Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 57565
Vorher
Delbrück Bethmann Maffei AG
Eingetragen
29.9.2003
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsBeteiligungsgesellschaftenKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Betreiben von Bankgeschäften gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 Nrn. 1, 2 bis 5 und Nrn. 7 bis 10 KWG sowie das Erbringen von Finanzdienstleistungen gemäß § 1 Abs. 1 a Satz 2 Nrn. 1 und 1a sowie Nrn. 1c bis 5 und Nr. 7 KWG.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Thomas Otte
seit 10.6.2022
Prokura
Claudia Demir
seit 10.6.2022
Prokura
Prokura
Prokura
Michael von Medem
seit 10.6.2022
Prokura
Melissa Göggelmann
seit 11.4.2022
Prokura
Kerstin Switala
seit 11.4.2022
Prokura
Anja Heßeler
seit 11.4.2022
Prokura
Susan Weller
seit 11.4.2022
Prokura
Sabine Härtel
seit 11.4.2022
Prokura
Steffen Sattler
seit 11.4.2022
Prokura
Christian Kostka
seit 11.4.2022
Prokura
Silja Hipp
seit 11.4.2022
Prokura
Frank Burmeister
seit 11.4.2022
Prokura
Annika Besemer
seit 11.4.2022
Prokura
Caroline Marxen-Timm
seit 11.4.2022
Prokura
Prokura
Dominik Behrends
seit 9.1.2022
Prokura
Stefan Meine
seit 9.1.2022
Prokura
Andreas Weigel
seit 9.1.2022
Prokura
Thomas Lewing
seit 9.1.2022
Prokura
Kai Dotzauer
seit 20.10.2021
Prokura
Karsten Schönfeld
seit 13.9.2021
Prokura
Ralf Steinhauser
seit 13.9.2021
Prokura
Stefan Scholl
seit 13.9.2021
Prokura
Bettina Krauss
seit 13.9.2021
Prokura
Marie Jose Bernschein
seit 13.9.2021
Prokura
Christiane Kobold
seit 13.9.2021
Prokura
Michael Pleske
seit 19.9.2018
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
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Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bethmann Bank AG

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Bethmann Bank AG, Frankfurt am Main

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Bethmann Bank AG, Frankfurt am Main - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Bethmann Bank AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zum Frauenanteil) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zum Frauenanteil).

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt:

Vereinnahmung von Provisionserträgen aus der Anlageberatung und Vermögensverwaltung

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Kerngeschäft der Bethmann Bank AG sind die Anlageberatung und Vermögensverwaltung für Privatkunden. Auf Basis der mit den Kunden geschlossenen standardisierten Anlageberatungs- und Vermögensverwaltungsverträge, welche im Individualfall um die Höhe der Gebühren angepasst werden können, erfolgt eine systemseitige Berechnung und Vereinnahmung der Gebühren durch die Bethmann Bank AG. Die aus der Anlageberatung und Vermögensverwaltung erzielten Provisionserträge stellen einen wesentlichen Teil der gesamten Erträge der Bank dar.

Aufgrund individueller Gebührenvereinbarungen, der Volumina der Provisionserträge aus der Anlageberatung und Vermögensverwaltung sowie der Wesentlichkeit dieser für die Ertragslage war die Vereinnahmung dieser Erträge ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt.

Prüferisches Vorgehen

Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir den von den gesetzlichen Vertretern der Bethmann Bank AG implementierten Prozess für die Realisierung von Provisionserträgen und der periodengerechten Abgrenzung der Erträge anhand einzelner Geschäftsvorfälle vom Abschluss eines Anlageberatungs- bzw. Vermögensverwaltungsvertrages bis zur Abbildung im Jahresabschluss nachvollzogen sowie die in diesem Prozess implementierten Kontrollen getestet. Ferner haben wir im Rahmen unserer Prüfungshandlungen unter Einbindung von internen IT-Spezialisten den Aufbau sowie die Angemessenheit und Wirksamkeit des vom Unternehmen eingerichteten Kontrollsystems bezüglich der für die Realisierung der Provisionserträge relevanten IT-Systeme beurteilt. Dabei wurden vor allem die Abbildung und Verarbeitung der Geschäftsprozesse, die Möglichkeit der Vornahme von Änderungen durch IT-Administratoren und die Zugangsberechtigungen einzelner Mitarbeiter betrachtet.

Wir haben die Provisionserträge aus der Anlageberatung und Vermögensverwaltung unter anderem auf eine Korrelation mit den zugrundeliegenden Assets under Management untersucht, um Auffälligkeiten bei der Entwicklung der Provisionserträge zu erkennen. Unsere analytischen Prüfungshandlungen haben wir durch stichprobenbasierte Einzelfallprüfungen ergänzt und Höhe sowie Zeitpunkt der Provisionserfassung auf Basis von Verträgen, Rechnungen und Abrechnungszeiträumen beurteilt.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich der Vereinnahmung von Provisionserträgen aus Vermögensverwaltung und Anlageberatung keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Wir verweisen auf die Darstellung der Provisionserträge durch die gesetzlichen Vertreter im Anhang im Abschnitt "Besondere Angaben zu den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung".

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zum Frauenanteil).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 20. Mai 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 20. Mai 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2016 als Abschlussprüfer der Bethmann Bank AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:

Prüfung des Depot- und Wertpapierdienstleistungsgeschäftes 2020/2021;

ISAE 3402 Typ II Prüfung des Private Equity Life Cycle Management & Investor Relations Processing Systems.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Die für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Beatrice Rehm.

Anlage zum Bestätigungsvermerk:

Nicht inhaltlich geprüfte Bestandteile des Lageberichts

Folgende Bestandteile des Lageberichts haben wir nicht inhaltlich geprüft:

die im Abschnitt "Eigene Zielgrössen zur Erhöhung des Frauenanteils in Vorständen, Aufsichtsräten und oberen Managementebenen" des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zum Frauenanteil);

 

Eschborn/Frankfurt am Main, 7. Mai 2021

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Binder, Wirtschaftsprüfer

Rehm, Wirtschaftsprüferin

Bilanz zum 31. Dezember 2020

Aktivseite

Euro Euro GJ 2019
TEuro
Barreserve
a) Kassenbestand 22.538,85 328
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 426.945.178,22 366.807
darunter: bei der Deutschen Bundesbank EUR 426.945.178,22 (i. Vj. TEUR 366.807) 426.967.717,07 367.135
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind 36.599.520,10 31.036
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar EUR 0,00 (i.Vj. EUR 0,00)
Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 949.995.719,14 1.070.414
b) andere Forderungen 3.622.416.385,32 4.138.463
4.572.412.104,46 5.208.877
Forderungen an Kunden 1.522.515.805,69 1.398.093
darunter: durch Grundpfandrechte gesichert EUR 161.308.181,81 (i. Vj. TEUR 207.668)
davon Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB Euro 0,00 (i. Vj. TEUR 0)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Anleihen und Schuldverschreibungen
aa) von öffentlichen Emittenten 553.100.378,73 645.656
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 460.633.666,75 (i. Vj. TEUR 456.024))
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 0,00 (i. Vj. TEUR 0,00) 553.100.378,73 645.656
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 447,20 0
Beteiligungen 5.293.234,45 5.028
darunter: an Kreditinstituten EUR 3.067.75 (i.Vj. TEUR 3)
Anteile an verbundenen Unternehmen 247.215,67 8.049
Treuhandvermögen 21.791.324,16 0
Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 14.284.640,26 20.164
b) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
c) geleistete Anzahlungen 165.300,00 0
14.449.940,26 20.164
Sachanlagen 2.459.753,94 2.669
Sonstige Vermögensgegenstände 37.854.896,71 45.686
Rechnungsabgrenzungsposten 1.579.416,67 1.337
Summe der Aktiva 7.195.271.755,11 7.733.730

Passivseite

Euro Euro Euro GJ 2019
TEuro
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 32.709.898,83 87.350
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 830.747.274,50 216.442
863.457.173,33 303.792
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 10.425,27 . 100
10.425,27 100
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 5.649.356.143,52 6.610.105
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 165.209.493,28 299.942
5.814.565.636,80
5.814.576.062,07 6.910.147
Treuhandverbindlichkeiten 21.791.324,16 0
Sonstige Verbindlichkeiten 30.829.313,06 32.694
Rechnungsabgrenzungsposten 2.503,13 131
Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.414.510,82 2.391
b) andere Rückstellungen 31.241.101,58 53.616
33.655.612,40 56.007
Fonds für allgemeine Bankrisiken 26.654.497,58 26.654
davon Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB Euro 1.495.421,67 (i.Vj. TEUR 1.495)
Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 20.001.000,00 20.001
b) Kapitalrücklage 384.304.269,38 384.304
404.305.269,38 404.305
Summe der Passiva 7.195.271.755,11 7.733.730
Eventualverbindlichkeiten Euro TEuro
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und aus Gewährleistungsverträgen 7.477.172,67 7.541
Andere Verpflichtungen
Unwiderrufliche Kreditzusagen 57.815.926,04 44.045
Summe der Unterstrichpositionen 65.293.098,71 51.586

Gewinn und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

Euro Euro Euro TEuro
Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 44.217.926,54 55.252
darin enthalten negative Zinsen i.H.v. Euro 0,00 (i. Vj. 4.050)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 6.400.453,34 8.808
50.618.379,88 64.060
Zinsaufwendungen 1.893.884,06 9.441
darin enthalten negative Zinsen i.H.v. Euro 5.899.154,09 (i. Vj. 3.054) 48.724.495,82 54.619
Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 13.058,30 74
b) Beteiligungen 887.944,29 1.131
901.002,59 1.205
Provisionserträge 104.087.988,09 106.883
Provisionsaufwendungen 4.830.903,50 4.847
99.257.084,59 102.036
Nettoertrag des Handelsbestandes - 481.165,74 -227
davon Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB Euro 0,00 (i. Vj. TEUR 0)
Sonstige betriebliche Erträge 5.356.289,99 7.222
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 48.348.013,11 45.784
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 11.545.596,36 11.226
darunter: für Altersversorgung Euro 5.539.403,81 (i.Vj.TEUR 5.352) 59.893.609,47 57.010
b) andere Verwaltungsaufwendungen 74.084.794,46 76.260
133.978.403,93 133.270
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 6.669.501,56 12.572
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.007.586,20 2.635
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie Zuführung zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 4.600.531,48 4.031
Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 994.960,24 2.479
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 34.926,44 5
Aufwendungen aus Verlustübernahme - 124
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit (Gewinn) 8.461.717,88 14.698
Außerordentliche Erträge 1.092.000,00 0
Sonstige Steuern, soweit nicht unter sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen - 390,00 4
- 390,00 4
Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- und eines Teilgewinnabführungsvertrages abgeführte Gewinne 9.554.107,88 14.694
Jahresüberschuss/fehlbetrag - 0
Bilanzgewinn/Bilanzverlust - 0

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2020

DER BETHMANN BANK AG, FRANKFURT AM MAIN

Allgemeine Angaben

Die Bethmann Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main ist im Handelsregister unter der Nummer HRB 57565 beim Amtsgericht Frankfurt am Main eingetragen.

Der Jahresabschluss der Bethmann Bank AG ist unter Beachtung des HGB, des Aktiengesetzes, des Kreditwesengesetzes sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute in der jeweils gültigen Fassung aufgestellt worden.

Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Barreserve ist zum Nennwert bilanziert.

Negativzinsen aus dem Aktivgeschäft und Passivgeschäft wurden gemäß HGB Vorschrift in den Zinserträgen/Zinsaufwendungen gekürzt. In der Bilanz wurden keine negativen Zinsabgrenzungen ausgewiesen.

Treuhandvermögen sowie Treuhandverbindlichkeiten aus der Private Equity Fondsstruktur wurden zum Buchwert des Treugebers ausgewiesen.

In dem Posten Schuldtitel öffentlicher Stellen werden börsenfähige und börsennotierte unverzinsliche Schatzanweisungen der Liquiditätsreserve ausgewiesen. Die Wertpapiere werden nach den Grundsätzen des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Die Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden mit den Nominalbeträgen abzüglich der Einzel- sowie Pauschalwertberichtigungen und unter Berücksichtigung anteiliger Zinsen bilanziert.

Allen erkennbaren Risiken des Kreditgeschäftes wurde mit entsprechender Risikovorsorge Rechnung getragen. Von den Regelungen des § 340f Abs. 1 HGB wurde Gebrauch gemacht.

Die Berechnung erfolgt auf Grundlage eines mehrstufigen Modells. Der Ansatz basiert auf der "Expected Lifetime Loss" (ELL) Methode. Auf einer ersten Stufe wird die Vorsorgehöhe auf Basis eine "12-Monats-Zeitraums" ermittelt. Bei einer signifikanten Verschlechterung der Kreditqualität wird in einer zweiten Stufe bei der Risikovorsorgehöhe auf die restlaufzeitbasierte ELL abgestellt.

Bei dem Posten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere handelt es sich um börsenfähige und börsennotierte Wertpapiere der Liquiditätsreserve. Die Wertpapiere werden nach den Grundsätzen des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Der Posten Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere beinhaltet im Wesentlichen Wertpapiere verschiedener Emittenten. Die Wertpapiere werden nach den Grundsätzen des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Abschreibungen gemäß § 340e Abs. 1 i. V. m. § 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB bilanziert.

Sachanlagen und immaterielle Anlagewerte werden zu Anschaffungskosten, gemindert um Abschreibungen, bewertet.

Sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nominalwerten angesetzt.

Verbindlichkeiten werden zu ihrem Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB und - soweit sie verzinslich sind - einschließlich der bis zum Bilanzstichtag aufgelaufenen Zinsen in der Bilanz ausgewiesen.

Grundlage der gebildeten Pensionsrückstellungen sind versicherungsmathematische Gutachten zum Bilanzstichtag. Für die Pensionsrückstellungen wurde die versicherungsmathematische Berechnung unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens vorgenommen. Dabei wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB der durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren von 2,30 % sowie eine erwartete Lohn- und Gehaltssteigerung von 2,5 % p.a. zugrunde gelegt. Die angenommene Rentensteigerung beträgt 1,75 % p.a.. Zudem wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt EUR 199.880,-. Gemäß BMF-Schreiben vom 23. Dezember 2016 wird der gemäß § 253 Abs. 6 HGB eigentlich ausschüttungsgesperrte Betrag unter dem bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag an die ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH abgeführt.

Rückstellungen werden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bemessen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit einem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre abgezinst.

Handelsbestände lagen zum Bilanzstichtag nicht vor. Aufgrund des negativen Nettoertrags des unterjährig unterhaltenen Handelsbestandes wurde kein Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB in den Fonds für allgemeine Bankrisiken eingestellt. Auf die Neutralisierung des negativen Nettoertrags zu Lasten einer Teilauflösung des Fonds wurde verzichtet.

Auf ausländische Währung lautende Vermögensgegenstände und Schulden sowie am Bilanzstichtag nicht abgewickelte Kassageschäfte und nicht abgewickelte Termingeschäfte werden gemäß den Vorschriften nach § 256a i.V. m. § 340h HGB bewertet.

Zum Bilanzstichtag wurden keine latenten Steuern gebildet, da zwischen der Bethmann Bank AG, der ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH und der ABN AMRO Bank N.V Frankfurt Branch eine steuerliche Organschaft besteht.

Im Rahmen einer wertorientierten Betrachtung unter Beachtung der IDW-Stellungnahme RS BFA 3 ist untersucht worden, ob sich aus der Bewertung der gesamten Zinsposition des Bankbuchs ein Verpflichtungsüberschuss ergibt. Das Bankbuch umfasst alle bilanziellen und außerbilanziellen zinsbezogenen Finanzinstrumente. Bei der Beurteilung werden alle Zinserträge aus zinsbezogenen Finanzinstrumenten des Bankbuchs, sowie die voraussichtlich noch zu deren Erwirtschaftung erforderlichen Aufwendungen (Risikokosten und Verwaltungskosten) berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt auf Basis der Zinsstrukturkurve am Abschlussstichtag. Die Berechnung zum 31.12.2020 zeigt keinen Verpflichtungsüberschuss. Eine Rückstellung gemäß § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB ist somit nicht zu bilden.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Ertrags,- Finanz- und Vermögenslage der Bethmann Bank AG zu erwarten ist.

Besondere Angaben zu den einzelnen Posten der Bilanz

Aktiva

Barreserve

Als Barreserve werden die Kassenbestände der Niederlassungen und die Guthaben bei Zentralnotenbanken ausgewiesen.

Der Kassenbestand umfasst ausschließlich Postwertzeichen in Höhe von TEUR 23 (31.12.2019: TEUR 328). Im Vorjahr wurden in dieser Position im Wesentlichen auf Euro lautende Bargeldbestände ausgewiesen. Im Berichtsjahr wurden die Kassen der Niederlassungen geschlossen.

Guthaben bei Zentralnotenbanken werden bei der Deutschen Bundesbank in einer Höhe von TEUR 426.945 unterhalten (31.12.2019: TEUR 366.807). Auf die Überschussreserve fielen Zinsen in Höhe von TEUR 1 (31.12.2019: TEUR 4.022) an.

Schuldtitel öffentlicher Stellen

Zum Bilanzstichtag 31.12.2020 teilten sich die Schuldtitel öffentlicher Stellen wie folgt auf:

Beträge
in TEUR
Summe davon börsenfähige Anteile davon börsennotiert davon nicht börsennotiert
Öffentliche Emittenten 31.12.2020 36.600 36.600 36.600 0
Öffentliche Emittenten 31.12.2019 31.036 31.036 31.036 0

Forderungen an Kreditinstitute

Forderungen an Kreditinstitute, die täglich fällig sind, belaufen sich auf TEUR 949.996 (31.12.2019: TEUR 1.070.414).

Unter Berücksichtigung anteiliger Zinsen gliedern sich die Restlaufzeiten der anderen Forderungen zum Bilanzstichtag wie folgt:

31.12.2020
TEUR
31.12.2019
TEUR
bis 3 Monate 3.442.616 3.924.537
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 40.136 50.381
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 102.498 113.305
mehr als 5 Jahre 37.200 50.240
3.622.449 4.138.463

Die Forderungen an Kreditinstitute vermindern sich um Pauschalwertberichtigungen in Höhe von TEUR 33 (31.12.2019 EUR 49).

Die Gesamtposition Forderungen an Kreditinstitute von TEUR 4.572.412 (31.12.2019: TEUR 5.208.877) beinhaltet Forderungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 4.543.775 (31.12.2019: TEUR 5.189.939) sowie Forderungen in Fremdwährung von TEUR 112.032 (31.12.2019: TEUR 112.637).

Forderungen an Kunden

Unter Berücksichtigung anteiliger Zinsen gliedern sich die Restlaufzeiten der Forderungen an Kunden zum Bilanzstichtag wie folgt:

31.12.2020
TEUR
31.12.2019
TEUR
bis 3 Monate 1.462.704 1.317.658
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 11.130 47.815
mehr als 1 Jahr bis5 Jahre 48.501 29.544
mehr als 5 Jahre 1.828 5.235
1.524.163 1.400.252

Die Forderungen an Kunden vermindern sich um Pauschalwertberichtigungen in Höhe von TEUR 1.647 (31.12.2019: TEUR 2.159)

Forderungen, die täglich fällig sind, betragen TEUR 1.295.452 (31.12.2019: TEUR 1.150.200).

In der Gesamtposition von TEUR 1.522.516 (31.12.2019: TEUR 1.398.093) sind Forderungen gegen Unternehmen mit welchem ein Beteiligungsverhältnis besteht in Höhe von EUR 114 bzw. TEUR 0 (Vj. EUR 0), sowie Fremdwährung in Höhe von TEUR 116.738 (31.12.2019: TEUR 138.009) enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Zum Bilanzstichtag 31.12.2020 teilten sich Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere einschließlich der entsprechenden Stückzinsen wie folgt auf:

Beträge
in TEUR
Summe davon börsenfähige Anteile davon börsennotiert davon nicht börsennotiert
Öffentliche Emittenten 31.12.2020 553.100 553.100 553.100 0
Öffentliche Emittenten 31.12.2019 645.656 645.656 645.656 0

Abschreibungen auf Schuldverschreibungen wurden in Höhe von TEUR 4.004 vorgenommen (31.12.2019: TEUR 3.549). In der Position sind stille Reserven von TEUR 1.611 (31.12.2019: TEUR 1.004) enthalten.

Inklusive der Stückzinsen stellt sich das Gesamtportfolio nach Endfälligkeiten wie folgt dar:

Jahr Fälligkeit
in TEUR
2021 263.348
2022 221.712
2023 68.040
Gesamt: 553.100

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Zum Bilanzstichtag 31.12.2020 teilte sich der Bestand an Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren wie folgt auf:

Beträge
in EUR
31.12.2020 davon börsenfähige Anteile davon börsennotiert davon nicht börsennotiert 31.12.2019
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 447,20 447,20 447,20 0 491,54
Summe 447,20 447,20 447,20 0 491,54

In der Position sind stille Reserven von TEUR 3 (31.12.2019: TEUR 4) enthalten.

Anteilsbesitz

An den folgenden Unternehmen werden Anteile gemäß § 285 Nr. 11 HGB (mind. 20%) gehalten:

Kapitalanteil
in %
Eigenkapital Jahresergebnis
Name und Sitz der Gesellschaft Jahr ( *) TEUR TEUR
Unmittelbare Beteiligungen der Bethmann Bank AG
1) DBM Fonds GmbH, Frankfurt am Main 2019 100,0 54 - 7
2) DBM Fonds II GmbH, Frankfurt am Main 2019 100,0 57 - 28
3) ABN AMRO Structured Products Gesellschaft für Fondsbeteiligungs mbH 2019 100,0 145 - 19
4) Bethmann Liegenschafts KG, Frankfurt am Main 2019 50,0 11.136 1.033
5) Treuhandstelle für Dauergrabpflege Schleswig - Holstein GmbH, Kiel 2019 25,0 99 1

(1) letztes Geschäftsjahr, für das ein Abschluss vorliegt.

Bei den laufenden Nummern 1) bis 4) handelt es sich um verbundene Unternehmen.

Außerdem bestehen mehr als 5% Anteilsbesitz an der Interessengemeinschaft Frankfurter Kreditinstitute GmbH.

Die im Vorjahr unter diesem Posten aufgeführte DBM Fonds Invest GmbH wurde im Geschäftsjahr auf die Bethmann Bank AG verschmolzen.

Treuhandvermögen

Unter diesem Posten werden im Rahmen der Private Equity Vertriebsstruktur Fondsanteile an einem alternativen Investmentfonds in eigenem Namen für fremde Rechnung ausgewiesen. Die Bethmann Bank AG übernimmt die Rolle des Nominees und ist auf Grund des Nominee-Vertrages mit dem Investor in das Aktienregister des Investmentfonds eingetragen. Gleichzeitig wird in gleicher Höhe eine Treuhandverbindlichkeit ausgewiesen. Der Betrag in Fremdwährung lautet auf TUSD 26.775 (31.12.2019: TUSD 0)

Anlagespiegel

Zum Bilanzstichtag 31.12.2020 teilten sich die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Beteiligungen, die immateriellen Anlagewerte sowie die Sachanlagen wie folgt auf:

historische Anschaffunqs- und Herstellungskosten
Beträge
in TEUR
Vortrag 01.01.2020 Zugänge Umgliederungen Abgänge Stand 31.12.2020
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 69.736 0 0 0 69.735
Geschäfts- oder Firmenwert 35.398 0 0 35.398 0
geleistete Anzahlungen 0 165 0 0 165
Zwischensumme 105.133 165 0 35.398 69.900
Sachanlagen 0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.192 565 0 12 23.745
Grundstücke 18 0 0 0 18
Zwischensumme 23.210 565 0 12 23.763
Finanzanlagen
Beteiligungen 5.560 0 0 0 5.660
Anteile an verbundenen Unternehmen 12.084 0 0 7.767 4.317
Zwischensumme 17.744 0 0 7.767 9.977
Summe Anlagevermögen 146.087 730 0 43.177 103.640
Abschreibungen
Beträge
in TEUR
Vortrag 01.01.2020 Zuschreibung Umgliederungen Abschreibung Ifd. Jahr Abgänge Stand 31.12.2020
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 49.571 0 0 5.879 0 55.450
Geschäfts- oder Firmenwert 35.398 0 0 0 35.398 0
geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0 0
Zwischensumme 84.969 0 0 5.879 35.398 55.450
Sachanlagen 0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 20.540 0 0 775 12 21.303
Grundstücke 0 0 0 0 0 0
Zwischensumme 20.540 0 0 775 12 21.303
Finanzanlagen
Beteiligungen 632 265 0 0 0 367
Anteile an verbundenen Unternehmen 4.035 0 0 35 0 4.070
Zwischensumme 4.667 265 0 35 0 4.437
Summe Anlagevermögen 110.176 265 0 6.689 35.410 81.190
Buchwert
Beträge
in TEUR
31.12.2020 01.01.2020
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 14.285 20.164
Geschäfts- oder Firmenwert 0 0
geleistete Anzahlungen 165 0
Zwischensumme 14.450 20.164
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.442 2.652
Grundstücke 18 18
Zwischensumme 2.460 2.670
Finanzanlagen
Beteiligungen 5.293 5.028
Anteile an verbundenen Unternehmen 247 8.049
Zwischensumme 5.540 13.077
Summe Anlagevermögen 22.450 35.911

Der Buchwert der eigengenutzten Betriebs- und Geschäftsausstattung bemisst sich auf TEUR 2.442.

Die Abgänge in der Position "Anteile an verbundenen Unternehmen" in Höhe von TEUR 7.767 sind durch die Verschmelzung der DBM Fonds Invest GmbH auf die Bethmann Bank AG begründet.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Position gliedert sich zum Bilanzstichtag wie folgt:

Sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2020
TEUR
31.12.2019
TEUR
Forderungen aus Wertpapiergeschäften - 117
Steuererstattungsforderungen 1.688 1.682
Aktivierte Gewinne aus Devisentermingeschäften 68 87
Münzsammlung 195 195
Forderung ABN AMBO Gruppe 356 284
Antizipative Posten der Rechnungsabgrenzung 35.406 41.732
Sonstige 142 1.452
37.655 45.549

Die in dem Posten sonstige Vermögensgegenstände enthaltenen antizipativen Posten der Rechnungsabgrenzung beinhalten dem Kunden noch nicht belastete Provisionen für die Depotführung und die Vermögensverwaltung. Die Forderung an die ABN AMRO Gruppe resultiert zum größten Teil aus der Kostenverrechnung mit der ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch.

Rechnungsabgrenzungsposten

In dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind vorab bezahlte Zinsen aus der Übernahme des Kreditportfolios der Credit Suisse (Deutschland) AG in Höhe von TEUR 128 (31.12.2019: TEUR 316) sowie vorausbezahlte Rechnungen ausgewiesen.

PASSIVA

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die täglich fällig sind, belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 32.710 (31.12.2019: TEUR 87.350).

Unter Berücksichtigung anteiliger Zinsen gliedern sich die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist zum Bilanzstichtag wie folgt:

31.12.2020
TEUR
31.12.2010
TEUR
bis 3 Monate 335.371 173.350
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 336.806 13.112
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 47.070 24.720
mehr als 5 Jahre 1.500 4.560
830.747 216.442

Die Gesamtposition der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von TEUR 863.457 (31.12.2019: TEUR 303.792) beinhaltet Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 837.829 (31.12.2019: TEUR 244.623) sowie Verbindlichkeiten in Fremdwährung von TEUR 51.533 (31.12.2019: TEUR 70.041).

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, die täglich fällig sind, belaufen sich auf TEUR 5.649.356 (31.12.2019: TEUR 6.610.105).

Spareinlagen wurden in einem Umfang von TEUR 10 (31.12.2019: TEUR 100) entgegengenommen.

Unter Berücksichtigung anteiliger Zinsen gliedern sich die Restlaufzeiten der anderen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist zum Bilanzstichtag wie folgt:

31.12.2020
TEUR
31.12.2019
TEUR
bis 3 Monate 5.247 109.659
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 26.161 32.058
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 96.602 107.986
mehr als 5 Jahre 37.200 50.240
165.209 299.942

Die Gesamtposition der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden von TEUR 5.814.576 (31.12.2019: TEUR 6.910.148) enthält Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 34.277 (31.12.2019 TEUR 16.359), gegenüber dem Gesellschafter in Höhe von TEUR 17.271 (31.12.2019 TEUR 2.701) und gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht in Höhe von TEUR 12.486 (31.12.2019: TEUR 9.173).

Verbindlichkeiten in Fremdwährung bestanden in Höhe von TEUR 401.192 (31.12.2019: TEUR 424.088).

Treuhandverbindlichkeiten

Unter dieser Position werden die von den Kunden erworbenen Fondsanteile im Rahmen der Private Equity Vertriebsstruktur als Treuhandverbindlichkeiten ausgewiesen. Der Betrag in Fremdwährung lautet auf TUSD 26.775 (31.12.2019: TUSD 0)

Sonstige Verbindlichkeiten

Der Posten gliedert sich zum Bilanzstichtag wie folgt:

Sonstige Verbindlichkeiten

31.12.2020
TEUR
31.12.2019
TEUR
Steuerverbindlichkeiten (abzuführende KE ST, Lohn- und Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag) 9.647 7.246
Verbindlichkeiten Umsatzsteuerliche Organschaft ABN AMRO Bank NV 4.166 5.947
Verbindlichkeiten Gewinnabführung ABN AMRO Holding GmbH 9.554 14.694
Variation Margin 3.565 123
Verbindlichkeiten aus Restrukurierungsmaßnahmen 934 3.170
Sonstige 2.963 1.513
30.029 32.693

Rechnungsabgrenzungsposten

In dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Avalprovisionen in Höhe von TEUR 3 (Vj: TEUR 6) enthalten. Im Vorjahr beinhaltete diese Position auch Disagien in Höhe von TEUR 113.

Rückstellungen

In den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden zum 31.12.2020 Ruhegeldzusagen in Höhe von insgesamt TEUR 2.415 (31.12.2019: TEUR 2.391) ausgewiesen. Darin enthalten sind Ruhegeldzusagen für Angestellte in Höhe von TEUR 3.084 (31.12.2019: TEUR 2.973) und Ruhegeldzusagen für ehemalige persönlich haftende Gesellschafter und deren Hinterbliebene in Höhe von TEUR 1.209 (31.12.2019: TEUR 1.244). Berücksichtigt wurden die Rückdeckungsversicherungen in Höhe von TEUR 1.879 (Vorjahr TEUR 1.826), welche gemäß dem Saldierungsgebot mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet wurden. Die Herleitung des Aktivwertes der Rückdeckungsversicherungen erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen, die Anschaffungskosten entsprechen den bisherigen Umwandlungsbeträgen in Höhe von TEUR 1.201 (31.12.2019: TEUR 1.201).

Die anderen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Andere Rückstellungen

31.12.2020
TEUR
31.12.2019
TEUR
Prozessrisiken 1.831 6.366
Sonstige Personalrückstellungen 9.517 11.321
Offene Rechnungen & IT-Dienstleitungen 12.057 28.248
Betriebs -& Pflichtprüfungen 7.836 7.681
31.241 53.616

In den sonstigen Personalrückstellungen sind Rückstellungen für Restrukturierungen in Höhe von EUR 0 (31.12.2019: TEUR 2.149) enthalten. Außerdem werden in dieser Position Rückstellungen für Boni und Tantiemen in Höhe von TEUR 4.899 (31.12.2019: TEUR 5.519), Jubiläumsrückstellungen in Höhe von TEUR 1.794 (31.12.2019: TEUR 1.528) sowie Rückstellungen für Altersteilzeit in Höhe von TEUR 1.646 (31.12.2019: TEUR 1.416) ausgewiesen.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Bethmann Bank AG beträgt unverändert TEUR 20.001. Das Grundkapital ist unterteilt in 20.001.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Jede Aktie gewährt eine Stimme.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage zum Bilanzstichtag beträgt TEUR 384.304 (31.12.2019: TEUR 384.304).

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und aus Gewährleistungsverträgen beträgt TEUR 7.477 (31.12.2019: TEUR 7.541). Es ist kein erkennbares Risiko für eine Inanspruchnahme der Bethmann Bank aus den Bürgschaften und Garantien vorhanden. Die jeweiligen Eventualverbindlichkeiten sind für die Gesamttätigkeit der Bethmann Bank AG nicht von wesentlicher Bedeutung.

Des Weiteren bestehen unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von TEUR 57.816 (31.12.2019: TEUR 44.045), welche für die Gesamttätigkeit der Bethmann Bank AG nicht von wesentlicher Bedeutung sind.

Im Rahmen der Kreditvergabe wird davon ausgegangen, dass der Kredit in voller Höhe genommen wird, somit ergibt sich kein erhöhtes Risiko aus der Inanspruchnahme.

Besondere Angaben zu den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Zinsergebnis

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Zinsüberschuss im Berichtszeitraum um TEUR 5.895 auf TEUR 48.724 gesunken, was einer Veränderung von -10,79 % entsprach. Die Verringerung des Zinsergebnisses ist zum größten Teil auf die niedrigere Funds Transfer Pricing Rate der Einlagen im Konzern zurückzuführen.

Provisionsergebnis

Das Provisionsergebnis sinkt im Berichtszeitraum um TEUR 2.779 auf TEUR 99.257 (2,72 %).

Die Provisionserträge in Höhe von TEUR 104.088 stellen sich wie folgt dar:

Provisionserträge

31.12.2020
TEUR
31.12.2013
TEUR
Veränderung
TEUR
Veränderung
%
VermögensverwaItung 52.079 52.942 - 863 -2%
Anlageberatung 16.951 18.192 - 1.241 -7%
Produktprovisionen 117.890 16.896 994 6%
Transaktionsgebühren 110.133 11.741 - 1.608 -14%
Retrozession 3.307 3.320 - 13 0%
Depotgebühren 2.929 2.925 4 0%
Kreditgeschäft 283 304 - 21 -7%
sonstige Gebühren 515 563 - 48 -9%
104.088 106.883 - 2.795 -3%

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 2.884 auf TEUR 59.894 gestiegen. Die Erhöhung ist im Wesentlichen auf die Tariferhöhung im Bankgewerbe zurückzuführen.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen verringerten sich insgesamt um TEUR 2.175 auf TEUR 74.085.

Dies resultiert hauptsächlich aus der geringeren Umlage des Einlagensicherungsfonds, sowie durch den Corona-bedingten Rückgang der Reisekosten.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich im Wesentlichen aus dem Devisenkursergebnis i.H.v. TEUR 310 (31.12.2019: TEUR 282) und der Auflösung von Rückstellungen i.H.v. TEUR 4.828 (31.12.2019: TEUR 3.546) zusammen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In dem sonstigen betrieblichen Aufwand sind Aufwendungen für die Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen i.H.v. TEUR 105 (im Vorjahr: TEUR 110) enthalten.

Darüber hinaus weist der Posten eine Zuführung zu den Prozesskostenrückstellungen i.H.v. TEUR 549 (31.12.2019: TEUR 1.113) aus.

Im Aufwand enthalten ist das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar:

31.12.2020
TEUR
31.12.2019
TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 327 357
Andere Bestätigungsleistungen 284 138
davon für Vorjahr TEUR 106
611 495

Außerordentliche Erträge

In den außerordentlichen Erträgen sind von der ABN AMRO Bank N.V. weitergegebene Zinssubventionen bzgl. des EZB Programms TLTRO III in Höhe von 1.092.000 € enthalten. Die Gelder werden von der Muttergesellschaft ABN AMRO N.V. konditionsfrei bereit gestellt und sind nicht mit einer Rückzahlungsverpflichtung verbunden.

Periodenfremde Erträge

Im Geschäftsjahr wurden Rückstellungen in Höhe von TEUR 4.828 (31.12.2019: TEUR 3.456) aufgelöst. Hauptsächlich betrifft dies Auflösungen für Prozesskostenrückstellungen in Höhe von TEUR 4.065 (31.12.2019: TEUR 1.311).

Sonstige Angaben zum Jahresabschluss

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nachschussverpflichtungen bestehen aus der freiwilligen Einlagensicherung des Bundesverbandes deutscher Banken in der im Statut vorgesehenen Höhe, sowie aus der Mitgliedschaft in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH ("EdB")

Ferner bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen in Höhe von TEUR 32.578.

Marktpreisrisikobehaftete Geschäfte

Zum Bilanzstichtag waren nachfolgend dargestellte fremdwährungs-, zinsabhängige und sonstige Termin- und Optionsgeschäfte, die ein Erfüllungsrisiko sowie Währungs-, Zins- oder sonstige Marktpreisänderungsrisiken beinhalten, noch nicht abgewickelt. Der Darstellung des Derivativgeschäftes gemäß § 36 Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute liegen die Empfehlungen des Ausschusses für Bilanzierung des Bundesverbandes deutscher Banken zugrunde.

Derivative Finanzinstrumente:

Geschäfte mit Währungsrisiken

OTC Produkte
in TEUR
Nominalvolumen nach Restlaufzeiten Adressenausfallrisiko nach Kontrahenten
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Banken OECD Banken Non-OECD sonstige Unternehmen
Devisentermingeschäfte 31.12.2020 246.356 0 0 6.582 0 1.548
Devisentermingeschäfte 31.12.2019 259.356 179 0 2.732 0 2.690

Der beizulegende Zeitwert der derivativen Finanzinstrumente beträgt per 31.12.2020: TEUR -69. Die Geschäfte werden im Zusammenhang mit dem Entstehen und der Absicherung von Währungsrisiken geschlossen. Sie entfallen nicht auf Handelsgeschäfte. Der Ausweis erfolgt zu Marktkursen.

Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes finden die im Kernbankensystem OBS zum Bilanzstichtag hinterlegten Terminkurse Anwendung. Diese werden ins Verhältnis zu den Terminkursen bei Geschäftsabschluss gesetzt, woraus sich eine abweichende Bewertung, der Replacement Value ergibt. Der beizulegende Zeitwert entspricht der Summe der Replacement Values in Höhe der vorgenannten TEUR -69. Da grundsätzlich sämtliche mit Kunden gehandelten Devisentermingeschäfte spiegelbildlich mit ABN AMRO gegengehandelt werden, liegt der Replacement Value für das gesamte Portfolio nahe bei 0.

Fremdwährungsumrechnung

Der Gesamtbetrag der Vermögensgegenstände, die auf Fremdwährung lauten, beläuft sich zum 31.12.2020 auf TEUR 474.074 (31.12.2019 auf TEUR 495.401). Die auf Fremdwährung lautenden Schulden belaufen sich zum 31.12.2020 auf TEUR 474.605 (31.12.2019 auf TEUR 493.104).

Die Bank nutzt zur Währungsumrechnung die konzernweit festgelegten Fremdwährungskurse (Devisenkassamittelkurse).

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der Bethmann Bank AG gehörten im Geschäftsjahr 2020 folgende Personen an:

Fréd Bos

ABN AMRO Bank N.V., Amsterdam

Director Commercial Banking Clients

Claire Dumas

ABN AMRO Hypotheken Groep B.V., Amersfoort

Chief Executive Officer

Choy van der Hooft-Cheong

ABN AMRO Bank N.V., Amsterdam

Managing Director Private Banking Clients Netherlands

Manuela McKensie (Arbeitnehmervertreterin)

Bethmann Bank AG, Frankfurt

Estate Planning

Petra Merzenich (Arbeitnehmervertreterin)

Bethmann Bank AG, Frankfurt

Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates

Hugo Peek

external Supervisory Board Member

Im Jahr 2020 wurden keine Kredite an den Aufsichtsrat gewährt. Es wurden Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von 18.750 EUR (davon 3.750 EUR für 2019) gezahlt.

Vorstand

Dem Vorstand der Bethmann Bank AG gehören folgende Personen an:

Hans Hanegraaf

(Betriebswirt)

Vorstandsvorsitzender der Bethmann Bank AG

CEO ABN AMRO Private Banking International Germany

Country Executive der ABN AMRO Group Germany

Sprecher der Niederlassungsleitung der ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch

Stephan Isenberg

(Bankkaufmann)

Mitglied des Vorstandes Bethmann Bank AG (zuständig für den Bereich Products & Solutions)

Michael Pleske

(Bankkaufmann)

Mitglied des Vorstandes Bethmann Bank AG (zuständig für den Bereich Risk)

Nicolas von Loeper

(Betriebswirt)

Mitglied des Vorstandes Bethmann Bank AG (zuständig für den Bereich Clients)

Die Gesamtbezüge des Vorstandes der Bethmann Bank AG im Geschäftsjahr 2020 betrugen EUR 2.495.474,36 (31.12.2019: EUR 2.293.536,56). Darin enthalten sind aktienbasierte Vergütungen in Höhe von EUR 145.425. Die Anzahl der Instrumente beträgt 15.033,19.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern sowie früheren persönlich haftenden Gesellschaftern und deren Hinterbliebenen wurden TEUR 1.209 (31.12.2019: TEUR 1.244) zurückgestellt, die laufenden Gesamtbezüge betrugen TEUR 182 (31.12.2019: TEUR 1.658).

Einem Mitglied des Vorstandes wurde ein unbefristetes Mietaval in i.H.v. EUR 20.250,00 gewährt. Dafür wird jährlich 1,6% Avalprovision in Rechnung gestellt.

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter, nach Gruppen aufgegliedert, entwickelte sich wie folgt:

2020 2015
Vollzeitbeschäftigte 364 357
Teilzeitbeschäftigte 80 79
Mitarbeiter inaktiv 24 24
468 460

Ein Mitarbeiter der Bethmann Bank AG, Manuel Pabst, hat im Unternehmen notebooksbilliger.de AG ein Mandat im Aufsichtsgremium gemäß § 340a Abs. 4 Nummer 1 HGB..

Konzernbeziehungen

Zwischen der Bethmann Bank AG, Frankfurt am Main, und der ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH, Frankfurt am Main, besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, wonach die Bank mit Wirkung ab 14. Februar 2012 die Leitung ihrer Gesellschaft der Holding unterstellt. Die Holding ist berechtigt, dem Vorstand der Bank Weisungen zu erteilen, soweit hierdurch nicht die Bestimmungen des Kreditwesengesetzes oder andere bankaufsichtsrechtliche Vorschriften verletzt werden. Die Bank ist verpflichtet, den handelsrechtlichen Jahresüberschuss an die Holding abzuführen. Die Holding ist andererseits gemäß § 302 AktG zur Verlustübernahme verpflichtet.

Auf eine Erstellung eines Konzernabschlusses für die Bethmann Bank AG wurde unter Anwendung der Vorschriften des § 291 HGB verzichtet.

Der Konzernabschluss für den größten und kleinsten Konsolidierungskreis wird von der ABN AMRO Group N.V., Amsterdam/Niederlande, nach den in der Europäischen Union anzuwendenden International Financial Reporting Standards erstellt. Der Konzernabschluss ist in unserem Hause erhältlich. Darüber hinaus wird eine deutsche Übersetzung des Konzernabschlusses der ABN AMRO Group N.V. Amsterdam von unserer mittelbaren Gesellschafterin, der ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch, Frankfurt am Main, im Bundesanzeiger veröffentlicht.

 

Frankfurt am Main, 30. April 2021

Bethmann Bank AG

Der Vorstand

Hans Hanegraaf, Vorsitzender

Stephan Isenberg

Michael Pleske

Nicolas von Loeper

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020

der Bethmann Bank AG

Geschäftsentwicklung und Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Situation

Das Jahr 2020 war wirtschaftlich wesentlich durch den Ausbruch der Corona-Pandemie und der durch die Lockdowns induzierten Rezession geprägt.

Der Start ins Jahr war noch von verhaltenem Optimismus begleitet; denn nach einer übergangsweisen Wachstumsschwäche schien die Konjunktur seit dem Herbst 2019 wieder leicht Fahrt aufzunehmen. Die Zentralbanken begleiteten die Erholung mit ihrer expansiven Ausrichtung. Die Inversion der US-Zinsstrukturkurve führte zwar bereits im Sommer und Herbst 2019 zu Spekulationen über ein Ende der konjunkturellen Expansion. Die sich erholenden Konjunkturdaten machten jedoch Mut, dass sich die Wirtschaft zwar langsam, aber positiv entwickeln würde.

Als Anfang des Jahres 2020 erste Gerüchte über das neue Coronavirus aufkamen, sorgte dies zwar kurzzeitig für Nervosität an den Finanzmärkten. Alles in allem konzentrierten sich die Marktteilnehmer aber eher auf die besseren Konjunkturindikatoren. In der zweiten Februarhälfte zeigte sich, dass aus der auf einige asiatische Regionen begrenzten Epidemie eine globale Pandemie werden würde. In Italien nahmen die Infektionszahlen schlagartig zu und führten zu radikalen Einschnitten des öffentlichen Lebens. Damit war klar, dass die Pandemie auch in Europa massive ökonomische Kosten nach sich ziehen würde. Die Börsen reagierten entsprechend mit unmittelbaren, heftigen Kurseinbrüchen. Die großen Aktienindizes verbuchten von Mitte Februar bis Mitte März Verluste von teilweise bis zu 40 Prozent. Einzelne Sektoren wie die Tourismus- und Reisebranche erwischte es deutlich schlimmer. Wie schon während der großen Finanzkrise 2008 waren es die Zentralbanken, die schnell Mittel bereitstellten und die Märkte beruhigten. Die amerikanische Notenbank Fed senkte im März den Leitzinsrahmen um insgesamt 1,5 Prozentpunkte von 1,75 auf 0,25 Prozent. Zudem wurden überall in der Welt gewaltige Anleihenkaufprogramme aufgelegt.

Die von der Politik erlassenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens waren vor allem für den Dienstleistungsbereich sehr belastend. Die Politik stellte Bürgschaften, Kreditlinien, Kurzarbeitergeld oder auch Direktzahlungen bereit, die in dieser Höhe noch kurze Zeit zuvor undenkbar gewesen wären. Austerität und ausgeglichene Staatshaushalte waren erst einmal obsolet. Dies sorgte zwischenzeitlich zur Ausweitung der Zinsaufschläge bei Staatsanleihen der europäischen Peripherieländer, bevor die EZB mit neuen Kaufprogrammen intervenierte und Zinsen wieder nach unten zog.

Von Frühling bis in den Sommer hinein entwickelten sich die Infektionszahlen zwar in einigermaßen kontrollierten Bahnen. Die ökonomischen Auswirkungen waren dennoch verheerend. Im zweiten Quartal brach die Wirtschaftsleistung weltweit massiv ein, die Arbeitslosenzahlen stiegen und die Stimmung sank vor allem im Dienstleistungsbereich erschreckend ab. Die Folgen des Lockdowns für die weitere wirtschaftliche Entwicklung rückten immer stärker in den Fokus. Neben den unmittelbaren Folgen waren Zweitrundeneffekte wie steigende Insolvenzen und Arbeitslosenzahlen zu erwarten. Diese führten wiederum zu Nachfrageausfällen und bremsten die wirtschaftliche Erholung. Dass sich die Aktien- und auch die Rentenmärkte dennoch gut entwickelten, lag zum einen an der Hoffnung, dass die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen sei, und zum anderen an der massiven geld- und fiskalpolitischen Unterstützung. Überall auf der Welt kauften Notenbanken im großen Stil Staatsanleihen auf, während die Staaten immer größere Konjunkturprogramme auflegten. Vor allem die Aktivitäten der Zentralbanken sorgten für ein allgemeines Absinken der Anleiherenditen.

Die stabilere Infektionslage über den Sommer, begleitet von Lockerungen und anhaltender konjunktureller Unterstützung, beflügelte die Hoffnung, dass die Volkswirtschaften eine "V"-förmige Erholung zeigen könnten. Gestützt wurde dies durch die sich ab Juni/Juli deutlich aufhellenden Konjunkturindikatoren. Auch wenn klar war, dass einige Vorsichtsmaßnahmen in Kraft bleiben würden, gewann die gesamtwirtschaftliche Aktivität global wieder deutlich an Dynamik. Entsprechend hielt die Euphorie an den Börsen an, auch wenn sie zu großen Teilen aus der guten Geschäftslage der Technologieunternehmen entstand. Die im Juli verkündete Einigung auf den 750 Mrd. Euro umfassenden EU-Wiederaufbaufonds ließ die Zinsdifferenzen von Peripherieanleihen zu deutschen Staatsanleihen deutlich zurückgehen.

Global gingen vor allem China und andere asiatische Länder konjunkturell voran. Die USA zeigten sich trotz anhaltend hoher Infektionszahlen recht robust, während Europa nur mühsam an Dynamik gewinnen konnte. Dies erklärt einen Teil der regionalen Unterschiede in der Aktienmarktentwicklung bis in den Herbst hinein.

Ab dem vierten Quartal stiegen in Europa und den USA die Infektionszahlen wieder an. Die neuen Lockdowns in vielen Ländern stellten erneut eine Belastung für die Konjunktur dar. Auch reichliche finanzielle Hilfen konnten den ökonomischen Ausfall nicht vollständig kompensieren. Wie im Frühjahr war es vor allem der Dienstleistungssektor, der die Hauptlast zu tragen hatte. Der Industriesektor hielt sich dagegen relativ gut, nicht zuletzt aufgrund der entspannteren Lage in China. Die Meldungen über Impfstoffe mit hohen Wirkungsgraden, die zur Zulassung vorgelegt wurden, führten im November zu positiven Börsenreaktionen und zu einer deutlichen Aufhellung der Stimmung bei Unternehmen und Konsumenten. Infolge dieser Meldungen und der ersten Impfungen im Dezember machte sich trotz der allgemein angespannten Situation ein neuer Konjunkturoptimismus breit. Joe Bidens Wahlsieg in den USA, der Hoffnung auf eine berechenbarere Politik macht, unterstützte diesen Eindruck zusätzlich. Vor allem überraschte er alle Marktteilnehmer mit seiner Nominierung von Janet Yellen als neue US-Finanzministerin. Als ehemalige Fed-Chefin und Befürworterin einer aktiven Konjunkturpolitik wird von ihr eine anhaltend expansive Fiskalpolitik sowie ein koordiniertes Vorgehen zusammen mit der Fed erwartet.

Ende des Jahres waren es dann erneute Lockdowns, die vor allem in Europa die konjunkturelle Erholung belasteten, während die Konjunktur in Asien und auch in den USA spürbar an Fahrt gewonnen hat.

Entwicklung der Branche

Das Kreditgewerbe steht immer noch unter erheblichem Konsolidierungsdruck. Wie Daten der Bundesbank zeigen, kann man diese Entwicklung an den sinkenden Zahlen der Beschäftigten, der Filialen oder der Anzahl der privaten Institute festmachen. Allerdings bleibt die Entwicklung in Euroland und in Deutschland weiterhin eher schwach. Damit zieht auch die Kreditnachfrage trotz der historisch niedrigen Zinsen nach wie vor nicht massiv an. Unsicherheit resultiert aus den Folgen der Corona-Krise. Selbst wenn wir die Pandemie hinter uns lassen können, sind sogenannte Zweitrundeneffekt aus den Lockdown Maßnahmen zu befürchten. Dies könnte zum Beispiel in einer höheren Anzahl von Kreditausfällen resultieren.

Daneben sorgen aber auch die negativen Einlagenzinsen bei der EZB für erheblichen Druck, vor allem auch, weil dieser Kostenfaktor nur bedingt an Kunden weitergegeben werden kann. Das insgesamt niedrige Zinsumfeld schränkt zudem den Spielraum für Kreditzinsen ein. Die etwas anziehenden Zinsen im längerfristigen Bereich, bedingt durch den Anstieg der Inflationserwartungen, entlastet hier aber ein wenig.

Im Jahr 2020 kündigten vermehrt Finanzinstitute, darunter auch die Bethmann Bank AG, an, dass Sie Verwahrgebühren auf von Kunden gehaltene Liquiditätsbestände erheben werden.

Langfristige Renditeerwartungen müssen reduziert werden, was wiederum die Gebühren unter Druck setzt. Die Margen im Wertpapierbereich werden daher weiter sinken.

Im Jahr 2021 sehen wir keine Umkehr dieser Trends. Die EZB wird weiterhin keine Zinserhöhung vornehmen, auch noch nicht des Einlagenzinssatzes. Bedingt durch die Herausforderungen der Corona-Krise müssen Zinsen niedrig gehalten werden.

Rahmenbedingungen

Alleiniger Aktionär der Bethmann Bank AG, Frankfurt am Main, ist die ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH, Frankfurt am Main, deren alleinige Gesellschafterin die ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch, Frankfurt am Main, ist.

Zwischen der Bethmann Bank AG und der ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH wurde unter dem 14. Februar 2012 ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag geschlossen. Nach diesem Vertrag hat die Bethmann Bank AG die Leitung ihrer Gesellschaft der ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH unterstellt. Die ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH ist berechtigt, dem Vorstand der Bethmann Bank AG Weisungen zu erteilen, soweit hierdurch nicht die Bestimmungen des Kreditwesengesetzes oder andere bankaufsichtsrechtliche Vorschriften verletzt werden. Die Bank ist verpflichtet, den handelsrechtlichen Jahresüberschuss an die Holding abzuführen. Die Holding ist andererseits gemäß § 302 AktG zur Verlustübernahme verpflichtet.

Des Weiteren besteht seit dem 16. November 2010 zwischen der ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH und der ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch ebenfalls ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag, wonach die ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH die Leitung ihrer Gesellschaft der ABN AMRO Bank N.V., Frankfurt Branch, unterstellt. Die ABN AMRO Bank N.V., Frankfurt Branch, ist berechtigt, den Geschäftsführern der ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH Weisungen zu erteilen. Die ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH ist verpflichtet, den handelsrechtlichen Jahresüberschuss an die ABN AMRO Bank N.V., Frankfurt Branch, abzuführen. Die ABN AMRO Bank N.V., Frankfurt Branch, ist andererseits zur Verlustübernahme gemäß den Regelungen des § 302 AktG verpflichtet.

Die Bethmann Bank AG, Frankfurt am Main, unterhielt zum Jahresende 2020 neben dem Hauptsitz in Frankfurt am Main unselbständige Zweigniederlassungen in Berlin, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln, München, Nürnberg, Stuttgart und Mannheim. Daneben unterhält die Bethmann Bank AG einen Standort in Würzburg, der organisatorisch der Zweigniederlassung der Bethmann Bank AG Niederlassung Nürnberg zugeordnet ist. Der Hauptfokus der Bethmann Bank AG liegt in der ganzheitlichen Vermögensberatung, der Vermögensverwaltung, Anlageberatung sowie Einlagenprodukten und dem Kreditgeschäft.

Im Geschäftsjahr wurde die DBM Fonds Invest GmbH auf die Bethmann Bank AG verschmolzen.

Geschäftsentwicklung

Überblick

Das Jahr 2020 war maßgeblich durch die Corona-Pandemie geprägt. Dem deutlichen Rückgang an den Kapitalmärkten im Frühjahr 2020 folgte eine spürbare Erholung im weiteren Jahresverlauf. Der persönliche Austausch mit (potentiellen) Kunden wurde mit dem Fortschreiten der Pandemie vielfach durch digitale Kommunikation ersetzt. Die bei der Bethmann Bank eingesetzten Technologien zur Durchführung von Videokonferenzen mit (potentiellen) Kunden und digitalen Kundenveranstaltungen haben sich als sehr leistungsfähig erwiesen und wurden im Laufe des Jahres 2020 mehr und mehr eingesetzt.

Vor diesem Hintergrund kann die Bethmann Bank insgesamt über einen erfreulichen Geschäftsverlauf berichten. Besonders hervorzuheben ist das erneut starke Wachstum in der Vermögensverwaltung, der Kerndienstleistung der Bethmann Bank. So konnte das verwaltete Volumen performancebereinigt um EUR 0,8 Mrd. auf EUR 9,8 Mrd. gesteigert werden. Ein Großteil des neuen Volumens entfiel hierbei auf Anlagestrategien, die auf Nachhaltigkeitskriterien beruhen, so dass der Anteil dieser Strategien am Volumen der Vermögensverwaltung insgesamt auf 46% zum Jahresende 2020 gesteigert werden konnte.

Ebenfalls sehr erfolgreich ist die Einführung von Verwahrgebühren für Kundeneinlagen verlaufen. Per Jahresende 2020 wurde ein Volumen von EUR 1,8 Mrd. mit einer durchschnittlichen Verwahrgebühr von 0,35% p.a. bepreist; insgesamt konnte in 2020 mittels Verwahrgebühren ein Ertrag von EUR 4,3 Mio. erzielt und so Ertragsrückgänge aus den extrem niedrigen bzw. teilweise negativen Zinsniveaus zumindest teilweise kompensiert werden.

Weitere Erfolge umfassen die erfolgreiche Platzierung eines weiteren Private Equity-Angebots in Rekordhöhe (Coller Internation Partners VIII mit USD 76,5 Mio.) sowie ein deutlicher Anstieg der Erträge im Bereich Real Estate (Immobilienvermittlung) auf EUR 2,5 Mio im Jahr 2020 (2019: 1,9 Mio.).

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung eingetreten, die eine Auswirkung auf die Darstellung des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage und der voraussichtlichen Entwicklung der Bank haben.

Niederlassungsstruktur

Die Bethmann Bank ist an 12 Standorten in Deutschland vertreten: Berlin, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München, Nürnberg, Stuttgart und Würzburg.

Die größten Standorte mit Assets under Management von jeweils rund EUR 5 Mrd. sind Frankfurt und Hamburg, gefolgt von München (EUR 3,7 Mrd.), Hannover (EUR 2,8 Mrd.) und Köln (2,1 Mrd.).

Kundenzufriedenheit

Im Rahmen der jährlich durchgeführten Kundenbefragung wurde erneut der sog. Net Promotor Score (NPS), der die Kundenzufriedenheit und Empfehlungsbereitschaft widerspiegelt, festgestellt. Diese konnte mit einem Wert von 31 auf dem hohen Niveau des Vorjahres (34) gehalten werden.

Wachstum

Die sog. Assets under Management (AuM) blieben mit EUR 38,6 Mrd. per Ende 2020 auf dem Niveau des Vorjahres (EUR 38,4 Mrd.). Unterjährig gab es allerdings aufgrund der coronabedingt volatilen Marktentwicklung deutlichere Schwankungen.

Zugleich wurde die Assets-Struktur erneut deutlich verbessert. So lagen die sog. Net New Assets (NNA) in 2020 bei - EUR 323 Mio., insbesondere getrieben durch Abflüsse von (nicht ertragswirksamer) Liquidität im Rahmen der Einführung von Verwahrgebühren in 2020. Dem gegenüber sind, wie bereits beschrieben, die Volumina im Mandatsgeschäft, insbesondere in der Vermögensverwaltung, deutlich gestiegen.

Projekte

In 2020 wurden zum einen strategische IT-Projekte, wie der Wechsel hin zu MS 365-Produkten (insb. Aktualisierung auf die neusten Versionen, Einführung von Outlook 365 sowie Teams 365 als digitale Kollaborationstools) oder die Implementierung eines Customer Relation Management-System (MSD-CRM), erfolgreich umgesetzt. Zum anderen wurden bereits begonnene strategische Projekte, wie die Einführung der Model Bank (insb. Projekt "Genius"), fortgesetzt und regulatorische (Groß-)Projekte, wie die Umsetzung der Verordnung (EU) Nr. 2019/2088 Offenlegungsverordnung (Projekt "Sustainable Finance Regulation"), in enger Zusammenarbeit im Konzern gestartet. Diese, sowie noch zahlreiche weitere kleine und mittelgroße Projekte hatten entsprechende Auswirkungen auf die vorhandenen Change-Kapazitäten innerhalb des Unternehmens. Insgesamt sind Anzahl und Ausmaß der Veränderungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, insb. in den Front- und Back Office-Bereichen, weitergehend unverändert sehr hoch. Das Ziel, viele Änderungen in kurzer Zeit und parallel umzusetzen, ist mit einer erhöhten Komplexität und Belastung verbunden. Die damit einhergehenden Herausforderungen und Risiken werden sorgfältig überwacht und punktuelle Lösungsansätze erarbeitet und durchgeführt. So besteht ein Veränderungsportfolio, welches alle wesentlichen Projekte mit umfassendem Einfluss auf Kapazitäten, Budgetbedarf, etc. umfasst und ein entsprechendes Kontrollorgan ("Change Circle"), um den Veränderungsprozess zu begleiten und zu unterstützen.

Relevante Kennzahlen

Die Bank stellt nachstehend ausgewählte Kennzahlen dar:

31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
T€ T€ T€ in %
Bilanzsumme 7.195.272 7.733.731 (538.450) (6,96)
Geschäftsvolumen 7.260.565 7.785.317 (524.752) (6,74)
Eigenkapital 404.305 404.305 -
Aufsichtsrechtliche Eigenmittel 409.108 399.065 10.043 2,52
2020 2019 Veränderung
T€ T€ T€ in %
Zinsüberschuss 48.724 54.619 (5.895) (10,79)
Provisionsüberschuss 99.257 102.036 (2.779) (2,72)
Personalaufwand 59.893 57.010 2.883 5,06
Verwaltungsaufwand 74.085 76.260 12.175) (2,85)
Ergebnis vor Gewinnabführung 9.554 14.694 (5.140) (34,98)
Anzahl Niederlassungen 12 12 -
Durchschnitt Mitarbeiter 468 460 8,00 1,74

Ertragslage

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Zinsüberschuss im Berichtszeitraum um EUR 5,9 Mio. auf EUR 49 Mio. gesunken, was einer Veränderung von -11 % entsprach. Die Verringerung des Zinsergebnisses ist zum größten Teil auf die niedrigere Funds Transfer Pricing Rate der Einlagen im Konzern zurückzuführen.

In den außerordentlichen Erträgen sind von der ABN AMRO Bank N.V. weitergegebene Zinssubventionen bzgl. des EZB Programms TLTRO III in Höhe von 1.092.000 € enthalten. Die Gelder werden von der Muttergesellschaft ABN AMRO N.V. konditionsfrei bereitgestellt und sind nicht mit einer Rückzahlungsverpflichtung verbunden.

Das Provisionsergebnis verringerte sich im Berichtszeitraum um EUR 2,8 Mio. auf EUR 99 Mio. (-3 %). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus der im Jahr 2020 geringeren Performance Fee in Höhe von TEUR 287 gegenüber dem Vorjahr (TEUR 3.092).

Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 2,9 Mio. auf EUR 60 Mio. gestiegen. Die Erhöhung ist im Wesentlichen auf die Anhebung des Bankentarifs zurückzuführen.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen verringerten sich insgesamt um EUR 2,1 Mio. auf EUR 74 Mio. Dies resultiert hauptsächlich aus der geringeren Umlage des Einlagensicherungsfonds, sowie durch den Corona-bedingten Rückgang der Reisekosten.

Der Saldo der sonstigen Aufwands- und Ertragskonten beträgt EUR -6 Mio. (im Vorjahr EUR -10 Mio.). Im Wesentlichen beinhaltet diese Position die planmäßigen Abschreibungen der immateriellen Anlagewerte sowie Auflösungen von Prozessrückstellungen. Der hohe Unterschiedsbetrag zum Vorjahr beruht auf den in 2020 wegfallenden Abschreibungen des Firmenwerts. Dieser wurde bereits im Jahr 2019 vollständig abgeschrieben.

Die Risikovorsorge trägt allen erkennbaren Risiken im Kreditgeschäft Rechnung. Es bestehen Einzelwertberichtigungen i.H.v. EUR 1,1 Mio. sowie Pauschalwertberichtigungen i.H.v. EUR 1,7 Mio. Die Berechnung der Pauschalwertberichtigungen erfolgt auf Grundlage eines mehrstufigen Modells. Der Ansatz basiert auf der "Expected Lifetime Loss" (ELL) Methode. Auf einer ersten Stufe wird die Vorsorgehöhe auf Basis eine 12 Monats Zeitraums ermittelt. Bei einer signifikanten Verschlechterung der Kreditqualität wird in einer zweiten Stufe bei der Risikovorsorgehöhe auf die restlaufzeitbasierte ELL abgestellt.

Zusätzlich bestehen unverändert zum Vorjahr Vorsorgereserven nach § 340f HGB i.H.v. EUR 1,0 Mio, Zudem weist der Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB einen Bestand i.H.v. EUR 27 Mio. aus.

Das in 2020 erwirtschaftete positive Ergebnis vor Ergebnisabführung/ Verlustübernahme in Höhe von EUR 9,6 Mio. wird aufgrund des bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages an die ABN AMRO Holding (Deutschland) GmbH abgeführt.

Die Ertragslage im Überblick:

2020 2019 Veränderung
T€ T€ T€ in %
Zinsüberschuss 48.724 54.619 (5.895) (10,79)
Provisionsüberschuss 99.257 102.036 (2.779) (2,72)
Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht verzinslichen Wertpapieren sowie Beteiligungen 901 1.205 (304) (25,23)
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen
Nettoertrag des Handelsbestandes (481) (227) (254) 111,89
Summe der Erträge 148.401 157.633 (9.232) (5,86)
Personalaufwand 59.893 57.010 2.883 5,06
Andere Verwaltungsaufwendungen 74.085 76.260 (2.175) (2,85)
Verwaltungsaufwand gesamt 133.978 133.270 708 0,53
Saldo der sonstigen Aufwands- und Ertragskonten (5.957) (10.029) 4.072 (40,60)
Risikovorsorge (Auflösung) 4 (364) 368 (101,10)
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 8.482 14.698 (6.236) (42,43)
außerordentliche Erträge 1.092 - 1.092 DIV/0!
sonstige Steuern (4) 4 (100,00)
Aufwand aus Gewinnabführung (9.554) (14.694) 5.140 (34,98)
Jahresüberschuss - - - -

Die Ertragslage im Mehrjahresvergleich:

2020
T€
2019
T€
2018
T€
2017
T€
2016
T€
2015
T€
Zinsüberschuss 48.724 54.619 58.559 55.994 60.316 72.865
Provisionsüberschuss 99.257 102.036 97.195 100.202 95.203 84.398
Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht verzinslichen Wertpapieren sowie Beteiligungen 901 1.205 1.249 1.933 873 2.616
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen - - 8.925 25.087 -
Nettoertrag des Handelsbestandes (481) (227) (397) 372 1.156 258
Personalaufwand 59.893 57.010 55.777 66.717 78.430 66.780
Andere Verwaltungsaufwendungen 74.085 76.260 78.932 78.227 77.191 77.895
Verwaltungsaufwand gesamt 133.978 133.270 134.709 144.944 155.621 144.675
Saldo der sonstigen Aufwands- und Ertragskonten (5.957) (10.029) (18.014) (13.442) (20.669) (5.742)
Risikovorsorge (Auflösung) 4 (364) 2.696 2.905 3.625 2.776
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 8.462 14.698 1.187 6.135 2.720 6.944
außerordentliche Erträge 1.092 - - - - -
sonstige Steuern - (4) (8) (13) (17) (28)
Erträge aus Verlustübernahme / Aufwand EAV (9.554) (14.694) (1.179) (6.122) (2.703) (6.916)
Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag - - - - - -
2014
T€
Zinsüberschuss 71.047
Provisionsüberschuss 70.698
Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht verzinslichen Wertpapieren sowie Beteiligungen 973
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen -
Nettoertrag des Handelsbestandes 613
Personalaufwand 50.852
Andere Verwaltungsaufwendungen 88.578
Verwaltungsaufwand gesamt 139.430
Saldo der sonstigen Aufwands- und Ertragskonten (9.961)
Risikovorsorge (Auflösung) 3.412
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit (9.472)
außerordentliche Erträge -
sonstige Steuern (37)
Erträge aus Verlustübernahme / Aufwand EAV 9.509
Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag -

Vermögenslage

Die Vermögenslage entwickelte sich wie folgt:

Bilanzvergleich Bewegungsbilanz
Aktiva 31.12.2020 31.12.2019 Mehrung Minderung
T€ % T€ % T€ T€
Barreserve 426.908 5,9% 367.135 4,7% 59.833 -
Schuldtitel öffentlicher Stellen 36.600 0,5% 31.036 0,4% 5.564 -
Forderungen an Kreditinstitute 4.572.412 63,5% 5.208.878 67,4% - 636.466
Forderungen an Kunden 1.522.516 21,2% 1.398.093 18,1% 124.423 -
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 553.100 7,7% 645.656 8,3% - 92.556
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 1 0,0% 0 0,0% 1 -
Beteiligungen 5.293 0,1% 5.028 0,1% 265 -
Anteile an verbundenen Unternehmen 247 0,0% 8.049 0,1% - 7.802
Treuhandvermögen 21.791 0,3% - 0,0% 21.791 -
Immaterielle Anlagewerte 14.450 0,2% 20.164 0,3% - 5.714
Sachanlagen 2.460 0,0% 2.669 0,0% - 209
Sonstige Vermögensgegenstande 37.855 0,5% 45.686 0,6% - 7.831
Rechnungsabgrenzungsposten 1.579 0,0% 1.337 0,0% 242 -
7.195.272 100,0% 7.733.731 100,0% 212.119 750.578

Passiva

Bilanzvergleich Bewegungsbilanz
31.12.2020 31.12.2019 Mehrung Minderung
T€ % T€ % T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 863.457 12,0% 303.792 3,9% 559.665 -
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 5.814.576 80,8% 6.910.147 89,4% - 1.095.571
Treuhandverbindlichkeiten 21.791 0,3% - 0,0% 21.791 -
Sonstige Verbindlichkeiten 30.829 0,4% 32.694 0,4% - 1.865
Rechnungsabgrenzungsposten 3 0,0% 131 0,0% - 128
Rückstellungen 33.656 0,5% 56.007 0,7% - 22.351
Fonds für allgemeine Bankrisiken 26.655 0,4% 26.655 0,3% - -
Gezeichnetes Kapital 20.001 0,3% 20.001 0,3% - -
Kapitalrücklage 384.304 5,3% 384.304 5,0% - -
7.195.272 100,0% 7.733.731 100,0% 581.456 1.119.915
Bilanzvergleich Bewegungsbilanz
außer bilanzielle Verpflichtungen 31.12.2020 31.12.2019 Mehrung Minderung
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und aus Gewährleistungsverträge 7.477.173 103,9% 7.541.140 97,5% - 63.967
Unwiderrufliche Kreditzusagen 57.815.926 803,5% 44.044.928 569,5% 13.770.998 -
65.293.099 907,4% 51.586.068 667,0% 13.770.998 63.967

Die Verringerung der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang von Kundeneinlagen, die auf Grund der Einführung der Verwahrgebühr ihre Einlagen abgezogen oder in andere Formen von Investment umgewandelt haben.

Die Mittelaufnahme bei Banken im Vorjahresvergleich stieg um EUR 560 Mio. (+89 %) auf EUR 863 Mio. Dies ist begründet durch die Generierung von liquiden Aktiva zum Zwecke der Liquiditätssteuerung.

Die Forderungen an Kreditinstitute verringerten sich um 0,6 Mio. auf EUR 4.572 Mio. Diese Forderung betrifft vor allem die Konzernforderungen gegenüber der ABN AMRO Gruppe.

Die Forderungen an Kunden stiegen im Vorjahresvergleich um EUR 0,1 Mio. auf nunmehr EUR 1.522,5 Mio. an.

Die Sicherstellung der Liquidität ist durch die jederzeitige Refinanzierungsmöglichkeit der Bank innerhalb der ABN AMRO Gruppe gegeben.

Der Liquiditätspuffer der Bethmann Bank AG belief sich per Ende Dezember 2020 auf insgesamt 864 Mio. EUR, bestehend aus Einlagen auf dem Bundesbankkonto in Höhe von 371 Mio. EUR sowie Wertpapieren (HQLA Level 1) in Höhe von 495 Mio. EUR. Dieser Puffer führte zu einer LCR von 135,56 % per Ende Dezember 2020.

Der jährliche Liquiditätsbewertungsprozess (ILAAP - Internal Liquidity Adequacy Assessment Process) spielt eine wichtige Rolle bei der Abbildung und Steuerung von Liquiditätsrisiken für Banken. Die Bethmann Bank hat ein Rahmenwerk für das Liquiditätsmanagement implementiert, welches im Einklang mit internationalen Governance-Prinzipien steht. Im Rahmen des ILAAP wird eine klare Bewertung der Liquiditätsrisiken der Bethmann Bank durchgeführt, dies basierend auf einer fundierten Risikostrategie, welche in ein effektives System zur Überwachung von Liquiditätsrisiken umgesetzt wurde. Es ist wichtig zu beachten, dass aufgrund der Back-to-Back-Abwicklung mit ABN AMRO Bank N.V. nur ein geringes Liquiditätsrisiko besteht.

Die Bethmann Bank führt eine tägliche Liquiditätsprognose sowie einen vierteljährlichen ILAAP-Stresstest durch, um einerseits die Survival Period und andererseits die Counterbalancing Capacity (CBC) der Bethmann Bank in einer Reihe von Stressszenarien zu beurteilen. Die Stresstestergebnisse aus der täglichen Liquiditätsprognose zeigen keine Anzeichen für einen Liquiditätsstress per Ende 2020, weder im "Business As Usual (BaU)" noch im Stressszenario. Das BaU-Szenario zeigt einen minimalen Liquiditäts-Headroom von EUR 1.420 Mio. (31.12.2019: EUR 2.261 Mio.) über die ersten 30 Tage und keinen Liquiditätsengpass für den gesamten Planungshorizont von 3 Jahren. Die im ILAAP Stress Test ermittelte Minimum CBC betrug EUR 2.121 Mio. (31.12.2019: EUR 3.387 Mio.) inkl. Refinanzierung durch ABN AMRO Bank N.V. und EUR 498 Mio. (31.12.2019: EUR 403 Mio.) bei deren Nichtberücksichtigung.

Eigenkapital Entwicklung 2020 (in TEUR):

31.12.2020 31.12.2019
a) Gezeichnetes Kapital 20.001 20.001
b) Kapitalrücklage 384.304 384.304

Die anrechenbaren Eigenmittel der Bank gemäß Artikel 72 CRR betrugen zum Bilanzstichtag TEUR 409.108 (31.12.2019: TEUR 399.065). Die Capital Ratio gemäß Artikel 92 CRR betrug zum 31.12.2020 23,61 % (31.12.2019: 20,13 %) und die Liquidity Coverage Ratio (LCR) gemäß Artikel 411 CRR betrug 135,56 % (31.12.2019: 123,47 %).

Damit liegen sowohl die Kapital- als auch die Liquiditätskennziffern deutlich über den regulatorischen Anforderungen.

Der Bethmann Bank AG standen zum 31.12.2020 zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von EUR 2.170 Mio. zur Verfügung.

Leistungsindikatoren

Die in 2020 insgesamt erzielten Erträge in Höhe von EUR 148,4 Mio. (31.12.2019: 157,9 Mio.) lagen oberhalb der Ertragsplanungen (EUR 140 Mio.) beeinflusst durch das höhere Preislevel (Funds Transfer Pricing (FTP)) für die in den Konzern transferierte Liquidität. Entgegen den ursprünglichen Prognosen hat sich dieser konzerninterne Preis für die Liquidität im Vergleich zum Plan im Durchschnitt im Jahr 2020 um ca. 28 Basispunkte besser entwickelt. Dies entspricht einem Wert von EUR 9,8 Mio. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Gesamterträge jedoch signifikant um EUR 9,2 Mio. (31.12.2019: EUR 1 Mio. Anstieg) gesunken (Summe aus Zins-, Provisionsüberschuss, Erträgen aus Aktien und Beteiligungen sowie Gewinnabführungserträgen). Dieser Effekt ist zum Teil auf den gesunkenen Zinsüberschuss (Reduktion der Erträge um EUR 5,9 Mio. (31.12.2019: 3,9 Mio.) im Jahresvergleich) sowie auch niedrigeren Provisionsüberschluss (Reduktion um EUR 2,8 Mio. (31.12.2019: 4,8 Mio. Anstieg) im Jahresvergleich) zurückzuführen.

Die operativen Kosten lagen mit insgesamt EUR 134 Mio. unter dem geplanten operativen Kostenbudget (EUR 140 - 145 Mio.) überwiegend aufgrund von niedrigeren Verwaltungsaufwendungen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Verwaltungsaufwand um EUR 1,1 Mio. angestiegen und dieser Effekt ist überwiegend in dem Anstieg der Personalaufwendungen begründet.

Für das Jahr 2020 wurde ein Aufwands-Ertrags-Verhältnis (auch Cost-Income-Ratio genannt) von leicht über 100% budgetiert (31.12.2019: EUR 90,3 Mio.) (Berechnung auf Basis der IFRS basierten und performance-relevanten Planung für 2020), da der Rückgang des internen Verrechnungspreises für die Liquidität entsprechend eingepreist wurde, jedoch nicht vollständig durch die Planerträge im Wertpapierkommissionsbereich kompensiert werden konnte.

Die tatsächliche Cost-Income-Ratio (inkl. Abschreibungen und Umlagen aus dem Konzern) lag mit 96,7% (31.12.2019: EUR 94,5 %) (Grundlage Head Office IFRS basiertes Reporting 1) über dem mit dem Konzern vereinbarten Zielwert.

Die bessere Cost-Income-Ratio ist auf das operative Ergebnis von +EUR 4,5 Mio. (31.12.2019: EUR 9,2 Mio) zurückzuführen. Laut Vorjahreslagebericht wurde ein operatives Ergebnis von EUR -5 bis 0 Mio. erwartet. Das HGB Ergebnis für das Jahr 2020 lag deutlich höher bei +EUR 9,6 Mio (31.12.2019: EUR 14,7 Mio). und bei einer Cost-Income-Ratio von 94%.

Das verwaltete Vermögen betrug zum Jahresende insgesamt EUR 38,6 Mrd. und damit lagen die Assets under Managemet (AuM) gut eine Milliarde hinter Plan von EUR 39,7 Mrd, beeinträchtigt durch die Reduktion der Liquidität aufgrund der Einführung von Verwahrgebühr sowie durch die unterjährigen Marktausschläge im Zusammenhang mit der Corona Pandemie.

Im Kerngeschäft, also im Bereich des Einlagengeschäftes, der Kundenberatung und in der Vermögensverwaltung der Bethmann Bank betrugen die Kundenvolumina zum Jahresende insgesamt EUR 27,9 Mrd. Bei den übrigen EUR 10,7 Mrd. handelt es sich um Vermögenswerte mit Verwahrcharakter.

Der in 2020 geplante Nettoneugeldzufluss hat die Erwartungshaltungen stark verfehlt. Per Dezember 2020 betrugen die Nettogeldzuflüsse auf Gesamtbankebene EUR -323 Mio. (vgl. Plan Gesamtbank EUR 950 Mio.). Die starke Zielverfehlung wurde überwiegend durch Abflüsse im Bereich Liquidität aufgrund der Einführung der Verwahrgebühr am Anfang des Jahres 2020 beeinträchtigt.

1 der Unterschied zwischen IFRS und "HO IFRS basiert" liegt in der Kapitalcharge, die nur im Management Information System (MIS) Reporting und für Performance Zwecke ausgewiesen wird und relevant ist; es findet kein Cash Transfer statt

Risikobericht

Chancen und Risikobericht

Das Risikomanagement ist in der Bank eine Gesamtbankverantwortung und -aufgabe und erfolgt in Übereinstimmung mit der Risikopolitik des ABN AMRO Konzerns und folgt dem Prinzip der drei Verteidigungslinien ("Three Lines of Defence"). Dieses Modell stellt die Verankerung des Risikomanagement in der gesamten Bank sicher. Es unterstützt die klare Zuteilung und Trennung der Verantwortlichkeiten und bildet den Rahmen für ein funktionstüchtiges Kontroll- und Überwachungssystem.

Alle Vorstandsmitglieder sind, unabhängig von der internen Zuständigkeitsregelung, für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung verantwortlich. Dies umfasst die Verantwortung für alle wesentlichen Elemente des Risikomanagements.

Jede Fachabteilung (First Line of Defence) trägt die Erst- und Hauptverantwortung für Risiken, die aus dem operativen Geschäft entstehen. Sie hat dafür zu sorgen, dass die operativen Tätigkeiten im Einklang mit den Geschäftsprinzipien und internen Richtlinien stehen. Dazu entwickelt sie in Abstimmung mit der Second Line of Defence ein angemessenes Kontrollumfeld, um die Risiken, die in Verbindung zu den Geschäftsprozessen stehen, zu identifizieren und zu überwachen. Dies bedeutet, dass jeder Mitarbeiter der Bank auch eine individuelle Verantwortung für das Risikomanagement hat.

Enterprise Risk Management (Risk Management & Control, Legal) und Compliance bilden die Second Line of Defence. Die Mitarbeiter stehen der First Line of Defence bei der Entwicklung und Anpassung der Kontrollen beratend zur Verfügung. Mitarbeiter in der Second Line of Defence stellen durch enge Zusammenarbeit sicher, dass die Mitarbeiter in der First Line of Defence gewissenhaft mit der Risikoverantwortung umgehen können. Darüber hinaus sind zur Steuerung und Überwachung einzelner Risiken Risikoausschüsse eingerichtet.

Die Leitung des Enterprise Risk Managements der Bank obliegt dem "Chief Risk Officer" (CRO). Die laufende Risikoverantwortung liegt unter Aufsicht des CRO's in den jeweiligen Fachabteilungen. In jeder Fachabteilung übernimmt der jeweilige Leiter als Risikoverantwortlicher die Zuständigkeit von Risikosachverhalten aus dem täglichen Geschäft.

Die Revision stellt als objektive und unabhängige Prüfungs- und Beratungsinstanz die Third Line of Defence dar. Sie unterstützt in dieser Funktion die Geschäftsleitung, Führungskräfte und Überwachungsinstanzen und gibt Sicherheit über die Angemessenheit und Wirksamkeit der Überwachungs-, Risikomanagement- und Kontrollstrukturen. Die Revision hat eine koordinierende Funktion gegenüber den externen Wirtschaftsprüfern.

Organisation des Risikomanagements

Das Risikomanagement der Bethmann Bank AG (nachfolgend die Bank genannt) soll die Geschäftsleitung unterstützen, wesentliche Risiken, die den Unternehmenserfolg oder -bestand gefährden können, rechtzeitig zu erkennen und zu bewältigen. Dabei umfasst das Risikomanagement alle Tätigkeiten innerhalb der Bank, die die Einschätzung und den Umgang mit Risiken betreffen.

Das Risikomanagement unterliegt dem Gebot der Wirtschaftlichkeit. Im Detail beschäftigt es sich daher nur mit Risiken, die aus Sicht der jeweiligen Einheit (Konzern-Teilkonzern-Gesellschaft) als wesentlich für den Erfolg oder die Existenz der Einheit anzusehen sind. Das Risikomanagement fällt in den Verantwortungsbereich der Geschäftsleitung und wird durch Risk Management & Control unterstützt. Die Elemente bzw. Prozesse des Risikomanagements in der Bank sind in der folgenden Abbildung dargestellt.

Risikokultur: Eine wichtige Voraussetzung für ein wirksames und vorausschauendes Risikomanagement ist eine angemessene Risikokultur. Hierfür fördert der Vorstand die laufende Weiterentwicklung der Risikokultur auf allen Ebenen der Organisation. Dabei richten Vorstand und Mitarbeiter ihr tägliches Handeln am Wertesystem der Bank aus. Dieses Wertesystem wird über Rahmenbedingungen (Risk Culture Framework) konkretisiert.

Allgemeine Rahmenbedingungen: Die Aufbauorganisation ist eine wesentliche organisatorische Rahmenbedingung, die an den Strategiezielen der Bank ausgerichtet ist. Bei ihrer Ausgestaltung stellt eine grundsätzliche Funktionstrennung sicher, dass miteinander unvereinbare Tätigkeiten durch unterschiedliche Mitarbeiter durchgeführt und auch bei Arbeitsplatzwechsel Interessenkonflikte (angemessene Übergangsfristen) vermieden werden. Die Ablauforganisation dient dazu, Prozesse sowie die damit verbundenen Aufgaben, Kompetenzen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen klar zu definieren und aufeinander abzustimmen. Sie sind wie folgt umgesetzt:

Prozesse Das Management Compendium ist ein wesentlicher Bestandteil der schriftlich fixierten Ordnung der Bank, es besteht aus den - Instruction Manuals (IMs) und - Prozessbeschreibungen (z.B. SOPs). Es ergänzt die Richtlinien in den globalen AIMs (ABN AMRO Instruction Manuals) der AABNV, die grundsätzlich einzuhalten sind. Das Management Compendium ist im Intranet abrufbar. Detaillierte Arbeits- und Benutzeranweisungen (SOPs) sind in den Fachbereichen/Intranet verfügbar.
Aufgaben Die Besetzung der Stellen innerhalb der Bank orientiert sich an den betriebsinternen Erfordernissen, den Geschäftsaktivitäten und der Risikosituation. Für jede Stelle der Bank verfügt das Global Job Model eine Stellenbeschreibung.
Kompetenzen Kompetenzen (z.B. Konditionsvergabe, Anweisung von Zahlungsaufträgen) sind in diversen IMs geregelt.
Berechtigungen Die eingerichteten IT-Berechtigungen stellen sicher, dass jeder Mitarbeiter nur über die Rechte verfügt, die er für seine Tätigkeit benötigt. Dies unterstützt die Funktionstrennung und vermeidet Interessenkonflikte. Bei Kernbank Anwendungen werden die Berechtigungen mindestens halbjährlich überprüft. Im Zahlungsverkehr werden die LZB-Zeichnungsberechtigungen ebenfalls halbjährlich überprüft.
Verantwortlichkeiten Die Geschäftsführung ist für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und damit für die Einrichtung eines angemessenen Risikomanagements verantwortlich. Darüber hinaus ist jeder Mitarbeiter im Rahmen seiner Zuständigkeiten aufgefordert, Risikomanagement als eine selbstverständliche und persönliche Aufgabenstellung anzusehen. Die Funktionen und Verantwortlichkeiten der Mitarbeiter basieren auf den "Three Lines of Defense".
Kontrollen Die Überprüfung eines wirksamen internen Kontrollsystems erfolgt mit Hilfe des Monitoring Controls & Testing (MC&T). Das MC&T umfasst die Schlüsselkontrollen in den Kerngeschäftsprozessen. Monitoring Die Monitoring-Kontrollen werden i. d. R. durch einen Mitarbeiter mit Führungsverantwortung durch die First Line of Defence regelmäßig wahrgenommen. Diese Kontrollen haben aufspürenden Charakter, dienen der Überwachung und tragen dazu bei, Schwachstellen in den Prozessen frühzeitig zu erkennen. Sie werden gewöhnlich als Stichprobenkontrolle durchgeführt. Testing Zusätzlich werden von der Second Line of Defence unabhängige Kontrollen zur Prüfung der operativen Wirksamkeit des Kontrollrahmens wahrgenommen. Sie sind den Monitoring-Kontrollen nachgelagert und werden ebenfalls als Stichprobe durchgeführt.
Kommunikation Kommunikationswege, sowie Art und Umfang der Informationen sind verschiedentlich u.a. in Notfallplänen (wie Business Continuity Planning (BCP), Continuity Funding Plan) festgelegt. Die Risikoberichterstattung ist im "Local Risk Reporting Framework" beschrieben.

Aufbauend auf der Geschäftsstrategie der Bank und im Einklang mit der Geschäftsstrategie der ABN AMRO definiert TOPS IT eine konsistente und eindeutig formulierte IT Strategie, die sowohl das lokale Level und die daraus resultierenden Anforderungen, als auch das globale umfasst. Die Bank verwendet geeignete IT-Systeme, Software bzw. Apps die sich an den betriebsinternen Erfordernissen, den Geschäftsaktivitäten sowie der Risikosituation der Bank orientieren. Bei der Ausgestaltung der IT-Systeme und der zugehörigen IT-Prozesse wird insbesondere auf die erforderlichen Sicherheitsniveaus, eine angemessene IT-Berechtigungsvergabe und Informationssicherheit geachtet.

ICLAAP - Risikostrategie, Kapitalplan und Steuerung: Das Geschäftsmodell der Bank beruht auf der Betreuung und Beratung vermögender Privatkunden sowie dem Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen.

Das Kreditgeschäft ist Teil der gesamtheitlichen Vermögensplanung. Die Kreditnehmer sind Privatpersonen oder juristische Personen, die einen engen Bezug zu dem Vermögen einer Privatperson haben. Finanzierungen sollen der Liquiditätsbeschaffung zur Ausnutzung von zusätzlichem Ertragspotenzial oder für bestehende sowie neue Vermögenswerte dienen. Das Kreditgeschäft kann nur mit Kunden getätigt werden, deren persönlicher und finanzieller Hintergrund bekannt ist. Dies gilt ebenfalls für den Finanzierungszweck, der transparent und nachvollziehbar sein muss.

Basierend auf der Geschäftsstrategie bzw. dem Geschäftsmodell definiert die Geschäftsleitung eine konsistente, klar formulierte Risikostrategie. Die Risikostrategie fixiert die Grundsätze zum Umgang mit Risiken - aber auch Chancen - und legt auf Unternehmensebene und Segmentebene fest, in welchem Verhältnis Chancen und Risiken eingegangen werden dürfen. Die Risikostrategie deckt alle wesentlichen Risiken ab und wird in Form von Teilstrategien weiter spezifiziert und über Policies, Richtlinien und Handbücher konkretisiert und operationalisiert.

Die Risikostrategie bildet die Basis für die Festlegung des Risikoappetits. Mit der Festlegung des Risikoappetits trifft die Geschäftsleitung der Bank eine bewusste Entscheidung darüber, in welchem Umfang sie bereit ist, Risiken einzugehen. Die Bank hat sich für ein moderates Risikoprofil entschieden. Um den Risikoappetit quantitativ festzulegen, sind unterschiedliche Risikokennzahlen und Schwellenwerte für die wesentlichen Risiken definiert. Die Risikolimitierung der Risiken erfolgt durch Zuweisung von Teilen der Risikodeckungsmasse im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzepts. Bei Überschreiten gesetzter Risikotoleranzen verfügt die Bank über ein Eskalationsverfahren zur Risikoabsicherung und -minderung.

Auf Basis der strategischen Ziele, der Budgetplanung und des Risikoappetits hat die Bank einen Prozess zur Planung des zukünftigen Kapitalbedarfs etabliert. Ziel ist es, die Auswirkungen auf Veränderungen der eigenen Geschäftstätigkeit oder der strategischen Ziele sowie des wirtschaftlichen Umfelds auf den Kapitalbedarf bzw. auf den Kapitalbestand zu ermitteln, um die regulatorischen Anforderungen zu den Eigenkapitalvorschriften zu erfüllen und gleichzeitig die Risiken mit ausreichend Kapital zu unterlegen.

ICLAAP - Risikotragfähigkeit und Stresstestprogramm: Das Konzept der Risikotragfähigkeit ist ein wesentliches quantitatives Element der Risiko- und Banksteuerung mit dem Ziel, jederzeit ein moderates Risikoprofil und eine adäquate Kapitalausstattung sicherzustellen.

Zur aufsichtlichen Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung hat die Bank Anfang 2019 das Risikotragfähigkeitskonzept entsprechend der Anforderungen des Leitfaden der EZB für den bankinternen Prozess zur Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung "Internal Capital Adequacy Assessment Process" (ICAAP) vollständig überarbeitet. Der ICAAP der Bank versteht sich als originäre Leitungsaufgabe und Gesamtheit aller Verfahren, Methoden und Prozesse, welche gewährleisten, dass genügend Kapital für die wesentlichen Risiken allokiert wird und auf einem ausreichend hohen Niveau gehalten werden kann. Übergeordnetes Ziel ist es, die Risikotragfähigkeit jederzeit und somit auch das langfristige Fortführen der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft sowie den Schutz der Gläubiger vor Verlusten sicherzustellen. Die beiden Schutzziele werden im Rahmen der zwei Säulen des ICAAP aufgegriffen: der ökonomischen Perspektive und der normativen Perspektive. Das Stresstestprogramm komplementiert die ICAAP Gesamtarchitektur.

Alle wesentlichen Risiken werden in die Risikotragfähigkeitsbetrachtung einbezogen. Dabei wird die Wesentlichkeit der Risiken in Hinblick auf die ökonomischen und normativen Perspektive separiert anhand von spezifischen Scores determiniert. Das Liquiditätsrisiko bildet aufgrund seiner Eigenart eine Ausnahme und wird nicht in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung quantifiziert. Vielmehr wird die Sicherstellung einer nachhaltigen Liquidität der Bank durch das Asset and Liability Committee (ALCO) und Asset and Liability Management/Treasury (ALM/Treasury) gesteuert.

Die normative Perspektive basiert auf der bankinternen Kapitalplanung mit vierjährigem Zeithorizont, die mit den Strategien, der Risikobereitschaft und der Kapitalausstattung der Bank vereinbar ist. Die Kapitalplanung berücksichtigt sowohl ein Basisszenario (das den Budgetplan der Bank darstellt) sowie ein adverses Szenario. Innerhalb beider Szenarien werden regulatorische und aufsichtsrechtliche Kapitalanforderungen sowie Mindestliquiditätsquoten quantifiziert. In der normativen Perspektive wird ein Managementpuffer berücksichtigt, welcher als Puffer der Stabilisierung der nachhaltigen Geschäftspolitik dient.

Neben der normativen Perspektive bewertet die Bank ihre Kapitaladäquanz auch aus der ökonomischen Perspektive, welche einen einjährigen Betrachtungszeitraum aufweist. Lokale sowie Gruppenmethoden werden angewendet, um erwartete und unerwartete Verluste zu quantifizieren. Das von der Bank angestrebte Konfidenzniveau ist auf 99,95% festgelegt. Die Risikolimite werden für alle wesentlichen Risikoarten (gemäß Risikoinventur) durch die Geschäftsleitung definiert. Diese Risikolimitierung legt die Höhe der maximalen Risikoübernahme je Risikoart fest. Die Summe der genehmigten Risikolimite entspricht der Risikobereitschaft der Bank und spiegelt sich im Limit System wider. Das Limit System steht somit im Einklang mit der Gesamtstrategie und Risikobereitschaft der Bank, sodass Risiken und Verluste wirksam begrenzt werden können. Für den Fall der Limit Auslastung oder Überschreitung sind entsprechende Eskalationsmaßnahmen festgelegt.

Das Stresstestprogramm ist ein weiterer grundlegender Bestandteil des Risikomanagements der Bank. Ungünstige Ereignisse und Marktbedingungen, die sich negativ auswirken könnten, können identifiziert und berichtet werden. Dies ermöglicht es der Geschäftsleitung, umgehend über die Einleitung von Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Die Umsetzung des Stresstestprogramms entspricht den regulatorischen Anforderungen und umfasst Analysen wie reguläre Stresstests, den inversen Stresstest und das adverse Risikoszenario welches integraler Bestandteil der normativen Perspektive ist.

An der Weiterentwicklung des Risikotragfähigkeitskonzeptes wird kontinuierlich gearbeitet. Die Modelle unterliegen einer jährlichen Überprüfung. Im Rahmen der jährlichen Überprüfung werden sie auf die Anwendbarkeit und die korrekte Nutzung überprüft. Materielle Änderungen werden im Gesamtvorstand besprochen und sind durch diesen genehmigungspflichtig. Ebenfalls wird dem Gesamtvorstand vierteljährlich die aktuelle Risikotragfähigkeit inkl. Stresstests in einem Report dargestellt.

Risikosteuerungs- und -controllingprozesse: Der Risikosteuerungs- und -controllingprozess umfasst die Identifizierung, Bewertung, Steuerung, Kontrolle, Kommunikation und strategische Entscheidungsfindung der wesentlichen Risiken und den damit verbundenen Nachhaltigkeitsrisiken, Inter- und Intra- Risikokonzentrationen der Bank.

Risikoidentifizierung Systematische Identifizierung der Risiken unter Berücksichtigung von Wechselwirkungen, Risikokonzentrationen und Nachhaltigkeitsaspekten. Die Risikoidentifizierung erfolgt mindestens einmal jährlich im Rahmen der Risikoinventur sowie laufend im Rahmen des Risikosteuerungs- und -controllingprozesses in den wesentlichen Risikoarten.
Risikobewertung Zur Einschätzung der identifizierten Risiken erfolgt eine quantitative und/oder qualitative Bewertung, z.B. aufgrund von Kennzahlen oder Experteneinschätzungen.
Risikosteuerung Im Rahmen der Risikosteuerung werden Maßnahmen definiert, die eine Reaktion auf die identifizierten und beurteilten Risiken erlauben und gleichzeitig im Einklang mit der festgelegten Geschäfts- und Risikostrategie stehen. Zur Steuerung eines Risikos können die verschiedene strategischen Risikosteuerungsmaßnahmen getroffen werden (Risikovermeidung, Risikoreduktion, Risikoübertragung, Risikoübernahme).
Risikokontrolle Die Risikokontrolle gewährleistet, dass die tatsächliche Risikosituation mit den strategischen Risikovorgaben der Geschäftsleitung übereinstimmt und die ergriffenen Steuerungsmaßnahmen effizient und ausreichend sind.
Risikokommunikation Zur Unterstützung der Risikosteuerungs- und -controllingprozesse ist eine entsprechende Kommunikation implementiert, welche die Risikosituation aufzeigt und einen Gesamtüberblick ermöglicht. Der Geschäftsleitung werden diese Informationen vollständig und zeitnah zur Verfügung gestellt.
Strategische Entscheidungsfindung Unter der Verwendung der Ergebnisse der obigen 5 Aktionen erfolgt die strategische Entscheidungsfindung bzw. eine Neubewertung der bestehenden strategischen Ziele.

Dieser Prozess ist in eine gemeinsame Ertrags- und Risikosteuerung ("Gesamtbanksteuerung") eingebunden. Damit wird gewährleistet, dass die wesentlichen Risiken unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit und des Risikoappetits wirksam begrenzt und überwacht werden. Der Risikosteuerungs- und -controllingprozess für die wesentlichen Risiken ist im Risikohandbuch der Bank beschrieben.

Für die Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (einschließlich neuer Vertriebswege) ist ein Prozess zur Prüfung und Bewertung dieser Aktivitäten implementiert. Als Grundlage dieses Prozesses dient das Analyseergebnis des Risikogehalts der neuen Geschäftstätigkeiten sowie deren Auswirkungen auf das Gesamtrisikoprofil der Bank. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass geeignete und dem Risikomaß entsprechende Risikosteuerungs- und -controllingprozesse vorhanden sind. Um dies zu gewährleisten, bezieht die Bank die Risikocontrolling, die Compliance-Funktion und das Audit sowie Legal als Organisationseinheiten bei diesem Prozess mit ein.

Bei wesentlichen Veränderungen in der Bank wird vor Einführung eine Risikobewertung mittels des Change Risk Assessments (CRA) durchgeführt. Dabei erfolgt die Risikobewertung in zwei Schritten, dem CRA Intake und dem Detaillierten (Full) CRA. Das CRA Intake hat vor allem das Ziel die Auswirkung der Veränderung auf das Risikoprofil und das interne Kontrollsystem der Bank zu bewerten. Bei komplexen Veränderungen wird anschließend ein detailliertes CRA durch eine Expertengruppe durchgeführt. Neben den Fachabteilungen sind dabei auch die Risikocontrolling- und Compliance-Funktion, der Datenschutzbeauftragte sowie Audit und Legal einbezogen.

Risikofrüherkennungsverfahren: Ziel des Risikofrüherkennungsverfahrens ist, negative Entwicklungen und sich verändernde Risiken rechtzeitig zu erkennen, um dem Management einen größeren Handlungsspielraum für Gegenmaßnahmen zu ermöglichen. Das Verfahren bedient sich dabei folgender Instrumente

Risikostrategie und Risikoappetit Die Risikostrategie bildet den Rahmen für das Risikomanagement. Sie fixiert die Grundsätze zum Umgang mit Risiken und trifft mit der Festlegung des Risikoappetits eine bewusste Entscheidung darüber, in welchem Umfang die Bank bereit ist, Risiken einzugehen.
Inventur Überprüfung der Wesentlichkeit von inventarisierten Risiken und Risikokonzentrationen anhand von Kennzahlen (mindestens jährlich).
Identifizierung von Risiken im Rahmen des Risikosteuerung- und -controllingprozesses Laufende Risikoidentifizierung auf Einzelrisikoebene u. a. durch
■ Risikoklassifizierungsverfahren
■ Risikoindikatoren
■ Risk Assessments für alle wesentlichen Risikoarten.
Kennzahlen auf Gesamtrisikoebene Die systematische Erfassung und Beobachtung von quantitativen und qualitativen Risikoindikatoren für alle wesentlichen Risikoarten auf Gesamtrisikoebene durch Risikocontrolling.
ICAAP Überwachung des Kapitals und der regulatorischen Kennzahlen in der normativen Perspektive und der Limite in der ökonomischen Perspektive.
Risikoberichterstattung Basis für ein solides Risikomanagement.

Dabei stellen Risikoindikatoren ein wesentliches Hilfsmittel zur Identifizierung und Früherkennung von Risiken dar. Diese Indikatoren können sowohl quantitativer als auch qualitativer Natur sein.

Risikoberichterstattung: Die Risikoberichterstattung ist als Bestandteil der Risikokommunikation das wichtigste Informationsinstrument für die Geschäftsführung und bildet die Basis für ein effektives und solides Risikomanagement. Oberstes Ziel der Risikoberichterstattung ist, dass Informationen über die Risiken und deren Entwicklung vollständig und zeitnah den Adressaten zur Verfügung stehen.

Wesentliche Risiken der Bank

Eine systematische Identifizierung der Risiken unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen sowie potenzieller Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt mindestens einmal jährlich im Rahmen der Risikoinventur sowie laufend im Rahmen des Risikosteuerungs- und -controllingprozesses. Die Risikoinventur wurde in Q2.2020 in Zusammenarbeit mit Experten aus verschiedenen Abteilungen der Bank durchgeführt.

Adressenausfallrisiko Marktpreisrisiko Liquiditätsrisiko
• Kreditrisiko / Kontrahentenrisiko • Zinsänderungsrisiko • Zahlungsunfähigkeitsrisiko
• Sicherheiten- und Restwertrisiko • Preisänderungsrisiko/Credit Spread Risiko • Refinanzierungsrisiko
• Migrationsrisiko • Währungsrisiko *) • Marktliquiditätsrisiko
• Kontrahentenrisiko verbundener Unternehmen • Aktienkursrisiko *)
• Kontrahentenrisiko aus Handelsgeschäften (inkl. Wiedereindeckungsrisiko)*)
• Emittentenrisiko **)
• Settlementrisiko i.S.v.
Vorleistungsrisiko*)
Operationelles Risiko Geschäftsrisiko/Strategisches Risiko Sonstige Risiken
• z.B. HR, IT Risiko, Risiko aus den Änderungsprozessen, Rechtsrisiko, Compliance Risiko, Modellrisiko (input risk and use risk) • Ertragsrisiko • Beteiligungsrisiko***)
• spezifische operationelle Risiken z.B Client Investment Risk • Reputationsrisiko • Modellrisiko (estimation and specification risk)

*) neu in 2020: wesentlich nur in der normativen Perspektive,
**) neu in 2020: wesentlich in der normativen und ökonomischen Perspektive,
***) neu in 2020: wesentlich auch in der normativen Perspektive
Die in 2020 als neu wesentlich klassifizierten Risiken, wurden bereits zuvor im ICAAP über die RWA in der normativen und den Value at Risk des Kreditrisikos in der ökonomischen Perspektive berücksichtigt.

Adressenausfallrisiko aus dem klassischen Kreditgeschäft und sonstige Adressenausfallrisiken

Als Adressenausfallrisiko werden mögliche Verluste oder Wertminderungen aufgrund des Ausfalls oder der Bonitätsverschlechterung der Kreditnehmer oder Kontrahenten, mit denen Kreditbeziehungen bestehen, definiert. Der Kreditbegriff orientiert sich dabei an § 19 Abs. 1 KWG und umfasst sämtliche Geschäfte, bei denen ein Kreditnehmer oder Kontrahent im Obligo steht. Adressenausfallrisiken können sowohl bei klassischen Kreditgeschäften (mit Private Banking Kunden) als auch aus sonstigen Kreditgeschäften (z. B. mit verbundener Unternehmen) entstehen.

Adressenausfallrisiko aus dem klassischen Kreditgeschäft

Im klassischen Kreditgeschäft treten Kredit- und Kontrahentenrisiken, Sicherheiten- und Restwertrisiken und Migrationsrisiken auf. Diese Risiken resultieren bei der Bank aus

dem Ausfallrisiko, dass ein Kunde Forderungen aus in Anspruch genommenen Krediten nicht begleichen kann,

dem Wertverlust der Sicherheiten (wie z. B. sinkende Börsenkurse bis hin zum Crash, Wertverlust der Immobilienpreise) und

der Verschlechterung der Bonität des Kreditnehmers z. B. durch Verschuldung.

Intra-Risikokonzentrationen entstehen durch Kontrahentenkonzentrationen und Sicherheitenkonzentration sowie durch Inter- Risikokonzentrationen in Hinblick auf Liquiditätsrisiko und Geschäftsrisiko/Strategisches Risiko. Nachhaltigkeitsaspekte können im Zusammenhang mit der Kreditvergabe (Finanzierungszweck und Rückführungsquelle) und der Besicherung von Krediten auftreten.

Die Eigenmittelunterlegung gemäß Basel II erfolgt nach dem Standardansatz. Die Umsetzung von Basel II sowie der MaRisk im Kreditgeschäft erfordert ein Bonitätsrating (UCR) für den Kreditnehmer sowie die Berechnung des Loss Given Default (LGD) pro Kreditlinie. Dafür werden die Modelle der ABN AMRO Bank N.V. verwendet. Diese bilden auch die Basis für die Quantifizierung des Kreditrisikos innerhalb der ökonomischen Perspektive und den Stresstests.

In der Bank wird zur Ratingklassifizierung das Ratingverfahren der ABN AMRO Bank N.V. eingesetzt. Dieses umfasst 15 Ratingklassen für nicht ausgefallene Kredite (UCR 0 bis 6+) und drei Default-Klassen (6, 7 und 8). Die Golden Scale weist jeder Ratingklasse eine Probability of Default (PD) zu. Die Ratingverfahren werden von der ABN ARMO jährlich validiert und rekalibriert, so dass sie vor dem Hintergrund aller tatsächlich beobachteten Ausfälle die jeweils aktuelle Einschätzung widerspiegeln. In diesem Zusammenhang werden die Modelle auch seitens der Bethmann Bank auf Eignung für das lokale Portfolio überprüft. Der ABN AMRO Bank N.V. Golden Scale wird zur Orientierung externe Ratings sowie die Bonitätsstufen gegenübergestellt. Die Kreditkompetenzen einzelner Mitarbeiter wie auch die Kompetenzen der Komitees (Gesamtvorstand, Kreditkomitee) sind unter anderem nach Höhe des Engagements sowie Ratingklassen gestaffelt.

UCR Rating Description Mid PD Standard & Poor indicative mapping Moody's indicative mapping Fitch indicative mapping
0 ABN AMRO Bank N.V. Intercompany Credit Facilities 0.00 NA NA NA
1 Very strong capacity to meet financial commitments 0.03 A+ (AAA/AA+/AA/AA-) Aa3 (Aaa/Aa1/Aa2) AA- (AAA/AA+/AA)
2+ Strong capacity to meet financial commitments. 0.04 A+ A1 AA-
2 0.05 A A1 (A2) A+
2- 0.10 A- A3 A- (A)
3+ Adequate capacity to meet financial commitments. Adverse economic conditions or changing circumstances could weaken capacity to meet commitments. 0.16 BBB+ Baa1 BBB+
3 0.25 BBB Baa2 BBB
3- 0.36 BBB- Baa3 BBB-
4+ Facing uncertainties Exposure to adverse business, financial or economic conditions could lead to inadequate capacity to meet commitments. 0.60 BB+ Ba1 BB+
4 1.00 BB Ba2 BB
4- 1.65 BB- B1 (Ba3) BB-(B+)
5+ Able to meet financial commitments, but adverse business, financial or economic conditions will likely impair capacity or willingness to meet commitments. 3.00 B+ (B) B2 B
5 6.00 B- Caa1 (B3) B-
5- Vulnerable and dependent upon favourable conditions to meet financial commitments. 12.00 CCC/C Caa2 (Caa3) CCC/C
6+ 24.00 CCC/C Caa-C CCC/C
6/7/8 Defaulted 100 NA NA NA
X Not yet rated NA NA NA NA

Quelle: ABN AMRO Bank N.V. UCR Golden Scale, AIM 101-21-84 Credit Risk Measurement Policy

Der LGD bezeichnet den wirtschaftlichen Verlust, den die Bank auf einer Kreditfazilität erwartet, wenn die Gegenpartei ausfällt. Die LGD wird als Prozentsatz der erwarteten Exposure at Default (EAD) ausgedrückt und basiert ebenfalls auf den Modellen der Gruppe.

Das ökonomische Kapital wird zu einem Konfidenzniveau von 99,95% und einem Zeithorizont von einem Jahr auf Basis einer Portfolioverlustverteilung ermittelt. Die Portfolioverlustverteilung wird anhand eines internen Modells (angelehnt an Credit Metrics) mithilfe einer Monte Carlo Simulation approximiert.

Der Vermeidung / Verringerung von Adressenausfallrisiken aus dem klassischen Kreditgeschäft dienen:

die Festlegung eines Kompetenz- und Eskalationssystems in Abhängigkeit der Limithöhe, des Ratings und der Besicherung;

konservative und grundsätzlich auf volle Absicherung der Inanspruchnahmen ausgelegte Kreditpolitik;

Kreditgewährung grundsätzlich nur an vermögende Zielkunden, die wesentliche Vermögenswerte bei der Bank unterhalten;

die Festlegung von klaren Genehmigungsprozessen;

tägliche Risikoüberwachung;

transparente und regelmäßige Risikoberichterstattung;

der zwingend erforderliche Genehmigungsprozess für neue Produkte.

Eine Limitsystematik für Länderrisiken hat die Bank nicht installiert, da man sich im Kreditportfolio auf das Geschäft mit deutschen Kunden konzentriert. Ein Länderlimit für die Niederlande, dem Hauptsitz der ABN AMRO Bank N.V. als größtem Kreditnehmer der Bank, wird nicht vergeben, da aktuell die Bank keinen Risiken ausgesetzt ist, die sich aus der wirtschaftlichen und/oder politischen Situation des Staates Niederlande (Rating S&P A negativ Stand September 2020) ergeben könnten.

Das Sanierungs- und Abwicklungsportfolio per 31.12.2020 umfasst insgesamt 4 Kreditnehmer mit einem Gesamtforderungsvolumen von rd. EUR 5,7 Mio. Das entspricht 0,38 % der Gesamtforderungen an Kunden der Bank. Für diese Kunden wurden Wertberichtigungen in Höhe von EUR 1,15 Mio. gebildet, für die restlichen Forderungen bestehen werthaltige Sicherheiten. Die Zuführungen zu den Einzelwertberichtigungen betrugen im Berichtsjahr EUR 0,52 Mio. und lagen unter dem erwarteten Verlust von EUR 1,00 Mio. im Januar 2020. Dem gegenüber standen Auflösungen in Höhe von EUR 0,03 Mio., wobei bereits Anfang Januar 2021 weitere EUR 0,43 Mio. aufgrund einer Forderungsrückführung aufgelöst werden konnten.

Folgende Umstände können dazu führen, dass eine Intensivbetreuung von Kreditengagements erforderlich wird, die in einer Verschlechterung des Ratings (ab UCR 6) münden:

Leistungsstörungen bei Zins und Tilgung - Maßnahme: Überwachung durch tägliche Überziehungsliste.

Regelmäßig auftretende Überziehungen, die nicht aus bei der Bank bestehenden Vermögensgegenständen zurückgeführt werden können - Maßnahme: Überwachung durch tägliche Überziehungsliste.

Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse/Informationen (intern/extern), die Rückschlüsse auf eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage zulassen - Maßnahme: "Watchlist" Aufnahme.

Reduzierung/Verschlechterung des Sicherheitenwertes, besonders bei grundbuchlich besicherten Krediten - Maßnahme: tägliche Überwachung im Rahmen der Unterdeckungs-Liste bzw. bei Grundpfandrechten im Rahmen des jährlichen Reviews.

Nichteinhaltung von Rückzahlungsvereinbarungen - Maßnahme: Terminüberwachung.

Sonstige Adressenausfallrisiken

Bei den sonstigen Adressenausfallrisiken resultieren die wesentlichen Risiken aus folgenden Geschäftsaktivitäten:

Die Bank legt im Wesentlichen kundenbezogene Gelder bei der ABN AMRO Bank N.V. an und refinanziert kundenbezogene Kredite über die ABN AMRO Bank N.V. Bilanziell ergeben sich hieraus Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber der ABN AMRO Bank N.V. In diesem Zusammenhang bestehen Kontrahentenrisiken verbundener Unternehmen. Zur Absicherung der Netto-Konzernforderung (Upstream Loans towards ABN AMRO Bank N.V.) wurden Wertpapiere, derzeit Residential Mortgage Backed Securities (RMBS), an die Bank verpfändet (collateral). Konzentrationen treten als Kontrahenten-, Sicherheitenkonzentration und innerhalb der Sicherheiten als geographische Konzentration auf. Wechselwirkungen bestehen in Hinblick auf das Liquiditätsrisiko und Geschäftsrisiko/Strategisches Risiko.

Nachhaltigkeitsaspekte bestehen im Zusammenhang mit physischen Risiken, da der Hauptsitz der ABN AMRO in den Niederlanden liegt und ca. 26% der Niederlande unter dem Meeresspiegel liegen.

Das Risiko gegenüber der ABN AMRO Bank N.V. wird anhand von quantitativen und qualitativen Faktoren überwacht und im Rahmen des ICAAP quantifiziert. Die Überwachung des Bonitätsrisikos erfolgt regelmäßig mittels folgender Unterlagen, die bisher keinen Anlass zu einer Verschlechterung der Risikoeinschätzung gegeben haben:

Präsentation Investors Relations;

ALM relevante Richtlinien;

Rating Reports;

Ad Hoc Berichterstattung.

Aus unserer Sicht sind wir somit weiterhin in der Lage, ein drohendes Risiko frühzeitig zu erkennen, um wirksame und sinnvolle Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten.

Die vollständige Besicherung der Konzernausleihungen mittels verpfändeter Wertpapiere (RMBS) erfolgte zur Begrenzung des Adressenausfallrisikos und zur Reduzierung des Liquiditätsrisikos. Die verpfändeten RMBS Gattungen sind jederzeit bei der EZB beleihbar. In diesem Zusammenhang wurden folgenden Maßnahmen als weitere wirksame Begrenzung des Risikos umgesetzt:

Regelmäßige Analyse und Überwachung der RMBS und deren Entwicklung;

Weiterentwicklung der Methodik zur Bewertung der Sicherheiten;

Aufnahme der Maßnahmen in der Risikostrategie;

Prozessbeschreibungen zur laufenden Überwachung der umgesetzten Maßnahmen;

Aufbau eines Aktiv-/Passivmanagements zur lokalen Refinanzierung des Kreditgeschäftes.

Der Ausfall der ABN AMRO Bank N.V. wird im Rahmen des "Risikosteuerungs- und -controllingprozesses des Kontrahentenrisiko verbundener Unternehmen" überwacht. Die Quantifizierung innerhalb des ICAAP erfolgt im Rahmen des inversen Stresstest.

Für die im Eigenbestand befindlichen Wertpapiere besteht die Gefahr einer Bonitätsverschlechterungen des Emittenten oder Referenzschuldners bzw. eines Ausfalls. Die Papiere werden zur Erfüllung der Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) gehalten. Das Portfolio ist diversifiziert (siehe auch Liquiditätsrisiko). Hier bestehen Emittentenrisiken, Kontrahentenrisiken aus Handelsgeschäften sowie ein Settlementrisiko i.S. eines Vorleistungsrisikos.

Kontrahentenrisiken aus Handelsgeschäften (inkl. Wiedereindeckungsrisiko) bestehen ebenso bei Optionsgeschäften. Fällt der Kontrahent aus einem solchen Geschäft vor der vollständigen Erfüllung aus, muss sich die Bank unter Umständen am Markt mit einem neuen Kontrahenten zu den dann gültigen Konditionen eindecken. Hat sich der Marktwert gegenüber dem ursprünglichen Geschäft für die Bank ungünstig entwickelt, entstehen ihr aus der Wiedereindeckung Verluste in Höhe der Differenz zwischen ursprünglich vereinbartem und aktuellem Marktwert.

Das o. g. Emittentenrisiko, Kontrahentenrisiko aus Handelsgeschäften sowie das Settlementrisiko i.S.v. Vorleistungsrisiko werden im Rahmen des Risikosteuerung- und -controllingprozesses "klassisches Kreditgeschäft" gemanagt.

Die Abwicklung der Devisengeschäfte erfolgt zentral über die AABNV. Hierfür besteht ein Intraday Limit i. H. v. EUR 200m für das Settlement der Geschäfte. Hier besteht die Gefahr, dass durch einen Ausfall der ABN keine Gegenleistung erfolgt (Settlementrisiko i.S.v. Vorleistungsrisiko) bzw. durch den Ausfall ein Verlust eintritt (Kontrahentenrisiken aus Handelsgeschäften). Das Risiko wird nur bei einem Ausfall der ABN schlagend. Bei einem Ausfall der ABN, würden die offenen Intraday Geschäfte ins Handelsbuch gebucht werden; infolgedessen würde eine Forderung gegenüber der ABN bestehen. Diese Forderung würde zusammen mit allen anderen Forderung zunächst über ein Netting verrechnet werden. Für den verbleibenden Saldo müssten die RMBS verwertet werden. Dies wird im Inversen Stresstest betrachtet.

Marktpreisrisiko

Marktpreisrisiken resultieren generell aus der Gefahr nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussender Parameter. Gemäß der Risikoinventur wurde das Zinsänderungsrisiko sowie des Preisänderungsrisiko/Credit Spread Risiko, Aktienkursrisiko und das Währungsrisiko für die Bank als wesentlich eingestuft. Nachhaltigkeitsaspekte können grundsätzlich im Zusammenhang mit dem Aktivgeschäft auftreten z.B. bei den Anleihen im investment book (z.B. Ratingabstufungen und Kursverluste nach Katastrophen).

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko resultiert bei der Bank aus einer marktzinsänderungsbedingten Verringerung der Zinsmarge, was besonders häufig bei fristeninkongruenter Refinanzierung und Festzinssatzvereinbarungen auftritt. Auch durch die Existenz variabel verzinster und fristenkongruent refinanzierter Positionen kann ein Zinsänderungsrisiko durch eine unterschiedliche Zinselastizität von Forderungen und Verbindlichkeiten bei der Bank auftreten. Inter-Risikokonzentrationen bestehen in Bezug auf das Geschäftsrisiko/ Strategisches Risiko.

Preisänderungsrisikos/Credit Spread Risiko/Aktienkursrisiko

Das Preisänderungsrisikos/Credit Spread Risiko resultiert aus einem Kursrückgang aufgrund einer Bonitätsverschlechterung des Emittenten bzw. von generellen Veränderungen in der Markteinschätzung von Wertpapieren im Eigenbestand. Es bestehen Intra-Risikokonzentrationen in Bezug auf Positionskonzentrationen (Konzentration im Investment Book) und Inter-Risikokonzentrationen in Bezug auf das Geschäftsrisiko/ Strategisches Risiko.

Währungskursrisiko

Die Bethmann Bank AG geht Währungspositionen ein, aufgrund des Spitzenausgleichs im Kundenhandel (Devisenkassa- und -termingeschäfte), im Kundenauftrag (Wertpapier- und Derivatehandel), im Auslandszahlungsverkehr (Währungspositionen) und bei der Konvertierung von Fremdwährungsbeständen (im Rahmen GuV). Risikokonzentrationen sind keine identifiziert.

Zur Steuerung der Risiken hat die Bank Limite (Sensitivitätslimite ausgehend von einer Zinsveränderung um einen Basispunkt (PV01) und Value at Risk (VaR) Limite) auf verschiedenen Ebenen definiert, deren Höhe von der Geschäftsleitung festgelegt wird. Die Risikoindikatoren werden im Rahmen einer Auslagerung durch Global Market Risk der ABN AMRO Bank N.V. berechnet und innerhalb des täglichen Risikoberichts an die Bank übermittelt. Ferner wird die Entwicklung von Risikokennzahlen (u. a. Zinsrisikokoeffizient) beobachtet. Die Steuerung der Zinsänderungsrisiken verläuft in Übereinstimmung mit dem Asset & Liability Management (ALM) Framework und wird vom ALCO geprüft.

Das Risiko ist relativ gering, da die Bank

Handelsgeschäfte (Aktien, Renten, Derivate) i.d.R. nur im Kundenauftrag ausführt,

das Risiko durch ein Nominallimit von TEUR 500 begrenzt hat,

keinen Eigenhandel zum Zwecke der Erzielung von Handelserträgen betreibt,

Positionen im Anlagebuch weitestgehend risikofrei zur Erfüllung der LCR hält und

Refinanzierung, die über die lokale Fristentransformation hinausgehen, ausschließlich im ABN AMRO Konzern vornimmt.

Eine Veränderung der genannten marktpreisrisikorelevanten Bereiche, die zu einer Risikoerhöhung führen würden, ist aktuell nicht geplant.

Als Messinstrument wurde ein Value-at-Risk-Ansatz gewählt. Um einen Gewinn und Verlust Vektor des zugrunde liegenden Portfolios mit 300 Elementen zu simulieren, werden historische Schwankungen von Marktrisikofaktoren der letzten 301 Handelstage verwendet. Der berechnete VaR mit eintägigem Zeithorizont des zugrunde liegenden Portfolios entspricht dem Gewinn bzw. Verlust des Vektors zum 99% Quantil. Zur Bestimmung des VaR, wird dieser Wert annualisiert sowie auf ein Konfidenzniveau von 99,95% skaliert.

Darüber hinaus gaben weder die Ermittlung des Zinsschocks noch die verlustfreie Bewertung des Bankbuches gemäß IDW RS BFA 3 einen Hinweis auf erhöhte Zinsänderungsrisiken.

Liquiditätsrisiko

Gemäß der Risikoinventur wurden das Zahlungsunfähigkeitsrisiko, das Refinanzierungsrisiko und das Marktliquiditätsrisiko für die Bank als wesentlich eingestuft.

Zahlungsunfähigkeitsrisiko

Das Liquiditätsrisiko entsteht aus der Gefahr, dass die Bank ihren gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht zeitgerecht bzw. nicht in voller Höhe nachkommen kann. Die Bank refinanziert die Aktiva (Kreditgeschäft) bzw. legt die Passiva (Sonderzins, Festgelder) fast ausschließlich bei der ABN AMRO Bank N.V. an. Intra-Risikokonzentrationen treten als Einlagenkonzentration auf und Inter-Risikokonzentrationen in Bezug auf das Geschäftsrisiko/Strategisches Risiko. Bei den verpfändeten Wertpapieren liegt eine Sicherheitenkonzentration (RMBS) und innerhalb der Sicherheiten eine geographische Konzentration (niederländischer Immobilienmarkt) vor. Inter-Risikokonzentrationen bestehen in Hinblick auf das Geschäftsrisiko/ Strategisches Risiko.

Refinanzierungsrisiko

Eine Refinanzierung kann über den derzeit vorhandenen Passivüberhang abgedeckt werden; gleichzeitig besteht eine geringere wirtschaftliche Abhängigkeit vom Aktivgeschäft. Aufgrund der Besonderheit, dass die Refinanzierung im Wesentlichen über den Mutterkonzern ABN AMRO Bank N.V. erfolgt, stellt diese hohe Abhängigkeit von einer Refinanzierungsquelle eine Intra-Risikokonzentration dar. Eine Refinanzierung der Bank bei der niederländischen Konzernmutter ist jederzeit möglich, hierfür stehen ausreichend Liquiditätslinien zur Verfügung. Die Linien sind formell im Rahmen des "Country Risk Appetite" durch das globale Asset & Liability Managements der ABN AMRO Gruppe sowie das Central Credit Committee genehmigt. Die Refinanzierung erfolgt dabei zu marktkonformen Bedingungen.

Marktliquiditätsrisiko

Die Bank hält im Eigenbestand eine Liquiditätsreserve bzw. Liquiditätsposition zur Erfüllung der Liquiditätsdeckungsquote (LCR). Bei den Wertpapieren handelt es sich maßgeblich um Papiere mit Prime oder mindestens High grade Rating. Die Qualität der Papiere und deren Marktliquidität werden monatlich von ALM/Treasury überprüft und dem ALCO vorgelegt. Es bestehen Intra-Risikokonzentrationen für die Liquiditätsposition.

Im Rahmen des Risikomanagements berücksichtigt die Geschäftsleitung insbesondere die Konzernforderungen und die Ordnungsmäßigkeit des Aufbaus einer vom Konzern unabhängigen Liquiditätssteuerung (Stand-Alone-Anforderungen bzw. Liquidity Self Sufficiency Requirements). Die Geschäftsleitung hat sichergestellt, dass der Intragruppen-Konzernliquidität keine rechtlichen Restriktionen entgegenstehen.

Die bestehenden Risiken werden durch folgende risikomindernde Faktoren reduziert:

In Kooperation mit Global ALM wurde ein eigenes Aktiv-/Passivmanagement aufgebaut und die Aktionsrichtlinien festgelegt.

Global Asset & Liability Management der ABN AMRO Bank N.V. agiert im Konzern als Center of Expertise.

Das lokale ALCO überwacht und entscheidet über die Liquiditätssteuerung und Anlagen des Investment Portfolios der Bank.

Zur Absicherung der Konzernausleihungen wurden RMBS in Höhe von EUR 5,5 Mrd. als Sicherheit zur Verfügung gestellt. Die Sicherheiten entsprechen den Beleihungskriterien der EZB, sodass eine kurzfristige Zentralbankrefinanzierung gegen Hinterlegung der RMBS möglich ist. Ein mögliches Marktliquiditätsrisiko wird dadurch mitigiert. Der zu berücksichtigende Sicherheitsabschlag (Haircut) für die RMBS wird regelmäßig bei der EZB abgerufen (zum 31.12.2020 3,2 bis 16%).

Die festgelegten Frühwarnindikatoren werden täglich überwacht und eine Cashflow-Prognose (Liquiditätsvorschau), basierend auf Erfahrungswerten und gibt Auskunft über Reaktionszeit für Maßnahmen der Liquiditätssicherung im Normal- und Stressfall.

Regelmäßige Stress Tests werden lokal und auf Gruppenebene durchgeführt.

Für die Bank besteht ein "Contingency Funding Plan", der basierend auf verschiedenen Szenarien die Liquidität der Bank sowie alternative Refinanzierungsquellen sicherstellen soll.

Operationelles Risiko

Das operationelle Risiko, auch Non-Financial Risk genannt, bezeichnet die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder in Folge von externen Ereignissen eintreten. Dies schließt verschiedene Sub-Risikoarten ein; u.a. HR Risiken, IT Risiken, Compliance Risiken, Steuer-, Rechts- und Modellrisiken (Eingabe- und Verwendungsrisiko) sowie Risiken aus Änderungsprozessen. Die Kategorie der spezifischen operationelle Risiken umfasst das Client Investment Risk. Es bestehen Intra-Risikokonzentrationen in Technologien, Auslagerungen und Produkten sowie Inter-Risikokonzentrationen in Hinblick auf das Geschäftsrisiko/Strategisches Risiko. Der Klimawandel erhöht das operationelle Risikoprofil. So können z.B. Extremwetterereignisse die Geschäftskontinuität beeinträchtigen. Grundsätzlich werden die direkten physischen Risiken der Bank im operationellen Risiko schlagend.

Die Definition des Operationellen Risikos umfasst nicht Verluste, sondern auch Folgen aller Vorfälle die nicht notwendigerweise zu einem Verlust führen. Grundsätzlich werden operationelle Risiken ereignis- und ursachenbasiert dokumentiert.

Die ABN AMRO Bank N.V. verwendet im Konzern den Advanced Measurement Approach (AMA) Ansatz. Dies gilt zunächst nur für das Basel II Reporting von der Bank in den ABN AMRO Konzern (Home Reporting). In Übereinstimmung mit den Konzernstandards hat die Bank Instrumente zur Risikoerkennung, -bewertung und -steuerung implementiert, die die Anforderungen an einen AMA erfüllen. Die lokale Eigenmittelunterlegung der Bank gemäß Basel II für operationelle Risiken erfolgt derzeit nach dem Basisindikatoransatz.

Instrumente des operationellen Risikomanagements sind:

Das Operational Risk Committee (ORC) besteht aus Vertretern der 3 Lines of Defence und wirkt als Entscheidungs-, Steuerungs- und Eskalationsgremium hinsichtlich des operationellen Risikos.

Training: Es bestehen webbasierte Pflichtschulungen für alle Mitarbeiter zum Thema Risk Awareness (Risikobewusstsein) sowie anlassbezogene ,Lessons Learned' Schulungen.

Die Schadensfalldatenbank dient der Erfassung realisierter und schwebender Verluste sowie wesentlicher Kontrollereignisse (near miss) in der Konzerndatenbank der ABN AMRO Bank N.V. für operationelle Risiken (AGRC).

Change Risk Assessment (CRA): Prozess, welcher im Zusammenhang mit der geplanten Einführung neuer Produkte, wesentlicher neuer Prozesse/Reorganisationen oder neuer Systeme durchgeführt wird. Ziel ist die Identifizierung und Beurteilung daraus resultierender wesentlicher operationeller Rechts- oder Reputationsrisiken sowie die Festlegung geeigneter Maßnahmen, um die sich daraus ergebenden Gefahrenpotenziale weitestgehend zu reduzieren. Das CRA wird anlassbezogen ergänzt durch eine SWOT-Analyse im Rahmen der Geschäftsentscheidung zur Umsetzung der Initiative, einen Produktgenehmigungsprozess für Handels- und Kreditprodukte gemäß MaRisk und/oder ein Information Security Risk Assessment im Rahmen der Einführung/wesentlicher Upgrades neuer IT-Systeme und Softwareanwendungen sowie eine Datenschutz-Folgenabschätzung.

Key Operational Risk Indicators (KRI): Ausgewählte Indikatoren mit einer Frühwarnfunktion hinsichtlich der Entwicklung des operationellen Risikos. Sie unterstützen das Management bei der frühzeitigen Erkennung unerwünschter Veränderungen in der Risikosituation wesentlicher Geschäftsprozesse oder -bereiche und der Identifikation von Schwachstellen in Prozessen. Die KRI werden jährlich überprüft und die Entwicklung der KRI quartalsweise im Rahmen des Risikoberichts an das Management berichtet. Folgende Indikatoren werden derzeit berücksichtigt: Auslastung des Risikoappetits (Schadensfälle), Status Monitoring Controls & Testing (MC&T -internes Kontrollrahmenwerk), offene sowie überfällige ORM-Maßnahmen (IMAT), offene und überfällige Revisionspunkte, Betrugsfälle, neue oder offene Kundenbeschwerden/Klagen, Status der aktuellen Veränderungsprozesse (CRA), Verzögerungen im Projektmanagement, wesentliche Beeinträchtigungen der IT Systeme sowie Notfallplanung (BCP), verschiedene KRIs der Informationssicherheit und weitere KRIs in Bezug auf Client Investment Risk.

Operational Risk Self Assessment (RSA): Jährliche Risikoanalyse zur Ermittlung und qualitativen sowie quantitativen Bewertung der wesentlichen Risiken und der Schlüsselkontrollen in den Kerngeschäftsprozessen der Bank. Die sich hieraus ergebenden Eintritts- und Ausfallwahrscheinlichkeiten werden in "Risk Scoring Cards" zusammengeführt. Die quantitativen Ergebnisse aus den "Risk Scoring Cards" werden für die Berechnung der erwarteten und unerwarteten Verluste mittels einer Monte-Carlo-Simulation verwendet. Die ermittelten erwarteten und unerwarteten Verluste werden für die Eigenmittelunterlegung der operationellen Risiken herangezogen. Dies wird im Risikotragfähigkeitskonzept der Bank berücksichtigt.

Monitoring Controls & Testing (MC&T): Schlüsselkontrollen werden im Rahmen folgender ORM-Instrumente definiert: Risk & Control Self-Assessment (RCSA), Information Technology Control Assessment (ITCA), Entity Level Control Assessment (ELCA). Im Rahmen des RCSA werden Schlüssel- oder Managementkontrollen (Key Controls) für jedes identifizierte, wesentliche Risiko festgelegt, beschrieben und bewertet. Key Controls sind wesentliche interne Managementkontrollen, die die Erreichung der Prozessziele sicherstellen sollen. Die Key Controls werden regelmäßig hinsichtlich ihrer Ausgestaltung und Wirksamkeit überprüft. Zunächst dokumentiert die First Line of Defence die Existenz und Durchführung der Kontrolle durch Evidenz (Monitoring), im nächsten Schritt validiert die Second Line of Defence die Durchführung des Monitoring sowie dessen Ergebnis, ggf. durch unabhängige Stichproben (Testing). Die Ergebnisse werden in der Konzernrisikodatenbank AGRC dokumentiert.

Issue Management & Action Tracking (IMAT): Im Ergebnis der Anwendung der verschiedenen Instrumente des operationellen Risikomanagements durch die First oder Second Line of Defence kann es zur Feststellung von Prozess- oder Kontrollmängeln kommen. Die relevanten Fachabteilungen der First Line of Defence legen gemeinsam mit der Second Line of Defence Maßnahmen zur Beseitigung struktureller Mängel fest. Die Verantwortung für die fristgerechte Erledigung und aktuelle Statusberichte obliegt dem Maßnahmenverantwortlichen. Die Second Line of Defence validiert die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen in der Konzernrisikodatenbank AGRC.

Entity Level Control Assessment (ELCA): Prüfung der operativen Wirksamkeit der Unternehmenskontrollen zur Einhaltung der regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen sowie der Corporate Governance.

Die turnusmäßige Anwendung der verschiedenen Instrumente im Berichtsjahr bestätigte ein stabiles moderates operationelles Risikoprofil der Bank.

Das Geschäftsmodell der Bank fokussiert auf die Betreuung von vermögenden Privatkunden. Hierbei muss die Bank die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen sowie die Anforderungen an die Sorgfaltspflichten bei der Anlageberatung und Finanzportfolioverwaltung/Vermögensverwaltung erfüllen. Die unabhängige Überwachung der Investmentrisiken in der Second Line of Defence erfolgt durch Client Investment Risk (CIR) als Teil von Operational Risk Management & Control.

CIR hat folgende Kernaufgaben:

Regelmäßige Analyse der Risikokennzahlen der Kundenportfolios auf Basis des jeweiligen Risikoprofils des Kunden nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG);

Kontrolle des Anlageuniversums, Ermittlung/Überwachung von Risikokonzentrationen;

Regelmäßige Analyse der Risikokennzahlen und Überprüfung der Einhaltung der Richtlinien bzgl. der Vermögensverwaltungsmandate,

Überwachung der vereinbarten Maßnahmen, sofern die Risikoanalyse wesentliche Abweichungen hervorbringt;

Unabhängige Überwachung der Investmentrisiken in der Vermögensverwaltung für Publikums- und Spezialfonds.

Die durchgeführten Kontrollen ergaben, dass sich die ermittelten Abweichungen auf konstant niedrigem Niveau bewegen.

Die Quantifizierung erwarteter Verluste erfolgt mittels des konzernweit eingesetzten Risikotools SAS/APT. SAS/APT basiert auf einem Faktormodell unter Berücksichtigung von z.B. Portfoliovolatilität, VaR und anderen Risikokennziffern, die Investmentrisiken in Wertpapierportfolien ermitteln.

Das ökonomische Risikopotenzial des Operationellen Risikos wird mittels lokaler Methodik quantifiziert, die auf dem Loss Distribution Approach (LDA) basiert und sowohl RCSA Daten als auch Gruppen Szenarien (Private Banking und IT/TOPS Szenarien) einbezieht.

Geschäftsrisiko/Strategisches Risiko

Das Geschäftsrisiko bzw. strategische Risiko wird wesentlich durch die Geschäftsstrategie bestimmt und umfasst das Ertragsrisiko und Reputationsrisiko. Die in der Geschäftsstrategie definierten Geschäftsaktivitäten bestimmen die Ertragsquellen der Bank:

Als eine der führenden Privatbanken Deutschlands fokussiert sich die Bank auf die Betreuung von vermögenden Kunden: Privatpersonen sowie juristische Personen mit vergleichbarem Anlageverhalten. Diese Fokussierung stellt ein strategisches Risiko dar.

Ebenso wirkt sich das zentrale Liquiditätsmanagement im ABN AMRO Konzern auf die Ertragslage aus. Der daraus erwirtschaftete Zinsertrag (Fristentransformationsbeitrag) hat rd. 25% Anteil am Gesamtertrag der Bank. Das Risiko aus dieser moderate Konzentration ist strategisch bedingt.

Die aus dieser strategischen Ausrichtung resultierende Ertragskonzentration (Intra-Risikokonzentration) birgt zum einen die Chance i. S. eines Wettbewerbsvorteils durch Spezialisierung, zum anderen führen diese Ausprägungen zu einer Erhöhung des Ertragsrisikos.

Folgende risikoreduzierende strategische Maßnahmen sind hierbei zu berücksichtigen:

Ausrichtung des Geschäftsmodells der Bank auf nachhaltige Ertragserzielung;

Ausbau der Vermögensverwaltung gemäß Geschäftsstrategie, um stabile Ertragsströme mit relativer Unabhängigkeit von den Marktentwicklungen zu gewährleisten;

Steigerung des Kreditgeschäftes, um einen weiteren stabilen Ertragsstrom mit relativer Unabhängigkeit von den Marktentwicklungen zu gewährleisten, ohne zusätzliche hohe Risiken einzugehen;

Laufende Überwachung und Anpassung der Konditionen und Preise an Marktgegebenheiten und Kundensegmente, u.a. Kreditzinssätze, VV-Gebühren, Sonderzinssätze;

mehrjährige Planung für alle Ressorts sowie regelmäßig Soll-/Ist-Analysen (Optimierung der Planung unter Chancen-Risiko-Gesichtspunkten).

Des Weiteren besteht die Gefahr von unerwarteten negativen Ergebnisentwicklungen, die aufgrund der gewählten Geschäftsstrategie oder durch geänderte, jedoch nicht zu beeinflussende, geschäftliche Rahmenbedingungen (z.B. Kundenverhalten, Marktumfeld, Konjunktur, technischer Fortschritt) auftreten. Unter Umständen geht dies mit einer unterproportional reagiblen Kostenstruktur einher. Diese strategischen Risiken resultieren somit aus einem inadäquaten strategischen Entscheidungsprozess, unvorhersehbaren Diskontinuitäten im Markt oder aber aus einer mangelhaften Umsetzung der gewählten Strategie.

Die Analyse der strategischen Risiken erfolgt anhand eines jährlich stattfindenden Strategic Risk Assessments (SRA). Die Erkenntnisse daraus sowie Elemente strategischer Initiativen gemäß der Geschäftsstrategie gehen in die jährliche Budgetplanung ein. Die Abteilung Finance erstattet hinsichtlich der Budgeterreichung monatlich Bericht.

Das Geschäftsrisiko wird in der ökonomischen Perspektive grundsätzlich über die Planungsgüte (monatliche Abweichungen der Plan-/Ist-Zahlen) gemessen. Die Quantifizierung erfolgt dabei durch die Ermittlung des VaR mit einem Zeithorizont von einem Jahr und einem Konfidenzniveau von 99,95%. Neben den bereits genannten Einflussfaktoren ist die Reputation ein wesentlicher Einflussfaktor bei der Erreichung der Planzahlen. Dies wird bei der Quantifizierung des Geschäftsrisikos im Modell berücksichtigt.

Das Reputationsrisiko ist die Gefahr von Verlusten oder sinkenden Erträgen aufgrund in der Öffentlichkeit bekannt gewordener negativer Geschäftsvorfälle, die das Vertrauen von Anteilseignern, Kunden, Mitarbeitern, Geschäftspartnern sowie der allgemeinen Öffentlichkeit gegenüber der Bank mindern. Diese Art von Risiko kann auf allen unternehmerischen Handlungsebenen eintreten.

Das Kerngeschäft der Bank besteht in der Beratung vermögender Privatkunden sowie in der Verwaltung von deren Vermögen. Damit ist eine intakte Reputation Grundvoraussetzung für das unternehmerische Handeln. Nachhaltigkeitsaspekte im Zusammenhang mit der Reputation wirken sich wesentlich auf das Kundenverhalten und damit auf die Erreichung der Ertragszahlen aus (z.B. Imageschaden bei Nichtumstellung auf nachhaltiges Wirtschaften). Zudem besteht eine hohe Interdependenz zu anderen Risiken, wie dem Liquiditätsrisiko und Geschäftsrisiko/Strategisches Risiko (Inter-Risikokonzentration).

Um auch präventiv auf Reputationsrisiken eingehen zu können, müssen diese frühzeitig erkannt werden. Zu diesem Zweck werden die Ursachen bzw. Faktoren für mögliche Reputationsrisiken (Reputationstreiber) in einer Matrix erfasst und in verschiedene Dimensionen unterteilt:

Primäres Risiko - Reputation als eigenständiges Risiko u. a. Gesellschaftliche Anforderungen (Grad der wahrgenommenen bzw. der erwarteten sozialen Verantwortung)

Sekundäres Risiko - Reputation als Konsequenz aus anderen Risiken u. a. Produktrisiken, Qualität interner Prozesse, Verstoß gegen regulatorische Vorschriften, unangemessene strategische Ausrichtung

Medien, Berichterstattung in der Presse

Befragungen/Self Assessments

Grad für Kundenzufriedenheit, Produkt und Servicequalität, Mitarbeiterzufriedenheit

Jede Dimension umfasst verschiedene Risikotreiber. Diese Risikotreiber werden in einem regelmäßigen Zyklus (monatlich) anhand von Risikoindikatoren analysiert und deren Auswirkungen bewertet. Auf Basis dieser Analyse werden gegebenenfalls präventive bzw. reaktive Steuerungsmaßnahmen ergriffen.

Sonstige Risiken

Sonstige Risiken umfassen Beteiligungsrisiko (nur für die ökonomische Perspektive wesentlich) sowie das Modellrisiko, welches das Schätzrisiko und Spezifikationsrisiko beschreibt.

Beteiligungsrisiko

Das Beteiligungsrisiko ist die Gefahr, dass der Wert einer eingegangenen Beteiligung sich aufgrund von Ertragsausfall, Teilwertabschreibung oder Veräußerungsverlusten verringert. Die Bank unterhält nur wenige Beteiligungen an ausgesuchten Gesellschaften, deren Wertentwicklung von Finance überwacht wird. Über das Eingehen oder die Auflösung einer strategischen Beteiligung entscheidet der Vorstand. Dieser wird mindestens quartalsweise durch Finance über die Entwicklung des Beteiligungsportfolios informiert. Aufgrund der geringen Höhe der Beteiligungen und dem niedrigen Risikogehalt, hat sich die Bank bei der Quantifizierung der Beteiligungsrisiken innerhalb der ökonomischen Perspektive für ein einfaches Verfahren entschieden. Die Abschätzung des Beteiligungsrisikos erfolgt mittels eines Risikogewichtes vom Buchwert der Beteiligungen.

Modellrisiko (Schätzrisiko und Spezifikationsrisiko)

Mit jedem Modell geht ein Modellrisiko einher. Das Modellrisiko bezeichnet die Gefahr, dass durch die Anwendung vereinfachter oder nicht sachgerechter Methoden oder Parameter die Marktrealitäten nicht angemessen abgebildet werden und dadurch die Ertrags- oder Risikolage der Bank falsch dargestellt wird. Die Bank nutzt eigene Modelle sowie Gruppenmodelle. Die Grundprinzipien der Modellrisikosteuerung sind die Identifizierung und Vermeidung von Modellrisiken sowie die angemessene Berücksichtigung bekannter Modellrisiken in der Risikotragfähigkeit. Dabei unterscheidet die Bank zwischen relevanten und nicht relevanten Modellen. Die Einstufung dieser Modellrelevanz erfolgt entsprechend der MaRisk anhand der Kriterien: Einfachheit, Transparenz und Konservativität. Modellrisiken werden nicht eigenständig limitiert, sondern verbleiben in der Risikoart und unterliegen der Limitierung der Risikoart. Für relevante Modelle erfolgt die Berücksichtigung des Modellrisiko als Aufschlag (Konservativitätsfaktor) entweder als: Bewertungsaufschlag bei den einzelnen Parametern im Modell oder als add-on auf den Risikowert innerhalb der Risikoart. Für nicht relevante Modelle erfolgt keine explizite Berücksichtigung des Risikos. Das Risiko gilt als ausreichend aufgrund der Konservativität im Modell berücksichtigt.

Entwicklung der Risikolage

Seit dem ersten Quartal 2020 hat die Bank zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden als auch zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes Maßnahmen zur Gewährleistung der Geschäftskontinuität ergriffen und an den Verlauf der Pandemie angepasst. Mitarbeiter arbeiten nach Möglichkeit vom mobilen Büro aus und Kundentermine werden per Video-Banking oder telefonisch abgehalten. Persönliche Veranstaltungen für Kunden werden durch virtuelle Angebote ersetzt.

Um ein effizientes und effektives Risikomanagement insbesondere in der aktuellen Situation zu gewährleisten, werden die direkten und indirekten Auswirkungen der Pandemie auf die Bank überwacht und erforderlichenfalls Maßnahmen zur Schadensminderung definiert. BaFin und Bundesbank werden vom CRO regelmäßig über den Status und die von der Bank ergriffenen Maßnahmen informiert.

Kapitallage

In der normativen Perspektive war die Bank im Jahr 2020 ausreichend kapitalisiert. Im Basisszenario, sowie im adversen Szenario wurden die regulatorischen Kennzahlen (Total capital ratio, Leverage ratio, Large exposure, LCR und NSFR) innerhalb des Zeitraums von 4 Jahren eingehalten. Die Annahmen beider Szenarien wurden in Q4 im Rahmen des Modellreviews sowie der Überprüfung des lokalen ICAAP Frameworks überarbeitet und vom Vorstand genehmigt.

Die mittelfristige Angemessenheit des Kapitals hängt stark von der künftigen Entwicklung der Pandemie und seiner Auswirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung ab. Um die Widerstandsfähigkeit der Bank zu beurteilen, hat Risikocontrolling eine Ad-hoc-Quantifizierung eines Szenarios durchgeführt, welches die Auswirkungen eines schweren wirtschaftlichen L-förmigen Abschwungs unter Berücksichtigung von strukturellen wirtschaftlichen Schäden annimmt. In Anbetracht der extremen Auswirkungen eines unwahrscheinlichen L-Szenarios und unter Bezugnahme auf die bewerteten Kapital- und Liquiditätsquoten wird die Kapitalisierung der Bank immer noch als recht komfortabel erachtet, da sie es ermöglicht, die Auswirkungen eines schweren wirtschaftlichen L-förmigen Abschwungs für mindestens zwei Jahre aufzufangen.

Risikotragfähigkeit

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive war in 2020 zu jeder Zeit gewährleistet. Auf der Grundlage des Risikodeckungskapitals von EUR 409,1 Mio. zum 31. Dezember 2020 hat die Bank Limite im Gesamtbetrag von EUR 327,3 Mio. allokiert. Das Risikopotenzial betrug insgesamt EUR 200,1 Mio., was einer Auslastung von 61% entspricht, und verteilt sich wie folgt auf die Risikoarten:

Ökonomische Perspektive Q4.2020 Limit Auslastung
Risikokategorien in EUR Mio. in EUR Mio. in %
Kreditrisiko 56,6 85,0 67%
Kontrahentenrisiko verbundener Unternehmen 44,9 75,0 60%
Marktpreisrisiko 27,0 53,0 51%
Operationelles Risiko 48,2 79,8 60%
Geschäftsrisiko inklusive Reputationsrisiko 20,6 30,0 69%
Beteiligungsrisiko 2,8 4,5 62%
Ökonomisches Risikopotential Gesamt 200,1 327,3 61%

Stresstest

Die Effekte der regulären Stresstests auf die Gewinn- und Verlustrechnung (P&L) aus den regulären Stresstests konnten in 2020 jederzeit durch die Kapitalausstattung abgedeckt werden.

Auswirkungen der Pandemie auf die wesentlichen Risikoarten der Bank

Adressenausfallrisiko aus dem klassischen Kreditgeschäft

Insgesamt bestehen keine besonderen Bedenken hinsichtlich der Qualität des bestehenden Kreditportfolios. Das Kreditbuch ist stabil, ohne dass sich seine hohe Qualität verschlechtert hat. Die meisten Fazilitäten sind vollständig durch Barmittel und / oder diversifizierte Portfolios besichert. Nach wie vor ist die Unsicherheit aufgrund von Covid-19 hoch. Die Anzahl der Insolvenzen in Deutschland liegt immer noch auf einem niedrigen Niveau. Ein Anstieg wird für 2021 erwartet. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Einkommenssituation einzelner Kunden haben. Derzeit besteht aber noch kein erhöhter Einzelwertberichtigungsbedarf.

Sonstiges Adressenausfallrisiko

Es besteht ein enger Austausch zwischen ABN AMRO Bank N.V. und der Bank hinsichtlich Ertrags- und Liquiditätssituation der Gruppe. Die Konzernausleihungen sind vollständig mit Residential Mortgage Backed Securities besichert.

Markpreisrisiko

Handelsgeschäfte (Aktien, Renten, Derivate) werden i.d.R. nur im Kundenauftrag ausgeführt. Zum Zwecke der Erzielung von Handelserträgen werden grundsätzlich keine WP-Geschäfte durchgeführt. Positionen im Anlagebuch werden gehalten, um die LCR zu erfüllen. Der Einfluss, der durch Covid-19 verursachten Marktentwicklung, war in 2020 gering.

Operationelles Risiko

Insgesamt zeigen die einzelnen KRIs in 2020 einen stabilen Trend. Innerhalb des geplanten erwarteten Verlusts wurde ein moderates Verlustprofil beibehalten.

Die Dauer der Pandemie in Verbindung mit den damit verbundenen BCM-Maßnahmen (z. B. Skelettmodus) belasten die Organisation. Die Verfahren und technischen Mittel wurden an die jeweilige Situation angepasst. Mittlerweile hat sich die Organisation an eine Situation gewöhnt, die unter wiederholten Einschränkungen im Zusammenhang mit Covid-19 zur neuen Normalität wurde.

Liquiditätsrisiko

Aufgrund der Auswirkungen von Covid-19 wurden in 2020 mehrmals bestimmte Frühwarnindikatoren ausgelöst (getrieben von der Marktentwicklung). Zusätzliche Steuerungsmaßnahmen waren jedoch nicht erforderlich. Die Zahlungsfähigkeit und Refinanzierung war jederzeit gewährleistet.

Reputation-/Geschäftsrisiko

Die Pandemie hat keine direkten Auswirkungen auf die Reputation der Bank. Sie wirkt sich jedoch auf die Finanzmärkte (Preissenkungen und folglich Vermögensverluste bei Kundeneinlagen) und auf das Kundenverhalten (Unsicherheit, Überreaktion, mangelndes Vertrauen) aus. Maßnahmen zur positiven Beeinflussung des Kundenerlebnisses wurden frühzeitig getroffen (z. B. Video-Banking).

Insbesondere das Geschäftsrisiko ist aufgrund der Marktabhängigkeit für Verwaltungsgebühren anfällig. Die Entwicklung der Situation wird ständig überwacht. Angemessene Kontrollen sind vorhanden.

Beteiligungsrisiko

Die Bank ist nur an wenigen ausgewählten Unternehmen beteiligt. Angesichts der Art und des Volumens des Buchwerts der verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind die Auswirkungen von Covid-19 auf das Beteiligungsrisiko gering.

Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Das Jahr 2020 wurde insbesondere durch die Auswirkungen der Pandemie geprägt. Entsprechend der Geschäftsentwicklung und dem aktuellen Risikostatus geht die Bank davon aus, dass die implementierten Methoden, Modelle und Prozesse sowie die während der Pandemie ergriffenen Maßnahmen geeignet sind, ein an der Strategie und dem Gesamtrisikoprofil orientiertes Risikomanagementsystem sicherzustellen. Substanzielle Steuerungseingriffe aufgrund von Risikoentwicklungen waren nicht notwendig, und die realisierten Verluste lagen innerhalb des geplanten Verlustprofils.

Die Bank war in 2020 ausreichend kapitalisiert, um in der normativen Perspektive (Basisszenario und adverses Szenario) Mindestkapital- und Mindestliquiditätsanforderungen stets einzuhalten. Darüber hinaus kann die Auswirkungen eines schweren wirtschaftlichen L-förmigen Abschwungs für mindestens zwei Jahre aufgefangen werden. Dies lässt genügend Zeit, um angemessene Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Im Rahmen der Risikostrategie und des ICAAP Frameworks wurde vom Vorstand für das Geschäftsjahr 2020 nur ein Teil des verfügbaren Risikokapitals zur Deckung erwarteter und unerwarteter Verluste zur Verfügung gestellt. Die Aufteilung auf die einzelnen Risikoarten berücksichtigt insbesondere das aktuell bestehende Risikopotenzial in den einzelnen Risikoarten sowie die Geschäftsstrategie der Bank für die folgenden Jahre. Die Risikotragfähigkeit der ökonomischen Perspektive war 2020 jederzeit gegeben, das heißt, dass insgesamt die eingegangenen Risiken stets kleiner als das vorhandene Risikodeckungspotenzial waren. Die Kapitalausstattung war ebenso ausreichend, um die aus den regulären Stresstests resultierenden P&L Effekte zu decken. Damit verfügt die Bank in ausreichendem Maße über Kapital- und Liquiditätsressourcen, um alle wesentlichen Risiken in angemessener Weise abdecken zu können. Für die künftige Entwicklung der Bank sehen wir keine bestandsgefährdenden Risiken.

Die Bank misst der ständigen Weiterentwicklung der Risikomanagement- und Risikocontrollingsysteme eine hohe Bedeutung bei. In 2020 arbeitet die Bank weiter an einer Optimierung des Liquiditäts- Markt- und IT Risikomanagements.

Insgesamt sind wir zuversichtlich, dass Gegenmaßnahmen der Zentralbanken und Politik, im Jahr 2021/22 zu einer wirtschaftlichen Erholung führen werden und dass die Bank aus Kapital-, Liquiditäts- und Geschäftssicht ausreichend widerstandsfähig ist, um die Auswirkungen der Pandemie aufzufangen.

Chancenbericht

Die Bethmann Bank fokussiert sich ausschließlich auf den deutschen Private-Banking-Markt. Im Vordergrund stehen unverändert maßgeschneiderte Beratungsleistungen und Lösungen mit hoher Qualität für besonders vermögende Kunden.

Diese Basis will die Bethmann Bank für weiteres Wachstum in werthaltigen Vermögenswerten nutzen. Hierzu zählen insbesondere die Vermögensverwaltung und die Anlageberatung, mit einem besonderen Fokus auf nachhaltige Anlagestrategien. Zu diesem Wachstum beitragen soll weiterhin ein Wachstumsplan, in dessen Rahmen wir in 2021 und darüber hinaus zusätzliche Relationship Manager, vorzugsweise ganze Teams, einstellen möchten. Ein weiterer Fokus liegt auf der konsequenten Nutzung der Akquisitionspotenziale, die sich die hohe Kundenzufriedenheit und Empfehlungsbereitschaft unserer Kunden ergeben.

Aufgrund der Erwartung, dass das extrem niedrige Zinsniveau längerfristig Bestand haben wird, haben wir in 2019 beschlossen, in 2020 mit der Einführung von Verwahrgebühren für Liquidität außerhalb der Mandatsgeschäfts zu beginnen. Die notwendigen Kundengespräche bieten zugleich die Möglichkeit, mit den Kunden auch eine Konvertierung in andere Anlageformen zu besprechen und so weiteres Wachstum für die Vermögensverwaltung und Anlageberatung zu generieren.

Zur Sicherung der zukünftigen Profitabilität wurden im Jahr 2020 zwei strategische Initiativen gestartet. Zum einen ist beabsichtigt, durch die Neuverhandlung der Konditionen von Bestandskunden in der Vermögenverwaltung und der Anlageberatung höhere, der Qualität der Dienstleistung angemessene Preise zu vereinbaren. Hierdurch soll ein jährlicher Mehrertrag von EUR 5,0 Mio. bereits in 2021 realisiert werden. Außerdem wurde das Angebot im Bereich der Anlageberatung überarbeitet, um diese Dienstleistung auch zukünftig als zweite Säule neben der Vermögensverwaltung profitabel anbieten zu können. In diesem Zusammenhang wurde u.a. das Mindestvolumen für die individuelle Anlageberatung auf EUR 2 Mio. erhöht. Die Umsetzung ist bis Ende 2021 vorgesehen.

Prognosebericht

Das Jahr 2021 wird geprägt von einem regional stark auseinanderdriftenden wirtschaftlichen Umfeld. In der Eurozone sehen wir im ersten Quartal sogar rückläufiges Wachstum und werden auch nur eine schwache Erholung im Gesamtjahr sehen. Dagegen erwarten wir für die USA ein Gesamtwachstum von über 5%-Punkten, in China sogar von 8%-Punkten. Die globale Erholung ist geprägt von zwei verschiedenen Faktoren:

1) Die massiven geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen der Regierungen und Notenbanken sichern hinreichende Liquidität und Investitionskapital.

2) Die Impfungen und einhergehenden Wiedereröffnungen lösen einen Nachfragestau und sorgen für Aufholungseffekte. Gerade diese Punkte sind vor allem in China und den USA relevant, aber nicht so sehr in Europa.

Als Folge dieser Aufholungseffekte, aber auch von unterbrochenen Lieferketten in einzelnen Bereichen, sowie durch positive Basiseffekte im Vergleich zu der Situation von vor 12 Monaten erwarten wir für 2021 anziehende Inflationsdaten. Die Inflationserwartungen steigen bereits.

Allerdings erwarten wir, wie bereits im Branchenbericht dargelegt, keinerlei Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank.

Die Bank wird weiterhin die gestarteten Maßnahmen rund um die Themen zu Digitalisierung und Verbesserung von IT-Infrastruktur inkl. Einführung des neuen Kernbankensystems fortführen.

Neben der Modernisierung der Infrastruktur und Digitalisierung des Leistungsangebotes wird sich die Bank auch im Jahr 2021 auf fünf strategische Kernfelder konzentrieren: Wachstum, nachhaltiges Mandatsgeschäft, Erhöhung der Profitabilität des Geschäftes, Kundenzufriedenheit/Kundenerlebnis und Mitarbeiterentwicklung. Diese fünf Kernfelder werden mit unterschiedlichen Initiativen konkretisiert, die überwiegend durch die ins Leben berufene "Management Circles" bearbeitet werden.

Zu den wesentlichen Fokusaktivitäten, die in den fünf strategischen Kernfeldern bearbeitet werden, gehören:

Organisches Wachstum durch Akquisitions- und Empfehlungsmanagement insbesondere durch Fokussierung auf Erweiterung der Front in den bestehenden Niederlassungen (in Juli 2021 wird ein Team von 3 RMs und 2 IAs eine Niederlassung verstärken). Bis zum Ende 2023 ist es angedacht insgesamt 24 RMs in unterschiedlichen Lokationen zu gewinnen.

Weitere Steigerung vom nachhaltigen Mandatsgeschäft mit einem Wachstumsziel für die Vermögensverwaltung auf deutlich über EUR 10 Mrd. und einem Minimum von 75% in den nachhaltigen Mandaten bei Neukunden. Für das Jahr 2021 sind insgesamt EUR 10,5 Mrd Volumen (inkl. 3% Marktperformance) als Grundlage für die Vertriebsziele berücksichtigt worden. Die Rahmenbedingungen für das Wachstum in den nachhaltigen Mandaten sind in den aktuellen Verzielungsrahmen für den Vertrieb für 2021 verankert.

Erhöhung der Profitabilität durch Review von Pricing und Erhöhung der Profitabilität vom mandatierten Geschäft (Vermögensverwaltung und Anlageberatung). Die Pricing Initiative ist Bestandteil der Planungen für 2021 mit einem Ergebnisbeitrag von EUR 5 Mio.

Erhöhung der Kontaktquote mit den Kunden, Verstärkung der Kundenkommunikation

Steigerung des Mitarbeiterengagements und Mitarbeiterentwicklung durch entsprechende Teamstrukturen sowie Zielsetzungen

Finanzplanungen für 2021

Um die Bethmann Bank zukunftsfähig zu machen wird sie im Rahmen des Transformationsprogrammes der Private Banking Sparte des ABN AMRO Konzerns auch in 2021 und den Folgejahren durch Fortführung der Modernisierung des Geschäftsbetriebes gehen. Im Vordergrund des Programmes steht die Digitalisierung des Leistungsangebots für Kunden und die Automatisierung von internen Arbeitsabläufen sowie den Beginn der Investitionen in Zusammenhang mit der Einführung des neuen Kernbanksystems.

Aufgrund der Zinsniveauentwicklungen wurden die langfristigen Pläne mit den erwarteten, konzerninternen Funds Transfer Pricing (FTP) Annahmen für die Liquidität entsprechend angepasst. Unter den Erwartungen, dass das Niedrigzinsniveau länger anhalten wird, wurden auch Erträge aus Einführung von Verwahrgebühr in 2020 in den langfristigen Plänen der Bank bis 2025 entsprechend fortgeschrieben.

Die mittel- bis langfristigen Pläne der Bank sind für die nächsten vier Jahre auch um neue Initiativen, teilweise aus dem Strategieupdate im Konzern, ergänzt worden. Auch die Implementierung des neuen Kernbankensystem T24 ist als eines der Hauptprojekte der Bank in die Pläne für 2021 und 2022 eingeflossen. Darüber hinaus plant die Bank die Umsetzung der Preisinitiative, die mit EUR 5 Mio. Zusatzertrag in 2021 veranschlagt wurde.

Für das Geschäftsjahr 2021 wird in der Summe aus Kerngeschäft und den strategischen Initiativen sowie zusätzlichen Investitionen in den Austausch des Kernbanksystems ein operatives Ergebnis (HO IFRS basiert) auf einem "Break-Even" Level erwartet. Die Investitionen in das neue Kernbanksystem sind für 2021 mit EUR 7,2 Mio. darin eingepreist.

Die geplanten Erträge basierend auf FTP relevanten Volumen sind mit EUR 19,3 Mio. prognostiziert. Im Vergleich zu den IST-Werten 2020 handelt es sich um einen Rückgang der Ertragsprognose um EUR 7 Mio.

Die Gesamterträge aus dem operativen Bankgeschäft für 2021 sind unter Berücksichtigung der o.g. Einflussfaktoren mit ca. EUR 144 Mio. prognostiziert, darunter Provisionserträge von EUR 105 Mio., während sich die operativen Kosten, einschließlich derjenigen für lokale und globale Projekte, Kernbanksystemwechsel sowie für die Umsetzung regulatorischer Anforderungen, auch bei ca. EUR 144 Mio. bewegen sollten. Neben den lokalen Kosten für die Digitalisierung, Automatisierung und Verbesserung der Systemlandschaft werden weitere Implementierungskosten auch in den Umlagen aus dem Konzern veranschlagt und sind in den obigen Zahlen enthalten.

Für das Geschäftsjahr 2021 setzt sich die Bank ein ambitioniertes Ziel, die Nettoneugelder in Höhe von ca. EUR 1,1 Mrd. im Kerngeschäft (plus Wachstum aus dem Growth Plan über EUR 360 Mio.) zu akquirieren.

Die Mehrjahresplanung wurde im Herbst des Jahres 2020, mitten in der turbulenten Marktsituation aufgrund der Coronakrise aktualisiert. Insbesondere im 4. Quartal 2020 haben die Märkte deutlich angezogen, so dass die Ausgangsbasis für das Jahr 2021 in Bezug auf die Assets under Management bereits zum Jahresanfang 2021 das ursprünglich prognostizierte Jahresendniveau erreicht hat, stark getrieben durch Outperformance aus dem Verwahrgeschäft von gut EUR 1,5 Mrd. Im Kerngeschäft lag die Asset Basis zum Jahresanfang 2021 bei EUR 27,9 Mrd. vs. angestrebtes Jahresendniveau 2021 von EUR 29,3 Mrd. Durch den Anstieg des Volumens im Verwahrgeschäft zum Jahresanfang 2021 liegt die Assets under Management Prognose für das Jahresende nun bei ca. EUR 40,6 Mrd.

Eigene Zielgrössen zur Erhöhung des Frauenanteils in Vorständen, Aufsichtsräten und oberen Managementebenen

Basierend auf den vom Aufsichtsrat und Vorstand in 2017 neu festgelegten Zielquoten stellt sich der Anteil von Frauen in Gremien und Führungspositionen wie folgt dar:

Level Zielquote per 30.06.2020 * Erreichte Quote per 31.12.2020 (Bethmann Bank AG) Erreichte Quote per 31.12.2020 (Private Banking *)
Aufsichtsrat 30% 67% 67%
Vorstand 20% 0% 0%
Vorstand N-1 9% 12% 17%
Vorstand N-2 15% 10% 16%

* Private Banking umfasst die Mitarbeiter der Bethmann Bank ag, sowie die Stabsfunktionen der abn amro Bank n.v. Frankfurt Branch. Obwohl damit die Stabsfunktionen organisatorisch nicht in der Bethmann Bank AG angesiedelt sind, werden diese in der Zielquote berücksichtigt. Diese Berücksichtigung ist gerechtfertigt, da die Serviceleistung der ausgelagerten Einheiten zugunsten der Bethmann Bank AG über 80% liegen.

Im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich bezogen auf den Aufsichtsrat und den Vorstand keine Veränderungen.

Die erreichte Quote für die erste Ebene unter dem Vorstand (N-1) hat sich auf 12% im Vergleich zu 6% im Vorjahr für die Bethmann Bank AG verbessert. Für die zweite Ebene unter dem Vorstand (N-2) ist die erreichte Quote für die Bethmann Bank AG stabil bei 10% geblieben.

Eine neue Zielquote für die kommenden Jahre wird derzeit finalisiert. Auf Grund der fehlenden Fluktuation auf der Vorstandsebene konnte dieses gesetzte Ziel, als einziges der Zielquote per 30.06.2020, nicht erreicht werden. Das Ziel, einen weiblichen Vorstand zu berufen, bleibt allerdings weiter bestehen und wird in der nächsten Zielquote erneut angestrebt.

 

Frankfurt am Main, 30. April 2021

Bethmann Bank AG

Der Vorstand

Hans Hanegraaf, Vorsitzender

Michael Pleske

Stephan Isenberg

Nicolas von Loeper

Bericht des Aufsichtsrates

der Bethmann Bank AG

Der Aufsichtsrat hat sich während des vergangenen Geschäftsjahres durch laufende Berichterstattung des Vorstandes anhand schriftlicher und mündlicher Berichte sowie in neun Sitzungen mit dem Vorstand jeweils in Form einer Video- bzw. Telefonkonferenz über die geschäftliche Entwicklung, die Ertragslage der Gesellschaft sowie wichtige Fragen der Geschäftsführung informiert, sich mit den Risiken der Geschäfte befasst und sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt.

Die nach Gesetz und Satzung zustimmungsbedürftigen Gegenstände sind dem Aufsichtsrat vorgelegt und von ihm behandelt worden.

Das Audit, Risk & Compliance Committee des Aufsichtsrates hat den Aufsichtsrat in Fragen der Revision unterstützt, indem er sich insbesondere über die Ergebnisse interner und externer Prüfungen informierte, eine Vorprüfung des Jahresabschlussprüfungsberichts vornahm, den Aufsichtsrat über die Ergebnisse seiner Arbeit in Kenntnis setzte und ihm Empfehlungen zu Revisionsthemen gab. Das Audit, Risk & Compliance Committee unterrichtete den Aufsichtsrat über seine Arbeit jeweils in der darauf folgenden Sitzung. Das Audit, Risk & Compliance Committee trat im Jahr 2020 viermal zusammen.

Der Vergütungskontrollausschuss hat die angemessene Ausgestaltung der Vergütungssysteme der Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter überwacht, die Beschlüsse des Aufsichtsrats über die Vergütung der Vorstandsmitglieder unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Beschlüsse auf die Risiken und das Risikomanagement vorbereitet, den Aufsichtsrat bei der Überwachung der ordnungsgemäßen Einbeziehung der internen Kontroll- und aller sonstigen maßgeblichen Bereiche bei der Ausgestaltung und Überwachung der Angemessenheit der Vergütungssysteme sowie der angemessenen Ausgestaltung des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter unterstützt. Der Vergütungskontrollausschuss unterrichtete den Aufsichtsrat über seine Arbeit jeweils in der darauf folgenden Sitzung. Der Vergütungskontrollausschuss trat im Jahr 2020 dreimal zusammen.

Der Nominierungsausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei der Ermittlung von Bewerbern für die Besetzung einer Stelle in der Geschäftsleitung und bei der Vorbereitung von Wahlvorschlägen für die Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats, bei der Erarbeitung einer Zielsetzung zur Förderung der Vertretung des unterrepräsentierten Geschlechts im Aufsichtsrat sowie einer Strategie zu deren Erreichung, sowie bei der jährlich, durchzuführenden Bewertung der Struktur, Größe, Zusammensetzung und Leistung der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrats und der Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrung sowohl der einzelnen Geschäftsleiter und Mitglieder des Aufsichtsrats als auch des jeweiligen Organs in seiner Gesamtheit. Der Nominierungsausschuss unterrichtete den Aufsichtsrat über seine Arbeit jeweils in der darauf folgenden Sitzung. Der Nominierungsausschuss trat im Jahr 2020 dreimal zusammen.

Die von der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2020 zum Abschlussprüfer gewählte Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Eschborn, hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht geprüft. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 20. Mai 2021 die Abschlussunterlagen und den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers diskutiert und von dem Ergebnis der Prüfung zustimmend Kenntnis genommen.

Jahresabschluss und Lagebericht haben dem Aufsichtsrat vorgelegen und wurden nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand der Bethmann Bank AG sowie allen Mitarbeitern für die erfolgreiche Arbeit im vergangenen Geschäftsjahr.

 

Frankfurt am Main, den 20. Mai 2021

Fred Bos, Vorsitzender des Aufsichtsrates

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