Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 767414
Eingetragen
12.12.2018
Branche
BeteiligungsgesellschaftenKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und NichtwohngebäudenManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Gegenstand
Gegenstand von Amts wegen berichtigt in: Entwicklung, Vertrieb und Betrieb von Software und zugehörigen Services. Die Gesellschaft darf Geschäfte vornehmen und Tätigkeiten ausüben , die dem Gegenstand des Unternehmens unmittelbar oder mittelbar dienen. Die Gesellschaft darf andere Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art im In- und Ausland erwerben, solche Unternehmen pachten, die Geschäfte solcher Unternehmen führen oder solche Unternehmen vertreten. Die Gesellschaft darf sich darüber hinaus an solchen Unternehmen beteiligen und Unternehmensverträge mit solchen Unternehmen abschließen. Sie darf Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen im In- und Ausland errichten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Kristian Sindek
seit 31.7.2025
Prokura
Ulrich Dr. Lison
seit 12.12.2018
Prokura
Markus Meißner
seit 12.12.2018
Geschäftsführer
Steffen Frey
seit 12.12.2018
Prokura
Jonny Dambrowsky
seit 12.12.2018
Prokura
Prokura
Jochen Günzel
seit 12.12.2018
Prokura
Martin Setzler
seit 12.12.2018
Prokura
Matthias Kieß
seit 12.12.2018
Geschäftsführer

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

AEB SE

Stuttgart

Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Inhaltsverzeichnis

1 Lagebericht

1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

1.2 Geschäftsentwicklung

1.3 Ertragsbericht

1.4 Entwicklung der Finanz- und Vermögenslage

1.5 Menschen in AEB

1.6 Nachhaltigkeit

1.7 Produkte, Forschung, Entwicklung und Service

1.8 Vermarktung, Implementierung, Betrieb, Service

1.9 Risikobeurteilung

1.10 Ausblick auf 2024 und Zukunftsaussichten

2 Konzernabschluss

2.1 Vorjahresabschluss

2.2 Bilanz

2.3 Gewinn- und Verlustrechnung

2.4 Eigenkapitalspiegel

2.5 Kapitalflussrechnung

3 Anhang

3.1 Konsolidierungskreis, Organigramm Stand 31.12.2023

3.2 Mutterunternehmen: AEB SE

3.3 Tochtergesellschaften der AEB SE

3.4 Erläuterungen zur Bilanz - Aktiva

3.5 Erläuterungen zur Bilanz - Passiva

3.6 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

3.7 Sonstige Angaben

4 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

1 Lagebericht

Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen, Schaubildern und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten auftreten.

1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der Blick auf die Weltlage - ob mit einem Fokus auf Wirtschaft oder allgemein - konnte im Jahr 2023 nur getrübt sein. Die Konfliktherde sind nicht weniger geworden und greifen teilweise direkt in Lieferketten und damit in Warenströme ein. Während die Aktienkurse einen Höhenflug nach dem nächsten erleben und die amerikanische Wirtschaft Dank "Bidenomics" und protektionistischer Maßnahmen floriert, befinden sich die europäischen Staaten in oder am Rande einer Rezession. Deutschland ist zum Jahresende mit einer Wachstumsprognose von nur 0,2% laut Jahreswirtschaftsbericht 2023 bereits in eine solche hineingerutscht.

Die konjunkturelle Schwäche in Deutschland insgesamt aber auch die mäßigen Wachstumsraten in der EU und weltweit in Kombination mit zwar sinkender aber immer noch merklicher Inflation führten zu einer spürbaren Investmentzurückhaltung. Gleichzeitig fällt China als zuverlässiger Wachstumsmotor - besonders für einen Exportweltmeister wie Deutschland - zunehmend aus. Lag das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2023 noch bei 5,4%, wird es für 2024 auf nur noch 4,3% prognostiziert. Das Wanken des riesigen chinesischen Immobiliensektors verheißt darüber hinaus nichts Gutes und ein Zusammenbruch würde weltweite Konsequenzen nach sich ziehen. Die schlechte Binnenkonjunktur und unsichere wirtschaftliche Lage drücken die Konsumaussichten im bevölkerungsreichsten Land der Welt.

Während der Außenhandel in und aus der EU bzw. Deutschland sich dementsprechend rückläufig gestaltete und die Zahl der Warenbewegungen abnahm, hielten sich die korrespondieren Zahlen aus den USA konstant. Doch auch die noch stabilen Wirtschaftsräume spüren die Krisen. Sanktionen gegen Russland bleiben im zweiten Kriegsjahr eine Konstante, neu entflammte Konflikte im mittleren Osten lassen Energie- und Rohstoffpreise teils heftig schwanken und die Gefahrenlage im Roten Meer mit wiederkehrenden Angriffen der jemenitischen Huthi-Rebellen auf Containerschiffe beeinträchtigte Lieferketten zwischen Europa, Asien und den USA erheblich.

Der allgemeinen Wirtschaftslage steht der weiterhin starke Wachstumsmarkt der Informations- und Kommunikationstechnologien gegenüber. Zahlen des Bitkom e.V. 1 zeigen ein Wachstum des Softwaremarktes um 9%. Neben dem gerade in einer traditionellen Branche wie dem Zoll noch immer erheblichen Digitalisierungspotenzial sind die treibenden Kräfte in der Branche nach wie vor Automatisierung und, rasch wachsend, das in seiner unerwartet kometenhaften Weiterentwicklung beeindruckende Feld der künstlichen Intelligenz. Während Prozesse und Systeme immer digitaler werden, ist es ausgerechnet ein Bereich mit klar menschlicher Komponente, der mit der Automatisierung um den Trend des Jahres konkurriert: Kollaboration. Die Bildung von Synergien spart Geld und Ressourcen, der Zusammenschluss mit verwandten Technologien und Ansätzen kann im Rennen um die Zukunft erfolgsentscheidend sein.

Weniger euphorisch fällt der Blick auf den Logistik-Sektor aus. Trotz der ersten einsetzbaren KI-Lösungen bleibt die Stimmung verhalten. Zwar beträgt das Wachstum immer noch 2,5%, 2 angesichts der Bedeutung dieser Branche für die deutsche Wirtschaft ist das jedoch kein zufriedenstellender Wert.

1 ITK-Märkte | Bitkom e. V.

2 Sachverständigenrat für Wirtschaft: Jahresgutachten 2023/24 (sachverstaendigenrat-wirtschaft.de)

1.2 Geschäftsentwicklung

Grundsätzlich und insgesamt betrachtet ist die Geschäftsentwicklung von AEB in 2023 positiv zu bewerten. Umstiege von On Premise-Lösungen in die Cloud trugen genauso zum Wachstum bei wie die neueren Segmente E-Commerce und das Customs Broker-Business. Auch die Transformation in die Cloud zeigt sich mit Blick auf die stark wachsenden Transaktionszahlen im AEB-Rechenzentrum erfolgreich.

1.2.1 Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Geschäftsleitung steuert das Unternehmen primär durch die finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzentwicklung, Auftragsbestand und Entwicklung des Auftragseingangs.

1.2.2 Digitalisierung

Der Trend zur Digitalisierung in den Bereichen Zoll, Logistik und Trade Compliance ist ungebrochen und fokussierte sich 2023 wesentlich auf Automatisierung sowie digitale Vernetzung und Kollaboration. Eine wichtige und immer wichtiger werdende Disziplin ist die künstliche Intelligenz, die in AEB z.B. rund um die Produktklassifizierung zu großer Reife gelangt ist.

1.2.3 Rechtsänderungen

Genauso ungebrochen wie der Trend zur Digitalisierung ist auch der zur Rechtsänderung im Bereich Außenwirtschaft. Für AEB bergen diese Änderungen Potenziale, da durch sie neue oder angepasste Produkte nötig und nachgefragt sind, gleichzeitig binden Entwicklung und Wartung rund um diese Anpassungen viele Ressourcen, die dann für die Fokussierung auf Innovationen fehlen.

1.2.4 Cloud first und Cloud only

Der konsequente Umbau von AEB in Richtung Cloud schritt 2023 voran und etablierte sich dabei endgültig als Straße ohne Wiederkehr. Aus der Intensivierung der Strategie speziell im Hinblick auf die Umstellung von On Premise-Lösungen in die Cloud ergaben sich eine erhöhte Wertschöpfung und klare Wachstumsimpulse für AEB. Gleichzeitig zeigten die stark angewachsenen Zahlen der im Rechenzentrum abgewickelten Deklarationszahlen das Skalierungspotenzial der Cloud.

1.2.5 SAP®-Integration

Die Integrierbarkeit des AEB-Portfolios in SAP bleibt eine erklärte Stärke unserer Produkte, speziell vor dem Hintergrund der weiterhin relevanten Umstiege auf SAP S4/HANA®, mit dem sich zahlreiche Unternehmen auch 2023 beschäftigen mussten. Diese Marktchancen haben wir genutzt und nutzen wir weiter.

1.2.6 Partnerkanal

2023 hat AEB die Zusammenarbeit mit ERP-Systemhäusern weiter intensiviert, um Synergien und alternative Marktzugänge zu nutzen. Durch die Value Added Services der ERP-Häuser erhalten die Kunden auf ihre Bedürfnisse angepasste Expertise und Consulting und AEB bekommt Zugang zu Marktsegmenten, für die eine Software ohne zusätzlichen Service nicht in Frage käme.

1.2.7 International

Trotz einer insgesamt geschwächten Wirtschaft in Europa empfängt AEB weiterhin starke Impulse aus den Kernmärkten Großbritannien, Niederlande, Belgien und Schweiz, aus denen abzulesen ist, dass der Bedarf an Lösungen hoch bleibt. Jedoch dauert die Festlegung auf eine Software aufgrund besonders genauen Abwägens aller Kosten und Nutzen länger als in der Vergangenheit. Eine besonders positive Entwicklung verzeichnen in dieser Hinsicht Schweden und Singapur/Asien.

1.2.8 Employer Branding

Eine weiterhin hohe Attraktivität von AEB als Arbeitgeberin ergibt sich einerseits aus sehr guten Ergebnissen auf der Bewertungsplattform kununu, wo wir es im Jahr 2023 unter die Top 10 der besten Arbeitgeber aus dem Tech-Bereich geschafft haben, und andererseits aus dem Zusammenspiel von Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeitenden und einer beide Dimensionen stützenden Arbeitskultur. Zahlreiche Bewerbungen und die erfolgreiche Neubesetzung offener Stellen sprechen eine ähnlich positive Sprache.

1.3 Ertragsbericht

Die Werte in Schaubildern und Tabellen entsprechen Mio. EUR.

1.3.1 Aufträge

Berichtet wird über die Aufträge der AEB-Gruppe ohne BEX.

Im Auftragseingang werden jeweils neu eingehende Aufträge erfasst. Neukunden und Bestandskunden beauftragen AEB mit IT-Projekten (Individuelle Dienstleistungen), der Anbindung und Nutzung von Cloud-Lösungen und mit der Erbringung von standardisierten Dienstleistungsprodukten. Die Neu-Lizensierung von Software On-Premises spielt mittlerweile keine Rolle mehr.

Neu abgeschlossene Verträge für Cloud-Lösungen und Dienstleistungsprodukte sind Daueraufträge mit unbestimmter Laufzeit. Diese berücksichtigen wir in Höhe des voraussichtlichen Jahresumsatzes im Auftragseingang. Die Verlängerung bestehender Aufträge wird im Auftragsbestand dargestellt.

Der gesamte so ermittelte Auftragseingang hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich positiv entwickelt. Das Jahr 2022 war dabei ein Ausnahmejahr. Der Auftragseingang 2023 blieb unter unseren Erwartungen. Dennoch sehen wir die Entwicklung positiv.

Aus dem Auftragsbestand der AEB-Gruppe (ohne BEX) am 31.12.2023 kann mit großer Sicherheit Umsatz geplant werden.

Zum einen besteht der Auftragsbestand am Bilanzstichtag aus den jeweiligen Jahresumsätzen über regelmäßig zu erbringende Dienstleistungsprodukte sowie aus den jeweiligen Jahresumsätzen über Cloud-Leistungen und Lizenzumsätze. Dies sind die bereits erwähnten Daueraufträge.

Zum anderen rechnen wir dem Auftragsbestand offene Abrechnungen aus noch zu erbringenden Dienstleistungen aus den IT-Projektverträgen zu. Dies sind Leistungen, die einmalig erbracht und abgerechnet werden.

Die positive Entwicklung setzt sich weiter fort. Mit in Summe 69,5 Mio. EUR gegenüber 66,3 Mio. EUR im Vorjahr konnte eine Erhöhung des Auftragsbestands von 4,8 % verzeichnet werden.

1.3.2 Umsatz

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um 10,8 % auf rund 83,0 Mio. Unsere Umsatzerwartungen wurden damit leicht (1,6%) übertroffen.

Umsatz nach Umsatztyp 2022 2023 %
Cloud 39,6 45,9 15,9
Dienstleistungsprodukte 5,1 6,0 17,6
Individuelle Dienstleistungen 17,6 19,3 9,7
On-Premises 8,5 8,2 -3,5
Handel Dienstleistungen, Lizenzen und Waren 3,9 3,2 -17,9
Sonstiges 0,2 0,4 100,0
Gesamt 74,9 83,0 10,8

Besonders stark haben sich erneut die Umsätze aus Cloud entwickelt, was im Wesentlichen auf die Neuaufträge aus den Jahren 2022 und 2023 zurückzuführen ist.

Erwartungsgemäß haben sich die Umsätze aus On-Premises weiter reduziert.

Die Steigerung der Umsätze für Dienstleistungsprodukte im Jahr 2023 ist auf die vermehrte Nachfrage an Schulungen für das ATLAS-Release AES 3.0 zurückzuführen. Dabei handelt es sich um einen Einmaleffekt.

Auch der sehr hohe Umsatz für individuelle Dienstleistungen ist im Wesentlichen auf die Neuaufträge aus den Jahren 2022 und 2023 zurückzuführen.

Gegenüber dem Vorjahr wurde von dem Gliederungsschema geringfügig abgewichen. So werden nunmehr Erstlizenzen nicht mehr unter Sonstiges ausgewiesen, stattdessen werden Erstlizenzen und jährliche Nutzungsgebühren unter On-Premises zusammengefasst.

1.3.3 Ergebnis

Neben der Steigerung unseres Umsatzes im Jahr 2023 blieben die sonstigen betrieblichen Erträge annähernd unverändert (-2,2 %). Die Gesamtkosten inklusive Steuern und Abgaben erhöhen sich um 11,9 %. Schlussendlich konnten wir unser geplantes Ziel im Jahresüberschuss um knapp 0,5 Mio. EUR übertreffen und ein ähnlich hervorragendes Ergebnis wie in den vorvergangenen zwei Jahren erreichen.

1.4 Entwicklung der Finanz- und Vermögenslage

Die Werte in Schaubildern und Tabellen entsprechen Mio. EUR.

1.4.1 Bilanzsumme

Die Bilanzsumme ist im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um rund 3,7 Mio. EUR (5,41%) angewachsen.

1.4.2 Bilanzwerte im Vergleich zum Vorjahr - wesentliche Veränderungen

Aktiva

Im Anlagevermögen erhöhten sich Sachanlagen, Grundstücke und Gebäude und immateriellen Vermögensgegenstände zusammen um rund 1,67 Mio. EUR. Neben einem Zugang in Höhe von 4,14 Mio. EUR wurden 2,46 Mio. EUR abgeschrieben. Es waren Anlagenabgänge im Buchwert von 0,01 Mio. EUR zu verzeichnen. Der größte Teil der Zugänge entfiel in Höhe von rund 3,1 Mio. EUR auf Sachanlagen für den Betrieb des Rechenzentrums, ausgelöst von und kompensiert durch die steigenden Transaktionen und Umsätze in unserer Cloud.

Die Finanzanlagen erhöhten sich um 1,09 Mio. EUR. Rund 1,02 Mio. EUR entfielen auf die Beteiligung an GRYN GmbH.

Das gesamte Umlaufvermögen reduzierte sich um rund 0,34 Mio. EUR (1,0 %). Unsere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind trotz der Umsatzsteigerung in Höhe von 10,8 % nur um 9,2 % (1,27 Mio. EUR) gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um 0,68 Mio. EUR (21,3 %) erhöht. Letzteres ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Absicherung der Zeitwertkonten der Mitarbeitenden zurückzuführen. Unsere liquiden Mittel sind um rund 2,45 Mio. EUR (14,5 %) auf rund 14,41 Mio. EUR zum Bilanzstichtag gesunken.

Passiva

Das Eigenkapital ist um 5,19 Mio. EUR (16,0 %) angestiegen. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus dem Jahresüberschuss zum 31.12.2023 (5,58 Mio. EUR) und der Ausschüttung von Gewinnen (0,86 Mio. EUR).

Die Rückstellungen sind um 0,91 Mio. EUR (9,0 %) angewachsen.

Die Verbindlichkeiten konnten in Summe um 2,28 Mio. EUR (10,9 %) reduziert werden. Darin enthalten ist der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch die Tilgung der Finanzierungskredite für das Headquarter in Stuttgart um 1,98 Mio. EUR.

1.5 Menschen in AEB

1.5.1 Anzahl Mitarbeiter*innen

In personeller Hinsicht konnten wir im Geschäftsjahr 2023 die Zahl unserer Mitarbeitenden in der AEB-Gruppe inklusive der Studierenden und Auszubildenden auf insgesamt 704 erhöhen.

Zum Bilanzstichtag am 31.12.2023 waren bei AEB SE in Deutschland, Schweden, Niederlande und Tschechien 604 Mitarbeitende beschäftigt. Hinzu kommen weitere 66 Beschäftigte in unseren internationalen Gesellschaften. Unsere im Jahr 2022 neu gegründete Tochtergesellschaft Customs Heroes hat 2 Mitarbeitende, die BEX AG 32.

1.5.2 Recruiting und Employer Branding

Ein besonderer Meilenstein im Employer Branding war 2023 das Go Live der neuen Karriereseiten innerhalb der AEB-Website. Als Resultat genauer Search Engine Optimization- und Heatmap-Analysen soll ihr Aufbau Interessierte abholen und ohne Absprungverluste zu den für sie relevanten Inhalten leiten. Das zugrundeliegende Konzept dreht sich ganz um den Begriff "Raum" und seine unterschiedlichen Ausprägungen und Interpretationen innerhalb AEB.

Diese neue Ansprache von Bewerberinnen und Bewerbern kombiniert mit einem professionellen und transparenten Bewerbungsprozess und einem sorgfältig geplanten und umgesetzten Onboarding hat uns im Jahr 2023 ermöglicht, insgesamt 68 Angestellte und 36 Studierende für uns zu gewinnen.

1.5.3 Common Ground

Auch 2023 befand sich der Common Ground als Leitmotiv für die Arbeit und Zusammenarbeit in AEB in einer delikaten Balance zwischen Beständigkeit und Weiterentwicklung.

Das in ihm verankerte Prinzip der Eigenverantwortung fand sich in der nun fest etablierten Selbsteinschätzung und in transparenten Feedbacks für die Gehaltsentwicklung genauso wieder wie in den internen Weiterbildungsangeboten rund um Verantwortung gegenüber AEB, den Kolleg*innen und natürlich sich selbst.

Der Umzug von Yammer zu Slack führte die Unternehmenskommunikation und die Kommunikation innerhalb von Communities und Teams sowie der Mitarbeitenden untereinander zusammen, um einerseits das Einholen wesentlicher Informationen an einem Ort zu erleichtern und andererseits eine moderne, funktionsreiche Kommunikationsplattform unternehmensweit anzubieten.

1.5.4 Arbeiten in AEB

In AEB arbeiten Menschen einerseits an einem unserer Standorte oder im Headquarter in Stuttgart physisch miteinander, in vielen Fällen aber auch remote aus dem Homeoffice. Die Dualität aus physischer und digitaler Präsenz birgt weiterhin die Herausforderung, Gemeinschaftsgefühl und wertvolle Gelegenheiten für direkten Austausch genauso zu ermöglichen wie eine maximale Flexibilität, durch die die Arbeit besser in das individuelle Leben passt und damit nicht allein als Stressfaktor, sondern als frei gewählte und motiviert begangene Beschäftigung empfunden werden kann.

Um diese Dualität bestmöglich in AEB zu leben, wurde 2023 ein neues Veranstaltungskonzept entwickelt, das 2024 zum ersten Mal zum Tragen kommt. Mit vierteljährlichen Touchpoints vor Ort im AEB Headquarter wird eine möglichst hohe Dichte an Mitarbeiter*innen zu weit im Voraus kommunizierten Terminen erreicht und so ein Maximum an direktem, analogem Austausch gefördert. Diese Termine sind das Frühjahrs-Gathering mit Bekanntgabe der Schwerpunktthemen für das neue Jahr im März, get connected und das Customer Success Meeting im Juni samt Sommerfest, das internen Themen gewidmete Herbst-Gathering im September und schließlich die Weihnachtsfeier im Dezember.

1.5.5 Betriebliches Gesundheitsmanagement

Als Arbeitgeberin hat AEB ein klares Interesse, dass ihre Mitarbeiter*innen gesund sind und es auch lange bleiben. Im Jahr 2023 wurden zwei wesentliche Neuerungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement eingeführt. Zum einen bietet AEB ihren Beschäftigten vergünstigte Besuche in zahlreichen Fitness-Studios in ganz Deutschland und anderen Sporteinrichtungen wie Schwimm- oder Boulderhallen oder in Yogakursen an. AEB sponsort dieses Angebot und übernimmt ca. die Hälfte der Kosten.

Die Statistiken der Krankenkassen zeigen jedes Jahr aufs neue starke Zuwächse bei den psychischen Erkrankungen, die dem klassischen Leiden der im Büro Arbeitenden, den Rückenschmerzen, schon bald den Rang abzulaufen drohen. Bei AEB glauben wir nicht, dass die psychische Gesundheit reine Privatsache ist und haben zwei Komponenten entwickeln, mit denen wir die mentale Verfassung unserer Mitarbeiter*innen verbessern möchten. Zum einen können Beschäftigte anonym über ein Online-Portal Unterstützung bei Krisen oder psychischen Beschwerden bekommen. Die Kosten übernimmt AEB. Mit der Ausbildung sogenannter Mental Health Ersthelfer*innen sorgen wir zudem direkt an unseren Standorten für Ansprechpersonen, die weitere Hilfen vermitteln oder empfehlen können.

1.5.6 Aus- und Weiterbildung

Am Bilanzstichtag 31.12.2023 haben wir 6 Auszubildende, 9 Studierende der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), 8 Praktikant*innen, 3 Bacheloranden und 28 Werkstudent*innen beschäftigt.

1.6 Nachhaltigkeit

Am 5. Januar 2023 trat in der Europäischen Union die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in Kraft, die Unternehmen in der EU verpflichtet, über die ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit sowie über die Auswirkungen ihrer Aktivitäten und Initiativen im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung zu berichten. Für AEB beginnt die Berichtspflicht für das Geschäftsjahr 2025. Vorbereitende Maßnahmen für die CSRD wurden bereits 2023 begonnen. Ein grundlegendes Element dabei ist die Wesentlichkeitsanalyse, anhand derer analysiert werden muss, welche Nachhaltigkeitsthemen für AEB berichtspflichtig und darüber hinaus strategisch relevant sind. Aufgrund der Fokussierung auf den Aufbau des gesetzeskonformen Nachhaltigkeitsreportings verzichtet AEB auf einen freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht für 2023.

1.6.1 Ökonomische Verantwortung

Wir sind uns bewusst, dass Softwarelösungen auch einen direkten Einfluss auf die Umwelt haben können. Daher haben wir uns dazu verpflichtet, durch Verwendung von Cloud-Technologie unseren Kunden Lösungen bereitzustellen, die durch verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel die Reduktion von physischen Servern, zu einer Reduzierung des Stromverbrauchs beitragen.

An vielen Stellen unserer eigenen Lieferketten stellen wir bereits sicher, dass Zulieferer und Geschäftspartner angemessene Nachhaltigkeitsstandards einhalten. Ob durch reinen Ökostrom in unseren deutschen Standorten, regionale Biokostprodukte für unsere Kantine, bevorzugt nachhaltige Hotels bei Dienstreisen oder durch nachhaltige Werbepartner.

Eine weitere Gesetzgebung rund um Nachhaltigkeit, der Green Deal der EU, hat bei AEB im Jahr 2023 zu einer Analyse geführt, wo sich Chancen ergeben, mit AEB-Produkten und -Lösungen zur Umsetzung beizutragen. Als eines der ersten relevanten Themen wurde hier das CBAM-Reporting 3 identifiziert, das 2023 zum ersten Mal für zahlreiche Kunden Relevanz hatte.

3 CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) ist ein Grenzausgleichsmechanismus der Europäischen Union zum Zwecke des Klimaschutzes

1.6.2 Ökologische Verantwortung

Wir sind uns natürlich auch unserer ökologischen Verantwortung bewusst und ergreifen aktiv Maßnahmen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und zu vermeiden. Treibhausgase allein zu kompensieren und damit Klimaneutralität zu erreichen, genügt uns jedoch nicht. Wir wollen durch echte Emissionsreduzierung dazu beitragen, die Erreichung des weltweiten Temperaturanstiegs auf 1,5° Celsius zu begrenzen und unterstützen die Ziele des Pariser Klimaabkommens.

Dabei zeigen sich Fortschritte, z.B. in der Reduktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren im Fuhrpark und einem entsprechenden Anstieg der Nutzung von Elektromobilität. Mit dem signifikanten Unternehmenswachstum und der steigenden Zahl von Menschen, die für AEB tätig sind, ging aber auch eine Zunahme der Verbräuche einher. Ob Müll, gefahrene Kilometer, Hotelübernachtungen oder Wasserverbrauch, in allen Bereichen ist der Verbrauch gestiegen. Dies ist auch auf eine völlige Rückkehr zur Normalität in puncto Reisen und Präsenzveranstaltungen zurückzuführen nach dem Wegfall aller pandemiebedingten Einschränkungen. Den größten Anteil nehmen aktuell Dienstreisen und hierin speziell Langstreckenflüge ein. Ein Fokus wird darum in Zukunft auch auf der Vereinbarkeit von Wachstum und Nachhaltigkeit liegen.

Um den Fußabdruck von Jahr zu Jahr weiter zu reduzieren, wurde schon 2023 ein ganzes Bündel an Maßnahmen organisiert und umgesetzt. Der Fokus lag dabei vor allem darauf, in der Belegschaft noch weiter Aufmerksamkeit auf das Thema Emissionsvermeidung und -reduzierung zu lenken und die Bereitschaft zu erhöhen, Veränderungen anzustoßen und aktiv mitzutragen. Zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen trugen dazu bei.

1.6.3 Soziale Verantwortung

Als mittelständische Arbeitgeberin existiert AEB nicht in einem Vakuum, sondern ist Teil der Gesellschaft und übernimmt soziale Verantwortung.

Soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden und der Gesellschaft leben wir nicht nur im Rahmen geltender Gesetze und Normen, sondern darüber hinaus. Mit dem Ziel, erkennbare Werte zu schaffen. Nicht für uns, sondern durch uns.

Eine große Rolle spielt dabei die AEB-Stiftung. Diese setzt sich dafür ein, benachteiligten Menschen gleichberechtigten Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Mehr Informationen dazu finden sich im Jahresbericht der AEB-Stiftung. AEB hat im vergangenen Jahr die Stiftung nicht nur durch die in der Satzung festgeschriebenen Dividende, sondern darüber hinaus mit einer Spende unterstützt. Weitere Spenden wurden für internationale Katastrophenhilfe eingebracht.

Einer der Schwerpunkte 2023 war "DEI" - Diversity, Equity, Inclusion. Mit zahlreichen Aktionen, Informationen und der Identifizierung von Verbesserungspotenzialen wurde diese Verantwortung in den Mittelpunkt gerückt.

Einen eher externen Fokus hat dagegen die Lieferantenrisikoanalyse, die AEB im Rahmen des neuen Lieferkettensorgfaltspflichtgesetzes durchgeführt hat. AEB selbst fällt in absehbarer Zeit nicht unter das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, ist jedoch davon überzeugt, dass sie auf Dauer nur erfolgreich sein kann, wenn sie ihrer unternehmerischen Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte und zur Vermeidung umweltbezogener Risiken vor Ort und entlang der Liefer- und Wertschöpfungskette gerecht wird. Im Rahmen der 2023 erstmals durchgeführten Lieferantenrisikoanalyse, wurden die direkten Lieferanten aus 2022 anhand verschiedener Kriterien (Umsatz, Geschäftssitz, Branche, Einflussvermögen AEB) analysiert und bewertet. Diese Risikoanalyse wird jährlich wiederholt und findet bei substantiierter Kenntnis über Verstöße auch anlassbezogen statt.

1.7 Produkte, Forschung, Entwicklung und Service

1.7.1 Technologie/Cloud

Das weitere Vorantreiben des vollständigen Umbaus der AEB zur Cloud Company bedurfte einiger strategischer Entscheidungen. Für weitere Produktentwicklungen im Trade Compliance Management haben wir uns auf "GenC" , ein auf Spring Boot basierendes Java/Kotlin Ökosystem, als Entwicklungsplattform festgelegt und den Technologie Stack weiterentwickelt.

Darüber hinaus wurden im Jahr 2023 weitere Optimierungen im Cloud-Betrieb der AEB Services vorgenommen, z.B. im Monitoring, im Datenbank-Support, in den Kubernetes-Clustern, im Tooling und weiteren mehr. Zudem wurde die Cloud Software Infrastruktur um zusätzliche Komponenten und produktübergreifende Cloud Services ausgebaut. Dazu gehören das Identity Access Management mit der Single-Sign-On-Option, ein CloudArchive und die Einführung von Services zur Service Discovery und der Tenant-Verwaltung.

In "XNSG", dem auf Java basierenden Technologie Stack für hochskalierende Fachservices, wurde ein neuer Java-Kernel auf die Fachprodukte ausgerollt, der eine neue, vaadin-basierte graphische Benutzerschnittstelle enthält. Zudem wurde eine plattformübergreifende Lizenzverwaltung für Open Source- und Dritthersteller- Software-Komponenten entwickelt. Elemente der XNSG-Plattform und im DocumentService wurden optimiert und eine Single-Sign-On-Option integriert.

1.7.2 Customs

Der Customs-Bereich in AEB hat sich 2023 unter anderem einer Neuentwicklung für Warenursprünge und Präferenzen (Origin and Preferences Management, kurz: OPM) gewidmet. Der Fokus der OPM-Neuentwicklung liegt in Phase 1 auf dem UK-Markt und der Schweiz. Die Neuentwicklung umfasst auch ein AEB Shared Material Repository, also eine zentrale Außenhandels-Materialstammdatenverwaltung. Für die Abbildung und automatisierte Bereitstellung aller weltweiten Präferenzabkommen inklusive ihrer Kalkulationsregeln und Ursprungstexte wurde zudem ein neuer Content Service entwickelt.

Im Customs Filing haben sich durch Veränderungen an den länderspezifischen Zollsystemen, zu denen sie durch den Zollkodex der EU verpflichtet sind, umfangreiche Neuerungen ergeben. Die E-Commerce-Zielgruppe erhält ein Returns Management. Für die Niederlande und für Deutschland wurde ein Customs Warehouse System entwickelt.

Das Direct Filing Produkt wurde um neue bzw. aktualisierte Zollsysteme erweitert und wird basierend auf von den einzelnen Ländern vorgegebenen Umstellungszeitfenstern sukzessive zu Bestandskunden u.a. in Deutschland, der Schweiz, im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden, in Belgien, Dänemark und Polen ausgerollt.

Speziell mit Blick auf die E-Commerce-Zielgruppe, wurde im Jahr 2023 eine integrierte Rückwarenabwicklung (Customs Returns Management) entwickelt und bei einem ersten Kunden erfolgreich eingeführt.

Für die Niederlande und Deutschland wurde 2023 damit begonnen, ein Customs Warehouse Produkt zu entwickeln, das unseren Kunden die Bestandsführung erleichtert, die in den jeweiligen Ländern vorgeschriebenen Meldeverfahren unterstützt und Compliance-Prozesse automatisiert.

1.7.3 Trade Compliance

Trade Compliance wurde 2023 in Details optimiert und angepasst, z.B.

Die Salesforce-Integration wurde um eine Exportkontroll-Funktionalität erweitert und der Salesforce Plug-In umgebaut in eine "Side-by-side-Architektur"

Die Software wurde um internationale Sanktionslisten erweitert

Trade Compliance berücksichtigt nun weitere Adressklassifikationen in der Sanktionslistenprüfung (SWIFT/BIC, DUNS, IMO)

Die Nutzbarkeit wurde ebenso wie die Archivierungs- und Löschprozesse optimiert

Die Software wurde auf eine neue, vaadin-basierte graphische Benutzerschnittstelle umgestellt

1.7.4 Logistik

In der Logistik lagen die Schwerpunkte 2023 in der Definition von Lösungskategorien und deren Vermarktungsstrategien sowie in der Sicherstellung von Entwicklerkapazitäten. Es erfolgten Konzeption und Implementierung in den Kategorien Shipping und Versand, sowie Transportation Management System (TMS) und Warehouse Management System (WMS). Die WMS für ColdChain-Lösung wurde bei einem Kunden in Asien erfolgreich pilotiert. "Carrier 1000" wurde als Minimum Viable-Product entwickelt und im Markt auf seine Attraktivität getestet.

Der Aufbau zusätzlicher Entwicklerressourcen ermöglichte uns, weitere Kapazitäten einzusetzen für einen Ausbau des Carrier-Portfolios. Und, durch die Partnerschaft mit dem Start-up GRYN GmbH, die 2023 entstanden ist, können wir Kunden perspektivisch eine genaue Berechnung des CO 2 -Abdrucks der eigenen Logistikaktivitäten bieten und damit Einsparungspotenziale sichtbar machen.

1.8 Vermarktung, Implementierung, Betrieb, Service

Auf Vermarktungsseite war das Jahr 2023 durch interne und externe Herausforderungen geprägt mit einem klaren Fokus auf Transformationsthemen. Wesentliche Aufwände flossen in das fortlaufende Projekt "missionN", um Kunden kontinuierlich in die AEB Cloud zu bringen. Im Vordergrund standen hierbei Bestandskunden aus On Premise-Lösungen, und in dieser Gruppe Kunden aus dem Trade Compliance Management-Segment. Zudem haben wir eine Taskforce eingesetzt, um mehrere tausend Kunden in ein neues Preismodell und zu unseren aktuellen AGBs zu bringen. Eine Ankündigung des End of Sale für On Premise motivierte Bestandskunden zusätzlich. Im Neugeschäft sind schon seit zwei Jahren ausschließlich Cloud-Produkte und - Lösungen im Vertrieb. Die erwähnten Preisumstellungen wirkten zudem als Booster für Umstellungsaktionen bei den ASSIST4 Versandkunden, die mit der Migration zu nXt 4 von einer schnelleren, zukunftsfähigen Umgebung profitieren.

Die Umstellungen sind auch Teil der Weiterentwicklung Business-Services, die eine Konzeption und Erprobung einer paketierten Abwicklung vorsieht. Sie steht damit exemplarisch für eine Änderung des Mindsets innerhalb der AEB hin zur Cloud Company, in der Implementierungen durch den Kunden selbst von uns begleitet werden, somit zuvor bei uns verortete Aufgaben aus unserem direkten Verantwortungsbereich fallen und damit Kapazitäten frei werden für andere Projekte.

Die anhaltende Ressourcen-Thematik zwingt uns zudem, auch bei den hoch individualisierten Lösungen in neue Richtungen zu denken und uns zu fragen, wie Projekte besser und schneller zum Ziel geführt werden können. Dazu wurden 2023 verschiedene Aktivitäten rund um Projektmanagement und die Weiterentwicklung entsprechender Fähigkeiten und Fertigkeiten gestartet.

Diese interne Herausforderung der Ressourcenbindung einmal für Umstellungen auf die AEB Cloud, aber auch in der Betreuung mehrerer Großkunden trifft dabei auf externe Faktoren wie die ATLAS-Umstellung auf AES 3.0., die zusätzlich einen hohen Seminarbedarf mit sich brachte. Die Responsezeiten in Projekten in diesen dynamischen Umfeldern ständig anzupassen und interne sowie externe Erwartungen zu erfüllen, stellte eine komplexe Aufgabe dar. Intensiv in seinen zeitlichen Anforderungen gestaltete sich auch der Dauerbetrieb von hochvolumigen nXt-Lösungen, mit denen aber gleichzeitig wertvolle Erfahrungen gesammelt werden konnten.

Durch den Fokus auf Bestandskunden und interne Transformationsprozesse konnte dem Neukundengeschäft 2023 weniger Aufmerksamkeit geschenkt werden, was sich in sinkenden Abschlüssen äußerte. Diese waren jedoch nicht konsistent über die gesamte Produktpalette zu verzeichnen, sondern wiesen eine gewisse Produktabhängigkeit auf. Während das E-Commerce-Umfeld Zuwächse zu verzeichnen hatte, schwankte die Auslastung z.B. in den Bereichen Trade Compliance, Origins and Preferences und Carrier Connect, deren Teams zwischen hoher Arbeitsbelastung und Leerlauf oszillierten.

Der externe Faktor des schwierigen Investitionsklimas mit Rezessionen in Deutschland und dem Vereinigten Königreich als zwei Kernmärkten verstärkte diese Effekte noch. Dass Neukunden Auftragsabschlüsse im gegenwärtigen wirtschaftlichen Klima lieber aufschieben, führte trotz guter Lead-Generierung zu einer deutlichen Abschwächung des Neukundengeschäfts. Einzig im Projekt Carrier Connect zeigten sich im ausgehenden Jahr Erfolge, die sich in zunehmend größeren Aufträgen äußerten, womit sich Carrier Connect mehr und mehr zu einem eigenen, speziellen Business entwickeln.

Den beschriebenen Entwicklungen wirkte das Marketing mit Kampagnen zur Neupositionierung der Transport Management Lösungswelt entgegen. Zukünftige Projekte zu der KI-gestützten Klassifizierungsanwendung und rund um Customs-Clearance-Lösungen einschließlich der Broker Services wurden aufgegleist, um in 2024 an den Start zu gehen. Damit konnte die Zahl und Qualität der eingehenden, qualifizierten Sales-Opportunities gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Auf Sales-Seite wird das Zusammenwachsen internationaler Standorte und Deutschlands durch die Gründung der konzernweiten getCloser International Community in die Zukunft wirken und besonders durch die Integration in die Customs-, Trade Compliance- und E-Commerce-Communities eine engere Verzahnung relevanter Stellen nach sich ziehen. Ein erfolgreiches Beispiel einer solchen Integration sind Schweden und die nXt-Community.

4 nXt ist unsere zukunftsweisende Software-Geschäftsprozess-Schicht, die bestehende und zukünftige AEB Services integriert

1.9 Risikobeurteilung

1.9.1 Risikomanagement

Wir betreiben ein dezentrales Risikomanagement. Einzelne Bereiche übernehmen die Verantwortung für die Identifizierung, Bewertung und Überwachung ihrer jeweiligen Risiken, während zusätzlich ein zentrales Risikomanagement die Gesamtheit übergeordnet im Blick behält. Dadurch wird sichergestellt, dass eine umfassende Risikobewertung durchgeführt wird.

Die Dokumentation des Risikomanagements, einschließlich der Bewertung und Behandlung von Risiken, wird durch Tools unterstützt. Darüber hinaus werden kontinuierlich potenziell neu aufkommende Risiken durch die enge Zusammenarbeit und den Austausch von Compliance Management, Sicherheit, Datenschutz und Legal erkannt und proaktiv angegangen.

Zur Stärkung des Risikomanagements tragen regelmäßige Workshops, Weiterbildungen und Schulungen bei. Unter anderem zu Themen wie Geheimhaltungsvereinbarungen, Bestechlichkeit, Auftragsdatenverarbeitung, Notfallkonzepten oder auch zur proaktiven Erkennung des rechtssicheren Umgangs in sozialen Medien.

Um die Resilienz des Geschäftsmodells stetig zu erhöhen, wird der Fokus weiterhin in der Diversifikation liegen. Es bestehen keine nennenswerten Abhängigkeiten von einzelnen großen Kunden oder von Branchen. Die voranschreitende Internationalisierung sowie zusätzliche Produkte und Services tragen zu wachsender Diversifikation bei.

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz betrifft uns in absehbarer Zeit nur indirekt. Trotzdem sind die Einhaltung der Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette, die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen und der Schutz unserer Umwelt Teil unseres Selbstverständnisses in AEB. Das findet sich so auch in unserem Code of Conduct, in unseren Einkaufs-Grundsätzen und unserem Prozess zum Partnermanagement wieder.

Externe und interne Risiken haben nur geringe Auswirkungen auf unseren Geschäftsverlauf, da die Maßnahmen gut greifen und die Prozesse gut aufeinander abgestimmt sind. Die regelmäßigen internen Audits dienen der Überprüfung der Vorgaben zu Security und Datenschutz, während externe Audits nach dem internationalen Standard die Umsetzung bestätigen.

1.9.2 Compliance

2023 waren unsere Schwerpunktthemen im Compliance Management Weiterbildung und Compliance Management in der AEB Gruppe.

Im Rahmen der Weiterbildung fand auch dieses Jahr wieder ein Compliance Day statt, dieses Mal mit den Schwerpunkten Interessenskonflikte, Trade Compliance, Sorgfalt in der Lieferkette und Big Data. In mehreren Austauschrunden fanden Gespräche der Compliance Verantwortlichen unserer verschiedenen Standorte statt, um ein besseres Verständnis füreinander zu entwickeln, voneinander zu lernen und Synergieeffekte besser zu nutzen. Dieser Austausch wird weiter fortgesetzt.

Zusätzlich setzten wir uns intensiv mit dem internen Monitoring gesetzlicher Anforderungen auseinander, so dass wir zusätzliche Prozesse und Vorgehensweise implementieren konnten.

1.9.3 Datenschutz und Datensicherheit

Der Schutz von Daten und die Sicherheit von Informationssystemen ist für AEB von höchster Priorität. Um dies sicherzustellen, verfolgen wir eine ganzheitliche Herangehensweise, bei der Datenschutz, Informationssicherheit und Datensicherheit eng miteinander verknüpft sind. Dank eines eigenen Datenschutzteams, das sich bereits vor der gesetzlichen Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) um die Einhaltung der geltenden Datenschutzgesetze kümmerte, können wir den Fokus auf den reibungslosen und sicheren Betrieb unserer Kundenrechenzentren und den Schutz unserer Kundendaten legen.

Business Continuity Management

In regelmäßigen Informations- und Awareness-Kampagnen werden Mitarbeitende über die Bedeutung von Informations- und Datensicherheit aufgeklärt. Zusätzlich finden automatisierte Vulnerability Scans und Penetrationstests zur frühzeitigen Risikobewertung und Abwehr statt. Übungen in allen Dimensionen, von der Überprüfung der Datensicherung bis hin zu vollumfänglichen Übungen für das Business Continuity Management (BCM), sorgen für eine stetige Verbesserung der Sicherheit. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir in diesem Bereich ein mehrtätiges Security-Event dem Thema Notfallmanagement gewidmet. Wir haben das Szenario einer Cyber-Attacke untersucht und ein Notfallkonzept entwickelt, um im Falle eines solchen Vorfalls bestmöglich aufgestellt zu sein. Das Event hatte viele Facetten und bot uns die Möglichkeit, unser Verständnis der richtigen Reaktion im Notfall zu vertiefen.

Diese Maßnahmen sind sehr wichtig, da die Bedrohungslage kontinuierlich zunimmt. Wir sehen uns aber durch unsere Maßnahmen und dem Einsatz von Technologien gut gerüstet, um Bedrohungen abzuwehren. Unser Investitionsbudget wird in diesem Bereich weiterhin zunehmen, um auch den zukünftigen Anforderungen stets gewappnet zu sein.

Wir lassen uns regelmäßig von externen Zertifizierungsstellen überprüfen, um die Einhaltung von Standards zu garantieren. Wir sind nach ISO 27001, als Unternehmen mit geprüftem Datenschutzmanagement nach DSGVO, als zugelassener Wirtschaftsbeteiligter - Security (AEO-S) und nach ISO 270018 zertifiziert.

Information Security Management System

Im Bereich Information Security Management System (ISMS) wurde das Sicherheitskonzept aktualisiert, um den Bedrohungen in der digitalen Welt adäquat begegnen zu können. Bei einem internen Audit haben wir die Besetzung personell verstärkt.

Datenschutz Management System

Um den Datenschutz unserer Kunden zu gewährleisten, lag im Jahr 2023 weiterhin ein Schwerpunkt im Bereich Datenschutz Management System (DSMS) in der Anpassung der Verträge mit unsicheren Drittländern. Wir informierten unsere Kunden in einem intensiven Rollout über die neuen Fakten und Einschätzung der AEB. Begleitend fanden interne Weiterbildungsmaßnahmen statt, um ein besseres Verständnis für Datenschutz und Datensicherheit zu schaffen.

Darüber hinaus erfuhr unsere Erklärung zu Geheimhaltung, Datenverarbeitung und Vertraulichkeit (GDV) eine neue Version, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden.

1.9.4 Besonders relevante externe Risiken

Durch unser dezentral aufgestelltes, aber zentral gelenktes Risikomanagement werden frühzeitig externe Faktoren erkannt und bewertet, die einen signifikanten Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit haben können.

Kriege und bewaffnete Konflikte

Der am 24. Februar 2022 begonnene Angriffskrieg gegen die Ukraine und die anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten nach dem Überfall der Terrororganisation Hamas Ende 2023 auf Israel mit all ihren Folgen von weiterhin hohen Energiepreisen über Rezessionen und eine abflauende Wirtschaft bis zu zunehmender gesellschaftlicher Spaltung hinterlassen auch in AEB ihre Spuren. Die überschaubaren vertrieblichen Erfolge 2023 sind auch einem weltweiten Klima der Verunsicherung geschuldet, das Unternehmen zögerlich bei Investitionen werden lässt und unsere Auftragsabschlüsse immer weiter verzögert. Mit Wachstum an anderer Stelle, wie z.B. der Cloud, konnten wir diese negativen Auswirkungen 2023 noch relativ gut auffangen.

Cyberrisiken

Cyberrisken sind für alle deutschen Firmen in den letzten Jahren zu einem außerordentlich wichtigen Thema geworden, weshalb für uns die Sicherung unserer Systeme und Daten gegen Angriffe von Hackern und anderen Bedrohungen eine sehr hohe Priorität hat. Ein konsequenter Ausbau des Schutzniveaus zog auch im Jahr 2023 Investitionen nach sich.

1.10 Ausblick auf 2024 und Zukunftsaussichten

1.10.1 Qualitativer Ausblick - Chancen und Umgebungsthemen

Während uns Kriege und Krisen auch in den nächsten Monaten und Jahren weiter begleiten werden und auf vielfältige Weise Herausforderungen für AEB entstehen lassen, gibt es auch im direkten Geschäftsumfeld Entwicklungen, die für die Zukunft von AEB von herausragender Bedeutung sind. Die Ankündigung der Europäischen Union, ab 2030 ein EU-weit einheitliches Zollsystem mit einem sogenannten Data-Hub einzuführen und durch eine Harmonisierung der Zoll-Legislation importierenden Parteien ein einheitliches Deklarationsprozedere anzubieten, wirkt sich direkt auf das Geschäftsmodell von AEB aus. Zum einen fallen länderspezifische Filing-Lösungen weg und werden durch ein einheitliches, zentrales Filing ersetzt. Zum anderen fallen damit erhebliche Ressourcen weg für kontinuierliches Maintenance der Filing-Lösungen und können an anderer Stelle eingesetzt werden.

Die Anpassung von AEB an diese stark veränderte Zoll-Welt ist der Grund, warum Customs 2030 zum Schwerpunktthema für 2024 erklärt wurde. Inwieweit das Portfolio der AEB im Zollbereich und darüber hinaus weiterentwickelt werden muss, um zukunftsfähig zu bleiben, werden die nächsten Jahre und die konkretere Umsetzung von Customs 2030 durch die EU zeigen. In jedem Fall wird man über zusätzliche Services nachdenken müssen, mit denen das aktuell große Geschäftsfeld der Zollerklärungsprozesse auch nach einer EU-weiten Vereinheitlichung einen Mehrwert bietet, der Bestandskunden hält und neue Kunden anzieht.

Neben diesem noch etwas weiter in der Zukunft liegenden, aber seine Schatten bereits vorauswerfenden großen Thema, wird es 2024 und in den darauffolgenden Jahren auch weiteren, akuten Handlungsdruck in AEB geben. Um dem schwächelnden Auftragseingang vor allem bei den Neukunden entgegenzuwirken muss hier ein Fokus auf Sales-Aktivitäten liegen und produktseitig die Kapazität vorhanden sein, eingehenden Leads Aufmerksamkeit zu schenken. Diese Ausrichtung in einer volatilen Weltwirtschaft mit zahlreichen potentiellen und bereits ganz realen Risiken wird ein aufwändiger Balance-Akt sein und viele Kapazitäten in AEB binden.

1.10.2 Quantitativer Ausblick

Finanzierung

Das Unternehmen finanziert Produktentwicklung, strategische Maßnahmen und den gewöhnlichen Geschäftsbetrieb auch weiterhin aus dem Cash-Flow. Teilweise finanziert wurde dagegen das im Jahr 2017 bezogene Betriebsgebäude in Stuttgart, mit von der KfW geförderten Darlehen und mit Hausbankdarlehen. Der anfängliche Anteil der Finanzierungen an der Bausumme lag bei 73 %. Die Darlehen haben eine Laufzeit von 10 und 15 Jahren, davon sind zum Bilanzstichtag knapp 50 % getilgt.

Auftragseingang

Der Auftragseingang für neue Aufträge soll in der gesamten AEB-Gruppe im Jahr 2024 bei 26,6 Mio. EUR liegen.

Umsatz

Für das Jahr 2024 rechnen wir in der AEB-Gruppe mit einem Umsatzwachstum von wenigstens 5 % auf einen konsolidierten Gesamtumsatz in Höhe von circa 86,9 Mio. EUR. Das wesentliche Wachstum kommt hierbei aus den steigenden Cloud-Einnahmen.

Kosten

Wir gehen von einer Steigerung der konsolidierten Gesamtkosten in der AEB-Gruppe (ohne Steuern) um etwa 7 % aus.

Ergebnis

In Summe werden sowohl die AEB SE als auch die Tochtergesellschaften 2024 mit einem guten positiven Ergebnis abschließen.

 

Stuttgart, den 04.04.2023

Matthias Kieß, Geschäftsführender Direktor

Markus Meißner, Geschäftsführender Direktor

2 Konzernabschluss

2.1 Vorjahresabschluss

Der Vorjahresabschluss zum 31.12.2022 wurde von den Direktoren der AEB SE, Matthias Kieß und Markus Meißner, erstellt.

2.2 Bilanz

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022 31.12.2021
Euro Euro Euro
A. I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software-Lizenzen 41.040,68 49.660 87.567
2. Firmenwert Tochtergesellschaften 1.251.617,82 1.476.078 1.700.537
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 24.857.324,25 25.702.073 26.546.822
2. Technische Anlagen 150.195,00 161.867 173.539
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.816.056,35 3.054.820 1.962.091
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 1.024.784,94 0 0
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 659.912,17 593.889 534.044
Anlagevermögen 33.800.931,21 31.038.386 31.004.600
B. I. Vorräte 427.000,00 270.000 121.300
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenst.
1. Forderungen aus Lieferungen und Leist. 15.085.753,85 13.816.995 14.339.281
davon mit einer Restlaufzeit mehr als 1 Jahr 0,00 0 0
2. Sonstige Vermögensgegenstände 3.866.053,78 3.186.979 1.866.236
davon mit einer Restlaufzeit mehr als 1 Jahr 155.682,52 154.534 97.656
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 14.412.564,17 16.860.332 13.809.008
Umlaufvermögen 33.791.371,80 34.134.307 30.135.825
C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.158.266,50 2.898.471 1.620.671
Bilanzsumme 71.750.569,51 68.071.164 62.761.096

Passiva

31.12.2023 31.12.2022 31.12.2021
Euro Euro Euro
A. I.a Gezeichnetes Kapital 9.200.000,00 7.800.000 6.300.000
I.b Eigene Anteile -149.617,00 -218.763 -257.765
II.a Eigene Anteile Unterschiedsbetrag Anschaffungskosten 76.224,00 96.316 89.346
II.b Kapitalrücklage 261.577,00 210.631 166.603
III.a Satzungsmäßige Gewinnrücklage 9.200.000,00 7.800.000 6.300.000
III.b Gesetzliche Rücklage 582.199,00 473.053 374.051
IV. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 152.738,48 76.515 -5.164
V. Gewinnvortrag 12.707.799,59 10.283.096 7.534.974
VI. Jahresüberschuss 5.581.411,27 5.897.330 6.595.547
Eigenkapital 37.612.332,34 32.418.179 27.097.592
B. Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung 55.958,40 69.949 83.940
C. 1. Rückstellungen für Pensionszusagen 32.312,00 34.635 47.025
2. Steuerrückstellungen 3.369.815,94 2.889.610 1.649.678
3. Sonstige Rückstellungen 7.609.072,97 7.181.534 7.681.935
davon Bürgschaften und sonstige Gewährleistungen 886.073,43 665.000 766.335
Rückstellungen 11.011.200,91 10.105.778 9.378.638
D. 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.676.675,00 13.656.883 15.637.091
davon fällig vor Ablauf eines Jahres 1.980.208,00 1.940.208 1.940.208
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 567.574,23 1.238.587 1.299.936
davon fällig vor Ablauf eines Jahres 567.574,23 1.238.587 1.299.936
3. Sonstige Verbindlichkeiten 6.454.287,36 6.084.259 4.841.615
davon fällig vor Ablauf eines Jahres 6.439.882,91 6.059.177 4.840.361
davon aus Steuern 2.218.945,54 2.030.650 2.076.263
davon im Rahmen der sozialen Sicherheiten 710.110,64 495.047 296.012
Verbindlichkeiten 18.698.536,59 20.979.728 21.778.642
E. Rechnungsabgrenzungsposten 4.358.292,37 4.482.454 4.404.388
F. Passive latente Steuern 14.248,90 15.075 17.895
Bilanzsumme 71.750.569,51 68.071.164 62.761.096

2.3 Gewinn- und Verlustrechnung

31.12.2023 31.12.2022 31.12.2021
Euro Euro Euro
1. Umsatzerlöse 82.971.256,07 74.902.683 69.806.080
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands der fertigen und unfertigen Erzeugnisse 157.000,00 148.700 -85.800
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.891.169,70 1.933.328 1.436.968
davon aus Währungskursgewinnen 103.033,07 79.336 33.543
davon aus Wertberichtigungen und Auflösung von Rückstellungen 50.349,53 210.044 122.643
davon aus sonstigen außerordentlichen und periodenfremden Erträgen 61.193,79 26.702 52.283
Gesamtleistung 85.019.425,77 76.984.711 71.157.248
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 1.503.188,48 1.449.915 2.166.378
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.878.743,34 3.506.888 2.797.043
Rohergebnis 80.637.493,95 72.027.907 66.193.827
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 44.867.054,40 41.077.973 36.665.800
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 8.099.257,00 7.211.706 6.425.840
davon für Altersversorgung 73.746,39 71.720 65.748
c) Sonstige Personalkosten 1.031.277,29 965.376 683.265
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen 2.464.581,32 1.954.582 1.874.143
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 15.861.915,61 11.963.010 10.614.635
davon aus Währungskursverlusten 76.668,38 424.337 98.708
davon aus sonstigen außerordentlichen und periodenfremden Aufwendungen 116.803,46 52.888 27.369
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 178.255,96 33.609 19.531
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 330.664,59 263.183 290.238
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 8.160.999,70 8.625.685 9.659.437
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.575.095,07 2.673.714 2.960.428
11. Ergebnis nach Steuern 5.585.904,63 5.951.971 6.699.009
12. Sonstige Steuern 4.493,36 54.642 103.462
13. Jahresüberschuss 5.581.411,27 5.897.330 6.595.547

2.4 Eigenkapitalspiegel

Stand am 01.01.2023 Veränderung 2023 Stand am 31.12.2023
I. Gezeichnetes Kapital 7.800.000,00 1.400.000,00 9.200.000,00
I.a Eigene Anteile -218.763,00 69.146,00 -149.617,00
I.b Eigene Anteile Unterschiedsbetrag Anschaffungskosten 96.316,09 -20.092,09 76.224,00
II. Gesetzliche Rücklage 473.053,00 109.146,00 582.199,00
III. Kapitalrücklage 210.630,91 50.946,09 261.577,00
IV. Gewinnrücklagen 7.800.000,00 1.400.000,00 9.200.000,00
Stammkapitalerhöhung aus Gewinnrücklagen -1.100.000,00
Zuführung Gewinnrücklagen 2.500.000,00
V. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 76.515,30 76.223,18 152.738,48
VI. Gewinnvortrag 10.283.096,41 2.424.703,18 12.707.799,59
Gewinnausschüttung -863.480,80
Einstellung Gewinnrücklagen -2.500.000,00
Einstellung gesetzliche Rücklage -109.146,00
Sonstige 0,00
Jahresüberschuss 2022 5.897.329,98
VII. Jahresüberschuss 5.897.329,98 5.581.411,27
Eigenkapital 32.418.178,69 37.612.332,34

2.5 Kapitalflussrechnung

Werte in Tausend Euro

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
1. Periodenergebnis (Jahresüberschuss/-fehlbetrag) 5.581 5.897
2. +/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 2.465 1.955
3. +/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen (Pension + sonstige RSt) 425 -513
4. +/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -14 0
5. -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -3.365 -2.225
6. +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -425 1.259
7. -/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 7 73
8. +/- Zinsaufwendungen/Zinserträge 152 230
9. +/- Ertragsteueraufwand/-ertrag 2.575 2.674
10. -/+ Ertragsteuerzahlungen -2.096 -1.437
11. = Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (Summe 1 bis 10) 5.306 7.913
12. - Auszahlungen für Investitionen in das Immaterielle Anlagevermögen -31 0
13. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 5 0
14. Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -4.119 -1.918
15. - Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -1.091 -129
16. + Erhaltene Zinsen 178 34
17. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit (Summe 12 bis 16) -5.056 -2.013
18. + Einzahlungen aus Verkauf eigener Anteile 400 400
19. - Auszahlungen an Gesellschafter -863 -1.049
20. - Netto-Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten -1.980 -1.980
21. - Gezahlte Zinsen -331 -263
22. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (Summe 18 bis 21) -2.774 -2.892
23. = Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Summen 11, 17, 22) -2.524 3.007
24. +/- sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge aus der Währungsumrechnung 77 44
25. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 16.860 13.809
26. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode (Summe 23 bis 25) 14.413 16.860

3 Anhang

3.1 Konsolidierungskreis, Organigramm Stand 31.12.2023

3.2 Mutterunternehmen: AEB SE

3.2.1 Gründung und Handelsregister

Mit Gesellschaftsvertrag vom 28.06.1979 wurde die Firma "AEB Gesellschaft zur Entwicklung von Branchensoftware mbH" mit Sitz in Stuttgart gegründet. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 26.07.1979 beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 8431.

Am 22.06.2018 wurde die Gesellschaft durch Umwandlungsbeschluss vom 01.06.2018 in eine Aktiengesellschaft unter der Firma "AEB AG" mit Sitz in Stuttgart, gemäß §§190ff. UmwG formwechselnd umgewandelt. Die Gesellschaft wurde eingetragen beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 765 517.

Am 12.12.2018 wurde die Gesellschaft durch identitätswahrende formwechselnde Umwandlung gemäß Artikel 2 Abs.4 in Verbindung mit Artikel 37 der SE-VO in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) umgewandelt. Der Name der Firma ist "AEB SE" mit Sitz in Stuttgart, eingetragen beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 767 414.

3.2.2 Gegenstand des Unternehmens

Der Gegenstand des Unternehmens ist Entwicklung, Vertrieb und Betrieb von Software und zugehörigen Services. Die Gesellschaft darf Geschäfte vornehmen und Tätigkeiten ausüben, die dem Gegenstand des Unternehmens unmittelbar oder mittelbar dienen. Die Gesellschaft darf andere Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art im In- und Ausland erwerben, solche Unternehmen pachten, die Geschäfte solcher Unternehmen führen oder solche Unternehmen vertreten. Die Gesellschaft darf sich darüber hinaus an solchen Unternehmen beteiligen und Unternehmensverträge mit solchen Unternehmen abschließen. Sie darf Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen im In- und Ausland errichten.

Nach §267(3) HGB ist die AEB SE eine große Kapitalgesellschaft.

3.2.3 Geschäftsführung

Geschäftsführende Direktoren der AEB SE sind

 

Markus Meißner, Diplom Ingenieur Elektrotechnik, wohnhaft in Leonberg. Herr Markus Meißner ist des Weiteren Managing Director der AEB Asia Pacific Ltd., Singapore, Director der AEB International Ltd., UK, Warwick und Präsident des Verwaltungsrats der AEB Schweiz AG, Schweiz, Zürich.

 

Matthias Kieß, Diplom Mathematiker, wohnhaft in Leinfelden-Echterdingen. Herr Matthias Kieß ist des Weiteren Director der AEB Asia Pacific Ltd., Singapore, Director der AEB International Ltd., UK, Warwick und Mitglied des Verwaltungsrats der AEB Schweiz AG, Schweiz, Zürich.

Verwaltungsrat der AEB SE sind

Maria Lobe (Vorsitzende), Kaufmännische Leiterin, wohnhaft in Unterensingen

Steffen Frey (stellvertretender Vorsitzender), Leitung Vertrieb und Marketing, wohnhaft in Leutenbach

Jochen Günzel, Manager, wohnhaft in Stuttgart

Jonny Dambrowsky, Leitung Produktentwicklung, wohnhaft in Neckartenzlingen

Dr. Ulrich Lison, Innovationsmanager, wohnhaft in Neuhausen

Martin Setzler, Leitung Services, IT und Security, wohnhaft in Kirchentellinsfurt

Markus Meißner, Geschäftsleiter, wohnhaft in Leonberg

Matthias Kieß, Geschäftsleiter, wohnhaft in Leinfelden-Echterdingen

Die geschäftsführenden Direktoren und die Mitglieder des Verwaltungsrats sind bei AEB SE angestellt. Die Angaben der Gesamtbezüge der Geschäftsführung und des Verwaltungsrats unterbleiben gemäß § 286 Abs. 4 HGB.

3.3 Tochtergesellschaften der AEB SE

Mit Registrierung vom 03.05.2001 in Singapore hat AEB die 100%ige Tochter AEB (Asia Pacific) Pte. Ltd. gegründet. Der Firmenwert ist mit dem Nennwert in Höhe von 151.014,85 EUR bewertet. Das Unternehmen hatte 2023 einen Gewinn von 633.432,32 SGD und zum 31.12.2023 ein Eigenkapital von 1.186.918,54 SGD.

Mit Kaufverträgen vom 01.10.2006 erwarb die AEB 100 % der Anteile an der AEB International Ltd., Warwick. Die Anteile sind mit dem Kaufpreis von 171.187,00 EUR bewertet. Das Unternehmen hatte 2023 einen Verlust von 235.577,73 GBP und zum 31.12.2023 ein Eigenkapital von -154.220,39 GBP.

Mit Kaufvertrag vom 06.07.2009 erwarb AEB einen Anteil von 10 % an der BEX Components AG mit Sitz in Aalen. Im Jahr 2020 hat AEB die restlichen 90 % an der BEX erworben. Die Anteile sind mit den Kaufpreisen in Höhe von insgesamt 1.532.050,66 EUR bewertet. Das Unternehmen hatte 2023 einen Gewinn in Höhe von 490.478,65 EUR und zum 31.12.2022 ein Eigenkapital in Höhe von 1.236.879,95 EUR.

Mit Eintragung vom 04.03.2011 im Handelsregister des Kantons Zürich wurde das Tochterunternehmen AEB Schweiz AG gegründet. AEB ist alleiniger Aktionär und bewertet die Beteiligung mit dem Nennwert zu 122.288,90 EUR. Das Unternehmen hatte 2023 einen Gewinn von 217.568,53 CHF und zum 31.12.2023 ein Eigenkapital von 1.437.825,10 CHF.

Am 23.01.2017 wurde die AEB Americas Corp. in Delaware, USA, registriert. Die Registrierung dient der Kontaktaufnahme von Interessenten in den USA mit der AEB.

Mit Gesellschaftsvertrag vom 12.01.2022 wurde die Customs Heroes GmbH mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000,00 EUR gegründet. AEB SE hat 100 % der Geschäftsanteile übernommen. Die Anteile sind mit dem Nennwert bewertet. Das Unternehmen hatte 2023 einen Verlust von 389.581,55 EUR und zum 31.12.2023 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Verlustvortrag in Höhe von 532.276,99 EUR. Die Finanzierung des jungen Unternehmens wird durch AEB SE gesichert. Wir erwarten, dass Customs Heroes 2024 die Gewinnschwelle erreichen wird und mittelfristig sowohl die Verlustvorträge als auch ihre Verbindlichkeiten zurückführen wird.

Mit Beteiligungs- und Gesellschaftervereinbarung vom 20.09.2023 erwirbt AEB 32,49 % der am 11.04.2022 gegründeten Firma GRYN GmbH, Hamburg. Der Nennwert der Anteile am Stammkapital der GRYN beträgt 12.528 EUR. Die Anteile sind mit dem Kaufpreis in Höhe von 1.024.784,94 EUR bewertet.

3.4 Erläuterungen zur Bilanz - Aktiva

Angegebene Beträge sind in Euro

3.4.1 Entwicklung Firmenwert Tochtergesellschaften

Abschreibung 2021 Buchwert 31.12.2021 Abschreibung 2022
Euro Euro Euro
AEB Int. Ltd. (UK) - 50.960,28 305.761,82 -50.960,28
AEB AP Pte. Ltd. (SG) -55.570,65 333.415,46 -55.570,65
BEX AG -117.928,91 1.061.360,22 -117.928,91
Summen -224.459,84 1.700.537,50 -224.459,84
Buchwert 31.12.2022 Abschreibung 2023 Buchwert 31.12.2023
Euro Euro Euro
AEB Int. Ltd. (UK) 254.801,54 -50.960,28 203.841,26
AEB AP Pte. Ltd. (SG) 277.844,81 -55.570,65 222.274,16
BEX AG 943.431,31 -117.928,91 825.502,40
Summen 1.476.077,66 -224.459,84 1.251.617,82

Die Geschäfts- und Firmenwerte werden linear über 10 Jahre abgeschrieben, da dies der betrieblichen Nutzungsdauer entspricht.

3.4.2 Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten 01.01.2023 Währungskursveränderung Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software-Lizenzen 1.571.054,47 42,92 30.649,75 977.111,43 624.635,71
2. Firmenwert Tochtergesellschaften 2.244.590,06 0,00 0,00 0,00 2.244.590,06
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Gebäude 30.406.300,04 0,00 0,00 0,00 30.406.300,04
2. Technische Anlagen 227.036,24 0,00 0,00 0,00 227.036,24
3. Betriebs- und Geschäftsaustattung 7.925.274,56 -1.126,23 4.118.582,60 780.296,73 11.262.434,20
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 0,00 1.024.784,94 0,00 1.024.784,94
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 593.888,86 0,00 66.023,31 0,00 659.912,17
Summen Anlagevermögen 42.968.144,23 -1.083,31 5.240.040,60 1.757.408,16 46.449.693,36
Abschreibungen und Zuschreibungen 01.01.2023 Abschreibungen Zuschreibungen Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software-Lizenzen 1.521.394,79 39.113,67 0,00 976.913,43 583.595,03
2. Firmenwert Tochtergesellschaften 768.512,40 224.459,84 0,00 0,00 992.972,24
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Gebäude 4.704.226,79 844.749,00 0,00 0,00 5.548.975,79
2. Technische Anlagen 65.169,24 11.672,00 0,00 0,00 76.841,24
3. Betriebs- und Geschäftsaustattung 4.870.454,76 1.343.906,82 0,00 767.983,73 5.446.377,85
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summen Anlagevermögen 11.929.757,98 2.463.901,33 0,00 1.744.897,16 12.648.762,15
Buchwerte 31.12.2022 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software-Lizenzen 49.659,68 41.040,68
2. Firmenwert Tochtergesellschaften 1.476.077,66 1.251.617,82
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Gebäude 25.702.073,25 24.857.324,25
2. Technische Anlagen 161.867,00 150.195,00
3. Betriebs- und Geschäftsaustattung 3.054.819,80 5.816.056,35
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 1.024.784,94
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 593.888,86 659.912,17
Summen Anlagevermögen 31.038.386,25 33.800.931,21

3.4.3 Finanzanlagen

Die Finanzanlagen setzen sich zusammen aus Wertpapieren des Anlagevermögens (Union Investment Fonds mit einem Wert laut Depotauszug zum Bilanzstichtag in Höhe von 593.888,86 EUR) und der Beteiligung an Gryn GmbH (bewertet zum Kaufpreis in Höhe von 1.024.784,94 EUR).

3.4.4 Vorräte

Ein Bestand an Waren war zum Bilanzstichtag nicht gegeben. Es wurden unfertige Leistungen in Höhe von 427.000,00 EUR festgestellt. Hierbei handelt es sich um unfertige Kundenprojekte, in denen Leistungen erbracht und nicht abgerechnet wurden. Die Bewertung erfolgte zu den Herstellungskosten.

3.4.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos ist eine Pauschalwertberichtigung auf den Forderungsbestand zum 31.12.2022 in Höhe von 1 % ausgewiesen. Darüber hinaus gehenden erkennbaren Risiken wurde durch Einzelwertberichtigung Rechnung getragen.

Forderungen 15.389.645,34
Pauschalwertberichtigung -240.240.98
Einzelwertberichtigung -63.650,51
15.085.753,85

3.4.6 Sonstige Vermögensgegenstände

Miet-Kautionen 166.105,32
Forderungen aus Absicherung Zeitwertkonten 3.252.527,12
Forderungen an Sozialversicherungen 4.764,86
Sonstige Forderungen 442.656,48
3.866.053,78

3.5 Erläuterungen zur Bilanz - Passiva

Angegebene Beträge sind in EUR, die Gliederung entspricht der Bilanz.

3.5.1 Eigenkapital

Position A.I. Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag des Vorjahres 7.800.000,00 EUR. Es war eingeteilt in 7.800.000 (100 %) auf den Namen lautende Stückaktien, auf die jeweils ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von 1 EUR entfiel. Hiervon waren 6.746.429 als Stammaktien (86,49 %) und 1.053.571 als stimmrechtslose Vorzugsaktien (13,51 %) ausgegeben. Von den 6.746.429 Stammaktien befanden sich 218.763 (2,80 %) Stückaktien im Besitz der Gesellschaft als eigene Aktien ohne Stimmrecht.

Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 beträgt das gezeichnete Kapital der Gesellschaft 9.200.000,00 EUR. Es ist eingeteilt in 9.200.000 (100 %) auf den Namen lautende Stückaktien, auf die jeweils ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von 1 EUR entfällt. Hiervon sind 7.997.848 als Stammaktien (86,93 %) und 1.202.152 als stimmrechtslose Vorzugsaktien (13,07 %) ausgegeben. Von den 7.997.848 Stammaktien befinden sich zum Bilanzstichtag 149.617 (1,63 %) Stückaktien im Besitz der Gesellschaft als eigene Aktien ohne Stimmrecht. Die Vorzugsaktien sind ausnahmslos im Vermögen der AEB-Stiftung.

AEB besitzt 149.617 eigene Aktien. Sie sind nach §272 (1a) HGB zum Nennwert in Höhe von 149.617,00 EUR (1,63 %) vom gezeichneten Kapital unter Ziffer I.b (Eigene Anteile) abgesetzt.

Position A.II. Kapitalrücklage

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennwert und den Anschaffungskosten der eigenen Anteile wird unter Ziffer II.a der Kapitalrücklagen dargestellt. Im Geschäftsjahr 2023 hat sich diese Position aufgrund des Verkaufs eigener Anteile um 20.092,52 EUR auf 76.224,00 EUR reduziert.

Gewinne aus dem Verkauf eigener Aktien sind als Kapitalrücklage in Höhe von 261.577,00 EUR unter Ziffer II.b dargestellt. Im Geschäftsjahr 2023 wurden dieser Position aufgrund des Verkaufs eigener Anteile 50.946,52 EUR hinzugerechnet.

Position A.III. Gewinnrücklagen

In die satzungsmäßige Gewinnrücklage unter Ziffer III.a wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 22.05.2023 ein Betrag in Höhe von 2.500.000,00 EUR eingestellt. Ein Betrag in Höhe von 1.100.000,00 EUR wurde von den Gewinnrücklagen dem gezeichneten Kapital zugeführt.

Die gesetzliche Rücklage wurde gemäß §152 AktG um 109.146,00 EUR auf 582.199,00 EUR erhöht.

3.5.2 Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung

Der Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung wird auf 10 Jahre abgeschrieben.

31.12.2021 31.12.2022
AfA Buchwert AfA Buchwert
AEB Schweiz AG -13.990,92 83.940,24 -13.990,92 69.949,32
Summen -13.990,92 83.940,24 -13.990,92 69.949,32
31.12.2023
AfA Buchwert
AEB Schweiz AG -13.990,92 55.958,40
Summen -13.990,92 55.958,40

3.5.3 Rückstellungen

Rückstellungen wurden bewertet mit dem vorsichtig geschätzten Erfüllungsbetrag, basierend auf entsprechenden Berechnungen und Erfahrungswerten. Sofern Rückstellungen für mehrjährige Aufwendungen gebildet wurden, wurden diese nach handelsrechtlichen Vorschriften abgezinst.

Für die Berechnung der Rückstellung für Gewährleistung wurde aufgrund von Erfahrungen ein Wert von 2 % aus den Umsätzen, reduziert um die Umsätze aus Cloud-Leistungen angesetzt. Für die Umsätze aus Cloud- Leistungen trifft der Ansatz einer Garantieleistung nicht zu, da der Rechenzentrumsbetrieb störungsfrei verlief. Der pauschale Ansatz wurde in der Vergangenheit rechnerisch überprüft und für 2023 erneut zur Ermittlung der Rückstellung für Gewährleistung verwendet.

Die Pensionsrückstellungen wurden für die deutsche Handelsbilanz nach §249(1) Satz 1 HGB i.V. mit §253(1) Satz 2 HGB und §246(2) HGB ermittelt. Dabei wurde ein Rechnungszins von 1,83 % angewendet. Biometrische Annahme sind die Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck, Fluktuationsrate ist 0,00 %, Bewertungsmethode für die Verpflichtungen nach PUC-Methode. Nach §253(6) HGB ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren zu ermitteln. Gewinne dürfen nur ausgeschüttet werden, wenn die nach der Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags mindestens diesem Unterschiedsbetrag entsprechen. 2023 beträgt der Unterschiedsbetrag 91,00 EUR.

3.5.4 Sonstige Verbindlichkeiten

Personalkosten 139.004,53
Betriebskosten 576.653,44
Umsatzsteuer 1.463.231,28
Lohn- und Kirchensteuer 681.408,31
Mitarbeitende aus Zeitwertkonten 2.727.951,48
Sozialversicherungen 710.110,64
Sonstige Verbindlichkeiten 155.927,68
6.454.287,36

3.5.5 Verbindlichkeitenspiegel

Verbindlichkeiten Restlaufzeit bis 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.980.208,00 7.958.915,00 1.737.552,00 11.676.675,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 573.912,77 0,00 0,00 573.912,77
Sonstige Verbindlichkeiten 6.446.423,50 1.525,32 0,00 6.447.948,82
Gesamt 9.000.544,27 7.960.440,32 1.737.552,00 18.698.536,59

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundschulden gesichert.

3.5.6 Rechnungsabgrenzungsposten

Für Kundenverträge, die während der Laufzeit des Vertrags eine jährliche Gebühr für Wartung und Nutzung der Systeme vorsehen, erfolgt die Berechnung für jeweils 12 Monate im Voraus, so dass Umsätze in das dem Berichtsjahr folgende Jahr abgegrenzt werden.

Passive Rechnungsabgrenzung Stand 01.01.2023 Abgang 2023 Zugang 2023 Stand 31.12.2023
Jährliche Nutzungsgebühr Software und IT-Services 4.390.354,96 3.996.566,37 3.842.353,04 4.236.141,63
Sonstige Anzahlungen von Kunden 35.640,68 25.172,47 17.213,53 27.681,74
Sonstige betriebliche Erträge 56.458,58 38.718,75 76.729,17 94.469,00
Gesamt 4.482.454,22 4.060.457,59 3.936.295,74 4.358.292,37

3.5.7 Latente Steuern

Latente Steuern aus Stand 01.01.2023 Abgang 2023 Zugang 2023 Stand 31.12.2023
Anlagevermögen 7.803,60 975,45 0,00 6.828,15
AEB Int. Ltd., UK 7.271,15 0,00 149,60 7.420,75
Gesamt 15.074,75 975,45 149,60 14.248,90

Die Berechnung der latenten Steuern im Anlagevermögen resultiert aus 22.760,50 EUR stille Reserven der BEX, davon 30 % = 6.828,15 EUR latente Steuern. Die latente Steuer der AEB Int. Ltd. ergibt sich aus zeitlich unterschiedlichen Bewertungen in der Steuer- und Handelsbilanz.

3.6 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Angegebene Beträge sind in EUR, die Gliederung entspricht der GuV

3.6.1 Umsatzerlöse

Aufteilung der Umsätze nach Leistungsart

Cloud 45.856.478,54
Dienstleistungsprodukte 6.003.761,12
Individuelle Dienstleistungen 19.274.098,45
On Premises 8.161.975,84
Handelswaren und -leistungen 3.228.205,02
Sonstiges 446.737,10
82.971.256,07

Aufteilung der Umsätze nach Auftraggeber Land

Deutschland 56.003.677,75
Schweiz 6.823.385,39
Vereinigtes Königreich 6.476.698,83
Niederlande 4.755.149,89
Japan 1.750.686,69
Schweden 1.518.915,17
Frankreich 1.439.955,48
Österreich 806.419,71
USA 744.059,95
Dänemark 605.162,12
Belgien 383.976,56
Philippinen 271.895,13
Sonstige 1.391.273,40
82.971.256,07

3.6.2 Sonstige betriebliche Erträge

Erträge aus Währungskursgewinnen 103.033,07
Außerordentliche Erträge 2.540,31
Periodenfremde Erträge 58.653,48
Sonstige betriebliche Erträge 1.726.942,84
1.891.169,70

3.6.3 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Währungskursverluste 73.654,66
Sonstige außerordentliche Aufwendungen 41.943,63
Periodenfremde Aufwendungen 74.859,83
Sonstige betriebliche Aufwendungen 15.671.457,49
15.861.915,61

3.7 Sonstige Angaben

3.7.1 Sonstige Risiken und Vorteile

Nicht als Drohverlustrückstellung gebuchte Risiken oder sonstige Vorteile, die nicht in der Bilanz enthalten sind, sind zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung nicht bekannt.

3.7.2 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die nicht in der Bilanz enthaltenen, sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich gemäß den zugrunde liegenden Verträgen nach den Mindestlaufzeiten wie folgt:

Mindestverpflichtung aus Dauerschuldverhältnissen bis 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Gesamt
Miete Räume inklusive Nebenkosten 787.656,61 1.720.725,06 326.533,00 2.834.914,67
Leasing Geschäftsfahrzeuge 571.481,84 507.661,09 0,00 1.079.142,93
Zinsen aus Bankdarlehen 176.647,00 295.408,00 17.347,00 489.402,00
davon an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Gesamt 1.535.785,45 2.523.794,15 343.880,00 4.403.459,60

Die Position Leasing Geschäftsfahrzeuge beinhaltet die Summe der Leasingraten bis zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit der Fahrzeuge.

3.7.3 Durchschnittliche Zahl der beschäftigten Mitarbeitenden nach §267 HGB

Geschäftsführende Direktoren und Vorstände 6
Verwaltungsrat 6
Angestellte 607
Summe 619
Auszubildende, Studenten 53
Gesamt 672

3.7.4 Honorar Abschlussprüfung

Das vom Abschlussprüfer festgestellte Honorar für das Geschäftsjahr beträgt 41.287,00 EUR, davon für Abschlussprüfung 41.287,00 EUR.

3.7.5 Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 ist nach den Vorschriften des HGB und des AktG aufgestellt. In den einzelnen Positionen des Jahresabschlusses wurde von dem Gliederungsschema des Vorjahres nicht abgewichen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

3.7.6 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Grundsätze

Die Vermögens- und Schuldposten wurden nach den Vorschriften des HGB und der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung bewertet. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

Anlagevermögen

Die Bewertung des Anlagevermögens richtete sich nach den Vorschriften des HGB. Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen erfolgten nach der linearen und teilweise nach der degressiven Abschreibungsmethode. Die Nutzungsdauer der einzelnen Anlagegüter wurde auf Basis betrieblicher Nutzungsdauer bestimmt, in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Handelsrechts. Außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen waren im Geschäftsjahr keine vorzunehmen.

Die einzelnen Gegenstände des Anlagevermögens sind durch die geführte Anlagenbuchhaltung nachgewiesen.

Forderungen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Erkennbaren Risiken wird durch Einzelwertberichtigung Rechnung getragen. Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde zudem eine Pauschalwertberichtigung vorgenommen.

Verbindlichkeiten

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgte mit dem Erfüllungsbetrag. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Wertstellungstag bewertet. Abzinsungen waren nicht vorzunehmen.

Rechnungswesen

Dieser Abschluss schließt an den Abschluss vom 31.12.2022 an. Die Salden sind ordnungsgemäß vorgetragen. Die Bestandsführung, die Anlagenbuchhaltung, die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung sind in die Finanzbuchhaltung integriert.

Währung

Buchhaltung und Konzernjahresabschluss sind in Euro geführt. Soweit der Konzernjahresabschluss Posten enthält, denen Beträge zugrunde liegen, die auf eine fremde Währung lauten oder ursprünglich auf eine fremde Währung lauteten, so werden diese zum Devisenkassamittelkurs am Wertstellungstag oder zu Durchschnittskursen in Euro umgerechnet.

3.7.7 Voraussichtlicher Vorschlag über Gewinnverwendung

Der Verwaltungsrat schlägt der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:

Die AEB-Stiftung erhält eine Dividende in Höhe von 0,20 EUR pro Aktie.

Auf die bezugsberechtigten Stammaktien wird eine Dividende i.H. von 0,05 EUR pro Aktie ausgeschüttet.

Den Gewinnrücklagen sind 3.400.000,00 EUR zuzuführen.

3.7.8 Voraussichtlicher Vorschlag über Erhöhung des Grundkapitals

Der Verwaltungsrat schlägt der Hauptversammlung vor, das Grundkapital unter Verwendung von Gewinnrücklagen um 1.700.000,00 EUR auf 10.900.000,00 EUR zu erhöhen.

 

Stuttgart, den 30.04.2024

Matthias Kieß, Geschäftsführender Direktor

Markus Meißner, Geschäftsführender Direktor

4 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

5. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks und Schlussbemerkung

Nach dem Ergebnis unserer Prüfung haben wir am 17. Mai 2024 dem als Anlagen 1 bis 5 beigefügten Konzernabschluss der AEB SE, Stuttgart, zum 31. Dezember 2023 und dem als Anlage 6 beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt, der von uns an dieser Stelle wiedergegeben wird:

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die AEB SE, Stuttgart

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der AEB SE, Stuttgart, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschaftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der AEB SE, Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt _ Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Verwaltungsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mangel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

Vorstehenden Prüfungsbericht erstatten wir in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Erstellung von Prüfungsberichten (IDW PS 450 n.F. (10.2021)).

Die Verwendung des vorstehend wiedergegebenen Bestätigungsvermerks außerhalb dieses Prüfungsberichts setzt unsere vorherige Zustimmung voraus.

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses und/oder Konzernlageberichts in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form (einschließlich der Übersetzung in andere Sprachen) erfordert unsere erneute Stellungnahme, soweit dabei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird. Wir weisen diesbezüglich auf § 328 HGB hin.

 

Stuttgart, den 17. Mai 2024

HWS Testis GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Andreas Mayer, Wirtschaftsprüfer

Stefan Rapp, Wirtschaftsprüfer

© 2023 AEB SE Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Geschäftsberichts darf in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder sonstiges Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung der AEB SE reproduziert werden.

AEB SE . Hauptsitz . Sigmaringer Straße 109 . 70567 Stuttgart . Deutschland . +49 711 72842 0 . www.aeb.com . info.de@aeb.com . Registergericht: Amtsgericht Stuttgart . HRB 767 414 . Geschäftsführende Direktoren: Matthias Kieß, Markus Meißner . Vorsitzende des Verwaltungsrats: Maria Meißner

Inhaltsverzeichnis

1 Lagebericht

1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

1.2 Geschäftsentwicklung

1.3 Ertragsbericht

1.4 Entwicklung der Finanz- und Vermögenslage

1.5 Menschen in AEB

1.6 Nachhaltigkeit

1.7 Produkte, Forschung, Entwicklung und Service

1.8 Vermarktung, Implementierung, Betrieb, Service

1.9 Risikobeurteilung

1.10 Ausblick auf 2024 und Zukunftsaussichten

2 Jahresabschluss

2.1 Vorjahresabschluss

2.2 Bilanz

2.3 Gewinn- und Verlustrechnung

3 Anhang

3.1 Erläuterungen zur Bilanz - Aktiva

3.2 Erläuterungen zur Bilanz - Passiva

3.3 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

3.4 Sonstige Angaben

3.5 Rechtliche Firmenstruktur

4 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

5 Bericht des Verwaltungsrats zum Jahresabschluss zum 31.12.2023

6 Gewinnverwendung

1 Lagebericht

Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen, Schaubildern und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten auftreten.

1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der Blick auf die Weltlage - ob mit einem Fokus auf Wirtschaft oder allgemein - konnte im Jahr 2023 nur getrübt sein. Die Konfliktherde sind nicht weniger geworden und greifen teilweise direkt in Lieferketten und damit in Warenströme ein. Während die Aktienkurse einen Höhenflug nach dem nächsten erleben und die amerikanische Wirtschaft Dank "Bidenomics" und protektionistischer Maßnahmen floriert, befinden sich die europäischen Staaten in oder am Rande einer Rezession. Deutschland ist zum Jahresende mit einer Wachstumsprognose von nur 0,2% laut Jahreswirtschaftsbericht 2023 bereits in eine solche hineingerutscht.

Die konjunkturelle Schwäche in Deutschland insgesamt aber auch die mäßigen Wachstumsraten in der EU und weltweit in Kombination mit zwar sinkender aber immer noch merklicher Inflation führten zu einer spürbaren Investmentzurückhaltung. Gleichzeitig fällt China als zuverlässiger Wachstumsmotor - besonders für einen Exportweltmeister wie Deutschland - zunehmend aus. Lag das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2023 noch bei 5,4%, wird es für 2024 auf nur noch 4,3% prognostiziert. Das Wanken des riesigen chinesischen Immobiliensektors verheißt darüber hinaus nichts Gutes und ein Zusammenbruch würde weltweite Konsequenzen nach sich ziehen. Die schlechte Binnenkonjunktur und unsichere wirtschaftliche Lage drücken die Konsumaussichten im bevölkerungsreichsten Land der Welt.

Während der Außenhandel in und aus der EU bzw. Deutschland sich dementsprechend rückläufig gestaltete und die Zahl der Warenbewegungen abnahm, hielten sich die korrespondieren Zahlen aus den USA konstant. Doch auch die noch stabilen Wirtschaftsräume spüren die Krisen. Sanktionen gegen Russland bleiben im zweiten Kriegsjahr eine Konstante, neu entflammte Konflikte im mittleren Osten lassen Energie- und Rohstoffpreise teils heftig schwanken und die Gefahrenlage im Roten Meer mit wiederkehrenden Angriffen der jemenitischen Huthi-Rebellen auf Containerschiffe beeinträchtigte Lieferketten zwischen Europa, Asien und den USA erheblich.

Der allgemeinen Wirtschaftslage steht der weiterhin starke Wachstumsmarkt der Informations- und Kommunikationstechnologien gegenüber. Zahlen des Bitkom e.V. 1 zeigen ein Wachstum des Softwaremarktes um 9%. Neben dem gerade in einer traditionellen Branche wie dem Zoll noch immer erheblichen Digitalisierungs potenzial sind die treibenden Kräfte in der Branche nach wie vor Automatisierung und, rasch wachsend, das in seiner unerwartet kometenhaften Weiterentwicklung beeindruckende Feld der künstlichen Intelligenz. Während Prozesse und Systeme immer digitaler werden, ist es ausgerechnet ein Bereich mit klar menschlicher Komponente, der mit der Automatisierung um den Trend des Jahres konkurriert: Kollaboration. Die Bildung von Synergien spart Geld und Ressourcen, der Zusammenschluss mit verwandten Technologien und Ansätzen kann im Rennen um die Zukunft erfolgsentscheidend sein.

Weniger euphorisch fällt der Blick auf den Logistik-Sektor aus. Trotz der ersten einsetzbaren KI-Lösungen bleibt die Stimmung verhalten. Zwar beträgt das Wachstum immer noch 2,5%, 2 angesichts der Bedeutung dieser Branche für die deutsche Wirtschaft ist das jedoch kein zufriedenstellender Wert.

1 ITK-Märkte | Bitkom e. V.
2 Sachverständigenrat für Wirtschaft: Jahresgutachten 2023/24 (sachverstaendigenrat-wirtschaft.de)

1.2 Geschäftsentwicklung

Grundsätzlich und insgesamt betrachtet ist die Geschäftsentwicklung von AEB in 2023 positiv zu bewerten. Umstiege von On Premise-Lösungen in die Cloud trugen genauso zum Wachstum bei wie die neueren Segmente E-Commerce und das Customs Broker-Business. Auch die Transformation in die Cloud zeigt sich mit Blick auf die stark wachsenden Transaktionszahlen im AEB-Rechenzentrum erfolgreich.

1.2.1 Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Geschäftsleitung steuert das Unternehmen primär durch die finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzentwicklung, Auftragsbestand und Entwicklung des Auftragseingangs.

1.2.2 Digitalisierung

Der Trend zur Digitalisierung in den Bereichen Zoll, Logistik und Trade Compliance ist ungebrochen und fokussierte sich 2023 wesentlich auf Automatisierung sowie digitale Vernetzung und Kollaboration. Eine wichtige und immer wichtiger werdende Disziplin ist die künstliche Intelligenz, die in AEB z.B. rund um die Produktklassifizierung zu großer Reife gelangt ist.

1.2.3 Rechtsänderungen

Genauso ungebrochen wie der Trend zur Digitalisierung ist auch der zur Rechtsänderung im Bereich Außenwirtschaft. Für AEB bergen diese Änderungen Potenziale, da durch sie neue oder angepasste Produkte nötig und nachgefragt sind, gleichzeitig binden Entwicklung und Wartung rund um diese Anpassungen viele Ressourcen, die dann für die Fokussierung auf Innovationen fehlen.

1.2.4 Cloud first und Cloud only

Der konsequente Umbau von AEB in Richtung Cloud schritt 2023 voran und etablierte sich dabei endgültig als Straße ohne Wiederkehr. Aus der Intensivierung der Strategie speziell im Hinblick auf die Umstellung von On Premise-Lösungen in die Cloud ergaben sich eine erhöhte Wertschöpfung und klare Wachstumsimpulse für AEB. Gleichzeitig zeigten die stark angewachsenen Zahlen der im Rechenzentrum abgewickelten Deklarationszahlen das Skalierungspotenzial der Cloud.

1.2.5 SAP®-Integration

Die Integrierbarkeit des AEB-Portfolios in SAP bleibt eine erklärte Stärke unserer Produkte, speziell vor dem Hintergrund der weiterhin relevanten Umstiege auf SAP S4/HANA®, mit dem sich zahlreiche Unternehmen auch 2023 beschäftigen mussten. Diese Marktchancen haben wir genutzt und nutzen wir weiter.

1.2.6 Partnerkanal

2023 hat AEB die Zusammenarbeit mit ERP-Systemhäusern weiter intensiviert, um Synergien und alternative Marktzugänge zu nutzen. Durch die Value Added Services der ERP-Häuser erhalten die Kunden auf ihre Bedürfnisse angepasste Expertise und Consulting und AEB bekommt Zugang zu Marktsegmenten, für die eine Software ohne zusätzlichen Service nicht in Frage käme.

1.2.7 International

Trotz einer insgesamt geschwächten Wirtschaft in Europa empfängt AEB weiterhin starke Impulse aus den Kernmärkten Großbritannien, Niederlande, Belgien und Schweiz, aus denen abzulesen ist, dass der Bedarf an Lösungen hoch bleibt. Jedoch dauert die Festlegung auf eine Software aufgrund besonders genauen Abwägens aller Kosten und Nutzen länger als in der Vergangenheit. Eine besonders positive Entwicklung verzeichnen in dieser Hinsicht Schweden und Singapur/Asien.

1.2.8 Employer Branding

Eine weiterhin hohe Attraktivität von AEB als Arbeitgeberin ergibt sich einerseits aus sehr guten Ergebnissen auf der Bewertungsplattform kununu, wo wir es im Jahr 2023 unter die Top 10 der besten Arbeitgeber aus dem Tech-Bereich geschafft haben, und andererseits aus dem Zusammenspiel von Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeitenden und einer beide Dimensionen stützenden Arbeitskultur. Zahlreiche Bewerbungen und die erfolgreiche Neubesetzung offener Stellen sprechen eine ähnlich positive Sprache.

1.3 Ertragsbericht

Die Werte in Schaubildern und Tabellen entsprechen Mio. EUR.

1.3.1 Aufträge

Berichtet wird über die Aufträge der AEB-Gruppe ohne BEX.

Im Auftragseingang werden jeweils neu eingehende Aufträge erfasst. Neukunden und Bestandskunden beauftragen AEB mit IT-Projekten (Individuelle Dienstleistungen), der Anbindung und Nutzung von Cloud-Lösungen und mit der Erbringung von standardisierten Dienstleistungsprodukten. Die Neu-Lizensierung von Software On-Premises spielt mittlerweile keine Rolle mehr.

Neu abgeschlossene Verträge für Cloud-Lösungen und Dienstleistungsprodukte sind Daueraufträge mit unbestimmter Laufzeit. Diese berücksichtigen wir in Höhe des voraussichtlichen Jahresumsatzes im Auftragseingang. Die Verlängerung bestehender Aufträge wird im Auftragsbestand dargestellt.

Der gesamte so ermittelte Auftragseingang hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich positiv entwickelt. Das Jahr 2022 war dabei ein Ausnahmejahr. Der Auftragseingang 2023 blieb unter unseren Erwartungen. Dennoch sehen wir die Entwicklung positiv.

Auftragseingang nach Leistungstyp 2021 2022 2023
Individuelle Dienstleistungen 16,9 21,3 17,5
Cloud 5,8 8,8 4,3
Dienstleistungsprodukte 1,3 2,0 2,8
Sonstiges 1,3 0,8 0,9
Gesamt 25,3 32,9 25,5

Aus dem Auftragsbestand der AEB-Gruppe (ohne BEX) am 31.12.2023 kann mit großer Sicherheit Umsatz geplant werden.

Zum einen besteht der Auftragsbestand am Bilanzstichtag aus den jeweiligen Jahresumsätzen über regelmäßig zu erbringende Dienstleistungsprodukte sowie aus den jeweiligen Jahresumsätzen über Cloud-Leistungen und Lizenzumsätze. Dies sind die bereits erwähnten Daueraufträge.

Zum anderen rechnen wir dem Auftragsbestand offene Abrechnungen aus noch zu erbringenden Dienstleistungen aus den IT-Projektverträgen zu. Dies sind Leistungen, die einmalig erbracht und abgerechnet werden.

Die positive Entwicklung setzt sich weiter fort. Mit in Summe 69,5 Mio. EUR gegenüber 66,3 Mio. EUR im Vorjahr konnte eine Erhöhung des Auftragsbestands von 4,8 % verzeichnet werden.

1.3.2 Umsatz

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um 11,6 % auf rund 76,0 Mio. EUR. Unsere Umsatzerwartungen wurden damit um 2,6 % übertroffen.

Umsatz nach Leistungsart 2021 2022 2023 %
Cloud 31,8 36,3 41,7 +13,1
On-Premises 8,5 7,9 7,7 -3,1
Dienstleistungsprodukte 4,3 5,0 5,9 +15,9
Individuelle Dienstleistungen 14,1 15,2 17,4 +11,6
Handel Dienstleistungen, Lizenzen und Waren 3,6 3,3 2,9 -15,2
Sonstiges 0,2 0,4 0,4
Gesamt 62,5 68,1 76,0 +11,6

Besonders stark haben sich erneut die Umsätze aus Cloud entwickelt, was im Wesentlichen auf die Neuaufträge aus den Jahren 2022 und 2023 zurückzuführen ist.

Erwartungsgemäß haben sich die Umsätze aus On-Premises weiter reduziert.

Die Steigerung der Umsätze für Dienstleistungsprodukte im Jahr 2023 ist auf die vermehrte Nachfrage an Schulungen für das ATLAS-Release AES 3.0 zurückzuführen. Dabei handelt es sich um einen Einmaleffekt.

Auch der sehr hohe Umsatz für individuelle Dienstleistungen ist im Wesentlichen auf die Neuaufträge aus den Jahren 2022 und 2023 zurückzuführen.

Gegenüber dem Vorjahr wurde von dem Gliederungsschema geringfügig abgewichen. So werden nunmehr Erstlizenzen nicht mehr unter Sonstiges ausgewiesen, statt dessen werden Erstlizenzen und jährliche Nutzungsgebühren unter On-Premises zusammengefasst.

1.3.3 Ergebnis

Neben der Steigerung unseres Umsatzes im Jahr 2023 erhöhten sich die sonstigen Erträge um 0,06 Mio. EUR (3,9 %). Die Gesamtkosten inklusive Zinsen, Steuern und Abgaben erhöhten sich um 8,8 Mio. EUR (13,8 %). Mit dem bereinigten EBITDA in Höhe von knapp 9,9 Mio. EUR konnte das dritte Jahr in Folge ein außergewöhnliches Ergebnis erzielt werden.

1.4 Entwicklung der Finanz- und Vermögenslage

1.4.1 Bilanzsumme

Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um rund 4,0 Mio. EUR (6,3 %) angewachsen.

1.4.2 Bilanzwerte im Vergleich zum Vorjahr - wesentliche Veränderungen

Aktiva

Im Anlagevermögen erhöhten sich die Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände um rund 1,95 Mio. EUR. Neben einem Zugang in Höhe von 4,03 Mio. EUR wurden 2,07 Mio. EUR abgeschrieben. Es waren Anlagenabgänge im Buchwert von 0,01 Mio. EUR zu verzeichnen. Der größte Teil der Zugänge in Höhe von rund 3,1 Mio. EUR entfiel auf Sachanlagen für den Betrieb des Rechenzentrums, ausgelöst von und kompensiert durch die steigenden Transaktionen und Umsätze in unserer Cloud.

Die Finanzanlagen erhöhten sich um 1,48 Mio. EUR. Rund 1,02 Mio. EUR entfielen auf die Beteiligung an GRYN GmbH, 0,46 Mio. EUR auf die Ausleihung an die im Jahr 2022 neu gegründeten Tochtergesellschaft Customs Heroes GmbH.

Das gesamte Umlaufvermögen reduzierte sich um rund 0,54 Mio. EUR (1,8 %). Unsere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind trotz der Umsatzsteigerung in Höhe von 11,6 % nur um 7,3 % (0,83 Mio. EUR) gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum Bilanzstichtag haben sich um rund 0,92 Mio. EUR (54,8 %) erhöht. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um 0,80 Mio. EUR (27,1 %) erhöht. Letzteres ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Absicherung der Zeitwertkonten der Mitarbeitenden zurückzuführen. Unsere liquiden Mittel sind um knapp 3,25 Mio. EUR (23,8 %) auf rund 10,44 Mio. EUR zum Bilanzstichtag gesunken.

Passiva

Das Eigenkapital ist um 4,97 Mio. EUR (16,3 %) angestiegen. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus dem Jahresüberschuss zum 31.12.2023 (5,43 Mio. EUR) und der Ausschüttung von Gewinnen (0,86 Mio. EUR).

Die Rückstellungen sind um 0,74 Mio. EUR (8,2 %) angewachsen.

Die Verbindlichkeiten konnten in Summe um 1,70 Mio. EUR (8,3 %) reduziert werden. Darin enthalten ist der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch die Tilgung der Finanzierungskredite für das Headquarter in Stuttgart um 1,98 Mio. EUR. Eine wesentliche Zunahme findet sich unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Diese sind um 0,47 Mio. EUR angewachsen. Der Zuwachs betrifft ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

1.5 Menschen in AEB

1.5.1 Anzahl Mitarbeiter*innen

In personeller Hinsicht konnten wir im Geschäftsjahr 2023 die Zahl unserer Mitarbeitenden in der AEB-Gruppe inklusive der Studierenden und Auszubildenden auf insgesamt 704 erhöhen.

Zum Bilanzstichtag am 31.12.2023 waren bei AEB SE in Deutschland, Schweden, Niederlande und Tschechien 604 Mitarbeitende beschäftigt. Hinzu kommen weitere 66 Beschäftigte in unseren internationalen Gesellschaften. Unsere im Jahr 2022 neu gegründete Tochtergesellschaft Customs Heroes hat 2 Mitarbeitende, die BEX AG 32.

1.5.2 Recruiting und Employer Branding

Ein besonderer Meilenstein im Employer Branding war 2023 das Go Live der neuen Karriereseiten innerhalb der AEB-Website. Als Resultat genauer Search Engine Optimization- und Heatmap-Analysen soll ihr Aufbau Interessierte abholen und ohne Absprungverluste zu den für sie relevanten Inhalten leiten. Das zugrundeliegende Konzept dreht sich ganz um den Begriff "Raum" und seine unterschiedlichen Ausprägungen und Interpretationen innerhalb AEB.

Diese neue Ansprache von Bewerberinnen und Bewerbern kombiniert mit einem professionellen und transparenten Bewerbungsprozess und einem sorgfältig geplanten und umgesetzten Onboarding hat uns im Jahr 2023 ermöglicht, insgesamt 68 Angestellte und 36 Studierende für uns zu gewinnen.

1.5.3 Common Ground

Auch 2023 befand sich der Common Ground als Leitmotiv für die Arbeit und Zusammenarbeit in AEB in einer delikaten Balance zwischen Beständigkeit und Weiterentwicklung.

Das in ihm verankerte Prinzip der Eigenverantwortung fand sich in der nun fest etablierten Selbsteinschätzung und in transparenten Feedbacks für die Gehaltsentwicklung genauso wieder wie in den internen Weiterbildungsangeboten rund um Verantwortung gegenüber AEB, den Kolleg*innen und natürlich sich selbst.

Der Umzug von Yammer zu Slack führte die Unternehmenskommunikation und die Kommunikation innerhalb von Communities und Teams sowie der Mitarbeitenden untereinander zusammen, um einerseits das Einholen wesentlicher Informationen an einem Ort zu erleichtern und andererseits eine moderne, funktionsreiche Kommunikationsplattform unternehmensweit anzubieten.

1.5.4 Arbeiten in AEB

In AEB arbeiten Menschen einerseits an einem unserer Standorte oder im Headquarter in Stuttgart physisch miteinander, in vielen Fällen aber auch remote aus dem Homeoffice. Die Dualität aus physischer und digitaler Präsenz birgt weiterhin die Herausforderung, Gemeinschaftsgefühl und wertvolle Gelegenheiten für direkten Austausch genauso zu ermöglichen wie eine maximale Flexibilität, durch die die Arbeit besser in das individuelle Leben passt und damit nicht allein als Stressfaktor, sondern als frei gewählte und motiviert begangene Beschäftigung empfunden werden kann.

Um diese Dualität bestmöglich in AEB zu leben, wurde 2023 ein neues Veranstaltungskonzept entwickelt, das 2024 zum ersten Mal zum Tragen kommt. Mit vierteljährlichen Touchpoints vor Ort im AEB Headquarter wird eine möglichst hohe Dichte an Mitarbeiter*innen zu weit im Voraus kommunizierten Terminen erreicht und so ein Maximum an direktem, analogem Austausch gefördert. Diese Termine sind das Frühjahrs-Gathering mit Bekanntgabe der Schwerpunktthemen für das neue Jahr im März, get connected und das Customer Success Meeting im Juni samt Sommerfest, das internen Themen gewidmete Herbst-Gathering im September und schließlich die Weihnachtsfeier im Dezember.

1.5.5 Betriebliches Gesundheitsmanagement

Als Arbeitgeberin hat AEB ein klares Interesse, dass ihre Mitarbeiter*innen gesund sind und es auch lange bleiben. Im Jahr 2023 wurden zwei wesentliche Neuerungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement eingeführt. Zum einen bietet AEB ihren Beschäftigten vergünstigte Besuche in zahlreichen Fitness-Studios in ganz Deutschland und anderen Sporteinrichtungen wie Schwimm- oder Boulderhallen oder in Yogakursen an. AEB sponsort dieses Angebot und übernimmt ca. die Hälfte der Kosten.

Die Statistiken der Krankenkassen zeigen jedes Jahr aufs neue starke Zuwächse bei den psychischen Erkrankungen, die dem klassischen Leiden der im Büro Arbeitenden, den Rückenschmerzen, schon bald den Rang abzulaufen drohen. Bei AEB glauben wir nicht, dass die psychische Gesundheit reine Privatsache ist und haben zwei Komponenten entwickeln, mit denen wir die mentale Verfassung unserer Mitarbeiter*innen verbessern möchten. Zum einen können Beschäftigte anonym über ein Online-Portal Unterstützung bei Krisen oder psychischen Beschwerden bekommen. Die Kosten übernimmt AEB. Mit der Ausbildung sogenannter Mental Health Ersthelfer*innen sorgen wir zudem direkt an unseren Standorten für Ansprechpersonen, die weitere Hilfen vermitteln oder empfehlen können.

1.5.6 Aus- und Weiterbildung

Am Bilanzstichtag 31.12.2023 haben wir 6 Auszubildende, 9 Studierende der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), 8 Praktikant*innen, 3 Bacheloranden und 28 Werkstudent*innen beschäftigt.

1.6 Nachhaltigkeit

Am 5. Januar 2023 trat in der Europäischen Union die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in Kraft, die Unternehmen in der EU verpflichtet, über die ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit sowie über die Auswirkungen ihrer Aktivitäten und Initiativen im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung zu berichten. Für AEB beginnt die Berichtspflicht für das Geschäftsjahr 2025. Vorbereitende Maßnahmen für die CSRD wurden bereits 2023 begonnen. Ein grundlegendes Element dabei ist die Wesentlichkeitsanalyse, anhand derer analysiert werden muss, welche Nachhaltigkeitsthemen für AEB berichtspflichtig und darüber hinaus strategisch relevant sind. Aufgrund der Fokussierung auf den Aufbau des gesetzeskonformen Nachhaltigkeitsreportings verzichtet AEB auf einen freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht für 2023.

1.6.1 Ökonomische Verantwortung

Wir sind uns bewusst, dass Softwarelösungen auch einen direkten Einfluss auf die Umwelt haben können. Daher haben wir uns dazu verpflichtet, durch Verwendung von Cloud-Technologie unseren Kunden Lösungen bereitzustellen, die durch verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel die Reduktion von physischen Servern, zu einer Reduzierung des Stromverbrauchs beitragen.

An vielen Stellen unserer eigenen Lieferketten stellen wir bereits sicher, dass Zulieferer und Geschäftspartner angemessene Nachhaltigkeitsstandards einhalten. Ob durch reinen Ökostrom in unseren deutschen Standorten, regionale Biokostprodukte für unsere Kantine, bevorzugt nachhaltige Hotels bei Dienstreisen oder durch nachhaltige Werbepartner.

Eine weitere Gesetzgebung rund um Nachhaltigkeit, der Green Deal der EU, hat bei AEB im Jahr 2023 zu einer Analyse geführt, wo sich Chancen ergeben, mit AEB-Produkten und -Lösungen zur Umsetzung beizutragen. Als eines der ersten relevanten Themen wurde hier das CBAM-Reporting 3 identifiziert, das 2023 zum ersten Mal für zahlreiche Kunden Relevanz hatte.

1.6.2 Ökologische Verantwortung

Wir sind uns natürlich auch unserer ökologischen Verantwortung bewusst und ergreifen aktiv Maßnahmen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und zu vermeiden. Treibhausgase allein zu kompensieren und damit Klimaneutralität zu erreichen, genügt uns jedoch nicht. Wir wollen durch echte Emissionsreduzierung dazu beitragen, die Erreichung des weltweiten Temperaturanstiegs auf 1,5° Celsius zu begrenzen und unterstützen die Ziele des Pariser Klimaabkommens.

Dabei zeigen sich Fortschritte, z.B. in der Reduktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren im Fuhrpark und einem entsprechenden Anstieg der Nutzung von Elektromobilität. Mit dem signifikanten Unternehmenswachstum und der steigenden Zahl von Menschen, die für AEB tätig sind, ging aber auch eine Zunahme der Verbräuche einher. Ob Müll, gefahrene Kilometer, Hotelübernachtungen oder Wasserverbrauch, in allen Bereichen ist der Verbrauch gestiegen. Dies ist auch auf eine völlige Rückkehr zur Normalität in puncto Reisen und Präsenzveranstaltungen zurückzuführen nach dem Wegfall aller pandemiebedingten Einschränkungen. Den größten Anteil nehmen aktuell Dienstreisen und hierin speziell Langstreckenflüge ein. Ein Focus wird darum in Zukunft auch auf der Vereinbarkeit von Wachstum und Nachhaltigkeit liegen.

3 CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) ist ein Grenzausgleichsmechanismus der Europäischen Union zum Zwecke des Klimaschutzes

Um den Fußabdruck von Jahr zu Jahr weiter zu reduzieren, wurde schon 2023 ein ganzes Bündel an Maßnahmen organisiert und umgesetzt. Der Fokus lag dabei vor allem darauf, in der Belegschaft noch weiter Aufmerksamkeit auf das Thema Emissionsvermeidung und -reduzierung zu lenken und die Bereitschaft zu erhöhen, Veränderungen anzustoßen und aktiv mitzutragen. Zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen trugen dazu bei.

1.6.3 Soziale Verantwortung

Als mittelständische Arbeitgeberin existiert AEB nicht in einem Vakuum, sondern ist Teil der Gesellschaft und übernimmt soziale Verantwortung.

Soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden und der Gesellschaft leben wir nicht nur im Rahmen geltender Gesetze und Normen, sondern darüber hinaus. Mit dem Ziel, erkennbare Werte zu schaffen. Nicht für uns, sondern durch uns.

Eine große Rolle spielt dabei die AEB-Stiftung. Diese setzt sich dafür ein, benachteiligten Menschen gleichberechtigten Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Mehr Informationen dazu finden sich im Jahresbericht der AEB-Stiftung. AEB hat im vergangenen Jahr die Stiftung nicht nur durch die in der Satzung festgeschriebenen Dividende, sondern darüber hinaus mit einer Spende unterstützt. Weitere Spenden wurden für internationale Katastrophenhilfe eingebracht.

Einer der Schwerpunkte 2023 war "DEI" - Diversity, Equity, Inclusion. Mit zahlreichen Aktionen, Informationen und der Identifizierung von Verbesserungspotenzialen wurde diese Verantwortung in den Mittelpunkt gerückt.

Einen eher externen Fokus hat dagegen die Lieferantenrisikoanalyse, die AEB im Rahmen des neuen Lieferkettensorgfaltspflichtgesetzes durchgeführt hat. AEB selbst fällt in absehbarer Zeit nicht unter das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, ist jedoch davon überzeugt, dass sie auf Dauer nur erfolgreich sein kann, wenn sie ihrer unternehmerischen Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte und zur Vermeidung umweltbezogener Risiken vor Ort und entlang der Liefer- und Wertschöpfungskette gerecht wird. Im Rahmen der 2023 erstmals durchgeführten Lieferantenrisikoanalyse, wurden die direkten Lieferanten aus 2022 anhand verschiedener Kriterien (Umsatz, Geschäftssitz, Branche, Einflussvermögen AEB) analysiert und bewertet. Diese Risikoanalyse wird jährlich wiederholt und findet bei substantiierter Kenntnis über Verstöße auch anlassbezogen statt.

1.7 Produkte, Forschung, Entwicklung und Service

1.7.1 Technologie/Cloud

Das weitere Vorantreiben des vollständigen Umbaus der AEB zur Cloud Company bedurfte einiger strategischer Entscheidungen. Für weitere Produktentwicklungen im Trade Compliance Management haben wir uns auf "GenC" , ein auf Spring Boot basierendes Java/Kotlin Ökosystem, als Entwicklungsplattform festgelegt und den Technologie Stack weiterentwickelt.

Darüber hinaus wurden im Jahr 2023 weitere Optimierungen im Cloud-Betrieb der AEB Services vorgenommen, z.B. im Monitoring, im Datenbank-Support, in den Kubernetes-Clustern, im Tooling und weiteren mehr.

Zudem wurde die Cloud Software Infrastruktur um zusätzliche Komponenten und produktübergreifende Cloud Services ausgebaut. Dazu gehören das Identity Access Management mit der Single-Sign-On-Option, ein CloudArchive und die Einführung von Services zur Service Discovery und der Tenant-Verwaltung.

In "XNSG", dem auf Java basierenden Technologie Stack für hochskalierende Fachservices, wurde ein neuer Java-Kernel auf die Fachprodukte ausgerollt, der eine neue, vaadin-basierte graphische Benutzerschnittstelle enthält. Zudem wurde eine plattformübergreifende Lizenzverwaltung für Open Source- und Dritthersteller Software-Komponenten entwickelt. Elemente der XNSG-Plattform und im DocumentService wurden optimiert und eine Single-Sign-On-Option integriert.

1.7.2 Customs

Der Customs-Bereich in AEB hat sich 2023 unter anderem einer Neuentwicklung für Warenursprünge und Präferenzen (Origin and Preferences Management, kurz: OPM) gewidmet. Der Fokus der OPM-Neuentwicklung liegt in Phase 1 auf dem UK-Markt und der Schweiz. Die Neuentwicklung umfasst auch ein AEB Shared Material Repository, also eine zentrale Außenhandels-Materialstammdatenverwaltung. Für die Abbildung und automatisierte Bereitstellung aller weltweiten Präferenzabkommen inklusive ihrer Kalkulationsregeln und Ursprungstexte wurde zudem ein neuer Content Service entwickelt.

Im Customs Filing haben sich durch Veränderungen an den länderspezifischen Zollsystemen, zu denen sie durch den Zollkodex der EU verpflichtet sind, umfangreiche Neuerungen ergeben. Die E-Commerce-Zielgruppe erhält ein Returns Management. Für die Niederlande und für Deutschland wurde ein Customs Warehouse System entwickelt.

Das Direct Filing Produkt wurde um neue bzw. aktualisierte Zollsysteme erweitert und wird basierend auf von den einzelnen Ländern vorgegebenen Umstellungszeitfenstern sukzessive zu Bestandskunden u.a. in Deutschland, der Schweiz, im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden, in Belgien, Dänemark und Polen ausgerollt.

Speziell mit Blick auf die E-Commerce-Zielgruppe, wurde im Jahr 2023 eine integrierte Rückwarenabwicklung (Customs Returns Management) entwickelt und bei einem ersten Kunden erfolgreich eingeführt.

Für die Niederlande und Deutschland wurde 2023 damit begonnen, ein Customs Warehouse Produkt zu entwickeln, das unseren Kunden die Bestandsführung erleichtert, die in den jeweiligen Ländern vorgeschriebenen Meldeverfahren unterstützt und Compliance-Prozesse automatisiert.

1.7.3 Trade Compliance

Trade Compliance wurde 2023 in Details optimiert und angepasst, z.B.

Die Salesforce-Integration wurde um eine Exportkontroll-Funktionalität erweitert und der Salesforce Plug-In umgebaut in eine "Side-by-side-Architektur"

Die Software wurde um internationale Sanktionslisten erweitert

Trade Compliance berücksichtigt nun weitere Adressklassifikationen in der Sanktionslistenprüfung (SWIFT/BIC, DUNS, IMO)

Die Nutzbarkeit wurde ebenso wie die Archivierungs- und Löschprozesse optimiert

Die Software wurde auf eine neue, vaadin-basierte graphische Benutzerschnittstelle umgestellt

1.7.4 Logistik

In der Logistik lagen die Schwerpunkte 2023 in der Definition von Lösungskategorien und deren Vermarktungsstrategien sowie in der Sicherstellung von Entwicklerkapazitäten. Es erfolgten Konzeption und Implementierung in den Kategorien Shipping und Versand, sowie Transportation Management System (TMS) und Warehouse Management System (WMS). Die WMS für ColdChain-Lösung wurde bei einem Kunden in Asien erfolgreich pilotiert. "Carrier 1000" wurde als Minimum Viable-Product entwickelt und im Markt auf seine Attraktivität getestet.

Der Aufbau zusätzlicher Entwicklerressourcen ermöglichte uns, weitere Kapazitäten einzusetzen für einen Ausbau des Carrier-Portfolios. Und, durch die Partnerschaft mit dem Start-up GRYN GmbH, die 2023 entstanden ist, können wir Kunden perspektivisch eine genaue Berechnung des CO 2 -Abdrucks der eigenen Logistikaktivitäten bieten und damit Einsparungspotenziale sichtbar machen.

1.8 Vermarktung, Implementierung, Betrieb, Service

Auf Vermarktungsseite war das Jahr 2023 durch interne und externe Herausforderungen geprägt mit einem klaren Fokus auf Transformationsthemen. Wesentliche Aufwände flossen in das fortlaufende Projekt "missionN", um Kunden kontinuierlich in die AEB Cloud zu bringen. Im Vordergrund standen hierbei Bestandskunden aus On Premise-Lösungen, und in dieser Gruppe Kunden aus dem Trade Compliance Management- Segment. Zudem haben wir eine Taskforce eingesetzt, um mehrere tausend Kunden in ein neues Preismodell und zu unseren aktuellen AGBs zu bringen. Eine Ankündigung des End of Sale für On Premise motivierte Bestandskunden zusätzlich. Im Neugeschäft sind schon seit zwei Jahren ausschließlich Cloud-Produkte und - Lösungen im Vertrieb. Die erwähnten Preisumstellungen wirkten zudem als Booster für Umstellungsaktionen bei den ASSIST4 Versandkunden, die mit der Migration zu nXt 4 von einer schnelleren, zukunftsfähigen Umgebung profitieren.

Die Umstellungen sind auch Teil der Weiterentwicklung Business-Services, die eine Konzeption und Erprobung einer paketierten Abwicklung vorsieht. Sie steht damit exemplarisch für eine Änderung des Mindsets innerhalb der AEB hin zur Cloud Company, in der Implementierungen durch den Kunden selbst von uns begleitet werden, somit zuvor bei uns verortete Aufgaben aus unserem direkten Verantwortungsbereich fallen und damit Kapazitäten frei werden für andere Projekte.

Die anhaltende Ressourcen-Thematik zwingt uns zudem, auch bei den hoch individualisierten Lösungen in neue Richtungen zu denken und uns zu fragen, wie Projekte besser und schneller zum Ziel geführt werden können. Dazu wurden 2023 verschiedene Aktivitäten rund um Projektmanagement und die Weiterentwicklung entsprechender Fähigkeiten und Fertigkeiten gestartet.

Diese interne Herausforderung der Ressourcenbindung einmal für Umstellungen auf die AEB Cloud, aber auch in der Betreuung mehrerer Großkunden trifft dabei auf externe Faktoren wie die ATLAS-Umstellung auf AES 3.0., die zusätzlich einen hohen Seminarbedarf mit sich brachte. Die Responsezeiten in Projekten in diesen dynamischen Umfeldern ständig anzupassen und interne sowie externe Erwartungen zu erfüllen, stellte eine komplexe Aufgabe dar. Intensiv in seinen zeitlichen Anforderungen gestaltete sich auch der Dauerbetrieb von hochvolumigen nXt-Lösungen, mit denen aber gleichzeitig wertvolle Erfahrungen gesammelt werden konnten.

Durch den Fokus auf Bestandskunden und interne Transformationsprozesse konnte dem Neukundengeschäft 2023 weniger Aufmerksamkeit geschenkt werden, was sich in sinkenden Abschlüssen äußerte. Diese waren jedoch nicht konsistent über die gesamte Produktpalette zu verzeichnen, sondern wiesen eine gewisse Produktabhängigkeit auf. Während das E-Commerce-Umfeld Zuwächse zu verzeichnen hatte, schwankte die Auslastung z.B. in den Bereichen Trade Compliance, Origins and Preferences und Carrier Connect, deren Teams zwischen hoher Arbeitsbelastung und Leerlauf oszillierten.

4 nXt ist unsere zukunftsweisende Software-Geschäftsprozess-Schicht, die bestehende und zukünftige AEB Services integriert

Der externe Faktor des schwierigen Investitionsklimas mit Rezessionen in Deutschland und dem Vereinigten Königreich als zwei Kernmärkten verstärkte diese Effekte noch. Dass Neukunden Auftragsabschlüsse im gegenwärtigen wirtschaftlichen Klima lieber aufschieben, führte trotz guter Lead-Generierung zu einer deutlichen Abschwächung des Neukundengeschäfts. Einzig im Projekt Carrier Connect zeigten sich im ausgehenden Jahr Erfolge, die sich in zunehmend größeren Aufträgen äußerten, womit sich Carrier Connect mehr und mehr zu einem eigenen, speziellen Business entwickeln.

Den beschriebenen Entwicklungen wirkte das Marketing mit Kampagnen zur Neupositionierung der Transport Management Lösungswelt entgegen. Zukünftige Projekte zu der KI-gestützten Klassifizierungsanwendung und rund um Customs-Clearance-Lösungen einschließlich der Broker Services wurden aufgegleist, um in 2024 an den Start zu gehen. Damit konnte die Zahl und Qualität der eingehenden, qualifizierten Sales-Opportunities gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Auf Sales-Seite wird das Zusammenwachsen internationaler Standorte und Deutschlands durch die Gründung der konzernweiten getCloser International Community in die Zukunft wirken und besonders durch die Integration in die Customs-, Trade Compliance- und E-Commerce-Communities eine engere Verzahnung relevanter Stellen nach sich ziehen. Ein erfolgreiches Beispiel einer solchen Integration sind Schweden und die nXt-Community.

1.9 Risikobeurteilung

1.9.1 Risikomanagement

Wir betreiben ein dezentrales Risikomanagement. Einzelne Bereiche übernehmen die Verantwortung für die Identifizierung, Bewertung und Überwachung ihrer jeweiligen Risiken, während zusätzlich ein zentrales Risikomanagement die Gesamtheit übergeordnet im Blick behält. Dadurch wird sichergestellt, dass eine umfassende Risikobewertung durchgeführt wird.

Die Dokumentation des Risikomanagements, einschließlich der Bewertung und Behandlung von Risiken, wird durch Tools unterstützt. Darüber hinaus werden kontinuierlich potenziell neu aufkommende Risiken durch die enge Zusammenarbeit und den Austausch von Compliance Management, Sicherheit, Datenschutz und Legal erkannt und proaktiv angegangen.

Zur Stärkung des Risikomanagements tragen regelmäßige Workshops, Weiterbildungen und Schulungen bei. Unter anderem zu Themen wie Geheimhaltungsvereinbarungen, Bestechlichkeit, Auftragsdatenverarbeitung, Notfallkonzepten oder auch zur proaktiven Erkennung des rechtssicheren Umgangs in sozialen Medien.

Um die Resilienz des Geschäftsmodells stetig zu erhöhen, wird der Fokus weiterhin in der Diversifikation liegen. Es bestehen keine nennenswerten Abhängigkeiten von einzelnen großen Kunden oder von Branchen. Die voranschreitende Internationalisierung sowie zusätzliche Produkte und Services tragen zu wachsender Diversifikation bei.

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz betrifft uns in absehbarer Zeit nur indirekt. Trotzdem sind die Einhaltung der Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette, die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen und der Schutz unserer Umwelt Teil unseres Selbstverständnisses in AEB. Das findet sich so auch in unserem Code of Conduct, in unseren Einkaufs-Grundsätzen und unserem Prozess zum Partnermanagement wieder.

Externe und interne Risiken haben nur geringe Auswirkungen auf unseren Geschäftsverlauf, da die Maßnahmen gut greifen und die Prozesse gut aufeinander abgestimmt sind. Die regelmäßigen internen Audits dienen der Überprüfung der Vorgaben zu Security und Datenschutz, während externe Audits nach dem internationalen Standard die Umsetzung bestätigen.

1.9.2 Compliance

2023 waren unsere Schwerpunktthemen im Compliance Management Weiterbildung und Compliance Management in der AEB Gruppe.

Im Rahmen der Weiterbildung fand auch dieses Jahr wieder ein Compliance Day statt, dieses Mal mit den Schwerpunkten Interessenskonflikte, Trade Compliance, Sorgfalt in der Lieferkette und Big Data. In mehreren Austauschrunden fanden Gespräche der Compliance Verantwortlichen unserer verschiedenen Standorte statt, um ein besseres Verständnis füreinander zu entwickeln, voneinander zu lernen und Synergieeffekte besser zu nutzen. Dieser Austausch wird weiter fortgesetzt.

Zusätzlich setzten wir uns intensiv mit dem internen Monitoring gesetzlicher Anforderungen auseinander, sodass wir zusätzliche Prozesse und Vorgehensweise implementieren konnten.

1.9.3 Datenschutz und Datensicherheit

Der Schutz von Daten und die Sicherheit von Informationssystemen ist für AEB von höchster Priorität. Um dies sicherzustellen, verfolgen wir eine ganzheitliche Herangehensweise, bei der Datenschutz, Informationssicherheit und Datensicherheit eng miteinander verknüpft sind. Dank eines eigenen Datenschutzteams, das sich bereits vor der gesetzlichen Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) um die Einhaltung der geltenden Datenschutzgesetze kümmerte, können wir den Fokus auf den reibungslosen und sicheren Betrieb unserer Kundenrechenzentren und den Schutz unserer Kundendaten legen.

Business Continuity Management

In regelmäßigen Informations- und Awareness-Kampagnen werden Mitarbeitende über die Bedeutung von Informations- und Datensicherheit aufgeklärt. Zusätzlich finden automatisierte Vulnerability Scans und Penetrationstests zur frühzeitigen Risikobewertung und Abwehr statt. Übungen in allen Dimensionen, von der Überprüfung der Datensicherung bis hin zu vollumfänglichen Übungen für das Business Continuity Management (BCM), sorgen für eine stetige Verbesserung der Sicherheit. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir in diesem Bereich ein mehrtätiges Security-Event dem Thema Notfallmanagement gewidmet. Wir haben das Szenario einer Cyber-Attacke untersucht und ein Notfallkonzept entwickelt, um im Falle eines solchen Vorfalls bestmöglich aufgestellt zu sein. Das Event hatte viele Facetten und bot uns die Möglichkeit, unser Verständnis der richtigen Reaktion im Notfall zu vertiefen.

Diese Maßnahmen sind sehr wichtig, da die Bedrohungslage kontinuierlich zunimmt. Wir sehen uns aber durch unsere Maßnahmen und dem Einsatz von Technologien gut gerüstet, um Bedrohungen abzuwehren. Unser Investitionsbudget wird in diesem Bereich weiterhin zunehmen, um auch den zukünftigen Anforderungen stets gewappnet zu sein.

Wir lassen uns regelmäßig von externen Zertifizierungsstellen überprüfen, um die Einhaltung von Standards zu garantieren. Wir sind nach ISO 27001, als Unternehmen mit geprüftem Datenschutzmanagement nach DSGVO, als zugelassener Wirtschaftsbeteiligter - Security (AEO-S) und nach ISO 270018 zertifiziert.

Information Security Management System

Im Bereich Information Security Management System (ISMS) wurde das Sicherheitskonzept aktualisiert, um den Bedrohungen in der digitalen Welt adäquat begegnen zu können. Bei einem internen Audit haben wir die Besetzung personell verstärkt.

Datenschutz Management System

Um den Datenschutz unserer Kunden zu gewährleisten, lag im Jahr 2023 weiterhin ein Schwerpunkt im Bereich Datenschutz Management System (DSMS) in der Anpassung der Verträge mit unsicheren Drittländern. Wir informierten unsere Kunden in einem intensiven Rollout über die neuen Fakten und Einschätzung der AEB. Begleitend fanden interne Weiterbildungsmaßnahmen statt, um ein besseres Verständnis für Datenschutz und Datensicherheit zu schaffen.

Darüber hinaus erfuhr unsere Erklärung zu Geheimhaltung, Datenverarbeitung und Vertraulichkeit (GDV) eine neue Version, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden.

1.9.4 Besonders relevante externe Risiken

Durch unser dezentral aufgestelltes, aber zentral gelenktes Risikomanagement werden frühzeitig externe Faktoren erkannt und bewertet, die einen signifikanten Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit haben können.

Kriege und bewaffnete Konflikte

Der am 24. Februar 2022 begonnene Angriffskrieg gegen die Ukraine und die anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten nach dem Überfall der Terrororganisation Hamas Ende 2023 auf Israel mit all ihren Folgen von weiterhin hohen Energiepreisen über Rezessionen und eine abflauende Wirtschaft bis zu zunehmender gesellschaftlicher Spaltung hinterlassen auch in AEB ihre Spuren. Die überschaubaren vertrieblichen Erfolge 2023 sind auch einem weltweiten Klima der Verunsicherung geschuldet, das Unternehmen zögerlich bei Investitionen werden lässt und unsere Auftragsabschlüsse immer weiter verzögert. Mit Wachstum an anderer Stelle, wie z.B. der Cloud, konnten wir diese negativen Auswirkungen 2023 noch relativ gut auffangen.

Cyberrisiken

Cyberrisken sind für alle deutschen Firmen in den letzten Jahren zu einem außerordentlich wichtigen Thema geworden, weshalb für uns die Sicherung unserer Systeme und Daten gegen Angriffe von Hackern und anderen Bedrohungen eine sehr hohe Priorität hat. Ein konsequenter Ausbau des Schutzniveaus zog auch im Jahr 2023 Investitionen nach sich.

1.10 Ausblick auf 2024 und Zukunftsaussichten

1.10.1 Qualitativer Ausblick - Chancen und Umgebungsthemen

Während uns Kriege und Krisen auch in den nächsten Monaten und Jahren weiter begleiten werden und auf vielfältige Weise Herausforderungen für AEB entstehen lassen, gibt es auch im direkten Geschäftsumfeld Entwicklungen, die für die Zukunft von AEB von herausragender Bedeutung sind. Die Ankündigung der Europäischen Union, ab 2030 ein EU-weit einheitliches Zollsystem mit einem sogenannten Data-Hub einzuführen und durch eine Harmonisierung der Zoll-Legislation importierenden Parteien ein einheitliches Deklarationsprozedere anzubieten, wirkt sich direkt auf das Geschäftsmodell von AEB aus. Zum einen fallen länderspezifische Filing-Lösungen weg und werden durch ein einheitliches, zentrales Filing ersetzt. Zum anderen fallen damit erhebliche Ressourcen weg für kontinuierliches Maintenance der Filing-Lösungen und können an anderer Stelle eingesetzt werden.

Die Anpassung von AEB an diese stark veränderte Zoll-Welt ist der Grund, warum Customs 2030 zum Schwerpunktthema für 2024 erklärt wurde. Inwieweit das Portfolio der AEB im Zollbereich und darüber hinaus weiterentwickelt werden muss, um zukunftsfähig zu bleiben, werden die nächsten Jahre und die konkretere Umsetzung von Customs 2030 durch die EU zeigen. In jedem Fall wird man über zusätzliche Services nachdenken müssen, mit denen das aktuell große Geschäftsfeld der Zollerklärungsprozesse auch nach einer EUweiten Vereinheitlichung einen Mehrwert bietet, der Bestandskunden hält und neue Kunden anzieht.

Neben diesem noch etwas weiter in der Zukunft liegenden, aber seine Schatten bereits vorauswerfenden großen Thema, wird es 2024 und in den darauffolgenden Jahren auch weiteren, akuten Handlungsdruck in AEB geben. Um dem schwächelnden Auftragseingang vor allem bei den Neukunden entgegenzuwirken muss hier ein Fokus auf Sales-Aktivitäten liegen und produktseitig die Kapazität vorhanden sein, eingehenden Leads Aufmerksamkeit zu schenken. Diese Ausrichtung in einer volatilen Weltwirtschaft mit zahlreichen potentiellen und bereits ganz realen Risiken wird ein aufwändiger Balance-Akt sein und viele Kapazitäten in AEB binden.

1.10.2 Quantitativer Ausblick

Finanzierung

Das Unternehmen finanziert Produktentwicklung, strategische Maßnahmen und den gewöhnlichen Geschäftsbetrieb auch weiterhin aus dem Cash-Flow. Teilweise finanziert wurde dagegen das im Jahr 2017 bezogene Betriebsgebäude in Stuttgart, mit von der KfW geförderten Darlehen und mit Hausbankdarlehen. Der anfängliche Anteil der Finanzierungen an der Bausumme lag bei 73 %. Die Darlehen haben eine Laufzeit von 10 und 15 Jahren, davon sind zum Bilanzstichtag knapp 50 % getilgt.

Auftragseingang

Der Auftragseingang für neue Aufträge soll in der gesamten AEB-Gruppe im Jahr 2024 bei 26,6 Mio. EUR liegen.

Umsatz

Für das Jahr 2024 rechnen wir in der AEB-Gruppe mit einem Umsatzwachstum von wenigstens 5 % auf einen konsolidierten Gesamtumsatz in Höhe von circa 86,9 Mio. EUR. Das wesentliche Wachstum kommt hierbei aus den steigenden Cloud-Einnahmen.

Kosten

Wir gehen von einer Steigerung der konsolidierten Gesamtkosten in der AEB-Gruppe (ohne Steuern) um etwa 7 % aus.

Ergebnis

In Summe werden sowohl die AEB SE als auch die Tochtergesellschaften 2024 mit einem guten positiven Ergebnis abschließen.

2.1 Vorjahresabschluss

Der Vorjahresabschluss zum 31.12.2023 wurde von den Direktoren der AEB SE, Matthias Kieß und Markus Meißner, erstellt.

2.2 Bilanz

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022 31.12.2021
Euro Euro Euro
A. I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software-Lizenzen 39.124,35 47.506 84.907
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 24.857.324,25 25.702.073 26.546.822
2. Technische Anlagen 150.195,00 161.867 173.539
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.577.373,96 2.764.304 1.570.298
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.004.341,41 2.004.341 1.979.341
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 535.856,57 81.889 0
3. Beteiligungen 1.024.784,94 0 0
Anlagevermögen 34.189.000,48 30.761.982 30.354.908
B. I. Vorräte 427.000,00 270.000 121.300
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenst.
1. Forderungen aus Lieferungen und Leist. 12.214.018,37 11.386.087 11.407.362
davon mit einer Restlaufzeit mehr als 1 Jahr 0,00 0 0
2. Forderungen gegen verbundene Untern. 2.608.403,55 1.685.173 2.103.741
davon mit einer Restlaufzeit mehr als 1 Jahr 0,00 0 0
3. Sonstige Vermögensgegenstände 3.770.602,13 2.965.702 1.747.030
davon mit einer Restlaufzeit mehr als 1 Jahr 124.939,83 100.585 92.757
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 10.442.142,80 13.696.228 11.235.162
Umlaufvermögen 29.462.166,85 30.003.190 26.614.595
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.936.014,06 2.816.311 1.602.599
Bilanzsumme 67.587.181,39 63.581.483 58.572.102

Passiva

31.12.2023 31.12.2022 31.12.2021
Euro Euro Euro
A. I.a Gezeichnetes Kapital 9.200.000,00 7.800.000 6.300.000
I.b Eigene Anteile -149.617,00 -218.763 -257.765
II.a Eigene Anteile Unterschiedsbetrag Anschaffungskosten 76.224,00 96.317 89.346
II.b Kapitalrücklage 261.577,00 210.630 166.603
III.a Satzungsmäßige Gewinnrücklage 9.200.000,00 7.800.000 6.300.000
III.b. Gesetzliche Rücklage 582.199,00 473.053 374.051
IV. Bilanzgewinn 16.338.568,37 14.376.910 12.055.546
Eigenkapital 35.508.951,37 30.538.147 25.027.781
B. 1. Rückstellungen für Pensionszusagen 32.312,00 34.635 47.025
2. Steuerrückstellungen 3.181.528,94 2.835.177 1.488.118
3. Sonstige Rückstellungen 6.584.698,40 6.184.459 6.656.999
Rückstellungen 9.798.539,34 9.054.271 8.192.142
C. 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.676.675,00 13.656.883 15.637.091
davon fällig vor Ablauf eines Jahres 1.980.208,00 1.940.208 1.940.208
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leist. 298.500,67 816.368 808.248
davon fällig vor Ablauf eines Jahres 298.500,67 816.368 808.248
3. Verbindlichkeiten gegenüber verb. Untern. 975.587,78 505.749 932.936
davon fällig vor Ablauf eines Jahres 975.587,78 505.749 932.936
4. Sonstige Verbindlichkeiten 5.944.293,63 5.617.473 4.354.702
davon fällig vor Ablauf eines Jahres 5.944.293,63 5.617.473 4.354.702
davon aus Steuern 1.836.157,98 1.688.363 1.644.656
davon im Rahmen der sozialen Sicherheiten 678.735,32 458.380 279.924
Verbindlichkeiten 18.895.057,08 20.596.473 21.732.977
D. Rechnungsabgrenzungsposten 3.384.633,60 3.392.592 3.619.201
E. Passive latente Steuern 0,00 0 0
Bilanzsumme 67.587.181,39 63.581.483 58.572.102

2.3 Gewinn- und Verlustrechnung

2023 2022 2021
Euro Euro Euro
1. Umsatzerlöse 76.039.511,88 68.148.157 62.526.279
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands der fertigen und unfertigen Erzeugnisse 157.000,00 148.700 -85.800
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.841.186,45 1.780.028 1.300.540
(davon aus Währungskursgewinnen) 52.999,43 62.842 31.494
Gesamtleistung 78.037.698,33 70.076.885 63.741.019
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 2.445.718,82 2.203.305 3.191.693
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 5.626.912,95 5.240.770 4.305.100
Rohergebnis 69.965.066,56 62.632.810 56.244.227
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 38.264.015,34 34.576.250 30.857.163
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 7.009.354,12 6.147.773 5.518.280
(davon für Altersversorgung) 59.232,15 57.344 52.342
c) Sonstige Personalkosten 788.290,96 684.113 516.403
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen 2.068.235,98 1.571.722 1.467.188
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 14.009.753,77 10.624.642 8.747.636
(davon aus Währungskursverlusten) 68.262,10 374.676 65.961
8. Erträge aus Beteiligungen 0,00 0 0
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 152.606,63 28.333 19.531
(davon aus verb. und bet. Unternehmen) 44.975,82 7.001 0
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,00 0 0
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 234.182,38 241.858 272.628
(davon aus verb. und bet. Unternehmen) 13.620,15 2.202 4.906
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 7.743.840,64 8.814.785 8.884.460
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.305.062,21 2.590.692 2.738.834
12. Ergebnis nach Steuern 5.438.778,43 6.224.093 6.145.626
13. Sonstige Steuern 4.493,36 54.642 103.462
14. Jahresüberschuss 5.434.285,07 6.169.451 6.042.165
Bilanzgewinnvortrag 01.01. 14.376.910,10 12.055.546 8.294.538
Gewinnausschüttungen im Berichtsjahr -863.480,80 -1.049.085 -522.357
Zuführung gesetzliche Rücklage -109.146,00 -99.002 -158.799
Zuführung Gewinnrücklagen -2.500.000,00 -2.700.000 -1.600.000
Einstellung Kapitalrücklage 0,00 0 0
15. Bilanzgewinn 16.338.568,37 14.376.910 12.055.546

3 Anhang

3.1 Erläuterungen zur Bilanz - Aktiva

Angegebene Beträge sind in EUR, die Gliederung entspricht der Bilanz

A. Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände und II. Sachanlagen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem nachfolgenden Anlagespiegel.

Anlage AHK 01.01.2023 Zugang 2023 Abgang 2023 AHK 31.12.2023 Buchwert 01.01.2023
Software, sonst. immat. WG 1.191.650,27 30.649,75 -977.111,43 245.188,59 47.506,35
Grundstück 4.149.869,25 0,00 0,00 4.149.869,25 4.149.869,25
Gebäude 26.256.430,79 0,00 0,00 26.256.430,79 21.552.204,00
Technische Anl. 227.036,24 0,00 0,00 227.036,24 161.867,00
BuG 6.158.329,87 3.949.651,84 -690.444,72 9.417.536,99 2.626.938,41
PKW 810,08 0,00 0,00 810,08 421,00
GWG 337.244,21 48.711,94 -86.888,22 299.067,93 136.945,00
Finanzanlagen 2.086.230,57 1.478.752,35 0,00 3.564.982,92 2.086.230,57
Summen 40.407.601,28 5.507.765,88 -1.754.444,37 44.160.922,79 30.761.981,58
Anlage Abschreibungen bis 01.01.2023 Abschreibungen 2023 Abschreibungen Abgang kumulierte Abschreibung Buchwert 31.12.2023
Software, sonst. immat. WG -1.144.143,92 -38.833,75 976.913,43 -206.064,24 39.124,35
Grundstück 0,00 0,00 0,00 0,00 4.149.869,25
Gebäude -4.704.226,79 -844.749,00 0,00 -5.548.975,79 20.707.455,00
Technische Anl. -65.169,24 -11.672,00 0,00 -76.841,24 150.195,00
BuG -3.531.391,46 -1.073.207,29 678.132,72 -3.926.466,03 5.491.070,96
PKW -389,08 -74,00 0,00 -463,08 347,00
GWG -200.299,21 -99.699,94 86.887,22 -213.111,93 85.956,00
Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 3.564.982,92
Summen -9.645.619,70 -2.068.235,98 1.741.933,37 -9.971.922,31 34.189.000,48

III. Finanzanlagen

1. Anteile an verbundenen Unternehmen

Beteiligung an AEB Americas Corp. 2.800,00
Beteiligung an AEB Asia Pacific Pte. Ltd., Singapore 151.014,85
Beteiligung an AEB International Ltd., UK 171.187,00
Beteiligung an AEB Schweiz AG, Zürich 122.288,90
Beteiligung an BEX Components AG, Aalen 1.532.050,66
Beteiligung an Customs Heroes GmbH 25.000,00
2.004.341,41

2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Forderungen an Customs Heroes GmbH 535.856,57

3. Beteiligungen

Beteiligung an GRYN GmbH 1.024.784,94

B. Umlaufvermögen

I. Vorräte

Ein Bestand an Waren war zum Bilanzstichtag nicht gegeben. Es wurden unfertige Leistungen in Höhe von 427.000,00 EUR festgestellt. Hierbei handelt es sich um unfertige Kundenprojekte, in denen Leistungen erbracht und nicht abgerechnet wurden. Die Bewertung erfolgte zu den Herstellungskosten.

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos ist eine Pauschalwertberichtigung auf den Forderungsbestand zum 31.12.2023 in Höhe von 1 % ausgewiesen. Darüberhinausgehenden erkennbaren Risiken wurde durch Einzelwertberichtigung Rechnung getragen.

Forderungen 12.371.668,88
Einzelwertberichtigung -63.650,51
Pauschalwertberichtigung -94.000,00
12.214.018,37

2. Forderungen an verbundene Unternehmen

Forderungen an AEB Schweiz AG aus Lieferungen und Leistungen 483.213,49
Forderungen an BEX Components AG aus Lieferungen und Leistungen 4.127,81
Forderungen an AEB International Ltd. aus Lieferungen und Leistungen 2.108.698,58
Forderungen an Customs Heroes GmbH aus Lieferungen und Leistungen 12.363,67
2.608.403,55

3. Sonstige Vermögensgegenstände

Forderung aus Steuern 5.366,08
Forderungen an Sozialversicherungen 780,39
Forderungen aus Absicherung Zeitwertkonten 3.252.527,12
Forderungen an Mitarbeiter 13.090,20
Im Folgejahr abziehbare Vorsteuer 22.540,84
Miet-Kautionen 135.362,48
Wandelschulddarlehen an gryn GmbH 251.377,20
Sonstige Forderungen 89.557,82
3.770.602,13

III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Die ausgewiesenen Bankkontostände werden durch die Kontoauszüge der Banken zum 31.12.2023 bestätigt.

Die Kassenstände wurden zum Stichtag überprüft.

Bankkonten 10.442.103,73
Kassen 39,07
10.442.142,80

3.2 Erläuterungen zur Bilanz - Passiva

Angegebene Beträge sind in EUR, die Gliederung entspricht der Bilanz

A. Eigenkapital

A.I. Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag des Vorjahres 7.800.000,00 EUR. Es war eingeteilt in 7.800.000 (100 %) auf den Namen lautende Stückaktien, auf die jeweils ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von 1 EUR entfiel. Hiervon waren 6.746.429 als Stammaktien (86,49 %) und 1.053.571 als stimmrechtslose Vorzugsaktien (13,51 %) ausgegeben. Von den 6.746.429 Stammaktien befanden sich 218.763 (2,80 %) Stückaktien im Besitz der Gesellschaft als eigene Aktien ohne Stimmrecht.

Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 beträgt das gezeichnete Kapital der Gesellschaft 9.200.000,00 EUR. Es ist eingeteilt in 9.200.000 (100 %) auf den Namen lautende Stückaktien, auf die jeweils ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von 1 EUR entfällt. Hiervon sind 7.997.848 als Stammaktien (86,93 %) und 1.202.152 als stimmrechtslose Vorzugsaktien (13,07 %) ausgegeben. Von den 7.997.848 Stammaktien befinden sich zum Bilanzstichtag 149.617 (1,63 %) Stückaktien im Besitz der Gesellschaft als eigene Aktien ohne Stimmrecht. Die Vorzugsaktien sind ausnahmslos im Vermögen der AEB-Stiftung.

AEB besitzt 149.617 eigene Aktien. Sie sind nach §272 (1a) HGB zum Nennwert in Höhe von 149.617,00 EUR (1,63 %) vom gezeichneten Kapital unter Ziffer I.b (Eigene Anteile) abgesetzt.

A.II. Kapitalrücklage

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennwert und den Anschaffungskosten der eigenen Anteile wird unter Ziffer II.a der Kapitalrücklagen dargestellt. Im Geschäftsjahr 2023 hat sich diese Position aufgrund des Verkaufs eigener Anteile um 20.092,52 EUR auf 76.224,00 EUR reduziert.

Gewinne aus dem Verkauf eigener Aktien sind als Kapitalrücklage in Höhe von 261.577,00 EUR unter Ziffer II.b dargestellt. Im Geschäftsjahr 2023 wurden dieser Position aufgrund des Verkaufs eigener Anteile 50.946,52 EUR hinzugerechnet.

A.III. Gewinnrücklagen

In die satzungsmäßige Gewinnrücklage unter Ziffer III.a wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 22.05.2023 ein Betrag in Höhe von 2.500.000,00 EUR eingestellt. Ein Betrag in Höhe von 1.100.000,00 EUR wurde von den Gewinnrücklagen dem gezeichneten Kapital zugeführt.

Die gesetzliche Rücklage wurde gemäß §152 AktG um 109.146,00 EUR auf 582.199,00 EUR erhöht.

B. Rückstellungen

Rückstellungen Stand 01.01.2023 Abgang 2023 Zugang 2023 Stand 31.12.2023
Abschlusskosten und Betriebsprüfungen 85.517,10 -47.117,10 76.943,17 115.343,17
Beitrag Berufsgenossenschaft 18.520,00 -18.520,00 0,00
Beratungskosten 30.000,00 -30.000,00 30.000,00 30.000,00
Betriebskosten 82.700,00 -11.200,00 17.100,00 88.600,00
Gewährleistung 665.000,00 139.000,00 804.000,00
Pensionszusage 34.635,00 -2.323,00 32.312,00
Personalkosten 5.212.404,66 -4.245.604,66 4.412.806,11 5.379.606,11
Sonstige Rückstellungen 90.317,30 -61.317,30 138.149,12 167.149,12
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.835.176,71 -742.120,27 1.088.472,50 3.181.528,94
Gesamt 9.054.270,77 -5.158.202,33 5.902.470,90 9.798.539,34

Rückstellungen wurden bewertet mit dem vorsichtig geschätzten Erfüllungsbetrag, basierend auf entsprechenden Berechnungen und Erfahrungswerten. Sofern Rückstellungen für mehrjährige Aufwendungen gebildet wurden, wurden diese nach handelsrechtlichen Vorschriften abgezinst.

Für die Berechnung der Rückstellung für Gewährleistung wurde aufgrund von Erfahrungen ein Wert von 2 % aus den Umsätzen, reduziert um die Umsätze aus Cloud-Leistungen angesetzt. Für die Umsätze aus Cloud- Leistungen trifft der Ansatz einer Garantieleistung nicht zu, da der Rechenzentrumsbetrieb störungsfrei verlief. Der pauschale Ansatz wurde in der Vergangenheit rechnerisch überprüft und für 2023 erneut zur Ermittlung der Rückstellung für Gewährleistung verwendet.

Die Pensionsrückstellungen wurden für die deutsche Handelsbilanz nach §249(1) Satz 1 HGB i.V. mit §253(1) Satz 2 HGB und §246(2) HGB ermittelt. Dabei wurde ein Rechnungszins von 1,83 % angewendet. Biometrische Annahme sind die Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck, Fluktuationsrate ist 0,00 %, Bewertungsmethode für die Verpflichtungen nach PUC-Methode. Nach §253(6) HGB ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren zu ermitteln. Gewinne dürfen nur ausgeschüttet werden, wenn die nach der Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags mindestens diesem Unterschiedsbetrag entsprechen. 2023 beträgt der Unterschiedsbetrag 91,00 EUR.

C. Verbindlichkeiten

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Baukosten für das Headquarter in Stuttgart, das im Jahr 2017 fertig gestellt war, wurden zu 73 % durch Darlehensverträge mit den Hausbanken finanziert. Dabei wurden insgesamt 20,5 Mio. EUR durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit dem KfW-Energieeffizienzprogramm "KfW Effizienzhaus 55" gefördert.

Darlehen Laufzeit Darlehenssumme Stand 31.12.2023
BW Bank Darlehen 10 Jahre 1.000.000,00 1.000.000,00
BW Bank KfW-Darlehen 10 Jahre 2.700.000,00 666.414,00
BW Bank KfW-Darlehen 15 Jahre 4.300.000,00 2.305.528,00
Commerzbank Darlehen 10 Jahre 2.000.000,00 2.000.000,00
Commerzbank KfW-Darlehen 10 Jahre 5.300.000,00 1.308.149,00
Commerzbank KfW-Darlehen 15 Jahre 8.200.000,00 4.396.584,00
Summen 23.500.000,00 11.676.675,00

3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

AEB Schweiz AG aus Lieferungen und Leistungen 117.181,26
BEX Components AG aus Lieferungen und Leistungen 1.762,69
AEB International Ltd. aus Lieferungen und Leistungen 23.970,15
AEB (Asia Pacific) Pte. Ltd. aus Lieferungen und Leistungen 806.087,81
AEB Americas Corp. aus ausstehender Einlage 2.800,00
Customs Heroes GmbH aus Lieferungen und Leistungen 23.785,87
975.587,78

4. Sonstige Verbindlichkeiten

Anschaffung Anlagevermögen -3.979,03
Betriebskosten -553.480,12
Personalkosten -135.320,55
Lohn- und Kirchensteuer -595.781,56
Sozialversicherungen -178.448,17
Sozialversicherungen Zeitwertkonten -500.287,15
Mitarbeiter aus Zeitwertkonten -2.727.951,48
Umsatzsteuer -1.158.538,22
Sonstige Steuern -81.838,20
Sonstige Verbindlichkeiten -8.669,15
-5.944.293,63

Verbindlichkeitenspiegel

Verbindlichkeiten Restlaufzeit bis 1 Jahr 1-4 Jahre > 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.980.208,00 7.958.915,00 1.737.552,00 11.676.675,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 298.500,67 0,00 0,00 298.500,67
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 975.587,78 0,00 0,00 975.587,78
Sonstige Verbindlichkeiten 5.944.293,63 0,00 0,00 5.944.293,63
Summen 9.198.590,08 7.958.915,00 1.737.552,00 18.895.057,08

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundschulden in einer Gesamthöhe von 11,7 Mio. EUR gesichert.

D. Rechnungsabgrenzungsposten

Für Kundenverträge, die während der Laufzeit des Vertrags eine jährliche Gebühr für Wartung und Nutzung der Systeme vorsehen, erfolgt die Berechnung für jeweils 12 Monate im Voraus, so dass Umsätze in das dem Berichtsjahr folgende Jahr abgegrenzt werden.

Passive Rechnungsabgrenzung Stand 01.01.2023 Abgang 2023 Zugang 2023 Stand 31.12.2023
Lizenzgebühren, Cloudgebühren, Serviceprodukte 3.336.133,34 3.336.133,34 3.290.164,60 3.290.164,60
Sonstige Anzahlungen von Kunden 0,00 0,00 0,00
Sonstige betriebliche Erträge 56.458,58 38.718,75 76.729,17 94.469,00
Summen 3.392.591,92 3.392.591,92 3.366.893,77 3.384.633,60

3.3 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Angegebene Beträge sind in EUR, die Gliederung entspricht der GuV

1. Umsatzerlöse

Aufteilung der Umsätze nach Leistungsart

Cloud 41.741.955,79
Dienstleistungsprodukte 5.915.218,25
Individuelle Dienstleistungen 17.395.010,31
Lizenz- und Wartungsgebühren 7.485.458,25
Software on Premise 191.169,35
Handelswaren und -leistungen 2.871.493,58
Sonstiges 439.206,36
76.039.511,88

Aufteilung der Umsätze nach Auftraggeber Land

Deutschland 52.661.459,84
Großbritannien 5.408.095,11
Schweiz 5.105.324,08
Niederlande 4.286.280,89
Japan 1.750.686,69
Schweden 1.518.915,17
Frankreich 1.439.955,48
Österreich 736.203,60
USA 621.424,49
Dänemark 605.162,12
Singapore 605.089,12
Belgien 324.787,65
Sonstige 976.127,64
76.039.511,88

3. Sonstige betriebliche Erträge

Außerordentliche Erträge 33,58
Periodenfremde Erträge 57.912,62
Währungskursgewinne 52.999,43
Erträge aus Wertberichtigung Forderungen 30.172,61
Erträge aus Auflösung von Rückstellungen 1.200,00
Versicherungsentschädigungen 503,00
Erträge Kantino 317.263,33
Mieteinnahmen 283.548,48
Eigenverbrauch 941.724,37
Sonstige betr. Erträge 155.829,03
1.841.186,45

5. b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung

Aufwendungen für Altersvorsorge 59.232,15
Ausgleichsabgabe nach Schwerbehindertengesetz 83.102,20
Beitrag Berufsgenossenschaft 136.557,77
Freiwillige Sozialaufwendungen 4.706,38
Gesetzliche Sozialaufwendungen 6.725.755,62
7.009.354,12

5. c) Sonstige Personalkosten

Aus- und Weiterbildung 281.264,22
Recruiting 132.614,79
Pauschale Lohnsteuer 21.615,67
Sonstige Personalkosten 352.796,28
788.290,96

7. Sonstige betriebliche Aufwendungen mit Vergleich zum Vorjahr

2023 2022
Raumkosten 1.724.538,56 1.720.014,53
Reisekosten 1.010.138,31 624.716,55
Bewirtungen 324.655,34 257.955,06
IT-Kosten 5.995.878,07 4.129.272,61
Telekommunikation 640.108,82 594.554,66
KfZ-Kosten 1.087.691,15 954.943,50
Marketing 1.253.305,34 847.990,10
Vertriebskosten 288.484,90 129.031,12
Rechts- und Beratungskosten 368.275,75 327.180,73
Forderungsverluste 251.061,99 25.337,30
Einstellung EWB/PWB Forderungen 1.788,00 43.182,16
Spenden zu gemeinnützigen Zwecken 87.400,00 104.360,24
Währungskursverluste 68.262,10 374.615,70
Außerordentliche Aufwendungen 41.943,63 12.584,08
Periodenfremde Aufwendungen 73.818,33 39.611,94
Sonstige betr. Aufwendungen 792.403,48 439.291,87
14.009.753,77 10.624.642,15

3.4 Sonstige Angaben

3.4.1 Sonstige Risiken und Vorteile

Nicht als Drohverlustrückstellung gebuchte Risiken oder sonstige Vorteile, die nicht in der Bilanz enthalten sind, sind zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung nicht bekannt.

3.4.2 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die nicht in der Bilanz enthaltenen, sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich gemäß den zugrunde liegenden Verträgen nach den Mindestlaufzeiten wie folgt:

Mindestverpflichtung aus Dauerschuldverhältnissen bis 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Gesamt
Miete Räume inklusive Nebenkosten 611.375,00 1.486.230,00 326.533,00 2.424.138,00
Leasing Geschäftsfahrzeuge 449.498,00 389.964,00 0,00 839.462,00
Zinsen aus Bankdarlehen 176.647,00 295.408,00 17.347,00 489.402,00
davon an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Gesamt 1.237.520,00 2.171.602,00 343.880,00 3.753.002,00

Die Position Leasing Geschäftsfahrzeuge beinhaltet die Summe der Leasingraten bis zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit der Fahrzeuge.

3.4.3 Durchschnittliche Zahl der beschäftigten Mitarbeitenden nach §267 HGB

Geschäftsführende Direktoren 2
Verwaltungsrat 6
Angestellte 525
Summe 533
Auszubildende, Studenten 50
Gesamt 583

3.4.4 Honorar Abschlussprüfung

Das vom Abschlussprüfer festgestellte Honorar für das Geschäftsjahr beträgt 24.000,00 EUR, davon für Abschlussprüfung 24.000,00 EUR.

3.4.5 Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 ist nach den Vorschriften des HGB und des AktG aufgestellt. In den einzelnen Positionen des Jahresabschlusses wurde von dem Gliederungsschema des Vorjahres nicht abgewichen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

3.4.6 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Grundsätze

Die Vermögens- und Schuldposten wurden nach den Vorschriften des HGB und der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung bewertet. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

Anlagevermögen

Die Bewertung des Anlagevermögens richtete sich nach den Vorschriften des HGB. Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen erfolgten nach der linearen und teilweise nach der degressiven Abschreibungsmethode. Die Nutzungsdauer der einzelnen Anlagegüter wurde auf Basis der steuerlichen AfA-Tabelle geschätzt, in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Handelsrechts. Außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen waren im Geschäftsjahr keine vorzunehmen.

Die einzelnen Gegenstände des Anlagevermögens sind durch die geführte Anlagenbuchhaltung nachgewiesen.

Forderungen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Erkennbaren Risiken wird durch Einzelwertberichtigung Rechnung getragen. Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde zudem eine Pauschalwertberichtigung vorgenommen.

Verbindlichkeiten

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgte mit dem Erfüllungsbetrag. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Abzinsungen waren nicht vorzunehmen.

Rechnungswesen

Dieser Abschluss schließt an den Abschluss vom 31.12.2022 an. Die Salden sind ordnungsgemäß vorgetragen. Die Bestandsführung, die Anlagenbuchhaltung, die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung sind in die Finanzbuchhaltung integriert.

Währung

Buchhaltung und Jahresabschluss sind in Euro geführt.

3.4.7 Beteiligung der AEB SE an anderen Gesellschaften

Mit Registrierung vom 03.05.2001 in Singapore hat AEB die 100%ige Tochter AEB (Asia Pacific) Pte. Ltd. gegründet. Der Firmenwert ist mit dem Nennwert in Höhe von 151.014,85 EUR bewertet. Das Unternehmen hatte 2023 einen Gewinn von 633.432,32 SGD und zum 31.12.2023 ein Eigenkapital von 1.186.918,54 SGD.

Mit Kaufverträgen vom 01.10.2006 erwarb die AEB 100 % der Anteile an der AEB International Ltd., Warwick. Die Anteile sind mit dem Kaufpreis von 171.187,00 EUR bewertet. Das Unternehmen hatte 2023 einen Verlust von 235.577,73 GBP und zum 31.12.2023 ein Eigenkapital von -154.220,39 GBP.

Mit Kaufvertrag vom 06.07.2009 erwarb AEB einen Anteil von 10 % an der BEX Components AG mit Sitz in Aalen. Im Jahr 2020 hat AEB die restlichen 90 % an der BEX erworben. Die Anteile sind mit den Kaufpreisen in Höhe von insgesamt 1.532.050,66 EUR bewertet. Das Unternehmen hatte 2023 einen Gewinn in Höhe von 490.478,65 EUR und zum 31.12.2022 ein Eigenkapital in Höhe von 1.236.879,95 EUR.

Mit Eintragung vom 04.03.2011 im Handelsregister des Kantons Zürich wurde das Tochterunternehmen AEB Schweiz AG gegründet. AEB ist alleiniger Aktionär und bewertet die Beteiligung mit dem Nennwert zu 122.288,90 EUR. Das Unternehmen hatte 2023 einen Gewinn von 217.568,53 CHF und zum 31.12.2023 ein Eigenkapital von 1.437.825,10 CHF.

Am 23.01.2017 wurde die AEB Americas Corp. in Delaware, USA, registriert. Die Registrierung dient der Kontaktaufnahme von Interessenten in den USA mit der AEB.

Mit Gesellschaftsvertrag vom 12.01.2022 wurde die Customs Heroes GmbH mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000,00 EUR gegründet. AEB SE hat 100 % der Geschäftsanteile übernommen. Die Anteile sind mit dem Nennwert bewertet. Das Unternehmen hatte 2023 einen Verlust von 389.581,55 EUR und zum 31.12.2023 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Verlustvortrag in Höhe von 532.276,99 EUR. Die Finanzierung des jungen Unternehmens wird durch AEB SE gesichert. Wir erwarten, dass Customs Heroes 2024 die Gewinnschwelle erreichen wird und mittelfristig sowohl die Verlustvorträge als auch ihre Verbindlichkeiten zurückführen wird.

Mit Beteiligungs- und Gesellschaftervereinbarung vom 20.09.2023 erwirbt AEB 32,49 % der am 11.04.2022 gegründeten Firma GRYN GmbH, Hamburg. Der Nennwert der Anteile am Stammkapital der GRYN beträgt 12.528 EUR. Die Anteile sind mit dem Kaufpreis in Höhe von 1.024.784,94 EUR bewertet.

3.4.8 Voraussichtlicher Vorschlag über Gewinnverwendung

Der Verwaltungsrat schlägt der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:

Die AEB-Stiftung erhält eine Dividende in Höhe von 0,20 EUR pro Aktie.

Auf die bezugsberechtigten Stammaktien wird eine Dividende i.H. von 0,05 EUR pro Aktie ausgeschüttet.

Den Gewinnrücklagen sind 3.400.000,00 EUR zuzuführen.

3.4.9 Voraussichtlicher Vorschlag über Erhöhung des Grundkapitals

Der Verwaltungsrat schlägt der Hauptversammlung vor, das Grundkapital unter Verwendung von Gewinnrücklagen um 1.700.000,00 EUR auf 10.900.000,00 EUR zu erhöhen.

3.5 Rechtliche Firmenstruktur

3.5.1 Gründung und Handelsregister

Mit Gesellschaftsvertrag vom 28.06.1979 wurde die Firma "AEB Gesellschaft zur Entwicklung von Branchensoftware mbH" mit Sitz in Stuttgart gegründet. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 26.07.1979 beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 8431.

Am 22.06.2018 wurde die Gesellschaft durch Umwandlungsbeschluss vom 01.06.2018 in eine Aktiengesellschaft unter der Firma "AEB AG" mit Sitz in Stuttgart, gemäß §§190ff. UmwG formwechselnd umgewandelt. Die Gesellschaft wurde eingetragen beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 765 517.

Am 12.12.2018 wurde die Gesellschaft durch identitätswahrende formwechselnde Umwandlung gemäß Artikel 2 Abs.4 in Verbindung mit Artikel 37 der SE-VO in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) umgewandelt. Der Name der Firma ist "AEB SE" mit Sitz in Stuttgart, eingetragen beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 767 414.

3.5.2 Gegenstand des Unternehmens

Der Gegenstand des Unternehmens ist Entwicklung, Vertrieb und Betrieb von Software und zugehörigen Services. Die Gesellschaft darf Geschäfte vornehmen und Tätigkeiten ausüben, die dem Gegenstand des Unternehmens unmittelbar oder mittelbar dienen. Die Gesellschaft darf andere Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art im In- und Ausland erwerben, solche Unternehmen pachten, die Geschäfte solcher Unternehmen führen oder solche Unternehmen vertreten. Die Gesellschaft darf sich darüber hinaus an solchen Unternehmen beteiligen und Unternehmensverträge mit solchen Unternehmen abschließen. Sie darf Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen im In- und Ausland errichten.

Nach §267(3) HGB ist die AEB SE eine große Kapitalgesellschaft.

3.5.3 Steuerliche Situation

Die letzte steuerliche Außenprüfung für Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer begann im Jahr 2022 und erstreckt sich auf die Jahre 2017 bis 2020. Die Außenprüfung ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

Die letzte Lohnsteuerprüfung fand im Jahr 2022 statt und erstreckte sich auf die Lohnsteuer des Zeitraums 2018 bis 2021.

3.5.4 Organigramm

3.5.5 Geschäftsführung

Geschäftsführende Direktoren der AEB SE sind

Markus Meißner, Diplom Ingenieur Elektrotechnik, wohnhaft in Leonberg. Herr Markus Meißner ist des Weiteren Managing Director der AEB Asia Pacific Ltd., Singapore, Director der AEB International Ltd., UK, Warwick und Präsident des Verwaltungsrats der AEB Schweiz AG, Schweiz, Zürich.

Matthias Kieß, Diplom Mathematiker, wohnhaft in Leinfelden-Echterdingen. Herr Matthias Kieß ist des Weiteren Director der AEB Asia Pacific Ltd., Singapore, Director der AEB International Ltd., UK, Warwick und Mitglied des Verwaltungsrats der AEB Schweiz AG, Schweiz, Zürich.

Verwaltungsrat der AEB SE sind

Maria Lobe (Vorsitzende), Kaufmännische Leiterin, wohnhaft in Unterensingen

Steffen Frey (stellvertretender Vorsitzender), Leitung Vertrieb und Marketing, wohnhaft in Leutenbach

Jochen Günzel, Manager, wohnhaft in Stuttgart

Jonny Dambrowsky, Leitung Produktentwicklung, wohnhaft in Neckartenzlingen

Dr. Ulrich Lison, Innovationsmanager, wohnhaft in Neuhausen

Martin Setzler, Leitung Services, IT und Security, wohnhaft in Kirchentellinsfurt

Markus Meißner, Geschäftsleiter, wohnhaft in Leonberg

Matthias Kieß, Geschäftsleiter, wohnhaft in Leinfelden-Echterdingen

Die geschäftsführenden Direktoren und die Mitglieder des Verwaltungsrats sind bei AEB SE angestellt. Die Angaben der Gesamtbezüge der Geschäftsführung und des Verwaltungsrats unterbleiben gemäß § 286 Abs. 4 HGB.

 

Stuttgart, den 03.04.2024

Matthias Kieß, Geschäftsführender Direktor

Markus Meißner, Geschäftsführender Direktor

4 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die AEB SE, Stuttgart

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der AEB SE, Stuttgart, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AEB SE, Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Verwaltungsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben.

Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt.

Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 8. Mai 2024

HWS Testis GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Andreas Mayer, Wirtschaftsprüfer

Stefan Rapp, Wirtschaftsprüfer

5 Bericht des Verwaltungsrats zum Jahresabschluss zum 31.12.2023

Die geschäftsführenden Direktoren haben den Jahresabschluss zum 31.12.2023 und den Lagebericht 2023 gemäß den gesetzlichen Vorschriften aufgestellt und diesen gemäß Satzung dem Abschlussprüfer, dem Verwaltungsrat und dem Beirat vorgelegt.

Der Jahresabschluss weist einen

Jahresüberschuss in Höhe von 5.434.285,07 EUR und

einen Bilanzgewinn in Höhe von 16.338.568,37 EUR aus.

Der Verwaltungsrat hat den Jahresabschluss geprüft und gebilligt.

Der Verwaltungsrat sieht keine Anhaltspunkte, dass der Fortbestand des Unternehmens auf Basis des abgelaufenen Berichtsjahres gefährdet wäre.

Die finanziellen Ziele wurden im abgelaufenen Jahr erreicht. Die sehr solide Geschäftsentwicklung basiert nicht zuletzt auf der hohen der Resilienz. AEB ist mit ihrem Produktportfolio aus funktionaler Betrachtung heraus und auch hinsichtlich der Kundenstruktur und der adressierten Märkte aus geographischer Sicht sehr robust positioniert. Daraus resultiert quantitatives und qualitatives Wachstum. Die digitale Transformation und Rechtsänderungen im internationalen Warenverkehr führen weiterhin zur Verbesserung der Marktposition, was sich insbesondere in der positiven Entwicklung des Auftragseingangs und Umsatzes widerspiegelt. Darüber hinaus konnte die Ertragslage weiter gefestigt werden, auch infolge des Anwachsens der Cloudumsätze im Bestandskundensegment.

Für das aktuelle Geschäftsjahr 2024 rechnet das Unternehmen mit Erreichung der geplanten Finanz- und Erfolgskennzahlen.

Die Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Darstellung und die Beurteilung der Lage des Unternehmens und seiner voraussichtlichen Entwicklung durch die Geschäftsführung im Lagebericht und im Jahresabschluss zutreffend dargestellt sind. Die Prüfung hat keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Fortbestand des Unternehmens gefährdet wäre.

Dem Jahresabschluss zum 31.12.2023 und dem Lagebericht wurde vom Wirtschaftsprüfer der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt.

 

Stuttgart, 14.05.2024

Maria Lobe, Vorsitzende des Verwaltungsrates der AEB SE, Stuttgart

6 Gewinnverwendung

Die Hauptversammlung hat am 10.06.2024 festgestellt, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:

Die AEB-Stiftung erhält eine Dividende in Höhe von 0,20 EUR pro Aktie.

Auf die bezugsberechtigten Stammaktien wird eine Dividende i.H. von 0,05 EUR pro Aktie ausgeschüttet.

Den Gewinnrücklagen sind 3.400.000,00 EUR zuzuführen.

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