Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 590376
Eingetragen
14.2.1990
Branche
BeteiligungsgesellschaftenHerstellung von Arbeits- und BerufsbekleidungHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Gegenstand
Gegenstand von Amts wegen berichtigt in: Herstellung und Vertrieb von Freizeitkleidung und von Bekleidungsstücken aller Art sowie Herstellung und Vertrieb von Modeartikeln wie Parfums, Lederartikel und Accessiores. Das Halten von Beteiligungen an anderen Unternehmen und Überlassung von gewerblichen Schutzrechten gegen Entgelt. Die Gesellschaft darf im In- und Ausland andere Unternehmen erwerben, sich an anderen Unternehmen beteiligen und Tochtergesellschaften gründen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Signe Oepen
seit 20.1.2026
Prokura
Rebecca Kazav
seit 20.1.2026
Prokura
Andreas Baur
seit 13.3.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

MUSTANG Holding GmbH
Germany
1.100.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

MUSTANG GmbH

Schwäbisch Hall

Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2022
EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Schutzrechte und entgeltlich erworbene Software 43.505,00 55
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 64.004,00 57
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 197.176,00 218
261.180,00 275
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 16.541.885,93 16.542
16.846.570,93 16.872
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.953.482,85 740
2. Sonstige Vermögensgegenstände 20.925,51 1.834
2.974.408,36 2.574
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 880.912,56 1.137
3.855.320,92 3.711
C. Rechnungsabgrenzungsposten 280.666,10 217
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 41.573.492,94 38.267
62.556.050,89 59.067

Passiva

31.12.2022
EUR EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.100.000,00 1.100
II. Kapitalrücklage 6.200.000,00 6.200
III. Verlustvortrag -45.566.781,06 -47.162
IV. Jahresfehlbetrag/-überschuss -3.306.711,88 1.595
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 41.573.492,94 38.267
0,00 0
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.859.870,00 1.810
2. Sonstige Rückstellungen 1.331.486,00 961
3.191.356,00 2.771
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 329.210,38 464
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 43.522.863,48 41.132
3. Sonstige Verbindlichkeiten 15.512.621,03 14.700
59.364.694,89 56.296
62.556.050,89 59.067

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2022
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 14.160.000,00 9.000
2. Sonstige betriebliche Erträge 91.449,92 99
14.251.449,92 9.099
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 7.390.972,11 6.566
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 1.275.782,50 1.051
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 121.554,91 132
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.512.424,70 4.666
14.300.734,22 12.416
6. Erträge aus Beteiligungen 3.743.209,89 2.903
7. Erträge aus Gewinnabführungen 0,00 3.970
8. Aufwendungen aus Verlustübernahme 4.919.179,20 0
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.075.360,27 1.985
-3.251.329,58 4.888
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1,00 -28
11. Ergebnis nach Steuern -3.300.612,88 1.599
12. Sonstige Steuern 6.099,00 4
13. Jahresfehlbetrag/-überschuss -3.306.711,88 1.595

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

A. Allgemeine Erläuterungen

Die Gesellschaft ist unter der Firma MUSTANG GmbH mit Sitz in Schwäbisch Hall im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter der Nummer HRB 590376 eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss ist nach den Vorschriften gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt worden.

Nach der Größenklasseneinteilung des § 267 HGB gehört unsere Gesellschaft zu den mittelgroßen Kapitalgesellschaften.

Dementsprechend wurden für die Gliederung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung die Vorschriften der § 266 HGB und § 275 HGB zugrunde gelegt. Dabei ist die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt worden. Ergänzend ist der vorliegende Anhang gemäß § 284 ff. HGB erstellt worden. Hierbei wurde von den Erleichterungsvorschriften für mittelgroße Gesellschaften gemäß § 288 HGB Gebrauch gemacht.

Der besseren Übersichtlichkeit wegen sind sämtliche gesetzlich vorgeschriebenen Vermerke zu Posten der Bilanz bzw. der Gewinn- und Verlustrechnung im Anhang dargestellt. Leervermerke werden hierbei nicht genannt.

Die Gesellschaft ist bilanziell überschuldet. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag zum 31. Dezember 2023 beträgt 41,6 Mio. EUR. Von Seiten der Gesellschafterin, deren Gesellschaftern sowie den früheren Gesellschaftern bestehen zur Abdeckung der bilanziellen Überschuldung Rangrücktrittsvereinbarungen für Darlehen (einschließlich aufgelaufener Zinsen) in Höhe von 46,5 Mio. EUR.

Wir sind bei Aufstellung des Jahresabschlusses von der Unternehmensfortführung ausgegangen. Bezüglich Bestandsrisiken verweisen wir auf den Lagebericht unter D.3. "Bestandsgefährdende Risiken".

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen nachfolgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Der Abschreibung liegt in der Regel eine Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren zugrunde. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung. Die Abschreibungen auf Zugänge werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer beträgt bei Bauten auf fremden Grundstücken, je nach Mietdauer, zwischen 5 und 10 Jahre und bei Anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 10 Jahre. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen bei einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung. Die Abschreibungen auf Zugänge werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Für Geringwertige Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wurde der jährlich steuerlich zu bildende Sammelposten aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen. Von den jährlichen Sammelposten, deren Höhe insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist, werden entsprechend den steuerlichen Vorschriften pauschalierend jeweils 20 Prozent p.a. im Jahr, für dessen Zugänge er gebildet wurde, und den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten bei voraussichtlich dauernder Wertminderung angesetzt.

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert unter Berücksichtigung von Abschlägen für alle erkennbaren Einzelrisiken angesetzt.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind mit dem Nennwert bilanziert.

Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit diese einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das Eigenkapital wird mit dem Nennwert angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung von HEUBECK-Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck - Lizenz Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln, ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt und dafür der von der Deutschen Bundesbank ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre mit 1,83 % angesetzt. Gehalts- und Rentensteigerungen wurden, soweit keine vertraglichen Regelungen bestehen, nicht berücksichtigt, da von einer Erhöhung nicht auszugehen ist.

Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag von TEUR 17. Dieser Unterschiedsbetrag ist für Ausschüttungen gesperrt.

Bei der Dotierung der Sonstigen Rückstellungen ist allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in ausreichendem Umfang Rechnung getragen worden. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen und für Zuwendungen zu Arbeitnehmer-Dienstjubiläen wurden nach der Barwertmethode unter Verwendung von HEUBECK-Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck - Lizenz Heubeck-Richttafeln- GmbH, Köln, ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,75 % gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung angesetzt. Gehaltssteigerungen wurden für die Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen in Höhe von 3,3 % und für Zuwendungen zu Arbeitnehmer-Dienstjubiläen in Höhe von 2,0 % berücksichtigt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Der Wertansatz der Eventualverbindlichkeiten entspricht dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsvolumen.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 S. 1 HGB) beachtet.

C. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage A zu diesem Anhang dargestellt.

Der Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2023 ist in der Anlage B zu diesem Anhang dargestellt.

Die Sonstigen Rückstellungen bestehen im Wesentlichen für Sondervergütungen (TEUR 565; Vorjahr: TEUR 200), Freistellungen und Abfindungen (TEUR 32; Vorjahr: TEUR 25), ausstehende Kostenrechnungen (TEUR 120; Vorjahr: TEUR 100) sowie sonstige arbeits- und sozialrechtliche Verpflichtungen (TEUR 385; Vorjahr: TEUR 366).

Die Verbindlichkeiten gegliedert nach Restlaufzeiten sind nachfolgend dargestellt:

31.12.2023
Gesamt Restlaufzeit
bis1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahr
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 329 329 0 0
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 43.523 13.499 30.024 0
(davon gegenüber der Gesellschafterin) (31.124) (1.100) (30.024) (0)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 15.513 106 15.407 0
(davon aus Steuern (103) (103) (0) (0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (0) (0) (0) (0)
31.12.2022
Gesamt Restlaufzeit
bis1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahr
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 464 464 0 0
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 41.132 18.632 22.500 0
(davon gegenüber der Gesellschafterin) (31.888) (9.388) (22.500) (0)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 14.700 310 14.471 0
(davon aus Steuern (310) (310) (0) (0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (72) (72) (0) (0)

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen TEUR 31.124 aus Darlehen (einschließlich noch nicht fälliger Zinsen) gegenüber der Gesellschafterin (Vorjahr: TEUR 31.888). Bei den übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um Verbindlichkeiten aus dem laufenden Liefer- und Verrechnungsverkehr.

Die unter den Sonstigen Verbindlichkeiten mit TEUR 1.340 ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Altgesellschaftern der MUSTANG GmbH werden mit 0,25 % verzinst. Weiterhin sind Darlehen der Gesellschafter der MUSTANG Holding GmbH mit TEUR 14.067 enthalten.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Als Umsatzerlöse werden die Kostenumlagen innerhalb der Mustang-Gruppenunternehmen ausgewiesen.

Von den Sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersvorsorge entfallen TEUR 111 (Vorjahr: TEUR 47) auf die Altersversorgung.

Die Beteiligungserträge und die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens betreffen verbundene Unternehmen.

Von den Zinsaufwendungen betreffen TEUR 671 (Vorjahr: TEUR 798) verbundene Unternehmen. In den Zinsaufwendungen sind TEUR 36 (Vorjahr: TEUR 36) für die Aufzinsung von Rückstellungen enthalten.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag im Vorjahr (TEUR 28) betreffen ausländische Quellensteuer und ausländische Körperschaftsteuern. Im laufenden Geschäftsjahr aufgrund der Ergebnisentwicklung TEUR 0.

E. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestanden Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften und Akkreditivverpflichtungen sowie aus Gewährleistungsverträgen.

Zum einen besteht eine Bürgschaft für KfW-Förderkredite in Höhe von TEUR 14.000, welche von der Muttergesellschaft MUSTANG Holding GmbH, Schwäbisch Hall, in Anspruch genommen wurde. Die über Darlehen an uns weitergereichten Kredite valutieren zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 2.750.

Weiterhin besteht eine gesamtschuldnerische Mithaftung für Avalkredite, die anderen inländischen Mustang-Gesellschaften gewährt wurden. Zum Bilanzstichtag waren von anderen Mustang-Gesellschaften Avalkredite in Höhe von TEUR 1.529 in Anspruch genommen. Ferner besteht eine gesamtschuldnerische Mithaftung für Akkreditivkredite, die der MUSTANG Jeans GmbH, Schwäbisch Hall, gewährt wurden. Die Inanspruchnahme zum Bilanzstichtag durch diese Gesellschaft beträgt TEUR 7.559.

Das Risiko einer Inanspruchnahme für die genannten Haftungsverhältnisse beurteilen wir aufgrund der bestehenden positiven Fortführungsprognose als moderat.

Mit der MUSTANG Store GmbH, Schwäbisch Hall, und der MUSTANG Jeans GmbH, Schwäbisch Hall, bestehen Ergebnisabführungsverträge. Die Verträge verlängern sich jeweils um ein Jahr, wenn sie nicht innerhalb von 6 Monaten vor Ablauf gekündigt werden. Die Tochtergesellschaften haben jeweils den gesamten Jahresüberschuss, der ohne Gewinnabführung auszuweisen wäre, an die MUSTANG GmbH abzuführen. Umgekehrt ist die MUSTANG GmbH verpflichtet, den bei den Tochtergesellschaften entstehenden Verlust in vollem Umfang auszugleichen.

Es bestehen finanzielle Verpflichtungen aus

fällig in 2024 fällig in 2025-2028 fällig ab 2029 Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
langfristige Mietverträge 573 2.213 553 3.339
Leasingverträge 520 295 0 815
1.094 2.507 553 4.154

Daneben besteht ein Logistikvertrag mit dem bestehenden Logistikdienstleister Meyer & Meyer mit einer Laufzeit bis 31. August 2024 und einer Verpflichtung von z.Zt. rund 4,5 Mio. EUR p.a. sowie mit einem neuen Logistikpartner Arvato ab Februar 2024 mit einer Laufzeit bis 1. Februar 2032 und einer voraussichtlichen Verpflichtung von 4,9 Mio. EUR p.a. Die Abrechnungen aus den Verträgen erfolgen direkt mit unseren jeweiligen Tochtergesellschaften.

Im Jahresdurchschnitt 2023 wurden 100 Mitarbeiter und 14 Auszubildende beschäftigt.

Geschäftsführer der MUSTANG GmbH ist

 

Herr Andreas Baur, CEO, Heidelberg

Die Angaben gemäß § 285 Nr. 9 Buchstabe a und b HGB unterbleiben unter Inanspruchnahme von § 286 Abs. 4 HGB.

Die Gesellschaft ist persönlich haftende Gesellschafterin der MUSTANG Bekleidungswerke GmbH + Co. KG, Schwäbisch Hall.

Oberstes Mutterunternehmen, das einen Konzernabschluss für den größten Kreis für Unternehmen erstellt, ist die MUSTANG Holding GmbH, Schwäbisch Hall. Unsere Gesellschaft wird in diesen Konzernabschluss sowie in den Konzernabschluss der MUS- TANG GmbH, Schwäbisch Hall, (Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der Unternehmen) einbezogen. Die Konzernabschlüsse sind zur Offenlegung im Unternehmensregister vorgesehen.

Nachtragsbericht

Im Frühjahr 2024 verlegt Mustang das Zentrallager vom aktuellen Standort in Wittenberge nach Dorsten in Nordrhein-Westfalen. Der neue Dienstleister ist Arvato, eine Tochtergesellschaft des renommierten Bertelsmann Konzerns. Diese strategische Entscheidung wurde nach sorgfältiger Prüfung getroffen und wird dazu beitragen, die Logistik von Mustang zukunftsfähig zu machen und auf ein neues Leistungsniveau zu heben.

Des Weiteren sind nach Abschluss des Geschäftsjahres keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die eine nennenswerte Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Es wird vorgeschlagen, den Jahresfehlbetrag zusammen mit dem Verlustvortrag auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Schwäbisch Hall, den 15. März 2024

gez. Andreas Baur, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge 31.12.2023
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Schutzrechte und entgeltlich erworbene Software 7.149.304,33 16.940,68 7.166.245,01
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 81.740,95 16.288,32 98.029,27
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.905.203,00 62.763,91 3.967.966,91
3.986.943,95 79.052,23 4.065.996,18
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 18.691.385,65 0,00 18.691.385,65
29.827.633,93 95.992,91 29.923.626,84
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
01.01.2023 Zugänge 31.12.2023 31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Schutzrechte und entgeltlich erworbene Software 7.093.899,33 28.840,68 7.122.740,01 43.505,00 55
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 25.221,95 8.803,32 34.025,27 64.004,00 57
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.686.880,00 83.910,91 3.770.790,91 197.176,00 218
3.712.101,95 92.714,23 3.804.816,18 261.180,00 275
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.149.499,72 0,00 2.149.499,72 16.541.885,93 16.542
12.955.501,00 121.554,91 13.077.055,91 16.846.570,93 16.872

Anteilsbesitz der MUSTANG GmbH, Schwäbisch Hall, zum 31. Dezember 2023

(LW = Landeswährung)

- ohne Beteiligungen i.S. von § 286 Abs.3 Nr.1 HGB -

Anteil am Kapital 31.12.2023 Eigenkapital 31.12.2023 Ergebnis 2023 Währung
% TLW TLW
MUSTANG Jeans GmbH, Schwäbisch Hall 100,0 10.500 0 1) Euro
MUSTANG Store GmbH, Schwäbisch Hall 100,0 6.385 0 1) Euro
MUSTANG Fashionservices Schwäbisch Hall 100,0 2.805 12 Euro
MUSTANG Bekleidungswerke Schwäbisch Hall 100,0 8.200 3.691 Euro
MUSTANG Verwaltungs-GmbH, Schwäbisch Hall 100,0 36 -1 Euro
MUSTANG Hungaria Kft., Budapest/Ungarn 100,0 42.259 16.743 Forint
MUSTANG Poland Sp.z.o.o., Warschau/Polen 100,0 1.632 1.042 Zloty
MUSTANG France Retail S.a.r.l., Schiltigheiml/Frankreich 100,0 2) 371 337 Euro
MUSTANG Store Hungaria Kft., Budapest/Ungarn 100,0 2) 309.818 241.739 Forint
MUSTANG Store Poland Sp.z.o.o, Warschau, Polen 100,0 2) -2.322 3.784 Zloty
000 MUSTANG RUS, Moscow/Russland 100,0 3) 144.471 152.540 Rubel

1) Ergebnisabführungsvertrag
2) Anteile werden mittelbar über die MUSTANG Store GmbH, Schwäbisch Hall, gehalten
3) davon werden 1 % der Anteile mittelbar über die MUSTANG Jeans GmbH, Schwäbisch Hall, gehalten

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

A. Grundlagen der Gesellschaft

Geschäftsmodell des Unternehmens

Mustang als älteste und eine der führenden Jeansmarken Europas verfügt über eine hohe Markenbekanntheit in Zentral- und Osteuropa und ist im mittleren Preissegment angesiedelt. Das Geschäftsmodell von Mustang basiert traditionell auf dem Jeansmarkt und dem entsprechenden Fachhandel, fachhandelsnahen Vertriebsformen sowie eigenständigen Absatzkanälen in Form von stationären Stores, Outlets und Online-Stores.

Oberstes Mutterunternehmen ist die MUSTANG Holding GmbH, Schwäbisch Hall. Die MUSTANG Holding GmbH ist alleinige Anteilseignerin der MUSTANG GmbH, Schwäbisch Hall. Die MUSTANG GmbH ihrerseits hält sämtliche Anteile der operativen Tochtergesellschaften MUSTANG Jeans GmbH und MUSTANG Store GmbH, beide Schwäbisch Hall, sowie der MUSTANG-Bekleidungswerke GmbH + Co. KG, Schwäbisch Hall, die ihrerseits Inhaber der Markenrechte ist. Die MUSTANG Holding GmbH, die MUSTANG GmbH und ihre Tochtergesellschaften bilden zusammen die Mustang-Unternehmensgruppe. Am Hauptsitz in Schwäbisch Hall befinden sich die zentralen Steuerungsfunktionen Vertrieb, Marketing, Produktmanagement/Design, Beschaffung, Logistik und Verwaltung der Mustang-Unternehmensgruppe. Serviceleistungen werden proportional mittels Kostenumlagen an die Gruppengesellschaften verrechnet. Zweigniederlassungen werden in Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien, Italien und Tschechien unterhalten.

Mit den Vertriebsgesellschaften MUSTANG Jeans GmbH und MUSTANG Store GmbH bestehen Ergebnisabführungsverträge zur MUSTANG GmbH.

Die Kernkompetenz von Mustang liegt in der Produktkategorie Jeans, ergänzt durch u.a. T-Shirts, Shirts, Sweater/Pullover und Outdoor-Jacken. Dabei setzt Mustang auf eine klare Markenstrategie, insbesondere durch ein authentisches, ehrliches, nahbares und verlässliches Auftreten der Marke gegenüber dem Kunden.

Neben dem klassischen Kaufgeschäft mit dem Fachhandel, sind verstärkt Konsignationsmodelle und der Online-Handel im Fokus.

In unserer Einzelhandelsorganisation betreiben wir zum Bilanzstichtag über selbständige Tochtergesellschaften bzw. ausländische Betriebsstätten weltweit 77 Filialen (Vorjahr: 80). Im Inland sind dies 29 (Vorjahr: 30) reguläre Stores, 18 (Vorjahr: 19) Outlets sowie 1 (Vorjahr: 1) Online-Store. Auf das Ausland entfallen 2 (Vorjahr: 4) reguläre Stores und 28 (Vorjahr: 27) Outlets sowie 1 (Vorjahr 1) Online-Store.

In den regulären Stores und den Online-Stores werden aktuelle Ware aus den Mustang-Kollektionen und die Mustang-Produkte unserer Lizenznehmer, wie z.B. Schuhe, Lederbekleidung und Accessoires vertrieben. Über unsere Outlets werden zusätzlich Sonderposten, Altwaren und 2. Wahl-Bestände verkauft.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Laut Statistischem Bundesamt betrug das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 rund 4,12 Billionen Euro und ist somit nominal kräftig gestiegen (Vorjahr 3,87 Billionen Euro). Dies liegt allerdings in der Inflation begründet, preisbereinigt ist die deutsche Wirtschaft im letzten Jahr in eine technische Rezession gerutscht, das reale Bruttoinlandsprodukt sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent. Nach der Corona-Krise und dem wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 erhoffte sich die deutsche Wirtschaft eine Regeneration in den Folgejahren. Durch den Krieg in der Ukraine, den steigenden Energiepreisen und der Rekordinflation fiel die ökonomische Regeneration im Jahr 2022 jedoch geringer aus, im Jahr 2023 kam es nun sogar zu einer technischen Rezession. 1 Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. 2

1 Veröffentlicht von Statista Research Department am 31.01.2024.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, nahmen die Konsumausgaben der privaten Haushalte preisbereinigt um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab und entfernten sich damit wieder vom Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (-1,5 Prozent). Dies dürfte vor allem auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein. 3 Diese haben sich in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2023 um 5,9 Prozent gegenüber 2022 erhöht. Die Inflationsrate für 2023 fiel damit jedoch geringer aus als im Jahr zuvor (Inflationsrate Vorjahr +6,9 Prozent). 4 Die hohe Inflation hat im vergangenen Jahr das Konsumverhalten in vielerlei Hinsicht beeinflusst. Während der Einzelhandelsumsatz insgesamt laut Statistischem Bundesamt nominal um 2,3 Prozent zulegte, hat er real 3,3 Prozent verloren. Für den Modebereich gilt dies allerdings nicht. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes verzeichneten die Umsätze im Einzelhandel mit Bekleidung im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2022 preisbereinigt mit plus 1,7 Prozent eine positive Entwicklung. 5 Die Erholung des stationären Modehandels setzt sich damit fort, während der Online-Modehandel auf ein Minusjahr zurückblickt. 6 Wie der E-Commerce-Verband bevh mitteilt, hat sich der Negativtrend aus dem Jahr 2022 fortgesetzt und die Umsätze auf Jahressicht sanken zweistellig (-13,3 Prozent). Mit rund 18,5 Mrd. Euro für Bekleidung und Schuhe lag der Warenbereich damit sogar unter dem Vor-Corona-Jahr 2019, als sich die Online-Modeausgaben auf 18,7 Mrd. Euro beliefen. 7

2. Geschäftsverlauf 2023

Der Geschäftsverlauf der Gesellschaft ist wesentlich durch die operativen Gesellschaften MUSTANG Jeans GmbH und MUSTANG Store GmbH geprägt.

2 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 019/24 vom 15. Januar 2024.
3 Statistisches Bundesamt - Pressemitteiluna Nr. 019/24 vom 15. Januar 2024.
4 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 020/24 vom 16. Januar 2024.
5 Textilwirtschaft vom 31. Januar 2024.
6 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung - Nr. 041 vom 31. Januar 2024.
7 Textilwirtschaft vom 25. Januar 2024.

Die Mustang-Unternehmensgruppe konnte im Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 116,3 Mio. EUR erzielen und lag damit 2% unter Vorjahr. Dennoch ist es gelungen den Wegfall von C&A als Vertriebspartner im Konsignationsbereich (ca. 7 Mio. EUR) gegenüber Vorjahr vollständig zu kompensieren. Die fehlenden rund 3 Mio. EUR zum Vorjahresumsatz (119,0 Mio. EUR) lassen sich auf negative Währungseffekte und fehlende Lizenzerträge zurückführen. Im Geschäftsbereich Wholesale mit 54,0 Mio. EUR beläuft sich der Umsatzrückgang auf 3,5 Mio. EUR zum Vorjahr (57,5 Mio. EUR). Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Retail mit 58,4 Mio. EUR (Vorjahr 56,4 Mio. EUR) setzen sich mit 7,7 Mio. EUR bei Stores (Vorjahr 9,4 Mio. EUR), 46,3 Mio. EUR bei Outlets (Vorjahr 43,4 Mio. EUR) und 4,3 Mio. EUR im eigenen Online-Store inkl. Plattformgeschäft (Vorjahr 3,6 Mio. EUR), zusammen.

Um auf dem Erfolg der im letzten Jahr neu etablierten Marken- und Kommunikationsstrategie aufzubauen und um das Markenbewusstsein der Verbraucher und die Reichweite zu stärken wurden im Geschäftsjahr 2023 zwei große Marketing- Kampagnen durchgeführt. Die Frühjahrskampagne im März und April 2023 unter dem Motto "True fits True characters" und die diesjährige Herbstkampagne "True Freedom on the Road". Der Fokus liegt auf digitalen sozialen Medien (Youtube, Instagram, Facebook und TikTok) sowie Out-Of-Home-Formaten. Die Herbstkampagne wurde erstmals auch im internationalen Raum kommuniziert.

Das Geschäftsjahr 2023 war für den deutschen Modemarkt geprägt von der Multikrise aus Preissteigerungen sowie Rezessions-, Kriegs- und Klimasorgen der Konsumentinnen und Konsumenten. 8 Dennoch verlief das Geschäftsjahr für Mustang bis Juli trotz politischen und wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen zufriedenstellend und die Umsatzentwicklung war auf / über Plan. Die teils sehr hohen Temperaturen und schwüle Wetterlage im August und September und die sich weiterhin verschlechternde Konsumstimmung ließen die Umsätze im stationären Modehandel im dritten und vierten Quartal stark zurückgehen. Mit dem dritten Rückgang des GfK-Konsumklima-Index in Folge (November 2023: -28,1%-Punkte), musste die Modebranche alle Hoffnungen auf eine Erholung der Konsumstimmung begraben. Mustang hatte sich für das Geschäftsjahr 2023 mehr erhofft, dennoch blickt die Geschäftsführung unter den aktuellen Marktgegebenheiten auf eine zufriedenstellende Umsatzentwicklung von Mustang zurück und geht mit Zuversicht ins neue Geschäftsjahr.

8 Textilwirtschaft vom 26. Januar 2024.

3. Finanzielle Leistungsindikatoren

Für die MUSTANG GmbH sind aufgrund der Geschäftstätigkeit die Umsatzerlöse ein bedeutsamer finanzieller Leistungsindikator. Zudem werden die Erträge aus Beteiligungen und Gewinnabführungen betrachtet, da diese die Ergebnislage der MUSTANG GmbH wesentlich beeinflussen.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

4. Ertragslage

Aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen zu den deutschen operativen Gesellschaften und der Ergebnisübernahme der MUSTANG-Bekleidungswerke GmbH + Co. KG ist die Ertragslage der Gesellschaft wesentlich durch die Ergebnislage dieser Gesellschaften beeinflusst.

Die Umsatzerlöse der MUSTANG GmbH in Höhe von 14,2 Mio. EUR bewegen sich aufgrund einer Anpassung der Berechnung von Konzernumlagen über Vorjahresniveau (Vorjahr 9,0 Mio. EUR). Die Umsatzerlöse liegen über der Planung der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2023.

Der Anstieg der Personalaufwendungen um 13,8% auf 8,7 Mio. EUR (Vorjahr 7,6 Mio. EUR) ist auf gesetzliche Erhöhungen (Tariferhöhung und Erhöhung Sozialversicherungsbeiträge), unbesetzte Managementpositionen im Vorjahr und Anpassungen der Gehaltsstrukturen im Headquarter zurückzuführen.

Die Steigerung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 18,1% auf 5,5 Mio. EUR (Vorjahr 4,7 Mio. EUR) betrifft im Wesentlichen Projektkosten aufgrund des anstehenden Umzugs des Zentrallagers im Frühjahr 2024. Die Digitalisierung im Bereich IT (Umstellung auf cloudbasierte Lösungen und Services) sowie ein Sondereffekt im Bereich Marketing, in Verbindung mit einer weiteren Marketing-Kampagne, haben sich ebenfalls belastend ausgewirkt.

Die Erträge aus Beteiligungen mit der MUSTANG-Bekleidungswerke GmbH + Co. KG haben sich gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Mio. EUR auf 3,7 Mio. EUR erhöht (Vorjahr 2,9 Mio. EUR). Das Ergebnis ist durch marktbedingt rückläufige Lizenzumsätze (Schuhlizenz -1,2 Mio. EUR) negativ und durch die Anpassung der Umlagen Berechnung (+1,7 Mio. EUR) positiv beeinflusst.

Die Umsatz- und Ertragsentwicklung bei den operativen Gesellschaften MUS- TANG Jeans GmbH und MUSTANG Store GmbH sowie die Anpassung der Umlagen Berechnungen (-6,8 Mio. EUR) führen zu einem Aufwand aus Verlustübernahme in Höhe von -4,9 Mio. EUR und bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von -8,9 Mio. EUR (Vorjahr 4,0 Mio. EUR). Die Verlustübernahme setzt sich aus dem Ergebnis der MUSTANG Jeans GmbH von -0,9 Mio. EUR (Vorjahr 3,5 Mio. EUR) und der MUSTANG Store GmbH von -4,0 Mio. EUR (Vorjahr 0,5 Mio. EUR) zusammen.

Die MUSTANG GmbH erzielt einen Jahresfehlbetrag von 3,3 Mio. EUR nach einem Jahresüberschuss im Vorjahr (1,6 Mio. EUR).

5. Vermögenslage

Die Bilanzsumme liegt bei 62,6 Mio. EUR und somit 3,5 Mio. EUR (+5,9%) über dem Vorjahreswert (Vorjahr 59,1 Mio. EUR).

Auf der Aktivseite werden als wesentlichste Posten die Anteile an verbundenen Unternehmen mit 16,5 Mio. EUR und der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag mit 41,6 Mio. EUR (Vorjahr 38,3 Mio. EUR) ausgewiesen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind mit 3,0 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahreswert (0,7 Mio. EUR). Der Anstieg der Konzernumlage, im Wesentlichen an die MUSTANG Store GmbH, hat zu dieser Veränderung geführt. Die liquiden Mittel sind mit 0,9 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahr von 1,1 Mio. EUR.

Auf der Passivseite stehen diesen als wesentlichste Posten die Darlehen (einschließlich aufgelaufener Zinsen) der MUSTANG Holding GmbH mit 31,1 Mio. EUR (Vorjahr 31,9 Mio. EUR), Darlehen der Altgesellschafter der MUSTANG GmbH (einschließlich aufgelaufener Zinsen) mit unverändert 1,3 Mio. EUR und Darlehen der Gesellschafter der MUSTANG Holding GmbH (einschließlich aufgelaufener Zinsen) mit 14,1 Mio. EUR (Vorjahr 13,1 Mio. EUR) gegenüber. Die Darlehen der MUSTANG Holding GmbH betreffen mit 2,75 Mio. EUR eine durchgereichte Finanzierung über einen KfW-Förderkredit. Durch die anteilige Rückführung des Langfrist KfW-Darlehen (-1,1 Mio. EUR) wurde das Darlehen der MUSTANG Holding GmbH unter anderem reduziert.

Die bilanzielle Überschuldung der Gesellschaft zum Bilanzstichtag beträgt 41,6 Mio. EUR. Zur Deckung der bilanziellen Überschuldung bestehen Rangrücktrittsvereinbarungen für Darlehen (einschließlich aufgelaufener Zinsen) mit der Gesellschafterin, deren Gesellschaftern und früheren Gesellschaftern in Höhe von 46,5 Mio. EUR.

6. Finanzlage

Die Gesellschaft finanziert sich im Wesentlichen über Darlehen der MUSTANG Holding GmbH und deren Gesellschaftern. Die Gesellschaft ist zudem Kreditnehmer bzw. Mitverpflichteter für sämtliche Finanzierungsvereinbarungen der Mustang-Unternehmensgruppe mit Banken.

Zum 31. Dezember 2023 finanziert sich die Mustang-Unternehmensgruppe (Ebene MUSTANG Holding GmbH) im Wesentlichen über:

durch Rangrücktrittsvereinbarungen unterlegte Gesellschafterdarlehen über 22,3 Mio. EUR (einschließlich aufgelaufener Zinsen). Die Gesellschafterdarlehen haben eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2026

bis zur endgültigen und vollständigen Befriedigung der Bankenkredite gewährte Darlehen von Altgesellschaftern der MUSTANG GmbH über 1,3 Mio. EUR (einschließlich aufgelaufener Zinsen)

Bankenfinanzierung

KfW-Förderkredit über 2,75 Mio. EUR

Kontokorrentlinie über 0,8 Mio. EUR, auch als L/C-Linie verwendbar

Avallinie über 2,5 Mio. EUR

L/C-Linie über 12,9 Mio. EUR

Factoring von Kundenforderungen (Ankaufvolumen zum 31. Dezember 2023: 3,7 Mio. EUR)

Daneben hat die MUSTANG-Unternehmensgruppe, zur Abdeckung des Liquiditätsbedarfs im Beschaffungsbereich, mit seinen Hauptlieferanten individuelle Lieferantenfinanzierungen vereinbart. Zum 31. Dezember 2023 waren 3,3 Mio. EUR dieser Linien in Anspruch genommen.

7. Gesamtaussage

Die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft ist geordnet. Die Ertragslage zeigt sich aufgrund des Jahresfehlbetrags nicht zufriedenstellend.

C. Prognosebericht

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Wirtschaftsweise) rechnet damit, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2024 preisbereinigt um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen wird. Das bedeutet für das kommende Jahr in Deutschland eine leichte Ausweitung des privaten Konsums, die zu einer verhaltenen konjunkturellen Erholung führt. 9

Die wirtschaftlichen Unsicherheiten für das Jahr 2024 bleiben dennoch vorhanden. Klar ist, dass 2024 mit steigenden Realeinkommen zu rechnen ist. Zum einen zeichnen sich weitere Lohnabschlüsse ab bzw. wurden bei Tarifabschlüssen Steigerungen für dieses Jahr vereinbart, zum anderen wird sich die Inflation weiter abschwächen. So sinkt zumindest der Druck auf die Portemonnaies der Konsumenten etwas. Das könnte sich positiv auf den Modemarkt auswirken. Spielentscheidend wird wohl auch das Wetter sein. Gerade die extremen Wetterlagen haben 2023 gezeigt, wie groß ihr Einfluss auf den Modemarkt ist. 10

Die Lage der Gesellschaft ist aufgrund der Ergebnisabführungsverträge mit den deutschen operativen Einzelgesellschaften unmittelbar von der wirtschaftlichen Entwicklung der Mustang-Unternehmensgruppe abhängig.

9 Sachverständigenrat für Wirtschaft - Konjunkturprognose veröffentlicht im Jahresgutachten 2023/24.
10 Textilwirtschaft vom 10. Januar 2024.

Die Umsatzplanung der Mustang-Unternehmensgruppe für das Geschäftsjahr 2024 berücksichtigt die anhaltend zurückhaltende Konsumstimmung, die Schließung defizitärer Stores sowie die Vororderergebnisse Frühjahr/Sommer 2024. Insgesamt geht die Geschäftsführung im Jahr 2024 von einem gleichbleibenden Umsatzniveau aus.

Per Ende Januar 2024 konnte Mustang die Umsatzziele um rd. 0,3 Mio. EUR (+3,1%) übertreffen. Für die Vororder der Herbst/Winter Saison 24.2.1. können wir ebenfalls ein Umsatzplus zu unserem Budget und dem Vorjahreswert ausweisen. Diese positiven Effekte sind in unserer Unternehmensplanung noch nicht berücksichtigt.

Mehrkosten in den Bereichen Personal (Mindestlohn, Tarif) und rückläufige Lizenzerträge (Schuhlizenz), können durch steigende Roherträge, Mieteinsparungen durch Store-Schließungen und ein restriktives Kostenmanagement kompensiert werden.

Insgesamt erwartet die Geschäftsführung für 2024 auf der Grundlage, dass sich die Markt- und Nachfragesituation nicht wesentlich verschlechtert ein Ergebnis vor Steuern, das leicht über dem im Jahr 2023 erzielten Ergebnis vor Steuern liegen wird.

D. Chancen- und Risikobericht

1. Chancen

Wesentliche Chancen sehen wir in einer zukünftig positiven konjunkturellen Entwicklung mit einem steigenden Kaufverhalten der Kunden. Dies würde sich auf unseren eigenen Retail positiv auswirken. Im Wholesale Bereich erwarten wir ein positives Vororderergebnis in der Herbst/Winter Saison.

Potentiale zum weiteren Umsatzausbau sind vorhanden, allerdings sind die derzeitigen Marktbedingungen wie oben beschrieben herausfordernd. Zentraler Umsatztreiber wird der Wholesale sein. Die Entwicklung von Marke, Marketing, Produkt und Vertrieb der letzten zwei Jahre hat dazu geführt, Mustang im Bewusstsein der Händler zu neuer Stärke zurückzuführen, was durch das Interesse vieler potenzieller und wertiger Neukunden bestätigt wurde.

Das Lizenzgeschäft, insbesondere Länderlizenzen, bietet zusätzliche Chancen.

Im Beschaffungsbereich sehen wir weiteres Potential, um den Rohertrag zu verbessern.

2. Risiken

Eine andauernde Zurückhaltung bei den Konsumausgaben und klimatische Bedingungen können sich auf die Umsatzerlöse im eigenen Retail und somit auf das Ergebnis negativ auswirken. Treten die erwarteten Umsatzsteigerungen mit Vertriebspartnern im Wholesale-Bereich nicht ein, führt dies zu den gleichen Auswirkungen.

Währungsbedingten Preisänderungsrisiken wirkt die Mustang-Unternehmensgruppe im Rahmen der Möglichkeiten mit Devisentermingeschäften entgegen und sichert so Risiken für die Margen ab. Die Devisentermingeschäfte werden ausschließlich mit festen Kursen und festen Terminen abgeschlossen, da spekulative Termingeschäfte seitens der Geschäftsführung nicht genehmigt werden. Der Konzern nutzt darüber hinaus keine derivativen Finanzinstrumente.

Mit der Abtretung eines wesentlichen Teils des Forderungsbestandes aus Lieferungen und Leistungen an eine Factoringgesellschaft und der konsequenten Umsetzung, der hieraus abzuleitenden Anforderungen an ein qualifiziertes Kunden- Kreditmanagement, begegnen die operativen Gruppengesellschaften den aus diesem bedeutenden Segment drohenden Ausfall- und Liquiditätsrisiken.

Bestandsrisiken in den Vorräten werden bilanziell durch ausreichende Abwertungen berücksichtigt. Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite (Schwerpunkt USD-Kurs und Baumwolle) wirken wir zum einen mit moderaten Erhöhungen der Verkaufspreise und zum anderen mit Maßnahmen bei der Optimierung der Einkaufspreise entgegen.

Die seit Februar 2022 eingetretene Ukraine-Krise hat unsere Geschäftstätigkeit in Russland bisher nur moderat eingeschränkt. Lieferungen an Kunden erfolgen gegenwärtig nur gegen Vorkasse und unter Berücksichtigung von Preisanpassungen. Verbindlichkeiten unserer russischen Tochtergesellschaft gegenüber der liefernden MUSTANG Jeans GmbH konnten seit Kriegsbeginn deutlich reduziert werden. Zahlungen aus Russland sind derzeit nicht eingeschränkt. Sollten sich Sanktionen auf unsere Tochtergesellschaft in Russland negativ auswirken, könnte dies zu einer Reduzierung von Umsatz und Ertrag führen. Ein Wegfall des Russlandgeschäfts bei einer weiteren Eskalation des Konfliktes ist nach unserer Einschätzung isoliert betrachtet nicht bestandsgefährdend (vgl. D.3.). Allerdings ergäben sich bei Entkonsolidierung der russischen Tochtergesellschaft bilanzielle Auswirkungen durch Ausbuchung von bisher konsolidierten Forderungen der MUSTANG Jeans GmbH. Um das Risiko zu minimieren, wurden im Jahr 2023 Möglichkeiten der Direktbelieferung der Tochtergesellschaft in Russland von unseren Lieferanten geprüft und weitestgehend umgesetzt.

Mit den finanzierenden Kreditinstituten wurde ein monatliches Reporting vereinbart. Das Reporting beinhaltet Plan-/Ist-Vergleiche für GuV, Bilanz und Cashflow und eine rollierende 13-Wochen-Liquiditätsvorschau.

Zusätzlich erfolgt ein regelmäßiges Quartalsreporting, in dem aufbauend auf dem aktuellen IST ein überarbeiteter Forecast für die verbliebenen Monate des Jahres erstellt wird. Das Quartalsreporting setzt sich ebenfalls aus GuV, Bilanz und Cashflow, mit den entsprechenden Vergleichen zusammen.

3. Bestandsgefährdende Risiken

Die Gesellschaft ist Kreditnehmer bzw. Mitverpflichteter für sämtliche Finanzierungsvereinbarungen der Mustang-Unternehmensgruppe mit Banken. Über Ergebnisabführungsverträge mit den inländischen operativen Gesellschaften wird die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Gesellschaften unmittelbar beeinflusst.

Die Unternehmensplanung der Gesellschaft und der Mustang-Unternehmensgruppe zeigt bei planmäßiger Entwicklung für das Geschäftsjahr 2024 zu jedem Zeitpunkt eine finanzielle Überdeckung, bei anteiliger Rückführung der Inanspruchnahme der Lieferantenlinie der MUSTANG Jeans GmbH von rund 0,9 Mio. EUR auf 2,4 Mio. EUR. Anhaltspunkte dafür, dass die Lieferantenlinien nicht wie vertraglich vereinbart zur Verfügung stehen würden, liegen der Geschäftsführung aktuell nicht vor. Darüber hinaus steht noch die KK-Linie der Sparkasse Hohenlohe (0,8 Mio. EUR) zur Verfügung. Die Bankenlinie bildet für die Mustang-Unternehmensgruppe somit eine zusätzliche Reserve. Das Unternehmen verfügt nach Einschätzung der Geschäftsführung über eine weitgehend stabile Finanz- und Liquiditätssituation.

Wesentliche Planungsprämissen sind hierbei, dass die Umsatztätigkeit der Mustang-Unternehmensgruppe zukünftig nicht mehr wesentlich durch die Markt- und Nachfrageimpulse bei den Konsumenten beeinflusst ist sowie klimatische Bedingungen sich nicht signifikant verschlechtern. Teil der Planungsprämissen ist ebenfalls die Fortführung der Geschäftstätigkeit in Russland. Sollte das Russlandgeschäft aufgrund der Ukraine-Krise vollständig eingestellt werden, dann stellt dies singulär betrachtet kein bestandsgefährdendes Ereignis für die Mustang-Unternehmensgruppe und damit auch für die MUSTANG GmbH dar. Erst im Zusammenwirken mit weiteren signifikanten Planungsabweichungen, die sich u.a. aus einer deutlichen Verschlechterung der Markt- und Nachfrageimpulse sowie weiterer exogener und makroökonomischer Rahmenbedingungen ergeben könnten, wäre dies der Fall. Diese Abweichungen können je nach Ausmaß und Konstellation den Fortbestand der MUSTANG GmbH und ihrer Tochtergesellschaften gefährden.

Die Geschäftsführung schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass die oben genannten Planabweichungen kumulativ in einem bestandsgefährdenden Ausmaß gleichzeitig eintreten, grundsätzlich als möglich, kurzfristig aber als eher gering ein. Ungeachtet dessen, hat die Mustang-Unternehmensgruppe in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es in der Lage ist, erfolgreich auf die unterschiedlichsten negativen wirtschaftlichen Einflüsse zu reagieren.

E. Nachhaltigkeit

Mustang hat sich durch die Einführung der Ethik-Charta "True Way" im Jahr 2021 zu einer nachhaltigen Unternehmensführung bekannt. Diese berücksichtigt alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Gesellschaft (Soziales) und Ökonomie. Eine nachhaltige Unternehmensführung hat das Ziel so zu wirtschaften, dass die Bedürfnisse der heutigen Generationen erfüllt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen einzuschränken oder gar zu gefährden. Dies ist für uns von übergeordneter Bedeutung, da Mustang als Teil der Gesellschaft die Verantwortung hat, einen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Nachhaltigkeit zu leisten.

Im Jahr 2019 wurde für die Erarbeitung und Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie in den Aspekten Ökologie und Gesellschaft (Soziales) das CR-Board (Corporate Responsible-Board) gegründet, welches von unserem CEO geleitet wird und bereichsübergreifend besetzt ist. Ziel ist es u.a., die Umweltbelastungen durch unsere Geschäftstätigkeiten zu minimieren, die Nachhaltigkeit unserer Produkte durch Qualität und Langlebigkeit zu erhöhen und die Arbeitsbedingungen und Sozialstandards in unserer globalen Wertschöpfungskette zu verbessern.

Die Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich dabei an der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Über Inhalt und Fortschritt zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie informieren wir auf unserer Unternehmenswebsite unter Verantwortung (https://company.mustang-jeans.com/verantwortung/).

 

Schwäbisch Hall, 15. März 2024

gez. Andreas Baur - Geschäftsführer-

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die MUSTANG GmbH, Schwäbisch Hall

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der MUSTANG GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MUSTANG GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt A. "Allgemeine Erläuterungen" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt D.3. des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass Abweichungen von den Planungsprämissen im Rahmen der Unternehmensplanung je nach Ausmaß und Konstellation den Fortbestand der MUSTANG GmbH und ihrer Tochtergesellschaften gefährden können.

Die Gesellschaft ist Kreditnehmer bzw. Mitverpflichteter für sämtliche Finanzierungsvereinbarungen der Mustang-Unternehmensgruppe mit Banken. Die Unternehmensplanung der Gesellschaft und der Mustang-Unternehmensgruppe zeigt bei planmäßiger Entwicklung für das Geschäftsjahr 2024 - unter den Planungsprämissen, dass die Umsatztätigkeit zukünftig nicht mehr wesentlich durch die Markt- und Nachfrageimpulse bei den Konsumenten beeinflusst ist sowie klimatische Bedingungen sich nicht signifikant verschlechtern und das Russland- Geschäft fortgeführt werden kann - zu jedem Zeitpunkt eine finanzielle Überdeckung, bei anteiliger Rückführung der Inanspruchnahme der Lieferantenlinie der MUSTANG Jeans GmbH von rund 0,9 Mio. EUR auf 2,4 Mio. EUR.

Die Geschäftsführung der Gesellschaft weist darauf hin, dass die Einstellung des Russland- Geschäfts im Zusammenwirken mit weiteren signifikanten Planungsabweichungen, die sich u.a. aus einer deutlichen Verschlechterung der Markt- und Nachfrageimpulse sowie weiterer exogener und makroökonomischer Rahmenbedingungen ergeben könnten, je nach Ausmaß und Konstellation den Fortbestand der MUSTANG GmbH und ihrer Tochtergesellschaften gefährden können.

Wie in den Angaben in Abschnitt A im Anhang und Abschnitt D.3. des Lageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die lageberichtsfremden Angaben im Abschnitt E. Nachhaltigkeit. Lageberichtsfremde Angaben sind Angaben, die nicht nach §§ 289 ff HGB / 315 ff HGB vorgeschrieben sind.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen:

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Laaeberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, 15. März 2024

Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Lisa-Katrin Lohrmann, Wirtschaftsprüferin

gez. Martin Haack, Wirtschaftsprüfer

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2022
TEUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 75 75
75 75
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 1.630 1.463
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.593 1.160
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 21
3.224 2.644
3.298 2.719
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Waren 27.251 35.320
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.364 1.868
2. Sonstige Vermögensgegenstände 3.224 4.947
5.588 6.815
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.663 2.546
35.503 44.681
C. Rechnungsabgrenzungsposten 738 309
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 30.262 29.012
69.801 76.722

Passiva

31.12.2022
TEUR TEUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.100 1.100
II. Kapitalrücklage 6.200 6.200
III. Konzern-Verlustvortrag -37.567 -40.305
IV. Konzern-Jahresfehlbetrag (Vorjahr: - überschuss) -1.138 2.738
V. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 1.143 1.255
-30.262 -29.012
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 30.262 29.012
0 0
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.348 2.330
2. Steuerrückstellungen 82 405
3. Sonstige Rückstellungen 7.310 8.000
9.740 10.735
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 346
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.718 15.897
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 31.124 31.888
- davon durch Rangrücktrittsvereinbarungen unterlegt: TEUR 31.124 (Vorjahr TEUR 31.888)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 17.518 17.332
- davon durch Rangrücktrittsvereinbarungen unterlegt: TEUR 15.407 (Vorjahr TEUR 14.389)
59.359 65.464
D. Rechnungsabgrenzungsposten 702 523
69.801 76.722

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2022
TEUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 116.454 119.093
2. Sonstige betriebliche Erträge 1.860 7.520
118.314 126.613
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für bezogene Waren 55.889 59.365
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 294 243
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 19.691 18.746
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 3.967 3.589
5. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 931 1.102
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 35.233 37.173
116.006 120.217
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0 11
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.242 2.207
-2.242 -2.197
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.139 1.313
10. Ergebnis nach Steuern -1.072 2.886
11. Sonstige Steuern 66 148
12. Konzern-Jahresfehlbetrag (Vorjahr: - überschuss) -1.138 2.738

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2023 2022
TEUR TEUR
1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Periodenergebnis -1.138 2.738
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 931 1.102
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und Sonstige Rückstellungen -995 908
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 268 -781
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 8.867 -9.141
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -7.661 1.945
-/+ Gewinn/Verlust aus Anlageabgängen 82 44
+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge 2.242 2.197
+/- Ertragssteueraufwand/Erstattete Ertragsteuern 1.139 1.313
- Ertragsteuerzahlungen -1.479 -1.061
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 2.255 -736
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle -1.584 -1.257
Anlagevermögen -44 -72
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -1.628 -1.328
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Gezahlte Zinsen -509 -245
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -509 -245
4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Zwischensummen 1 - 3) 117 -2.310
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 2.546 4.856
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 2.663 2.546
5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 2.663 2.546

Konzerneigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Mutterunternehmen
I. Gezeichnetes Kapital II. Kapitalrücklage III. Konzern- Verlustvortrag IV. Konzern-Jahresfehlbetrag/-überschuss V. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
31.12.2021 1.100 6.200 -42.054 1.749 1.775
Gewinnverwendung 0 0 1.749 -1.749 0
Konzern-Jahresüberschuss 0 0 0 2.738 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0 -520
31.12.2022 1.100 6.200 -40.305 2.738 1.255
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag
31.12.2022 Eigenkapital -gesamt-
31.12.2022 1.100 6.200 -40.305 2.738 1.255
Gewinnverwendung 0 0 2.738 -2.738 0
Konzern-Jahresfehlbetrag 0 0 0 -1.138 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0 -112
31.12.2023 1.100 6.200 -37.567 -1.138 1.143
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag
31.12.2023 Eigenkapital -gesamt-
Konzerneigenkapital
TEUR
31.12.2021 -31.230
Gewinnverwendung 0
Konzern-Jahresüberschuss 2.738
Währungsumrechnung -520
31.12.2022 -29.012
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 29.012
31.12.2022 Eigenkapital -gesamt- 0
31.12.2022 -29.012
Gewinnverwendung 0
Konzern-Jahresfehlbetrag -1.138
Währungsumrechnung -112
31.12.2023 -30.262
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 30.262
31.12.2023 Eigenkapital -gesamt- 0

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

A. Allgemeine Erläuterungen

Die Gesellschaft ist unter der Firma MUSTANG GmbH mit Sitz in Schwäbisch Hall im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter der Nummer HRB 590376 eingetragen.

Der Konzernabschluss ist nach den Vorschriften gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt worden.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Der besseren Übersichtlichkeit wegen sind sämtliche gesetzlich vorgeschriebenen Vermerke zu Posten der Bilanz bzw. der Gewinn- und Verlustrechnung im Anhang dargestellt. Leervermerke werden hierbei nicht genannt.

Zur Verbesserung des Einblicks in die Vermögenslage wurden gemäß § 265 Abs. 5 HGB in der Bilanz bei den Verbindlichkeiten "davon-Vermerke" für bestehende Rangrücktrittsvereinbarungen hinzugefügt.

Wir sind bei Aufstellung des Konzernabschlusses von der Unternehmensfortführung ausgegangen. Bezüglich Bestandsrisiken verweisen wir auf den Lagebericht unter D.3. "Bestandsgefährdende Risiken".

B. Konsolidierungskreis

Die Abgrenzung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen der §§ 294 bis 296 HGB. In den Konzernabschluss werden gemäß § 294 Abs. 1 HGB neben der MUSTANG GmbH, Schwäbisch Hall, als Mutterunternehmen, grundsätzlich alle Tochterunternehmen nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen.

Die Anlage B zum Konzernanhang enthält eine Übersicht über die in den vorliegenden Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen.

Sämtliche einbezogenen Unternehmen bilanzieren zum einheitlichen Stichtag 31. Dezember 2023.

C. Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung für Unternehmen, die aufgrund eines Erwerbs erstmals konsolidiert wurden, wurde nach der Erwerbsmethode (§ 301 Abs. 1 HGB) zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, vorgenommen. Dabei wird der Wertansatz, der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen.

Bei der erstmaligen Einbeziehung der MUSTANG-Bekleidungswerke GmbH + Co. KG, Schwäbisch Hall (im Folgenden M-KG), zum Erwerbszeitpunkt 25. Oktober 2011 wurden die in den Konzernabschluss aufgenommenen Vermögensgegenstände und Schulden im Rahmen der Kaufpreisallokation zum Erwerbszeitpunkt neu bewertet. Im Wesentlichen wurden dabei Markenrechte der M-KG für die Marke "Mustang" (22,0 Mio. EUR), passive Steuerlatenzen (6,3 Mio. EUR) sowie nach Art. 28 EGHGB nicht bilanzierte Pensionsverpflichtungen (0,2 Mio. EUR) zusätzlich zu den in den zum Erwerbszeitpunkt erstellten Zwischenabschluss bilanzierten Vermögenswerten und Schulden berücksichtigt. Nach Verrechnung planmäßiger Abschreibungen waren die Markenrechte zum 31. Dezember 2021 voll abgeschrieben. Die zugehörigen passiven latenten Steuern und der aus der Erstkonsolidierung resultierende passivische Unterschiedsbetrag in Höhe von 17,7 Mio. EUR wurde ebenfalls voll erfolgswirksam aufgelöst.

Die Kapitalkonsolidierungen für Erstkonsolidierungen vor dem 1. Januar 2010 erfolgten nach der Buchwertmethode zum Zeitpunkt des Erwerbs bzw. der erstmaligen Einbeziehung. Aktivische Unterschiedsbeträge wurden, soweit keine Zurechnung auf Vermögens- bzw. Schuldposten möglich war, als Geschäfts- oder Firmenwert behandelt, der grundsätzlich gemäß § 309 Abs. 1 HGB a.F. gleichmäßig über 4 Jahre abgeschrieben wurde. Bei ungünstigen Ertragsperspektiven wurden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Passivische Unterschiedsbeträge wurden erfolgsneutral mit dem erwirtschafteten Konzerneigenkapital verrechnet, da diese aus thesaurierten Gewinnen aus der Zeit vor der Erstkonsolidierung resultierten.

Die Schuldenkonsolidierung wurde gemäß § 303 Abs. 1 HGB vorgenommen. Alle zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten wurden verrechnet. Eventualverbindlichkeiten wurden in gleicher Weise konsolidiert.

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden Aufwendungen und Erträge zwischen den einbezogenen Gesellschaften gemäß § 305 HGB aufgerechnet.

Auf eine Zwischenergebniseliminierung gemäß § 304 HGB wurde aufgrund untergeordneter Bedeutung verzichtet.

D. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren im Wesentlichen nachfolgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden werden nach vorgegebenen Grundsätzen im Wesentlichen einheitlich bilanziert und bewertet.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Der Abschreibung liegt in der Regel eine Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren zugrunde. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung. Die Abschreibungen auf Zugänge werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Die im Geschäftsjahr 2011 von der MUSTANG-Bekleidungswerke GmbH + Co. KG zugegangenen Markenrechte wurden über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren vollständig abgeschrieben.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer beträgt bei Bauten auf fremden Grundstücken, je nach Mietdauer, zwischen 5 und 10 Jahre und bei Anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 10 Jahre. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen bei einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung. Die Abschreibungen auf Zugänge werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Für Geringwertige Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wurde der jährlich steuerlich zu bildende Sammelposten aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen. Von den jährlichen Sammelposten, deren Höhe insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist, werden entsprechend den steuerlichen Vorschriften pauschalierend jeweils 20 Prozent p.a. im Jahr, für dessen Zugänge er gebildet wurde, und den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben.

Die zum Bilanzstichtag vorhandenen Waren werden zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Zusätzlich werden auch externe Logistikkosten bis zum sogenannten "Point of Sale" berücksichtigt.

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert unter Berücksichtigung von Abschlägen für alle erkennbaren Einzelrisiken angesetzt.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind mit dem Nennwert bilanziert.

Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit diese einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das Eigenkapital wird mit dem Nennwert angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung von HEUBECK-Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck - Lizenz Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln, ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt und dafür der von der Deutschen Bundesbank ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre mit 1,83 % angesetzt. Gehalts- und Rentensteigerungen wurden, soweit keine vertraglichen Regelungen bestehen, nicht berücksichtigt, da von einer Erhöhung nicht auszugehen ist.

Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag von TEUR 20. Dieser Unterschiedsbetrag ist für Ausschüttungen gesperrt.

Bei der Dotierung der Sonstigen Rückstellungen ist allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in ausreichendem Umfang Rechnung getragen worden. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen und für Zuwendungen zu Arbeitnehmer-Dienstjubiläen wurden nach der Barwertmethode unter Verwendung von HEUBECK-Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck - Lizenz Heubeck-Richttafeln- GmbH, Köln ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,7 % gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung berücksichtigt. Gehaltssteigerungen wurden für die Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen in Höhe von 3,3 % und für Zuwendungen zu Arbeitnehmer-Dienstjubiläen in Höhe von 2,0 % berücksichtigt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Der Wertansatz der Eventualverbindlichkeiten entspricht dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsvolumen.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts. Passive latente Steuern aus den Einzelabschlüssen bestehen nicht.

Aktive und passive latente Steuern auf Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, werden berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus den Kapitalkonsolidierung.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 253 Abs. 1 S. 1 HGB) beachtet.

Die Aktiv- und Passivposten der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse wurden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen umgerechnet. Die sich hierbei ergebende Umrechnungsdifferenz wird erfolgsneutral in die Bilanzposition "Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung" eingestellt.

Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die aus der Anwendung unterschiedlicher Umrechnungskurse in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung entstehende Umrechnungsdifferenz wird erfolgsneutral in den Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" eingestellt.

E. Erläuterungen zur Konzernbilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in der Anlage A zu diesem Konzernanhang dargestellt.

Von den Sonstigen Vermögensgegenständen besitzen TEUR 917 (Vorjahr: TEUR 729) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage entsprechen den bei der Muttergesellschaft ausgewiesenen Bilanzposten. Der Bilanzverlust im Einzelabschluss des Mutterunternehmens beträgt TEUR -48.874.

Unter den Sonstigen Rückstellungen werden im Wesentlichen Sondervergütungen, Freistellungen und Abfindungen, zu erwartende Belastungen aus Retouren und Kundengutschriften, Boni und Rabatte, drohende Verluste bei einer Tochtergesellschaft, ausstehende Kostenrechnungen, Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen sowie sonstige arbeits- und sozialrechtliche Verpflichtungen ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten gegliedert nach Restlaufzeiten sind nachfolgend dargestellt:

31.12.2023
Gesamt Restlaufzeit
bis1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahr
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.718 10.718 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 31.124 5.423 25.701 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 17.518 2.111 15.407 0
(davon aus Steuern (434) (434) (0) (0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (50) (50) (0) (0)
31.12.2022
Gesamt Restlaufzeit
bis1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahr
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 346 346 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.897 15.897 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 31.888 5.636 26.252 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 17.332 2.943 14.389 0
(davon aus Steuern (701) (701) (0) (0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (42) (42) (0) (0)

Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter bestehen aus Darlehen (einschließlich noch nicht fälliger Zinsen). Enthalten ist das von der Gesellschafterin durchgereichte KfW-Darlehen mit TEUR 2.750. Davon sind TEUR 1.100 innerhalb eines Jahres fällig.

Die unter den Sonstigen Verbindlichkeiten mit TEUR 1.340 ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Altgesellschaftern der MUSTANG GmbH werden mit 0,25 % verzinst. Weiterhin sind Darlehen der Gesellschafter der MUSTANG Holding GmbH mit TEUR 14.067 enthalten.

F. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die ausgewiesenen Umsatzerlöse in Höhe von 116,5 Mio. EUR, entfallen - wie im Vorjahr - nahezu vollständig auf den Produktbereich Mustang Jeans. Rd. 42 % (Vorjahr: rd. 54 %) der Umsatzerlöse wurden im Inland erzielt.

In den Sonstigen betrieblichen Erträgen sind Währungskursdifferenzen mit 0,9 Mio. EUR (Vorjahr: 6,2 Mio. EUR) enthalten.

Von den Sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung entfallen TEUR 123 (Vorjahr: TEUR 63) auf die Altersversorgung.

Unter den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen mit 1,5 Mio. EUR (Vorjahr: 4,4 Mio. EUR) enthalten.

Von den Zinsaufwendungen betreffen TEUR 715 (Vorjahr: TEUR 788) verbundene Unternehmen. In den Zinsaufwendungen sind TEUR 46 (Vorjahr: TEUR 47) für die Aufzinsung von Rückstellungen enthalten.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betreffen ausländische Quellensteuer und ausländische Körperschaftsteuern.

G. Sonstige Angaben

Derivative Finanzinstrumente

Zum 31. Dezember 2023 bestehen Devisentermingeschäfte über 27,0 Mio. USD. Für drohende Verluste aus dem Unterschiedsbetrag zwischen den abgesicherten Terminkursen und dem Stichtagskurs wurde ein Betrag von 0,3 Mio. EUR zurückgestellt.

Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich nur zu Sicherungszwecken eingegangen. Der beizulegende Zeitwert wurde nach allgemein anerkannten Bewertungsmethoden (DCF-Methode unter Verwendung aktueller Zinsstrukturkurven, Black-Scholes) ermittelt.

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag besteht eine Bürgschaft für KfW-Förderkredite in Höhe von TEUR 14.000, welche von der Muttergesellschaft MUSTANG Holding GmbH in Anspruch genommen wurde. Die über Darlehen an uns weitergereichten Kredite valutieren zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 2.750.

Für die Verbindlichkeiten haben wir folgende Sicherheiten gestellt: Verpfändung sämtlicher Marken- und Lizenzrechte, Globalzession aller inländischen Kundenforderungen sowie Sicherungsübereignung der inländischen Warenlager (ausgenommen Waren der MUSTANG Store GmbH, Schwäbisch Hall).

Das Risiko einer Inanspruchnahme für die genannten Haftungsverhältnisse beurteilen wir aufgrund der bestehenden positiven Fortführungsprognose als moderat.

Es bestehen finanzielle Verpflichtungen aus

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

fällig in 2024 fällig in 2025-2028 fällig ab 2029 Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
langfristige Mietverträge 9.035 15.301 3.244 27.580
Leasingverträge 536 341 0 877
9.571 15.642 3.244 28.457

Daneben besteht ein Logistikvertrag mit dem bestehenden Logistikdienstleister Meyer & Meyer mit einer Laufzeit bis 31. August 2024 und einer Verpflichtung von z.Zt. rund 4,5 Mio. EUR p.a. sowie mit einem neuen Logistikpartner Arvato ab Februar 2024 mit einer Laufzeit bis 1. Februar 2032 und einer voraussichtlichen Verpflichtung von 4,9 Mio. EUR p.a. Die Abrechnungen aus den Verträgen erfolgen direkt mit unseren jeweiligen Tochtergesellschaften.

Außerbilanzielle Geschäfte (Factoring)

Zur Beschaffung liquider Mittel haben wir in- und ausländische Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an einen Factor verkauft (Stand 31. Dezember 2023: rd. 3,7 Mio. EUR). Sie sind daher nicht in der Bilanz enthalten. Der Vorteil des Factorings liegt in deutlich verkürzten Zahlungszielen und dem damit verbundenen früheren Zufluss liquider Mittel. Im Zuge dessen sinken die Zinsaufwendungen aufgrund reduzierter Inanspruchnahme von Finanzierungsmaßnahmen.

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das für das Geschäftsjahr im Aufwand erfasste Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers beträgt TEUR 217 und betrifft ausschließlich Leistungen für die Abschlussprüfung.

Mitarbeiter

Im Jahresdurchschnitt 2023 wurden 585 Mitarbeiter und 19 Auszubildende beschäftigt.

Geschäftsführung

Geschäftsführer der MUSTANG GmbH ist

 

Herr Andreas Baur, CEO, Heidelberg

Die Angaben gemäß § 314 Abs. 1 Buchstabe a und b HGB unterbleiben unter Inanspruchnahme von § 314 Abs. 3 HGB i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB.

Konzernverhältnisse / Persönlich haftender Gesellschafter

Oberstes Mutterunternehmen, das einen Konzernabschluss für den größten Kreis für Unternehmen erstellt, ist die MUSTANG Holding GmbH, Schwäbisch Hall. Die MUSTANG GmbH, Schwäbisch Hall, wird in diesen Konzernabschluss sowie in den vorliegenden Konzernabschluss (Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der Unternehmen) einbezogen. Die Konzernabschlüsse sind zur Offenlegung im Unternehmensregister vorgesehen. Die Gesellschaft ist persönlich haftende Gesellschafterin der MUSTANG- Bekleidungswerke GmbH + Co. KG, Schwäbisch Hall.

Inanspruchnahme der Befreiungsregelungen des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB

Die MUSTANG Jeans GmbH, Schwäbisch Hall, die MUSTANG Store GmbH, Schwäbisch Hall, und die MUSTANG-Bekleidungswerke GmbH + Co. KG, Schwäbisch Hall, die in den vorliegenden Konzernabschluss einbezogen sind, machen von den Erleichterungsregelungen bzw. Befreiungsregelungen des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB Gebrauch.

Nachtragsbericht

Im Frühjahr 2024 verlegt Mustang das Zentrallager vom aktuellen Standort in Wittenberge nach Dorsten in Nordrhein-Westfalen. Der neue Dienstleister ist Arvato, eine Tochtergesellschaft des renommierten Bertelsmann Konzerns. Diese strategische Entscheidung wurde nach sorgfältiger Prüfung getroffen und wird dazu beitragen, die Logistik von Mustang zukunftsfähig zu machen und auf ein neues Leistungsniveau zu heben.

Des Weiteren sind nach Abschluss des Geschäftsjahres keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die eine nennenswerte Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Bezüglich des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens wird vorgeschlagen, den Jahresfehlbetrag zusammen mit dem Verlustvortrag auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Schwäbisch Hall, den 15. März 2024

gez. Andreas Baur, Geschäftsführer

Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Währungsänderung Zugänge Abgänge 31.12.2023
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 31.482 -17 44 0 31.510
31.482 -17 44 0 31.510
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 8.802 -40 619 655 8.727
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.686 -80 966 788 14.784
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 21 1 0 22 0
23.509 -119 1.584 1.465 23.510
54.991 -135 1.628 1.465 55.020
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Währungsänderung Zugänge Abgänge 31.12.2023
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 31.407 -13 41 0 31.435
31.407 -13 41 0 31.435
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 7.339 -29 404 618 7.096
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.526 -57 486 765 13.190
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
20.865 -87 890 1.383 20.286
52.272 -99 931 1.383 51.722
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 75 75
75 75
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 1.630 1.463
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.593 1.160
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 21
3.224 2.644
3.298 2.719

Aufstellung des Anteilsbesitzes und Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2023

Anteil am Kapital
%
Vollkonsolidierte Unternehmen
- Muttergesellschaft -
MUSTANG GmbH, Schwäbisch Hall
- Tochter- und Enkelgesellschaften -
MUSTANG-Bekleidungswerke GmbH + Co. KG, Schwäbisch Hall 100,0
MUSTANG Verwaltungs-GmbH, Schwäbisch Hall 100,0
MUSTANG Store GmbH, Schwäbisch Hall 100,0
MUSTANG Jeans GmbH, Schwäbisch Hall 100,0
MUSTANG Hungaria Kft., Budapest/Ungarn 100,0
MUSTANG Poland Sp.z.o.o., Warschau/Polen 100,0
MUSTANG France Retail S.a.r.l., Marienthal/Frankreich 100,0
MUSTANG Fashionservices GmbH, Schwäbisch Hall 100,0
MUSTANG Store Poland Sp.z.o.o., Warschau/Polen 100,0
MUSTANG Store Hungaria Kft.,Budapest/Ungarn 100,0
OOO MUSTANG RUS, Moskau/Russland 100,0

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

A. Grundlagen der Gesellschaft

Geschäftsmodell des Unternehmens

Mustang als älteste und eine der führenden Jeansmarken Europas verfügt über eine hohe Markenbekanntheit in Zentral- und Osteuropa und ist im mittleren Preissegment angesiedelt. Das Geschäftsmodell von Mustang basiert traditionell auf dem Jeansmarkt und dem entsprechenden Fachhandel, fachhandelsnahen Vertriebsformen sowie eigenständigen Absatzkanälen in Form von stationären Stores, Outlets und Online-Stores.

Oberstes Mutterunternehmen ist die MUSTANG Holding GmbH, Schwäbisch Hall. Die MUSTANG Holding GmbH ist alleinige Anteilseignerin der MUSTANG GmbH, Schwäbisch Hall. Die MUSTANG GmbH ihrerseits hält sämtliche Anteile der operativen Tochtergesellschaften MUSTANG Jeans GmbH und MUSTANG Store GmbH, beide Schwäbisch Hall, sowie der MUSTANG-Bekleidungswerke GmbH + Co. KG, Schwäbisch Hall, die ihrerseits Inhaber der Markenrechte ist. Die MUSTANG Holding GmbH, die MUSTANG GmbH und ihre Tochtergesellschaften bilden zusammen die Mustang-Unternehmensgruppe. Am Hauptsitz in Schwäbisch Hall befinden sich die zentralen Steuerungsfunktionen Vertrieb, Marketing, Produktmanagement/Design, Beschaffung, Logistik und Verwaltung der Mustang-Unternehmensgruppe. Serviceleistungen werden proportional mittels Kostenumlagen an die Gruppengesellschaften verrechnet. Zweigniederlassungen werden in Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien, Italien und Tschechien unterhalten.

Mit den Vertriebsgesellschaften MUSTANG Jeans GmbH und MUSTANG Store GmbH bestehen Ergebnisabführungsverträge zur MUSTANG GmbH.

Die Kernkompetenz von Mustang liegt in der Produktkategorie Jeans, ergänzt durch u.a. T-Shirts, Shirts, Sweater/Pullover und Outdoor-Jacken. Dabei setzt Mustang auf eine klare Markenstrategie, insbesondere durch ein authentisches, ehrliches, nahbares und verlässliches Auftreten der Marke gegenüber dem Kunden.

Neben dem klassischen Kaufgeschäft mit dem Fachhandel, sind verstärkt Konsignationsmodelle und der Online-Handel im Fokus.

In unserer Einzelhandelsorganisation betreiben wir zum Bilanzstichtag über selbständige Tochtergesellschaften bzw. ausländische Betriebsstätten weltweit 77 Filialen (Vorjahr: 80). Im Inland sind dies 29 (Vorjahr: 30) reguläre Stores, 18 (Vorjahr: 19) Outlets sowie 1 (Vorjahr: 1) Online-Store. Auf das Ausland entfallen 2 (Vorjahr: 4) reguläre Stores und 28 (Vorjahr: 27) Outlets sowie 1 (Vorjahr 1) Online-Store.

In den regulären Stores und den Online-Stores werden aktuelle Ware aus den Mustang-Kollektionen und die Mustang-Produkte unserer Lizenznehmer, wie z.B. Schuhe, Lederbekleidung und Accessoires vertrieben. Über unsere Outlets werden zusätzlich Sonderposten, Altwaren und 2. Wahl-Bestände verkauft.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Laut Statistischem Bundesamt betrug das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 rund 4,12 Billionen Euro und ist somit nominal kräftig gestiegen (Vorjahr 3,87 Billionen Euro). Dies liegt allerdings in der Inflation begründet, preisbereinigt ist die deutsche Wirtschaft im letzten Jahr in eine technische Rezession gerutscht, das reale Bruttoinlandsprodukt sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent. Nach der Corona-Krise und dem wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 erhoffte sich die deutsche Wirtschaft eine Regeneration in den Folgejahren. Durch den Krieg in der Ukraine, den steigenden Energiepreisen und der Rekordinflation fiel die ökonomische Regeneration im Jahr 2022 jedoch geringer aus, im Jahr 2023 kam es nun sogar zu einer technischen Rezession. 1 Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. 2

1 Veröffentlicht von Statista Research Department am 31.01.2024.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, nahmen die Konsumausgaben der privaten Haushalte preisbereinigt um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab und entfernten sich damit wieder vom Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (-1,5 Prozent). Dies dürfte vor allem auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein. 3 Diese haben sich in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2023 um 5,9 Prozent gegenüber 2022 erhöht. Die Inflationsrate für 2023 fiel damit jedoch geringer aus als im Jahr zuvor (Inflationsrate Vorjahr +6,9 Prozent). 4

Die hohe Inflation hat im vergangenen Jahr das Konsumverhalten in vielerlei Hinsicht beeinflusst. Während der Einzelhandelsumsatz insgesamt laut Statistischem Bundesamt nominal um 2,3 Prozent zulegte, hat er real 3,3 Prozent verloren. Für den Modebereich gilt dies allerdings nicht. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes verzeichneten die Umsätze im Einzelhandel mit Bekleidung im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2022 preisbereinigt mit plus 1,7 Prozent eine positive Entwicklung. 5 Die Erholung des stationären Modehandels setzt sich damit fort, während der Online-Modehandel auf ein Minusjahr zurückblickt. 6 Wie der E-Commerce-Verband bevh mitteilt, hat sich der Negativtrend aus dem Jahr 2022 fortgesetzt und die Umsätze auf Jahressicht sanken zweistellig (-13,3 Prozent). Mit rund 18,5 Mrd. Euro für Bekleidung und Schuhe lag der Warenbereich damit sogar unter dem Vor-Corona-Jahr 2019, als sich die Online-Modeausgaben auf 18,7 Mrd. Euro beliefen. 7

2. Geschäftsverlauf 2023

Die Mustang-Unternehmensgruppe konnte im Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 116,5 Mio. EUR erzielen und lag damit 2% unter Vorjahr. Dennoch ist es gelungen den Wegfall von C&A als Vertriebspartner im Konsignationsbereich (ca. 7 Mio. EUR) gegenüber Vorjahr vollständig zu kompensieren. Die fehlenden rund 3 Mio. EUR zum Vorjahresumsatz (119,1 Mio. EUR) lassen sich auf negative Währungseffekte und fehlende Lizenzerträge zurückführen. Im Geschäftsbereich Wholesale mit 54,0 Mio. EUR beläuft sich der Umsatzrückgang auf 3,5 Mio. EUR zum Vorjahr (57,5 Mio. EUR). Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Retail mit 58,4 Mio. EUR (Vorjahr 56,4 Mio. EUR) setzen sich mit 7,7 Mio. EUR bei Stores (Vorjahr 9,4 Mio. EUR), 46,3 Mio. EUR bei Outlets (Vorjahr 43,4 Mio. EUR) und 4,3 Mio. EUR im eigenen Online-Store inkl. Plattformgeschäft (Vorjahr 3,6 Mio. EUR), zusammen.

2 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 019/24 vom 15. Januar 2024.
3 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 019/24 vom 15. Januar 2024.
4 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 020/24 vom 16. Januar 2024.
5 Textilwirtschaft vom 31. Januar 2024.
6 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 041 vom 31. Januar 2024.
7 Textilwirtschaft vom 25. Januar 2024.

Um auf dem Erfolg der im letzten Jahr neu etablierten Marken- und Kommunikationsstrategie aufzubauen und um das Markenbewusstsein der Verbraucher und die Reichweite zu stärken wurden im Geschäftsjahr 2023 zwei große Marketing- Kampagnen durchgeführt. Die Frühjahrskampagne im März und April 2023 unter dem Motto "True fits True characters" und die diesjährige Herbstkampagne "True Freedom on the Road". Der Fokus liegt auf digitalen sozialen Medien (Youtube, Instagram, Facebook und TikTok) sowie Out-Of-Home-Formaten. Die Herbstkampagne wurde erstmals auch im internationalen Raum kommuniziert.

Das Geschäftsjahr 2023 war für den deutschen Modemarkt geprägt von der Multikrise aus Preissteigerungen sowie Rezessions-, Kriegs- und Klimasorgen der Konsumentinnen und Konsumenten. 8 Dennoch verlief das Geschäftsjahr für Mustang bis Juli trotz politischen und wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen zufriedenstellend und die Umsatzentwicklung war auf / über Plan. Die teils sehr hohen Temperaturen und schwüle Wetterlage im August und September und die sich weiterhin verschlechternde Konsumstimmung ließen die Umsätze im stationären Modehandel im dritten und vierten Quartal stark zurückgehen. Mit dem dritten Rückgang des GfK-Konsumklima-Index in Folge (November 2023: -28,3%-Punkte), musste die Modebranche alle Hoffnungen auf eine Erholung der Konsumstimmung begraben.

Mustang hatte sich für das Geschäftsjahr 2023 mehr erhofft, dennoch blickt die Geschäftsführung unter den aktuellen Marktgegebenheiten auf eine zufriedenstellende Umsatzentwicklung von Mustang zurück und geht mit Zuversicht ins neue Geschäftsjahr.

8 Textilwirtschaft vom 26. Januar 2024.

3. Finanzielle Leistungsindikatoren

Für die Mustang-Unternehmensgruppe sind aufgrund der Geschäftstätigkeit die Umsatzerlöse, Rohertrag und EBITDA die bedeutsamen finanziellen Leistungsindikator.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

4. Ertragslage

Die Umsatzerlöse der Mustang-Unternehmensgruppe (Ebene MUSTANG GmbH) liegen mit 116,5 Mio. EUR um 2,6 Mio. EUR unter Vorjahr (Vorjahr 119,1 Mio. EUR). Die Umsatzerlöse liegen unter der Planung der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2023. Gründe für die Entwicklung unter Vorjahr ergeben sich insbesondere durch den Wegfall von C&A als Vertriebspartner im Konsignationsbereich (ca. 7 Mio. EUR), negative Währungseffekte sowie die inflationsbedingt anhaltend schwache Konsumstimmung. Die im Konzern unter den Umsatzerlösen ausgewiesenen Lizenzerlöse lagen mit 4,1 Mio. EUR ebenfalls unter Vorjahr (Vorjahr 5,2 Mio. EUR).

Der Rohertrag konnte mit 51,7% gegenüber dem Vorjahr weiter verbessert werden (Vorjahr 49,9%). Damit liegt der Rohertrag im Plan der Geschäftsführung. Dies ist im Wesentlichen auf Verhandlungserfolge im Sourcing sowie stabile Baumwoll- und Frachtpreise zurückzuführen.

Der Anstieg der Personalaufwendungen um 6,28% auf 23,7 Mio. EUR (Vorjahr 22,3 Mio. EUR) ist auf gesetzliche Erhöhungen (Tariferhöhung und Erhöhung Sozialversicherungsbeiträge), unbesetzte Managementpositionen im Vorjahr und Anpassungen der Gehaltsstrukturen im Headquarter zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit 1,9 Mio. EUR deutlich unter Vorjahr (Vorjahr 7,5 Mio. EUR). Die negative Entwicklung liegt nahezu vollständig in den Erträgen aus Währungsumrechnung begründet (-5,3 Mio. EUR gegenüber Vorjahr).

Gegenteiliges gilt für die sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 35,2 Mio. EUR unter Vorjahr (Vorjahr 37,2 Mio. EUR). Die gesunkenen Kosten sind auf geringere Aufwendungen aus der Währungsumrechnung zurückzuführen (2,9 Mio. EUR gegenüber Vorjahr). Bereinigt um die Währungseffekte liegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit 1,0 Mio. EUR über dem Vorjahr. Die Steigerung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrifft im Wesentlichen Projektkosten aufgrund des anstehenden Umzugs des Zentrallagers im Frühjahr 2024. Die Digitalisierung im Bereich IT (Umstellung auf cloudbasierte Lösungen und Services) sowie ein Sondereffekt im Bereich Marketing, in Verbindung mit einer weiteren Marketing-Kampagne, haben sich ebenfalls belastend ausgewirkt.

Das EBITDA hat sich mit 3,4 Mio. EUR um 2,1 Mio. EUR unter dem Vorjahr (Vorjahr 5,5 Mio. EUR) und um 1,7 Mio. EUR unter dem Plan (5,1 Mio. EUR) entwickelt. Das EBITDA wird, ausgehend vom Jahresüberschuss, bereinigt um die Komponenten Abschreibung, Währungsergebnis, Zinsergebnis, Steuer vom Einkommen und Ertrag sowie außerordentlichen Vorgängen im Vergleich zur GuV, ermittelt.

Die unter Vorjahr liegende Umsatz- und Ertragsentwicklung im Konzern führt zu einem Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von -1,1 Mio. EUR (Vorjahr 2,7 Mio. EUR) und damit zu einer Unterschreitung des geplanten Jahresergebnis.

5. Vermögenslage

Die Bilanzsumme liegt bei 69,8 Mio. EUR und damit -6,9 Mio. EUR (-9,0%) unter dem Vorjahreswert.

Auf der Aktivseite werden als wesentlichste Posten Vorräte mit 27,3 Mio. EUR (Vorjahr 35,3 Mio. EUR) und der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag mit 30,3 Mio. EUR (Vorjahr 29,0 Mio. EUR) ausgewiesen. Die Veränderung des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags setzt sich aus dem Jahresfehlbetrag von -1,1 Mio. EUR und der Veränderung der Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung (-0,2 Mio. EUR) zusammen. Der Bestandsabbau bei den Vorräten von 8,1 Mio. EUR gegenüber Vorjahr resultiert u.a. aus dem Wegfall C&A als Vertriebspartner im Konsignationsbereich (-0,9 Mio. EUR), der Optimierung von Warenanlieferungen, der Altwarenvermarktung sowie aus dem hohen Bestandsniveau im Vorjahr. Das hohe Bestandsniveau im Vorjahr war bedingt durch den Austausch des NOS-Programms (Lagerware - Never out of Stock) und den Cyber-Angriff bei unserem Logistikpartner.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit 2,4 Mio. EUR leicht über dem Vorjahreswert (1,9 Mio. EUR). Der Anstieg der Forderungen ist auf ein niedriges Forderungsniveau im Vorjahr aufgrund des Cyber-Angriffs zurückzuführen. Die liquiden Mittel sind mit 2,7 Mio. EUR ebenfalls leicht über dem Vorjahreswert von 2,5 Mio. EUR.

Auf der Passivseite stehen diesen als wesentlichste Posten die Darlehen (einschließlich aufgelaufener Zinsen) unserer Gesellschafterin, der MUSTANG Holding GmbH mit 31,1 Mio. EUR (Vorjahr 31,9 Mio. EUR), Darlehen der Altgesellschafter der MUSTANG GmbH (einschließlich aufgelaufener Zinsen) mit unverändert 1,3 Mio. EUR und Darlehen der Gesellschafter der MUSTANG Holding GmbH (einschließlich aufgelaufener Zinsen) mit 14,1 Mio. EUR (Vorjahr 13,1 Mio. EUR) gegenüber. Die Darlehen der MUSTANG Holding GmbH betreffen mit 2,75 Mio. EUR eine durchgereichte Finanzierung über einen KfW-Förderkredit. Durch die anteilige Rückführung des Langfrist KfW-Darlehen (-1,1 Mio. EUR) wurde das Darlehen der MUSTANG Holding GmbH unter anderem reduziert.

Die bilanzielle Überschuldung im Konzernabschluss der MUSTANG GmbH zum Bilanzstichtag beträgt 30,3 Mio. EUR (Vorjahr 29,0 Mio. EUR). Zur Deckung der bilanziellen Überschuldung bestehen Rangrücktrittsvereinbarungen für Darlehen (einschließlich aufgelaufener Zinsen) mit der Gesellschafterin, deren Gesellschaftern und früheren Gesellschaftern in Höhe von insgesamt 46,5 Mio. EUR (Vorjahr 46,3 Mio. EUR).

6. Finanzlage

Die Mustang-Unternehmensgruppe finanziert sich im Wesentlichen über Darlehen der MUSTANG Holding GmbH und deren Gesellschaftern.

Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit liegt mit +2,2 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahr (-0,7 Mio. EUR). Ein Bestandsabbau von 8,1 Mio. EUR gegenüber Vorjahr ist Wesentlicher Treiber dieses positiven Effekts. Der Cash- Flow aus der Investitionstätigkeit mit -1,6 Mio. EUR liegt aufgrund weiterer Umbauarbeiten auf bestehenden Retail-Flächen leicht über Vorjahr (Vorjahr -1,3 Mio. EUR). Zinszahlungen führen zu einem negativen Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -0,5 Mio. EUR (Vorjahr -0,2 Mio. EUR).

Zum 31. Dezember 2023 finanziert sich die Mustang-Unternehmensgruppe (Ebene MUSTANG Holding GmbH) im Wesentlichen über:

durch Rangrücktrittsvereinbarungen unterlegte Gesellschafterdarlehen über 22,3 Mio. EUR (einschließlich aufgelaufener Zinsen). Die Gesellschafterdarlehen haben eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2026

bis zur endgültigen und vollständigen Befriedigung der Bankenkredite gewährte Darlehen von Altgesellschaftern der MUSTANG GmbH über 1,3 Mio. EUR (einschließlich aufgelaufener Zinsen)

Bankenfinanzierung

KfW-Förderkredit über 2,75 Mio. EUR

Kontokorrentlinie über 0,8 Mio. EUR, auch als L/C-Linie verwendbar

Avallinie über 2,5 Mio. EUR

L/C-Linie über 12,9 Mio. EUR

Factoring von Kundenforderungen (Ankaufvolumen zum 31. Dezember 2023: 3,7 Mio. EUR)

Daneben hat die Mustang-Unternehmensgruppe, zur Abdeckung des Liquiditätsbedarfs im Beschaffungsbereich, mit seinen Hauptlieferanten individuelle Lieferantenfinanzierungen vereinbart. Zum 31. Dezember 2023 waren 3,3 Mio. EUR dieser Linien in Anspruch genommen.

7. Gesamtaussage

Die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft ist geordnet. Die Ertragslage zeigt sich aufgrund des Jahresfehlbetrags nicht zufriedenstellend.

C. Prognosebericht

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Wirtschaftsweise) rechnet damit, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2024 preisbereinigt um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen wird. Das bedeutet für das kommende Jahr in Deutschland eine leichte Ausweitung des privaten Konsums, die zu einer verhaltenen konjunkturellen Erholung führt. 9

Die wirtschaftlichen Unsicherheiten für das Jahr 2024 bleiben dennoch vorhanden. Klar ist, dass 2024 mit steigenden Realeinkommen zu rechnen ist. Zum einen zeichnen sich weitere Lohnabschlüsse ab bzw. wurden bei Tarifabschlüssen Steigerungen für dieses Jahr vereinbart, zum anderen wird sich die Inflation weiter abschwächen. So sinkt zumindest der Druck auf die Portemonnaies der Konsumenten etwas. Das könnte sich positiv auf den Modemarkt auswirken. Spielentscheidend wird wohl auch das Wetter sein. Gerade die extremen Wetterlagen haben 2023 gezeigt, wie groß ihr Einfluss auf den Modemarkt ist. 10

Die Umsatzplanung der Mustang-Unternehmensgruppe für das Geschäftsjahr 2024 berücksichtigt die anhaltend zurückhaltende Konsumstimmung, die Schließung defizitärer Stores sowie die Vororderergebnisse Frühjahr/Sommer 2024. Insgesamt geht die Geschäftsführung im Jahr 2024 von einem gleichbleibenden Umsatzniveau aus.

Per Ende Januar 2024 konnte Mustang die Umsatzziele um rd. 0,3 Mio. EUR (+3,1%) übertreffen. Für die Vororder der Herbst/Winter Saison 24.2.1. können wir ebenfalls ein Umsatzplus zu unserem Budget und dem Vorjahreswert ausweisen. Diese positiven Effekte sind in unserer Unternehmensplanung noch nicht berücksichtigt.

Mehrkosten in den Bereichen Personal (Mindestlohn, Tarif) und rückläufige Lizenzerträge (Schuhlizenz), können durch steigende Roherträge, Mieteinsparungen durch Store-Schließungen und ein restriktives Kostenmanagement kompensiert werden.

9 Sachverständigenrat für Wirtschaft - Konjunkturprognose veröffentlicht im Jahresgutachten 2023/24.
10 Textilwirtschaft vom 10. Januar 2024.

Durch die vorgenannten Einflüsse zeigt die Planung für das Geschäftsjahr 2024 ein EBITDA, das leicht über dem Vorjahrjahreswert liegt.

Insgesamt erwartet die Geschäftsführung für 2024 auf der Grundlage, dass sich die Markt- und Nachfragesituation nicht wesentlich verschlechtert ein Ergebnis vor Steuern, das leicht über dem im Jahr 2023 erzielten Ergebnis vor Steuern liegen wird.

D. Chancen- und Risikobericht

1. Chancen

Wesentliche Chancen sehen wir in einer zukünftig positiven konjunkturellen Entwicklung mit einem steigenden Kaufverhalten der Kunden. Dies würde sich auf unseren eigenen Retail positiv auswirken. Im Wholesale Bereich erwarten wir ein positives Vororderergebnis in der Herbst/Winter Saison.

Potentiale zum weiteren Umsatzausbau sind vorhanden, allerdings sind die derzeitigen Marktbedingungen wie oben beschrieben herausfordernd. Zentraler Umsatztreiber wird der Wholesale sein. Die Entwicklung von Marke, Marketing, Produkt und Vertrieb der letzten zwei Jahre hat dazu geführt, Mustang im Bewusstsein der Händler zu neuer Stärke zurückzuführen, was durch das Interesse vieler potenzieller und wertiger Neukunden bestätigt wurde.

Das Lizenzgeschäft, insbesondere Länderlizenzen, bietet zusätzliche Chancen.

Im Beschaffungsbereich sehen wir weiteres Potential, um den Rohertrag zu verbessern.

2. Risiken

Eine andauernde Zurückhaltung bei den Konsumausgaben und klimatische Bedingungen können sich auf die Umsatzerlöse im eigenen Retail und somit auf das Ergebnis negativ auswirken. Treten die erwarteten Umsatzsteigerungen mit Vertriebspartnern im Wholesale-Bereich nicht ein, führt dies zu den gleichen Auswirkungen.

Währungsbedingten Preisänderungsrisiken wirkt die Mustang-Unternehmensgruppe im Rahmen der Möglichkeiten mit Devisentermingeschäften entgegen und sichert so Risiken für die Margen ab. Die Devisentermingeschäfte werden ausschließlich mit festen Kursen und festen Terminen abgeschlossen, da spekulative Termingeschäfte seitens der Geschäftsführung nicht genehmigt werden. Der Konzern nutzt darüber hinaus keine derivativen Finanzinstrumente.

Mit der Abtretung eines wesentlichen Teils des Forderungsbestandes aus Lieferungen und Leistungen an eine Factoringgesellschaft und der konsequenten Umsetzung, der hieraus abzuleitenden Anforderungen an ein qualifiziertes Kunden- Kreditmanagement, begegnen die operativen Gruppengesellschaften den aus diesem bedeutenden Segment drohenden Ausfall- und Liquiditätsrisiken.

Bestandsrisiken in den Vorräten werden bilanziell durch ausreichende Abwertungen berücksichtigt. Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite (Schwerpunkt USD-Kurs und Baumwolle) wirken wir zum einen mit moderaten Erhöhungen der Verkaufspreise und zum anderen mit Maßnahmen bei der Optimierung der Einkaufspreise entgegen.

Die seit Februar 2022 eingetretene Ukraine-Krise hat unsere Geschäftstätigkeit in Russland bisher nur moderat eingeschränkt. Lieferungen an Kunden erfolgen gegenwärtig nur gegen Vorkasse und unter Berücksichtigung von Preisanpassungen. Forderungen gegen Kunden der liefernden MUSTANG Russia konnten seit Kriegsbeginn deutlich reduziert werden. Zahlungen aus Russland sind derzeit nicht eingeschränkt. Sollten sich Sanktionen auf unsere Tochtergesellschaft in Russland negativ auswirken, könnte dies zu einer Reduzierung von Umsatz und Ertrag führen. Ein Wegfall des Russlandgeschäfts bei einer weiteren Eskalation des Konfliktes ist nach unserer Einschätzung isoliert betrachtet nicht bestandsgefährdend (vgl. D.3.). Allerdings ergäben sich bei Entkonsolidierung der russischen Tochtergesellschaft bilanzielle Auswirkungen durch Ausbuchung von bisher konsolidierten Forderungen der MUSTANG Jeans GmbH. Um das Risiko zu minimieren, wurden im Jahr 2023 Möglichkeiten der Direktbelieferung der Tochtergesellschaft in Russland von unseren Lieferanten geprüft und weitestgehend umgesetzt.

Mit den finanzierenden Kreditinstituten wurde ein monatliches Reporting vereinbart. Das Reporting beinhaltet Plan-/Ist-Vergleiche für GuV, Bilanz und Cashflow und eine rollierende 13-Wochen-Liquiditätsvorschau.

Zusätzlich erfolgt ein regelmäßiges Quartalsreporting, in dem aufbauend auf dem aktuellen IST ein überarbeiteter Forecast für die verbliebenen Monate des Jahres erstellt wird. Das Quartalsreporting setzt sich ebenfalls aus GuV, Bilanz und Cashflow, mit den entsprechenden Vergleichen zusammen.

3. Bestandsgefährdende Risiken

Die Unternehmensplanung der Mustang-Unternehmensgruppe zeigt bei planmäßiger Entwicklung für das Geschäftsjahr 2024 zu jedem Zeitpunkt eine finanzielle Überdeckung, bei anteiliger Rückführung der Inanspruchnahme der Lieferantenlinie der MUSTANG Jeans GmbH von rund 0,9 Mio. EUR auf 2,4 Mio. EUR. Anhaltspunkte dafür, dass die Lieferantenlinien nicht wie vertraglich vereinbart zur Verfügung stehen würden, liegen der Geschäftsführung aktuell nicht vor. Darüber hinaus steht noch die KK-Linie der Sparkasse Hohenlohe (0,8 Mio. EUR) zur Verfügung. Die Bankenlinie bildet für die Mustang-Unternehmensgruppe somit eine zusätzliche Reserve. Das Unternehmen verfügt nach Einschätzung der Geschäftsführung über eine weitgehend stabile Finanz- und Liquiditätssituation.

Wesentliche Planungsprämissen sind hierbei, dass die Umsatztätigkeit der Mustang-Unternehmensgruppe zukünftig nicht mehr wesentlich durch die Markt- und Nachfrageimpulse bei den Konsumenten beeinflusst ist sowie klimatische Bedingungen sich nicht signifikant verschlechtern. Teil der Planungsprämissen ist ebenfalls die Fortführung der Geschäftstätigkeit in Russland. Sollte das Russlandgeschäft aufgrund der Ukraine-Krise vollständig eingestellt werden, dann stellt dies singulär betrachtet kein bestandsgefährdendes Ereignis für die Mustang-Unternehmensgruppe dar. Erst im Zusammenwirken mit weiteren signifikanten Planungsabweichungen, die sich u.a. aus einer deutlichen Verschlechterung der Markt- und Nachfrageimpulse sowie weiterer exogener und makroökonomischer Rahmenbedingungen ergeben könnten, wäre dies der Fall. Diese Abweichungen können je nach Ausmaß und Konstellation den Fortbestand der Mustang Unternehmensgruppe gefährden.

Die Geschäftsführung schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass die oben genannten Planabweichungen kumulativ in einem bestandsgefährdenden Ausmaß gleichzeitig eintreten, grundsätzlich als möglich, kurzfristig aber als eher gering ein. Ungeachtet dessen, hat die Mustang-Unternehmensgruppe in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es in der Lage ist, erfolgreich auf die unterschiedlichsten negativen wirtschaftlichen Einflüsse zu reagieren.

E. Nachhaltigkeit

Mustang hat sich durch die Einführung der Ethik-Charta "True Way" im Jahr 2021 zu einer nachhaltigen Unternehmensführung bekannt. Diese berücksichtigt alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Gesellschaft (Soziales) und Ökonomie. Eine nachhaltige Unternehmensführung hat das Ziel so zu wirtschaften, dass die Bedürfnisse der heutigen Generationen erfüllt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen einzuschränken oder gar zu gefährden. Dies ist für uns von übergeordneter Bedeutung, da Mustang als Teil der Gesellschaft die Verantwortung hat, einen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Nachhaltigkeit zu leisten.

Im Jahr 2019 wurde für die Erarbeitung und Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie in den Aspekten Ökologie und Gesellschaft (Soziales) das CR-Board (Corporate Responsible-Board) gegründet, welches von unserem CEO geleitet wird und bereichsübergreifend besetzt ist. Ziel ist es u.a., die Umweltbelastungen durch unsere Geschäftstätigkeiten zu minimieren, die Nachhaltigkeit unserer Produkte durch Qualität und Langlebigkeit zu erhöhen und die Arbeitsbedingungen und Sozialstandards in unserer globalen Wertschöpfungskette zu verbessern. Die Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich dabei an der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Über Inhalt und Fortschritt zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie informieren wir auf unserer Unternehmenswebsite unter Verantwortung (https://company.mustang-jeans.com/verantwortung/).

 

Schwäbisch Hall, 15. März 2024

gez. Andreas Baur, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die MUSTANG GmbH, Schwäbisch Hall:

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der MUSTANG GmbH und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der MUSTANG GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt A. "Allgemeine Erläuterungen" im Konzernanhang sowie die Angaben in Abschnitt D.3. des Konzernlageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass Abweichungen von den Planungsprämissen im Rahmen der Unternehmensplanung je nach Ausmaß und Konstellation den Fortbestand der Mustang- Unternehmensgruppe gefährden könnten.

Die Unternehmensplanung der Mustang-Unternehmensgruppe zeigt bei planmäßiger Entwicklung für das Geschäftsjahr 2023 - unter den Planungsprämissen, dass die Umsatztätigkeit der Mustang-Unternehmensgruppe zukünftig nicht mehr wesentlich durch die Markt- und Nachfrageimpulse bei den Konsumenten beeinflusst ist sowie klimatische Bedingungen sich nicht signifikant verschlechtern und das Russland-Geschäft fortgeführt werden kann - zu jedem Zeitpunkt eine finanzielle Überdeckung, bei anteiliger Rückführung der Inanspruchnahme der Lieferantenlinie der MUSTANG Jeans GmbH von rund 0,9 Mio. EUR auf 2,4 Mio. EUR.

Die Geschäftsführung weist darauf hin, dass die Einstellung des Russland-Geschäfts im Zusammenwirken mit weiteren signifikanten Planungsabweichungen, die sich u.a. aus einer deutlichen Verschlechterung der Markt- und Nachfrageimpulse sowie weiterer exogener und makroökonomischer Rahmenbedingungen ergeben könnten, je nach Ausmaß und Konstellation den Fortbestand der Mustang-Unternehmensgruppe gefährden könnte.

Wie in den Angaben in Abschnitt A im Konzernanhang und Abschnitt D.3. des Konzernlageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die lageberichtsfremden Angaben im Abschnitt E. Nachhaltigkeit. Lageberichtsfremde Angaben sind Angaben, die nicht nach §§ 289 ff HGB / 315 ff HGB vorgeschrieben sind.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen:

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grund-sätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, 15. März 2024

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gez. Lisa-Katrin Lohrmann, Wirtschaftsprüferin

gez. Martin Haack, Wirtschaftsprüfer

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