Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 243415
Vorher
UNA 334. Equity Management GmbH
Eingetragen
14.3.2018
Branche
Herstellung von pharmazeutischen Spezialitäten und sonstigen pharmazeutischen ErzeugnissenHerstellung von pharmazeutischen GrundstoffenGroßhandel mit pharmazeutischen Erzeugnissen
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung, Förderung, Marketing und Vermarktung von Produkten, Apparaten, Geräten und Anlagen für die medizinische Versorgung und Verbesserung der menschlichen Gesundheit, insbesondere pharmazeutischer Produkte, sowie von diätetischen Lebensmitteln, Wirkstoffen für Diäten und Nahrungsergänzungsmitteln für medizinische Zwecke.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Dierk Kuehn
seit 3.12.2025
Prokura
Eugen Keilmann
seit 19.6.2024
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Andreas Ralf Dr. Kress
seit 17.11.2023
Prokura
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Italfarmaco, S.A.ESP
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Italfarmaco, S.A.
Spain
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ITF PHARMA GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

A. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die ITF Italfarmaco Group ist ein global agierendes pharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Mailand/Italien und wird in Deutschland durch die ITF Pharma GmbH mit Sitz in München vertreten. Das Mutterunternehmen ist seit 1938 im Familienbesitz und weltweit in 57 Ländern vertreten. Mit der Erforschung, Entwicklung und dem Vertrieb von Arzneimitteln leistet die ITF Italfarmaco Group einen wesentlichen Beitrag zur Behandlung von Erkrankungen im Bereich der Frauenheilkunde, Neurologie und weiteren Indikationen.

Gegenstand der ITF Pharma GmbH ist die Vermarktung und der Vertrieb von Produkten für die medizinische Versorgung und Verbesserung der menschlichen Gesundheit insbesondere pharmazeutischer Produkte, sowie von Nahrungsergänzungsmittel für medizinische Zwecke auf dem deutschen Markt. Hierbei übernimmt die Gesellschaft insbesondere Aufgaben im Bereich der Kundenbetreuung von neurologischen Ärzten, Gynäkologen, sowie Apothekern. Zurzeit vertreibt die ITF Pharma GmbH das neurologischen Produkt Teglutik, als auch das Produkt Hepaxane zur Hemmung der Blutgerinnung. Im Bereich der Frauenheilkunde wird das Produkt Cariban zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft, das Produkt Natalben, ein Nahrungsergänzungsmittel für verschiedene Phasen von Kinderwunsch bis Stillzeit und Colpofix, ein Präparat zur Vorbeugung und Behandlung von Gebärmutterhalsschädigungen, die durch humane Papillomaviren (HPV) verursacht wurden, vertrieben. Seit September 2023 ergänzt Rivirec das Produktportfolio, ein transdermales, zweimal wöchentlich anzuwendendes Rivastigmin-Pflaster, welches zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz eingesetzt wird.

Zweigniederlassungen

Zweigniederlassungen der ITF GmbH bestehen nicht.

2. Ziele und Strategien

ITF Pharma GmbH verfolgt eine langfristige Wachstumsstrategie; dabei wird insbesondere das Portfolio in der Frauenheilkunde und in der Neurologie sukzessiv erweitert. Die Vertriebsinvestitionen konzentrieren sich speziell auf den kommerziellen Außendienst, um einen signifikanten "Share of Voice" aufbauen zu können. Zudem werden durch umfassenden Marketingmaßnahmen unterschiedliche Kundenkanäle bespielt. Alle Maßnahmen und Investitionen werden durch KPIs gesteuert und überprüft.

3. Steuerungssystem

Die Gesellschaft ist - zusätzlich zu ihrem eigenen Kontrollsystem - in definierten Bereichen wie Umsatzerlöse, Jahresergebnis und Liquidität in die internationalen Reporting Strukturen des Konzerns eingebunden.

4. Forschungs- und Entwicklungsbericht

Die Gesellschaft betreibt keine Forschung oder Entwicklung.

B. WIRTSCHAFTSBERICHT

1. Entwicklung der Gesamtwirtschaft

Das deutsche Wirtschaftswachstum hat sich im Jahr 2023 gegenüber dem Jahr 2022 bedingt durch den Krieg in der Ukraine sowie aufgrund des hohen Inflationsdrucks weiterhin restriktive Geldpolitik abgeschwächt. Gemäß dem Statistischen Bundesamt war das vorläufige preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 % geringer als im Vorjahr.

2. Entwicklung der Branche

Der Umsatz mit Arzneimitteln im gesamten Pharmamarkt (Apotheke und Klinik) in Deutschland ist basierend auf IQVIA-Daten im Jahr 2023 um 5,7 % auf ca. Mrd. € 60 gewachsen (in 2022 Mrd. € 56,5).

Der Apothekenmarkt verbuchte im Jahr 2023 ein Umsatzwachstum von knapp 2% auf Mrd. € 47,5, während sich der Umsatz im Klinikmarkt um 5,7% auf Mrd. € 59,8 steigern konnte.

3. Entwicklung der ITF Pharma-spezifischen Indikationsgebiete Frauenheilkunde

Cariban ist das führende ITF - Produkt in der Frauenheilkunde und fungiert weiterhin als Türöffner für andere Produkte von ITF Pharma GmbH in diesem Bereich. Marketing- und Vertriebsinvestitionen sind essenziell, um eine vollständige Marktdurchdringung zu erreichen.

Natalben, welches im September 2021 in einem hart umkämpften Markt eingeführt worden ist, unterstützt mit der passenden Nahrungsergänzung alle Phasen der Familienplanung (Kinderwunsch Schwangerschaft und Stillzeit).

Als weiteres Produkt im Bereich der Frauenheilkunde trägt Colpofix zur Erweiterung des Produktportfolios bei. Dies ist ein Medizinprodukt mit einem innovativen Vaginal-Sprühgel zur Vorbeugung und Behandlung von zervikalen Läsionen durch das Humane Papillomavirus (HPV).

Hepaxane

Für Hepaxane besteht die Herausforderung darin, einen soliden Marktanteil in einem hoch kompetitiven Marktumfeld zu halten bzw. zu steigern. Im Berichtsjahr konnte die Gesellschaft bei einer flächendeckenden, großen Ausschreibung zwei Lose für sich gewinnen und wird so ab Januar 2024 einen deutlichen Anstieg des Umsatzes bei diesem Produkt sehen.

Teglutik

Mit Teglutik hat ITF Pharma GmbH eine gute Möglichkeit den Marktanteil und den Umsatz in den nächsten Jahren zu steigern. Um diese Ziele zu erreichen, muss ein sehr starkes Key Account Management umgesetzt und medizinische Projekte mit ausgewählten ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) Experten gefördert werden.

Rivirec

Als neues Produkt wurde das transdermale Pflaster bei Alzheimer/Dementia im September 2023 eingeführt, welches nur zweimal pro Woche beim Patienten ausgetauscht und neu geklebt werden muss.

Obwohl Rivirec vom GbA mit einem Festbetragspreis eingestuft wurde und somit nicht in die Ausschreibungen der Krankenkassen gekommen ist, wurden die Umsatzerwartungen im Berichtsjahr nicht erreicht, was einerseits auf eine verspätete Einführung zurückzuführen ist, andererseits wird das Produkt in einer Darreichungsform auf Apothekenebene stärker durch Wettbewerbsprodukte subsituiert als ursprünglich angenommen.

4. Geschäftsverlauf

Der Brutto-Umsatz (Produktverkäufe ohne Erlöse aus Dienstleistungen, Rückgaben, Rabatten und Skonti) im Geschäftsjahr 2023 belief sich auf T€ 13.434, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um T€ 3.346 (-19,94 %) entspricht. Das für das Jahr 2023 geplante Umsatzziel in Höhe von T€ 19.415 wurde damit nicht erreicht, da für das Produkt Cariban eine deutliche höhere Parallelimportquote zu verzeichnen war und die Vermarktung des Produktes Natalben im Sommer 2023 vorübergehend eingestellt worden ist. Beide Effekte waren im Herbst 2022 nicht absehbar.

Das Jahresergebnis lag mit -T€ 7.800 um -T€ 2.159 unter dem Ergebnis des Vorjahres und auch leicht oberhalb der oberen Bandbreite des Planungskorridors für 2023, der von einem Jahresfehlbetrag zwischen T€ 6.000 und T€ 7.500 ausgegangen war. Die Verfehlung des Planziels ist vor allem bedingt durch die Verfehlung des Umsatzziels.

5. Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von T€ 13.262, was im Vergleich zu T€ 14.693 im Geschäftsjahr 2022 einen Rückgang von 9,74 % bedeutet. In den Umsatzerlösen 2023 sind erstmalig Erlöse aus der Erbringung von Intercompany Dienstleistungen in Höhe von T€ 1.264 enthalten.

Entsprechend reduzierten sich die Aufwendungen für den Warenbezug um 19,63 % von T€ 7.035 im Geschäftsjahr 2022 auf T€ 5.654 im Geschäftsjahr 2023. Der in Relation zum Rückgang der Umsatzerlöse etwas stärkere Rückgang ist im Wesentlichen dadurch begründet, dass in den Umsatzerlösen Dienstleistungserlöse in Höhe von T€ 1.264 enthalten sind, denen kein Warenbezug gegenübersteht. Ohne diese Dienstleistungserlöse wäre die Umsatzerlöse um 18,08 % zurückgegangen, womit der Rückgang im Einklang mit dem Rückgang beim Warenbezug stünde.

Der Personalaufwand zeigt dagegen eine inverse Entwicklung und erhöhte sich von T€ 7.071 im Vorjahr auf T€ 8.976 im Geschäftsjahr, was einem Anstieg von 26,94 % entspricht. Dieser Anstieg ist vor allem im Aufbau einer neuen Abteilung begründet.

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergab sich ebenfalls ein Anstieg um T€ 140 auf T€ 6.609 (+ 2,15 %), was im Wesentlichen auf gestiegene Rechts- und Beratungskosten im regulatorischen und Personalbereich zurückzuführen ist.

Die Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von T€ 7.800 ab.

6. Finanzlage

a. Kapitalstruktur

Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2022 trotz des Jahresfehlbetrags deutlich von 29,58 % auf 51,62 % erhöht. Der Grund hierfür sind Eigenkapitalzuführungen der Muttergesellschaft im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von T€ 11.000, die den Jahresfehlbetrag überkompensiert haben.

Zum Bilanzstichtag bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten lediglich in Höhe von T€ 6 aus Kreditkartenabrechnungen, die Gesellschaft finanziert sich derzeit ausschließlich durch selbst erwirtschaftete Mittel und Eigen- bzw. Fremdkapitalzuführungen der Muttergesellschaft.

b. Investitionen

Das Geschäftsmodell der Gesellschaft ist wenig anlagenintensiv, wesentliche Investitionen sind vor allem für die Fahrzeugflotte der Vertriebsmannschaft erforderlich. Da die Fahrzeugflotte aber vollständig geleast bzw. gemietet wird, entfällt eine langfristige Kapitalbindung von liquiden Mitteln, die beim Kauf der Fahrzeuge erforderlich wäre. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von T€ 116 im Geschäftsjahr wurden im Wesentlichen für die Anschaffung neuer IT für die neu eingestellten Mitarbeiter sowie für eine neue Serverumgebung verwendet.

c. Liquidität

Die Finanzlage der Gesellschaft ist stabil. Die liquiden Mittel betragen zum Abschlussstichtag T€ 2.330. Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, fällige Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit hat die Gesellschaft Mittel in Höhe von T€ 8.830 (im Vorjahr: T€ 5.007) verbraucht, für Investitionen wurden T€ 260 (im Vorjahr: T€ 225) vor allem im Bereich Lizenzen und IT aufgewendet. Im Bereich der Finanzierungstätigkeit war insgesamt ein Zufluss von T€ 9.973 (im Vorjahr: T€ 4.000) zu verzeichnen, der sich aus einem Zufluss in Höhe von T€ 11.000 aus einer Zuzahlung der Muttergesellschaft in die Kapitalrücklage sowie einem Abfluss in Höhe von T€ 1.027 für die Rückzahlung eines Darlehens an die Muttergesellschaft zusammensetzt. Die Gesellschaft realisierte im Geschäftsjahr 2023 daher insgesamt einen Mittelzufluss in Höhe von T€ 882 (Vorjahr: Mittelabfluss in Höhe von T€ 1.232), wodurch sich die liquiden Mittel der Gesellschaft von T€ 1.449 zum 31. Dezember 2022 auf T€ 2.330 zum 31. Dezember 2023 erhöht haben.

Die Gesellschaft ist zur Finanzierung ihrer laufenden Geschäftstätigkeit weiterhin auf die Finanzierung durch die Muttergesellschaft in Form von Eigen- und Fremdkapital angewiesen.

7. Vermögenslage

Aufgrund des wenig anlagenintensiven Geschäftsmodells der Gesellschaft beläuft sich der Anteil des Immateriellen Anlagevermögens und des Sachanlagevermögens mit T€ 479 an der Bilanzsumme von T€ 10.277 zum Abschlussstichtag auf lediglich 4,69 % (Vorjahr: 4,92 %).

Das Kapital der Gesellschaft ist daher im Wesentlichen kurzfristig in Form von Vorratsvermögens (inklusive der geleisteten Anzahlungen) mit einem Wert von T€ 4.963 (48,53 % (Vorjahr: 57,05 %) der Bilanzsumme), sowie in Form von Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit einem Wert von T€ 1.226 (11,99 % (Vorjahr: 0,00 %) der Bilanzsumme) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Wert von T€ 878 (8,59 % (Vorjahr: 13,43 %) der Bilanzsumme) gebunden.

Der Anstieg beim Vorratsvermögen (inklusive geleisteter Anzahlungen) um T€ 953 liegt primär an der Bevorratung des Produktes Hepaxane um die in 2024 beginnende Ausschreibung bedienen zu können.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus der Erbringung von Intercompany Dienstleistungen.

Der Rückgang bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um T€ 66 ist vor allem auf die gesunkenen Umsatzerlöse zurückzuführen. Wesentliche ausfallgefährdete Forderungen existieren zum Abschlussstichtag nicht.

Die liquiden Mittel belaufen sich mit T€ 2.337 auf 22,85 % (Vorjahr: 20,61 %) der Bilanzsumme. Bezüglich der Veränderung gegenüber dem Vorjahr wird auf die Ausführungen zur Finanzlage verwiesen.

Die Mittelbereitstellung erfolgt im Wesentlichen über das Eigenkapital. Im Geschäftsjahr flossen der Gesellschaft weitere T€ 11.000 aus Zuzahlungen der Muttergesellschaft in die Kapitalrücklage zu, demgegenüber stand der Jahresfehlbetrag in Höhe von T€ 7.697, so dass sich die Eigenkapitalquote von 29,58 % im Vorjahr auf 51,62 % im Geschäftsjahr erhöht hat.

Die Rückstellungen haben sich um T€ 1.692 auf T€ 3.986 (38,97 % (Vorjahr: 32,63 %) der Bilanzsumme) erhöht, was vor allem auf höhere Rückstellungen für nachlaufende Rechnungen zurückzuführen ist. Die Rückstellungen entfallen dabei im Wesentlichen auf

• Rückstellungen für nachlaufende Rechnungen in Höhe von T€ 2.883 (Vorjahr: T€ 1.426).

• Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von T€ 922 (Vorjahr: T€ 427);

• Rückstellungen für Rabatte in Höhe von T€ 99 (Vorjahr: T€ 372);

• Rückstellungen für Jahresabschlusskosten in Höhe von T€ 31 (Vorjahr: T€ 43);

• Rückstellungen für Kosten Betriebsprüfung in Höhe von T€ 26 (Vorjahr: T€ 0);

• Rückstellungen für Archivierung in Höhe von T€ 25 (Vorjahr: T€ 25).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich Stichtagsbedingt im Geschäftsjahr um T€ 272 auf T€ 705 erhöht (6,89 % (Vorjahr: 6,16 %) der Bilanzsumme), bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ergab sich Stichtagsbedingt ein Rückgang um T€ 929 auf T€ 59 (0,57 % (Vorjahr: 14,22 %) der Bilanzsumme).

Die sonstigen Verbindlichkeiten reduzierten sich vor allem wegen der Rückzahlung eines Darlehens gegenüber der Muttergesellschaft in Höhe von T€ 1.023 um T€ 1.031 auf T€ 193 (1,88 % (Vorjahr: 17,41 %) der Bilanzsumme).

8. Gesamtaussage

Die Geschäftsführung beurteilt den Geschäftsverlauf trotz der Planverfehlungen beim Umsatz und Ergebnis insgesamt als zufriedenstellend, da der für den weiteren Ausbau der Marktanteile erforderliche Aufbau des Vertriebs weiter vorangetrieben wurde und das Produktportfolio um ein weiteres Produkt ergänzt werden konnte. Die Gesellschaft arbeitet im Konzernkontext weiterhin an der Evaluierung und ggf. Kommerzialisierung neuer Produkte (konzernintern oder ggf. auch von Drittanbietern).

C. PROGNOSE, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

1. Prognosebericht

Dieser Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen. Diese zukunftsorientierten Aussagen sind erkennbar durch Formulierungen wie "erwarten, beabsichtigen, planen, einschätzen" oder ähnliche Begriffe. Solche vorrausschauenden Aussagen beruhen auf unseren heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereiches der Gesellschaft liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse der Gesellschaft. Diese Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen der Gesellschaft wesentlich von den hier getroffenen Prognosen abweichen, was entsprechende Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nach sich ziehen kann.

Die Prognosen erfolgen vor dem Hintergrund, dass unsere Tätigkeit durch möglicherweise sich einstellende politische und gesamtwirtschaftliche Krisensituationen gewisse Beeinträchtigungen erfahren kann, jedoch kein Bruch in der Entwicklung der Wirtschaft in Europa und in der Welt stattfindet. Zuspitzungen politischer Krisen sind nicht Grundlage unseres Prognoseberichts.

Basierend auf unserer Planung erwartet die Gesellschaft für 2024 einen Umsatzzuwachs auf Mio. € 18,5. Der größte Zuwachs wird durch Hepaxane erwartet, da die Gesellschaft im Berichtsjahr zwei Lose einer flächendeckenden, großen Ausschreibung für sich gewinnen konnte. Die aktuelle Planung geht von moderaten Preissteigerungen beim Materialaufwand aus, während im Personalbereich mit einer Erhöhung der Kosten zu rechnen ist, da im Jahr 2023 weitere Stellen für den Aufbau eines weiteren Bereichs geschaffen werden. Dies wird sich auch im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen insbesondere in höheren Vertriebsaufwendungen niederschlagen. Beim Jahresergebnis rechnet die Geschäftsführung daher derzeit mit einem Jahresfehlbetrag zwischen Mio. € 4,5 und Mio. € 5,5.

Die Gesellschaft rechnet für das Jahr 2024 mit einem Kapitalbedarf i.H.v. Mio. € 5 und strebt dabei einen Sockelbetrag bei der verfügbaren Liquidität von Mio. € 2 an. Da sich die Gesellschaft noch in der Investitions- und damit in der Verlustphase befindet, kann sie den erforderlichen Kapitalbedarf nicht selbst decken und ist daher auf die Finanzierung durch Dritte angewiesen. Daher hat die Muttergesellschaft hat mit Datum vom 5. März 2024 im Rahmen einer Patronatserklärung erklärt, uns bis zum 30. Juni 2025 mit ausreichend Liquidität auszustatten, sodass wir allen Verbindlichkeiten nachkommen können.

Ein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit großem Engagement zur Entwicklung des Unternehmens beigetragen haben.

2. Risikobericht

a. Währungsrisiken

Da die Gesellschaft ihre Ausgangsumsätze ausschließlich in € fakturiert und sämtliche eingekaufte Leistungen ebenfalls fast ausschließlich in € fakturiert werden, unterliegt das Unternehmen derzeit keinen Währungsrisiken.

b. Risiko aus der strategischen Planung

Die Gesellschaft plant in den kommenden Jahren weiterhin ihr Produktportfolio durchschnittlich um ein bis zwei Produkte zu erweitern. Damit verbunden sind allgemeine Risiken wie der Aufbau von zusätzlichen Vertriebs- und Marketingkapazitäten sowie damit verbundenen Kosten. Wie zeitnah diese Kosten durch eine erfolgreiche Produktplatzierung überkompensiert werden, hängt von verschiedenen Faktoren wie Marktakzeptanz, Wettbewerbsentwicklung und der allgemeinen Entwicklung des Gesundheitsmarktes ab.

c. Risiko aus dem operativen Geschäft

GKV-Finanzstabilisierungsgesetz

Das am 20. Oktober 2022 vom Deutschen Bundestag verabschiedete Gesetz zur finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Finanzstabilisierungsgesetz) beinhaltete unter anderem eine Erhöhung des Herstellerrabattes von 7% brutto auf 12% brutto (gültig ab 1.1.2023). Dies betraf innerhalb des Produktportfolios der ITF Pharma GmbH das Präparat Cariban. Seit dem 1.1.2024 wurde diese Erhöhung wieder auf 7% brutto abgesenkt - dies ist bereits in der Planung für 2024 abgebildet.

Sollte es in der Zukunft zu weiteren Änderungen der Gesetzesvorgaben kommen, hätte dies entsprechend Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft, die derzeit aber nicht quantifiziert werden können.

Wettbewerbsprodukte

Es besteht generell das Risiko, dass Wettbewerbsprodukte auf den Markt kommen und den Marktanteil der Gesellschaft negativ beeinflussen. In einem solchen Fall können sich negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft ergeben.

Für unser Hauptprodukt innerhalb der Frauenheilkunde wurden entsprechende Marketing- und Vertriebsmaßnahmen ergriffen, um dem Verlust weiterer Marktanteile an den seit Frühling 2022 aktiven Mitbewerber entgegenzuwirken.

Parallelimport-Arzneimittel

Pharmazeutische Unternehmer/ Hersteller vermarkten viele ihrer Arzneimittel sowohl in Deutschland als auch in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) bzw. des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR). Für jedes dieser Arzneimittel besitzen sie in dem jeweiligen Mitgliedstaat eine separate nationale Zulassung. Sofern ein drittes, von der Gesellschaft unabhängiges Unternehmen Arzneimittel in einem anderen EU- bzw. EWR-Mitgliedstaat erwirbt und nach Deutschland importiert, um diese Arzneimittel dort - parallel zu von der Gesellschaft angebotenen Arzneimitteln - ebenfalls in den Verkehr zu bringen, liegen Parallelimport-Arzneimittel vor. Sofern solche Parallelimport-Arzneimittel für Produkte der Gesellschaft auf den deutschen Markt kommen, kann das den Marktanteil des jeweiligen Produkts der Gesellschaft negativ beeinflussen, mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft.

Diesbezüglich hat die Gesellschaft davon Kenntnis, dass mehrere Unternehmen den Parallelimport von Cariban nach Deutschland tätigen. Dies birgt für die ITF Pharma GmbH weiterhin das Risiko, dass sich der geplante Marktanteil des deutschen Originalproduktes deutlich reduzieren wird. Dies wurde ebenfalls in der Planung für 2024 berücksichtigt, allerdings ist die Abschätzung der Auswirkung für die Gesellschaft nur schwer möglich, weshalb der diesbezügliche Effekt auf die Planung mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist.

Weiter besteht das Risiko, dass sich der Solitärstatus einiger von der Gesellschaft vertriebener Produkte in der Zukunft ändert, was entsprechend negative finanzielle Implikationen für die Gesellschaft nachziehen könnte.

Ausschreibungen

Für bestimmte Produkte wird das Absatzvolumen von Ausschreibungen der Krankenkassenbeeinflusst. Sofern die Gesellschaft an solchen Ausschreibungen nicht teilnimmt, oder diese Ausschreibungen verliert, besteht das Risiko, dass geplante Umsatzerlöse nicht erreicht werden, was entsprechend negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft hätte.

d. Finanzierungsrisiko

Die Gesellschaft erwirtschaftet bis dato noch keinen positiven Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit und ist daher derzeit noch auf die Finanzierung durch die Muttergesellschaft in Form von Eigen- und Fremdkapital angewiesen. Ohne die Unterstützung durch die Muttergesellschaft könnte die Gesellschaft auf Grund der weiter notwendigen hohen Anlaufinvestitionen vor allem im Bereich Vertrieb und Marketing, die Geschäfte nicht aus eigener Kraft führen.

Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung lag eine Patronatserklärung der Muttergesellschaft vom 5. März 2024 vor. Darin verpflichtet sich die Muttergesellschaft die ITF Pharma GmbH mindestens bis zum 30. Juni 2025 mit ausreichend Liquidität auszustatten, sodass alle fälligen Verbindlichkeiten bedient werden können.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass auch über diesen Tag hinaus, die Liquidität bereitgestellt wird, um den deutschen Markt planmäßig weiter auszubauen.

e. IT- und Cybersicherheitsrisiken

Die Gesellschaft sieht im Bereich der IT- und Cybersicherheit das Risiko von Datendiebstahl und deren ungewollte Veröffentlichung, was entsprechende Strafmaßnahmen der Aufsichtsbehörden nach sich ziehen kann. Ebenso sieht die Gesellschaft ein Risiko in System- oder Anwendungsausfällen etwa durch Ransomware Angriffe, die dazu führen können, dass wichtige Geschäftsprozesse (z.B. Produktmarketing, Bestell- und Lagerverwaltung sowie Rechnungsbearbeitung, Kundenservice und Finanzberichterstattung) nicht mehr adäquat funktionieren. Solche Geschäftsunterbrechungen können eine erhebliche negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben. Um diese Risiken zu mindern, führt die Gesellschaft proaktiv vorbeugende Systemwartungen durch, erarbeitet Service-Kontinuitäts-Pläne und stellt die Einhaltung maßgeblicher IT-Richtlinien sicher. Des Weiteren hat die Gesellschaft im Berichtsjahr regelmäßige Mitarbeiterschulungen zur Sensibilisierung im Umgang mit E-Mail und Internet im regelmäßigen Turnus durchgeführt. Des Weiteren wurde ein Versicherungsschutz gegen die genannten Risiken abgeschlossen, welcher zum Zeitpunkt der Berichtserstellung bereits bis Ende 2024 verlängert wurde.

f. Bestandsgefährdende Risiken

Wesentliche bestandsgefährdende Risiken bestehen zum jetzigen Zeitpunkt aus Sicht der Geschäftsführung nicht.

3. Chancenbericht

Die ITF Pharma GmbH sieht sich für die kommenden Geschäftsjahre in einer sehr guten Position auch weiterhin Umsatzsteigerungen zu erzielen und ihre Stellung im deutschen Pharmamarkt weiter auszubauen und zu festigen. Dies liegt zum einen in der Tatsache begründet, dass das Unternehmen Teil einer etablierten, global agierenden Unternehmensgruppe ist, welche ein breites, vielfältiges Produkt Portfolio innehat, wovon die deutsche Tochtergesellschaft im Augenblick noch sehr wenige Produkte auf dem deutschen Markt eingeführt hat. Besonders im Bereich der Frauenheilkunde und Neurologie hat das Unternehmen die Möglichkeit in den kommenden Jahren mindesten zwei bis drei Präparate zu launchen. Darüber hinaus könnten Neuprodukte auch in anderen Indikationen auf den Markt gebracht werden.

Bei Produkten, deren Absatz wesentlich von Ausschreibungen der Krankenkassen beeinflusst wird, besteht für die Gesellschaft die Chance auf Umsatzzuwächse, sofern die Gesellschaft weiterhin erfolgreich an solchen Ausschreibungen teilnimmt.

Unser finanzstarker Mutterkonzern gewährleistet, dass der Markteintritt und Marktausbau in Deutschland unabhängig von Fremdkapital Dritter erfolgen kann.

 

München, den 10. Juni 2024

gez. Francesco de Santis

gez. Carlos Barallobre Gordon

gez. Francois-Xavier Tarride

gez. Eugen Keilmann

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 479.386,00 345.525,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 295.700,00 189.348,00
II. Sachanlagen 183.686,00 156.177,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 183.686,00 156.177,00
B. Umlaufvermögen 9.596.501,93 6.508.953,16
I. Vorräte 4.963.269,47 4.009.951,79
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.296.357,14 1.050.379,26
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.225.894,00
2. sonstige Vermögensgegenstände 1.070.463,14 1.050.379,26
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 115.090,36 63.500,40
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.336.875,32 1.448.622,11
C. Rechnungsabgrenzungsposten 150.972,47 174.947,27
D. Aktive latente Steuern 0,00
Aktiva 10.226.860,40 7.029.425,43

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 5.279.078,09 2.079.421,45
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 32.000.000,00 21.000.000,00
III. Verlustvortrag 18.945.578,55 13.303.915,44
IV. Jahresfehlbetrag 7.800.343,36 5.641.663,11
B. Rückstellungen 3.985.735,00 2.293.664,64
C. Verbindlichkeiten 962.047,31 2.656.339,34
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.438,96
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 6.438,96
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,00 1.022.562,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 1.022.562,00
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 58.598,41 999.563,84
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 58.598,41 999.563,84
4. sonstige Verbindlichkeiten 897.009,94 634.213,50
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 897.009,94 634.213,50
Passiva 10.226.860,40 7.029.425,43

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 7.958.845,26 8.013.086,08
2. Personalaufwand 8.975.840,39 7.070.859,77
a) Löhne und Gehälter 7.753.591,08 6.016.962,82
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.222.249,31 1.053.896,95
davon für Altersversorgung 19.371,04 16.819,24
3. Abschreibungen 126.739,25 93.587,55
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 126.739,25 93.587,55
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 6.609.171,79 6.469.813,70
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 289,96
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 27.451,70 20.337,85
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 20.275,45
davon Erträge aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 0,00
8. Ergebnis nach Steuern -7.800.343,36 -5.641.512,79
9. sonstige Steuern 150,32
10. Jahresfehlbetrag 7.800.343,36 5.641.663,11

Anhang

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die ITF PHARMA GmbH (im Folgenden auch kurz "Gesellschaft") hat ihren Sitz in München und ist beim Amtsgericht München im Handelsregister unter der Registernummer HRB 243415 eingetragen.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf. Sie wendet jedoch freiwillig die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften gemäß § 267 Abs. 3 HGB hinsichtlich der Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung an.

Der vorliegende Jahresabschluss der Gesellschaft wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorschriften des GmbHG und des Gesellschaftsvertrages aufgestellt.

Die in §§ 266 Abs. 1, 274a, 276 und 288 Abs. 1 HGB für die Aufstellung des Jahresabschlusses einer kleinen Kapitalgesellschaft kodifizierten größenabhängigen Erleichterungen wurden teilweise in Anspruch genommen.

Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt.

2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Bilanzierung

Der Jahresabschluss wird unter Beachtung der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches erstellt. Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewendeten Ansatz- und Bewertungsmethoden werden stetig angewendet.

2.2 Bewertung

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände mit einem Nettowert von über € 800 wurden zu Anschaffungskosten aktiviert und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben bzw. im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag bewertet.

Die Sachanlagen wurden zu Anschaffungskosten aktiviert und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (zwischen 3 und 14 Jahren) linear abgeschrieben bzw. im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag bewertet. Bei den Anschaffungskosten werden Anschaffungsnebenkosten und Anschaffungskostenminderungen berücksichtigt.

Zugänge zum Anlagevermögen werden pro rata temporis abgeschrieben.

Die im Geschäftsjahr angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert in Höhe von netto € 250,00 wurden sofort aufwandswirksam verrechnet.

Zugegangene abnutzbare bewegliche Vermögensgegenstände sowie bestimmte erworbene immaterielle Vermögensgegenstände (Trivialprogramme) des Anlagevermögens mit einem Anschaffungswert ab netto € 250 von bis zu netto € 800, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind, werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgte nach handelsrechtlichen Vorschriften zu (gegebenenfalls um Abschreibung verminderte) Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, soweit nicht ein niedrigerer Wert anzusetzen war.

Danach werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zu letzten Einstandspreisen angesetzt. Entsprechendes gilt für Handelswaren. Den im Einzelnen erkennbaren bzw. üblicherweise mit der Führung derartiger Bestände verbundenen Risiken wird durch die Bildung von Abschlägen, die mit der gebotenen kaufmännischen Vorsicht ermittelt wurden, Rechnung getragen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden erkennbare Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.

Die flüssigen Mittel werden mit dem Nennwert angesetzt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen auf der Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Abschlussstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze werden die den Restlaufzeiten der Rückstellungen entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet, wie sie von der Deutschen Bundebank monatlich bekannt gegeben werden.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

3. Angaben zur Bilanz

3.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung der in der Bilanz erfassten Anlagegegenstände ist in einer Anlage zum Anhang dargestellt (Anlagenspiegel). Dort werden auch die Abschreibungen des Geschäftsjahres vermerkt.

3.2 Umlaufvermögen

Der Betrag der Forderungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt T€ 115 (Vorjahr: T€ 64).

3.3 Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge

Die Gesellschaft hat aufgrund der Verabschiedung des MinStG zum 31. Dezember 2023 erstmalig das Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 HGB ausgeübt und aktive latente Steuern auf ihre gesamten steuerlichen Verlustvorträge gebildet. Diese Abweichung von der bisherigen angewandten Ansatzmethode (keine Ausübung des Ansatzwahlrechts) nach § 246 Abs. 3 HGB i.V.m § 252 Abs. 2 HGB ist nach Ansicht der Gesellschaft zulässig, da ein begründeter Ausnahmefall in Form der der Änderung der rechtlichen Gegebenheiten sowie aufgrund der Verfolgung steuerlicher Ziele vorliegt. Da die Werthaltig dieser aktiven latenten Steuern zum Abschlussstichtag aufgrund der Verlusthistorie der Gesellschaft mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist, hat die Gesellschaft am Abschlussstichtag eine Wertberichtigung auf die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 100 % gebildet.

3.4 Eigenkapital

Das voll eingezahlte gezeichnete Kapital in Höhe von € 25.000 entspricht der Satzung und der Eintragung in das Handelsregister.

Die Bilanz wurde ohne Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

3.5 Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Rückstellungen für nachlaufende Rechnungen in Höhe von T€ 2.883 (Vorjahr: T€ 1.426), Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von T€ 922, (Vorjahr: T€ 427), Rückstellungen für Rabatte in Höhe von T€ 99 (Vorjahr: T€ 372), Rückstellungen für Kosten Betriebsprüfung in Höhe von T€ 25 (Vorjahr: T€ 0), Rückstellungen für Jahresabschluss und Prüfung in Höhe von T€ 31 (Vorjahr: T€ 43) sowie Rückstellungen für Archivierung in Höhe von T€ 25 (Vorjahr: T€ 25).

3.6 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten zum Restlaufzeit durch Grund-
31.12.2023 Gesamtbetrag
T€
bis zu 1 Jahr
T€
über 1 Jahr weniger als 5 Jahre
T€
über 5 Jahre
T€
pfandrechte gesichert
T€
gegenüber verbundenen Unternehmen 70 70 0 0 0
Restliche Verbindlichkeiten 904 904 0 0 0
davon aus Lieferungen und Leistungen 705 705 0 0 0
31.12.2023 974 974 0 0 0
31.12.2022 2.656 2.656

3.7 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen, nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte finanzielle Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, in Höhe von T€ 1.574.

4. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Allgemeine Angaben

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt.

4.2 Zinsaufwendungen

In den Zinsaufwendungen sind Zinsen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 27 (Vorjahr: T€ 15) enthalten, davon entfallen auf Gesellschafter T€ 27 (Vorjahr: T€ 15).

5. Sonstige Angaben

5.1 Durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 89 (Vorjahr: 78).

5.2 Gesetzliche Vertreter

Zu Geschäftsführern der Gesellschaft sind die folgenden Personen bestellt:

Mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen:

• Gordon, Carlos Barallobre, Madrid / Spanien, Hauptberuflich Chief Excutive Officer der Italfarmaco Gruppe

• de Santis, Francesco Diaverico Maria, Mailand / Italien, Hauptberuflich Mitglied des Vorstands der Effik S.A.

Einzelvertretungsberechtigt; mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen:

• Francois-Xavier Tarride, Pharmazeut (seit 18. August 2023)

• Trendelenburg, Oliver, Berlin, Hauptberuflich Geschäftsführer der ITF PHARMA GmbH (bis 31. Januar 2024)

Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird nach § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

5.3 Konzernzugehörigkeit

Die ITF PHARMA GmbH wird in den Konzernabschluss der Italfarmaco SpA, Mailand, Italien einbezogen.

Die Italfarmaco SpA, Mailand, Italien stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und auch für den größten Konzernkreis auf.

5.4 Nachtragsbericht

Die Alleingesellschafterin hat sich in einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 24. April 2024 verpflichtet, vorbehaltlich der Anforderung durch die Geschäftsführung, eine weitere Zuzahlung in Höhe von € 2.000.000,00 in die Kapitalrücklage der Gesellschaft zu leisten. Die Anforderung durch die Geschäftsführung erfolgte im Mai 2024 voller Höhe der zugesagten Zuzahlung.

Weitere wesentliche berichtspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor.

5.5 Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende Ergebnisverwendung vor:

Vortrag des Jahresergebnisses in Höhe von € -7.800.343,36 zusammen mit dem bestehenden Verlustvortrag in Höhe von € -18.945.578,55 als Verlustvortrag in Höhe von € -26.745.921,91 auf neue Rechnung.

 

München, den 10. Juni 2024

gez. Francesco de Santis

gez. Carlos Barallobre Gordon

gez. Francois-Xavier Tarride

gez. Eugen Keilmann

Anlagespiegel

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 216.150,50 144.491,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 216.150,50 144.491,00
Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 405.396,79 116.109,25
Summe Sachanlagen 405.396,79 116.109,25
Summe Anlagevermögen 621.547,29 260.600,25
Umbuchungen
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2023
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 360.641,50
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 360.641,50
Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 521.506,04
Summe Sachanlagen 521.506,04
Summe Anlagevermögen 882.147,54
kumulierte Abschreibung 01.01.2023
Abschreibung Geschäftsjahr
Abgänge
Umbuchungen
kumulierte Abschreibung 31.12.2023
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 26.802,50 38.139,00 64.941,50
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 26.802,50 38.139,00 64.941,50
Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 249.219,79 88.600,25 337.820,04
Summe Sachanlagen 249.219,79 88.600,25 337.820,04
Summe Anlagevermögen 276.022,29 126.739,25 402.761,54
Zuschreibung Geschäftsjahr
Buchwert Geschäftsjahr 31.12.2023
Buchwert Vorjahr 31.12.2022
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 295.700,00 189.348,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 295.700,00 189.348,00
Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 183.686,00 156.177,00
Summe Sachanlagen 183.686,00 156.177,00
Summe Anlagevermögen 479.386,00 345.525,00

sonstige Berichtsbestandteile

Niederschrift über den Beschluss der Gesellschafter der ITF PHARMA GmbH (Amtsgericht München, HRB 243415)

[...]

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von € 7.800.343,36 wird mit dem bestehenden Verlustvortrag in Höhe von € 18.945.578,55 zusammengefasst als Verlustvortrag in Höhe von € 26.745.921,91 auf neue Rechnung vorgetragen.

[...]

 

München, 23. Juli 2024

Italfarmaco, S.A.

gez. Javier Presedo Huete

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 23.07.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Bei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde folgender Bestätigungsvermerkt erteilt:

EINGESCHRÄNKTER BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN AB-SCHLUSSPRÜFERS

An die ITF Pharma GmbH, München

Eingeschränktes Prüfungsurteil zum Jahresabschluss und Prüfungsurteil zum Lagebericht

Wir haben den Jahresabschluss der ITF Pharma GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ITF Pharma GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse:

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss mit Ausnahme der Auswirkungen des im Abschnitt "Grundlage für das eingeschränkte Prüfungsurteil zum Jahresabschluss und für das Prüfungsurteil zum Lagebericht" beschriebenen Sachverhalts in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der Jahresabschluss vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit einem den deutschen gesetzlichen Vorschriften entsprechenden Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung mit Ausnahme der genannten Einschränkung des Prüfungsurteils zum Jahresabschluss zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für das eingeschränkte Prüfungsurteil zum Jahresabschluss und für das Prüfungsurteil zum Lagebericht

Entgegen § 285 Nr. 9 Buchst. a) HGB wurden im Anhang die Gesamtbezüge der Geschäftsführer nicht angegeben.

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser eingeschränktes Prüfungsurteil zum Jahresabschluss und unser Prüfungsurteil zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 19. Juni 2024

Baker Tilly GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
(Düsseldorf)

gez. Nitsche, Wirtschaftsprüfer

gez. Weissinger, Wirtschaftsprüfer

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