Beteiligungsgesellschaften
Multi Channel Systems MCS GmbH
Aspenhaustraße 21, 72770 Kusterdingen, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Felix Karcher seit 16.12.2025 | Geschäftsführer |
Joe Joseph Eyles seit 5.5.2015 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Biochrom Limited | 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Multi Channel Systems MCS GmbHKusterdingenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bilanz zum 31. Dezember 2022Aktivseite
Passivseite
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022
Anhang zum 31. Dezember 2022I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss und zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1. Allgemeines Der Jahresabschluss der Multi Channel Systems MCS GmbH, Kusterdingen ("Gesellschaft"), Amtsgericht Stuttgart HRB 382616, wurde nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) in EUR erstellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt worden. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 HGB. Die Erleichterungen der §§ 286 Abs. 4 und 288 Abs. 2 HGB wurden bei der Aufstellung des Jahresabschlusses in Anspruch genommen. Mit Verschmelzungsvertrag vom 8. Juli 2022 wurde die Tochtergesellschaft HEKA Elektronik GmbH, Lambrecht, auf die Multi Channel Systems MCS GmbH zum Verschmelzungsstichtag 1. Januar 2022 verschmolzen; die Verschmelzung wurde wirksam am 26. August 2022. Die Verschmelzung führte durch die gewählte Methode der Buchwertverknüpfung zu einem Verschmelzungsgewinn in Höhe von TEUR 552. Durch die Verschmelzung gingen fünf Arbeitnehmer auf die Gesellschaft über. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Sonderposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet worden, soweit dies nach den Vorschriften des § 246 HGB nicht ausdrücklich gefordert wird. Die Wertansätze der Eröffnungsbilanz des Geschäftsjahres stimmen mit denen der Schlussbilanz des vorangegangenen Geschäftsjahres überein. Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind. Gewinne sind, soweit dies gesetzlich nicht ausdrücklich gefordert wird, nur berücksichtigt worden, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt worden. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer werden regelmäßig 3 bis 7 Jahre zugrunde gelegt, wenn sich nicht ein abweichender Zeitraum ergibt. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen, angesetzt. In die Herstellungskosten der selbsterstellten Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen einbezogen. Die Abschreibungen werden bei Gebäudeteilen linear über eine Nutzungsdauer von 3 bis 8 Jahren vorgenommen. Die übrigen Sachanlagen werden ebenfalls linear abgeschrieben; die Nutzungsdauer beträgt bei technischen Anlagen und Maschinen, bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 8 Jahre. Für geringwertige Anlagegüter wendet die Gesellschaft analog die Regelung des § 6 Abs. 2 EStG an. Dementsprechend werden geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800 im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben, wobei im Zugangsjahr auch der Abgang unterstellt wird. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Soweit die Gründe für in früheren Geschäftsjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen nicht mehr bestehen, wird eine Wertaufholung vorgenommen, soweit es sich nicht um einen entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert handelt. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bei Anwendung zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren oder zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen einbezogen. Forderungen werden zum Nennbetrag beziehungsweise zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt. Bei den Forderungen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Flüssige Mittel sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten bewertet. Das Wahlrecht zur Aktivierung latenter Steuern für die sich insgesamt ergebende Steuerentlastung wird nicht ausgeübt. In der Bilanz werden die aktiven und passiven latenten Steuern saldiert ausgewiesen. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt zu einem Steuersatz in Höhe von 30,2 % (i. V. 29,1 %). Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostenänderungen angesetzt. Bei Rückstellungen mit Restlaufzeiten von über einem Jahr erfolgt eine Abzinsung mit dem fristkongruenten von der Deutschen Bundesbank vorgegebenen durchschnittlichen Marktzins. Die übrigen Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Nennwert bzw. Erfüllungsbetrag bewertet. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden im Rahmen der Zugangsbewertung mit dem Kurs am Tage des Geschäftsvorfalls bewertet. Verluste aus Kursänderungen bis zum Abschlussstichtag werden stets, Gewinne aus Kursänderungen nur bei Restlaufzeiten von einem Jahr oder weniger berücksichtigt. II. Angaben zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung Vergleichbarkeit mit den Vorjahresbeträgen Aufgrund der oben unter Punkt 1.1 dargestellten Verschmelzung der HEKA Elektronik GmbH, Lambrecht ("HEKA GmbH"), zum 1. Januar 2022 auf die Multi Channel Systems MCS GmbH ("MCS GmbH") sind die Beträge in der Bilanz zum 31. Dezember 2022 sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2022 nicht mit den entsprechenden Beträgen des vorhergehenden Geschäftsjahres 2021 vergleichbar. Zur besseren Vergleichbarkeit werden für wesentliche Posten die nachstehenden Angaben gemacht:
1 beinhaltet Anteile an der HEKA GmbH in
Höhe von TEUR 3.279.
1 beinhaltet Eigenkapital der HEKA GmbH in
Höhe von TEUR 3.831.
* Aus Vereinfachungsgründen wurde auf eine
Konsolidierung verzichtet.
1. Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang dargestellt. Die Spalten "Zugänge/Abgänge aus Verschmelzung" betreffen die unter 1.1 beschriebene Verschmelzung der HEKA Elektronik GmbH, Lambrecht, zum 1. Januar 2022. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 153 (i. Vj. TEUR 37) sonstige Vermögensgegenstände und in Höhe von TEUR 5.151 (i. Vj. TEUR 1.550) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 97 (i. Vj. TEUR 18) gegen Gesellschafter. Verbindlichkeiten
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 3.986.981,52 (i.Vj. EUR 4.958.558,83) sonstige Verbindlichkeiten und in Höhe von EUR 3.946.109,44 (i.Vj. EUR 2.594.562,24) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von EUR 155.145,36 (i.Vj. EUR 57.147,37) enthalten. 2. Gewinn- und Verlustrechnung Erträge / Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung Im Geschäftsjahr 2022 fielen folgende Erträge bzw. Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung an: In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus einem Darlehensverzicht eines verbundenen Unternehmens in Höhe von TEUR 791 enthalten. In den sonstigen betrieblichen Erträgen ist ein Verschmelzungsgewinn in Höhe von TEUR 552 enthalten (s.o. Punkt 1.1). Der Personalaufwand enthält Aufwendungen für Abfindungen aus Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von TEUR 548. III. Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen Finanzielle Verpflichtungen aus befristeten Miet- und Leasingverträgen bestehen, soweit diese nicht bilanziert sind, in Höhe von TEUR 618 (i. V. TEUR 885). Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs 2022 beschäftigten Angestellten beträgt 71. Organe der Gesellschaft Geschäftsführer ist:
Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzverlust zum 31. Dezember 2022 in Höhe von EUR 1.137.888,68 auf neue Rechnung vorzutragen. Konzernabschluss, Mutterunternehmen Die Multi Channel Systems MCS GmbH, Kusterdingen, wird in den Konzernabschluss des obersten Mutterunternehmens Harvard Bioscience, Inc., Holliston, Massachusetts, USA, einbezogen (kleinster und größter Kreis von Unternehmen). Der Konzernabschluss der Harvard Bioscience, Inc. ist auf deren Homepage oder an deren Sitz in Holliston, Massachusetts, USA, erhältlich.
Kusterdingen, 22. März 2024 Multi Channel Systems MCS GmbH Die Geschäftsführung Joe Eyles, Geschäftsführer Entwicklung des Anlagevermögens 31. Dezember 2022
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022Multi Channel Systems MCS GmbH, KusterdingenGliederung I. Grundlagen des Unternehmens 1. Geschäftsmodell des Unternehmens 2. Forschung und Entwicklung 3. Zweigniederlassungen II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2. Geschäftsverlauf und Lage a) Geschäftsverlauf b) Ertragslage c) Finanzlage d) Vermögenslage 3. Gesamtbeurteilung der wirtschaftlichen Lage 4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren III. Nachtragsbericht IV. Prognosebericht V. Chancen- und Risikobericht 1. Chancenbericht 2. Risikobericht VI. Risikobericht in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten I. Grundlagen des Unternehmens 1. Geschäftsmodell des Unternehmens Der Fokus der 1998 gegründeten Multi Channel Systems MCS GmbH ("Gesellschaft", "Unternehmen", "MCS") liegt auf der Entwicklung und dem Vertrieb von High-Tech- Messinstrumenten und Zubehör im Bereich der Elektrophysiologie für die universitäre Forschung und die pharmazeutische Industrie. Die Kernkompetenz liegt in der MEA (Mikroelektroden) Technologie. Die Grundlage für die MEA Technologie liegt in der Erregbarkeit verschiedener Zellen. Nervenzellen zum Beispiel reagieren auf Reize mit einer Veränderung ihrer Membranspannung. Ist die Spannungsänderung groß genug, wird ein so genanntes Aktionspotenzial ausgelöst und an der Synapse der Nervenzelle kommt es zu einer Reaktion (z. B. Ausschüttung eines Botenstoffs). Da dies elektrische Signale sind, lassen sie sich mit entsprechenden Geräten messen und analysieren. MEAs sind kleine Glasplättchen mit normalerweise 60 - 256 winzigen Elektroden, an denen die Spannung der Zelle gemessen wird. Da die Spannungen der Zellen sehr niedrig sind, müssen die Signale mit Hilfe von Verstärkern erhöht werden, damit man sie am Computer sehen und analysieren kann. Mit diesem Verfahren kann man sowohl die unterschiedlichen Reaktionen von verschiedenen Zelltypen erforschen als auch die Reaktionen von Zellen auf verschiedene Einflüsse. Zum Beispiel kann man Zellen elektrisch stimulieren oder den Effekt von Pharmazeutika oder Änderungen der Zellumgebung testen. Hier sind vor allem zwei Faktoren der Reizausbreitung interessant: Zeit und Raum. Das heißt, wie schnell kommt ein Signal von der einen Seite auf die andere und wie breitet es sich dort hin aus (gerade Linie, Kurven, strahlenförmig). Multi Channel Systems bietet alle nötigen Produkte für diese Untersuchungen an - von der Software, über die Mikroelektroden und Verstärker, bis hin zu elektrischen Stimulatoren. Unsere Produkte kommen hauptsächlich in der Grundlagenforschung sowie in der pharmazeutischen Industrie zur Wirkstoffforschung zum Einsatz. Ziel ist es, Krankheiten, wie zum Beispiel Alzheimer, Netzhauterkrankungen oder Herzrhythmusstörungen zu verstehen und Mittel und Wege zu finden sie zu heilen. Diese und viele andere Krankheiten beruhen auf einem gestörten Signalaustausch zwischen den Zellen. Deshalb ist es wichtig, nicht nur das Signal einer einzelnen Zelle zu messen, sondern das Zusammenspiel und die Ausbreitung der Signale im Gewebe oder sogar von Zelle zu Zelle zu untersuchen. MEA Chips sind mit einem dichten Netz aus Elektroden überzogen, die in etwa die Größe der untersuchten Zellen haben. Dadurch kann man die Signale mehrerer Zellen gleichzeitig messen und man hofft dadurch die Ursachen von Krankheiten besser zu verstehen und Medikamente gezielt testen zu können. Unser Ziel ist die konsequente Anwendung von kundenorientierten und innovativen Technologien. Die Entwicklung gemäß den Kundenbedürfnissen erfordert einen Entwicklungsprozess nahe an der wissenschaftlichen Anwendung. Deshalb besteht unser Team aus Spezialisten für biologische Fragestellungen sowie für Hardware- und Softwarelösungen. Außerdem sind wir in ständigem Dialog mit Wissenschaftlern und streben eine technische Vorreiterrolle an. Dadurch eröffnet sich uns ein hohes Innovationspotential. Darüber hinaus sind wir an mehreren nationalen und internationalen Projekten beteiligt, in welchen wir über Grenzen hinausgehen und Innovationen entwickeln. Mehr als 20 Jahre Erfahrung und über 1.200 zufriedene MEA-System-Benutzer weltweit machen uns zum Marktführer im Bereich der nicht-klinischen Mikroelektroden-Elektrophysiologie. Seit 2014 sind wir Bestandteil der Harvard Bioscience Group in den USA und werden seitdem von unseren Smart Ephys Partnermarken HEKA und Warner Instruments sowie 18 etablierten Vertriebspartnern weltweit unterstützt. Die Gesellschaft betreibt ihr Geschäft in gemieteten Räumlichkeiten am Standort Reutlingen. Der Kundenkreis der Gesellschaft besteht hauptsächlich aus Unternehmen und Distributoren im Bereich BioScience/Pharmazeutik, Forschungseinrichtungen und Universitäten. Die Tochtergesellschaft HEKA Elektronik GmbH (HEKA) wurde per 1. Januar 2022 auf die MCS verschmolzen. Wir produzieren und unterstützen weiterhin Elektrophysiologieprodukte der Marke HEKA in unserem Werk in Reutlingen. Dazu gehören der EPC10 Patchclamp-Verstärker und Patchclamp-Systeme sowie Systeme für die elektrochemische Rastermikroskopie. HEKA ist sowohl im akademischen als auch im industriellen Bereich tätig. 2. Forschung und Entwicklung Der wirtschaftliche Erfolg der Multi Channel Systems MCS GmbH hängt stark von einer regen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit ab, da sich die Gesellschaft in einem hoch innovativen Umfeld bewegt. Ein Großteil der Produkte wird an Forscher im Bereich der neurowissenschaftlichen und der kardiophysiologischen Grundlagenforschung verkauft. Unsere Gesellschaft befindet sich dabei weltweit in Konkurrenz mit hauptsächlich amerikanischen Firmen, teilweise KMUs, teilweise Startups mit neuen Technologien. Zum Erhalt und Ausbau unserer technologischen Expertise beteiligen wir uns daher aktiv an staatlich geförderten Forschungsprogrammen, wie z.B. solche des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, als auch an entsprechenden Förderprogrammen der EU. Unsere F&E-Abteilung besteht aus bis zu 22 qualifizierten Mitarbeitern, die in wechselndem Umfang projektbezogene und eigene Entwicklungsleistungen erbringen. Unsere (nach Abzug von Forschungsförderungen) selbst getragenen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 auf 1.601 T€ gestiegen (Vorjahr 1.005 T€ MCS sowie 387 T€ HEKA). Der Anteil der Aufwendungen an den Umsatzerlösen ist von 13,5% im Vorjahr (nach Verschmelzung mit HEKA, ohne HEKA 13,9%) auf 13,7% im Jahr 2022 leicht gestiegen. Die vereinnahmte Forschungsförderung ist um 399 T€ von 914 T€ (2021) auf 515 T€ im Jahr 2022 vermindert. Die Corona-Krise hatte durch wiederholte Lockdowns erhebliche Auswirkungen auf unseren akademischen Kundenstamm. Dies erforderte Kurzarbeit in unserem Unternehmen und verlangsamte das Entwicklungstempo mit unseren Forschungspartnern. Dies führte zu niedrigeren Forschungsförderungen im Jahr 2022 gegenüber dem Jahr 2021. 3. Zweigniederlassungen Die Multi Channel Systems MCS GmbH unterhält keine Zweigniederlassungen. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Für das Jahr 2022 stellte die OECD das Wachstum der Weltwirtschaft mit 3,2% fest (OECD, tagesschau.de 17.3.2023). Angesichts der im Jahr 2022 bestehenden großen Unsicherheit, des hohen Energiepreisdrucks, der Kaufkrafterosion bei den privaten Haushalten, des schwächeren außenwirtschaftlichen Umfelds und der restriktiveren Finanzierungsbedingungen wurde erwartet, dass die EU, der Euroraum und die meisten Mitgliedstaaten im letzten Quartal des Jahres 2022 in eine Rezession abgleiten könnten. Dennoch wurde erwartet, dass die starke Dynamik von 2021 und das kräftige Wachstum in der ersten Jahreshälfte das reale BIP-Wachstum im Jahr 2022 insgesamt auf 3,3 % in der EU (3,2 % im Euroraum) ansteigen lassen werde (EU-Kommission 11.11.2022). Nunmehr wurde das BIP-Wachstum 2022 sowohl für die EU als auch für die Euro-Zone mit 3,5% festgestellt (EU-Kommission 13.2.2023). Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2022 vor allem geprägt von den Folgen des Kriegs in der Ukraine, zu denen extreme Energiepreiserhöhungen zählten. Hinzu kamen dadurch verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise für weitere Güter wie beispielsweise Nahrungsmittel sowie der Fachkräftemangel und die andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende Corona-Pandemie. Trotz dieser nach wie vor schwierigen Bedingungen konnte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt gut behaupten. Im Verlauf des Jahres 2022 gingen aufgrund des Ukraine-Kriegs, der Energiekrise, der Lieferkettenprobleme, der Inflation etc. die Wachstumsprognosen führender Institutionen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Deutschland 2022 deutlich zurück. Inzwischen wurde das tatsächliche Wachstum des preisbereinigten deutschen Bruttoinlandsprodukts 2022 mit +1,8 % im Vergleich zum Vorjahr ermittelt (destatis 30.1.2023). Das deutsche BIP ist im 4. Quartal 2022 gegenüber dem 3. Quartal 2022 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,4 % gesunken, nachdem sich die deutsche Wirtschaft trotz schwieriger Bedingungen in den ersten drei Quartalen 2022 gut behaupten konnte (destatis 24.2.2023). Zudem führte die Stärke des US-Dollars gegenüber dem Euro und anderen Leitwährungen zu einer weiteren Verteuerung von in USD gehandelten Gütern wie vor allem Energie und Rohstoffe. Im Juli 2022 ist es erstmals seit 20 Jahren zu einer Parität des Eurokurses zum USD gekommen (tagesschau.de 12.7.2022). 2022 erlebte Deutschland eine historisch hohe Inflationsrate. Getrieben von den Preissteigerungen bei den Energieprodukten überstieg die Inflation zwischen September und November sogar den Wert von 10%. Im Jahresdurchschnitt 2022 lag die Inflation in Deutschland bei 7,9% nach 3,1% im Jahr 2021 (destatis 17.1.2023). Da die Gesellschaft sich in einem sehr speziellen Markt bewegt, ist eine Aussage zur allgemeinen Branchenentwicklung kaum möglich, diese ist jedoch auch abhängig von den politischen Rahmenbedingungen, Forschungsprogrammen und -zuschüssen. 2. Geschäftsverlauf und Lage a) Geschäftsverlauf Trotz eines schwierigen Starts in das Jahr 2022 erlebte das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2022 eine starke Erholung, da die Corona-Krise ab dem zweiten Quartal nachließ. Unser Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 4.450 T€. Der Umsatz der zum 1. Januar 2022 verschmolzenen HEKA belief sich im Jahr 2021 auf 3.048 T€. Auf vergleichbarer Basis stieg unser Umsatz 2022 gegenüber dem Vorjahr um 1.402 T€ oder 13,6 %. Insgesamt hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 trotz schwacher Umsätze im ersten Quartal seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt und sich als kombiniertes Unternehmen (MCS plus HEKA) auf über 90 % des Umsatzvolumens des Jahres 2019 erholt. Nach dem Verlustjahren 2021 und 2020 konnte im Geschäftsjahr 2022 in Jahresüberschuss in Höhe von 1.141 T€ erzielt werden (2021 Jahresfehlbetrag -1.482 T€). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Jahresüberschuss 2022 ist ein Verschmelzungsgewinn von 552 T€ und ein Ertrag aus dem Erlass von Verbindlichkeiten von 791 T€ enthalten ist, mithin das um diese Beträge bereinigte Ergebnis auch in 2022 negativ war. Das zum Geschäftsjahresbeginn nur noch geringfügig vorhandene Eigenkapital (22 T€) hat sich zum 31. Dezember 2022 auf 1.163 T€ erholt. Insgesamt beurteilt das Management den Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2022 als positiv. Die im Vorjahres-Lagebericht getroffenen Prognosen wurden bei den Umsatzerlösen nicht ganz erreicht (11,7 Mio. € gegenüber Prognose 12,0 Mio. €), beim Jahresüberschuss jedoch übertroffen (1,1 Mio. € gegenüber Prognose 0,5 Mio. €). Ein wesentliches Ereignis im Geschäftsjahr 2022 war die Verschmelzung der bisherigen Tochtergesellschaft HEKA Elektronik GmbH, Lambrecht, zum 1. Januar 2022. Bei den nachstehenden Erläuterungen der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Geschäftsjahres 2022 ist zu beachten, dass der Vergleich mit den Vorjahreszahlen eingeschränkt ist, da im Vorjahr 2021 die zum 1. Januar 2022 verschmolzene HEKA Elektronik GmbH (soweit nicht anders angegeben) nicht enthalten ist. Die Beträge der verschmolzenen HEKA Elektronik GmbH im Vorjahr 2021 sowie direkt vergleichbare Zahlen sind im Anhang unter Punkt II. dargestellt. b) Ertragslage Eine Gegenüberstellung der wesentlichen Ertragszahlen 2022 und 2021 inklusive den HEKA GmbH ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Im Berichtsjahr 2022 sind die Umsatzerlöse um 61,5% bzw. 4.450 T€, auf vergleichbarer Basis um 13,6% bzw. 1.402 T€ gegenüber dem Vorjahr auf 11.691 T€ gestiegen. Die Umsatzerlöse mit verbundenen Unternehmen sind in 2022 um 87 T€ auf 2.513 T€ gestiegen. Die Gesamtleistung (Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen) ist im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 57,1% von 7.360 T€ bzw. auf vergleichbarer Basis um 10,7 % von 10.448 T€ auf 11.562 T€ gestiegen. Dass die Gesamtleistung nicht im gleichen Verhältnis wie die Umsatzerlöse gestiegen ist, liegt an der Veränderung der Bestände von fertigen und halbfertigen Erzeugnissen innerhalb des Geschäftsjahres 2022. Der Materialaufwand ist im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 957 T€ (34,0%) gestiegen bzw. auf vergleichbarer Basis um 385 T€ (-9,3%) auf 3.774 T€ gesunken. Die Materialintensität im Verhältnis zur Gesamtleistung ist im gleichen Zeitraum von 38,3% bzw. auf vergleichbarer Basis von 39,8% im Vorjahr auf 32,4% im Jahr 2022 gesunken. Der Rohertrag betrug im Geschäftsjahr 2022 7.787 T€ gegenüber 4.543 T€ bzw. auf vergleichbarer Basis 6.288 T€ im Geschäftsjahr 2021. Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 1.036 T€ bzw. 88,3% auf 2.209 T€. Dabei entfällt die Erhöhung im Wesentlichen auf den Verbindlichkeitenerlass durch unsere Schwestergesellschaft HEKA Canada (791 T€; i.Vj. 0 T€), den Gewinn aus der HEKA-Verschmelzung (552 T€; i.Vj. 0 T€) sowie die Währungskursgewinne (219 T€; i.Vj. 3 T€), wohingegen die Forschungsförderungen (515 T€; i.Vj. 914 T€) und die Corona- Überbrückungshilfe (3 T€; i.Vj. 232 T€) gegenüber dem Vorjahr rückläufig waren. Der Personalaufwand, der größte Aufwandsposten, ist 2022 gegenüber dem Vorjahr von 4.990 T€ um 243 T€ (+4,9%) angestiegen bzw. auf vergleichbarer Basis von 5.482 T€ um 249 T€ auf 5.233 T€ gesunken. In beiden Geschäftsjahren sind Restrukturierungsaufwendungen enthalten (548 TE; i.Vj. 478 T€). Die Personalaufwandsquote im Verhältnis zur Gesamtleistung ist von 67,8% bzw. auf vergleichbarer Basis von 52,5% im Vorjahr auf 45,6% im Jahr 2022 gefallen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Jahr 2022 gegenüber 2021 um 1.443 T€ (+69,6%) bzw. auf vergleichbarer Basis um 454 T€ (+14,8%) auf 3.515 T€ gestiegen. Die größten Veränderungen waren bei Rechts- und Beratungskosten sowie bei Managementumlagen zu verzeichnen; diese Anstiege sind hauptsächlich auf die Verschmelzung zwischen MCS und HEKA zurückzuführen. Als Ergebnis der vorstehenden Entwicklungen ergab sich für das Jahr 2022 bei höheren Umsatzerlösen ein positives Betriebsergebnis in Höhe von 1.156 T€, während es im Vorjahr noch - 1.440 T€ bzw. auf vergleichbarer Basis -1.183 T€ betragen hatte. Unter Einbezug des Finanzergebnisses -25 T€; i.Vj. -47 T€) und der Steuern (-10 T€; i.Vj. -5 T€) konnte für das Geschäftsjahr 2022 ein Jahresüberschuss in Höhe von 1.141 T€ verzeichnet werden (i.Vj. Jahresfehlbetrag -1.482 T€). Im Geschäftsjahr 2022 betrug die Umsatzrentabilität 9,8 % (i.Vj. -20,5%) und die Gesamtkapitalrentabilität 12,0% (i.Vj. -15,7%). c) Finanzlage Oberstes Ziel des Finanzmanagements ist es, jederzeit ausreichend liquide Mittel zur Erreichung der Unternehmensziele zur Verfügung zu stellen. Dabei sollen externe Lieferantenverbindlichkeiten innerhalb des Zahlungsziels beglichen und Forderungen zeitnah vereinnahmt werden. Das Finanzmanagement der Gesellschaft ist in dasjenige der Harvard Bioscience Gruppe integriert. Die liquiden Mittel sind im Berichtsjahr 2022 um 573 T€ auf 823 T€ gestiegen. Wenn wir das fusionierte Unternehmen HEKA berücksichtigen, betrug der Anstieg 128 T€. Die Zunahme der liquiden Mittel zum 31. Dezember 2022 resultiert aus dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (1.157 T€, Vorjahr -80 T€), dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (-972 T€, Vorjahr 0 T€), dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit (-57 T€, Vorjahr -45 T€) sowie dem Zugang an liquiden Mitteln der HEKA zum 1. Januar 2022 (445 T€). Dabei wurde der Verschmelzungsvorgang der laufenden Geschäftstätigkeit zugerechnet. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrifft die Tilgung von Darlehen von Konzernunternehmen. Die aus der Verschmelzung mit HEKA resultierenden nicht zahlungswirksamen Erträge beliefen sich auf 552 T€ und die Investitionen in das Anlagevermögen beliefen sich auf 57 T€. Zum 31. Dezember 2022 finanziert sich das Unternehmen weitgehend (74,4%, Vorjahr 86,2%) durch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (Darlehen bzw. Lieferverbindlichkeiten) der Harvard Bioscience Gruppe und durch Eigenmittel (10,9%, Vorjahr 0,3%). Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und damit externe Abhängigkeiten bestehen nicht. Im Geschäftsjahr 2022 war die Gesellschaft (wie im Vorjahr) in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. d) Vermögenslage
Vorstehend ist die Vermögenslage auf vergleichbarer Basis dargestellt, d.h. zum Vorjahresstichtag mit der zum 1. Januar 2022 verschmolzenen Tochtergesellschaft HEKA Elektronik GmbH. Die bedeutendsten Veränderungen in dem vorstehenden Bilanzvergleich sind die Reduzierung des Anlagevermögens (Finanzanlagen -3.279 T€) sowie des Eigenkapitals (-3.831 T€) infolge der Verschmelzung von HEKA auf MCS. Unter Berücksichtigung des Jahresüberschusses 2022 (1.141 T€) verringerte sich das Eigenkapital des kombinierten Unternehmens (MCS plus HEKA) um 2.690 T€ und beträgt zum 31. Dezember 2022 1.163 T€. Das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 um den erzielten Jahresüberschuss von 22 T€ auf 1.163 T€, die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 0,3% zum Vorjahresstichtag auf 10,9% zum 31. Dezember 2022. Nach dem verschmelzungsbedingten Abgang der Finanzanlagen spielt das Anlagevermögen zum 31. Dezember 2022 mit 116 T€ bzw. 1,1% der Bilanzsumme keine nennenswerte Rolle mehr. Die Vorräte bewegen sich zum 31. Dezember 2022 auf Vorjahresniveau (2.368 T€; Vorjahr MCS plus HEKA 2.482 T€). Trotz gestiegenem Geschäftsvolumen gingen die Vorräte im Geschäftsjahr 2022 aufgrund der Verwertung während der Corona-Pandemie zugekaufter Materialien um 114 T€ zurück. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Drittkunden erhöhten sich zum 31. Dezember 2022 auf 1.524 T€ (Vorjahr MCS plus HEKA 948 T€); zusätzlich bestehen gegen Konzernunternehmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5,2 Mio. €. Die Nettoverbindlichkeit gegenüber Unternehmen der Harvard Bioscience-Gruppe beträgt zum 31. Dezember 2022 2.629 T€ (Vorjahr 5.966 T€). Zur Veränderung der liquiden Mittel im Geschäftsjahr 2022 verweisen wir auf Punkt "Finanzlage". 3. Gesamtbeurteilung der wirtschaftlichen Lage Die Geschäftsentwicklung im am 31. Dezember 2022 endenden Geschäftsjahr spiegelt ein Jahr der Erholung wider, bei dem jedoch noch einige Auswirkungen der Corona-Krise spürbar sind. Das Gesamtergebnis halten wir für zufriedenstellend. Während wir geeignete Maßnahmen zur Kostenkontrolle und Neuorganisation unseres Vertriebsteams ergriffen haben, ist die Geschäfts- und Handelsaktivität gestiegen. Durch die Fusion von MCS und HEKA und die damit verbundene Umstrukturierung kann das Unternehmen effizienter arbeiten. 4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Nachfolgend ein Überblick über wesentliche Leistungsindikatoren im Vorjahresvergleich.
III. Nachtragsbericht Der Geschäftsführung sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, bekannt. IV. Prognosebericht Die wirtschaftliche Entwicklung war im Geschäftsjahr 2023 und wird auch im Geschäftsjahr 2024 maßgeblich durch den weiteren Verlauf der Krisen, der Inflations- und Zinsentwicklung sowie der sonstigen Konjunkturdaten und deren Einfluss auf den Konsum beeinflusst sein. Prognoseaussagen sind unsicherer als in der Vergangenheit. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung: Im 1. Quartal 2023 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,3 % gesunken, im 2. Quartal 2023 unverändert geblieben, im 3. Quartal 2023 um 0,1 % und im 4. Quartal 2023 um 0,3 % gesunken (jeweils im Vergleich zum Vorquartal). Im Gesamtjahr 2023 war das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,3 % geringer als im Vorjahr; Deutschland befand sich in einer Rezession (Statista und tagesschau.de 30.1.2024). Nach ersten Schätzungen ist das reale BIP sowohl im Euroraum als auch in der EU im Jahr 2023 um 0,5 % gestiegen (Eurostat 30.1.2024). Für 2024 erwarten Wirtschaftsexperten ein weltweites reales BIP-Wachstum von 2,6 % und für Europa von ca. 2,0 % (Ifo Institut 23.1.2024). Die Inflation in Deutschland, die wegen hoher Energiepreise und Lieferschwierigkeiten in vielen Branchen in 2022 sprunghaft gestiegen ist, war auch im Jahr 2023 mit 5,9 % hoch (Destatis 16.1.2024). Die bereits erfolgten bzw. noch zu erwartenden Zinsmaßnahmen der Zentralbanken sollen die Inflationsraten senken, stellen aber auch ein Konjunkturrisiko dar. Der US-Dollar ist im Jahr 2023 wieder unter die Parität des Eurokurses zum USD gesunken. Für das Jahr 2024 werden für Deutschland keine nennenswerten Wachstumsimpulse erwartet; so geht die OECD für Deutschland von einem geringen Wirtschaftswachstum von 0,3 %, der IWF von 0,5 % und die Bundesregierung von 0,2 % aus; die Prognosen führender deutscher Wirtschaftsinstitute variieren zwischen +0,9 % und -0,5 % (OECD 5.2.2024, IWF 31.1.2024, tagesschau.de 5.3.2024). Auch die Inflation wird im Jahr 2024 in Deutschland anhalten, It. Einschätzung der Bundesregierung und der EU-Kommission mit 2,8 %, It. Einschätzung der Bundesbank mit 2,7 % (Übersicht tagesschau.de 5.3.2024). Die Stimmung unter den Unternehmen hat sich etwas aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Februar 2024 auf 85,5 Punkte gestiegen, nach 85,2 Punkten im Januar 2024. Dies war auf etwas weniger pessimistische Erwartungen zurückzuführen. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage blieben unverändert. Hier gleichen sich positive und negative Antworten gegenwärtig nahezu aus. Die Konjunktur stabilisiert sich auf niedrigem Niveau. Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex gefallen. Die aktuelle Lage wurde zuletzt im September 2020 so schlecht eingeschätzt. Die Erwartungen blieben nahezu unverändert pessimistisch. Der Rückgang des Auftragsbestandes hält unvermindert an. Die Unternehmen haben weitere Produktionskürzungen angekündigt. Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Dienstleister waren zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen sind weiter pessimistisch, jedoch etwas weniger stark als noch im Januar. Die Auftragsentwicklung ist allerdings schwach. Im Handel ist der Index erneut gefallen. Die Händler waren merklich weniger zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage. Die Erwartungen verbesserten sich hingegen leicht. Dennoch herrscht weiterhin eine große Skepsis mit Blick auf die Entwicklung in den kommenden Monaten. Im Bauhauptgewerbe hat der Geschäftsklimaindikator auf niedrigem Niveau leicht zugelegt. Grund dafür waren bessere Einschätzungen zur aktuellen Lage. Die Erwartungen sind jedoch gesunken, auf den niedrigsten Wert seit 1991 (Ifo Institut 23.2.2024). Zukünftige Entwicklung der Gesellschaft gilt: Für das Geschäftsjahr 2023 erwarten wir einen Umsatz von rund 12,6 Mio. € und einen Jahresüberschuss von 0,1 Mio. €. Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir einen Umsatz von rund 12,7 Mio. € und ein Ergebnis vor Steuern von rund 0,2 Mio. €. Die klassischen MEA-In-vitro-Systeme sowie das dazugehörige Zubehör und Verbrauchsmaterial machen weiterhin etwa 50 % des Umsatzes unserer selbst hergestellten Produkte aus, HEKA-Patchclamp-Produkte etwa 45 %. Ende 2022 haben wir beschlossen, die Entscheidung, unsere Elektrochemie-Produktlinie einzustellen, rückgängig zu machen und erwarten ab 2023 einen Umsatz von über 1 Mio. € pro Jahr. Wir haben die Zuverlässigkeitsschwierigkeiten unserer Multiwell-Verbrauchsmaterialien überwunden und produzieren und liefern nun robuste, zuverlässige Produkte, wodurch wir einige verlorene Marktanteile zurückgewinnen können. Im Jahr 2023 bringen wir mehrere neue Produkte auf den Markt, den Stimulator-Generator der nächsten Generation des Unternehmens und ein neues Zubehör für unsere Patchclamp-Produkte, Smart Ussing, das dem Benutzer mit einer brandneuen intelligenten Benutzeroberfläche eine verbesserte Kontrolle über unsere Ussing-Geräte gibt. Das Unternehmen treibt die Entwicklung eines Multiwell-Inkubators voran, der die Bedingungen in menschlichen Inkubatoren nachahmt und ein besseres Verständnis der Zellentwicklung unter diesen Bedingungen ermöglicht. Seit Anfang 2022 fungiert das Unternehmen als Vertriebsgesellschaft für alle Produkte von Harvard Appartus, BTX und Warner Instruments für Kunden innerhalb der Europäischen Union. V. Chancen- und Risikobericht 1. Chancenbericht Neben den im Prognosebericht genannten Chancen sehen wir insbesondere folgende: Durch die Beteiligung an nationalen und internationalen Forschungsprojekten ergibt sich ein ständiger Dialog mit Wissenschaftlern und Anwendern. Das daraus resultierende Innovationspotential ermöglicht uns auch in Zukunft eine technische Vorreiterrolle in der Branche. Die Übernahme der HEKA Elektronik GmbH ermöglicht prozessbedingte Synergien im Einkauf, um größere Chargen an Produktionsmaterial zu bestellen und damit bessere Einkaufspreise zu realisieren, sowie in den Bereichen Vertrieb, Kundenservice und Finanzen. 2. Risikobericht Zu den Risiken resultierend aus der schwachen gesamtwirtschaftlichen Lage insbesondere in Deutschland, aus den internationalen Krisen u.ä. verweisen wir auf Punkt IV Prognosebericht. Daneben bestehen weiterhin folgende unternehmensspezifische Risiken. Die mit der unternehmerischen Tätigkeit der Multi Channel Systems MCS GmbH verbundenen Risiken werden mit Maßnahmen des Risikomanagements gesteuert. Das Risikomanagementsystem ist integraler Bestandteil des Planungs- und Berichtssystems der Gesellschaft und in dasjenige des Harvard Bioscience-Konzerns integriert. Im Rahmen der Planungs- und Berichtssysteme werden verschiedene Analysen und Auswertungen durchgeführt und gegebenenfalls Maßnahmen festgelegt. Die Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen in Bezug auf die Finanzinstrumente, insbesondere Forderungen, Verbindlichkeiten und flüssige Mittel, werden dabei ebenfalls erfasst. Die typischen Geschäftsrisiken und -chancen der Kunden können auch zukünftig einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Multi Channel Systems MCS GmbH haben; dazu gehören insbesondere Nachfragerückgänge bzw. -schwankungen. Die Gesellschaft ist ein international agierendes Unternehmen mit weltweitem Kundenkreis, was entsprechende Marktchancen eröffnet sowie die Risikostreuung in Bezug auf die regionalen Kundenmärkte ermöglicht. Die weitere positive Entwicklung der Gesellschaft setzt voraus, dass auch künftig eine technologisch führende Rolle in den Geschäftsfeldern der Gesellschaft besetzt werden kann. Hierzu ist neben dem Erkennen zukünftiger Tätigkeitsschwerpunkte auch das Halten und Gewinnen von hervorragenden Mitarbeitern eine wichtige Voraussetzung. Unsere Gesellschaft ist auf dem Arbeitsmarkt auf hochqualifiziertes und akademisch gebildetes Personal angewiesen. Um unsere Attraktivität als Arbeitsgeber zu erhöhen und gleichzeitig unsere vorhandenen Mitarbeiter möglichst langfristig zu binden, werden neben einer Beteiligung am konzernweiten Bonussystem auch Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge, die über dem gesetzlichen Rahmen liegen, gewährt. Unterstützend gelten arbeitnehmerfreundliche Urlaubsregelungen bzw. Regelungen zum Freizeitausgleich. Die Multi Channel Systems MCS GmbH ist Teil der Harvard Bioscience-Gruppe und sieht aufgrund dessen Liquiditätsrisiken bzw. Risiken für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit als abgesichert an. Im Dezember 2022 erfolgte als Unterstützungsschritt der Darlehensverzicht eines Gläubigers aus dem Harvard Bioscience-Konzern in Höhe von 0,8 Mio. €. Mit Schreiben vom 19. März 2024 versichert das Konzernmutterunternehmen Harvard Bioscience, Inc. die finanzielle Unterstützung der Multi Channel Systems MCS GmbH für mindestens 12 Monate ab dem Datum der Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2022. VI. Risikobericht in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten Das Risikomanagementsystem der Gesellschaft umfasst auch die Risikosteuerung in Bezug auf Finanzinstrumente. Ziel des Risikomanagements in Bezug auf Finanzinstrumente ist es, diesbezügliche Risiken, soweit wirtschaftlich sinnvoll, zu beseitigen, wobei der Geschäftsführung bewusst ist, dass bestimmte Risiken nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand zu vermeiden sind. Dabei wird durch die fortlaufende Risikoidentifikation und -bewertung, insbesondere hinsichtlich der Forderungen und Verbindlichkeiten, das Ziel verfolgt, Risiken bei den Finanzinstrumenten zu minimieren. Durch die Kundenstruktur (meist Universitäten u.ä.) sind die Ausfallrisiken von Forderungen eher gering. Zusätzlich wird das Ausfallrisiko von Forderungen durch ein konsequentes Forderungsmanagement überwacht. Unsere Finanzierung stützt sich überwiegend auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Harvard Bioscience Gruppe. Soweit diese Verbindlichkeiten aus Darlehen bestehen, besteht ein Zinsänderungsrisiko entsprechend der allgemeinen Marktentwicklung. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und damit externe Finanzierungsabhängigkeiten bestehen nicht. Im Berichtsjahr 2022 wurden 16% des Umsatzes in Fremdwährung fakturiert; die Fremdwährungsumsätze erfolgten fast alle in US-Dollar. 55% der Einkäufe erfolgten in 2022 in Euro und 42% in US-Dollar. Neben einem gesellschaftsinternen Ausgleich der US-Dollar-Positionen ist die Gesellschaft Teil eines US-Konzerns, so dass das Fremdwährungsrisiko insgesamt als gering angesehen wird. Derivative Finanzinstrumente werden nur nach Einzelfallbeurteilung abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2022 bestanden keine derivativen Finanzinstrumente.
Kusterdingen, 22. März 2024 Multi Channel Systems MCS GmbH Die Geschäftsführung Joe Eyles, Geschäftsführer Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersFür Zwecke der Offenlegung wird der Jahresabschluss im Rahmen der Offenlegungserleichterungen nach §§ 326 ff. HGB gekürzt wiedergegeben. Der nachfolgende Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss und Lagebericht: An die Multi Channel Systems MCS GmbH, Kusterdingen Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Multi Channel Systems MCS GmbH, Kusterdingen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Multi Channel Systems MCS GmbH, Kusterdingen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, den 22. März 2024 Grant
Thornton AG
Hämmerle, Wirtschaftsprüfer Betzin, Wirtschaftsprüfer |
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