Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 46171
Vorher
Miltenyi Biotec GmbH
Eingetragen
14.8.1989
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
das Halten und die Verwaltung von Vermögen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
André Friedrichs
seit 2.10.2019
Prokura
Michael Teckentrup
seit 2.10.2019
Geschäftsführer
Jacqueline Spitzer
seit 2.10.2019
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Stefan Miltenyi
Franz-Coenen-Straße 6, 51429 Bergisch Gladbach
154.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Miltenyi GmbH

Bergisch Gladbach

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Miltenyi GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Miltenyi GmbH, Bergisch Gladbach, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Miltenyi GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernjahresabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Köln, 24. Juni 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Zwirner, Wirtschaftsprüfer

Ormanns, Wirtschaftsprüfer

Konzernbilanz

Miltenyi GmbH, Bergisch Gladbach

Aktiva

31/12/2023 31/12/2022
Anhang T € T €
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 8.1 73.895 71.162
Sachanlagen 8.2 501.734 398.723
Finanzanlagen 270 270
Nutzungsrechte 8.3 26.211 52.375
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 8.7 11.425 16.073
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 8.8 12 9
Latente Steueransprüche 7.6 18.119 15.584
Summe langfristige Vermögenswerte 631.665 554.196
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 8.4 292.552 217.365
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.5 107.448 113.241
Vertragsvermögenswerte 8.6 3.211 8.468
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 8.7 4.889 3.358
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 8.8 27.938 26.630
Laufende Ertragsteueransprüche 18.450 5.409
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8.9 263.740 71.746
718.229 446.397
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 8.17 3.323 0
Summe kurzfristige Vermögenswerte 721.551 446.397
Summe Aktiva 1.353.216 1.000.593

Passiva

31/12/2023 31/12/2022
Anhang T € T €
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 8.10 154 154
Kapitalrücklage 8.10 241 241
Gewinnrücklagen 383.210 372.255
Kumuliertes übriges Konzernergebnis 8.10 9.405 9.433
Summe Eigenkapital 393.010 382.083
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 8.11 1.701 1.346
Sonstige Rückstellungen 8.12 6.697 6.760
Vertragsverbindlichkeiten 8.6 9.060 15.215
Finanzverbindlichkeiten 8.13 738.917 344.430
Sonstige Verbindlichkeiten 8.16 0 296
Latente Steuerverbindlichkeiten 7.6 20.290 15.326
Summe langfristige Schulden 776.665 383.373
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 8.12 4.578 5.520
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.15 50.710 42.946
Vertragsverbindlichkeiten 8.6 42.863 40.604
Finanzverbindlichkeiten 8.13 24.945 72.825
Sonstige Verbindlichkeiten 8.16 52.468 61.066
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 4.670 12.176
180.234 235.137
Mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten direkt in Verbindung stehenden Schulden 8.17 3.307 0
Summe kurzfristige Schulden 183.541 235.137
Summe Passiva 1.353.216 1.000.593

Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung

Miltenyi GmbH, Bergisch Gladbach

2023 2022 (angepasst) *
Anhang T € T €
Erlöse aus Verträgen mit Kunden 7.1 874.409 868.168
Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 8.4 64.770 16.376
Andere aktivierte Eigenleistungen 11.466 8.974
Betriebsleistung 950.645 893.518
Sonstige betriebliche Erträge 7.2 26.891 47.085
Materialaufwand 137.720 122.186
Personalaufwand 7.3 433.452 377.272
Abschreibungen 8.2/8.3 58.018 51.868
Wertminderungen von kurzfristigen Vermögenswerten 0 1.250
Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste 2.136 710
Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.4 282.803 259.475
Finanzerträge 7.5 5.745 756
Finanzaufwendungen 7.5 24.909 11.060
Periodenergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 44.243 117.538
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 7.6 12.516 38.383
Sonstige Steuern 2.394 2.086
Periodenergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 29.333 77.069
Aufgegebene Geschäftsbereiche
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 8.17 -18.333 -1.676
Periodenergebnis 11.000 75.393

* Positionen um den Anteil des aufgegebenen Geschäftsbereichs angepasst, siehe Anhang 8.17; Darstellung der Zwischensumme "Betriebsleistung" angepasst, um die operative Leistungsfähigkeit zu präzisieren; Gesonderte Darstellung der Position "Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste" zwecks erhöhter Transparenz ergänzt, entsprechender Wert aus "sonstige betriebliche Aufwendungen" angepasst.

Konzerngesamtergebnisrechnung

Miltenyi GmbH, Bergisch Gladbach

2023 2022 * angepasst
Anhang T € T €
Periodenergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 29.333 77.069
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -18.333 -1.676
Periodenergebnis 11.000 75.393
Sonstiges Ergebnis
Beiträge, die nicht in künftigen Perioden ergebniswirksam umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne / (Verluste) 8.10 -46 202
Absicherung von Zahlungsströmen 8.13 0 12
Ertragsteuereffekte 7.6 1 -59
-45 155
Beiträge, die gegebenenfalls in künftigen Perioden ergebniswirksam umgegliedert werden
Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 8.9 -2.656 545
Absicherung von Zahlungsströmen 8.13 3.847 16.978
Ertragsteuereffekte 7.6 -1.219 -5.380
-28 121.43
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -73 12.298
Gesamtergebnis nach Steuern 10.927 87.691

* Positionen um den Anteil des aufgegebenen Geschäftsbereichs angepasst, siehe Anhang 8.17

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung Miltenyi GmbH, Bergisch Gladbach

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
T € T€ T €
Stand 1. Januar 2022 154 241 296.719
Periodenergebnis 0 0 75.393
Sonstiges Ergebnis 0 0 143
davon Änderung beizulegender Zeitwert 0 0 202
davon latente Steuern 0 0 -59
Gesamtergebnis 0 0 75.536
Stand 31. Dezember 2022 154 241 372.255
Stand 1. Januar 2023 154 241 372.255
Periodenergebnis 0 0 11.000
Sonstiges Ergebnis 0 0 -45
davon Änderung beizulegender Zeitwert 0 0 -46
davon latente Steuern 0 0 1
Gesamtergebnis 0 0 10.955
Stand 31. Dezember 2023 154 241 383.210
Kumuliertes übriges Konzernergebnis
Absicherung von Zahlungsströmen Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten Gesamt
T € T € T€
Stand 1. Januar 2022 -4.269 1.547 294.392
Periodenergebnis 0 0 75.393
Sonstiges Ergebnis 11.610 545 12.298
davon Änderung beizulegender Zeitwert 16.990 545 17.737
davon latente Steuern -5.380 0 -5.439
Gesamtergebnis 11.610 545 87.691
Stand 31. Dezember 2022 7.341 2.092 382.083
Stand 1. Januar 2023 7.341 2.092 382.083
Periodenergebnis 0 0 11.000
Sonstiges Ergebnis 2.628 -2.656 -73
davon Änderung beizulegender Zeitwert 3.847 0 3.801
davon latente Steuern -1.219 0 -1.218
Gesamtergebnis 2.628 -2.656 10.927
Stand 31. Dezember 2023 9.968 -564 393.010

Konzernkapitalflussrechnung

Miltenyi GmbH, Bergisch Gladbach

2023 2022
T € T €
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit angepasst *
Periodenergebnis fortgeführter Geschäftsbereich 29.334 77.069
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -18.333 -1.676
Aufwendungen (+) aus Finanz- und Steuerergebnis 38.113 50.064
Aufwendungen (+) aus Sicherungsgeschäften 153 709
Erträge (-) aus Sicherungsgeschäften -4.166 0
Abschreibungen (+) auf Gegenstände des Anlagevermögen 47.147 40.555
Abschreibungsaufwand (+) auf Nutzungsrechte 11.217 11.345
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Rückstellungen -699 926
Gewinn (-) / Verlust (+) aus Anlageabgängen 609 -834
Zunahme (-) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Vertragsvermögenswerte sowie anderer Aktiva -81.172 -60.339
Zunahme (+) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten sowie anderer Passiva 1.241 28.614
Transaktionskosten im Rahmen von Unternehmenserwerbe 538 0
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge (-) / Aufwendungen (+) -11.922 -8.938
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Ertragsteuern 12.060 137.495
Erhaltene (+) Zinsen 1.578 727
Gezahlte (-) Zinsen -17.028 -7.136
Gezahlte (-) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -23.381 -57.824
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -26.771 73.262
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Sachanlagen 9.557 6.647
Auszahlungen (-) für Investitionen in Sachanlagen -120.648 -93.311
Einzahlungen (+) aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten 272 0
Auszahlungen (-) für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -1.751 -690
Auszahlungen (-) aus Unternehmenserwerben abzüglich erworbener Zahlungsmittel -7.871 -9.675
Auszahlungen (-) für Investitionen in Finanzanlagen 0 -2.500
Währungsdifferenzen 5.226 -8.183
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -115.215 -107.712
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 565.000 42.399
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von (Finanz-) Krediten -189.949 -6.058
Gezahlte Transaktionskosten im Rahmen von Darlehensaufnahmen/-anpassungen -3.807 0
Einzahlungen (+) aus Sicherungsgeschäften 4.166 0
Auszahlungen (-) aus Sicherungsgeschäften -29 -573
Zahlungen für den Tilgungsanteil der Leasingverbindlichkeiten -33.165 -10.935
Zahlungen für den Tilgungsanteil sonstiger finanzieller Verbindlichkeiten -5.387 -675
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 336.830 24.158
Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Zwischensummen 1 - 3) 194.844 -10.292
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 71.746 82.038
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelfonds -2.655 0
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 263.935 71.746
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 263.935 71.746
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 263.935 71.746

* Positionen um den Anteil des aufgegebenen Geschäftsbereichs angepasst, siehe Anhang 8.17

Konzernanhang

Miltenyi GmbH, Bergisch Gladbach

1. Allgemeine Informationen

Die Miltenyi GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung und hat ihren Firmensitz in der Friedrich-Ebert-Straße 68 in 51429 Bergisch Gladbach, Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Köln unter HRB 46171 eingetragen.

Die Aktivitäten der Miltenyi GmbH und ihrer Tochtergesellschaften (im Folgenden: "Miltenyi" oder "Konzern") umfassen die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von biologischen Reagenzien und Instrumenten für den Einsatz in der Forschung und in der Therapie von Patienten. Daneben bietet der Konzern ein umfangreiches Produkt- und Dienstleistungsportfolio für die akademische bzw. klinische Forschung rund um Zellseparation, - kultivierung und - analyse an. Auch im Gebiet immuntherapeutischer Anwendungen ist der Konzern tätig.

Der Konzernabschluss der Miltenyi wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards ("IFRS"), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Im Konzernabschluss der Miltenyi werden die am Bilanzstichtag bereits verpflichtend in Kraft getretenen International Financial Reporting Standards angewendet. Zusätzlich werden die gültigen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee / Standing Interpretations Committee (IFRIC / SIC) beachtet.

Der vorliegende Konzernabschluss umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023. Die Geschäftsführung der Miltenyi GmbH hat den Konzernabschluss am 24. Juni 2024 freigegeben.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips und unter Annahme der Going Concern-Prämisse. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend (TEUR) auf- oder abgerundet. Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten auftreten.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich nach der Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss entscheidet der Konzern, ob er die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst. Erwirbt der Konzern ein Unternehmen, beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Designation der finanziellen Vermögenswerte und übernommenen Schulden in Übereinstimmung mit den Vertragsbedingungen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und den zum Erwerbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen.

Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zu dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert neu bewertet und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst. Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Eine als Eigenkapital klassifizierte bedingte Gegenleistung wird nicht neu bewertet und die spätere Erfüllung wird im Eigenkapital erfasst. Eine als Vermögenswert oder Schuld klassifizierte bedingte Gegenleistung in Form eines in den Anwendungsbereich von IFRS 9 Finanzinstrumente fallenden Finanzinstruments wird gemäß IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Alle übrigen bedingten Gegenleistungen, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, werden zu jedem Abschlussstichtag erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gesamtgegenleistung und des Betrags des Anteils ohne beherrschenden Einfluss auf die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden des Konzerns bemessen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des erworbenen Reinvermögens die übertragene Gesamtgegenleistung, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss erwartungsgemäß profitieren werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden. Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurde und ein Geschäftsbereich dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung dieses Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, aufgestellt.

Transaktionen der konsolidierten Gesellschaften in Fremdwährungen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung von zum Stichtagskurs in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden ergebniswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach dem Konzept der funktionalen Währung gemäß IAS 21 "Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse" in die Konzernberichtswährung Euro umgerechnet.

Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Tochtergesellschaften werden im Rahmen der Konsolidierung mit dem Kurs zum Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen geführt. Aufwendungen und Erträge werden zu gewogenen Durchschnittskursen der jeweiligen Periode in Euro umgerechnet. Die Differenzen aus der Umrechnung werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Eine erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Umrechnungsdifferenz wird erst dann ergebniswirksam erfasst, wenn die entsprechende Unternehmenseinheit verkauft oder entkonsolidiert wird.

Die Entwicklung der für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse ist nachfolgend abgebildet:

31.12.2023 31.12.2022 2023 2022
1 EUR in Fremdwährungseinheiten Stichtagskurs Durchschnittskurs
Australien AUD 1,6263 1,5693 1,6286 1,5169
Großbritannien GBP 0,8691 0,8869 0,8698 0,8528
Japan JPY 156,3300 140,6600 151,9673 138,0263
Schweden SEK 11,0960 11,1218 11,4761 10,6301
Schweiz CHF 0,9260 0,9850 0,9719 1,0046
Singapur SGD 1,4591 1,4300 1,4524 1,4510
Südkorea KRW 1.433,6600 1.344,0900 1.412,6802 1.358,2053
USA USD 1,1050 1,0666 1,0816 1,05230
Volksrepublik China CNY 7,8509 7,3582 7,6605 7,0785
Hong Kong HKD 8,6314 8,3163 8,4674 8,2442

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Der Konzern klassifiziert langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Veräußerungskosten sind die zusätzlich anfallenden Kosten, die direkt der Veräußerung eines Vermögenswerts (einer Veräußerungsgruppe) zuzurechnen sind, mit Ausnahme der Finanzierungskosten Kriterien, damit ein Vermögenswert oder eine Veräußerungsgruppe als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird, gelten nur dann als erfüllt, wenn die Veräußerung höchst wahrscheinlich und der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar ist. Aus den für die Durchführung der Veräußerung erforderlichen Maßnahmen sollte hervorgehen, dass es unwahrscheinlich ist, dass wesentliche Änderungen an der Veräußerung vorgenommen werden oder dass die Entscheidung für die Veräußerung rückgängig gemacht wird. Das Management muss beschlossen haben, die geplante Veräußerung durchzuführen, und es muss zu erwarten sein, dass sie innerhalb von einem Jahr ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung erfolgen wird.

Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte Vermögenswerte und Schulden werden in der Bilanz separat als kurzfristige Posten ausgewiesen.

Aufgegebene Geschäftsbereiche sind nicht im Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen enthalten und werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in einem gesonderten Posten als Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen dargestellt.

Weitere Erläuterungen hierzu sind in Anhangangabe 8.17 enthalten. Alle anderen Anhangangaben enthalten Beträge von fortzuführenden Geschäftsbereichen, sofern nichts anderes angegeben ist.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Der Konzern ist im Bereich der Biotechnologie tätig. Das Produktsortiment umfasst Lösungen für die Grundlagenforschung sowie für die biomedizinische und klinische Forschung. Miltenyi entwickelt, produziert und vermarktet Instrumente, Verbrauchsgüter wie Reagenzien und Dienstleistungen für die Zellseparation, Zellanalyse, Zellkultivierung, Molekularbiologie und die klinische Forschung.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Die Erfassung erfolgt in Höhe der Gegenleistung, die der Konzern im Austausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Der Konzern ist zu dem Schluss gekommen, dass er bei seinen Umsatztransaktionen im Wesentlichen als Prinzipal auftritt, da er die Verfügungsgewalt über die Güter oder Dienstleistungen innehat, bevor diese auf den Kunden übergehen.

Die wesentlichen Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen im Zusammenhang mit Erlösen aus Verträgen mit Kunden werden in Abschnitt 3 erläutert.

Leistungsverpflichtungen

Verkauf von Gütern (Katalogbestellungen)

Erlöse aus dem Verkauf von Instrumenten bzw. damit im Zusammenhang stehender Verbrauchsgüter an Kunden werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem die Verfügungsgewalt über den Vermögenswert auf den Kunden übergeht. Dies ist grundsätzlich dann der Fall, wenn die betreffenden Produkte an den Kunden übergeben werden.

Die übliche Zahlungsfrist beträgt 0 bis 120 Tage ab Lieferung.

Servicedienstleistungen

Der Konzern erbringt im Zusammenhang mit der Veräußerung von Instrumenten einen Katalog an Serviceleistungen, wie Wartung, Reparatur oder technische Unterstützung des jeweiligen Instruments, die vom Kunden optional erworben werden können. Die Serviceleistung wird im Bündel gemeinsam mit dem Verkauf des Instruments veräußert. Verträge über den gebündelten Verkauf von Instrumenten und Servicedienstleistungen bestehen aus zwei Leistungsverpflichtungen, da die Zusagen zur Übertragung von Instrumenten und zur Erbringung von Servicedienstleistungen eigenständig abgrenzbar und separat identifizierbar sind. Demzufolge teilt der Konzern den Transaktionspreis auf der Basis der relativen Einzelveräußerungspreise der Instrumente und der Servicedienstleistungen auf. Der Konzern erfasst die Erlöse aus den Serviceleistungen linear über einen bestimmten Zeitraum, da dem Kunden der Nutzen aus der Leistung des Konzerns gleichmäßig zufließt und er diesen Nutzen gleichzeitig verbraucht. Der Zeitraum umfasst dabei die Dauer des Servicevertrags. Hierbei werden in der Regel Vorauszahlungen in voller Höhe zu Beginn des Servicevertrags oder mehrere Teilzahlungen innerhalb des Servicezeitraums individuell vereinbart.

Fertigungsaufträge (Bioindustry )

Der Konzern bietet Kunden auch Dienstleistungen auf dem Gebiet immuntherapeutischer Anwendungen und der dazu benötigten sog. viralen Vektoren an. Diese werden sowohl für interne als auch für externe Zwecke im Rahmen von kundenspezifischen Fertigungsaufträgen (sog. Contract Development and Manufacturing) hergestellt. Zusätzlich zur Herstellung viraler Vektoren werden daneben noch Leistungen der Prozessentwicklung und -anwendung kundenspezifischer Herstellprozesse auf Miltenyi-eigenen Geräteplattformen erbracht. In beiden Fällen sind die vordefinierten Aufgabengebiete eigenständig abgrenzbar, aus denen der Kunde gesondert Nutzen ziehen kann. Die Erfassung der Erlöse aus Fertigungsaufträgen erfolgt über einen bestimmten Zeitraum nach der inputorientierten Methode. Hierbei orientiert sich der Leistungsfortschritt nach dem geleisteten Arbeits- bzw. verbrauchten Materialaufwand im Verhältnis zu dem geschätzten Gesamtaufwand.

Hierbei werden individuelle Zahlungspläne (sog. "Milestones") vereinbart, die in der Regel eine Vorauszahlung bei Abschluss des Vertrags durch den Kunden enthalten. Diese Vorauszahlungen werden in den Vertragsverbindlichkeiten erfasst. Hierzu verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 8.6.

Kooperationsverträge (Bioindustry)

Der Konzern hat Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen, die Forschungs- und Entwicklungsleistungen sowie Lieferverträge der entwickelten Produkte beinhalten. Im Rahmen dieser Kooperationen hat der Konzern Vorauszahlungen sowie weitere Zahlungen auf Basis von Meilensteinen vereinbart.

Die Erlöse aus Verkäufen im Rahmen der Lieferverträge entsprechen dem Verkauf von Gütern und werden zu einem Zeitpunkt erfasst. Die übliche Zahlungsfrist entspricht ebenfalls den Katalogbestellungen.

Die Erlöse aus der Abwicklung der einzelnen Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden über einen Zeitraum erfasst. Diese Tatsache resultiert daraus, dass die Forschungs- und Entwicklungsprojekte kundenspezifisch abgestimmt sind sowie die darauf entfallenden Vorauszahlungen nicht rückerstattbar sind.

Des Weiteren enthalten die Kooperationsverträge auch Lizenzvereinbarungen, bei denen der Konzern Rechte an den jeweiligen Kooperationspartner vergibt.

Bei einer Lizenzerteilung, die als separate Leistungsverpflichtung abgrenzbar ist, ist zwischen dem reinen Nutzungsrecht (right to use) des geistigen Eigentums und dem Zugriffsrecht (Partizipieren an den Veränderungen bzw. Weiterentwicklung) auf das geistige Eigentum (access right) über den gesamten Lizensierungszeitraum zu unterscheiden. Bei einem reinen Nutzungsrecht sind die Umsatzerlöse zu dem Zeitpunkt zu erfassen, in dem der Kunde die Lizenz verwenden und den Nutzen daraus ziehen kann. Bei einem Zugriffsrecht ist die Leistungsverpflichtung über einen bestimmten Zeitraum anhand des Leistungsfortschritts zu bilanzieren. Unabhängig davon, ob eine Lizenz als Nutzungs- oder Zugriffsrecht definiert wird, dürfen für umsatz- oder nutzungsabhängige Lizenzgebühren, die im Austausch für eine Lizenz an geistigem Eigentum zugesagt wurden, Erlöse nur dann erfasst werden, wenn die Leistungsverpflichtung vollständig erfüllt ist.

Lizenzvergaben innerhalb der Lieferverträge im Rahmen von Kooperationen, die als separate Leistungsverpflichtung abgrenzbar sind, sind umsatzabhängig. Erlöse aus solchen Lizenzerteilungen werden erst dann erfasst, wenn die damit zusammenhängende Leistungsverpflichtung vollständig erfüllt ist, d.h. wenn die entsprechenden Umsatzziele realisiert worden und bekannt sind.

Variable Gegenleistung

Enthält die vertragliche Gegenleistung eine variable Komponente, bestimmt der Konzern die Höhe der Gegenleistung, die ihm im Austausch für die Übertragung der Güter auf den Kunden zusteht. Die variable Gegenleistung wird zu Vertragsbeginn geschätzt und darf nur dann in den Transaktionspreis einbezogen werden, wenn es hoch wahrscheinlich ist, dass es bei den erfassten kumulierten Erlösen nicht zu einer signifikanten Stornierung kommt, sobald die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht. In Lieferverträgen sind variable Gegenleistungen in Form von Mengenrabatten vereinbart. Die Mengenrabatte führen zu einer variablen Gegenleistung.

Mengenrabatte

Der Konzern gewährt im Rahmen der Lieferverträge Mengenrabatte, sobald die in der Periode abgenommene Menge an Produkten vertraglich vereinbarte Mengenstufen überschreitet. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Ausführungen unter 3.

Signifikante Finanzierungskomponente

Der Konzern erhält in der Regel kurzfristige Vorauszahlungen von Kunden. In Anwendung der in IFRS 15 vorgesehenen Erleichterungsregelung verzichtet er darauf, die Höhe der zugesagten Gegenleistung um die Auswirkungen einer signifikanten Finanzierungskomponente anzupassen, wenn er bei Vertragsbeginn erwartet, dass die Zeitspanne zwischen der Übertragung des zugesagten Guts oder der zugesagten Dienstleistung auf den Kunden und der Bezahlung dieses Guts oder dieser Dienstleistung durch den Kunden maximal ein Jahr beträgt.

Gütertransportleistungen

Transportleistungen, die vom Konzern als separate Leistungsverpflichtung im Zusammenhang mit dem Verkauf von Produkten erbracht werden, unterliegen den gleichen Erlöszeitpunkten wie die aus dem Verkauf der entsprechenden Produkte. Hierbei tritt der Konzern als Prinzipal auf.

Wenn an der Lieferung von Gütern oder der Erbringung von Dienstleistungen an einen seiner Kunden eine andere Partei beteiligt ist, stellt der Konzern durch Beurteilung der Art seiner Zusage gegenüber dem Kunden fest, ob er in diesen Transaktionen als Prinzipal oder als Agent tätig ist. Der Konzern ist Prinzipal und erfasst Erlöse auf Bruttobasis, wenn er die Verfügungsgewalt über die zugesagten Güter oder Dienstleistungen innehat, bevor er diese auf den Kunden überträgt. Besteht die Funktion des Konzerns hingegen lediglich darin, eine andere Partei mit der Lieferung der Güter oder der Erbringung der Dienstleistungen zu beauftragen, ist er Agent und erfasst Erlöse in Höhe des Nettobetrags, den er für seine Vermittlungsdienste erhält.

Vertragssalden

Vertragsvermögenswerte

Ein Vertragsvermögenswert ist der Anspruch auf den Erhalt einer Gegenleistung im Austausch für Güter oder Dienstleistungen, die auf einen Kunden übertragen wurden. Kommt der Konzern seinen vertraglichen Verpflichtungen durch Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden nach, bevor der Kunde die Gegenleistung entrichtet oder bevor die Zahlung fällig wird, wird ein Vertragsvermögenswert für den bedingten Anspruch auf Gegenleistung erfasst.

Vertragsverbindlichkeiten

Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung des Konzerns, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung erhalten (bzw. noch zu erhalten) hat. Zahlt ein Kunde eine Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Vertragsverbindlichkeit erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird (je nachdem, welches von beidem früher eintritt). Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt.

Rückerstattungsverbindlichkeiten

Eine Rückerstattungsverbindlichkeit ist die Verpflichtung, die vom Kunden erhaltene (oder noch zu erhaltende) Gegenleistung ganz oder teilweise zu erstatten. Sie wird in Höhe des Betrags angesetzt, den der Konzern anhand des jährlichen Bestellvolumens dem Kunden auch tatsächlich erstatten muss. In diesem Zusammenhang wird auf die vorstehend erläuterten Rechnungslegungsmethoden für variable Gegenleistungen und Mengenrabatte verwiesen.

Zinserträge

Bei allen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten sowie den verzinslichen, als zur Veräußerung verfügbar eingestuften finanziellen Vermögenswerten werden Zinserträge anhand des Effektivzinssatzes erfasst; dabei handelt es sich um den Kalkulationszinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Ein- und Auszahlungen über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder gegebenenfalls eine kürzere Periode exakt auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts oder der finanziellen Verbindlichkeit abgezinst werden. Zinserträge werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzerträge ausgewiesen.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden entweder planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, über den die entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, verbucht (Bruttoausweis) oder mit den entsprechenden Aufwendungen saldiert (Nettoausweis). Investitionszuwendungen werden periodisch als Kompensation der zugehörigen Abschreibungen erfasst. Dies erfolgt über die Kürzung der Anschaffungs- und Herstellungskosten (die sogenannte Nettomethode). Weitere Ausführungen dazu in den Angaben 7.2, 7.4, 8.2, sowie 11.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungskosten werden als Aufwand jeweils in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar und die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und der Konzern über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibung und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bilanziert. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Sie erfolgt über den Zeitraum, über den künftiger Nutzen zu erwarten ist. Während der Entwicklungsphase wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines Vermögenswerts zugeordnet werden können, für den ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen, werden als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswerts aktiviert. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden jeweils in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Fremdkapitalkosten sind Zinsen und sonstige Kosten, die einem Unternehmen im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fremdkapital entstehen.

Tatsächliche Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Zur Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern gelten, wo der Konzern tätig ist und ein zu versteuerndes Einkommen erzielt.

Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital verbucht werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Eigenkapital erfasst. Das Management beurteilt regelmäßig einzelne Steuersachverhalte dahingehend, ob in Anbetracht geltender steuerlicher Vorschriften ein Interpretationsspielraum vorhanden ist. Bei Bedarf werden Steuerrückstellungen angesetzt.

Für den Ansatz und die Bewertung sind Schätzungen und Annahmen zu treffen, z. B. ob eine Einschätzung gesondert oder zusammen mit anderen Unsicherheiten vorgenommen wird, ein wahrscheinlicher oder erwarteter Wert für die Unsicherheit herangezogen wird und ob Änderungen im Vergleich zur Vorperiode eingetreten sind. Das Entdeckungsrisiko ist für die Bilanzierung unsicherer Bilanzpositionen unbeachtlich. Die Bilanzierung erfolgt unter der Annahme, dass die Steuerbehörden den fraglichen Sachverhalt untersuchen und ihnen alle relevanten Informationen vorliegen.

Latente Steuern

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12 "Ertragsteuern". Unter Anwendung der Liability-Methode werden auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden in der IFRS-Bilanz und den steuerlichen Wertansätzen sowie temporäre Differenzen aus Konsolidierungsvorgängen und auf wahrscheinlich realisierbare Verlustvorträge latente Steuern gebildet.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme von:

latenten Steuerschulden aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst,

latenten Steuerschulden aus zu versteuernden temporären Differenzen, die in Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Latente Steuern, die sich auf erfolgsneutral erfasste Posten beziehen, werden ebenfalls erfolgsneutral verbucht. Latente Steuern werden dabei entsprechend des ihnen zugrunde liegenden Geschäftsvorfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Die daraus zum Stichtag resultierenden kumulierten Beträge der direkt im Eigenkapital erfassten latenten Steuern sind der Gesamtergebnisrechnung des Konzerns zu entnehmen.

Aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge werden in der Höhe aktiviert, in der das hierfür zu versteuernde Ergebnis zukünftig erwartungsgemäß verfügbar sein wird und es damit hinreichend sicher erscheint, dass die abzugsfähigen temporären Differenzen und Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können.

Ausnahmen bestehen bei:

latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst,

latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden oder kein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Der Berechnung liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren auf den am Bilanzstichtag gültigen oder bereits verabschiedeten Steuersätzen. Die Effekte aus Steuersatzänderungen werden ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie entfallen auf Sachverhalte, die direkt im Eigenkapital zu erfassen sind.

Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt.

Alle entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte haben eine bestimmte Nutzungsdauer und werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert. Die planmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten erfolgt linear über die jeweilige Nutzungsdauer. Liegen Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung vor, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden bei immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende jeder Berichtsperiode überprüft. Die aufgrund von Änderungen der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswerts erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode oder der Abschreibungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Immaterielle Vermögenswerte werden über eine Nutzungsdauer von 3 bis 15 Jahren abgeschrieben.

Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und gegebenenfalls Wertminderungen.

Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten beinhalten Fremdkapitalkosten, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Wartungs- und Instandhaltungskosten werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Die planmäßige Abschreibung erfolgt entsprechend des Nutzungsverlaufs linear. Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn der Grund für eine Wertminderung entfällt.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde:

Nutzungsdauern in Jahren
Gebäude 33
Technische Anlagen 5-15
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-15

Sachanlagen werden entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des angesetzten Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der Vermögenswert ausgebucht wird.

Die Restbuchwerte, die Annahmen in Bezug auf die Restnutzungsdauern und die Angemessenheit der Abschreibungsmethoden der Sachanlagen werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei Bedarf prospektiv angepasst.

Überprüfung der Werthaltigkeit des Anlagevermögens

Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen werden bei konkreten Anhaltspunkten auf Wertminderungen an jedem Abschlussstichtag überprüft. Liegen Anhaltspunkte auf eine Wertminderung vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor.

Falls der erzielbare Betrag der Vermögenswerte niedriger als der Buchwert ist, wird auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts gemäß IAS 36 ist der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert eines Vermögenswerts abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Die Ermittlung erfolgt grundsätzlich für jeden Vermögenswert separat; sofern ein Vermögenswert jedoch keine weitgehend unabhängigen Mittelzuflüsse erzeugt, wird der erzielbare Betrag pro Zahlungsmittel generierender Einheit berechnet.

Entfallen die Gründe einer in Vorjahren erfassten Wertminderung, erfolgt mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts eine entsprechende Zuschreibung, die maximal bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen wird.

Leasingverhältnisse

Der Konzern beurteilt bei Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren.

Konzern als Leasingnehmer

Der Konzern tritt überwiegend als Leasingnehmer auf. Der Konzern erfasst und bewertet alle Leasingverhältnisse (mit Ausnahme von kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist) nach einem einzigen Modell. Er erfasst Verbindlichkeiten zur Leistung von Leasingzahlungen und Nutzungsrechte für das Recht auf Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts.

Nutzungsrechte

Der Konzern erfasst Nutzungsrechte zum Bereitstellungsdatum (d.h. zu dem Zeitpunkt, an dem der zugrunde liegende Leasinggegenstand zur Nutzung bereitsteht). Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet und um jede Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten berichtigt. Die Kosten von Nutzungsrechten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten, die entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie bei der oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich aller etwaigen erhaltenen Leasinganreize. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit und erwarteter Nutzungsdauer der Leasingverhältnisse wie folgt abgeschrieben:

Immobilienflächen (Büro-, Lager, Produktionsflächen): 1 bis 50 Jahre

Technische Anlagen: 2 bis 9 Jahre

Betriebs- und Geschäftsausstattung: 2 bis 7 Jahre

Kraftfahrzeuge: 1 bis 6 Jahre

Software: 5 Jahre

Wenn das Eigentum an dem Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern übergeht oder in den Kosten die Ausübung einer Kaufoption berücksichtigt ist, werden die Abschreibungen anhand der erwarteten Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes ermittelt.

Die Nutzungsrechte werden ebenfalls auf Wertminderung überprüft. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Ausführungen unter "Überprüfung der Werthaltigkeit des Anlagevermögens" im gleichen Abschnitt.

Leasingverbindlichkeiten

Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern die Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen. Die Leasingzahlungen beinhalten feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen) abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind und Beiträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien entrichtet werden müssen. Die Leasingzahlungen umfassen ferner den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn hinreichend sicher ist, dass der Konzern sie auch tatsächlich wahrnehmen wird, und Strafzahlungen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Konzern die Kündigungsoption wahrnehmen wird. Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, werden aufwandswirksam erfasst.

Bei der Berechnung des Barwerts der Leasingzahlungen verwendet der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz zum Bereitstellungsdatum, da der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann. Nach dem Bereitstellungsdatum wird der Betrag der Leasingverbindlichkeiten erhöht, um dem höheren Zinsaufwand Rechnung zu tragen und um die geleisteten Leasingzahlungen verringert. Zudem wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeiten bei Änderungen der Laufzeit, Änderung der Leasingzahlungen oder bei einer Änderung der Beurteilung der Kaufoption für den zugrunde liegenden Vermögenswert neu bewertet.

Die Leasingverbindlichkeiten des Konzerns sind in den verzinslichen Darlehen enthalten. Wir verweisen diesbezüglich auf die Angabe 8.13.

Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt

Der Konzern wendet auf seine kurzfristigen Leasingverträge die Ausnahmeregelung für kurzfristige Leasingverhältnisse, deren Laufzeit ab dem Bereitstellungsdatum maximal zwölf Monate beträgt und die keine Kaufoption enthalten, an. Er wendet außerdem auf Leasingverträge, die als geringwertig eingestuft werden, die Ausnahmeregelung für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde (TEUR 5) liegt, an. Leasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst.

Leasingverhältnisse bei immateriellen Vermögenswerten

Der Konzern hat das Wahlrecht für immaterielle Vermögenswerte in der Hinsicht in Anspruch genommen, dass bei Nutzungsvereinbarungen, die immaterielle Vermögenswerte mit Ausnahme von Lizenzvereinbarungen, die in den Anwendungsbereich von IAS 38 fallen, zum Gegenstand haben, IFRS 16 nicht angewendet wird. Die Leasingzahlungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und beim anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

A. Finanzielle Vermögenswerte

Erstmaliger Ansatz und Bewertung

Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte für die Folgebewertung entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert.

Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte bei der erstmaligen Erfassung hängt von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner finanziellen Vermögenswerte ab.

Damit ein finanzieller Vermögenswert als zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet klassifiziert und bewertet werden kann, führt der Konzern auf der Ebene der einzelnen Finanzinstrumente den so genannten SPPI- (solely payments of principal and interest) und den Geschäftsmodelltest durch.

Käufe oder Verkäufe finanzieller Vermögenswerte, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird (marktübliche Käufe), werden am Handelstag erfasst, d. h. an dem Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist.

Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns umfassen insbesondere Zahlungsmittel, Wertpapiere, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Forderungen und derivative finanzielle Vermögenswerte.

Folgebewertung

Für die Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte in drei Kategorien klassifiziert:

zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente)

erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte mit Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste (Schuldinstrumente)

erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente)

Diese Kategorie hat die größte Bedeutung für den Konzernabschluss. Der Konzern bewertet finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:

Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows zu halten

und

die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Cashflows, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf Wertminderungen zu überprüfen. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, modifiziert oder wertgemindert wird.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte des Konzerns enthalten im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Kautionen sowie debitorische Kreditoren.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente)

Beim erstmaligen Ansatz kann der Konzern unwiderruflich die Wahl treffen, seine Eigenkapitalinstrumente als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente zu klassifizieren, wenn sie die Definition von Eigenkapital nach IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung erfüllen und nicht zu Handelszwecken gehalten werden. Die Klassifizierung erfolgt einzeln für jedes Instrument.

Der Konzern bewertet Schuldinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:

Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht,

und

die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Cashflows, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Bei Schuldinstrumenten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet werden, werden Zinserträge, Neubewertungen von Währungsumrechnungsgewinnen und -verlusten sowie Wertminderungsaufwendungen oder Wertaufholungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und so berechnet wie bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten. Die verbleibenden Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Bei Ausbuchungen wird der im sonstigen Ergebnis erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis erfassten Schuldinstrumente des Konzerns enthalten ausschließlich derivative Finanzinstrumente, die in einer effektiven Sicherungsbeziehung stehen. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Ausführungen unter "Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen" im gleichen Abschnitt.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.

Finanzielle Vermögenswerte mit Cashflows, die nicht ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen, werden unabhängig vom Geschäftsmodell als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und entsprechend bewertet. Ungeachtet der vorstehend erläuterten Kriterien zur Klassifizierung von Schuldinstrumenten in die Kategorien "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" oder "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet" können Schuldinstrumente beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden, wenn dadurch eine Rechnungslegungsanomalie beseitigt oder signifikant verringert würde.

Diese Kategorie umfasst derivative Finanzinstrumente, die nicht in einer Sicherungsbeziehung stehen und börsennotierte Eigenkapitalinstrumente, bei denen sich der Konzern nicht unwiderruflich dafür entschieden hat, sie als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet zu klassifizieren. Dividenden aus börsennotierten Eigenkapitalinstrumenten werden ebenfalls als sonstiger Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn Rechtsanspruch auf Zahlung besteht.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern erfasst bei allen Schuldinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste (expected credit loss - ECL). Erwartete Kreditverluste basieren auf der Differenz zwischen den vertraglichen Cashflows, die vertragsgemäß zu zahlen sind, und der Summe der Cashflows, deren Erhalt der Konzern erwartet, abgezinst mit einem Näherungswert des ursprünglichen Effektivzinssatzes. Die erwarteten Cashflows beinhalten die Cashflows aus dem Verkauf der gehaltenen Sicherheiten oder anderer Kreditbesicherungen, die wesentlicher Bestandteil der Vertragsbedingungen sind.

Erwartete Kreditverluste werden in zwei Schritten erfasst. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Kreditverluste erfasst, die auf einem Ausfallereignis innerhalb der nächsten zwölf Monate beruhen (12-Monats-ECL). Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, hat ein Unternehmen eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste zu erfassen, unabhängig davon, wann das Ausfallereignis eintritt (Gesamtlaufzeit-ECL).

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten wendet der Konzern eine vereinfachte Methode zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste an. Daher verfolgt er Änderungen des Kreditrisikos nicht nach, sondern erfasst stattdessen zu jedem Abschlussstichtag eine Risikovorsorge auf der Basis der Gesamtlaufzeit-ECL. Der Konzern hat eine Wertberichtigungsmatrix erstellt, die auf seiner bisherigen Erfahrung mit Kreditverlusten basiert und um zukunftsbezogene Faktoren, die für die Kreditnehmer und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spezifisch sind, angepasst wurde.

Der Konzern geht bei einem finanziellen Vermögenswert von einem Ausfall aus, wenn interne oder externe Informationen darauf hindeuten, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Konzern die ausstehenden vertraglichen Beträge vollständig erhält, bevor alle von ihm gehaltenen Kreditbesicherungen berücksichtigt werden. Ein Ausfall bei einer Überfälligkeit nach einer bestimmten Anzahl an Tagen indiziert auf Grund der unterschiedlichen länderspezifischen Gegebenheiten noch keinen Ausfall. Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine begründete Erwartung besteht, dass die vertraglichen Cashflows realisiert werden.

B. Finanzielle Verbindlichkeiten

Erstmaliger Ansatz und Bewertung

Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Darlehen, als Verbindlichkeiten oder als Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind, klassifiziert. Sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet, im Fall von Darlehen und Verbindlichkeiten abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, Darlehen einschließlich Kontokorrentkrediten und derivative Finanzinstrumente.

Folgebewertung

Die Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten hängt folgendermaßen von deren Klassifizierung ab:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke des Rückkaufs in der nahen Zukunft eingegangen wurden. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst. Die Einstufung finanzieller Verbindlichkeiten als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet erfolgt zum Zeitpunkt ihrer erstmaligen Erfassung, sofern die Kriterien gemäß IFRS 9 erfüllt sind.

Darlehen

Nach der erstmaligen Erfassung werden verzinsliche Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen mittels der Effektivzinsmethode.

Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung eines Agio oder Disagio bei Akquisition sowie bei Gebühren oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzaufwendungen enthalten.

Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

Die Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt, wenn die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert ausgelaufen sind, also wenn der Vermögenswert realisiert wurde, verfallen ist oder nicht mehr in der Verfügungsmacht des Unternehmens steht. Bei Forderungsausfällen erfolgt die Ausbuchung auf Basis von Einzelfallentscheidungen.

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die ihr zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell anderen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, so wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf aktiven Märkten gehandelt werden, wird durch den am Abschlussstichtag notierten Marktpreis oder den öffentlich notierten Preis (vom Käufer gebotener Geldkurs bei Long-Position und Briefkurs bei Short-Position) ohne Abzug der Transaktionskosten bestimmt.

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf keinem aktiven Markt gehandelt werden, wird unter Anwendung geeigneter Bewertungsverfahren ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören:

die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern,

der Vergleich mit dem aktuellen, beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments,

die Verwendung von Discounted-Cashflow-Methoden und anderer Bewertungsmodelle.

Hierarchie beizulegender Zeitwerte

Der Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung von beizulegenden Zeitwerten von Finanzinstrumenten und für Zwecke der Angaben entsprechend den Bewertungsverfahren:

Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten,

Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind,

Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Basis im Abschluss erfasst werden, bestimmt der Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft.

Für eine Analyse der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten und weitere Einzelheiten dazu, wie Finanzinstrumente zu bewerten sind, wird auf Angabe 8.14 verwiesen.

Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Die derzeit bestehenden Sicherungsbeziehungen werden nach IAS 39 bilanziert.

Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Zinsswaps und Cross-Currency-Swaps zur Absicherung der aus operativen Tätigkeiten sowie Finanztransaktionen resultierenden Zins- und Währungsrisiken. Derivate Finanzinstrumente zu Spekulationszwecken werden weder gehalten noch begeben.

Derivative Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet.

Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die in einer Sicherungsbeziehung in Form eines Cash-Flow-Hedges stehen, werden gemäß den Regelungen des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" erfolgsneutral direkt im Eigenkapital erfasst, sofern die Sicherungsbeziehung effektiv ist. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst, z. B. dann, wenn abgesicherte Finanzerträge oder -aufwendungen erfasst werden. Resultiert eine Absicherung aus dem Ansatz eines nicht-finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht-finanziellen Verbindlichkeit, so werden die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge Teil der Anschaffungskosten im Zugangszeitpunkt des nicht-finanziellen Vermögenswerts bzw. der nicht-finanziellen Verbindlichkeit.

Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion oder der festen Verpflichtung nicht länger gerechnet, werden die zuvor im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne bzw. Verluste in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht.

Wenn das Sicherungsinstrument ausläuft bzw. veräußert, beendet oder ausgeübt wird, oder die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt sind, verbleiben die bislang im sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Gewinne bzw. Verluste so lange im sonstigen Ergebnis, bis die erwartete Transaktion oder feste Verpflichtung das Ergebnis beeinflusst.

Zu Beginn der Absicherung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien des Konzerns im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Die Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion sowie die Art des abgesicherten Risikos und eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts, die sich auf das abgesicherte Risiko zurückführen lassen, ermittelt.

Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während der gesamten Berichtsperiode, für die eine solche Sicherungsbeziehung definiert wurde, hoch wirksam waren.

Derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind, werden in Übereinstimmung mit dem zugrunde liegenden Grundgeschäft klassifiziert. Das derivative Finanzinstrument wird nur dann in einen kurzfristigen und einen langfristigen Teil aufgeteilt, wenn eine verlässliche Zuordnung vorgenommen werden kann.

Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Die Bewertung erfolgt zu Durchschnittskosten. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten. Die Bewertung zum Bilanzstichtag erfolgt zum jeweils niedrigeren Betrag aus den Anschaffungs-/Herstellungskosten einerseits und dem realisierbarem Nettoveräußerungspreis abzüglich noch anfallender Kosten andererseits. Dabei wird grundsätzlich der Nettoveräußerungspreis des Endprodukts zu Grunde gelegt.

Abweichend zum Vorjahr werden im aktuellen Geschäftsjahr bei der Berechnung der aktivierungsfähigen Verwaltungsgemeinkosten auch weitere produktionsbezogene IT-Kosten aktiviert und nicht sofort aufwandswirksam erfasst. Für weitergehende Erläuterungen verweisen wir auf die Angaben in Note 8.4.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Project Unit Credit Method) bewertet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Die Pensionsverpflichtungen werden auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden vollständig erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden dabei sofort in die Gewinnrücklagen eingestellt und auch in den Folgeperioden nicht erfolgswirksam umgegliedert.

Der noch nicht unverfallbare, nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird linear über den durchschnittlichen Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit der Anwartschaften verteilt. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst, wenn Anwartschaften sofort nach Einführung oder Änderung eines Pensionsplans unverfallbar werden.

Der als Vermögenswert oder Schuld aus einem leistungsorientierten Plan zu erfassende Betrag umfasst den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (unter Anwendung eines Diskontierungssatzes auf Grundlage erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen) abzüglich des nicht erfassten, nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands. Für die Ermittlung der Pensionsrückstellung liegen versicherungsmathematische Gutachten vor.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat und diese wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen wird, deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisation so gut wie sicher ist. Wesentliche Rückstellungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden mit dem risikoadäquaten Marktzins abgezinst.

Gewährleistungsrückstellung

Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellungen basiert auf historischen Entwicklungen von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle.

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Abgrenzungen, Vorauszahlungen sowie nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

3. Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe ausgewiesener Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte, Schulden und jeweils zugehörige Angaben sowie auf die Angabe von Eventualverbindlichkeiten auswirken.

Alle Annahmen und Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln. Dennoch können die tatsächlichen Werte in Einzelfällen von den getroffenen Schätzungen und Annahmen abweichen, weshalb diese fortlaufend überprüft werden. Anpassungen bezüglich der für die Rechnungslegung relevanten Schätzungen werden in der Periode der Änderung berücksichtigt, sofern die Änderung nur diese Periode betrifft. Sind von einer Änderung sowohl die Berichtsperiode als auch spätere Perioden betroffen, wird die Änderung in sämtlichen betroffenen Perioden berücksichtigt.

Die Annahmen, Ermessensausübungen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die im folgenden aufgeführten Sachverhalte. Zur Angabe der Buchwerte sowie weiterer Erläuterungen verweisen wir auf die entsprechenden Einzelangaben im Anhang:

Leasingverhältnisse

Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen

Der Konzern bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option ausüben wird, oder der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option nicht ausüben wird.

Der Konzern hat mehrere Leasingverträge abgeschlossen, die Verlängerungs- und Kündigungsoptionen enthalten. Er trifft bei der Beurteilung, ob hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung bzw. zur Kündigung des Leasingverhältnisses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, Ermessensentscheidungen. Das heißt, er zieht alle relevanten Faktoren in Betracht, die für ihn einen wirtschaftlichen Anreiz darstellen, die Verlängerungs- oder die Kündigungsoption auszuüben. Nach dem Bereitstellungsdatum bestimmt der Konzern die Laufzeit des Leasingverhältnisses erneut, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine Änderung von Umständen eintritt, das bzw. die innerhalb seiner Kontrolle liegt und sich darauf auswirkt, ob er die Option zur Verlängerung bzw. zur Kündigung des Leasingverhältnisses ausüben wird oder nicht.

Für Einzelheiten zu den möglichen künftigen Leasingzahlungen für Zeiträume nach dem Ausübungszeitpunkt der Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, die nicht in der Leasinglaufzeit berücksichtigt sind, wird auf Abschnitt 8.3 verwiesen.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Der Konzern trifft die folgenden Ermessensentscheidungen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Bestimmung der Höhe und des Zeitpunkts von Erlösen aus Verträgen mit Kunden haben:

Identifizierung der Leistungsverpflichtungen in Kooperationsverträgen

Der Konzern hat längerfristige Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen, die Forschungs- und Entwicklungsleistungen auch unter Einsatz von eigenem geistigem Eigentum sowie Lieferverträge der entwickelten Produkte beinhaltet. Der Konzern hat festgestellt, dass die in den Verträgen vordefinierten Forschungs- sowie Entwicklungsprogramme eigenständig abgrenzbar sind. Nach Abschluss eines jeweiligen Programms kann der Kunde gesondert einen Nutzen daraus ziehen.

Ermittlung des Leistungsfortschritts bei Kooperationsverträgen

Der Konzern kam zu dem Schluss, dass bei den Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Rahmen der Kooperationsverträge die outputorientierte Methode am besten geeignet ist, um den Fortschritt der Projekte zu ermitteln. Der Konzern hat festgestellt, dass auf Grund der Komplexität der Forschungs- und Entwicklungsprojekte die beste Schätzung (best estimate) zur Messung des Leistungsfortschritts darin liegt, diese über die geplante Zeitschiene, d.h. Zeitverbrauch im Verhältnis zum festgelegten Zeitplan, abzubilden.

Bestimmung der Methode zur Schätzung der variablen Gegenleistung und Beurteilung der Begrenzung

Der Konzern gewährt bestimmten Kunden Mengenrabatte, sobald die in der Periode abgenommene Menge an Produkten vertraglich vereinbarte Rabattstufen überschreitet. Rabatte werden mit den vom Kunden zu zahlenden Beträgen verrechnet oder im Folgejahr in einer Summe ausgezahlt. Dabei werden die Rabatte auf die Bestellmenge eines Geschäftsjahres berechnet. Zur Schätzung der variablen Gegenleistung für die erwarteten zukünftigen Rabatte wendet der Konzern bei Verträgen mit einer einzigen Rabattstufe die Methode des wahrscheinlichsten Betrags und bei Verträgen mit mehreren Rabattstufen die Erwartungswertmethode an. Die Auswahl der Methode, mit der die Höhe der variablen Gegenleistung am verlässlichsten ermittelt werden kann, hängt also in erster Linie von der im Vertrag enthaltenen Anzahl der Rabattstufen ab. Anschließend wendet der Konzern die Regelungen für die Begrenzung der Schätzung variabler Gegenleistungen an und erfasst eine Rückerstattungsverbindlichkeit für die erwarteten zukünftigen Rabatte. Bevor der Konzern variable Gegenleistungen in den Transaktionspreis einbezieht, prüft er, ob der entsprechende Betrag der variablen Gegenleistung einer Begrenzung unterliegt. Ausgehend von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit, Geschäftsprognosen und den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kam der Konzern zu dem Ergebnis, dass die Schätzungen der variablen Gegenleistungen nicht begrenzt sind.

Berücksichtigung einer signifikanten Finanzierungskomponente

Der Konzern erbringt im Zusammenhang mit der Veräußerung von Instrumenten einen Katalog an Serviceleistungen, die optional vom Kunden erworben werden können. Im Rahmen solcher Serviceverträge sind in der Regel Vorauszahlungen vereinbart. Dabei kann die Zeitspanne zwischen dem im Voraus geleisteten Betrag und der Erfüllung der Leistungsverpflichtung über ein Jahr betragen. Der Konzern ist dennoch zu dem Schluss gekommen, dass keine signifikante Finanzierungskomponente in solchen Fällen enthalten ist, da der Zeitpunkt der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen aus den Serviceverträgen im Ermessen des Kunden liegt (Lieferung auf Abruf).

Pensionsleistungen

Die Bilanzierung von Pensionsleistungen erfordert neben der Schätzung eines angemessenen Kapitalisierungszinssatzes auch das Treffen von Annahmen hinsichtlich weiterer versicherungsmathematischer Parameter bzw. der Wahrscheinlichkeiten und Zeitpunkte der Inanspruchnahme. Wir verweisen zu weiteren Details auf Abschnitt 8.11.

Bemessung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten

Sofern die beizulegenden Zeitwerte von angesetzten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nicht mithilfe von notierten Preisen in aktiven Märkten bemessen werden können, werden sie unter Verwendung von Bewertungsverfahren, darunter der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Die in das Modell eingehenden Inputparameter stützen sich soweit möglich auf beobachtbare Marktdaten. Liegen diese nicht vor, gründet sich die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte im hohen Maße auf Ermessensentscheidungen des Managements. Die Ermessensentscheidungen betreffen Inputparameter wie Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Volatilität. Änderungen der getroffenen Annahmen für diese Faktoren können sich auf die angesetzten beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente auswirken. Wir verweisen zu weiteren Details auf die Abschnitte 8.13 und 8.14.

Bewertung von Rückstellungen

Genereller Maßstab für die Bewertung von Rückstellungen ist der zum Zeitpunkt der Bilanzierung bestmöglich geschätzte Betrag (best estimate), der erforderlich wäre, um die bestehende Verpflichtung abzulösen. Daher sind alle Risiken und Unsicherheiten zu berücksichtigen, welche die Schätzung beeinflussen. Wir verweisen zu weiteren Details auf die Abschnitte 8.11 und 8.12.

Vorräte

Vorräte werden grundsätzlich am Bilanzstichtag jeweils zum niedrigeren Betrag aus Anschaffungs-/Herstellungskosten einerseits und realisierbarem Nettoveräußerungspreis abzüglich noch anfallender Kosten andererseits angesetzt. Im Rahmen der Vorratsbewertung werden alle Bestände einzeln auf ihre Werthaltigkeit geprüft. In diesem Prüfungsschritt wird die Absatzfähigkeit der einzelnen Produkte geprüft. Basierend auf Erfahrungswerten und den prognostizierten Umsatzerwartungen der Produkte und Produktgruppen erfolgt eine individuelle Einschätzung der Werthaltigkeit und daraus abgeleitet die Notwendigkeit einer Wertberichtigung der bestehenden Produktbestände. Wir verweisen zu weiteren Details auf Abschnitt 8.4.

Steuern

Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften, Änderungen des Steuerrechts sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Angesichts der großen Bandbreite internationaler Geschäftsbeziehungen und des langfristigen Charakters und der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern. Der Konzern bildet auf der Basis vernünftiger Schätzungen Rückstellungen für mögliche Auswirkungen steuerlicher Außenprüfungen in allen Ländern, wo er tätig ist. Die Höhe solcher Rückstellungen basiert auf verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Erfahrung aus früheren steuerlichen Außenprüfungen und unterschiedlichen Auslegungen der steuerrechtlichen Vorschriften durch das steuerpflichtige Unternehmen und die zuständige Steuerbehörde. Solche unterschiedlichen Auslegungen können sich aus einer Vielzahl verschiedener Sachverhalte ergeben.

Latente Steueransprüche werden für nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge jeweils dann angesetzt, wenn das hierfür zu versteuernde Einkommen voraussichtlich verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessensausübung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Wir verweisen zu weiteren Details auf Abschnitt 7.6.

4. Konsolidierungsgrundsätze und Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss der Miltenyi GmbH sind neben dieser selbst folgende Gesellschaften einbezogen, an denen die Gesellschaft mittelbar oder unmittelbar 100% der Anteile hält.

Sitz/Land
Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG Bergisch Gladbach, DE
Mittelbare Beteiligungen über die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG, DE
Miltenyi Biotec Inc. Gaithersburg, USA
Miltenyi Biotec Ltd. Bisley, GB
Miltenyi Biotec S.A.S. Paris, FR
Miltenyi Biotec srl. Bologna, IT
Miltenyi Biotec S.L. Madrid, ES
Miltenyi Biotec B.V. Leiden, NL
Miltenyi Biotec Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur, SG
AmCell Corp. Gaithersburg, USA
Miltenyi Biotec Swiss AG Adliswil, CH
Miltenyi Biotec Norden AB Lund, SE
Miltenyi Biotec Korea Co. Ltd. Seoul, KR
Miltenyi Biotec Technology & Trading (Shanghai) Co. Ltd. Shanghai, CN
Miltenyi Biotec Technology Inc. Gaithersburg, USA
Lentigen Technology Inc. Gaithersburg, USA
Miltenyi Biotec North America Inc. Gaithersburg, USA
Miltenyi Biomedicine GmbH * Bergisch Gladbach, DE
Miltenyi Biotec Hong Kong Ltd. New Territories, HK
Cubonic GmbH Pulheim, DE
lino Biotech AG Adliswil, CH
Mittelbare Beteiligungen über die Miltenyi Biotec Asia Pacific Pte. Ltd., Singapur
Miltenyi Biotec Australia Pty. Sydney, AUS
Miltenyi Biotec K.K. Tokio, JP
Mittelbare Beteiligung über die Lentigen Technology Inc., USA
Living Pharma Inc. Gaithersburg, USA
Mittelbare Beteiligung über die Miltenyi Biomedicine GmbH, DE
Miltenyi Biomedicine Inc. Gaithersburg, USA

* Die Gesellschaft nimmt die Erleichterungen nach Maßgabe des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch

Die oberste Konzernspitze bildet Stefan Miltenyi als natürliche Person, der die Miltenyi GmbH beherrscht, die den Konzernabschluss erstellt und veröffentlicht.

Die konzernangehörigen Gesellschaften LaVision BioTec GmbH, Bielefeld, sowie Miltenyi Imaging GmbH, Radolfzell, wurden jeweils zum 1. September 2023 (Tag der Eintragung in das Handelsregister) auf die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG, Bergisch Gladbach, verschmolzen. Die Verschmelzungen erfolgten steuerlich rückwirkend zum 1. Januar 2023 zum Buchwert. Der übernehmende Rechtsträger, die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG, war zuvor Alleingesellschafterin der beiden übertragenden Gesellschaften (Aufwärtsverschmelzung) und gewährte keinerlei Gegenleistung für die Vermögensübertragungen.

Die konzernangehörigen Gesellschaften Owl Biomedical Inc., Santa Barbara, CA, USA, und Qi Biotech Inc., Raleigh, NC, USA, wurden jeweils zum 31. Dezember 2023 auf die Miltenyi Biotec Inc., Gaithersburg, MD, USA, verschmolzen. Im Fall der Owl Biomedical Inc. ist die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG sowohl Alleingesellschafterin der übertragenden Gesellschaft, Owl Biomedical Inc., als auch der aufnehmenden Gesellschaft, Miltenyi Biotec Inc. (Seitwärtsverschmelzung). Im Fall der der Qi Biotech Inc. war die übernehmende Gesellschaft, Miltenyi Biotec Inc., zuvor Alleingesellschafterin der übertragenden Gesellschaft, Qi Biotech Inc. (Aufwärtsverschmelzung). In beiden Fällen wurde daher keine Gegenleistung für die Vermögensübertragung gewährt.

Im Dezember 2023 hat die Geschäftsleitung der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG die Entscheidung getroffen, die hundertprozentige Beteiligung der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG an der Tochtergesellschaft Cubonic GmbH, Pulheim, zu veräußern. Die Cubonic GmbH wurde daher zum 31. Dezember 2023 als Veräußerungsgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, und als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Weitere Ausführungen dazu in den Angabe 8.17.

Alle wesentlichen Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d.h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Kontrolle erlangt, vollkonsolidiert. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Kontrolle durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.

An der Gesellschaft zell-Kontakt GmbH, Nörten-Hardenberg, hält die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG 50 % der Anteile. Für diese Gesellschaft wird auf die Anwendung der Equity Methode aufgrund der unwesentlichen Bedeutung für den Konzern verzichtet. Die Anteile werden stattdessen vereinfachend zu ihren Anschaffungskosten gemindert um etwaige Wertberichtigungen bilanziert.

Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Rechnungslegungsmethoden für die gleiche Berichtsperiode aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Alle konzerninternen Salden, Geschäftsvorfälle, unrealisierten Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen und Dividenden werden in voller Höhe eliminiert.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Im Rahmen der Kaufpreisallokation werden die übernommenen Vermögenswerte und Schulden sowie bestimmte Eventualschulden mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein verbleibender positiver Unterschiedsbetrag der Anschaffungskosten der Beteiligung über die anteiligen Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Der auf die nicht beherrschenden Anteile entfallende Geschäfts- oder Firmenwert wird gemäß IFRS 3 von Fall zu Fall aktiviert. Nach erneuter Überprüfung verbleibende negative Unterschiedsbeträge werden sofort erfolgswirksam aufgelöst. Anschaffungsnebenkosten werden als Aufwand erfasst. Eine vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Eine als Vermögenswert oder Schuld klassifizierte bedingte Gegenleistung in Form eines in den Anwendungsbereich von IFRS 9 Finanzinstrumente fallenden Finanzinstruments wird gemäß IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Alle übrigen bedingten Gegenleistungen, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, werden zu jedem Abschlussstichtag erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die aufgedeckten Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt. Bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen.

Bei den Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

5. Änderungen der Rechnungslegungsmethoden

Veröffentlichte, von der EU übernommene und im Geschäftsjahr erstmals angewendete Standards und Interpretationen

Das IASB hat geänderte IFRS-Standards und -Interpretationen herausgegeben, die im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals verpflichtend anzuwenden waren.

Aus der Anwendung der folgenden geänderten Standards und Interpretationen ergaben sich keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss:

Veröffentlichung
Bezeichnung Anhang durch den IASB Im EU- Amtsblatt Zeitlicher Anwendungsbereich in der EU
IFRS 17: Versicherungsverträge inkl. nachträglicher Änderungen an IFRS 17 - 18.05.2017 23.11.2021 1.1.2023
25.06.2020
Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - 12.02.2021 03.03.2022 1.1.2023
Änderungen an IAS 8: Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen - 12.02.2021 03.03.2022 1.1.2023
Änderungen an IAS 12: Latente Steuern, die aus einer einzigen Transaktion entstehen - 07.05.2021 12.08.2022 1.1.2023
Änderungen an IFRS 17: Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen - 09.12.2021 09.09.2022 1.1.2023
Änderungen an IAS 12: Internationale Steuerreform - Säule 2 Modellregeln 7.6 23.05.2023 09.11.2023 1.1.2023

Veröffentlichte, noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen

Das IASB hat geänderte Standards und Interpretationen bis zum Zeitpunkt der Freigabe zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses bekanntgemacht, die jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Der Konzern beabsichtigt, diese Standards bzw. Interpretationen ab dem Zeitpunkt ihres Inkrafttretens und nicht vorzeitig anzuwenden.

Verlautbarung Titel Anwendungspflicht für Miltenyi Änderungen
In EU-Recht übernommene IFRS
Änderungen an IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz oder langfristig 01.01.2024 Klarstellung, dass sich die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- und langfristig nach den Rechten richtet, die am Ende der Berichtsperiode bestehen. Die Änderung stellt zudem die Definition der Erfüllung ("settlement") einer Verbindlichkeit klar.
Änderungen an IAS 1 Langfristige Verbindlichkeiten mit Kreditbedingungen 01.01.2024 Die Änderungen stellen klar, dass Bedingungen in Darlehensvereinbarungen, die ein Unternehmen erst nach dem Abschlussstichtag einhalten muss, keine Auswirkung auf die Klassifizierung einer Schuld am Abschluss-Stichtag als kurz- oder langfristig haben. Hingegen haben Bedingungen, die ein Unternehmen am oder vor dem Abschlussstichtag einzuhalten hat, Auswirkungen auf die Klassifizierung.
Änderung an IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten bei Sale and Leaseback Transaktionen 01.01.2024 Die Änderungen regeln, dass ein Verkäufer Leasing-nehmer Leasingverbindlichkeiten aus einer Sale-and-Leaseback-Transaktion so zu bewerten hat, dass er keinen Gewinn oder Verlust aus dem zurückbehaltenen Nutzungsrecht erfasst. Die Vorschriften für die Erstbewertung des angesetzten Nutzungsrechts am Vermögenswert sind nicht geändert worden. Hingegen regelt die Änderung zur Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit, dass auch variable Leasing-Zahlungen, die nicht auf einem Index oder Zinssatz basieren, bei der initialen Bewertung der Leasingverbindlichkeit aus einer Sale-and-Leaseback-Transaktion zu berücksichtigen sind.
Änderungen an IAS 7 und IFRS 7 Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen 01.01.2024 Die Änderungen regeln zusätzliche Angabepflichten im Zusammenhang mit Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen (Reverse-Factoring-Vereinbarungen) und zielen darauf ab, die Transparenz solcher Vereinbarungen und deren Auswirkungen auf die Verbindlichkeiten Cashflows und das Liquiditätsrisiko im Abschluss eines Unternehmens zu erhöhen. Darüber hinaus enthalten die Änderungen Klarstellungen in Bezug auf die Merkmale von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen.
Noch nicht in EU-Recht übernommene IFRS
Änderungen an IAS 21 Mangel an Umtauschbarkeit 01.01.2025 Hintergrund der Änderungen sind Unterschiede in der Bilanzierungspraxis in Bezug auf die Abbildung eines Mangels an Umtauschbarkeit. Die Änderungen regeln, welcher Wechselkurs zu verwenden ist, wenn der Stichtagskurs nicht beobachtbar ist, und schließen damit eine Regelungslücke in IAS 21.
IFRS 18 Darstellung und Angaben im Abschluss 01.01.2027 IFRS 18 enthält neue grundlegende Vorgaben zur Darstellung des Abschlusses sowie zu den Anhangangaben. Vorrangige Ziele des IASB sind die Verbesserung der Darstellung von Informationen insbesondere zur finanziellen Leistungsfähigkeit von Unternehmen in den primären Abschlussbestandteilen und im Anhang sowie die Erhöhung von Transparenz und Vergleichbarkeit von Abschlüssen. Dies soll Investoren bessere Entscheidungen ermöglichen und so zur Effizienz und Widerstandskraft von Kapitalmärkten beitragen.

Die Auswirkungen des im April 2024 verabschiedeten IFRS 18 Standards auf die Darstellung des Abschlusses werden zur Zeit untersucht.

Aus den übrigen verabschiedeten Standards und Interpretationen wird kein bzw. kein wesentlicher Einfluss auf den Konzernabschluss erwartet.

6. Unternehmenszusammenschlüsse

Erwerb der lino Biotech AG, Schweiz

Mit Geschäftsanteilskaufvertrag vom 22. Februar 2023 hat die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG mit wirtschaftlicher Wirkung (closing date) zum gleichen Datum sämtliche Anteile an der lino Biotech AG, Schweiz, erworben. Die lino Biotech AG (im Folgenden: lino) entwickelt und vertreibt Produkte und Dienstleistungen für die Analyse molekularer Wechselwirkungen mit einer auf optischen Messprinzipien basierenden Nachweismethode.

Ziel und Hauptmotivation des Anteilserwerbs ist der Zugriff auf die Molographie-Technologie, eine markierungsfreie Biosensor-Plattform für die direkte Abbildung biomolekularer Interaktionen in lebenden Zellen. Die Molographie ermöglicht es, molekulare Interaktionen auf robuste und empfindliche Weise zu messen und bietet gleichzeitig Informationen für zellbasierte Untersuchungen. Diese Technologie wird in Kombination mit den Forschungsinstrumenten der bestehenden Mikroskopie-Plattform des Konzerns zu einer wesentlichen Erweiterung der Produktpalette führen.

Die gesamten Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs (beizulegender Zeitwert der übertragenen Gegenleistung) belaufen sich auf TEUR 8.732, die dem festen vertraglichen Kaufpreis sämtlicher Anteile an der lino entsprechen. Von dem gesamten Kaufpreis ist ein Betrag von TEUR 7.609 sofort und ein Betrag in Höhe von TEUR 1.123 spätestens 18 Monate nach dem wirtschaftlichen Übergang (closing date) fällig.

Erworbene Vermögenswerte und übernommene Schulden

Die folgenden Angaben zeigen die vorläufige Kaufpreisallokation zum Erwerbszeitpunkt erfasster vorläufiger Werte der Hauptgruppen erworbener Vermögenswerte und übernommener Verbindlichkeiten:

Vorläufige beizulegende Zeitwerte
Vermögenswerte T €
Technologiebasierter immaterieller Vermögenswert 10.322
Sachanlagen 21
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 167
Sonstige Vermögenswerte 200
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 277
Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 100
Vertragsverbindlichkeiten 8
Sonstige Verbindlichkeiten 118
Latente Steuerverbindlichkeiten 2.028
Summe des identifizierbaren Nettovermögens zum vorläufigen beizulegenden Zeitwert 8.732
Übertragene Gegenleistung 8.732

Die erworbene Molographie-Technologie führt im Rahmen der Kaufpreisverteilung zu einem technologiebasierten immateriellen Vermögenswert, der den Kaufpreis vollständig abdeckt.

Zu erwartende Synergieeffekte mit unseren Forschungsinstrumenten aus der Mikroskopie Plattform, insbesondere in der Messung und Analyse von molekularen Wechselwirkungen, führen im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisverteilung zu keinem weiteren Vermögenswert.

Transaktionskosten in Höhe von TEUR 538 wurden als Aufwand erfasst und als sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen.

Die lino hat seit dem Erwerbszeitpunkt keinen Umsatzbeitrag im Konzern geleistet und einen Fehlbetrag i.H.v. TEUR 3.192 zum Periodenergebnis vor Steuern beigetragen.

Hätte der Unternehmenszusammenschluss zum Jahresbeginn 2023 stattgefunden, wären die Umsatzerlöse des Konzerns unverändert geblieben und das Periodenergebnis vor Steuern hätte sich auf TEUR 22.315 belaufen.

Unternehmenserwerbe aus dem Vorjahr

Im Vorjahr gab es einen Unternehmenserwerb, der für den Konzern von untergeordneter Bedeutung ist.

Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 9. November 2022 hat die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG sämtliche Anteile an der Cubonic GmbH, Pulheim (vormals: Aachen), zu einem Kaufpreis von TEUR 28 erworben. Die Cubonic GmbH ist eine Vorratsgesellschaft und hat mit wirtschaftlicher Wirkung zum 22. November 2022 im Rahmen eines Asset Deals den Geschäftsbetrieb der MOOVE GmbH, Aachen, übernommen. Mit der Übernahme des Geschäftsbetriebs sind auch die bestehenden Arbeitsverhältnisse auf die Cubonic GmbH übergegangen. Es handelt sich um einen Unternehmenserwerb. Der Kaufpreis zur Übernahme der Vermögensgegenstände der MOOVE GmbH beträgt TEUR 463 und wird ausschließlich dem Sachanlagevermögen zugeordnet. Auf Grund der untergeordneten Bedeutung für den Konzern wird auf weitere Angaben für einen Unternehmenserwerb verzichtet. Die MOOVE GmbH hat am 19. Oktober 2022 wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung Insolvenz angemeldet. Bis zur Insolvenzeröffnung am 21. November 2022 hielt die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG eine Minderheitsbeteiligung i.H.v. 42,6 % (Vorjahr: 44,1 %) an der MOOVE GmbH.

7. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

7.1 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Hinsichtlich der Beschreibung der Leistungsverpflichtungen verweisen wir auf die Angaben unter Abschnitt 2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Diese Leistungsverpflichtungen werden in drei Applikationen, nämlich im Forschungsbereich (Research), im klinischen Bereich (Clinical) sowie im Bereich der Fertigungs- und Kooperationsverträge (Bioindustry) erbracht.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Erlöse, die der Konzern aus Verträgen mit Kunden erzielt hat:

In TEUR Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023
Applikationen Europa Nordamerika Asien/Pazifik Restliche Welt Summe
Research 120.940 145.145 52.238 5.483 323.806
Clinical 101.542 296.284 48.997 7.406 454.229
Bioindustry 13.921 82.453 0 0 96.374
Summe der Erlöse aus Verträgen mit Kunden 236.403 523.882 101.235 12.889 874.409
Zeitpunkt der Erlöserfassung Europa Nordamerika Asien/Pazifik Restliche Welt Summe
Zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasste Erlöse 204.926 414.477 97.576 12.583 729.562
Über einen bestimmten Zeitraum erfasste Erlöse 31.477 109.405 3.660 305 144.847
Summe der Erlöse aus Verträgen mit Kunden 236.403 523.882 101.236 12.888 874.409
In TEUR Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022
Applikationen Europa Nordamerika Asien/Pazifik Restliche Welt Summe
Research 114.811 155.603 54.615 6.768 331.797
Clinical 85.397 276.804 59.443 7.837 429.481
Bioindustry 8.900 97.990 0 0 106.890
Summe der Erlöse aus Verträgen mit Kunden 209.108 530.397 114.058 14.605 868.168
Zeitpunkt der Erlöserfassung Europa Nordamerika Asien/Pazifik Restliche Welt Summe
Zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasste Erlöse 186.461 409.133 110.726 14.327 720.647
Über einen bestimmten Zeitraum erfasste Erlöse 22.647 121.264 3.332 278 147.521
Summe der Erlöse aus Verträgen mit Kunden 209.108 530.397 114.058 14.605 868.168

7.2 Sonstige betriebliche Erträge

2023 2022 *
T € T €
Erträge aus Kursgewinnen 13.832 25.421
Zuwendungen der öffentlichen Hand 6.094 7.719
Periodenfremde Erträge 1.573 575
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 742 1.402
Erträge aus Versicherungsentschädigungen 33 10.065
Übrige 4.617 1.904
Sonstige Erträge Gesamt 26.891 47.085

* angepasst, siehe Anhang 8.17

Die hohen Kursgewinne aus dem Vorjahr resultieren im Wesentlichen aus den signifikanten Kursschwankungen im Laufe des Vorjahres in Folge der russischen Invasion in die Ukraine. Im laufenden Geschäftsjahr hat sich das Kursniveau wieder stabilisiert, so dass das Volumen an Kursgewinnen sich deutlich gegenüber dem Vorjahr reduziert hat.

Die Erträge aus Versicherungsentschädigungen des Vorjahres beinhalteten im Wesentlichen eine Versicherungsleistung zum Ausgleich der finanziellen Schäden in Folge des in 2020 erfolgten Cyberangriffs auf die IT-Infrastruktur der Gesellschaft. Eine vergleichbare Entschädigung ist im laufenden Geschäftsjahr nicht erfolgt.

Die Zuwendungen der öffentlichen Hand werden für Forschungszwecke gewährt. Diese enthalten in diesem Geschäftsjahr im Wesentlichen steuerliche Forschungszulagen. Im Vorjahr beinhalteten die Zuwendungen im Wesentlichen Förderungen des Landes NRW für Forschungen im Zusammenhang mit der Diagnostik des Coronavirus (SARS-COV-2).

7.3 Personalaufwand

2023 2022 *
T € T €
Löhne und Gehälter 358.554 312.896
Sozialversicherungsbeiträge 63.989 52.398
Aufwendungen für Altersversorgung 10.909 11.978
Personalaufwand Gesamt 433.452 377.272

* angepasst, siehe Anhang 8.17

Die Anzahl der Mitarbeiter im Durchschnitt des Geschäftsjahres gestaltet sich wie folgt:

2023 2022
Anzahl Anzahl
Angestellte 4.320 3.953
Arbeiter 285 249
Gesamt 4.605 4.202

Von der durchschnittlichen Anzahl an Mitarbeitern entfallen 81 (Vorjahr: 88) auf den aufgegebenen Geschäftsbereich.

Zusätzlich werden insgesamt 123 Studenten, Aushilfskräfte und Auszubildende (Vorjahr: 107) im Konzern beschäftigt.

7.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen

2023 2022 *
T € T €
Bezogene Leistungen, Datentechnik und Organisation 58.410 54.351
Ausgangsfrachten 28.637 33.113
Kursverluste 23.362 14.294
Bezogene Leistungen klinische Studien 23.219 19.512
Reisekosten und Bewirtung 19.771 16.584
Rechts- und Beratungskosten 17.331 14.304
Instandhaltung, Reinigung Entsorgung, Bewachung 16.841 15.412
Haus- und Grundstücksaufwendungen 14.307 12.389
Sonstige personalbezogene Aufwendungen 11.696 12.264
Werbung, Repräsentation 11.607 9.225
Labor- und Betriebsbedarf 11.290 12.363
Beiträge, Versicherung, Post, Bürobedarf 10.486 9.193
Leasingaufwendungen 7.850 6.790
Aufwendungen aus Arbeitnehmerüberlassungen 7.481 7.891
Forschungsaufwendungen 4.902 5.468
Vertriebsaufwendungen 4.259 3.769
Aufwendungen für Geld- und Kapitalverkehr 3.381 2.971
Mieten und Pachten 3.264 3.595
Übrige 4.710 5.987
Sonstige betriebliche Aufwendungen Gesamt 282.803 259.475

* angepasst, siehe Anhang 8.17; Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste aus Position "Übrige" gekürzt

Die Schwankungen in den Kursverlusten sind im Wesentlichen noch immer die Folgen der russischen Invasion in die Ukraine im Vorjahr.

Die Position "Bezogene Leistungen klinische Studien" beinhaltet Aufwendungen aus bezogenen Leistungen im Zusammenhang mit den klinischen Studien, die eine Marktzulassung im Bereich der Immuntherapien zum Ziel haben.

Die Position "Haus- und Grundstücksaufwendungen" enthält u.a. die Aufwendungen für Energie. Diese Aufwendungen sind im Geschäftsjahr um die Zuschüsse des Bundes aus der Strom- und Gaspreisbremse i.H.v. insgesamt TEUR 3.576 gekürzt worden. Bei den Zuwendungen der öffentlichen Hand handelt es sich um die Entlastungen nach den Preisbremsengesetzen, die im Geschäftsjahr als Kompensation für die signifikant angestiegenen Kosten für Energie in Deutschland und Europa in Folge des völkerrechtlichen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine vom Bund gewährt wurden.

Im Geschäftsjahr 2023 betragen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Konzern insgesamt TEUR 189.949.

7.5 Finanzergebnis

2023 2022
T € T €
Zinsen aus derivativen Finanzinstrumenten 4.166 490
Übrige 1.579 266
Finanzerträge 5.745 756
Kreditzinsen 23.337 5.393
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Beteiligungen und Darlehensforderungen 0 2.500
Zinsen aus Leasingverhältnissen 1.088 968
Zinsen aus derivativen Finanzinstrumenten 153 709
Übrige 331 1.490
Finanzaufwendungen 24.909 11.060
Finanzergebnis 19.164 10.304

Der signifikante Anstieg der Kreditzinsen resultiert aus dem höheren Finanzierungsbedarf gegenüber dem Vorjahr, den erhöhten Finanzierungskosten aus der neu abgeschlossenen Finanzierung sowie dem allgemeinen Anstieg der variablen kurzfristigen Zinssätze im laufenden Geschäftsjahr.

7.6 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

2023 2022
T€ T€
Aufwand aus laufenden Ertragsteuern 13.481 42.146
davon Ertrag für Vorjahre -6.867 -2.448
Aufwand (Ertrag) aus latenten Steuern -965 -3.763
davon Aufwand (Ertrag) für Vorjahre 4.344 830
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 12.516 38.383

Die Veränderungen der direkt im Eigenkapital erfassten Transaktionen und der darauf entfallenden latenten Steuern sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

2023 vor Steuern Steuern nach Steuern
T € T € T €
Absicherung von Zahlungsströmen 3.847 -1.219 2.628
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten -2.656 0 -2.656
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste -46 1 -45
Gesamt 1.145 -1.218 -73
2022 vor Steuern Steuern nach Steuern
T € T € T €
Absicherung von Zahlungsströmen 16.990 -5.380 11.610
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten 545 0 545
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 202 -59 143
Gesamt 17.737 -5.439 12.298

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt auf Basis der in den jeweiligen Ländern gültigen Steuersätze. Sie liegen in der Bandbreite von 15,3 % und 34,0 % (VJ: 8,3% und 34,0%).

Die Steuerlatenzen sind folgenden Bilanzposten zuzuordnen:

31.12.2023 31.12.2022
Aktiv Passiv Aktiv Passiv
T€ T€ T€ T€
Immaterielle Vermögenswerte 1.249 20.402 1.194 23.649
Sachanlagen 5.836 27.945 5.171 26.948
Vorräte 15.812 9.751 10.651 6.009
Forderungen, sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte 5.068 4.771 1.798 5.363
Pensionsrückstellungen 100 2.592 68 1.756
Steuerrückstellungen 4 0 2 0
Sonstige Rückstellungen 2.577 78 4.121 0
Verbindlichkeiten 12.329 419 20.637 1.839
Latente Steuern 42.975 65.958 43.642 65.564
Verlustvorträge 14.718 0 13.342 0
Steuerguthaben 6.102 0 8.837 0
Gesamt 63.795 65.958 65.820 65.564
Saldierungen -45.462 -45.462 -50.237 -50.237
Bilanzansatz 18.333 20.496 15.584 15.327
Fortzuführende Geschäftsbereiche 18.119 20.290 15.584 15.327
Aufgegebene Geschäftsbereiche 214 206 0 0

Überleitung der latenten Steuern, netto

2023 2022
T € T €
Stand 01. Januar 257 1.863
In der Berichtsperiode aufwandswirksam erfasster Steueraufwand / Steuerertrag 965 3.763
In der Berichtsperiode erfolgsneutral erfasste Veränderung der latenten Steuern -2.028 0
In der Berichtsperiode im sonstigen Ergebnis erfasster Steuerertrag / Steueraufwand -1.219 -5.439
Aufgegebener Geschäftsbereich 0 0
Währungseffekte -138 70
Stand 31. Dezember -2.163 257

Zum 31. Dezember 2023 bestehen steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 87.650 (Vorjahr: TEUR 63.495). Aktive latente Steuern wurden für alle Verlustvorträge, mit Ausnahme der Verlustvorträge der Miltenyi Biotec Technology Inc. in Höhe von TEUR 3.899 (Vorjahr: TEUR 3.086) sowie der Cubonic GmbH mit TEUR 21.648 (Vorjahr TEUR 3.352) gebildet. Auf der Basis von steuerlichen Planungsrechnungen der betroffenen Gesellschaften gehen wir davon aus, dass wir die Verlustvorträge, für die latente Steuern gebildet wurden, aufgrund entsprechend hoher Einkommen in Zukunft nutzen können.

Gemäß IAS 12 sind latente Steuern auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital einer Tochtergesellschaft und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaft in der Steuerbilanz der Muttergesellschaft zu bilden, wenn mit der Realisierung zu rechnen ist (Outside Basis Differences). Im Konzernabschluss wurden in diesem Zusammenhang für Outside-Basis-Differenzen in Höhe von TEUR 263.405 (Vorjahr: TEUR 286.632) keine latenten Steuern gebildet, da die Miltenyi für diese Beteiligungen den zeitlichen Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen steuern kann und sich diese temporären Differenzen wahrscheinlich künftig nicht umkehren werden. Im Falle einer Veräußerung wären auf die zu versteuernden temporären Differenzen in Höhe von TEUR 13.170 (5% von TEUR 263.405) passive latente Steuern zu bilden.

Eine Ausschüttung von Dividenden durch Miltenyi an Anteilseigner wurde nicht vorgenommen, so dass daraus keine ertragsteuerlichen Konsequenzen resultieren.

In Deutschland wurde mit dem "Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung und weiterer Begleitmaßnahmen") eine gesetzliche Regelung zur Sicherstellung einer globalen Mindestbesteuerung ("Mindeststeuergesetz", sog. OECD Pillar-II) erlassen. Auch in anderen Ländern, in denen die Miltenyi tätig ist, insbesondere in der Europäischen Union, sind entsprechende Gesetze zur globalen Mindestbesteuerung entweder bereits erlassen worden oder befinden sich in der Umsetzung.

Miltenyi fällt erst ab dem Geschäftsjahr 2024 in den Anwendungsbereich des Mindeststeuergesetzes, weshalb sich zum Berichtsstichtag kein tatsächlicher Steueraufwand nach diesem Gesetz ergab. Der Konzern nimmt ferner die Ausnahmeregelung des IAS 12.4A in Anspruch, nach der keine latenten Steuern im Zusammenhang mit der globalen Mindestbesteuerung gebildet werden müssen.

Es wird in Zukunft mit einer unwesentlichen steuerlichen Mehrbelastung gerechnet.

Die Überleitung zwischen dem erwarteten Steueraufwand und dem tatsächlichen Steueraufwand zeigt die nachfolgende Übersicht. Es wurde der Steuersatz des Mutterunternehmens für die Berechnung herangezogen. Veränderung des Steuersatzes ergeben sich aufgrund von Änderungen des Gewerbesteuersatzes.

2023 2022 *
T € T €
Periodenergebnis vor Ertragsteuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 41.849 115.452
Ergebnis vor Ertragsteuern aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich -18.341 -1.676
Periodenergebnis vor Ertragsteuern 23.508 113.776
Konzernsteuersatz 31,65% 31,69%
Erwarteter Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr 7.440 36.047
Auswirkungen auf Grund der nicht bzw. nur teilweise durchgeführten Ergebniszurechnung zwischen der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG und der Miltenyi GmbH 1.490 493
Auswirkungen wegen abweichender Steuersätze 1.620 424
Auswirkung wegen progressiver Steuersätze und Freibeträgen 1.376 -162
Auswirkungen von nicht abziehbaren Betriebsausgaben 4.118 6.781
Auswirkungen wegen steuerfreier Erträge -3.726 -4.835
Auswirkungen von im Geschäftsjahr erfassten Steuern aus Vorjahren -1.951 -1.608
Auswirkungen Nichtansatz Latenter Steuern -2.875 1.537
Steuerguthaben -2.105 -721
Auswirkungen von nicht anrechenbaren Quellensteuern 0 0
Sonstige Abweichungen 7.121 427
Gesamter Steueraufwand 12.508 38.383
Ergebniswirksam ausgewiesener Steueraufwand 12.516 38.383
Dem aufgegebenen Geschäftsbereich zuzurechnender Ertragssteueraufwand -8 0
12.508 38.383

* Positionen um den Anteil des aufgegebenen Geschäftsbereichs angepasst, siehe Anhang 8.17

Die sonstigen Abweichungen sind im Wesentlichen auf die Verschmelzungsvorgänge zurückzuführen. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Ausführungen unter 4.

8. Erläuterungen zur Konzernbilanz

8.1 Immaterielle Vermögenswerte

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte im Berichtsjahr und im Vorjahr ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Konzessionen und ähnl. Rechte Geschäfts- oder Firmenwert Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten T € T € T €
Anfangsbestand 01.01.2022 129.423 173 129.596
Zugänge 690 0 690
Umbuchungen 397 0 397
Abgänge -41 0 -41
Währungsdifferenzen 378 0 378
Endbestand 31.12.2022 / Anfangsbestand 01.01.2023 130.847 173 131.020
Zugänge 1.751 0 1.751
Umbuchungen 2.267 0 2.267
Abgänge -1.852 0 -1.852
Zugang aus Unternehmenserwerb 10.322 0 10.322
Währungsdifferenzen -269 0 -269
Endbestand 31.12.2023 143.066 173 143.239
Abschreibungen / Auflösungen T € T € T €
Anfangsbestand 01.01.2022 48.673 173 48.846
Abschreibungen 11.719 0 11.719
Umbuchungen -18 0 -18
Abgänge -41 0 -41
Währungsdifferenzen -648 0 -648
Endbestand 31.12.2022 / Anfangsbestand 01.01.2023 59.685 173 59.858
Abschreibungen 11.435 0 11.435
Umbuchungen -29 0 -29
Abgänge -1.581 0 -1.581
Währungsdifferenzen -339 0 -339
Endbestand 31.12.2023 69.171 173 69.344
Bilanzwert 31.12.2022 71.162 0 71.162
Bilanzwert 31.12.2023 73.895 0 73.895

Die immateriellen Vermögenswerte bestehen neben Softwarelizenzen im Wesentlichen aus diversen technologiebasierten immateriellen Vermögenswerten (IPs), resultierend aus den Unternehmenserwerben in der Vergangenheit. Die untenstehende Tabelle beinhaltet die Darstellung der technologiebasierten immateriellen Vermögenswerte:

Jahr Technologie Bezeichnung /Gesellschaft Restnutzungsdauer in Jahren Bilanzwert 31.12.2023 in Bilanzwert 31.12.2022 in
TEUR TEUR
2012 Zellseparation Miltenyi Biotec Inc. 1) 3 11.542 13.537
2014 CAR-T Lentigen Technology Inc. 5 4.920 5.829
2017 Mikroskopie Miltenyi Biotec B.V & Co. KG 2) 8 740 827
2017 CAR-T Living Pharma 8 1.120 1.253
2018 Mikroskopie Miltenyi Biotec B.V & Co. KG 3) 9 11.186 12.395
2021 Analyse Miltenyi Biotec Inc. 4) 12 20.459 22.096
2023 Analyse linoBiotech AG 14 9.691 0

1) Vorjahr Owl Biomedical, wurde im Geschäftsjahr auf die Miltenyi Biotec Inc. verschmolzen, wir verweisen auf unsere Ausführungen unter 4.
2) Vorjahr Miltenyi Imaging GmbH, wurde im Geschäftsjahr auf die Miltenyi Biotec B.V & Co. KG verschmolzen, wir verweisen auf unsere Ausführungen unter 4.
3) Vorjahr LaVision BioTec, wurde im Geschäftsjahr auf die Miltenyi Biotec B.V & Co. KG verschmolzen, wir verweisen auf unsere Ausführungen unter 4.
4) Vorjahr Qi Biotech, wurde im Geschäftsjahr auf die Miltenyi Biotec Inc. verschmolzen, wir verweisen auf unsere Ausführungen unter 4.

Hinsichtlich des Unternehmenserwerbs der lino Biotech AG, Schweiz, verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 6.

Der identifizierte technologiebasierte immaterielle Vermögenswert aus der Kaufpreisallokation bei einem Unternehmenserwerb wird unter "Zugang aus Unternehmenserwerb" ausgewiesen.

8.2 Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen stellt sich wie folgt dar:

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten T € T € T € T € T €
Anfangsbestand 01.01.2022 221.775 110.461 34.723 76.350 443.309
Zugänge 5.122 14.410 10.398 72.356 102.286
Zugang aus Unternehmenserwerb 0 141 321 0 462
Umbuchungen 9.545 6.764 4.067 -20.773 -397
Abgänge -155 -5.103 -4.117 -4.765 -14.140
Währungsdifferenzen 7.132 1.009 602 1.051 9.794
Endbestand 31.12.2022 / Anfangsbestand 01.01.2023 243.419 127.682 45.994 124.219 541.315
Zugänge 25.154 23.932 11.052 96.998 157.136
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 32 10 0 42
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte * 0 -141 -439 -302 -882
Umbuchungen 42.661 5.122 781 -50.831 -2.267
Abgänge -1.057 -5.074 -2.199 -7.281 -15.611
Währungsdifferenzen -4.604 -669 -771 -811 -6.855
Endbestand 31.12.2023 305.573 150.884 54.428 161.992 672.877
Abschreibungen / Auflösungen T€ T€ T€ T€ T€
Anfangsbestand 01.01.2022 37.937 63.707 18.304 23 119.971
Abschreibungen 6.905 15.248 6.683 0 28.836
Umbuchungen -3 9 21 -9 18
Abgänge -155 -4.354 -3.818 0 -8.327
Währungsdifferenzen 965 444 685 -1 2.093
Endbestand 31.12.2022 / Anfangsbestand 01.01.2023 45.649 75.054 21.875 13 142.592
Abschreibungen 8.515 18.521 8.502 0 35.538
Änderungen Konsolidierungskreis 0 14 7 0 21
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte * 0 -12 -20 0 -32
Umbuchungen 0 30 0 0 30
Abgänge -1.120 -2.394 -1.931 0 -5.445
Währungsdifferenzen -639 -503 -419 1 -1.560
Endbestand 31.12.2023 52.405 90.170 28.014 14 171.143
Bilanzwert 31.12.2022 197.770 52.628 24.119 124.206 398.723
Bilanzwert 31.12.2023 253.168 60.174 26.414 161.978 501.734

* siehe Anhang 8.17

Mit Kaufvertrag vom 16. Dezember 2022 und wirtschaftlicher Wirkung (closing date) zum 31. Januar 2023 hat die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG einen weiteren Komplex bestehend aus Lager- und Bürogebäuden am Standort Köln-Mülheim erworben. Das neuerworbene Grundstück liegt inmitten des Gebäudekomplexes Neurather Ring 1, welchen die Gesellschaft bereits im Jahr 2019 erworben hatte, und dient der Erweiterung von Entwicklungs-, Produktions- sowie Arbeitsplatzkapazitäten. Mit dem Erwerb des Grundstücks ist der Gewerbekomplex in Köln-Mülheim vollständig erschlossen. Der Kaufpreis beträgt insgesamt TEUR 30.500.

Mit Kaufvertrag vom 23. November 2021 und wirtschaftlicher Wirkung zum 2. Oktober 2023 hat die Miltenyi Biotec North America Inc., USA, ein seit 2018 angemietetes Gebäude in San Jose, USA, erworben. Der Mietvertrag enthielt bereits eine entsprechende Kaufoption. Das bisher bilanzierte Nutzungsrecht an dem Gebäude wurde bereits unter Berücksichtigung dieser Kaufoption angesetzt. Zum Zeitpunkt des Erwerbs ist das Nutzungsrecht an dem Gebäude in das Sachanlagevermögen umgegliedert und hier als Zugang ausgewiesen worden. Wir verweisen hinsichtlich des Nutzungsrechts auf die Ausführungen unter 8.3.

Der übrige Anstieg der Sachanlagen gegenüber dem Vorjahr resultiert neben dem oben genannten Kauf im Wesentlichen aus den Um- und Ausbaumaßnahmen von Gebäuden in Gaithersburg und San Jose, USA, sowie dem Neubau eines Büro- und Laborgebäudes in Bergisch Gladbach, Deutschland.

Diese Neuinvestitionen führen im Wesentlichen dazu, dass die Abschreibungen des Anlagevermögens im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sind (TEUR 46.973; Vorjahr: TEUR 40.555).

Im laufenden Geschäftsjahr sind keine Verrechnungen von Investitionszuwendungen mit dem Anlagevermögen erfolgt. Im Vorjahr wurden aus Förderprojekten seitens des Landes NRW Investitionszuwendungen von insgesamt TEUR 753 mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten von Technischen Anlagen und Maschinen verrechnet.

Der identifizierte technologiebasierte immaterielle Vermögenswert aus der Kaufpreisallokation bei einem Unternehmenserwerb wird unter "Zugang aus Unternehmenserwerb" ausgewiesen.

Das erworbene Anlagevermögen aus einem Unternehmenserwerb wird unter "Änderung Konsolidierungskreis" ausgewiesen.

8.3 Leasingverhältnisse

In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte der bilanzierten Nutzungsrechte und die Veränderungen während der Berichtsperiode dargestellt:

Technische Anlagen und Maschinen Immobilienflächen Betriebs- und Geschäftsausstattung Kraftfahrzeuge Software Summe
T € T € T € T € T € T €
Stand 01.01.2022 2.740 47.289 933 2.566 368 53.896
Zugänge 159 1.839 4.765 1.128 0 7.891
Abschreibungsaufwand -783 -7.567 -1.078 -1.626 -291 -11.345
Leasingmodifikationen 1 -254 181 227 0 155
Währungseffekte 7 1.800 -6 -23 0 1.778
Endbestand 31.12.22 / Anfangsbestand 01.01.2023 2.124 43.107 4.795 2.272 77 52.375
Zugänge 0 6.903 67 3.825 0 10.795
Abgänge/Umbuchungen 0 -25.023 0 0 0 -25.023
Abschreibungsaufwand -610 -7.061 -1.439 -1.858 -77 -11.045
Leasingmodifikationen 0 -739 -3 6 0 -736
Währungseffekte -3 -134 -18 0 0 -155
Endbestand 31.12.2023 1.511 17.053 3.402 4.245 0 26.211

Bei den Abgängen bzw. Umbuchungen bei den Immobilienflächen handelt es sich um die wirksame Ziehung einer Kaufoption im Oktober 2023, die zum Erwerb eines bisher gemieteten Gebäudes in San Jose, USA, führt. Das Nutzungsrecht an dem Gebäude wurde bereits zum Mietbeginn unter Berücksichtigung dieser Kaufoption angesetzt. Zum Zeitpunkt des Erwerbs ist das Nutzungsrecht an dem Gebäude in das Sachanlagevermögen umgegliedert worden. Wir verweisen diesbezüglich auf die Ausführungen unter 8.2.

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Leasingverbindlichkeiten (die in den verzinslichen Darlehen enthalten sind) und die Veränderungen während der Berichtsperiode:

Anhang 2023 2022
T € T €
Stand 01.01. 50.595 51.696
Zugänge 10.934 7.881
Zinszuwachs 1.088 968
Zahlungen -34.125 -11.903
Leasingmodifikationen -897 339
Währungseffekt -590 1.614
Stand 31.12. 8.13 27.005 50.595
Davon kurzfristig 8.13 9.465 32.327
Davon langfristig 8.13 17.540 18.268

Wie bereits oben beschrieben, ist der Kauf des bisher angemieteten Gebäudes in San Jose, USA, im laufenden Geschäftsjahr erfolgt, weshalb die Leasingverbindlichkeiten signifikant gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sind

Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten ist in Anhangangabe 12 dargestellt.

In der Berichtsperiode wurden folgende Beträge erfolgswirksam erfasst:

2023 2022
T € T €
Abschreibungsaufwand für die Nutzungsrechte 11.045 11.345
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 1.088 968
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse 126 156
Aufwand für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert 3.668 2.918
Währungseffekte -435 164
Erfolgswirksam erfasster Gesamtbetrag 15.492 15.551

Die Zahlungsmittelabflüsse des Konzerns für Leasingverhältnisse betrugen TEUR 37.919 (Vorjahr: TEUR 14.977). Zusätzlich wies der Konzern 2023 nicht zahlungswirksame Zugänge zu den Nutzungsrechten in Höhe von TEUR 10.795 (Vorjahr: TEUR 7.891) und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 10.934 (Vorjahr: TEUR 7.881) aus. Künftige Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse, die noch nicht begonnen haben, werden in Anhangangabe 11 dargestellt.

Der Konzern hat, insbesondere bei Anmietungen von Büro-, Lager oder Produktionsflächen, Leasingverträge abgeschlossen, die zum Teil Verlängerungs- und/oder Kündigungsoptionen enthalten. Diese Optionen werden vom Management ausgehandelt, um notwendige Büro-, Lager oder Produktionsflächen flexibel und in Einklang mit den jeweiligen Geschäftsanforderungen des Konzerns verwalten zu können. Die Beurteilung der Frage, ob die Ausübung dieser Verlängerungs- und Kündigungsoptionen hinreichend sicher ist, erfordert wesentliche Ermessensentscheidungen vonseiten des Managements (siehe Anhangangabe 3).

Die folgende Tabelle zeigt die undiskontierten, potenziellen künftigen Leasingzahlungen für Perioden nach dem Ausübungszeitpunkt der Verlängerungsoptionen, die nicht in die Laufzeit des Leasingverhältnisses eingeschlossen sind.

2023 Innerhalb von fünf Jahren Über fünf Jahre Summe
T€ T€ T€
Verlängerungsoptionen, die voraussichtlich nicht ausgeübt werden 10.423 5.137 15.560
2022 Innerhalb von fünf Jahren Über fünf Jahre Summe
T€ T€ T€
Verlängerungsoptionen, die voraussichtlich nicht ausgeübt werden 9.561 5.719 15.280

Kündigungsoptionen, die voraussichtlich ausgeübt werden und somit nicht in die Laufzeit des Leasingverhältnisses eingeschlossen sind, gab es - wie auch im Vorjahr - zum Stichtag nicht.

8.4 Vorräte

31.12.2023 31.12.2022
T€ T€
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 68.736 58.319
Unfertige Erzeugnisse 152.638 109.449
Fertige Erzeugnisse 71.178 49.597
Vorräte Gesamt 292.552 217.365

In 2023 wurden insgesamt Abwertungen in Höhe von TEUR 32.121 (Vorjahr: TEUR 22.199) vorgenommen.

Der Anstieg des Vorratsvermögens um TEUR 75.187 geht im Wesentlichen einher mit dem fortgeführten Antikörperprogramm, um neue Fluorochrome zu produzieren. Dabei entfällt der erhöhte Bestandsaufbau hauptsächlich auf Reagenzien, welche in den unfertigen Erzeugnissen ausgewiesen werden. Des Weiteren wurden die Bestände im Bereich der Medien für Zellkulturen weiter aufgestockt. Der Bestand an Großgeräten wurde gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht, was im Wesentlichen den Anstieg bei den Fertigen Erzeugnissen ausmacht.

Darüber hinaus sind im aktuellen Jahr erstmalig produktionsbezogene IT-Kosten bei den allgemeinen Verwaltungskosten berücksichtigt und aktiviert worden. Die Erhöhung des Vorratsvermögens um diese zusätzliche Berücksichtigung von IT-Kosten beläuft sich im aktuellen Jahr auf TEUR 15.433. Insgesamt sind daher die fertigungsbezogenen Verwaltungskosten deutlich gegenüber dem Vorjahr angestiegen, was insgesamt zu deutlich gestiegenen aktivierten Herstellungskosten führt. Dies führt u.a. dazu, dass der Aufbau der Bestände deutlich über dem Vorjahresniveau liegt (TEUR 64.770; Vorjahr: TEUR 16.376).

8.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

31.12.2023 31.12.2022
T € T €
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 109.985 114.480
Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste -2.537 -1.239
Gesamt 107.448 113.241

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 0 bis 120 Tagen (Vorjahr: 0 bis 120 Tage).

Die Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste entfällt in voller Höhe auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und hat sich wie folgt entwickelt:

2023 2022
T € T €
Stand 1.1. 1.239 1.160
Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste 1.982 551
Inanspruchnahme -657 -494
Währungsumrechnungseffekte -27 22
Stand 31.12. 2.537 1.239

Zum 31. Dezember stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:

31.12.2023 31.12.2022
T € T €
Bruttobuchwert 109.985 114.480
davon zum Bilanzstichtag nicht überfällig 86.643 89.963
davon zum Bilanzstichtag überfällig
1 - 30 Tage 12.347 13.600
31 - 60 Tage 5.142 5.136
61 - 90 Tage 1.262 3.056
mehr als 90 Tage 4.591 2.725
Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste -2.537 -1.239
Nettobuchwert 107.448 113.241

8.6 Vertragssalden

Anhang 31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
T € T €
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.5 107.448 113.241
Vertragsvermögenswerte (kurz- und langfristig) 3.211 8.648
Vertragsverbindlichkeiten (kurz- und langfristig) 51.922 55.819
Rückerstattungsverbindlichkeiten (aus rückwirkend gewährten Mengenrabatten) in sonstige Verbindlichkeiten enthalten 8.16 3.029 4.416

Die Vertragsvermögenswerte betreffen im Wesentlichen die Ansprüche des Konzerns auf Gegenleistung für abgeschlossene, aber zum Stichtag noch nicht abgerechnete Leistungen aus Leistungsverpflichtungen. Die Vertragsvermögenswerte werden in die Forderungen umgegliedert, wenn die Rechte vorbehaltlos werden. Dies geschieht in der Regel, wenn der Konzern eine Rechnung an den Kunden ausstellt.

Die Vertragsverbindlichkeiten enthalten kurzfristige und langfristige Vorauszahlungen aus Leistungsverpflichtungen, Kooperationsverträgen sowie Dienstleistungsverträgen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Instrumenten.

Der zu Beginn der Periode in den Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesene Betrag von TEUR 55.819 wurde im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR 40.154 als Umsatzerlöse erfasst.

Für aus früheren Perioden erfüllte Leistungsverpflichtungen wurden keine Umsatzerlöse im Geschäftsjahr erfasst.

Wie nach IFRS 15 zulässig, werden keine Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2023 gemacht, die eine erwartete ursprüngliche Laufzeit von einem Jahr oder weniger haben.

8.7 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

31.12.2023 31.12.2022
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert T € T €
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate
Devisentermingeschäfte 8.374 4.521
Zinssicherungsgeschäfte 5.974 11.593
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente
Wertpapiere 0 46
Summe der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte 14.348 16.160
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Schuldinstrumente 1.966 14.128
Debitorische Kreditoren 155 79
Kautionen 1.811 3.192
Summe der finanziellen Vermögenswerte 16.314 19.431
Summe kurzfristig 4.889 3.358
Summe langfristig 11.425 16.073

Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate zeigen die positiven Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Zinssicherungsgeschäfte sowie der Devisentermingeschäfte, die auf Basis mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretender, künftiger Transaktionen als Absicherung von Cashflows designiert wurden. Die abgesicherten Positionen hinsichtlich der Devisentermingeschäfte resultieren aus den erwarteten, künftigen Netto-Cashflows in USD, GBP, JPY, CHF, SGD sowie AUD und hinsichtlich der Zinssicherungsgeschäfte aus den erwarteten Zinsrisiken aus der Aufnahme von variabel verzinslichen Darlehen.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte beinhalten Finanzinvestitionen in börsennotierte Anteile. Der beizulegende Zeitwert dieser Anteile wird durch Bezugnahme auf öffentlich notierte Marktpreise auf einem aktiven Markt bestimmt.

Freiwillig zum beizulegenden Zeitwert designierte Instrumente zur Verminderung von bilanziellen Inkongruenzen lagen am Stichtag nicht vor.

8.8 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

31.12.2023 31.12.2022
T € T €
Abgegrenzte Auszahlungen 18.034 15.254
Sonstige Steuerforderungen 8.803 10.857
Übrige Vermögenswerte 1.113 528
davon langfristig 12 9
Gesamt 27.950 26.639

8.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten in verschiedenen Währungen und geringe Wechselbeträge.

Für Zwecke der Kapitalflussrechnung setzt sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum 31. Dezember wie folgt zusammen:

31.12.2023 31.12.2022
T € T €
Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand 263.740 71.746
Guthaben bei Kreditinstituten und kurzfristige Einlagen aus aufgegebenen Geschäftsbereichen (Anhang 8.17) 195 0
Gesamt 263.935 71.746

8.10 Eigenkapital

Die Entwicklung der einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals im Berichtsjahr und im Vorjahr ergibt sich aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns, siehe Anlage 4.

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert TEUR 154.

Kapitalrücklage

Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 241.

Kumuliertes übriges Konzernergebnis

Im kumulierten übrigen Konzernergebnis werden Differenzen aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen und Konsolidierungsschritte erfasst. Des Weiteren beinhaltet es die Effekte aus der Bewertung von in Sicherungsbeziehungen stehenden derivativen Finanzinstrumenten nach Verrechnung der auf sie entfallenden latenten Steuern.

Die erfolgsneutral verrechneten latenten Steuerverbindlichkeiten und -ansprüche auf Bewertungsergebnisse von in Sicherungsbeziehungen stehenden derivativen Finanzinstrumenten belaufen sich auf insgesamt TEUR 4.305 (Vorjahr: TEUR 3.086).

Kapitalmanagement

Vorrangiges Ziel des Kapitalmanagements der Miltenyi ist es, eine ausreichende Kapitalbasis für das langfristige Wachstum und die Fortführung des Konzerns zu schaffen sowie die Attraktivität für Kapitalgeber zu erhalten und auszubauen. Um dies sicherzustellen, wird seitens der Geschäftsführung die Fremdkapitalhöhe und -struktur fortlaufend überwacht. Das im generellen Kapitalmanagement einbezogene Fremdkapital setzt sich aus den kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 728.649), den Leasingverbindlichkeiten, ohne Leasingverbindlichkeiten für Immobilienflächen, (TEUR 9.216) sowie den anderen Verbindlichkeiten, die den wirtschaftlichen Effekt einer Fremdkapitalaufnahme (TEUR 4.290) haben, zusammen. Die genannten Fremdkapitalien werden in der Konzernbilanz unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Im Rahmen der Konzernfinanzierung durch Bankdarlehen orientiert sich der Miltenyi Konzern an einer externen Steuerungsgröße in Form des maximal erlaubten Verschuldungsgrades.

Wichtiger Bestandteil der internen Steuerung sind die Planung und laufende Überwachung des operativen Ergebnisses vor Zinsen, Ertragssteuern und Abschreibung (EBITDA), da dieses über den Verschuldungsgrad direkten Einfluss auf die zu leistende Kreditmarge hat. Das EBITDA (TEUR 123.627) ergibt sich aus dem EBITDA des fortzuführenden Geschäftsbereichs bereinigt um erfolgswirksame Kurseffekte, den Abschreibungen auf Nutzungsrechte für Immobilienflächen sowie Zinsaufwendungen auf Leasingverbindlichkeiten für Immobilienflächen. Der Verschuldungsgrad (3,87) wird aus dem Verhältnis Nettoverschuldung (TEUR 478.416) zu EBITDA berechnet. Die Nettoverschuldung ergibt sich aus der Differenz zwischen dem oben definierten Fremdkapital (TEUR 742.155) und den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (TEUR 263.740).

Die relevante Steuerungsgröße des Verschuldungsgrades wird der Geschäftsführung im Rahmen regelmäßiger Reportings zur Beurteilung vorgelegt. Der zulässige Nettoverschuldungsgrad wurde zum Stichtag ebenso wie im Vorjahr eingehalten.

Darüber hinaus überwacht die Geschäftsführung die Eigenkapitalquote des Konzerns (29,0 %).

Im Vergleich zum Vorjahr gab es keine Veränderungen in der Kapitalmanagementstrategie.

8.11 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Pensionsrückstellungen stellen folgende Pensionsverpflichtungen dar:

31.12.2023 31.12.2022
T€ T€
Leistungsorientierte Pensionszusage - ohne Deckungsvermögen 1) 1.701 1.346
Leistungsorientierte Pensionszusage - mit Deckungsvermögen 2) 0 0 *
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.701 1.346

* Aus Wesentlichkeitsaspekten wurde keine Rückstellung zum Stichtag erfasst.

1) Leistungsorientierte Pensionszusagen - ohne Deckungsvermögen:

Die Miltenyi Biotec S.r.l., Italien, ist verpflichtet, Vorsorgeaufwendungen für ihre Mitarbeiter gemäß den italienischen Bestimmungen zum TFR (Trattamento di fine rapporto) zurückzustellen. Beiträge, die bis Ende 2006 zurückgestellt wurden, verbleiben bis zum Ende des Dienstverhältnisses beim Arbeitgeber. Seit 2007 besteht auch die Möglichkeit einen monatlichen Betrag direkt in den Pensionsfonds des Mitarbeiters zu zahlen.

Bei den übrigen Pensionsplänen handelt es sich um unwesentliche leistungsorientierte Pensionszusagen, bei denen die Pensionsverpflichtung von den Bezügen des jeweiligen Mitarbeiters bei Renteneintritt abhängig ist oder auf der Zusage eines festen Betrages beruht. Da die versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste sofort bei ihrer Entstehung erfolgs-neutral erfasst werden, entspricht der Anwartschaftsbarwert der Pensionszusagen und pensionsähnlichen Verpflichtungen der in der Bilanz ausgewiesenen Pensionsrückstellung.

Die Rückstellungen für die Leistungszusagen leiten sich wie folgt ab:

2023 2022
T € T €
Anwartschaftsbarwert 1.1. 1.346 1.649
Laufender Dienstzeitaufwand 333 63
Zinsaufwand 22 8
Versicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+) 47 -202
Pensionszahlungen 19 -172
Währungseffekte -28 0
Anwartschaftsbarwert 31.12. / Bilanzwert 1.701 1.346

Der Ermittlung des Barwerts der Versorgungsansprüche lagen die nachfolgend aufgeführten Prämissen zugrunde:

2023 2022
% %
Inland
Zinssatz 3,8 3,6
Rententrend 2,0 2,0
Ausland
Zinssatz 3,8 3,6
Gehaltstrend 3,0 3,3
Fluktuationsrate 5,0 5,0

In der folgenden Tabelle werden die Bestandteile der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für die Versorgungsleistungen dargestellt:

2023 2022
T € T €
Zinsaufwand 22 8
Dienstzeitaufwand 333 63
Gesamtaufwendungen für Versorgungsleistungen 355 71

Die oben aufgeführten Aufwendungen werden mit Ausnahme des Zinsaufwandes im Personalaufwand erfasst. Der Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen wird im Zinsergebnis ausgewiesen. Die versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste werden sofort erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Anpassungen der Pensionsverpflichtungen aus der Aktualisierung von Sterbetafeln werden erfolgswirksam im Personalaufwand angepasst.

Die kumulierten, direkt im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Verluste betragen nach Steuern zum Stichtag TEUR 215 (Vorjahr: TEUR 169). Bei einer im Rahmen einer Sensitivitätsbetrachtung durchgeführten Änderung von erheblichen versicherungsmathematischen Bewertungsparametern ergaben sich aufgrund der für den Konzernabschluss insgesamt unbedeutenden leistungsorientierten Verpflichtungen nur äußerst geringfügige Veränderungen der leistungsorientierten Verpflichtungen, so dass auf Angaben zur durchgeführten Sensitivitätsbetrachtung aus Gründen der Wesentlichkeit verzichtet wurde.

Die leistungsorientierten Verpflichtungen sind nicht finanziert. Da kein Planvermögen vorliegt, ist eine Strategie zum Ausgleich von geringfügigen Risiken auf der Aktiv- und Passivseite nicht vorhanden.

2) Leistungsorientierte Pensionszusagen - mit Deckungsvermögen

Ende 2021 haben die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG sowie die Miltenyi Biomedicine GmbH ein neues Programm zur betrieblichen Altersvorsorge aufgesetzt. Dies führt zu rechtsverbindlichen Versorgungsverpflichtungen als leistungsorientierte Zusage gegenüber Mitgliedern der Geschäftsführung, der Führungsebene "Senior Manager" und "Department Head". Hierzu fördert der Konzern die eigenverantwortliche Altersversorgung durch die Möglichkeit der Entgeltumwandlung mit Arbeitgeberzuschuss zu Gunsten einer wertpapiergebundenen Pensionszusage. Gleichzeitig gewährt das Unternehmen arbeitgeberfinanzierte Versorgungsbeiträge im Rahmen der wertpapiergebundenen Pensionszusage.

Für versorgungsberechtigte Mitarbeiter leistet der Arbeitgeber zu Beginn der Zusage in Abhängigkeit der Funktion und Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters einen einmaligen Versorgungsbeitrag. Die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG hat hierzu für versorgungsberechtigte Mitarbeiter einen einmaligen arbeitgeberfinanzierten Versorgungsbeitrag geleistet.

Jeder teilnahmeberechtigte Mitarbeiter kann künftiges Bruttoarbeitsentgelt zugunsten der wertpapiergebundenen Pensionszusage zum Aufbau einer Anwartschaft auf betriebliche Altersversorgung umwandeln. Wird eine Entgeltumwandlung vereinbart und durchgeführt, erhält der Mitarbeiter einen freiwilligen Arbeitgeberzuschuss in Höhe von mindestens 50%, höchstens jedoch 100% des jeweiligen Umwandlungsbetrags.

Zur Finanzierung der Pensionszusage werden alle Versorgungsbeiträge über einen Treuhänder zeitnah zur Fälligkeit der jeweiligen Versorgungsbeiträge in Investmentfonds investiert und gegen Insolvenz des Arbeitgebers gesichert. Der Treuhänder legt sämtliche Versorgungsbeiträge für alle Mitarbeiter mit entsprechenden Zusagen kollektiv an, wobei sich der rechnerische Anteil der Mitarbeiter an der kollektiven Fondsanlage bzw. den Investmentfonds aus den für sie aufgewendeten Versorgungsbeiträgen sowie den Regelungen des Lebenszyklusmodells ergibt.

Der Mitarbeiter erhält ein einmaliges Alterskapital, wenn er nach Vollendung des 67. Lebensjahres aus den Diensten des Arbeitgebers ausscheidet und das Alterskapital beantragt. Mit Zustimmung des Arbeitgebers kann das Alterskapital auch als Ratenzahlung in maximal 10 gleich hohen Jahresraten ausbezahlt werden. Die Höhe des Alterskapitals entspricht allen bis zum Zeitpunkt der Fälligkeit des Alterskapitals geleisteten Versorgungsbeiträgen (= "Garantieleistung"; Verzinsung der Versorgungsbeiträge mit 0,00 % p. a.). Soweit das bis zum Zeitpunkt der Fälligkeit des Alterskapitals erwirtschaftete Anlageergebnis höher ist als die Garantieleistung, wird das Anlageergebnis an den Mitarbeiter ausgezahlt. Es handelt sich hierbei um einen so genannten Barausgleichsplan (cash balance plan).

Bei der Anlage in Investmentfonds wird das so genannte Lebenszyklusmodell genutzt. Dabei werden drei Investments mit unterschiedlichen Risikoklassen kombiniert. Die Risikoklassen unterscheiden sich im Portfoliomix. Während ein Mischfonds der unteren Risikoklasse einen hohen Anteil an Unternehmensanleihen aufweist, besitzt ein Mischfonds der hohen Risikoklasse einen breiten Aktienanteil. Die Investmentstrategie soll die Lebensphase der teilnehmenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen reflektieren bzw. sich daran anpassen. Während zu Beginn der Karriere eine risikoreichere Anlage umgesetzt wird, wird zum Ende der Anlagezeit in risikoärmere Anlagen investiert. Zu jedem Zeitpunkt besteht das Mitarbeiterdepot aus maximal zwei Fonds.

Da das Planvermögen ausschließlich Investitionen in Mischfonds beinhaltet, die wiederum im Wesentlichen aus Unternehmensanleihen sowie Aktien bestehen, ist der Konzern dem Aktienmarktrisiko im Allgemeinen ausgesetzt.

Da es sich hier um eine wertpapiergebundene Zusage mit Mindestleistung handelt, ist die Garantieleistung mit dem Wert der in der Pensionszusage vereinbarten Finanzierungsmittel zu vergleichen. Der höhere Wert entspricht dem Barwert aus leistungsorientierter Verpflichtung.

Erfolgswirksam erfasste Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/Verluste aus Neubemessung
TEUR 1.1.2023 Laufender Dienstzeitaufwand Im Periodenergebnis erfasste Zwischensumme Erträge aus Planvermögen (ohne im Zinsaufwand enthaltene Beträge) Im sonstigen Ergebnis enthaltene Zwischensumme
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung -2.917 -1.925 -1.925 - -
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 2.892 - - 424 424
Vermögenswert aus der leistungsorientierten Barausgleichsverpflichtung -25 -1.925 -1.925 424 424
TEUR Arbeitnehmerbeiträge Arbeitgeberbeiträge 31.12.2023
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung - - -4.842
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 998 927 5.241
Vermögenswert aus der leistungsorientierten Barausgleichsverpflichtung 998 927 399
Erfolgswirksam erfasste Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/Verluste aus Neubemessung
TEUR 1.1.2022 Laufender Dienstzeitaufwand Im Periodenergebnis erfasste Zwischensumme Verluste aus Planvermögen (ohne im Zinsaufwand enthaltene Beträge) Im sonstigen Ergebnis enthaltene Zwischensumme
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 0 -2.917 -2.917 - 0
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 0 - - -25 -25
Schuld aus der leistungsorientierten Barausgleichsverpflichtung 0 -2.917 -25 -25
TEUR Arbeitnehmerbeiträge Arbeitgeberbeiträge 31.12.2022
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung - - -2.917
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 168 2.749 2.892
Schuld aus der leistungsorientierten Barausgleichsverpflichtung 168 2.749 -25

Der Unternehmenserwerb im Jahr 2023 wirkte sich nicht auf das Planvermögen oder die leistungsorientierte Verpflichtung aus, da die Gesellschaft keine leistungsorientierten Pensionspläne unterhielt. Hinsichtlich des Unternehmenserwerbs verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 4.

Die beizulegenden Zeitwerte des Planvermögens stellen sich wie folgt dar:

2023 2022
T€ T€
Auf aktiven Märkten notierte Kapitalanlagen
Wertpapierfonds
Mischfonds (geringe Aktienquote) 871 360
Mischfonds (mittlere Aktienquote) 2.335 1.326
Mischfonds (hohe Aktienquote) 1.895 1.122
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 140 84
Summe 5.241 2.892

Der Mitarbeiter erhält, wie bereits oben erwähnt, bei Eintritt der Versorgung grundsätzlich ein einmaliges Alterskapital der eingezahlten Beiträge zuzüglich eines etwaigen positiv erwirtschafteten Anlagenergebnisses, so dass eine Sensitivitätsbetrachtung der versicherungsmathematischen Annahmen entfällt.

Folgende Beiträge werden voraussichtlich in den nächsten Jahren in den leistungsorientierten Pensionsplan eingezahlt:

2023 2022
T€ T€
< 1 Jahr 1.787 1.529
1-5 Jahre 6.970 5.782
>5 Jahre 18.058 15.016
Summe 26.815 22.327

Die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung als Barwertausgleich beträgt zum Ende des Berichtszeitraums 15 Jahre.

Die im Geschäftsjahr erfassten Aufwendungen für die beitragsorientierte Leistungszusage zur betrieblichen Altersversorgung beträgt TEUR 180 (Vorjahr TEUR 113).

8.12 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

01.01.2023 Zuführungen Währungsdifferenzen Inanspruchnahme
in TEUR
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten 3.673 2.857 -127 -3.037
Personalbereich 1.879 1.093 -2 -1.661
Rückstellungen für Gewährleistungen 6.728 305 0 -370
Gesamt 12.280 4.255 -129 -5.068
Auflösung Rückstellen Veräußerungsgruppe * 31.12.2023
in TEUR
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten -43 0 3.323
Personalbereich 0 -20 1.289
Rückstellungen für Gewährleistungen 0 0 6.663
Gesamt -43 -20 11.275

* siehe Anhang 8.17

Vorjahr:

01.01.2022 Zuführungen Währungsdifferenzen Inanspruchnahme Auflösung 31.12.2022
in TEUR
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten 2.191 3.827 -28 -2.191 -126 3.673
Personalbereich 3.765 1.650 9 -3.390 -155 1.879
Rückstellungen für Gewährleistungen 5.263 6.571 0 -5.066 -40 6.728
Gesamt 11.219 12.048 -19 -10.647 -321 12.280

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten, wie im Vorjahr, im Wesentlichen eine Rückstellung für Anwalts- und Gerichtskosten i.H.v. TEUR 2.031 aus einem Patentrechtsstreit. Das Management geht weiterhin davon aus, dass es zu einem Vergleich kommen wird.

Eine Rückstellung wurde für Gewährleistungsverpflichtungen passiviert, die sich aus Produktverkäufen in den vergangenen zwei Jahren ergeben. Die Bewertung wird auf Basis von Erfahrungswerten für Reparaturen und Reklamationen in der Vergangenheit vorgenommen. Es ist zu erwarten, dass der Großteil dieser Kosten innerhalb des nächsten Geschäftsjahres und der gesamte passivierte Betrag innerhalb von zwei Jahren nach dem Abschlussstichtag anfallen werden. Die den Berechnungen der Gewährleistungsrückstellung zugrunde liegenden Annahmen basieren auf dem aktuellen Absatzniveau und den aktuell verfügbaren Informationen über Reklamationen für die verkauften Produkte innerhalb des zweijährigen Gewährleistungszeitraums.

Die Rückstellungen im Personalbereich beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Abfindungen, Schwerbehindertenabgaben sowie für Berufsgenossenschaftsbeiträge.

8.13 Finanzverbindlichkeiten

31.12.2023 31.12.2022
T € T €
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate
Devisentermingeschäfte 516 6.766
Zinsswaps 844 206
Summe zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 1.360 6.972
Kredite und Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 728.649 349.744
Leasingverbindlichkeiten 27.005 50.595
Kaufpreisverbindlichkeiten 4.290 3.281
Kreditorische Debitoren 2.557 1.082
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 5.581
Summe Kredite und Verbindlichkeiten 762.502 410.283
Summe sonstiger finanzieller Verbindlichkeiten 763.862 417.255
Summe kurzfristig 24.945 72.825
Summe langfristig 738.917 344.430

Hinsichtlich der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verweisen wir auf die ausführlichen Ausführungen im nächsten Abschnitt "Finanzielle Verbindlichkeiten: verzinsliche Darlehen". Hinsichtlich der Leasingverbindlichkeiten verweisen wir auf die Anhangangabe 8.3.

Die Kaufpreisverbindlichkeiten enthalten die letzte ausstehende Kaufpreisrate aus dem Unternehmenserwerb der lino Biotech AG sowie der Qi Biotech Inc. aus dem Jahr 2021. Hinsichtlich der Unternehmenserwerbe verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 6.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten des Vorjahres enthielten die Vorfinanzierung eines Vermieters für einen Teil der Mietereinbauten, die die Gesellschaft in das entsprechende Gebäude errichtet hatte. Diese finanzielle Verbindlichkeit ist mit dem Erwerb des entsprechenden Gebäudes vollständig mit der Kaufpreiszahlung verrechnet worden.

Als Sicherungsinstrument designierte Derivate zeigen die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Devisentermingeschäfte, die auf Basis mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretender, künftiger Transaktionen als Absicherung von Cashflows designiert wurden. Die abgesicherten Positionen resultieren aus den erwarteten, künftigen Netto-Cashflows in USD, GBP, JPY und CNY. Außerdem werden die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Zinsderivate berücksichtigt, die auf Basis bestehender und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretender, künftiger Darlehensaufnahmen designiert wurden. Die abgesicherten Positionen resultieren aus den bestehenden und erwarteten, künftigen variabel verzinslichen Darlehensaufnahmen.

Freiwillig zum beizulegenden Zeitwert designierte Instrumente zur Verminderung von bilanziellen Inkongruenzen lagen am Stichtag sowie im Vorjahr nicht vor.

Finanzielle Verbindlichkeiten: verzinsliche Darlehen

31.12.2023
Zinssatz % Fälligkeit T €
Verzinsliche Darlehen kurzfristig langfristig
Leasingverbindlichkeiten 2024-2059 9.465 17.540
Zinsverbindlichkeiten 2024 6.345 0
SSD 2020 5J - var 3M Euribor +0,80% 21.03.2025 0 95.911
SSD 2020 5J - fix 0,80% 21.03.2025 0 7.493
SSD 2020 7J - var 3M Euribor +0,95% 22.03.2027 0 36.466
SSD 2020 7J - fix 0,95% 22.03.2027 0 3.996
SSD 2023 3J - var 3M Euribor +1,40% 27.07.2026 0 33.907
SSD 2023 3J - fix 4,937% 27.07.2026 0 21.940
SSD 2023 5J - var 3M Euribor +1,60% 27.07.2028 0 89.256
SSD 2023 5J - fix 4,838% 27.07.2028 0 66.319
SSD 2023 7J - fix 4,913% 29.07.2030 0 31.414
SSD 2023 10J - fix 4,954% 27.07.2033 0 6.482
Immobilientranche C2 - 6012311451 3,05% 30.05.2033 1.107 9.318
Immobilientranche C3 - 651333740 3,05% 30.05.2033 735 5.711
Konsortialkreditvertrag 2023 1/3/6M Euribor + 3,0% 23.06.2028 0 312.248
Summe verzinslicher Darlehen 17.652 738.002

Vorjahr

31.12.2022
Zinssatz % Fälligkeit T €
Verzinsliche Darlehen kurzfristig langfristig
Leasingverbindlichkeiten 2024-2032 32.327 18.268
Tranche A - Kontokorrentkredite 3M Euribor + 1,5% täglich fällig 2.399 0
SSD 7J - WKNONSDYR 3M Euribor + 1,35% 21.12.2023 19.500 0
SSD 2020 5J - var 3M Euribor + 0,80% 21.03.2025 0 95.861
SSD 2020 5J - fix 0,80% 21.03.2025 0 9.486
SSD 2020 7J - var 3M Euribor + 0,95% 22.03.2027 0 36.447
SSD 2020 7J - fix 0,95% 22.03.2027 0 7.989
Immobilientranche A - 6017776570 3,05% 30.12.2027 983 8.223
Immobilientranche B - 6017891523 (ehem. Immo B2) 2,70% 30.09.2023 747 0
Immobilientranche C1 - 6012543669, 6012621439, 6012628445 6012742415 3M Euribor + 1,40% 31.12.2031 2.048 16.611
Immobilientranche C2 - 6012311451 3,05% 30.05.2033 1.085 10.392
Immobilientranche C3 - 651333740 3,05% 30.05.2033 665 6.369
Investitionstranche C (ehem. Tranche B1 - 6012136063, 6012264265, 6012366574) 3M Euribor +1,5% 30.12.2025 0 41.151
Investitionstranche C - 6012654707 3M Euribor +1,5% 30.12.2025 0 19.904
Investitionstranche C - 6012761593 3M Euribor +1,5% 30.12.2025 0 19.904
Investitionstranche C - 6012771570 3M Euribor +1,5% 30.12.2025 0 9.952
Investitionstranche D - 6013307781 3M Euribor + 1,5% 30.12.2025 0 39.807
Spk Bielefeld - 647883396 2,50% 30.09.2023 16 0
Spk Bielefeld - 647886290 2,10% 30.12.2023 12 0
Spk Bielefeld - 647899103 2,20% 30.03.2026 40 89
Spk Bielefeld - 647883404 - Nachrang 4,05% 30.09.2023 64 0
Summe verzinslicher Darlehen 59.886 340.453

Schuldscheindarlehen

Das Schuldscheindarlehen der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG in Höhe von 19,5 Mio. EUR, das in 2016 abgeschlossen wurde, ist regulär zur Endfälligkeit am 21.12.2023 zurückgezahlt worden.

Zu den Schuldscheindarlehen der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG, die im März 2020 im Gesamtbetrag von ursprünglich 150,0 Mio. EUR emittiert wurden, erfolgte in 2023 eine vorzeitige Teilrückzahlung. Der per 31.12.2023 ausstehende Betrag beläuft sich nunmehr auf 144,0 Mio. EUR. Davon laufen zwei Schuldscheindarlehen bis zum 21.03.2025, wobei eines fest verzinst (7,5 Mio. EUR), das andere variabel verzinst ist (96,0 Mio. EUR). Die beiden weiteren Schuldscheine haben eine Laufzeit bis zum 22.03.2027. Unterschieden werden auch diese durch die feste (4,0 Mio. EUR) und variable Verzinsung (36,5 Mio. EUR).

Im Juli 2023 wurden Schuldscheindarlehen im Gesamtbetrag von 250,0 Mio. EUR abgeschlossen. Hieraus stehen der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG Mittel mit folgenden Laufzeiten zur Verfügung: 56,0 Mio. EUR bis zum 27.07.2026, 156,0 Mio. EUR bis zum 27.07.2028, 31,5 Mio. EUR bis zum 29.07.2030 und 6,5 Mio. EUR bis zum 27.07.2033. Davon sind zwei Schuldscheindarlehen variabel verzinst (34,0 Mio. EUR mit Laufzeit bis zum 27.07.2026 und 89,5 Mio. EUR mit Laufzeit bis zum 27.07.2028), die anderen Schuldscheindarlehen sind festverzinst. Die Schuldscheindarlehen sind nicht besichert.

Konsortialkreditvertrag

In 2023 wurde die in Form des Konsortialkreditvertrags zur Verfügung stehende Finanzierung neu strukturiert.

Dabei wurde der Konsortialkreditvertrag vom 15.12.2016, zuletzt geändert und neugefasst durch einen 3. Änderungsvertrag zum Konsortialkreditvertrag vom 24.03.2021, über bis zu 262,6 Mio. EUR vollständig refinanziert und ist somit erledigt. Zum 30.06.2023 erfolgte die komplette Ablösung durch vorzeitige Tilgung.

Neu abgeschlossen wurde per 23.06.2023 ein Konsortialkreditvertrag über 375,0 Mio. EUR. Kreditnehmer ist die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG. Die Laufzeit des Kreditvertrags endet am 23.06.2028, wobei eine Verlängerungsoption im ersten bzw. zweiten Laufzeitjahr um jeweils ein Jahr besteht. Der Gesamtbetrag wird als Revolvierende Kreditfazilität zur Verfügung gestellt, die in Form von Geldmarktkrediten oder bis zu einem Betrag von insgesamt 100,0 Mio. EUR in Form von Ancillary-Krediten (Abzweiglimite) in Anspruch genommen werden kann. Für diesen Kreditvertrag garantieren die Miltenyi GmbH, Miltenyi Biotec Inc., USA und Miltenyi Biotec North America Inc., USA.

Der Konsortialkreditvertrag, datierend vom 23.06.2023, wurde zum 31.12.2023 in Form von Geldmarktkrediten im Betrag von 315,0 Mio. EUR in Anspruch genommen, deren Zinssätze sich variabel auf Basis des den Inanspruchnahmen laufzeitkongruentem EURIBORs (1-/ 3- oder 6-Monate) zuzüglich einer Marge, die in Abhängigkeit von verschiedenen Unternehmenskennzahlen steht, ergeben.

Per 31.12.2023 sind Ancillary-Kredite (Abzweiglimite) im Gesamtbetrag von 60,0 Mio. EUR vereinbart, womit entsprechend Bar- und Avalkreditlinien bereitstehen, die bei Inanspruchnahme variabel verzinst werden.

Im Rahmen der im Geschäftsjahr oben genannten durchgeführten Neufinanzierung über einen neuen Konsortialkreditvertrag, der als revolvierende Kreditfazilität über einen Gesamtzeitraum von 5 Jahren bereitgestellt wird, können einzelne Kredittranchen über einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten, bei gleichzeitiger Einhaltung der Finanzkennzahlen, gezogen werden. Miltenyi als Kreditnehmer kann diese Tranchen einseitig, solange die Finanzkennzahlen eingehalten werden, spätestens bis zum Ablauf des Kreditvertrags revolvierend in Anspruch nehmen, so dass eine Rückzahlung nicht innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erfolgen muss.

Aufgrund der Art der zugrundeliegenden Bedingungen der Verlängerungsoption wird die Darlehensschuld aus der revolvierenden Kreditfazilität aus dem Konsortialkreditvertrag insgesamt als langfristig zum 31. Dezember 2023 klassifiziert. Sämtliche vereinbarte Finanzkennzahlen sind zum 31. Dezember 2023 von Seiten des Konzerns eingehalten worden.

Immobiliendarlehensvertrag

Der Immobiliendarlehensvertrag über bis zu 80,0 Mio. EUR vom 22.01.2013 zuletzt geändert durch einen 3. Änderungsvertrag vom 05.08.2019 besteht weiterhin. Hierzu wurden jedoch im Rahmen der Neustrukturierung der Konsortialkreditfinanzierung die variabel verzinslichen Darlehenstranchen (Tranchen A und C1) zum 30.06.2023 abgelöst. Die festverzinsliche Tranche B2 wurde zur regulären Endfälligkeit per 30.09.2023 vollständig getilgt.

Eine Ausnutzung erfolgt somit hier per 31.12.2023 nur noch durch die Miltenyi Biotec North America, Inc., USA.

Die Immobilientranchen sind durch eine Gesamtbuchgrundschuld i.H.v. insgesamt 159,1 Mio. EUR auf den Grundstücken des Betriebsgeländes Friedrich-Ebert-Straße 68, 51429 Bergisch Gladbach, auf den Grundstücken des Teilbetriebes der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG, Robert Koch Str. 1, 17166 Teterow und Berliner Str. 220-232, Neurather Ring, 51063 Köln sowie einer landesüblichen Sicherheit auf den Objekten 1201 Clopper Road, Gaithersburg, MD 20878, USA und 2 West Watkins Mill Road, Gaithersburg, MD 20878, USA, besichert. Alle wesentlichen Tochtergesellschaften der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG garantieren für diesen Kreditvertrag.

Darlehen 647883396, 647886290, 647899103 und KfW-Darlehen 647883404

Im Rahmen der in 2023 erfolgten Verschmelzung der LaVision BioTec GmbH auf die Alleingesellschafterin Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG wurden sämtliche Darlehen der LaVision Bio- Tec GmbH getilgt bzw. per Aufhebungsvereinbarung vorzeitig abgelöst. Weitere Erläuterungen zu den Verschmelzungen sind in Anhangangabe 4 enthalten.

Änderung der Schulden aus der Finanzierungstätigkeit

Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023 zahlungsunwirksam
in TEUR 1. Jan 23 Cash Flows Änderungen der beizulegenden Zeitwerte Neue Leasingverhältnisse Sonstige 31. Dez 23
Kurzfristige verzinsliche Darlehen 27.559 -27.593 0 0 8.221 8.187
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 32.327 -32.327 0 2.886 6.579 9.465
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 5.581 -5.386 0 0 -194 0
Langfristige verzinsliche Darlehen 322.185 398.837 0 0 -560 720.462
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 18.268 -710 0 8.048 -8.066 17.540
Langfristige Zinsderivate 206 4.137 -3.499 0 0 844
Summe Schulden aus der Finanzierungstätigkeit 406.126 336.958 -3.499 10.934 5.980 756.498

Unter dem Posten "Sonstige" werden im Wesentlichen die Effekte aus der Aufzinsung, Effekte aus Währungskursdifferenzen sowie der durch den Zeitablauf bedingten Umgliederung des langfristigen Teils der jeweiligen Position in die kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Der Konzern stuft gezahlte Zinsen als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ein.

Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 zahlungsunwirksam
in TEUR 1. Jan 22 Cash Flows Änderungen der beizulegenden Zeitwerte Neue Leasingverhältnisse Sonstige 31. Dez 22
Kurzfristige verzinsliche Darlehen 5.935 -3.659 0 0 25.283 27.559
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 9.620 -9.620 0 1.870 30.457 32.327
Kurzfristige Zinsderivate 29 -29 0 0 0 0
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 686 -675 0 0 5.570 5.581
Langfristige verzinsliche Darlehen 307.052 40.000 0 0 -24.867 322.185
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 42.076 -1.315 0 6.011 -28.504 18.268
Langfristige Zinsderivate 2.902 -544 -2.152 0 0 206
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 5.205 0 0 0 -5.205 0
Summe Schulden aus der Finanzierungstätigkeit 373.505 24.158 -2.152 7.881 2.734 406.126

8.14 Finanzinstrumente

Der Konzern ist im Rahmen seines laufenden Geschäftsbetriebs bestimmten Risiken ausgesetzt. Die wesentlichen Risiken, die er durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente steuert, sind das Währungsrisiko und das Zinsänderungsrisiko.

Die Risikomanagementstrategie des Konzerns und ihre Umsetzung sind in Anhangangabe 12 erläutert.

Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate

Der Konzern hat keine Zinsderivate mehr im Bestand, die nicht als Absicherung von Cashflows eingestuft werden.

Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate

Absicherung von Cashflows

Der Konzern hält die folgenden Devisenterminkontrakte und Zinssicherungsgeschäfte:

Laufzeit
<1 Jahr 1-5 Jahre >5 Jahre Summe
Stand 31. Dezember 2023
Devisenterminkontrakte
Nominalbetrag in TEUR (USD DTG) 102.649 109.345 0 211.994
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/USD) 1,08 1,10 0 1,09
Nominalbetrag in TEUR (GBP DTG) 16.901 6.763 0 23.664
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/GBP) 0,89 0,89 0 0,89
Nominalbetrag in TEUR (CNY DTG) 18.210 8.217 0 26.427
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/CNY) 7,41 7,67 0 7,49
Nominalbetrag in TEUR (JPY DTG) 2.644 1.457 0 4.101
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/JPY) 136,16 144,17 0 139,00
Zinssicherungsgeschäfte
Nominalbetrag Zinsswaps in TEUR 0 25.000 5.000 30.000
Nominalbetrag Zinsfloors in TEUR 0 25.000 0 25.000
Nominalbetrag Zinscaps in TEUR 0 100.000 0 100.000

Vorjahr:

Laufzeit
<1 Jahr 1-5 Jahre >5 Jahre Summe
Stand 31. Dezember 2022
Devisenterminkontrakte
Nominalbetrag in TEUR (USD DTG) 123.262 114.159 0 237.421
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/USD) 1,11 1,09 0 1,10
Nominalbetrag in TEUR (GBP DTG) 18.967 6.273 0 25.240
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/GBP) 0,87 0,88 0 0,87
Nominalbetrag in TEUR (CNY DTG) 21.095 8.209 0 29.304
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/CNY) 7,54 7,31 0 7,47
Nominalbetrag in TEUR (JPY DTG) 2.795 2.666 0 5.461
Durchschnittlicher Terminkurs (EUR/JPY) 128,82 135,02 0 131,85
Zinssicherungsgeschäfte
Nominalbetrag Zinsswaps in TEUR 19.500 15.000 5.000 39.500
Nominalbetrag Zinsfloors in TEUR 19.500 15.000 0 34.500
Nominalbetrag Zinscaps in TEUR 0 100.000 0 100.000

Währungsrisiko

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Devisentermingeschäfte sind als Sicherungsinstrumente zur Absicherung von erwarteten Netto-Cashflows aus Verkäufen in Fremdwährungen designiert.

Die Konditionen für die Devisentermingeschäfte entsprechen den Konditionen der mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden, künftigen Transaktionen. Die Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Cashflows aus den erwarteten, künftigen Netto-Cashflows wurden als hoch wirksam eingestuft.

Zinsrisiko

Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Zinsswaps sind als Sicherungsinstrumente zur Absicherung von bestehenden und erwarteten Zinsrisiken aus der Aufnahme von variabel verzinslichen Darlehen designiert.

Die Laufzeit der Zinsswaps ist teilweise länger als die aktuelle Finanzierung, da eine entsprechende Anschlussfinanzierung als hochwahrscheinlich angesehen wird und eine Konzentration der Zinsrisiken auf den Zeitpunkt der Prolongation vermieden werden soll.

Zur Prüfung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wendet der Konzern die Hypothetische-Derivate-Methode an und vergleicht die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Sicherungsinstrumente mit denjenigen des beizulegenden Zeitwerts der gesicherten Grundgeschäfte, die den abgesicherten Risiken zuzurechnen sind.

Die Unwirksamkeit der Absicherung kann folgende Ursachen haben:

abweichende Eintrittszeitpunkte der Cashflows aus dem gesicherten Grundgeschäft und aus dem Sicherungsinstrument

es wurden zum Teil Grundgeschäfte inklusive Floor zusammen mit einem Zinsswap ohne zusätzlichen Floor als Sicherungsbeziehungen designiert. Durch negative Zinsen ändern sich die Marktwerte von Grund- und Sicherungsgeschäften dementsprechend nicht in gänzlich gleichem Maße.

Die eingesetzten Sicherungsinstrumente haben folgende Auswirkungen auf die Bilanz:

31.12.2023
Buchwert des Sicherungsinstruments
In TEUR Vermögenswerte Verbindlichkeiten Bilanzposten Wertveränderung des Sicherungsgeschäfts als Basis zur Messung der Ineffektivität Nominalvolumen in Einheiten
Zinsswap + Floor + Caps 5.974 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristig) 6.073 140.000
Zinsswap 844 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) 874 15.000
Devisenterminkontrakte 4.258 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 4.302 118.546
Devisenterminkontrakte 4.116 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristig) 4.200 117.892
Devisenterminkontrakte 445 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) 465 21.858
Devisenterminkontrakte 71 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) 85 7.890

Vorjahr:

31.12.2023
Buchwert des Sicherungsinstruments
In TEUR Vermögenswerte Verbindlichkeiten Bilanzposten Wertveränderung des Sicherungsgeschäfts als Basis zur Messung der Ineffektivität Nominalvolumen in Einheiten
Zinsswap + Floor + Caps 553 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 540 39.000
Zinsswap + Floor + Caps 11.060 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristig) 11.207 130.000
Zinsswap 206 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) 209 5.000
Devisenterminkontrakte 2.596 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 2.626 81.354
Devisenterminkontrakte 1.925 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristig) 1.991 103.549
Devisenterminkontrakte 6.276 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) 6.363 84.765
Devisenterminkontrakte 490 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) 512 27.314

Die gesicherten Grundgeschäfte haben folgende Auswirkungen auf die Bilanz:

31.12.2023
In TEUR Wertveränderung des Grundgeschäfts als Basis zur Identifikation der Ineffektivität Rücklage für die Absicherung von Zahlungsströmen aus bestehenden Hedges Rücklage für die Absicherung von Zahlungsströmen für nicht mehr bestehende Hedges
Variabel verzinsliche Darlehen -5.222 -4.603 -
Fremdwährungsgeschäfte -7.951 -5.366 -
31.12.2022
In TEUR Wertveränderung des Grundgeschäfts als Basis zur Identifikation der Ineffektivität Rücklage für die Absicherung von Zahlungsströmen aus bestehenden Hedges Rücklage für die Absicherung von Zahlungsströmen für nicht mehr bestehende Hedges
Variabel verzinsliche Darlehen -11.524 -8.878 -
Fremdwährungsgeschäfte 2.259 1.537 -

Die Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Cashflows haben folgende Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung und das sonstige Ergebnis:

In TEUR Erfolgsneutrale Gewinne/ Verluste aus der Absicherung Erfolgswirksam erfasste Ineffektivität Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
Zinssicherungsgeschäfte -2.244 - Zinsaufwendungen/-erträge
Fremdwährungssicherungsgeschäfte 13.052 - -
31.12.2023
In TEUR Aus dem sonstigen Ergebnis (CFH Rücklage) umgegliederter Betrag Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
Zinssicherungsgeschäfte -4.013 Zinsaufwendungen/-erträge
Fremdwährungssicherungsgeschäfte -2.948 Umsatzerlöse
In TEUR Erfolgsneutrale Gewinne/ Verluste aus der Absicherung Erfolgswirksam erfasste Ineffektivität Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
Zinssicherungsgeschäfte 11.593 - Zinsaufwendungen/-erträge
Fremdwährungssicherungsgeschäfte 22.859 - -
31.12.2022
In TEUR Aus dem sonstigen Ergebnis (CFH Rücklage) umgegliederter Betrag Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
Zinssicherungsgeschäfte 248 Zinsaufwendungen
Fremdwährungssicherungsgeschäfte -17.710 Umsatzerlöse

Auswirkungen der Risikoabsicherung auf das Eigenkapital

Die nachfolgende Tabelle enthält eine Überleitungsrechnung des Eigenkapitalbestandteils sowie eine Analyse des sonstigen Ergebnisses:

In TEUR Rücklage für die Absicherung von Zahlungsströmen
Stand 1. Januar 2022 -4.269
Wirksamer Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts aus
Devisentermingeschäften 22.859
Zinssicherungsgeschäfte 11.593
In das Periodenergebnis umgegliederter Betrag -17.462
Steuereffekt -5.380
Stand 31. Dezember 2022 / 1. Januar 2023 7.341
Wirksamer Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts aus
Devisentermingeschäften 13.052
Zinssicherungsgeschäfte -2.244
In das Periodenergebnis umgegliederter Betrag -6.961
Steuereffekt -1.219
Stand 31. Dezember 2023 9.969

Zusätzliche Angaben zu den finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

Nachfolgend sind finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IFRS 9 angehören.

Bewertungskategorien nach IFRS 9 Buchwert 31.12.2023 Fortgeführte Anschaffungskosten Zeitwerte erfolgsneutral
Aktiva T € T € T € T €
Zahlungsmittel FVWzfA 263.740 263.740 0
Wertpapiere EKebZ 0 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FVWzfA 107.448 107.448 0
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte FVWzfA 1.334 1.334 0
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte FVWzfA 631 631 0
Positive Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 14.348 0 14.348
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FVzfA 50.710 50.710 0
Langfristige Finanzverbindlichkeiten FVzfA 738.002 738.002 0
kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FVzfA 21.942 21.942 0
Negative Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 1.360 0 1.360
Davon aggregiert nach wesentlichen Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 i.V.m. IFRS 7
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten FVWzfA 373.153 373.153 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FVzfA 810.654 810.654 0
Bewertungskategorien nach IFRS 9 Zeitwerte erfolgswirksam Zeitwerte 31.12.2023
Aktiva T € T € T €
Zahlungsmittel FVWzfA 0 263.740
Wertpapiere EKebZ 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FVWzfA 0 107.448
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte FVWzfA 0 1.334
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte FVWzfA 0 631
Positive Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 0 14.348
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FVzfA 0 50.710
Langfristige Finanzverbindlichkeiten FVzfA 0 739.456
kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FVzfA 0 21.960
Negative Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 0 1.360
Davon aggregiert nach wesentlichen Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 i.V.m. IFRS 7
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten FVWzfA 0 373.153
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FVzfA 0 812.126
Bewertungskategorien nach IFRS 9 Buchwert 31.12.2022 Fortgeführte Anschaffungskosten Zeitwerte erfolgsneutral
T € T € T € T€
Aktiva
Zahlungsmittel FVWzfA 71.746 71.746 0
Wertpapiere EKebZ 46 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FVWzfA 113.241 113.241 0
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte FVWzfA 3.088 3.088 0
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte FVWzfA 183 183 0
Positive Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 16.114 0 16.114
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FVzfA 42.946 42.946 0
Langfristige Finanzverbindlichkeiten FVzfA 343.735 343.735 0
kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FVzfA 65.467 65.467 0
Negative Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 6.972 0 6.972
Davon aggregiert nach wesentlichen Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 i.V.m. IFRS 7
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten FVWzfA 188.258 188.258 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FVzfA 452.148 452.148 0
Bewertungskategorien nach IFRS 9 Zeitwerte erfolgswirksam Zeitwerte 31.12.2022
T € T € T €
Aktiva
Zahlungsmittel FVWzfA 0 71.746
Wertpapiere EKebZ 46 46
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FVWzfA 0 113.241
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte FVWzfA 0 3.088
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte FVWzfA 0 183
Positive Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 0 16.114
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FVzfA 0 42.946
Langfristige Finanzverbindlichkeiten FVzfA 0 340.479
kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FVzfA 0 65.191
Negative Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 0 6.972
Davon aggregiert nach wesentlichen Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 i.V.m. IFRS 7
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten FVWzfA 0 188.258
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FVzfA 0 448.616

Beizulegender Zeitwert

Die nachfolgende Tabelle zeigt Buchwerte und beizulegende Zeitwerte sämtlicher im Konzernabschluss erfasster Finanzinstrumente, mit Ausnahme jener, deren Buchwerte angemessene Annäherungen des beizulegenden Zeitwerts sind:

Buchwert Beizulegender Zeitwert
2023 2022 2023 2022
T € T € T € T €
Finanzielle Vermögenswerte
Derivate in einer wirksamen Sicherungsbeziehung 14.348 16.114 14.348 16.114
Börsennotierte Eigenkapitalinstrumente 0 46 0 46
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 263.740 71.746 263.740 71.746
Summe 278.088 87.906 278.088 87.906
Finanzielle Verbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten 27.005 50.595 27.005 50.595
Variabel verzinsliche Darlehen 567.788 301.186 567.788 301.186
Festverzinsliche Darlehen 154.516 46.159 155.988 42.627
Kontokorrentkredite 0 2.399 0 2.399
Zinsverbindlichkeiten 6.345 0 6.345 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.290 8.862 4.290 8.862
Derivate aus einer wirksamen Sicherungsbeziehung 1.360 6.972 1.360 6.972
Summe 761.304 416.173 762.777 412.642

Das Management hat festgestellt, dass die beizulegenden Zeitwerte von Zahlungsmitteln und kurzfristigen Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten hauptsächlich aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihren Buchwerten nahezu entsprechen.

Der beizulegende Zeitwert der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten ist mit dem Betrag angegeben, zu dem das betreffende Instrument in einer gegenwärtigen Transaktion (ausgenommen erzwungene Veräußerung oder Liquidation) zwischen vertragswilligen Geschäftspartnern getauscht werden könnte. Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte angewandten Methoden und Annahmen stellen sich wie folgt dar:

Langfristige festverzinsliche und variabel verzinsliche Forderungen/Darlehen werden vom Konzern basierend auf Parametern wie Zinssätzen, bestimmten länderspezifischen Risikofaktoren, Kreditwürdigkeit der einzelnen Kunden und den Risikocharakteristiken des finanzierten Projekts bewertet. Basierend auf dieser Bewertung werden Wertberichtigungen vorgenommen, um den geschätzten Ausfällen dieser Forderungen Rechnung zu tragen. Diese Forderungen bzw. Darlehen werden in der Hierarchie beizulegender Zeitwerte in der Stufe 2 klassifiziert.

Die beizulegenden Zeitwerte der verzinslichen Darlehen des Konzerns werden mittels der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei wird ein Abzinsungssatz zugrunde gelegt, der den Fremdfinanzierungszinssatz des Emittenten zum Ende des Berichtszeitraums spiegelt. Das eigene Nichterfüllungsrisiko wurde zum 31. Dezember 2023 als gering eingestuft. Die verzinslichen Darlehen werden in der Hierarchie beizulegender Zeitwerte in der Stufe 2 klassifiziert.

Der Konzern schließt derivative Finanzinstrumente mit verschiedenen Parteien ab, insbesondere mit Finanzinstituten mit guter Bonität (Investment Grade). Die von Bewertungsverfahren mit am Markt beobachtbaren Input-Parametern bewerteten Derivate sind hauptsächlich Zinsswaps und Devisentermingeschäfte. Zu den am häufigsten angewandten Bewertungsverfahren gehören die Forward-Preis- und Swap-Modelle unter Verwendung von Barwertberechnungen. Die Modelle beziehen verschiedene Größen mit ein, wie z. B. Devisen- Kassa- und Termin-Kurse und Zinsstrukturkurven.

Zum 31. Dezember 2023 versteht sich die zum Marktwert bewertete Derivateposition (Market-to-Market) abzüglich der Bonitätswertberichtigung, die auf das Ausfallrisiko der Gegenseite des Derivats zurückzuführen ist. Die Änderungen des Ausfallrisikos der Gegenseite hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Beurteilung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung bei einer Sicherungsbeziehung zugeordneten Derivaten und anderen zum beizulegenden Zeitwert erfassten Finanzinstrumenten.

Die von der Gesellschaft als finanzielle Vermögenswerte (TEUR 14.348, Vorjahr: TEUR 16.114) sowie Verbindlichkeiten (TEUR 1.360; Vorjahr: TEUR 6.972) gehaltenen derivativen Finanzinstrumente werden, wie auch im Vorjahr, in der Hierarchie beizulegender Zeitwerte in der Stufe 2 klassifiziert.

Die beizulegenden Zeitwerte börsennotierter Wertpapiere basieren auf Preisnotierungen zum Abschlussstichtag und werden in der Hierarchie beizulegender Zeitwerte in der Stufe 1 klassifiziert.

Während des Geschäftsjahres gab es keine Umgliederungen zwischen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufen 1, 2 und 3.

8.15 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

31.12.2023 31.12.2022
T € T €
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 50.710 42.946

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben eine Fälligkeit zwischen 0 und 60 Tagen.

Für Erläuterungen zu den Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagement des Konzerns wird auf die Angabe 12 verwiesen.

8.16 Sonstige Verbindlichkeiten

Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023 31.12.2022
T € T €
Abgegrenzte Verbindlichkeiten 30.326 34.534
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 9.172 10.795
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 4.848 5.076
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 1.195 814
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 6.927 10.144
Summe sonstige Verbindlichkeiten 52.468 61.362
Summe kurzfristig 52.468 61.066
Summe langfristig 0 296

Die abgegrenzten Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Provisionen/Boni (TEUR 11.264; Vorjahr: TEUR 17.012), Urlaubsansprüchen (TEUR 10.733; Vorjahr: TEUR 8.665) sowie Verbindlichkeiten aus ausstehenden Eingangsrechnungen (TEUR 7.849; Vorjahr: TEUR 7.287).

8.17 Aufgegebene Geschäftsbereiche

Im Dezember 2023 hat der Konzern die Entscheidung getroffen, seine hundertprozentige Beteiligung an der Tochtergesellschaft Cubonic GmbH, Pulheim, zu veräußern. Seitdem werden konkrete Verkaufsoptionen sondiert, um kurzfristig in Verhandlungen mit potenziellen Interessenten eintreten zu können. Die Veräußerung der Anteile an der Cubonic GmbH soll innerhalb eines Jahres ab dem Abschlussstichtag abgeschlossen sein. Die Cubonic GmbH wurde daher zum 31. Dezember 2023 als Veräußerungsgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, und als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Elektrofahrzeugen und Logistiksystemen für den Transport von Personen oder Waren. Die Gesellschaft wurde im Vorjahr im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben und wurde im November 2022 erstmalig in den Konzern mit einbezogen. Hinsichtlich des Unternehmenserwerbs aus dem Vorjahr verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 6.

Das Ergebnis der Cubonic GmbH stellt sich wie folgt dar:

2023 2022 (anteilig seit 11/2022)
T € T €
Erlöse aus Verträgen mit Kunden 0 0
Sonstige betriebliche Erträge 24 5
Aufwendungen -18.331 -1.681
Betriebsergebnis -18.307 -1.676
Finanzaufwendungen -34 0
Verlust vor Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -18.341 -1.676
Steuerertrag 8 0
Verlust nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -18.333 1.676

Die Hauptgruppen der Vermögenswerte und Schulden der Cubonic GmbH, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden, setzen sich zum 31. Dezember wie folgt zusammen:

2023
Vermögenswerte T €
Sachanlagen (Anhang 8.2) 676
Nutzungsrechte 1.213
Zahlungsmittel 195
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 318
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 706
Latente Steueransprüche 214
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte Schulden 3.323
Sonstige Rückstellungen (Anhang 8.12) 20
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 488
Finanzverbindlichkeiten (Leasingverbindlichkeiten) 1.258
Sonstige Verbindlichkeiten 1.335
Latente Steuerverbindlichkeiten (Anhang 7.6) 206
Schulden, die in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehen 3.307
Reinvermögen, das in direktem Zusammenhang mit der Veräußerungsgruppe steht 16

Die Netto-Cashflows der Cubonic GmbH stellen sich wie folgt dar:

2023 2022 (anteilig seit 11/22)
T € T €
Laufende Geschäftstätigkeit -17.968 -917
Investitionstätigkeit -420 -398
Finanzierungstätigkeit -127 0
Netto-Cashflows 18.515 -1.315

9. Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (Liquidität) der Miltenyi im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse veränderten. Die Kapitalflussrechnung der Miltenyi wird gemäß IAS 7.18 mit Hilfe der indirekten Methode aufgestellt und unterscheidet in Übereinstimmung mit IAS 7 (Statement of Cash Flows) zwischen Zahlungsströmen aus operativer und investiver Tätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit.

Auswirkungen der Veränderung des Konsolidierungskreises werden gesondert ausgewiesen. Die von den ausländischen Konzerngesellschaften berichteten Zahlungsströme werden zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Hiervon abweichend werden die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Stichtagskurs angesetzt. Der Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird als "Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds" ausgewiesen.

Der Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich aus den Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten zusammen.

10. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Personen wurden die Geschäftsleitung sowie deren Familienangehörige identifiziert. Nahestehende Unternehmen sind nur die Tochtergesellschaften des Konzerns.

Die Miltenyi unterhält keine marktunüblichen Geschäftsbeziehungen zu Familienangehörigen der Geschäftsleitung oder direkt zur Geschäftsleitung. Alle Geschäfte erfolgen zu marktüblichen Konditionen, wie sie auch mit externen Dritten durchgeführt werden würden. Außer der laufenden Vergütung der Geschäftsführung sind im Geschäftsjahr keine Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen unterhalten worden.

Zwischen Mutter- und Tochterunternehmen des Konzerns erfolgen ebenfalls alle Transaktionen zu marktüblichen Konditionen. Sie würden auch mit externen Dritten in dieser Form durchgeführt. Mutter- und Tochterunternehmen unterhalten Liefer- und Servicebeziehungen auf Grundlage der normalen Geschäftstätigkeit sowie Darlehen zur jeweiligen Finanzierung des operativen Geschäfts oder spezieller Investitionen.

11. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2023 bestehen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 5.445 (Vorjahr: TEUR 5.091), die im Zusammenhang mit Zahlungsverpflichtungen im Rahmen von unkündbaren Dienstleistungs-, Versorgungs- sowie Wartungsverträgen stehen.

Verpflichtungen aus Leasingverträgen

Der Konzern hat verschiedene Leasingverträge abgeschlossen, die zum 31. Dezember 2023 noch nicht begonnen haben. Die künftigen Leasingzahlungen für diese unkündbaren Leasingverträge belaufen sich auf TEUR 757 (Vorjahr: TEUR 2.234).

Verpflichtungen aus Bestellobligo

Zum 31. Dezember 2023 bestehen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 8.105 (Vorjahr: TEUR 22.873) aus Kaufverpflichtungen für Lieferungen und Leistungen. Der Anstieg des Bestellobligos resultiert im Wesentlichen aus großvolumigen Verpflichtungen für bereits beauftragte Baumaßnahmen des neuen Gebäudekomplexes in Bergisch Gladbach.

Garantien

Der Konzern garantiert als Garantiegeber auf Grund von landesspezifischen Gesetzesanforderungen im Allgemeinen, bei möglichen Vertragsbrüchen seitens des Konzerns dem Kunden als Garantienehmer den entstandenen Verlust zu erstatten. Die maximal möglichen Zahlungsverpflichtungen aus solchen Garantien belaufen sich auf TEUR 1.158 (Vorjahr: TEUR 771).

Darüber hinaus haben Kreditinstitute im Auftrag von Miltenyi Garantien bzw. Bürgschaften in Form von Miet- und Zahlungsavalen i.H.v. TEUR 2.768 (Vorjahr: TEUR 1.025) gegenüber Dritten übernommen.

Verpflichtungen aus Zuschüssen der öffentlichen Hand

Eine Rückzahlungsverpflichtung in Höhe von maximal TEUR 4.773 ergibt sich für erhaltene Fördermittel mit Zweckbindungsfristen. Die Bindungsfristen betragen drei und fünf Jahre, ab letzter Zuschusszahlung, für F&E Projekte, die durch das Landesförderinstitut Mecklenburg- Vorpommern gefördert wurden. Diese Bindungsfrist beinhaltet eine Rückzahlungsverpflichtung für den Fall, dass die entwickelten Erkenntnisse der Projekte nicht innerhalb des Fördergebietes Mecklenburg-Vorpommern verwertet werden. Hierbei handelt es sich um folgende Förderprojekte:

TBI-V-1-269-VBU-095, 3 Jahre, Beginn der Bindungsfrist: 06.09.2023

TBI-V-1-243-VBU-085, 5 Jahre, Beginn der Bindungsfrist: 09.11.2023

Zusätzlich gibt es noch weitere Rückzahlungsverpflichtungen in Höhe von maximal TEUR 19.331 für erhaltene Fördermittel mit Zweckbindungsfristen aus Nordrhein-Westfalen. Die Bindungsfristen betragen ab letzter Zuschusszahlung drei Jahre, für F&E Projekte, und die Förderung erfolgt durch NRW-Landesmitteln. Hierbei handelt es sich um folgende Förderprojekte:

Az.:MIL-1-1, Laufzeit 10.07.2020-30.09.2022

Az.:MIL-1-2, Laufzeit 10.07.2020-31.12.2022

Die Investitionen mit Zweckbindungsfrist begannen beim Projekt MIL-1-1 in 2020 und beim Projekt MIL-1-2 in 2021.

12. Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements

Die wesentlichen, durch den Konzern verwendeten finanziellen Verbindlichkeiten - mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente - umfassen verzinsliche Darlehen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten. Der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung wesentlicher Investitionen der Geschäftstätigkeit des Konzerns sowie die Aufrechterhaltung seiner Geschäftstätigkeit. Der Konzern verfügt über Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Der Konzern verfügt darüber hinaus über derivative Finanzinstrumente.

Im Rahmen der operativen Tätigkeit ist der Konzern Kredit-, Liquiditäts- sowie Marktrisiken ausgesetzt. Die Marktrisiken betreffen insbesondere Zinsänderungs- und Währungsrisiken. Die Steuerung dieser Risiken obliegt dem Management des Konzerns. Das Management wird dabei durch die jeweiligen Fachabteilungen unterstützt, wodurch u.a. sichergestellt wird, dass Finanzrisiken entsprechend den Konzernrichtlinien und der Risikobereitschaft identifiziert, bewertet und gesteuert werden.

Sämtliche zu Risikomanagementzwecken eingegangenen derivativen Finanzgeschäfte werden von der Abteilung Treasury gesteuert, welche über die erforderlichen Fachkenntnisse und Erfahrung verfügt und einer angemessenen Aufsicht unterstellt ist. Handel mit Derivaten zu spekulativen Zwecken wird entsprechend den konzerninternen Richtlinien nicht betrieben. Die Richtlinien zur Steuerung der im Folgenden dargestellten Risiken werden von der Unternehmensleitung geprüft und beschlossen.

Marktrisiko

Marktrisiko ist das Risiko aus der Tatsache, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Dem Marktrisiko ausgesetzte Finanzinstrumente umfassen unter anderem verzinsliche Darlehen, verfügbare finanzielle Vermögenswerte und derivative Finanzinstrumente.

Die Sensitivitätsanalysen in den folgenden Abschnitten beziehen sich jeweils auf den Stand zum 31. Dezember 2023 bzw. 2022. Die Sensitivitätsanalysen wurden auf der Grundlage der am 31. Dezember 2023 bestehenden Sicherungsbeziehungen und unter der Prämisse erstellt, dass die Nettoverschuldung, das Verhältnis von fester und variabler Verzinsung von Schulden und Derivaten und der Anteil von Finanzinstrumenten in Fremdwährung konstant bleiben.

Bei den Analysen bleiben etwaige Auswirkungen von Änderungen der Marktvariablen auf die Buchwerte der Pensionsverpflichtungen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, der Rückstellungen und der nicht-finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Geschäftsbetriebe unberücksichtigt.

Ergebniswirksame Effekte aus der Sensitivitätsanalyse resultieren aus ergebniswirksamen Veränderungen des Bilanzansatzes von finanziellen Vermögenswerten und Schulden in Folge der Variation von ausgewählten Marktparametern. Der Ergebniseffekt berücksichtigt weder latente noch tatsächliche Steuern.

Die Veränderung des Eigenkapitals umfasst zusätzlich die Wertänderung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden, welche erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden und Steuereffekte.

Zinsrisiko

Zinsrisiko ist das Risiko aus der Tatsache, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze schwanken. Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der Konzern ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus den langfristigen variabel verzinslichen Darlehen. Dieses Risiko wird durch den Konzern im Rahmen der Zinssicherungsstrategie abgesichert.

Zur Steuerung des Zinsrisikos schließt der Konzern Zinssicherungsinstrumente ab, bei denen der Konzern in festgelegten Zeitabständen, die unter Bezugnahme auf einen vorab vereinbarten Nennbetrag ermittelte Differenz zwischen festverzinslichen und variabel verzinslichen Beträgen mit dem Vertragspartner tauscht.

Zum 31. Dezember 2023 waren ca. 23 % (Vorjahr: 46 %) der langfristigen, variabel verzinslichen Darlehen abgesichert. Bei einer Erhöhung des Zinssatzes um 1 % würde sich ein Zinsrisiko in Höhe von TEUR 18.072 (Vorjahr: TEUR 6.514) ergeben.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Änderung der Zinssätze auf diesen Teil der Darlehen, nach dem Effekt der Sicherungsbeziehungen. Bleiben alle anderen Variablen konstant, wird das Konzernergebnis vor Steuern aufgrund der Auswirkungen auf variabel verzinsliche Darlehen wie folgt beeinflusst:

31.12.2023 31.12.2022
+100 BP -20 BP +100 BP -20 BP
T € T € T € T €
Veränderung des Periodenergebnisses (vor Steuern) -2.904 580 -2.006 110
Veränderung des Eigenkapitals (ohne latente Steuern) 3.036 -610 3.696 -757

Währungsrisiko

Währungsrisiko ist das Risiko aus der Tatsache, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse Kursschwankungen ausgesetzt sind.

Der Konzern ist vor allem durch seine Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und/oder Aufwendungen auf eine von der Darstellungswährung des Konzerns abweichende Währung lauten) Währungsrisiken insbesondere in USD, JPY, CNY und GBP ausgesetzt. Dieses Risiko wird durch den Konzern im Rahmen der Währungssicherungsstrategie abgesichert. Zur Steuerung des Währungsrisikos sichert der Konzern im Wesentlichen solche Transaktionen ab, deren Eintritt innerhalb eines Zeitraums von 24 Monaten erwartet wird. Gemäß der konzerninternen Währungssicherungsrichtlinie werden in der Regel für jeden Fälligkeitsmonat insgesamt 6 Sicherungsgeschäfte über je 14,3 % jeweils 24, 20, 16, 12, 8 und 4 Monate vor Fälligkeit der Cashflows abgeschlossen. Auf Grund von hoher Planungssicherheit und günstigen Kursniveaus werden Währungsrisiken zum Teil auch über einen längeren Zeitraum abgesichert. Innerhalb der nächsten 24 Monate erwartet der Konzern ein Verkaufsvolumen in den genannten Währungen in Höhe von TEUR 584.837 (Vorjahr: TEUR 530.598), wovon 37 % (Vorjahr: 44 %) durch Sicherungsgeschäfte abgesichert sind. Bei einer Erhöhung des Wechselkurses um 1 % würde sich ein Währungsrisiko in Höhe von TEUR 2.721 (Vorjahr: TEUR 2.127) ergeben.

Die folgenden Tabellen zeigen die Sensitivität gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung von USD, GBP, JPY, CAD, CHF, INR, THB und CNY zum EUR. Alle anderen Variablen bleiben konstant.

Die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Steuern ergeben sich aufgrund der Änderungen von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden. Die Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital ergeben sich aufgrund der Änderungen von beizulegenden Zeitwerten der Währungssicherungsinstrumente zur Absicherung von Cashflows. Das Risiko des Konzerns gegenüber Wechselkursänderungen bei allen anderen Währungen ist nicht wesentlich.

31.12.2023 31.12.2022
+10 % -10 % +10 % -10 %
T € T € T € T €
Veränderung des Periodenergebnisses (vor Steuern) 220 -269 183 -223
Veränderung des Eigenkapitals (ohne latente Steuern) 23.167 -28.233 26.822 -32.683

Die Änderung des Ergebnisses resultiert aus einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht einer Sicherungsbeziehung zugeordnet werden, sowie aus auf Fremdwährung lautenden Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, sofern die funktionale Währung des Unternehmens nicht der jeweiligen Fremdwährung entspricht. Obwohl die Derivate keiner Sicherungsbeziehung zugeordnet werden, dienen sie wirtschaftlich gesehen dennoch als Absicherung und werden die gesicherten Grundgeschäfte bei deren Eintritt ausgleichen.

Die Änderung des Eigenkapitals ergibt sich aus einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, die einer Sicherungsbeziehung zugeordnet werden und der Absicherung von Cashflows dienen.

Ausfallrisiko

Ausfallrisiko ist das Risiko aus der Möglichkeit, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenrahmenvertrags nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Der Konzern ist im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken (insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit, einschließlich aus Einlagen bei Banken und Finanzinstituten, Devisengeschäften und sonstigen Finanzinstrumenten ausgesetzt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte

Das Ausfallrisiko aus Forderungen gegen Kunden wird basierend auf den Richtlinien, Verfahren und Kontrollen des Konzerns für das Ausfallrisikomanagement bei Kunden gesteuert. Ausstehende Forderungen gegen Kunden werden regelmäßig überwacht und gemahnt.

Der Wertberichtigungsbedarf wird zu jedem Abschlussstichtag anhand einer Wertberichtigungsmatrix zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste analysiert. Die Wertberichtigungsquoten werden auf der Grundlage von Länderrisikoprämien ermittelt. Die Berechnung umfasst das wahrscheinlichkeitsgewichtete Ergebnis unter Berücksichtigung des Zinseffekts sowie angemessener und belastbarer Informationen über vergangene Ereignisse, aktuelle Gegebenheiten und künftig zu erwartenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die zum Abschlussstichtag verfügbar sind. Das maximale Ausfallrisiko zum Abschlussstichtag entspricht dem Buchwert jeder in Anhangangabe 8.14 ausgewiesenen Klasse finanzieller Vermögenswerte. Der Konzern hält keine Sicherheiten. Der Konzern beurteilt die Risikokonzentration bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und bei den Vertragsvermögenswerten als gering, da seine Kunden in verschiedenen Ländern ansässig sind und es sich bei diesen im Wesentlichen um staatlich finanzierte Einrichtungen handelt.

Die nachstehende Übersicht zeigt die mithilfe einer Wertberichtigungsmatrix ermittelte Ausfallrisikoposition bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns:

31. Dezember 2023

Forderungen aus Lieferung und Leistungen
Land Erwartete Kreditausfallrate Gesamtbruttowert erwartete Kreditverluste
Deutschland 0,5% 16.391 77
Frankreich 3,0% 8.616 262
Großbritannien 1,7% 2.657 45
Niederlande 2,2% 4.007 87
Spanien 2,4% 4.107 99
Italien 3,2% 4.316 140
Schweden 0,0% 2.123 -
USA 3,3% 52.644 1.727
Japan 1,0% 7.656 79
China 0,0% - -0
Südkorea 0,8% 1.446 12
Singapur 0,0% 3.546 -
Schweiz 0,0% 1.818 -
Hong Kong 2,1% 398 9
Australien 0,0% 259
Summe 109.985 2.537

31. Dezember 2022

Forderungen aus Lieferung und Leistungen
Land Erwartete Kreditausfallrate Gesamtbruttowert erwartete Kreditverluste
Deutschland 1,9% 16.491 317
Frankreich 3,2% 6.604 213
Großbritannien 1,1% 5.031 53
Niederlande 1,1% 4.193 47
Spanien 2,8% 3.524 98
Italien 4,4% 5.315 235
Schweden 0,0% 1.839 -
USA 0,3% 57.421 154
Japan 1,2% 6.429 79
China 100,0% 6 6
Südkorea 0,9% 2.357 22
Singapur 0,0% 1.531 -
Schweiz 0,0% 1.485 -
Hong Kong 1,0% 1.539 16
Australien 0,0% 716 -
Summe 114.480 1.239

Es bestehen Vertragsvermögenswerte ausschließlich gegen Kunden in Regionen mit einem äußerst geringen bzw. keinem Länderrisiko. Aus Wesentlichkeitsgründen wurden keine erwarteten Kreditverluste für Vertragsvermögenswerte gebildet.

Finanzinstrumente und Einlagen

Das Ausfallrisiko aus Guthaben bei Banken und Finanzinstituten wird als relativ gering eingestuft, da Guthaben lediglich bei Banken mit solider Bonität und meist nur in geringer Höhe gehalten werden. Außerdem handelt es sich grundsätzlich um Sichteinlagen, wodurch umgehend auf Bonitätsverschlechterungen der Kontrahenten reagiert werden kann.

Liquiditätsrisiko

Unter Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass die Miltenyi nicht genügend Finanzmittel besitzt, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dem Liquiditätsrisiko wird durch ein systematisches Liquiditätsmanagement begegnet.

Die vertraglichen Fälligkeiten (undiskontiert) der finanziellen Verbindlichkeiten sind wie folgt:

Vertragliche Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31.12.2023 zukünftige Zahlungsströme <1 Jahr 1-5 Jahre >5 Jahre
T € T € T € T €
Verzinsliche Darlehen (ohne Leasingverbindlichkeiten) 872.727 39.111 782.418 51.198
Leasingverbindlichkeiten 29.784 10.257 16.032 3.495
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 57.558 57.558 0 0
Derivate -97 442 -151 -388
Gesamt 959.972 107.368 798.299 54.305
Vertragliche Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31.12.2022 zukünftige Zahlungsströme <1 Jahr 1-5 Jahre >5 Jahre
T € T € T € T €
Verzinsliche Darlehen (ohne Leasingverbindlichkeiten) 393.973 41.896 332.454 19.623
Leasingverbindlichkeiten 52.397 33.091 16.608 2.698
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 52.890 49.609 3.281 0
Derivate 1.923 917 1.234 -228
Gesamt 501.183 125.513 353.577 22.093

Gegenwärtig liegen keine Indikationen vor, dass eine vorzeitige Tilgung oder vorzeitige Fälligkeit von Verbindlichkeiten aufgrund von Sonderkündigungsrechten des Gläubigers zu erwarten wäre. Die mit den finanzierenden Banken vereinbarten Finanzrelationen sind stets eingehalten worden.

13. Honorar für Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Für die Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (vormals: Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) sind nachfolgende Aufwendungen entstanden:

2023 2022
T€ T€
Honorare für Abschlussprüfungsleistungen 441 375
Sonstige Leistungen 16 21
Gesamt 457 396

Die sonstigen Leistungen betreffen im Wesentlichen Prüfungen von Systemen zur Einhaltung von Anforderungen des Wertpapierhandelsgesetzes sowie steuerliche Beratungsleistungen.

14. Vergütungen für Management in Schlüsselpositionen

Die Bezüge der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen betragen im Geschäftsjahr für kurzfristig fällige Leistungen insgesamt TEUR 1.884 (Vorjahr: TEUR 1.880) und für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses insgesamt TEUR 396 (Vorjahr: TEUR 1.002).

15. Ereignisse nach der Berichtsperiode

Zur Stärkung der Geschäftstätigkeit und Verbesserung der Vertriebswege im indischen Markt wurde die Miltenyi Biotec India Pvt. Ltd. mit Sitz in Hyderabad, Indien, am 20. November 2023 gegründet. Die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG hält seit dem Anteilserwerb am 15. Januar 2024 und einer darauf folgenden Kapitalerhöhung unmittelbar 99,9996 % der Anteile an der neuen Gesellschaft. Zur Erfüllung der Anforderungen des indischen Gesellschaftsrechts hält die Miltenyi GmbH unmittelbar die übrigen 0,0004 % der Anteile der Gesellschaft (1 Share).

Am 18. März 2024 hat die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG einen Antrag auf Änderung des Konsortialkreditvertrags vom 23. Juni 2023 gestellt. Dabei ist u.a. eine temporäre Erhöhung der Finanzkennziffer des Verschuldungsgrads bis zum 29. September 2024 beantragt worden. Der Antrag wurde am 11. April 2024 von allen Kreditgebern genehmigt. Die Änderung ist mit einer Änderungsgebühr von TEUR 13 je Kreditgeber sowie einer temporären Zinsmargenerhöhung verbunden.

Neben den genannten Ereignissen haben sich in dem Zeitraum zwischen dem Abschlussstichtag und dem Tag der Fertigstellung dieses Berichts keine wesentlichen Ereignisse ergeben.

 

Bergisch Gladbach, 24. Juni 2024

Miltenyi GmbH

Michael Teckentrup

Geschäftsführung

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Miltenyi

Die Firma Miltenyi GmbH wurde 1989 in Bergisch Gladbach gegründet und hat sich bis heute zu einem der etablierten deutschen Biotechnologie-Unternehmen entwickelt. Mit inzwischen mehr als 4.800 Mitarbeitern ist das Unternehmen derzeit weltweit in 28 Ländern vertreten. Gründer und Namensgeber ist Dipl.-Physiker Stefan Miltenyi, der kurz vor der Gründung des Unternehmens ein Verfahren zur Trennung von Zellen mittels an Antikörper gebundener Magnetpartikel entwickelte.

Im Folgenden wird der Konzern als "Miltenyi" bezeichnet.

MACS ® ist das englische Akronym für magnetische Zellseparation. Mit diesem Verfahren lassen sich gewünschte Zellen isolieren, indem das Zellgemisch mit sogenannten MicroBeads - an spezifische Antikörper gebundenen Magnetpartikeln - inkubiert und anschließend in eine von einem starken Magnetfeld umgebene Säule eingebracht wird. Die auf die Zielzellen zugeschnittenen Antikörper sorgen für die Bindung der Magnetpartikel an die Zielzellen, so dass diese im Magnetfeld von den unerwünschten Zellen getrennt werden.

Das Produktsortiment bietet umfassende Lösungen für die Grundlagenforschung sowie für die biomedizinische und klinische Forschung. Die Miltenyi-Gruppe entwickelt, produziert und vermarktet Produkte und Dienstleistungen für die Zellseparation, Zellanalyse, Zellkultivierung, Molekularbiologie und die klinische Forschung.

Die von Miltenyi entwickelte MACS ® -Technologie ist seit vielen Jahren ein Verfahren in der Zellseparation. Die Benutzerfreundlichkeit, geringer Zeitaufwand, hohe Reinheit und Ausbeute sind von Bedeutung für den Anwender. Die MACS-Technologie verbindet den Gebrauch von MACS-MicroBeads, patentierten MACS-Säulen und MACS-Separatoren (starke Permanentmagnete). Die MACS-Technologie ist vielseitig einsetzbar, beispielsweise zur spezifischen Anreicherung von Zellen und zur Trennung bestimmter Zelltypen und Biomoleküle.

Neben der Zellseparation für Forschungszwecke ist Miltenyi auch im Bereich klinischer Applikationen für Zelltherapien tätig. Mit dem CliniMACS ® -System, das auf der MACS- Technologie basiert, bietet Miltenyi ein automatisches Verfahren an, mit dem sowohl die Anreicherung von Blut oder Knochenmark mit Zielzellen als auch die Herausfilterung von unerwünschten Zellen aus diesem Blut oder Knochenmark möglich ist. Mit dem CliniMACS Prodigy ® wurde u.a. ein Gerät entwickelt, das die verschiedenen Stufen des komplexen Herstellungsprozesses von CAR-T-Zellen (chimeric antigen receptor T-cells) integriert und dabei den höchsten Anforderungen guter Herstellungspraxis entspricht. Unter guter Herstellungspraxis (englisch Good Manufacturing Practice, abgekürzt GMP) versteht man Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Produktion. Mit Hilfe des CliniMACS Prodigy besteht die Möglichkeit, CAR-Therapien als "Point-of-Care"-Gentherapie direkt beim Patienten herzustellen.

Gemeinsam mit strategischen Partnern kooperiert Miltenyi auf dem Gebiet der Krebsimmuntherapien. Ziel ist hierbei, die Herstellung von Zell- und Gentherapeutika so weit industriell zu standardisieren und automatisieren, dass die derzeitig in der Welt vorherrschenden manuellen Prozesse vollständig abgelöst werden können. Hiermit verbunden sind erhebliche Kostenreduktionen im Rahmen des Herstellprozesses und die Ermöglichung der geografischen Verbreitung solcher Therapien.

Im Jahr 2019 hat Miltenyi begonnen, klinische Studien mit dem Ziel einer Marktzulassung im Bereich der Immunzelltherapien (CAR-T) in Europa und den USA durchzuführen. Hierfür sind zwei neue Gesellschaften gegründet worden, um den Bereich der klinischen Studien vom herkömmlichen Biotechnologie-Geschäft abzugrenzen. Im August 2020 wurde die erste CAR-T-Zell-Therapie der Miltenyi Biomedicine GmbH seitens der Europäischen Kommission auf Empfehlung der European Medicines Agency (EMA) genehmigt.

Durch den Erwerb der Sensovation AG (nach Rechtsformwechsel Miltenyi Imaging GmbH) mit wirtschaftlicher Wirkung zum 30. April 2017 sowie der LaVision BioTec GmbH mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. April 2018 wurde das Produktportfolio um den Bereich der Lichtblattmikroskopie und 2-Photonen Mikroskopie erweitert. Insbesondere das Lichtblattmikroskop wird speziell in der Krebsforschung eingesetzt. Die Kombination aus Antikörpern, Fluorochromen und den Geräten von LaVision BioTec soll neue Maßstäbe im Bereich des High End-Imaging in der biomedizinischen Forschung setzen.

Unter dem Namen TheraSorb ® vertreibt das Unternehmen Produkte zur medizinischen Apherese. Bei der medizinischen Apherese - umgangssprachlich auch als Blutwäsche oder Blutreinigungsverfahren bezeichnet - handelt es sich um eine Methode zur extrakorporalen - also außerhalb des Körpers stattfindenden - Entfernung von pathogenen (krankmachenden) Bestandteilen (Proteinen, proteingebundene Substanzen und Zellen) aus dem Blut oder Blutplasma des Patienten. Nach der Entfernung der pathogenen Substanzen wird das "gereinigte" Blut wieder zurückgeführt. Die Apherese kann auch als Verfahren eingesetzt werden, um von einem gesunden Menschen Blutbestandteile zu gewinnen, die als Spendersubstanzen eingesetzt werden. Mit dem Fokus auf Lösungen zur Behandlung spezifischer Krankheiten werden die vielseitigen TheraSorb-Adsorber u.a. auch bei der Behandlung von Long-COVID-Patienten sowie bei Transplantationsverfahren eingesetzt.

Des Weiteren hat Miltenyi eine Vereinbarung über eine Lizensierung bestimmter Technologien aus dem Next-Generation Sequencing (NGS)-Portfolio abgeschlossen. NGS beinhaltet eine neuartige Technologie der Nukleinsäureanalytik, die langfristig u.a. die Identifizierung klinisch relevanter Krebsmutationen ermöglichen soll. In Kombination mit den Miltenyi- Produkten sollen die lizensierten NGS-Technologien helfen, zukünftig neue Lösungen für biomedizinische Fragestellungen zu entwickeln.

1.1 Konzernstruktur

Die Miltenyi GmbH steht an der Spitze des Miltenyi-Konzerns. Die Miltenyi GmbH hält eine unmittelbare 100-prozentige Beteiligung an der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG. Alle anderen Beteiligungen werden mittelbar gehalten. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 22. Februar 2023 hat die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG sämtliche Anteile an der lino Biotech AG, Adliswil, Schweiz, erworben. Zum 1. September 2023 wurden die Miltenyi Imaging GmbH und die LaVision BioTec GmbH auf die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG verschmolzen. Zum 31. Dezember 2023 gehören somit eine inländische Tochtergesellschaft, zwei inländische sowie 21 ausländische Enkelgesellschaften zum Miltenyi-Konzern, an denen die Miltenyi GmbH unmittelbar oder mittelbar zu 100% beteiligt ist. An der Gesellschaft zell-Kontakt GmbH, Nörten-Hardenberg, hält die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG 50% der Anteile.

1.2 Steuerungssystem

Miltenyi verfügt über ein bereichsübergreifendes Führungsmodell. Ziel ist hierbei, überflüssi ge Mehrfachstrukturen in den Geschäftsbereichen Research, Clinical, Bioindustry und Biomedicine zu vermeiden, um Verbundeffekte bestmöglich zu nutzen. Die operative Konzernführung ist im Wesentlichen bei der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG angesiedelt und wird durch die geschäftsführende Komplementärin der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG, die Miltenyi Biotec Management B.V. mit Sitz in Leiden (NL), ausgeübt.

In den verschiedenen Regionen gibt es jeweils eine Führungskraft als Country Manager, die mit der Koordination der verschiedenen Funktionen innerhalb des jeweiligen Landes betraut ist.

Indem wir beispielsweise die Infrastruktur und die zentralen Dienstleistungsabteilungen gemeinsam nutzen, setzen wir unsere Ressourcen effizienter ein. Mit dieser Struktur erreichen wir eine klare Aufgabenverteilung und eindeutige Zuständigkeiten. Gemeinsame Zielvorgaben und eine erfolgsabhängige Vergütung sorgen dafür, dass wir übergreifende Ziele im Blick behalten.

Mit unserem gruppenweiten Supply Chain Management gestalten wir die Versorgung unseres Vertriebsnetzwerkes einschließlich der Serviceorganisationen in effizienter Form. Die Konzernfunktion Einkauf bündelt die Einkaufsverantwortung für die Aktivitäten in allen Produktionsbereichen sowie in der Forschung und Entwicklung. Das zentrale Management von Lieferantenauswahl und Beschaffung bringt Kostensynergien und Skaleneffekte mit sich. Wichtiges Element ist hierbei eine international ausgerichtete Sourcing-Strategie.

Eine vermehrt an standardisierten Prozessen ausgerichtete Organisation soll dazu beitragen, unsere Prozess- und IT-Systemkosten zu senken, Durchlaufzeiten zu reduzieren und die Flexibilität zu erhöhen. Miltenyi verfügt über eine moderne Serverlandschaft und ein entsprechendes weltweites, zentral gemanagtes Netzwerk.

Die Finanzierung der Miltenyi erfolgt ebenfalls zentral. Mit einem Konsortialkredit, Immobiliendarlehen sowie mehreren Schuldscheindarlehen können die angestrebten Wachstumsprojekte flexibel umgesetzt werden.

1.3 Wertorientierte Steuerung

Für den langfristigen Erfolg ist neben einem stetigen Wachstum eine stabile und nachhaltige ökonomische Wertentwicklung notwendig. Um den Unternehmenswert langfristig zu steigern, nutzen wir ein Kennzahlensystem, das im Wesentlichen Finanzkennzahlen beinhaltet. Durch eine konzernweit in allen Gesellschaften implementierte Reporting-Struktur ist gewährleistet, dass wir regelmäßig über den Wertbeitrag sämtlicher Konzerngesellschaften und des Konzerns informiert sind. Gleichzeitig stellen wir hierdurch sicher, dass die durch unsere Kreditgeber gestellten Auflagen eingehalten werden.

Die wichtigsten finanziellen Steuerungsgrößen im Vergleich zu Vorjahres- und Zielwerten für den Konzern sind die Umsatzerlöse, das operative Ergebnis (EBITDA), die Nettoverschuldung und die daraus abgeleitete Verschuldungsquote, sowie die Eigenkapitalquote.

Als Bestandteil der nicht finanziellen Steuerungsgrößen beobachten wir auch bestimmte Kennzahlen zur Beschäftigungssituation wie z. B. Anteile männlicher und weiblicher Mitarbeiter und krankheitsbedingte Fehlzeiten.

1.4 Forschungs- und Entwicklungstätigkeit

Der Forschungs- und Entwicklungsbereich bei Miltenyi hat primär die Aufgabe, Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu finden. Die wissenschaftliche Qualität der Mitarbeiter und die zukünftigen Marktbedürfnisse sind ein wichtiger Antrieb für wertschaffende Innovationen. Im Forschungs- und Entwicklungsbereich wurde der Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2023 weiterhin auf die klinische Forschung sowie die Weiterentwicklung diverser Produkte aus den einzelnen Geschäftsbereichen gelegt.

Der überwiegende Teil des Sortiments besteht aus Produkten des Geschäftsbereichs der magnetischen Zellsortierung und -analyse ("Research") sowie der Zellkultur. Zudem wird kontinuierlich die Produktpalette der Fluorochrome im Bereich der Zellanalyse erfolgreich erweitert und somit das Angebotssortiment kontinuierlich ausgebaut.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Instrumentenplattform im Bereich Research sowie innovativer Lösungen im Bereich der klinischen Forschung. Hierbei wird gemeinsam mit strategischen Partnern der Herstellungsprozess zelltherapeutischer Anwendungen weiterentwickelt.

Künftige Innovation und damit Wachstum bedeutet für Miltenyi, Trends frühzeitig zu erkennen, profitable Chancen zu nutzen und eng mit Kunden auf Forscherebene zu kooperieren. Hierzu werden regelmäßig renommierte Forscher eingeladen. Zudem nehmen die Forscher der Miltenyi an zahlreichen Fachveranstaltungen teil und werden hierzu als Referenten eingeladen.

Im Geschäftsjahr 2023 betragen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Konzern insgesamt 190 Mio. EUR. Somit wurden über 21,7 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert, um die Kernkompetenzen auszubauen und neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Am 31. Dezember 2023 arbeiteten 1.061 Beschäftigte in den Forschungs- und Entwicklungsbereichen der Unternehmensgruppe. Die inländischen Forschungs- und Entwicklungsstandorte befinden sich in Bergisch Gladbach, Teterow, Bielefeld und Radolfzell. Im Ausland bestehen Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Gaithersburg, MD, Santa Barbara, CA und San José, CA (alle USA).

2. Entwicklung von Gesamtwirtschaft und Branche

2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die deutsche Wirtschaft war im gesamten Jahresverlauf 2023 von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten geprägt. Ursächlich für diese schwächer als zu Jahresbeginn allgemein erwartete Entwicklung waren vor allem die Nachwirkungen der massiven Kaufkraftverluste im Zuge der Energiepreiskrise, die den privaten Konsum geschwächt haben. Hinzu kommen die deutlich geringere Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft sowie die dämpfenden Effekte der geopolitischen Spannungen und Krisen.

Nach einem preis-, saison- und kalenderbereinigten Rückgang des BIP um 1/4 % zum Jahresende 2023 deuten aktuelle Frühindikatoren noch nicht auf eine rasche konjunkturelle Erholung hin. Mit einem rückläufigen Trend der Inflation, steigenden Reallöhnen und einer allmählichen Belebung der Weltwirtschaft dürften sich zentrale Belastungsfaktoren für die deutsche Wirtschaft aber im Verlauf dieses Jahres verringern und eine vor allem binnenwirtschaftlich getragene Erholung einsetzen.

Die Inflationsrate belief sich im Dezember auf 3,7 %, während sie im November noch bei 3,2 % gelegen hatte. Maßgeblich hierfür war ein Basiseffekt aufgrund der sog. Dezember- Soforthilfe zum Jahresende 2022. Zu Beginn dieses Jahres dürfte die Inflationsentwicklung durch steuerliche und fiskalische Maßnahmen geprägt werden. Im weiteren Verlauf des Jahres dominieren aber weiterhin inflationssenkende Faktoren (sinkende Erzeuger- und Importpreise, straffe Geldpolitik der EZB, angemessene Tarifabschlüsse sowie Normalisierung Gewinnmargen).

Der Arbeitsmarkt wies zum Jahresende einen saisonüblichen Verlauf auf. Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich in Ursprungszahlen wie im Dezember üblich, saisonbereinigt bedeutete das einen geringfügigen Anstieg um 5.000 Personen. Die Erwerbstätigkeit war im November weiterhin aufwärtsgerichtet. Die Frühindikatoren entwickelten sich durchweg besser, deuten aber noch nicht auf eine grundsätzliche Trendwende hin 1.

Angesichts der insgesamt noch schwachen Indikatoren-Lage und der weiter hohen Unsicherheit der privaten Haushalte sowie der Unternehmen gehen die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute in ihren jüngsten Konjunkturprognosen für das erste Quartal 2024 von einem erneuten, leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts aus. Erst im weiteren Jahresverlauf ist im Zuge weiter rückläufiger Inflationsraten, steigender Löhne und Einkommen, einer anhaltend stabilen Arbeitsmarktentwicklung und zunehmender Impulse von der Außenwirtschaft mit einer spürbaren konjunkturellen Belebung zu rechnen. 2

1 Abgerufen auf www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2024/20240115-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-januar-2024.html
2 Abgerufen auf BMWK - Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Februar 20241

2.2 Entwicklung der Biotechnologiebranche

Trotz angespannter globaler Finanzierungslage ist es der deutschen Biotechnologie-Branche in 2023 gelungen, mit rund 1,08 Mrd. Euro etwas mehr Kapital einzusammeln als im Jahr 2022 (920 Mio. EUR). Die jährliche Trendumfrage des Verbands Bio Deutschland e.V. zeigt zudem, dass Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer ihre Geschäftslage 2023 zwar noch deutlich schlechter einschätzen als 2022, sie aber wieder positiver in die Zukunft blicken. Allerdings setzt sich der negative Trend bei der Personalplanung und den Investitionen in Forschung und Entwicklung für 2023 fort. Rund 29,0 % der Befragten gaben an, ihre aktuelle Geschäftslage sei schlecht. 2022 sagten dies lediglich 13,0 %. Die Anzahl derer, die das aktuelle politische Klima für Biotech-Unternehmen schlecht finden, hat sich mehr als verdoppelt, von 15,0 % auf 35,0 %. Im Hinblick auf das zukünftige politische Klima erwarten die Unternehmerinnen und Unternehmer kaum Veränderungen. 3

2.3 Wesentliche Entwicklungen im Konzern

2023 2022 * Delta Delta
T € T € T € %
Umsatz 874.409 868.168 6.241 0,7
Rohertrag 837.034 815.651 21.383 2,6
Personalaufwand 433.452 377.272 56.180 14,9
EBITDA 123.627 177.624 -53.997 -30,4
Nettoverschuldung 478.416 277.952 200.464 72,1

* Positionen um den Anteil des aufgegebenen Geschäftsbereichs angepasst

Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 6.241 (0,7 %) auf TEUR 874.409. Der Konzern konnte 2023 somit erneut ein Umsatzwachstum verzeichnen.

Der Rohertrag konnte ebenfalls von TEUR 815.651 im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 837.034 gesteigert werden. Dies entspricht einem Wachstum von TEUR 21.383 (2,6 %). Der Rohertrag zeigt das um neutrale Aufwendungen und Erträge korrigierte Ergebnis aus den Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen, aktivierten Eigenleistungen, anderen betrieblichen Erträgen und dem Materialaufwand.

Der weitere allgemeine Personalaufbau führte dazu, dass der Personalaufwand im Vergleich zum Vorjahr um 14,9 % auf TEUR 433.452 (2022: TEUR 377.272) angestiegen ist.

Trotz der positiven Entwicklungen beim Umsatz und Rohertrag ist das EBITDA als Unternehmenssteuerungsgröße gegenüber dem Vorjahr um 30,4% gesunken, wobei wir in der Prognosespanne (zwischen 115 und 125 Mio. EUR) für das Geschäftsjahr 2023 liegen. Der Rückgang liegt an dem überproportionalen Anstieg der Personal- und sonstigen Aufwendungen gegenüber dem Umsatz. Das EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) zeigt das Konzernergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände.

3 Abgerufen auf www.biodeutschland.org/de/nachrichten/finanzierung-und-trends-der-branche.html

Die Nettoverschuldung ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 200.464 auf TEUR 478.416 gestiegen. Dies resultiert aus der Aufnahme von Darlehen. Die Nettoverschuldung zeigt den Saldo aus den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Bank-/Kassenguthaben, sowie Wertpapieren.

2.4 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.4.1 Ertragslage

2023 2022 * Delta Delta
T € T € T € %
Umsatzerlöse 874.409 868.168 6.241 0,7
Bestandsveränderungen 64.770 16.376 48.394 <100
Aktivierte Eigenleistungen 11.466 8.974 2.492 27,8
Betriebsleistung 950.645 893.518 57.127 6,4
Andere betriebliche Erträge 24.109 44.314 -20.205 -45,6
Materialaufwand 137.720 122.186 15.533 12,7
Rohertrag 837.034 815.645 21.389 2,6
Personalaufwand 433.452 377.272 56.180 14,9
Abschreibungen (inkl. Wertminderung) 58.018 53.118 4.899 9,2
Betriebsaufwendungen 283.194 258.902 24.292 9,4
Sonstige Steuern 2.394 2.086 307 14,7
Aufwendungen für die Betriebsleistung 914.777 813.566 101.212 12,4
Betriebsergebnis 59.976 124.266 -64.290 -51,7
Finanzergebnis -19.164 -10.304 -8.860 86,0
Unternehmensergebnis 40.813 113.962 -73.150 -64,2
Neutrales Ergebnis 7.904 3.915 3.989 <100
Ergebnis vor Ertragsteuern 48.716 117.877 -69.161 -58,7
Ertragsteuern 19.383 40.809 -21.426 -52,5
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -18.333 -1.676 -16.657 <100
Jahresüberschuss 11.000 75.393 -64.393 -85,4

* Positionen um den Anteil des aufgegebenen Geschäftsbereichs angepasst

Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,7 % auf 874 Mio. EUR gestiegen. Damit liegen wir deutlich unter unserer Prognose-Spanne für das Geschäftsjahr 2023, welche zwischen 1.020 bis 1.040 Mio. EUR lag. Als Gründe dafür sehen wir den allgemeinen wirtschaftlichen Abschwung in 2023 und eine dementsprechend deutlich geringere Nachfrage in allen unseren Märkten, vor allem in den USA und Asien, wo die Umsatzerlöse gar unter dem Vorjahr liegen.

Hierbei verteilt sich der Umsatz wie folgt auf die unterschiedlichen Regionen der Welt:

2023 2022 Delta Delta
T € T € T € %
Inland 54.119 51.940 2.179 4,2
Europa (ohne Inland) 182.284 157.169 25.115 16,0
Nordamerika 523.882 530.397 -6.515 -1,2
Asien/Pazifik 101.235 114.058 -12.823 -11,2
Restliche Welt 12.888 14.605 -1.717 -11,8
Gesamt 874.409 868.168 6.241 0,7

Die Umsatzsteigerung resultiert überwiegend aus dem originären Wachstum des Unternehmens im Kerngeschäft sowie den weiterhin steigenden Instrumentenverkäufen.

Neben der regionalen Umsatzentwicklung erfolgt die unternehmensweite Umsatzsteuerung auch nach den Geschäftsbereichen Research, Clinical und Bioindustry.

Der Wachstumstrend im Bereich Clinical (6 %) hat sich auch im Geschäftsjahr 2023 trotz schwieriger Marktbedingungen fortgesetzt. Die Entwicklung resultiert hierbei aus der stetigen Verbreiterung der CliniMACS Prodigy-Plattform und den damit verbundenen Verkäufen von entsprechenden Schlauchsets und Reagenzien. Die Nachfrage nach GMP-gerecht hergestellten Produkten für die Herstellung und Testung von Zell- und Gentherapie-Produkten bleibt unverändert hoch.

Während sich der von der Pandemie stark betroffene Research-Bereich in den Geschäftsjahren 2021/22 deutlich erholt hatte, sehen wir im Geschäftsjahr 2023 bedingt durch den allgemeinen wirtschaftlichen Abschwung einen Umsatzrückgang um 2 %, von TEUR 331.797 in 2022 auf TEUR 323.806 in 2023.

Im dritten und kleinsten Umsatzsegment "Bioindustry" werden die Umsätze im Wesentlichen in den USA mit jungen Biotechunternehmen erzielt. Durch den allgemeinen wirtschaftlichen Abschwung und der Insolvenz einiger Banken in den USA, hat sich die Finanzierung für viele dieser Kunden deutlich erschwert, was zu einer geringeren Nachfrage geführt hat.

2023 Inland 2023 Ausland 2022 Inland 2022 Ausland
T € T € T € T €
Research Products 31.157 292.649 30.930 300.867
Clinical Products 21.752 432.477 19.477 410.004
Bioindustry 1.210 95.164 1.533 105.357
Gesamt 54.119 820.290 51.940 816.228

Die Bestandsveränderung ist im Geschäftsjahr 2023 von TEUR 16.376 im Vorjahr, auf TEUR 64.770 gestiegen. Dies resultiert aus dem weiteren Bestandsaufbau von Großgeräten und Reagenzien sowie allgemein höheren Herstellkosten.

Der Materialaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 122.186 auf TEUR 137.720 (12,7 %) gestiegen. Die Steigerung resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Produktionsmengen. Bezogen auf die Umsatzerlöse ist die Materialaufwandsquote von 14,1 % auf 15,8 % gestiegen.

Der Anstieg der Personalaufwendungen auf TEUR 433.452 (Vorjahr: TEUR 377.272) resultiert überwiegend aus Neueinstellungen und turnusmäßigen Lohn- bzw. Gehaltssteigerungen.

Die um TEUR 24.292 (9,4 %) gestiegenen Betriebsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus gestiegenen IT und sonstigen Beratungskosten, Geschäftsreisen und sonstigen Repräsentationskosten, Aufwendungen für klinische Studien und damit zusammenhängenden Beratungskosten. Unter Hinzurechnung der im neutralen Ergebnis gezeigten Aufwendungen aus Anlagenabgängen und übrigen periodenfremden Aufwendungen belaufen sich die Betriebsaufwendungen auf TEUR 284.939 (Vorjahr: TEUR 260.184).

Die Betriebsaufwendungen enthalten Kursverluste in Höhe von TEUR 23.362 (Vorjahr: TEUR 14.294). Demgegenüber stehen in den anderen betrieblichen Erträgen Kursgewinne in Höhe von TEUR 13.832 (Vorjahr: TEUR 25.421). Unter Hinzurechnung der im neutralen Ergebnis gezeigten Erträge aus Anlagenabgängen, der Auflösung von Einzelwertberichtigungen, der Auflösung von Rückstellungen und übriger periodenfremder Erträge belaufen sich die sonstigen betrieblichen Erträge auf TEUR 26.891 (Vorjahr: TEUR 47.084). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus geringeren Erträgen aus Fördergeldern, sowie einem hohen Ertrag aus Versicherungsentschädigungen im Jahr 2022.

Das neutrale Ergebnis, wie in der unten stehenden Tabelle dargestellt, resultiert im Wesentlichen aus der Auflösung von zu hoch gebildeten Steuerrückstellungen in Vorjahren, der Erstattung von Stromkosten im Zusammenhang mit der Strompreisbremse (übrige periodenfremde Erträge) und Aufwendungen aus Anlagenabgängen.

Neutrales Ergebnis 2023 2022
Erträge T € T €
aus Anlagenabgängen 742 1.402
aus der Auflösung von EWB 424 473
aus der Auflösung von Rückstellungen 43 321
übrige periodenfremde Erträge 1.573 575
Steuererträge für Vorjahre 7.376 2.755
Erträge Gesamt 10.158 5.526
Aufwendungen
aus Anlagenabgängen -1.351 -568
übrige periodenfremde Aufwendungen -394 -715
Steueraufwand für Vorjahre -509 -328
Aufwendungen Gesamt -2.254 -1.611
Neutrales Ergebnis 7.904 3.915

2.4.2 Vermögens- und Finanzlage

31.12.2023 31.12.2022 Delta Delta
Aktiva T € % T € %
Langfristige Vermögenswerte 631.665 46,7 554.196 55,4 77.469 14,0
Kurzfristige Vermögenswerte 718.229 53,1 446.397 44,6 271.832 60,9
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 3.323 0,2 0 3.323 >100
Aktiva Gesamt 1.353.216 1.000.593 352.623 35,2
Passiva
Eigenkapital 393.010 29,0 382.083 38,2 10.927 2,9
Langfristige Schulden 776.665 57,4 383.373 38,3 393.291 <100
Kurzfristige Schulden 180.234 13,3 235.137 23,5 -54.902 -23,3
Mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten direkt in Verbindung stehende Schulden 3.307 0,2 0 3.307 >100
Passiva Gesamt 1.353.216 1.000.593 352.623 35,2

Die Bilanzsumme hat sich im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 352.623 auf TEUR 1.353.216 erhöht.

Dabei sind die kurz- und langfristigen Vermögenswerte gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Der Anstieg der langfristigen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus den großvolumigen Um- und Ausbaumaßnahmen von Gebäuden in den USA (Gaithersburg, MD und San José, CA) und in Deutschland (Bergisch Gladbach und Teterow).

Der Anstieg des Working Capital (= Kurzfristige Vermögenswerte ./. Verbindlichkeiten und Fremdkapital < 1 Jahr) resultiert aus dem Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte bei gleichzeitigem Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Der Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung der Bankbestände, bedingt durch hohe Kreditaufnahmen im Zusammenhang mit dem per 23.06.2023 neu abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag über 375,0 Mio. EUR sowie dem weiteren Bestandsaufbau im Instrumentenbereich und dem damit einhergehenden Anstieg des Vorratsvermögens. Der Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten und Fremdkapital resultiert im Wesentlichen aus der Auflösung einer Leasingverbindlichkeit (Gebäude San Jose) und einer Umgliederung der kurzfristigen hin zu langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Die Eigenkapitalquote ist von 38,2 % auf 29,0 % gesunken. Dies ist im Wesentlichen auf den starken Anstieg der langfristigen Schulden zurückzuführen.

Das Working-Capital-Ratio (= Kurzfristige Vermögenswerte ./. Kurzfristiges Fremdkapital) ist aus den oben genannten Gründen gestiegen.

Working Capital 31.12.2023 31.12.2022 Delta
T € T € T €
Kurzfristige Vermögenswerte 718.229 446.397 271.832
./. Verbindlichkeiten & FK < 1 Jahr 180.234 235.137 -54.902
Working Capital 537.994 211.260 326.734
Working Capital Ratio 398,5% 189,8% <100%

Konzernkapitalflussrechnung

2023 2022 Delta Delta
T € T € T € %
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -26.795 73.262 -100.057 <100
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -115.191 -107.712 -7.479 6,9
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 336.830 24.158 312.672 <100
Veränderung der liquiden Mittel 194.844 -10.292 205.136 <100

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert. Ausgehend von einem geringeren Periodenergebnis, ist dies im Wesentlichen auf die überproportionale Zunahme der Vorräte, der Vermögenswerte und sonstiger Aktiva gegenüber der Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten sowie anderer Passiva zurückzuführen. Der Konzern wird in Zukunft weiterhin allen Zahlungsverpflichtungen nachkommen können.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit resultiert überwiegend aus den großvolumigen Um- und Ausbaumaßnahmen von Gebäuden in den USA (Gaithersburg, MD und San Jose, CA) und in Deutschland (Bergisch Gladbach und Teterow).

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wurde im Wesentlichen durch die Aufnahme von Darlehen in Höhe von TEUR 565.000 (Vorjahr: TEUR 42.399) und Tilgung von Darlehen in Höhe von TEUR 189.949 (Vorjahr: TEUR 6.058) sowie Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 33.165 (Vorjahr: TEUR 10.935) beeinflusst.

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich per 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

RLZ < 1 Jahr RLZ 1-5 Jahre RLZ > 5 Jahre Gesamt
Finanzverbindlichkeiten T € T € T € T €
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8.187 674.744 45.718 728.649
Leasingverbindlichkeiten 9.465 14.836 2.704 27.005
Derivate 445 392 523 1.360
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 6.848 0 0 6.848
Finanzverbindlichkeiten Gesamt 24.945 689.973 48.944 763.862
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 50.710 0 0 50.710
Übrige Verbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten 43.296 0 0 43.296
davon abgegrenzte Verbindlichkeiten 30.326 0 0 30.326
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.195 0 0 1.195
Laufende Ertragsteuer - und latente Steuerverbindlichkeiten 4.670 20.290 0 24.960
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 9.172 0 0 9.172
Übrige Verbindlichkeiten Gesamt 57.137 20.290 0 77.427
Verbindlichkeiten Gesamt 132.792 710.264 48.944 891.999

2.5 Personalentwicklung

Bei Miltenyi haben die Personalbeschaffung und die Personalentwicklung einen hohen Stellenwert. Ziel ist es, für die zahlreichen Projekte und Tätigkeitsbereiche Mitarbeiter mit entsprechendem Profil zu gewinnen, zu qualifizieren und langfristig an das Unternehmen zu binden. Engagierte und qualifizierte Mitarbeiter bilden das Fundament, um den hohen Innovations- und Qualitätsanspruch des Unternehmens zu erfüllen und somit zukünftig weiteres Wachstum durch Innovation zu gewährleisten.

Ein zentrales Aufgabengebiet der Personalabteilung ist daher die Ausbildung und Förderung junger Mitarbeiter. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 absolvierten insgesamt 70 junge Mitarbeiter (wie z.B. die Auszubildenden zum Industriekaufmann/-kauffrau und die Auszubildenden zum Biologielaboranten/-in) in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen ihre Berufsausbildung.

Die Entwicklung des Personalbestands in den vergangenen Jahren hat auch in 2023 dazu beigetragen, das dynamische Wachstum bei Miltenyi erfolgreich fortzusetzen. Per Stichtag erhöhte sich die Beschäftigtenzahl um insgesamt 368 Mitarbeiter auf nunmehr 4.940 Mitarbeiter (davon aufgegebener Geschäftsbereich 85 Mitarbeiter), was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 7,4 % entspricht.

2023 * 2022 * 2021
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 4.646 4.221 3.668
Saldierte Zu- und Abgänge 425 553 386
Personalaufwand in TEUR 433.452 377.272 294.212
Aufwand pro Mitarbeiter in TEUR 93 89 80
Umsatz in TEUR 874.409 868.168 699.156
Umsatz pro Mitarbeiter in TEUR 188 206 191

* Positionen um den Anteil des aufgegebenen Geschäftsbereichs angepasst

Im Jahresdurchschnitt waren 3.485 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.272) in Europa beschäftigt, 955 (Vorjahr: 852) in den USA und 206 (Vorjahr: 185) in der Region Asien/Pazifik. In dem aufgegebenen Geschäftsbereich waren im Jahresdurchschnitt 81 Mitarbeiter (Vorjahr: 88) beschäftigt.

3. Nachtragsbericht

Am 18. März 2024 hat die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG einen Antrag auf Änderung des Konsortialkreditvertrags vom 23. Juni 2023 gestellt. Dabei ist u.a. eine temporäre Erhöhung der Finanzkennziffer des Verschuldungsgrads bis zum 29. September 2024 beantragt worden. Der Antrag wurde am 11. April 2024 von allen Kreditgebern genehmigt. Die Änderung ist mit einer Änderungsgebühr von TEUR 13 je Kreditgeber sowie einer temporären Zinsmargenerhöhung verbunden.

Zur Stärkung der Geschäftstätigkeit und Verbesserung der Vertriebswege im indischen Markt wurde die Miltenyi Biotec India Pvt. Ltd. mit Sitz in Hyderabad, Indien, am 20. November 2023 gegründet. Die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG hält seit dem Anteilserwerb am 15. Januar 2024 und einer darauf folgenden Kapitalerhöhung unmittelbar 99,9996 % der Anteile an der neuen Gesellschaft. Zur Erfüllung der Anforderungen des indischen Gesellschaftsrechts hält die Miltenyi GmbH unmittelbar die übrigen 0,0004 % der Anteile der Gesellschaft (1 Share).

4. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

4. 1 Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Das Risiko- und Chancenmanagement bei Miltenyi verfolgt zwei Ziele: Chancen konsequent zu nutzen sowie Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzusteuern. So soll der Unternehmenswert nachhaltig gesteigert werden.

Unsicherheiten, die mit unternehmerischem Handeln verbunden sind, werden verantwortungsvoll behandelt. Ziele werden erreicht, indem Chancen genutzt werden, ohne dass dabei die Risiken außer Acht gelassen werden. Regelmäßig werden Risikoeinschätzungen aktualisiert, vor allem im Hinblick auf Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Da Miltenyi primär Anbieter einer Plattformtechnologie für den Forschungsmarkt ist, ist der Konzern von den Erfordernissen der Kosteneinsparung in den Gesundheitssystemen nicht unmittelbar betroffen. Der Kostendruck im Bereich der klinischen Anwendungen kann aufgrund des demografischen Wandels eher zu- als abnehmen. Die Politik dürfte aber ein Interesse an der Verbesserung und Vereinfachung des medizinischen Standards haben, was eine ausreichende Aktivität der Forschung gewährleisten sollte.

Mehr als 50 % der weltweiten Umsätze erfolgen mit Forschungseinrichtungen, die primär ihre finanziellen Mittel von staatlicher Seite erhalten. Im Rahmen von Einsparprogrammen in einzelnen Ländern, die über eine hohe Staatsschuldenquote verfügen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Budgetkürzungen dazu führen, dass weniger Mittel für den Erwerb von Geräten und Verbrauchsmaterialien zur Verfügung stehen werden. Darüber hinaus bestehen gesamtwirtschaftliche Risiken, die sich als weitere Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise und der lockeren Geldpolitik der verschiedenen Notenbanken ergeben können, wobei die Auswirkungen sehr unterschiedlich auftreten können.

Miltenyi verfolgt das Ziel, durch Kooperationen das Risiko im Bereich der Forschung und Entwicklung zu minimieren. So werden die Kosten auf die Kooperationspartner entsprechend verteilt.

Der klinische Bereich überwacht die Qualität seiner Produkte und Leistungen nach den strengen nationalen und internationalen Standards dieser besonders qualitäts- und risikobewussten Branche.

Risiken, die zum Zeitpunkt der Berichterstellung nicht bekannt sind oder als unwesentlich erscheinen, können unsere Geschäftsaktivitäten zukünftig beeinträchtigen.

Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken. Aus heutiger Sicht zeichnen sich keine den Fortbestand des Miltenyi-Konzerns gefährdenden Risiken ab.

4.2 Chancen und Risiken in Bezug auf den Wettbewerb

Der Miltenyi-Konzern ist in der Biotechnologiebranche tätig, welche grundsätzlich durch ausgeprägten Wettbewerb, intensive Forschungstätigkeit und rapide technische Veränderungen gekennzeichnet ist. Der Erfolg des Konzerns hängt in hohem Maße davon ab, inwieweit es gelingt, die qualitative und technologische Marktführerschaft im Zellseparationsgeschäft zu behaupten und auch auf angrenzende, neue Geschäftsfelder auszudehnen. Dabei sieht sich der Konzern gegenwärtig und auch in Zukunft einem intensiven Wettbewerb ausgesetzt.

Die derzeitige Positionierung des Konzerns auf dem in naher Zukunft immer bedeutender werdenden Markt der Zelltherapie stimmt den Konzern positiv, das Wachstum - auch gegenüber dem zunehmenden Wettbewerb - in Zukunft fortzusetzen.

4.3 Chancen und Risiken in Bezug auf Personal

Der Erfolg des Miltenyi-Konzerns hängt von seinen Führungskräften und seinem wissenschaftlichen und technischen Fachpersonal in Schlüsselpositionen ab. Viele dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über relevante Erfahrungen im Konzern und wären schwer zu ersetzen. Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte ist in der Biotechnologiebranche sehr intensiv, so dass die weitere Expansion hierdurch verlangsamt werden könnte. Die Förderung des Potentials von jungen Führungskräften und die kontinuierliche Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern reduziert das Risiko der Personalfluktuation und sichert den Qualitätsstandard der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

4.4 Risiken in Bezug auf Rechtsstreitigkeiten

Unternehmen des Miltenyi-Konzerns sind an verschiedenen Rechtsstreitigkeiten entweder als Kläger oder als Beklagte beteiligt. Der Ausgang dieser Verfahren kann nicht mit Bestimmtheit vorhergesagt werden. Aus den Rechtsstreitigkeiten unter Umständen resultierende finanziellen Folgen sind aufgrund der entsprechenden Bildung von Rückstellungen ausreichend berücksichtigt und abgesichert worden. Darüber hinaus sind zurzeit keine negativen Auswirkungen auf die zukünftige Ertragslage der Gesellschaft erkennbar.

4.5 Währungs- und Zinsrisiken

Die Zins- und Währungsrisiken sowie das Liquiditätsrisiko werden mit den entsprechenden Instrumenten minimiert. Sämtliche Risiken werden zentral durch die Abteilung Treasury der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG abgesichert.

Der Miltenyi-Konzern erwirtschaftet einen Großteil des Umsatzes außerhalb von Mitgliedsstaaten der europäischen Währungsunion. Diese Umsätze werden überwiegend in US- Dollar, Japanischen Yen, Britischen Pfund, Chinesischen Renminbi, Singapur-Dollar und Australien-Dollar abgewickelt. Ein Teil des Währungsrisikos kann durch Eingangsrechnungen in jeweils gleichlautender Währung ausgeglichen werden.

Im Rahmen einer konsequenten Risikomanagementpolitik prüft der Konzern kontinuierlich potentielle Währungsrisiken. Gegebenenfalls werden an den Devisenmärkten Transaktionen durchgeführt, die die Abhängigkeiten von Währungsschwankungen minimieren. Die Sicherung erfolgt mit Hilfe von marktgängig gehandelten Instrumenten, die ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften genutzt werden, allerdings nicht zu Handels- und Spekulationszwecken.

4.6 Risikomanagement

Miltenyi hat ein konzernweites umfassendes Risikomanagementsystem implementiert, das in die betrieblichen Geschäftsprozesse eingebunden ist und flexibel an die Dynamik der Umfeldbedingungen angepasst wird. Aufgabe dieses Risikomanagementsystems ist es, den bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken zu fördern sowie risikobehaftete Entwicklungen und zukünftige Chancen frühzeitig zu identifizieren, zu überwachen, zu analysieren, zu bewerten und zu steuern. Durch die Einbindung der gesamten Führungsebene und des Projektmanagements in den Prozess der Strategie- und Unternehmensentwicklung wird ein gemeinsames Bewusstsein für die kritischen Erfolgsfaktoren und die damit verbundenen Risiken geschaffen. Das SAP R/3 Finanzbuchhaltungs- und Kostenrechnungsmodul sowie eine Konsolidierungssoftware und Konzernplanungslösung bilden die Grundlage für das Controlling. Auf monatlicher Basis erfolgt eine interne Berichterstattung über die Konzerngesellschaften und die einzelnen Kostenstellen der Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG. Grundlage für die kurz- und langfristige Unternehmensplanung bildet das Planungstool "IDL Forecast". Mit Hilfe dieser Planungssoftware sind die Unternehmensleitung und das Controlling in der Lage, durch die Simulation verschiedener Szenarien Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und ihren Einfluss auf die künftige Unternehmensentwicklung - insbesondere auf Ergebnis und Liquidität - zu bestimmen.

Das implementierte interne Kontrollsystem umfasst sowohl Regelungen zur Steuerung der Unternehmensaktivitäten als auch Regelungen zur Überwachung der Einhaltung dieser Regelungen. Wesentliche Maßnahmen des internen Kontrollsystems sind die Festlegung von zustimmungspflichtigen Geschäftsvorfällen, die eingeschränkte Vergabe von Zeichnungs- und Bankvollmachten, die Standardisierung von Arbeitsabläufen durch Arbeitsanweisungen, die Überwachung der Einhaltung vorgegebener Prozessschritten anhand von Checklisten sowie die Einrichtung von Maßnahmen zum Schutz von Daten und IT-Systemen.

Miltenyi hat eine Matrixorganisation implementiert, die sowohl die Projektorganisation als auch die Abteilungsorganisation zusammenführt. Innerhalb dieser Organisationstrukturen sind detaillierte Berichts- und Informationsstrukturen eingerichtet, die eine frühzeitige Identifikation und Kommunikation von Risiken gewährleisten. Die einzelnen Projekte werden von Projektteams gesteuert und überwacht. Die Projektteams berichten laufend - auch in schriftlicher Form - über den aktuellen Fortschritt der Projekte sowie über mögliche Risiken an die einzelnen Abteilungsleiter sowie an die Unternehmensleitung.

Für einen regelmäßigen Informationsaustausch sorgen monatliche Informations- und Entscheidungsbesprechungen der ersten Management-Ebene mit der Geschäftsleitung sowie der zweiten Management-Ebene bzw. den Fachabteilungen.

Die Risikolandschaft des Miltenyi-Konzerns hat sich im Berichtszeitraum nicht wesentlich gegenüber dem Vorjahr verändert. Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken. Aus heutiger Sicht zeichnen sich keine den Fortbestand von Miltenyi gefährdenden Risiken ab.

4.7 Prognosebericht

Mit Blick auf die Entwicklung der für Miltenyi relevanten Märkte ist der Konzern für die Zukunft gerüstet und weist viele Optionen aus. Der Konzern zeichnet sich durch ein breites Angebotsspektrum aus, das es ihm ermöglicht, auch konjunkturelle Schwankungen in einzelnen Märkten auszugleichen.

Die Umsätze bewegen sich in den ersten drei Monaten des Jahres 2024 mit 5 % unter denen des Vorjahresquartals, jedoch im Wesentlichen auf dem Planniveau für das erste Quartal 2024. Für das gesamte Geschäftsjahr 2024 rechnen wir mit einem Anstieg der Umsatzerlöse und moderat steigenden Personalaufwendungen sowie rückläufigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen, was letztlich zu einem höheren Konzernjahresergebnis gegenüber dem Vorjahr führen wird.

Insgesamt rechnen wir für das Geschäftsjahr 2024 mit einem Umsatz zwischen 950 und 970 Mio. EUR, sowie einem EBITDA zwischen 150 und 170 Mio. EUR. Bei der Nettoverschuldung gehen wir von einem Wert zwischen 520 und 580 Mio. EUR aus, was zu einer Verschuldungsquote zwischen 3,0 und 3,5 führen wird. Für die Eigenkapitalquote erwarten wir einen Wert zwischen 28 und 33%.

Für das Jahr 2024 sind zum jetzigen Zeitpunkt insgesamt Investitionen von ca. 90 Mio. EUR eingeplant. Diese erstrecken sich über verschiedene Bereiche. Es sind Erweiterungsinvestitionen in Gebäude im In- und Ausland geplant. Des Weiteren bilden Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in das technische Equipment sowie softwareunterstützte Prozesslösungen den wesentlichen Rest der Investitionen ab, um die Effektivität der betrieblichen Abläufe weiter zu steigern und zu sichern. Finanziert werden diese Vorhaben sowohl aus eigenen Mittel als auch durch Fremdkapital.

Die erfolgreiche Einführung neuer Prozesse und Arbeitsabläufe ermöglichen es dem Unternehmen auch in Zukunft, Synergien aufzudecken und die Effizienz weiter zu steigern.

Die Entwicklung der Wechselkurse ist von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in besonderem Maße betroffen. Mit Hilfe eines etablierten Währungsmanagements ist der Konzern gegen stark schwankende Wechselkurse ausreichend abgesichert. Der dem Umsatzwachstum zu Grunde liegende Wechselkurs für den US-Dollar liegt bei 1,15 EUR/USD und somit über dem derzeit abgesicherten Kursniveau von 1,08 EUR/USD (Stand 31.12.2024).

Grundsätzlich deutet sich in der Einschätzung der Miltenyi ein positiver Trend ab, der sich auch entsprechend auf die Geschäftsfelder des Konzerns auswirkt.

 

Bergisch Gladbach, 24. Juni 2024

Miltenyi GmbH

Michael Teckentrup

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