich im Jahresvergleich auf 4,6% im Jahr 2023 von 7,4% im Vorjahr.

Hingegen verringerte sich die Kernrate der Inflation (Verbraucherpreise ohne Energie und Lebensmittel) bislang nur wenig. Unter den fortgeschrittenen Ländern der G20 Staaten konnten nur die USA einen Rückgang der Kerninflation auf 4,2% für 2023 von 5,0% im Jahr zuvor verzeichnen (Quelle: OECD Economic Outlook September 2023).

Auf den starken Anstieg der Inflation im Vorjahr reagierten die Notenbanken mit einer kontinuierlichen Anhebung der Leitzinsen. Der zinspolitische Schock in den USA führte im Frühjahr zu Verwerfungen im Bankensektor, die durch schnelle politische Maßnahmen begrenzt werden konnten. Die großen Notenbanken in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften werden mit Ablauf des Jahres die Zinssätze voraussichtlich nicht weiter anheben. Die Zinsen werden aber für längere Zeit auf einem hohen Niveau bleiben, um sicherzugehen, dass die Abschwächung der Inflation nachhaltig ist.

Trotz der restriktiven Geldpolitik wird die US-Wirtschaft im Jahr 2023 um voraussichtlich 2,3% wachsen, getragen durch eine Expansion des privaten Konsums. Die Ausgaben der privaten Haushalte wurden durch den Abbau überschüssiger Ersparnisse gestützt, die während der Pandemie angesammelt worden waren. Wenn dies nachlässt, dürften die Auswirkungen der veränderten monetären Rahmenbedingungen zunehmend sichtbar werden. Im Vereinigten Königreich und in der Eurozone hat sich die Konjunktur bereits abgeschwächt, insbesondere wird in Deutschland mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um -0,4% in diesem Jahr gerechnet. Der diesjährige Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum wird auf lediglich 0,6% geschätzt, für das Vereinigte Königreich auf 0,3%. Die Wachstumsaussichten in der Türkei hängen von der Bewältigung der hohen Inflation ab, die 2023 auf über 50% geschätzt wird. Unter der dortigen neuen Regierung wurden seit dem Sommer deutliche Zinserhöhungen vorgenommen mit dem Ziel, den Wechselkurs zu stabilisieren und die Inflation zu bremsen. Ein kräftiger Aufschwung nach dem Ende der Infektionsschutzmaßnahmen in China ist im Laufe des Jahres ausgeblieben. Eine gedämpfte Inlandsnachfrage und Verwerfungen auf den Immobilienmärkten bremsen dort das Wachstum, das voraussichtlich 5,0% im Jahr 2023 erreichen wird. Sehr kräftig hingegen legte die Wirtschaft in Indien zu mit einem voraussichtlichen Wachstum von 6,6% in diesem Jahr.

Das günstige Gesamtumfeld für Neugeschäfte im vierten Quartal des Geschäftsvorjahres prägte auch das erste Quartal des Geschäftsjahres, bevor sowohl Neugeschäft wie auch vorzeitige Rückzahlungen im unsicheren wirtschaftlichen Gesamtumfeld sowie unter dem Eindruck der Ereignisse im Bankensektor mit den Schwierigkeiten einiger Regionalbanken in den USA und der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS in der Schweiz zurückgingen. Ein deutlicher Anstieg des Neugeschäfts war dann wieder im vierten Quartal des Geschäftsjahres zu beobachten.

Bei der Finanzierung von Projekten und Ausrüstungsinvestitionen, für die regelmäßig längerfristige und damit weniger konjunkturabhängige Planungszyklen relevant sind, und auch bei Projektfinanzierungen im Infrastrukturbereich, die sich auch in Krisenzeiten grundsätzlich als resilient gegen Kreditausfälle erwiesen haben, beobachtet die Siemens Bank bei der Suche nach attraktiven Risk-Return-Profilen unverändert einen anhaltend intensiven Wettbewerb. Andererseits ist insgesamt immer noch eine große Unsicherheit in den Märkten spürbar. Aufgrund des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds und des weiter gestiegenen Zinsniveaus konnten in einigen Assetklassen wieder höhere Zinsmargen erzielt werden als in den Vorjahren. Aufgrund ihrer breiten geografischen Aufstellung konnte die Siemens Bank schwache Entwicklungen in einzelnen geografischen Märkten oder Branchen in anderen Märkten kompensieren.

1.3 Aufsichtsrechtliche Entwicklungen

Mit dem im Jahr 2019 durch die EU-Kommission verabschiedeten Paket CRR II (Kapitaladäquanzverordnung/Capital Requirements Regulation) und CRD V (Kapitaladäquanzrichtlinie/Capital Requirements Directive) wurden ab Juni 2021 neue aufsichtsrechtliche Anforderungen eingeführt. Im CRR Il-Paket sind unter anderem die finale Umsetzung der Vorgaben des Baseler Ausschusses für die Bankenaufsicht zur Einführung von verbindlichen Mindestquoten für die Verschuldungsobergrenze (Leverage Ratio) und für die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio) enthalten. Zudem wurden erste Inhalte von Basel IV umgesetzt, wie beispielsweise neue Großkreditregelungen und neue Offenlegungspflichten.

Ende 2021 wurden die Vorschläge der Europäischen Kommission zu CRR III und CRD VI veröffentlicht. Damit werden nun die letzten Schritte zur Übernahme des überarbeiteten Basler Rahmenwerks in der Europäischen Union eingeläutet.

Der aktuell vorliegende CRR III-Entwurf umfasst insbesondere weitreichende Änderungen im Kreditrisikostandardansatz (KSA), dem auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA) sowie bei den Eigenmittelanforderungen für operationelle Risiken. Zudem wird - in einem mehrjährigen Übergangszeitraum - der sogenannte Output Floor in der EU eingeführt, der den Nutzen aus der Anwendung interner Ratings bzw. Risikomodelle zukünftig begrenzt.

Ergänzend zu den Änderungen in der CRR III beinhaltet die CRD VI weitere neue Vorschriften. Besonders hervorzuheben sind hier u.a. die Eignung und Zuverlässigkeit von Organmitgliedern ("fit & proper") sowie die Regelungen zum SREP und zur Einbeziehung von ESG-Faktoren in das Risikomanagement.

Während als Umsetzungszeitpunkt für die CRR III der 1. Januar 2025 festgelegt ist, ist das Inkrafttreten der CRD VI bereits früher geplant, wobei diese noch in nationales Recht umgesetzt werden muss.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die letzten Anforderungen aus dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz und dem Risikoreduzierungsgesetz umgesetzt.

Ebenso wurde mit der Umsetzung der siebten Novelle der MaRisk begonnen. Die Finalisierung der Implementierung soll unter Beachtung der Übergangsfristen im Geschäftsjahr 2024 erfolgen.

Ferner hat die Siemens Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr die Anforderungen des Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) umgesetzt.

Im April 2021 hat die Europäische Kommission ein umfassendes Paket von Nachhaltigkeitsmaßnahmen verabschiedet, womit das Thema Nachhaltigkeit weiter an Bedeutung für den Bankensektor gewinnt. Mit der Veröffentlichung der ersten beiden delegierten Verordnungen zur EU-Taxonomie bezüglich der Eindämmung des Klimawandels sowie der Anpassung an den bereits bestehenden Klimawandel wurden die technischen Kriterien festgelegt, welche Wirtschaftstätigkeiten einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel leisten. Mit dem erwarteten Inkrafttreten der CRR III im Kalenderjahr 2025 beabsichtigt die Siemens Bank, die dann geltenden Anforderungen für andere, nicht börsennotierte Institute auch in der Säule 3 offenzulegen.

Mit dem im Jahr 2020 von der BaFin veröffentlichten Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken ergaben sich auch Anforderungen an die Weiterentwicklung des Risikomanagements in der Säule 2. Im Juni 2023 veröffentlichte die Finanzaufsicht BaFin die 7. Novelle der Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Banken (Ma- Risk). Die MaRisk-Novelle macht unter anderem Vorgaben zur Integration des Themas Nachhaltigkeit in vielfältige Aspekte des Risikomanagements. Dabei handelt es sich zum Teil um Klarstellungen, die unmittelbar umzusetzen sind.

Die Implementierung der Verordnung des Europäischen Parlaments zur Betriebsstabilität digitaler Systeme des Finanzsektors (Digital Operational Resilience Act), DORA wurde bereits begonnen und wird im Geschäftsjahr 2023/2024 gemäß Planung weitgehend abgeschlossen. Die Verordnung enthält Anforderungen in Bezug auf das Informations- und Kommunikations- (IKT) Risikomanagement, die Klassifizierung und Meldung IKT-bezogener Vorfälle, digitale operationelle Belastbarkeitstests, vertragliche Vereinbarungen zwischen IKT-Drittdienstleistern und Finanzunternehmen, den Aufsichtsrahmen für kritische IKT-Drittanbieter sowie Regeln für den Informationsaustausch.

Weitere Entwicklungen der europäischen und nationalen Gesetzgebung werden laufend im Rahmen des Compliance-Programms der Siemens Bank verfolgt.

Die im März 2017 in Singapur gegründete Niederlassung der Siemens Bank ist verpflichtet, die lokalen aufsichtsrechtlichen Anforderungen und Berichtspflichten im Meldewesen der Monetary Authority of Singapore (MAS) zu erfüllen. Die lokalen aufsichtsrechtlichen Anforderungen basieren auf dem Basel Ill-Rahmenwerk und sind in wesentlichen Punkten mit den europäischen Anforderungen vergleichbar. Die Überwachung und Entwicklung von Änderungen beziehungsweise Anpassungen der lokalen aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfolgt ebenfalls im Rahmen des Compliance-Programms der Siemens Bank.

1.4 Geschäftsentwicklung

Das Geschäftsjahr 2022/2023 war immer noch deutlich von den Auswirkungen des Ukraine-Konflikts und den damit verbundenen energie- und zinspolitischen Auswirkungen und Unsicherheiten gekennzeichnet. Dennoch wuchs das Portfolio im Kerngeschäftsfeld Kreditgeschäft im Jahresverlauf wie zu Beginn des Geschäftsjahres prognostiziert. Bei EPT war das Volumen der angekauften Rechnungen allerdings unter anderem aufgrund von längeren Lieferzeiten deutlich niedriger als geplant. Aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus überstieg der Zinsüberschuss des Portfolios aber deutlich die Erwartungen. Die wiederum deutlich erhöhte Zuführung zur Kreditrisikovorsorge war auf wenige einzelne, nicht korrelierte Transaktionen zurückzuführen, insbesondere auf die Vorsorgebildung für ein Engagement im Bereich der Projektfinanzierung, welches aufgrund massiver Bauzeitverzögerungen und Kostenüberschreitungen restrukturiert wurde.

Dadurch liegt das Betriebsergebnis, insbesondere aufgrund der Vorsorgebildung, insgesamt deutlich unter den Planungen der Siemens Bank. Die Geschäftsführung ist jedoch insbesondere vor dem Hintergrund der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage und unter Berücksichtigung von Sondereffekten mit dem Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2022/2023 zufrieden.

Vermögenslage

Die Vermögenslage der Siemens Bank ist im Geschäftsjahr 2022/2023 von einem nahezu gleichbleibenden Volumen im Kredit- und rückläufigem Volumen im Treasury-Geschäft gekennzeichnet.

Das Geschäftsvolumen im Kerngeschäftsfeld Kreditgeschäft (inklusive Garantien) bewegte sich im Geschäftsjahr 2022/2023 auf Vorjahresniveau, während es im Vorjahr um 9 % gewachsen war. Hierbei ist zu beachten, dass ein Teil des Wachstums im Vorjahr auf Währungseffekte, insbesondere den starken USD, zurückzuführen war.

Abbildung 1: Entwicklung der Forderungen an Kunden im Geschäftsfeld Kreditgeschäft in Mio. €

Die schon im Geschäftsjahr 2021/2022 zu beobachtende Unsicherheit aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Konflikts setzte sich auch im Geschäftsjahr 2022/2023 fort. Nach starkem Neugeschäft in Projektfinanzierungen und Unternehmenskrediten während des ersten Quartals verlangsamte sich in der Folge das Neugeschäft aufgrund gesamtwirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten und der Unsicherheiten im Bankensektor. Erst im vierten Quartal war wieder ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Das gestiegene Neugeschäft im letzten Quartal des Geschäftsjahres spiegelt sich auch in einem gegenüber dem Vorjahr (1.745 Mio. €) gesunkenen Bestand an unwiderruflichen Kreditzusagen zum Geschäftsjahresende in Höhe von 1.566 Mio. € wider. Nochmals gestiegen sind die Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Garantien, verbleiben aber als kleiner Teil des Portfolios bei 100 Mio. € (im Vorjahr: 89 Mio. €) und sind Bestandteil von gewährten Projektfinanzierungen.

Der Schwerpunkt des Kreditportfolios lag im Geschäftsjahr 2022/2023 wie im Vorjahr auf Aktivitäten in den Bereichen Energie (Erneuerbare Energien, Energieübertragung und - speicherung), Infrastruktur (einschließlich Verkehr, sozialer Infrastruktur sowie Wassermanagement) und Gesundheitswesen. Neben Projektfinanzierungen hält die Siemens Bank ein Corporate-Lending-Portfolio, welches regional und bezüglich der Branchen breit diversifiziert ist.

Das Angebot von Finanzierungslösungen für Kunden der Siemens AG und ihrer Tochtergesellschaften steht im Fokus der Siemens Bank. Ein großer Teil der Finanzierungen wurde mit bestehenden Kunden der Siemens AG und ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen und stützt so die Aktivitäten des Siemens-Konzerns. Ferner schließt die Siemens Bank auch Finanzierungsverträge mit Siemens-Zielkunden, auf Siemens-Potenzialmärkten oder auch ohne Siemens-Bezug ab, sofern sich Geschäftsmöglichkeiten mit attraktiven Risk-Return-Profilen am Kreditmarkt bieten.

Die angebotenen Finanzierungslösungen wurden im Geschäftsjahr um das Geschäftsfeld, "Extended Payment Terms" (EPT) erweitert, das im Rahmen von Forderungsankäufen Zahlungszielverlängerungen für Kunden von Siemens-Einheiten und Partnern aus dem Business Ecosystem von Siemens anbietet. Das Geschäftsfeld befindet sich momentan im Aufbau, was sich auch im zum Geschäftsjahresende noch relativ geringen Volumen widerspiegelt.

Im Geschäftsfeld Einlagen- und Treasury-Geschäft ist das Portfolio an Konzernfinanzierungen, das Bestandteil der Forderungen an Kunden ist, auf 195 Mio. € (im Vorjahr 76 Mio. €) gestiegen. Barsicherheiten verhindern, dass die Siemens Bank unbesicherte Kreditrisiken aus diesem Geschäft trägt. Verglichen mit dem zuvor erläuterten Kreditgeschäft ist dieses Kreditportfolio von nachgeordneter Bedeutung für das Geschäftsmodell der Siemens Bank.

Die Entwicklung der Liquiditätsanlagen innerhalb des Geschäftsfelds Einlagen und Treasury-Geschäft, die in den Forderungen an Kreditinstitute, Guthaben bei Zentralnotenbanken, Schuldverschreibungen sowie in den Forderungen an Kunden ausgewiesen werden, hängt stark von wirtschaftlichen und regulatorischen Anforderungen an die Liquiditätssteuerung ab. Die Siemens Bank hat in den letzten Jahren einen hoch liquiden Vermögensbestand als Liquiditätsreserve und zur Liquiditätssteuerung aufgebaut. Ein großer Teil dieses Vermögensbestands ist in kurzfristige Schuldscheindarlehen von Emittenten hoher Bonität investiert. Mit diesem Vermögensbestand möchte die Siemens Bank neben der Einhaltung wirtschaftlicher und rechtlicher Anforderungen an ihre Liquiditätssteuerung auch positive Ergebnisbeiträge mit einem hohen Maß an Sicherheit erreichen.

Im Geschäftsjahr 2022/2023 bestanden weiterhin etwas höhere Liquiditätsanlagen bei der Deutschen Bundesbank als in den Vorjahren. Diese gehen auf kurzfristige Anlagen des Siemens-Konzerns zurück, ebenso wie der signifikante Anstieg im zweiten Geschäftsjahresquartal 2020/2021, welcher nur über wenige Wochen bestand. Im Jahresvergleich ist der Bestand an hochliquiden Aktiva zur Liquiditätsreserve und Liquiditätssteuerung, der im Vorjahr nahezu konstant geblieben war, um 15 % zurückgegangen.

Damit bewegten sich die Liquiditätsanlagen auf erwartetem Niveau.

Abbildung 2: Entwicklung der Liquiditätsanlagen der Geschäftsfelder ALM- und Treasury-Geschäft in Mio. €

Finanzlage

Die Refinanzierung der Geschäftsaktivitäten der Siemens Bank erfolgt im Wesentlichen über Einlagen und Eigenkapital. Dabei ist das bilanzielle Geschäftsvolumen der Siemens Bank zu 10 % (im Vorjahr: 10 %) durch Eigenkapital finanziert. Die Siemens AG als Alleingesellschafterin der Siemens Bank hat ein Stammkapital in Höhe von 5.000 T€ (im Vorjahr: 5.000 T€) und Kapitalrücklagen in Form von anderen Zuzahlungen in das Eigenkapital in Höhe von 995.000 T€ (im Vorjahr: 995.000 T€) dotiert. Zudem hat die Geschäftsführung der Siemens Bank im Geschäftsjahr 2023 erneut den Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB in Höhe von 50.000 T€ (im Vorjahr: 25.000 T€) dotiert, um die Kapitalbasis der Bank weiter zu stärken. Ergänzend dazu hat die Siemens Bank im Geschäftsjahr erstmals bei der Alleingesellschafterin ein nachrangiges Darlehen in Höhe von 100.000 T€ zur weiteren Stärkung der Kapitalbasis aufgenommen. Obwohl der überwiegende Anteil der Einlagen durch die Siemens AG und ihre Tochtergesellschaften erbracht wurde, hält die Siemens Bank auch Einlagen konzernfremder Kunden, die im Geschäftsjahr deutlich gestiegen sind. Dabei nimmt die Siemens Bank keine Einlagen von Privatpersonen entgegen. Sofern die Einlagen unmittelbar der Refinanzierung des Kreditgeschäfts dienen, werden diese möglichst währungskongruent und entsprechend den erwarteten Rückzahlungsprofilen aufgenommen, sodass die Siemens Bank nur in begrenztem Umfang Währungs- und Fristentransformationsrisiken ausgesetzt ist.

Die Liquiditätslage der Siemens Bank ist durch einen hohen Bestand an kurzfristig verfügbaren Aktiva gekennzeichnet. Zudem stehen der Siemens Bank Refinanzierungsmöglichkeiten, insbesondere über die Deutsche Bundesbank und die Siemens AG, zur Verfügung. Daher ist die Zahlungsfähigkeit aus Sicht der Siemens Bank stets sichergestellt.

Derzeit hat die Siemens Bank weder Anleihen am Kapitalmarkt begeben noch Schuldscheindarlehen oder Schuldverschreibungen platziert.

Zudem hat die Siemens Bank im Geschäftsjahr 2022/2023 keine wesentlichen Sach- und Finanzinvestitionen getätigt.

Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2022/2023 war bei einem stabilen Kreditportfolio von einer starken operativen Performance mit steigenden Zinsmargen und einem allgemein steigenden Zinsniveau geprägt. Nach dem bereits deutlichen Anstieg des Zinsüberschusses im Vorjahr spiegelt sich dies in einem nochmals deutlich verbesserten Zinsergebnis wider. Gegenläufig zu dieser positiven Entwicklung lagen auch die Zuführungen zu Kreditrisikovorsorgen insbesondere aufgrund der Vorsorgebildung für wenige einzelne, nicht korrelierte Transaktionen, insbesondere für ein Engagement im Bereich der Projektfinanzierung, welches aufgrund massiver Bauzeitverzögerungen und Kostenüberschreitungen restrukturiert wurde, wiederum deutlich über den Vorjahren.

Infolgedessen konnte die Siemens Bank beim Betriebsergebnis auch noch nicht auf das Niveau von 2021 zurückkehren, erzielte aber trotz des weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeldes das bei weitem höchste Betriebsergebnis vor Risikovorsorge seit ihrer Gründung.

in Mio. € 2023 2022 2021
Zinsüberschuss 246,0 197,3 170,7
Provisionsüberschuss 34,8 33,2 29,5
Verwaltungsaufwand -101,4 -87,9 -78,5
Saldo der übrigen Erträge und Aufwendungen -1,9 2,9 -1,1
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge 177,5 145,3 120,5
Risikovorsorge -112,2 -87,3 -17,2
Betriebsergebnis 65,3 58,0 103,3

Abbildung 3: Ertragskomponenten der Siemens Bank

Der Zinsüberschuss der Siemens Bank resultiert aus Zinsspreads zwischen Kredit- und Anlagezinserträgen auf der einen und Refinanzierungszinsaufwand auf der anderen Seite. Zudem spiegeln Zinskonditionen Inflationseffekte wider. Der Konditionenbeitrag des Kreditgeschäfts erwirtschaftet den überwiegenden Anteil des Zinsergebnisses.

Liquiditätsanlagen des Einlagen- und Treasury-Geschäfts erwirtschaften regelmäßig geringere Zinsmargen. Da das Portfolio im Kerngeschäftsfeld Kreditgeschäft im Geschäftsjahr 2022 deutlich gewachsen war, reflektiert der gestiegene Zinsüberschuss neben dem gestiegenen Zinsniveau und der höheren Zinsmarge auch das in den letzten Jahren gestiegene durchschnittliche Portfoliovolumen. Der absolute Zinsüberschuss ist zudem stark von der unterjährigen Volatilität der Währungskurse abhängig, da ein signifikanter Anteil des Portfolios in USD, GBP und AUD denominiert ist. Insgesamt ist es der Siemens Bank gelungen, im Kreditgeschäft weiterhin attraktive Risk-Return-Profile zu erzielen. Vor dem Hintergrund steigender Risikofaktoren auf wichtigen Kernmärkten ist hervorzuheben, dass neue Engagements nur selektiv eingegangen wurden und keine volumengetriebene Geschäftsstrategie verfolgt wurde. Obwohl das Portfolio im Kreditgeschäft im Geschäftsjahr 2023 weniger stark gewachsen ist als in den Vorjahren, liegt der Anstieg des Zinsüberschusses aufgrund des höheren Zinsniveaus und einer Steigerung der Zinsmargen über den Erwartungen der Siemens Bank.

Der Provisionsüberschuss, der im Vorjahr um 12 % gestiegen war, ist im Geschäftsjahr 2022/2023 erwartungsgemäß um 5 % gestiegen. Der Provisionsüberschuss hat für die Ertragslage der Siemens Bank aber weiterhin eine nachrangige Bedeutung. Die Siemens Bank verdient Provisionserträge im Wesentlichen aus der Erbringung von Risikomanagement- und Abwicklungsdienstleistungen für die Siemens AG, deren Tochtergesellschaften und assoziierte Unternehmen. Die Kosten, die für die Erbringung dieser Dienstleistungen angefallen sind, werden im Verwaltungsaufwand ausgewiesen.

Der Verwaltungsaufwand der Siemens Bank ist wiederum angestiegen und ist zu 57 % (im Vorjahr: 54 %) auf Personalaufwand zurückzuführen. Die Mitarbeiter der Siemens Bank sind nicht nur für das eigentliche Bankgeschäft, sondern auch für die Erbringung von Risikomanagement- und Abwicklungsdienstleistungen an die Siemens AG, ihre Tochtergesellschaften und ausgewählte Dritte verantwortlich. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sind im Wesentlichen auf den Einkauf von Dienstleistungen bei der Siemens AG und ihren Tochterunternehmen sowie bei Dritten zurückzuführen. Im Rahmen des Einkaufs von Dienstleistungen kauft die Siemens Bank auch sämtliche IT-Leistungen zu. Der Anstieg des Verwaltungsaufwands in den vergangenen drei Geschäftsjahren reflektiert das Wachstum der Siemens Bank ebenso wie Gehaltssteigerungen und Kostenanstiege bei einzelnen Dienstleistern. Durch strikte Kostendisziplin gelang es der Siemens Bank jedoch, die strukturellen Mehrkosten durch die Geschäftsexpansion der vergangenen Jahre in ihrer Wirkung zu begrenzen. Der relative Anstieg des Verwaltungsaufwands liegt im vergangenen Geschäftsjahr wiederum unter dem relativen Anstieg des Zinsüberschusses und entspricht damit den Erwartungen der Bank. Der Anstieg ist wie im Vorjahr insbesondere auf höhere Personalaufwendungen, höhere regulatorische Kosten und Vorleistungen für den Aufbau von EPT als neues Geschäftsfeld zurückzuführen.

Das übrige betriebliche Ergebnis ist im Wesentlichen durch das Ergebnis aus Fremdwährungsbewertungen bestimmt. Insbesondere durch die währungskongruente Refinanzierung von Fremdwährungskrediten ist der Einfluss von Wechselkurseffekten auf die Profitabilität der Bank begrenzt. Die Siemens Bank weist im Geschäftsjahr 2023 ein im Verhältnis zum Gesamtportfolio moderat negatives Währungsergebnis aus; im Vorjahr wies die Siemens Bank ein im Verhältnis zum Portfolio leicht positives Währungsergebnis aus.

Der Aufwand aus Zuführungen zur Risikovorsorge ist im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich angestiegen und fiel damit höher aus als von der Siemens Bank zu Beginn des Geschäftsjahres erwartet. Zudem haben sich das Volumen problembehafteter Kredite ebenso wie die Vorsorgen für ausgefallene Kredite insgesamt erhöht. Grundsätzlich hat sich die Struktur des Kreditportfolios - ein hoher Anteil von Projektfinanzierungen im Infrastrukturbereich sowie von Corporate-Lending-Transaktionen mit Eigenkapitalsponsoren aus dem Private-Equity-Bereich - auch vor dem Hintergrund der gestiegenen makroökonomischen Unsicherheiten als überwiegend resilient gegen Kreditausfälle erwiesen. Der überproportionale Anstieg der Risikovorsorge ist auf wenige einzelne, nicht korrelierte Transaktionen zurückzuführen, insbesondere auf die Vorsorgebildung für ein einzelnes Engagement im Bereich der Projektfinanzierung, welches aufgrund massiver Bauzeitüberschreitung und Kostensteigerungen restrukturiert wurde. Dieser Effekt dominiert die Position Risikovorsorge und ist im Wesentlichen für den Anstieg gegenüber den Vorjahren verantwortlich. Insgesamt haben die weiterhin gute Kreditqualität des Forderungsbestands und die breite Diversifikation nach Branchen und Regionen dazu beigetragen, dass die bilanzielle Risikovorsorge auch im Geschäftsjahr 2023 für weite Teile des Kreditportfolios insgesamt sehr moderat ausgefallen ist.

Das Betriebsergebnis entspricht dem handelsrechtlichen Ergebnis, das die Siemens Bank nach Abzug von Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken und von Ertragsteuern aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags an die Siemens AG abführt.

Das hier aufgeführte Betriebsergebnis vor Ertragsteuern ist wie im Vorjahr der wesentliche finanzielle Leistungsindikator der Siemens Bank. Dieser Leistungsindikator liegt unter dem erwarteten Niveau der Siemens Bank. Dies ist vor allem auf die negative Entwicklung der Risikovorsorgen zurückzuführen.

Daneben ermittelt die Siemens Bank den Ertrag auf das ökonomische Kapital (Return on Risk Adjusted Capital) als weiteren finanziellen Leistungsindikator. Dabei wird das Betriebsergebnis nach standardisierten Ertragsteuern und vor Zuführung bzw. Auflösung von Vorsorgen beziehungsweise Sonderposten für allgemeine Bankrisiken (45,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2022/2023; im Vorjahr: 41,7 Mio. €) ins Verhältnis zum durchschnittlichen ökonomischen Kapital gesetzt, das im Geschäftsjahr 2022/2023 bei 636,6 Mio. € (im Vorjahr: 623,5 Mio. €) liegt. Dieser Indikator lag zum 30. September 2023 bei 7,2 % (im Vorjahr: 6,5 %) und damit insbesondere aufgrund der zuvor beschriebenen Vorsorgebildung unter der prognostizierten Zielbandbreite von 12 % bis 17 %.

2 Risikobericht

2.1 Risikostrategie

Die Unternehmenssteuerung der Siemens Bank richtet sich an den Zielen und Vorgaben der Geschäftsstrategie aus. Die Umsetzung der Geschäftsstrategie und das Erreichen der vorgegebenen Renditeziele sind nicht ohne das bewusste Eingehen von Risiken möglich. Die Risikostrategie der Siemens Bank basiert auf den Vorgaben der Geschäftsstrategie und stellt den Rahmen für Identifikation, Beurteilung, Steuerung und Überwachung der Risiken innerhalb der Siemens Bank dar.

2.1.1 Zielsetzung

Unter Berücksichtigung des Zielsystems der Geschäftsstrategie und des Risikoappetits der Siemens Bank konkretisiert die Risikostrategie die Vorgaben der Geschäftsstrategie hinsichtlich der risikostrategischen Ausrichtung und der einzelnen Risikoarten. Hieraus ergeben sich die Leitlinien für das Risikomanagement und das Zielsystem der Risikostrategie der Siemens Bank. Oberste Risikogrundsätze sind die ständige Einhaltung der Risikotragfähigkeit sowie die Zahlungsfähigkeit der Siemens Bank. Darüber hinaus genießen die Vermeidung von Konzentrations- und Klumpenrisiken sowie die Einhaltung der gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben oberste Priorität. Wesentliches Element der Umsetzung der Risikostrategie sind die gezielte Identifikation, Messung, Steuerung, Überwachung und Berichterstattung der eingegangenen oder zukünftigen Risiken der Siemens Bank. Dies ist auch die Grundlage der integrierten Steuerung von Risiko- und Renditezielen im Rahmen der Gesamtbanksteuerung.

Die Erstellung der Risikostrategie folgt einem klar definierten Prozess. Aufbauend auf der Geschäftsstrategie, welche ergänzt wird um eine IT-Strategie, eine Vergütungsstrategie sowie ein Rahmenwerk zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken (ESG Framework), wird die Risikostrategie entweder anlassbezogen oder in regelmäßigem Turnus angepasst. Grundlage der Risikostrategie ist eine detaillierte Analyse der Risikofaktoren innerhalb der Siemens Bank im Rahmen einer Risikoinventur. Bei der Risikoinventur werden die wesentlichen Risikoarten definiert, analysiert und deren Modellierung festgelegt. Die Ergebnisse der Risikoinventur sind die Grundlage für die Festlegung der risikostrategischen Ziele und Maßnahmen, die im Rahmen der Gesamtrisikoberichterstattung überwacht werden.

2.1.2 Regulatorische Anforderungen

Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Risikomanagement, die Kapitaladäquanz sowie die Liquiditätsausstattung stellen den regulatorischen Rahmen für das Risikomanagement der Siemens Bank dar. Insbesondere stellt die Siemens Bank die ständige Einhaltung der Vorschriften aus der Capital Requirements Regulation (CRR) und der Capital Requirements Directive (CRD) sowie den darauf aufbauenden Verordnungen und Rundschreiben sicher. Dies beinhaltet insbesondere die ständige Einhaltung und Überwachung aller Eigenkapital-, Großkredit-, Liquiditäts- und Vergütungsanforderungen sowie der Mindestanforderungen an das Risikomanagement für Banken (MaRisk- BA). Des Weiteren hat die Bank die ständige Einhaltung der regulatorischen Vorgaben für das Geschäft ihrer Niederlassungen zum Ziel.

2.2 Risikomanagement und Organisation

Um die Umsetzung der geschäfts- und risikostrategischen Ziele sicherzustellen, hat die Siemens Bank ein umfassendes Risikomanagementsystem eingerichtet. Wesentliche Bestandteile des Risikomanagementsystems sind das Risikotragfähigkeitskonzept, die Liquiditätsrisikosteuerung sowie die Implementierung eines effizienten internen Kontrollsystems. Neben der IT-Strategie werden diese Bestandteile auch von der Vergütungsstrategie und dem Rahmenwerk zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken begleitet.

2.2.1 Aufbauorganisation

Die schriftliche Ordnung der Siemens Bank regelt die Abläufe, Kontrollen und Verantwortlichkeiten im Risikomanagement. Insbesondere sind die Prozesse für die Kreditgewährung, die Kreditweiterbearbeitung, die Kreditbearbeitungskontrolle, der Prozess zur Intensiv- und Problemkreditbetreuung, die Prozesse zur Risikoklassifizierung und zur Überprüfung von Bonitätseinschätzungen sowie die Prozesse des Asset-Liability-Managements dort dokumentiert. Die Entscheidungskompetenzen sind in der Kompetenzordnung der Siemens Bank geregelt.

Die Dokumentation der Rahmenbedingungen für die interne Kapitalsteuerung, der Steuerung und der Überwachung der einzelnen Risikoarten sowie der Methoden, Prozesse und der Limitierung innerhalb der Siemens Bank ist in der Risikodokumentation sowie in der Organisationsdokumentation der Siemens Bank festgelegt. Die Risikodokumentation und die Organisationsdokumentation stehen allen Mitarbeitern der Siemens Bank über ein zentralisiertes Tool zur Verfügung.

Funktionstrennung

Die Aufbauorganisation der Siemens Bank definiert eine strikte fachliche und disziplinarische Trennung der Bereiche Markt und Marktfolge bis auf Ebene der Geschäfts-leitung.

Die Bereiche des Chief Financial Officer (CFO) und des Chief Risk Officer (CRO) sind hierbei vollumfänglich der Marktfolge zugeordnet, die Bereiche der Chief Executive Officers (CEOs) für Project and Structured Finance (PS Business) einerseits sowie Ex- tended Payment Terms (EPT Business) andererseits vollumfänglich dem Markt. Diese strikte Trennung gilt auch für die Niederlassungen in London und Singapur. Eine Überstimmung der Marktfolge ist in der Kompetenzordnung ausgeschlossen.

Die operative Steuerung der Risiken erfolgt in der Siemens Bank unter Beachtung der risikostrategischen Rahmenbedingungen und der von der Marktfolge überwachten Limite, die von der Geschäftsführung genehmigt werden. Die risikostrategischen Rahmenbedingungen und Limite der Risikosteuerung werden durch die Marktfolge definiert, während die operative Umsetzung der Risikosteuerung durch den Markt erfolgt. Die operative Risikosteuerung wird von einer funktional und disziplinarisch unabhängigen Risikoüberwachung im Bereich der Marktfolge kontrolliert. Zu den Aufgaben der Risikoüberwachung zählen die umfassende Risikoanalyse und Risikokontrolle der eingegangenen Risiken. Die Risikoanalyse umfasst die Identifikation der eingegangenen Risiken, die Entwicklung adäquater Methoden zur Messung und Quantifizierung der Risiken sowie die Analyse der aktuellen Risikosituation. Die Analyse der Risikosituation orientiert sich hierbei an den Vorgaben der normativen und ökonomischen Kapitalsteuerung im Rahmen der Risikotragfähigkeit sowie den definierten KPIs im Sanierungsplan. Die Risikokontrolle umfasst die Quantifizierung und Plausibilisierung der eingegangenen Risiken, die Überwachung der genehmigten Limite, der Risikotragfähigkeit und der Liquiditätsrisikosituation sowie die Risikoberichterstattung.

Gremien

Das Risk Committee der Siemens Bank ist das zentrale Gremium für die Umsetzung der Gesamtbanksteuerung und des Risikomanagements im Sinne des § 25a Abs. 1 des Gesetzes über das Kreditwesen (KWG). Insbesondere unterstützt das Risk Committee die Geschäftsleitung bei der Entwicklung und Verabschiedung der Risikostrategie sowie der Festlegung des Risikotragfähigkeitskonzepts. Das Risk Committee verantwortet die Leitlinien für die Kreditportfoliosteuerung durch die Vorgabe geeigneter Maßnahmen wie auch die Vorgaben zur Steuerung der operationellen Risiken. Insbesondere ist das Risk Committee mit der Steuerung und Überwachung des Kreditportfolios beauftragt. Stimmberechtigte Mitglieder des Risk Committee sind die beiden CEOs, der CFO und der CRO der Siemens Bank.

Das Credit Committee nimmt die Votierungs- und Kreditentscheidungskompetenz für wesentliche Kreditengagements entsprechend der Kompetenzordnung und unter Berücksichtigung der risikostrategischen Ausrichtung der Siemens Bank wahr. Stimmberechtigte Mitglieder des Credit Committee sind die beiden CEOs, der CFO und der CRO der Siemens Bank.

Das Asset Liability Management Committee (ALM Committee) ist für die Steuerung und Limitierung der Markt-, Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken verantwortlich. Die finale Entscheidungsbefugnis zu allen Fragen des Asset-Liability-Managements und damit auch über das Management der Markt-, Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken liegt beim ALM Committee. Die operative Steuerung der Markt-, Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken erfolgt durch die Treasury-Abteilung der Siemens Bank, die dem Markt zugeordnet ist. Stimmberechtigte Mitglieder des ALM Committee sind die beiden CEOs, der CFO und der CRO der Siemens Bank sowie das Management der Niederlassung Singapur für Sachverhalte der Niederlassung Singapur.

Risikoüberwachung

Hauptverantwortlich für die Risikoüberwachung ist der dem CFO unterstellte Bereich Risk Controlling & Analytics. Innerhalb dieses Bereichs sind die Abteilung Kreditrisikocontrolling für die Überwachung des Kreditrisikos und die Abteilung Market & Integrated Risk Controlling für die Überwachung des Markt-, Liquiditäts- und operationellen Risikos sowie für Fragen der Gesamtbanksteuerung verantwortlich. Der Leiter des Bereichs Risk Controlling & Analytics, welcher auch die Risikocontrollingfunktion gem. MaRisk innehat, ist durch die Mitgliedschaft im Risk Committee, ALM Committee und Credit Committee sowie die Teilnahme am Outsourcing Committee und am Compliance Committee umfassend an allen risikopolitisch relevanten Entscheidungsprozessen beteiligt. Das Risikocontrolling der Siemens Bank unterstützt und berät die Geschäftsleitung umfassend bei der Entwicklung und Umsetzung der Risikostrategie. Dies umfasst alle Phasen der Erstellung der Risikostrategie inklusive der Risikoinventur sowie die Ausgestaltung des Risikotragfähigkeitskonzepts. Auf Basis der Risikostrategie und des Risikotragfähigkeitskonzepts unterstützt das Risikocontrolling die Geschäftsleitung bei der Ausgestaltung einer effektiven und effizienten Limitstruktur sowie der generellen Begrenzung von Risiken. Zu den Aufgaben der im Risikocontrolling zusammengefassten Abteilungen zählen insbesondere die Identifikation der für die Siemens Bank relevanten Risiken (für operationelle Risiken in Zusammenarbeit mit den Leitern der einzelnen Fachbereiche, welche die relevanten Informationen für ihren Bereich identifizieren und zuliefern) und die tägliche beziehungsweise regelmäßige Messung und Beurteilung der Risiken.

Außerdem überwacht das Risikocontrolling die Einhaltung der festgelegten Limite, einschließlich der Eskalation von Limitüberschreitungen, und ist für die Risikoberichterstattung an die Geschäftsleitung und die Erstellung eines Gesamtrisikoprofils verantwortlich. Ferner besitzt das Risikocontrolling die Hoheit über die in diesem Zusammenhang verwendeten Methoden und Verfahren und ist für deren ständige Weiterentwicklung und Validierung verantwortlich. Das Risk Committee wird über materielle Änderungen der Methoden informiert und genehmigt alle solche Änderungen.

Ein wesentliches Instrument zur Überprüfung der Angemessenheit des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems ist die Interne Revision, die direkt der Geschäftsleitung untersteht. Den Rahmen für die Aktivitäten der Internen Revision stellt ein dreijähriger Revisionsrahmenplan dar, der risikobasiert erstellt und jährlich fortgeschrieben wird. Für die operative Durchführung von Prüfungen durch die Interne Revision existiert eine (Teil-)Auslagerung von Prüfungshandlungen an die Konzernrevision der Siemens AG. Die Ergebnisse der Prüfungen werden durch den Leiter Interne Revision in Quartals- und Jahresberichten zusammengefasst und anschließend der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat zur Verfügung gestellt.

Ein weiteres wesentliches Element des internen Kontrollsystems stellt die Compliance-Funktion der Siemens Bank dar. Die Siemens Bank fasst die Compliance-Funktion sowie die Funktion des Geldwäschebeauftragten in einer zentralen Stelle zusammen. Die zentrale Stelle für Geldwäscheprävention, Betrugsprävention sowie Compliance ist direkt der Geschäftsleitung der Siemens Bank unterstellt und themenbezogen uneingeschränkt weisungsbefugt. Die Stelle hat die institutsinternen Regelungen in Bezug auf Geldwäscheprävention, sonstige strafbare Handlungen sowie weitere Compliance- relevante institutsspezifische gesetzliche Bestimmungen zu bewerten, deren Einhaltung zu überwachen sowie die Geschäftsleitung und die Geschäftsbereiche hinsichtlich der Einhaltung dieser gesetzlichen Bestimmungen und sonstiger Vorgaben zu unterstützen und zu beraten. Bei den weiteren Compliance-relevanten institutsspezifischen Bestimmungen wie aufsichtsrechtlichen Fragestellungen oder der Umsetzung der MaRisk wird die zentrale Stelle insbesondere vom Risikocontrolling und dem Meldewesen koordinierend unterstützt. Unbeschadet der Aufgaben der übergeordneten Compliance-Funktion bleiben die Geschäftsleiter und die Geschäftsbereiche uneingeschränkt für die Einhaltung sämtlicher gesetzlicher Bestimmungen und sonstiger Vorgaben verantwortlich. Die zentrale Stelle berichtet quartalsweise sowie in einem jährlichen Compliance-Gesamtbericht an die Geschäftsleitung und führt dabei Tätigkeiten und, falls vorhanden, festgestellte Mängel sowie Maßnahmen zur Behebung dieser Mängel auf. Ferner erstellt die zentrale Stelle den Geldwäschejahresbericht.

Risikoberichterstattung

Die Risikoberichterstattung innerhalb der Siemens Bank an die Geschäftsleitung, den Aufsichtsrat sowie das Risk Committee erfolgt im Rahmen des Risikocontrollings sowohl in einem regelmäßigen Turnus als auch ad hoc.

Das zentrale Instrument zur Risikoberichterstattung ist der vierteljährliche Gesamtrisikobericht, der neben einer umfassenden Risikotragfähigkeitsanalyse auch eine detaillierte Berichterstattung der Einzelrisiken sowie die Risikokapitalplanung beinhaltet. Die Berichterstattung der Risikotragfähigkeit erfolgt basierend auf einer umfassenden Risikotragfähigkeitsanalyse, in der der aktuelle interne Risikokapitalbedarf sowohl im Normalfall als auch im Stressfall analysiert wird.

Neben dem Gesamtrisikobericht erfolgt das Reporting der Adressenausfallrisiken, der Marktpreisrisiken, der Liquiditätsrisiken, der Refinanzierungsrisiken, der operationellen Risiken über regelmäßige und standardisierte Berichte.

Die Berichterstattung über Adressenausfallrisiken erfolgt im Wesentlichen im monatlichen Kreditrisikobericht. Im Fokus der Risikoberichterstattung stehen der ökonomische und regulatorische Kapitalbedarf für die eingegangenen Kreditrisiken sowie eine detaillierte Portfolioanalyse hinsichtlich der eingegangenen Konzentrationsrisiken. Die Analyse der Konzentrationsrisiken umfasst Länderrisiken, Branchenrisiken, Konzentrationen in Bonitätseinstufungen sowie Konzentrationen in Gruppen verbundener Schuldner, einzelner Schuldner, Projektfinanzierungsrisiken nach dem Projektstatus sowie diverse spezifische kombinierte Branchen-Länder Risiken.

Die Berichterstattung über Marktpreisrisiken erfolgt sowohl monatlich als auch täglich.

Im Fokus der monatlichen Risikoberichterstattung steht der ökonomische Kapitalbedarf für die eingegangenen Marktpreisrisiken. Im Fokus der täglichen Berichterstattung steht die Überwachung der operativen Value-at-Risk-Limite.

Die Berichterstattung über Liquiditätsrisiken erfolgt monatlich und über die tägliche Liquiditätsablaufbilanz. Über das Refinanzierungsrisiko wird ebenfalls täglich berichtet.

Im Fokus der Risikoberichterstattung stehen der ökonomische Kapitalbedarf für das eingegangene Refinanzierungsrisiko, die Überwachung der operativen Liquiditäts- und Refinanzierungslimite sowie die regulatorischen Kennzahlen zur Liquidity Coverage Ratio und Net Stable Funding Ratio sowie Minimum Liquid Assets (für die Niederlassung Singapur).

Die Berichterstattung der operationellen Risiken erfolgt im vierteljährlichen Gesamtrisikobericht. Schäden ab einer Höhe von 50 T€ und Schäden aus Betrugsfällen oder mit Auswirkungen auf die Reputation werden ad hoc an die Geschäftsleitung berichtet. Darüber hinaus wird ein detaillierter Bericht über die Ergebnisse des jährlichen Self-Assessments und die anstehenden Maßnahmen erstellt. Die Umsetzung der Maßnahmen wird vierteljährlich überwacht.

2.2.2 Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Zielsetzung

Ziel der externen Rechnungslegung ist neben der Ausschüttungsbemessung die sach- und termingerechte Informationsbereitstellung für die Adressaten von Jahresabschluss und Lagebericht. Die Siemens Bank hat ein rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem etabliert, durch das die Ordnungsmäßigkeit der externen Rechnungslegung sichergestellt und Verstöße gegen Rechnungslegungsnormen vermieden werden sollen.

Verantwortlichkeiten

Verantwortlich für die externe Rechnungslegung und für das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist die Abteilung Accounting und Controlling. Diese Abteilung berichtet an den CFO der Siemens Bank.

Die Prozesse und Kontrollen sind in die Prüfungstätigkeit der internen Revision einbezogen.

Verfahren

Die Prozessabläufe sowie das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem sind vollständig in Prozessbeschreibungen und Arbeitsanweisungen dokumentiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind in der Abschlussrichtlinie der Siemens Bank beschrieben.

Bei der Erstellung von Jahresabschluss und Lagebericht wird auf allgemein anerkannte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zurückgegriffen, deren Angemessenheit regelmäßig überprüft wird.

Zur Verminderung operationeller Risiken im Rahmen der Abschlusserstellung wird - soweit möglich - auf IT-basierte, automatisierte Rechnungslegungsverfahren zurückgegriffen. Anpassungen in den rechnungslegungsrelevanten IT-Systemen unterliegen standardisierten Genehmigungs- und Prüfungsverfahren. Geeignete Abstimmungshandlungen und Kontrollen stellen die Qualität der Verarbeitung sicher. Manuelle Buchungen unterliegen zusätzlichen Prozesskontrollen. Für die Rechnungslegungsprozesse ist zudem ein Notfallkonzept etabliert.

Weiterentwicklung und Qualitätssicherung

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem sowie die zugrunde liegenden Richtlinien und Arbeitsanweisungen werden einmal jährlich sowie anlassbezogen auf ihre Angemessenheit überprüft. Zudem wird im Rahmen der Genehmigung von Neuprodukten überprüft, ob und inwieweit das bestehende Regelwerk anzupassen ist.

Für die Mitarbeiter der Abteilung Accounting and Controlling sind Schulungspläne definiert, die regelmäßig aktualisiert und überarbeitet werden.

2.2.3 Gesamtbanksteuerung und Risikotragfähigkeit

Gesamtbanksteuerung

Das Management der internen und aufsichtsrechtlichen Kapitalunterlegung, das Management der Liquiditätsrisiken, das monatliche Performance-Controlling sowie die Steuerung der Kosten aus der internen und aufsichtsrechtlichen Kapitalbindung sind integrale Bestandteile der Gesamtbanksteuerung der Siemens Bank.

Durch die Steuerung und Überwachung der internen und aufsichtsrechtlichen Kapitaladäquanz wird laufend sichergestellt, dass die Risikonahme der verschiedenen Geschäftsfelder der Siemens Bank jederzeit in Einklang mit der Kapitalausstattung sowohl auf Gesamtbankebene als auch für die einzelnen Risikoarten steht. Die Geschäftsleitung der Siemens Bank legt die erforderliche Kapitalausstattung der Bank basierend auf der Geschäfts- und Risikostrategie nach den definierten Renditezielen und strategischen Risikovorgaben fest. Die Geschäftsleitung stellt im Rahmen der Risikotragfähigkeit laufend sicher, dass das Risikoprofil der Bank in einem adäquaten Verhältnis zur vorhandenen Risikodeckungsmasse steht.

Die Steuerung und Überwachung der Liquiditätsrisiken ergänzt das Risikokapitalmanagement im Rahmen der Gesamtbanksteuerung. Liquiditätsrisiken dürfen nur im Rahmen der von der Geschäftsleitung vorgegebenen Risikotoleranz eingegangen werden.

Maßgeblich für die Festlegung der Risikotoleranz und der daraus abgeleiteten Limite ist das Ziel, die Zahlungsfähigkeit der Siemens Bank auch bei schwerwiegenden Krisenereignissen zu gewährleisten.

Die Kosten der internen Kapitalunterlegung werden im Pricing berücksichtigt und sind in die Performance-Messung integriert. Wesentliche Kennzahlen des Pricings sind der Economic Value Added (EVA) und der Return on Equity (RoE) basierend auf dem Return on Risk-adjusted Capital (RoRaC).

Risikotragfähigkeit

Zur Sicherstellung einer jederzeit ausreichenden Kapital- und Liquiditätsausstattung im Sinne des § 25a KWG hat die Siemens Bank ein Konzept zur Überwachung der Risikotragfähigkeit definiert. Das Risikotragfähigkeitskonzept wird von der Geschäftsleitung der Bank jährlich und anlassbezogen überprüft, bei Bedarf und in Übereinstimmung mit der Geschäfts- und Risikostrategie angepasst und vom Aufsichtsrat der Bank freigegeben.

Die interne Steuerung und Limitierung der Risiken der Siemens Bank erfolgt sowohl auf Basis der ökonomischen Perspektive als auch der normativen Perspektive.

Die ökonomische Perspektive stellt auf einen umfassenden Risikoansatz in Kombination mit einem hohen Konfidenzniveau ab, der einen effektiven Schutz der Fremdkapitalgeber zum vorrangigen Ziel hat. Das Konfidenzniveau orientiert sich hierbei am Zielrating der Siemens Bank von derzeit A/A-. Aus dem angestrebten Zielrating ergibt sich eine angestrebte Überlebenswahrscheinlichkeit von 99,95 % bei einem gegebenen Risikohorizont von einem Jahr.

Die normative Perspektive verbindet die Vorgaben der aufsichtsrechtlichen Kapitaladäquanz und der internen Kapitaladäquanz mit der Zielsetzung einer jederzeitigen Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung.

In der Risikodeckungsmasse berücksichtigt die Siemens Bank sowohl in der ökonomischen als auch in der normativen Sichtweise das gesamte Kern- und Ergänzungskapital der Siemens Bank, sofern die einzelnen Bestandteile davon alle im "Leitfaden Risikotragfähigkeit" genannten verlustabsorbierenden Eigenschaften aufweisen. Für die ökonomische Perspektive wird der risikoadjustierte Barwert des Anlagebuchs als Grundlage für die gesamte verfügbare Risikodeckungsmasse, die im Allgemeinen höher ist als das aufsichtsrechtliche Kern- und Ergänzungskapital, herangezogen. Der Überschuss des risikoadjustierten Barwerts des Anlagebuchs über das Kern- und Ergänzungskapital bildet die zusätzliche Risikodeckungsmasse in der ökonomischen Sichtweise. Diese wird nur zur Abdeckung des Stressszenarios und der nicht wesentlichen Risiken verwendet. Die Berechnung der gesamten Risikodeckungsmasse basiert auf der verlustfreien Bewertung des Anlagebuchs, in welche stille Lasten, stille Reserven, erwartete Verluste aus dem Kreditrisiko, die Kosten zur vollständigen Beseitigung von Liquiditätslücken und die Kosten für die Verwaltung des Anlagebuchs einfließen. Darüber hinaus werden der Value at Risk für das Geschäftsrisiko (im Sinne eines Margenbarwertrisikos) sowie ein prozentualer Sicherheitspuffer abgezogen.

Zum 30. September 2023 setzt sich die Risikodeckungsmasse der ökonomischen Perspektive der Siemens Bank wie folgt zusammen:

in Mio. € 2023 2022
Kernkapital 1.075,0 1.050,0
Ergänzungskapital 159,0 59,0
Zusätzliche Risikodeckungsmasse 195,4 395,1
Risikodeckungsmasse 1.429,4 1.504,1

Abbildung 4: Zusammensetzung der Risikodeckungsmasse

Die Messung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive erfolgt durch die Gegenüberstellung der internen Kapitalanforderung mit der vorhandenen und allokierten Risikodeckungsmasse.

Die Allokation der vorhandenen Risikodeckungsmasse auf die einzelnen Risikoarten wird auf Basis der geschäfts- und risikostrategischen Ausrichtung der Bank durch die Geschäftsleitung festgelegt. Grundlage hierfür ist eine regelmäßige Risikoinventur. Die Risikoinventur umfasst sowohl eine umfassende Analyse der Risikofaktoren in den jeweiligen Geschäftsfeldern als auch eine Überprüfung der verwendeten Methoden und Modelle sowie die Überprüfung der Kapitalallokation auf die einzelnen Risiken für die Siemens Bank. Die Wesentlichkeitseinstufung der einzelnen Risiken erfolgt auf Basis dieser Analysen sowie weiterer Quantifizierungen. Nach Durchführung der Risikoinventur werden die risikostrategischen Maßnahmen und Ziele für die einzelnen Risikoarten festgelegt. Die Ziele und Maßnahmen für die einzelnen Risikoarten werden laufend durch die Marktfolge überwacht.

Derzeit stuft die Siemens Bank die folgenden Risikoarten als wesentlich ein:

Adressenausfallrisiko

Marktpreisrisiko

Liquiditätsrisiko (im Sinne eines Zahlungsunfähigkeitsrisikos)

Refinanzierungsrisiko

Operationelles Risiko

Zur Quantifizierung der internen Kapitalanforderung für Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken und Refinanzierungsrisiken verwendet die Siemens Bank Value-at-Risk-Ansätze mit einem Konfidenzniveau von 99,95 % und einem Risikohorizont von einem Jahr. Dies gilt ebenfalls für das als unwesentlich klassifizierte Geschäftsrisiko, welches bei der Bestimmung der zusätzlichen Risikodeckungsmasse berücksichtigt wird. Das operationelle Risiko wird auf Grundlage des Basisindikatoransatzes nach CRR II quantifiziert.

Das Liquiditätsrisiko (im Sinne eines Zahlungsunfähigkeitsrisikos) wird nicht über Risikokapital im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung unterlegt, da dies nicht sinnvoll möglich ist. Stattdessen wird das Liquiditätsrisiko (im Sinne eines Zahlungsunfähigkeitsrisikos) über ein vom ALM Committee festgelegtes Limitsystem im Rahmen einer Liquiditätsablaufbilanz gesteuert, das sich aus der Liquiditätsrisikotoleranz der Siemens Bank ableitet. Das Limitsystem wird hierbei zusammen mit den Kapital- und Liquiditätsanforderungen aus der CRR II gesamtheitlich überwacht, analysiert und berichtet.

Die Allokation der Risikodeckungsmasse und der Risikokapitalbedarf für die ökonomische Perspektive im Normalfall stellen sich zum 30. September 2023 wie folgt dar:

in Mio. € 2023 2022
Risikodeckungsmasse Risikokapitalbedarf Risikodeckungsmasse Risikokapitalbedarf
Risikokapital für Operationelle Risiken 35,0 31,4 35,0 29,0
Risikokapital für Adressenausfallrisiko 700,0 487,5 700,0 527,4
Risikokapital für Marktpreisrisiken 100,0 86,3 50,0 34,5
Risikokapital für Refinanzierungsrisiko 30,0 8,2 40,0 16,8
Normalfall 865,0 613,5 825,0 607,7

Abbildung 5: Allokation der verfügbaren Risikodeckungsmasse und Risikokapitalbedarf nach Risikoart in der ökonomischen Perspektive

Die Siemens Bank misst die Risikotragfähigkeit im Normalfall durch Gegenüberstellung der allokierten Risikodeckungsmasse für alle wesentlichen Risiken und dem gesamten Risikokapitalbedarf. Für die Ermittlung der ökonomischen Kapitalanforderung unterstellt die Siemens Bank keinerlei Diversifikationseffekte zwischen den einzelnen Risikoarten. Die Risikotragfähigkeit im Normalfall war im Laufe des Geschäftsjahres jederzeit gegeben.

Im Geschäftsjahr gab es mehrere Anpassungen bezüglich der verwendeten Value-at- Risk-Ansätze. Dies betrifft das Adressenausfallrisiko mit methodischen Weiterentwicklungen hinsichtlich der Berücksichtigung von ESG-Risiken und differenzierterer Korrelationsannahmen. Für die Marktpreisrisiken und das Refinanzierungsrisiko wurde die Methode vom parametrischen Ansatz auf die historische Simulation umgestellt. Die folgende Tabelle zeigt die Vergleichswerte des Vorjahres auf Basis der neuen Methoden:

Risikokapitalbedarf in Mio. €

2023 2022 (neue Methodik) 2022 (tatsächlich)
Risikokapital für Operationelle Risiken 31,4 29,0 29,0
Risikokapital für Adressenausfallrisiko 487,5 555,7 527,4
Risikokapital für Marktpreisrisiken 86,3 74,0 34,5
Risikokapital für Refinanzierungsrisiko 8,2 2,4 16,8
Normalfall 613,5 661,1 607,7

Abbildung 5a: Vergleichsrechnung für Risikokapitalbedarf nach Risikoart in der ökonomischen Perspektive

Diese Vergleichsrechnung liefert für Adressenausfallrisiken einen ökonomischen Kapitalbedarf per 30. September 2022 in Höhe von 555,7 Mio. € und damit eine Erhöhung um 28,3 Mio. € im Vergleich zur tatsächlichen Rechnung zu diesem Stichtag. Davon sind 10,6 Mio. € auf den zusätzlichen Risikofaktor ESG zurückzuführen, die restliche Veränderung auf die Weiterentwicklung von Korrelationsannahmen.

Die Risikodeckungsmasse und der Risikokapitalbedarf im Stressfall sind in folgender Tabelle dargestellt:

in Mio. € 2023 2022
Risikodeckungsmasse unter Stress 1.385,0 1.449,3
davon zusätzliche Risikodeckungsmasse unter Stress 151,0 340,3
davon engere Risikodeckungsmasse 1.234,0 1.109,0
Risikodeckungsmasse Risikokapitalbedarf Risikodeckungsmasse Risikokapitalbedarf
Risikokapital für Operationelle Risiken 35,1 30,3
Risikokapital für Adressenausfallrisiko 718,0 779,0
Risikokapital für Marktpreisrisiken 121,6 51,7
Risikokapital für Refinanzierungsrisiko 15,1 41,3
Risikokapital für Geschäftsrisiko 275,2
Puffer für nicht-wesentliche Risiken 25,0 40,0
Stressfall Gesamt 1.385,0 914,9 1.449,3 1.216,5

Abbildung 5b: Risikodeckungsmasse und Risikokapitalbedarf nach Risikoart in der ökonomischen Perspektive im Stressfall

Im Stressfall wird die Risikodeckungsmasse um im Stressfall erwartete Verluste in Höhe von 44,4 Mio. € reduziert. Die zusätzliche Risikodeckungsmasse unter Stress dient zur Abdeckung von nicht wesentlichen Risiken und Risiken im Stressfall. Zur Abdeckung der wesentlichen Risiken wird nur die Risikodeckungsmasse im engeren Sinne (Kern- und Ergänzungskapital) verwendet.

Die Auslastung der Risikodeckungsmasse im Stressfall ist im Laufe des Geschäftsjahrs von 1.216,5 Mio. € auf 914,9 Mio. € gesunken. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass das Geschäftsrisiko seit dem Geschäftsjahr 2022/2023 bei der Berechnung des Risikodeckungspotentials zum Abzug gebracht und daher nicht mehr als separates Risiko ausgewiesen wird. Dies trägt außerdem dazu bei, dass die Risikodeckungsmasse unter Stress um 64,3 Mio. € gesunken ist. Die sonstigen derzeit als nicht wesentlich eingestuften Risikoarten wie strategisches Risiko oder Modellrisiko werden pauschal über einen Sicherheitspuffer berücksichtigt, welcher im Vergleich zum Vorjahr reduziert wurde, da im laufenden Geschäftsjahr verbesserte Modelle eingeführt wurden. Die höchste Auslastung der Risikodeckungsmasse unter Stress ergab sich zum Ende des ersten Quartals im Geschäftsjahr. Die Risikotragfähigkeit im Stressfall war im Laufe des Geschäftsjahres jederzeit gegeben.

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive stellt sich zum 30. September 2023 wie folgt dar:

in Mio. € 2023 2022
Normative Risikodeckungsmasse 1.234,0 1.109,0
Tier 1 Kapital 1.075,0 1.050,0
Tier 2 Kapital 159,0 59,0
Risikokapital für Operationelle Risiken 44,5 39,1
Risikokapital für Adressenausfallrisiko 933,8 901,4
Risikokapital für Marktpreisrisiken 3,2 0,0
Risikokapital für Refinanzierungsrisiko 8,2 16,8
Kapitalbedarf Normative Perspektive Gesamt 989,7 957,3

Abbildung 6: Risikodeckungsmasse und Kapitalbedarf nach Risikoart in der normativen Perspektive (Vorjahr vor Feststellung)

Die Risikodeckungsmasse der normativen Perspektive entspricht den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln ohne Abzugs- und Korrekturposten analog zur engeren Risikodeckungsmasse der ökonomischen Perspektive.

Für die Ermittlung der normativen Kapitalanforderung im "Base Case" unterstellt die Siemens Bank keinerlei Diversifikationseffekte zwischen den einzelnen Risikoarten. Hierbei werden alle wesentlichen Risikoarten berücksichtigt mit Ausnahme des Liquiditätsrisikos (im Sinne eines Zahlungsunfähigkeitsrisikos), da dies wie in der ökonomischen Perspektive nicht sinnvoll möglich ist. Der Kapitalbedarf für das Adressenausfallrisiko, das Marktpreisrisiko sowie das Operationelle Risiko wird hierbei über die aufsichtsrechtlichen Ansätze ermittelt. Der Kapitalbedarf für das Refinanzierungsrisiko folgt dem Ansatz der ökonomischen Perspektive. Weitere Risiken werden nicht berücksichtigt. Die Auslastung der Risikodeckungsmasse im normativen "Base Case" ist im Laufe des Geschäftsjahrs von 957,3 Mio. € auf 989,7 Mio. € angestiegen. Die höchste Auslastung der Risikodeckungsmasse ergab sich zum Ende des Geschäftsjahrs. Die Risikotragfähigkeit war jederzeit gegeben.

Im "Adverse Case" werden entsprechende adverse Annahmen getroffen, um die Entwicklung der einzelnen Risikoarten entsprechend zu reflektieren und die zur Verfügung stehende Risikodeckungsmasse zu reduzieren. Auch im "Adverse Case" war die Risikotragfähigkeit im ganzen Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

Die Geschäftsführung sieht die Risikoentwicklung vor dem Hintergrund der Marktbewegungen im Zinsumfeld herausfordernd, zeigt sich mit der Entwicklung der Risikotragfähigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr aber insgesamt zufrieden. Der ökonomische Risikokapitalbedarf für Kreditrisiken ist im Berichtsjahr gesunken und die sonstigen Auswirkungen aus den geopolitischen Veränderungen, den Unterbrechungen der Lieferketten und den Marktpreisschwankungen auf die Risikotragfähigkeit bleiben weiterhin kontrollierbar. Für das Geschäftsjahr 2023/2024 erwartet die Siemens Bank auf Basis der Geschäfts- und Risikostrategie weiterhin die jederzeitige Sicherstellung der Risikotragfähigkeit sowohl im Normalfall als auch im Stressfall bzw. "Adverse Case".

Stresstesting

Für jedes wesentliche Risiko im Rahmen der Risikotragfähigkeit hat die Siemens Bank adäquate Stresstestszenarien definiert. Die Stresstests orientieren sich an den in der Geschäfts- und Risikostrategie definierten Zielen und Maßnahmen sowie an den regulatorischen Vorgaben der MaRisk. Basis für die Durchführung der Stresstests ist die von der Geschäftsleitung beschlossene Stresstesting Policy, die anlassbezogen - jedoch mindestens einmal jährlich - überprüft und gegebenenfalls angepasst wird. Zur Durchführung der Stresstests werden die internen Methoden zur Messung der wesentlichen Risiken verwendet. Die Eingangsparameter der Modelle werden hierbei auf Basis hypothetischer sowie historischer Stressszenarien angepasst. Neben risikospezifischen Szenarien werden auch risikoartenübergreifende Szenarien analysiert. Das Stresstesting ist in die Analyse der Risikotragfähigkeit integriert, um einen notwendigen Handlungsbedarf frühzeitig identifizieren zu können und die Risikotragfähigkeit auch bei angespanntem Marktumfeld sicherstellen zu können. Für die ökonomische Perspektive geschieht dies im Stressfall und für die normative Perspektive im "Adverse Case". Das bedeutendste Risiko in der ökonomischen Perspektive als auch in der normativen Perspektive stellt das Adressenausfallrisiko dar, das auch der wesentliche Treiber für die Auslastung im Stressfall bzw. im "Adverse Case" ist. Dies spiegelt die geschäfts- und risikostrategische Ausrichtung der Siemens Bank wider.

Aufsichtsrechtliche Kapitaladäquanz

Neben der internen Kapitalsteuerung im Rahmen der Risikotragfähigkeit und der Steuerung des Liquiditätsrisikos stellt die Steuerung und Überwachung der aufsichtsrechtlichen Kapitaladäquanz sowie der Liquiditätskennzahlen gemäß CRR II das zweite Element der Kapitaladäquanzsteuerung innerhalb der Siemens Bank dar.

Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel der Siemens Bank setzen sich zum 30. September 2023 wie folgt zusammen:

in Mio. € 2023 2022
Hartes Kernkapital
Eingezahltes Kapital 5,0 5,0
Abzugs- und Korrekturposten -47,0 -16,7
Kapitalrücklage und sonstige anrechenbare Rücklagen 1.070,0 1.070,0
1.028,0 1.058,3
Ergänzungskapital
Summe des Ergänzungskapitals vor Kapitalabzugspositionen nach Art. 62ff CRR 159,0 59,0
Abzugspositionen vom Ergänzungskapital nach Art. 66ff CRR 0,0 0,0
159,0 59,0
Summe des modifizierten verfügbaren Eigenkapitals 1.187,0 1.117,3

Abbildung 7: Zusammensetzung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel bei Aufstellung zum 30. September 2023 (Vorjahr nach Feststellung)

Zur Messung und Unterlegung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen der Adressenausfallrisiken verwendet die Siemens Bank den Kreditrisikostandardansatz (KSA), zur Messung der Marktpreisrisiken den Standardansatz und zur Messung der operationellen Risiken den Basisindikatoransatz (BIA).

in Mio. € 2023 2022
1. Adressenausfallrisiken
Kreditrisiko-Standardansatz
Zentralregierungen 0,0 0,0
Institute 0,3 0,5
Unternehmen 621,5 642,5
Positionen mit bes. hohem Risiko 18,4 8,8
Ausgefallene Positionen 19,8 9,0
Sonstige Positionen 0,3 0,3
Summe Adressenausfallrisiken 660,2 661,1
2. Marktpreisrisiken
Standardansatz 2,3 1,9
- davon: Währungsrisiken 2,3 1,9
Summe Marktpreisrisiken 2,3 1,9
3. Operationelle Risiken
Basisindikatoransatz 31,4 31,4
Summe Operationelle Risiken 31,4 31,4
Gesamtsumme Eigenkapitalanforderungen 694,0 694,5

Abbildung 8: Regulatorischer Kapitalbedarf zum 30. September 2023 (Vorjahr nach Feststellung)

Die Siemens Bank hat eine Gesamtkapitalquote von 11,3 % gemäß CRR II in Verbindung mit den relevanten KWG-Vorschriften sicherzustellen. Die Gesamtkapitalquote umfasst auch den Kapitalerhaltungspuffer und den antizyklischen Puffer, die aus hartem Kernkapital zu erbringen sind. Die Gesamtkapitalquote entspricht dem Verhältnis des Gesamtanrechnungsbetrags aus risikogewichteten Aktiva zu den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln der Siemens Bank. Zum 30. September 2023 beträgt die Gesamtkapitalquote (Säule I) der Siemens Bank 13,68 % gemäß aufgestelltem Abschluss (im Vorjahr: 12,87 % nach Feststellung). Die Kernkapitalquote (Säule I) liegt bei 11,85 % gemäß aufgestelltem Abschluss (im Vorjahr: 12,19 % nach Feststellung). Beide liegen somit über den aufsichtsrechtlich geforderten Kapitalquoten.

Die Abweichungen zwischen den aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen in Höhe von 694,0 Mio. € (im Vorjahr: 694,5 Mio. € nach Feststellung) und dem ökonomischen Risikokapitalbedarf im Normalfall in Höhe von 613,5 Mio. € (im Vorjahr: 607,7 Mio. €) resultieren aus der Verwendung eigener Risikomodelle bei der Berechnung der ökonomischen Kapitalanforderungen.

2.3 Adressenausfallrisiko

Unter dem Adressenausfallrisiko versteht die Siemens Bank mögliche Wertverluste aus dem Ausfall, dem teilweisen Ausfall und aus Bonitätsverschlechterungen von Kunden der Siemens Bank. Die Siemens Bank unterscheidet das Adressenausfallrisiko grundsätzlich in Kreditrisiko, Kontrahentenrisiko und Emittentenrisiko.

Rahmenwerk für die Identifikation, Steuerung und Überwachung von Adressenausfallrisiken sind die Credit Policy und die darauf aufbauenden Guidelines zum Adressenausfallrisikomanagement. Die Credit Policy beschreibt umfassend die Vorgehensweise, Instrumente, Rollen und Verantwortlichkeiten der Prozessbeteiligten und wird mindestens einmal jährlich auf Aktualität überprüft.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko bezeichnet die Gefahr, dass ein Kreditnehmer seine Verpflichtungen aus einem Kreditvertrag nicht oder nicht vollständig gegenüber der Siemens Bank erfüllt.

Das Kreditrisiko umfasst auch das Transaktionsrisiko von Kreditverträgen, das Ausfallrisiko von Geldanlagen der Siemens Bank und Länderrisiken. Das Länderrisiko bezeichnet hierbei das Risiko, das aus der Gefahr von Transfer- beziehungsweise Konvertierungsbeschränkungen aufgrund hoheitlicher Entscheidungen oder politischer Beschränkungen eines Landes entsteht. Das Länderrisiko umfasst auch das Sovereign Risk, also das Kreditrisiko gegenüber Zentralregierungen und Notenbanken. Das Kreditrisiko stellt das für die Siemens Bank vorwiegende Adressenausfallrisiko dar.

Kontrahentenrisiko

Das Kontrahentenrisiko bezeichnet die Gefahr, dass die Gegenpartei eines Termin- oder Derivategeschäfts ihre Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig gegenüber der Siemens Bank erfüllt. Aufgrund der geringen derivativen Risikoposition der Siemens Bank ergaben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr keine signifikanten Risikobeiträge aus dem Kontrahentenrisiko.

Emittentenrisiko

Das Emittentenrisiko bezeichnet die Gefahr, dass sich die Bonität eines Emittenten verschlechtert beziehungsweise dieser teilweise oder ganz ausfällt. Zum 30. September 2023 hat die Siemens Bank nur Emittentenrisikopositionen aus kurzfristigen Schuldverschreibungen (Treasury Bills) mit einer Laufzeit von unter einem Jahr.

2.3.1 Risikoklassifizierung

Die Risikoklassifizierung und die damit einhergehende Bonitätseinstufung der Kunden der Siemens Bank sind von wesentlicher Bedeutung für den Kreditvergabeprozess, die Bewertung des Neugeschäfts sowie die Ermittlung des internen Risikokapitalbedarfs.

Die Siemens Bank verfügt über mehrere Ratingverfahren zur Ermittlung der Bonitätseinstufung. Die Ratingverfahren orientieren sich an den Eigenschaften der unterschiedlichen Kundengruppen sowie an spezifischen Produktmerkmalen wie gesonderten Kriterien für das Rating von Projektgesellschaften. Die Ratingverfahren basieren auf statistisch erprobten Modellen und werden laufend optimiert. Grundlage für die Optimierung ist eine regelmäßige Validierung und ein regelmäßiges Backtesting, um eine möglichst gute Prognosequalität und Trennschärfe innerhalb der Ratingverfahren zu gewährleisten.

Um eine aussagekräftige Differenzierung der Bonitätseinstufung zu gewährleisten, hat die Siemens Bank zehn Ratingklassen definiert, die bis zu drei weitere Differenzierungen innerhalb einer Ratingklasse erlauben (zum Beispiel 3+, 3, 3-). Insgesamt ergeben sich 19 verschiedene Ratingstufen. Die Ratingstufen können über eine Transformationstabelle auf externe Ratings überführt werden. Liegen für eine Bonitätseinstufung Ratings externer Anbieter vor, können diese als Input für ein Ratingverfahren verwendet werden. Alle im Rahmen einer Risikoklassifizierung verwendeten externen Ratingeinstufungen stammen ausschließlich von S&P, Fitch oder Moody's. Auch bei der Verwendung von externen Ratings führt die Siemens Bank eine Bonitätsanalyse unter Berücksichtigung eigener Erkenntnisse und Informationen durch. Die Ratingklassen 1 bis 7 werden für nicht problembehaftete Kunden verwendet.

Ab einer Einstufung in die Ratingstufe 8+ oder schlechter unterliegt der Kreditnehmer in der Regel der Intensivbetreuung. Eine Intensivbetreuung erfolgt auch ohne Downgrade in die Ratingstufe 8+, falls der Kreditnehmer andere Kriterien für die Intensivbetreuung erfüllt, wie zum Beispiel eine Anfrage des Kunden auf Forbearance-Maßnahmen.

Ab einer Einstufung in die Ratingklasse 9 oder schlechter wird der Kreditnehmer in die Problemkreditbetreuung übergeben. Die Ratingklasse 9 umfasst alle Kreditnehmer, für die eine Sanierung erfolgt, und die Ratingklasse 10 alle Kreditnehmer, die bereits ausgefallen sind und sich in Abwicklung befinden.

Die Risikoklassifizierung berücksichtigt immer auch die Länderrisiken eines Kreditnehmers. Das Rating eines Kreditnehmers ist immer in Bezug zum Rating seines Landes zu sehen und ist in der Regel durch das Länderrisiko nach oben begrenzt.

Die Bonitätseinschätzung der Kreditnehmer wird mindestens einmal jährlich auf Basis aktueller Informationen überprüft. Bei schuldnerspezifischen Entwicklungen oder signifikanten Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds werden die Ratingeinstufungen unmittelbar überprüft.

2.3.2 Portfoliosteuerung und Modellierung

Die Steuerung des Kreditportfolios folgt einem integrierten Ansatz aus Steuerung der erwarteten und unerwarteten Verluste, Verfahren zur Risikofrüherkennung und zum Stresstesting sowie einem umfassenden Bewertungsansatz für das Neugeschäft.

Erwarteter Verlust

Für die Ermittlung des erwarteten Verlusts wird auf Basis der aktuellen Bonitätseinschätzung und der aktuell erwarteten Recovery Rate eines jeden Kreditnehmers ermittelt, welcher durchschnittliche Verlust zu erwarten ist. Der erwartete Verlust ist eine wesentliche Steuerungsgröße in der Portfolioanalyse und ein wesentlicher Input für das Pricing von Neugeschäft. Für die Risikorechnung der Portfolioanalyse wird der erwartete Verlust für einen Zeitraum von einem Jahr ermittelt, für das Pricing von Neugeschäft wird die Laufzeit des Kreditengagements verwendet.

Unerwarteter Verlust

Die Analyse der Kreditportfoliorisiken und die Ermittlung des ökonomischen Kapitalbedarfs erfolgen unter Verwendung eines Credit-Value-at-Risk-Ansatzes. Der Credit Value at Risk dient zur Quantifizierung des unerwarteten Verlusts und ist zentrale Risikogröße in der Portfoliomodellierung. Die Siemens Bank stellt hierbei auf einen Risikohorizont von einem Jahr und ein Konfidenzniveau von 99,95 % ab. Das Konfidenzniveau leitet sich aus dem angestrebten Zielrating der Siemens Bank von A/A- ab. Die Modellierung des Kreditrisikos auf Portfolioebene beruht auf einem simulationsbasierten Asset-Value- Modell. Das Asset-Value-Modell modelliert die Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer über die Firmenwertrendite der Kreditnehmer. Zur Ermittlung der Firmenwertrendite verwendet die Siemens Bank ein Multi-Faktor-Modell von makroökonomischen und schuldnerspezifischen Faktoren. Für die Berechnung des unerwarteten Verlusts werden Kunden mit ähnlichen ökonomischen Eigenschaften zu Risikoeinheiten zusammengefasst. Je stärker eine Risikoeinheit mit den makroökonomischen Faktoren korreliert, desto stärker schwankt ihre Ausfallwahrscheinlichkeit bei Veränderungen der makroökonomischen Faktoren. Die Schwankung der makroökonomischen und schuldnerspezifischen Variablen und damit der Ausfallwahrscheinlichkeiten wird über einen Monte-Carlo-Ansatz simuliert. Hierfür wurden im vergangenen Geschäftsjahr die Korrelationsannahmen weiter detailliert, um insbesondere Regionen mit höherem systematischem Risiko besser simulieren zu können. Dies führte zu einem Anstieg im unerwarteten Verlust, welcher auch in der Analyse und Vergleichsrechnung zum 30.09.2022 dargestellt ist.

Aus den sich ergebenden Veränderungen der Ausfallwahrscheinlichkeiten wird für das Kreditportfolio eine Verlustverteilung erzeugt. Wesentlicher Input für die Monte-Carlo- Simulation ist neben den Korrelationen der Risikoeinheiten die Wahrscheinlichkeit einer Ratingmigration. Hierfür wird auf Basis von historischen Ratingmigrationen eine Tabelle abgeleitet, die in jedem Schritt der Monte-Carlo-Simulation eine Wahrscheinlichkeit für die Migration einer Risikoeinheit in eine schlechtere oder bessere Ratingklasse liefert.

Die simulierte Verlustverteilung berücksichtigt nicht nur Verluste, die aus einer Migration in eine Default-Klasse resultieren, sondern bereits ökonomische Verluste durch die Ratingverschlechterung einer Risikoeinheit. Das Exposure einer Risikoeinheit setzt sich hierbei aus dem ausgezahlten Kreditbetrag sowie aus einem Anrechnungsbeitrag für die freien externen Linien zusammen.

Neben Verlusten aus Ratingmigrationen berücksichtigt das Portfoliomodell auch Schwankungen der Recovery Rate und Asset Recoveries. Während negative Schwankungen der Recovery zu einem erhöhten Verlust im Falle von Ratingmigrationen führen, führt eine Schwankung der Asset Recoveries zu einem direkten Marktwertverlust.

Darüber hinaus wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Messung der ESG-Risiken in das Kreditportfoliomodell mit aufgenommen, welches den Risikohorizont für nichtnachhaltige Finanzierungen erhöht. Dies führte zu einem Anstieg des unerwarteten Verlustes, welcher auch in der Analyse und Vergleichsrechnung zum 30.09.2023 vs. 30.09.2022 im Kapitel 2.3.5 dargestellt ist.

Für Kunden mit Einzelwertberichtigungen wird das Exposure um den Wert der Einzelwertberichtigung reduziert. Aus der Verlustverteilung werden anschließend der Credit Value at Risk sowie die Risikobeiträge der Risikoeinheiten abgeleitet. Neben dem Credit Value at Risk werden auch die Risikobeiträge der größten Portfolios und Segmente zur Konzentrationsrisikomessung ermittelt.

Länderrisiken

Die Messung von Länderrisiken erfolgt über eine Analyse der Konzentrationsrisiken der einzelnen Länder hinsichtlich des ökonomischen Kapitalbedarfs und des Kreditexposures. Länderrisiken werden sowohl präventiv durch die Vorgabe von Exposure-Limiten im Rahmen des Kreditprozesses beschränkt als auch durch die laufende Analyse von Konzentrationsrisiken der Länder.

Backtesting und Validierung

Um die Prognosegüte der Modellierung des erwarteten und unerwarteten Verlusts (Credit Value at Risk) sicherzustellen und weiterzuentwickeln, führt die Siemens Bank ein monatliches Backtesting der Risikoklassifizierung und der Ausfallwahrscheinlichkeiten sowie eine Analyse der Ratingmigrationen durch. Darüber hinaus werden weitere Parameter der Risikorechnung im Rahmen eines jährlichen Reviews der Risikomodelle und Ratingverfahren überprüft. Das Backtesting der Ratingverfahren hinsichtlich der Trennschärfe und Prognosequalität wird monatlich durchgeführt und bei Ausreißern als Grundlage für Anpassungen der Struktur und der Methodik der Ratingverfahren verwendet.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Validierung des Niveaus der den Ratingklassen zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeiten einen zwingenden Anpassungsbedarf zur Absenkung der Ausfallwahrscheinlichkeiten ergeben. Hierbei wurden für nahezu alle Ratingklassen eine Absenkung der Ausfallwahrscheinlichkeiten beschlossen, was zum 30.09.2023 zu einer Absenkung der Pauschalwertberichtigungen um EUR 7,07 Mio. und einem Rückgang in der ökonomischen Kapitalunterlegung geführt hat.

Pricing

Die Bewertung des Neugeschäfts im Rahmen des Kreditbearbeitungsprozesses erfolgt mittels Bewertungsmethoden und Pricing-Tools, die neben den Refinanzierungskosten, dem erwarteten Verlust und der steuerlichen Belastung auch die administrativen Kosten sowie die Kosten für das ökonomische Risikokapital berücksichtigen. Damit erfolgt die Bewertung des Neugeschäfts unter Berücksichtigung aller wesentlichen Risiko- und Ertragsgesichtspunkte. Die Parametrisierung des Pricing-Tools stellt dabei auf die Parametrisierung der Portfoliosteuerung ab und gewährleistet damit die Konsistenz zur Gesamtbanksteuerung. Wesentliche Ergebnisse des Pricings sind der Economic Value Added (EVA) und der Return on Equity (RoE) basierend auf dem ökonomischen Kapital (RoRaC) des Neugeschäfts.

Risikofrüherkennung

Die Risikofrüherkennung basiert auf etablierten Berichts- und Überwachungsprozessen, die im abgelaufenen Geschäftsjahr nochmals überprüft und durch die Konkretisierung von Frühwarnindikatoren nachadjustiert wurden. Portfolio und Transaktionen werden regelmäßig auf vordefinierte qualitative und quantitative Merkmale, die auf ein sich abzeichnendes erhöhtes Risiko hinweisen können, überprüft. Informationen werden zeitnah bewertet und klassifiziert und in die Bewertung der Bonität aufgenommen. Damit ist sichergestellt, dass die Ratings aktuell gehalten werden. Ferner werden Engagements bei Bedarf enger überwacht und in kürzeren Zeitabständen überprüft, und es werden geeignete Maßnahmen eingeleitet (z.B. Intensivbetreuung).

Stresstesting

Die Kreditportfoliomodellierung und -steuerung über den Credit Value at Risk wird durch gezielte Sensitivitätsanalysen und Stresstests ergänzt. Stresstests und Sensitivitätsanalysen für das Kreditrisiko werden sowohl regelmäßig im Rahmen der Gesamtrisikoberichterstattung als auch ad hoc durchgeführt. Die Sensitivitätsanalysen dienen hierbei der isolierten Betrachtung eines einzelnen Risikofaktors, während die Stresstests für das Kreditrisiko eine ganzheitliche Risikosicht simulieren. Durch die Integration des Stress-testings in die Risikotragfähigkeitsanalyse kann ein etwaiger Handlungsbedarf identifiziert werden. Eine besondere Rolle spielen hierbei auch die inversen Stresstests, die zwar nicht Teil der Risikotragfähigkeitsrechnung sind, jedoch wichtige Indikatoren für die Risikofrüherkennung und eine mögliche Gefährdung der Risikotragfähigkeit darstellen.

Die Modellierung der Szenarien für die Stresstests berücksichtigt sowohl die strategische Ausrichtung der Siemens Bank als auch historische Szenarien. Den Kern der Szenarien stellt ein makroökonomischer Ansatz dar, der die Auswirkung einer Rezession auf das Kreditportfolio und die Risikotragfähigkeit simuliert. Hierbei unterscheidet die Siemens Bank zwischen einem leichten, einem mittelschweren und einem schweren Rezessionsszenario.

2.3.3 Risikominderungstechniken

Die Risikoklassifizierung und die damit einhergehende Bonitätseinstufung eines Kreditnehmers sind die Grundlage für die Kreditentscheidung und für die Analyse des erwarteten und des unerwarteten Verlusts. Die Bonitätseinstufung des Kreditnehmers selbst erfolgt hierbei unabhängig von einzelnen Transaktionen und somit auch unabhängig von vorhandenen Sicherheiten. Bei der Risikoeinschätzung und der Ermittlung des ökonomischen Kapitalbedarfs einer Kredittransaktion stellen Sicherheiten jedoch einen wesentlichen Bestandteil dar.

Sicherheitenarten

Die Siemens Bank unterscheidet im Kreditrisikomanagement zwischen zwei grundsätzlichen Kategorien von Sicherheiten:

Die erste Kategorie bilden Vermögenswerte in Form von finanziellen oder anderen Sicherheiten, die es der Bank ermöglichen, im Falle eines Kreditnehmerausfalls den Vermögenswert zu verwerten und dadurch den entstandenen Verlust zu begrenzen. Zu dieser Kategorie zählen insbesondere Sachmittel bei Investitionskrediten oder Projektfinanzierungen sowie Barsicherheiten.

Die zweite Kategorie bilden Garantiesicherheiten, die nicht durch den Kreditnehmer, sondern durch unabhängige Dritte gestellt werden, wie zum Beispiel durch staatliche Exportkreditversicherungen.

Sicherheitenmanagement

Beide Kategorien von Sicherheiten werden in der Siemens Bank vollständig im Kreditrisikomanagement berücksichtigt, soweit sie die internen Vorgaben an berücksichtigungsfähige Sicherheiten erfüllen. Insbesondere dürfen Sicherheiten der zweiten Kategorie nur berücksichtigt werden, falls das Rating des Garantiegebers besser ist als das Rating des originären Kreditnehmers, die Garantiesicherheit rechtlich unmittelbar durchsetzbar ist, alle dokumentieren Anforderungen erfüllt sind und der Sicherungsgeber keine Privatperson ist. Das Management der Sicherheiten kann im Rahmen von Konsortialkrediten auch an eine andere Bank des Kreditkonsortiums übertragen werden.

Sicherheiten der ersten Kategorie führen zu einer Verringerung des erwarteten und des unerwarteten Verlusts durch eine Erhöhung der Recovery Rate der Transaktion oder durch Ansatz einer Asset Recovery. Sicherheiten der zweiten Kategorie führen ebenfalls zu einer Verringerung des erwarteten und des unerwarteten Verlusts, indem für die Berechnung der Kennzahlen auch die Bonität des Garantiegebers berücksichtigt wird.

2.3.4 Risikovorsorge

Für Kredite in der Problemkreditbetreuung bildet die Siemens Bank Einzelwertberichtigungen, die den erwarteten Verlust unter Berücksichtigung erwarteter Erlöse aus der Verwertung von Sicherheiten abdecken sollen. Dem latenten Kreditrisiko des Forderungsportfolios trägt die Siemens Bank durch Bildung von Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Hierbei werden Wertberichtigungssätze basierend auf dem Rating, der erwarteten Laufzeit und der internen Schätzung zu Verlustquoten im Schadensfall auf das ungesicherte Exposure angewendet. Zudem berücksichtigt das Rating auch eine Einschätzung des Länderrisikos, sodass die gebildete Pauschalwertberichtigung auch das angenommene latente Länderrisiko abdeckt. Die getroffenen Bewertungsannahmen werden stetig überwacht und validiert. Um aktuellen Unsicherheiten im geopolitischen und makroökonomischen Umfeld Rechnung zu tragen, hat die Siemens Bank für die Pauschalwertberichtigungen ein Overlay in Form eines Post Model Adjustments gebildet.

Zum 30. September 2023 hat die Siemens Bank Einzel- und Pauschalwertberichtigungen gebildet, die in Summe 210,0 Mio. € (im Vorjahr: 161,0 Mio. €) betragen. Der darin enthaltene Effekt aus dem Post Model Adjustment beträgt 7,39 Mio EUR. Einzelwertberichtigungen beinhalten transaktionsspezifische Einschätzungen künftiger Zahlungsströme, Ausfallwahrscheinlichkeiten und erwarteter Verlustquoten unter Berücksichtigung von Sicherheiten sowie gegebenenfalls Ergebnisse aus Restrukturierungen. Der Anstieg der Risikovorsorge ist auf die Vorsorgebildung für wenige einzelne, nicht korrelierte Transaktionen, insbesondere für ein Engagement im Bereich der Projektfinanzierung, welches aufgrund massiver Bauzeitverzögerungen und Kostenüberschreitungen restrukturiert wurde, zurückzuführen.

2.3.5 Analyse des Kreditportfolios zum 30. September 2023

Der ökonomische Kapitalbedarf für Adressenausfallrisiken zum 30. September 2023 beträgt 487,5 Mio. € (im Vorjahr: 555,7 Mio. € auf Basis der neuen Methodik). Diesem Kapitalbedarf steht eine allokierte Risikodeckungsmasse von 700,0 Mio. € gegenüber.

Der normative Kapitalbedarf für Adressenausfallrisiken zum 30. September 2023 beträgt 933,8 Mio. € (im Vorjahr: 901,4 Mio. €).

Insgesamt ergab sich eine Verringerung des ökonomischen Risikokapitalbedarfs zum 30. September 2023. Die Höhe des Kapitalbedarfs wird wesentlich durch das Volumen des Kreditportfolios, die Bonitätseinstufungen, die Besicherung sowie die Branchen- und Länderzugehörigkeit des Kreditengagements bestimmt. Die im Kreditportfolio erfolgten Ratingdowngrades überstiegen im Geschäftsjahr die Ratingupgrades. Im Gesamteffekt wirken sich die im Kapitel 2.3.2 beschriebenen notwendigen Anpassungen aus der Validierung sowie die erhöhten Einzelwertberichtigungen im Geschäftsjahr (siehe Kapitel 1.4) im ökonomischen Risikokapitalbedarf reduzierend aus.

Der Schwerpunkt des Kreditportfolios liegt auf Projektfinanzierungen und Unternehmenskrediten und steht im Einklang mit der geschäftsstrategischen Ausrichtung der Siemens Bank.

Zum 30. September 2023 haben das Kreditportfolio aus dem Kreditgeschäft sowie die Anlagen der Treasury im Rahmen der Liquiditätsrisikosteuerung und des Asset-Liability- Managements (ohne kurzfristige Geldmarktanlagen und Treasury Bills) einen Nominalbestand von 7.978,2 Mio. € (im Vorjahr: 8.075,3 Mio. €), wovon 7.481,3 Mio. € (im Vorjahr: 7.549,7 Mio. €) auf Projektfinanzierungen bzw. Unternehmen und 496,9 Mio. € (im Vorjahr: 629,6 Mio. €) auf öffentliche Schuldner entfallen. Die Branchenschwerpunkte liegen im erneuerbaren Energiebereich, in Übertragungs- und Verteilungsnetzen sowie in industrieller und sozialer Infrastruktur. Die Marktbewegungen im Zinsumfeld im Geschäftsjahr zeigen vereinzelt Auswirkungen auf die Bonität der Kreditnehmer. Bei Projektfinanzierungen in der Bauphase kam es vereinzelt zu Bauzeitüberschreitungen.

Die Bonitätsstruktur des Kreditportfolios der Siemens Bank zum 30. September 2023 ist in nachfolgender Abbildung dargestellt.

in Mio. € 2023 2022
Ratingstufe Exposure Exposure
Investment Grade 2.234,2 2.465,0
Non-Investm ent Grade 5.744,0 5.610,3
davon ausfallgefährdete Engagements 116,2 169,7
davon ausgefallene Engagements 258,8 86,5
Gesamt 7.978,2 8.075,3

Abbildung 9: Kreditportfolio nach Ratingstufen

Zum 30. September 2023 beträgt das Exposure der Investment Grade Engagements (Rating 1 bis Rating 5+) 2.234,2 Mio. € (im Vorjahr: 2.465,0 Mio. €) und der Non-Investment Grade Engagements (Rating 5- bis Rating 10) 5.744,0 Mio. € (im Vorjahr: 5.610,3 Mio. €). Zum 30. September 2023 beträgt das Exposure der ausfallgefährdeten Engagements (Rating 9) 116,2 Mio. € (im Vorjahr: 169,7 Mio. €). Das Exposure der ausgefallenen Engagements (Rating 10) im Kreditportfolio beträgt 258,8 Mio. € (im Vorjahr: 86,5 Mio. €). Unbesicherte Darlehen werden im Allgemeinen nur an Kunden mit einem Rating im Investment Grade Bereich vergeben. Der Anstieg der ausgefallenen Engagements ist insbesondere auch auf ein Engagement im Bereich der Energieerzeugung aus Renewables in Asien zurückzuführen. Diese ausfallgefährdeten und ausgefallenen Engagements sind bereits zu einem wesentlichen Teil mit Einzelwertberichtigungen abgedeckt.

Die Aufteilung des Kreditportfolios nach Ländergruppen (gemäß Risikoland) zum 30. September 2023 zeigt die geschäftsstrategische Ausrichtung auf Kunden im europäischen und asiatischen Raum sowie in Australien.

in Mio. € 2023 2022
Exposure Exposure
Eurozone 2.844,7 2.847,0
Europa ohne Eurozone 2.439,1 2.473,5
Asien 1.760,2 1.865,0
Australien/Ozeanien 707,9 660,3
Amerika 204,2 200,3
Afrika 21,9 29,1
Gesamt 7.978,2 8.075,3

Abbildung 10: Aufteilung des Kreditportfolios nach Ländergruppen

Die Ländergruppe "Europa ohne Eurozone" ist im Wesentlichen Großbritannien zuzurechnen.

2.4 Liquiditätsrisiko

Die Siemens Bank geht Liquiditätsrisiken nur in dem Umfang ein, der für die Umsetzung der Geschäftsstrategie notwendig ist. Das Eingehen von Refinanzierungsrisiken ist nur im Rahmen eng definierter Limite erlaubt.

Rahmenwerk für die Identifikation, Steuerung und Überwachung von Liquiditäts- und Marktpreisrisiken sind die Asset Liability Management Policy (ALM Policy) und die darauf aufbauenden Richtlinien. Die ALM Policy beschreibt umfassend die Vorgehensweise, Instrumente, Rollen und Verantwortlichkeiten der Prozessbeteiligten und wird mindestens einmal jährlich auf Aktualität überprüft.

2.4.1 Risikosteuerung

Liquiditätsrisiko (im Sinne eines Zahlungsunfähigkeitsrisikos)

Das Liquiditätsrisiko (im Sinne eines Zahlungsunfähigkeitsrisikos) stellt die Gefahr dar, dass die Siemens Bank ihren Zahlungsverpflichtungen in Euro oder in Fremdwährung nicht zeitgerecht oder nicht in vollem Umfang nachkommen kann. Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos nutzt die Siemens Bank eine detaillierte währungsübergreifende Liquiditätsablaufbilanz, in der täglich die Salden der deterministischen, optionalen und modellierten Zahlungsströme berichtet werden. Eine anschließende Gap-Analyse für die einzelnen Laufzeitbänder stellt sicher, dass ein sich abzeichnender Liquiditätsengpass frühzeitig erkannt wird und die Siemens Bank ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen kann. Analog zur währungsübergreifenden Liquiditätsablaufbilanz in Euro wird auch täglich eine Liquiditätsablaufbilanz für alle wesentlichen Währungen erstellt und analysiert.

Um die Liquidität im Tagesverlauf sicherzustellen, werden die aktuellen Kontosalden kontinuierlich überwacht. Sollte es dennoch zu einem Liquiditätsengpass kommen, hat die Siemens Bank einen Liquiditätsnotfallplan definiert, in dem Kommunikationswege sowie umfassende Notfallmaßnahmen festgelegt sind.

Die Überwachung und Messung der Liquidity Coverage Ratio, Net Stable Funding Ratio und der Minimum Liquid Assets (für die Niederlassung Singapur) ist in die tägliche Liquiditätssteuerung integriert.

Refinanzierungsrisiko

Das Refinanzierungsrisiko stellt die Gefahr dar, dass die Siemens Bank Liquiditätslücken nur zu erhöhten Marktzinsen schließen kann. Der maximale Barwertverlust aufgrund veränderter Refinanzierungsbedingungen wird täglich durch einen Liquidity Value at Risk (LVaR) auf Basis der saldierten Zahlungsströme einer Spread-sensitiven Liquiditätsablaufbilanz ermittelt.

Limitierung

Die Siemens Bank definiert ihre Liquiditätsrisikotoleranz über einen Zeitraum von zwölf Monaten und limitiert demzufolge die in der Liquiditätsablaufbilanz ermittelten Gaps. Die Einhaltung dieser Limite wird durch das Liquiditätsrisikocontrolling ständig überprüft. Für den Zeitraum bis zu einem Monat erfolgt die Limitierung durch einen Kurzfristigliquiditätspuffer, der grundsätzlich aus den Stresstests für das Liquiditätsrisiko monatlich abgeleitet und angepasst wird. Die Limitierung der weiteren Laufzeitbänder bis zu einem Jahr wird jährlich angepasst und richtet sich nach dem Volumen des Aktivgeschäfts.

Sollte es zu einer Limitüberziehung kommen, ist das ALM Committee unverzüglich darüber zu informieren und Maßnahmen zur Zurückführung der Limitüberschreitung sind einzuleiten.

Das Refinanzierungsrisiko wird über operative Value-at-Risk-Limite auf Gesamtbankebene gesteuert. Die Einhaltung dieser Limite wird durch das Liquiditätsrisikocontrolling ständig überprüft. Sollte es zu einer Limitüberziehung kommen, ist das ALM Committee unverzüglich darüber zu informieren und Maßnahmen zur Zurückführung der Limitüberziehung sind einzuleiten. Die operative Steuerung erfolgt durch die Treasury-Abteilung der Siemens Bank. Das Eingehen von Refinanzierungsrisikopositionen erfolgt lediglich im Rahmen des Asset-Liability-Managements. Derivate dürfen derzeit nur zur Risikoreduktion, jedoch nicht zum Eingehen neuer Refinanzierungsrisikopositionen abgeschlossen werden.

Die Liquiditätskennzahlen LCR und NSFR werden auch täglich überwacht und den aus dem Sanierungsplan abgeleiteten Triggern gegenübergestellt.

2.4.2 Modellierung

Modellierung

Zur vollständigen Darstellung der Liquiditätsablaufbilanz werden neben den deterministischen auch optionale und modellierte Zahlungsströme berücksichtigt. Die optionalen und modellierten Zahlungsströme berücksichtigen beispielsweise ausstehende Projektfinanzierungen, zugesagte, nicht gezogene Kreditlinien, avisiertes Aktiv- und Passivgeschäft sowie mögliche Inanspruchnahmen aus dem Avalgeschäft und drohende Verluste aus dem Kreditportfolio. Die getroffenen Annahmen ermöglichen eine vollständige, risikoadjustierte und umfassende Darstellung der Liquiditätssituation der Siemens Bank.

Zur Modellierung des Refinanzierungsrisikos wird ein internes Liquidity-Value-at-Risk-Modell (LVaR) verwendet. Dieses wurde zu Beginn des Geschäftsjahres von einem parametrischen Modell auf eine historische Simulation umgestellt. Die Ermittlung des ökonomischen Kapitals erfolgt hierbei durch Berechnung des Value at Risk zu einem Konfidenzniveau von 99,95 % und einem Risikohorizont von einem Jahr. Die operativen Value-at-Risk-Limite sind hieraus abgeleitet. Sofern die operativen Value-at-Risk-Limite auf einem anderen Risikohorizont ermittelt, beziehungsweise überwacht werden, ist stets eine Überleitung zur Risikotragfähigkeit sichergestellt.

Liquiditätspuffer

Für unerwartete Liquiditätsengpässe hält die Siemens Bank einen Puffer aus einer Kombination von zentralbankfähigen und hochqualitativen liquiden Aktiva sowie Barmitteln vor. Zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Teilnahme am Krediteinreichungsverfahren der Deutschen Bundesbank. Für die Einhaltung der Liquidity Coverage Ratio sowie der Minimum Liquid Assets (für die Niederlassung Singapur) hat die Siemens Bank einen Bestand an hochliquiden Vermögenswerten.

Stresstesting

Für das Liquiditätsrisiko hat die Siemens Bank hypothetische Stresstestszenarien definiert, die sowohl markt- als auch institutsspezifische Liquiditätsrisiken berücksichtigen.

Ergänzend wird regelmäßig ein kombiniertes Szenario analysiert. Aus den Ergebnissen der Stresstestszenarien leitet sich grundsätzlich die Mindestanforderung des vorzuhaltenden Liquiditätspuffers ab. Die Ergebnisse der Stresstests werden sowohl im Rahmen des Gesamtrisikoberichts als auch im Rahmen des monatlichen Markt- und Liquiditätsrisikoberichts dem ALM Committee berichtet.

Das Refinanzierungsrisiko wird zum einen unter der Annahme steigender Volatilitäten der in die Berechnung eingehenden Funding Spreads und zum anderen durch eine zusätzlich angespannte Liquiditätssituation gestresst.

Backtesting

Die in der Liquiditätsablaufbilanz getroffenen Modellierungsannahmen für zukünftige Zahlungsströme und die Annahmen zur Berechnung des LVaR werden regelmäßig durch das Risikocontrolling validiert.

Ferner überprüft das Risikocontrolling die festgelegten Stresstestszenarien.

Die für den Fall eines Liquiditätsengpasses definierten Frühwarnindikatoren werden regelmäßig, jedoch mindestens einmal jährlich, hinsichtlich ihrer Aktualität und Vollständigkeit validiert. Im gleichen Turnus bewertet das Liquiditätsrisikocontrolling im Fall eines Liquiditätsengpasses die festgelegten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und zeitlichen Durchführbarkeit.

2.4.3 Liquiditätsanalyse zum 30. September 2023

Die Liquiditätsablaufbilanz aus deterministischen, optionalen und modellierten Zahlungsströmen weist zum 30. September 2023 in den Laufzeitbändern 9 Monaten bis 4 Jahre negative kumulierte Zahlungsströme auf. Die kumulierten Zahlungsströme bis zu 6 Monaten sind durchweg positiv. Alle operativen Liquiditätslimite, einschließlich Refinanzierungslimite, wurden jederzeit eingehalten. Für die Überwachung der Limite fließen die optionalen und modellierten Zahlungsströme bereits risikoadjustiert in die Liquiditätsablaufbilanz ein. Die Siemens Bank hält einen Liquiditätspuffer aus zentralbankfähigen Vermögenswerten, Einlagen bei Zentralbanken und weiteren hochqualitativen, liquiden Aktiva vor. Zum 30. September 2023 beträgt dieser Puffer 2.661,2 Mio. € (im Vorjahr: 2.792,6 Mio. €), im Wesentlichen aufgrund kurzfristiger Anlagen der Siemens AG, welche bei der Zentralbank veranlagt wurden. Der voraussichtliche Überlebenshorizont ist hierbei unendlich. Das Notfallkonzept deckte die möglichen Liquiditätslücken vollständig.

Einlagen werden im Rahmen von engen Limiten auch für die Refinanzierung des Aktivgeschäfts eingesetzt. Aufgrund der weitgehend fristenkongruenten Refinanzierung ihres Aktivgeschäfts weist die Siemens Bank zum 30. September 2023 einen Liquidity Value at Risk in Höhe von 8,1 Mio. € (im Vorjahr: 2,4 Mio. € auf Basis der neuen Methodik) bei einem Konfidenzniveau von 99,95 % und einem Risikohorizont von einem Jahr aus, der durch kumulierte negative Cashflows in der mittel- bis langfristigen Liquiditätsstruktur begründet ist. Diesem Kapitalbedarf steht eine allokierte Risikodeckungsmasse von 30,0 Mio. € gegenüber.

2.5 Marktpreisrisiko

Unter dem Marktpreisrisiko versteht die Siemens Bank mögliche Wertverluste aus der Schwankung von Marktpreisen und Volatilitäten von Finanzinstrumenten.

Da die Siemens Bank kein Handelsbuchinstitut ist und die geschäfts- und risikostrategische Ausrichtung derzeit den Abschluss von Handelsgeschäften nur zu Zwecken der Risikoreduzierung vorsieht, werden Marktpreisrisikopositionen weitestgehend vermieden und nur im Rahmen enger Limite eingegangen. Derzeit umfasst das Marktpreisrisiko der Siemens Bank Zinsänderungs- und Währungsrisiken.

Das Management von Marktliquiditätsrisiken erfolgt in einem integrierten Ansatz zusammen mit dem Management der Marktpreisrisiken, da die Siemens Bank Marktliquiditätsrisiken nur im Rahmen von einfachen Zins- und Währungsderivaten eingeht, und dies nur zur Reduktion von offenen Risikopositionen.

2.5.1 Risikosteuerung

Das Asset Liability Management Committee (ALM Committee) der Siemens Bank ist verantwortlich für das Asset-Liability-Management und somit auch für die Steuerung der Marktpreisrisiken. Insbesondere gibt das ALM Committee auf Basis der im Risikotragfähigkeitskonzept allokierten Risikodeckungsmasse die operativen Limite für die Steuerung der Marktpreisrisiken vor.

Die operative Steuerung im Rahmen des vom ALM Committee vorgegebenen Limitsystems erfolgt durch die Treasury-Abteilung der Siemens Bank. Das Eingehen von Marktpreisrisikopositionen erfolgt lediglich im Rahmen des Asset-Liability-Managements. Derivate dürfen derzeit nur zur Risikoreduktion, jedoch nicht zum Eingehen neuer Marktpreisrisikopositionen abgeschlossen werden.

Die Überwachung der Risikopositionen erfolgt täglich durch das Marktrisikocontrolling.

Dies umfasst sowohl die Einhaltung der operativen Limite als auch eine Analyse der finanzwirtschaftlichen Gewinn- und Verlustrechnung auf täglicher Basis. Sollte es zu einer Limitüberziehung kommen, ist das ALM Committee unverzüglich darüber zu informieren und Maßnahmen zur Zurückführung der Limitüberziehung sind einzuleiten.

2.5.2 Modellierung

Risikomodell

Die Siemens Bank verwendet zur Messung der Marktpreisrisiken ein internes Value-at- Risk-Modell. Dieses wurde zu Beginn des Geschäftsjahres von einem parametrischen Modell auf eine historische Simulation umgestellt. Die Ermittlung des ökonomischen Kapitals erfolgt hierbei durch Berechnung des Value at Risk zu einem Konfidenzniveau von 99,95 % und einem Risikohorizont von einem Jahr. Die operativen Value-at-Risk-Limite sind hieraus abgeleitet. Sofern die operativen Value-at-Risk-Limite auf einem anderen Risikohorizont ermittelt, beziehungsweise überwacht werden, ist stets eine Überleitung zur Risikotragfähigkeit sichergestellt.

Neben der barwertigen Marktpreisrisikomessung ermittelt die Siemens Bank monatlich auch einen Value at Risk zur Messung des Zinsänderungsrisikos (Net Interest Income (NII)) gemäß den Vorgaben zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch (IRRBB) der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA). Dieser NII-Value-at-Risk ist in die quartalsweise Risikotragfähigkeitsanalyse der Siemens Bank integriert.

Backtesting

Um die Prognosegüte des Value-at-Risk-Modells sicherzustellen, findet ein Backtesting des Ein-Tages-Value-at-Risk statt. Hierbei wird die Wertänderung der zugrunde liegenden Positionen (hypothetische GuV) dem berechneten Value at Risk gegenübergestellt.

Überschreitet die hypothetische GuV den gemessenen Value at Risk öfter als fünfmal innerhalb eines Jahres, werden Anpassungen an der Modellierung vorgenommen. Dies kann entweder eine generelle Anpassung des Modells sein oder die Einführung eines Aufschlags (Penalty-Faktor).

Stresstesting

Die Value-at-Risk-Messung der Marktpreisrisiken wird durch gezielte Sensitivitätsanalysen und Stresstests ergänzt. Diese Analysen und Stresstests simulieren extreme Schwankungen einzelner Risikofaktoren beziehungsweise besondere Krisensituationen, die nicht durch die Value-at-Risk-Messung erfasst werden können. Die verwendeten Szenarien basieren sowohl auf portfoliospezifischen hypothetischen Szenarien als auch auf historischen Extremschwankungen der Risikofaktoren. Im Rahmen der integrierten Stresstests der Risikotragfähigkeitsanalyse wird insbesondere auf eine leichte, mittelschwere beziehungsweise schwere Rezession abgestellt.

2.5.3 Marktpreisrisikoanalyse zum 30. September 2023

Der ökonomische Kapitalbedarf für Marktpreisrisiken beträgt zum 30. September 2023 86,3 Mio. € (im Vorjahr: 74,0 Mio.€ auf Basis der neuen Methodik). Der normative Kapitalbedarf für Marktpreisrisiken beträgt zum 30. September 2023 3,2 Mio. € (im Vorjahr: 0,0 Mio. €). Der ökonomische Kapitalbedarf ist gegenüber dem Ende des letzten Jahres angestiegen. Der Hauptteil stammt aus den Veränderungen am Zinsmarkt und den gestiegenen Zinsen in EUR, GBP und USD. Dem ökonomischen Kapitalbedarf steht eine allokierte Risikodeckungsmasse von 100,0 Mio. € gegenüber.

2.6 Operationelle Risiken

Das operationelle Risiko (OpRisk) ist definiert als die Gefahr von Verlusten infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von Prozessen und technischen Systemen, Personen oder aufgrund externer Ereignisse. Diese Definition schließt Rechts- und Reputationsrisiken ein.

Rahmenwerk für die Identifikation, Steuerung und Überwachung operationeller Risiken ist die OpRisk-Policy, die umfassend die Vorgehensweise, Instrumente, Rollen und Verantwortlichkeiten der Prozessbeteiligten beschreibt und mindestens einmal jährlich auf Aktualität überprüft wird.

Die organisatorische Ausgestaltung des OpRisk-Managements vereint zentrale und dezentrale Elemente. Die grundsätzliche Verantwortung für das Management der operationellen Risiken liegt dezentral bei den jeweiligen Abteilungen/Bereichen der Siemens Bank. Die Koordination erfolgt durch einen von der Geschäftsleitung ernannten OpRisk-Manager, der als zentraler Ansprechpartner fungiert.

2.6.1 Risikoklassifizierung und -steuerung

In einem jährlichen Self-Assessment werden operationelle Risiken systematisch erhoben, bewertet und anhand ihres ermittelten Risikopotenzials priorisiert. Die identifizierten kritischen Risiken werden durch entsprechende Maßnahmen unterlaufender Überwachung reduziert.

Eingetretene Schadensfälle werden ab einem definierten Schwellenwert unverzüglich in der bankeigenen Schadensfalldatenbank erfasst und hinsichtlich ihrer Ursachen analysiert. Einzuleitende Maßnahmen werden durch das Risk Committee entschieden und deren Umsetzung vom OpRisk-Manager überwacht.

Zur Sicherung der Betriebsfortführung im Falle von Prozess- und Systemausfällen existiert des Weiteren ein umfassender Notfallplan, der regelmäßig auf seine Funktionsfähigkeit überprüft wird.

Zur Früherkennung operationeller Risiken existieren Key-Risk-Indikatoren, die monatlich überwacht und regelmäßig vom Risk Committee überprüft werden.

Zur Messung und Unterlegung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen für operationelle Risiken verwendet die Siemens Bank den Basisindikatoransatz (BIA) nach CRR II.

Zur Messung der ökonomischen Kapitalunterlegung stellt die Siemens Bank den Betrag, der sich aufsichtsrechtlich aus dem BIA ergibt, der für operationelle Risiken allokierten Risikodeckungsmasse gegenüber. Um diesen statischen Ansatz auch gegen mögliche Schwankungen der Ertragslage abzusichern, wird ein regelmäßiges Stresstesting der ökonomischen Kapitalunterlegung im Rahmen der Risikotragfähigkeitsanalyse durchgeführt.

2.6.2 Berichtswesen

Operationelle Risiken sind Bestandteil des Gesamtrisikoberichts und unterliegen dem regulären Risikoreporting im Quartals- beziehungsweise Jahreszyklus. Die Key-Risk- Indikatoren (KRIs) werden monatlich überwacht und berichtet.

Über ein Ad-hoc-Reporting wird zudem sichergestellt, dass materielle Schadensfälle sowie Betrug und Reputationsschäden unverzüglich der Geschäftsleitung gemeldet werden.

2.6.3 Operationelle Risikoanalyse zum 30. September 2023

Die Gesamthöhe der eingetretenen Schadensfälle im abgelaufenen Geschäftsjahr lag unter 0,1 Mio. €.

Der ökonomische Kapitalbedarf für operationelle Risiken beträgt zum 30. September 2023 31,4 Mio. € (im Vorjahr: 29,0 Mio. €). Der Kapitalbedarf basiert auf der aufsichtsrechtlichen Rechnung nach CRR II und wird jedes Jahr nach Aufstellung des Jahresabschlusses von der Geschäftsleitung angepasst. Diesem Kapitalbedarf steht eine allokierte Risikodeckungsmasse von 35 Mio. € gegenüber.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren die Mitarbeiter weiterhin überwiegend im Homeoffice und Remote Working beschäftigt. Wie im Vorjahr waren keine materiellen Ausfälle von Personal, Infrastruktur oder IT-Systemen und damit keine wesentlichen Einschränkungen des operativen Geschäftsbetriebs zu verzeichnen.

2.7 Geschäftsrisiken und strategische Risiken

Geschäftsrisiken und strategische Risiken werden nicht im Tagesgeschäft von einzelnen Abteilungen oder Segmenten gesteuert, sondern durch die Geschäftsleitung der Siemens Bank auf Gesamtbankebene.

Die Einschätzung der Geschäftsrisiken und der strategischen Risiken erfolgt im Rahmen des Geschäfts- und Risikostrategieprozesses der Bank. Die Steuerung der Geschäftsrisiken und strategischen Risiken erfolgt durch die Identifikation von Geschäftspotenzialen und die Festlegung von Zielmärkten im Rahmen der Geschäftsstrategieplanung sowie durch die anschließende Ableitung von geschäftsstrategischen Zielen und Maßnahmen.

Das Geschäftsrisiko im Sinne eines Margenbarwertrisikos stellt den quantifizierbaren Teil des Geschäftsrisikos dar. Dieses wird in der Risikotragfähigkeitsrechnung separat als Abzugsposten der erweiterten Risikodeckungsmasse berücksichtigt.

Die Siemens Bank verwendet zur Messung des Geschäftsrisikos ein Value-at-Risk-Modell und wendet das einheitliche Konfidenzniveau von 99,95% und einen Risikohorizont von einem Jahr an. Dieses wurde zu Beginn des Geschäftsjahres von einem parametrischen Modell auf die sog. Historische Simulation umgestellt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der Kapitalbedarf für dieses Risiko von 76,5 Mio. € auf 85,8 Mio. € deutlich gestiegen. Der Vorjahreswert nach alter Logik betrug 275,2 Mio. €. Die Änderung ist hauptsächlich auf erhöhte Zins- und FX-Volatilitäten zurückzuführen, insbesondere für die USD- und GBP-Zinskurven sowie den EUR/GBP-Wechselkurs.

Eine operative Limitierung des Geschäftsrisikos im Sinne eines Margenbarwertrisikos ist nicht sinnvoll möglich, daher erfolgt die Steuerung durch die Geschäftsleitung auf Gesamtbankebene. Die Entwicklung der Gesamtrisikosituation und damit auch der strategischen Risiken wird vierteljährlich im Risk Committee analysiert. Insbesondere werden die strategische Ausrichtung und Entwicklung des Kreditportfolios analysiert.

3 Weitere Angaben

Die Siemens Bank unterhält ausländische Zweigniederlassungen in London, Großbritannien und in Singapur. In diesen Zweigniederlassungen wird neben einem im Umfang begrenzten Dienstleistungsgeschäft das Kreditgeschäft betrieben. Die Niederlassung am Bankplatz London hat sich neben dem Hauptsitz in München als zweites wesentliches Standbein für die Akquirierung von Neugeschäft im europäischen Raum und im Nahen Osten etabliert, während die Niederlassung in Singapur dazu dient, Neugeschäft in Asien und Australien zu generieren und ein lokales Kreditrisikomanagement zu etablieren. Weitere Zweigniederlassungen im Ausland bestehen nicht.

Im Geschäftsjahr 2022/2023 beteiligte sich die Siemens Bank wie im Vorjahr an einer Vielzahl konzernweiter Programme und Initiativen der Siemens AG und hat diese aufgrund ihrer großen Relevanz für die Bank durch eigene Projekte ergänzt:

Compliance-Programme zur Einhaltung rechtlicher Vorgaben als unerlässliche Basis für integre Geschäftsaktivitäten, um von Stakeholdern als vertrauenswürdiger Partner wahrgenommen zu werden;

ESG - ("Environmental", "Social" "Governance"): Wichtige Stakeholder (u. a. Gesellschafter, Mitarbeiter, Geschäftspartner, die Öffentlichkeit, Aufsichtsbehörden) erwarten von Banken zunehmend einen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken im Hinblick auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Risiken). In diesem Zusammenhang definiert die Siemens Bank Nachhaltigkeitsrisiken als Ereignisse oder Bedingungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, die, wenn sie eintreten, erhebliche negative Auswirkungen auf Kreditnehmer bzw. Transaktionen oder auf das Ansehen der Bank haben oder haben könnten. Insofern werden Nachhaltigkeitsrisiken als integrierter Bestandteil des Kreditentscheidungsprozesses berücksichtigt.

Im Berichtsjahr wurde eine neue Abteilung für Nachhaltigkeit ("Sustainability") eingerichtet, welche regulatorische Vorgaben umsetzt, eine ESG-Datenarchitektur aufbaut sowie die Vertriebs- und Risikoteams zu Nachhaltigkeitsthemen schult und unterstützt. Der Leiter der Abteilung berichtet an die Geschäftsleitung und hält diese zu ESG-orientierten Risiken und Chancen informiert.

Das ESG-Rahmenwerk der Bank, welches seit Februar 2020 in Kraft ist, regelt die Bewertung von ESG-Aspekten im Einzelnen. Weitere Kernelemente des Frameworks sind:

Identifikation neuer Geschäftschancen, die eine erweiterte Nachhaltigkeitsbewertung erfordern

Festlegung von nicht tolerierten Geschäftsbereichen, in denen kein Neugeschäft zulässig ist

Leitgedanken zur Bewertung und Beurteilung von Nachhaltigkeitsrisiken

Im Juni 2023 veröffentlichte die Finanzaufsicht BaFin die 7. Novelle der Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Banken (MaRisk). Die MaRisk-Novelle macht unter anderem Vorgaben zur Integration des Themas Nachhaltigkeit in vielfältige Aspekte des Risikomanagements, die von der Siemens Bank umgesetzt werden.

Die Siemens Bank unterstützt Investitionen in nachhaltige Projekte (z. B. durch eine starke Präsenz in den Bereichen Erneuerbare Energien und im Schienenverkehr sowie die Erschließung weiterer Bereiche nachhaltiger Technologien im Bereich der E-Mobility und Energiespeicher). Darüber hinaus finanziert die Siemens Bank Projekte im Gesundheitswesen und sonstiger sozialer Infrastruktur.

Diversity, Equity and Inclusion: Die Siemens Bank ist der Überzeugung, dass eine diverse und inklusive Unternehmenskultur einen positiven Effekt auf die Attraktivität als Arbeitgeber und damit indirekt auch auf die Wettbewerbsfähigkeit hat. Die Siemens Bank hat daher unter breiter Beteiligung der Mitarbeiter eine Initiative für die Verbesserung von Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion aufgesetzt, mit dem Ziel, verschiedene Denkweisen, Hintergründe, Erfahrungen und individuelle Qualitäten einzubinden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitssituationen bei der Vereinbarkeit beruflicher und privater Herausforderungen zu unterstützen. Diese Initiative wird über mehrere Teilprojekte vorangetrieben, die sich auf verschiedene Themen spezialisieren. So wird in einem Teilprojekt zu Daten, KPIs und Strategie ein Dashboard erstellt, das z.B. die aktuelle Situation in Bezug auf die Verteilung zwischen Männern und Frauen auf den Mitarbeiter- und Führungsebenen quantifiziert. Andere Projekte befassen sich mit der Einführung eines inklusiven Rekrutierungsprozesses und anschließender Mitarbeiterentwicklung. Weitere Aktivitäten bestehen in der Gründung eines internen Mentoring-Netzwerks sowie dem Angebot von Weiterbildungsangeboten, um eine Unternehmenskultur zu fördern, die unterschiedliche Meinungen, Ideen und offene Kommunikation schätzt. Initiativen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, beispielsweise durch steuerfreie Kinderbetreuungskostenzuschüsse oder durch vertraglich gebundene Kinderbetreuungsplätze.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren wurden im Geschäftsjahr 2023 wie im Vorjahr nicht zur Steuerung des Geschäfts eingesetzt.

Von großer Bedeutung für die Geschäftsentwicklung der Siemens Bank war die Hochstufung des Langfristratings auf Aa3 und die erneute Bestätigung des Kurzfristrating von P-1 in einer Credit Opinion der Agentur Moody's im Juni 2023.

4 Prognosebericht

Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds

Neben Europa bietet die Siemens Bank ihre Produkte im Kreditgeschäft überwiegend Kunden im Mittleren Osten, in Asien und Australien an. Aufgrund dieser strategischen Ausrichtung ist die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Regionen von besonderer Bedeutung für die Geschäftsentwicklung der Siemens Bank. Nachdem ein wesentlicher Teil des Kreditportfolios der Siemens Bank in US-Dollar denominiert ist, ist zudem die wirtschaftliche Entwicklung in den USA für die Siemens Bank von Bedeutung.

Es wird erwartet, dass sich das weltweite Wachstum im nächsten Jahr weiter auf 2,3% abschwächt und langfristig unter 3,0% bleibt. Die wirtschaftliche Dynamik in den meisten fortgeschrittenen Ländern wird kurzfristig durch eine restriktive Geld- und Fiskalpolitik gebremst, die notwendig ist, um die Inflation einzudämmen und die öffentlichen Finanzen wieder auf einen nachhaltigen Pfad zu bringen. Die Regierungen sind mit zunehmendem fiskalischem Druck durch steigende Schuldenlasten und zusätzliche Ausgaben aufgrund der Alterung der Bevölkerung, des Klimawandels und der Verteidigung konfrontiert. Zeitgleich gibt es große geopolitische Anspannungen. Der neu eskalierte Konflikt zwischen Israel und Gaza könnte zu einem größeren regionalen Konflikt führen, an dem weitere Parteien wie Iran und Libanon beteiligt sind. Anhaltende Risiken gehen vom Krieg in der Ukraine aus. Sowohl der Israel-Gaza-Konflikt als auch der Krieg in der Ukraine können sich negativ auf die Erdöl- und Erdgasversorgung auswirken, was die Inflationsbekämpfung erschweren würde. Das Marktumfeld könnte durch weitere Risiken, wie beispielsweise durch Unterbrechungen der Lieferketten, negativ beeinflusst werden.

Den Schätzungen zufolge wird sich die Inflation im kommenden Jahr weiter abschwächen, aber in den meisten Volkswirtschaften über den Zielwerten der Zentralbanken liegen. Inflationsraten um die 2% werden - Prognosen zufolge - im Euroraum, im Vereinigten Königreich und den USA frühestens 2025 erreicht werden. Bislang wird die Gesamtinflation in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften im kommenden Jahr auf 4,6% geschätzt, die Kerninflation in den G20 Staaten auf 2,8% (Quelle: OECD). Letzteres spiegelt einen nachlassenden Kostendruck wider. Lohnsteigerungen zum Ausgleich sinkender Reallöhne werden trotz weiterhin angespannter Arbeitsmärkte in den fortgeschrittenen Ländern geringer ausfallen. Der Anstieg der Energiepreise aus den Jahren 2021-22 wird sich dann vollständig auf die Preise anderer Waren und Dienstleistungen durchgeschlagen haben. Allerdings besteht das Risiko, dass sich Angebotsschocks und damit Preissteigerungen auf den globalen Roh Stoffmärkten wiederholen. Mitglieder der OPEC+ haben seit Sommer 2023 Förderkürzungen in Kraft gesetzt, die umgehend zu einem Anstieg des Ölpreises führten. Da die verminderten Förderquoten auch im kommenden Jahr beibehalten werden sollen, wurden Annahmen zum zukünftigen Ölpreis unterjährig nach oben korrigiert. Zurzeit wird mit einem nominalen Ölpreis der Sorte Brent in Höhe von 82 USD/BBL im Jahr 2024 gerechnet. Auch Nahrungsmittelpreise werden angesichts des Wetterphänomens El Nino in weiten Teilen Asiens sowie dem Ende des Getreideabkommens zwischen der Ukraine und Russlands weltweit volatil bleiben. Angesichts der Persistenz der Inflation in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften besteht eine Ungewissheit über die angemessene Straffung der Geldpolitik und die Geschwindigkeit ihrer Übertragung und Wirkung in der Realwirtschaft. Mit einer ersten Senkung der Zinssätze durch die Federal Reserve wird im Frühjahr 2024 gerechnet, die Europäische Zentralbank und die Bank of England werden zeitlich verzögert nachziehen.

Neben den Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik entwickelt sich die schwache chinesische Wirtschaft zunehmend zu einem Risiko für die Weltkonjunktur. Das Bruttoinlandsprodukt in China wird im kommenden Jahr lediglich um 4,6% wachsen und auf diesem Niveau längerfristig verharren mit negativen Folgen für Chinas Handelspartner. Demgegenüber wird die Konjunktur in Indien von einer starken Binnennachfrage gestützt, welche die Wirtschaft im Zeitraum 2024-26 um durchschnittlich 6,2% pro Jahr wachsen lassen wird. Die Wachstumsaussichten für andere sich entwickelnde Länder im asiatisch-pazifischem Raum werden durch mangelnde Nachfrage wichtiger Exportmärkte, expandierende Inlandsnachfrage und sich verschiebende internationale Handels- und Investitionsströme geprägt. Australien wird im kommenden Jahr eine leichte Zunahme seines Bruttoinlandsprodukts auf 1,5% verzeichnen nach 1,3% in diesem Jahr. In gleicher Höhe wird die US-amerikanische Wirtschaft in den Jahren 2024 bis 2026 wachsen, wohingegen der Ausblick für die Europäische Union mit einer aggregierten Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 0,8% 2024 moderater ausfällt. Das wirtschaftliche Wachstum in den für die Siemens Bank wichtigen Mitgliedsländern Frankreich, Deutschland, Spanien und Schweden wird jeweils geringer als das gesamteuropäische Wachstum ausfallen. Die Wirtschaft im Vereinigten Königreich wird voraussichtlich im kommenden Jahr um -0,1% schrumpfen.

Chancen und Risiken im Geschäftsjahr 2023/2024

Die Siemens Bank teilt die Erwartung, dass die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2023/2024 stark von den Auswirkungen des Ukraine-Konflikts und weiterer Unsicherheiten aus den jüngst eskalierenden Konflikten im Nahen Osten bestimmt werden wird. Die Siemens Bank erwartet für die weitere wirtschaftliche Entwicklung auf Basis der zitierten Prognosen ein Szenario, in dem sich die Weltwirtschaft im kommenden Geschäftsjahr weiterhin vielen Risiken und Unsicherheiten gegenübersieht, wobei es branchenspezifisch und regional deutliche Unterschiede geben kann.

Grundsätzlich erwartet die Siemens Bank, dass sie sich auf Basis ihrer Portfoliostruktur mit einem hohen Anteil an Projektfinanzierungsgeschäft sowie einem breit diversifizierten Corporate-Lending-Geschäft auch in diesem schwierigen Umfeld weiter gut behaupten kann. So wird nach Einschätzung der Siemens Bank die Nachfrage nach Projektfinanzierungen und Investitionskrediten weiterhin auf vergleichbarem Niveau zu den Vorjahren anhalten, da für Infrastrukturprojekte und Projektfinanzierungen üblicherweise längere Planungszyklen relevant sind. In der Region Asien und Australien erwartet die Siemens Bank ein weiteres Wachstum ihrer Geschäftsaktivitäten. Aktuelle politische Krisen im Nahen Osten und ihre möglichen Auswirkungen werden eng überwacht. Die Siemens Bank baut weiter auf die konsequente Fortführung der Ausrichtung des Kreditgeschäfts auf attraktive Risk-Return-Profile und auf die Erträge aus einem gut diversifizierten Kreditportfolio, das sich bei den derzeitigen geopolitischen und makroökonomischen Herausforderungen als überwiegend resilient erwiesen hat. Positive Entwicklungsimpulse erwartet die Siemens Bank weiterhin aus der konsequenten Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle und Produkte der Siemens AG und dem damit verbundenen Erschließen von neuen Produkten und Märkten, z.B. mit dem neuen Geschäftsfeld Extended Payment Terms. Dabei möchte die Bank wie in der Vergangenheit das Eingehen übermäßiger Kreditrisiken durch eine Diversifizierung nach Regionen und Branchen und ein konsequentes Risikomanagement vermeiden.

Dennoch verbleibt eine Vielzahl von Unsicherheitsfaktoren und Risiken, die nach Auffassung der Siemens Bank zu negativen Abweichungen von den aktuellen Prognosen führen könnten. Insbesondere eine weitere Verschärfung der geopolitischen und makroökonomischen Risiken infolge des Ukraine- und des Israel-Konflikts, der Energiekrise sowie stark steigender Inflation und gestörter Lieferketten können die Weltwirtschaft weiterhin empfindlich treffen. Dies sowie steigende Zinsen und ein allgemein hohes Zinsniveau könnten eine weitere Abschwächung zur Folge haben. Ein solches Szenario hätte Auswirkungen auf das Wachstum und die Profitabilität von Unternehmen und könnte zu erhöhten Kreditausfällen im Gesamtmarkt führen, von denen sich auch die Siemens Bank nicht vollständig abkoppeln könnte.

Neben den besonderen Risiken der Ukraine- und der Israel-Krise beobachtet die Siemens Bank eine Reihe von weiteren Risiken, die einen adversen Einfluss auf die künftige Entwicklung der Bank haben können. Insbesondere könnten Lieferengpässe bei wichtigen elektronischen oder chemischen Vorprodukten und Verzögerungen im globalen Handel auch im nächsten Jahr das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen. In Europa sind insbesondere die, Einschränkungen aus der Störung von Lieferketten und weiterhin hohe Energie- und Strompreise zu beobachten.

Zudem stellen eine potenzielle Eskalation der Spannungen zwischen China und Taiwan sowie mögliche Handelsstreitigkeiten und Sanktionen westlicher Staaten gegenüber China ein wirtschaftliches Risiko sowohl für exportorientierte Volkswirtschaften in Europa als auch für asiatische Volkswirtschaften dar.

Die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Türkei und insbesondere des Nahen Ostens können die Kapitaldienstfähigkeit von Schuldnern negativ beeinflussen. Während die Siemens Bank politische Risiken überwiegend durch Kreditversicherungen begrenzt, werden mögliche wirtschaftliche Risiken durch ein striktes Kreditrisikomanagement gesteuert.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die beschriebene Vielzahl an geopolitischen und makroökonomischen Risikofaktoren natürlich auch für die Siemens Bank weiterhin eine besondere Herausforderung darstellt. Wirtschaftliche Probleme bei Kreditnehmern können einen negativen Einfluss auf die Risikovorsorge haben und zu Ausfällen im Kreditportfolio führen. Aufgrund ihrer breiten Diversifizierung nach Branchen und Regionen sowie ihres konsequenten und umfassenden Risikomanagementsystems ist die Siemens Bank jedoch der Auffassung, gut für die anhaltenden Herausforderungen gerüstet zu sein. Rückläufige beziehungsweise negative Effekte und Unsicherheiten in einzelnen Märkten und Teilen des Kreditportfolios möchte die Siemens Bank durch positive Effekte in anderen Märkten und Teilen des Kreditportfolios zumindest teilweise kompensieren.

Geschäftsentwicklung der Siemens Bank im Geschäftsjahr 2023/2024

Nach einem trotz des herausfordernden Umfelds insgesamt erfolgreichen Geschäftsjahr 2023 erwartet die Siemens Bank im Geschäftsjahr 2023/2024 ein weiteres moderates Wachstum ihres Portfolios im Kreditgeschäft und einen Anstieg des EPT-Geschäfts, wobei die Geschäftsentwicklung stark unter dem Einfluss der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung stehen wird.

Für das kommende Geschäftsjahr 2023/2024 erwartet die Siemens Bank, dass die in den Forderungen an Kreditinstitute und Kunden enthaltenen Liquiditätsanlagen auf vergleichbarem Niveau verbleiben werden, während die Anlagen bei Zentralnotenbanken, und damit verbunden die kurzfristigen Einlagen der Siemens AG und ihrer Tochtergesellschaften, tendenziell auf ein etwas niedrigeres Niveau zurückgehen werden. Von höherem Einfluss auf Geschäftsvolumen und Zinsüberschuss wird nach Auffassung der Siemens Bank jedoch die Entwicklung der Forderungen an Kunden aus dem Kreditgeschäft sein. Hier erwartet die Siemens Bank im Geschäftsjahr 2023/2024 ein weiterhin moderates Wachstum und attraktive Zinsmargen. Verbunden mit einem anhaltend hohen Zinsniveau erwartet die Siemens Bank ein entsprechendes Wachstum des Zinsergebnisses. Auslaufendes Geschäft, welches zum Teil noch mit niedrigeren Margen ausgestattet war, plant die Bank mit einer konsequenten Ausrichtung auf attraktive Risk- Return-Profile sowie einem aktiven Portfoliomanagement zu ersetzen und damit der im Markt beobachtbaren Unsicherheit wie im Geschäftsjahr 2022/2023 erfolgreich zu begegnen. Zudem wird die Siemens Bank das neue Geschäftsfeld Extended Payment Terms aktiv ausbauen und hierüber zusätzliches Zinsergebnis generieren, wobei der Beitrag zu Bilanz und Zinsergebnis im Geschäftsjahr 2023/2024 noch von geringer Bedeutung sein wird. Die Refinanzierung der Siemens Bank soll auch im Geschäftsjahr 2023/2024 überwiegend durch die Siemens AG und ihre Tochtergesellschaften erfolgen. Insgesamt geht die Siemens Bank für das Geschäftsjahr 2023/2024 von einem leicht steigenden Zinsergebnis aus.

Die Siemens Bank plant im Geschäftsjahr 2023/2024 keine wesentlichen Änderungen der Risikomanagement-Dienstleistungen für die Siemens AG und ihre Tochtergesellschaften. Daher soll die Geschäftssäule Dienstleistungsgeschäft und damit der Provisionsüberschuss nach Erwartung der Bank nur geringfügig wachsen und auf vergleichbarem Niveau zum Vorjahr liegen. Der Ergebnisbeitrag wird weiterhin von nachrangiger Bedeutung für die Ertragslage der Siemens Bank bleiben.

Verwaltungsaufwendungen entfallen zum einen auf das Kerngeschäftsfeld Kreditgeschäft sowie das Einlagen- und Treasury-Geschäft und damit auf das Bankgeschäft im engeren Sinne. Zum anderen entfallen Verwaltungsaufwendungen auf die Erbringung von Dienstleistungen insbesondere für die Siemens AG und ihre Tochtergesellschaften. Für das Bankgeschäft im engeren Sinne möchte die Siemens Bank auch im Geschäftsjahr 2023/2024 durch strikte Kostendisziplin den Anstieg der Verwaltungsaufwendungen begrenzen. So soll dieser Teil der Verwaltungsaufwendungen im Wesentlichen nur aufgrund allgemeiner Preisentwicklungen, die angesichts höherer Inflation und gestiegener Gehaltserwartungen allerdings höher als in den Vorjahren sind, und Anpassung der Ressourcenbasis an das gestiegene Geschäftsvolumen wachsen. Nach dem Aufbau des neuen Geschäftsfeldes EPT werden sich im Zuge des Ausbaus weitere Aufwendungen für den Rollout in weitere Länder in den Verwaltungsaufwendungen des kommenden Geschäftsjahres widerspiegeln. Im Dienstleistungsgeschäft erwartet die Siemens Bank keine wesentlichen Veränderungen. Daher erwartet die Siemens Bank, dass die Verwaltungsaufwendungen analog zur Entwicklung in den Vorjahren zwar stärker als im Durchschnitt der Vorjahre, aber insgesamt weiter moderat steigen werden.

Obwohl die Siemens Bank Kreditrisiken weiterhin nur selektiv eingehen wird und den in Teilen des Marktes weiterhin herrschenden Margendruck nicht durch das Eingehen übermäßiger Risiken kompensieren möchte, erwartet die Bank aufgrund der aktuellen geopolitischen und makroökonomischen Herausforderungen, dass das Niveau der Risikovorsorge im nächsten Geschäftsjahr deutlich unter dem Niveau der letzten beiden Geschäftsjahre (welche durch signifikante Vorsorgenbildung für einzelne, nicht systematisch korrelierte Transaktionen beeinflusst waren), jedoch über dem normalisierten Niveau der Vorjahre liegen wird. Obwohl die Siemens Bank verstärkt Fokus auf Vermeidung von Konzentrationsrisiken legt, kann die Entwicklung der Vorsorgen allerdings aufgrund der Risikostruktur des Portfolios wie auch im abgelaufenen Geschäftsjahr stark durch einzelne Engagements beeinflusst werden.

Insgesamt erwartet die Siemens Bank ein herausforderndes Geschäftsjahr 2023/2024, jedoch mit einem deutlich verbesserten Betriebsergebnis vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken und Ertragssteuern, das in 2023 von den erwähnten Sondereffekten in der Risikovorsorge geprägt war. Ein weiter starkes Zinsergebnis sollte den Anstieg der Verwaltungsaufwendungen und erforderliche Zuführungen zu Risikovorsorgen insoweit kompensieren, dass eine deutliche Ergebnisverbesserung in Richtung des Ergebnisniveaus der Jahre vor 2022 erreicht wird.

Trotz der Herausforderungen geht die Siemens Bank davon aus, im Geschäftsjahr 2023/2024 der gesteckten Zielbandbreite für den Ertrag auf das ökonomische Kapital (Return on Risk Adjusted Capital) wieder erreichen zu können. Bezüglich beider Leistungsindikatoren - Betriebsergebnis vor Ertragssteuern und RORAC - besteht die größte Unsicherheit in der Entwicklung der Kreditvorsorgen und der weiteren Entwicklung der geopolitischen und makroökonomischen Risikofaktoren.

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023 (in T€)

Anhang 2023 2022
1 Zinserträge aus 1
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 553.337 257.681
darunter: negative Zinserträge 0 T€ (im Vorjahr: 4.178 T€)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 10.643 2.454
darunter: negative Zinserträge 0 T€ (im Vorjahr: 621 T€) 563.980 260.135
2 Zinsaufwendungen 1 -317.979 -62.878
darunter: positive Zinsaufwendungen 331 T€ (im Vorjahr: 9.253 T€)
3 Provisionserträge 1,2 34.987 33.379
4 Provisionsaufwendungen -207 -216
5 Sonstige betriebliche Erträge 1,3 1.122 3.312
6 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -49.970 -39.326
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung -8.110 -8.673
darunter: für Altersversorgung -5.110 T€ (im Vorjahr: -4.950 T€) -58.080 -47.999
b) andere Verwaltungsaufwendungen -43.293 -39.951
-101.373 -87.950
7 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -464 -269
8 Sonstige betriebliche Aufwendungen 3 -2.525 -188
9 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft -112.239 -87.304
10 Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken -50.000 -25.000
11 Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 15.302 33.021
12 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4 -12.354 -11.748
darunter latente Steuern 66 T€ (im Vorjahr: 40 T€)
13 Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 8 ausgewiesen -127 -169
14 Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführter Gewinn 5 -2.821 -21.104
15 Jahresüberschuss 0 0
16 Bilanzgewinn 0 0

Jahresbilanz zum 30. September 2023

(in T€)

der Siemens Bank GmbH, München

Aktiva

2023 2022
1 Barreserve
Guthaben bei Zentralnotenbanken 53.753 41.818
darunter bei der Deutschen Bundesbank 53.408 T€ (im Vorjahr: 41.461 T€)
53.753 41.818
2 Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralbanken zugelassen sind 6
Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 74.838 81.067
darunter bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0 T€ (im Vorjahr: 0 T€)
74.838 81.067
3 Forderungen an Kreditinstitute 7
a) täglich fällig 20.085 31.953
b) andere Forderungen 1.759.391 2.019.042
1.779.476 2.050.995
4 Forderungen an Kunden 8 7.964.166 7.944.245
darunter durch Grundpfandrechte gesichert 0 T€ (im Vorjahr: 0 T€)
darunter Kommunalkredite 499.554 T€ (im Vorjahr: 630.123 T€)
5 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 9
Anleihen und Schuldverschreibungen von anderen Emittenten 37.407 41.314
darunter beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0 T€ (im Vorjahr: 0 T€)
37.407 41.314
6 Immaterielle Anlagewerte 10
a) entgeltlich erworbne Konzessionen, gewerliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen and solchen Rechten und Werten 1.047 0
b) Geschäfts- oder Firmenwert 1.178 1.291
2.225 1.291
7 Sachanlagen 11 100 70
8 Sonstige Vermögensgegenstände 12 4.152 4.136
9 Rechnungsabgrenzungsposten 13 2.335 2.435
Summe der Aktiva 21 9.918.452 10.167.371

Passiva

2023 2022
1 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14
a) täglich fällig 348 0
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 31.125 26.932
31.473 26.932
2 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 15
andere Verbindlichkeiten
a) täglich fällig 7.436 6.089
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 8.526.582 8.943.226
8.534.018 8.949.315
3 Sonstige Verbindlichkeiten 16 19.010 28.331
4 Rechnungsabgrenzungsposten 13 42.708 46.840
5 Passive latente Steuern 0 66
6 Rückstellungen 17, 18
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 21.965 19.723
b) Steuerrückstellungen 1.265 4.854
c) andere Rückstellungen 40.587 16.310
63.817 40.887
7 Nachrangige Verbindlichkeiten 19 102.426 0
8 Fonds für allgemeine Bankrisiken 125.000 75.000
9 Eigenkapital 20
a) Gezeichnetes Kapital 5.000 5.000
b) Kapitalrücklage 995.000 995.000
1.000.000 1.000.000
Summe der Passiva 21 9.918.452 10.167.371
1 Eventualverbindlichkeiten 22
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 100.283 89.498
2 Andere Verpflichtungen 22
Unwiderrufliche Kreditzusagen 1.566.352 1.745.103

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023

Grundlagen des Jahresabschlusses der Siemens Bank

Die Siemens Bank GmbH, München (im Folgenden: Siemens Bank), ist unter der Nummer HRB 185214 in das Handelsregister des Amtsgerichts München eingetragen.

Der Jahresabschluss der Siemens Bank zum 30. September 2023 wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Zudem erfüllt der Jahresabschluss die Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG).

Der Jahresabschluss wird gemäß § 244 HGB in Euro aufgestellt. Zum Zweck der Übersichtlichkeit sind die Werte in Tausend Euro (T€) ausgewiesen.

Nicht belegte Posten der Formblätter der RechKredV werden gemäß § 265 Abs. 8 HGB weggelassen und die Nummerierung zur besseren Übersicht angepasst.

Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen im Jahresabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind

Die Position umfasst Wertpapiere ausländischer, staatlicher Emittenten, die der Liquiditätssteuerung dienen und die nach dem strengen Niederstwertprinzip mit ihren Anschaffungskosten beziehungsweise mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert werden.

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden zum Nennwert oder zu Anschaffungskosten bilanziert, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen Auszahlungsbetrag und Nennwert als Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen und zeitanteilig abgegrenzt wird, sofern er Zinscharakter hat. Die Forderungen sind dem Umlaufvermögen zugeordnet und werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Zinsforderungen aus Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden gemäß § 11 RechKredV unter den Forderungen an Kreditinstitute und Kunden ausgewiesen, aber nicht in die Restlaufzeitengliederung einbezogen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft umfasst sowohl Einzelwertberichtigungen als auch Pauschalwertberichtigungen für latente Kreditrisiken. Einzelwertberichtigungen reflektieren unverändert die für ein ausfallgefährdetes Kreditengagement individuell zu erwartenden Kreditausfälle. Pauschalwertberichtigungen basieren auf dem jeweiligen Rating der Kreditnehmer und den hierauf bezogenen Ausfallwahrscheinlichkeiten, Restlaufzeiten und Ausfallquoten im Falle eines Defaults. Ratingbezogene Ausfallwahrscheinlichkeiten und Ausfallquoten im Falle eines Defaults werden regelmäßig validiert und überprüft. Bei der Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle (Expected Credit Loss) wird im Bewertungsmodell der Siemens Bank zudem erstmals ein Post-Model Adjustment berücksichtigt. Durch das Post-Model-Adjustment wird prospektiv unterschiedlichen ökonomischen Szenarien und Unsicherheiten Rechnung getragen. Die Validierung im Geschäftsjahr 2022/2023 berücksichtigt auch den Einfluss der Auswirkungen des Ukraine-Konflikts. Die Siemens Bank überprüft zudem regelmäßig und anlassbezogen die Ratings der Kreditnehmer.

Unwiderrufliche Kreditzusagen werden unter der Bilanz als Andere Verpflichtungen ausgewiesen und mit dem maximalen noch offenen Ziehungsbetrag bewertet.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Die hier bilanzierten Wertpapiere sind dem Umlaufvermögen zugeordnet und werden nach dem strengen Niederstwertprinzip mit ihren Anschaffungskosten beziehungsweise mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Zinsforderungen aus Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren werden gemäß §11 RechKredV unter den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren ausgewiesen.

Immaterielle Anlagewerte

Die Position umfasst einen Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb eines Dienstleistungsgeschäftszweigs von der Siemens Treasury GmbH, München, und einen Kundenstamm, der von der Siemens Finance & Leasing GmbH, München, erworben wurde.

Der Anschaffungswert des Geschäfts- oder Firmenwertes errechnet sich als Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und den Werten der übertragenen Vermögensgegenstände und Schulden. Die Abschreibung erfolgt planmäßig über 15 Jahre. Der Kundenstamm wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibung entsprechend der erwarteten Nutzungsdauer von drei Jahren, bewertet.

Sachanlagen

Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet und werden planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer von drei bis acht Jahren linear abgeschrieben. Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens werden bei Anschaffungskosten bis 250 € sofort aufwandswirksam erfasst. Für Zugänge, deren Anschaffungskosten mehr als 250 €, jedoch nicht mehr als 800 € betragen, erfolgt eine Aktivierung und vollständige Abschreibung im Zugangsjahr.

Barreserve und sonstige Vermögensgegenstände

Die Positionen der Barreserve werden ebenso wie sonstige Vermögensgegenstände zum Nennwert bewertet.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. Zinsverpflichtungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten oder Kunden werden gemäß § 11 RechKredV unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten oder Kunden ausgewiesen, aber nicht in die Restlaufzeitengliederung einbezogen.

Latente Steuern

Auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlust- und Zinsvorträgen wird ein Überhang an passiven latenten Steuern angesetzt, wenn insgesamt von einer Steuerbelastung in künftigen Geschäftsjahren auszugehen ist. Während ein Passivüberhang an latenten Steuern in der Bilanz separat ausgewiesen wird, wird ein Aktivüberhang entsprechend dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht bilanziert.

Pensionsrückstellungen

Leistungsverpflichtungen aus Pensionszusagen werden unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten mit dem anhand des versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelten Erfüllungsbetrag bewertet. Zukünftig erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung des Barwerts der erdienten Anwartschaft berücksichtigt. Für die Abzinsung wird der jeweilige von der Deutschen Bundesbank für eine Restlaufzeit von 15 Jahren veröffentlichte Zinssatz verwendet. Für die Ermittlung des Zinssatzes zur Abzinsung der Rückstellung verwendet die Siemens Bank zum 30. September 2023 wie im Vorjahr einen 10-Jahresdurchschnitt. Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags mit der Siemens AG wird der Ertrag aus dieser Anpassung der Ausschüttungssperre nicht aber der Abführugssperre unterworfen.

Für Pensionen, die über einen mittelbaren Durchführungsweg erbracht werden, haftet die Siemens Bank nach dem Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (Betriebsrentengesetz - BetrAVG) und nach dem UK Pensions Act 1995 weiterhin subsidiär. Soweit das jeweilige Vermögen des Pensionsfonds beziehungsweise der Pensions- oder Unterstützungskasse nicht den Erfüllungsbetrag der jeweiligen Pensionszusagen deckt, bilanziert die Siemens Bank die Unterdeckung im Bilanzposten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Vermögens- sowie Ertrags- und Aufwandsverrechnung

Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Pensionszusagen sowie von Erfüllungsrückständen aus Altersteilzeitverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Posten Allgemeine Verwaltungsaufwendungen, Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung beziehungsweise in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der jeweils zugrunde liegenden Verpflichtung verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung.

Steuer- und Andere Rückstellungen

Steuerrückstellungen für tatsächlich zu zahlende Steuern werden nach steuerrechtlichen Vorschriften gebildet.

Rückstellungen werden mit dem nach kaufmännischer Beurteilung angemessenen Erfüllungsbetrag angesetzt. In den Rückstellungen sind in angemessenem und ausreichendem Umfang individuelle Vorsorgen für alle erkennbaren Risiken aus ungewissen Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen gebildet. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden, sofern wesentlich, mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Dieser Marktzinssatz wird von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben. Zinserträge und Zinsaufwendungen aus der Ab- und Aufzinsung der Rückstellungen werden in den Sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen, da sie nicht das Bankgeschäft betreffen.

Für sämtliche zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs erbringt die Siemens Bank nach den Grundsätzen der verlustfreien Bewertung den Nachweis, dass aus den kontrahierten Zinspositionen zukünftig keine Verluste entstehen werden. Dies erfolgt durch den Vergleich des Nettobarwerts des Bankbuchs mit dessen Nettobuchwert unter Berücksichtigung erwarteter Verluste und barwertiger Verwaltungsaufwendungen aus der Abwicklung des bestehenden Portfolios. Ein Überhang des Nettobuchwerts entspräche einem Rückstellungsbedarf. Zum 30. September 2023 ergab sich wie im Vorjahr nicht die Notwendigkeit einer Drohverlustrückstellung gemäß § 340a HGB in Verbindung mit § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB.

Währungsumrechnung

Die Währungsumrechnung erfolgt nach § 256a HGB in Verbindung mit § 340h HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden ergebniswirksam umgerechnet.

Die Siemens Bank wendet darüber hinaus das Konzept der besonderen Deckung für die Fremdwährungsbewertung an. Soweit Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in der jeweiligen Fremdwährung besonders gedeckt sind, werden sowohl Aufwendungen als auch Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung erfolgswirksam erfasst. Nicht besonders gedeckte Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden imparitätisch bewertet.

Als besonders gedeckt werden dabei Vermögensgegenstände in Fremdwährung dokumentiert, denen gegenläufige Verbindlichkeiten oder Derivatepositionen in der jeweiligen Währung gegenüberstehen. Dabei werden Fristenabweichungen als zulässig erachtet, soweit die Möglichkeit und die Absicht zum Abschluss von Anschlusssicherungsgeschäften bestehen. Zudem dürfen nur deckungsfähige Positionen, die sich in bar ausgleichen werden, in die besondere Deckung einbezogen werden. Der Ausweis eines Bewertungsüberhangs erfolgt in den Sonstigen Vermögensgegenständen beziehungsweise in den Sonstigen Verbindlichkeiten. Der Ausweis der Bewertungsergebnisse erfolgt in den Sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Aufwendungen.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Deckung von Risiken aus Bankgeschäften abgeschlossen. Eingebettete Floors resultieren aus Zinsuntergrenzen, die in variabel verzinslichen Kreditverträgen vereinbart wurden. Währungsbezogene Geschäfte werden - soweit möglich - im Rahmen der besonderen Deckung berücksichtigt. Kurzfristige zinsbezogene Geschäfte werden mangels Nachweisbarkeit einer handelsrechtlichen Bewertungseinheit imparitätisch bewertet. Ab einer Laufzeit von einem Jahr werden zinsbezogene Sicherungsgeschäfte regelmäßig in handelsrechtliche Bewertungseinheiten einbezogen.

Für alle derivativen Finanzinstrumente werden Marktwerte ermittelt. Die Siemens Bank verwendet für die Bewertung ausschließlich anerkannte Bewertungsmodelle und am Markt beobachtbare Bewertungsparameter.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1 Geografische Aufgliederung und Zinsergebnis

Der Gesamtbetrag der Zins-, Provisions- und sonstigen betrieblichen Erträge verteilt sich wie folgt auf Kunden mit Sitz im Inland und Ausland:

in % 2023 2022
Inland 20 12
Ausland 80 88
davon Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) 53 61
davon Region AA (Asien und Australien) 27 27

In den Zinserträgen enthaltene negative Zinsen und in den Zinsaufwendungen enthaltene positive Zinsen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit Angabe der Vorjahreszahlen als Darunter-Vermerk offen abgesetzt. Sie resultieren im Wesentlichen aus Refinanzierungstransaktionen mit der Gesellschafterin und aus Liquiditätsanlagen. Für das Kreditbuch der Siemens Bank sind negative Zinsen aufgrund der Konditionsgestaltung und der geografischen Diversifizierung von untergeordneter Bedeutung.

2 Provisionserträge

Provisionserträge resultieren aus folgenden Dienstleistungen:

in T€ 2023 2022
Risikomanagement- und Abwicklungsdienstleistungen an verbundene Unternehmen 27.609 26.035
Risikomanagement-Dienstleistungen und Dienstleistungen im Kreditgeschäft an Dritte 7.379 7.344
Insgesamt 34.987 33.379

3 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen ist im Wesentlichen der Ertrag der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 1.122 T€ enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen der Verlust aus Währungsumrechnung in Höhe von 2.168 T€ enthalten (im Vorjahr: Gewinn aus Währungsumrechnung in Höhe von 3.121 T€). Zudem wird in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Aufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen und aus der Dotierung bestimmter Rückstellungen ausgewiesen. Der Aufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen beträgt 344 T€ (im Vorjahr: 413T€).

4 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Siemens Bank ist mit ihren deutschen Aktivitäten Bestandteil des ertrag- und umsatzsteuerlichen Organkreises der Siemens AG, Berlin und München (im Folgenden: Siemens AG). Daher umfassen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für deutsche Aktivitäten lediglich belastete Kapitalertragsteuer und ausländische Quellensteuern.

Die Niederlassung London der Siemens Bank ist Bestandteil des ertragsteuerlichen Organkreises (Tax Group) der Siemens plc, Frimley (Großbritannien). Aufgrund einer anderen Ausgestaltung der ertragsteuerlichen Organschaft in Großbritannien umfassen die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag neben ausländischen Quellensteuern auch Zahlungen und Zuführungen zu Rückstellungen für laufende Ertragsteuern in Höhe von 1.265 T€ (davon in Höhe von 201 T€ für Vorjahre).

Die Niederlassung Singapur gehört keiner steuerlichen Organschaft an. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen im Wesentlichen ausländische Quellensteuern. Latente Steuern für die Niederlassung London resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsunterschieden zwischen handelsrechtlichem Jahresabschluss und Steuerbilanz nach englischem Steuerrecht für Forderungen, Pensionsvermögen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Zum 30. September 2023 resultiert hieraus ein Aktivüberhang latenter Steuern. Das Wahlrecht zur Bilanzierung aktiver latenter Steuern wird von der Siemens Bank nicht ausgeübt.

Zum 30. September 2023 resultieren latente Steuern für die Niederlassung Singapur aus dem Verlustvortrag sowie aus wenigen Bewertungsunterschieden zwischen Handelsrecht und Steuerrecht in Singapur für Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Hieraus ergibt sich ein Aktivüberhang latenter Steuern (Vorjahr Passivüberhang 66 T€). Das Wahlrecht zur Bilanzierung aktiver latenter Steuern wird von der Siemens Bank nicht ausgeübt.

Für das Stammhaus ergibt sich zum 30. September 2023 ein Aktivüberhang latenter Steuern, der an die Organträgerin Siemens AG abgegeben wird.

Bei der Bewertung der latenten Steuern wurden Steuersätze von 31,33 % in Deutschland, 25,0 % in Großbritannien und 17,0 % in Singapur zugrunde gelegt.

5 Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführter Gewinn

Es besteht ein Gewinnabführungsvertrag mit der Siemens AG als alleiniger Gesellschafterin. Auf Grundlage dieses Gewinnabführungsvertrags wird das gesamte handelsrechtliche Ergebnis nach Steuern in Höhe von 2.820.815,45€ an die Siemens AG abgeführt.

Erläuterungen zur Bilanz

6 Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralbanken zugelassen sind

Die Position in Höhe von 74.838 T€ (Vorjahr: 81.067 T€) besteht aus nicht börsennotierten, kurzfristigen Staatsanleihen (Treasury Bills), die innerhalb eines Jahres fällig sind.

7 Forderungen an Kreditinstitute

in T€ 2023 2022
Forderungen an Kreditinstitute mit Restlaufzeit 1.759.000 2.019.000
(ohne Risikovorsorge und Zinsabgrenzungen)
bis 3 Monate 1.759.000 2.019.000
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 0 0
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 0 0
mehr als 5 Jahre 0 0

Die Forderungen an Kreditinstitute enthalten insbesondere Anlagen bei Zentralnotenbanken in Höhe von 1.759.000 T€ (im Vorjahr: 2.019.000 T€).

8 Forderungen an Kunden

in T€ 2023 2022
Forderungen an Kunden mit Restlaufzeit 8.137.365 8.123.823
(ohne Risikovorsorge und Zinsabgrenzungen)
bis 3 Monate 109.888 112.483
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 483.909 409.390
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 3.493.578 3.107.087
mehr als 5 Jahre 4.049.991 4.494.863

In den Forderungen an Kunden sind 206.337 T€ (im Vorjahr: 109.487 T€) Forderungen an verbundene Unternehmen enthalten. Die Position enthält 1.145 T€ (im Vorjahr: keine) Forderungen an die Gesellschafterin.

9 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Die Position in Höhe von 37.407 T€ (Vorjahr: 41.314 T€) besteht aus börsennotierten Unternehmensanleihen, die von der Siemens Bank im Rahmen des Kreditgeschäfts erworben wurden. Die Position hat eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und weniger als fünf Jahren.

10 Immaterielle Anlagewerte

Im Geschäftsjahr 2022/2023 entwickelten sich die immateriellen Anlagewerte wie folgt:

in T€ Anschaffungskosten
1. Okt 2022 Zugänge Überträge Abgänge 30. Sep 2023
Immaterielle Anlagewerte 1.683 1.300 0 0 2.983
Entgeltlich erworbene Konzessionen 0 1.300 0 0 1.300
Geschäfts- und Firmenwert 1.683 0 0 0 1.683
in T€ Abschreibungen und Wertberichtigungen
1. Okt 2022 30. Sep 23 lfd. Jahr davon Abgänge
Immaterielle Anlagewerte -392 -758 -366 0
Entgeltlich erworbene Konzessionen 0 -253 -253
Geschäfts- und Firmenwert -392 -505 -113 0
in T€ Buchwert
2023 2022
Immaterielle Anlagewerte 2.225 1.291
Entgeltlich erworbene Konzessionen 1.047 0
Geschäfts- und Firmenwert 1.178 1.291

Im Vorjahr hatten sich die immateriellen Anlagewerte wie folgt entwickelt:

in T€ Anschaffungskosten
1. Okt 2021 Zugänge Überträge Abgänge 30. Sep 2022
Immaterielle Anlagewerte 1.683 0 0 0 1.683
Geschäfts- und Firmenwert 1.683 0 0 0 1.683
in T€ Abschreibungen und Wertberichtigungen
1. Okt 2021 30. Sep 22 lfd. Jahr Abgänge
Immaterielle Anlagewerte -280 -392 -112 0
Geschäfts- und Firmenwert -280 -392 -112 0
in T€ Buchwert
2022 2021
Immaterielle Anlagewerte 1.291 1.403
Geschäfts- und Firmenwert 1.291 1.403

11 Sachanlagen

Im Geschäftsjahr 2022/2023 entwickelten sich die Sachanlagen wie folgt:

in T€ Anschaffungskosten
1. Okt 2022 Zugänge Überträge Abgänge 30. Sep 2023
Sachanlagen 291 132 -1 -94 328
Betriebs- und Geschäftsausstattung 291 132 -1 -94 328
in T€ Abschreibungen und Wertberichtigungen
1. Okt 2022 30. Sep 23 lfd. Jahr Abgänge
Sachanlagen -221 -228 -98 91
Betriebs- und Geschäftsausstattung -221 -228 -98 91
in T€ Buchwert
2023 2022
Sachanlagen 100 70
Betriebs- und Geschäftsausstattung 100 70

Im Vorjahr hatten sich die Sachanlagen wie folgt entwickelt:

in T€ Anschaffungskosten
1. Okt 2021 Zugänge Überträge Abgänge 30. Sep 2022
Sachanlagen 321 146 2 -178 291
Betriebs- und Geschäftsausstattung 321 146 2 -178 291
in TE Abschreibungen und Wertberichtigungen
1. Okt 2021 30. Sep 22 lfd. Jahr Abgänge
Sachanlagen -245 -221 -153 177
Betriebs- und Geschäftsausstattung -245 -221 -153 177
in TE Buchwert
2022 2021
Sachanlagen 70 76
Betriebs- und Geschäftsausstattung 70 76

Die Sachanlagen werden ausschließlich für das Bankgeschäft genutzt.

12 Sonstige Vermögensgegenstände

Sonstige Vermögensgegenstände umfassen im Wesentlichen Forderungen aus offenen Zahlungseingängen aus dem Kredit- und Dienstleistungsgeschäft in Höhe von 2.850 T€ (im Vorjahr: 3.672 €) sowie im Vorjahr Forderungen aus Ertragsteuern in Höhe von 65 T€.

13 Rechnungsabgrenzungsposten

in T€ 2023 2022
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 2.335 2.435
Agio aus Forderungen 493 705
Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 1.842 1.730
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 42.708 46.840
Disagio aus Forderungen 7.858 8.893
Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 34.850 37.946

Sonstige passive Rechnungsabgrenzungsposten resultieren im Wesentlichen aus abgegrenzten Gebühren im Kreditgeschäft.

14 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

in T€ 2023 2022
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit Restlaufzeit 31.101 26.931
(ohne Zinsabgrenzungen)
bis 3 Monate 410 410
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 1.459 1.230
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 7.499 7.748
mehr als 5 Jahre 21.733 17.543

15 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

in T€ 2023 2022
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit Restlaufzeit 8.470.866 8.923.675
(ohne Zinsabgrenzungen)
bis 3 Monate 2.762.758 2.837.911
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 1.603.132 1.865.111
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 3.602.618 3.363.951
mehr als 5 Jahre 502.358 856.702

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind in Höhe von 8.073.791 T€ (im Vorjahr: 8.658.477 T€) auf Transaktionen mit verbundenen Unternehmen zurückzuführen. 7.968.339 T€ der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bestehen gegenüber der Gesellschafterin (im Vorjahr: 8.536.291 T€).

Die Siemens Bank hat keine Vermögensgegenstände als Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Kunden oder Kreditinstituten sowie für sonstige Verbindlichkeiten oder Eventualverbindlichkeiten verpfändet oder als Sicherheit übertragen. Die Siemens Bank ist der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH, Berlin, zugeordnet.

16 Sonstige Verbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2023 2022
Sonstige Verbindlichkeiten 19.010 28.331
Abzuführende Kapitalertragsteuer und Abgaben 10.510 2.693
Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin 2.852 21.104
Umsatzsteuerverbindlichkeiten und sonstige Positionen 3.824 3.366
Personalbezogene Verpflichtungen 1.824 1.168

Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin umfassen im Wesentlichen den Ergebnisabführungsvertrag. Alle sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Laufzeit von bis zu einem Jahr.

17 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Siemens Bank gewährt den Mitarbeitern in Deutschland und Großbritannien, deren Beschäftigungsverhältnis im Rahmen eines Betriebsübergangs auf die Siemens Bank übergegangen ist, sowie neuen Mitarbeitern verschiedene Formen der betrieblichen Altersversorgung. Zur Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung hat die Siemens Bank ihre Verpflichtungen teilweise durch Vermögen in externen, zugriffsbeschränkten Treuhandvermögen abgedeckt.

Die Mehrheit der aktiven Mitarbeiter der Siemens Bank in Deutschland nimmt an einem im Geschäftsjahr 2004 eingeführten Pensionsplan (BSAV - Beitragsorientierte Siemens Altersversorgung) teil. Die BSAV ist ein durch Treuhandvermögen gedeckter Pensionsplan, dessen Leistungen überwiegend auf den normierten Unternehmensbeiträgen und Investmenterträgen auf Vermögensgegenständen basieren, die diesem Plan zugrundeliegen, wobei das Unternehmen eine Mindestverzinsung garantiert. Ein geringerer Teil der aktiven Mitarbeiter besitzt noch alte Versorgungszusagen, sogenannte Übergangszahlungen, die sich am jeweiligen Gehalt des Mitarbeiters orientieren.

Darüber hinaus gewährt die Siemens Bank ihren Mitarbeitern die Teilnahme an einem freiwilligen Entgeltumwandlungsplan. Die im Rahmen dieses Plans umgewandelten Gehaltsbestandteile werden in Fondsanteilen angelegt, die nur der Deckung der hieraus entstehenden Altersversorgungsverpflichtungen dienen und dem Zugriff anderer Gläubiger entzogen sind. Dieses Vermögen mit einem nach anerkannten Bewertungsmethoden (Börsenkursen) ermittelten, beizulegenden Zeitwert zum 30. September 2023 von 1.223 T€ (im Vorjahr: 1.059 T€) und Anschaffungskosten von 1.027T€ (im Vorjahr: 943 T€) wird daher vollständig bis zur Höhe der Pensionsverpflichtungen von 1.186 T€ (im Vorjahr: 1.041 T€) mit diesen verrechnet. Dabei wurden Erträge und Aufwendungen jeweils in Höhe von 123 T€ (im Vorjahr: 54 T€) verrechnet.

Zudem nimmt die Siemens Bank für die Mitarbeiter der Londoner Niederlassung am Pensionsplan des Siemens-Konzerns für Mitarbeiter in Großbritannien teil. Hier werden Beiträge in einen Pensionsplan ohne darüber hinaus gehende Verpflichtungen für die Siemens Bank eingezahlt. Wenn in wenigen Einzelfällen Mitarbeiter noch feste Versorgungszusagen erhalten haben, werden die Pensionszusagen unmittelbar durch den Siemens Pensions Trust gewährt, sodass die Siemens Bank nur mittelbar für diese Verpflichtungen haftet, soweit die Mittel des Trusts nicht zur Deckung der Pensionsverpflichtungen ausreichen. Das zugerechnete Trust-Vermögen mit einem nach anerkannten Bewertungsmethoden ermittelten, beizulegenden Zeitwert von 1.040 T€ (im Vorjahr: 1.182 T€) wird daher bis zur Höhe der Pensionsverpflichtung von 2.120 T€ (im Vorjahr: 2.113 T€) mit dieser verrechnet.

Für Mitarbeiter der Niederlassung Singapur hat die Siemens Bank keine Pensionsverpflichtungen übernommen.

Im Geschäftsjahr 2023 beträgt der gesamte Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen 24.190 T€ (im Vorjahr: 21.807 T€), davon entfallen 2.226 T€ (im Vorjahr: 1.972 T€) auf mittelbare, durch Vermögensgegenstände vollständig gedeckte Verpflichtungen. Es wird eine Pensionsrückstellung in Höhe von 21.965 T€ (im Vorjahr: 19.723 T€) bilanziert.

Die versicherungsmathematischen Annahmen für die Bewertung des Erfüllungsbetrags zum 30. September 2023 basieren unter anderem auf einem Abzinsungssatz von 1,81 % (10-Jahresdurchschnitt) beziehungsweise 1,66 % (/-Jahresdurchschnitt). Im Vorjahr betrug der Abzinsungssatz 1,77 % (10-Jahresdurchschnitt) beziehungsweise 1,40 % (7-Jahresdurchschnitt). Zudem werden in Deutschland der Verbraucherpreisindex bis August 2023 von 2,50 % (im Vorjahr: Gehaltstrend 2,50 %) und ein Rententrend von 2,00 % per annum (im Vorjahr: 2,00 %) zugrunde gelegt. Für Mitarbeiter der Londoner Niederlassung werden ein Einzelhandelspreisindex von 3,2 %, ein Verbraucherpreisindex von 2,5 % (im Vorjahr: Gehaltstrend 3,3 %) und ein Rententrend von 3,0 % per annum (im Vorjahr: 3,2 %) zugrunde gelegt. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die im Geschäftsjahr 2023 zuletzt angepassten, speziell für den Siemens-Konzern entwickelten unternehmenseigenen Sterbetafeln verwendet (Siemens Bio 2017 mod. 2023). Diese basieren im Wesentlichen auf Daten der deutschen Siemens-Population unter Verwendung eines Formelwerks, das den anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik entspricht.

Aus der Anpassung des Abzinsungssatzes von einem 7-Jahresdurchschnitt auf einen 10-Jahresdurchschnitt ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von 411T€ (im Vorjahr: 1.037 T€). Dieser Ertrag wird aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags mit der Siemens AG der Ausschüttungssperre nicht aber der Abführungssprerre unterworfen.

Im Rahmen der Ermittlung der Verpflichtung aus Entgeltumwandlung hat die Siemens Bank eine Lock-in-Option für aufgelaufene Gewinne ausgeübt. Diese Ausübung stellt eine Plananpassung dar. Der hieraus resultierende Ertrag in Höhe von 56 T€ (im Vorjahr: 48 T€) wurde für die Ermittlung der Ausschüttungssperre mit den freien Kapitalrücklagen verrechnet.

18 Andere Rückstellungen

Andere Rückstellungen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2022/2023 wie folgt:

in T€ 1. Okt 2022 Übertrag Verbrauch
Andere Rückstellungen 16.311 -453 -2.603
davon mit Restlaufzeit bis 1 Jahr 13.216 -413 -2.603
in T€ Auflösung Zuführung 30. Sep 23
Andere Rückstellungen -1.178 28.510 40.587
davon mit Restlaufzeit bis 1 Jahr -1.177 10.933 19.956

Im Vorjahr hatten sich die anderen Rückstellungen wie folgt entwickelt:

in T€ 1. Okt 2021 Übertrag Verbrauch
Andere Rückstellungen 16.010 -397 -2.344
davon mit Restlaufzeit bis 1 Jahr 11.521 -359 -2.344
in T€ Auflösung Zuführung 30. Sep 2022
Andere Rückstellungen -2.940 5.982 16.311
davon mit Restlaufzeit bis 1 Jahr -1.477 5.875 13.216

Überträge resultieren aus der Übernahme personalbezogener Verpflichtungen im Rahmen von Konzernübertritten beziehungsweise aus der veränderten Fristigkeit langfristiger Rückstellungen.

Andere Rückstellungen sind im Wesentlichen für personalbezogene Sachverhalte wie beispielsweise variable Einkommensbestandteile, Urlaubsrückstände oder Jubiläumszahlungen dotiert.

in T€ 2023 2022
Andere Rückstellungen 40.587 16.311
kreditgeschäftbezogene Rückstellungen 20.450 1.428
personalbezogene Rückstellungen 19.721 14.518
abschlussbezogene Rückstellungen 417 365

Kreditgeschäftsbezogene Rückstellungen rühren aus der Bilanzierung von Risikovorsorgen für latente Kreditrisiken für unwiderrufliche Kreditzusagen, im Vorjahr von Verpflichtungen aus Garantien.

19 Nachrangige Verbindlichkeiten

Zum Bilanzstichtag waren erstmals nachrangige Verbindlichkeiten in Höhe von 100.000 T€ im Bestand für die Zinsaufwendungen in Höhe von 2.426 T € anfielen. Die Nachrangige Verbindlichkeit wurde in voller Höhe von der Gesellschafterin gewährt.

Die nachrangigen Verbindlichkeiten sind vertraglich so ausgestaltet, dass im Falle einer Insolvenz oder Liquidation der Siemens Bank eine Rückerstattung erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger erfolgt. Eine vorzeitige Rückzahlungspflicht auf Verlangen der Gläubigerin besteht nicht.

Eine Umwandlung in Kapital oder in eine andere Schuldform ist vertraglich nicht festgeschrieben.

in T€ 2023 Zinssatz Fälligkeit
Darlehen 100.000 3,65% 31. Oktober 2033

20 Eigenkapital

Im Geschäftsjahr 2022/2023 haben sich die Komponenten des Eigenkapitals wie im Vorjahr nicht verändert.

Aufgrund von Plananpassungen der Pensionspläne aus Entgeltumwandlung sind 56 T€ der Kapitalrücklagen abführungsgesperrt (im Vorjahr: 48 T€).

21 Vermögensgegenstände und Schulden in Fremdwährung

Auf Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände und Schulden bestehen in folgender Höhe:

in T€ 2023 2022
Vermögensgegenstände in Fremdwährung 4.528.996 5.535.979
Schulden in Fremdwährung 4.620.601 5.509.091

Sonstige Angaben

22 Außerbilanzielle Transaktionen

Eventualverpflichtungen bestehen aus gewährten Avalkrediten. Im Rahmen von Avalkrediten ist die Siemens Bank verpflichtet, Zahlungen an den Begünstigten zu leisten, wenn der Kunde der Siemens Bank seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Dabei ist nicht bekannt, ob, wann und in welcher Höhe eine Auszahlung erfolgen wird. Unter dem Bilanzstrich wird daher der Betrag der maximalen Inanspruchnahme ausgewiesen.

Die Siemens Bank gewährt unwiderrufliche Kreditzusagen im Rahmen von Projektfinanzierungen oder Kreditlinien, um den Finanzierungsbedürfnissen ihrer Kunden zu entsprechen. Unter dem Bilanzstrich werden die noch nicht von Kunden in Anspruch genommenen Zusagen ausgewiesen, die von der Siemens Bank nicht widerrufen werden können.

Die Einschätzung des Risikos aus der Inanspruchnahme für außerbilanzielle Transaktionen richtet sich nach der Bonität des Auftraggebers bzw. Kreditnehmers und wird im Rahmen der Risikovorsorge berücksichtigt. Im Falle der Verschlechterung der Bonität, die den Ausgleich einer Inanspruchnahme ganz oder teilweise nicht mehr erwarten lässt, werden Rückstellungen gebildet.

23 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Betrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen der Folgejahre beläuft sich auf 19.630 T€ (im Vorjahr: 14.214 T€). Es handelt sich im Wesentlichen um Verpflichtungen aus Einkaufs- und Auslagerungsverhältnissen sowie aus Mietverträgen. In dem Betrag sind Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 16.864 T€ (im Vorjahr: 12.824T€) enthalten.

24 Mitarbeiter

Die Siemens Bank beschäftigt Mitarbeiter an ihren Standorten München, London und Singapur. Die durchschnittlichen Mitarbeiterzahlen betragen:

Mitarbeiter 2023 2022
Siemens Bank GmbH 294,4 260,5
Niederlassung München (sowie Düsseldorf und Stuttgart) 229,5 200,1
Beschäftigungsverhältnisse insgesamt 238,6 208,2
davon in Teilzeit 35,0 31,4
Niederlassung London 36,8 34,0
Beschäftigungsverhältnisse insgesamt 36,8 34,0
davon in Teilzeit 0,2 0,0
Niederlassung Singapur 28,1 26,4
Beschäftigungsverhältnisse insgesamt 28,2 26,4
davon in Teilzeit 0,2 0,0

Die Angaben stellen Mitarbeiterkapazitäten dar, soweit nicht als Beschäftigungsverhältnisse gekennzeichnet.

25 Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats

Als Geschäftsführer sind bestellt:

Siobhan Smyth, Vorsitzende der Geschäftsführung und Chief Executive Officer PS Business der Siemens Bank

Dr. Andreas Steininger, Mitglied der Geschäftsführung (seit 1.4.2023) und Chief Executive Officer EPT Business

Dr. Christoph Baumgarten, Mitglied der Geschäftsführung und Chief Financial Officer der Siemens Bank

Dr. Ingeborg Hampl, Mitglied der Geschäftsführung und Chief Risk Officer der Siemens Bank

Ein satzungsgemäßer Aufsichtsrat ist mit den folgenden Mitgliedern eingerichtet:

Veronika Bienert, Mitglied der Geschäftsführung der Siemens Financial Services GmbH, München, und Chief Executive Officer der Einheit Siemens Financial Services der Siemens AG,

Dr. Peter Rathgeb, Vorsitzender der Geschäftsführung der Siemens Treasury GmbH, München, und Corporate Treasurer der Siemens AG

Veronika Bienert ist Vorsitzende und Dr. Peter Rathgeb ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats. Weder amtierende noch ausgeschiedene Mitglieder des Aufsichtsrats haben für ihre Tätigkeit als Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2023 eine Vergütung oder eine Pensionszusage der Siemens Bank erhalten.

Der Aufsichtsrat nimmt auch die Funktion eines Prüfungsausschusses wahr.

26 Konzernzugehörigkeit

Die Siemens Bank ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Siemens AG, Berlin und München, und wird in den Konzernabschluss der Muttergesellschaft (kleinster und größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Der Konzernabschluss der Siemens AG wird beim Unternehmensregister zur Offenlegung eingereicht. Im Geschäftsjahr wurden keine Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen mit nahestehenden Unternehmen beziehungsweise Personen gemäß § 285 Nr. 21 HGB durchgeführt.

27 Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2022/2023 beträgt 392 T€ (im Vorjahr: 380 T€). Das Honorar umfasst auch die Prüfung der Niederlassung Singapur und entfällt vollumfänglich auf Abschlussprüfungsleistungen.

28 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es ergaben sich keine berichtspflichtigen wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

 

München, den 8. Dezember 2023

Die Geschäftsführung

Siobhan Smyth

Dr. Andreas Steininger

Dr. Christoph Baumgarten

Dr. Ingeborg Hampl

Angaben nach § 26a Abs. 1 S. 2 und S. 4 Kreditwesengesetz

Am 30. September 2023 unterhielt die Siemens Bank folgende Niederlassungen in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union:

Deutschland: Siemens Bank GmbH, Otto-Hahn-Ring 6, 81739 München (Headoffice) mit Niederlassungen in Stuttgart und Düsseldorf

In Drittstaaten unterhielt die Siemens Bank am 30. September 2023 zwei Niederlassungen:

Großbritannien: Siemens Bank GmbH, Niederlassung London, 111 Old Broad Street, London, EC2N 1AP

Singapur: Siemens Bank GmbH, Niederlassung Singapur, 60 MacPherson Road, Singapur, 348615

Die Tätigkeit dieser Niederlassungen stellte sich auf konsolidierter Basis wie folgt dar:

Deutschland
*in T€ 2023 2022
Geschäftsarten Kredit- und Garantiegeschäft Einlagengeschäft Dienstleistungsgeschäft
Kennzahlen
Umsatz * 169.155 124.352
Gewinn / Verlust vor Steuern * 16.413 -339.642
Steuern auf den Gewinn * -250 -320
Erhaltene öffentliche Beihilfen * 0 0
Anzahl Lohn- und Gehaltsempfänger 241,5 206,6
Großbritannien Singapur
*in T€ 2023 2022 2023 2022
Geschäftsarten Kredit- und Garantiegeschäft Dienstleistungsgeschäft Kredit- und Garantiegeschäft Dienstleistungsgeschäft
Kennzahlen
Umsatz * 52.024 56.226 59.602 49.840
Gewinn / Verlust vor Steuern * 87.937 87.080 -89.048 285.583
Steuern auf den Gewinn * -11.277 -6.660 -954 -4.938
Erhaltene öffentliche Beihilfen * 0 0 0 0
Anzahl Lohn- und Gehaltsempfänger 39,9 35,0 30,7 28,0

Als Umsatzerlöse werden das Zinsergebnis und das Provisionsergebnis aggregiert.

Die externe Refinanzierungstätigkeit für die Gesamtbank erfolgt überwiegend über das Headoffice in München, wodurch die Finanzierung der Niederlassungen im Wesentlichen bankintern erfolgt. Bei der Darstellung auf konsolidierter Basis werden alle bankinternen Transaktionen der Niederlassungen mit dem Headoffice nicht berücksichtigt. Dies führt dazu, dass nur die Bewertungseffekte aus den Fremdwährungspositionen des Kreditgeschäfts auf Niederlassungsebene berücksichtigt werden, was, wie im laufenden Geschäftsjahr, bei starken Währungskursschwankungen zu hohen positiven bzw. negativen Bewertungsergebnissen auf Niederlassungsebene führt. Unter Berücksichtigung der internen Finanzierungstransaktionen, sind diese Effekte aus Währungsschwankungen auf Niederlassungsebene nahezu ausgeglichen.

Die Kapitalrendite gem. § 26a Abs. 1 S. 4 KWG betrug 0,0 % (im Vorjahr: 0,2 %).

Der Jahresabschluss wurde mit Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 28. Dezember 2023 festgestellt.

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