Tätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklern
Euler Hermes Aktiengesellschaft
Gasstraße 29, 22761 Hamburg, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jan-Steffen Klein seit 29.7.2025 | Vorstandsmitglied |
Roxana Ioana Tigaeru seit 16.6.2025 | Vorstandsmitglied |
Frank Helmert seit 23.5.2025 | Prokura |
Svenja Kophal seit 23.5.2025 | Prokura |
Simon Benedikt Roder seit 14.3.2025 | Prokura |
Michael Meyn seit 14.3.2025 | Prokura |
Silke Grimm seit 29.4.2024 | Prokura |
Ariane Doß seit 7.3.2023 | Prokura |
Guido Vos seit 24.6.2022 | Vorstandsmitglied |
Anna Katharina Wichmann seit 31.3.2022 | Prokura |
Aemilius Wilhelmus Bogaerts seit 7.10.2021 | Vorstandsmitglied |
Linda-Marie vom Hove seit 19.4.2021 | Prokura |
Manuel Cedric Dircks seit 7.7.2020 | Prokura |
Thomas Baum seit 15.6.2017 | Prokura |
Jan-Philipp Apking seit 15.6.2017 | Prokura |
Ulrich Schulte Lünzum seit 15.6.2017 | Prokura |
Sven Walter Dr. Gerhard seit 2.2.2017 | Prokura |
Franziska Löke seit 7.3.2016 | Prokura |
Jana Jensen seit 12.6.2015 | Prokura |
Marko Ulatowski seit 5.3.2015 | Prokura |
Ingo Dr. Junker seit 13.2.2015 | Prokura |
Edna Schöne-Alaluf seit 9.1.2015 | Vorstandsmitglied |
Stefan Finger seit 4.3.2014 | Prokura |
Iris Böttger seit 4.3.2014 | Prokura |
Oliver Wendland seit 10.2.2014 | Prokura |
Hendrik Dr. Holdefleiss seit 3.2.2014 | Prokura |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
BeteiligungenBeta
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Euler Hermes AktiengesellschaftHamburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022GrundlagenDie Euler Hermes Aktiengesellschaft, Hamburg, (Euler Hermes AG) ist in der Euler Hermes Gruppe zentral für die Bonitätsbewertung und die Risikoüberwachung deutscher Unternehmen zuständig und arbeitet daher eng mit der Euler Hermes Deutschland Niederlassung der Euler Hermes SA, Hamburg, (Euler Hermes Deutschland) zusammen. Die Euler Hermes Gruppe hat im März 2022 ihren Markenauftritt verändert und bietet ihre Produkte und Dienstleistungen unter dem Namen Allianz Trade an. Davon ausgenommen sind explizit die im Zuge der Mandatartätigkeit für die Bundesrepublik Deutschland angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Diese werden auch weiterhin unter dem Namen Euler Hermes angeboten. Die Gesellschaft generiert mit ca. 69 % (i. Vj. 70 %) den wesentlichen Teil ihrer Umsatzerlöse im Servicebereich Risk Management mit Kreditprüfungs- und Servicegebühren, die sie der Euler Hermes Gruppe, deren Versicherungsnehmern und dem Bund für ihre Dienstleistungen berechnet. Aus dem Servicebereich Advisory resultieren ca. 31 % (i. Vj. 30 %) der Umsatzerlöse. Die Gesellschaft ist Teil des Allianz Konzerns, in dessen Konzernabschluss die Euler Hermes AG mit befreiender Wirkung einbezogen wird. Unmittelbares Mutterunternehmen der Euler Hermes AG ist die Euler Hermes Group S.A.S. mit Sitz in Paris. Die Servicebereiche im Einzelnen Risk Management Zu den Leistungen des Risk Managements gehören die Kreditprüfung und Bonitätsbewertung, die Überwachung von Kreditrisiken im In- und Ausland sowie die Überwachung der Risiken aus den Bundesdeckungen. Im Risk Management werden für den Bund im Antragsverfahren auch Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsprüfungen, Beratungen und Prüfungen zur Klimastrategie, zu generellen Nachhaltigkeitsfragen und zur Korruptionsprävention durchgeführt. Die Kreditprüfung und Bonitätsbewertung der einzelnen Kunden der Versicherungsnehmer ist Grundlage für die Vergabe von Kreditversicherungsschutz innerhalb der Euler Hermes Gruppe. Die Kreditprüfung und Bonitätsbewertung der Kunden werden von der Euler Hermes AG direkt mit den einzelnen Versicherungsnehmern abgerechnet. Zur Regelung der Zuständigkeit für Kreditprüfungen innerhalb der Euler Hermes Gruppe und für die Abrechnung der Informationen untereinander dient das Risk Business Model. Hiernach wird die Kreditbearbeitung mit entsprechenden Empfehlungen für Auslandsrisiken in das Land des jeweiligen Gruppenmitglieds verlagert, in dem das zu bewertende Unternehmen seinen Sitz hat. Hierbei ist die Euler Hermes AG für die Kreditprüfung und Bonitätsüberwachung bewerteter deutscher Unternehmen zuständig. Advisory Der Servicebereich Advisory bündelt diverse Dienstleistungen mit dem Schwerpunkt Forderungsmanagement. Im Rahmen der Mandatstätigkeit für die Bundesrepublik Deutschland erfolgen die integrierte Bearbeitung der Prozesse Schaden, Inkasso und Regress sowie die Umschuldung bundesgedeckter Forderungen. Ferner werden Beratungs- und andere Dienstleistungen erbracht wie Produktberatung, Öffentlichkeitsarbeit, Zahlungsverkehr und Rechnungslegung zur Abwicklung des Bundesgeschäfts. Ausländische Auftraggeber werden beim Aufbau von Exportkreditagenturen beraten und für inländische Auftraggeber werden Schulungen durchgeführt. Neben dem Inkasso und der Regressbearbeitung für versicherte Forderungen im Bereich der Kreditversicherung der Euler Hermes Gruppe erfolgt in diesem Servicebereich auch die Regressbearbeitung für die Vertrauensschadenversicherung der Euler Hermes Deutschland. Die Bonitätsanalysen der Euler Hermes AG resultieren in einem Euler Hermes internen Rating. Dieses wird in Form einer Ratingkennziffer an externe Kunden verkauft (BoniCheck). Internationale Unternehmensgruppen mit einem Umsatz von mindestens TEUR 300.000, die in zwei oder mehr Ländern tätig sind, werden von einem globalen Team von Experten betreut. Diese werden im Folgenden als multinationale Unternehmen (MNC) be- zeichnet. Die Risikobewertung erfolgt im Land des jeweiligen Risikos durch die dort ansässige Euler Hermes Gesellschaft. Die Kreditanalyse für diese Versicherungsnehmer erfolgt für deutsche Risiken durch die Euler Hermes AG, die jedoch nicht das Risiko zeichnet. WirtschaftsberichtDie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen veränderten sich im Laufe des Jahres grundlegend. Nach dem im Februar begonnenen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wurden Wirtschaftssanktionen verhängt, es sind Absatzmärkte weggebrochen, Lieferketten wurden gestört und der weltweite Energiemarkt ist einem starken Wandel unterworfen. Vor diesem Hintergrund konnten die Umsatzerwartungen 2022 nicht vollständig erfüllt werden. Die Entwicklung im Bundesgeschäft zeigte sich uneinheitlich. Auf der einen Seite verblieb das Neudeckungsvolumen bei den Exportkreditgarantien des Bundes aufgrund der Auswirkungen des russischen Angriffskriegs, der weiterhin vorhandenen Folgen der Coronapandemie, insbesondere des Ausbleibens von Impulsen bei Schiffsbestellungen aus der Kreuzfahr industrie, und von Verzögerungen bei der Realisierung von Großprojekten im Ausland auf gegenüber den Vorjahren spürbar niedrigerem Niveau. Aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sind die Handelsbeziehungen zu Russland, einem der bisherigen Hauptzielmärkte, und Belarus gravierend gestört. Daher hat der Bund die Deckungsmöglichkeiten insoweit im Februar 2022 eingestellt. Auf der anderen Seite verzeichnete das Instrument der Garantien für Ungebundene Finanzkredite des Bundes einen deutlichen Aufschwung. Verstärkt übernommen wurden Absicherungen von Finanzierungen von Rohstoff- und Energieträgerimporten, getrieben durch die Umbrüche am Energie- markt und durch den gestiegenen Wunsch der Wirtschaft nach Versorgungssicherheit mit Rohstoffen in Deutschland. Angesichts der bereits eingegangenen Neuanträge für weitere Absicherungen durch den Bund wird von einer weiterhin spürbaren Nach- frage nach diesem Absicherungsinstrument ausgegangen. Das Absicherungsbedürfnis der Projekt- beteiligten bei Vorhaben im Ausland bleibt auch vor dem Hintergrund eines zunehmend schwierigeren globalen wirtschaftlichen und politischen Umfelds insgesamt stark ausgeprägt. Dies wird bei den Exportkreditgarantien des Bundes durch einen weiterhin hohen Bestand aus beantragten Einzeldeckungen und grundsätzlichen Deckungszusagen für Exportgeschäfte sichtbar. Es ist damit zu rechnen, dass verschobene Großprojekte 2023 realisiert werden. Erkennbar ist zudem, dass erste Projekte für den Wiederaufbau der Ukraine mit Unterstützung durch Exportkreditgarantien an Planungsreife gewinnen. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wird ein neues Produkt entwickelt, mit dem die Liquiditätsverschaffung durch Forderungsverkauf besser unterstützt werden kann; die Forfaitierungsgarantie soll im Laufe des Jahres 2023 angeboten werden. Der Trend der letzten Jahre zu immer weniger Unternehmensinsolvenzen setzte sich 2022 nicht fort. In der aktuellen Prognose für die Jahre 2023 gehen die Experten von Allianz Trade von einem Anstieg der Insolvenzen weltweit um 19 % und in Deutschland um 17 % aus. Sollte sich die Energiekrise weiter verschärfen und die prognostizierte wirtschaftliche Eintrübung stärker ausfallen als bisher angenommen, dann könnten die aktuellen Maßnahmen wie die Gas- und Strompreisbremse und die Reduzierung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie zum Abfedern einer Insolvenzwelle 2023 nicht ausreichen und somit könnten deutlich mehr Insolvenzen drohen. Die insbesondere bei kleinen Unternehmen steigende Insolvenzquote könnte im Markt zu einem steigenden Absicherungsbedürfnis der Geschäftsbeziehungen führen und zusätzliche Nachfrageimpulse für die Kreditversicherung bewirken. Die in wirtschaftlich stabilen Zeiten zu beobachtende Korrelation zwischen Prämieneinnahmen von Euler Hermes Deutschland und den Gebühreneinnahmen für Kreditprüfungen der Euler Hermes AG kam 2022 nicht im gewohnten Umfang zum Tragen. Bei den Kreditversicherungen von Euler Hermes Deutschland werden die versicherten Umsätze bereits aufgrund der Inflation ansteigen und zu höheren Prämienerträgen führen. Dagegen besteht ein entsprechender Automatismus bei den Kreditprüfungsgebühren nicht. Um unseren Kunden den bestmöglichen Service sowie angemessene Preise und Kreditprüfungsgebühren anbieten zu können, werden permanent technische Anpassungen der EDV-Systeme und Verbesserungen der Prozesse vorgenommen. Umfangreichere Optimierungen unter- liegen einer weitsichtigen, abgestimmten Planung und einer zielgruppenorientierten Kommunikation. Die Euler Hermes Gruppe führt in der Region DACH das Projekt Reshape durch. Dieses Projekt soll insbesondere kundennahe Prozesse beschleunigen, Entscheidungskompetenzen beim Außendienst erweitern, Kernkompetenzen im Wertschöpfungsprozess der Kreditprüfung und Risikoeinschätzung stärken sowie Teilprozesse an Gruppengesellschaften aus- lagern. Der im Vorjahr durchgeführte Anbieterwechsel bei der Beschaffung von Unternehmensauskünften wurde im ab- gelaufenen Kalenderjahr erfolgreich abgeschlossen. Bei dem Online-Kundenportal der Euler Hermes AG für Nutzer der Bundesdeckungen (myAGA) wurden im abgelaufenen Kalenderjahr zahlreiche Verbesserungen umgesetzt. Ferner wurden wichtige Vor- arbeiten im Kontext von klimabezogenen Anforderungen im Bereich der Bundesdeckungen erarbeitet, mit deren Implementierung 2023 gerechnet wird. Darüber hinaus wurde eine Online-Prämiensimulation eingeführt, die anhand rudimentärer Daten eine Kostenindikation für die Absicherung des Bundes zur Verfügung stellt. Außerdem wurde der Antragsprozess an zahlreichen Positionen an die Kundenbedürfnisse angepasst. Zur Verbesserung der Kundenschnittstellen und zur Prozessoptimierung wurde 2020 das Projekt LIFT aufgesetzt, weitere Meilensteine wurden 2022 gesetzt. Ziel des Projekts ist die aufgrund voranschreitender Digitalisierung notwendige Optimierung der Arbeitsabläufe in Bezug auf neue Funktionalitäten zur Stärkung von Kernkompetenzen. Das Projektteam identifiziert im Rahmen der Projektarbeit Ansatzpunkte für eine beschleunigte Bearbeitung und effizientere Prozesse durch die Automatisierung von Arbeitsschritten und Qualitätsverbesserungen. Die Optimierungspotenziale sind in weiten Teilen des Unternehmens, die dem Projekt LIFT unterliegen, bereits identifiziert. Die Umsatzerlöse der Euler Hermes AG liegen aufgrund der weltwirtschaftlichen und geopolitischen Gesamtsituation unter der Planung und dem Niveau des Vorjahres. Für 2023 wird mit einer Erholung gerechnet. Die Summe der Aufwendungen lag deutlich über dem Vorjahr, was im Wesentlichen auf Sondereffekten bei den Personalkosten beruht. Neben der regulären Tarifanpassung im dritten Quartal wurden in den Personalkosten Rückstellungen für zukünftige Zahlungsverpflichtungen im Zusammenhang mit den von den Tarifparteien ausgehandelten Inflationsausgleichsprämien gebildet. Weiterhin wurden erhebliche Zuführungen zu den Pensionsverpflichtungen vorgenommen und Rückstellungen für Reorganisationsmaßnahmen der Region DACH infolge des Strukturprojekts Reshape und des Projekts zur Prozessoptimierung LIFT gebildet. Das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2022 beträgt TEUR 2.875 (i. Vj. TEUR 12.111). Das Finanzergebnis beträgt in diesem Jahr TEUR 10.078 (i. Vj. TEUR -2.137). Das Finanzergebnis resultiert im Wesentlichen aus der Dividendenzahlung der OeKB EH Beteiligungs- und Management AG, Wien, in Höhe von TEUR 9.608 (i. Vj. TEUR 2.527). Der Jahresüberschuss beträgt TEUR 7.424 (i. Vj. TEUR 9.574). ErtragslageIn der folgenden Ertragsübersicht sind Posten nach wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten zusammengefasst.
Umsatzerlöse Der Umsatz des Servicebereichs Risk Management besteht im Wesentlichen aus den Gebühren für Kreditprüfungen im Auftrag der Versicherungsnehmer der Euler Hermes Gruppe, den Erträgen für die Kreditprüfung und die Risikoüberwachung der Bundesdeckungen sowie den Einnahmen für die Auskunftserteilung an Gruppengesellschaften. Die im Vorjahr gemäß der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose im Auftrag der Bundesregierung prognostizierte wirtschaftliche Erholung von 4,8 % konnte im Jahresverlauf 2022 nicht bestätigt werden. Das Wachstum des BIP blieb mit 1,9 % deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zum Zeitpunkt der Prognose waren der russische Angriffskrieg und die damit zusammenhängende Sanktionslage, die weiterhin bestehenden Lieferkettenprobleme sowie die hohe Inflation und der daraus folgende gesamtwirtschaftliche Kaufkraftrückgang nicht absehbar. Die globale gesamtwirtschaftliche Entwicklung verlief nicht erwartungsgemäß und wurde unter anderem auch in der Verzögerung der Realisierung von großen, mit Bundesdeckungen abgesicherten Exportgeschäften sichtbar, was zu Umsatzerlösen im Servicebereich Risk Management in Höhe von TEUR 85.912 (i. Vj. TEUR 90.954) deutlich unter denen des Vorjahres führte. Die gebuchten Gebühren für Kreditprüfungen im Auftrag der Versicherungsnehmer von Euler Hermes Deutschland verringerten sich spürbar. Die Anzahl der bearbeiteten Kreditlimite für inländische Risiken im Versicherungsgeschäft ist im Vergleich zum Vorjahr insgesamt leicht um 1,5 % gestiegen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die zu überwachenden Limite der klassischen Kreditprüfung im Kurzfristgeschäft gesunken und die Limite für multinationale Unternehmen gestiegen sind. Im Kern unterscheiden sich jedoch die Gebührenmodelle, sodass die Ausweitung der Limitüberwachung für multinationale Unternehmen nicht auf den Umsatz durchschlägt und den Auftragsabrieb in der klassischen Kreditprüfung nicht kompensieren kann. Das Volumen der 2022 vom Bund neu übernommenen Deckungen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 26,2 % verringert. Die Schifffahrtsbranche blieb nach dem Einbruch der Kreuzfahrtindustrie infolge der Coronakrise auch 2022 ohne nennenswerte Neuaufträge. Weiterhin sind im Geschäftsjahr die Geschäfte mit Exportkreditgarantien in Belarus, der Ukraine und in Russland nach dem russischen Angriff auf die Ukraine praktisch zum Erliegen gekommen. Insbesondere wurde die Umsetzung bereits in Anbahnung bzw. zum Teil auch in Durchführung befindlicher Großprojekte in Russland infolge der Wirtschaftssanktionen gestoppt. In der Vergangenheit hatte Russland stets zu den Märkten mit dem höchsten Deckungsvolumen gezählt. Die im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg ebenfalls erwartete Reduzierung der Umsätze unter Sammeldeckungen für kurzfristige Zahlungsbedingungen konnte dagegen durch Exporte in andere Länder nahezu vollständig kompensiert werden. Insgesamt konnte der krisenbedingte Rückgang jedoch nicht kompensiert werden, sodass die Umsatzerlöse deutlich hinter den Erwartungen zurückblieben. Das Volumen an beantragten Einzeldeckungen und grundsätzlichen Deckungs- zusagen reduzierte sich im Geschäftsjahr um 9,5 %, jedoch sind einige der in der Anbahnung befindlichen Großgeschäfte schon in einem vorangeschrittenen Stadium, sodass von einer Deckungsausweitung 2023 gegenüber dem Berichtsjahr aus- zugehen ist. Die zum Jahresende abgeschlossenen Garantien für Ungebundene Finanzkredite werden ihrerseits die Ertrags- perspektive nachhaltig verbessern. Die für 2022 erwartete Umsatzsteigerung bei den integrierten Serviceleistungen im Geschäftsbereich Advisory wurde im Wesentlichen durch die verstärkte Geschäftstätigkeit im Bereich MNC getrieben. Die Umsätze betrugen im Geschäftsjahr TEUR 39.482 (i. Vj. TEUR 38.258). Der Umsatz des Produkts BoniCheck reduzierte sich im Kalenderjahr 2022 moderat um 1,4% gegenüber dem Vorjahr und konnte somit nicht an die positive Entwicklung der letzten Jahre anknüpfen. Maßgeblich für den Rückgang waren die Kündigungen einiger großvolumiger Verträge, die nicht vollständig durch Neuverträge ausgeglichen werden konnten. Weiterhin wurde die Geschäftstätigkeit mit multinationalen Unternehmen intensiviert, was zu einem Umsatzwachstum von 22 % für Kreditanalysen und integrierte Serviceleistungen im internationalen Umfeld führte. Die Erträge aus den bei der Euler Hermes AG geführten Inkassovorgängen verblieb auf dem Niveau des Vorjahres. Sonstige Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 146 (i. Vj. TEUR 300) beinhalten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 31 sowie aus der Ausbuchung von verjährten Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 90. Aufwendungen
Im Wesentlichen setzen sich die Aufwendungen zusammen aus Personalkosten mit TEUR 49.109 (i. Vj. TEUR 45.059), sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit TEUR 42.245 (i. Vj. TEUR 41.485) und bezogenen Leistungen mit TEUR 20.123 (i. Vj. TEUR 19.597). Im Vergleich zum Vorjahr sind die Aufwendungen für Löhne und Gehälter deutlich gestiegen. Als Folge des Tarifabschlusses wurde im Mai an alle Mitarbeitenden eine Einmalzahlung in Höhe von 550 Euro geleistet und zum September das Gehalt um weitere 3 % angehoben. Darauf aufbau- end wurde entschieden, in Anbetracht der Inflationslage eine weitere Einmalzahlung im Dezember in Höhe von 500 Euro an alle Mitarbeitenden zu leisten. Weiterhin haben die Tarifvertragsparteien eine Einigung zur Abschwächung der Inflationsauswirkungen erzielt. Demnach werden den Mitarbeitenden zwei weitere Einmalzahlungen in Höhe von 1.000 Euro im ersten Quartal 2023 und 2024 steuer- frei gewährt und der Tarifvertrag dafür um zusätzliche 12 Monate verlängert. Basierend auf der verbindlichen Zusage zu Sonderzahlungen sind die Zahlungsverpflichtungen über entsprechende Rückstellungen bereits im Jahresabschluss 2022 vollständig enthalten. Darüber hinaus hat die Euler Hermes Gruppe in der Region DACH das Projekt Reshape aufgesetzt. Dieses Projekt soll insbesondere kundennahe Prozesse beschleunigen, Entscheidungskompetenzen beim Außendienst erweitern, Kernkompetenzen im Wertschöpfungsprozess der Kreditprüfung und Risikoeinschätzung stärken sowie Teilprozesse an Gruppengesellschaften auslagern. Weiterhin wird das im Jahr 2020 gestartete Projekt LIFT zur Verbesserung der Kundenschnittstellen und Prozessoptimierung vorangetrieben. Das Projektteam identifiziert im Rahmen der Projektarbeit Ansatzpunkte für eine beschleunigte Bearbeitung und effizientere Prozesse durch Automatisierung von Arbeitsschritten und Qualitätsverbesserungen. Die gegebenenfalls zur sozialverträglichen Umsetzung von Personalmaßnahmen benötigten Mittel sind ebenfalls zurückgestellt worden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 761 gestiegen, wobei gegensätzliche Effekte zu berücksichtigen sind. So reduzierten sich die Restrukturierungsaufwendungen für IT-Altsysteme wie auch die Kosten für bezogene IT-Leistungen. Dem entgegen stehen Erhöhungen von sonstigen bezogenen Leistungen, die von anderen Gruppengesellschaften der Region DACH erbracht werden, sowie der Steuerrückstellungen. Die Abschreibungen des Jahres verringerten sich um TEUR 73 auf TEUR 11.188 (i. Vj. TEUR 11.261). Finanzergebnis Das Finanzergebnis beträgt TEUR 10.078 (i. Vj. TEUR -2.137). Die Erträge stammen wie im Vorjahr im Wesentlichen aus Dividenden in Höhe von TEUR 9.608 (i. Vj. TEUR 2.527). Hinzu kommen Zinserträge auf Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 231 (i. Vj. TEUR -4.770). Daraus resultiert insgesamt ein positives Finanzergebnis. Steuern vom Einkommen und Ertrag Der Ertragssteueraufwand beträgt TEUR 5.529 (i. Vj. TEUR 400) und ist damit deutlich höher als im Vorjahr. Im Wesentlichen führte die Inanspruchnahme steuerlicher Sofortabschreibungen von Soft- und Hardware im Berichtsjahr 2021 zu einer historisch niedrigen Steuerlast. Das im Geschäftsjahr ausgewiesene Steueraufkommen entspricht dem Mittel nicht durch Sondereffekte berührter Vorjahre. Gesamtergebnis Das Gesamtergebnis konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Es wurde nach dem Ausklingen der Pandemie von einer Erholung der wirtschaftlichen Aktivitäten und somit von einer Steigerung des Umsatzes ausgegangen. Durch den Kriegsbeginn in der Ukraine und die nachfolgenden Sanktionen wurde die wirtschaftliche Erholung stark belastet. Weiterhin führte die ausgeprägte Inflationsentwicklung zu steigenden Kosten, sodass das Kostenniveau ebenfalls nicht gehalten werden konnte. VermögenslageIn der folgenden Vermögensübersicht sind die einzelnen Posten nach wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten Vermögensübersicht für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 zusammengefasst.
Maßgeblich wird die Vermögenslage der Euler Hermes AG geprägt durch die immateriellen Vermögensgegenstände mit TEUR 48.000 (i. Vj. TEUR 59.955) und die Finanzanlagen mit TEUR 95.954 (i. Vj. TEUR 77.857). Die Entwicklung der im- materiellen Vermögensgegenstände ist in erster Linie gekennzeichnet durch die planmäßige Abschreibung (TEUR 8.374) des Geschäfts- und Firmenwertes der im Jahr 2017 von der PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) übernommenen Anteile am Bundesgeschäft sowie durch außerplanmäßige Abschreibungen von TEUR 1.388 auf ein Vertragsmanagementsystem, die aus der vorzeitigen Beendigung der Nutzung dieses IT-Systems bis 2022 resultiert. Ferner wurde in der Berichtsperiode ein Zugang zu den Anschaffungskosten für Software (Änderungsantrag TEUR 478) aktiviert. Die Finanzanlagen stiegen vorrangig aufgrund von Investitionen in neue Anleihen in Höhe von TEUR 18.098. Die Abnahme der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände resultiert mehrheitlich aus der Minderung des Cash Pools der Allianz um TEUR 1.575. Weiterhin sind die Forderungen gegen das Finanzamt im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 2.090 gesunken. Dem gegenüber steht der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 517. Das Eigenkapital sank 2022 bei einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 7.424 und der Dividendenzahlung in Höhe von TEUR 9.500 (i. Vj. TEUR 9.000) im Vergleich zu 2021 um TEUR 2.076. Der Anstieg der Rückstellungen um TEUR 8.677 ist überwiegend auf die Erhöhung der sonstigen Rückstellungen um TEUR 3.020, auf die Erhöhung der Steuerrückstellungen um TEUR 2.988 und auf die Erhöhung der Pensionsrückstellungen um TEUR 2.669 zurückzuführen. Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.373 ist überwiegend auf die Minderung der Steuerverbindlichkeiten aus Lohnsteuer um TEUR 1.346 und der Minderung der sonstigen Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 910 zurückzuführen. Dem gegenüber steht ein Anstieg der Verbindlichkeiten aus verbundenen Unternehmen. Die passive Rechnungsabgrenzung ist im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.456 gesunken, was im Wesentlichen auf die Auflösung des Rechnungsabgrenzungspostens der von PwC übernommenen Pensionsverpflichtungen und auf die geringere Abgrenzung der Prolongationsgebühren zurückzuführen ist. FinanzlageDie Liquidität, die zur Erfüllung der laufenden Zahlungsverpflichtungen erforderlich ist, wird durch eine kontinuierliche Liquiditätsüberwachung gewährleistet. Die wesentlichen Mittelzuflüsse bestehen aus den laufenden Einnahmen und Rückflüssen aus Finanzanlagen. Die wesentlichen Mittelabflüsse resultieren aus Dividendenzahlungen, Investitionen des Finanzanlagevermögens, Personalkosten, konzerninternen Dienstleistungsverrechnungen und Informationsbeschaffungskosten. Der Finanzmittelfonds am Ende der Periode setzt sich aus dem Allianz Cash Pool (TEUR 15.651) und Guthaben bei Kreditinstituten (TEUR 1.582) zusammen. MitarbeitendeDie Euler Hermes AG beschäftigte 2022 im Durchschnitt 386 (i. Vj. 392) Mitarbeitende. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit lag Ende 2022 bei 20 (i. Vj. 20) Jahren, das Durchschnittsalter bei 49 (i. Vj. 48) Jahren. Bis zum April 2022 haben die Mitarbeitenden ihre Arbeitsleistung hauptsächlich im Homeoffice erbracht, seit Mai 2022 besteht eine interne Regelung, die ein Arbeiten von bis zu 40 % von außerhalb der Büroräume ermöglicht. Das hybride Arbeiten hat sich mittlerweile etabliert. Dementsprechend musste das Weiterbildungsangebot an die neue Situation angepasst werden, insofern zum Teil wieder Präsenztrainings möglich waren, aber auch die zusätzliche Möglichkeit der hybriden Teilnahme gegeben sein musste. Weiterhin enthält das Fortbildungsangebot auch eine Vielzahl von rein virtuellen Angeboten. Um die Mitarbeitenden bei der Wiederkehr ins Büro zu unterstützen, hat die Allianz besondere E-Learnings gestartet. Hierzu wurden beispielsweise Inhalte zu den Themen Kollaborationstool, lebens- langes Lernen, Organisation in hybriden Teams sowie Gesundheit und Wohlbefinden zur Verfügung gestellt. Das Bildungsangebot "Ways of Working" wurde mit dem Thema des hybriden Arbeitens verknüpft und in eine spezielle Fortbildungsreihe für Führungskräfte ein- gebettet. Nach der vertieften Themeneinführung wurden von den Führungskräften entsprechende Workshops mit ihren Teams durchgeführt. Insgesamt umfasst die Bildungsserie für die Leitungsebene sechs Module, von denen zwei im Geschäftsjahr durchgeführt worden sind. Darüber hinaus wurden für alle Mitarbeitenden Microsoft-Teams-Trainings ange- boten, um mit dieser Softwarelösung die Möglichkeiten der Kollaboration in der hybriden Arbeitswelt zu stärken und auszubauen. Weiterhin haben die Mitarbeitenden der EH AG an Trainings zu Arbeitsorganisation, hybridem und agilem Projektmanagement, zu Selbstmarketing und zum Erlernen der englischen Sprache teilgenommen. Es wurde ein Assessment-Center zur Identifikation von Führungskräften der untersten Managementebene durchgeführt. Die erfolgreichen Absolventen werden im anschließenden Managementprogramm weiterqualifiziert und auf die Übernahme einer Führungsposition mit Personalverantwortung vorbereitet. Die Anzahl an Trainingstagen für Fach- und Führungskräfte betrug 2022 insgesamt 728 Tage (i. Vj. 819). Neben Qualifizierungsangeboten im Themenfeld Digitalisierung bietet die Euler Hermes AG ihren Mitarbeitenden auch fachliche, methodische, persönliche und soziale Weiterentwicklung über die neue AllianzU Learning Plattform an, die viele digitale E-Learning-Angebote vereint. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des teilweise spürbaren Fachkräftemangels werden die Rekrutierungsprozesse laufend an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Die Akquirierung neuer Potenzialträger gestaltet sich auf einem bisweilen angespannten Arbeitsmarkt zunehmend herausfordernd. Um das notwendige und zukunftsorientierte Wissen und relevante Fähigkeiten zu gewährleisten, erfolgen unter anderem eine systematische Nachfolgeplanung, regelmäßige Aus- und Fortbildungen der Mitarbeitenden und der Führungskräfte sowie Maßnahmen zur Aufrechterhaltung und Steigerung der Attraktivität der Gesellschaft als Arbeitgeber. Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements bietet die Euler Hermes AG ihren Mitarbeitenden eine breite Palette an gesundheitsfördernden Maßnahmen an. Hierzu gehören unter anderem Gesundheitskurse im betriebseigenen Sportbereich, Betriebssportangebote, Informationsveranstaltungen, Ernährungs- sowie Ergonomieberatung. Die eigenen Betriebssportangebote konnten ab Sommer wieder in vollem Umfang in Präsenz angeboten werden. Zusätzlich wurden diverse Resilienzseminare veranstaltet. Der Gesundheitsbereich konnte die Ergonomieberatung im Euler Hermes Quartier wieder aufnehmen und somit den Mitarbeitenden die Rückkehr ins Büro erleichtern. Zusätzlich konnte die Beratungsmaßnah- me auch weiterhin virtuell in Anspruch genommen werden. Ergänzend arbeitet die Euler Hermes AG mit einem externen Anbieter zusammen, der die Mitarbeitenden in persönlichen Krisen- und Konfliktsituationen in den Bereichen Kinderbetreuung, Pflege, Haushalt und psychosoziale Beratung durch passgenaue Informationen und Vermittlungen unterstützt. Dieses Angebot wurde auch 2022 erneut zahlreich wahrgenommen. Darüber hinaus bietet der betriebsärztliche Dienst neben arbeitsmedizinischen Vorsorgeleistungen bei akuten Muskel- und Gelenkschmerzen ein professionelles Taping im hauseigenen Gesundheitsbereich, eine jährliche Grippeschutzimpfung sowie in Zusammenarbeit mit der Allianz Coronaschutzimpfungen für Mitarbeitende und deren Familien an. GesamtaussageDer Umsatz der Euler Hermes AG hat sich im Vorjahresvergleich um 3,0 % reduziert und beträgt TEUR 125.394. Die hohe Inflation hat sich positiv auf die Prämienerträge im Versicherungsgeschäft von Euler Hermes Deutschland ausgewirkt. Im Zuge der Inflationsdynamik konnten zahlreiche Marktteilnehmer höhere Preise für ihre Waren und Dienstleistungen durchsetzen und somit ihren Umsatz steigern, der die Berechnungsgrundlage für die Kalkulation der Versicherungsprämie bildet. Dieser kausale Zusammenhang existiert jedoch nicht bei den Umsätzen der Euler Hermes AG für Kreditprüfungen, denn der Preis für Kreditprüfungen korreliert nicht automatisch mit der Inflation. Bestehende Gebührenanpassungsklauseln zum Inflationsausgleich wurden aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks und der Preissensibilität der Kunden nicht genutzt. 2022 war noch durch die Coronapandemie geprägt, jedoch im Jahresverlauf mit einer abnehmenden Relevanz. Dagegen erlangte der russische Angriffskrieg eine für die politische und wirtschaftliche Entwicklung dominierende Bedeutung. Die Hoffnung, die zahlreiche Experten in die Überwindung der Pandemie und eine damit verbundene wirtschaftliche Erholung gesetzt hatten, realisierte sich durch die erneute Krise nicht. Vielmehr musste das erwartete Wirtschaftswachstum mehrfach nach unten korrigiert werden, bis hin zu einer allgemein befürchteten Rezession. Die stark gestiegene Inflation wie auch die Energieknappheit belasteten die Unternehmen und die privaten Haushalte schwer, sodass Investitionen und Konsum- ausgaben zurückgestellt und Kundenbeziehungen eingehend geprüft worden sind. Die Umsatzentwicklung war im abgelaufenen Wirtschaftsjahr insgesamt rückläufig, jedoch gestaltete sie sich in den Geschäftsbereichen der Euler Hermes AG uneinheitlich. Die Umsatzerlöse für die Kreditprüfung und Risikoüberwachung lagen unter denen des Vorjahres, dagegen wurde eine Umsatzsteigerung bei den gebündelten Serviceleistungen im Geschäftsbereich Advisory verzeichnet. Krisengetrieben stiegen das Informationsbedürfnis und die damit im Zusammenhang stehenden Serviceleistungen. Zusätzlich intensivierte sich die Zusammenarbeit mit multinationalen Unternehmen, was insgesamt zu einer Umsatzsteigerung im Geschäftsbereich Advisory führte. Der operative Gesamtaufwand belief sich 2022 auf TEUR 122.664 und war damit um 4,5 % höher als im Vorjahr. Wesentliche Kostenerhöhungen sind im Jahr 2022 insbesondere durch Sondereffekte verursacht worden. Durch eine zurückhaltende Einstellungspolitik konnte die Tariferhöhung teilweise kompensiert werden, sodass diese nur in geringem Maße zu insgesamt höheren Lohn- und Gehaltskosten führte. Dagegen sorgten die zugesagten Unterstützungsmaßnahmen für die Belegschaft im Zuge der Inflationssituation für einen deutlichen Anstieg der Personalkosten. Die Euler Hermes AG hat sich verpflichtet, den Mit- arbeitenden in kommenden Perioden Inflationsausgleichszahlungen zu leisten. Diese Zahlungsverpflichtungen sind über entsprechende Rückstellungen in den Jahresabschluss 2022 eingeflossen. Weiterhin werden unter den Projekten Reshape und LIFT die Organisationsstruktur und Arbeitsprozesse an veränderte Gegebenheiten angepasst, die auch zu einer Reduzierung von Stellen führen. Für die sich im Zuge der Reorganisation ergebenden Abfindungszahlungen und Vorruhestandsvereinbarungen wie auch für steuerliche Eventualverpflichtungen sind entsprechende Rückstellungen gebildet worden. Diese Sondereffekte über- lagern die ansonsten moderate Kostensteigerung 2022. Die Euler Hermes AG investiert für ihre Geschäftsprozesse in neue IT-Anwendungen, für ihre Kunden in digitale Produkte und für die Bundesdeckungen wird der Internetauftritt mit integriertem Kundenportal fortlaufend um neue digitale Komponen- ten erweitert und an die Bedürfnisse der Kunden angepasst. 2022 wurde der Fokus auf die Erarbeitung einer Klimastrategie gelegt, die jedoch bis zum Jahresende noch nicht finalisiert werden konnte. Aufbauend auf der Klimastrategie werden Sektorleitlinien mit der Bundesregierung erarbeitet, um die Förderungswürdigkeit nach Finalisierung auch maschinell unterstützt beurteilen zu können. In der Produktentwicklung wird an der Ausgestaltung einer Forfaitierungs- garantie gearbeitet, mit dem Ziel, diese im Jahr 2023 als neues Produkt unter den bestehenden Exportförderungsinstrumenten anbieten zu können. Die Euler Hermes AG verfügt über gut ausgebildete Mitarbeitende und über ein umfangreiches Spezialwissen für die Kreditprüfung und Bonitätsbewertung in- und ausländischer Firmenkunden sowie für die Bearbeitung der staatlichen Instrmente der Außenwirtschaftsförderung. Insgesamt ist das Unternehmen durch seine Kapitalausstattung, seine Liquidität und ein stabiles Geschäftsmodell sehr gut aufgestellt. Beziehungen zu verbundenen Unternehmen Der Vorstand der Euler Hermes AG hat in dem nach § 312 AktG erstellten Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen abschließend erklärt, dass die Gesellschaft nach den Umständen, die ihm zu dem Zeitpunkt bekannt waren, zu dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch nicht benachteiligt wurde. Dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, ist die Gesellschaft nicht benachteiligt worden. Prognose-, Chancen- und RisikoberichtKlassische Marktrisiken sind nur teilweise vorhanden, da das Geschäftsmodell der Bundesdeckungen keinem direkten Wettbewerb ausgesetzt ist. Die Risiken für den Umsatz aus der Kreditprüfung für das Versicherungsgeschäft korrespondieren mit den Marktrisiken der Euler Hermes Deutschland. Für das Geschäft mit dem Bund sind die Risiken ein möglicher Mandatsverlust oder eine erheblich geringere Inanspruchnahme von Bundesdeckungen etwa durch einen dynamischen privaten Kreditversicherungsmarkt, andere Finanzierungs- und Absicherungsprodukte, nicht nachfragegerechte Produkte oder weil das Instrument sich im Handling nicht den sich verändernden Anforderungen der Kunden anpasst. Die Bundesdeckungen sind subsidiäre und nachfrageorientierte Absicherungsinstrumente. Ihre Nutzung ist unter anderem abhängig von den Möglichkeiten des kommerziellen Finanzierungs- und Kreditversicherungsmarktes, die Risiken selbst tragen zu können. Dabei wird das Bundesgeschäft maßgeblich von großen und entsprechend mit hohen Risiken behafteten Einzelgeschäften sowie deren konkreten Realisierungsterminen bestimmt und ist daher nur schwer prognostizierbar. Prognose- und Chancenbericht Als die Coronapandemie zum Jahreswechsel 2021/2022 langsam an Dynamik verlor, stiegen die Hoffnungen für eine baldige Erholung der Weltwirtschaft an. Die bis dato bestehenden Lieferengpässe, insbesondere im Seeverkehr und bei elektronischen Bauteilen, bremsten die Erholung. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute rechneten Anfang 2022 mit einer allmählichen Normalisierung der Lieferketten im Laufe des Jahres. Am 24. Februar 2022 begann jedoch die Invasion russischer Truppen in die Ukraine, was die Welt vor immense Herausforderungen stellte. Die westliche Staatengemeinschaft reagierte auf die Aggression Russlands schnell und geschlossen und verhängte harte Sanktionen. Hinzu kamen die durch den Krieg ausgelösten wirtschaftlichen Folgeprobleme wie der zusätzliche Inflationsschub bei Energie und Rohstoffen sowie die erneute Zunahme von Lieferengpässen. In Europa, wo die Gaslieferungen aus Russland ersetzt werden müssen, wird mittlerweile gegen eine Energiekrise gekämpft. Auf die stark gestiegenen Inflationsraten reagierten die Zentralbanken mehrheitlich mit einer Straffung der Geldpolitik und Zinserhöhungen. Die globale Wirtschaftsleistung ist 2022 gemäß dem World Economic Outlook des IWF voraussichtlich um 3,4 % gestiegen, wobei der Zuwachs für die exportorientierte deutsche Wirtschaft mit 1,9 % geringer ausfiel. Mit einem Wirtschaftswachstum von 3,0 % in China und 2,0 % in den USA hat sich auch in den größten Volkswirtschaften die wirtschaftliche Dynamik deutlich abgeschwächt. Mit einem Wiedererstarken der Konjunktur ist erst 2024 zu rechnen. Für die deutsche Wirtschaft geht der IWF von einem leichten Wirtschaftswachstum von 0,1 % für 2023 aus. Einen Belastungsfaktor stellt der Anstieg der Großhandelspreise für Gas und Strom dar, die verzögert an die Verbraucher weitergegeben werden. Zahlreiche private Haushalte dürften ihren Konsum einschränken, um die gestiegenen Forderungen der Energieversorger bedienen zu können. Aufgrund der Lieferkettenprobleme haben sich in der Industrie hohe Auftragsbestände aufgebaut, die zunächst abgearbeitet werden und somit noch stützend auf die Volkswirtschaft wirken. Erst für 2024 rechnen die Experten des IWF mit einem etwas stärkeren Wirtschaftswachstum von 1,4 %. Der schwelende Handelsstreit zwischen China und den USA konnte bislang nicht beigelegt werden. Die US-Administration hat Handelspraktiken verschärft, nach denen bei öffentlichen Beschaffungen auf Bundesebene Produkte bevorzugt werden, die entlang der Wertschöpfungskette in den USA produziert worden sind und entsprechend dort hoch- wertige Arbeitsplätze sichern. Weiterhin wurde im August 2022 der "Inflation Reduction Act" in Kraft gesetzt, der in erster Linie ein Klimaschutzvorhaben darstellen soll und finanzielle Unterstützung für die heimische Industrie und Verbraucher beinhaltet. Die EU und die USA sind gemeinsam bemüht, den EU-Bedenken einer möglichen Benachteiligung europäischer Unternehmen entgegenzuwirken. Ein Risiko für die Prognose bilden die Energieversorgung und die Energiepreise. In Europa stiegen die Großhandelspreise für Erdgas schon seit Sommer 2021. Mit Ausbruch des Angriffskriegs in der Ukraine und insbesondere seit Russland im Juni 2022 seine Gasausfuhren nach Europa zurückzufahren begann, stiegen die Gaspreise in bislang ungekannte Höhen. Import- und Endverbraucherpreise hinken den Großhandelspreisen beträchtlich hinterher: Die weiterhin sehr hohe Inflation entzieht den privaten Haushalten weite Teile ihrer Kaufkraft und schmälert nachhaltig das verfügbare Einkommen. Die Konsumaussichten bleiben weiterhin stark eingetrübt und dürften sich nicht vor dem Sommer 2023 aufhellen. Die Unternehmen sind vom Anstieg der Energiepreise unterschiedlich betroffen. Derzeit gelingt es vielen Unternehmen, die Kostensteigerungen an ihre Kunden weiterzugeben. Die deutsche Exportindustrie startet vorsichtig optimistisch ins neue Jahr, nachdem sich die ifo-Exporterwartungen nach der Eintrübung im vergangenen Jahr wieder leicht aufgehellt haben. Alles in allem werden die preisbereinigten Ausfuhren nach der Jahresprojektion der Bundesregierung voraussichtlich um 2,2 % 2023 sowie um 3,3 % 2024 steigen. Neben dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine und den daraus resultierenden globalen Auswirkungen bleiben der ungelöste Handelskonflikt zwischen den USA und China und die noch nicht vollkommen überwundene Coronapandemie die bestimmenden Themen. Die Finanzierung von Staatsausgaben und Investitionen bleibt für Staaten und Unternehmen vor dem Hintergrund des internationalen Zinsumfelds eine Herausforderung, auf die zahlreiche Marktteilnehmer mit einem höheren Informationsbedarf über ihre Kunden und Lieferanten reagieren. Für den internationalen Handel bedeutet dies zunehmende Anforderungen an die Qualität der eingesetzten Mittel des Forderungsmanagements sowie eine bessere Informationsstrategie bezüglich der Bonität bestehender und neuer Kundenbeziehungen. Die wirtschaftliche Verflechtung multinational agierender Unternehmen führt zu einem stetig steigenden Informationsbedürfnis in Bezug auf zu erwartende Risiko- und Bonitätsveränderungen. Diese Entwicklung führt zum einen zu einem verstärkten Interesse an Risikoabsicherung in Form von Versicherungen und Serviceleistungen, wie sie bereits im Geschäftsverlauf 2022 zu sehen war. Die längerfristig verlässliche Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energieträgern war in der jüngeren Vergangenheit teil- weise stark eingeschränkt, sodass die Garantien für Ungebundene Finanzkredite zur Absicherung deutscher Rohstoffbezüge verstärkt nachgefragt wurden. Hier wird auch 2023 von einer weiterhin hohen Nachfrage ausgegangen. Der weitere Verlauf des Ukrainekriegs und des politischen Konflikts zwischen Russland und der westlichen Staatengemeinschaft ist indes nicht absehbar. Inwieweit sich die Hoffnungen der Welt auf ein baldiges Ende des Kriegs im Herzen Europas sowie eine endgültige Überwindung der Coronapandemie erfüllen, muss abgewartet werden. Die Nachfrage nach Bundesdeckungen wird vor dem Hintergrund weltweiter Spannungen weiter hoch sein und auch nach einem sukzessiven Abebben der Krisen stabil bleiben. Die Nachfrage nach Garantien für Ungebundene Finanzkredite zum Aufbau und zur Sicherung von Rohstoffbezugsquellen wird durch die jüngsten Erfahrungen aller Voraussicht nach stark zunehmen und die Geschäftstätigkeit von Euler Hermes im Rahmen der Mandatartätigkeit ausweiten. Vor dem Hintergrund der zurzeit bestehenden Krisen und internationalen Spannungen wird von einer konstant steigenden Nachfrage nach risikominimierenden Informationen und Dienstleistungen ausgegangen, somit wird insgesamt die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft als stabil eingestuft Die Servicebereiche im Einzelnen Risk Management Die Coronapandemie war noch nicht vollständig überstanden, als der russische Angriffskrieg auf die Ukraine Europa in seinen Grundfesten erschütterte und eine Spirale aus humanitären und militärischen Hilfen für die Ukraine und wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland und Belarus in Gang setzte. Die krisenhafte Zuspitzung auf den Gasmärkten belastet die europäische Wirtschaft schwer und geht mit einem massiven gesamtwirtschaftlichen Kaufkraftentzug einher. Die in den letzten Jahrzehnten aufgebaute Abhängigkeit von russischen Öl- und Gaslieferungen belastet insbesondere Deutschland schwer und stellt die Versorgungssicherheit mit Energie auf den Prüfstand. Die anhaltende Inflation, die steigenden Zinsen und Energiekosten sowie eine zunehmend verschärfte Wettbewerbssituation zehren bei vielen Unternehmen an der Substanz. Nach dem Abklingen der Coronakrise sind die wirtschaftlichen Aktivitäten vieler Kunden von Euler Hermes noch nicht zu alter Stärke zurückgekehrt und werden durch die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs weiterhin stark belastet, sodass eine wirtschaftliche Erholung hin zum Vorkrisenniveau länger andauern kann. Mit dem Auslaufen verschiedener Stabilisierungsmaßnahmen im Zuge der Coronapandemie stiegen die Insolvenzen, von einem niedrigen Niveau kommend, moderat an. Dies dürfte erst als Auftakt zu einem beschleunigten Insolvenzgeschehen 2023 zu sehen sein. Euler Hermes rechnet nicht mit einer Insolvenzwelle in Deutschland, dennoch wird das Niveau insgesamt steigen. Abzuwarten sind die Auswirkungen, die sich aus den deutlichen Anstiegen der Insolvenzzahlen wie beispielsweise in Frankreich und Großbritannien auf die exportorientierte deutsche Wirtschaft ergeben. Die Tatsache, dass sich die Zahlungsmoral jüngst wieder verschlechtert hat und die Zeitspanne bis zum Zahlungseingang wächst, regt die Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer an und könnte die Nachfrage nach risikominimierenden Produkten und somit den Umsatz der Euler Hermes AG steigern. Es wird daher erwartet, dass dies zu moderat steigenden Umsätzen für Kredit- prüfungen führen wird.
In Deutschland waren die aufgesetzten Krisenhilfsprogramme zur Bekämpfung der Folgen der Pandemie noch bis März 2022 aktiv. In zahlreichen Volkswirtschaften wird die Fiskalpolitik weiterhin expansiv ausgerichtet bleiben. Die Exporte wurden durch die Probleme in der Produktion des verarbeitenden Gewerbes belastet. Stützend wirkt, dass die Auftragslage in den Unternehmen nach wie vor recht gut ist und die Lieferengpässe nachlassen. Ab Mitte 2023 wird mit einem Nachfrageschub aus dem Ausland gerechnet und die Exportdynamik dürfte wieder Fahrt aufnehmen. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Bundesdeckungen 2023 zunehmen wird. Diese Erwartung basiert darauf, dass bereits 2022 erwartete Großprojekte sich nunmehr voraussichtlich 2023 realisieren werden und dass die um 11,5 % gestiegenen grundsätzlichen Deckungszusagen in stärkerem Umfang bereits 2023 zu gedeckten Neugeschäften führen. Für 2023 wird daher von einer deutlichen Steigerung des Deckungsvolumens bei den Bundesdeckungen ausgegangen.
Advisory Es wird verstärkt in die Modernisierung und Verbesserung der im Rahmen der Bundesdeckungen angebotenen Produ te und Prozesse investiert. Basierend auf den Rückmeldungen der Kunden wurden bei den Onlineschnittstellen und den Portalanbindungen weitere Verbesserungen vorgenommen. Darüber hinaus wurden zahlreiche Prozessverbesserungen zu Erkenntnissen aus einer als "Customer Journey" durchgeführten Analyse sowie ein Prämienkalkulator implementiert. Bereits umfangreich entwickelt, jedoch noch nicht online verfügbar, ist eine Förderungswürdigkeitsprüfung ausgerichtet an der Klimastrategie der Bundesregierung. Dabei spielen die noch in der Diskussion befindlichen Sektorleitlinien zur Begleitung der Transformation eine besondere Rolle. Die Verabschiedung der Leitlinien ist für Anfang 2023 in Aussicht gestellt. Die Nachfrage nach Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Produkt Boni-Check war im letzten Jahr kontinuierlich gegeben und ein Rückgang ist nicht zu erkennen; daher wird für 2023 von einer moderaten Steigerung des Umsatzes ausgegangen. Fazit Es wird davon ausgegangen, dass die regelmäßige Geschäftstätigkeit der Marktteilnehmer sich zunehmend normalisiert, Beeinträchtigungen in den Lieferketten reduziert und somit wieder verstärkt Anträge für Kreditprüfungen und Bonitätsbewertungen gestellt werden. Die Umsatzerwartung im Bereich der Bundesdeckungen wird weiterhin maßgeblich von der Realisierung von Großprojekten abhängig bleiben. Wie aus den Erfahrungen vorangegangener Krisen abzuleiten ist, wird das Instrumentarium der Bundesdeckungen in den Folgejahren einer Krise vermehrt genutzt, wobei in der momentanen Situation zusätzlich mit einer verstärkten Nutzung der Garantien für Ungebundene Finanzkredite zu rechnen sein wird. Daher wird insgesamt von einem leicht steigenden Umsatz ausgegangen. Gleichzeitig ist mit einem leicht sinkenden Kostenniveau aufgrund wegfallender kostensteigernder Sondereffekte und der gegenläufigen Tarifsteigerungen zu rechnen. Das operative Ergebnis sowie der Jahresüberschuss werden kumuliert deutlich über dem des Vorjahres erwartet. Risikobericht Für die Euler Hermes AG ist der Umgang mit Risiken, die den beiden Geschäftsbereichen Risk Management und Advisory zuzuordnen sind, von zentraler Bedeutung. Das Risikomanagement besteht aus, soweit geboten, miteinander verzahnten Prozessen, deren Ziel es ist, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, sie anhand vorgegebener Kriterien zu bewerten, ihre quantitativen und qualitativen Folgen abzuschätzen und geeignete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen einzuleiten. Risikoorganisation und -prinzipien (Risk Governance) Der Vorstand der Euler Hermes AG legt die geschäftspolitischen Ziele nach Rendite- und Risikogesichtspunkten im Rahmen der Euler Hermes Group Risk Policy fest, die verbindliche Mindestanforderungen vorschreibt. Der Vorstand überwacht und steuert das Risikoprofil der Gesellschaft. Unabhängige Risikoüberwachung In der Allianz/Euler Hermes Gruppe ist der Grundsatz der unabhängigen Risikoüberwachung verankert. Das heißt, es existiert eine strikte Trennung von aktiver Risikoübernahme durch die Linienfunktionen auf der einen Seite und Risikoüberwachung durch unabhängige Funktionen auf der anderen Seite (Independent Risk Oversight). Diese Kontrollinstanz umfasst nicht nur die unabhängige Identifizierung, Bewertung und Berichterstattung, sondern auch die Überwachung von Risiken und Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Zudem prüft sie Handlungsalternativen und spricht Empfehlungen an den Vorstand der Euler Hermes AG aus. Internes Kontrollsystem (IKS) der Euler Hermes AG Das interne Kontrollsystem (IKS) der Euler Hermes AG verfolgt das Ziel, finanzielle, operationelle und sogenannte Toprisiken zu identifizieren und zu reduzieren. Der Fokus liegt dabei sowohl auf der Risikoüberwachung und -bewertung, als auch auf der Implementierung risikoreduzierender Kontrollen. Es werden regelmäßige Kontrolltests zur Qualitätssicherung des IKS durchgeführt. Durch diese Kontrollen sollen Risiken bereits vor ihrem Eintritt verhindert oder zumindest aufgedeckt und Maßnahmen ergriffen werden. Der bei der Euler Hermes AG angewandte IKS-Ansatz orientiert sich eng an den Vorgaben der Allianz SE. Umsatz- und Kostenrisiko Die Entwicklung der Kreditprüfungsgebühren und Serviceentgelte steht im Zusammenhang mit dem Umfang des Versicherungsbestands von Euler Hermes Deutschland und zum Teil auch des Portfolios im Rahmen der Exportkreditgarantien und Garantien für Ungebundene Finanzkredite. Im Kreditversicherungsgeschäft von Euler Hermes Deutschland werden geeignete Maßnahmen ergriffen, z. B. zu neuen Vertriebswegen und -strukturen, um den Vertragsbestand und die Umsatzentwicklung des Kreditversicherungsgeschäfts zu erhöhen. Im Bundesgeschäft liegt der strategische Fokus auf Digitalisierung, Produkterneuerungen, Aktualisierung der Expertise und der maßgeschneiderten Beratung im Zusammenhang mit Großprojekten. Dem Risiko künftiger Kostensteigerungen begegnet die Euler Hermes AG durch Integration in das komplexe Planungs- und Controlling-Instrumentarium der Euler Hermes Gruppe. Negative Entwicklungen sollen hier frühzeitig aufgedeckt und Maßnahmen zur Kostenreduzierung rechtzeitig ergriffen werden. Dieses betrifft vor allem den bewussten Umgang mit Aufwendungen für Personal und bezogenen Leistungen, den beiden wesentlichen Kostenfaktoren. Dem Risiko von Steigerungen bei den Informationsbeschaffungskosten und den Kosten für Dienstleistungen, die durch Gesellschaften der Euler Hermes Gruppe erbracht werden, wird durch feste Verrechnungspreise zwischen den Gruppengesellschaften begegnet. Durch regelmäßige Marktbeobachtungen und Preisverhandlungen wird dem Risiko von Kostensteigerungen bei der Informationsbeschaffung durch Dritte entgegengewirkt. Bestandsgefährdende Risiken sind nicht zu erkennen.
Hamburg, den 1. März 2023 Euler Hermes Aktiengesellschaft Bogaerts Grimm Schöne Vos BILANZ zum 31. Dezember 2022Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022Organe der GesellschaftMitglieder des Vorstands
Mitglieder des Aufsichtsrats
I. Allgemeine AngabenSitz der Euler Hermes Aktiengesellschaft (Euler Hermes AG) ist Hamburg. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 130564 im Register des Amtsgerichts Hamburg eingetragen. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde unter Berücksichtigung der Vorschriften des HGB und des AktG in der jeweils geltenden Fassung aufgestellt. Entsprechend den Größenmerkmalen des § 267 Absatz 4 Satz 2 HGB i. V. m. § 267 Absatz 3 HGB ist die Gesellschaft eine große Kapitalgesellschaft. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. II. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeGrundlage für die Umrechnung in Euro sind die Kurse der Transaktionstage. Zum Bilanzstichtag werden auf Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs in Euro umgerechnet. Bilanz / Aktiva 1 Immaterielle Vermögensgegenstände Die immateriellen Vermögensgegenstände sind mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Nutzungsdauer für gekaufte Software beträgt 3 Jahre, für selbsterstellte Software 5 Jahre und für die Großprojekte 10 Jahre. Die Nutzungsdauer des Geschäfts- und Firmenwertes, der aus der Übertragung der Übernahme der Geschäftsbesorgung für die Exportkreditgarantien und Garantien für ungebundene Finanzkredite des Bundes (Bundesdeckungen) von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, (PwC) entstanden ist, beträgt 10 Jahre. 2 Sachanlagen Das unbebaute Grundstück ist mit den Anschaffungskosten angesetzt. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung ist zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen ausgewiesen. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. 3 Finanzanlagen Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und der Wertpapiere des Anlagevermögens erfolgt zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des gemilderten Niederstwertprinzips. Kapitalanlagen, die ausschließlich zur Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen, sind gemäß § 246 Absatz 2 HGB mit den Verbindlichkeiten verrechnet worden. Dabei sind diese Kapitalanlagen gemäß § 253 Absatz 1 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet worden. 4 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bewertet, soweit erforderlich unter Berücksichtigung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen. 5 Guthaben bei Kreditinstituten Die Bewertung erfolgt mit den Nennwerten. 6 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten wurden zum Nennwert angesetzt. 7 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung Das Vermögen wird gemäß § 253 Absatz 1 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt und in Verbindung mit § 246 Absatz 2 HGB mit den Schulden verrechnet. Sofern die Schulden den beizulegenden Zeitwert übersteigen, wird der übersteigende Betrag unter dem Posten Rückstellungen ausgewiesen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert den Betrag der Schulden, so wird der übersteigende Betrag unter dem Posten Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethode des aktiven Unterschiedsbetrags entspricht derjenigen, die in den Abschnitten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und Sonstige Rückstellungen beschrieben ist. Bilanz / Passiva 8 Eigenkapital Das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage und der Bilanzgewinn wurden zum Nennwert angesetzt. 9 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Pensionsrückstellungen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Der aus der Erstanwendung von BilMoG resultierende Umstellungsaufwand wird auf bis zu 15 Jahre verteilt. Im Geschäftsjahr 2022 wird ein Betrag von TEUR 73 (i. Vj. TEUR 73) erfasst und unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Die Rückstellungen für Jubiläumsgaben, Altersteilzeit und Vorruhestandsleistungen werden ebenfalls nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und in voller Höhe passiviert. Laut § 253 HGB ist der Erfüllungsbetrag für Altersversorgungsverpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und für sonstige Personalverpflichtungen aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren abzuzinsen. Sofern die Bewertung der Altersversorgungsverpflichtungen mit dem siebenjährigen Durchschnittszins zu einer höheren Verpflichtung führt als die Bewertung mit dem zehnjährigen Durchschnittszins, unterliegt der Unterschiedsbetrag nach § 253 Absatz 6 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre. Bei der Ermittlung des Diskontierungszinssatzes nimmt die Gesellschaft die Vereinfachungsregelung gemäß § 253 Absatz 2 Satz 2 HGB (Restlaufzeit von 15 Jahren) in Anspruch, wobei wie im Vorjahr ein zum Bilanzstichtag prognostizierter Zinssatz zugrunde gelegt wurde. Der Effekt aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Für weitere Erläuterungen zur Bilanzierung der Pensionen und ähnlicher Verpflichtungen verweisen wir auf III. 1 Erläuterungen zur Bilanz und IV. Haftungsverhältnisse aus betrieblicher Altersversorgung und sonstige finanzielle Verpflichtungen. Ein Teil der Pensionsverpflichtungen ist durch Rückdeckungsversicherungen beziehungsweise saldierungspflichtiges Deckungsvermögen gesichert. Bei den Altersteilzeitverpflichtungen ergibt sich bei der Saldierung der Entgeltverpflichtungen mit dem saldierungs- pflichtigen Deckungsvermögen ein aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von TEUR 49 (i. Vj. TEUR 94). 10 Steuerrückstellungen Steuerrückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie beinhalten die die Vorjahre betreffenden noch nicht veranlagten Steuern sowie die aktuelle Zuführung zur Rückstellung 2022. 11 Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten und Risiken in Höhe des Erfüllungsbetrags gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Die übrigen sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem der Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. 12 Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 13 Passive Rechnungsabgrenzung Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden gem. § 250 Abs. 2 HGB für zeitraumbezogene Leistungen gebildet. III. Erläuterungen zum Jahresabschluss1 Erläuterungen zur Bilanz Immaterielle Vermögensgegenstände Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022 ist dem nachfolgenden Brutto-Anlagenspiegel zu entnehmen. Die immateriellen Vermögensgegenstände beziehen sich im Wesentlichen auf die Übernahme der Geschäftsbesorgung für die Exportkreditgarantien und Garantien für ungebundene Finanzkredite des Bundes (Bundesdeckungen), die 2017 von der PwC vollständig auf die Euler Hermes AG übertragen wurden. Die Anschaffungskosten des Geschäfts- und Firmenwertes werden gem. § 253 Absatz 3 Satz 3 HGB planmäßig über 10 Jahre abgeschrieben. Die im Berichtsjahr 2022 erfolgten Abschreibungen betragen TEUR 8.374. Der Buchwert des Geschäfts- und Firmenwertes beläuft sich auf TEUR 37.683. Aus der vorzeitigen Beendigung der Nutzung eines Vertragsmanagementsystems resultieren außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.388. Die Anlage ist vollständig abgeschrieben. Ferner wurde in der Berichtsperiode ein Zugang zu den Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 478 für die Software "Änderungsantrag" aktiviert. Sachanlagen Die im Berichtsjahr 2022 erfolgten planmäßigen Abschreibungen betragen TEUR 142. Finanzanlagen Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 HGB per 31. Dezember 2022
Erläuterung: 1) geprüfter Jahresabschluss 2021 Bei den Wertpapieren des Anlagevermögens handelt es sich im Wesentlichen um börsennotierte Inhaberschuldverschreibungen mit einem Buchwert von TEUR 50.582 (i. Vj. TEUR 32.508) und einem Zeitwert von TEUR 44.719 (i. Vj. TEUR 32.223). Davon wurden 40,7 % (i. Vj. 25,4 %) in Staatsanleihen und 59,3 % (i. Vj. 74,6 %) in Unternehmensanleihen angelegt. Zudem hat die Gesellschaft einen Mutual Fund mit einem Buchwert von TEUR 623 (i. Vj. TEUR 599) im Bestand, der der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dient. Der Buchwert der Wertpapiere, die über ihrem Zeitwert ausgewiesen werden, beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf TEUR 46.164 (i. Vj. TEUR 21.589). Der entsprechende Zeitwert beträgt TEUR 40.258 (i. Vj. TEUR 21.173). Eine außerplanmäßige Abschreibung gemäß § 253 Absatz 3 Satz 5 und Satz 6 HGB wurde nicht vorgenommen, da beabsichtigt ist, die Wertpapiere bis zur Endfälligkeit zu halten, und ein Ausfallrisiko aus Sicht des Vorstands nicht besteht. Forderungen gegen verbundene Unternehmen Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Forderungen gegen die Allianz SE, München, aus dem Cash Pool in Höhe von TEUR 15.651 (i. Vj. TEUR 17.226) sowie gegen die Euler Hermes Services S.A.S., Paris, in Höhe von TEUR 1.265 (i. Vj. TEUR 1.194) und gegen die Allianz Versicherungs-Aktiengesellschaft, München, in Höhe von TEUR 388 (i. Vj. TEUR 355). Bewertungseinheiten Die zur Absicherung der aktienbasierten Vergütungspläne des Vorstands erworbenen Optionsrechte sowie Equity Swaps werden mit den entsprechenden Grundgeschäften als Bewertungseinheit zusammengefasst, soweit ein unmittelbarer Sicherungszusammenhang besteht. Der Ausweis der Grundgeschäfte erfolgt unter den sonstigen Rückstellungen und der Ausweis der Sicherungsgeschäfte unter den sonstigen Vermögensgegenständen. Für die gebildeten Bewertungseinheiten kommt ein Mikro-Hedge zum Ansatz, um Marktpreisänderungsrisiken vollständig auszuschließen. Die Wirksamkeit der Bewertungseinheiten für die spätestens im Jahr 2025 auslaufenden aktienbasierten Vergütungspläne wird prospektiv und retrospektiv durch die Übereinstimmung der Bedingungen, Parameter und Risiken nachgewiesen (Critical-Term-Match-Methode). Zum Bilanzstichtag umfassen die Grundgeschäfte, bestehend aus voraussichtlich zukünftig auszugleichenden Leistungen, ein Volumen von TEUR 228 (i. Vj. TEUR 220). Mit den Bewertungseinheiten werden Risiken in Form von Wertänderungen in Höhe von TEUR 33 (i. Vj. TEUR 36) abgesichert. Die Bilanzierung der Bewertungseinheiten erfolgt nach der Einfrierungsmethode. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Das voll eingezahlte Grundkapital beträgt unverändert TEUR 10.000 und ist eingeteilt in 10.000.000 nennwertlose Namenaktien. Die Euler Hermes Group S.A.S., Paris, hält zum 31. Dezember 2022 100 % der Anteile der Gesellschaft. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage beträgt unverändert TEUR 50.458. Gewinnvortrag Aus dem zum 31. Dezember 2021 ausgewiesenen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 9.574 wurden insgesamt TEUR 9.500 ausgeschüttet. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Gesellschaft hat Pensionszusagen erteilt, für die Pensionsrückstellungen gebildet werden. Ein Teil der Pensionszusagen ist im Rahmen eines "Contractual Trust Arrangements" (Methusalem Trust e. V., München) abgesichert. Dieses Treu- handvermögen stellt saldierungspflichtiges Deckungsvermögen dar, wobei als beizulegender Zeitwert der Aktivwert beziehungsweise der Marktwert zugrunde gelegt wird. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis der Projected-Unit-Credit-Methode (dies bezeichnet ein Anwartschaftsbarwertverfahren bezogen auf den erdienten Teil) ermittelt beziehungsweise als Barwert der erworbenen Anwartschaft ausgewiesen. Sofern es sich um wertpapiergebundene Pensionszusagen handelt, wird der Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände angesetzt. Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) hat am 30.04.2021 den RH FAB 1.021 zur handelsrechtlichen Bewertung von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rück- gedeckten Direktzusagen verabschiedet. Die Gesellschaft hat sich entschieden, den RH FAB 1.021 zum 31.12.2022 auf Basis des Aktivprimats erstmals anzuwenden. Die Auswirkungen daraus sind unwesentlich.
1) Wegen der hohen Inflation wurde erstmalig ein erhöhter Rententrend bis 2024 von 5,5 % pro Jahr eingeführt Abweichend hiervon wird bei einem Teil der Pensionszusagen die garantierte Rentendynamik von 1,0 % pro Jahr zugrunde gelegt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen finden die Heubeck-Richttafeln RT2005G Anwendung, die bezüglich der Sterblichkeit, Invalidisierung und Fluktuation an die unternehmensspezifischen Verhältnisse angepasst wurden. Die unternehmensspezifischen Anpassungen wurden im Jahr 2010 eingeführt und im Jahr 2018 überprüft und neu festgelegt. Als Pensionierungsalter wird die vertraglich vorgesehene beziehungsweise die sich nach dem RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz 2007 ergebende Altersgrenze angesetzt.
Der mit dem 7-jährigen Durchschnittszins zum 31.12.2022 ermittelte Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt TEUR 51.016 (i. Vj TEUR 49.445). Somit ist ein Betrag von TEUR 5.348 (i. Vj. TEUR 6.155) gemäß § 253 Absatz 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt. Sonstige Rückstellungen Die Gesellschaft hat Verpflichtungen aus Jubiläumsgaben sowie Altersteilzeit- und Vorruhestandsverträgen, die unter den Sonstigen Rückstellungen ausgewiesen werden. Das im Methusalem Trust e. V. für das Altersteilzeit-Sicherungsguthaben reservierte Vermögen stellt saldierungspflichtiges Deckungsvermögen dar, wobei als beizulegender Zeitwert der Aktivwert beziehungsweise der Marktwert zugrunde gelegt wird. Die Bewertung dieser Verpflichtungen erfolgt im Wesentlichen analog zu den Pensionszusagen und auf Basis der gleichen Rechnungsannahmen (mit Ausnahme des Diskontierungszinssatzes).
Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Drohverluste und Prozessrisiken in Höhe von TEUR 2.440 (i. Vj. TEUR 933), Restrukturierungen in Höhe von TEUR 1.981 (i. Vj. TEUR 3.351), Verpflichtungen für Jubiläen in Höhe von TEUR 1.901 (i. Vj. TEUR 1.966), Vorruhestandsleistungen in Höhe von TEUR 1.115 (i. Vj. TEUR 596), Abfindungsvereinbarungen in Höhe von TEUR 1.105 (i. Vj. TEUR 5), sonstige ausstehende Eingangsrechnungen in Höhe von TEUR 1.058 (i. Vj. TEUR 1.358), Bonus in Höhe von TEUR 944 (i. Vj. TEUR 868), ausstehenden Urlaub in Höhe von TEUR 763 (i. Vj. TEUR 834) sowie Altersteilzeitvereinbarungen in Höhe von TEUR 707 (i. Vj. TEUR 623). Aus der Zeitwertbewertung des Deckungsvermögens zur Altersteilzeitrückstellung sind im Geschäftsjahr unrealisierte Verluste von TEUR 68 entstanden (unrealisierte Gewinne i. Vj. TEUR 46), sodass im Berichtsjahr 2022 kein ausschüttungsgesperrter Betrag (i. Vj. TEUR 32) ausgewiesen wird. Verbindlichkeiten Unter dem Posten Verbindlichkeiten werden überwiegend Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Latente Steuern In Ausübung des Wahlrechts des § 274 Absatz 1 Satz 2 HGB wird der über den Saldierungsbereich hinausgehende Überhang aktiver Steuerlatenzen nicht bilanziert. Es ergeben sich zum Abschlussstichtag aktivische Unterschiede zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen bei der Pensions- und Altersteilzeitrückstellung. Die Bewertung der inländischen Steuerlatenzen erfolgt wie im Vorjahr mit einem Steuersatz von 31,0 %. Passive Rechnungsabgrenzung Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten setzen sich aus der Abgrenzung von zeitraumbezogenen Leistungen in Höhe von TEUR 3.945 (i. Vj. TEUR 5.401)) zusammen. Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.456 gesunken, was im Wesentlichen auf die vollständige Auflösung des Rechnungsabgrenzungsposten der von PwC übernommenen Pensionsverpflichtungen zurückzuführen ist. 2 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Nach Tätigkeitsbereichen aufgegliedert, hat der Servicebereich Risk Management einen Umsatz von TEUR 85.912 (i. Vj. TEUR 90.954) und der Servicebereich Advisory (Other Services) einen Umsatz von TEUR 39.482 (i. Vj. TEUR 38.258) erzielt. Die sonstigen betrieblichen Erträge von TEUR 146 (i. Vj. TEUR 300) beinhalten im Wesentlichen Ausbuchungen von verjährten kreditorischen Guthabenpositionen in Höhe von TEUR 90 (i. Vj. TEUR 204), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Bonus in Höhe von TEUR 31 (i. Vj. TEUR 0) sowie Erträge aus der Fremdwährungsbewertung in Höhe von TEUR 16 (i. Vj. TEUR 12). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von TEUR 42.245 (i. Vj. TEUR 40.895) sind enthalten: TEUR 19.759 (i. Vj. TEUR 19.106) aus Umlagen, TEUR 9.335 (i. Vj. TEUR 9.487) aus IT-Aufwendungen, TEUR 4.010 (i. Vj. TEUR 3.351) aus Restrukturierungsaufwendungen, TEUR 3.763 (i. Vj. TEUR 3.683) aus Mieten und sonstigen Raumkosten, TEUR 1.238 (i. Vj. TEUR 0) aus Steuerrisiken aufgrund von Betriebsprüfungen, TEUR 1.002 (i. Vj. TEUR 1.022) aus Gebühren und TEUR 365 aus Beratungsaufwand (i. Vj. TEUR 692). Das positive Finanzergebnis in der Berichtsperiode (i. Vj. negativ) in Höhe von TEUR 10.078 (i. Vj. TEUR -2.137) resultiert im Wesentlichen aus höheren Dividendenerträgen aus Beteiligungen in Höhe von TEUR 9.608 (i. Vj. TEUR 2.527) sowie aus Zinserträgen in Höhe von TEUR 1.277, die aus der Auflösung des passiven Rechnungsabgrenzungspostens für die Zinsabsicherung der von PwC übernommenen Pensionsverpflichtungen resultieren. Im Finanzergebnis sind zudem enthalten:
Im Altersversorgungsaufwand 2022 sind folgende Sonderaufwände/-erträge enthalten: Die Einführung des erhöhten Rententrends bis 2024 von 5,5 % pro Jahr führt zu einer Steigerung der Altersversorgungsaufwendungen um TEUR 1.711. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betragen TEUR 5.528 (i. Vj. TEUR 400). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Dividendenerträge aus Beteiligungen in Höhe von TEUR 9.608 (i. Vj. TEUR 2.527) und die Zuführung von Rückstellungen für die Beriebsprüfung in Höhe von TEUR 1.463 (i. Vj. TEUR 0) zurückzuführen. IV. Haftungsverhältnisse aus betrieblicher Altersversorgung und sonstige finanzielle Verpflichtungen1 Pensionszusagen Haftungsverhältnisse bestehen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung. Grundlage der betrieblichen Altersversorgung für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der deutschen Allianz Gesellschaften, die bis zum 31. Dezember 2014 eingetreten sind, ist in der Regel die Mitgliedschaft in der Allianz Versorgungskasse VVaG, München, (AVK), die als rechtlich selbstständige und regulierte Pensionskasse der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unterliegt. Die Leistungen der AVK werden nach dem Einmalbeitragssystem über Zuwendungen der Trägergesellschaften an die Kasse durch Gehaltsumwandlung und Arbeitgeberbeiträge finanziert. Die Gesellschaft ist verpflichtet, anteilige Verwaltungskosten der AVK zu tragen und entsprechend den Rechtsgrundlagen gegebenenfalls Zuschüsse zu leisten. Außerdem leisten die Trägergesellschaften für bis zum 31. Dezember 2014 eingetretene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zuwendungen an den Allianz Pensionsverein e. V., München, (APV). Weil die Anpassungsverpflichtung nach § 16 BetrAVG im Alttarif des APV nicht rückgedeckt ist, ist zum 31.12.2022 das Deckungsvermögen des APV geringer als die Versorgungsverpflichtungen. Der Fehlbetrag zum 31.12.2022 beträgt TEUR 19.641 (i. Vj. TEUR 17.119). Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht nach Artikel 28 Absatz 1 Satz 2 EGHGB Gebrauch, hierfür keine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden, da die gesetzlich vorgeschriebene Anpassung der Renten an den Verbraucherpreisindex durch zusätzliche Beiträge an den APV finanziert wird. Sowohl die AVK als auch der APV wurden für Neueintritte ab dem 1. Januar 2015 geschlossen. Für Neueintritte ab dem 1. Januar 2015 wurde die betriebliche Altersversorgung einheitlich neu geregelt. Die Gesellschaft leistet für diese einen monatlichen Beitrag in eine Direktversicherung bei der Allianz Lebensversicherungs-AG, welcher im Rahmen der Entgeltumwandlung finanziert wird. Außerdem wird monatlich ein Arbeitgeberbeitrag im Rahmen einer Direktzusage gewährt. 2 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Gesellschaft hält aus dem Forderungseinzug für Kunden ein nicht in der Bilanz ausgewiesenes Treuhandvermögen in Höhe von TEUR 393 (i. Vj. TEUR 395), dem Treuhandverbindlichkeiten in gleicher Höhe gegenüberstehen. V. Sonstige Angaben1 Zahl der Mitarbeitenden Im Geschäftsjahr 2022 beschäftigte die Euler Hermes AG durchschnittlich 386 (i. Vj. 392) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 298 (i. Vj. 307) in Vollzeitbeschäftigung und 88 (i. Vj. 85) in Teilzeitbeschäftigung. 2 Organe der Gesellschaft Mitglieder des Vorstands waren im Geschäftsjahr 2022:
Für das Geschäftsjahr 2022 belaufen sich die mittelbar dem Vorstand gewährten Gesamtbezüge auf TEUR 434 (i. Vj. TEUR 648). Die Reduzierung im Vergleich zum Vorjahr ist zurückzuführen auf eine geringere aktienbasierte Vergütung. Die Aufsichtsräte haben Bezüge für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von TEUR 67 (i. Vj. TEUR 83) erhalten. Die Pensionsverpflichtungen für ehemalige Vorstandsmitglieder/Geschäftsführer beziehungsweise deren Hinterbliebene stellen sich wie folgt dar:
3 Abschlussprüferhonorar Die Angaben zum Honorar für den Abschlussprüfer gemäß § 285 Nr. 17 HGB für Leistungen an die Euler Hermes AG sind im Anhang des Konzernabschlusses des Allianz Konzerns enthalten. 4 Gewinnverwendung Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn von TEUR 34.796 eine Dividende von EUR 0,74 je Stückaktie auf TEUR 10.000 Grundkapital auszuschütten. Dies erfordert einen Ausschüttungsbetrag von TEUR 7.400. Der verbleibende Betrag von TEUR 27.396 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. 5 Konzernverhältnisse Mutterunternehmen, das einen Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die Allianz SE, München. Die Euler Hermes AG wird in den Konzernabschluss einbezogen. Der Konzernabschluss ist dort offengelegt und hat befreiende Wirkung.
Hamburg, den 1. März 2023 Euler Hermes Aktiengesellschaft Bogaerts Grimm Schöne Vos BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Euler Hermes Aktiengesellschaft, Hamburg Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Euler Hermes Aktiengesellschaft, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Euler Hermes Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 28 März 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Mathias Röcker, Wirtschaftsprüfer Dennis Schnittger, Wirtschaftsprüfer Ergebnisverwendungsbeschluss für 2022der Euler Hermes AktiengesellschaftAuszug aus der Ordentlichen Hauptversammlung vom 25. April 2023 Anwesend: Frau Louisa Brößkamp als Vertreterin der Aktionärin der Euler Hermes SA Die Hauptversammlung ist als Vollversammlung ohne Beachtung der für die Einberufung der Hauptversammlung und Ankündigung der Tagesordnung vorgeschriebenen Formen und Fristen beschlussfähig. Punkt 2 der Tagesordnung wurde einstimmig beschlossen, den Bilanzgewinn von EUR 34.795.581,-- wie folgt zu verwenden:
Damit ist über den Bilanzgewinn von EUR 34.795.581,-- voll verfügt (§ 174 Abs. 2 AktG).
April 2023 gez. Dr. Gerd-Uwe Baden Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 1. März 2023 festgestellt. |
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