Stammdaten

Register
Amtsgericht Leipzig HRB 26878
Vorher
Marmor 183. V V GmbHFlexcell GmbHQ-Cells Clean Sourcing GmbHBECOMAC GmbHClean Energy Sourcing GmbHGrün Direkt GmbH
Eingetragen
15.2.2007
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenWärme- und KältehandelManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Das Halten und Verwalten eigenen Vermögens, der Handel mit CO²- und Energiezertifikaten sowie ähnliches und der Betrieb eines Inkassobüros.

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Jörn Trierweiler
seit 3.11.2016
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (6)

NameAnteil
75.21%
17.19%
4.20%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
VRB Dritte Beteiligungs GmbH
Germany
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Grün Direkt GmbH (vormals: Clean Energy Sourcing GmbH)

Leipzig

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2013 bis zum 31.12.2013

Lagebericht

A. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1. Allgemeine Markt- und Rahmenbedingungen

2. Regulatorische Änderungen des EEG

3. Allgemeine Entwicklung der Gesellschaft

4. Entwicklung der Geschäftsbereiche der Gesellschaft

B. Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

1. Ertragslage

2. Vermögens- und Kapitalstruktur

3. Finanzlage

C. Prognosebericht

D. Risikobericht

E. Nachtragsbericht

A. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1. Allgemeine Markt- und Rahmenbedingungen

Der Energiemarkt befindet sich in einem fundamentalen Wandel, bei dem das Stichwort "Energiewende" nur die politische Spitze dieses Veränderungsprozesses beschreibt. Die klassische Stromerzeugung leidet massiv unter dem seit Jahren anhaltenden Strompreisverfall an den Großmärkten. So sind alleine die Strompreise von 2012 auf 2013 um 0,49 ct/KWh auf 3,78 ct/KWh gesunken (Quelle EPEX). Unter diesem Strompreisverfall leiden in erster Linie Gaskraftwerke, weil sie aufgrund ihrer höheren Grenzkosten höhere Strompreise für einen wirtschaftlichen Betrieb benötigen. Neubauprojekte in Gaskraftwerken sind nahezu vollständig aufgegeben worden. Jüngst ans Netz gegangene Kraftwerke wie Hamm oder Hirschberg laufen defizitär. Dies ist insbesondere deshalb bemerkenswert, weil man flexiblen Gaskraftwerken im Rahmen der Energiewende die Rolle der flexiblen Ergänzungslieferanten zugedacht hat. Galten bisweilen noch die günstigen Braunkohlekraftwerke als die Gewinner dieser Entwicklung, ist es bereits heute absehbar, dass auch hier die Wirtschaftlichkeit stark unter Druck gerät.

Nach einer Auswertung des Europäischen Windverbandes (EWEA) wurden im Jahr 2013 innerhalb der EU neue Erzeugungskapazitäten mit einer Leistung von 35 GW installiert, wovon mehr als 70 % aus dem Bereich der erneuerbaren Energie kommt. Innerhalb der Erneuerbaren setzen Wind und Photovoltaik (PV) mit einem Anteil von 11 GW den Schwerpunkt. Im Bereich PV setzte sich der globale Ausbau fort. Gemäß Bloomberg wuchs die Zahl der Neuinstallationen global auf 39 GW. Hauptinvestitionsländer waren China, die USA und Japan; in Europa ist Deutschland mit ca. 3,3 GW nach wie vor der größte Markt, wenn auch mit rückläufigen Zahlen.

War in Deutschland bis Ende 2012 der Zubau von Photovoltaik einer der stärksten Treiber, ist dieser Bereich deutlich zurückgegangen. Hintergrund ist die deutliche Kürzung der Einspeisevergütung und der sogenannte atmende Deckel. Dadurch ist das monatliche Ausbauvolumen auf unter 200 MW gesunken. Unverändert ist der Zubau von Wind onshore. Hier ist allein in 2013 ein Zuwachs von 3,3 GW zu verzeichnen gewesen und trotz aller politischer Diskussion ist hier ein konstanter Zuwachs auch in den kommenden Jahren zu erwarten. Sehr zurückhaltend ist der Zubau in stetigen Erneuerbaren Energien wie Wasserkraft, Biogas- oder Biomassekraftwerke. Insgesamt ist also ein weiterer Zubau an fluktuierenden Einspeisern zu verzeichnen, ohne dass im gleichen Maße andere Kraftwerkskapazitäten aus dem Markt ausscheiden. Die Folge ist ein weiterhin hohes Leistungs- und Stromangebot mit weiter fallenden Preisen.

Sowohl private als auch industrielle oder gewerbliche Eigenerzeugung gewinnt immer stärker an Dynamik und verändert mithin die früher eher zentral ausgerichtete Erzeugungsstruktur. PV in der privaten Eigenerzeugung dient dem Eigenverbrauch und verdrängt damit den Fremdbezug. Die Eigenerzeugung ist aufgrund gefallener Modul- und Installationspreise preisgünstiger als der Haushaltskundentarif, weil man neben dem eigentlichen Strompreis auch EEG-Umlage und Netzentgelte verdrängt. Im gewerblichen Bereich, insbesondere bei speziellen Lebensmitteleinzelhandelsimmobilien, hat der Zubau an PV-Eigenerzeugung auch weiter an Dynamik gewonnen, um EEG-Umlage und Stromsteuer zu sparen. Damit werden frühere Stromverbraucher auch zu Stromproduzenten; der Begriff der "Prosumer" greift hier Platz. Einerseits wirkt diese verbrauchsnahe Produktion netzentlastend, andererseits wird die Restlast, also der Verbrauch abzüglich der Eigenerzeugung, ebenfalls witterungsabhängig und erfordert eine auf Direktvermarktung spezialisierte Verbrauchsprognose.

Industrielle Eigenerzeugung hat vor dem Hintergrund ständig steigender EEG-Umlagen deutlich an Fahrt gewonnen. Haupttreiber hierfür ist wiederum der Versuch, der steigenden EEG-Umlage zu entkommen, denn bisher war auf eigenerzeugten Strom keine EEG-Umlage zu zahlen.

2. Regulatorische Änderungen des EEG

Im Berichtsjahr gab es keine nennenswerten Änderungen. Zu Beginn des Jahres 2013 war die sogenannte Strompreisbremse in der Diskussion. Hier sollte durch die Kürzung von Wind-Onshore Einspeisevergütungen und durch Änderung der EEG Härtefallregelung der weitere Anstieg der EEG-Umlage von 5,24 ct/KWh auf nunmehr 6,24 ct/KWh (2014) begrenzt werden. Infolge der Bundestagswahl am 23.9.2013 kam es aber nicht mehr zu einer diesbezüglichen überparteilichen Einigung.

Im Dezember 2013 leitete die EU Kommission ein förmliches Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen der besonderen Ausgleichsregelung und wegen des Grünstromprivilegs ein. Die EU Kommission bemängelte, dass die besondere Ausgleichsregelung, bekannt als EEG Härtefallregelung, gegen EU Wettbewerbsrecht verstoße, weil es ungerechtfertigt Unternehmen bevorteile. Auch das von der Clean Energy Sourcing Gruppe (kurz: CLENS Gruppe) angewendete Grünstromprivileg könnte nach Ansicht der Kommission eine unerlaubte Beihilfe darstellen. Obgleich das Vertragsverletzungsverfahren noch nicht förmlich eingestellt ist, werden hieraus keine Konsequenzen mehr erwartet, weil die Bundesregierung die besondere Ausgleichsregelung mit Wirkung zum 1.1.2015 in Abstimmung mit der Kommission reformiert hat. Ebenfalls sieht der Kabinettsentwurf zum EEG die Streichung des Grünstromprivilegs zum 31.7.2014 vor. Für das Berichtsjahr gibt es mithin keine regulatorischen Änderungen mit Auswirkung auf das Geschäftsergebnis.

Im Jahr 2014 ist eine umfassende Reform des EEGs vorgesehen und stellt einen Schwerpunkt in der Arbeit der christlich-sozialdemokratischen Bundesregierung dar. Primäres Ziel der EEG Novelle ist es, den weiteren Kostenanstieg der EEG-Umlage zu begrenzen und die von der EU in Frage gestellte besondere Ausgleichsregelung neu zu fixieren. Obgleich die Diskussionen und Verhandlungen zum Zeitpunkt der Erststellung dieses Berichtes nicht vollständig abgeschlossen sind, lassen sich folgende Strukturmerkmale des neuen EEGs erkennen

a. EEG-Umlage für Eigenerzeugung

Es wird als eines der Hauptkostentreiber des EEGs angesehen, dass eigenerzeugter Strom von der EEG-Umlage befreit ist. Mit der Gesetzesnovelle soll nunmehr Strom aus Eigenerzeugungsanlagen, differenziert nach Erneuerbaren Energien und konventionellen Anlagen sowie getrennt nach industriellem und nicht industriellem Verbrauch mit EEG-Umlage belastet werden. Damit soll der "Run" auf die Eigenerzeugung und damit die "Endsolidarisierung" gebremst werden.

b. Begrenzung der Bioenergie

Weiterer Schwerpunkt der Novelle ist die Begrenzung der Stromerzeugung aus Bioenergie. Die Bioenergie wird als einer der teuersten Erzeugungsformen gebrandmarkt und ihre Landinanspruchnahme in Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Erzeugung von Lebensmitteln gesetzt. Der jährliche Zubau soll daher auf 100 MW gedeckelt werden. Vernachlässigt wird bei dieser Entscheidung die Tatsache, dass Strom aus Bioenergie eine steuerbare Erneuerbare Energie ist und damit einen wesentlichen Beitrag zur Systemstabilität leisten kann. Eine Aufgabe, die in der allgemeinen politischen Diskussion Gaskraftwerken zugesprochen wird. Die Begrenzung der Bioenergie wird zur Folge haben, dass es hier im Wesentlichen um Bestandsverwaltung gehen wird und sich das Verhältnis von fluktuierenden Erneuerbaren Energien und stetigen Erneuerbaren Energien weiter zugunsten der fluktuierenden Erzeuger verschieben wird. Die gesamte Erzeugung wird damit noch schwankungsintensiver.

c. Verpflichtende Direktvermarktung

Die Direktvermarktung im Wege der Marktprämie wird zum zentralen Vermarktungsweg von Erneuerbaren Energien bestimmt. Von der verpflichtenden Direktvermarktung verspricht sich der Gesetzgeber eine stärkere Integration von Erneuerbare Energien Anlagen in den Gesamtmarkt. Neuanlagen ab dem 1.1.2015 müssen im Wege der Direktvermarktung vermarktet werden. Die Nutzung der festen Einspeisevergütung, also die Abnahme durch den lokalen Netzbetreiber, ist zukünftig nicht mehr möglich. Lediglich Anlagen mit einer installierten Leistung von weniger als 100 KW sind dauerhaft von dieser Regelung ausgenommen. Im Jahr 2015 liegt diese Grenze noch bei 500 KW. Im PV Bereich ist jedoch die ganz überwiegende Anzahl von PV-Anlagen kleiner als 100 KW und dies dürfte aufgrund der Kürzungen der Einspeisevergütungen auch für den Zubau von Anlagen gelten. Für die Branche der Direktvermarktung ist die verpflichtende Direktvermarktung eine positive Entscheidung, weil damit ihr Geschäftsmodell quasi Gesetzescharakter hat.

d. Verordnungsermächtigung

Ab 1.8.2014 wird die Vermarktung von EEG-Anlagen im Wege des Grünstromprivilegs abgeschafft. Dies hat zur Folge, dass Grünstrom "Made in Germany" zukünftig nur noch aus der wirtschaftlich unbedeutenden sonstigen Direktvermarktung kommt und der ganz überwiegende Teil des in Deutschland abgesetzten Grünstroms importiert wird. Für das Land der Energiewende ist dies schon eine sehr fragwürdige Entwicklung, weshalb der Gesetzgeber nach den derzeitigen Planungen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermächtigen wird, im Wege einer Verordnung ein alternatives Modell zuzulassen, dass die Grünstromvermarktung unter der Maßgabe zulässt, dass es das EEG Konto nicht belastet. Damit greift die Verordnungsermächtigung genau den Vorschlag der Clean Energy Sourcing auf.

e. Veränderung in der Direktvermarktung von Altanlagen

Auch bei der Direktvermarktung von Bestandsanlagen kommt es zu Veränderungen. So entfällt der Fernsteuerungsbonus und die Fernsteuerbarkeit wird zur Voraussetzung der Marktprämie und mithin für die Direktvermarktung. Hierfür ist eine Frist bis zum 31.3.2015 genannt. Hieraus resultiert kurzfristig eine starke Nachfrage nach Fernsteuerungstechnik. Gerade bei kleineren Anlagen ist jedoch die Wirtschaftlichkeit fraglich, weil die Kosten der Fernsteuerungstechnik die Mehrerlöse aus der Direktvermarktung mehr als aufzehren. Die Fernsteuerung ermöglicht andererseits eine bessere Ausrichtung der Anlagen auf die Marktgegebenheiten. Neu ist, dass die Marktprämie nicht gezahlt werden soll, wenn der Börsenpreis an sechs oder mehr Stunden negativ ist. Damit sollen langanhaltende negative Preise vermieden werden, denn in diesen Fällen ist es für Windkraftanlagenbetreiber sinnvoll die Anlage abzuschalten. Damit wird im Prinzip der Betrieb von Braun- und Steinkohlekraftwerken, die besonders unter negativen Preisen leiden, unterstützt.

3. Allgemeine Entwicklung der Gesellschaft

Die CLENS Gruppe hat 2013 die Gruppenstruktur neu geordnet und sich so auf die sich veränderten Rahmenbedingungen vorbereitet (nachfolgend kurz: Reorganisation). Hierzu ist eine neue Holding-Struktur eingeführt worden, unter deren zentralen Leitung und Steuerung die operativen Gesellschaften nebeneinander stehen. Die Leitungsgesellschaft in Form einer Aktiengesellschaft (AG) übernimmt dabei die Beistellung der Finanzierungfazilitäten, der IT-Infrastruktur und sukzessive die Beschäftigung der gruppenübergreifend tätigen Mitarbeiter.

Im Rahmen dieser Reorganisation wurden sämtliche Geschäftsanteile der Grün Direkt GmbH (vormals: Clean Energy Sourcing GmbH), Leipzig, (nachfolgend: GRÜND) zum Ende des Kalenderjahres 2013 im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung der Clean Energy Sourcing AG, Leipzig, (vormals: AF Acento AG, Düsseldorf) in die Clean Energy Sourcing AG, Leipzig, (nachfolgend: CLENSAG) eingebracht.

Nach der Einbringung der Grün Direkt GmbH wurden Ende 2013 auch deren Geschäftsanteile an den bisherigen inländischen Tochtergesellschaften mit Ausnahme der BECOMAC GmbH, Leipzig, an die Clean Energy Sourcing AG verkauft und übertragen.

Abbildung 1: Neue Unternehmensstruktur der CLENS Gruppe

Liefergeschäft

Das Liefergeschäft ist nach der Reorganisation über mehrere Gesellschaften verteilt (siehe Abbildung 1), um einerseits besser die Quoten im Grünstromprivileg auszusteuern, andererseits erfolgt die Zuordnung der Kunden entsprechend ihrer Größe und den damit verbunden Anforderungen. In Summe ist in 2013 durch die CLENS Gruppe bzw. aufgrund der Reorganisationsumsetzungen gegen Ende des Kalenderjahres 2013 noch nahezu vollständig durch die GRÜND für das Geschäftsjahr 2013 ein Liefervolumen von rund 4 TWh abgesetzt worden.

Die Grün Direkt GmbH beliefert weiterhin mittlere Industrie- und Gewerbekunden mit Grünstrom im Wege einer geschlossenen Lieferkette.

Sourcing-Geschäft (Strombezug aus Erneuerbaren Energien Kraftwerken)

Das inländische Sourcing-Geschäft ist ebenfalls neu strukturiert und jetzt systematisch im Rahmen der Reorganisation auf zwei Schwestergesellschaften der GRÜND abgegeben worden. Unterschiedliche Finanzierungsformen verlangen die Verteilung der deutschen Sourcing-Aktivitäten über dieser Schwestergesellschaften, der Clean Energy Flex GmbH und der Clean Energy Direkt GmbH. Bis zum Zeitpunkt der unterjährigen Übertragung wurden diese Geschäftsaktivitäten durch die GRÜND im Geschäftsjahr 2013 durchgeführt.

4. Entwicklung der Geschäftsbereiche der Gesellschaft

Die Gesellschaft war 2013 bis zum Abschluss der vorgenannten Reorganisation am Jahresende in mehreren Geschäftsbereichen tätig.

a. Grünstromlieferung

Der umsatzstärkste und älteste Geschäftsbereich ist der Bereich Grünstromlieferung. Hier wurde 2013 ein Umsatz von rund 330 Mio. Euro erwirtschaftet. Standen in der Vergangenheit der große Verbraucher im Zentrum der Kundenansprache, wird hier auch das Spektrum in Richtung kleinere Industrie- und Gewerbekunden erweitert.

Nach wie vor haben Industriekunden ein gesteigertes Interesse an "echtem Grünstrom" und lehnen eine zertifikatebasierte "Vergrünung" ab. Wichtig ist, dass Strom und grüne Eigenschaft zusammen eingekauft und im Wege einer geschlossenen Lieferkette an den Kunden geliefert werden. Dieser Geschäftsbereich wird besonders durch den Wegfall des Grünstromprivilegs zum 31.7.2014 betroffen, weil das Grünstromprivileg das einzig wirtschaftliche Modell war, mit dem Grünstrom "Made in Germany" an Kunden geliefert werden konnte. Zukünftig wird Grünstrom, sofern nicht das Grünstrommarktmodell oder ein alternatives Vermarktungsmodell zum Tragen kommt, aus dem angrenzenden Ausland, aber weiterhin im Wege einer geschlossenen Lieferkette, geliefert.

Im Berichtsjahr ist ein Absatzvolumen von rund 4 TWh im Rahmen des Grünstromprivilegs geliefert worden. Dabei wurden gruppenübergreifend mit einer Jahresquote von 50,05 % für EEG-Einspeiser insgesamt und mit 21 % Jahresquote für fluktuierende Einspeiser einschließlich der Monatskriterien die gesetzlichen Vorgaben vollständig erfüllt. Damit ist die CLENS Gruppe ausweislich der Ökostromumfrage der Zeitschrift Energie und Management (Ausgabe 07/14) der größte Grünstromlieferant für Gewerbe und Industriekunden in Deutschland.

b. Direktvermarktung fluktuierender Einspeiser

Das Geschäftsfeld Direktvermarktung fluktuierender Einspeiser wächst seit seiner Aufnahme im Januar 2012 kontinuierlich. Durch den Einsatz von Fernsteuerungstechnik und durch Onlinemesswerte werden die Prognosen der fluktuierenden Einspeiser stetig verbessert, so dass insbesondere aufgrund der verpflichtenden Direktvermarktung für Neuanlagen ab 2015 dieser Geschäftsbereich weiter dynamisch wachsen wird. Aufgrund der Reorganisation werden diese Impulse überwiegend in anderen Schwestergesellschaften ihren Niederschlag finden.

c. Direktvermarktung stetiger Anlagen

Im Dezember 2012 übernahm die Gesellschaft den Geschäftsbereich Load-Management von einem ihrer Gesellschafter und legte diese Aktivität mit der Vermarktung stetiger EEG Anlagen zusammen. Im Jahr 2013 wurde dieser Bereich systematisch ausgebaut und weiterentwickelt, so dass im Berichtsjahr ca. 55 Mio. Euro erwirtschaftet wurden. Mittlerweile sind hier rund 284 MW unter Vertrag und auf der Leitwarte der CLENS Gruppe aufgeschaltet. Die Flexibilität dieser Kraftwerke wird im Rahmen der Minutenreserve, der Sekundärleistung und als Fahrplanbetriebe vermarktet. In den kommenden Jahren wird dieser Geschäftsbereich ein Wachstumsschwerpunkt sein. Aufgrund der Reorganisation werden diese Impulse überwiegend in anderen Schwestergesellschaften ihren Niederschlag finden.

B. Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2013 insgesamt positiv entwickelt.

1. Ertragslage

Die Ergebnisstruktur stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 2013 2012
Umsatzerlöse 563.813 526.251
Materialaufwand 559.022 516.878
Rohertrag 4.791 9.373
Personalaufwand -3.806 -2.382
Sonstige betriebliche Aufwendungen abzgl. sonstige Erträge 824 -1.652
EBITDA 1.809 5.339
Abschreibung -840 -358
Betriebsergebnis 969 4.981
Finanzergebnis 1.610 -1.712
Außerordentliches Ergebnis -766 -576
Ergebnis vor Ertragsteuern 1.813 2.693
Ertragsteuern 61 -1.181
Jahresergebnis 1.874 1.512

Der Umsatzanstieg resultiert zum einen aus einem umsatzrelevanten Anstieg der EEG-Umlage von 3,3 ct/KWh auf 5,24 ct/KWh und zum anderen aus dem Anstieg des Direktvermarktungsvolumens. Die Steigerung des Materialaufwandes korrespondierte entsprechend.

Das Rohergebnis ist gegenüber dem Vorjahr aufgrund der gesunkenen Vorteilhaftigkeit des Grünstromprivilegs als unmittelbare Folge fallender Strommarktpreise gesunken und konnte mit dem Wachstum des Umsatzes nicht Schritt halten.

Kostenseitig fand das starke Wachstum in einer Steigerung des Personalaufwands seinen Niederschlag.

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Aufwendungen abzüglich der sonstigen Erträge hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Mio. Euro verbessert. Diese Entwicklung resultiert zum einen aus einem positiven Saldo periodenfremder Effekte aus Liefer- und Dienstleistungsgeschäften der Vorjahre und einem hierzu gegenläufigen Effekt aus erhöhtem IT-Aufwand sowie höheren Marketingaufwendungen und Mietkosten.

Der Anstieg der Abschreibungen resultiert aus den Ende des Vorjahres angeschafften immateriellen Vermögenswerten.

Das Finanzergebnis ist durch eine deutliche Steigerung der Erträge aus Gewinnabführungsverträgen beeinflusst. Gegenüber dem Vorjahr ist eine Steigerung um 3,2 Mio. Euro aufgrund der erwirtschaften Erträge der "Nahversorgungsgesellschaft" Clean Energy Privileg GmbH, Leipzig, (nachfolgend: POWER). Das Ergebnis aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen konnte auf einem gegenüber dem Vorjahr nahezu konstanten Niveau gehalten werden.

Die Ertragssteuern des Geschäftsjahres 2013 sind durch die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge und der nur eingeschränkten Ertragsteuerbarkeit von Gewinnen aus der Veräußerung von Beteiligungen im Rahmen der Reorganisation gekennzeichnet.

2. Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Vermögens- und Kapitalstruktur stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 2013 2012
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.177 2.687
Sachanlagen 0 237
Finanzanlagen 2.206 7.993
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 24.979 37.440
Forderungen im Verbund 26.696 5.754
Übrige Forderungen und ARAP 13.069 12.535
Flüssige Mittel 11.767 15.138
Summe Aktiva 79.894 81.784
Eigenkapital 11.705 12.616
Rückstellungen 6.852 11.886
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 29.404 25.637
Verbindlichkeiten im Verbund 19.892 9.020
Übrige Verbindlichkeiten 10.066 17.817
Passive latente Steuern 1.975 3.269
Summe Passiva 79.894 81.784

Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um rund 2 Mio. Euro gesunken.

Der Rückgang der immateriellen Vermögensgegenstände, Sachanlagen und Finanzanlagen resultiert aus den Übertragungen dieser an die Clean Energy Sourcing AG im Rahmen der Reorganisation.

Die Forderungen aus Lieferung und Leistung konnten sogar trotz Geschäftsausweitung durch den partiellen Einsatz von Factoring um knapp 12,5 Mio. Euro reduziert werden.

Die Forderungen im Verbund sind zum Bilanzstichtag aufgrund des stark zugenommenen Intercompany-Geschäfts sowie der Übertragungen von Geschäftsanteilen, Liefer-/ Sourcing-Verträgen und Vermögensgegenständen an die Clean Energy Sourcing AG sowie andere Schwestergesellschaften im Rahmen der Reorganisation am Jahresende erheblich angestiegen.

Rückstellungen sind im Wesentlichen für noch nicht erfolgte Bilanzkreisabrechnungen der Übertragungsnetzbetreiber sowie für Nachzahlungen von EEG-Umlage gebildet worden. Die Reduzierung gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen stichtagsbedingt und durch unterjährige Abrechnungen und Prognoseverbesserungen bei dem Bilanzkreismanagement, dem Netzentgelt und der EEG-Umlage verursacht.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung haben aufgrund der Zunahme des Direktvermarktungsvolumens zugenommen. Hierbei fließen die Vermarktungserlöse vor der Bezahlung der entsprechend eingekauften Mengen zu. Ein Teil der Verbindlichkeiten ist auch auf vereinnahmte, aber noch nicht abgeführter Stromsteuer zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten im Verbund sind zum Bilanzstichtag aufgrund des stark zugenommenen Intercompany-Geschäfts im Rahmen der Reorganisation am Jahresende erheblich angestiegen.

3. Finanzlage

Es bestehen insgesamt liquide Mittel in Höhe von knapp 11,8 Mio. Euro.

Im Berichtsjahr konnte die CLENS Gruppe einen Multi-Bankenkreditvertrag mit einer Laufzeit bis zum 31.5.2015 in Höhe von 35,0 Mio. Euro vereinbaren. Teilnehmer dieses konsortialähnlichen Vertrages sind die Commerzbank AG, die Unicredit Bank AG und die Sachsen Bank (LBBW Gruppe). Zusätzlich besteht eine Erweiterungsoption auf 60,0 Mio. Euro durch die Aufnahme weiterer Banken und/oder die Ausweitung bestehender Linien. Der Multibankenkredit sieht Kontokorrent-Linien und Avallinien mit einheitlichen Kreditbedingungen vor. Zum Bilanzstichtag stehen der CLENS Gruppe unter diesem Rahmenvertrag eine Kontokorrent-Linie in Höhe von 10,0 Mio. Euro sowie Avallinien in Höhe von 25,0 Mio. Euro zur Verfügung. Die GRÜND kann als beitretender Kreditnehmer im Rahmen der Konzernfinanzierung vollumfänglich auf diese Linien zurückgreifen.

Zur Optimierung der Liquiditätssteuerung nimmt die GRÜND zusätzlich die Möglichkeit von Forderungsverkäufen (Factoring) in Anspruch. Die CLENS Gruppe verfügt zum Bilanzstichtag über zwei Linien von zusammen 41,0 Mio. Euro. Die GRÜND ist eine von vier Gruppengesellschaften, die zum Bilanzstichtag Forderungsverkäufer sind. Im ersten Quartal 2014 wurden die Linien auf insgesamt 75,0 Mio. Euro ausgeweitet.

Ferner verfügt die GRÜND bzw. die CLENS Gruppe noch über Geschäftsbeziehungen zu verschiedenen Versicherungsgesellschaften, mit denen zum Bilanzstichtag ein Avalrahmen von zusammen 21,0 Mio. Euro besteht.

Zusammengefasst zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, dass sich die Gesellschaft in einer soliden wirtschaftlichen Lage befindet. Der Konzern wird auch künftig seine finanziellen Verpflichtungen erfüllen können.

C. Prognosebericht

Voraussichtliche Entwicklung mit ihren Chancen und Risiken

Im Rahmen der gruppenweiten Reorganisation werden Geschäfte und Aufgaben innerhalb der Gruppe neu verteilt, um insgesamt die Transparenz zu erhöhen und die Gesamtgruppe auf die sich abzeichnenden Veränderungen vorzubereiten.

Das Liefergeschäft mit großen Industrie- und Gewerbekunden ist zum Bilanzstichtag auf andere Schwestergesellschaften verteilt worden. Hintergrund dieser Vorgehensweise ist, das bessere Aussteuern von Quoten zur Erfüllung der Anforderungen an das Grünstromprivileg.

Die Sourcing-Verträge (Grünstrombeschaffung) sind mit Wirkung zum Bilanzstichtag auf Schwestergesellschaften übertragen worden, um die innerdeutschen Sourcing-Aktivitäten dort zu konzentrieren.

Ferner übernimmt zukünftig die Holding die Zurverfügungstellung der IT-Infrastruktur und der Büroinfrastruktur, weshalb diese immateriellen Vermögenswerte zum Bilanzstichtag übertragen wurden.

In der zweiten Jahreshälfte 2014 soll die BECOMAC GmbH auf die GRÜND verschmolzen werden.

Die GRÜND wird ab 2014 in der neuen Gruppenstruktur weiterhin kleine und mittlere Kunden und Weiterverteiler beliefern. Beschaffungsseitig wird der Strom dann ausschließlich über andere Schwestergesellschaften bezogen.

Im Geschäftsjahr 2014 wird sowohl der Umsatz der Gesellschaft in Folge der Reorganisation als auch der Ertrag in Folge des Wegfalls des Grünstromprivilegs deutlich abnehmen. Dabei wird der Ertrag voraussichtlich nur einen geringen dreistelligen Betrag umfassen. Mittels der geplanten Akquise von weiteren Weiterverteilern soll diese Entwicklung abgeschwächt werden.

D. Risikobericht

Risikomanagementziele und -methoden

Das Risikomanagement erfolgt auf Gruppenebene.

Zur Erfassung und Steuerung von Risiken existieren mehrere Instrumente, die permanent weiterentwickelt werden. Dieses Risikomanagementsystem soll dazu beitragen, Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeitig aufzudecken. Das Unternehmen verfügt über umfangreiche Planungs- und Kontrollinstrumente, um Geschäftsrisiken frühzeitig zu erkennen und um wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Die Elemente des Risikomanagementsystems sind Risikosteuerung und Risiko-controlling. Zu einer internen Überwachung gehören unter anderem:

* ein regelmäßiges Managementreporting

* die Auswahl und Schulung qualifizierten Personals

* Abweichungsanalysen

* Ergebnisauswertungen

* Arbeitsanweisungen

* Maßnahmen zur Funktionstrennung

Die Frühwarnsysteme wurden zu einem Risikomanagement zusammengefasst. Dadurch ist sichergestellt, dass die Unternehmensleitung wesentliche Risiken frühzeitig erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen kann. Das Risikomanagement ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse.

Preisänderungsrisiken

Die Gesellschaft wird zukünftig auch weiterhin in geringerem Umfang Strom an Weiterverteiler liefern, so dass grundsätzlich Preisrisiken aus derartigen Liefergeschäften bestehen. Zur Risikoabsicherung ist die Gesellschaft sowohl in die Preissicherungen der CLENS-Gruppe als auch in das Beschaffungsportfolio der gesamten Gruppe eingebunden.

Die CLENS-Gruppe beschafft fristenkongruent (back-to-back) die benötigte Menge Grünstrom von Grünstromproduzenten oder sichert die offenen Positionen zwischenzeitlich mit Preissicherungsgeschäften ab. Verbleibende Marktrisiken werden im Rahmen des Portfolioreportings laufend überwacht und bei Bedarf Gegensteuerungsmaßnahmen ergriffen. Die Geschäftsführung wird laufend über die Entwicklung anhand von Reports informiert.

Mengenrisiken

Die Mengenrisiken im Absatzgeschäft werden einerseits bei der Angebotslegung an Kunden weitestgehend mit eingepreist, andererseits durch eine genaue Lastprognose auf Basis künstlicher neuronaler Netze im Prognosesystem gemanagt. Auf Basis der Prognose bzw. Kenntnisse der Einflussfaktoren kann eine sehr genaue Vorhersage der benötigten Mengen für die nächsten Tage erfolgen.

Auf der Beschaffungsseite stellt insbesondere der hohe Anteil fluktuierender Erzeugungsanlagen, namentlich Wind- und Photovoltaik-Anlagen, eine besondere Herausforderung an die Prognose dar. Über stark weiterentwickelte Prognoseverfahren unter Zuhilfenahme externer Prognosedienstleister werden Mengenänderungen frühzeitig erfasst. Prognosen werden mehrfach am Tag auf der Grundlage aktualisierter Wetter- und Messdaten ebenfalls aktualisiert und die Differenzen werden an den Handel zwecks Glattstellung an den Märkten übergeben. Dies erfolgt im 24/7-Betrieb. Von zunehmender Bedeutung sind dabei auch Online-Messwerte, die ein noch schnelleres Gegensteuern auf Differenzen, sei es durch Laststeuerung oder über die Märkte, ermöglichen. Verbleibende Differenzen werden durch Ausgleichsenergie abgedeckt, so dass Mengenrisiken in Preisrisiken ihren Niederschlag finden.

Ausfallrisiken

Die Ausfallrisiken von Kunden und Lieferanten werden aktiv überwacht und gesteuert. Nahezu alle Lieferkunden mit einem Monatsumsatz von über 5 TEUR sind über eine Warenkreditversicherung abgesichert.

Vor der Abgabe eines verbindlichen Angebotes an größere Kunden wird vom Vertrieb eine Bonitätsauskunft eingeholt und bei einem schlechten Scoring wird entweder auf ein Angebot verzichtet oder es werden Sicherheiten vom Kunden verlangt. Auf Seite der Lieferanten werden neben Bonitätsauskünften auch Geschäftsberichte ausgewertet. Eine große Anzahl an Lieferanten sind EEG-Anlagenbetreiber, die beim Vertragsabschluss einer vereinfachten Prüfung unterworfen werden.

Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken

Im Rahmen der Liquiditätssteuerung wird das Instrument des Forderungsverkaufs (Factoring) in Anspruch genommen, um insbesondere Fristenverschiebungen beim Einkauf und Verkauf liquiditätsseitig auszugleichen. Zusätzlich stehen der Gruppe ausreichend Betriebsmittellinien zur Verfügung, um vor allem kurzfristige Liquiditätsschwankungen auszugleichen.

EEG-Einkaufsmengen werden mit Hilfe von Bürgschaften abgesichert. Zur Sicherung der Avallinien ist mit den avalgebenden Kreditinstituten und Versicherungen die Einhaltung bestimmter Kennzahlen vereinbart worden, die in einem ausführlichen Reporting quartalsweise berichtet und getestet werden. Die Kennzahlen werden von der Gesellschaft überwacht.

Des Weiteren findet eine kontinuierliche Cash-Flow-Planung statt, die unter anderem Reserven für kurzfristigen Kapitalbedarf in Folge von Margin-Calls beinhaltet.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken aus variabel vereinbarten Zinssätzen bestehen im Wesentlichen für die Ausnutzung der Kontokorrentlinie und Factoring-Linien, die auf Euribor-Basis gestaltet ist. Zur Absicherung dieser Risiken hat die Gesellschaft teilweise Fix-for-Floating-Zins-Swaps geschlossen. Wesentlich zinsrisikobehaftete Grundgeschäfte (insbesondere Factoring-Verträge) wurden durch die Zuordnung von Hedging-Geschäften auf Basis von Bewertungseinheiten bilanziert.

Personalrisiken

Aufgrund der hohen Anforderungen an das Know-how der einzelnen Mitarbeiter bestehen personelle Risiken. Insbesondere durch klar definierte Vertretungsregeln und laufende Fortbildung der Belegschaft sollen diese Risiken abgefedert und Redundanzen geschaffen werden.

Darüber hinaus erfolgt eine Mitarbeiterbindung durch zusätzliche Anreizinstrumente wie variable Gehaltsbestandteile (Boni) sowie der Beteiligung an Altersvorsorgeprogrammen.

Steuerrisiken

Die GRÜND befindet sich unverändert gegenüber den Vorjahren in zwei Auseinandersetzungen mit der Finanzbehörde. Dabei geht es zum einen um die Nicht-Anerkennung des Vorsteuerabzuges bei einem Handelspartner und zum anderen um die Frage der Steuerbarkeit von Handelsumsätzen mit einem bestimmten Handelspartner.

Der streitgegenständliche Betrag zum ersten Sachverhalt wurde bis zum Bilanzstichtag an die Finanzverwaltung vollständig gezahlt. Das entsprechende Hauptsachverfahren dauert unverändert fort, in dem aufgrund vorliegender Eingangsrechnungen ein entsprechender Vorsteuerabzug geltend gemacht wird. Finanzielle Konsequenzen für die Gesellschaft erwachsen somit hieraus nicht. Beim zweiten Sachverhalt sind zwischenzeitlich ergangene Festsetzungsbescheide durch die Gesellschaft angefochten. Der Vollzug der Bescheide ist bis auf weiteres ausgesetzt worden. Nach Einschätzung der Geschäftsführung sowie deren steuerlichen Berater ist die hier vom Finanzamt dargelegte Auffassung unzutreffend, dass die betreffenden Lieferungen nicht an den ausländischen Kunden erfolgten und als Folge als im Inland ausgeführte Lieferungen und damit umsatzsteuerpflichtig zu behandeln wären. Daher erfolgt keine bilanzielle Abbildung.

Im Falle des Obsiegens des Antraggegners könnte dies zu einer nicht existenzgefährdenden Steuernachzahlung führen.

Das verbleibende Liquiditätsrisiko wird von der Geschäftsführung nach derzeitigem Kenntnisstand aufgrund der bestehenden Finanzierungsfazilitäten der Gesellschaft als nicht existenzbedrohend eingestuft. Die Fortführung der Gesellschaft ist jederzeit sichergestellt.

Prozessrisiken

Die Gesellschaft befindet sich seit Ende 2013 mit einem ehemaligen leitenden Angestellten in gerichtlicher Auseinandersetzung. Obgleich die Geschäftsführung von einem Obsiegen ausgeht, sind entsprechende Rückstellungen gebildet worden.

Bestandsgefährdende Risiken

Bestandsgefährdende wirtschaftliche und rechtliche Risiken sowie weitere Risiken mit besonderem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nicht erkennbar.

E. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres

Nach dem Bilanzstichtag sind keine wesentlichen Veränderungen eingetreten, über die zu berichten ist.

 

Leipzig, 10. Juli 2014

Geschäftsführung

gez. Dr. Frank Baumgärtner

Bilanz

Aktiva

  EUR EUR 2012
EUR
A. Anlagevermögen      
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
1. Software 0,00   1.067.058,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.176.925,81   1.569.234,37
3. Geleistete Anzahlungen 0,00   51.170,00
    1.176.925,81 2.687.462,37
II. Sachanlagen      
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung   0,00 236.822,68
III. Finanzanlagen      
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.353.435,75   7.140.958,67
2. Sonstige Ausleihungen 852.351,76   852.351,76
    2.205.787,51 7.993.310,43
    3.382.713,32 10.917.595,48
B. Umlaufvermögen      
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände      
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 24.978.848,14   37.439.894,91
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 26.695.949,71   5.748.598,49
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00   4.828,16
4. Sonstige Vermögensgegenstände 12.819.893,02   18.455.209,49
    64.494.690,87 61.648.531,05
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten   11.766.836,60 8.953.901,88
    76.261.527,47 70.602.432,93
C. Rechnungsabgrenzungsposten   249.775,79 263.767,42
    79.894.016,58 81.783.795,83

Passiva

     
  EUR EUR 2012
EUR
A. Eigenkapital      
I. Gezeichnetes Kapital   4.500.000,00 4.500.000,00
II. Bilanzgewinn   7.205.487,72 8.115.492,79
    11.705.487,72 12.615.492,79
B. Rückstellungen      
1. Steuerrückstellungen 843.833,41   125.009,13
2. Sonstige Rückstellungen 6.007.840,23   11.761.167,42
    6.851.673,64 11.886.176,55
C. Verbindlichkeiten      
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 39,64   1.539.475,97
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 29.404.074,60   25.637.039,67
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.891.792,77   9.020.191,81
4. Sonstige Verbindlichkeiten 10.066.387,65   17.816.938,48
davon aus Steuern EUR 5.093.313,01 (Vj. EUR 15.138.427,77)      
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 406,31 (Vj. EUR 5.089,70)      
    59.362.294,66 54.013.645,93
D. Passive latente Steuern   1.974.560,56 3.268.480,56
    79.894.016,58 81.783.795,83

Gewinn- und Verlustrechnung

  EUR EUR 2012
EUR
1. Umsatzerlöse 588.374.914,01   554.395.142,92
2. Stromsteuer -24.561.987,41   -28.144.233,50
Umsatzerlöse ohne Stromsteuer 563.812.926,60   526.250.909,42
3. Sonstige betriebliche Erträge 10.384.117,50   1.868.499,24
    574.197.044,10 528.119.408,66
4. Materialaufwand      
Aufwendungen für bezogene Waren 559.021.630,46   516.878.276,87
5. Personalaufwand      
a) Löhne und Gehälter 3.392.421,09   2.153.828,96
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 414.037,06   228.383,95
davon für Altersversorgung EUR 8.871,08 (Vj. EUR 7.340,00)      
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände      
des Anlagevermögens und Sachanlagen 839.961,75   357.635,02
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 9.559.677,14   3.519.607,94
    573.227.727,50 523.137.732,74
8. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 3.835.148,97   608.974,22
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 305.083,49   928.238,13
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 191.869,14 (Vj. EUR 41.183,20)      
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.530.293,53   3.249.556,15
davon gegenüber verbundenen Unternehmen EUR 344.807,76 (Vj. EUR 8.502,67)      
davon aus Abzinsung EUR 13.005,29 (Vj. EUR 2.450.243,00)      
    1.609.938,93 -1.712.343,80
11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   2.579.255,53 3.269.332,12
12. Außerordentliche Aufwendungen   765.852,56 575.843,34
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 62.611,55   -1.180.545,72
davon Ertrag (+)/Aufwand(-) aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern EUR +1.293.920,00 (Vj. EUR -1.164.068,56)      
14. Sonstige Steuern -2.121,53   -911,57
    60.490,02 -1.181.457,29
15. Jahresüberschuss   1.873.892,99 1.512.031,49
16. Gewinnvortrag   8.115.492,79 6.603.461,30
17. Ausschüttungen   -2.783.898,06 0,00
18. Bilanzgewinn   7.205.487,72 8.115.492,79

Anhang

1. Allgemeine Erläuterungen

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013 ist nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt worden. Dabei wurde für die Gewinn- und Verlustrechnung das Gesamtkostenverfahren angewendet.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 i. V. m. Abs. 4 HGB.

Vergleichbarkeit Vorjahreszahlen

Zum Bilanzstichtag wurden abweichend zum Vorjahr die aufgrund Verpfändung bzw. Sicherheitshinterlegung nur eingeschränkt verfügbaren liquiden Mittel in Höhe von TEUR 7.304 nicht im Bilanzposten "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten", sondern unter den "Sonstigen Vermögensgegenständen" erfasst. Die Vorjahreszahlen der eingeschränkt verfügbaren liquiden Mittel in Höhe von TEUR 6.184 wurden zur besseren Vergleichbarkeit in den Posten "Sonstige Vermögensgegenstände" sowie aus dem Bilanzposten "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten" umgegliedert und angepasst.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände beinhalten käuflich erworbene Software. Sie sind mit den Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Sie wurden planmäßig pro rata temporis abgeschrieben.

Der in Vorjahren aktivierte Firmenwert wird über 4 Geschäftsjahre ab 2013 planmäßig linear abgeschrieben.

Die Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten bewertet.

2.2 Umlaufvermögen

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nominalwerten erfasst. Langfristige Forderungen sind entsprechend der Restlaufzeit abgezinst.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zu ihrem Nennwert angesetzt.

2.3 Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

2.4 Eigenkapital

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

2.5 Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und wurden gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem von der Deutschen Bundesbank bekannt gegebenen, der Restlaufzeit entsprechenden Zinssatz abgezinst.

2.6 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag ausgewiesen.

2.7 Bewertungseinheiten

Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, bei denen sich ausgleichende Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, wird die Einfrierungsmethode angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

2.8 Latente Steuern

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasipermanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst.

Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagenvermögens ist im Anlagespiegel (Seite 12/12) dargestellt.

3.2 Finanzanlagen und Anteilsbesitz

Die Gesellschaft hält zum Bilanzstichtag Anteile an folgenden Unternehmen:

Unternehmen Höhe Anteile Sitz und Handelsregister Eigenkapital Stand 31.12.2013 Jahresergebnis 2013
BECOMAC GmbH 100 % Leipzig, HRB 26877 1.325 TEUR 0 TEUR *

* Gewinnabführungsvertrag

Die sonstigen Ausleihungen in Höhe von TEUR 852 sind Ausleihungen gegenüber der Commodity Consult GmbH.

3.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben analog dem Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 26.696 (Vorjahr: TEUR 5.749) haben Forderungen in Höhe von TEUR 7.513 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr (Vorjahr: TEUR 0). In den Forderungen sind Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 9.304 (Vorjahr: TEUR 0) enthalten.

Von den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 12.820 (Vorjahr TEUR 18.455) haben TEUR 11.797 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr (Vorjahr: TEUR 4.126).

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind u.a. die Bankguthaben auf den sog. Sicherheitenkonten enthalten. Dabei handelt es sich um Barhinterlegungen in Höhe von insgesamt TEUR 7.304 (Vorjahr: TEUR 6.184) für Bankbürgschaften (Avale) als hinterlegte Sicherheitsleistung.

3.4 Flüssige Mittel

Die liquiden Mittel sind frei verfügbar. Zusätzlich verfügt die Gesellschaft über TEUR 10.000 Kontokorrentlinien im Rahmen der Konzernfinanzierung.

3.5 Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt zum Bilanzstichtag unverändert TEUR 4.500.

3.6 Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden für folgende Verpflichtungen gebildet:

  TEUR
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 5.150
Personalbezogene Rückstellungen 821
Rückstellungen für Abschluss und Prüfungskosten 37
Summe 6.008

3.7 Verbindlichkeiten

Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben sämtlich analog zum Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Zum Bilanzstichtag bestehen Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 1.841.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 10.066 (Vorjahr TEUR 17.817) setzen sich hauptsächlich aus Stromsteuernachzahlungen TEUR 3.688 (Vorjahr TEUR 7.587), Verbindlichkeiten gegenüber den Factoring-Vertragspartnern in Höhe von TEUR 2.532 aus der Vereinnahmung der zum Bilanzstichtag verkauften Forderungen, USt-Nachzahlungen TEUR 668 (Vorjahr TEUR 7.518) sowie noch nicht fällige Kapitalertragssteuerzahlungen in Höhe von TEUR 659 zusammen. Darüber hinaus bestehen noch Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 209 gegenüber den ehemaligen Gesellschaftern aus einer zum Bilanzstichtag noch nicht fälligen Ausschüttung, die Ende des ersten Quartals 2014 erfolgte.

3.8 Latente Steuern

Die latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:

Passiva

  31.12.2013
TEUR
  Differenzen latente Steuern
Sonstige Vermögensgegenstände 4.126 1.320
Sonstige Verbindlichkeiten 6.088 1.948
Hinzurechnungen/Kürzungen nach § 4f EStG -3.782 -1.207
Immaterielle Vermögensgegenstände -270 -86
Gesamt 6.162 1.975

Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 31,925 % zugrunde gelegt.

3.9 Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft hat eine Patronatserklärung auf Verbindlichkeiten der Tochtergesellschaft BECOMAC GmbH, Leipzig, in einem Umfang von TEUR 3.000 abgegeben. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus der Patronatserklärung für die Verbindlichkeiten des verbundenen Unternehmens gegenüber dem Lieferanten wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betreffenden Tochtergesellschaft als gering eingeschätzt.

Die Gesellschaft ist im Dezember 2013 - neben anderen Konzerngesellschaften - einem neuverhandelten Multibankenkreditvertrag der Konzernmuttergesellschaft als Kreditnehmer beigetreten. Im Zuge dessen haftet die Gesellschaft auch gesamtschuldnerisch für die übrigen beigetretenen Kreditnehmer der Unternehmensgruppe. Das Risiko einer Inanspruchnahme hieraus wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmensgruppe als gering eingeschätzt.

3.10 Außerbilanzielle Geschäfte

Forderungsverkäufe (Factoring)

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag Factoring-Verträge mit dem Zweck der Beschaffung liquider Mittel geschlossen. Hieraus ergaben sich stichtagsbezogene Zahlungsmittelzuflüsse in Höhe von TEUR 21.217 Aufgrund der vertraglichen Gestaltungen resultieren nach dem Bilanzstichtag Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Factoring-Vertragspartner in Höhe von TEUR 18.685 aus der zukünftigen Vereinnahmung der zum Bilanzstichtag verkauften Forderungen.

Stromlieferungen

Am Bilanzstichtag bestanden folgende außerbilanzielle Verpflichtungen für den Bezug und die Lieferung von Strom in Höhe von:

2014 TEUR MWh
Bezug Strom 3.710 49.582
Lieferung Strom 88.683 1.411.210
2015 TEUR MWh
Lieferung Strom 7.325 147.128
2016 TEUR MWh
Lieferung Strom 0 0

3.11 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2013 bestehen nachfolgende sonstige finanzielle Verpflichtungen:

  TEUR
Mietvertrag Büroräume/TG-Plätze Katharinum Leipzig (10 Jahre) 681
Mietvertrag Büroräume Frankfurt am Main (5 Jahre) 449
Miete IT-Hosting Perdata Fahrzeug-Leasing Miete POMAX Mobilfunk und Festnetztelefonie 120 70 66 60
Miete/Wartung Loadmanager 59
  1.505

Der Mietvertrag Katharinum Leipzig endet am 28. Februar 2021. Der Mietvertrag für die Büroräume in Frankfurt am Main endet am 30. Juni 2018. Die Verträge mit Perdata enden zwischen dem 1. April 2014 und 1. Mai 2015. Die Kfz-Leasingverträge haben im Durchschnitt eine Restlaufzeit von 17,2 Monaten.

3.12 Derivative Finanzinstrumente

Art/Kategorie Nominalbetrag
TEUR
Marktwert/ Beizulegender Zeitwert
TEUR
Marktwertdifferenz
TEUR
Buchwert (sofern vorhanden)
TEUR
in Bilanzposten (sofern in Bilanz erfasst)
a) strombezogene Futures (short und long) 17.587 15.091 -2.495 - -
b) zinsbezogene Geschäfte 6.000 n/a -217 - -

Aufgrund gebildeter Bewertungseinheiten sind keine Drohverlustrisiken zu berücksichtigen.

Strompreisabsicherungen

Auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag vertraglich vereinbarten zukünftige Stromabsatz- und -beschaffungsmengen wurden auf der Basis der Mengendifferenzen aus fristkongruenten Ein- und Verkaufsmengen für Teilmengen Terminkontrakte abgeschlossen. Ziel des Absicherungsvolumens ist die preisliche Absicherung von Teilen der vertraglich gebundenen Differenzmengen. Die Gesellschaft hatte zum Bilanzstichtag Stromsicherungsinstrumente in Form von Terminkontrakten (Forwards und Futures) für ein Gesamtvolumen von 369 GWh abgeschlossen. Die Zeitwerte ermitteln sich als Barwert der Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen vertraglich vereinbarten Terminkurse und des jeweiligen börslichen Handelspreises bzw. Terminkurses am Bilanzstichtag.

Die gegenläufigen Wertänderungen und Zahlungsströme für die Absicherung von Absatz und Beschaffung werden sich künftig wie folgt voraussichtlich ausgleichen.

2014: 2.246 TEUR
2015: 190 TEUR
2016: 59 TEUR

Zinsswaps

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag zinsbezogene Sicherungsgeschäfte in Form von "Fixed for Floating" Swaps abgeschlossen. Ziel ist es dabei, höhere Zinsaufwendungen aufgrund möglicher steigender Zinsen durch Erträge aus gegenläufigen Swapgeschäften auszugleichen. Für die Bewertung zinsbezogener Geschäfte werden aktuelle Markteinschätzungen der Kontraktpartner zum Bilanzstichtag berücksichtigt (Zinsstrukturkurven).

Im Jahresdurchschnitt sind die Zinsswaps durch die zugrundeliegenden Finanzierungsgeschäfte gedeckt. Diese vertraglich festgelegten Finanzierungsgeschäfte, vor allem Factoring oder kurzfristige Inanspruchnahmen der Finanzierungslinien, sind somit geschlossene Positionen. Folglich erfolgt keine bilanzielle Berücksichtigung.

Die gegenläufigen Wertänderungen und Zahlungsströme werden sich künftig wie folgt voraussichtlich ausgleichen.

2014: 217 TEUR

3.13 Bewertungseinheiten

Folgende Bewertungseinheiten wurden gebildet:

Grundgeschäft/ Sicherungsinstrument Risiko/ Art der Bewertungseinheit einbezogener Betrag
TEUR
Höhe des abgesicherten Risikos
a) zukünftiger Absatz bzw. Beschaffung von Elektroenergie Stromforwards/Futures Preisrisiko/ Macro Hedge 17.587 369 GWh
b) variable Verzinsung Factoringvertrag Zinsswap Zinsänderungsrisiko/ Portfolio Hedge 6.000 217 TEUR

Strompreisabsicherung

Für einen Teil der zum Bilanzstichtag abgeschlossenen Absatz- und Beschaffungsverträge von Elektroenergie wurden im Rahmen des bei der Gesellschaft bestehenden Energiemanagements zur Absicherung gegen Risiken aus volatilen Spotmarktpreisen (Preisänderungsrisiken) auf Basis bestehender Verträge börsliche Geschäfte (Futures) und Warentermingeschäfte (Forwards) in der Commodity Elektrizität geschlossen. Für diese wurden ausgehend von einer Portfoliobetrachtung aller zuverlässig planbaren Grundgeschäfte Bewertungseinheiten gebildet. Als Grundlagen der prospektiven Wirksamkeit des Macro Hedges dienen im Zeitpunkt des Abschlusses der Sicherungsbeziehung Portfoliobetrachtungen des zum Zeitpunkt der Absicherung für Sicherungszwecke bestimmte zukünftigen Grundgeschäfte.

Zinsabsicherung

Für die geplanten zukünftigen Grundgeschäfte (Inanspruchnahme Factoring Finanzierungslinie) wurden Zinsswaps abgeschlossen. Für diese wurden angesichts des zuverlässig planbaren Umfangs und zeitlichen Anfalls antizipative Bewertungs-einheiten gebildet. Eine bilanzielle Erfassung der Marktwertschwankungen dieser Zinsswaps, aufgrund gesunkener Zeitwerte zum Bilanzstichtag, erfolgt nach der Einfrierungsmethode, jedoch nur insoweit keine ökonomische Sicherungsbeziehung (Bewertungseinheit) besteht. Als Grundlagen der prospektiven Wirksamkeit des Portfolio Hedges dient im Zeitpunkt des Abschlusses der Sicherungsbeziehung ein definierter und durch die Geschäftsleitung bestätigter Minimalbestand des Sicherungsvolumens bezogen auf die relevanten Unternehmensplanungen der korrespondierenden zukünftigen Grundgeschäfte (Inanspruchnahme Factoring Finanzierungslinie).

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Umsatzerlöse

  2013 2012
  TEUR % TEUR %
a) nach Tätigkeitsbereichen        
Stromhandel 561.888 100 526.010 100
Regelenergie 1.533 0 67 0
Übrige 392 0 174 0
  563.813 100 526.251 100
b) nach Regionen        
Inland 509.924 90 445.261 85
Ausland 53.889 10 80.990 15
  563.813 100 526.251 100

4.2 Periodenfremde Erträge

In den Umsatzerlösen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 201 enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind weitere periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 7.035 enthalten. Diese sind überwiegend aus Abrechnungen für Ausgleichsenergie und Netznutzungsentgelte aus Vorjahren sowie der Auflösung von Rückstellungen entstanden.

4.3 Periodenfremde Aufwendungen

In den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.565 enthalten. Diese sind überwiegend aus Abrechnungen für Ausgleichsenergie, Kraftwerksabrechnungen und Netznutzungsentgelte aus Vorjahren entstanden.

4.4 Außerordentliche Aufwendungen

Der außerordentliche Aufwand in Höhe von TEUR 766 bezieht sich auf Rechts-, Beratungs- und Notarkosten für die Reorganisation der Unternehmensgruppe sowie damit im Zusammenhang stehende Nebenkosten.

4.5 Ertragsteuern

Die Steuern entfallen in Höhe von TEUR 1.231 auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und in Höhe von TEUR 86 auf einen gegenläufigen Steuerertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern.

5. Sonstige Angaben

5.1 Mitarbeiter

Bei der Gesellschaft waren in 2013 durchschnittlich 43 Mitarbeiter (ohne Geschäftsführung) beschäftigt.

5.2 Geschäftsführung

Im Geschäftsjahr 2013 waren als Geschäftsführer bestellt:

* Dr. Thomas Pilgram, Dipl. Kfm., Dipl. Volkswirt., Dr. rer. soc. oec., Leipzig (bis 7.8.2013, Austragung im HR am 23.8.2013)

* Dr. Frank Baumgärtner, Dipl.-Kfm., Dr., Frankfurt a. M.

Die Bezüge der Geschäftsführung im Geschäftsjahr entfallen ausschließlich auf nicht mehr als zwei Geschäftsführer mit vergleichbaren Bezügen, so dass in analoger Anwendung von der Schutzklausel des § 286 Abs.4 HGB Gebrauch gemacht wird.

5.3 Gesamtbezüge des Beirats

Im Berichtsjahr erhielten die Beiräte insgesamt Vergütungen und Aufwandsentschädigungen in Höhe von insgesamt TEUR 41 (Vorjahr TEUR 31).

5.4 Vorschüsse und Kredite an Mitglieder der Geschäftsführung sowie Haftungsverhältnisse zugunsten von Mitgliedern der Geschäftsführung und des Beirats

Es wurden keine Vorschüsse, Kredite oder Haftungsverhältnisse zugunsten von Geschäftsführern ober Beiräten gegeben bzw. eingegangen.

5.5 Konzernbeziehungen

Die Gesellschaft ist verbundenes Unternehmen i. S. d. § 271 Abs. 2 HGB zur Clean Energy Sourcing AG, Leipzig, und deren unmittelbaren und mittelbaren Tochterunternehmen.

Die Clean Energy Sourcing AG, Leipzig erstellt zum 31. Dezember 2013 einen Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich.

6. Prüfungs- und Beratungsgebühren

Zu den Angaben gemäß § 285 Nr.17 HGB wird auf die Angaben im Konzernanhang der Muttergesellschaft Clean Energy Sourcing AG verwiesen.

 

Leipzig, den 10. Juli 2014

Geschäftsführung

gez. Dr. Frank Baumgärtner

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Grün Direkt GmbH, (vormals: Clean Energy Sourcing GmbH), Leipzig, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2013 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Leipzig, 16. Juli 2014

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Pester, Wirtschaftsprüfer

Zätzsch-Loos, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

77 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.