EVOLUTIQ Property Management GmbH
Selbe AdresseVerwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Harald Rudolf Bauholz seit 22.4.2025 | Prokura |
Ingo Gula seit 22.4.2025 | Prokura |
Antonio Miguel Machado Da Silva seit 21.1.2025 | Prokura |
Philipp Christopher Gossow seit 15.7.2024 | Geschäftsführer |
Moritz Peter Frings seit 24.3.2023 | Prokura |
Sascha Kraatz seit 18.11.2022 | Geschäftsführer |
Christoph Thöt seit 14.10.2021 | Prokura |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
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| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Bank-Verlag GmbHKölnJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht 2023I. Geschäftsverlauf Im Jahr 2023 nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes preisbereinigt um 0,3 Prozent ab. Die wirtschaftliche Entwicklung war dabei wie schon im Vorjahr wesentlich bestimmt durch die Auswirkungen der Energiepreiskrise in Verbindung mit einer ausgeprägten weltwirtschaftlichen Schwäche und den zunehmend spürbaren Effekten der restriktiveren Geldpolitik. Für die IT-Branche insgesamt rechnet der Digitalverband Bitkom mit einem Wachstum von 3 %, das deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum liegt. 1. Wirtschaftliche Entwicklung Die veränderte Geschäftsentwicklung ist im Jahr 2023 wesentlich von internen Ereignissen und nur gering von den äußeren Rahmenbedingungen geprägt. Der Geschäftsverlauf von Januar bis Oktober ist positiv verlaufen. Ein wesentlicher Treiber ist dabei die girocard, die auch im Jahr 2023 sowohl in Transaktionen (+11,5 %) wie auch im Umsatz (+7,1%) gesamtwirtschaftlich gewachsen ist. Dies stützt auch das Umsatzwachstum im größten Produktbereich des Bank-Verlags, Payments inkl. IT-Service-Solutions, mit einem Zuwachs von 10,4%. Mitte November 2023 ereignete sich ein Betrugs-Vorfall, der auf eine Fehlfunktion in der Autorisierungszentrale des Bank-Verlags zurückgeht und zu einem hohen potenziellen Schadenvolumen führte. Aufgrund eines unbeabsichtigten Softwarefehlers konnten Angreifer eine Lücke identifizieren und ausnutzen. Dabei wurden Karten- und Kontodaten einer einzelnen Bank genutzt, um betrügerische Transaktionsanfragen zu stellen. Die Koinzidenz beider Ereignisse führte zu einem Vorfall mit einem Euro-Volumen im zweistelligen Millionenbereich und einer dementsprechenden Risikovorsorge im Jahresabschluss 2023. Unmittelbar nach ihrer Erkennung wurde die Fehlfunktion behoben, so dass keine weiteren betrügerischen Transaktionen über diesen Angriffsvektor mehr durchgeführt werden konnten. Diese wurden danach final und umfassend verhindert. Die Geschäftsführung hat unmittelbar nach dem Vorfall eine große Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Untersuchung und Aufarbeitung des Sachverhalts beauftragt. Im Rahmen der Untersuchung wurden Mängel in mehreren Bereichen festgestellt. Zum einen wurden Sofortmaßnahmen ergriffen und zum anderen umgehend ein Programm gestartet, in dem auch mittel- und langfristige Verbesserungen umgesetzt werden. Bezüglich der Vorfallerkennung wurden unverzüglich die Regelwerke und Eingriffsprozesse für betrügerische Transaktionen umfassend verbessert sowie die Transaktions-Beobachtung personell deutlich verstärkt. Es wurde zudem ein 7 Tage/24 Stunden-Service geschaffen, der zweifelhafte Transaktionen erkennt und bewertet. Dabei wurde der Fokus auf ein kaskadiertes Vorgehen gelegt, das den umfassenden sofortigen Eingriff über mehrere Eskalationsstufen sicherstellt. Auch auf große Angriffe kann nun mit umfassenden Sofortmaßnahmen reagiert und deren Auswirkung eliminiert werden. In der Softwareentwicklung wurden die Prozesse dahingehend überarbeitet, dass ein stärkerer Fokus auf der Dokumentation und Risikobewertung vor einem Release liegt. Auf dieser Basis entscheidet ein mit Spezialisten, Führungskräften und Geschäftsführung besetztes Gremium, ob Veränderungen, z.B. durch Releases, verantwortungsvoll eingeführt werden können. Desweiteren wurden zahlreiche Maßnahmen in der Linienorganisation ergriffen. Es wurden mehrere Führungspositionen neu besetzt, um das vorhandene Interne Kontrollsystem (IKS) stringent umzusetzen. Die Funktionen Compliance-, Fraud- und Cybersecurity wurden in einem Bereich zentral zusammengeführt und zunächst adhoc mit externen Experten sowie nachfolgend sukzessive mit internen und neu eingestellten Mitarbeitern verstärkt. 2. Gesamtunternehmen Im ersten Quartal 2023 wurden die Bereichsleitungen für Communications, Applications Development Banking, dem Customer Service Center und dem Corporate Development neu besetzt und die Zusammenarbeit der Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung in einem Executive Committee neu organisiert. Darüber hinaus wurden themenspezifische Boards eingerichtet, um die Aufbauorganisation zu stärken. Auch einige wichtige Prozesse wie z.B. zur (IT-) Strategie, das Incident-Management und zur Projektportfolioplanung wurden überarbeitet. Diese Veränderungen konnten den Fraudangriff nicht verhindern, erwiesen sich jedoch insbesondere in der Aufarbeitung des Angriffs im vierten Quartal als funktional, notwendig und grundlegend für den weiteren Unternehmenserfolg. Das zweite und dritte Quartal beinhalteten mehrere Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in den Rechenzentren und eine wichtige Grundsatzentscheidung zum Vorgehen im Bereich der Autorisierungszentrale. Es wurde entschieden, die heutige Autorisierungssoftware durch eine leistungs- und zukunftsfähige Anwendung zu ersetzen, die am Markt verfügbar ist. Die notwendigen Folgeprozesse zur Implementierung und Integration wurden in einem Programm aufgesetzt und mit Experten besetzt. Der im vierten Quartal eingetretene Fraud-Vorfall bestätigt diese Grundsatzentscheidung, ohne ihn dadurch verhindern zu können. Nachfolgend wurden mit Hilfe einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft detaillierte Untersuchungen zum Vorfall durchgeführt und die zuvor beschriebenen Maßnahmen in der Vorfallerkennung und Betrugsprävention, sowie in der Softwareentwicklung und den Testverfahren umgesetzt. 3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Ertragslage: Der Bank-Verlag erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 60.827 Tsd. € (Vorjahr 59.287 Tsd. €), der sich wie folgt aufteilt: 37.022 Tsd. € entfallen auf Payments inkl. IT-Services, 9.510 Tsd. € auf Customers, 8.399 Tsd. € auf Accounts, 5.320 Tsd. € auf Banking Community & Support und 576 Tsd. € auf Verwaltung/IT Infr. Für das Jahresergebnis ist im betrieblichen Gesamtaufwand der Vorfall im November prägend. Der Angriff wird mit einer Risikovorsorge in Höhe von 20.000 Tsd. € im Jahresergebnis 2023 abgebildet. Nach derzeitiger Einschätzung wird die Schadenhöhe in zweistelliger Millionenhöhe liegen. Die Verhandlungen mit der betroffenen Bank und den relevanten Versicherungen stehen noch aus. Diese werden neben der Schadenhöhe auch berücksichtigen, welche Transaktionen und Gelder im Zahlungsverkehrsnetzwerk zurückgeholt werden konnten. Damit ergibt sich insgesamt, dass im Zeitablauf weitere Erkenntnisse eintreten können, welche die Schadenhöhe mindernd oder steigernd beeinflussen können. Die Bildung der Risikovorsorge ist daher mit großer Unsicherheit behaftet. Die Geschäftsführung hat sich eingehend und umfassend zu dem Sachverhalt beraten lassen. Die finalen Gutachten stehen jedoch noch aus und so hat die Geschäftsführung eine Entscheidung unter Unsicherheit mit dem Ziel getroffen, dem wahrscheinlichen Schaden mit einer angemessenen Risikovorsorge vorsichtig zu entsprechen. Die Entwicklung der Umsatzerlöse teilt sich wie folgt auf nachfolgende Geschäftsbereiche auf: Der Produktbereich Payments inkl. IT Service Solutions erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Umsatz in Höhe von 37.022 Tsd. € (Vorjahr: 33.528 Tsd. €). Die in der Pandemie weggefallenen Auslandstransaktionen nahmen wieder zu und die inländischen Transaktionen blieben konstant. Steigende Volumina aus der Tokenisierung stützen den Umsatz. Apple Pay für das Zahlungssystem girocard konnte mit einer ersten Pilotbank erfolgreich in den Markt gebracht werden. Mehrere Banken wurden in 2023 erfolgreich auf die neue ComboCard - einer Kombination der girocard mit einer VISA Debit oder MasterCard Debit - migriert. Der Umsatz des Bereichs IT Service Solutions (2.430 Tsd. €) wird in 2023 gemeinsam mit Cards & Payment Solutions ausgewiesen. Der Produktbereich Customers erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Umsatz in Höhe von 9.510 Tsd. € (Vorjahr 9.343 Tsd. €) mit dem Schwerpunkt auf den Aktivitäten des Bereichs Security & Trusted Services in den eIDAS-Vertrauensdiensten. Es konnten Kunden in weiteren Produktausprägungen wie z.B. qualifizierte Zeitstempel, qualifizierte Signatur, fortgeschrittene Signatur und BV Secure gewonnen werden. Die Produktfeatures wurden ausgebaut. Im Berichtsjahr wurden für die Kontenevidenzzentrale zwei neue Kunden gewonnen, so dass zum Jahresende 2023 insgesamt 135 Kunden den Service nutzten. Der Produktbereich Accounts erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Umsatz in Höhe von 8.399 Tsd. € (Vorjahr: 8.069Tsd. €). Die Umsatzsteigerung konnte durch die Einführung eines neuen Firmenkundenportals mit verbesserten Leistungsumfang und Anpassung des Preismodells erzielt werden. Darüber hinaus wurde jeweils eine weitere Bank im PSD2-Service und im Instant-Payment-Service in den produktiven Betrieb übernommen. Der Produktbereich Banking Community & Support erzielte einen Umsatz von 5.320 Tsd. € (Vorjahr: 5.770 Tsd. €). Eine Bereinigung der Produktpalette wurde durchgeführt und in der Folge wurden verschiedene Verlagsprodukte zum Ende des Geschäftsjahres eingestellt, darunter die Zeitschrift „die bank“. Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen 2.179 Tsd.€ (Vorjahr 530 Tsd. €). Die sonstigen Erträge stiegen insbesondere aufgrund der Auflösung einer Rückstellung für Instandhaltungs- und Rückbaumaßnahmen in Höhe von 1.832 Tsd. €. Diese resultiert aus einem geänderten Mietvertrag im Zusammenhang mit der Anmietung neuer Räumlichkeiten. Der betriebliche Gesamtaufwand beläuft sich auf 77.917 Tsd. € (Vorjahr 55.475 Tsd. €) und enthält die vorgenannte Risikovorsorge in Höhe von 20.000 Tsd. €. Der Anstieg der Personalaufwendungen ist hauptsächlich auf den Anstieg der Mitarbeiteranzahl und der jährlichen Gehaltsanpassung zurückzuführen. Zum Bilanzstichtag waren 231 (Vorjahr 225) festangestellte Mitarbeiter beschäftigt. In Fortbildungsmaßnahmen wurden 204 Tsd. € (Vorjahr 78 Tsd. €) investiert. Ferner sind die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Wesentlichen aufgrund der Risikovorsorge für den Fraud-Angriff in Höhe von 20.000 Tsd. € gestiegen. Das Finanzergebnis beträgt 950 Tsd. € (Vorjahr 13 Tsd. €). Aufgrund der erwirtschafteten Zinserträge (722 Tsd.€) aus Festgeldern konnte das Finanzergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden. Maßgeblich hierfür war die Erhöhung der Zinssätze für Festgeldanlagen bei den Geschäftsbanken. Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf -13.976 Tsd. € (Vorjahr +4.355 Tsd. €). Im Bereich der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag werden aufgrund des Jahresfehlbetrages Steuererstattungen erwartet. Diese stehen im Zusammenhang mit den körperschaftsteuerlichen Verlustrückträgen. Die Gesellschaft erzielt einen Jahresfehlbetrag von 12.381 Tsd. € (Vorjahr Jahresüberschuss 2.653 Tsd. €). Vermögens- und Finanzlage: Das Anlagevermögen hat sich durch die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Zugänge sowie die planmäßigen Abschreibungen verändert. Investitionen in Anlagevermögen Im Berichtsjahr wurden insgesamt 5.595 Tsd. € (Vorjahr 10.038 Tsd. €) wie folgt investiert:
1) Bei dem Zugang der Finanzanlagen handelt es sich überwiegend um Kapitalanlageinvestitionen im Rahmen der Vermögensverwaltung durch drei Banken. Grundlage der Vermögensverwaltung ist die Anlagerichtlinie der Bank-Verlag GmbH, die am 18.6.2020 in Kraft gesetzt und mit Fassung vom 5.12.2022 angepasst wurde. Die Höhe der Zugänge resultiert aus dem Anfangsbestand und den in der Folgezeit getätigten Transaktionen, Abgang einer Anlagenklasse und erneuter Zukauf in eine Anlagenklasse. Die Entwicklung des Buchwertes der Kapitalanlage kann dem Brutto-Anlagespiegel entnommen werden. Innerhalb der Finanzanlagen haben sich die Wertaufholungen der Wertpapiere des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 fortgesetzt. Auf außerplanmäßige Abschreibungen wurde in Vorjahren verzichtet. Dementsprechend wirken sind die teilweise deutlichen Wertaufholungen nicht ertragswirksam aus. Die sonstigen Forderungen haben sich insbesondere aufgrund von zu erwartenden Steuererstattungen im Zusammenhang mit körperschaftsteuerlichen Verlustrückträgen erhöht. Die Zunahme der flüssigen Mittel ist im Wesentlichen auf den positiven operativen Geschäftsverlauf und Zinserträge aus Festgeldanlagen zurückzuführen. Eine Übersicht der Liquiditätskennziffern ist der beigefügten Tabelle zu entnehmen:
Aufgrund des positiven operativen Cashflows und der erwirtschafteten Zinserträge aus Festgeldern ist die Finanzlage trotz der Risikovorsorge aus dem Fraud-Angriff weiterhin stabil. Es besteht zum Bilanzstichtag eine Überdeckung der kurzfristig zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 30.244 Tsd.€ Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt 44.744 Tsd. € (Vorjahr 58.325 Tsd. €). Die Verminderung der Eigenkapitalquote im Geschäftsjahr 2023 von 66,8% im Vorjahr auf 49,9% ist überwiegend auf den Jahresfehlbetrag zurückzuführen. Die sonstigen Rückstellungen haben sich aufgrund der Risikovorsorge im Zusammenhang mit dem Fraud-Angriff in Höhe von 20.000 Tsd. €. insgesamt um 19.000 Tsd. €. erhöht. Dem gegenüber stand die Auflösung einer Rückstellung für Instandhaltungs- und Rückbaumaßnahmen in Höhe von 1.832 Tsd. €. resultierend aus einem geänderten Mietvertrag im Zusammenhang mit der Anmietung neuer Räumlichkeiten. Die Verminderung der Verbindlichkeiten ist vorwiegend durch die Stichtagsbetrachtung geprägt und darüber hinaus auf die Verminderung der Aufwendungen für bezogene Leistungen im Geschäftsjahr zurückzuführen. II. Risiko und- Chancenbericht Die Zukunft des Bank-Verlags ist zum einen durch die Risiken und Herausforderungen, welche nach dem Betrugsvorfall zu bewältigen sind und zum anderen durch die Chancen geprägt, die sich aus vielfältigen Entwicklungen in den modernen Zahlverfahren und der Digitalisierung ergeben. Es wurde bereits vor dem Vorfall im November damit begonnen, den Risikoprozess im Jahr 2023 zu überprüfen und diesen stärker als Teil der strategischen Unternehmensplanung und nach ISO 31000 zu organisieren. Dies konnte den Fraud-Vorfall im November 2023 jedoch nicht verhindern. Ziel ist ein wirksames Risikomanagementsystem, das Risiken reduziert oder vermeidet. Dabei obliegt das Risikomanagement der Geschäftsführung. Das erweiterte Management ist an der Identifikation und Klassifizierung der strategischen Risiken beteiligt. Dem Beirat wird regelmäßig über bestehende Risiken und Revisionsergebnisse berichtet. Die dezentrale Analyse zur Identifikation strategischer Risiken ergab, dass 15 identifizierte Risiken zeitnah einer Behandlung zugeführt werden müssen. Die Strategie zur Risikobehandlung wurde im Januar 2024 durch Abstimmung zwischen dem erweiterten Management und der Geschäftsführung festgelegt. Bei der Betrachtung der Risikoarten werden Risikokonzentrationen analysiert. Neben der bestehenden Abhängigkeit von einigen großen Banken liegen diese insbesondere in den Bereichen Mitarbeiter-Know-How und Cyber-Crime Prozesse. Das Interne Kontrollsystem (IKS) des Bank-Verlags enthält ein umfangreiches Regelwerk, das intern zur Qualitätssicherung und Prävention von wirtschaftlichen Schäden dient. Im Jahr 2023 wurden weitere Regelwerke aufgenommen und existierende Regelwerke konkretisiert. Im Rahmen des Fraud-Vorfalls im November 2023 stellte die untersuchende Wirtschaftsprüfungsgesellschaft fest, dass das IKS zwar funktional aber nicht vollumfänglich wirksam war. Es wurde u.a. festgestellt, dass Regelwerke von Führungskräften nicht kontrolliert und umgesetzt wurden. Mitarbeiter haben wichtige Dokumentations- und Kontrollhandlungen, die im IKS vorgesehen waren, nicht durchgeführt oder missachtet. Diese Erkenntnisse wurden auch durch eine weitere Analyse der Fraud-Funktionen im Dezember 2023 ergänzt. Auch in Konsequenz dieser Ergebnisse wurde das Verbesserungsprogramm Limes aufgesetzt. Ziel ist es hier u.a., das IKS auf ein höheres Niveau zu bringen und die Stringenz in der Umsetzung durch einheitliche Prozesse sowie eine stärkere kulturelle Verankerung nachhaltig zu verbessern. Der Bank-Verlag verfügt über ein Business Continuity Management (BCM), um einen kontinuierlichen Geschäftsbetrieb auch im Falle von Schadenereignissen sicherzustellen. Das BCM des Bank-Verlags ist dabei eng an den BSI-Standard 200-4 (ehemals 100-4) und die ISO 22301 angelehnt. Innerhalb des Bank-Verlags fußt das BCM auf einer dedizierten BCM-Organisation mit entsprechenden Verantwortungen. Als Instrumente dienen Business-Continuity-Analysen, Notfallpläne, eine BCM-Policy sowie daraus abgeleitete Arbeitsanweisungen. Sie werden ergänzt durch Business- und Risiko-Impact-Analysen (BIA/RIA), BCM-Szenarien und -strategien sowie Wiederanlaufpläne. Die BCM-Übung 2023 zielte auf die Kontinuität der Rechenzentren im Krisenfall. Wichtige Zertifikate für das BCM (Trusted Site Infrastructure -TSI) sowie für die Rechenzentrums- und IT-Infrastruktur (ISI 27001) wurden im Jahr 2023 verlängert bzw. bestätigt. Eingangs des Lageberichts wurde bereits auf die unmittelbar umgesetzten Maßnahmen nach dem Betrugs-Vorfall eingegangen. Hierdurch wurden die dringenden und wichtigsten Mängel bereits abgestellt. Zusätzlich wurde ein umfangreiches Programm aufgesetzt, welches im Jahr 2024 eine weitere systematische Verbesserung in den Bereichen Fraudbehandlung, Softwareentwicklung und Testing sowie die dauerhafte und fortgesetzte Sicherstellung der Compliance erreichen soll. In diesem Programm werden umfangreiche Verbesserungen strukturiert abgearbeitet. Ein wichtiger zusätzlicher Baustein ist die organisatorische und kommunikative Integration in die Unternehmenseinheiten, um die Sicherheitskultur im Bank-Verlag zu stärken. Dieses Programm ist eine wichtige Investition für die konkrete Verbesserung und gleichzeitig für die Rückgewinnung von verlorenem Vertrauen. Das Verbesserungsprogramm wird durch Maßnahmen in der Linienorganisation flankiert. Während unmittelbar nach dem Betrugsvorfall personelle Sofortmaßnahmen dort ergriffen wurden, wo Prozesse des Internen Kontrollsystems nicht angemessen durchgeführt wurden, steht nun die systematische Verbesserung und Absicherung des Know-Hows in Schlüsselfunktionen im Fokus. Chancen aus der Entwicklung moderner Zahlverfahren und der Digitalisierung: Das erhebliche Know-How in den digitalen Zahlverfahren wird in der Strategie des Bank-Verlags auch weiterhin eine starke Rolle spielen. Schon jetzt ist der Bank-Verlag in der Tokenisierung, d.h. bei digitalen Karten, führend und setzt seine gute Ausgangslage auch in modernen wie z.B. mobilen Zahlverfahren erfolgreich mit Kunden um. Betrachtet man die Entwicklung von Zahlverfahren auch international, so findet man beispielsweise in Asien QR-Code basierte Zahlverfahren. Der Bank-Verlag ist heute in der Lage, QR-Code-Zahlverfahren über die PSD2-Schnittstelle mit der IBAN zu verbinden und damit moderne Zahlverfahren für alle Bank-Kunden in Deutschland aber auch darüber hinaus zu gestalten. Die Weiterentwicklung moderner Zahlverfahren wird auch in Zukunft eine Chance für die Gewinnung neuer Kunden und neuer Produktbereiche sein. Der Bank-Verlag hat damit auch gute Voraussetzungen für europäische Entwicklungen wie den digitalen Euro. Im Bereich der Digitalisierung ist der Bank-Verlag über seine Trusted Services Technologie (auf Basis der eID) schon heute gut für die vollständige Digitalisierung von Bank-Prozessen positioniert. Da solche Prozesse auch von anderen Branchen benötigt werden, ergeben sich hier auch Chancen in Richtung großer Unternehmen oder z.B. Behörden. III. Prognosebericht Der Reputationsverlust aus dem Betrugs-Vorfall bei den Kunden wird aufgrund der langfristigen Vertragsbeziehungen und der engen technischen Verflechtung mit den Systemen der jeweiligen Banken zwar nur zu moderaten Umsatzeinbußen im Jahr 2024 führen, insbesondere wird es jedoch schwieriger sein, neue Kunden und neue Vertragsabschlüsse zu gewinnen. Der Bank-Verlag wird mittelfristig noch stärker beweisen müssen, dass er mit systematischen Verbesserungen ein verlässlicher Partner bleibt. Eine zentrale Säule ist dabei die erhebliche Verbesserung im Fraud-Management bereits im ersten Halbjahr 2024. Es ergibt sich aus der Gesamtverbesserung mittel- bis langfristig auch die Chance auf ein stabileres und stark verbessertes Leistungsniveau. Die Konsequenz dieses Vorgehens ist eine erhebliche Investition in die Stabilität und Resilienz des Bank-Verlags, die das Geschäftsergebnis im Jahr 2024 belasten wird. Zum einen werden Aufwände erzeugt, die durch die Verbesserung von Prozessen gemeinsam mit einem umfangreichen Expertenteam einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft entstehen. Ein Schwerpunkt dieser Themen liegt bereits im ersten Halbjahr 2024. Darüber hinaus wird es auch Investitionen in die Fraud-Infrastruktur, die Compliance und die Softwareentwicklung geben. Diese Maßnahmen sind mittel- bis langfristig und werden sich über das Gesamtjahr 2024 bis mindestens in das Jahr 2025 ziehen. Im Jahr 2024 wird insgesamt mit einem negativen Ergebnis gerechnet. Es wird jedoch gegenüber dem Jahr 2023 eine deutliche Ergebnisverbesserung und damit ein positiver Trend sichtbar sein. Dieser Trend wird sich im Folgejahr 2025 mit einem nochmals verbesserten und wieder positiven Jahresergebnis fortsetzen. Das erhebliche Eigenkapital und die hohe Liquidität des Bank-Verlags sind eine stabile Grundlage, um diese Aufwände und auch die Investitionen durchzuführen. Zusammenfassend ist festzustellen, dass keine bestandsgefährdenden Risiken bestehen. Insbesondere ist der Bank-Verlag aufgrund seiner sehr guten Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung in der Lage, seinen Verpflichtungen in den nächsten Jahren nachzukommen. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund der zu tätigenden Investitionen in die Resilienz und Stabilität des Bank-Verlags.
Köln, den 16. April 2024 Bank-Verlag Bernd Oletzky Sascha Kraatz BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
Anhang 2023Bank-Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Wendelinstraße 1, 50933 Kölnder Bank-Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Köln, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Köln unter HRB 65 I. Allgemeine Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1. Anwendung gesetzlicher Vorschriften Der Jahresabschluss der Bank-Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr 2023 ist nach den Vorschriften der §§ 238 ff. Handelsgesetzbuch aufgestellt. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer werden regelmäßig 3 bis 5 Jahre zugrunde gelegt, wenn sich nicht im Einzelfall ein abweichender Zeitraum ergibt. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden linear mit einer Nutzungsdauer von 3 bis 13 Jahren vorgenommen. Abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten über 250 € bis 800 € werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben. Der Ansatz eines Sammelpostens erfolgt nicht. Das Finanzanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei voraussichtlich vorübergehenden Wertminderungen wird von dem Abschreibungswahlrecht kein Gebrauch gemacht. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bewertet. Bestände in fremder Währung wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum 31.12.2023 umgerechnet. Die handelsrechtliche Bewertung der Pensionsverpflichtungen ist auf Basis des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes durchgeführt. Bei der Bewertung werden Trendannahmen für die relevanten Größen, die sich auf die Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen sind die Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck verwendet worden. Die Rückstellung ist mit dem Barwert unter Zugrundelegung des 10-Jahres-Durchschnittzinsatzes gem. § 253 Abs. 2 HGB bewertet. Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Die Bewertung erfolgt auf Basis der Vollkostenrechnung. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem Barwert unter Zugrundelegung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen 7 Jahre gemäß 253 Abs. 2 HGB bewertet. Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert. II. Erläuterungen zur Bilanz 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in einer gesonderten Anlage dargestellt. Bei allen Anlagegütern wurden die gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten als ursprüngliche Anschaffungs- und Herstellungskosten übernommen. 2. Sonstige Vermögensgegenstände Die Bewertung des in der Bilanzposition „Sonstige Vermögensgegenstände“ ausgewiesenen Dollarguthabens, der Sicherungseinlage bei der MasterCard Europe, erfolgt zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag. 3. Forderungen gegen Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht Die hier ausgewiesenen Forderungen betreffen im Geschäftsjahr solche aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2 Tsd. € (Vorjahr 3 Tsd. €). 4. Gewinnrücklagen
5. Rückstellung für Pensionen Die Pensionsverpflichtungen beruhen auf Einzelzusagen, der Versorgungsordnung der Bank-Verlag GmbH und den verschiedenen Versorgungsordnungen der Deutsche Bank AG sowie auf einzelvertraglichen Vereinbarungen. Die Leistungen hängen von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der MitarbeiterInnen ab. Die Bewertung der Pensionsrückstellungen ist nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) durchgeführt. Dabei werden zukünftige Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteiligen Leistungsansprüche bewertet. Der Berechnung des Barwerts liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:
Gem. § 253 Abs. 6 HGB ist im Falle von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 10 Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 7 Geschäftsjahren in jedem Geschäftsjahr zu ermitteln. In Höhe des Unterschiedsbetrages besteht eine Ausschüttungssperre. Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt: Tsd. € 80 EUR (i.V. Tsd. € 322) 6. Sonstige Rückstellungen Der in der Bilanz auf der Passivseite unter Position „Sonstige Rückstellungen“ ausgewiesene Betrag enthält im Wesentlichen:
Die Rückstellung für Schadenersatz beinhaltet die Risikovorsorge im Zusammenhang mit einem Cyber-Angriff. 7. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht Die hier ausgewiesenen Verbindlichkeiten betreffen im Geschäftsjahr und im Vorjahr solche aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 172 Tsd. € (Vorjahr 107 Tsd. €). III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsfeldern
2. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die G&V-Position „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ beinhaltet den Zinsaufwand aus der Abzinsung von sonstigen Rückstellungen und Rückstellungen für die Altersversorgung. Die Zinsermittlung erfolgt gemäß § 253 Abs. 2 HGB. Die Abzinsungssätze werden durch die Deutsche Bundesbank nach Maßgabe einer Rechtsverordnung ermittelt und monatlich veröffentlicht. Der Zinsermittlung für sonstige Rückstellungen lagen Restlaufzeiten von 1,5 bis 10 Jahren zugrunde (Vorjahr 1,5 bis 10 Jahre) sowie ein durchschnittlicher Marktzinssatz von 1,03 % bis 1,82 % (Vorjahr 0,48 % bis 1,78 %). Der Zinsaufwand aus Abzinsungen beträgt 39 Tsd. € (Vorjahr Zinsertrag 36 Tsd. €). Die Zinsermittlung der Rückstellung für Altersversorgung erfolgt pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, und beträgt 1,82 % (Vorjahr 1,78 %). Der Zinsaufwand aus der Abzinsung der Rückstellung für Altersversorgung beträgt 150 Tsd. € (Vorjahr 155 Tsd. €). IV. Sonstige Angaben 1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Das Obligo aus getätigten Bestellungen beträgt zum 31.12.2023 insgesamt 1.599 Tsd. € 2. Abschlussprüferhonorar
3. Arbeitnehmerzahl Im Jahresdurchschnitt wurden - entsprechend der Berechnung nach § 285 Ziffer 7 HGB - 234 Mitarbeiter (Vorjahr 224,25) beschäftigt, ausschließlich Angestellte. 4. Bezüge von Organmitgliedern In Bezug auf die Angaben der Gesamtbezüge der Geschäftsführer wird von der Schutzklausel des § 286 Absatz 4 HGB Gebrauch gemacht. Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Beirats für das Geschäftsjahr 2023 betragen 46 Tsd. € (Vorjahr 58 Tsd. €). 5. Bezüge früherer Organmitglieder und ihrer Hinterbliebenen sowie Pensionsverpflichtungen für diesen Personenkreis Die früheren Geschäftsführer der Gesellschaft und ihre Hinterbliebenen erhielten 2023 Gesamtbezüge von 379 Tsd. € (Vorjahr 378 Tsd. €). Die für laufende Pensionen und Anwartschaften früherer Geschäftsführer und ihrer Hinterbliebenen gebildeten Rückstellungen betragen zum Bilanzstichtag 5.128 Tsd. € (Vorjahr 5.099 Tsd. €). 6. Angaben zu Unternehmen, an denen ein Anteilsbesitz von 20 % oder mehr besteht
7. sonstige Angaben gemäß § 285 Nr. 18 HGB Bei den im Anlagevermögen als langfristige Anlagen ausgewiesenen Finanzinstrumente handelt es sich aufgrund von Wertaufholungen nach dem Bilanzstichtag um vorübergehende Wertminderungen. Der Buchwert vorübergehend wertgeminderten Anleihen/Anleihefonds zum Bilanzstichtag beträgt insgesamt 9.205 Tsd. € und der beizulegende Zeitwert 8.551 Tsd. €. Der Buchwert der vorübergehend wertgeminderten Aktien/Aktienfonds zum Bilanzstichtag beträgt insgesamt 766 Tsd. € und der beizulegende Zeitwert 714 Tsd. €. Auf eine außerplanmäßige Abschreibung der Anleihen/Anleihefonds wurde verzichtet, da die Anleihen/Anleihefonds grundsätzlich bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Auf eine außerplanmäßige Abschreibung der Aktien/Aktienfonds wurde verzichtet, da sich die betreffenden Aktienkurse nach dem Abschlussstichtag erholt haben und von weiteren Kurserholungen ausgegangen wird. Aufgrund von Wertaufholungen nach dem Bilanzstichtag verbleibt zum Zeitpunkt der Jahresabschlusserstellung eine Wertminderung in Höhe von insgesamt 724 Tsd. €. Auf eine außerplanmäßige Abschreibung in dieser Höhe wurde aufgrund des Wahlrechts gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB verzichtet. 8. sonstige Angaben gemäß § 285 Nr. 29 HGB Die aktiven latenten Steuern beruhen auf ertragsteuerlichen Verlustvorträgen und einer unterschiedlichen Bewertung bei den Personal- und sonstigen Rückstellungen. Die Bewertung erfolgte zu einem Steuersatz von 30%. Eine Aktivierung der latenten Steuern erfolgte gemäß § 274 Abs. 1 HGB nicht. 9. sonstige Angaben gemäß § 285 Nr. 31 HGB Die Auflösung einer Rückstellung für Instandhaltungs- und Rückbaumaßnahmen in Höhe von 1.832 Tsd. €. resultiert aus einem geänderten Mietvertrag im Zusammenhang mit der Anmietung neuer Räumlichkeiten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten in Höhe von 20.000 Tsd. € die Risikovorsorge im Zusammenhang mit einem Cyber-Angriff. 10. Nachtragsbericht gemäß § 285 Nr. 33 HGB Im Januar 2024 sind wesentliche Teile der Belegschaft in neu angemietete Räumlichkeiten umgezogen. Der vollständige Umzug der Belegschaft erfolgt im Laufe des Geschäftsjahres 2024. Wesentliche finanzielle Auswirkungen ergeben sich für das Geschäftsjahr 2024 nicht. Beginnend im Jahr 2025 wird die finanzielle Belastung durch die Mietobjekte durch weitere Abmietung und höhere Flächeneffizient tendenziell abnehmen V. Geschäftsführung und Beirat 1. Mitglieder der Geschäftsführung - Herr Bernd Oletzky Geschäftsführer Markt und Steuerung Sprecher der Geschäftsführung - Herr Sascha Kraatz Geschäftsführer IT Herr Matthias Strobel Geschäftsführer (bis 31.12.2023) - Herr Wilhelm Niehoff Geschäftsführer (bis 28.02.2023) 2. Mitglieder des Beirats - Herr Joachim Dahm Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt) Managing Director Leiter Steuern und Leiter Beteiligungen Bundesverband deutscher Banken e. V. Vorsitzender des Beirats - Herr Sebastian Kauck CIO Corporate Clients Commerzbank AG, Frankfurt am Main stellvertretender Vorsitzender des Beirats - Herr Steffen Dunemann Group Head of Operations & B2B ODDO BHF SE, Frankfurt am Main (ab 01.01.2023) - Herr Dr. Carsten Esbach Chief Operating Officer Germany & Austria BNP Paribas S.A. - Niederlassung Deutschland, Frankfurt am Main - Herr Manfred Richels Managing Director Global Payment Solutions UniCredit Bank AG, München - Herr Jan-Peter Lisaus Head of Issuing Corporate Bank Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main (ab 01.01.2023) - Herr Dr. Marco Schulmerich Vorstand
- Frau Laura Wirtz Head Daily Banking & Payments ING-Diba AG, Frankfurt am Main (ab 09.03.2022 bis 17.10.2023) VI. ErgebnisverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag 2023 in Höhe von 12.381.204,27 € auf neue Rechnung vorzutragen.
Köln, den 16. April 2024 Bank-Verlag Bernd Oletzky Sascha Kraatz Brutto-Anlagenspiegel zum 31.12.2023 Anlage zum Anhang
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Bank-Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Köln Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Bank-Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Bank-Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse − entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschafen geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und − vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts Die Geschäftsführung verweist im Lagebericht (Vermögens-, Finanz- und Ertragslage) auf den Cyber-Angriff im November 2023. Für den durch diesen Angriff entstandenen Schaden wurde Risikovorsorge in Höhe von 20 Mio. € gebildet. Die Geschäftsführung führt aus, dass im Zeitablauf weitere Erkenntnisse eintreten können, die sich auf die Schadenshöhe mindernd oder erhöhend auswirken können, so dass die Höhe der Risikovorsorge mit großer Unsicherheit behaftet ist. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus − identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. − gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. − beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. − ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. − beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. − beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. − führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln,den 16. April 2024 Nexia GmbH Christian Ueberholz, Wirtschaftsprüfer Dr. Dirk Iwanowitsch, Wirtschaftsprüfer |
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