Corestate Debt Advisory GmbHLiquidiert

Mainzer Landstraße 41, 60329 Frankfurt am Main, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 113170
Vorher
Aggregate Financial Services GmbHCORESTATE Bank GmbH
Eingetragen
26.9.2018
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem AnteilsbesitzBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
die Verwaltung eigenen Vermögens sowie die Beteiligung an Gesellschaften, ferner die Beratung von in- und ausländischen Unternehmen, soweit diese nicht gesetzlichen Genehmigungserfordernissen unterliegen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Izabela Teresa Danner
seit 22.11.2023
Geschäftsführer
Ihsan Nedim Dr. Cen
seit 22.11.2023
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

CORESTATE Bank GmbH (vormals: Aggregate Financial Services GmbH)

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die CORESTATE Bank GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der CORESTATE Bank GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der CORESTATE Bank GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse:

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1.Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, 23. Mai 2022

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Braun, Wirtschaftsprüferin

Bauer, Wirtschaftsprüfer

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2021

der CORESTATE Bank GmbH, Frankfurt am Main

AKTIVSEITE

Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 26.605.464,50 15.291.681,68
2. Forderungen an Kunden 3.626.940,00 8.400.654,13
3. Anteile an verbundene Unternehmen 0,00 530.001,00
4. Sachanlagen 385.123,00 361.960,00
5. Sonstige Vermögensgegenstände 1.643.518,67 2.213.526,12
6. Rechnungsabgrenzungsposten 136.977,08 75.475,23
Summe der Aktiva 32.398.023,25 26.873.298,16

PASSIVSEITE

Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro Euro
1. Sonstige Verbindlichkeiten 653.247,00 424.949,54
2. Rückstellungen
b) Steuerrückstellungen 3.867.395,00 5.137.671,38
c) andere Rückstellungen 2.910.976,00 6.778.371,00 2.817.744,49
3. Fonds für allgemeine Bankrisiken 176.772,08 0,00
4. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
b) Kapitalrücklage 1.386.250,00 1.386.250,00
c) Gewinnrücklagen
ca) andere Gewinnrücklagen 17.056.682,75 9.495.476,21
d) Jahresüberschuss 6.296.700,42 24.789.633,17 7.561.206,54
Summe der Passiva 32.398.023,25 26.873.298,16

Gewinn- und Verlustrechnung der CORESTATE Bank GmbH, Frankfurt am Main für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro Euro Euro
1. Zinserträge aus
a) Kredit - und Geldmarktgeschäften 146.791,34 146.791,34 110.736,66
-darunter: für negative Zinsen 75.551,13 Euro
2. Zinsaufwendungen 239.374,06 3.740,60
-92.582,72 106.996,06
3. Provisionserträge 27.712.762,00 19.751.673,00
4. Provisionsaufwendungen 50.000,00 0,00
27.662.762,00 19.751.673,00
5. a) Ertrag des Handelsbestandes 1.787.720,84 0,00
b) Aufwand des Handelsbestandes 20.000,00 0,00
1.767.720,84 0,00
6. Sonstige betriebliche Erträge 399.590,49 884.220,76
7. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 7.159.019,59 6.407.768,00
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 421.286,80 7.580.306,39 256.088,82
-darunter: für Altersversorgung 753,86 Euro 6.663.856,82
b) andere Verwaltungsaufwendungen 3.666.914,46 2.158.596,13
11.247.220,85 8.822.452,95
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen 98.375,95 110.176,46
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen 554.111,32 670.138,04
10. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 6.957.041,09 0,00
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 530.001,00 0,00
12. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 10.350.740,40 11.140.122,37
13. Steuern vom Einkommen und Ertrag 3.875.684,08 3.577.873,83
14. Sonstige Steuern 1.583,82 1.042,00
15. Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 176.772,08 0,00
16. Jahresüberschuss 6.296.700,42 7.561.206,54

Anhang

GRUNDLAGE, BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Grundlagen und Angaben zur Gesellschaft

Die CORESTATE Bank GmbH (vormals: Aggregate Financial Services GmbH) Frankfurt am Main wurde am 1. September 2018 gegründet. Nach Übertragung der GmbH-Anteile der Aggregate Financial Services GmbH auf die Corestate Capital Holding S.A., mit Sitz in Luxemburg, wurde mit Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 2. Juni 2021 die Namensänderung der Firma in CORESTATE Bank GmbH beschlossen. Die Gesellschaft ist unter Nr. HRB 113170 beim Amtsgericht Frankfurt am Main eingetragen.

Die CORESTATE Bank GmbH wird in dem nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss der börsennotierten Corestate Capital Holding S.A., Luxemburg, einbezogen, die gleichzeitig den größten und den kleinsten Kreis der Unternehmen bildet, dem die Gesellschaft als Tochtergesellschaft angehört. Der Sitz dieser Gesellschaft ist in 2180 Luxemburg, 4, Rue Jean Monnet, gelegen und der Konzernabschluss wird entsprechend Artikel 9 des Gesetzes vom 10. August 1915 über die Handelsgesellschaften in Luxemburg veröffentlicht.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses der CORESTATE Bank GmbH, Frankfurt am Main, waren daher für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 neben den Regelungen des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes auch die Vorschriften der Kreditinstituts-Rechnungslegungsverordnung - RechKredV zu berücksichtigen.

Die Pflicht zur Aufstellung des Jahresabschlusses nach den Vorschriften für große Kapitalgesellschaften ergibt sich bei Wertpapierinstituten im Sinne des § 2 Abs. 1 des Wertpapierinstitutsgesetzes, aus §§ 340 Abs. 4 i.V.m. 340a Abs. 1 HGB.

ALLGEMEINE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Forderungen an Kreditinstitute wurden zum Nominalwert in Übereinstimmung mit dem Ausweis der Bank zum Stichtag angesetzt.

Forderungen an Kunden wurden nach Prüfung, ob Wertberichtigungsbedarf vorliegt, mit dem Nennwert angesetzt.

Die Sachanlagen wurden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen wurden linear und pro rata temporis vorgenommen. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Entfallen die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung, erfolgt eine Zuschreibung.

Die angewandten Abschreibungssätze entsprechen den von der Finanzverwaltung herausgegebenen AfA-Tabellen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten unter EUR 800 wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Ihr Abgang wird im Jahr des Zugangs unterstellt.

Der Ansatz von Anteilen an verbundenen Unternehmen (Finanzanlagen) erfolgte zu Anschaffungskosten. Bei Wertminderungen, die nach Ansicht der Geschäftsführung der Gesellschaft dauerhaft sind, wurden diese Finanzanlagen wertberichtigt, um sie mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist. Diese Wertberichtigungen werden nicht beibehalten, wenn die Gründe der Wertberichtigungen nicht mehr bestehen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit ihrem Nennwert oder ihrem beizulegenden Wert angesetzt. Sie werden wertberichtigt, wenn ihre Einbringung gefährdet ist. Diese Wertberichtigungen werden nicht beibehalten, wenn die Gründe der Wertberichtigungen nicht mehr bestehen.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Beträge, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Unter diesem Posten wurden im Wesentlichen geleistete Zahlungen ausgewiesen. Der Ansatz erfolgte zum Nennwert.

Die sonstigen Verbindlichkeiten wurden mit ihren jeweiligen Erfüllungsbeträgen passiviert.

Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger, kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Rückstellungen (erwartete Inanspruchnahme in weniger als 12 Monaten) wurde auf eine Abzinsung gemäß § 253 Abs. 2 HGB verzichtet.

Die Erträge und Aufwendungen wurden periodengerecht abgegrenzt.

Einzelerläuterungen

Erläuterungen zur Bilanz

Die Forderungen an Kreditinstitute (TEUR 26.605; Vj: TEUR 15.291) sind täglich fällig.

Die Forderungen an Kunden (TEUR 3.627; Vj: TEUR 8.401) haben eine Restlaufzeit bis zu drei Monaten. Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine Wertberichtigung in Höhe von TEUR 6.277 (Vj: EUR 0) vorgenommen.

Die Beteiligung an der Aggregate Financial Debt Advisory GmbH (ADA) in Höhe von TEUR 530 wurde zum Jahresende vollständig abgeschrieben.

Die Sachanlagen (TEUR 385; Vj: TEUR 362) bestehen ausschließlich aus eigengenutzter Betriebs- und Geschäftsausstattung, deren Nutzungsdauer zwischen 2 Jahren und 13 Jahren variiert.

Zur Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021 wird auf den separat dargestellten Anlagespiegel verwiesen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände (TEUR 1.644; Vj: TEUR 2.214) enthalten im Wesentlichen Forderungen an das verbundene Unternehmen Aggregate Debt Advisory GmbH (TEUR 1.482; Vj.: TEUR 2.082), der ein nachrangiges Darlehen in Höhe von TEUR 1.250 mit einer Laufzeit von 2 Jahren im Jahr 2019 gewährt wurde. Daneben wurden der Aggregate Debt Advisory GmbH im Geschäftsjahr 2020 und 2021 nachrangige Betriebsmittelkredite in Höhe von insgesamt TEUR 770 gewährt. Die Zinsforderungen ggü. dem verbundene Unternehmen Aggregate Debt Advisory betrugen insgesamt TEUR 282 (Vj: TEUR 142). Das nachrangige Darlehen sowie die Betriebsmittelkredite wurden im Dezember 2021 aufgrund von Liquiditätsanforderungen zur Sicherstellung des laufenden Geschäftsbetriebs der Tochtergesellschaft zunächst bis 31. März 2022 und danach bis 31. Mai 2022 verlängert. Die Darlehens- und Zinsforderungen ggü. dem verbundene Unternehmen Aggregate Debt Advisory GmbH wurden auf insgesamt TEUR 1.482 wertberichtigt. Die Darlehensforderungen haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Im Übrigen handelt es sich bei den sonstigen Vermögensgegenständen um Mietkautionen für Geschäftsräume (TEUR 103, Vj: TEUR 103) sowie Steuererstattungsansprüche ggü. das Finanzamt (TEUR 37, Vj.: TEUR 25).

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten (TEUR 137; Vj: TEUR 75) bestanden im Wesentlichen aus im Jahr 2021 für 2022 gezahlten Entgelten für Finanzinformationsdienste und die elektronische Handelsplattform (Bloomberg: TEUR 63; Vj: TEUR 50) sowie IT-Dienstleistungen (Salesforce: TEUR 63; Vj: TEUR 19).

Die sonstigen Verbindlichkeiten (TEUR 653; Vj: TEUR 425) beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus abzuführender Lohn- und Kirchensteuer (TEUR 288; Vj: TEUR 195), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 176; Vj: TEUR 113), wie z.B. Anwaltshonorare (TEUR 94), die Kunden wieder weiterbelastet wurden, dem Honorar für die WpHG-Prüfung (TEUR 37) sowie Verbindlichkeiten ggü. der alleinigen Gesellschafterin Corestate Capital Holding S.A. (TEUR 117; Vj.: EUR 0) und dem verbundenen Unternehmen CORESTATE Capital Ad- visors GmbH (TEUR 7; Vj.: EUR 0).

Sämtliche Verbindlichkeiten sind täglich fällig. Es wurden keine Sicherheiten gewährt.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die Steuerrückstellungen für das laufende Geschäftsjahr (TEUR 3.867; Vj: TEUR 5.138).

Die anderen Rückstellungen (TEUR 2.911; Vj: TEUR 2.818) betreffen überwiegend den Personalbereich (Tantieme, Urlaub, Transformationskosten) (TEUR 2.499; Vj: TEUR 2.680), den EDW- Beitrag (TEUR 297; Vj: EUR 0), die Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 61; Vj: TEUR 52) und die IT- und Telekommunikationskosten (TEUR 19; Vj: TEUR 6).

Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 24.790 (Vj: TEUR 18.492). Es setzt sich aus gezeichnetem Kapital in Höhe von TEUR 50, das in voller Höhe ein bezahlt ist, Kapitalrücklagen in Höhe von TEUR 1.386 (Vj: TEUR 1.386), Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 17.057 (Vj: TEUR 9.495) und einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 6.297 (Vj: TEUR 7.561) zusammen.

Die Kapitalrücklage resultiert aus Zuzahlungen der Gesellschafter im Jahr 2018, die über den Nennbetrag der Gesellschaftsanteile hinaus geleistet wurden. Gemäß Beschluss der Gesellschafterversammlung wurde der Bilanzgewinn des Vorjahres in voller Höhe in die Gewinnrücklagen eingestellt.

Temporäre Differenzen zwischen handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen bestehen im Wesentlichen bei den Transformationskosten. Sie führen zu aktiven latenten Steuern, die in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert wurden.

Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Im Zinsergebnis (TEUR -93; Vj: TEUR 107) sind im Wesentlichen Erträge (TEUR 185) und Aufwendungen (TEUR 238) aus Stückzinsen aus Handelsgeschäften enthalten.

Die Provisionserträge (TEUR 27.713; Vj: TEUR 19.752) gliedern sich wie folgt nach geografischen Märkten:

Inland: TEUR 8.182 (Vj: TEUR 11.002)
Ausland: TEUR 19.531 (Vj: TEUR 8.750)

Die vorstehenden Angaben der geografischen Aufteilung der Provisionserträge in In- und Ausland erfolgte in Anlehnung des Sitzes des Leistungsempfängers. Die dieser Leistungen zugrundeliegenden Vermögenswerte befinden sich jedoch im Inland.

Die sonstigen betrieblichen Erträge (TEUR 400; Vj: TEUR 884) enthalten im Wesentlichen periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 161; Vj: EUR 169), Weiterbelastungen von externen Transaktionskosten, wie z.B. Anwaltshonorare (TEUR 156; Vj: TEUR 670) sowie Erstattungen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz nach U1 (TEUR 33; Vj: TEUR 12).

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen (TEUR 11.247 Vj: TEUR 8.823) umfassen neben dem Personalaufwand (TEUR 7.580; Vj: TEUR 6.664) im Wesentlichen folgende andere Verwaltungsaufwendungen (TEUR 3.667, Vj: TEUR 2.159):

Miet- und Nebenkosten für Geschäftsräume (TEUR 450; Vj: TEUR 296)

Holdingumlage (TEUR 449; Vj: TEUR 0)

Aufwendungen für Lizenzen, Konzessionen (TEUR 421; Vj: TEUR 108)

Umlagen und Abgaben für BaFin und EDW (TEUR 322; Vj: TEUR 70)

Rechts- und Beratungskosten (TEUR 321; Vj: TEUR 330)

Nicht abziehbare Vorsteuer (TEUR 268; Vj: TEUR 146)

Informationsdienste (TEUR 187; Vj: TEUR 107)

Kfz-Kosten (TEUR 174; Vj: TEUR 128)

IT-Dienstleistungen (TEUR 160; Vj: TEUR 183)

Fremdarbeiten (Freelancer für div. Projekte) (TEUR 129; TEUR 20)

Versicherungen (TEUR 110; Vj: TEUR 87)

Prüfungs- und Steuererklärungskosten (TEUR 99; Vj: TEUR 88)

Personal Werbung (Recruitingkosten) (TEUR 92; Vj: TEUR 65)

Innenrevisionskosten (TEUR 72; Vj: TEUR 44)

Nebenkosten des Geldverkehrs (TEUR 64; Vj: TEUR 55)

Reisekosten (TEUR 61; Vj: TEUR 80)

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 554 Vj: TEUR 670) enthalten im Wesentlichen externe Transaktionskosten, wie z.B. Anwaltshonorare (TEUR 156; Vj: TEUR 670), welche den Kunden weiterbelastet wurden sowie Transformationskosten (TEUR 393; Vj: TEUR 0).

SONSTIGE ANGABEN

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB. Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten beläuft sich der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen auf TEUR 1.805. Die Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus Verträgen für Finanzinformationsdienste und die elektronische Handelsplattform (TEUR 669), aus Mietverträgen für Büroräume in Frankfurt am Main, die bis zum 31. Dezember 2022 (TEUR 118) und 31. Juli 2023 (TEUR 458) laufen, Fahrzeug-Leasingverträgen (TEUR 175) mit Laufzeiten bis maximal 2024. Die Verpflichtungen bestehen ausschließlich gegenüber konzernfremden Unternehmen.

Darin sind gegenüber den nahestehenden Unternehmen Hannover Leasing GmbH&Co.KG, CORESTATE Capital Group GmbH sowie Corestate Capital Holding S.A., sonstige finanzielle Verpflichtungen für Holdingumlagen (TEUR 385; Vj: TEUR 0) enthalten.

Transaktionen mit nahestanden Beteiligten

Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen zu nicht marktüblichen Bedingungen wurden nicht abgeschlossen.

Die CORESTATE Bank GmbH hält unmittelbar 100 % der Geschäftsanteile an der Aggregate Debt Advisory GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main (Eigenkapital 2021: TEUR -811; Jahresergebnis zum 31. Dezember 2021: TEUR -181).

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar für den Jahresabschlussprüfer beträgt für die Durchführung der Prüfung des Jahresabschlusses TEUR 32. Andere Bestätigungsleistungen oder Steuerberatungsleistungen wurden vom Abschlussprüfer nicht erbracht.

Geschäftsleitung und Arbeitnehmer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Herr Sebastian Ernst, Geschäftsleiter Markt, Waakirchen

Herr Johannes Märklin, Geschäftsleiter Markt, Bad Homburg vor der Höhe

Herr Peter Kuhne, Geschäftsleiter Marktfolge, Frankfurt am Main

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 28 Mitarbeiter beschäftigt, davon 27,5 Vollzeitkräfte und 0,5 Teilzeitkräfte.

Im Geschäftsjahr wurden an die Geschäftsleiter Bezüge in Höhe von TEUR 2.909 gezahlt.

Die Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit der alleinigen Gesellschafterin Corestate Capital Holding S.A. die folgende Ergebnisverwendung vor:

Der Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 6.297 wird an die Gesellschafterin ausgeschüttet. Von genanntem Betrag erfolgte bereits eine Vorabausschüttung in Höhe von TEUR 5.000, welche im Gesellschafterbeschluss am 31. März 2022 beschlossen wurde.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Herr Peter Kuhne hat mit Wirkung zum 31. Januar 2022 sein Amt als Geschäftsleiter niedergelegt.

Der Aufsichtsrat der Corestate Capital Holding S.A. hat Johannes Märklin und Sebastian Ernst mit Wirkung zum 7. Februar 2022 aus dem Vorstand der Corestate Capital Holding S.A. und allen weiteren Funktionen in der Gruppe abberufen. In der Folge hat die Gesellschafterversammlung der CORESTATE Bank GmbH die Geschäftsleiter Johannes Märklin und Sebastian Ernst mit Wirkung zum 7. Februar 2022 aus der Funktion als Geschäftsleiter der CORESTATE Bank GmbH abberufen.

René Parmantier, ehemaliger CEO der CORESTATE Capital Group, hat die alleinige Geschäftsführung der CORESTATE Bank GmbH zum 7. Februar 2022 übernommen.

Hinsichtlich der Auswirkungen des Kriegs zwischen Russland und Ukraine auf den Geschäftsbetrieb verweisen wir auf die Ausführungen im Lagebericht im Kapitel 3.1 Prognose-, Chancen- und Risikobericht unter dem Abschnitt "Ukraine-Konflikt".

 

Frankfurt am Mai, den 11. Mai 2022

René Parmantier, Geschäftsleiter

Brutto-Anlagensplegel zum 31.12.2021 - Handelsrecht

Anschaffungs- Herstellungskosten 01.01.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen Anschaffungs-Herstellungskosten 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 481.046,68 123.979,95 9.704,12 595.322,51
Sachanlagen 481.046,68 123.979,95 9.704,12 595.322,51
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 530.001,00 530.001,00
Finanzanlagen 530.001,00 530.001,00
1.011.047,68 123.979,95 9.704,12 1.125.323,51
kumulierte Abschreibungen 01.01.2021 Abschreibungen Geschäftsjahr Abgänge Umbuchungen kumulierte Abschreibungen 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 119.086,68 98.375,95 7.263,12 210.199,51
Sachanlagen 119.086,68 98.375,95 7.263,12 210.199,51
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 530.001,00 530.001,00
Finanzanlagen 530.001,00 530.001,00
119.086,68 628.376,95 7.263,12 740.200,51
Zuschreibungen Geschäftsjahr Buchwert 31.12.2021
EUR EUR
I. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 385.123,00
Sachanlagen 385.123,00
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
Finanzanlagen
385.123,00

Lagebericht zum 31. Dezember 2021

1. GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND ALLGEMEINE ANGABEN ZUM UNTERNEHMEN

Die CORESTATE Bank GmbH (im Folgenden "CB", "Unternehmen" oder "Gesellschaft") ist ein gemäß § 15 Wertpapierinstitutsgesetzt (WpIG) zugelassenes Wertpapierinstitut im Sinne des § 2 Abs. 1 WpIG. Dabei erbringt die CORESTATE Bank Wertpapierdienstleistungen und -nebendienstleistungen im Sinne des § 2 Abs. 2 und 3 WpIG.

Die Gesellschaft wurde 2018 gegründet, ist in Frankfurt am Main ansässig und im dortigen Handelsregister unter der Nummer HRB 113170 eingetragen. Sie wurde im Rahmen der Übernahme vom 26. Mai 2021 durch die Corestate Capital Holding S.A., Luxemburg, von der Aggregate Financial Service GmbH (AFS) in die CORESTATE Bank GmbH umfirmiert.

Die Gesellschaft verfügt weder über Zweigniederlassungen noch über vertraglich gebundenen Vermittler.

Die CB war bis zum Inkrafttreten des WplG eine Wertpapierhandelsbank gemäß § 1 Abs. 3d Satz 3 Kreditwesengesetz (KWG). Seit dem 26. Juni 2021 fällt die CB aufsichtsrechtlich unter dem Anwendungsbereich der eigens für Wertpapierfirmen neu erlassenen Verordnung (EU) 2019/2033 (IFR, Investment Firm Regulation) i. V. m. dem WplG. Seit diesem Datum ist die CB, wie vorstehend ausgeführt, Wertpapierinstitut im Sinne des § 2 Abs. 1 WplG.

Die CB wurde zum Stichtag des vorliegenden Lageberichtes per 31. Dezember 2021 durch die Geschäftsführer Herrn Johannes Märklin, Herrn Sebastian Ernst und Herrn Peter Kuhne vertreten. Mit Wirkung zum 31. Januar 2022 hat Herr Peter Kuhne sein Amt als Geschäftsführer niedergelegt. Mit Wirkung zum 07. Februar 2022 wurden die Herren Johannes Märklin und Sebastian Ernst als Geschäftsführer der CB durch die Gesellschafterversammlung der CB abberufen. Herr René Parmantier wurde durch die Gesellschafterversammlung der CB zum alleinigen Geschäftsführer der CB berufen. Die Berufung zum Geschäftsführer erfolgte mit Wirkung zum 07. Februar 2022.

Gegenstand der Geschäftstätigkeit der CB ist die Erbringung von Beratungsdienstleistungen sowie Wertpapierdienstleistungen und -nebendienstleistungen im Bereich von Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen für Unternehmen und/oder deren Platzierung an institutionelle Investoren. Dabei unterstützt sie ihre Kunden bei der Finanzierung von Projekten und Unternehmen insbesondere im Immobiliensektor. Die Unterstützung umfasst Beratungs-, Strukturierungs- und Unterstützungsleistungen bei der Finanzierung von Entwicklungsprojekten mit Fremd- und Eigenkapitalmitteln jeglicher Art. Dazu gehören insbesondere die Platzierung und Vermittlung von Schuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und Darlehen sowie den Eigenhandel mit den vorstehend genannten Instrumenten. Des Weiteren erbringt die CB die Anlagevermittlung von Spezial-AIF-Immobilien und Spezial-AIF-Anleihen (AIF - Alternative Investmentfonds). Es ist im Geschäftsjahr 2021 jedoch kein Abschluss erfolgt.

Zu Beginn des Bestehens war die Gesellschaft als Darlehensvermittler mit einer entsprechenden Erlaubnis gemäß § 34c Abs. 1 Nr. 2 Gewebeordnung (GewO) tätig. Im weiteren Verlauf wurden die Erlaubnistatbestände und der entsprechende Geschäftsumfang sukzessive ausgebaut.

Am 7. Mai 2019 wurde der CB (damals noch unter ihrem alten Firmennamen AFS, Aggregate Financial Services GmbH) die Erlaubnis als Finanzdienstleister durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemäß § 32 Abs. 1 S. 1 KWG erteilt. Dies umfasste die Erlaubnis zur Erbringung der Finanzdienstleistungen Anlageberatung, Anlagevermittlung, Abschlussvermittlung und Platzierungsgeschäft.

Zum 24. August 2020 wurde der CB (noch immer unter AFS firmierend) zudem die Erlaubnis zur Wertpapierhandelsbank gemäß § 32 Abs. 1 S. 1 und Abs. 2 KWG erteilt. Diese umfasst neben den zuvor bereits bestehenden Erlaubnistatbeständen das Betreiben der Bankgeschäfte Finanzkommissions- und Emissionsgeschäft, die Erbringung der Finanzdienstleistung Eigenhandel für eigene Rechnung als Dienstleistung für andere sowie die Anschaffung und Veräußerung von Finanzinstrumenten für eigene Rechnung ohne die Voraussetzung für den Eigenhandel zu erfüllen (Eigengeschäft). Die Erlaubnis zur Wertpapierhandelsbank schließt dabei die Befugnis ein, sich bei der Erbringung von Bankgeschäften und Finanzdienstleistungen Eigentum oder Besitz an Geldern oder Wertpapieren von Kunden zu verschaffen.

Seit Anwendung des WpIG zum 26. Juni 2021 gilt für alle Geschäfte, für die zuvor nach § 32 KWG die Erlaubnis erteilt wurde, die Erlaubnis nach § 15 WpIG ebenfalls als erteilt.

Zum 17. März 2021 hat die CB das Eigenhandelsgeschäft im Rahmen der erweiterten Erlaubnis vom 24. August 2020 aufgenommen. Die BaFin wurde über den Tatbestand dieser Geschäftsaufnahme fristgerecht informiert. Zunächst bezog sich die Geschäftsaufnahme nur auf Schuldscheindarlehen. Im weiteren Verlauf des Jahres 2021 wurde auch der Eigenhandel von Inhaberschuldverschreibungen und kurzfristigen Schuldscheindarlehen (Geldmarktinstrumenten) aufgenommen. Weitere Geschäfte im Rahmen der erweiterten Erlaubnis hat die CB bis zum 31. Dezember 2021 dagegen nicht aufgenommen.

Ergänzend zu den vorstehenden genannten Erlaubnistatbeständen verfügt die CB seit dem 07. Oktober 2021 über die Erlaubnis zur Erbringung der Immobilienvermittlung nach § 34c Abs. 1 Nr. 1 GewO. Diese Geschäfte wurden bis zum 31. Dezember 2021 noch nicht aufgenommen.

Zum 01. August 2021 hat die CB zudem die Vermittlung von Spezial-AIF-Immobilien und Spezial-AIF-Anleihen aufgenommen.

Der Kundenkreis der CB setzt sich überwiegend aus Unternehmen häufig in Form von Zweckgesellschaften des Immobiliensektors zusammen, die sowohl in der Bestandsverwaltung als auch in der Bestands- und Neubauentwicklung von Immobilien tätig sind. Der größte Anteil der Kunden ist dabei vornehmlich in Deutschland ansässig. Der Kundenkreis konnte seit Bestehen der Gesellschaft stetig erweitert werden. Dies gilt auch für das abgelaufene Geschäftsjahr 2021.

Auf der Abnehmerseite, der von den Kunden der CB ausgegebenen Finanzierungsinstrumenten, überwiegen immobilienaffine institutionelle und professionelle Investoren, die die CB im Auftrag ihrer Kunden bedient. Hierbei handelt es sich neben klassischen Kreditinstituten insbesondere um Kapitalsammelstellen, wie Fondsgesellschaften, Versicherungsunternehmen, Versorgungsanstalten, Pensionskassen und andere Unternehmen, die einen großen Bedarf an Investments abseits von marktgängigen festverzinslichen Anlagen haben.

Die CB ist auch weiterhin bestrebt, den Kunden- und Investorenkreis mit speziellem Fokus auf den Immobilienbereich zielgerichtet und nachhaltig auszubauen. Das abgelaufene Geschäftsjahr war von einem leicht verbesserten Marktumfeld, weiterhin hohen regulatorischen Anforderungen, der anhaltenden Corona-Pandemie, damit einhergehenden Lieferengpässen in Industrie und Handel sowie aufkeimende Inflations- und Zinserhöhungssorgen geprägt. In diesem Umfeld konnte die CB, u.a. auch durch die Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit auf den Eigenhandel sowie durch zusätzliche Erträge und Synergien infolge der Integration in die Corestate Capital Group.

Die Erreichung der Ziele und Vorgaben wird durch die Geschäftsleiter und die wachsende Anzahl von Mitarbeiter*-innen der CB, die über die für diese Geschäftstätigkeit notwendige Erfahrung und fachliche Kompetenz verfügen, sichergesellt. Jahrzehntelange, internationale Erfahrung im Kapitalmarktbereich von Großbanken und renommierten Kanzleien, insbesondere im Strukturierungs-, Emissions- und Handelsgeschäft, ein breites Netzwerk an etablierten Kontakten sowie umfangreiche Kenntnisse der aufsichtsrechtlichen Anforderungen sorgen für qualitativ hochwertige Dienstleistungen der CB.

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft stand im Jahr 2021 erneut unter dem Einfluss der weltweiten Corona-Pandemie. Trotz deutlich steigender Impfraten kam es zu erneute Lockdown-Maßnahmen. In Konsequenz erholte sich die Wirtschaft 2021 mit 2,7% weniger stark als erwartet (Rückgang 2020:4,6%) 1 .

Ein weiteres bestimmendes Thema des Jahres 2021 war die stetig steigende Inflation. Lag diese im Januar noch bei 1,0% 2 stieg die Inflation bis Dezember auf 5,3% an. Grund hierfür sind verschiedene Faktoren. Zum einen sprang nach dem Krisenjahr 2020 die Wirtschaft weltweit - auch gestützt von Konjunkturmaßnahmen - wieder an. Dies führte zu Energie und Rohstoffengpässen, die wiederum in steigenden Preisen mündeten. Gleichzeitig führten Personalengpässe in bestimmten Bereichen zu geringerem Produktionsoutput, was wiederum zu höheren Preisen führt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet ein globales BIP Wachstum von 5,9% für 2021 3 .

Insbesondere haben sich auch die Baukosten im Jahr 2021 außerordentlich stark erhöht. So spricht Destatis von dem stärksten Preisanstieg bei einzelnen Materialien seit Beginn der Erhebung. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Baupreisindizes dadurch für Wohngebäude um 14,4%, für Bürogebäude um 15% gestiegen. 4

Die Zinsen blieben das Gesamtjahr über auf einem niedrigen Niveau. So notierte die zehnjährige deutsche Staatsanleihe im gesamten Jahresverlauf mit negativer Rendite und stieg auf ein Maximum von -0,21% im Oktober 2021 5 . Damit blieben auch Finanzierungskonditionen für Immobilieninvestments attraktiv, was, unter anderem, für einen sehr belebten Investmentmarkt sorgte. Das europäische kommerzielle Transaktionsvolumen betrug 2021 315 Mrd. €, ein Plus von 25% gegenüber dem Vorjahr und auf ähnlichem Niveau wie 2019 6 . Damit blieb auch die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen hoch. Auch weil Banken weiterhin restriktiv und risikoavers agierten, führte dies zu Opportunitäten für alternative Immobilien-Finanzierungen.

Hinzu kommt, dass der strukturelle Mangel an Wohnungen bei gleichzeitigem Nachfrageüberhang in den Ballungsräumen Deutschlands weiter anhält. Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) 7 , die den Wohnungsbedarf bis 2025 berechnet hat, müssen deutschlandweit jährlich 308.000 neue Wohnungen gebaut werden, um den Wohnungsbedarf zu decken. Auf dieser Grundlage bieten sich auch weiterhin mittel- und langfristig aussichtsreiche Marktchancen für Immobilienunternehmen mit wohnwirtschaftlichen Entwicklungsprojekten.

1 Destatis: Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,7% gestiegen - Statistisches Bundesamt (destatis.de)
2 Destatis: Gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - Statistisches Bundesamt (destatis.de)
3 IWF: World Economic Outlook Update, January 2022: Rising Caseloads, A Disrupted Recovery, and Higher Inflation (imf.org)
4 Destatis: Baupreisindizes. Neubau (konventionelle Bauart) von Wohn- und Nichtwohngebäuden einschließlich Umsatzsteuer Veränderungsraten zum Vorjahresquartal in % (destatatis.de)
5 Eurostat: Database - Exchange and interest rotes - Eurostat (europa.eu)
4 RCA, nur abgeschlossene Transaktionen, keine Entity Deals
7 IW-Wohnungsbedarfsmodell: Weiterhin hohe Wohnungsbedarfe (iwkoeln.de)

Auf diesen Rahmenbedingungen setzte die CB in 2021 auf und unterstützte ihre Kunden bei der Erschließung maßgeschneiderter Finanzierungslösungen, die durch die langjährigen Kenntnisse und Erfahrungen und die weitreichenden, etablierten Kontakte des CB-Teams getragen werden.

Auf diesem Weg unterstützt die CB mittelbar den aktiven Wohnungsbau und die Erhöhung des Bauvolumens und sichert sich gleichzeitig ein langfristiges und solides Geschäftsumfeld.

2.2. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens

Geschäftsentwicklung

Mit einem vermittelten Finanzierungsvolumen in Höhe von TEUR 2.060.165 (Vorjahr: 1.711.195 TEUR) sowie einem Eigenhandelsvolumen in Höhe von TEUR 1.281.800 (Vorjahr: 0 EUR) kann die CB auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken, das sich trotz einer entgegen den Erwartungen speziell im zweiten Halbjahr nur verhaltenen Konjunkturerholung vor dem Hintergrund diverser Belastungsfaktoren weiterhin als nachhaltig und stabil erwiesen hat. Die Kundenanzahl konnte dabei um 44 neue Kunden kräftig gesteigert werden, was nunmehr zu einer Gesamtkundenanzahl von 64 führt.

Diese Entwicklung basiert sowohl auf der kontinuierlichen Abdeckung der weiterhin starken Nachfrage nach maßgeschneiderten Finanzierungslösungen als auch auf der Ausweitung des Dienstleistungsangebotes, des Kundenkreises sowie einer vorausschauenden Geschäftsstrategie. Dabei profitierte die CB von der Aufnahme des Eigenhandelsgeschäftes, welches eine Verlängerung und Vertiefung der Wertschöpfungskette ermöglichte.

Leider konnte die Vorjahresprognose nicht eingehalten werden, da außerordentliche Wertberichtigungen und Abschreibungen auf Vermögenswerte vorgenommen wurden. Ohne diese Wertanpassungen hätte das Ergebnis über den prognostizierten TEUR 10.000 nach Steuern gelegen. Nähere Ausführungen sind der Darstellung der Ertragslage zu entnehmen.

Ertragslage

Mit der sehr guten Entwicklung der Nettoprovisionserträge aus dem Kundengeschäft hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 auch die Ertragslage der CB auch unter Berücksichtigung der Abschreibungen und Wertberichtigungen positiv entwickelt. Es sind Nettoprovisionserträge in Höhe von TEUR 27.663 (Vorjahr: TEUR 19.752), Nettohandelserträge in Höhe von TEUR 1.768 (Vorjahr: TEUR 0), sonstige betriebliche Erträge und Zinsen in Höhe von TEUR 307 (Vorjahr: TEUR 991) sowie ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 6.297 (Vorjahr: TEUR 7.561) zu verzeichnen. Der erfreuliche Anstieg der Nettoprovisionserträge ist vor allem auf den bereits vorstehend genannten Kundenwachstum sowie auf eine Transaktion mit größerem Volumen zurückzuführen.

Die positive Geschäftsentwicklung erlaubt der Gesellschaft eine Beteiligung der Mitarbeiter*innen und Geschäftsleiter am Ergebnis. Diese sind in den nachfolgend aufgeführten Personalaufwendungen berücksichtigt.

Den Erträgen stehen Personal- und Verwaltungsaufwendungen in Höhe von TEUR 11.247 (Vorjahr: TEUR 8.822), Steuern in Höhe von TEUR 3.877 (Vorjahr: TEUR 3.579), sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 554 (Vorjahr: TEUR 670), Abschreibungen und Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 7.585 (Vorjahr: TEUR 110) sowie die Einstellung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 177 (Vorjahr: TEUR 0) gegenüber.

Die Entwicklung der Aufwendungen spiegelt die Investitionen der CB in den stetigen Ausbau ihres Dienstleistungs- und Produktangebotes sowie der Kundenbasis wider. Dies ist im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem an den gestiegenen Personalaufwendungen und den damit verbundenen Verwaltungsaufwendungen ablesbar. Der o. g. Ausbau der Dienstleistungs- und Produktplatte erforderte einen entsprechenden Aufbau personeller Ressourcen auf allen Ebenen der CB. Darüber hinaus wurden die in der EU agierenden Vertriebsmitarbeiter*innen der Corestate Capital Holding S.A. im 3. und 4. Quartal 2021 weitgehend in der CB gebündelt.

Die höheren Abschreibungen und Wertberichtigungen des abgelaufenen Geschäftsjahres resultieren dagegen zum einen aus dem Beschluss der CB die Tochtergesellschaft Aggregate Debt Adivsory GmbH (ADA) im neuen Geschäftsjahr 2022 auf die CB zu verschmelzen. Infolge der Integration der CB in die Corestate Capital Holding S.A. wurde das operative Geschäft an die Helvetic Financial Services AG veräußert. Da bis zum Verschmelzungszeitpunkt keine weiteren Erträge und keine vollständige Rückzahlung der offenen Forderungen seitens der ADA zu erwarten sind, wurde eine Abschreibung auf die Anteile der ADA in Höhe von TEUR 530 sowie Einzelwertberichtigungen auf einen Teil der Forderungen und anteilige Zinsen ggü. der ADA in Höhe von TEUR 820 vorgenommen. Zum anderen resultieren die höheren Abschreibungen und Wertberichtigungen des abgelaufenen Geschäftsjahres aus einem weiteren Beschluss der CB aufwandswirksame Risikovorsorge auf ausstehende Kundenforderungen in Höhe von TEUR 6.277 zu bilden.

Die Einstellung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken resultiert aus den Nettoerträgen des Handelsbestandes, für die in jedem Geschäftsjahr Vorsorgereserven in Höhe von mind. 10% dieser Nettoerträge zu bilden sind.

Finanz- und Vermögenslage

Die Liquidität und Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr vollumfänglich und jederzeit sichergestellt. Die Thesaurierung der bisherigen Jahresüberschüsse hat signifikant zur Steigerung der Finanzausstattung beigetragen. Das bilanzielle Eigenkapital erhöht sich von TEUR 18.493 auf TEUR 24.790. Zum Jahresultimo bestehen Bankguthaben in Höhe von TEUR 26.605 (Vorjahr: TEUR 15.292), Forderungen an Kunden in Höhe von TEUR 3.627 (Vorjahr: TEUR 8.401) und sonstige Vermögensgegenstände (im Wesentlichen Restforderungen ggü. der ADA 8 sowie Mietkautionen) in Höhe von TEUR 1.644 (Vorjahr: TEUR 2.214). Durch die Anschaffung von Möbeln und IT-Ausstattung im Rahmen der Geschäftsausweitung erhöhen sich die Sachanlagen von TEUR 362 im Vorjahr leicht auf TEUR 385. Die Rechnungsabgrenzungsposten steigen zwar bleiben aber mit TEUR 137 auf einem niedrigen Niveau (Vorjahr: TEUR 75).

Die im Vorjahr bestehenden Anteile an verbundenen Unternehmen in Bezug auf die 100%ige Beteiligung an der ADA wurden vollständig abgeschrieben (Vorjahr: TEUR 530). Des Weiteren wurde ein Teil der Forderungen ggü. der ADA sowie ein Teil der ausstehenden Forderungen an Kunden einzelwertberichtigt, vgl. hierzu auch Ausführungen zur Ertragslage.

8 Diese sind durch den von der Helvetic Financial Services AG zu entrichtendem Kaufpreis für das operative Geschäft der ADA gedeckt.

Dem gegenüber stehen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 653 (Vorjahr: TEUR 425), Steuer- und andere Rückstellungen (primär für Personalaufwendungen) von TEUR 6.778 (Vorjahr: TEUR 7.955), der neu gebildete Fonds für allgemeinen Bankrisiken in Höhe von TEUR 177 (Vorjahr: TEUR 0) sowie bilanzielles Eigenkapital in Höhe von TEUR 24.790 (Vorjahr: TEUR 18.493) inkl. des Jahresüberschusses 2021 in Höhe von TEUR 6.297 (Vorjahr: TEUR 7.561), vgl. auch zu diesen Posten die Ausführungen zur Ertragslage.

Die Bilanzsumme beläuft sich auf TEUR 32.398, was einer Steigerung von rd. 21 % zum Vorjahr entspricht (TEUR 26.873) entspricht und auf der nachhaltig angelegten Geschäftstätigkeit und Geschäftsstrategie der CB basiert.

Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage ist somit geordnet.

2.3. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Das erfolgreiche Geschäftsmodell der CB basiert insbesondere auf Ihren Mitarbeiter*innen. Daher legt die CB besonderen Wert auf soziale wie fachliche Kompetenzen und deren laufende Weiterentwicklung durch die Fortbildung Ihrer Mitarbeiter*innen. Dies beinhaltet insbesondere auch die Förderung von Nachwuchskräften.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Anzahl der Belegschaft (ohne Geschäftsführung) gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt von 14 auf 28 Beschäftigte gestiegen. Die Belegschaft setzte sich am Ende des Jahres 2021 aus 7 Arbeitnehmerinnen und 32 Arbeitnehmern zusammen, die aus 7 Nationen stammen.

3. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT, RISIKOMANAGEMENT

3.1. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Allgemeine Einschätzung 9

Für das Jahr 2022 geht die CB von einem moderaten Wachstum der Gesamtwirtschaft aus. Der Anstieg wird seitens der CB, wie auch von diversen Sachverständigen und Instituten mit Raten von 1,8 bis 3 % 10 prognostiziert wird, da diverse Belastungsfaktoren bestehen.

Die Inflation wird in den nächsten Monaten voraussichtlich auf hohem Niveau verbleiben. Dies kann sich negativ auf verfügbare Einkommen auswirken und damit negativ auf den Einzelhandel, auf die Reisetätigkeit und ggf. auch auf Wohnungsmieten. Dazu kommen nun auch Unsicherheiten in Bezug auf die Ukraine-Krise, die sich u.a. hinsichtlich der Versorgungsketten negativ auf die Gesamtwirtschaft auswirken können. Wie stark diese Auswirkungen im Jahresverlauf sein werden, lässt sich derzeit nicht verlässlich abschätzen. Insbesondere Zweit- und Drittrundeneffekte können noch nicht abgeschätzt werden.

Demgegenüber stehen jedoch hohe Ersparnisse und Nachholeffekte der privaten Verbraucher, sobald die pandemiebedingten Einschränkungen wieder dauerhaft aufgehoben werden. Zudem erwartet die CB wie die Mehrheit der Sachverständigen den Abbau der Versorgungsengpässe im Laufe des Jahres, sodass angebotsseitige Hemmnisse ebenfalls wegfallen. Darüber hinaus hat sich der Arbeitsmarkt trotz des schwierigen Umfelds und der anhaltenden Unsicherheiten als robust und flexibel erwiesen.

Aufgrund der genannten Belastungsfaktoren wird die allgemeine Unsicherheit an Finanzmärkten hoch bleiben. In diesem Umfeld wird die EZB - trotz steigender Inflation und dem Ukraine-Konflikt - vermutlich sehr vorsichtig agieren, um zusätzliche Unruhe im Markt zu vermeiden.

In Bezug auf Immobilien ist es möglich, dass Investoren zunächst die weitere Entwicklung abwarten werden. Allerdings ist schon kurzfristig damit zu rechnen, dass die Bauinvestitionen zulegen werden, sofern die bestehenden Materiallieferengpässe sukzessive abgebaut werden können. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind gut gefüllt und die Baugenehmigungen befinden sich auf hohem Niveau. Dies auch trotz der Tatsache, dass die Immobilienpreise in bestimmten Regionen in Deutschland sehr hoch sind.

Wie vorstehend und in Kapitel 2.1 beschrieben, erwartet die CB - trotz des nach wie vor schwierigen Marktumfeldes - eine weiterhin starke Aktivität verbunden mit der Notwendigkeit maßgeschneiderter Finanzierungslösungen, welche die CB entsprechend abdecken wird. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik, an der sich kurz- bis mittelfristig nicht signifikant etwas ändern dürfte, sieht die CB weiterhin steigenden Bedarf von institutionellen Anlegern an alternativen, besicherten Anlagealternativen mit attraktiver Rendite, was das Geschäftsmodell und die Erträge der CB dauerhaft positiv befördert.

9 Bei unserer Einschätzung haben wir uns neben den bereits unter Kapitel 2.1 enthaltenen Ausführungen, u.a. auch auf das Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2022 des Rates der Immobilienweisen gestützt, https://zia-deutschland.de/wp-content/up!oads/2022/02/Fruhjahrsgutachten-2022.pdf
10 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/wirtschaftsweise-konjunktur-bip-inflation-101.html. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/74644/umfrage/prognose-zur-entwicklung-des-bip-in-deutschland/

Die positive Einschätzung der CB wird durch den aktuellen Auftragsbestand bestätigt. Dabei ist eine Anzahl von Mandaten bereits unterzeichnet, weitere Mandate befinden sich in fortgeschrittenem Stadium. Darüber hinaus bestehen fundierte Anfragen und zusätzliche Chancen aus dem Auftragsbestand durch Folgemandate.

Insbesondere sollen die im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 aufgenommen Geschäftsfelder - der Eigenhandel von Schuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und Darlehen sowie die Anlagevermittlung von Anteilen verschiedener Spezial-AIF, vor allem in Form von Inhaberschuldverschreibungen von Immobilien- und Immobilienprojektgesellschaften sowie Immobilien - forciert werden.

Zudem wurde zu Beginn des 2. Quartal 2022 das Geschäftsfeld Darlehensvermittlung durch die Übernahme der bisher in der CORESTATE Capital Advisors GmbH an diese Themen arbeitenden Mitarbeiter*innen in die CB gestärkt.

Die Geschäftsausweitung sowie die Erweiterung der Wertschöpfungskette geht einher mit signifikanten Investitionen im Personalbereich, wie u. a. Weiterbildungsmaßnahmen / Schulungen, Mitarbeiterrecruiting, und in den Ausbau und die Weiterentwicklung der IT-, Risiko-, Handels- und Abwicklungssysteme, die insbesondere im Rahmen der Aufnahme des Eigenhandelsgeschäftes in 2021 vorgenommen wurden und konsequent auch für weitere Geschäftsfelder weiterverfolgt werden.

Zusammenfassend plant die CB für 2022, aufgrund der strategischen Erweiterung und Ausschöpfung der gegebenen Umsatzpotentiale einen signifikanten Anstieg der Provisions- und Handelserträge im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr, welche die steigenden Kosten deutlich übertreffen und damit zu einem signifikant höheren Ergebnis nach Steuern führen sollten. Die Ergebnisplanung spiegelt zudem die langfristige Ausrichtung des Geschäftsmodells, eine solide Kapitalausstattung sowie ein stringentes Risikomanagement wider.

Wechsel der Geschäftsführung

Im Februar 2022 wurden die beiden Geschäftsführer der CB, Herr Johannes Märklin und Herr Sebastian Ernst, von der Gesellschafterversammlung der CB abberufen und im Gegenzug Herr René Parmantier zum alleinigen Geschäftsführer der CB bestellt. Zuvor hatte der dritte Geschäftsführer der CB, Herr Peter Kuhne, sein Amt zum Ende des Januar 2022 niedergelegt.

Herr René Parmantier wurde u. a. aufgrund seiner umfassenden Vorkenntnisse aus Vorstands- und Aufsichtsratspositionen in Finanzdienstleistern, des langjährigen Erfahrungsschatzes und weitreichendes Netzwerk im Bereich Real Estate Debt als Geschäftsführer bestellt.

Die strategische Ausrichtung und Tätigkeiten der CB bleiben von dem Wechsel unberührt. Das gilt insbesondere für die Fortführung des für 2022 und darüber hinaus geplanten Ansatzes, die Stellung der CB im Markt für Immobilienfinanzierungsprojekte weiter auszubauen und im Markt zu wachsen.

Die organisatorische Struktur der CB auf Ebene unterhalb der Geschäftsleitung bleibt ebenfalls bestehen und es sind keine Änderungen vorgesehen. Vielmehr sollen die auf der Marktseite aktiven Mitarbeiter*innen durch Nutzung des auch auf Ebene von René Parmantier bestehenden weitläufigen Kundennetzwerks weiterentwickelt werden, um weitere Neukunden und -projekte zu generieren. Die bestehenden Aufträge, Projekte und Anfragen sollen weiter fortgeführt werden.

Der kurzfristige Geschäftsführerwechsel hat nachvollziehbarerweise zu Nachfragen seitens der Kunden und auch der Investoren der CB geführt. Eine daraus resultierende negative Auswirkung auf den Auftragsbestand sowie der Bereitschaft der Investoren in Folge des Wechsels hat die CB bislang nicht verzeichnen können.

Vor dem Hintergrund, dass bei allen Mandaten, Projekten und Anfragen stets direkte Kundenkontakte seitens der im Unternehmen verbleibenden Sales- und/oder Corporate-Finance Kollegen zu den bestehenden und potenziellen Sponsoren und Investoren bestehen, wird das Risiko einer beeinträchtigten Kommunikation infolge des Geschäftsführerwechsel erfolgreich mitigiert.

Ukraine-Konflikt

Die CB ist tief besorgt über den Angriff Russlands auf ein souveränes europäisches Land und fühlt mit den Menschen in der Ukraine. Der Ukraine-Konflikt erhöht die Unsicherheit über den wirtschaftlichen Ausblick. Allerdings sind die kriegerischen Auseinandersetzungen aktuell lokal begrenzt. Eine Ausweitung auf andere Länder, insbesondere Deutschland als Sitz und Kernmarkt wird nicht erwartet.

Unmittelbare Reaktion seitens der Investoren und Kunden sind aktuell nicht zu erkennen. Die CB hat keine Kunden oder Investoren aus Russland, Belarus oder der Ukraine. Zudem wurden auch keine Projekte in diesen Ländern finanziert.

Auf Basis der aktuellen Kenntnisse werden mittel- und langfristig grundsätzlich keine nennenswerten Auswirkungen auf das Geschäft erwartet. Die CB verfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Ukraine der Corestate Gruppe die weitere Entwicklung genau und wird Auswirkungen auf das operative Geschäft und die inhärenten Risiken kontinuierlich prüfen und sofern dies erforderlich ist entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.

3.2. Risikomanagement

Allgemeine Angaben zum Risikomanagement

Als Wertpapierinstitut hat die CB, wie einleitend dargestellt, seit dem 26. Juni 2021 die IFR und das WpIG einzuhalten. Gegenstand des WpIG sind u. a. Solvenzaufsicht und Aufsichtsbefugnisse, Anforderungen an Geschäftsleiter und Verwaltungs- oder Aufsichtsorgane sowie Anforderungen an die interne Unternehmensführung. Dazu gehören gemäß Verlautbarung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) u. a. auch die "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (im Folgenden "MaRisk") sowie die "Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung ("ICAAP") - Risikotragfähigkeitsleitfade", die, wie sie in der Vergangenheit für Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierhandelsbanken galten, vorerst weiterhin sinngemäß auch für Kleine und Mittlere Wertpapierinstitute anzuwenden sind. Es ist geplant, dass zu den MaRisk und dem Risikotragfähigkeitsleitfaden perspektivisch eigene Verlautbarungen erarbeitet werden, die speziell auf Kleine und Mittlere Wertpapierinstitute zugeschnitten sind.

Die Ausgestaltung des Risikomanagements der CB ist bestimmt durch ihre schriftlich im Organisationshandbuch (OHB) und im Risikohandbuch festgelegte, nachhaltige Geschäfts- sowie der daraus abgeleiteten Risikostrategie, deren Überwachung eine permanente Aufgabe der Geschäftsleitung ist und durch ständige Reflektion wahrgenommen wird.

Ziel der Risikostrategie ist es, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens gefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen, diese einzuschätzen und darauf aufbauend Maßnahmen abzuleiten, welche den langfristigen und nachhaltigen Fortbestand des Unternehmens sichern.

Zur Information der Geschäftsleitung und des Aufsichtsorgans werden neben der Erstellung und dem dauerhaften Monitoring der Risiko- und der aufsichtsrechtlichen Kennzahlen wöchentliche, monatliche und vierteljährliche Risikoberichte erstellt. Auf Basis der Geschäftsstrategie erstellt die Geschäftsleitung zudem eine Unternehmensplanung mit einem rollierenden Mehrjahresplanungszeitraum. Die Planung wird vom Leiter Risikomanagement regelmäßig überwacht. Wesentliche Entwicklungen bzw. Abweichungen werden im Rahmen des Quartalsrisikoreportings anhand einer Soll-Ist-Analyse untersucht und mindestens jährlich fortgeschrieben. Im Januar 2022 wurde die mittelfristige Planung der CB aktualisiert und der Planungshorizont bis 2027 festgesetzt.

Des Weiteren wird dem Vorliegen eines angemessenen Notfallkonzeptes, der technisch-organisatorischen Ausstattung sowie der Beachtung der Risiken aus Auslagerungen besondere Beachtung geschenkt. Den regulatorischen Vorgaben entsprechend hat die CB ein angemessenes und wirksames Risikomanagement unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit eingerichtet, was zum einen eine festgelegte Strategie, siehe dazu oben, sowie zum anderen die Einrichtung eines internen Kontrollverfahrens beinhaltet.

Die internen Kontrollverfahren der CB bestehen aus dem internen Kontrollsystem sowie der Interne Revision. Das interne Kontrollsystem umfasst Regelungen zur Aufbau- und Ablauforganisation, das Risikomanagement, die Compliance-Funktion und die Interne Revision. Die interne Revision wiederum umfasst die risikoorientierte und prozessunabhängige Prüfung der Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements sowie der Ordnungsmäßigkeit aller Aktivitäten und Prozesse insbesondere unter Einbeziehung des internen Kontrollsystems.

Wesentliche Risiken

Von der CB werden Adressenausfall-, Liquiditäts-, operationelle und Ertragsrisiken aus der laufenden Geschäftstätigkeit als wesentlich im Sinne der MaRisk eingestuft. Das Marktrisiko, das gemäß MaRisk als wesentlich einzustufen ist, stellt für die CB dagegen aufgrund des aktuellen Geschäftsmodells ein untergeordnetes Risiko dar.

Adressenausfallrisiken aus der laufenden Geschäftstätigkeit der CB treten hauptsächlich in Form von Forderungen an Kreditinstitute, Forderungen an Kunden und Forderungen ggü. verbundenen Unternehmen auf.

Bezüglich der bei Kreditinstituten unterhaltenen liquiden Mittel bestehen Adressenausfallrisiken, die jedoch aufgrund der guten Bonität und der Sicherheit der Einlagen der seitens der CB ausgewählten Kreditinstitute jedoch als gering einzustufen ist. Zudem wird das Risiko durch Verteilung auf zwei Geschäftsbanken weiter diversifiziert.

Bei den Forderungen gegenüber Kunden handelt es sich im Wesentlichen um ausstehende Provisionsforderungen aus Wertpapier- und Beratungsdienstleistungen, die für die Kunden erbracht wurden. Dieses Risiko wird durch kurze Zahlungsziele und der meist unmittelbaren Begleichung der überwiegenden Anzahl von Honoraren seitens der finanzierenden Partei, durch die teils langjährige vertrauensvoll bestehenden Geschäftsbeziehungen und soliden Verträge, durch ein Frühwarnsystem samt engmaschigem Monitoring seitens des Risikomanagements sowie der Einbindung von Kundenbetreuer und Geschäftsleitung umfassend gesteuert und in den meisten Fällen mitigiert. Da zeitweise Risikokonzentrationen bei einzelnen Kunden sowie teilweise Zahlungsverzögerungen bei einzelnen Kunden entstanden sind sowie in Hinblick auf die erstmalig vorgenommene Einzelwertberichtigung wird das Risiko weiterhin als mittel eingestuft.

Das Risiko aus den Forderungen ggü. verbundenen Unternehmen wird hingegen als gering angesehen. Dabei handelt es sich um Darlehen an den Gesellschafter der CB, die Corestate Capital Holding S.A., die nur mit kurzfristiger Laufzeit vergeben werden und nicht das ganze Jahr über bestehen. Die Gesellschafterdarlehen aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zum Jahresende wieder zurückgezahlt. Des Weiteren bestehen Restforderungen ggü. der ADA (siehe auch 2.2 Ertragslage zu der aus Risikovorsorge erfolgten Abschreibung eines Teils der Forderung ggü. der ADA), die jedoch im Zuge des anstehenden Verschmelzungsprozesses mit den Vermögenswerten der ADA aufgerechnet werden und das Risiko daraus als vernachlässigbar einzustufen ist (siehe dazu auch 2.3 Finanz- und Vermögenslage).

Direkte Markpreisrisiken bestanden im Jahr 2021 nicht, da grundsätzlich keine Aufnahme von offenen Handelspositionen im Handelsbuch erfolgte und die gehandelten Geschäfte regelmäßig am gleichen Tage geschlossen waren. In ganz wenigen Fällen erfolgte die Abwicklung des Handelsgeschäftes leicht verzögert. Abwicklungs- und Vorleistungsrisiken aus den Handelsgeschäften werden eng überwacht und zusätzlich durch prozessuale und vertragliche Gestaltung weitgehend mitigiert.

Aufgrund der Geschäftsaktivitäten der CB stellen operationelle Risiken neben den o. g. Risikoarten ein bedeutendes Risikopotenzial dar. Diese ergeben sich im Wesentlichen aus Reputations- und Rechtsrisiken, internen Verfahren, externen Einflüssen, Personalrisiken und IT-Risiken. Diese Risiken können u. a. erhöhte Kosten, wie Nacharbeiten, Zeitaufwand mit Kunden, Haftung und Schadensersatzforderungen, Prozess- und Rechtsanwaltskosten sowie ggf. Strafzahlungen verursachen oder können zu Ertragsrückgängen infolge von Kundenabgängen und weniger Neukunden führen.

Zur Mitigierung von Rechts- und Reputationsrisiken und zur Förderung einer Compliance-Kultur achtet die CB insbesondere bei der Auswahl Ihrer Mitarbeiter*innen auf deren fachliche sowie persönliche Eignung und Zuverlässigkeit. Alle Mitarbeiter*innen werden zudem auf die Einhaltung der institutsinternen und regulatorischen Anforderungen verpflichtet und erhalten regelmäßig Fortbildungen.

Störungen von internen Verfahren bzw. Geschäftsabläufen begegnet die CB mittels intern institutionalisierter Prozess- und Verfahrensbeschreibungen der Geschäftsorganisation mit fest definierten Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten inkl. Vertretungsregelungen innerhalb der jeweiligen Verantwortungsbereiche. Darüber hinaus ist geregelt, wie z. B. bei Ausfall der IT, Stromausfall, Feuer, Bombendrohungen und Pandemie zu reagiert ist und welche Maßnahmen einzuleiten sind.

Externe Risiken wie Betriebsunterbrechungen durch höhere Gewalt begegnet die CB mit einem fundierten Notfallkonzept, welches fortwährend getestet und weiterentwickelt wird.

Personalrisiken wie insbesondere einem engen Markt für qualitativ hochwertige Mitarbeiterkapazitäten begegnet die CB neben einer marktkonformen Vergütung mit einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen, welche die interne und externe Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber unterstützen.

Um IT-Risiken bestmöglich zu mitigieren, hat die CB ein ganzheitliches Konzept zur Wahrung der Systemsicherheit und Datenintegrität aufgebaut, welches u. a. in der CB-internen Informationssicherheitsleitlinie festgehalten wird. Die Richtlinie ist für alle Mitarbeiter der CB verpflichtend. Die Richtlinie und die sich darauf ergebenen Sicherheitsanforderungen in Bezug auf Hardware und Software werden periodisch aktualisiert, um technologische Veränderungen für interne und externen IT-Prozesse zu berücksichtigen. Zudem ist die CB in das übergeordnete Informationssicherheitsmanagement der Unternehmensgruppe eingebunden.

Ertragsrisiken können im Geschäftsmodell oder im laufenden Geschäftsbetrieb begründet sein und entsprechen dem allgemeinen Unternehmensrisiko. Sie stellen somit nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen auf das Unternehmen ein wesentliches Risiko dar. Zur Steuerung werden diverse Maßnahmen ergriffen, wie u. a. die laufende Überprüfung der Geschäftsstrategie und des Geschäftsmodells sowie die Beobachtung des Marktes zur Sicherstellung der Konkurrenzfähigkeit des Dienstleistungsangebotes der CB, die Ausrichtung der Geschäftsstrategie auf Kundengewinnung und Kundenbindung durch Qualität bei der Leistungserbringung und dem professionellen Umgang mit den Kunden sowie ein stringentes Kosten- und Ertragscontrolling zur frühzeitigen Erkennung von adversen Entwicklungen. Zu den o.g. Maßnahmen gehören zudem auch das Vorhalten eines angemessen hohen Eigenkapitalbestandes zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit auch bei einem Ertragsrückgang über einen längeren Zeitraum hinweg.

Korrespondierend zur Risikoinventur wurde das Risikotragfähigkeitskonzept nach normativer und ökonomischer Perspektive gemäß Vorgabe des Risikotragfähigkeitsleitfadens der BaFin, siehe oben, mit Basis- und adversen Szenarien umgesetzt. Diese haben als Ziel die Fortführung des Instituts und den Schutz der Gläubiger vor Verlusten zu berücksichtigen. Zur Sicherstellung und Erfüllung der genannten Ziele werden in der CB beide o. g. Perspektiven zugrunde gelegt.

Das Risikotragfähigkeitskonzept bildet die Grundlage für die regelmäßige Ermittlung der Risikotragfähigkeit. Diese wird ergänzt durch eine fortlaufende Kapitalplanung in der normativen Perspektiven unter Berücksichtigung definierter adverser Szenarien. Ausgehend von einem Basisszenario werden potenzielle Auswirkungen auf die Risiko- und Eigenmittelsituation auf der einen Seite sowie mögliche Auswirkungen auf die Ertragslage und das Nachfrageverhalten von Kunden auf der anderen Seite analysiert, um ggf. erforderliche Gegenmaßnahmen rechtzeitig gezielt und effektiv zu treffen. Die Risikotragfähigkeitsrechnungen sind wesentliche Grundlage des bereits eingangs dargestellten Risikoreportings an die Geschäftsleitung, die im gleichen Turnus erfolgen.

Wesentliche Instrumente zur Überwachung und Steuerung der Risiken für das Risikomanagement der CB sind vor allem:

Laufende Überwachung der Risikosituation und Risikotragfähigkeit sowie der Einhaltung der eingerichteten Limite und Überwachung der Risiken auf Ebene der einzelnen Adressen und Positionen

Regelmäßige Überwachung der Eigenmittel einschließlich aller wesentlichen Risiken in kl. eines systematisches Monitoring der Forderungen anhand eines Frühwarnsystems

Regelmäßige und ad-hoc-Risikoberichterstattung zur aktuellen Risikosituation und Auslastung der Limite

Geschäfts- und Kapitalplanung mit regelmäßigem Soll-/Ist-Vergleich im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung

Laufendes Monitoring der Liquiditätsrisiken und der Liquiditätsentwicklung unter Einbindung der Finanz- und Lohnbuchhaltung sowie permanente Überwachung der Geschäftskonten und laufender Einblick in die Ergebnisse der Finanzbuchführung

Enge Einbindung in den Geschäftsabläufen und täglicher Austausch mit den verantwortlichen Teams und Mitarbeiter*innen

Die Risiken der CB sind vor dem Hintergrund einer sehr guten Eigenmittelausstattung, eines soliden Jahresüberschusses und einer vorausschauenden und umsichtigen Risikosteuerung als stabil einzuschätzen. Die implementierten Instrumente des Risikomanagements der CB sind geeignet, um die Risiken angemessen und wirksam zu überwachen und zu steuern. Die Einschätzung der Risiken entspricht den Gegebenheiten des abgelaufenen Geschäftsjahres 2021 und ist auch für das laufende Jahr in gleichem Maße anwendbar.

Zusammenfassende Risikobeurteilung

Im Ergebnis verfügt die CB über einen angemessenen hohen Eigenmittelbestand sowie einen hohen Guthabenbestand bei den Kreditinstituten, was eine sehr komfortable Liquiditätsausstattung bedeutet. Die Liquiditätszuflüsse überstiegen regelmäßig die Liquiditätsabflüsse. Es sind weder Schadenfälle zu verzeichnen noch Risiken oder andere wesentliche Risikoindikatoren, die sich in Verlusten oder Ausfällen materialisiert haben. Den hohen Eigenmittel- und Liquiditätsbeständen stehen lediglich die ausstehenden Kundenforderungen gegenüber, auf die bereits im allgemeinen Teil des Risikoberichtes (Adressausfallrisiken) eingegangen wurde. Unterjährig bestanden zudem kurzfristige Darlehen ggü. dem Gesellschafter der CB, die kurzfristig zu einer erhöhten Auslastung der Risikotragfähigkeit geführt haben.

Im gesamten Jahr war jederzeit eine ausreichende Risikotragfähigkeit gegeben und es besteht ein angemessenes Risikodeckungspotential für einen Planungshorizont von fünf Jahren, um mit strategischen Maßnahmen künftigen Risiken wirksam entgegenwirken zu können.

Auch das abgelaufene Jahr stand im Zeichen der weiter anhaltenden Corona-Pandemie. Die CB trug dieser Entwicklung mit bereits im Vorjahr erprobten Maßnahmen Rechnung wie die Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften in den Geschäftsräumen sowie individuellen Home-Office-Regelungen. Dies war insbesondere auch vor dem Hintergrund des hohen Digitalisierungsgrades der CB und den meist auch flexibel ausführbaren Tätigkeiten möglich. Die Geschäftstätigkeit und Ertragslage der CB wurde dadurch kaum merklich beeinflusst, allenfalls gab es kundenseitig zeitlich bedingte Verschiebungen.

Die von der CB ergriffenen Maßnahmen und Planungen zur Risikosteuerung sind angemessen und wirksam, um die identifizierten Risiken in effektiver Weise zu begrenzen und damit den steigenden Anforderungen an das Risikomanagement, sei es marktbedingt oder regulatorisch gefordert, vollumfänglich nachzukommen. Unternehmensgefährdende Risiken hat die CB nicht identifiziert.

 

Frankfurt am Main, den 11. Mai 2022

René Parmantier, Geschäftsleiter

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