Giesecke+Devrient Group Services GmbH & Co. KG
Selbe AdresseGeld- und Wertdienste
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Martina Seidl seit 8.5.2025 | Prokura |
Markus Kempf seit 8.5.2025 | Prokura |
Michael Tagscherer seit 31.5.2024 | Prokura |
Jutta Häusler seit 2.10.2018 | Prokura |
Michael Hochholzer seit 3.7.2018 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 16.60% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter HaftungMünchenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022KONZERN-BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2022 UND 2021(in Mio. EUR)AKTIVA
PASSIVA
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE ZUM 31. DEZEMBER 2022 UND 2021(in Mio. EUR)
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE ZUM 31. DEZEMBER 2022 UND 2021(in Mio. EUR)
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE ZUM 31. DEZEMBER 2022 UND 2021(in Mio. EUR)
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE ZUM 31. DEZEMBER 2022 UND 2021(in Mio. EUR)
KONZERN-ANHANG FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE ZUM 31. DEZEMBER 2022 UND 2021(in Mio. EUR, falls keine andere Angabe)(1) Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (a) Unternehmensbeschreibung Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung und verbundene Unternehmen ("G+D" bzw. "Giesecke+Devrient") ist auf dem Gebiet des Banknoten- und Wertpapierdrucks sowie der Entwicklung und Herstellung von Sicherheitspapier und Banknotenbearbeitungssystemen tätig. Darüber hinaus entwickelt und fertigt Giesecke+Devrient Magnetstreifen- und Chipkarten überwiegend für die Telekommunikationsbranche, für Banken und für den Bereich Gesundheitsvorsorge. Ein weiteres Tätigkeitsfeld beinhaltet sicherheitsrelevante Lösungen für Regierungen und Behörden, wie bspw. Ausweis- und Reisedokumente sowie eGovernment-Lösungen. Die neuen Technologiebereiche umfassen Netzwerklösungen und sichere mobile Transaktionslösungen sowie ein Software-System für mobile Endgeräte. Giesecke+Devrient mit Hauptsitz in der Prinzregentenstraße 161, 81677 München, Deutschland, ist beim Amtsgericht München im Handelsregister Abt. B mit der Nummer 4619 eingetragen. G+D ist stark international ausgerichtet, wobei einer der wichtigsten Märkte des Unternehmens Deutschland ist. Weitere bedeutende Märkte sind die USA, Kanada und China. Zum 31. Dezember 2022 hatte G+D Tochterunternehmen in 33 Ländern und beschäftigte weltweit 12.594 Mitarbeiter (aus Gründen der Vereinfachung wird die männliche Form verwendet, sie steht stellvertretend für Personen jeglichen Geschlechts), davon 7.969 außerhalb Deutschlands. Der Konzernabschluss wurde von der Geschäftsführung am 21. März 2023 freigegeben. (b) Grundlagen der Darstellung Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften erstellt. 2012 wurde die MC Familiengesellschaft mbH gegründet. Die MC Familiengesellschaft mbH mit Sitz in München erstellt als Konzernobergesellschaft den gesetzlich vorgeschriebenen IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe addieren. (c) Konsolidierungskreis und Konsolidierungsgrundsätze Konsolidierungskreis Im Konzernabschluss von Giesecke+Devrient sind alle wesentlichen Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen einbezogen. Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fälligkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt vollkonsolidiert enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Nicht beherrschende Anteile werden zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Die Anteile des Konzerns an nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen umfassen Anteile an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögens werten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. Der Konsolidierungskreis der voll konsolidierten Unternehmen umfasst 26 inländische und 65 ausländische Gesellschaften. Giesecke+Devrient hat seit Januar 2017 eine Holdingstruktur, in der die Geschäftsbereiche als rechtlich selbstständige Teilkonzerne voll konsolidiert werden. Weil Giesecke+Devrient auf jeder Stufe mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der Veridos Matsoukis S.A. Security Printing, Athen, besitzt, beherrscht G+D diese nach Einschätzung der Geschäftsführung. Diese Einschätzung basiert auf der Grundlage, dass G+D die Mehrheit der Stimmrechte an der Veridos GmbH, Berlin, und diese wiederum die Mehrheit der Stimmrechte an der Veridos Matsoukis S.A. Security Printing, Athen, hält. Zusätzlich werden acht Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierte Unternehmen nach den Grundsätzen der Equity- Methode einbezogen. Konsolidierungsgrundsätze Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Ansatz- und Bewertungsmethoden gemäß IFRS aufgestellt. Aufwendungen und Erträge, Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen sowie Zwischenergebnisse zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden eliminiert. Ein Tochterunternehmen wird zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, zu dem G+D die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Nach der Equity-Methode einbezogene Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen werden zunächst zu Anschaffungskosten bilanziert und in Folgeperioden entsprechend fortgeschrieben. Zwischenergebnisse aus Geschäftsvorfällen werden anteilig eliminiert. Nach IFRS sind sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode abzubilden. Der Kaufpreis des erworbenen Tochterunternehmens wird auf die erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt wurde (Erwerbs Zeitpunkt), verteilt. Die ansatzfälligen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden werden - unabhängig von der Beteiligungshöhe - in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden, abzüglich nicht beherrschender Anteile, wird als Goodwill angesetzt. Sofern dieser Unterschiedsbetrag negativ ist, erfolgt eine ergebniswirksame Erfassung. Die Bewertung der nicht beherrschenden Anteile erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert des anteiligen identifizierbaren Nettovermögens. Bei sukzessiven Unternehmens-erwerben ist eine erfolgswirksame Neubewertung der zum Zeitwert des Beherrschungsübergangs gehaltenen Anteile vorgesehen. Eine Anpassung bedingter Kaufpreisbestandteile, die zum Zeitpunkt des Erwerbs als Verbindlichkeit ausgewiesen werden, wird für Unternehmenserwerbe erfolgswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens als Aufwand erfasst. Sofern nach Erlangung der Beherrschung über ein Tochterunternehmen weitere Anteile hinzuerworben werden, wird der Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und dem anteiligen Eigenkapital mit den Konzerngewinnrücklagen verrechnet. Transaktionen, die nicht zu einem Beherrschungsverlust führen, werden erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion erfasst. Verbleibende Anteile werden zum Zeitpunkt des Beherrschungsverlusts zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei nicht beherrschenden Anteilen erfolgt ein Ausweis von Negativsalden, d. h. Verluste werden unbegrenzt beteiligungsproportional zugerechnet. (d) Verwendung von Schätzungen Bei der Erstellung der Abschlüsse sind Schätzungen und Annahmen der Geschäftsführung erforderlich, welche die Höhe der Aktiva und Passiva, den Umfang von Haftungsverhältnissen am Bilanzstichtag und die Höhe der Erträge und Aufwendungen im Berichtszeitraum beeinflussen. In den folgenden Anhangsangaben sind Informationen über Bereiche, denen Schätzungsunsicherheiten zugrunde liegen, und über Bewertungswahlrechte, die bei der Anwendung von Rechnungslegungsrichtlinien ausgeübt werden und die erhebliche Auswirkungen auf die ausgewiesenen Werte des Konzernabschlusses haben bzw. durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des am 31. Dezember 2022 endenden Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung erforderlich sein wird, enthalten:
Die Interpretation 23 des IFRS Interpretation Committees (IFRIC) stellt die Anwendung von Ansatz und Bewertungsvorschriften des International Accounting Standards (IAS) 12, wenn Unsicherheit bzgl. der ertragsteuerlichen Behandlung besteht, klar. Für den Ansatz und die Bewertung sind Schätzungen und Annahmen zu treffen, z.B. ob eine Einschätzung gesondert oder zusammen mit anderen Unsicherheiten vorgenommen wird, ein wahrscheinlicher oder erwarteter Wert für die Unsicherheit herangezogen wird und ob Änderungen im Vergleich zur Vorperiode eingetreten sind. Das Entdeckungsrisiko ist für die Bilanzierung unsicherer Bilanzpositionen unbeachtlich. Die Bilanzierung erfolgt unter der Annahme, dass die Steuerbehörden den fraglichen Sachverhalt untersuchen und ihnen alle relevanten Informationen vorliegen. Hieraus ergeben sich für G+D keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. (e) Währungsumrechnung Transaktionen in Fremdwährung werden mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt in Euro umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden werden am Bilanzstichtag erfolgswirksam zum Stichtagskurs bewertet. Nichtmonetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden grundsätzlich zu historischen Kosten unter Anwendung der historischen Transaktionskurse bewertet. Die jeweilige funktionale Währung der Konzernunternehmen ist die Währung des jeweiligen primären Wirtschaftsumfeldes, in dem das Unternehmen tätig ist. Die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen als dem Euro werden mit den Stichtagskursen zum Jahresende umgerechnet, während die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet werden. Differenzen aus der Umrechnung von Vermögenswerten und Schulden gegenüber der Umrechnung in der vorausgehenden Periode sind in den Rücklagen aus ergebnisneutralen Eigenkapitalveränderungen enthalten und werden in einer gesonderten Position des Eigenkapitals ausgewiesen. Die verwendeten Durchschnitts- und Stichtagskurse für die wesentlichen relevanten Währungen der am 31. Dezember endenden Geschäftsjahre sind wie folgt (1 EUR = x Einheiten in Fremdwährung):
(f) Finanzinstrumente Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstrumentes führt. Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen sowie Wertpapiere und derivative Finanzinstrumente. Maßgeblich für den erstmaligen Ansatz in der Bilanz und für die Ausbuchung der finanziellen Vermögenswerte ist für alle Kategorien der finanziellen Vermögenswerte mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente einheitlich der Erfüllungstag, d.h. der Tag, an dem ein Vermögenswert an oder durch das Unternehmen geliefert wird. Für derivative Finanzinstrumente ist der Handelstag maßgeblich. Finanzielle Schulden umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing-Verhältnissen und derivative Finanzverbindlichkeiten. Der erstmalige Ansatz eines finanziellen Vermögenswertes oder einer Schuld erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente werden mit ihrem Transaktionspreis erstmalig angesetzt. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments wird als reiner "Exit-Price" verstanden. Dies ist der Preis, der im Rahmen einer auf einem definierten Markt vorgenommenen Transaktion für einen Vermögenswert erzielbar wäre beziehungsweise für eine Schuld bezahlt werden müsste. Nach dem erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte nach den Regelungen des IFRS 9 entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (FVOCI) oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) klassifiziert. Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus dem jeweiligen finanziellen Vermögenswert ausgelaufen sind, d. h. wenn der Vermögenswert realisiert wurde, verfallen ist oder er nicht mehr in der Verfügungsmacht des Unternehmens steht. Bei G+D wurden keine Zinserträge aus wertberichtigten finanziellen Vermögenswerten vereinnahmt. Der Konzern designiert das Kassaelement von Devisentermingeschäften zur Absicherung seines Währungsrisikos und wendet ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an. Die Terminelemente eines Devisentermingeschäfts sind von der Designation des Sicherungsinstruments ausgeschlossen. Es ist Richtlinie des Konzerns, dass die kritischen Bedingungen des Devisentermingeschäfts dem abgesicherten Grundgeschäft entsprechen. Der Konzern nimmt an, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes, sofern nicht anders definiert, signifikant angestiegen ist, wenn er mehr als 30 Tage überfällig ist. Der Konzern nimmt ferner an, dass seine Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf Grundlage der externen Ratings der gewählten Banken und Finanzinstitute und der internen Überwachung und Limitierung pro Institut ein niedriges Ausfallrisiko aufweisen ("low credit risk exemption"). Ein finanzieller Vermögenswert ist in der Bonität beeinträchtigt, wenn ein Ereignis oder mehrere Ereignisse mit nachteiligen Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme auftreten. Indikatoren dafür sind beispielsweise signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht. Der Konzern betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als ausgefallen, wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seine Kreditverpflichtung vollständig an den Konzern zahlen kann, ohne dass der Konzern auf Maßnahmen wie die Verwertung von Sicherheiten (falls vorhanden) zurückgreifen muss, oder der finanzielle Vermögenswert mehr als 90 Tage überfällig ist. Der Konzern definiert einen finanziellen Vermögenswert in Form von Lieferungen und Leistungen als Ausfall bei einer Überfälligkeit von mehr als 360 Tagen. Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden zur Sicherung des Fremdwährungsrisikos aus dem gewöhnlichen Geschäftsverlauf in Form von Devisentermingeschäften eingesetzt. Zudem werden Zinsswaps zur Sicherung des Zinsrisikos bei langfristigen variabel verzinslichen Darlehen eingesetzt. Bei Giesecke+Devrient wird das Wahlrecht zur Beibehaltung von Hedge Accounting nach den Regelungen des IAS 39 in Anspruch genommen. Hedging von Großprojekten unter Anwendung von Cash Flow Hedge Accounting (CFH) Grundsätzlich werden Verträge mit einem Volumen > 8 Mio. EUR über Devisentermingeschäfte abgesichert und überprüft, ob sie unter Anwendung von Cash Flow Hedge Accounting bilanziert werden können. Dabei werden bei diesen Einzelgeschäften Ergebnisschwankungen durch die zeitanteilige Bilanzierung der Bewertungseffekte der Derivate im Eigenkapital vermieden. Der Konzern designiert das Kassaelement von Devisentermingeschäften zur Absicherung seines Währungsrisikos und wendet ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an. Die Terminelemente eines Devisentermingeschäfts sind von der Designation des Sicherungsinstruments ausgeschlossen und werden im Finanzergebnis analog freistehender Derivate gezeigt. Es ist Richtlinie des Konzerns, dass die kritischen Bedingungen des Devisentermingeschäfts dem abgesicherten Grundgeschäft entsprechen. Es gelten strenge Anforderungen an ein Grundgeschäft, um Cash Flow Hedge Accounting anzuwenden. Diese werden sowohl bei Abschluss des Projektes als auch fortlaufend überprüft. Sollten die Kriterien während der Laufzeit des Projektes nicht mehr erfüllt sein, wird das Cash Flow Hedge Accounting aufgelöst und die Effekte fortwährend in der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt. Die wirtschaftliche Sicherung bleibt dabei immer bestehen. Der Konzern bestimmt im Rahmen des prospektiven Effektivitätstests, dass von einem hohen Ausgleich der Zahlungsströme zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft auf der Grundlage von Währung, Betrag und Zeitpunkt ihrer jeweiligen Zahlungsströme (Critical Terms Match) geschlossen werden kann. Der Konzern beurteilt retrospektiv mithilfe der hypothetischen Derivatmethode, ob das in jeder Sicherungsbeziehung designierte Derivat in Bezug auf Aufrechnungen von Änderungen der Zahlungsströme des abgesicherten Grundgeschäfts effektiv war. Bei diesen Sicherungsbeziehungen können Unwirksamkeiten aus folgenden Sachverhalten resultieren:
Hedging von Großprojekten unter Anwendung von Fair Value Hedge Accounting (FVH) Giesecke+Devrient wendet keine Bilanzierung von Sicherungszusammenhängen im Rahmen der Sicherung von Fremdwährungsrisiken an ("No-Hedge Accounting"). Daher werden diese derivativen Finanzinstrumente als "zu Handelszwecken gehalten" qualifiziert und zum Bilanzstichtag entweder als Vermögenswert oder als Schuld zu ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Änderungen im beizulegenden Zeitwert werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Der Marktwert der Devisentermingeschäfte errechnet sich auf der Basis der am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassakurse sowie der Terminauf- und -abschläge im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Giesecke+Devrient ermittelt Finanzderivate, die in Trägerkontrakte finanzieller Verbindlichkeiten eingebettet sind, und bilanziert sie entsprechend den Bestimmungen von IFRS 9 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung getrennt. Finanzderivate, die in Finanzkontrakte finanzieller Vermögenswerte eingebettet sind, werden vollständig zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Bei diesen Derivaten handelt es sich ausschließlich um Fremdwährungsderivate, die in bestimmte, auf eine Währung lautende Einkaufs- und Verkaufskontrakte eingebettet sind, die funktionale Währung weder von Giesecke+Devrient noch des Vertragskontrahenten ist und die auch keine Währung ist, die üblicheiweise in Verträgen verwendet wird, um nichtfinanzielle Objekte in dem wirtschaftlichen Umfeld, in dem das Geschäft stattfindet, zu kaufen oder zu verkaufen. Die Zeitwerte der externen und eingebetteten Fremdwährungsderivate werden in der Bilanz unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und unter den kurzfristigen finanziellen Schulden ausgewiesen. Hedging von Zinsrisiken Giesecke+Devrient hat für langfristige Bankdarlehen Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen. Zwischen dem Darlehen und den Zinsswaps wurde ein Sicherungszusammenhang designiert und diese in Form eines Cash Flow Hedges bilanziert. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente/ kurzfristige Geldanlagen Giesecke+Devrient bilanziert hochliquide Finanzanlagen mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Hochliquide "Commercial Paper" mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten werden ebenfalls als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Kurzfristige Geldanlagen mit einer Laufzeit zwischen drei Monaten und einem Jahr werden unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2022 beinhalten Kassenbestände und Bankguthaben in Russland mit Verfügungsbeschränkungen in Höhe von 0,6 Mio. EUR. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto, werden der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Sie werden beim erstmaligen Ansatz zu ihrem Transaktionspreis angesetzt. Die Bewertung zu den folgenden Bilanzstichtagen erfolgt bei G+D auf der Grundlage des Geschäftsmodells zur Steuerung der Forderungen und der Eigenschaft der vertraglichen Zahlungsströme, mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Bei Ausfallrisiken werden Wertminderungen in Form von Einzel Wertberichtigungen vorgenommen. Konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen. Darüber hinaus werden gemäß IFRS 9 Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, die nicht der spezifischen Wertberichtigung unterliegen, in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste auf kollektiver Basis auf den verbleibenden Restbetrag der Forderung aus Lieferung und Leistung gegen Dritte berechnet. Wertminderungen werden bei G+D zuerst nach dem Einzelwertverfahren und dann auf kollektiver Basis für den verbleibenden Restbetrag der erwarteten Kreditverluste gemäß IFRS 9 erfasst. Wertberichtigungen werden bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen auf einem separaten Wertberichtigungskonto erfasst. Der Konzern wendet zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen den vereinfachten Ansatz an, wobei die Berechnung auf Grundlage einer Wertberichtigungsmatrix erfolgt, die eine Analyse historischer Daten über die Laufzeit der letzten fünf Jahre sowie gegenwärtige beobachtbare und zukunftsgerichtete Daten enthält. Ausfallrisiken innerhalb jeder Ausfallrisiko-Einstufung werden anhand der Branche segmentiert. Basierend auf der Analyse historischer Daten sowie angemessener und belastbarer Informationen über Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, die mehr als ein Jahr überfällig sind, wurden für alle G+D-Teilkonzern-Hubs widerlegbare Sätze für einbringliche Forderungen von 90,0 % abgeleitet. Bei der Analyse wird demnach davon ausgegangen, dass 10,0 % der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte voraussichtlich nicht eingezogen werden können. Der Anteil der uneinbringlichen Forderungen wird dann um eine Wiedereinziehungsquote von 25,0 % herabgesetzt. Diese Wiedereinziehungsquote stellt den Betrag dar, der im Insolvenzfall dennoch erwartungsgemäß eingezogen werden kann. Bei der Berechnung der Wertberichtigung auf kollektiver Basis für die einzelnen G+D-Gesellschaften wird das Zahlungsverhalten der Kunden berücksichtigt, dass sich aus der durchschnittlichen Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte in den letzten fünf Jahren zum 31. Dezember ergibt. Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit der Bildung und Auflösung von Einzelwertberichtigungen und Wertberichtigungen auf kollektiver Basis sowie im Zusammenhang mit der Ausbuchung von Forderungen werden im Rahmen von IFRS 9 als Einzelposten in der GuV separat ausgewiesen. Unverzinsliche oder gering verzinsliche langfristige Forderungen werden mit dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows angesetzt, wenn der Zinseffekt wesentlich ist. Die Fortschreibung erfolgt in diesen Fällen unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Als langfristig werden Vermögenswerte eingeordnet, die am Bilanzstichtag eine verbleibende Laufzeit von mehr als zwölf Monaten haben. Wertpapiere und Beteiligungen Die Wertpapiere von G+D werden entweder als zum Handel bestimmte Wertpapiere oder als zum Halten und zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere bilanziert. Die Bewertung erfolgt gemäß den Regelungen von IFRS 9 auf der Grundlage des Geschäftsmodells zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und der Eigenschaft der vertraglichen Zahlungsströme. IFRS 9 enthält drei grundsätzliche Kategorien zur Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (FVOCI) sowie zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (FVTPL). G+D hat die finanziellen Vermögenswerte dem Geschäftsmodell "Other" zugeordnet und bewertet diese somit erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Die als zum Halten und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere klassifizierten Investmentfonds erfüllen nicht das Zahlungsstromkriterium und werden deswegen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Eigenkapitalinstrumente beinhalten Beteiligungen an anderen nahestehenden Unternehmen. Darunter fallen die Beteiligungen an Brighter AI Technologies GmbH mit 8,1 % der Anteile, FINANCIAL NETWORK ANALYTICS LTD mit 6,5 % der Anteile, IDnow GmbH mit 5,1 % der Anteile, Metaco SA mit 3,9 % der Anteile, SALV TECHNOLOGIES OÜ mit 3,0 % der Anteile und Verimi GmbH mit 0,6 % der Anteile. Diese Beteiligungen werden zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (FVOCI) und in einer separaten Position "Beteiligungen an anderen nahestehenden Unternehmen" in der Bilanz ausgewiesen. Die Handelspapiere beinhalten Anteile an einem geschlossenen und voll konsolidierten Spezialfonds, der in öffentlich gehandelte Eigen- und Fremdkapitaltitel investiert. Diese Wertpapiere werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert unter Bezugnahme auf öffentlich notierte Marktpreise auf einem aktiven Markt zum Bilanzstichtag bewertet. Hochliquide "Commercial Paper" mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten werden als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen und mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus den zum Handel bestimmten Wertpapieren und aus den zum Halten und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (Wertpapieranlagen) werden erfolgswirksam im Jahresergebnis ausgewiesen. Ergibt sich zu späteren Bewertungszeitpunkten, dass der beizulegende Zeitwert infolge von Ereignissen, die nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertminderung eingetreten sind, objektiv gestiegen ist, werden die Wertminderungen in entsprechender Höhe erfolgswirksam zurückgenommen. Sonstige finanzielle Vermögenswerte Die unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Vermögenswerte werden, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Die Bewertung erfolgt entsprechend den Ausführungen bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen, netto. Wertberichtigungen von finanziellen Vermögenswerten werden nach dem Wertminderungsmodell für erwartete Kreditverluste erfasst. Bei Wegfall der Gründe für die erfassten Wertberichtigungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Finanzielle Schulden Die unter den finanziellen Schulden ausgewiesenen Verpflichtungen werden, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, der Kategorie "Finanzielle Schulden bilanziert zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Die Bewertung dieser finanziellen Schulden erfolgt beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode. Transaktionskosten werden von den Anschaffungskosten abgezogen, soweit sie direkt zurechenbar sind. Als langfristig werden Verbindlichkeiten eingeordnet, die am Bilanzstichtag eine verbleibende Laufzeit von mehr als zwölf Monaten ausweisen. Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht der oben dargestellten Vorgehensweise zu den finanziellen Schulden. Eine finanzielle Schuld wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist. Giesecke+Devrient hat bisher nicht von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, finanzielle Schulden bei ihrer erstmaligen bilanziellen Erfassung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Schulden zu bestimmen. Finanzinstrumente, die für den Halter einen Anspruch auf Rückzahlung des der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Kapitals begründen, müssen nach IAS 32 als Fremdkapital klassifiziert werden. Bei Gesellschaften in der Rechtsform einer Personenhandelsgesellschaft kann der Gesellschafter durch Ausübung eines gesetzlichen Kündigungsrechtes, das durch den Gesellschaftsvertrag nicht ausgeschlossen werden kann, die Rückzahlung des zur Verfügung gestellten Kapitals verlangen. Unter diese Regelung fallen auch sonstige vergleichbare Kündigungsrechte mit Abfindungsvereinbarung von Minderheitsgesellschaftern. Die Verbindlichkeiten aus Anteilen an Personenhandelsgesellschaften sowie die Anteile von Minderheitsgesellschaftern mit vergleichbaren Kündigungsrechten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die bewertungsbedingten Änderungen der Verbindlichkeit werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Zinsergebnis erfasst. (g) Risikomanagementpolitik und Sicherungsmaßnahmen Das Risikomanagement für den gesamten Konzern wird zentral gesteuert. Bestimmungen zur Risikomanagementpolitik, zu den Sicherungsmaßnahmen und den Dokumentationsanforderungen werden in einer Richtlinie von der zentralen Finanzabteilung festgelegt und in entsprechenden Prozessabläufen umgesetzt. Eine Überprüfung und Aktualisierung dieser Richtlinie erfolgt in regelmäßigen Abständen. Die Genehmigung der Richtlinie erfolgt durch die Geschäftsführung. Derivative Finanzinstrumente werden von G+D ausschließlich zur Verminderung der dem globalen Geschäft innewohnenden Risiken eingesetzt. Giesecke+Devrient besitzt daher weder derivative Finanzinstrumente zu spekulativen Zwecken noch begibt sie solche. Es wird weiterhin auf die entsprechenden Ausführungen in Anmerkung 22 "Finanzwirtschaftliche Risiken" verwiesen, sowie auf die Ausführungen im Konzernlagebericht unter Abschnitt 4.3. "Zusammenfassender Risikobericht". (h) Vorräte Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Kosten werden nach dem Durchschnittsverfahren, der FIFO-Methode ("first in first out") oder dem Standardkostenverfahren ermittelt. Die Bewertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse umfasst direkt zurechenbare Materialeinzelkosten, Lohnkosten und Fertigungsgemeinkosten auf Basis der normalen Kapazität der Produktionsanlagen. Vermögenswerte des Vorratsvermögens werden zum Abschlussstichtag abgewertet, soweit ihr Nettoveräußerungswert niedriger ist als ihr Buchwert. (i) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung qualifiziert, wenn diese im gegenwärtigen Zustand zu Bedingungen, die für den Verkauf derartiger Vermögenswerte gängig und üblich sind, sofort veräußerbar sind und eine solche Veräußerung höchstwahrscheinlich ist. Die Bewertung erfolgt zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. (j) Goodwill und andere immaterielle Vermögenswerte Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten erworbene Vermögenswerte wie Standardsoftware, Lizenzen, Patente, Wasserrechte, Know-how, Kundenstämme, Marken, Goodwill sowie selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte. Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet und planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Kosten für Entwicklung werden aktiviert, sofern die Voraussetzungen des IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte erfüllt sind. Aktivierte Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Die Herstellungskosten umfassen Material- und Personaleinzelkosten sowie in angemessenem Umfang zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Die Abschreibung bilanzierter Entwicklungskosten erfolgt linear über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Forschungskosten werden nicht aktiviert, sondern in der Periode des Anfalls erfolgswirksam erfasst. Die Nutzungsdauern der zeitlich beschränkt nutzungsfähigen immateriellen Vermögenswerte betragen grundsätzlich:
Goodwill wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern auf die Werthaltigkeit hin zumindest jährlich überprüft. Wertminderungen des Goodwills dürfen nicht rückgängig gemacht werden. Giesecke+Devrient überprüft die Werthaltigkeit eines Goodwills auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ("Cash-Generating Unit", kurz CGU) oder auf Ebene von Gruppen von CGUs in einem einstufigen Wertminderungstest, der mindestens jährlich durchzuführen ist. Übersteigt der Buchwert der CGU bzw. Gruppe von CGUs, der der Goodwill zugewiesen wurde, deren erzielbaren Betrag (Nutzungswert ermittelt als Barwert der zukünftigen Cashflows), ist der betroffene Goodwill in Höhe des Differenzbetrages wertzumindern. Übersteigt die Wertminderung der CGU bzw. Gruppe von CGUs den Buchwert des ihr zugeordneten Goodwills, ist die darüberhinausgehende Wertminderung durch anteilige Minderung von Buchwerten der CGU bzw. Gruppe von CGUs zugeordneten Vermögenswerten (grundsätzlich Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) zu erfassen. Die wichtigsten Annahmen, auf denen die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten und des Nutzungswerts basiert, sind geschätzte Wachstumsraten, gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten und Steuersätze. Diese Prämissen sowie die zugrunde liegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung des Goodwills haben. Werden zur Ermittlung des Goodwills Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte auf Wertminderungen getestet, ist die Bestimmung des erzielbaren Betrags der Vermögenswerte gleichermaßen mit Schätzungen des Managements verbunden. (k) Sachanlagen Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. Die Sachanlagen werden linear abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Die Abschreibung beginnt, sobald der Vermögenswert in Betrieb genommen wird. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie produktions- bzw. leistungserstellungsbezogene Verwaltungskosten. Zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zählen auch die geschätzten Kosten für den Abbruch und das Abräumen des Gegenstandes und die Wiederherstellung des Standortes, an dem er sich befindet. Vereinnahmte Investitionszuschüsse und -zulagen mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten derjenigen Vermögenswerte, für die der Zuschuss gewährt wurde. Bestehen Sachanlagen aus mehreren Bestandteilen mit unterschiedlichen Nutzungsdauern, werden die einzelnen Bestandteile separat über ihre individuellen Nutzungsdauern abgeschrieben. Laufende Wartungs- und Reparaturkosten werden im Entstehungszeitpunkt verursachungsgemäß als Aufwand erfasst. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern der Sachanlagen bei G+D betragen:
(l) Wertminderungen der immateriellen Vermögenswerte und der Sachanlagen Wertminderungen anderer immaterieller Vermögenswerte und von Sachanlagen werden durch den Vergleich ihres Buchwerts mit dem erzielbaren Betrag als höherem Wert aus beizulegendem Zeitwert und Nutzungswert des Vermögenswerte ermittelt. Können den einzelnen Vermögens werten keine eigenen, von anderen Vermögenswerten unabhängig generierten künftigen Finanzmittelzuflüsse zugeordnet werden, ist die Werthaltigkeit auf Basis der nächsthöheren aggregierten zahlungsmittelgenerierenden Einheit von Vermögenswerten zu testen. Soweit die Gründe für zuvor erfasste Wertminderungen entfallen, wird für diese Vermögenswerte eine Wertaufholung vorgenommen. Ausgenommen hiervon sind die Goodwills. (m) Leasing Bei Abschluss einer Vereinbarung stellt der Konzern gemäß den Regelungen des IFRS 16 fest, ob eine solche Vereinbarung ein Leasingverhältnis ist oder enthält. IFRS 16 definiert ein Leasingverhältnis als einen Vertrag, der dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Ein Vertrag berechtigt zur Kontrolle der Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts, wenn der Leasingnehmer berechtigt ist, im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Verwendung des identifizierten Vermögenswerts zu ziehen und über dessen Nutzung zu entscheiden. Mit der Anwendung von IFRS 16 bilanziert der Konzern als Leasingnehmer grundsätzlich für alle identifizierten Leasingverhältnisse Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Leasingverbindlichkeiten für die Zahlungsverpflichtungen mit Barwerten. Eine Unterscheidung zwischen Operating- und Finanzierungsleasingverhältnissen findet nach den neuen Regelungen des IFRS 16 nicht statt. Für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Vertragslaufzeit bis zu zwölf Monaten und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte (Neupreis des zugrundeliegenden Vermögenswertes liegt unter 5.000 EUR) werden keine Nutzungsrechte und keine Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz angesetzt. Die Leasingzahlungen dieser Verträge werden als Aufwand in Höhe der monatlichen Leasingraten erfasst. Die Leasingkomponenten eines Vertrags werden auf Basis des relativen Einzelveräußerungspreises getrennt von den Nichtleasingkomponenten des Vertrags als Leasingverhältnis bilanziert. Mit Anwendung von IFRS 16 werden die Tilgungsleistungen der Leasingverbindlichkeiten unter dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Dazugehörige Zinszahlungen sowie Leasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte werden weiterhin im Cashflow der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen. Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt. Ist dieser nicht bestimmbar, erfolgt die Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns. Die Erstbewertung des Nutzungsrechts erfolgt zu den Anschaffungskosten. Die Kosten des Nutzungsrechts umfassen die Leasingverbindlichkeiten sowie bereits geleistete Leasingzahlungen, anfänglich direkte Kosten und Rückbauverpflichtungen, abzüglich erhaltener Leasinganreize. Die Folgebewertung erfolgt zum fortgeführten Anschaffungskostenmodell abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über die Dauer des Leasingverhältnisses vorgenommen. Liegt eine günstige Mietverlängerungsoption des Leasingnehmers vor, sodass von einer Inanspruchnahme der Option durch den Leasingnehmer mit einer hinreichenden Sicherheit ausgegangen werden kann, sind die Leasingraten im Mietverlängerungszeitraum zu berücksichtigen. (n) Rückstellungen Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen Die Verpflichtungen für Pensionen und sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und damit zusammenhängende Aufwendungen und Erträge werden in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen ermittelt. Diese Bewertungen beruhen auf Schlüsselprämissen, darunter Abzinsungssätze, Gehaltstrends, Rentendynamiksätze, biometrische Wahrscheinlichkeiten und Trendannahmen zur Entwicklung der Krankenversicherungsleistungen. Die angesetzten Abzinsungsfaktoren spiegeln die Zinssätze wider, die am Bilanzstichtag für erstrangige, festverzinsliche Anleihen mit entsprechender Laufzeit erzielt werden. Aufgrund schwankender Markt- und Wirtschaftslage können die zugrunde gelegten Prämissen von der tatsächlichen Entwicklung abweichen, was wesentliche Auswirkungen auf Verpflichtungen für Pensionen und sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses haben kann. Die Pensionsrückstellungen aus leistungsorientierten Plänen werden nach der Methode der laufenden Einmalprämien ("Projected Unit Credit Method") bewertet. Dabei werden sowohl die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften als auch die künftig zu erwartenden Steigerungen der Entgelte und Renten berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste und die übrigen Neubewertungen der Nettoschuld werden am Abschlussstichtag ermittelt und über das sonstige Ergebnis ("Ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderungen") erfasst. Zur Festlegung des Rechnungszinssatzes bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen verwendet Giesecke+Devrient die Methodik "Mercer Pension Discount Yield Curve". Hierbei handelt es sich um eine IAS-19-konforme Zinsermittlungsmethode. Die Methodik basiert auf einer Auswahl von AA-gerateten Unternehmensanleihen gemäß Bloomberg- Auswertungen. Der Nettozinsaufwand, d.h. der in den Pensionsaufwendungen enthaltene Zinsanteil der Rückstellungszuführung abzüglich des mit den Abzinsungssätzen ermittelten erwarteten Ertrags aus dem Planvermögen, wird im Zinsaufwand gezeigt. Die im Rahmen von beitragsorientierten Plänen zu leistenden Beiträge werden als Aufwand erfasst. Werden die Leistungen eines Plans verändert oder wird ein Plan gekürzt, werden die entstehende Veränderung der die nachzuverrechnende Dienstzeit betreffenden Leistung oder der Gewinn oder Verlust bei der Kürzung unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Der Konzern erfasst Gewinne und Verluste aus der Abgeltung eines leistungsorientierten Plans zum Zeitpunkt der Abgeltung. Altersteilzeitvereinbarungen Eine Verpflichtung aus Altersteilzeit wird zu dem Zeitpunkt angesetzt, zu dem der Arbeitnehmer einen einzelvertraglichen Anspruch auf vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat. Für Altersteilzeitvereinbarungen im Rahmen des Blockzeitmodells werden der kontinuierlich anwachsende Erfüllungsrückstand und die Verpflichtung zur Zahlung von Aufstockungsleistungen getrennt bewertet. Beide Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen vom Beginn der Aktivphase bis zum Ende der Beschäftigungsphase ratierlich erfasst. In der Passivphase wird der Barwert der zukünftigen Zahlungen zurückgestellt. Der in den Altersteilzeitaufwendungen enthaltene Nettozinsanteil wird im Zinsaufwand gezeigt. Gewährleistungsverpflichtungen Beim Verkauf eines Produkts wird eine Rückstellung für erwartete Gewährleistungsverpflichtungen gebildet. Schätzungen für Aufwendungen aus Gewährleistungsverpflichtungen basieren vorwiegend auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. 2022 erfolgte eine Änderung in der Methodik bei der Einschätzung von Höhe und Wahrscheinlichkeit von möglichen Gewährleistungsfällen. Insbesondere durch neue Technologien zur Qualitätssicherung schon im Produktionsprozess schätzt die Konzerngeschäftsführung die Höhe und das Risiko des Eintretens von Gewährleistungsfällen bei der Erstellung von Banknotenpapier und dem Druck von Banknoten als deutlich geringer ein. Diese Einschätzung hat 2022 insgesamt zu einer Auflösung von Gewährleistungsrückstellungen in Höhe von 27,3 Mio. EUR geführt. Dieser Ertrag mindert in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung die Umsatzkosten des Geschäftsjahres 2022. Restrukturierungsrückstellungen Eine Restrukturierungsrückstellung wird angesetzt, sofern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht. Eine faktische Verpflichtung zur Restrukturierung entsteht nur dann, wenn es einen detaillierten formellen Restrukturierungsplan gibt und bei den Betroffenen die Erwartung ausgelöst wurde, dass die Restrukturierung durchgeführt wird. Dies kann erfolgen durch den Beginn der Umsetzung des Plans oder durch die Bekanntgabe der wesentlichen Punkte an die Betroffenen. Eine Restrukturierungsrückstellung enthält nur die direkt im Zusammenhang mit der Restrukturierung entstehenden Ausgaben, die sowohl zwangsweise im Zuge der Restrukturierung entstehen als auch nicht mit den laufenden Aktivitäten von G+D zusammenhängen. Rückstellungen für belastende Verträge Die Bestimmung der Rückstellungen für belastende Verträge ist in erheblichem Maß mit Einschätzungen verbunden. Diese betreffen im Wesentlichen Einschätzungen bezüglich des Projektfortschritts, der Erfüllung bestimmter Leistungsanforderungen, Änderungen der Projektvolumina, der Aktualisierung der kalkulierten Gesamtkosten sowie angewandter kundenspezifischer und laufzeitadäquater Diskontierungszinssätze. Giesecke+Devrient erfasst Rückstellungen für belastende Verträge, sofern bei einem Vertrag die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher als der erwartete wirtschaftliche Nutzen sind. Die unvermeidbaren Kosten aus einem Vertrag spiegeln den Mindestbetrag der bei Ausstieg aus dem Vertrag anfallenden Nettokosten wider; diese stellen den niedrigeren Betrag von Erfüllungskosten und etwaigen aus der Nichterfüllung resultierenden Entschädigungszahlungen oder Strafgeldern dar. Bevor eine separate Rückstellung für einen belastenden Vertrag erfasst wird, erfolgt die Bilanzierung einer Wertminderung bei den durch den Vertrag betroffenen Vermögenswerten. Sonstige Rückstellungen Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, soweit rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruhen und wahrscheinlich zu Vermögensabflüssen führen, die zuverlässig ermittelbar sind. Sie werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bewertet und nicht mit möglichen Erstattungen, wie z. B. Versicherungsansprüchen, verrechnet. Der Erfüllungsbetrag ergibt sich auf der Basis der bestmöglichen Schätzung. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst, sofern der Abzinsungsbetrag wesentlich ist. Änderungen des Zinssatzes, der Höhe oder des zeitlichen Anfalls von Auszahlungen zur Bewertung von Rückstellungen für Entsorgungs-, Wiederherstellungs- und ähnlichen Verpflichtungen sind in gleicher Höhe beim korrespondierenden Vermögenswert zu berücksichtigen, sofern die Rückstellungsminderung den Buchwert des Vermögenswertes nicht überschreitet. In diesem Fall ist der überschießende Betrag sofort erfolgswirksam zu erfassen. (o) Erfassung der Umsatzerlöse, Zinsen und Dividenden Nach IFRS 15 werden Umsatzerlöse mit Übergang der Verfügungsgewalt über die Güter an Kunden erfasst. Bei einigen Verträgen über den Verkauf von kundenspezifischen Produkten, insbesondere im Karten-, Pass- und Ausweisgeschäft, überträgt der Konzern die Verfügungsgewalt über den Fertigungszeitraum. Die Umsatzerlöse aus diesen Verträgen werden entsprechend dem Fertigstellungsgrad des Produktes und somit vor Lieferung der Güter zum Kunden erfasst. In bestimmten Fällen tritt G+D als Generalunternehmer bei der Errichtung von Papierfabriken, Sondereinrichtungen (z. B. zur Fertigung von Sicherheitsprodukten) und Personalisierungszentren auf. Die Erfüllung solcher Verträge erfolgt im Allgemeinen über einen längeren Zeitraum. Bis zur endgültigen Fertigstellung können mehrere Jahre vergehen. Für Fertigungsaufträge erfolgt die Umsatzrealisierung über die Vertragslaufzeit, sofern sich Erträge und Aufwendungen verlässlich schätzen lassen. Der Fertigstellungsgrad wird mit Hilfe von Output-Methoden (z.B. vereinbarte Meilensteine) oder dem Kostenvergleichsverfahren ("Cost-to-Cost"-Methode) ermittelt. Das Periodenergebnis wird ermittelt, indem die vertraglich festgelegten Gesamtauftragserlöse und - kosten mit dem Fertigstellungsgrad multipliziert und um die Vorjahresergebnisse korrigiert werden. Werden langfristige Kundenaufträge abgewickelt, deren wesentliche Bestandteile die Erstellung, die Modifikation oder das Customizing von Software ausmachen, erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel nach Abnahme durch den Kunden, da der Fertigstellungsgrad nicht verlässlich bestimmbar ist. Schließt G+D Vertragsverhältnisse mit mehreren Lieferungs- und Leistungskomponenten ("Mehrkomponentenverträge") ab, wie beispielsweise die Lieferung von Kartenkörpern sowie die Erbringung von Personalisierungsleistungen, bemessen sich die einzelnen Komponenten grundsätzlich nach dem anteiligen Einzelveräußerungspreis der jeweiligen Komponente am gesamten Lieferungs- und Leistungsumfang. Geschäftsfeldübergreifend beeinflusst der erhöhte Spielraum für Schätzungen im Zusammenhang mit variablen Gegenleistungen die Höhe und den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung. Zinsen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Dividenden werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst. (p) Zuwendungen Sofern Investitionszuschüsse/-zulagen für Vermögenswerte bestimmt sind, werden diese mit den Anschaffungs-/Herstellungskosten des bezuschussten Vermögenswertes verrechnet und stellen somit eine Anschaffungskostenminderung dar. Der Zuschuss/die Zulage wird ratierlich in Form von geringeren Abschreibungen erfolgswirksam vereinnahmt. Die übrigen Zuwendungen werden in der Periode als Ertrag erfasst, in der der Anspruch entsteht. (q) Latente Steuern Aktive und passive latente Steuern werden nach der "Liability"-Methode für temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen in der Konzernbilanz und der Steuerbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge angesetzt, sofern aus deren Nutzung Steuerminderungen in Folgeperioden wahrscheinlich sind. (r) Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung wird gemäß IAS 7 aufgestellt und zeigt die Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Geschäftsjahres gegliedert nach den Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit. Die Darstellung der Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit erfolgt mittels der indirekten Methode, indem das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um nicht zahlungswirksame Vorgänge korrigiert wird. Darüber hinaus werden Sachverhalte eliminiert, die dem Cashflow aus Investitionstätigkeit oder Finanzierungstätigkeit zuzurechnen sind. Zahlungsströme aus erhaltenen und gezahlten Zinsen sowie aus erhaltenen Dividenden werden den Zahlungsströmen aus der betrieblichen Tätigkeit zugeordnet. Auszahlungen für den Erwerb zusätzlicher Anteile an verbundenen Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung werden dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zugeordnet. Der Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel. Die flüssigen Mittel setzen sich aus den Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten, den liquiden Mitteln aus den Fonds sowie kurzfristigen Geldanlagen mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten zusammen. (s) Im Geschäftsjahr 2022 geänderte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Das IASB hat eine Reihe von Verlautbarungen veröffentlicht, die im Geschäftsjahr 2022 erstmalig angewendet wurden. Diese hatten keinen wesentlichen Einfluss auf den Abschluss des G+D-Konzerns. (t) Neue und geänderte Bilanzierungsgrundsätze Das IASB hat weitere Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards veröffentlicht, deren Anwendung noch nicht verpflichtend ist und die im Konzernabschluss noch nicht vorzeitig angewendet werden. Diese neuen Standards und Änderungen werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
(2) Finanzielle Vermögenswerte Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich zum 31. Dezember 2022 und 2021 wie folgt zusammen:
Die Wertpapieranlagen wurden zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 11,0 Mio. EUR am 31. Dezember 2022 und in Höhe von 32,3 Mio. EUR am 31. Dezember 2021 bilanziert. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Marktwert. (3) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen, netto, setzen sich zum 31. Dezember 2022 und 2021 wie folgt zusammen:
Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen (ohne Anzahlungen) zum 31. Dezember 2022:
Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen (ohne Anzahlungen) zum 31. Dezember 2021:
Die Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die erwarteten Kreditverluste (wertgemindert) betreffen mehrere Kunden, bei denen aufgrund ihrer wirtschaftlichen Umstände (wie z.B. Veränderung des Kreditratings oder Vertragsbruch oder finanzielle Probleme oder ähnliches) nicht erwartet wird, dass die ausstehenden Beträge vollständig beglichen werden können. Der weder wertgeminderte noch in Zahlungsverzug befindliche Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen beträgt 373,8 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 bzw. 314,7 Mio. EUR zum 31. Dezember 2021. G+D geht davon aus, dass die weder überfälligen noch wertgeminderten Forderungen in voller Höhe einbringlich sind. Es deuten zum Stichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Diese Einschätzung basiert auf dem Zahlungsverhalten der Vergangenheit sowie umfangreichen Analysen in Bezug auf das Ausfallrisiko der Kunden. Wertberichtigungen auf Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen sowie nahestehende Unternehmen und Personen waren nicht erforderlich. Im Geschäftsjahr 2015 hat der Konzern eine Dienstleistungskonzessionsvereinbarung mit einer ausländischen Behörde über das Errichten und Betreiben einer gemeinsamen Fabrik zur Herstellung von ID-Karten und Pässen (BOT-Modell = Build-Operate-Transfer) abgeschlossen. Die Vereinbarung sieht neben einer einjährigen Errichtungsphase eine zehnjährige Betreiberphase vor. Die bilanzierten Forderungen aus der Dienstleistungskonzessionsvereinbarung zum 31. Dezember 2021 betrugen 12,3 Mio. EUR und wurden ursprünglich als langfristige vertragliche Vermögenswerte ausgewiesen, da die Einnahmen erst im Rahmen der Betreiberphase erzielt werden können. Zum 31. Dezember 2022 wurden diese Forderungen, die zwischenzeitlich 12,8 Mio. EUR betragen, in voller Höhe wertberichtigt. Für das Geschäftsjahr 2022 hat G+D keinen Gewinn oder Verlust aus dem laufenden Geschäft erfasst, da den Umsatzerlösen gleichlautende Aufwendungen gegenüberstehen. (4) Vorräte, netto Die Vorräte setzen sich zum 31. Dezember 2022 und 2021 wie folgt zusammen:
Der Betrag von Wertminderungen von Vorräten, der in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 als Aufwand erfasst worden ist, beläuft sich auf jeweils 15,1 Mio. EUR und 20,0 Mio. EUR. Zum 31. Dezember 2022 und zum 31. Dezember 2021 wurden keine Vorräte zur Besicherung von finanziellen Schulden verpfändet. (5) Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
(6) Beteiligungen Die Beteiligungen betreffen:
Die folgenden Beteiligungen (siehe Anmerkung 1c "Konsolidierungskreis und Konsolidierungsgrundsätze") werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert:
1 Die Anteilsverhältnisse wurden reduziert
Gemeinschaftsunternehmen Podsystem MX SAPI de CV dient als Vertriebsbüro für die Pod Group. Shenzhen Giesecke & Devrient Currency Automation Systems Co. Ltd. vertreibt und installiert Banknotenbearbeitungssysteme. E-Kart Elektronik Kart Sistemleri Sanayi ve Ticaret Anonim Sirketi befasst sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Karten, Kartensystemen und kartenbasierten Lösungen. UGANDA SECURITY PRINTING COMPANY (USPCL) LIMITED produziert Reisepässe und Ausweisdokumente für den nationalen Markt. Assoziierte Unternehmen Die Netcetera Group AG bezweckt die Erbringung von Dienstleistungen im EDV-Bereich sowie den Handel mit Waren der EDV-Branche. Netset Global Solutions d.o.o. entwickelt spezialisierte Informationssysteme mit integrierten Informationsschutzmechanismen für die elektronische Identifizierung, für große nationale Register, für Smartcard-Anwendungen und kryptographische Lösungen. Gegenstand des Unternehmens Build38 GmbH ist Entwicklung und Vertrieb von Softwarelösungen als Service für Dritte sowie damit zusammenhängende Beratungsdienstleistungen. Mit Wirkung zum 3. November 2022 hat Veridos 25,0 % der Anteile an Relief Validation Ltd. erworben. Da G+D 60 % der Anteile an der Veridos hält, entfallen 15,0 % der Anteile an Relief Validation Ltd. auf G+D. Relief Validation Ltd. wird für den lokalen Markt in Bangladesch digitale Zertifikate und elektronische Signaturen zur Verfügung stellen. Damit bietet die Gesellschaft moderne und digitale Lösungen für Behörden (z.B. online Anträge für hoheitliche Dokumente, Steuererklärungen) und private Unternehmen (z.B. KYC für Geschäftsbanken) mit den höchsten Sicherheitsstandards. Mit Wirkung zum 16. Dezember 2022 hat G+D die Beteiligung an Emirates German Security Printing L.L.C., Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, liquidiert. Der Liquidationserlös ist innerhalb der Gewinn- und Verlustanteile aus der Anwendung der Equity-Methode ausgewiesen. Beteiligungen an sonstigen nahestehenden Unternehmen G+D hält 8,1 % der Anteile an der Brighter AI Technologies GmbH, Berlin, 6,5 % der Anteile an der FINANCIAL NETWORK ANALYTICS LTD, London, 5,1 % der Anteile an der IDnow GmbH, München, 3,9 % der Anteile an Metaco SA, Lausanne, 3,0 % der Anteile an SALV TECHNOLOGIES OÜ, Tallinn und 0,6 % der Anteile an der Verimi GmbH, Frankfurt am Main. Da G+D seinen Einfluss auf diese Beteiligungen als nicht maßgeblich einstuft, werden diese Beteiligungen als an sonstigen nahestehenden Unternehmen eingestuft. Die Beteiligungen werden als zum Halten und zur Veräußerung verfügbar klassifiziert und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen Es folgen zusammengefasste Finanzinformationen für wesentliche Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, basierend auf ihren nach IFRS erstellten Abschlüssen, und verändert um Anpassungen des beizulegenden Zeitwertes zum Erwerbszeitpunkt und Unterschiede bei den Rechnungslegungsmethoden des Konzerns:
Nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen Es folgen zusammengefasste Finanzinformationen für den Anteil des Konzerns an nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen, basierend auf den im Konzernabschluss berichteten Beträgen:
Nicht wesentliche assoziierte Unternehmen Es folgen zusammengefasste Finanzinformationen für den Anteil des Konzerns an nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen, basierend auf den im Konzernabschluss berichteten Beträgen:
1 Die Beteiligung an der Netcetera Group AG wird
als nicht wesentlich eingestuft.
(7) Immaterielle Vermögenswerte Die Entwicklung des Goodwills und der anderen immateriellen Vermögenswerte ist wie folgt:
Die Zugänge 2022 und 2021 beinhalten selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 15,6 Mio. EUR und 19,8 Mio. EUR.
Die Abschreibungen auf die immateriellen Vermögenswerte werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Posten der Funktionsbereiche wie folgt ausgewiesen:
Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine Wertminderungen erfasst. Im Vorjahr wurden Wertminderungen in den Umsatzkosten in Höhe von 2,6 Mio. EUR auf Software und auf aktivierte Entwicklungsleistungen 0,4 Mio. EUR, in den Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 1,5 Mio. EUR, in den allgemeinen Verwaltungskosten in Höhe von 2,5 Mio. EUR sowie in den Vertriebskosten in Höhe von 0,6 Mio. EUR erfasst. Der Goodwill der CI Tech Components AG in Höhe von 14,0 Mio. EUR (im Vorjahr 14,0 Mio. EUR) sowie der Goodwill der Giesecke+Devrient Currency Technology Netherlands B.V. in Höhe von 4,8 Mio. EUR (im Vorjahr 4,8 Mio. EUR) sind der CGU "Currency Management Solutions" zugeordnet. Da das Geschäft in der CGU "Currency Management Solutions" überwiegend in Euro abgewickelt wird, werden diese Goodwills in Euro bilanziert. Der Goodwill der secunet AG in Höhe von 48,2 Mio. EUR (im Vorjahr 10,9 Mio. EUR) ist der CGU "secunet" zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2022 gab es einen Anstieg des Goodwills um 37,3 Mio. EUR. Dieser resultierte aus den im Rahmen eines Share Deals erworbenen Anteilen an der SysEleven GmbH. Im Geschäftsjahr- 2021 gab es einen Anstieg des Goodwills um 5,7 Mio. EUR. Dieser resultierte aus den im Rahmen eines Share Deals erworbenen Anteilen an der stashcat GmbH. Die Werthaltigkeit dieser Goodwills ist nicht kritisch, sodass Sensitivitätsanalysen diesbezüglich nicht erforderlich sind. Der Goodwill der Veridos Matsoukis S.A. Security Printing in Höhe von 2,1 Mio. EUR (im Vorjahr 2,1 Mio. EUR), der Goodwill der Veridos GmbH in Höhe von 4,4 Mio. EUR (im Vorjahr 4,4 Mio. EUR) sowie der im Rahmen des Erwerbs der E-SEEK Inc. bilanzierte Goodwill in Höhe von 4,1 Mio. EUR (im Vorjahr 3,9 Mio. EUR) werden der CGU "Veridos" zugerechnet. Die Verteilung des Goodwills der Giesecke+Devrient Mobile Security Sweden AB in Höhe von 26,4 Mio. EUR (im Vorjahr 28,5 Mio. EUR) erfolgt in Höhe von 7,5 Mio. EUR (im Vorjahr 8,1 Mio. EUR) auf die CGU "Secure Transactions + Services" und in Höhe von 18,9 Mio. EUR (im Vorjahr 20,4 Mio. EUR) auf die CGU "Trusted Connected Devices". Der im Rahmen des Erwerbs der C.P.S. Technologies S.A.S. bilanzierte Goodwill in Höhe von 0,5 Mio. EUR (im Vorjahr 0,5 Mio. EUR) wird der CGU "Secure Transactions + Services" zugeordnet. Der im Rahmen des Erwerbs des Personalisierungsgeschäfts von Credit Agricole bilanzierte Goodwill in Höhe von 4,3 Mio. EUR (im Vorjahr 4,3 Mio. EUR) wird ebenfalls der CGU "Secure Transactions + Services" zugeordnet. Der im Rahmen des Erwerbs der Pod Group bilanzierte Goodwill in Höhe von 11,8 Mio. EUR (im Vorjahr 12,2 Mio. EUR) wird der CGU "Trusted Connected Devices" zugeordnet. Bei der Durchführung des Werthaltigkeitstests für den Goodwill wird der erzielbare Betrag der CGU auf Basis der Nutzungswerte ermittelt. Der Nutzungswert ist der Barwert der künftigen Cashflows, die aus der CGU abgeleitet werden können. Die Ermittlung der Cashflows basiert seit 2014 einheitlich auf der Fünf-Jahres-Planung von G+D. Die Cashflows der CGU "secunet" wurden unter den Planungsprämissen ermittelt, dass die durchschnittliche EBITDA-Marge im Detailplanungszeitraum 21,5% (im Vorjahr 18,3%) beträgt und die Wachstumsrate in der ewigen Rente 1,0% (im Vorjahr 1,0 %) beträgt. Die Cashflows der CGU "Veridos" wurden unter den Planungsprämissen ermittelt, dass die durchschnittliche EBITDA-Marge im Detailplanungszeitraum 11,0 % (im Vorjahr 11,3 %) beträgt und die Wachstumsrate in der ewigen Rente 1,0 % (im Vorjahr- 1,0 %) beträgt. Die Cashflows der CGU's "Secure Transactions + Services" und "Trusted Connected Devices" wurden unter den Planungsprämissen ermittelt, dass die durchschnittliche EBITDA-Marge im Detailplanungszeitraum 11,9 % und 9,9 % (im Vorjahr 12,1 % und 11,0 %) und die Wachstumsrate in der ewigen Rente 1,0 % (im Vorjahr 1,0 %) beträgt. Die Cashflows der CGU "Currency Management Solutions" wurden unter den Planungsprämissen ermittelt, dass die durchschnittliche EBITDA-Marge im Detailplanungszeitraum 12,3 % (im Vorjahr 11,4 %) und die Wachstumsrate in der ewigen Rente 1,0 % (im Vorjahr 1,0 %) beträgt. Zur Abzinsung der Cashflows wurde für die CGU "secunet" ein Vorsteuerzinssatz in Höhe von 12,6 % für 2022 und 11,2 % für 2021 verwendet. Für die CGU "Currency Management Solutions" erfolgte die Abzinsung unter Verwendung eines Vorsteuer Zinssatzes von 12,2 % für 2022 und 11,3 % für 2021. Zur Abzinsung der Cashflows wurde für die CGU "Veridos" ein Vorsteuerzinssatz von 14,1 % für 2022 und 12,8 % für 2021 verwendet. Für die CGU's "Secure Transactions + Services" und "Trusted Connected Devices" kam ein Vorsteuerzinssatz in Höhe von 13,0 % für 2022 und 12,0 % für 2021 zur Abzinsung der Cashflows zur Anwendung. In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 ergaben sich keine Wertminderungen für die Goodwills. Für den Goodwill der CGU "Veridos" wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Bei einer Erhöhung des Zinssatzes zum 31. Dezember 2022 ceteris paribus von 14,1 % auf 18,2 % würde dies erstmalig zu einem Wertminderungsaufwand führen. Bei einer Reduzierung des Cashflows für den "Terminal Value" zum 31. Dezember 2022 ceteris paribus von 31,3 Mio. EUR auf 19,1 Mio. EUR kommt es zu einem Wertminderungsaufwand. Der Headroom zum 31. Dezember 2022 beträgt 51,1 Mio. EUR. Für den Goodwill der CGU's "Secure Transactions + Services" und "Trusted Connected Devices" wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Bei einer Erhöhung des Zinssatzes zum 31. Dezember 2022 ceteris paribus von 13,0 % auf 22,4 % für "Secure Transactions + Services", von 13,0 % auf 14,2 % für "Trusted Connected Devices" würde dies erstmalig zu einem Wertminderungsaufwand führen. Bei einer Reduzierung des Cashflows für den "Terminal Value" zum 31. Dezember 2022 ceteris paribus von 54,8 Mio. EUR auf 14,2 Mio. EUR für "Secure Transactions + Services", von 26,0 Mio. EUR auf 22,2 Mio. EUR für "Trusted Connected Devices" kommt es zu einem Wertminderungsaufwand. Der Headroom zum 31. Dezember 2022 beträgt 213,1 Mio. EUR. Es bestehen zum 31. Dezember 2022 und 2021 keine immateriellen Vermögenswerte, welche zur Besicherung von finanziellen Schulden dienen (siehe Anmerkung 13 "Finanzielle Schulden"). (8) Sachanlagen Die Entwicklung der Sachanlagen1 stellt sich wie folgt dar:
1 Einschließlich Leasing; siehe Anmerkung
9 "Leasing".
In den Berichtsjahren 2022 und 2021 erfasste Giesecke+Devrient Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 0,2 Mio. EUR (im Vorjahr 4,6 Mio. EUR) in den Umsatzkosten. Die Buchwerte der Sachanlagen, welche zur Besicherung von finanziellen Schulden dienen (siehe Anmerkung 13 "Finanzielle Schulden"), belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf 1,0 Mio. EUR und zum 31. Dezember 2021 auf 2,7 Mio. EUR. Zum 31. Dezember 2022 und 2021 belaufen sich vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen jeweils auf 15,4 Mio. EUR und 20,0 Mio. EUR. (9) Leasing Giesecke+Devrient mietet als Leasingnehmer verschiedene Leasinggegenstände an, einschließlich Gebäuden und Grundstücken, technischen Anlagen und Maschinen, IT-Hardware, Kraftfahrzeugen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Mietverträge werden über unterschiedliche Zeiträume verhandelt und können Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen beinhalten. Die Mietbedingungen werden individuell ausgehandelt und beinhalten unterschiedlichste Konditionen. Der Konzern stellt die Nutzungsrechte im Posten Sachanlagen in der Konzernbilanz dar. Die Buchwerte der Nutzungsrechte setzen sich wie folgt zusammen:
Die Leasingverbindlichkeiten werden im Posten kurzfristige Leasingverbindlichkeiten und langfristige Leasingverbindlichkeiten in der Konzernbilanz dargestellt. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind im Rahmen von Leasing folgende Posten ausgewiesen worden:
Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 26,5 Mio. EUR (im Vorjahr 25,2 Mio. EUR). Die zukünftigen Mittelabflüsse aus Leasingzahlungen betragen:
Die Barwerte der Netto-Mindestleasingzahlungen lauten wie folgt:
Mögliche zukünftige Mittelabflüsse in Höhe von 17,9 Mio. EUR (im Vorjahr von 30,8 Mio. EUR) wurden nicht in die Leasingverbindlichkeiten einbezogen, da es nicht hinreichend sicher ist, dass die Leasingverhältnisse verlängert bzw. nicht gekündigt werden. Bezüglich der Entwicklung der Leasingverbindlichkeiten wird auf Anmerkung 13 "Finanzielle Schulden" verwiesen. (10) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten
(11) Rückstellungen
Die personalbezogenen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläumszahlungen. Der Zinsanteil für Altersteilzeitrückstellungen und für Jubiläumszahlungen in Höhe von 0,1 Mio. EUR ist im Zinsaufwand enthalten. Die Restrukturierungsrückstellungen beinhalten überwiegend personalbezogene Maßnahmen. In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere Rückstellungen für Vertragsstrafen, Rückbauverpflichtungen und Prozesskosten enthalten. Bezüglich der Auflösung von Gewährleistungsrückstellungen wird auf Anmerkung 1(n) "Rückstellungen" verwiesen. (12) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
(13) Finanzielle Schulden Die finanziellen Schulden zum 31. Dezember 2022 und 2021 setzen sich wie folgt zusammen:
Die Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten für die folgenden Jahre betragen:
Die Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 und 2021 stellt sich wie folgt dar:
1 Für weitere Informationen zu
Leasingverbindlichkeiten wird auf Anmerkung 9 "Leasing"
verwiesen
Die Umbuchungen aus 2022 beziehen sich auf einen Forderungsverzicht eines nicht beherrschenden Anteilseigners. Kreditlinien Giesecke+Devrient stehen weltweit Kreditlinien in Höhe von 943,8 Mio. EUR (im Vorjahr 1.027,6 Mio. EUR) zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2022 hatte G+D 328,0 Mio. EUR (im Vorjahr 262,6 Mio. EUR) dieser Kreditlinien für Bankgarantien, 4,0 Mio. EUR (im Vorjahr 4,5 Mio. EUR) für Kreditaufträge und 0,0 Mio. EUR (im Vorjahr 0,0 Mio. EUR) gegenüber sonstigen Dritten verwendet. Folglich waren 611,9 Mio. EUR (im Vorjahr 760,5 Mio. EUR) der verfügbaren Kreditlinien zum Bilanzstichtag nicht verwendet. (14) Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Planbeschreibungen Giesecke+Devrient unterhält für eine beträchtliche Anzahl ihrer Mitarbeiter in Deutschland sowie bei wenigen Tochtergesellschaften im Ausland leistungsorientierte Pensionspläne. Diese leistungsorientierten Pläne belasten den Konzern mit versicherungsmathematischen Risiken, wie beispielsweise dem Langlebigkeitsrisiko, Währungsrisiko und Zinsrisiko. Die leistungsorientierten Pensionspläne beruhen neben der Anzahl von Dienstjahren auf dem aktuell empfangenen Gehalt oder sind endgehaltsabhängig. Für den wesentlichen Teil der Mitarbeiter, die ab dem 1. Januar 2002 in einem Arbeitsverhältnis zu einem deutschen Konzernunternehmen stehen, beruht der Pensionsplan auf Versorgungsbausteinen, deren Leistungen jährlich um 1,0 % angepasst werden. Mitarbeitern in deutschen Konzernunternehmen wird daneben das Recht eingeräumt, bestimmte Gehaltsbestandteile für künftige Pensionszahlungen zu verwenden. Der Bewertungsstichtag für die Berechnung des Anwartschaftsbarwertes der wesentlichen Pensionspläne sowie der wesentlichen sonstigen Versorgungsverpflichtungen ist der 31. Dezember. Weiterhin bestehen Zahlungsverpflichtungen für beitragsorientierte staatliche Versorgungspläne in Deutschland sowie im Ausland. Für neu eintretende Mitarbeiter ab 1. Januar 2014 wurde die alte Versorgungsordnung gekündigt. Für ab dem 1. Januar 2014 eintretende Mitarbeiter ist eine extern finanzierte Durchführung der betrieblichen Altersversorgung vorgesehen. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gesamt Die Versorgungsverpflichtungen aus den Pensionsplänen und den ähnlichen Verpflichtungen von Giesecke+Devrient setzen sich aus folgenden Positionen zusammen:
Pensionsverpflichtungen und sonstige Versorgungsverpflichtungen Die Einzelheiten zu den Veränderungen des Anwartschaftsbarwertes ("Defined Benefit Obligation"), dem Zeitwert des Planvermögens und den sonstigen Versorgungsverpflichtungen sind den folgenden Tabellen zu entnehmen:
Bilanzierte Nettoschuld Die bilanzierte Nettoschuld hat sich in den Geschäftsjahren zum 31. Dezember 2022 und 2021 wie folgt entwickelt:
Planvermögen Das Planvermögen wurde in folgende Anlageklassen investiert (Angaben in % des Planvermögens):
Der Großteil des Planvermögens ist für deutsche Gesellschaften in Form von Rückdeckungsversicherungen und Fondsanteilen angelegt. Die Verwaltung wie auch die Neuanlage wird durch eine festgelegte Anlagepolitik gesteuert, welche die Anlage in hochwertige Anlageklassen vorsieht. Für das Geschäftsjahr 2023 sind Zuführungen zum Planvermögen in Höhe von 0,5 Mio. EUR (im Vorjahr 0,0 Mio. EUR) geplant. Es bestehen keine Mindestdotierungsverpflichtungen. Versicherungsmathematische Annahmen Die bei der Ermittlung der zukünftigen Versorgungsverpflichtungen unterstellten Abzinsungssätze und Prozentsätze der Gehalts- und Pensionsanspruchserhöhungen schwanken entsprechend der Wirtschaftslage der Länder, in denen die Versorgungspläne bestehen. Die gewichteten durchschnittlichen Annahmen für die Berechnung der versicherungsmathematischen Werte lauten (Angaben in %):
Die Rate für die langfristige erwartete Verzinsung des Planvermögens entspricht dem Diskontierungszinssatz. Der Rentenanpassungsfaktor beträgt nur für die Jahre ab 2025 2,0 %. Für 2023 und 2024 kommen 3,5 % und 2,25 % zum Tragen. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit beträgt bei den Pensionsverpflichtungen 14,7 Jahre (im Vorjahr 18,0) und bei den sonstigen Versorgungsverpflichtungen 8,5 Jahre (im Vorjahr' 9,3). Sensitivitätsanalyse Sensitivitätsbetrachtungen der erheblichen versicherungsmathematischen Annahmen zum 31. Dezember 2022 und zum 31. Dezember 2021 führten bei den Pensionsverpflichtungen zu den folgenden Ergebnissen:
Alle Sensitivitätsberechnungen erfolgten nicht als Szenarien für alle Annahmen gemeinsam, sondern für jede untersuchte Rechnungsannahme isoliert. Aufwand aus beitragsorientierten Versorgungsplänen In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 wurden für staatliche Versorgungspläne 30,5 Mio. EUR und 30,4 Mio. EUR erfasst. 2022 und 2021 wurden Zahlungen in die neu eingeführten beitragsorientierten betrieblichen Versorgungspläne in Höhe von 3,3 Mio. EUR und 2,6 Mio. EUR geleistet. (15) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse wurden in den folgenden Kategorien erbracht:
In der folgenden Tabelle erfolgt die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Teilkonzernen, Divisionen und Zeitraum der Umsatzrealisierung:
In der Division Banknote Solutions und in den Teilkonzernen Veridos und secunet werden die Umsatzerlöse vorwiegend über einen Zeitraum realisiert, wohingegen in dem Teilkonzern Mobile Security Umsatzerlöse überwiegend zu einem Zeitpunkt realisiert werden. In der Division Currency Management Solutions werden Umsatzerlöse zunehmend auch über einen Zeitraum, aber überwiegend weiterhin zu einem Zeitpunkt realisiert. (16) Periodenfremde Erträge und Aufwendungen
Die periodenfremden Erträge umfassen insbesondere Auflösungen von Gewährleistungsrückstellungen, Drohverlustrückstellungen und sonstigen Rückstellungen, die in den Umsatzkosten ausgewiesen wurden, sowie Auflösungen von Wertberichtigungen (siehe Anmerkung 3 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto"), die in den Vertriebskosten erfasst wurden. In den periodenfremden Aufwendungen sind größtenteils periodenfremde Steueraufwendungen, die in den Ertragssteuern ausgewiesen wurden, enthalten. (17) Sonstiges Finanzergebnis, netto
Die im Ergebnis enthaltene Nettoveränderung in den nicht realisierten Gewinnen und Verlusten aus dem Besitz von Handelspapieren betrug für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2022 und 2021 jeweils -10,7 Mio. EUR und 4,5 Mio. EUR. (18) Zinsertrag und Zinsaufwand
Die folgende Tabelle stellt eine Zusammenfassung der Zinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden dar, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind:
(19) Ertragssteuern Ertragssteueraufwand Der Ertragssteueraufwand für die Geschäftsjahre 2022 und 2021 betrug:
Im Geschäftsjahr 2022 betrug der Körperschaftsteuersatz des Mutterunternehmens 15,0 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags in Höhe von 5,5 % der Körperschaftsteuerbelastung. Daraus resultierte ein effektiver Körperschaftsteuersatz von 15,83 %. Die Gewerbesteuer belief sich auf 15,67 %, sodass sich ein Gesamtsteuersatz von 31,5 % ergibt. Überleitungsrechnung zwischen erwartetem und tatsächlichem Ertragssteueraufwand Nachfolgend wird die Überleitung vom erwarteten auf den ausgewiesenen Ertragssteueraufwand gezeigt. Die Berechnung des erwarteten Steueraufwands erfolgt durch Multiplikation des Ergebnisses vor Ertragsteuern mit dem Gesamtsteuersatz von 31,5 % bzw. 31,43 % für die Geschäftsjahre 2022 und 2021.
Aktive und passive latente Steuern Die aktiven und passiven latenten Steuern, brutto, entfallen zum 31. Dezember 2022 und 2021 auf folgende Bilanzposten:
Im Rahmen von Leasing ergibt sich somit zum 31. Dezember 2022 und 2021 saldiert eine aktive latente Steuer in Höhe von 1,4 Mio. EUR bzw. 7,9 Mio. EUR. Die im Gewinn/Verlust bzw. sonstigen Ergebnis erfassten Veränderungen der aktiven latenten Steuern, netto, für die Geschäftsjahre 2022 und 2021 sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
Nicht in der Bilanz angesetzte aktive latente Steuern Die Beträge der abzugsfähigen temporären Differenzen und der noch nicht genutzten steuerlichen Verluste, für welche in der Bilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, sind wie folgt:
Die steuerlichen Verlustvorträge, die nicht angesetzt wurden, verfallen wie folgt:
Daneben wurden aktive latente Steuern in Höhe von 25,1 Mio. EUR und 20,0 Mio. EUR auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 85,8 Mio. EUR und 73,2 Mio. EUR in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 bilanziert. Ausschlaggebend für die Beurteilung der Ansatzfähigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der Umkehrung von Bewertungsunterschieden und der Nutzbarkeit der Verlustvorträge, die zu aktiven latenten Steuern geführt haben. Dies ist abhängig von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne während der Perioden, in denen sich steuerliche Bewertungsunterschiede umkehren und steuerliche Verlustvorträge geltend gemacht werden können. Zum 31. Dezember 2022 wurden bei den folgenden Gesellschaften wesentliche aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge bilanziert: Giesecke+Devrient GmbH, München, 19,4 Mio. EUR, Giesecke+Devrient Mobile Security Sweden AB, Stockholm, 2,5 Mio. EUR und Veridos GmbH, Berlin, 1,1 Mio. EUR. Die erwarteten zu versteuernden Gewinne werden auf Basis der Fünf-Jahres-Planung von den jeweiligen Gesellschaften angesetzt. Aufgrund der Erfahrung aus der Vergangenheit und der zu erwartenden steuerlichen Einkommenssituation wird in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 davon ausgegangen, dass für die Beträge in Höhe von 169,8 Mio. EUR bzw. 171,6 Mio. EUR entsprechende Vorteile aus den aktiven latenten Steuern wahrscheinlich nicht realisiert werden können. Entsprechend sind keine aktiven latenten Steuern dafür angesetzt worden. Aufgrund der nachhaltigen positiven Ergebniserwartungen im G+D-Organkreis in Deutschland wurden 2022 aktive latente Steuern auf Verlustvorträge von 19,4 Mio. EUR und der Überhang aktiver latenter Steuern auf temporäre Differenzen von 32,2 Mio. EUR aktiviert, obwohl im Geschäftsjahr 2022 ein negatives steuerliches Ergebnis erzielt wurde. Zum 31. Dezember 2022 bilanziert der G+D Organkreis aktive latente Steuern von 51,6 Mio. EUR, da die Gesellschaft weiterhin Gewinne aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung erwartet. Ertragssteuern auf Ausschüttungen Für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2022 und 2021 bildet G+D nur für solche thesaurierten Gewinne von Tochtergesellschaften passive latente Steuern, die tatsächlich zur Ausschüttung vorgesehen sind. Zudem wurden latente Steuern für alle zu versteuernden temporären Differenzen in Verbindung mit Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen bilanziert. Zum 31. Dezember 2022 bzw. 2021 beliefen sich diese Verpflichtungen auf insgesamt 3,1 Mio. EUR bzw. 1,2 Mio. EUR. Die temporären Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, für die keine latenten Steuerschulden bilanziert wurden, belaufen sich zum 31. Dezember 2022 bzw. 2021 auf Beträge in Höhe von 4,3 Mio. EUR bzw. 1,9 Mio. EUR. Hier wurden passive latente Steuern nicht gebildet, da G+D in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Umkehrung zu steuern und sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren. Globale Mindestbesteuerung Um die Bedenken über die ungleiche Gewinnverteilung und die ungleichen Steuerabgaben großer multinationaler Unternehmen zu adressieren, wurden auf globaler Ebene verschiedene Einigungen getroffen, darunter eine Einigung von über 135 Ländern über die Einführung eines globalen Mindeststeuersatzes von 15 Prozent. Im Dezember 2021 veröffentlichte die OECD einen Entwurf für einen Rechtsrahmen, gefolgt von detaillierten Leitlinien im März 2022, die von den einzelnen Ländern, die das Abkommen unterzeichnet haben, zur Änderung ihrer lokalen Steuergesetze verwendet werden sollen. Sobald die Änderungen der Steuergesetze in den Ländern, in denen der Konzern tätig ist, gelten oder in Kürze gelten werden, kann der Konzern der Mindeststeuer unterliegen. Zum Zeitpunkt der Genehmigung des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung gilt die Steuergesetzgebung im Zusammenhang mit der Mindeststeuer weder in einem der Länder, in denen der Konzern tätig ist, noch wird sie dort in Kürze gelten. Der Konzern wird möglicherweise der Mindeststeuer unterliegen, da er eine Tochtergesellschaft in Dubai hat, in dem der gesetzliche Steuersatz 0 Prozent beträgt. Giesecke+Devrient verfolgt aufmerksam den Fortschritt des Gesetzgebungsverfahrens in jedem Land, in dem der Konzern tätig ist. Zum 31. Dezember 2022 verfügte der Konzern nicht über ausreichende Informationen, um die möglichen quantitativen Auswirkungen zu bestimmen. (20) Eigenkapital Der Nominalwert der eigenen Anteile betrug zum 31. Dezember 2022 und 2021 jeweils 4,3 Mio. EUR. Die freien Rücklagen betrugen zum 31. Dezember 2022 und 2021 jeweils 749,9 Mio. EUR und 565,0 Mio. EUR. Giesecke+Devrient verfolgt in Bezug auf ihr Kapitalmanagement insbesondere das Ziel, die Unternehmensfortführung sicherzustellen sowie für die Gesellschafter Nutzen, z. B. in Form von Ausschüttungen, zu erwirtschaften. Zum 31. Dezember 2022 bzw. 2021 betrug die Eigenkapitalquote 29,2 % bzw. 24,8 %. G+D unterliegt keinen externen Mindestkapitalanforderungen. (21) Finanzinstrumente Die nachfolgenden Tabellen stellen die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente von G+D dar. Dabei wird der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments als reiner "Exit-Price" verstanden. Dies ist der Preis, der im Rahmen einer auf einem definierten Markt vorgenommenen Transaktion für einen Vermögenswert erzielbar wäre beziehungsweise für eine Schuld bezahlt werden müsste. Die Tabellen enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Darüber hinaus enthalten die untenstehenden Tabellen die Einteilung der "Fair Value"-Bewertungen der Klassen finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden zum 31. Dezember 2022 und 2021 auf die Ebenen nach IFRS 13:
1 In diesem Betrag sind geleistete Anzahlungen
in Höhe von 59,4 Mio. EUR bzw. 49,0 Mio. EUR zum 31.
Dezember 2022 sowie zum 31. Dezember 2021 nicht enthalten,
da diese nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 7 fallen.
In den Tabellen werden die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten den Ebenen laut IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben zugeordnet. Dabei wird die "Fair Value"-Bewertungsmethode eines Finanzinstrumentes als Ganzes jener Ebene zugeordnet, deren Faktoren wesentlich für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes ist. In Ebene 1 wird der beizulegende Zeitwert der Finanzinstrumente im Wesentlichen durch Heranziehen notierter Preise an aktiven Märkten für gleiche finanzielle Vermögenswerte oder Schulden ermittelt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der Ebene 2 erfolgt durch Marktvergleichsverfahren, die auf beobachtbaren Marktdaten für ähnliche finanzielle Vermögenswerte bzw. Schulden basieren. Hierbei kommt das Discounted Cash Flow Modell zum Einsatz, bei dem die zukünftigen Zahlungsströme mit einem risikoadjustierten Zinssatz diskontiert werden. Die Ermittlung beizulegender Zeitwerte der Ebene 3 basiert im Wesentlichen auf nicht beobachtbaren Marktdaten. Im Geschäftsjahr 2022 ermittelte Giesecke+Devrient die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten auf Basis von Ebene 1, Ebene 2 und Ebene 3. 2022 und 2021 fanden keine wesentlichen Umgliederungen zwischen den Ebenen statt. Der Zeitwert von Devisenterminkontrakten basiert auf Mark-to-Market, da ähnliche Verträge auf einem aktiven Markt gehandelt werden. Zum 31. Dezember 2022 und 2021 sind diese derivativen Finanzinstrumente zu Marktwerten in der Bilanz unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten mit 2,8 Mio. EUR bzw. 0,2 Mio. EUR und unter den kurzfristigen finanziellen Schulden mit 0,5 Mio. EUR bzw. 0,7 Mio. EUR ausgewiesen. Die Nominalvolumina der von Giesecke+Devrient in fremder Währung abgeschlossenen Devisentermingeschäfte zum 31. Dezember 2022 betragen:
Im Vorjahr 2021
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente: Flüssige Mittel, kurzfristige Geldanlagen sowie jeweils der kurzfristige Anteil aus Forderungen, sonstigen Vermögenswerten, Ausleihungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnlichen Verbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten. Die Buchwerte werden wegen des relativ kurzen Zeitraums zwischen Entstehung und erwarteter Realisierung als Zeitwert betrachtet. Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente: Die Zeitwerte nicht derivativer Finanzinstrumente werden für die einzelnen Klassen wie folgt festgelegt: Wertpapiere Anleihen und Aktienwerte werden zum Zeitwert geführt, der auf den Kursnotierungen am Bilanzstichtag beruht. Beteiligungen Sofern sich ein Zeitwert nicht ohne weiteres ermitteln lässt, werden die Anschaffungskosten als bester Schätzer für den Fair Value herangezogen. Langfristige finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden Der Zeitwert wird auf Basis der erwarteten künftigen Zahlungsströme mit den am Bilanzstichtag für ähnliche Fälligkeiten und Kontrakte vorherrschenden Anleihesätzen abgezinst. Am 31. Dezember 2022 und 2021 ergaben sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Zeitwerten und den Buchwerten der langfristigen finanziellen Vermögenswerte. Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen ergaben sich in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 nur für finanzielle Vermögenswerte der Klasse "Kredite und Forderungen".
Die Nettogewinne und -verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden je Bewertungskategorie betragen:
Die Nettogewinne bzw. -verluste aus Krediten und Forderungen beinhalten Ergebnisse aus Wertminderungen, Zuschreibungen und Währungsumrechnungseffekten. Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden beinhalten Ergebnisse aus Marktwertänderungen und Ausgleichszahlungen dieser Finanzinstrumente. Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden beinhalten Marktwertänderungen dieser Finanzinstrumente. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Schulden beinhalten Ergebnisse aus Währungsumrechnungseffekten. (22) Finanzwirtschaftliche Risiken Aufgrund seiner weltweiten operativen Geschäftstätigkeiten ist der Konzern verschiedenen finanziellen Risiken, insbesondere Kontrahentenausfallrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Marktpreisrisiken durch die Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen sowie Wertpapieren ausgesetzt. Risiken auf der Beschaffungsseite ergeben sich durch die Erhöhung von Einkaufspreisen. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens kann durch diese Risiken negativ beeinflusst werden. Die Giesecke+Devrient GmbH steuert diese Risiken vorwiegend im Rahmen ihrer laufenden Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten sowie durch die Festlegung schriftlicher Richtlinien. Ziel ist es, die finanziellen Risiken für den Konzern transparent zu machen und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Alle genannten Risiken werden durch geeignete Risikomessverfahren überwacht. Finanzwirtschaftliche Risiken sind ein Bestandteil des monatlichen Risikoreportings an die Geschäftsführung sowie Bestandteil der regelmäßigen Berichterstattung an Aufsichtsrat und Beirat. Kontrahentenausfallrisiko Das Kontrahentenausfallrisiko ist das Risiko von finanziellen Verlusten, falls ein Kunde oder die Vertragspartei eines Finanzinstruments seinen bzw. ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Das Ausfallrisiko entsteht grundsätzlich aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerten sowie den als Finanzanlagen gehaltenen Wertpapieren des Konzerns. Das Kontrahentenausfallrisiko des Konzerns wird hauptsächlich durch die individuellen Merkmale jedes Kunden beeinflusst. Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnet Giesecke+Devrient durch ein internes Bewertungsverfahren der Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden. Dabei werden auch Faktoren berücksichtigt, die das Ausfallrisiko der Kundenbasis, einschließlich des Ausfallrisikos der Länder und Regionen, in denen die Kunden tätig sind, beeinflussen können. Auf Basis des ermittelten Ratings erfolgt eine Einteilung in die Bonitätsklassen A bis C. Risikobehaftete Positionen sind limitiert und mit den Kunden vereinbarte Zahlungsbedingungen werden zeitnah überwacht. Bei nicht ausreichender Kundenbonität werden, soweit durchsetzbar, zahlungssichernde Maßnahmen wie z.B. bestätigte und unbestätigte Akkreditive zur Minimierung des Ausfallrisikos eingesetzt. In Erfüllung der Berichtspflichten nach IFRS 9 führen wir aus, dass bei finanziellen Vermögenswerten das maximale Ausfallrisiko dem Buchwert dieser finanziellen Vermögenswerte entspricht. Bei den Kontrahentenrisiken im Finanzbereich achtet Giesecke+Devrient darauf, das Anlagevolumen breit zu streuen, um dadurch Ausfallrisiken und eine zu starke Abhängigkeit von einzelnen Institutionen zu reduzieren. Die Banken, mit denen Giesecke+Devrient Finanzgeschäfte tätigt, werden nach verschiedenen Kriterien, insbesondere auch unter Berücksichtigung von Bonitätsgesichtspunkten, ausgewählt und regelmäßig überprüft. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Konzern möglicherweise nicht in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten vertragsgemäß durch Lieferung von Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten zu erfüllen. Das Ziel des Konzerns in der Steuerung der Liquidität ist es sicherzustellen, dass - soweit möglich - stets ausreichend liquide Mittel verfügbar sind, um unter normalen wie auch unter angespannten Bedingungen den Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können, ohne untragbare Verluste zu erleiden oder die Reputation des Konzerns zu schädigen. Die Sicherstellung der Liquidität hat daher oberste Priorität und wird durch Vorhalten einer der Unternehmensgröße angemessenen verfügbaren Liquiditätsreserve umgesetzt. Darunter werden ausreichende Barmittel sowie nicht ausgenutzte Kreditlinien bei Banken verstanden. Ergänzend dazu werden entsprechende Finanzinstrumente wie eine Jahresplanung für alle Konzerngesellschaften sowie eine kurzfristige Liquiditätsplanung für alle wesentlichen Konzerngesellschaften eingesetzt. Ergänzt werden diese Planungsinstrumente noch um ein vertraglich geregeltes zentrales Cash-Management, in das die wesentlichen in- und ausländischen Konzerngesellschaften eingebunden sind. Neben ausreichenden Barmitteln stehen dem Konzern zum 31. Dezember 2022 Barkreditlinien zur Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsausstattung für Schwankungen im operativen Geschäft in Höhe von 365,5 Mio. EUR zur Verfügung (im Vorjahr 330,9 Mio. EUR). Im Mittelpunkt steht dabei eine durch ein Bankenkonsortium der Giesecke+Devrient GmbH zur Verfügung gestellte langfristige Konsortial-Kreditlinie in Höhe von 280,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis Oktober 2026. Alle Kreditgeber sind Banken im Investmentgrade-Bereich. Zum 31. Dezember 2022 wurden von der verfügbaren Gesamtkreditlinie 0,0 Mio. EUR von verbundenen Unternehmen in Anspruch genommen (im Vorjahr 0,5 Mio. EUR). Darüber hinaus bestehen Darlehen inkl. zurückgestellter Zinsen und ohne Berücksichtigung von Gebühren, die integraler Bestandteil der Zinsen sind, in Höhe von 552,2 Mio. EUR (Vorjahr 350,7 Mio. EUR). Diese setzen sich zusammen aus einem durch ein Bankenkonsortium zur Verfügung gestellten Darlehen in Höhe von 120,0 Mio. EUR, einem Darlehen der Europäischen Investitionsbank EIB in Höhe von 44,5 Mio. EUR und Schuldscheindarlehen in Höhe von 300,0 Mio. EUR. Der restliche Betrag beinhaltet Darlehen von sonstigen Dritten (u.a. Bundesdruckerei, G+D Stiftung, G+D Stiftung Geldscheinsammlung, KfW-Förderdarlehen für Veridos), sowie lokale Darlehen für Tochtergesellschaften. Die nachfolgenden Tabellen zeigen den Buchwert aller Verbindlichkeiten (aus Finanzierung, Lieferung und Leistungen, ausstehende Kaufpreiszahlungen sowie Leasing) mit den vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen sowie der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert der G+D-Gruppe: Angaben zum Liquiditätsrisiko zum 31 Dezember 2022
Angaben zum Liquiditätsrisiko zum 31. Dezember 2021
Einbezogen wurden alle Finanzinstrumente, die am 31. Dezember 2022 bzw. 2021 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Es wurden keine Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten einbezogen. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2022 bzw. 2021 fixierten Zinssätze ermittelt und können sich mit der Veränderung der Marktzinssätze ändern. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet. Die vorhandene Barliquidität wird auf Bankkonten vorgehalten. Dabei wurde das Ziel verfolgt, eine Guthabengebühr zu vermeiden. In diesem Sinne wurden Termingelder und Kündigungsgelder bei den Hausbanken in Anspruch genommen. Die Entscheidung über die Anlagedauer erfolgt dabei auf der Grundlage einer kurzfristigen Liquiditätsplanung. Zum 31. Dezember 2022 bestehen keine Termingelder mit einer Laufzeit von mehr als 3 Monaten (im Vorjahr 50,0 Mio. EUR). Des Weiteren bestehen Geldanlagen mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten in Höhe von 0,3 Mio. EUR (im Vorjahr 1,6 Mio. EUR) bei ausländischen Tochtergesellschaften. Marktrisiken Das Marktrisiko ist das Risiko, dass sich die Marktpreise, z.B. Wechselkurse, Zinssätze oder Aktienkurse, ändern und dadurch die Erträge des Konzerns oder der Wert der gehaltenen Finanzinstrumente beeinflusst werden. A. Währungsrisiko Durch seine internationale Ausrichtung hat Giesecke+Devrient sowohl im Import als auch im Export Lieferungs- und Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen. Währungsrisiken entstehen aus zukünftigen Transaktionen, welche sowohl den Einkauf als auch den Verkauf beinhalten. Betrachtet werden dabei bilanzierte Forderungen und Verbindlichkeiten wie auch mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Zahlungsströme in Fremdwährung. Darüber hinaus entstehen Risikopositionen auch durch Finanzierungen in Fremdwährung. Risikoexposures können sowohl auf Ebene der Giesecke+Devrient GmbH als auch auf Ebene der Tochtergesellschaften entstehen. Aus Risikosteuerungsgründen können diese Fremdwährungsrisiken durch den Abschluss interner Devisengeschäfte mit der jeweiligen Tochtergesellschaft auf die Giesecke+Devrient GmbH hin konzentriert werden. Die Zielsetzung der Absicherungsstrategien besteht in der Reduzierung der Risiken aus Wechselkursschwankungen. Neben dem kontinuierlichen Unterfangen, Währungsrisiken zu vermeiden oder natürlich zu mitigieren, werden zur Absicherung der konzernweiten Fremdwährungsexposures Devisentermingeschäfte und Swaps mit Finanzinstituten mit hoher Bonität abgeschlossen. Auch Devisenoptionen können hierbei zum Einsatz kommen. Devisentermin- und Optionsgeschäfte werden ausschließlich zur Sicherung und nicht zu spekulativen Zwecken abgeschlossen. In Übereinstimmung mit den für internationale Banken geltenden Standards zum Risikomanagement unterliegen alle Handelsaktivitäten einer vom Zentralbereich Finanzen unabhängigen Finanzkontrolle (Back-Office). Währungsrisiken, die aus der Konsolidierung der Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung ausländischer Tochtergesellschaften resultieren (Translationsrisiko), werden grundsätzlich nicht gegen Wechselkursschwankungen abgesichert. Giesecke+Devrient folgt bei der Währungsabsicherung einem mehrstufigen Prozess:
Nachstehende Tabelle zeigt bilanzierte sowie geplante konzerninterne und externe Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung und die zu Sicherungszwecken abgeschlossenen Finanzderivate zum 31. Dezember 2022 (Nettoexposure bzw. Nominalwert der Finanzderivate > 5,0 Mio. EUR): Nettowährungsexposure 31. Dezember 2022 Nettowährungsexposure 31. Dezember 2022
AUD = Australischer Dollar, CAD = Kanadischer Dollar, CHF = Schweizer Franken, GBP = Britisches Pfund, HKD = Hong Kong Dollar, INR = Indische Rupie , RMB = Chinesischer Renminbi, SEK = Schwedische Krone , USD = US-Dollar, ZAR = Südafrikanischer Rand Die Bewertungseffekte aus der Stichtagsbetrachtung der Nettoexposures sowie der Finanzderivate fließen in die Konzern Gewinn- und Verlustrechnung ein. Mittels Sensitivitätsanalysen wird ermittelt, welche Auswirkungen hypothetische Änderungen der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne/Verluste sowie auf das Eigenkapital des Unternehmens zum Bilanzstichtag hätten. Dabei werden nur die wesentlichen Währungen betrachtet. Es ergeben sich folgende Auswirkungen der originären und derivativen Finanzinstrumenten von über 2,0 Mio. EUR auf das Eigenkapital sowie die Gewinn- und Verlustrechnung (ohne Berücksichtigung von Steuereffekten), unter der Annahme, dass der Euro gegenüber den genannten Währungen zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 um 10 % auf- bzw. abgewertet hätte. Originäre Finanzinstrumente 31. Dezember 2022 (Auswirkungen > EUR 2,0 Mio.)
Derivative Finanzinstrumente 31. Dezember 2022 (Auswirkungen > EUR 2,0 Mio.)
Globalnettingvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen Der Konzern schließt Derivategeschäfte unter dem Deutschen Rahmenvertrag (DRV) ab. In bestimmten Fällen - zum Beispiel, wenn ein Kreditereignis wie ein Verzug eintritt - werden alle ausstehenden Transaktionen unter der Vereinbarung beendet, der Wert zur Beendigung ermittelt, und es ist nur ein einziger Nettobetrag zum Ausgleich aller Transaktionen zu zahlen. Die DRV-Vereinbarungen erfüllen die Kriterien für die Saldierung in der Bilanz nicht. Dies liegt daran, dass der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei Rechtsanspruch auf die Saldierung der erfassten Beträge hat. Das Recht auf eine Saldierung ist nur beim Eintritt künftiger Ereignisse, wie zum Beispiel einem Verzug bei den Bankdarlehen oder anderen Kreditereignissen, durchsetzbar. Die nachstehende Tabelle legt die Buchwerte der erfassten Finanzinstrumente dar, die den Vereinbarungen unterliegen. 31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Hedging von Großprojekten unter Anwendung von Cash Flow Hedge Accounting (CFH) Grundsätzlich werden Verträge mit einem Volumen > 8,0 Mio. EUR über Devisentermingeschäfte abgesichert und überprüft, ob sie unter Anwendung von Cash Flow Hedge Accounting bilanziert werden können. Dabei werden bei diesen Einzelgeschäften Ergebnisschwankungen durch die zeitanteilige Bilanzierung der Bewertungseffekte der Derivate im Eigenkapital vermieden. Der Konzern designiert das Kassaelement von Devisentermingeschäften zur Absicherung seines Währungsrisikos und wendet ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an. Die Terminelemente eines Devisentermingeschäfts sind von der Designation des Sicherungsinstruments ausgeschlossen und werden im Finanzergebnis analog freistehender Derivate gezeigt. Es ist Richtlinie des Konzerns, dass die kritischen Bedingungen des Devisentermingeschäfts dem abgesicherten Grundgeschäft entsprechen. Es gelten strenge Anforderungen an ein Grundgeschäft, um Cash Flow Hedge Accounting anzuwenden. Diese werden sowohl bei Abschluss des Projektes als auch fortlaufend überprüft. Sollten die Kriterien während der Laufzeit des Projektes nicht mehr erfüllt sein, wird das Cash Flow Hedge Accounting aufgelöst und die Effekte fortwährend in der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt. Die wirtschaftliche Sicherung bleibt dabei immer bestehen. Der Konzern bestimmt im Rahmen des prospektiven Effektivitätstests, dass von einem hohen Ausgleich der Zahlungsströme zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft auf der Grundlage von Währung, Betrag und Zeitpunkt ihrer jeweiligen Zahlungsströme (Critical Terms Match) geschlossen werden kann. Der Konzern beurteilt retrospektiv mithilfe der hypothetischen Derivatmethode, ob das in jeder Sicherungsbeziehung designierte Derivat in Bezug auf Aufrechnungen von Änderungen der Zahlungsströme des abgesicherten Grundgeschäfts effektiv war. Bei diesen Sicherungsbeziehungen können Unwirksamkeiten aus folgenden Sachverhalten resultieren:
Absicherung von Zahlungsströmen unter Anwendung von Cash Flow Hedge Accounting: 2022 wurden keine neuen Absicherungen unter Anwendung von Cash Flow Hedge Accounting abgeschlossen. Alle zum Jahresanfang 2022 bestehenden Absicherungen liefen während des Jahres aus. Zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 hielt der Konzern die folgenden Instrumente, um sich gegen Wechselkursänderungen abzusichern:
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 stellten sich die Beträge, die sich auf Positionen beziehen, die als gesichertes Grundgeschäft designiert sind, wie folgt dar:
Die Beträge, die sich auf Posten beziehen, die als Sicherungsinstrumente designiert sind, und die Unwirksamkeit der Sicherungsbeziehungen lauten wie folgt:
Die folgende Tabelle enthält eine Überleitung der Risikokategorien der Eigenkapitalkomponenten und der Analyse der Positionen im sonstigen Ergebnis nach Steuern, die aus der Bilanzierung zur Absicherung von Zahlungsströmen resultieren:
B. Zinsänderungsrisiko Die Zinsänderungsrisiken von Giesecke+Devrient kommen im Wesentlichen aus Bankkrediten und den Schuldscheindarlehen mit ihrer jeweiligen Zinsbindung bis zum Laufzeitende. Variabel verzinsliche Finanzinstrumente unterliegen einem Cash-Flow-Risiko, das in der Unsicherheit über die Höhe zukünftiger Zinszahlungen besteht. Dieses Risiko besteht ebenso für festverzinsliche Finanzinstrumente, sobald eine Wiederanlage bzw. Refinanzierung erfolgt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 liegen folgende Werte vor: Zinsrisiko Finanzinstrumente 31. Dezember 2022
Zinsrisiko Finanzinstrumente 31. Dezember 2021
Im Jahr 2021 gab es weder Zinsderivate im Bestand, noch wurden Zinsderivate abgeschlossen. Neue Zinsderivate wurden erstmals wieder im Laufe des Jahres 2022 für ein Volumen von 60,0 Mio. EUR zur Absicherung eines Teils des variabel verzinsten Darlehens, das von einem Bankenkonsortium zur Verfügung gestellt wurde, abgeschlossen. Die Zinsswaps haben eine variabel verzinste Seite, die auf dem 3-Monats-Euribor basiert. Zwischen dem Darlehen und den Zinsswaps wurde ein Sicherungszusammenhang designiert und diese in Form eines Cash Flow Hedges bilanziert. Eine Sensitivitätsanalyse des Zinsrisikos zeigt den Effekt einer Änderung der Marktzinssätze um 100 Basispunkte (ein Prozentpunkt) auf die Gewinn- und Verlustrechnung (ohne Berücksichtigung von Steuereffekten) sowie auf das Eigenkapital (ohne Berücksichtigung von Steuereffekten). Dabei wird Konstanz aller übrigen Variablen unterstellt. Im Rahmen der nach IFRS 7 vorgeschriebenen Sensitivitätsanalyse wird jedoch nur die Auswirkung auf den Jahresüberschuss und das Eigenkapital betrachtet und nicht die Auswirkung auf zukünftige Cashflows. Daher werden abgegrenzte, passivierte Zinszahlungen mit dem am Abschlussstichtag geltenden hypothetischen Marktzinssatz neu berechnet. Aus der Bewertung des im Cashflow Hedge Accounting designierten Zinsswaps würde sich zum 31. Dezember 2022 eine Erhöhung bzw. Verringerung des Eigenkapitals von 2,1 Mio. EUR (2021: 0,0 Mio. EUR) bzw. -2,1 Mio. EUR (2021: 0,0 Mio. EUR) ergeben. Die vorhandene Barliquidität wird in Tages- und Termingeldanlagen angelegt. Die Entscheidung über die Anlagedauer erfolgt auf der Grundlage einer Liquiditätsplanung zum Teil in kurzfristige Anlagen mit Laufzeiten < drei Monate (Flüssige Mittel) und zum anderen Teil in Anlagen mit Laufzeiten > drei Monate (kurzfristige finanzielle Vermögenswerte). Bei allen Anlagen stehen die Sicherheit des Kontrahenten sowie ein möglichst geringes Preisrisiko im Vordergrund. Die Position Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird hierbei nicht betrachtet. C. Spezialfonds Neben direkt bei Banken angelegten Geldern wird zum 31. Dezember 2022 ein Vermögen von 98,1 Mio. EUR (Vorjahr 84,4 Mio. EUR) durch eine namhafte deutsche Kapitalanlagegesellschaft in einem Spezialfonds verwaltet. 2022 wurde ein zweites Segment unter dem Dach des Spezialfonds eröffnet, das von einer zweiten Kapitalanlagegesellschaft separat betreut wird. Bei den Anlagen handelt es sich um zwei Portfolios aus jeweils erstklassigen Rentenpapieren (Staatsanleihen, Anleihen von Unternehmen sowie Rentenfondsanteilen), Investmentfonds und Aktien (erstklassige Unternehmen), sowie Rohstoffen und Barvermögen. Das Risiko dieser Geldanlage wird monatlich mittels der Kennzahl Value-at-Risk (VaR) dargestellt. Der Value-at-Risk gibt an, welche Verlusthöhe in einem Zeitraum von zehn Tagen mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% nicht überschritten wird. Für den Gesamtfonds (Segmente 1 und 2) ergeben sich zum 31. Dezember 2022 jeweils folgende Werte (Gesamt VaR und Vermögenswerte): Segment 1
Segment 2
Für den Gesamtfonds ergeben sich zum 31. Dezember 2021 folgende Werte (Gesamt VaR und Vermögenswerte): Segment 1
Segment 2
Ergänzend zum Spezialfonds hält Giesecke+Devrient Wertpapiere, die als "zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere" bilanziert werden. Der Marktwert der kurzfristigen Anlagen beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf 9,1 Mio. EUR (im Vorjahr 30,5 Mio. EUR), der Marktwert der langfristigen Anlagen beträgt zum 31. Dezember 2022 1,9 Mio. EUR (im Vorjahr 1,8 Mio. EUR). Darin enthalten sind insbesondere Anlagen in Investmentfonds, die zur Insolvenzsicherung von Pensions- und Altersteilzeitverpflichtungen dienen. Wegen geringfügiger Wertschwankungen dieser Anteile wird auf eine Sensitivitätsanalyse verzichtet. G+D sieht keine Risikokonzentration im Sinne von IFRS 7.34. Die in diesem Kapitel gemachten Angaben sind auch Angaben gemäß IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben. (23) Vertragssalden Erläuterungen zu wesentlichen Änderungen in den Salden der aktiven und passiven Vertragsposten:
Der Konzern hat von dem Erleichterungswahlrecht des IFRS 15.121 keinen Gebrauch gemacht. Die gemäß IFRS 15.120 ausgewiesenen Transaktionspreise wurden nicht um Komponenten, die eine Gegenleistung aus Kundenverträgen darstellen, gemindert. (24) Unternehmenszusammenschlüsse Bei Unterehmenszusammenschlüssen werden die Ergebnisse des erworbenen Unternehmens ab dem Erwerbszeitpunkt bei G+D ausgewiesen. Das Nettovermögen der erworbenen Gesellschaft wird mit dem Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Der Überschuss des Kaufpreises über den Zeitwert der erworbenen materiellen Nettovermögenswerte und identifizierbaren immateriellen Vermögenswerte ist in der beigefügten Konzernbilanz als Goodwill ausgewiesen. Außerdem werden bei Veräußerungen bzw. Liquidationen die Abgangserfolge zum Austrittsdatum des verbundenen Unternehmens ausgewiesen. Im März 2018 hat Veridos Anteile an der Firma E-SEEK Inc., San Diego/USA, erworben. Der Erwerbsstichtag ist der 27. März 2018. Veridos erwarb zunächst 75 % der Anteile für einen Kaufpreis von 6,4 Mio. EUR. Darüber hinaus war eine bedingte Gegenleistung von max. 1,5 Mio. USD über zwei Jahre vereinbart. Die bedingte Gegenleistung war abhängig vom Erreichen bestimmter Kennzahlen (Umsatz, Bruttoergebnis). Bezüglich der restlichen 25 % der Anteile erhielt Veridos eine Call-Option und die nicht beherrschenden Anteilseigner eine Put-Option. G+D hat ein Ankaufsrecht (Call-Option) und der Anteilseigner ein Andienungsrecht (Put-Option) für die restlichen 25 % der Anteile an der E-SEEK. Gemäß der anticipated acquisition-Methode wurde der Barwert des Ausübungspreises als finanzielle Verbindlichkeit angesetzt und stellte damit einen Teil der Gegenleistung dar. Zum 1. April 2021 hat G+D das Ankaufsrecht zu einem Preis von 1,6 Mio. EUR ausgeübt und die finanzielle Verbindlichkeit in diesem Zuge wieder ausgebucht. Da G+D 60 % der Anteile an der Veridos hält, entfallen 60 % der Anteile an E-SEEK Inc. auf G+D. Damit erlangte G+D 2018 die Beherrschung an der E-SEEK Inc. und konsolidiert die Gesellschaft seither voll. Die Firma E-SEEK Inc. entwickelt und vertreibt hochauflösende Verifikationsgeräte für ID-Karten und Führerscheine. Für den Unternehmensbereich Veridos stellt das Produktportfolio der E-SEEK Inc. eine ausgezeichnete Bereicherung im Bereich der Verifikationslösungen dar. Dabei bietet Veridos den Kunden Komplettlösungen an, welche die effiziente Identifizierung von Bürgern ermöglichen. Diese werden für Grenzkontrollsysteme zum Beispiel an Flughäfen eingesetzt. Lesegeräte, wie von E-SEEK Inc. entwickelt und vertrieben, sind dabei ein wichtiger Lösungsbestandteil im Zusammenspiel mit den von Veridos entwickelten Dokumenten und Hintergrundsystemen. Darüber hinaus verstärkt der Unternehmenszusammenschluss unmittelbar die Präsenz von Veridos im nordamerikanischen Markt, der aufgrund des hohen Marktvolumens als strategisch wichtig gilt. Zum 12. Februar 2021 hat G+D 3,8 % der Anteile der secunet Security Networks AG, Essen zu einem Kaufpreis in Höhe von 71,0 Mio. EUR verkauft. Dieser Betrag abzüglich der darauf entfallenden Steuern in Höhe von 1,1 Mio. EUR und die Effekte aus der Veränderung der entsprechenden Anteilsquote sind erfolgsneutral gegen das Eigenkapital erfasst worden (siehe Eigenkapitalveränderungsrechnung). G+D hält weiterhin 75,5 % der Anteile an der secunet Security Networks AG und behält somit weiterhin die Beherrschung. Mit Wirkung zum 7. Mai 2021 (Erwerbsstichtag) übernahm secunet 100 % der Anteile an der stashcat GmbH, Hannover, einem deutschen Anbieter für sichere Kommunikation und Kollaboration. Mit der Übernahme erweitert die secunet Security Networks AG ihr Angebot zur sicheren und flexiblen Kommunikation und Kollaboration in Unternehmen, der Verwaltung und Sicherheitsbehörden. Die übertragene Gegenleistung von 10,0 Mio. EUR besteht vollständig aus hingegebenen liquiden Mitteln. Da G+D 75,5 % der Anteile an der secunet hält, entfallen 75,5 % der Anteile an der stashcat GmbH auf G+D. Damit erlangte G+D die Beherrschung an der stashcat GmbH und konsolidiert die Gesellschaft seit Mai 2021 voll. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Zeitwert der Gegenleistung in Höhe von 10,0 Mio. EUR und dem Zeitwert des identifizierbaren Nettovermögens der stashcat GmbH zum Erwerbszeitpunkt in Höhe von 4,3 Mio. EUR betrug 5,7 Mio. EUR und wurde als Goodwill erfasst. Der Goodwill resultiert hauptsächlich aus den Fähigkeiten des Personals der stashcat und den erwarteten Synergien. Der erfasste Goodwill ist für Steuerzwecke nicht abzugsfähig. Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden bestehen aus (in Mio. EUR):
Im Zeitraum zwischen dem 7. Mai 2021 und 31. Dezember 2021 trug stashcat mit Umsatzerlösen von 1,3 Mio. EUR und einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 1,0 Mio. EUR zum Konzernergebnis bei. Sofern der Erwerb bereits zum 1. Januar 2021 stattgefunden hätte, würden sich diese Werte nur unwesentlich verändern. Am Erwerbszeitpunkt 7. Juli 2021 übernahm Giesecke+Devrient sämtliche Anteile an dem britischen IoT-Anbieter Pod Group und erlangte dadurch Beherrschung. Damit ergänzt G+D sein Produkt- und Lösungsportfolio im Bereich des sicheren Netzzuganges für IoT-Geräte sowie das Management, Billing und die Absicherung des Datenverkehrs. Die übertragene Gegenleistung beträgt im ersten Schritt 11,9 Mio. EUR und besteht vollständig aus hingegebenen liquiden Mitteln. Im zweiten Schritt ist neun Monate nach dem Erwerbsstichtag ein weiterer Betrag in Höhe von 0,8 Mio. EUR ausbezahlt worden. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Zeitwert der Gegenleistung in Höhe von 12,7 Mio. EUR und dem Zeitwert des identifizierbaren Nettovermögens der Pod Group zum Erwerbszeitpunkt in Höhe von 0,5 Mio. EUR betrug 12,2 Mio. EUR und wurde als Goodwill erfasst. Der Goodwill resultiert hauptsächlich aus den Fähigkeiten des Personals der Pod Group und den erwarteten Synergien. Der erfasste Goodwill ist für Steuerzwecke nicht abzugsfähig. Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden bestehen aus (in Mio. EUR):
Im Zeitraum zwischen dem 7. Juli 2021 und 31. Dezember 2021 trug die Pod Group mit Umsatzerlösen von 4,7 Mio. EUR und einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 0,7 Mio. EUR zum Konzernergebnis bei. Sofern der Erwerb bereits zum 1. Januar 2021 stattgefunden hätte, würden sich diese Werte nur unwesentlich verändern. Zum 22. September 2021 wurde die Gesellschaft Giesecke+Devrient Currency Technology Switzerland AG, Burgdorf liquidiert. Die Gesellschaft war eine Holdinggesellschaft. Hieraus entstand kein Abgangserfolg. Mit Wirkung zum 17. Mai 2022 (Erwerbsstichtag) übernahm secunet 100 % der Anteile an der SysEleven GmbH, Berlin, einem deutschen Anbieter von Hosting- und Cloud-Services. Die Akquisition wurde mit dem Ziel durchgeführt, den Kunden von secunet ein zusätzliches Angebot einer sicheren Cloud-Infrastruktur anzubieten. Die Gegenleistung von 61,3 Mio. EUR besteht aus zwei Komponenten, hingegebene liquide Mittel in Höhe von 50,3 Mio. EUR sowie eine bedingte Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 11,0 Mio. EUR. Die Anschaffungsnebenkosten beträgt 1,5 Mio. EUR und sind innerhalb der allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen worden. Die bedingte Kaufpreisverbindlichkeit ist unter den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die maximale Gegenleistung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit beträgt 15,0 Mio. EUR und richtet sich nach qualitativen und quantitativen Zielvorgaben für die Geschäftsjahre 2022 und 2023. Die quantitativen Zielvorgaben richten sich nach den kumulierten Mindestumsätzen und dem EBITDA aus den Geschäftsjahren 2022 und 2023. Die qualitativen Zielvorgaben setzen sich aus Kriterien des Geschäftsbetriebs der SysEleven GmbH zusammen. Werden die Zielvorgaben nicht erreicht, erfolgt keine Auszahlung. Da G+D 75,5 % der Anteile an der secunet hält, entfallen 75,5 % der Anteile an der SysEleven GmbH auf G+D. Damit erlangte G+D die Beherrschung an der SysEleven GmbH und konsolidiert die Gesellschaft seit Mai 2022 voll. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Zeitwert der Gegenleistung in Höhe von 61,3 Mio. EUR und dem Zeitwert des identifizierbaren Netto vermögens der SysEleven GmbH zum Erwerbszeitpunkt in Höhe von 24,0 Mio. EUR betrug 37,3 Mio. EUR und wurde als Goodwill erfasst. Der Goodwill ist auf die starke Marktposition der SysEleven GmbH im Segment der DSVGO-konformen Cloud-Plattformen sowie auf die Erweiterung des Leistungsangebots und die durch den Zusammenschluss entstehenden Synergien im Bereich Public Sector zurückzuführen. Der erfasste Goodwill ist für Steuerzwecke nicht abzugsfähig. Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden bestehen aus (in Mio. EUR):
Im Zeitraum zwischen dem 17. Mai 2022 und 31. Dezember 2022 trug SysEleven mit Umsatzerlösen von 8,4 Mio. EUR und einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 2,1 Mio. EUR zum Konzernergebnis bei. Sofern der Erwerb bereits zum 1. Januar 2022 stattgefunden hätte, würde der Konzernjahresüberschuss 82,2 Mio. EUR betragen und die Konzernumsätze hätten sich auf 2.534,8 Mio. EUR belaufen. Am Erwerbszeitpunkt 1. Dezember 2022 erwarb Giesecke+Devrient das Zahlungs- und Identitätsgeschäft von VALID USA Inc. und Valid Identity Solutions, LLC in den USA. Die Gegenleistung von 56,5 Mio. EUR besteht aus zwei Komponenten, hingegebene liquide Mittel in Höhe von 40,8 Mio. EUR sowie eine Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 15,7 Mio. EUR. Die Kaufpreisverbindlichkeit ist unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Anschaffungsnebenkosten betrugen 2,7 Mio. EUR und sind innerhalb der allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen worden. G+D übernimmt die lokalen Produktions- und Personalisierungseinrichtungen sowie deren Mitarbeiter. Somit wurde die Transaktion im Rahmen von IFRS 3 als Unternehmenszusammenschluss qualifiziert. Damit beschleunigt G+D das Wachstum in einem der größten Zahlungs- und Identitätsmärkte der Welt und baut das bestehende Geschäft mit Führerscheinen aus. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Zeitwert der Gegenleistung in Höhe von 56,5 Mio. EUR und dem Zeitwert des identifizierbaren Nettovermögens zum Erwerbszeitpunkt in Höhe von 56,5 Mio. EUR betrug 0,0 Mio. EUR. Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden wurden im Rahmen einer vorläufigen Kaufpreisallokation ermittelt und bestehen aus:
Im Zeitraum zwischen dem 1. Dezember 2022 und 31. Dezember 2022 trug Valid mit Umsatzerlösen von 13,5 Mio. EUR und einem Jahresüberschuss in Höhe von 1,0 Mio. EUR zum Konzernergebnis bei. Sofern der Erwerb bereits zum 1. Januar 2022 stattgefunden hätte, würde der Konzernjähresüberschuss 91,2 Mio. EUR betragen und die Konzernumsätze hätten sich auf 2.675,6 Mio. EUR belaufen. Unternehmenserwerbe nach dem Bilanzstichtag Veridos hat mit Vertrag vom 24. November 2022 zum 16. Januar 2023 weitere 27,0 % der Anteile an NetSeT Global Solutions d.o.o., Belgrad zu einem Preis von 2,3 Mio. EUR in bar erworben und hält jetzt 67,0 % der Anteile an dieser Gesellschaft. Der beizulegende Zeitwert der Nettovermögenswerte zum 31. Dezember 2022 betrug 3,0 Mio. EUR. Der Zeitwert der Anteile zum 31. Dezember 2022 von 40,0 % beträgt 3,4 Mio. EUR. Durch die Aufstockung der Anteile erhöht Veridos das globale F&E- Team um ca. 80 FTEs, erhält mehr Kontrolle über F&E-Aktivitäten und IP-Rechte und baut dadurch einen Vertriebsstützpunkt im Balkan auf Da G+D 60,0 % der Anteile an der Veridos hält, entfallen 40,2 % der Anteile an NetSeT Global Solutions d.o.o. auf G+D. Damit erlangt G+D 2023 die Beherrschung an der NetSeT Global Solutions d.o.o. und konsolidiert die Gesellschaft voll. Weitergehende Informationen liegen uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor. G+D hat am 10. Februar 2023 weitere 31,5 % der Anteile an Netcetera Group AG, Zürich zu einem Preis von 56,4 Mio. EUR in bar erworben und hält somit 61,5 % der Anteile an dieser Gesellschaft. G+D hat eine vertraglich vereinbarte Call-Option über den zusätzlichen Erwerb von 30,0 % der Anteile elf Monate im Voraus gezogen, um die strategische Ausrichtung der Netcetera Group durch eine effizientere Beherrschungsstruktur direkter zu unterstützen und zu beeinflussen. Zeitgleich haben bestehende Anteilseigner im Rahmen einer Put-Option weitere 1,5 % der Anteile an G+D veräußert. Damit erlangt G+D 2023 die Beherrschung an der Netcetera Group AG und konsolidiert die Gesellschaft voll. Im Oktober und November 2023 haben die nicht beherrschenden Anteilseigner das Recht, eine weitere Put-Option auszuüben und somit weitere Anteile an G+D zu verkaufen. Weitergehende Informationen liegen uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor. (25) Angaben zu wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen Die Angaben zu wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen (NCI) stellen sich wie folgt dar:
1 vor Eliminierung konzernintemer Geschäfte
aggregiert (nicht anteilig)
1 vor Eliminierung konzerninterner
Geschäfte aggregiert (nicht anteilig)
Die Cashflows zu wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen (NCI) stellen sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt dar:
(26) Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Transaktionen mit der MC Familiengesellschaft mbH Die MC Familiengesellschaft mbH ist seit dem Jahr 2012 die Muttergesellschaft der Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Im Geschäftsjahr 2020 hat G+D ein Darlehen in Höhe von 3,5 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis Dezember 2021 an die MC Familiengesellschaft mbH ausgegeben, welches im September 2021 vollständig getilgt wurde. Im Geschäftsjahr 2022 hat G+D ein Darlehen in Höhe von 5,2 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis September 2023 an die MC Familiengesellschaft mbH ausgegeben. Zum 31. Dezember 2022 besteht eine Forderung gegenüber der MC Familiengesellschaft mbH in Höhe von 0,2 Mio. EUR. Zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 bestehen keine anderweitigen wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Aufwendungen und Erträge aus Transaktionen mit der MC Familiengesellschaft mbH. Die Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung hat mit der MC Familiengesellschaft mbH einen Dienstleistungsvertrag abgeschlossen. G+D erbringt Leistungen in den Bereichen Rechnungswesen/Steuern, Finanzen und IT-Systeme. Das verrechnete Entgelt ist unwesentlich. Transaktionen mit der DER bogen GmbH & Co. KG Im Geschäftsjahr 2021 hat G+D ein Darlehen an DER bogen GmbH & Co. KG in Höhe von 20,0 Mio. EUR ausgegeben, welches im März 2022 vollständig getilgt wurde. Zum 31. Dezember 2022 besteht gegenüber DER bogen GmbH & Co. KG eine Bürgschaft in Höhe von 30,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis Juni 2024. Zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 bestehen keine anderweitigen, wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Aufwendungen und Erträge aus Transaktionen mit der DER bogen GmbH & Co. KG. Die Zinserträge betrugen 0,3 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 und 0,1 Mio. EUR 31. Dezember 2021. Die Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung hat mit DER bogen GmbH & Co. KG einen Dienstleistungsvertrag abgeschlossen. G+D erbringt Leistungen in den Bereichen Rechnungswesen/Steuern, Finanzen und IT-Systeme. Das verrechnete Entgelt beträgt zum 31. Dezember 2022 bzw. zum 31. Dezember 2021 1,1 Mio. EUR bzw. 1,0 Mio. EUR. Transaktionen mit der Giesecke+Devrient Stiftung und der Giesecke+Devrient Stiftung Geldscheinsammlung Im Geschäftsjahr 2010 hat G+D die Giesecke+Devrient Stiftung gegründet. Die Gesellschaft hat ein Darlehen von der Giesecke+Devrient Stiftung mit einem Betrag in Höhe von 21,0 Mio. EUR bzw. 21,0 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 und 2021 bilanziert. Das Darlehen ist am 28. Februar 2023 fällig. Die Zinsaufwendungen betrugen 0,3 Mio. EUR bzw. 0,3 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 (siehe Anmerkung 13 "Finanzielle Schulden"). Die Zuwendungen im Geschäftsjahr 2022 und 2021 betrugen 0,3 Mio. EUR und 0,2 Mio. EUR. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2021 ein Darlehen von der neu gegründeten Giesecke+Devrient Stiftung Geldscheinsammlung mit einem Betrag in Höhe von 0,4 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 bzw. zum 31. Dezember 2021 bilanziert. Das Darlehen ist am 17. November 2023 fällig. Die Zuwendungen im Geschäftsjahr 2022 und 2021 beträgen 0,1 Mio. EUR und 0,1 Mio. EUR. Transaktionen der verbundenen Unternehmen mit den Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen Zwischen den verbundenen Unternehmen und den Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen stattgefundene Transaktionen werden nachstehend aus Sicht der verbundenen Unternehmen aufgeführt:
Die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
Keine der Salden gegen die Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen sind gesichert. Bezüglich der Haftungsverhältnisse gegen die Gemeinschaftsunternehmen wird auf Anmerkung 31 "Haftungsverhältnisse" verwiesen. Transaktionen mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen Die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen umfassen die Mitglieder der Geschäftsführung der Giesecke+Devrient GmbH, die Vorsitzenden der Geschäftsführung der Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH, Giesecke+Devrient Mobile Security GmbH und Veridos GmbH, den Vorstandsvorsitzenden der secunet Security Networks AG (entspricht dem Group Executive Committee-GEC) sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Beirats der Giesecke+Devrient GmbH, da diese Gremien für die Planung, Leitung und Überwachung der Konzernaktivitäten verantwortlich sind. Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen Der Gesamtbetrag der Vergütung der aktiven Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen im Geschäftsjahr 2022 und 2021 beträgt insgesamt 9,9 Mio. EUR bzw. 10,4 Mio. EUR. Die kurzfristig fälligen Leistungen betragen im Geschäftsjahr- 2022 und 2021 insgesamt 7,1 Mio. EUR bzw. 7,7 Mio. EUR. Davon entfallen auf das GEC 6,2 Mio. EUR (im Vorjahr 6,8 Mio. EUR), auf die Mitglieder des Aufsichtsrates 0,4 Mio. EUR (im Vorjahr 0,4 Mio. EUR) und auf die Mitglieder des Beirates 0,5 Mio. EUR (im Vorjahr 0,5 Mio. EUR). Die Dienstzeitaufwendungen für Pensionen der Mitglieder des GEC (Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses) belaufen sich 2022 auf 0,6 Mio. EUR und 2021 auf 0,6 Mio. EUR. Ferner sind für aktive Mitglieder des GEC andere langfristig fällige Leistungen in Höhe von 2,2 Mio. EUR (im Vorjahr 2,1 Mio. EUR) angefallen. Die Mitglieder des GEC mit Ausnahme des Vorstandsvorsitzenden der secunet Security Networks AG haben im Berichtsjahr und, soweit sie ihre Position bereits innehatten, im Vorjahr die Zusage erhalten, einen Anteil von 40,0 % ihrer variablen Vergütung nach Ablauf von jeweils weiteren zwei Jahren ausbezahlt zu bekommen ("Deferral"). Die Auszahlung basiert auf der Zielerreichung für den durchschnittlichen ROCE (Return on Capital Employed) des Geschäftsjahres 2022 bzw. 2021 und der jeweils beiden darauffolgenden Jahre. Der Anspruch auf das Deferral besteht grundsätzlich nur, wenn das Anstellungsverhältnis fortbesteht bzw. aus bestimmten festgelegten Gründen beendet wird. Der entsprechende Aufwand ist in den anderen langfristig fälligen Leistungen enthalten. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 und 2021 enthält Pensionsrückstellungen gegenüber Mitgliedern des GEC in Höhe von 2,8 Mio. EUR bzw. 4,3 Mio. EUR sowie weitere Rückstellungen bzw. Verbindlichkeiten betreffend die Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen in Höhe von insgesamt 8,6 Mio. EUR bzw. 8,0 Mio. EUR. Die handelsrechtlichen Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats und Beirats entsprechen den genannten kurzfristig fälligen Leistungen. Die handelsrechtlichen Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Geschäftsführungsorgans des Mutterunternehmens werden gemäß § 315e Abs. 1 i.V.m. §§ 314 Abs. 3 Satz 2, 286 Abs. 4 Satz 2 Handelsgesetzbuch (HGB) nicht angegeben. Geschäftsvorfälle mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. sonstigen nahestehenden Personen Giesecke+Devrient bezieht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auch Dienst- und Beratungsleistungen von Unternehmen und Personen, die eine Verbindung zu Mitgliedern des Aufsichts- und Beirates bzw. zur Gesellschafterin haben sowie zu Mitgliedern des Aufsichts- und Beirates selbst. In den Jahren 2022 und 2021 wurden keine Vorschüsse oder Kredite an Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen gewährt. Frühere Organmitglieder der Giesecke+Devrient GmbH Die an ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung des Mutterunternehmens und ihre Hinterbliebenen gewährten Gesamtbezüge belaufen sich 2022 auf 1,4 Mio. EUR und 2021 auf 2,4 Mio. EUR. Die Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsführung des Mutterunternehmens und ihren Hinterbliebenen betragen zum 31. Dezember 2022 und 2021 17,2 Mio. EUR bzw. 22,0 Mio. EUR. (27) Anzahl Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der "Full Time Equivalent"-Mitarbeiter (ohne Elternzeit und Auszubildende) betrug:
(28) Personalaufwand
(29) Angaben gemäß § 161 Aktiengesetz (AktG) Für das in den Konzernabschluss einbezogene börsennotierte Unternehmen secunet Security Networks AG ist die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft (http://www.secunet.com) der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht worden. (30) Befreiung von den Vorschriften für Kapitalgesellschaften und bestimmten Personenhandelsgesellschaften gemäß § 264/§ 264b HGB Die folgenden Gesellschaften machen Gebrauch von der Möglichkeit der Befreiung als Kapitalgesellschaft (§ 264 Abs. 3 HGB) bzw. als Kapitalgesellschaft und Co. (§ 264b HGB) von der Verpflichtung, einen Jahresabschluss und einen Lagebericht nach den Vorschriften für Kapitalgesellschaften und bestimmten Personenhandelsgesellschaften aufzustellen, prüfen zu lassen und offen zu legen:
(31) Haftungsverhältnisse Anhängige Verfahren/Eventualverbindlichkeiten Giesecke+Devrient ist in anhängige Verfahren und Prozesse involviert, wie sie sich aus dem gewöhnlichen Geschäftsverlauf ergeben. Für die geschätzten Verbindlichkeiten aus bestimmten Vorgängen wurden Rückstellungen gebildet. Nach Meinung von G+D wird das Abschlussergebnis dieser Angelegenheiten keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage von G+D haben. Für Steuerrisiken im Ausland bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 22,0 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 (zum 31. Dezember 2021: 17,9 Mio. EUR). Zusätzlich bestehen zum 31. Dezember 2022 weitere Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 0,2 Mio. EUR (zum 31. Dezember 2021: 0,1 Mio. EUR) für Rechtsstreitigkeiten sowie sonstige Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 0,2 Mio. EUR (zum 31. Dezember 2021: 0,0 Mio. EUR). G+D ist der Meinung, dass eine Inanspruchnahme aus diesen Steuerrisiken und Rechtsstreitigkeiten sowie sonstige Eventualverbindlichkeiten unwahrscheinlich ist. Bei Finanzgarantien entspricht der Höchstbetrag, den das Unternehmen zahlen müsste, dem maximalen Ausfallrisiko. Sicherheiten Giesecke+Devrient hält keine wesentlichen finanziellen Vermögenswerte, die als Sicherheit für Verbindlichkeiten oder Eventualverbindlichkeiten gestellt werden. Zudem hält G+D keine Sicherheiten, die es ihr gestatten würden, diese auch bei nicht gegebenem Ausfall des Schuldners zu veräußern bzw. erneut zu besichern. G+D hat für erhaltene Anzahlungen Garantien in Höhe von 98,8 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 bzw. 60,1 Mio. EUR zum 31. Dezember 2021 ausgegeben. Giesecke+Devrient hat Bürgschaften für ein Gemeinschaftsunternehmen hinsichtlich der Leistungserfüllung seitens dieses Unternehmens gegenüber Dritten übernommen. Die Bürgschaften besichern in Anspruch genommene Kreditlinien des Gemeinschaftsunternehmens über insgesamt 4,0 Mio. EUR im Jahr 2022 und 4,0 Mio. EUR im Jahr 2021. Alle zugehörigen Zinsen unterliegen ebenfalls diesen Garantien. G+D ist durch diese Garantien im Falle des Verzugs des Gemeinschaftsunternehmens zur Leistung verpflichtet. Die maximale Inanspruchnahme aus diesen Sicherheiten zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 beträgt jeweils 4,0 Mio. EUR. Darüber hinaus hat Giesecke+Devrient Bürgschaften über 30,0 Mio. EUR im Jahr 2022 bzw. 0,0 Mio. EUR im Jahr 2021 für DER bogen GmbH & Co. KG sowie 1,0 Mio. EUR im Jahr 2022 bzw. 1,0 Mio. EUR im Jahr 2021 für ein sonstiges drittes Unternehmen hinsichtlich der Leistungserfüllung seitens dieses Unternehmens gegenüber Dritten übernommen. Die Bürgschaften besichern in Anspruch genommene Kreditlinien für DER bogen GmbH & Co. KG sowie des sonstigen dritten Unternehmens. Alle zugehörigen Zinsen unterliegen ebenfalls diesen Garantien. G+D ist durch diese Garantien im Falle des Verzugs zur Leistung verpflichtet. Die maximale Inanspruchnahme aus diesen Sicherheiten zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 beträgt 31,0 Mio. EUR bzw. 1,0 Mio. EUR. Verpflichtungen Giesecke+Devrient hatte zum 31. Dezember 2022 wesentliche Einkaufsverpflichtungen, die hauptsächlich aus kurzfristigen Verträgen über den Kauf von Betriebsstoffen, Vorräten, Sachanlagen, Grundstücken und Dienstleistungen bestehen, die während des Geschäftsjahres 2022 abgeschlossen wurden. Der Gesamtbetrag der erforderlichen Zahlungen für die zuvor genannten Verpflichtungen zum 31. Dezember 2022 verteilt sich wie folgt auf die jeweiligen Jahre:
(32) Zuwendungen G+D erhielt 2022 und 2021 verschiedene sonstige Zuwendungen für betriebliche Investitionen in Höhe von 0,9 Mio. EUR bzw. 0,0 Mio. EUR. Zusätzlich erhielt G+D 2022 und 2021 Zuwendungen für Aufwendungen in Höhe von 3,6 Mio. EUR und 3,2 Mio. EUR. Es ist derzeit davon auszugehen, dass daran geknüpfte Bedingungen erfüllt werden. (33) Risiken Es wird auf die entsprechenden Ausführungen im Konzernlagebericht unter Abschnitt 4 "Chancen- und Risikobericht" verwiesen. (34) Abschlussprüferhonorar nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB Das Honorar für den Abschlussprüfer KPMG AG für das Geschäftsjahr 2022 beträgt 2,1 Mio. EUR. Die Aufschlüsselung in die Kategorien ist wie folgt: die Abschlussprüfungsleistungen 1,5 Mio. EUR, andere Bestätigungsleistungen 0,1 Mio. EUR, Steuerberatungsleistungen 0,4 Mio. EUR und sonstige Leistungen 0,1 Mio. EUR. (35) Konzernzugehörigkeit Die MC Familiengesellschaft mbH ist das Mutterunternehmen der Giesecke+Devrient-Gruppe (siehe Anmerkung 26 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen"). Zum 31. Dezember 2022 werden ein Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Der Konzernabschluss der MC Familiengesellschaft mbH wird im elektronischen Unternehmensregister veröffentlicht. (36) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag G+D wird 2023 voraussichtlich 100,0 % der Anteile an Giesecke+Devrient Mobile Security Russia, OOO zu einem Preis in Höhe von 25,0 Mio. RUB veräußern. Ein Kaufvertrag wurde bereits unterschrieben, jedoch steht die Genehmigung der russischen Behörden noch aus. Im Zusammenhang mit dieser geplanten Veräußerung wurde eine Wertminderung der Nettovermögenswerte in Höhe von 2,7 Mio. EUR bereits zum 31. Dezember 2022 erfasst. In Bezug auf die Unternehmenserwerbe der Netcetera Group AG sowie der NetSeT Global Solutions d.o.o. wird auf die Anmerkung 24 "Unternehmenszusammenschlüsse" verwiesen. Es sind keine weiteren Ereignisse nach dem Bilanzstichtag von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns zu erwarten ist. (37) Anteilsbesitzliste
Wird aus Wesentlichkeitsgründen nicht konsolidiert
Das verbundene Unternehmen secunet s.r.o. i.L., Prag wurde im Geschäftsjahr 2022 liquidiert und im Konzern endkonsolidiert.
München, den 21. März 2023 Giesecke+Devrient GmbH Die Geschäftsführung Dr. R. Wintergerst, Group CEO Dr. P. Zattler, Group CFO Konzern-Lagebericht zum 31. Dezember 2022Wir weisen daraufhin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können. 1. Grundlagen des Konzerns Sicherheitstechnologie, die Vertrauen schafft, ist die Kernkompetenz von Giesecke+Devrient (G+D). G+D ist ein verlässlicher Partner für internationale Kunden mit höchsten Ansprüchen und sichert die essenziellen Werte der Welt. Dabei entwickelt das Unternehmen maßgeschneiderte Technologie mit Leidenschaft und Präzision in vier Kernbereichen: Bezahlen: Als globaler Marktführer bietet G+D Produkte und Lösungen für den sicheren Zahlungsverkehr. Mit einem ganzheitlichen Portfolio für öffentliche Währungen sowie elektronische und digitale Zahlungslösungen nimmt G+D eine einzigartige Position im Ökosystem des Bezahlens ein. Innerhalb des Kernbereichs bietet der Business-Sektor G+D Currency Technology Lösungen für das komplette sichere Bargeldmanagement. Dazu gehört die Division Banknote Solutions, die Banknotenpapier, Banknoten sowie hochtechnologische Sicherheitsmerkmale produziert und vertreibt. Das Portfolio der Division -Currency Management Solutions- umfasst Banknotenbearbeitungssysteme unterschiedlicher Größenordnung sowie komplette Cash-Center-Lösungen. Komplementär zu diesem Portfolio für physische Währungen bietet die Tochtergesellschaft G+D advance52 umfassende Lösungen für die Entwicklung und den Betrieb einer digitalen Zentralbankwährung, auch CBDC (Central Bank Digital Currency) genannt. Als Teil des Business-Sektors G+D Mobile Security umfasst die Division -Secure Transactions + Services- das gesamte Geschäft mit Smartcards und sicherem elektronischen und digitalen Bezahlen im Bankenbereich. Hinzu kommen Lösungen für sicheres Zugangs- bzw. Identitätsmanagement im Gesundheitswesen, für smarte Mobilität und Unternehmen, einschließlich der angegliederten Dienste wie Produktion, Personalisierung sowie Produktentwicklung. Konnektivität: Im Internet of Things (IoT) sind bereits heute Milliarden von Geräten miteinander verbunden - und jede Sekunde kommen neue dazu. Als Technologieführer mit hoher Expertise für sichere Konnektivität ist G+D Wegbegleiter und Wegbereiter für alle Herausforderungen des Internet der Dinge. Die Division -Trusted Connected Devices- als Teil der G+D Mobile Security ermöglicht sichere Anbindungen an mobile Netze und das IoT. Dazu zählen SIM-Karten, embedded SIM, SIM Management Services, eSIM-Management inklusive sicherer Betriebssysteme sowie Lösungen für Enterprise IoT. Identitäten: Sichere persönliche Identitäten ermöglichen den Zugang zu Behördendiensten, Bildung, Finanzprodukten und Mobilität und sind damit die Grundlage des modernen Lebens in einer vernetzten Welt. G+D liefert Regierungen weltweit Technologien, die ein sicheres und effizientes Management von Identitäten ermöglichen und gleichzeitig nahtlose und bequeme Identifizierungs- und Authentifizierungsprozesse für Bürger schaffen. Durch Veridos, ein Joint Venture mit der staatlichen Bundesdruckerei, bietet G+D zukunftsweisende Lösungen rund um die Authentifizierung und Verifikation von Personen und Objekten an. Dazu zählen hochsichere physische und digitale Dokumente ebenso wie Grenzkontroll- und Identifikationssysteme. Digitale Infrastrukturen: Die Digitalisierung und Vernetzung nehmen rasant zu - und damit auch die Anzahl und Komplexität von Cyberangriffen. G+D unterstützt Regierungen, Unternehmen und die Gesellschaft bei ihrer digitalen Souveränität. Die börsennotierte Tochtergesellschaft secunet Security Networks AG ist IT-Sicherheitspartner der Bundesrepublik Deutschland und der führende europäische Anbieter für hochwertige Cybersicherheitslösungen, secunet bietet Behörden und Industrieunternehmen ein umfangreiches Produkt- und Beratungsportfolio zum Schutz von Daten, Infrastrukturen sowie für die Informationsübertragung. -speicherung und -verarbeitung. Dazu gehören auch Verschlüsselungstechnologien bis zur höchsten Sicherheitsstufe. Die genannten vier Kernbereiche bilden über die organisatorische Struktur des Unternehmens hinweg das komplette Geschäftsportfolio von G+D ab. G+D operiert in einer Holdingstruktur, in der die Business-Sektoren G+D Currency Technology, G+D Mobile Security, Veridos und secunet als rechtlich selbstständige Teilkonzerne agieren. Das Corporate Center mit der Konzernobergesellschaft G+D GmbH steuert die Gesamtausrichtung der G+D-Gruppe und unterstützt die Business-Sektoren aktiv in ihrer strategischen Weiterentwicklung. Themen, die von strategischer Bedeutung für den Gesamtkonzern sind, werden hier gebündelt. Dazu zählen M&A-Aktivitäten, strategische Initiativen zur Entwicklung künftiger und neuer digitaler Geschäftsaktivitäten, die Beteiligungsgesellschaft G+D Ventures und das Chief Technology Office (CTO) sowie der Corporate Development Fund. Die G+D advance52, in der G+D seit 2019 seine Aktivitäten zu digitalen Zentralbankwährungen zusammengefasst hat, ist organisatorisch ebenfalls im Corporate Center verortet. Über sogenannte Shared Services werden im Corporate Center zudem Funktionen wie zum Beispiel IT, Buchhaltung und Personal gebündelt. Im Rahmen eines strategischen Effizienzsteigerungsprogramms hat G+D beschlossen, zum 01.01.2022 die Giesecke+Devrient Group Services GmbH & Co. KG als selbständige Shared Service Gesellschaft zu gründen. Ziel ist es, innerhalb der Group Services gleichartige Dienstleistungen wie IT und Einkauf sowie die transaktionalen Teilleistungen aus der Buchhaltung und HR zu bündeln, um sie noch effizienter konzernübergreifend anbieten zu können. Die G+D-Grundstücksgesellschaft hält und betreibt die selbstgenutzte Immobilie am Standort in München und vermietet diese an die Konzerngesellschaften. G+D beschäftigt 12.594 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 33 Ländern. Zuordnung der Management Struktur entlang der Kernbereiche
2. Wirtschaftliche Entwicklung Im Jahr 2022 hat sich G+D stabil und krisenfest inmitten von Rahmenbedingungen behauptet, die komplex und herausfordernd waren. Das mit Abstand einschneidendste Ereignis des Berichtsjahres war die russische Invasion in die Ukraine und darauffolgend die Neujustierung der Energieversorgung sowie der starke Inflationsdruck in vielen Ländern. Außerdem blieben die Folgen von Covid spürbar, wenngleich zumindest zu Jahresbeginn auch Nachholeffekte durch das weltweite Abklingen der Pandemie zu verzeichnen waren. Das Jahr startete zudem mit einer großzügigen Geld- und Fiskalpolitik vieler Staaten. Die daraus resultierende höhere Inflation nahm man als temporäre Folge des Aufschwungs nach der pandemischen Krise in Kauf. Der im Februar 2022 begonnene Krieg in der Ukraine hatte zur Folge, dass die Gaslieferungen von Russland in große Teile der Welt stark reduziert oder eingestellt wurden. Dies heizte die Inflation in vielen Ländern stark an und stürzte die Welt - insbesondere Europa - zusätzlich in eine schwere Energiekrise. Zudem dämpfte der russische Angriffskrieg weltweit das Wachstum und verstärkte in Einzelmärkten die bereits vorhandenen Lieferengpässe. Als Reaktion auf die ansteigende Inflation strafften viele Notenbanken im Laufe des Jahres 2022 ihre Geldpolitik und bremsten damit die globalen Wachstumsaussichten. Zudem sind auch die ökonomischen Auswirkungen der Covid-Pandemie immer noch zu spüren. So haben sich die globalen Lieferketten immer noch nicht normalisiert, und die erst im vierten Quartal 2022 aufgegebene strikte Null-Covid-Politik Chinas drosselte die Entwicklung der Weltwirtschaft. Deswegen geht der Internationale Währungsfonds (IWF) davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2022 nur noch um 3,2 % gewachsen ist. Laut der Prognose wird mehr als ein Drittel der Weltwirtschaft im Jahr 2022 oder 2023 sogar schrumpfen, während die drei größten Volkswirtschaften - die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und China - weiterhin stagnieren. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wuchs gegenüber dem Vorjahr um 1,8 %. Die globale Inflation ist von 4,7 % im Jahr 2021 auf 8,8 % im Jahr 2022 gestiegen. 2.1 Wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns Im Konzern basiert die Steuerung im Wesentlichen auf Umsatzerlösen, dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), den Investitionen, dem Working Capital, dem Free Cashflow sowie dem Return on Capital Employed (ROCE)1. G+D blickt dank seines resilienten und zukunftsfähigen Portfolios aus sicherheitsrelevanten Lösungen in den Bereichen Bezahlen, Konnektivität, Identitäten und Digitale Infrastrukturen auf ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr 2022 zurück und weist starke Finanzkennzahlen aus. Der Konzernumsatz stieg deutlich. Auch der Blick in die Zukunft ist positiv, u.a. weil über alle Geschäftsbereiche hinweg die Auftragsbücher mit 1,7 Mrd. EUR sehr gut gefüllt sind und - bei einer gleichzeitigen Bestmarke im Konzernumsatz - um 18 % gesteigert werden konnten. Der gute Auftragsbestand ist damit auch die Basis für ein weiteres Unternehmenswachstum im Geschäftsjahr 2023. Sowohl Geschäftszahlen wie auch das Portfolio entwickeln sich sehr gut. Dies zeigt die gute Performance der gesamten G+D-Gruppe und die außergewöhnliche Leistung in einigen Bereichen. Das Kerngeschäft erwies sich 2022 als stabil. Dies ist Ausdruck eines sehr resilienten und krisenfesten Portfolios, denn Bezahl-, Konnektivitäts-, Identitäts- und digitale Infrastrukturlösungen werden auch in bewegten Zeiten benötigt. Zusätzlich verzeichnete G+D ein starkes profitables Wachstum in den digitalen Märkten. Hier zahlt sich aus, dass G+D in allen vier Kernbereichen in den vergangenen Jahren systematisch digitale Lösungen, die die angestammten physischen Produkte ergänzen, entwickelt hat. Zur Wachstumsstrategie von G+D gehören das organische Wachstum, Investitionen in neue Technologiefelder sowie der gezielte Ausbau des Portfolios. So hat der Konzern im Dezember 2022 das Bezahl- und Identitätslösungsgeschäft von Valid in den Vereinigten Staaten übernommen. Mit diesem Schritt will G+D das Wachstum in den USA, einem der weltweit größten Märkte für Bezahl- und Identitätslösungen, beschleunigen. Kunden von G+D profitieren künftig auch angesichts der anhaltenden branchenweiten Herausforderungen in der Lieferkette von der erweiterten Unternehmensgröße. Die Division Secure Transactions + Services (STS) hat die US-amerikanischen Produktionsstätten für Bezahlkarten übernommen, während Veridos das bestehende Geschäft mit Führerscheinen und anderen Identitätslösungen weiter ausbaut. Die Investition stärkt das Angebot und die Position von G+D und gibt weitere Impulse für ein beschleunigtes Wachstum in den USA. Eine weitere wichtige Akquisition 2022 tätigte secunet: Das in Essen ansässige G+D- Tochterunternehmen erwarb den deutschen Cloud-Spezialisten SysEleven mit Sitz in Berlin. SysEleven ist ein unabhängiger deutscher Anbieter von Cloud-Infrastruktur, Cloud-Seivices, Managed Seivices und Managed Kubernetes. Das Unternehmen verfügt über eine eigene, Open-Source-basierte Cloud-Infrastruktur mit ISO 27001 zertifizierten Rechenzentrumsstandorten in Deutschland (Infrastructure-as-a-Seivice) und stellt mit MetaKube eine Plattform für die effiziente Verwaltung und Optimierung von Rechen-, Speicher- und Netzwerk-Ressourcen auf Basis von Kubernetes bereit (Managed Kubernetes). Mit der Akquisition von SysEleven beschleunigt secunet ihre Aktivitäten im stark wachsenden Markt für sichere Cloud-Infrastruktur und wird von dem starken eigenständigen Marktzugang der SysEleven profitieren. 2.1.1 Ertragslage Im Geschäftsjahr 2022 steigerte G+D den Umsatz um 6,3 % auf 2.527 Mio. EUR. Umsatz nach Business-Sektoren
Der Umsatz des Geschäftsbereichs Currency Technology lag insgesamt unter dem Niveau des Vorjahres. Die Division Banknote Solutions verzeichnete aufgrund der geopolitischen Situation eine sinkende Nachfrage, vor allem bei der Neuauflage für Banknoten und hat dementsprechend rückläufige Umsätze im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig übertraf die Division Currency Management Solutions die Erwartungen, insbesondere bei den leistungsstarken Banknotenbearbeitungssystemen und im Servicegeschäft. Zudem verzeichnete sie attraktive Auftragseingänge für Großprojekte. Der Geschäftsbereich Mobile Security erzielte 2022 ein signifikantes Umsatzplus. Sowohl die Division Trusted Connected Devices (TCD) als auch die Division Secure Transactions + Services (STS) schlossen mit Bestmarken ab. Wachstumstreiber bei der Division Secure Transactions + Services waren die starke Nachfrage auf dem Zahlungsmarkt sowie Nachholeffekte im öffentlichen Sektor. Die Division Trusted Connected Devices konnte bei integrierten SIM-Karten-Lösungen (eSIM) gute Zugewinne verzeichnen. Als eSIM-Marktführer verwaltet TCD inzwischen mehr als 100 Millionen eSIM-Downloads allein im Bereich der Consumer-Geräte. Außerdem konnte TCD seine Lifecycle-Umsätze deutlich steigern. Das Joint Venture Veridos hat in einem schwierigen Marktumfeld weitgehend an die Umsätze des Vorjahres angeknüpft. Insbesondere die mangelnde Verfügbarkeit von Halbleitern im Berichtsjahr und die Nachwirkungen der Pandemie führte dazu, dass die hohe Nachfrage nach Identitätsdokumenten nicht vollständig bedient werden konnte. secunet hat den Umsatz aus dem Vorjahr noch einmal übertroffen und schloss das Geschäftsjahr 2022 mit einem neuen Höchstwert ab und hat den bisherigen Höchstumsatz des Vorjahres leicht übertroffen. Der erzielte Umsatz und die damit verbundenen Zugewinne in den Kernmärkten zeigen die nachhaltige positive Entwicklung von secunet. Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS)
Überleitung zum EBITDA
Das Jahr 2022 war auch für G+D von der noch nicht bewältigten Covid-Pandemie, anhaltenden Logistik- und Lieferketten-Schwierigkeiten sowie durch die Energiekrise - insbesondere im energieintensiven Banknotenbereich - geprägt. Trotz dieser Herausforderungen und einer deutlichen Ausweitung der F&E-Aktivitäten, Belastungen aus M&A-Projekten sowie eines negativen Finanzergebnisses steigert G+D nicht nur den Konzern-Umsatz, sondern auch das EBIT gegenüber dem ebenfalls erfolgreichen Vorjahr. Das Bruttoergebnis des Umsatzes hat sich durch den Anstieg der Absatzvolumina und einer verbesserten Brutto-Marge um 8,7 % gegenüber dem Vorjahresniveau erhöht. Die Brutto-Marge beträgt 29,4 % und konnte insbesondere durch Margenverbesserungen bei Mobile Security und Veridos um 0,6 Prozentpunkte gesteigert werden. Die Strukturkosten mit den Kosten für Vertrieb, Forschung und allgemeine Verwaltung stiegen im Wesentlichen augrund von verstärkten F&E-Aktivitäten und Kosten im Zusammenhang mit unseren großen M&A-Projekten um 9,0 % gegenüber 2021 und lagen damit leicht über dem Niveau des Umsatzwachstums. Die Vertriebskosten beliefen sich auf 268,2 Mio. EUR. Der Anstieg um 7,6 % gegenüber dem Vorjahr geht einher mit dem Umsatzwachstum des Konzerns und beinhaltet gegenüber dem Vorjahr gesteigerte Vertriebsaktivitäten aufgrund eines schwierigen Marktumfeldes insbesondere bei Currency Technology und Veridos. Auch im Geschäftsbereich Mobile Security, dessen Umsatz deutlich überproportional gewachsen ist, sind die Vertriebskosten gestiegen - jedoch unterproportional im Verhältnis zum Umsatz. Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen bewegten sich auf dem Niveau des Vorjahres. Durch gezielte Forschungsaktivitäten im Bereich Digitalisierung sowie vermehrte Ausgaben für die nachhaltige Entwicklung von Produkten und Technologien festigte G+D seine herausragende Marktposition. Insbesondere in der Division Trusted Connected Devices wurden, wie geplant, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Digitalisierungsbereich aufgebaut. Auch secunet steigerte die F&E-Aufwendungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Konnektor, einer Lösung zur digitalen Telematik-Vernetzung im Gesundheitssektor. In der Folge steigen die Forschungs- und Entwicklungskosten um 12,1 % auf 132,7 Mio. EUR. Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen im Berichtsjahr um 8,7 % auf 170,8 Mio. EUR. Der Anstieg resultierte aus den Kosten für vermehrte strategische Projekte sowie aus der rechtlichen Aufteilung von Mobile Security und Kosten im Zusammenhang mit zwei großen M&A-Aktivitäten. Zudem wurde Personal vor allem in den Bereichen IT und HR aufgebaut. Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen verringern sich um -3,0 Mio. EUR, hauptsächlich aufgrund der Erlöse aus Direktversicherungen und dem Verkauf von Sachanlagen sowie der Corona-Zuwendungen im Vorjahr. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit verbesserte sich analog zum Umsatzwachstum um 5,5 % auf 176,0 Mio. EUR. Das Finanzergebnis wurde aufgrund der ungünstigen Entwicklung der Aktienmärkte mit -6,8 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr belastet. So belief sich die Ergebnisbelastung aus Wertpapieren auf -9,4 Mio. EUR gegenüber Erträgen von 6,8 Mio. EUR im Vorjahr. Das Ergebnis aus Fremdwährungstransaktionen und Kurssicherungskosten betrug -0,2 Mio. EUR. (Vorjahr -6,8 Mio. EUR). Das Beteiligungsergebnis der at-equity konsolidierten Unternehmen steuerte 1,6 Mio. EUR (Vorjahr -0,9 Mio. EUR) zum Finanzergebnis bei. Mit 168,2 Millionen Euro erreichte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nach dem Vorjahr erneut einen Bestwert in der Unternehmensgeschichte von G+D. Die EBIT-Marge betrug 6,7 % und lag 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Das Zinsergebnis hat sich 2022 um -1,5 Mio. EUR auf -16,6 Mio. EUR verringert. Es setzt sich zusammen aus 9,6 Mio. EUR Zinsen auf Pensionsverpflichtungen (Vorjahr 8,1 Mio. EUR), Zinsaufwendungen im Wesentlichen für Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 9,5 Mio. EUR (Vorjahr 9,0 Mio. EUR). Die Zinserträge beliefen sich auf 2,6 Mio. EUR (Vorjahr 1,9 Mio. EUR). Die Steuerquote betrug 46,8 % und lag um 3,4 Prozentpunkte über Vorjahr. Die Differenz auf die erwartete Steuerquote von 31,5 % setzt sich aus einer Vorsorge für erwartete Betriebsprüfungen insbesondere in der Slowakei und China (-6,8%) sowie das Nichtansetzen von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge (-3,2 %) und nicht abzugsfähiger Quellensteuer (-3,2 %) zusammen. Aufgrund der Sondereffekte im Bereich Steuern sank der Jahresüberschuss im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um -5,4 % und lag bei 80,6 Mio. EUR. Das EBITDA lag aufgrund im Vorjahr getätigter Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen mit 296,9 Mio. EUR trotz besseren EBIT leicht unter dem Vorjahresniveau. 2.1.2. Forschung und Entwicklung Treiber der Unternehmensentwicklung von G+D waren immer technologische Innovationen. Diese haben aktuell mehrere Schwerpunkte: Das robuste und zukunftsfähige Kernportfolio wird permanent weiterentwickelt. Zusätzlich investiert G+D kontinuierlich in Wachstum und technologische Innovationen im Digitalgeschäft. Ebenfalls im Fokus steht die Entwicklung nachhaltiger und klimaschützender Lösungen in allen Geschäftsbereichen, wie etwa die Green Banknote, die Green SIM und Zahlungskarten aus ökologischen Materialien. Um die Unternehmenstransformation weiter voranzutreiben und gleichzeitig die Kernbereiche zu stärken, investiert der Konzern kontinuierlich in die Entwicklung innovativer Technologien. Der Fokus der F&E-Aktivitäten liegt dabei auf den vier Kernfeldern des Unternehmens: Bezahlen (sichere physische, elektronische und digitale Bezahlvorgänge), Konnektivität (sichere Verbindungen für mobile Geräte im Internet der Dinge), Identitäten (Identitätssicherung und Authentifizierung von Personen und Dingen) und digitale Infrastrukturen (Schutz von Systemen, Netzwerken und vertraulichen Daten). Darüber hinaus werden zukunftsträchtige Technologien wie digitale Identitäten auch in bereichsübergreifenden Initiativen erforscht und weiterentwickelt. Zusätzlich zur Entwicklung von Innovationen aus dem eigenen Haus und der breiten Investitionen in neue Bereiche und in das Kerngeschäft von G+D, setzt G+D auch auf die Zusammenarbeit mit und Beteiligung an Start-ups (Corporate Venturing) und gezielte Akquisitionen, die das Portfolio in zukunftsfälligen Geschäftsfeldern sinnvoll erweitern. Die Gesamtausgaben für die eigene Forschung und Entwicklung lagen 2022 bei 176,9 Mio. EUR und damit über dem hohen Niveau des Vorjahres. Dieser Betrag verteilte sich auf kundenspezifische Entwicklungskosten (31,8 Mio. EUR), aktivierte Forschungs- und Entwicklungskosten (12,4 Mio. EUR) sowie reine F&E-Aufwendungen (132,7 Mio. EUR). Insbesondere die erneute Steigerung der reinen F&E-Aufwendungen ohne Kundenbezug ist für die mittel- und langfristige Entwicklung des Konzerns von hoher strategischer Bedeutung. Forschung und Entwicklung
Im Markt für Bezahlen treibt G+D Innovationen in seinem ganzheitlichen Bezahl-Portfolio für öffentliche Währungen sowie elektronische und digitale Zahlungslösungen kontinuierlich voran. Durch neuartige Effekt-Technologien sowie unsere übergreifende Systemkompetenz konnten im Jahr 2022 mehrere Projekte zur Einführung von neuen Banknoten-Serien mit großen Leitkunden gewonnen werden. Daneben ist die Haltbarkeit von Banknoten weiterhin eine wesentliche Anforderung. Um diese konsequent weiterzuentwickeln, wurde eine besonders langlebige und nachhaltige Banknote entwickelt, die durch Verwendung von nachhaltigen und recyclingfälligen Rohstoffen gleichzeitig so klimaneutral wie möglich ist. Nach der Vorstellung einer Konzeptnote im Frühjahr 2022 ist die Technologie nun serienreif und bereits in einigen Ländern im Umlauf. Darüber hinaus werden aktuell die Konzepte zur Wiederverwertung, sogenannte "End-of-Life-Szenarien" ergänzt und verfeinert. Ein weltweit zunehmender Trend im Markt für Bezahllösungen ist digitales Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency - CBDC). 90 % der Zentralbanken beschäftigen sich derzeit mit der Einführung von CBDC. CBDC ist ein neues, sicheres und inklusives Zahlungsmittel, das die Vorteile von Bargeld und bargeldlosen Transaktionen kombiniert. G+D hat mit Filia® eine Lösung am Markt, die mehrfach ausgezeichnet wurde und bereits konkret im Einsatz ist. So vertraut u.a. die Zentralbank von Ghana bei CBDC auf G+D und hat die digitale Währung eCedi in einem Piloten getestet. Auch die Zentralbanken von Eswatini und Thailand arbeiten bei ihren CBDC-Aktivitäten mit G+D zusammen. G+D wird die Einsatzszenarien von CBDC weiter ausbauen und fortentwickeln, denn es ist zu erwarten, dass digitales Zentralbankgeld in den nächsten Jahren zu einem Innovationstreiber der Digitalökonomie wird. Heutzutage erwarten Verbraucherinnen und Verbraucher auch, dass Zahlungslösungen bequem und einfach zu bedienen sowie jederzeit zugänglich sind. Außerdem sollten sie ohne Einschränkungen sicher und zuverlässig sein. G+D bietet digitale Payment-Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette und ein umfassendes Portfolio zur Kartenzahlung, das Highend-Smartcards und mobile Anwendungen für die Nutzung von Debit-, Kredit- und Prepaid-Karten beinhaltet. Im Geschäftsbereich Mobile Security konzentrierten sich die F&E-Aktivitäten weiterhin auf die Umstellung aktueller Produkte auf neue Halbleiter-Plattformen und auf die anschließende Einführung und Migration in nahezu allen Kundensegmenten. Dies stellte eine wesentliche Grundlage dar, um der weiterhin andauernden globalen Halbleiterkrise effektiv und erfolgreich gegenüber treten zu können. Um unsere Kunden noch umfassender bei der Erfüllung ihrer eigenen Nachhaltigkeitsbestrebungen zu unterstützen, liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Umstellung des Karten-Portfolios auf recycelte, industriell kompostierbare oder biologisch abbaubare Materialien. Dies unterstreicht die klare Verpflichtung von G+D, bis spätestens 2030 sämtliches Neuplastik in seinen Kartenprodukten zu ersetzen. Zusätzlich standen bei beiden Divisionen Secure Transactions + Services (STS) und Trusted Connected Devices (TCD) die kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Produkt-Plattformen und Betriebssysteme für hochsichere Kartenlösungen, die Umstellung der Produktions- und Datengenerierungssysteme auf modulare, skalierbare Architekturen und die Migration bestehender digitaler Lösungen und Services auf hochsichere Cloud-Plattformen im Fokus. Im Markt für Konnektivität bezieht sich ein wichtiger Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt auf das Internet der Dinge (IoT). Das IoT vernetzt bereits heute Milliarden von Geräten, Maschinen, Sensoren, Anlagen, Gebäude und Verkehrsteilnehmer digital miteinander - und wächst täglich weiter an. Neben leistungsstarken Mobilfunknetzen braucht das IoT ein sicheres und effizientes Management von Konnektivität und Authentifizierung. Die eSIM (embedded SIM) setzt sich dabei immer mehr durch: G+D verwaltet mehr als 100 Millionen eSIM-Downloads allein im Consumer-Bereich. Die nächste Innovationsstufe, die G+D aktiv mitgestaltet, ist die iSIM-Karte. Hierbei handelt es sich um ein manipulationssicheres Element innerhalb eines System-on-a-Chip (SoC). Dies unterscheidet sich von herausnehmbaren SIM-Karten, oder eSIMs, die in das Gerät eingelötet werden. G+D hat die iSIM bereits in ersten kommerziellen Projekten zur Anwendung gebracht und sieht in Verbindung mit seinen Management-Systemen für iSIM-Lösungen großes Potenzial, um dem IoT weitere Dynamik zu verleihen. Im Markt für Identitäten stärkt Veridos weiterhin die physischen Lösungen des Identitätsmanagement. Parallel liegen die Schwerpunkte der F&E-Aktivitäten auf der digitalen Transformation sowie auf der Digitalisierung und Automatisierung des Reise-Erlebnisses. Ein Beispiel dafür ist die Produktfamilie VeriCORE, die den Lebenszyklus von hoheitlichen Dokumenten mit einer modernen Software-Plattform unterstützt. Dabei wurden Komponenten zur Datenerfassung von Bürgerinnen und Bürgern in den Einwohnermeldeämtern, Module für Prüf- und Freigabeprozesse und zur optischen und elektronischen Dokumentenpersonalisierung entwickelt. Ein weiteres Projekt ist die SmartTravel-Plattform. Sie ermöglicht es Regierungen, einreisenden Personen eine Vorregistrierung und Ausgabe von elektronischen Visa und Travel Authorizations anzubieten. Mit einer Smartphone-App können Inhaber eines E-Passes oder einer ID-Karte ihre biometrischen und biographischen Informationen sicher an die SmartTravel-Plattform übertragen oder z. B. beim Airline-Check-In nutzen. Weiter ausgebaut wird außerdem das Portfolio mit den Produkten und Lösungen zur Dokumenten- und Identitätsverifikation. Ein Schwerpunkt der F&E-Tätigkeit war die Markteinführung eines neuen Vorregistrierungs- Kiosks, an dem sich Reisende selbst registrieren können und so die Weichen für eine schnelle automatisierte Grenzkontrolle stellen. Im Markt für Digitale Infrastrukturen konzentriert sich secunet bei den Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf Hardware- und Softwarelösungen, Applikationen oder Architekturen in Bereichen, in denen es besondere Anforderungen an die IT-Sicherheit gibt - wie zum Beispiel Cloud, Internet der Dinge, E-Government, E-Health und Biometrie. Ziel ist es, das Lösungsangebot unter der Berücksichtigung von Kundenanforderungen sowie betriebswirtschaftlichen Belangen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Hier zwei Beispiele: Die digitale Kommunikation mit sensiblen Daten muss hohen Sicherheitsanforderungen genügen. Das gilt insbesondere für Behörden, Akteure des Gesundheitswesens sowie Unternehmen der sogenannten kritischen Infrastrukturen (KRITIS). Mit den Lösungen von secunet können sensible oder eingestufte Informationen bearbeitet, gespeichert und über das Internet übermittelt werden. Auch abhörsicheres Telefonieren, geschützte Videokonferenzen und sicheres Kommunizieren via Messenger ermöglicht secunet. Hochsichere Konnektivität in der Cloud war bisher oft noch keine Option für Staaten, Behörden und KRITIS. secunet bietet hierfür eine eigene Cloud-Plattform. secunet baut Geschäftsaktivitäten im Bereich des sicheren Zugangs zur Cloud deutlich aus, auch durch die Akquisition von SysEleven. Markt- und geschäftsfeldübergreifend konzentriert sich G+D in seinen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf nachhaltige und klimaschützende Innovationen. Damit reduziert das Unternehmen nicht nur seinen eigenen CO 2 -Fußabdruck, sondern unterstützt auch seine Kunden bei der Erreichung eigener Klimaziele. 2.1.3. Investitionen Das Investitionsvolumen 1 lag 2022 mit 174,3 Mio. EUR aufgrund der M&A-Aktivitäten deutlich über dem des Vorjahres. Die direkten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen mit 82,2 Mio. EUR leicht unter Vorjahr. Es ist jedoch zu beachten, dass beim Erwerb der Aktivitäten von Valid US insbesondere Produktionsanlagen und Maschinen sowie bei dem Erwerb der SysEleven in Software und andere Technologien investiert wurde. Investitionen und planmäßige Abschreibungen
1 Investitionen und planmäßige
Abschreibungen sind jeweils vor IFRS 16.
Sowohl Currency Technology als auch Mobile Security haben überwiegend Produktionsanlagen modernisiert bzw. optimiert. Mittel flossen bei der Division Banknote Solutions unter anderem in Produktionsanlagen zur Herstellung einer neuen Klasse technologisch verbesserter Fluoreszenzstoffe. Darüber hinaus wurde in produktivitätssteigernde Maßnahmen bei Maschinen und Infrastruktur sowie Verbesserungen der Nachhaltigkeit investiert. Die Division Currency Management Solutions hat vor allem Ersatzinvestitionen im Jahr 2022 getätigt. Die Investitionen bei Mobile Security konzentrierten sich 2022 darauf, die Produktion mit neuesten Technologien auszustatten, um einerseits die Kosteneffizienz weiter zu steigern und andererseits aktuelle Marktanforderungen erfüllen zu können. Die Investitionen wurden dabei besonders auf dem nordamerikanischen Markt vorgenommen, um der dort wachsenden Nachfrage kapazitativ nachzukommen. Der Roll-Out eines neuen ERP-Systems an eine Tochtergesellschaft bildete die größte IT-Investition des Jahres. Darüber hinaus erfolgten signifikante Investitionen in den Ausbau und Betrieb unserer Datencenter, um unser Angebot an Lösungen voranzutreiben. Veridos hat in den Ausbau der Produktionskapazitäten am Standort Griechenland investiert. Zudem wurden Entwicklungsleistungen für Softwarelösungen aktiviert. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (23,5 Mio. EUR) ergeben sich insbesondere aus aktivierten F&E-Leistungen sowie aktivierten Softwarelösungen. Durch Investitionen in Beteiligungen (92,1 Mio. EUR) erweitert G+D sein Geschäftsportfolio in neuen Technologiefeldern und stärkt seine Marktposition im Kerngeschäft. Im Geschäftsjahr 2022 hat G+D die deutsche SysEleven sowie das Bezahl- und Identitätslösungsgeschäft von Valid in den USA erworben sowie Beteiligungen über G+D Ventures. Die planmäßigen Abschreibungen bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres. 2.1.4. Vermögenslage Zusammengefasste Bilanz (IFRS)
Die kurzfristigen Vermögenswerte sind um 362,6 Mio. EUR gegenüber 2022 gestiegen. Der Aufbau der Vorräte steht unter anderem im Zusammenhang mit einer verstärkten Bevorratung von Halbleitern und anderen strategisch wichtigen Rohstoffen, die zum Jahresende 2021 teilweise ein kritisches Niveau erreicht hatten. Die im Geschäftsjahr 2022 sukzessive Aufstockung der Vorräte war notwendig, um auch bei teilweise beeinträchtigten Lieferketten die Kundennachfrage stets erfüllen zu können. Zusätzlich zur erhöhten Bevorratung in Stück hat sich der Preisanstieg bei Halbleitern, Baumwolle und Folien teils deutlich bemerkbar gemacht. Der Bestand an kurzfristigen Forderungen - im Wesentlichen geleistete Anzahlungen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - erhöht sich deutlich um 121,7 Mio. EUR und steht im Zusammenhang mit dem Umsatzwachstum und dem außerordentlich hohen Umsatz im Dezember. Der Anstieg der Zahlungsmittel ist durch die Ausgabe eines Schuldscheindarlehens (100 Mio. EUR) und die planmäßige Wiederaufnahme des kurzfristig über den Bilanzstichtag zum 31.12.2021 zurückgezahlten Konsortialkredites (120 Mio. EUR) begründet. Eine detaillierte Betrachtung zur Veränderung der Flüssigen Mittel erfolgt in Kapitel 2.1.5. Die langfristigen Vermögenswerte lagen zum 31. Dezember 2022 auf dem Niveau des Vorjahres. Der Anstieg bei den Sachanlagen in Höhe von 12,6 Mio. EUR erklärt sich aus dem Investitionsvolumen, das per Saldo über den Abschreibungen auf Sachanlagen liegt. Die immateriellen Vermögensgegenstände nahmen 2022 zu. Hintergründe dafür sind der gestiegene Goodwill und höhere Konzessionen und ähnliche Schutzrechte, die im Zusammenhang mit den beiden Akquisitionen im Jahr 2022 stehen. Die kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres. Die Veränderung der Rückstellungen lässt sich vor allem durch einen Rückgang der Gewährleistungsrückstellungen erklären. Insbesondere durch neue Technologien zur Qualitätskontrolle schätzt die Geschäftsführung das Risiko von großen Gewährleistungsfällen jetzt geringer ein. Dies führt bei der Division Banknote Solutions zu einer geringeren Rückstellungshöhe als im Vorjahr. Aufgrund des höheren Geschäftsvolumens, insbesondere auch im letzten Quartal, sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Jahresende gestiegen. Geringere Bestände bei Banknoten sowie die Abnahme von Großprojekten reduzieren die vertraglichen Vermögenswerte (-55,0 Mio. EUR). Die Vertragsverbindlichkeiten erhöhen sich vor allem aufgrund neuer Cash Center Projekte bei der Division Currency Management Solutions in Angola, Indonesien und Äthiopien (+61,7 Mio. EUR). Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind in Summe um 197,9 Mio. EUR gestiegen. Darin ist die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens über 100 Mio. EUR und die Neuaufnahme eines Konsortialkredites in Höhe von 120 Mio. EUR enthalten. Die Rückstellungen für Pensionen liegen um -218,8 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr. Gründe dafür sind der angepasste versicherungsmathematische Zins von durchschnittlich 1,4 % auf 4,2 % sowie Annahmen zu zukünftigen Gehaltssteigerungen und Rententrends, die gegenläufig wirken. Die Eigenkapitalquote erhöht sich aufgrund der gestiegenen Gewinnrücklage und der versicherungsmathematischen Gewinne auf 29,2 %. Sie liegt damit 4,5 Prozentpunkte über dem Vorjahr. Das Working Capital hat sich aufgrund der oben beschriebenen Effekte um 57,5 Mio. EUR erhöht und liegt bei 581,5 Mio. EUR. Der ROCE beträgt 12,5 % und liegt aufgrund des höheren Kapitaleinsatzes um 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Das Working Capital und das eingesetzte Kapital wurden durch die Akquisitionen im Geschäftsjahr 2022 zusätzlich erhöht. Aus außerbilanziellen Verpflichtungen werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet. Wir verweisen an dieser Stelle auf Angabe 31 des Konzernanhangs. 2.1.5. Finanzlage Der Free Cashflow vor M&A-Aktivitäten belief sich auf 145,2 Mio. EUR und hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Auch der Free Cashflow inklusive M&A-Aktivitäten war mit 53,1 Mio. EUR deutlich positiv. G+D konnte damit seine Akquisitionen ohne Einfluss auf die Finanzierungsstruktur tätigen.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug -100,2 Mio. EUR und beinhaltet Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (-83,6 Mio. EUR) sowie Akquisitionen in Höhe von 92,2 Mio. EUR. Zusätzlich wurden Termingelder in Höhe von 50 Mio. EUR fällig. Aus der Gewerbeimmobilie DER bogen in München wurde ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von 20 Mio. EUR an G+D zurückgezahlt. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug +156,6 Mio. EUR und beinhaltet geleistete planmäßige Tilgungen auf bestehende lang- und kurzfristige Bankdarlehen (-18,4 Mio. EUR) sowie die Aufnahme eines Konsortialdarlehens (120,0 Mio. EUR) und eines Schuldscheindarlehens über 100 Mio. EUR. Daneben wurden Leasing-Verbindlichkeiten reduziert (-23,9 Mio. EUR) und eine Dividendenzahlung an die Gesellschafter in Höhe von 23,8 Mio. EUR geleistet. Es wird an dieser Stelle auch auf die Angabe 13 des Konzernanhangs verwiesen, in der zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 611,9 Mio. EUR sowie die Kapitalstruktur dargestellt sind. Der Rechnungslegungsstandard IFRS 16 hat sich mit einem Effekt von -23,9 Mio. EUR auf den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewirkt. Der Bestand an Zahlungsmitteln ist 2022 um 208,9 Mio. EUR auf 610,0 Mio. EUR gestiegen. G+D knüpfte 2022 an den Erfolg seiner letzten Emission am Schuldscheinmarkt an und nahm erneut ein Schuldscheindarlehen auf. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds wurde die Transaktion bei den Investoren sehr gut aufgenommen und ist ein Zeichen für das große Vertrauen, das Investoren in die strategische Ausrichtung des Unternehmens setzen. Das Term-Sheet-Volumen von 75 Mio. Euro war mehrfach überzeichnet, so dass G+D sich dazu entschieden hat, ein Volumen von 130 Mio. EUR aufzunehmen. Dabei wurde im Jahr 2022 eine Tranche über 100 Mio. EUR ausbezahlt. 2023 wird der restliche Teilbetrag in Höhe von 30 Mio. EUR ausbezahlt. Der Erlös dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung und der Unterstützung des operativen Wachstums. Damit steht das Finanzinstrumentarium von G+D weiterhin auf einer breiten Basis. Einschließlich der nicht genutzten Kreditlinien stehen G+D insgesamt finanzielle Mittel in Höhe von 1.221,9 Mio. EUR zur Verfügung. 2.1.6. Mitarbeitende Neben den Umsatz- und Ergebniskennzahlen erreichte auch die Größe der Belegschaft von G+D 2022 einen Höchstwert. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern stieg um 7 % gegenüber dem Vorjahr auf 12.594 Personen. Der Zuwachs entspricht in etwa dem erreichten Umsatzwachstum. Durch den Erwerb des Bezahlgeschäfts von Valid hat der Business-Sektor Mobile Security größtenteils in der Produktion und in der Verwaltung einen Mitarbeiterzuwachs zu verzeichnen. Aufgrund des geschäftlichen Wachstums und der Akquisition der SysEleven hat secunet vor allem mehr Produktionsmitarbeiter beschäftigt. Die Verwaltung baute Mitarbeiter vorwiegend in den Bereichen IT sowie Personal auf. Rund zwei Drittel des gesamten Mitarbeiterzuwachses resultiert aus den Akquisitionen im Jahr 2022. Anzahl Mitarbeitende (FTE zum Stichtag)
Im Berichtsjahr stiegen die Personalaufwendungen entsprechend dem Mitarbeiteraufbau auf 822,1 Mio. EUR (+ 7,0 %). Im Gesamtkonzern sind Chancengleichheit für Frauen und ein erhöhter Anteil von Frauen in Führungs- und Schlüsselpositionen wichtige Ziele für mehr Vielfalt im Unternehmen. Weltweit will G+D den Anteil von Frauen in Führungspositionen weiter steigern. Das Thema Diversität nimmt in unserer konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie eine zentrale Rolle ein. Bis 2025 werden wir den Anteil an Frauen in Führungspositionen weiter steigern. Seit 2021 ist auch das erweiterte Geschäftsführungsteam (Group Executive Committee - GEC) von G+D gemischt besetzt. Gibt es in einem Unternehmen oder Unternehmensbereich mehr als drei Geschäftsführungspositionen, besetzen wir mindestens eine dieser Positionen weiblich. Für das globale Executive Management haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil schrittweise bis 2025 auf mindestens 15 Prozent und bis 2030 auf mindestens 20 Prozent zu steigern. Das Geschlechterverhältnis im Line Management soll bis 2030 weltweit jeweils auf lokaler Ebene mindestens dem der Belegschaftsstruktur vor Ort entsprechen. In unserem "Group Wide Talent Program" streben wir eine Frauenquote von mindestens 40 % an. 3. Corporate Governance Als global agierendes Unternehmen ist G+D zahlreichen Unsicherheiten und Veränderungen ausgesetzt. Das Regelwerk, in dem sich G+D in diesem Umfeld bewegt, wird durch die Corporate Governance definiert. Durch die intelligente Verzahnung aller Elemente der Corporate Governance bei G+D lassen sich
Die Balance von Chancen und Risiken sichert die Unternehmensentwicklung, optimiert die finanzielle Performance und steigert nachhaltig den Unternehmenswert. Satzung, Geschäftsordnung und konzerneite Richtlinien bilden die oberste Ebene der Corporate Governance bei G+D. Als Beratungs- und Kontrollgremien wurden Beirat und Aufsichtsrat etabliert. Das Fundament der Corporate Governance bei G+D bilden die drei Säulen: Compliance Management, internes Kontrollsystem und Risikomanagement. Diese drei Säulen agieren grundsätzlich unabhängig voneinander. Sie stehen aber in einer Wechselwirkung zueinander, weil sie direkt mit dem Performance Management verknüpft sind. Zusätzlich unterstützt die Konzernrevision als unabhängige Funktion die Geschäftsführung bei der objektiven Prüfung der Einhaltung aller Werte und Regeln. Diese interne Prüfung umfasst externe (gesetzliche) Vorschriften und interne Vorgaben. Durch Implementierung all dieser Bestandteile schafft G+D eine klare und effektive Organisations- und Managementkultur, die den Werten von G+D (gemeinschaftlich, zuverlässig und innovativ) entspricht und diese fördert.
Das Compliance Managementsystem (CMS) unterstützt konzernweit bei der richtigen Anwendung von Vorschriften. Dies dient unter anderem dem Zweck, Geschäftsvorgänge frei von möglichen Korruptions- und Kartellrechtsverstößen zu halten. Es sichert damit das Vertrauen der Kunden, die sich auf G+D verlassen können, sowie die Reputation des Unternehmens insgesamt. Die konzernübergreifende Compliance-Organisation gewährleistet, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie sämtliche Geschäftsführungs-, Aufsichtsrats- und Beiratsmitglieder von G+D die Compliance-Anforderungen kennen und danach handeln. Im Rahmen eines Compliance-Assessments werden über alle Gesellschaften hinweg Risiken der Geschäftseinheiten im Bereich Korruption, Betrag, Kartellrecht und Interessenskonflikte überprüft und bewertet. Die Ergebnisse dieser regelmäßig durchgeführten globalen Compliance-Risiko-Bewertung dienen der kontinuierlichen Weiterentwicklung des CMS von G+D, um den Anforderungen vollumfassend zu entsprechen. Im Berichtsjahr 2022 wurden hierbei konzernübergreifende Awareness-Kampagnen zur Auffrischung des Compliance-Verständnisses durchgeführt. Zudem wurden in einem konzerneiten Umsetzungsprojekt mit Stakeholdern weltweit ein den aktuellen Anforderungen entsprechender, vollständig neuer Verhaltenskodex konzipiert und implementiert. Er enthält grundlegende Informationen zu den übergreifenden Themen Führen, Entscheiden und Bedenken äußern. Daran schließen sich fachliche Themen zu allen relevanten Bereichen an. Die konzernweite Compliance wird durch die Corporate Compliance-Abteilung zentral gesteuert. Ihr zugeordnet sind die Compliance Offices der dezentralen Geschäftseinheiten in den Business-Sektoren und Tochtergesellschaften von G+D. Die Compliance-Verantwortlichen berichten quartalsweise über Aktivitäten in den Compliance-Kernbereichen Prävention, Aufdeckung und Reaktion. Hierdurch wird das G+D-Management über die vorbeugenden Maßnahmen informiert, die sicherstellen, dass die Organisation regeltreu agiert. Darüber hinaus wird über (potenzielle) Compliance-Verstöße und entsprechend eingeleitete Gegenmaßnahmen berichtet. So wird das Management in die Lage versetzt, möglichen Fehlentwicklungen entgegenzusteuern. Die Berichterstattung an den Aufsichtsrat erfolgt jährlich. Im Berichtsjahr hat G+D die Compliance-Organisation personell weiter ausgebaut und auch thematisch erweitert. Ziel ist nach wie vor, damit Synergien im konzernweiten Compliance-Management zu erlangen, Prozesse effizienter zu gestalten und den rechtlichen Anforderungen an eine Compliance-Matrix-Organisation zu entsprechen. Zudem wird das CMS entsprechend aktueller Rechtsentwicklungen auf dem neuesten Stand gehalten. 2022 lag hierbei der Fokus auf der Implementierung eines zusätzlichen Human-Rights-Management-Systems, um den Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes Rechnung zu tragen. Einzelne Vorfälle werden innerhalb der Business-Sektoren von den zuständigen Chief Compliance Officers betreut oder bei Bedarf auf der übergeordneten Ebene der Corporate Compliance behandelt. Zur Prüfung und Beratung bei Compliance-Vorgängen werden bei Bedarf auch Dritte herangezogen. Davon unabhängig werden im Einzelfall Vorfälle unmittelbar an den Vorsitzenden der Geschäftsführung des Business-Sektors sowie an den Vorsitzenden der Konzerngeschäftsführung berichtet. Diese leiten zusammen mit der Geschäftsführung der Tochtergesellschaft sowie in Abstimmung mit dem jeweiligen Compliance Office und wo notwendig der Corporate Compliance geeignete Maßnahmen ein. Im Rahmen des internen Kontrollsystems wird der ordnungsgemäße Ablauf von Unternehmensprozessen sichergestellt. Außerdem werden Verantwortlichkeiten festgelegt, die geeignet sind, um operative und finanzielle Risiken für G+D zu minimieren. Hierzu werden innerhalb der Kernprozesse HR, Accounting, Treasury, Order to Cash (OTC), Purchase to Pay (PTP) und IT-Sicherheit implementierte Kontrollmechanismen dokumentiert und in einem bestimmten Turnus etwaige Kontrolllücken geprüft und abgestellt. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass gesetzliche Vorschriften und unternehmensinterne Richtlinien eingehalten werden. Das auf die Rechnungslegung bezogene interne Kontrollsystem umfasst als Kernbestandteile
Das interne Kontrollsystem wirkt auf diesem Wege risikovermeidend. Interne Kontrollsysteme unterliegen inhärenten Restriktionen. Deshalb ist kein Kontrollsystem, unabhängig von seiner wirksamen Beurteilung, geeignet, sämtliche unzutreffende Darstellungen zu verhindern oder aufzudecken. Um die Effizienz des internen Kontrollsystems zu erhöhen, hat G+D im Berichtsjahr eine neue IKS-Softwareunterstützung eingeführt. Im Risikomanagement werden potenzielle Risiken identifiziert, bewertet und gesteuert. Die Risiken des unternehmerischen Handelns unterliegen dabei einer kontinuierlichen Überprüfung. Das Management von Chancen und Risiken ist ein fortwährender Prozess. Darüber hinaus werden die Auswirkungen der identifizierten Risiken auf die Performance von G+D im Rahmen des Risikomanagements analysiert und quantifiziert. Insofern ist das aktive Risikomanagement integraler Bestandteil des Performance Managements mit seinen Strategie-, Planungs- und Controlling-Prozessen. Weitere Ausführungen zum Risikomanagement von G+D stehen in Kapitel 4.1. Compliance Management, internes Kontrollsystem und Risikomanagement agieren unabhängig und separat voneinander. Sie werden durch die Konzerngeschäftsführung zentral zusammengeführt. Die Zuständigkeiten sind eindeutig definiert. Die Konzernrevision prüft und bewertet im Auftrag der Geschäftsführung regelmäßig die Wirksamkeit der Steuerungs- und Überwachungsprozesse im Konzern. Der Fokus liegt dabei auf den Themen Risikomanagement, internes Kontrollsystem, gesetzliche Regularien und unternehmensinterne Richtlinien. 4. Chancen- und Risikobericht 4.1. Risikomanagement-System Als wesentliche Elemente eines effektiven und effizienten Risikomanagement-Systems sind folgende Punkte definiert:
Die operativen sowie finanzwirtschaftlichen Risiken werden laufend im Management des Tagesgeschäfts adressiert und in den vierteljährlichen Performance-Reviews überprüft. Die strategischen Risiken unterliegen einer jährlichen Überprüfung im Rahmen des Strategieprozesses. Ebenso werden Compliance-Risiken über die eigene Compliance-Organisation gesteuert. Diese fließen in eine gesonderte Berichterstattung ein, die bei finanziellen Auswirkungen auch eine Meldung an das Konzern-Controlling vorsieht. Die nachfolgenden Ausführungen konzentrieren sich im Wesentlichen auf die operativen und finanzwirtschaftlichen Risiken. Das Risikomanagement-System von G+D basiert auf einem umfassenden, interaktiven und management-orientierten Enterprise-Risk-Management-Ansatz, der in die weltweite Unternehmensorganisation integriert ist. Das Risikomanagement ist dezentral organisiert, wird aber zentral durch das Konzern-Controlling gesteuert. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter des Konzerns ist verpflichtet, das unmittelbare Umfeld auf mögliche Risiken zu untersuchen und diese zu melden. Mit Unterstützung des in jeder Konzerngesellschaft etablierten Local Risk Officer und weiterer Funktionen wie beispielsweise Rechtsabteilung, Steuerabteilung und Controlling werden Risiken bewertet sowie Risiko- und Maßnahmenverantwortliche bestimmt. Risiken werden durch die Business-Sektoren und durch das Konzern-Controlling geprüft. Die Berichterstattung an den Aufsichtsrat erfolgt quartalsweise durch die Geschäftsführung. 4.2. Allgemeine Risikoanalyse und -bewertung Die identifizierten Risiken sind nach der Brutto- und Nettomethode zu bewerten. Als Bruttoschaden wird der potenzielle Schaden definiert, bei dem die Maßnahme zur Bewältigung des Risikos und Minderung des Schadens nicht berücksichtigt ist. Ein Nettoschaden ergibt sich, wenn die Maßnahmen zur Risikominimierung berücksichtigt werden. Geeignete Maßnahmen wirken sich entweder positiv auf die mögliche Schadenshöhe oder die mit dem Risiko verbundene Eintrittswahrscheinlichkeit aus. Wird zudem die Eintrittswahrscheinlichkeit mit dem Nettorisikowert multipliziert, resultiert daraus der Risikowert.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos gibt dabei eine Erwartungseinschätzung für den Eintritt des identifizierten Risikos an, die wie folgt klassifiziert wird:
Die einzelnen Risiken werden vordefinierten Risikokategorien (vgl. Kapitel 4.4.) zugeordnet und die Risikowerte auf Ebene der Business-Sektoren bzw. des Konzerns zusammengefasst. Die Ermittlung des Gesamtrisikowerts geschieht durch Addition der einzelnen Risikowerte; insofern sind die Werte für die Business-Sektoren bzw. den Konzern in ihrer Summe eher von theoretischer Natur, da der gleichzeitige Eintritt aller Einzelrisiken aufgrund der unterschiedlichen Korrelationen nahezu ausgeschlossen werden kann. Die kumulative Bewertung bietet den Vorteil, dass sich Trendentwicklungen leichter ablesen lassen und Aussagen bezüglich der Risikotragfähigkeit getroffen werden können. 4.3. Zusammenfassender Risikobericht Zum 31. Dezember 2022 wurden 91 Risiken im Rahmen des Risikoberichts an Geschäftsführung und Aufsichtsrat gemeldet. Die Gesamtzahl der Risiken hat sich damit im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um 20 reduziert. Die Risiken sind gemäß Nettoschaden und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet, wie in nachfolgender Matrix dargestellt:
Ein Top-Risiko konnte im Geschäftsjahr 2022 geschlossen werden. Es handelte sich um ein Steuerrisiko im Zusammenhang mit der Überprüfung von internationalen Transferpreisen, zu dem bereits im Zuge des Jahresabschlusses 2020 eine vollumfängliche Risikovorsorge geleistet wurde. Somit fiel zum 31. Dezember 2022 kein Risiko mehr in diese höchste Kategorie. Ein Risiko ist der Kategorie Signifikante Risiken zugeordnet, die quantitativ damit konstant zum Vorjahr bleibt. Es handelt sich unverändert um ein Großprojekt des Business-Sektors Veridos. Für jedes Großprojekt wird ein Gesamtrisiko im Risikoregister erfasst. Hierfür werden die einzelnen Risiken jeweils separat bewertet und kumuliert. Insgesamt hat sich die Risikoeinschätzung zu diesem Großprojekt leicht verbessert. Entsprechend wurde der in der Bewertung berücksichtigte potenzielle Nettoschaden leicht reduziert. In der Projektkalkulation wurden Risikoaufschläge berücksichtigt. Somit ist bereits eine umfassende Risikovorsorge getroffen. Der Gesamtrisikowert für den Konzern beträgt 56 Mio. EUR und reduzierte sich damit deutlich um 31 Mio. EUR gegenüber Vorjahr. Risikovorsorge hat der Konzern in finanzieller Hinsicht durch Rückstellungen bzw. Wertberichtigung auf Forderungen oder entsprechenden Kalkulationsaufschlägen bei Großprojekten in Höhe von 51 Mio. EUR geleistet. Im Jahr 2022 sind 92 % des Risikowerts durch eine finanzielle Risikovorsorge abgedeckt. Die Risiken wurden im Einklang mit den Konzern-Bilanzierungsrichtlinien im vorliegenden Konzernabschluss beziehungsweise in der Prognose berücksichtigt. Wenn die Risiken, für die aufgrund ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit (< 50 %) keine Rückstellungen gebildet wurden, dennoch eintreten oder die Risikoaufschläge für Großprojekte zu niedrig kalkuliert wurden, würde dies die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Bei Eintritt der bilanzierten Risiken ist mit einem Zahlungsmittelabfluss zu rechnen.
Die höchsten Risikowerte werden in den Risiken aus Großprojekten gesehen, gefolgt von den weltweiten Steuerrisiken sowie Risiken aus der Wertschöpfung und Marktrisiken. Nach sorgfältiger Analyse weist das konzernweite Risikoprofil weder einzeln noch in der Gesamtbetrachtung bestandsgefährdenden Charakter auf. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass G+D aufgrund der guten Marktpositionierung, der strategischen Weiterentwicklung des Portfolios, der technologischen Innovationskraft, der weltweiten Standardisierung von Prozessen sowie mit seinen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch 2023 die Herausforderungen der Risiken meistern und sich bietende Chancen ergreifen wird. 4.4. Risiken und Chancen nach Kategorien Grundsätzlich unterteilt G+D Risiken in die Risikokategorien (geo-)politische Risiken, Risiken in der Produktentwicklung, Risiken aus der Wertschöpfung, Sicherheitsrisiken, IT-Risiken, Forderungsausfallrisiken, Marktrisiken, Steuer- und Zollrisiken, rechtliche Risiken und Risiken aus Großprojekten. Risiken aus Großprojekten G+D verantwortet mehrere Großprojekte mit hohem Umsatzpotenzial und langjährigen Laufzeiten. Diese Projekte weisen eine erhöhte Risikostruktur auf, die entsprechend in der Risikokalkulation der Geschäftsmodelle berücksichtigt ist. Mit dem zunehmenden Projektfortschritt der laufenden Großprojekte konnte die Risikobeurteilung im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt verbessert werden. Für die Betreuung der Großprojekte wurden eine professionelle Projektsteuerung, kompetentes Projektmanagement sowie dediziertes Projektcontrolling aufgesetzt. Durch kontinuierliches Risikomanagement können die Risiken der Großprojekte erfolgreich gesteuert und reduziert werden. Ein Anstieg an Großprojekten im Portfolio könnte den langfristigen Auftragsbestand absichern und die Erschließung neuer Absatzmärkte ermöglichen. Zudem könnte daraus eine positive Markenwahrnehmung resultieren. Steuer- und Zollrisiken Als weltweit tätiger Konzern unterliegt die Geschäftstätigkeit von G+D zahlreichen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Dazu zählen zum Beispiel länderspezifisch unterschiedliche Steuersysteme, mögliche steuerliche Hindernisse, die den Geschäftsverkehr erschweren, sowie Im- und Exportregelungen. Handelshemmnisse in Form von Zöllen können zu negativen Volumen- und Kosteneffekten führen, da zusätzliche Abgabenzahlungen fällig werden könnten. Konzerninterne Verrechnungen könnten von Finanzbehörden während einer Betriebsprüfung in Frage gestellt werden, was langwierige Verhandlungen und umfangreiche Dokumentationspflichten nach sich zieht. G+D wirkt diesen Risiken entgegen, indem interne Prozesse kontinuierlich an die aktuellen Anforderungen angepasst werden. Zudem nimmt das Unternehmen die Beratung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Anwalts- und Steuerkanzleien in den jeweiligen Ländern in Anspruch. Wo möglich, werden Risikopositionen durch das Einholen verbindlicher Auskünfte bei den zuständigen lokalen Steuerbehörden weitgehend reduziert. Risiken aus der Wertschöpfung Das Lieferketten-Management ist bei G+D in den jeweiligen Business-Sektoren organisiert. Als etwaige Störungen kommen in Frage: Änderungen von regulatorischen Rahmenbedingungen, Störungen in der Infrastruktur, Lieferunterbrechungen, Erhöhung von Rohstoffpreisen (bspw. Halbleiter und Baumwolle) und höhere Energiekosten. Diese Faktoren könnten sich negativ auf Verfügbarkeit, Qualität und Kosten der G+D-Produkte und damit auf die Umsatz- beziehungsweise Ergebnissituation auswirken. Deswegen wurden 2022 insbesondere im Hinblick auf die Energieversorgung und die anhaltende Knappheit bei Halbleitern verschiedene risikoreduzierende Maßnahmen umgesetzt. Hierzu gehören u. a. die strategische Bevorratung von Halbleitern und Heizöl zur Vermeidung von Lieferengpässen bzw. Produktionsstillstand. Nicht erkannte Qualitätsprobleme könnten für G+D zu höheren Kosten führen und sowohl die Nachfrage nach Produkten sowie den Ruf des Unternehmens beeinträchtigen. Präzise Qualitätsanforderungen, eine kontinuierliche und effiziente Weiterentwicklung sowie eine kundenorientierte Ausrichtung des Qualitätsmanagement-Systems wirken dem entgegen. Die Grundeinstellung "Qualität geht uns alle an" wird Realität, wenn in Qualitätshandbüchern und Verfahrensanweisungen Abläufe, Schnittstellen und eine eindeutige Zuordnung von Aufgaben und Verantwortung klar beschrieben und kommuniziert werden. Dafür müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genau darüber Bescheid wissen, welchen Beitrag sie an ihrem Arbeitsplatz dazu leisten können. Darüber hinaus könnte die Produktion durch technische Ausfälle beeinträchtigt werden. Um dieses Risiko zu minimieren, müssen zusätzliche Produktionskapazitäten vorgehalten werden. Durch die Produktionsplanung und -steuerung versucht G+D, die optimale Maschinenauslastung sowie Back-up-Kapazitäten zu gewährleisten. Nicht mehr dem technischen Standard entsprechende oder veraltete Maschinen können zu einem Kapazitätsverlust in der Produktion führen, so dass die eingeplanten Mengen nicht oder nur teilweise produziert werden können. Projektverzögerungen oder eine verspätete Auslieferung der Produkte an Endkunden können die Folge sein. Sollte G+D Produkte zu spät liefern, können Vertragsstrafen aufgrund der Nichteinhaltung der Lieferfristen entstehen. Rechtzeitige Ersatzinvestitionen sollen dies verhindern. Investitionen werden bei G+D zentral in den Business- Sektoren gesteuert und vom Projektcontrolling eng begleitet. G+D hält in einem dynamischen Marktumfeld die Balance zwischen der effizienten Bedienung der heutigen Kundenbedürfnisse und den Investitionen in zukunftsträchtige Produkte und Lösungen. G+D schützt mit seinen Lösungen in den Märkten Bezahlen, Konnektivität, Identität und Digitale Infrastrukturen essenzielle Werte für seine Kunden und macht täglich das Leben von Milliarden Menschen sicherer. Sollte das Sicherheitsbewusstsein in der digitalen Welt steigen bzw. sollten Cyberbedrohungen einen weiteren Ausbau der Schutzvorkehrungen nötig machen, könnte dies zu einer stärkeren Nachfrage nach neuen bzw. verbesserten Produkten von G+D führen. Neben Produktinnovationen ermöglichen Prozessinnovationen Effizienzsteigerungen und könnten Wettbewerbsvorteile schaffen. Eine steigende vertikale und horizontale Ausdehnung der Wertschöpfung birgt zusätzliche Chancen. Insbesondere trägt Global Sourcing zu einer Kostenreduktion bei. Die Abhängigkeit gegenüber spezifischen Lieferanten sinkt, und der Zugang zu speziellen Ressourcen wird sichergestellt. Hierdurch könnte sich die Wettbewerbsposition von G+D stärken, was sich wiederum positiv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnte. Eine Anhebung der bisherigen Prognose wäre dann möglich. Ein kontinuierliches Monitoring ist essenziell, um einerseits potenzielle Chancen aus dem Global Sourcing zu nutzen und anderseits die daraus neu resultierenden Risiken frühzeitig zu identifizieren und diesen mit geeigneten Maßnahmen zu entgegnen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Dem potenziellen Mangel an qualifiziertem Personal wirkt G+D durch geeignete Maßnahmen in der Rekrutierung, Bindung und Weiterentwicklung von Fachkräften entgegen. Durch zahlreiche Aktivitäten unterstreicht G+D seine Attraktivität als Arbeitgeber, z.B. Talentmanagement und internationale Karrieremöglichkeiten. Diese Maßnahmen zur Gewinnung und Entwicklung von qualifiziertem Personal sowie zur Personalbindung ermöglichen es G+D, fähige und motivierte Beschäftigte als Schlüssel zum Unternehmenserfolg zu gewinnen und zu halten. Ein möglicher Wissensvorsprung könnte einen wesentlichen Wettbewerbsfaktor darstellen. Des Weiteren sind Informationen die Basis für unternehmerische Entscheidungen, wodurch der Fortbestand von G+D gewährleistet wird. Marktrisiken G+D ist verschiedenen Marktrisiken ausgesetzt. Insbesondere die Veränderung von Wechselkursen und Zinssätzen beeinflussen das operative Geschäft sowie Investitions- und Finanzierungsaktivitäten. Bei Bedarf werden im Fremdwährungs- und Zinsbereich derivative Finanzinstrumente für die Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt. Zielsetzung dieser Finanzinstrumente sind reduzierte Risiken aus Wechselkurs- bzw. Zinsschwankungen sowie eine erhöhte Planungssicherheit. In Übereinstimmung mit den für internationale Banken geltenden Standards zum Risikomanagement unterliegen alle Handelsaktivitäten einer vom Zentralbereich Treasury unabhängigen Finanzkontrolle. Neben direkt bei Banken angelegten Geldern wird zusätzlich ein Vermögen durch eine namhafte deutsche Kapitalanlagegesellschaft in einem Spezialfonds verwaltet. 2022 wurde ein zweites Segment unter dem Dach des Spezialfonds eröffnet, das von einer zweiten Kapitalanlagegesellschaft separat betreut wird. Bei den Anlagen handelt es sich um zwei Portfolios aus jeweils erstklassigen Rentenpapieren (Staatsanleihen, Anleihen von Unternehmen sowie Rentenfondsanteilen), Investmentfonds und Aktien (erstklassige Unternehmen), sowie Rohstoffen und Barvermögen. Das Risiko dieser Geldanlage wird für den Aktienanteil monatlich mittels der Kennzahl Value-at-Risk (VaR) dargestellt. Der Value-at-Risk gibt an, welche Verlusthöhe in einem Zeitraum von zehn Tagen mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 % nicht überschritten wird. Für weitere Ausführungen zu finanziellen Risiken einschließlich Sensitivitätsanalysen wird auf Anhang Nr. 22 verwiesen. Politische Risiken Eine erneute Eskalation des handelspolitischen Konflikts zwischen China und den USA sowie weitere (geo-)politische Spannungen könnten die globalen Wachstumsaussichten deutlich verschlechtern. Politische Entscheidungen könnten die Einführung weiterer Handelshemmnisse auf internationaler Ebene nach sich ziehen. G+D begegnet diesen Risiken durch eine fortlaufende Beobachtung der konjunkturellen und politischen Entwicklungen in den wesentlichen Absatzmärkten. Produktion und Investitionen werden einerseits zentral gesteuert, so dass auf eine etwaige Konjunkturabschwächung schnell reagiert werden kann. Andererseits zeichnet sich G+D durch seine lokale Präsenz aus. Die stark regional ausgerichtete Vertriebsorganisation ermöglicht es, geänderte Kundenanforderungen früh zu erkennen und zu erfüllen. Hier profitiert G+D von seiner Kundennähe. Durch eine schnelle Reaktionszeit können kurzfristig Geschäftschancen realisiert werden. Forderungsausfallrisiken G+D ist wie alle Marktteilnehmer dem klassischen Liquiditätsrisiko und dem Kontrahentenausfallrisiko ausgesetzt. Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Diesem wird durch eine wohlüberlegte Finanzierungspolitik entgegengesteuert. Sofern ein Vertragspartner seinen Verpflichtungen bei Fälligkeit nicht nachkommt oder Sicherheiten an Wert verlieren, spricht man vom Kontrahentenausfallrisiko. Der Konzern steuert diese Risiken vorwiegend auf Grundlage schriftlicher Richtlinien im Rahmen seiner laufenden Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten. Forderungsausfallrisiken sind ein Bestandteil der Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung sowie Bestandteil der regelmäßigen Berichterstattung an Aufsichtsrat und Beirat. Sollte es dem Kunden wider Erwarten möglich sein, die ausstehenden Forderungen dennoch zu begleichen, so könnten die vorgenommenen Wertberichtigungen aufgelöst werden. Dies hätte einen positiven Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in entsprechender Höhe. Rechtliche Risiken Bei der Auswahl externer Partner ist darauf zu achten, dass diese sich an interne Regularien sowie geltende Gesetze und Vorschriften halten. Außerdem sollen sie G+D-Kunden qualitativ hochwertige Produkte liefern. Bei und nach Beendigung des Auftragsverhältnisses könnte es zu Rechtsstreitigkeiten kommen, in denen Ansprüche gegenüber G+D geltend gemacht werden oder Kosten für die Rechtsverteidigungen entstehen könnten. Risiken, die sich im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten ergeben, werden fortlaufend überwacht. Aus Geschäftsbeziehungen könnten zudem Risiken durch einen möglichen Verstoß gegen das Exportkontrollrecht oder durch Gewährleistungsfristen und Garantiebedingungen resultieren. Im Bereich des Datenschutzes sind die Anforderungen der DSGVO zu erfüllen. Datenschutzrechtliche Verstöße oder der Verlust sensibler Daten können zu Geldbußen oder Reputationsschäden führen. Auch die Wettbewerbsstellung von G+D könnte negativ beeinflusst werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden durch regelmäßige Schulungen für diese Thematik sensibilisiert. Neue gesetzliche Anforderungen können G+D Chancen mit einer entsprechenden Umsatz- und Ergebnisverbesserung eröffnen. Dies gilt z. B. für Gesetze, die eine bestimmte Technologie vorschreiben, an deren Entwicklung G+D partizipiert beziehungsweise die in Produkten enthalten ist. Dies könnte zu einer Anhebung interner Prognosen führen. Umweltaspekte nehmen in Unternehmen eine immer größere Rolle ein. G+D arbeitet im Rahmen seiner Nachhaltigkeits-Aktivitäten konsequent daran, Auswirkungen seiner unternehmerischen Tätigkeit auf die Umwelt und daraus resultierende Risiken zu minimieren. Grundlage hierfür ist ein zertifiziertes Umweltmanagement. Weitere Informationen dazu enthält der Fortschrittsbericht (https://www.gide.com/de/group/verantwortung). Eine positive Reputation von G+D im Bereich Nachhaltigkeit birgt die Chance, dass sich die Attraktivität von G+D als Geschäftspartner und Arbeitgeber erhöht. Dies könnte positive Effekte auf finanzielle Kennzahlen sowie die Arbeitgeberattraktivität haben. Sicherheitsrisiken G+D kann sich Risiken der Cybersicherheit in Form von Wirtschafts- und Industriespionage, Cyberangriffen oder auch den typischen nicht-zielgerichteten Angriffen (wie z. B. Ransomware) nicht vollständig entziehen. Als Akteure für die zielgerichteten Angriffe kommen einzelne Staaten, möglicherweise Wettbewerber oder Mischformen (Staaten oder kriminelle Organisationen im Auftrag oder zur Unterstützung von Wettbewerbern) in Frage. Nicht zielgerichtete (opportunistische) Angriffe stammen vor allem aus dem Bereich der organisierten Kriminalität. Schaden könnte durch die unerwünschte Offenlegung von vertraulichen Informationen oder geistigen Eigentums, Produktschäden (beispielsweise durch Verlust von Integrität in IT-Systemen), Lieferengpässe durch Produktionsausfälle oder durch die Gefährdung (personenbezogener) Daten entstehen. Darüber hinaus könnten sich Personen unerlaubten Zugang zu Gebäuden oder Systemen von G+D verschaffen und Informationen, Produkte oder Materialien missbrauchen bzw. stehlen. Auch die Beschädigung von Sachanlagen ist möglich. Zur Vorbeugung hat G+D eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, mit deren Hilfe diese Risiken minimiert werden. Dazu gehören verschiedene technische IT-Sicherheitsmaßnahmen, organisatorische und prozedurale Sicherheitsmaßnahmen (wie Identitätsverwaltung, kontrollierte IT-Prozesse, personelle Sicherheitsmaßnahmen) sowie physische Sicherheitsmaßnahmen (wie Zutritts- und Zugangskontrollsysteme, Kamera- und Alarmsysteme, Werkschutz). Zusätzlich sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen zu den unterschiedlichen Sicherheitsthemen sensibilisiert. G+D hat damit ein Sicherheits- und Steuerungskonzept implementiert, mit dem Risiken schnell erkannt werden, um entsprechend zeitnah darauf reagieren zu können. Durch ein konsequentes Sicherheitsmanagement hat G+D gezielt eine stabile Sicherheits- und Präventionskultur entwickelt. Diese interne Kompetenz könnte G+D in die Lage versetzen, sich nachhaltig von anderen Unternehmen mit geringerem Sicherheitsniveau abzugrenzen und weiterhin als vertrauensvoller Geschäftspartner zu agieren. IT-Risiken Die Verfügbarkeit von internen IT-Systemen ist essenziell für die Handlungsfähigkeit von G+D. IT-Infrastruktur und IT-Applikationen gewinnen im Zeitalter der Digitalisierung stetig an Bedeutung, da die gesamte Unternehmenstätigkeit auf IT-Systemen basiert. Diese Abhängigkeit bietet ein großes Schadenspotenzial. Abläufe werden komplexer. Zudem wächst die Abhängigkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie von Systemen, die der Harmonisierung von Prozessen dient. G+D steuert diesen Risiken entgegen, indem IT-Systeme kontinuierlich an die aktuellen Anforderungen angepasst sowie kritische IT-Systeme redundant vorgehalten werden. Neben der Verfügbarkeit ist auch die regelkonforme Nutzung von Lizenzen ein mögliches Risikofeld. Ein aktives Lizenzmanagement soll diesem entgegenwirken. Im Zuge der Digitalisierung entstehen neue digitale Geschäftsfelder im Bereich der IT. Ein deutliches Umsatzpotenzial könnte sich insbesondere durch die Entwicklung und Bereitstellung digitaler Lösungen sowie im Bereich der Konnektivität ergeben. Hierdurch könnten sich neue Absatzchancen für G+D ergeben. Risiken in der Produktentwicklung G+D bietet seinen Kunden hochwertige Produkte und Lösungen. Die Entwicklung neuer Produkteigenschaften basiert auf Marktanalysen. Eine Fehlinterpretation von Marktanalysen oder eine Verzögerung bei der Einführung von Produkten könnte zu höheren Kosten führen und die Nachfrage beeinträchtigen. Insbesondere bei der Entwicklung neuer Produkte ist Termintreue entscheidend, um die Kundenanforderungen zu bedienen und damit erhebliche Folgekosten in der späteren Vermarktungsphase zu vermeiden. Neben diesen Risiken im Bereich der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind die Rechte an geistigem Eigentum zu schützen, zu lizenzieren oder zu erwerben. G+D könnte beispielsweise von Dritten beschuldigt werden, die Rechte an deren geistigem Eigentum zu verletzen. Dies könnte Schadenersatzzahlungen und das Nutzungsverbot bestimmter Technologien zur Folge haben. Die Patentabteilung sorgt in Zusammenarbeit mit externen Anwaltskanzleien für die Neuanmeldung und Überwachung von Patenten. Das breite vertikale und horizontale Produkt- und Lösungsportfolio des Gesamtkonzerns wirkt risikodiversifizierend und erlaubt es, Marktchancen wahrzunehmen. G+D ist führend in den Bereichen Bezahlen, Konnektivität, Identitäten und Digitale Infrastrukturen, die alle ein großes Marktpotenzial besitzen. 5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage und Prognose 5.1. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Im Geschäftsjahr 2022 konnte G+D in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld Umsatz und EBIT weiter steigern. Der gewachsene Umsatz stellt eine neue Bestmarke dar, und mit dem EBIT konnte das Unternehmen die Profitabilität auf einem hohen Niveau halten. Die Erwartungen für 2022 wurden damit deutlich übertroffen. Der hohe Zuwachs bei den Auftragseingängen zeigt das künftige Wachstumspotenzial. Der Geschäftsverlauf im Jahr 2022 war von vielfältigen und komplexen geopolitischen und wirtschaftlichen Faktoren und deren Auswirkungen geprägt. Die schon bestehende Materialknappheit wurde durch hohe Inflationsraten und explodierende Energiepreise infolge des Krieges in der Ukraine nochmals verstärkt. Zusätzlich gab es auch im Jahr 2022 noch pandemiebedingte Herausforderungen, beispielsweise mussten Betriebsschließungen bzw. Betriebseinschränkungen in Asien bewältigt werden. Um insbesondere die Risiken aus der aktuellen Halbleiterknappheit zu minimieren, hat G+D aktuelle Produkte auf neue Halbleiter-Plattformen umgestellt und mit den Kunden zertifiziert. Als weitere Maßnahmen wurden Frachtwege optimiert sowie die Bevorratung von Halbleitern und anderen Rohstoffen hochgefahren. Auch musste der Wegfall eines für den Banknotenbereich wichtigen Sublieferanten in der Ukraine durch andere Sublieferanten zu höheren Kosten ersetzt werden. Ein großes potenzielles Risiko für das Jahr 2022 - ein mögliche Gasmangellage - ist dagegen nicht eingetreten. Der Geschäftsbereich Currency Technology konnte das prognostizierte Umsatzniveau nicht ganz erreichen. Die durch den Krieg in der Ukraine bedingten Effekte haben sich bei der Division Banknote Solutions am stärksten ausgewirkt. Sie blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Division Currency Management Solutions hat hingegen das prognostizierte Umsatzniveau übererfüllt. Mobile Security lag deutlich über der Erwartung des Vorjahres. Sowohl für die Division Secure Transactions + Services (STS) als auch die Division Trusted Connected Devices (TCD) war 2022 ein sehr erfolgreiches Jahr. Insbesondere starke Wachstumsimpulse setzte die Division Secure Transactions + Services (STS) im Bereich Bezahlkarten und Card Issuance Services. Der Business-Sektor Veridos war im abgelaufenen Geschäftsjahr immer noch von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen; ein wesentlicher Grund dafür, dass Veridos den Plan für 2022 nicht erfüllen konnte. Jedoch sind die Auftragsbücher sehr gut gefüllt und legen die Basis für das angestrebte Umsatzwachstum im Jahr 2023. secunet schloss 2022 das achte Mal in Folge mit einem Umsatz auf Höchststand ab und setzte damit die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte fort. Der erzielte Umsatz lag über den Erwartungen. Der G+D-Konzern konnte das geplante operative Ergebnis, das EBIT und das EBITDA deutlich übertreffen. Auch der prognostizierte ROCE konnte aufgrund des gestiegenen EBIT übererfüllt werden. Das Working Capital lag mit dem höher als budgetierten Umsatz über der Planung, die durchschnittliche Working Capital Intensität erreichte mit 23,9 % den Planwert. Die Investitionstätigkeit übertraf aufgrund der nicht budgetierten Akquisitionen den Plan deutlich. Die getätigten Investitionen vor M&A-Aktivitäten bewegten sich unter dem vorgesehenen Budget. Der Free Cashflow war deutlich positiv und lag unter Plan. Ohne die nicht budgetierten Akquisitionen überstieg der Free Cashflow die Erwartungen für 2022 deutlich. 5.2. Prognose G+D startet mit einem sehr guten Auftragsbestand von über 1,7 Mrd. EUR und einer rechnerischen Auftragsreichweite von 8,0 Monaten in das Geschäftsjahr 2023. Beides sind sehr starke Werte. Das Plus in den Auftragsbüchern ersteckt sich über alle Geschäftsbereiche. Damit ist eine wichtige Grundlage gelegt, um das Umsatzziel für 2023 zu erreichen. G+D plant den Umsatz im Geschäftsjahr 2023 abermals merklich zu steigern. Die 2022 getätigten Akquisitionen sollen hierzu beitragen. Limitierte Verfügbarkeiten, hohe Rohstoffpreise, erhöhte Transportkosten und allgemeiner Inflationsdruck sowie die sich verändernde geopolitische Lage werden auch im Jahr 2023 das weltweite Wirtschaftsgeschehen und damit auch G+D belasten. Insbesondere rechnet der Banknotenbereich mit seinen energieintensiven Produktionsverfahren mit einer steigenden Kostenbelastung. Um die aktuellen Herausforderungen bestmöglich zu bewältigen, hat G+D verschiedene Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zur aktiven Berücksichtigung von inflationsbedingten Preissteigerungen in Kundenverträgen ergriffen. Dies ist jedoch aufgrund der eher langfristig angelegten Kundenverträge in den Bereichen Banknote, Veridos und secunet nur eingeschränkt kurz- bis mittelfristig umsetzbar. Außerdem wurde ein gestufter Investitionsfreigabe- und Personalbeschaffungsprozess eingeführt. In einem vorsichtigen Planungsansatz wurden die oben beschriebenen Belastungen sowie die bereits eingeleiteten Maßnahmen berücksichtigt. Basierend auf den in diesem Jahresbericht vorgestellten guten Geschäftsergebnissen und dem Wachstumspotenzial des Unternehmens blicken wir positiv in die Zukunft. Bei unserer Prognose gehen wir außerdem davon aus, dass geopolitische Spannungen nicht weiter eskalieren. Aus den oben genannten Gründen erwarten wir, dass die Ergebnisgrößen EBIT und EBITDA leicht unter dem hohen Stand von 2022 bleiben. Der Business-Sektor Currency Technology erwartet für 2023 ein Umsatzwachstum. Dabei rechnet die Division Banknote Solutions mit einer Belebung der Nachfrage und deutlicher Umsatzsteigerung gegenüber 2022. Für die Division Currency Management Solutions ist geplant, dass der Umsatz leicht über dem hohen Niveau des Vorjahres liegt. Nach dem herausragenden Geschäftsjahr 2022 plant der Business-Sektor Mobile Security, das hohe Umsatzniveau weiter steigern zu können. Insbesondere die Division Secure Transactions + Services (STS) erwartet für das Geschäftsjahr 2023 aufgrund der Akquisition von Valid ein überproportionales Wachstum im Bezahllösungsgeschäft. Die Division Trusted Connected Devices (TCD) geht für 2023 von einem Umsatz leicht unter dem des Vorjahres aus. Der Business-Sektor Veridos war im abgelaufenen Geschäftsjahr immer noch von den Einschränkungen der Corona-Pandemie betroffen, was sich insbesondere auf die Verfügbarkeit von Halbleitern ausgewirkt hat. Aktuell sind durch einen deutlichen Anstieg der Auftragseingänge von knapp 50 % gegenüber dem Vorjahr die Auftragsbücher sehr gut gefüllt. Damit ist die Basis für das angestrebte Umsatzwachstum im kommenden Jahr gelegt. Nach dem sehr guten Jahr 2022 nimmt sich secunet für 2023 erneut ein Umsatzwachstum vor. Einen wesentlichen Beitrag dazu soll der stark wachsende Markt für sichere Cloud-Infrastruktur leisten. Mit der Akquisition von SysEleven im Jahr 2022 hat secunet die Position im Markt für Cloud-Lösungen gestärkt. Das Working Capital für den G+D-Konzern soll aufgrund des budgetierten Umsatzwachstums 2023 leicht über dem Niveau des Berichtsjahres liegen. G+D plant, die Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte leicht auszubauen. Der Fokus soll auf IT-Investitionen und aktivierten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen liegen. Ferner wurde nach der Erstellung der Planung eine Ausweitung der Beteiligung an den Konzerngesellschaften Netcetera und NetSeT beschlossen. Wir verweisen an dieser Stelle auf Angabe 24 und Angabe 36 des Konzernanhangs. In Summe werden die Investitionen jedoch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Der Free Cashflow wird deutlich positiv sein und in etwa auf Vorjahresniveau liegen. Der ROCE wird aufgrund der EBIT-Entwicklung leicht unter dem Niveau von 2022 erwartet. Es wird darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können. 2023 wird es eine Veränderung der Konzernstruktur geben. Die beiden Mobile Security-Divisionen Secure Transactions + Services (STS) und Trusted Connected Devices (TCD) sollen in zwei rechtlich selbständige Business-Sektoren umgewandelt werden. Die bisherigen Divisionen verfolgen in Bezug auf Technologien und Marktumfeld unterschiedliche strategische Ansätze. Während sich STS hauptsächlich auf hardwarebasiertes Geschäft mit der physischen Chipkarte und dazugehörigen Issuance-Services fokussiert, verschiebt sich bei TCD in den nächsten Jahren der Fokus vom SIM-Hardware-Geschäft hin zu einem auf das IoT ausgerichteten Geschäftsmodell aus Software und Servicelösungen. Beide Divisionen adressieren somit sehr unterschiedliche Chancen und Herausforderungen. Um es den beiden Divisionen in Zukunft zu ermöglichen, sich vollumfänglich auf die divergierenden Märkte sowie die spezifischen Kundenbedürfnisse zu konzentrieren, hat G+D sich entschlossen, die beiden Divisionen in zwei rechtlich selbständige Business-Sektoren zu überführen. Hierfür wurde bereits 2022 ein Projekt aufgesetzt. Um Komplexität zu reduzieren und reibungslose Geschäftsabläufe sicherzustellen, findet die legale Trennung in drei Wellen statt. Seit Oktober 2022 operieren STS und TCD bereits als legal getrennte Einheiten in den USA, alle anderen Länder folgen2023. G+D wird auch 2023 die essenziellen Werte seiner Kunden in den Märkten Bezahlen, Konnektivität, Identitäten und Digitale Infrastrukturen schützen und somit täglich das Leben von Milliarden Menschen sicherer machen. Die Belastungen durch globale Krisen werden spürbar bleiben, jedoch sieht sich G+D mit seinem Portfolio aus vertrauenswürdigen Sicherheitslösungen sehr gut aufgestellt. Da die von G+D aktiv vorangetriebenen Zukunftsthemen wie beispielsweise CBDC, IoT, digitale Identität und Cloud-Sicherheit kontinuierlich an Fahrt gewinnen, blickt das Unternehmen sehr zuversichtlich in die Zukunft. 6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Im Februar 2023 hat G+D seinen Anteil an der Softwarefirma Netcetera von 30 % auf 61,5 % erhöht. Die neue Aktionärsstruktur wird sich auch im Verwaltungsrat widerspiegeln, in dem G+D die Mehrheit der Sitze haben wird. Für weitere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verweisen wir an dieser Stelle auf Angabe 36 des Konzernanhangs. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung, München Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 21. März 2023 KPMG
AG
Hachmann, Wirtschaftsprüfer Höfelschweiger, Wirtschaftsprüferin Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, der Aufsichtsrat der Giesecke+Devrient GmbH hat im laufenden Geschäftsjahr 2022 alle ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung überwacht sowie wesentliche Fragen mit ihr diskutiert. Die Geschäftsführung informierte den Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend in den Sitzungen über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Zusätzlich wurde der Aufsichtsrat anhand von Quartalsberichten über die Geschäfts- und Finanzlage des Unternehmens unterrichtet. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in regelmäßigem Kontakt mit der Geschäftsführung und wurde dabei zeitnah über aktuelle Themen informiert. Der Aufsichtsrat befasste sich auf Basis detaillierter Berichterstattung der Geschäftsführung in drei ordentlichen Sitzungen (am 29.03., 21.07. und 07.12.2022) mit der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens einschließlich wesentlicher Investitionsthemen und Konzernprogramme. Wesentliche außerordentliche Themen in allen Aufsichtsratssitzungen waren die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns, die sich infolge der noch immer anhaltenden weltweiten COVID-19-Pandemie ergaben, die neuen geopolitischen Entwicklungen und Risiken in Folge des Krieges von Russland in der Ukraine sowie die globale Chip-Verknappung. Regulär beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der Corporate Governance des Konzerns inkl. dem Compliance Management System, dem Risikobericht, dem IKS und Risikomanagementsystem sowie dem Bericht der Internen Revision. In der März-Sitzung diskutierte der Aufsichtsrat insbesondere über die russische Invasion in die Ukraine am 24.02.2022 und die Auswirkungen auf das Geschäft und die Mitarbeitenden in den Tochtergesellschaften in der Region. In der Juli-Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat mit der aktuellen Geschäftslage inkl. dem aktuellen Risikobericht und dem Forecast sowie vertiefend mit einer Risikobewertung im Hinblick auf die Gasversorgung an den deutschen Standorten und den weiteren Auswirkungen des russischen Krieges in der Ukraine auf G+D. Des Weiteren informierte sich der Aufsichtsrat über den erfolgreichen Vertragsabschluss zweier M&A-Projekte sowie die Etablierung des "TrustTech Fund", einer Co-Investment-Plattform zusammen mit der Europäischen Investitionsbank. In der Dezember-Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat neben der aktuellen Geschäftslage und dem Risikobericht insbesondere mit der operativen Planung 2023. Des Weiteren waren M&A-Projekte sowie die erfolgreiche Begebung eines Schuldscheindarlehens Thema der Sitzung. Zudem beschloss der Aufsichtsrat eine Aktualisierung des Geschäftsverteilungsplans der Geschäftsführung der Giesecke+Devrient GmbH. Dem Aufsichtsrat wurde der Jahresabschluss und der Lagebericht der Giesecke+Devrient GmbH zum 31.12.2022 nach deutschem HGB, der Konzernabschluss und Konzernlagebericht zum 31.12.2022 nach IFRS und die Berichte des Abschlussprüfers fristgerecht vorgelegt. Der Konzernabschluss und der Jahresabschluss wurden vom Abschlussprüfer der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. An der Sitzung des Aufsichtsrats am 03.04.2023, in dem die Vorlagen des Konzern- und Jahresabschlusses erörtert wurden, nahm der Abschlussprüfer teil. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung, auch zum internen Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und beantwortete Fragen des Aufsichtsrats. Umstände, die die Befangenheit des Wirtschaftsprüfers besorgen lassen, wurden keine berichtet. Das Honorar für Leistungen, die der Konzernabschlussprüfer zusätzlich zu den Abschlussprüfungsleistungen als Beratungs- oder Dienstleistungen erbracht hat, sind im Konzernanhang aufgeführt. Das Ergebnis der Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses durch die KPMG AG als Abschlussprüfer nahm der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhob der Aufsichtsrat keine Einwände und billigte in der Sitzung am 03.04.2023 jeweils den Jahres- und den Konzernabschluss einschließlich der dazugehörigen Lageberichte. Die Giesecke+Devrient GmbH hat für das Geschäftsjahr 2022 unter erneut höchst herausfordernden Rahmenbedingungen außerordentlich gute Ergebnisse erzielt. Diese besondere Leistung der Geschäftsführung und der Belegschaft des gesamten Konzerns ist anerkennenswert. Im Namen des Aufsichtsrats danke ich den Mitgliedern der Geschäftsführung, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Betriebsräten des Konzerns für die geleistete Arbeit und ihren hohen persönlichen Einsatz im Geschäftsjahr 2022.
München, im April 2023 Prof. Klaus Josef Lutz, Vorsitzender des Aufsichtsrats Auszug aus dem Protokoll Ordentliche Gesellschafterversammlung der Giesecke+Devrient GmbHmit dem Sitz München (HRB 4619)Die unterzeichnenden Gesellschafter, die MC Familiengesellschaft mbH (AG München, HRB 200573) und die MC Holding GmbH & Co. KG (AG München, HRA 89019) sind die alleinigen Gesellschafter der Giesecke+Devrient GmbH ("Gesellschaft"). Unter Verzicht auf sämtliche gesetzlichen und gesellschaftsvertraglichen Vorschriften über Form und Frist der Einberufung und Abhaltung einer Gesellschafterversammlung halten die vorgenannten Gesellschafter hiermit die ordentliche Gesellschafterversammlung der Gesellschaft ab und fassen sodann unter Beachtung der gesetzlichen und satzungsmäßigen Stimmrechtsausschlussregelungen einstimmig folgende Beschlüsse: Ergebnisverwendung Von dem im Jahresabschluss der Giesecke+Devrient GmbH zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Jahresüberschuss in Höhe von EUR 45.728.094,09 wird ein Betrag in Höhe von EUR 29.000.000,00 an die Gesellschafter ausgeschüttet. Der Restbetrag in Höhe von EUR 16.728.094,09 wird auf neue Rechnung vorgetragen. Die Ausschüttung ist am 4. April 2023 zur Zahlung fällig. |
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