Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 190424
Vorher
POGC Trading GmbHPGNiG Sales & Trading GmbHPGNiG Supply & Trading GmbH
Eingetragen
10.2.2011
Branche
Großhandel mit Brennstoffen und MineralölerzeugnissenTätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklernTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Brennstoffen, Erzen, Metallen und technischen Chemikalien
Gegenstand
Gegenstand geändert, nun: Ausübung Geschäftstätigkeit im Umfang des in Ziffer 2.4 des Gesellschaftsvertrags beschriebenen Bereichs zur Umsetzung der Mission und der Strategie der ORLEN Capital Group. Die Gesellschaft strebt an, den in Ziffer 2.1 des Gesellschaftsvertrags beschriebenen Hauptzweck zu verwirklichen und sich dabei an den Interessen der ORLEN Capital Group zu orientieren, und zwar für die Dauer ihrer Zugehörigkeit zu der Gruppe. Unter ORLEN Capital Group ist die ORLEN Spolka Akcyjna mit Sitz in Plock, Polen (ORLEN S.A.), sowie deren Tochtergesellschaften im Sinne des Internationalen Standards der Finanzberichtserstattung 10 konsolidierter Finanzbericht oder eines anderen Standards, der an dessen Stelle Anwendung findet zu verstehen. Gegenstand des Unternehmens ist der Kauf und Verkauf von sowie der Handel mit Gas, Brennstoffen und sonstigen Energieformen und damit zusammenhängenden Produkten in physischer Form sowie der Handel mit Derivaten und Finanzprodukten bezogen auf Gas, Brennstoffe und Energie an europäischen und sonstigen Märkten, wobei der Handel mit Derivaten und Finanzprodukten ausschließlich zur Absicherung eigener Risiken und damit als erlaubnisfreies Eigengeschäft im Sinne des Kreditwesengesetzes getätigt wird. Darüber hinaus erbringt die Gesellschaft Leistungen für ihr unmittelbares Mutterunternehmen, für Unternehmen des Mutterkonzerns und sonstige Dritte und sie kann als Vermittler für ihr unmittelbares Mutterunternehmen oder sonstige Parteien tätig werden. Ferner kann die Gesellschaft auch sonstige Tätigkeiten in den Bereichen Handel, Kauf, Verkauf, Produktion und Service ausüben.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Pawel Pelka
seit 16.9.2025
Geschäftsführer
Uwe Bode
seit 6.11.2024
Prokura
Prokura
Marek Gabryjelski
seit 6.11.2024
Prokura
Grzegorz Bujnowski
seit 30.9.2024
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Orlen Spółka AkcyjnaPOL
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Orlen Spółka Akcyjna
Poland
10.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

PGNiG Supply & Trading GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 941.667,00 2.716.732,06
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 180.894,77 168.496,90
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 57.558.919,10 321.665,35
58.681.480,87 3.206.894,31
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
Fertige Erzeugnisse und Waren 377.155.194,26 580.047.204,66
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 137.153.330,47 259.325.721,46
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 189.970.434,58 403.718.037,02
3. Sonstige Vermögensgegenstände 111.195.558,24 135.187.839,69
- davon aus Steuern: EUR 438.321,71 (Vorjahr: EUR 2.618.202,85)
438.319.323,29 798.231.598,17
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 69.102.429,20 334.536.961,97
884.576.946,75 1.712.815.764,80
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 21.766.402,84 11.811.306,69
965.024.830,46 1.727.833.965,80

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 10.000.000,00 10.000.000,00
II. Währungsumrechnungsrücklage -4.228.991,98 -1.846.614,33
III. Bilanzgewinn 93.020.068,15 60.886.103,76
98.791.076,17 69.039.489,43
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen 9.385.854,31 17.048.969,42
2. Sonstige Rückstellungen 10.233.393,99 110.195.955,32
19.619.248,30 127.244.924,74
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 49.720.880,38 84.017,58
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 375.739.639,61 493.662.910,96
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 133.741.864,68 439.177.550,64
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 239.434.451,30 551.596.798,83
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 11.874,36
6. Sonstige Verbindlichkeiten 25.090.495,25 6.499.689,38
- davon aus Steuern: EUR 9.914.940,89 (Vorjahr: EUR 256.260,90)
823.727.331,22 1.491.032.841,75
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 15.598.497,76 40.514.762,93
E. PASSIVE LATENTE STEUERN 7.288.677,01 1.946,95
965.024.830,46 1.727.833.965,80

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1.1. BIS ZUM 31.12.2023

1.1. - 31.12.2023 1.1. - 31.12.2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 6.338.783.171,57 17.608.108.376,05
2. Sonstige betriebliche Erträge 10.531.358,03 47.779.836,32
- davon aus der Währungsumrechnung: EUR 9.865.733,12 (Vorjahr: EUR 47.161.579,97)
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -6.250.883.397,75 -17.477.852.320,36
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -19.475.601,83 -19.008.503,66
-6.270.358.999,58 -17.496.860.824,02
4. Rohergebnis 78.955.530,02 159.027.388,35
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -5.951.667,74 -5.463.673,03
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -736.426,49 -827.134,16
- davon für Altersversorgung: EUR 750,13 (Vorjahr: EUR 261,84)
-6.688.094,23 -6.290.807,19
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -561.876,46 -552.873,46
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -15.085.095,21 -57.275.022,26
davon aus der Währungsumrechnung: EUR 8.283.461,32 (Vorjahr: EUR 49.456.488,61)
8. Betriebsergebnis 56.620.464,12 94.908.685,44
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.908.899,91 588.024,46
10. Aufwendungen aus Verlustübernahme -740.566,93 -1.290.432,63
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -9.526.433,60 -13.979.286,87
12. Finanzergebnis -8.358.100,62 -14.681.695,04
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -15.954.786,42 -16.914.761,46
- davon latente Steuern: EUR -7.286.754,31 (Vorjahr: EUR -384.925,07)
14. Ergebnis nach Steuern 32.307.577,08 63.312.228,94
15. Sonstige Steuern -173.612,69 -6,00
16. Jahresüberschuss 32.133.964,39 63.312.222,94
17. Gewinn-/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 60.886.103,76 -2.426.119,18
18. Bilanzgewinn 93.020.068,15 60.886.103,76

Anhang vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss der PGNIG Supply & Trading GmbH, München (HRB 190424, Amtsgericht München, im Folgenden auch "PST") wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft i.S.d. § 267 Abs. 3 und 4 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der ORLEN S.A. ("ORLEN", vormals: Polski Koncern Naftowy ORLEN S.A.), Płock, Polen, einem vertikal integrierten Energieunternehmen, das entlang der vollständigen Wertschöpfungskette von Energieerzeugung/-exploration bis zur Versorgung von Endverbrauchern in den Bereichen Gas, Strom und Öl aktiv ist. Im Zuge der Fusion zwischen ORLEN und Polskie Gornictwo Naftowe i Gazownictwo S.A. ("PGNIG") trat ORLEN mit Wirkung vom 2. November 2022 gemäß Artikel 494 Absatz 1 des polnischen Handelsgesetzbuchs in alle Rechte und Pflichten (Gesamtrechtsnachfolge) des bisherigen Anteilseigners PGNIG ein. Die Gesellschaft gehört somit zu einer Gruppe von Unternehmen, die im Sinne des Artikels 3 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr.139/2004 des Rates vom 20. Januar 2004 über die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen miteinander verbunden sind und in der Europäischen Union im Elektrizitäts- oder Gasbereich tätig sind. Die Gesellschaft ist somit ein vertikal integriertes Unternehmen im Sinne des § 3 Nr. 38 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Die Vorschriften des EnWG finden Anwendung.

Mit der 100%igen Tochtergesellschaft PST Europe Sales GmbH i.L., München besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. Der Vertrag gilt seit dem 1. Januar 2017 und ist zum Stichtag ungekündigt. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 5. Januar 2017.

Die Gesellschaft besitzt seit 2017 eine produktive Betriebsstätte in London, Großbritannien und seit 2019 eine produktive Betriebsstätte in Warschau, Polen.

In 2022 gründete die Gesellschaft die Tochtergesellschaft PGNIG Supply & Trading Polska Sp. z o.o. in Warschau, Polen, die aber weiterhin inaktiv geblieben ist, sowie in Großbritannien die zwei nun operativen Tochtergesellschaften PST LNG Trading Ltd. und die PST LNG Shipping Ltd. in London. Im Geschäftsjahr 2023 wurden alle Aktivitäten der Niederlassung London auf diese Tochtergesellschaften in Großbritannien übertragen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert. Die Abschreibungen auf Zugänge während des Geschäftsjahres erfolgen zeitanteilig. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern betragen 1 bis 5 Jahre.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig. Die Nutzungsdauer des Sachanlagevermögens liegt zwischen 3 und 23 Jahren. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu EUR 250,00 werden im Zugangsjahr in voller Höhe bzw. bei Anschaffungskosten zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00 über fünf Jahre (Pooling) abgeschrieben.

Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten bewertet.

Bei einer dauerhaften Wertminderung des Anlagevermögens wird gem. § 253 Abs. 3 Satz 5 und 6 HGB außerplanmäßig auf den entsprechenden niedrigeren Wert abgeschrieben.

Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt mit den Anschaffungskosten. Für gespeicherte Gaskapazitäten (Waren) wird hierbei gemäß § 256 HGB als Bewertungsvereinfachungsverfahren die FIFO-Methode angewendet. Sofern notwendig erfolgt die Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt; erkennbare Risiken sind durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert bewertet.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben bilanziert, soweit sie Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Fremdwährungen wurden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Auf Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände bzw. Schulden werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

ORLEN GROUP Dies gilt auch für die Bilanzpositionen der ausländischen Betriebsstätten. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden dagegen mit dem durchschnittlichen Devisenkassakurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Eine dabei entstehende Differenz wird erfolgsneutral in die Währungsumrechnungsrücklage eingestellt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die Ermittlung latenter Steuern ergibt insgesamt eine Steuerbelastung. Das nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB bestehende Aktivierungswahlrecht für aktive latente Steuern wurde ausgeübt.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt.

Die Steuerrückstellungen sowie die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Langfristige Rückstellungen werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem restlaufzeitadäquaten Marktzins abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Passivseite Einnahmen bilanziert, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Beteiligungshöhe Gezeichnetes Kapital Geschäftsjahr Ergebnis
PST Europe Sales GmbH in Liquidation, München 100% 1.000.000,00 EUR 01.01.2023 - 31.12.2023 0,00
PST LNG Trading Ltd., London 100% 50.000.000,00 GBP 01.05.2023 - 31.12.2023 28.047.188,82 USD (vorläufig) *
PST LNG Shipping Ltd., London 100% 5.000,00 GBP 01.05.2023 - 31.12.2023 1.917.341,38 USD (vorläufig)
PGNG Supply & Trading Polska Sp. z 0.0 99% 50.000,00 PLN 01.01.2023 - 31.12.2023 -37.448,29 PLN

Im Geschäftsjahr wurde bei der PST LNG Trading Ltd. eine Kapitalerhöhung auf Mio. 50 GBP durchgeführt.

Unter den Finanzanlagen wird die PST Europe Sales GmbH i.L. ausgewiesen. Mit dieser besteht seit dem 1. Januar 2017 ein Ergebnisabführungsvertrag. Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages muss die Gesellschaft Verluste in Höhe von EUR 740.566,93 (Vorjahr EUR 1.290.432,63) übernehmen.

Vorratsvermögen

Zum 31.12.2023 wurde Gas (Dry-Gas) im Wert von EUR 376.307.311,61 in angemieteten Speichern eingelagert (Vorjahr EUR 579.699.140,23). Daneben ist im Vorratsvermögen auch Wet Gas im Wert von EUR 847.882,65 (Vorjahr EUR 348.064,43) ausgewiesen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 137.153.330,47 259.325.721,46
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 0,00 0,00
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 189.970.434,58 403.718.037,02
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 0,00 0,00
Sonstige Vermögensgegenstände 111.195.558,24 135.187.839,69
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 0,00 0,00
438.319.323,29 798.231.598,17

Unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen Forderungen gegenüber Handelspartnern für die Lieferperiode Dezember 2023 ausgewiesen.

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
ORLEN S.A., Płock, Polen 166.134.989,28 394.802.009,30
PST Europe Sales GmbH in Liquidation, München 1.814.593,81 3.390.538,50
LOTOS Exploration and Production Norge AS, Stavanger, Norwegen 0,00 2.880.762,47
PST LNG Trading Ltd., London, Großbritannien 22.020.851,49 0,00
PST LNG Shipping Ltd., London, Großbritannien 0,00 2.638.726,75
XOOL GmbH in Liquidation, München 0,00 6.000,00
189.970.434,58 403.718.037,02

Die Forderungen gegenüber der Gesellschafterin ORLEN, resultieren aus Lieferungs- und Leistungsgeschäften. Zum 31. Dezember 2023 bestanden keine Forderungen gegenüber der LOTOS Exploration and Production Norge AS, die Forderungen des Vorjahres betrafen in voller Höhe Lieferungen und Leistungen. Die Forderung gegenüber der PST Europe Sales GmbH i.L. besteht aus einem Darlehen in Höhe von EUR 1.814.593,81 (Vorjahr EUR 3.378.534,00), Forderungen aus Lieferungs- und Leistungsgeschäften bestanden zum Bilanzstichtag nicht (Vorjahr EUR 12.004,50). Gegenüber der XOOL GmbH i.L. werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 0,00 ausgewiesen (Vorjahr EUR 6.000,00). Die Forderung gegenüber der PST LNG Trading Ltd. resultiert, beziehungsweise die Forderung gegenüber der PST LNG Shipping Ltd. des Vorjahres resultierte aus Lieferungs- und Leistungsgeschäften.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten neben gezahlten Sicherheitsleistungen Margin- Zahlungen ("Initial- und Variation-Margin") für Gas- bzw. Strom-Futures für Lieferzeiträume nach dem 31. Dezember 2023 in Höhe von insgesamt EUR 69.800.736,67 (Vorjahr EUR 96.705.901,81).

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Die flüssigen Mittel bestehen aus Bankguthaben, die gegenüber dem Vorjahr unverändert in Höhe von EUR 776.900,00 einer Verfügungsbeschränkung unterliegen.

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Unter dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten wird im Wesentlichen der Aufwand aus der Kaskadierung von Gas- und Strom-Futures (mit Lieferungsbeginn ab dem 1. Januar 2024) ausgewiesen. Dabei wird der Kaskadierungseffekt unabhängig davon, ob es sich um eine künftige physische Lieferung oder um einen finanziellen Close-Outs handelt, saldiert auf diesem Abgrenzungsposten ausgewiesen.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 10.000.000,00 wird in voller Höhe von der Alleingesellschafterin ORLEN S.A., Ptock, Polen gehalten.

Steuerrückstellungen

Die ausgewiesenen Steuerrückstellungen betreffen das Geschäftsjahr 2023 und 2022.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Rechnungen (hier insbesondere für fehlende Abrechnungen von Gaslieferungen), für Bonus- und Urlaubsverpflichtungen aus dem Personalbereich und darüber hinaus für Jahresabschlusserstellungs- und -prüfungskosten sowie für die Erstellung der Steuererklärungen gebucht. Im Vorjahr war der wesentliche Anteil am Gesamtbestand der Rückstellungen eine ausstehende Abrechnung über eine LNG-Lieferung Ende 2022 in Höhe von EUR 95.145.364,54.

Im Geschäftsjahr mussten keine Drohverlustrückstellungen mehr für die Betriebsstätte in Warschau gebildet werden (Vorjahr EUR 1.004.445,55). Für das Handelsgeschäft in Deutschland musste eine Drohverlustrückstellungen in Höhe von EUR 3.156,00 (Vorjahr EUR 0,00) gebildet werden.

Verbindlichkeiten

Die Gliederung der Verbindlichkeiten sowie ihre Laufzeiten ergeben sich aus folgendem Verbindlichkeitenspiegel:

Gesamt Betrag Restlaufzeit bis 1 Jahr
EUR EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 49.720.880,38 49.720.880,38
(Vorjahr) (84.017,58) (84.017,58)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 375.739.639,61 375.739.639,61
(Vorjahr) (493.662.910,96) (493.662.910,96)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 133.741.864,68 133.741.864,68
(Vorjahr) (439.177.550,64) (439.177.550,64)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 239.434.451,30 239.434.451,30
(Vorjahr) (551.608.673,19) (551.608.673,19)
Sonstige Verbindlichkeiten 25.090.495,25 25.090.495,25
(Vorjahr) (6.499.689,38) (6.499.689,38)
823.727.331,22 823.727.331,22
(1.491.032.841,75) (1.491.032.841,75)

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen Kosten für die Energiebeschaffung.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beziehen sich u.a. auf Verbindlichkeiten aus dem Lieferungs- und Leistungsgeschäft in Höhe von EUR 119.471.481,81 (Vorjahr EUR 349.483.528,19) gegenüber der Schwestergesellschaft PGNiG Upstream Norway SA, Stavanger, Norwegen. Gegenüber der Alleingesellschafterin ORLEN S.A., Plock, Polen bestand neben den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 19.610.166,48 (Vorjahr EUR 70.660.115,28) keine Verbindlichkeiten aus der Inanspruchnahme des Gesellschafterdarlehen inklusive Zinsen (Vorjahr EUR 10.000.250,23). Weiterhin ist darunter eine Verbindlichkeit aus einem Cash-Pool zwischen der Alleingesellschafterin und der Niederlassung in Warschau bzw. seit 2023 nun auch für den Stammsitz der Gesellschaft in Höhe von EUR 84.411.020,33 (Vorjahr EUR 66.663.189,82) ausgewiesen. Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages werden daneben auch Verbindlichkeiten aus der Verlustübernahme PST ES i.L. in Höhe von EUR 740.566,93 (Vorjahr EUR 1.306.219,43) ausgewiesen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten neben Sicherheitsleistungen in Form von Marginverpflichtungen für Gas- bzw. Strom-Futures für Lieferzeiträume nach dem 31. Dezember 2023 i.H.v. insgesamt EUR 14.420.933,52 (Vorjahr EUR 6.090.243,79) Umsatzsteuerverbindlichkeiten i.H.v. insgesamt EUR 9.893.948,37 (Vorjahr EUR 242.994,14).

Unter dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten wird im Wesentlichen der Effekt aus der Kaskadierung von Gas- und Strom-Futures (mit Lieferungsbeginn ab dem 1. Januar 2024) ausgewiesen. Dabei wird der Kaskadierungseffekt unabhängig davon, ob es sich um eine künftige physische Lieferung oder um einen finanziellen Close-Out handelt, saldiert auf diesem Abgrenzungsposten ausgewiesen.

Latente Steuern

Die passiven latenten Steuern resultieren aus folgendem Sachverhalt:

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
Latente Steuern auf Vorräte 7.288.677,01 0,00
Latente Steuern aus lokalen Differenzen der Betriebsstätte in London 0,00 1.946,95
7.288.677,01 1.946,95

Eventualverbindlichkeiten

Haftungsverhältnisse aus Gewährleistungsverträgen

Zum Bilanzstichtag bestanden Haftungsverhältnisse aus Gewährleistungen in Höhe von maximal EUR 2.000 Mio. sowie USD 1.600 Mio. gegenüber der Alleingesellschafterin ORLEN S.A.. Hierzu wurden Gewährleistungsverträge für die unterschiedlichen Geschäftsbereiche der Gruppe vor dem Hintergrund abgeschlossen, dass die Alleingesellschafterin ihrerseits Zahlungsgarantien gegenüber externen Lieferanten der PGNiG Supply & Trading GmbH gegeben hat, um das Risiko eines Zahlungsausfalls der Tochtergesellschaft abzusichern. Bei Inanspruchnahme durch einen externen Lieferanten wäre die Alleingesellschafterin berechtigt, das Geld von der Tochtergesellschaft zurückzufordern. Die Gesellschaftergarantien beziehen sich auf einzelne Transaktionen zwischen der Gesellschaft und externen Lieferanten. Jede einzelne Garantievereinbarung im Rahmen des Gewährleistungsvertrags steht unter der auflösenden Bedingung, dass die zu sichernde Forderung seitens der externen Lieferanten beglichen ist oder die Laufzeit der jeweiligen Garantie endet.

Zum Bilanzstichtag bestanden offene Verbindlichkeiten seitens der Gesellschaft gegenüber externen Lieferanten und somit Zahlungsgarantien seitens der Muttergesellschaft in Höhe von EUR 133,7 Mio., sodass eine Inanspruchnahme zum Bilanzstichtag in gleicher Höhe möglich wäre. Da die Gesellschaft mit ausreichend liquiden Mitteln ausgestattet ist und ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommt, ist eine Inanspruchnahme der Gewährleistungsverpflichtung der Muttergesellschaft durch externe Lieferanten und somit die Inanspruchnahme der Gewährleistungsverpflichtung der Gesellschaft durch die Muttergesellschaft nicht zu erwarten. Das Risiko wird als minimal eingestuft.

Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten

Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten bestanden zum Abschlussstichtag nicht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2023 bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen in folgender Höhe:

2024 2025 2026-2027 Gesamt
EUR EUR EUR EUR
689.160.660,10 145.761.856,07 16.045.082,52 850.967.598,69

Nach der Ausgliederung des operativen Geschäfts der LNG Niederlassung in die LNG Tochtergesellschaften handelt es sich bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen wieder im Wesentlichen um schwebende Gas- und Stromtermingeschäfte (Beschaffung) mit Dritten in Höhe von EUR 850.023.120,40.

Darin enthalten sind aber auch schwebende Beschaffungen von der norwegischen Schwestergesellschaft in Höhe von EUR 7.290.552,36.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Der Hauptgrund für die deutlich gesunkenen Umsatzerlöse ist die Entspannung auf den Energiemärkten, welche die durch den Ukrainekrieg sowie der Lieferstörung / Lieferstopp von russischem Gas im Jahr 2022 verursachte Unsicherheiten im Jahr 2023 wieder überwinden konnten. Hinzu kam der Effekt aus der Ausgliederung des LNG-Geschäfts der Betriebsstätte in London auf die LNG Tochtergesellschaften. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung der Umsatzerlöse in den jeweiligen operativen Einheiten wider. Die Umsatzerlöse der Betriebsstätte Warschau sanken gegenüber 2022 um 35,8 Prozent, die des Stammsitzes sanken um 58,2 Prozent und die der Betriebsstätte in London durch den Sondereffekt sogar um 87,8 Prozent. Entgegen dem reinen Preiseffekt stieg die Handelsmenge von 127 TWh in 2022 auf nun 135 TWh.

Die Umsatzerlöse verteilen sich regional wie folgt:

innerhalb Deutschlands außerhalb Deutschlands Gesamt
EUR EUR EUR
Umsatzerlöse 3.000.122.499,50 3.338.660.672,07 6.338.783.171,57
(Vorjahr) (2.990.040.390,01) (14.618.067.986,04) (17.608.108.376,05)

Die Handelsumsatzerlöse verteilen sich auf die Rohstoffe wie folgt:

Gas Strom Erdöl Gesamt
EUR EUR EUR EUR
Umsatzerlöse 6.162.741.032,26 176.016.796,99 25.342,32 6.338.783.171,57
(Vorjahr) (17.425.930.273,76) (182.178.102,29) (0,00) (17.608.108.376,05)

Materialaufwand

Der Posten Materialaufwand beinhaltet die Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe sowie alle bezogenen Leistungen. Analog zu den Umsatzerlösen entfällt der wesentliche Teil dabei auf Gasbeschaffungskosten. Die Reduzierung gegenüber dem Vorjahr korrespondiert mit dem Rückgang der Umsatzerlöse und resultiert vor allem aus der Entspannung an den Energiemärkten im Geschäftsjahr 2023. Das leicht erhöhte Beschaffungsvolumen konnten den Rückgang etwas dämpfen.

Abschreibungen

Es wurden nur planmäßige Abschreibungen auf materielle und immaterielle Vermögensgegenständige des Anlagevermögens getätigt.

Sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Währungsumrechnungen, die im Berichtsjahr EUR 9.865.733,12 betrugen (Vorjahr EUR 47.161.579,97). Dieser deutliche Rückgang resultiert aus dem gesunkenem Preisniveau und dem damit einhergehenden Rückgang der Effekte aus Währungsumrechnung in Verbindung mit dem geringeren Anteil von Fremdwährungsgeschäften im Zusammenhang mit der Ausgliederung des LNG Geschäfts in die LNG-Tochtergesellschaften

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten solche aus Währungsumrechnungen in Höhe von EUR 8.283.461,32 (Vorjahr EUR 49.456.488,61). Im Übrigen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen für Fremdleistungen, Beratungskosten sowie Aufwendungen für die Infrastruktur des Unternehmens ausgewiesen. Der Rückgang der ausgewiesenen Kosten resultiert ebenfalls im Wesentlichen aus den deutlich gesunkenen Währungsumrechnungskosten, die sich neben dem Preiseffekt vor allem mit deutlich niedrigeren LNG- Geschäftsvolumen begründen lassen.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen i.H.v. EUR 1.908.899,91 (Vorjahr EUR 588.024,46) sind Zinsen gegenüber der PST Europe Sales GmbH in Liquidation i.H.v. EUR 114.593,81 (Vorjahr EUR 0,00) enthalten.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aval-Provisionen gegenüber der Muttergesellschaft in Höhe von insgesamt EUR 3.067.295,61 (Vorjahr EUR 5.040.177,37) sowie auf Zinsaufwendungen (inklusive Cash-Pooling gegenüber ihr in Höhe von EUR 5.021.538,87 (Vorjahr EUR 4.824.362,41)). Der Rückgang bei den Zinsaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus geringeren Finanzierungsbedürfnissen im Zuge der gesunkenen Commodity Kosten.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag resultieren aus der Bildung von Steuerrückstellungen und laufenden Steuerzahlungen in Höhe von insgesamt EUR 8.668.032,11 (Vorjahr EUR 16.529.836,39). Daneben wird ein Aufwand für latente Steuer in Höhe von EUR 7.288.801,48 (Vorjahr Aufwand EUR 384.925,07) ausgewiesen, der im Wesentlichen aus der Bildung passiver latenter Steuer resultiert. Aus der zukünftigen Anwendung des Mindeststeuergesetzes (MinStG) sind für die Gesellschaft keine Auswirkungen zu erwarten.

Sonstige Angaben

Geschäfte größeren Umfangs mit verbundenen oder assoziierten Unternehmen gemäß § 6b Abs. 2 EnWG

Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft an ihre Mutter ORLEN S.A., Płock, Polen, 103.667 GWh Erdgas verkauft (leitungsgebundenes Erdgas und LNG-Gas) und damit Umsatzerlöse (inkl. Kapazitäten) in Höhe von ca. EUR 3.819 Mio. erzielt.

Für die PGNIG Upstream Norway SA vermarktete die Gesellschaft die auf die Schwestergesellschaft entfallenden Anteile an dem in mehreren norwegischen Gasfeldern produzierten Gasmengen mit einem Gesamtvolumen von 33.031 GWh (EUR 1.368 Mio.).

Im Rahmen der Abwicklung des noch verbliebenen operativen LNG Geschäftes erzielte PST Erträge aus Subchartering an die Tochtergesellschaft PST LNG Trading Ltd. in Höhe von EUR 14,3 Mio., denen Charterkosten an die PST LNG Shipping Ltd. in Höhe von EUR 16,9 Mio. gegenüberstehen.

Es bestand ein revolvierendes Darlehen zwischen der PST und ORLEN, dessen Laufzeit bis zum 31. Dezember 2023 ging. Der Kredit wurde zum 31. Dezember 2023 nicht mehr in Anspruch genommen. Dafür steht der Gesellschaft seit dem Geschäftsjahr 2023 für Ihre Handelsaktivitäten in Deutschland ein EUR Cash-Pool-Vertrag mit ORLEN zur Verfügung. Darüber hinaus sind innerhalb der PST-Gruppe wechselseitige Darlehensverträge zur Durchführung eines Cash-Poolings abgeschlossen. Die PST Europe Sales GmbH in Liquidation nahm in 2023 ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 1,8 Mio. in Anspruch. Für die Abwicklung mit der Clearing-Bank in Polen ist die Betriebsstätte in Warschau in einen PLN Cash-Pool- Vertrag mit ORLEN eingebunden.

Tätigkeitsabschluss gemäß § 6b Abs. 3 EnWG

Im Geschäftsjahr 2023 ist die Gesellschaft anderen Tätigkeiten innerhalb des Gassektors sowie anderen Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors nachgekommen. Die Gesellschaft führt daher für diese Tätigkeiten getrennte Konten.

Bewertungseinheiten

Bei der Bewertung schwebender Beschaffungs- und Absatzgeschäfte weicht die Gesellschaft gemäß IDW RS ÖFA 3 vom Einzelbewertungsgrundsatz ab und fasst die Geschäfte jeweils in Vertragsportfolios für Gas, Strom und Erdöl zusammen. Die Geschäfte gleichen sich mengenmäßig aus und unterliegen sowohl in sachlicher als auch in zeitlicher Hinsicht gleichartigen Risiken. Durch die Gegenläufigkeit der Geschäfte wird ein Ausgleich der Risiken erzielt. Die Vertragsportfolios stehen mit der internen Risikosteuerung der Gesellschaft in Einklang. Als wesentlicher Bestandteil ist das Risikomanagement einschließlich einer Deckungsbeitragsrechnung zu nennen. Für jedes Vertragsportfolio werden zum Bilanzstichtag die drohenden Verluste und erwarteten Gewinne erfasst und im Fall eines Verpflichtungsüberhangs eine Drohverlustrückstellung gem. § 249 Abs. 1 S. 1 HGB gebildet. Zum 31.12.2023 ergeben sich drohende Verluste in Höhe von TEUR 3 (Vorjahr TEUR 0). Durch die Bildung der Vertragsportfolios (Volumen: 11,0 TWh, Vorjahr 10,2 TWh) werden bei der Gesellschaft Risiken aus der Einzelbetrachtung in Höhe von TEUR 206.305 abgesichert.

Geschäftsführung

Geschäftsführer der PGNiG Supply & Trading GmbH waren im Geschäftsjahr 2023:

Robert Śleszyński, Absolvent der Warschauer Technischen Universität; Executive Director bei ORLEN, Manager in der Energiebranche

Grzegorz Markiewicz, Absolvent der Stettiner Universität, Executive Director bei ORLEN, Manager in der Energiebranche (bis 7. August 2023)

Herr Grzegorz Markiewicz ist (bzw. Herr Robert Śleszyński war) von den Beschränkungen des § 181 Alt. 2 BGB befreit.

Aufsichtsrat

Aufsichtsratsmitglieder der PGNiG Supply & Trading GmbH waren im Geschäftsjahr 2023:

Jacek Polańczyk (Mitglied und Vorsitzender), Manager im Marketingbereich, Vorstandsmitglied bei einer polnischen Bank

Małgorzata Raczynska-Weinsberg (bis 25.Oktober 2023), Journalistin

Józef Wierzbowski, Jurist

Marcin Gawroński, Manager im Energiesektor, Vorstandmitglied bei einem polnischen Fernwärmeunternehmen

Joanna Zakrzewska, Managerin im Medienbereich

Urszula Kowalczyk, Managerin für gesellschaftsrechtliche Angelegenheiten

Radosław Kwaśnicki, Rechtsanwalt

Der Aufsichtsrat hat eine rein beratende Funktion.

Bezüge aktiver Organmitglieder

Der Geschäftsführung wurden insgesamt Bezüge in Höhe von EUR 47.872,00 gewährt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von EUR 106.050,48 (Vorjahr EUR 78.063,94).

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 wurden durchschnittlich 47 (Vorjahr: 53) Mitarbeiter beschäftigt. Die Mitarbeiter teilen sich wie folgt auf:

Angestellte: 41

leitende Angestellte: 6

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der ORLEN S.A. (ORLEN), Płock, Polen, einbezogen (größter und kleinster Konsolidierungskreis). Dieser ist am Sitz der Muttergesellschaft erhältlich und wird über das polnischen Unternehmensregister über die Nummer des Landesgerichtsregisters (KRS-Nummer) 0000028860 abgerufen werden können. Das operative Geschäft der PST Europe Sales GmbH in Liquidation und der XOOL GmbH in Liquidation wurde mit dem Verkauf der jeweiligen Kundenportfolien im Jahr 2020 eingestellt. Seit dem 1. Januar 2022 befinden sich die Gesellschaften in Liquidation. Mit beiden Gesellschaften besteht noch eine umsatzsteuerliche Organschaft, während die bisherige ertragsteuerliche Organschaft mit der Veräußerung der wesentlichen Geschäftsgrundlage automatisch beendet wurde. Der Ergebnisabführungsvertrag mit der PST Europe Sales GmbH in Liquidation bestand handelsrechtlich noch im Geschäftsjahr 2023. Die im Geschäftsjahr 2022 gegründeten Tochtergesellschaften PGNIG Supply & Trading Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen, war in 2023 operativ nicht tätig. PST LNG Trading Ltd., London, Großbritannien sowie PST LNG Shipping Ltd. in London, Großbritannien haben im Geschäftsjahr 2023 das operative Geschäft im Rahmen einer Ausgliederung der Niederlassung in London übernommen und sind seitdem operativ tätig.

Die Gesellschaft stellt keinen handelsrechtlichen Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach § 290 HGB auf, da sie von der Befreiungsmöglichkeit gem. § 291 Abs. 1 HGB Gebrauch macht.

Im Vorjahr war die Gesellschaft von der Aufstellung eines Konzernabschlusses gem. § 290 Abs. 5 HGB befreit.

Honorar des Abschlussprüfers

Das für das Geschäftsjahr 2023 vom Abschlussprüfer berechnete Gesamthonorar in Höhe von EUR 185.000,00 betrifft in voller Höhe die Abschlussprüfung.

Geschäfte mit nahestehenden Personen

Geschäfte mit nahestehenden Personen zu nicht marktüblichen Bedingungen bestehen nicht.

Nachtragsbericht

Es sind keine wesentlichen wertaufhellenden bilanzierungspflichtigen Vorgänge nach Schluss des Geschäftsjahres eingetreten.

Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn von EUR 93.020.068,15, bestehend aus dem Jahresüberschuss 2023 in Höhe von EUR 32.133.964,39 und dem Gewinnvortrag von EUR 60.886.103,76, auf neue Rechnung vorzutragen.

 

München, 28. März 2024

Robert Śleszyński

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2023

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
1. Jan. 2023 Zugänge Abgänge 31. Dez. 2023
EUR EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.527.468,02 121.615,91 1.504.221,97 4.144.861,96
5.527.468,02 121.615,91 1.504.221,97 4.144.861,96
II. SACHANLAGEN
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.273.697,13 154.499,50 48.927,07 1.379.269,56
1.273.697,13 154.499,50 48.927,07 1.379.269,56
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.022.743,69 57.237.253,75 0,00 58.259.997,44
1.022.743,69 57.237.253,75 0,00 58.259.997,44
7.823.908,84 57.513.369,16 1.553.149,04 63.784.128,96
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
1. Jan. 2023 Zugänge Abgänge 31. Dez. 2023
EUR EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.810.735,96 453.452,82 60.993,82 3.203.194,96
2.810.735,96 453.452,82 60.993,82 3.203.194,96
II. SACHANLAGEN
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.105.200,23 108.423,64 15.249,08 1.198.374,79
1.105.200,23 108.423,64 15.249,08 1.198.374,79
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 701.078,34 0,00 0,00 701.078,34
701.078,34 0,00 0,00 701.078,34
4.617.014,53 561.876,46 76.242,90 5.102.648,09
NETTOBUCHWERTE
31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 941.667,00 2.716.732,06
941.667,00 2.716.732,06
II. SACHANLAGEN
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 180.894,77 168.496,90
180.894,77 168.496,90
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 57.558.919,10 321.665,35
57.558.919,10 321.665,35
58.681.480,87 3.206.894,31

Lagebericht Für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Informationen

1. Allgemeine Informationen über die Gesellschaft

PGNiG Supply & Trading GmbH (im Folgenden "PST" oder "Gesellschaft") ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in München, Deutschland. Der Hauptsitz der Gesellschaft befindet sich in der Arnulfstraße 19, 80335 München. Die Gesellschaft wurde 2010 gegründet und beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 190424 eingetragen. Das eingetragene Kapital der Gesellschaft beträgt 10.000.000 EUR. Es ist vollständig eingezahlt.

2. Eigentümerstruktur

Die ORLEN S.A ., Płock, Polen (im Folgenden "ORLEN"), hält sämtliche Anteile am Stammkapital der Gesellschaft. ORLEN wurde im November 2022 nach der Fusion mit dem früheren Eigentümer von PST - mit Polskie Górnictwo Naftowe i Gazownictwo S.A. ("PGNIG S.A.") alleinige Gesellschafterin der Gesellschaft.

3. Kapitalbeteiligungen der Gesellschaft

PST hält die Anteile an den folgenden Unternehmen

Name Hauptsitz Eingetragenes Kapital PST-Anteil
PST LNG Trading Ltd. London 50.000.000 £ 100%
PST LNG Shipping Ltd. London 5.000 £ 100%
PGNIG Supply&Trading Polska Sp. z o.o. Warschau 50.000 zł 99%
PST Europe Sales GmbH in Liquidation München 1.000.000 € 100%
XOOL GmbH in Liquidation * München 500.000 € 100%

* Anteile werden indirekt über die PST Europe Sales GmbH gehalten, die alleinige Gesellschafterin der XOOL GmbH ist.

Das Einzelhandelsgeschäft (Kundenportfolio) der PST Europe Sales GmbH i.L. und der XOOL i.L. wurde veräußert und die Gesellschaften befinden sich seit dem 1. Januar 2022 im Liquidationsprozess.

4. Zusammensetzung des Vorstandes und des Aufsichtsrates

Geschäftsführung

Einziges Mitglied der Geschäftsführung der PST war zum 31.12.2023 Herr Robert Śleszyński.

Im Laufe des Geschäftsjahres wurde Herr Grzegorz Markiewicz als Geschäftsführer abberufen (bis 7. August 2023).

Aufsichtsrat

Die Mitglieder des Aufsichtsrates der PST zum 31.12.2023 waren:

 

Herr Jacek Polańczyk - Vorsitzender des Aufsichtsrates

 

Herr Józef Wierzbowski - Mitglied des Aufsichtsrates

 

Herr Marcin Gawroński - Mitglied des Aufsichtsrates

 

Frau Joanna Zakrzewska - Mitglied des Aufsichtsrates

 

Frau Urszula Kowalczyk - Mitglied des Aufsichtsrates

 

Herr Radosław Kwaśnicki - Mitglied des Aufsichtsrates

Frau Małgorzata Raczyńska-Weinsberg hat ihren Rücktritt zum 25. Oktober 2023 eingereicht.

Der Aufsichtsrat hat eine rein beratende Funktion.

5. Die wichtigsten Aktivitäten der Gesellschaft

PST hat drei Niederlassungen, die für verschiedene Geschäftsbereiche zuständig sind:

Geschäftsbereich Handel

Die Geschäftseinheit Handel ("Trading") wurde gegründet, um hauptsächlich mit Erdgas und anderen Energieträgern auf den europäischen Energiemärkten zu handeln.

PST ist der internationale Handelszweig der ORLEN Gruppe und somit das "face to the market" innerhalb der ORLEN Gruppe. PST ist die Schnittstelle zwischen den verschiedenen Energiehandelsplätzen und der Muttergesellschaft und vermarktet das von der norwegischen Schwestergesellschaft PGNiG Upstream Norway AS, Stavanger, Norwegen (im Folgenden "PUN"), auf dem norwegischen Kontinentalschelf (im Folgenden "NCS") geförderte Erdgas an den europäischen Gas-Hubs.

Im Jahr 2023 konzentrierte sich PST auf die Ausweitung seiner Aktivitäten als Gasabnehmer auf dem NCS und dem dänischen Kontinentalschelf (im Folgenden "DCS") und wurde zu einem wichtigen Marktteilnehmer auf dem dänischen Gasmarkt. Mit der Eröffnung der neuen Pipeline ("Baltic Pipe") im Dezember 2022, die Dänemark und Polen verbindet, bezog PST Gas aus Norwegen, Deutschland und direkt in Dänemark, um das Gas am dänischen Gas-Hub an die ORLEN Gruppe zu liefern, von wo aus das Gas direkt nach Polen geleitet wurde.

Parallel wurden die Aktivitäten in den Mittel-/Osteuropäischen Märkten (im Folgenden "MOE") weiter ausgebaut und die Position in diesen Regionen gestärkt. Als Beschaffungsarm der Gruppe lieferte PST Gas aus fast allen benachbarten Märkten nach Polen, einschließlich Käufen aus der Ukraine, um die Sicherheit und Vielfalt der Versorgung zu gewährleisten und zu erhöhen.

Der Marktzugang für Dritte und der Handel mit Strom-, Gas- und Ölverträgen auf eigene Rechnung ist ein weiterer Teil des Großhandelsgeschäfts. Darüber hinaus handelte PST mit dem eingelagerten Gas aus dem angemieteten slowakischen Gasspeicher.

Geschäftsbereich LNG

PST gründete 2016 eine Niederlassung in London, um seine LNG-Handelsaktivitäten aufzunehmen. London ist neben Singapur eines der beiden Handelszentren für den weltweiten LNG-Handel.

Im Jahr 2023 wurden alle Aktivitäten der Niederlassung auf die Tochtergesellschaften von PST, PST LNG Trading Ltd. und PST LNG Shipping Ltd., beide mit Sitz in London, Großbritannien, übertragen.

Die Niederlassung hat im Geschäftsjahr noch 9 LNG-Lieferungen an das Terminal in Świnoujście, Polen, und 2 LNG-Lieferungen an das Terminal in Klaipeda, Litauen, ausgeführt, die bereits im Jahr 2022 vertraglich vereinbart worden waren. Nach der Übertragung der Geschäftstätigkeit auf ihre Tochtergesellschaften beabsichtigt PST, ihre Niederlassung in London in 2024 aufzugeben.

Um die langfristigen Orlen-LNG-Verträge für FOB-Lieferungen umzusetzen, hat PST 8 Langzeitcharterverträge für LNG-Tanker abgeschlossen, die die vertraglich vereinbarte LNG-Menge transportieren können. 4 der 8 Schiffe wurden bereits ausgeliefert und waren Ende 2023 in Betrieb.

Um mehr an der Wertschöpfung entlang der LNG-Lieferkette zu profitieren, hat PST auch Regasifizierungskapazitäten am LNG-Terminal Montoir in Frankreich unter Vertrag genommen, die 10 Slots im Jahr 2023 und 15 Slots jährlich für den Zeitraum von 2024 - 2029 umfassen.

Geschäftsbereich Polen

PST gründete eine Niederlassung in Polen, um Beziehungen zu Großhandelskunden und Wiederverkäufern, die auf dem polnischen Markt tätig sind, aufzubauen. Die Niederlassung hat ihre Tätigkeit im Jahr 2019 aufgenommen. Nach der Fusion von ORLEN S.A. und PGNiG S.A. und der Gaskrise im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine wurde beschlossen, dass dieser Geschäftsbereich seine Aktivitäten nicht aktiv ausweiten und sich auf die Betreuung des bestehenden Kundenportfolios konzentrieren wird. Ende 2023 belieferte die Niederlassung nur noch 2 Kunden in Polen, die nach der geplanten Auflösung der Niederlassung 2024 von PST übernommen werden sollen.

Im Geschäftsjahr hatte die Gesellschaft eine weitere nicht-operative Niederlassung in Prag, Tschechische Republik.

II. Überblick über die Geschäftstätigkeit und die finanzielle Lage der Gesellschaft

1. Wichtige Entwicklungen, die die Leistung der Gesellschaft beeinflussen

Als Handelsunternehmen, das auf den europäischen Energiemärkten und dem weltweiten LNG-Markt tätig ist, wird PST von den globalen Trends und Entwicklungen in der Weltwirtschaft beeinflusst. Die wichtigsten Energiemärkte, die sich auf die Geschäftstätigkeit von PST auswirken, sind der europäische Erdgasmarkt, der globale LNG-Markt und der Strommarkt in Europa.

1.1. Makroökonomisches Umfeld

Das globale Wachstum im Jahr 2023 wird von dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mit 3,1 % (Vorjahr: 3,5%) prognostiziert. Demgegenüber ging die weltweite Inflationsrate von 8,7 % auf 6,8 % zurück, was die straffere Geld- und Finanzpolitik in allen großen Volkswirtschaften widerspiegelt. In der Eurozone, die stark von der Energiekrise im Zusammenhang mit der russischen Invasion in der Ukraine, der Kürzung der öffentlichen Mittel zum Ausgleich der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Wirtschaft und den gestiegenen Zinssätzen betroffen war, sank das BIP-Wachstum von 3,4 % im Jahr 2022 auf bescheidene 0,5 % im Jahr 2023. Deutschland, die größte Volkswirtschaft der Eurozone, musste einen Rückgang seines BIP um 0,3% hinnehmen, verglichen mit einem Wachstum von 1,8% im Jahr 2022 1. Infolge der restriktiven Geldpolitik ist die durchschnittliche Inflationsrate in der Eurozone auf 6,4 % im Jahr 2023 gegenüber 9,2 % im Jahr 2022 gesunken. In Deutschland sank die Inflationsrate von 8,7% auf 6,0% 2. Die allgemein schwache Entwicklung der Wirtschaft in der Eurozone und in Deutschland führte neben anderen Faktoren, wie den zum Teil noch hohen Gas- und Strompreisen für Endkunden, zu einem Rückgang in der Energienachfrage.

1.2. Überblick über die Energiemärkte

Erdgasmarkt Europa

Das Jahr 2023 ist gekennzeichnet durch starke Preiskorrekturen auf den europäischen Rohstoffmärkten, insbesondere auf dem europäischen Gas- und Strommarkt. Europa ist dank der neu eingeführten europäischen Speicherverordnung und der milden Temperaturen gut durch den Winter gekommen. Ein Abschwung der europäischen Wirtschaft, starke LNG-Zuflüsse nach Europa, einschließlich Deutschland, und ein hoher Anteil an erneuerbarer Wind- und Solarenergie, haben Europa geholfen, die Aussetzung der russischen Gaslieferungen zu verkraften.

1 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024
2 https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Wirtschaft-Finanzen/Inflation.html

Nach dem extremen Preisanstieg im Jahr 2022 setzte sich die Preiskorrektur in diesem Jahr fort, da die Sorge um das Angebot zurückging. Infolgedessen verringerten sich die Risikoprämien und die Preise erreichten Ende des Jahres das Vorkrisenniveau. Ein Grund hierfür waren die hohen Speicherstände von 55 % Füllungsgrad am Ende der Wintersaison, die die Marktteilnehmer zusätzlich beruhigt haben.

Verschiedene globale Krisen - von einem starken Anstieg der Inflation, der zu einem Hochzinsumfeld führte, über den Konflikt im Nahen Osten bis hin zum gravierenden Klimawandel, der zu Rekordtemperaturen und Wasserknappheit führte - ließen die Preise kurzfristig in die Höhe schnellen. Aber der Preistrend war eindeutig rückläufig, da der Gasverbrauch im Jahr 2023 um 13,5 % bzw. 19 % gegenüber dem Durchschnitt der 27 EU-Mitgliedstaaten für 2019-21 sank 3. Der Verbrauchsrückgang war vor allem auf einen milden Winter, eine schwache Konjunktur und eine deutlich geringere Stromerzeugung durch Gaskraftwerke zurückzuführen.

Die Gaspreise tendierten bereits im ersten Quartal des Jahres nach unten, wobei sich die Spotpreise am deutschen Marktknotenpunkt THE von einem Niveau von 70 €/MWh zu Beginn des Jahres auf unter 50 €/MWh zur Wintersaison 2023 fielen. Der Abwärtstrend setzte sich den ganzen Sommer über fort, wobei die Preise bei THE Ende Juni 35 €/MWh erreichten und im Juli ihren Tiefststand bei 24 € /MWh verzeichneten, bevor sie sich vor der bevorstehenden Wintersaison wieder auf 50 €/MWh erholten. Während der Start in die Wintersaison 2024 (Q4 2023 bis Q1 2024) von niedrigen Preisen geprägt war, führten ein bevorstehender Kälteeinbruch und die Krise im Nahen Osten zu einem starken Preisanstieg, der am Spotmarkt bis auf 55 €/MWh anstieg. Dieser Aufschwung war jedoch nur von kurzer Dauer, und die Preise in THE fielen wieder auf 30 €/MWh im Februar 2024 zurück.

Ein ähnliches Muster war auf dem Terminmarkt zu beobachten, wo der führende Year-Ahead-Index, der niederländische TTF Cal 24-Index, zu Beginn des Jahres auf einem ähnlichen Niveau von 80 €/MWh notierte und gegen Ende der Wintersaison auf 55 €/MWh fiel. Die Preise folgten dem Trend des kurzfristigen Marktes und erreichten Anfang Juni einen Tiefpunkt im Bereich von 40 €/MWh, um den Rest des Sommers in einer engen Spanne von 48 - 58 €/MWh zu handeln. Gegen Ende des Jahres drückte die schlechte Marktstimmung den Kontrakt weiter nach unten, so dass er zum Jahresende bei 34 €/MWh lag.

Preisentwicklung:

THE Spot: hoch 72,00 €/MWh (09. Jan) / niedrig 23,55 €/MWh (01. Juni) / durchschnittlich 41.095 €/MWh

Niederländischer TTF Cal 24: hoch 77,58 €/MWh (02. Jan) / niedrig 33,95 €/MWh (19. Dez) / durchschnittlich 52,13 €/MWh

3 https://www.bruegel.org/analysis/european-union-ready-2023-24-winter-gas-season

Strommarkt Europa

Auf dem Strommarkt ist im Jahr 2023 eine ähnliche Preisentwicklung wie auf dem Gasmarkt zu beobachten. Beide deutschen Baseload-Kontrakte - Spot und Calender 2024 (Cal 24) - begannen das Jahr auf hohem Niveau, wobei der Cal 24 über 200 €/MWh eröffnete. Die Spotpreise erreichten in der zweiten Januarhälfte einen Höchststand und lagen kurzzeitig über 200 €/MWh. Wie auf dem Gasmarkt verloren die Preise im Laufe des Jahres an Wert, da der Markt an Vertrauen gewann und die Risikoprämien in den Preisen deutlich zurückgingen. Dies wurde auch durch ein starkes Wachstum der neu in das europäische Stromerzeugungssystem aufgenommenen erneuerbaren Kapazitäten unterstützt:

Im Jahr 2023 wurden in Europa satte 56 GW an Solarkapazität installiert, 40 % mehr als 2022. Vor allem Deutschland installierte zusätzliche 14,1 GW, gefolgt von Spanien (8,2 GW), Italien (4,8 GW), Polen (4,6 GW) und den Niederlanden (4,1 GW). Die gesamte EU-Photovoltaikanlage (PV) beläuft sich jetzt auf 263 GW, ein Anstieg um 27 % gegenüber 207 GW im Jahr 2022. Deutschland ist mit 82 GW nach wie vor der größte PV-Kapazitätsinhaber, vor Spanien (36 GW) und Italien (29,5 GW). 4

In der EU wurden ca. 17 GW an Windkraftkapazität hinzugefügt, vor allem in Nordeuropa: 3.2 GW in Deutschland, 2,7 GW in den Niederlanden, 2,5 GW in Schweden und 1,5 GW in Polen. Der Anstieg der Windenergieerzeugung war in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 besonders stark. Die Winderzeugung in vielen europäischen Ländern erreichte im Dezember 2023 ein Rekordniveau von 53,2 TWh, was einem Anstieg von 34,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. 5

Die Spotpreise in Deutschland bewegten sich Anfang Juli mit - 50 €/MWh wieder in negativen Preisregionen. Der Durchschnitt der deutschen Spotpreise im Jahr 2023 beträgt 95 €/MWh.

Der deutsche Terminkontrakt Cal 24 verlor bis zum Ende des Winters bereits % seines Wertes und überschritt Anfang Dezember 100 €/MWh, wobei er seinen Wert praktisch halbierte und bei 96 €/MWh schloss.

Preisentwicklung:

Spot: hoch 202,73 €/MWh (22. Jan) / niedrig -53,87 €/MWh (01.Juli) / durchschnittlich 95,18 €/MWh

Cal 24: hoch 214,27 €/MWh (02. Jan) / niedrig 86,62 €/MWh (19. Dez) / durchschnittlich 137,51 €/MWh

4 https://www.erneuerbareenergien.de/technologie/solar/europaeischer-photovoltaikmarkt-auf-56-gigawatt-gewachsen
5 https://www.spglobal.com/commodityinsights/en/market-insights/latest-news/electric-power/011224-eu-adds-record-17-gw-of-new-wind-powercapacity-in-2023

LNG-Rohstoffmarkt 6

Im Jahr 2023 kamen im Vergleich zu den Vorjahren nur wenige neue LNG-Angebote auf den Markt. Das weltweite LNG-Bruttoangebot stieg 2023 im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,7 % und erreichte mit 405 Mtpa einen neuen Höchststand (gegenüber 398 Mtpa im Jahr 2022 und 379 Mtpa im Jahr 2021). Trotz der begrenzten Anzahl neu in Betrieb genommener Projekte stammt ein Teil des zusätzlichen Angebots aus bestehenden Projekten, die im Vergleich zu 2022 eine höhere Auslastung aufweisen. Zusätzliche neue Lieferungen kamen von Mosambique FLNG (+3,4 Mtpa Nennleistung) und der Beseitigung von Engpässen bei Oman LNG (+0,3 Mtpa). Die globalen Gaspreise reagierten während des gesamten Jahres 2023 empfindlich auf angebotsseitige Risiken und verzeichneten während der Streiks in australischen Verflüssigungsanlagen und der ausgedehnten Ausfälle auf dem NCS in den Sommermonaten eine Aufwärtsbewegung, doch waren diese Auswirkungen auf die Preise relativ kurzlebig.

Nach einem Rekordjahr 2022 stabilisiert sich die europäische LNG-Nachfrage 2023 bei etwa 123 Mtpa (gegenüber 125 Mtpa im Jahr 2022 und 77 Mtpa im Jahr 2021). Die Engpässe bei den LNG- Importkapazitäten im Jahr 2022 wurden durch die Inbetriebnahme mehrerer neuer FSRU-Projekte in ganz Europa, die nach ihrer vollständigen Inbetriebnahme neue Regasifizierungskapazitäten von bis zu 27,1 Mtpa schaffen werden, erheblich verringert. Darüber hinaus wurden die Terminals in Italien (Adria und Toskana) um insgesamt 1,4 Mtpa erweitert und ein stillgelegtes Terminal in Spanien (Mussel) wurde wieder in Betrieb genommen, wodurch die bestehenden europäischen Regasifizierungsanlagen um 5,1 Mtpa erweitert wurden.

Das asiatische LNG-Angebot stagnierte 2023 bei etwa 166 Mtpa (gegenüber 167 Mtpa im Jahr 2022 und 162 Mtpa im Jahr 2021), allerdings mit einigen Veränderungen bei den Strömen innerhalb des pazifischen Beckens. Die Nachfrage aus Südkorea und Japan ging von -2 Mtpa bzw. -6 Mtpa zurück. Die Rückgänge wurden durch die gestiegene Nachfrage aus China und Thailand kompensiert, die von +7 Mtpa bzw. +3 Mtpa anstieg.

Eine verstärkte Aktivität war auch in Indien zu beobachten, wo die LNG-Nachfrage von etwa 20 Mtpa auf 22 Mtpa anstieg, jedoch nicht die Rekordwerte von 2020 und 2021 erreichte.

6 S&P Global Commodity Insight from January resp. February 2024

1.3. Überblick über die Aktivitäten der Gesellschaft

Die Hauptthemen für den Energiemarkt im Jahr 2023 waren die Versorgungssicherheit und die Sicherheit der Energieinfrastruktur.

Hohe Speicherfüllungen, warmes Winterwetter und schleppende Konjunkturindikatoren dämpften die Märkte, was zu erheblichen Preiskorrekturen auf dem Energiegroßhandelsmarkt führte. Die hohen Prämien, die aus der Unsicherheit über das Angebot im Jahr 2022 resultierten, begannen zu Beginn des Jahres abzustürzen, um bis zum Jahresende weiter zu sinken.

Auch hier war eine genaue Überwachung der Kreditengagements bei den Handelspartnern wichtig, da es sich nun um ein potenzielles Zahlungsausfallrisiko handelte, das sich aus Käufen im Jahr 2022 und Lieferungen im Jahr 2023 ergab, da die Preise zu diesem Zeitpunkt wesentlich niedriger waren. Aus der Sicht des Handels trugen die niedrigeren Preise zur Erhöhung der Liquidität auf dem Terminmarkt bei. Der Schwerpunkt des Handels lag weiterhin auf den kurz- bis mittelfristigen Handelsprodukten, wobei mehr Direktgeschäfte zwischen Gegenparteien abgeschlossen wurden als im Jahr 2022, in dem die Transaktionen hauptsächlich über die Börsen abgewickelten wurden.

Deutschland behielt seine Position als wichtigster Preismarkt der Flüssiggashubs bei, indem es mit einem Aufschlag gegenüber den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Frankreich gehandelt wurde und somit Gas von LNG-Anbietern und über das Pipelinesystem aus Norwegen anlockte.

PST handelte aktiv mit Gas auf allen Märkten rund um Polen und darüber hinaus. Das Hauptaugenmerk lag auf der Sicherung der Versorgung Polens über verschiedene Routen zu wettbewerbsfähigen Preisen. Als Deutschland eine Speicherabgabe einführte, wurden die Exporte aus Deutschland nach Polen am unattraktivsten, während die Beschaffung von PST in Dänemark, den baltischen Staaten und der Region Mittel- und Osteuropa deutlich zunahm. Diese breite Positionierung war der Schlüssel zum Erfolg bei der Beschaffung von Gas von verschiedenen Märkten und Vertragspartnern zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Überblick über die insgesamt gehandelten Energiemengen:

2023 in GWh 2022 in GWh
Gas
Pipeline 123.025,7 126.477,8
LNG * 10.842,5 46.604,8
Strom 1.268,6 701,8
Öl 0,0 0,0

* Die LNG Aktivtäten wurden im Jahr 2023 an eigenständige Tochtergesellschaften übertragen.

Entwicklung des Geschäftsbereichs Handel

Im Jahr 2023 hat die PST ihr Erdgasgeschäft nachhaltig weiterentwickelt. Unter anderem konnte sich PST zusätzliche Mengen über seine norwegische Schwestergesellschaft PUN und von anderen Produzenten in der NCS sichern und einen weiteren unabhängigen Produzenten in sein Lieferantenportfolio aufnehmen.

Darüber hinaus erweiterte die PST ihr Lieferantenportfolio vor allem in der MOE- und der Ostseeregion, um Zugang zur Diversifizierung der Beschaffungs- und Handelsaktivitäten zu erhalten. Die Schwerpunktmärkte von PST sind Deutschland, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Dänemark, und MOE.

Die PST ist auf dem dänischen Markt besonders aktiv geworden, indem es Mengen aus seinem Upstream-Portfolio platziert und bei Bedarf zusätzliche Mengen für ORLEN beschafft. PST setzt sein Wachstum fort und stärkt seine Position in Nordeuropa und auf dem dänischen Gasgroßhandelsmarkt.

Zudem konzentrierten sich die Aktivitäten auf den Ausbau des Geschäfts im Baltikum, wo PST ein wichtiger Handelspartner mit GET Baltic und weiteren lokalen Counterparts wurde. In der Region MOE verstärkte die PST ihre Aktivitäten in der Slowakei und schloss erste Beschaffungen auf dem ukrainischen Gasmarkt ab, um ihre Lieferoptionen für das ORLEN-Gasportfolio zu erweitern. Mit den erschlossenen Märkten hat sich PST ein solides und zukunftsorientiertes Standbein in der Region geschaffen und sichert damit die Versorgungssicherheit der ORLEN Gruppe.

Die insgesamt geringere Liquidität auf dem Großhandelsmarkt wirkte sich auf das Eigenhandelsgeschäft der PST aus, was zu einem Rückgang der spekulativ gehandelten Erdgas- und Strommengen führte. Die PST konnte sich jedoch durch ihr Flow-Trading- und Origination-Geschäft in der Region entsprechende Margen sichern.

Das starke Handelsergebnis wurde durch die Kapazitätsoptimierung der Upstream-Produktion auf dem NCS, eine starke Leistung des Origination-Teams in Mittel- und Osteuropa und die Bereitstellung des Marktzugangs für kleinere deutsche Versorgungsunternehmen erzielt.

Das EBIT (Hauptleistungsindikator für PST) im Handelsbereich belief sich auf 44,2 Mio. EUR im Jahr 2023 gegenüber 12,9 Mio. EUR im Jahr 2022 bei erzielten Umsatzerlösen von 5.296,6 Mio. EUR (Vorjahr 12.653,7 Mio. EUR).

Entwicklungen im Bereich LNG-Handel

In Anbetracht des Umfangs und der Komplexität der laufenden und geplanten LNG-Aktivitäten wurden alle Aktivitäten von der Niederlassung in Tochtergesellschaften verlagert, da dies die geeignetere Rechtsform für die Durchführung umfangreicher Geschäfte ist. Die Branche setzte die im Jahr 2022 vertraglich vereinbarten Lieferungen sowie die im Jahr 2023 auslaufenden kurzfristigen Charterverträge fort. Alle Vermögenswerte, Verträge und Aktivitäten wurden effektiv auf die PST LNG Trading Ltd. und PST LNG Shipping Ltd. übertragen. Es ist beabsichtigt, die Niederlassung im Jahr 2024 zu liquidieren. Insgesamt hat PST (nur über die Niederlassung) im Jahr 2023 11 LNG-Lieferungen gegenüber 46 im Vorjahr realisiert.

Das erwirtschaftete EBIT belief sich auf 16,9 Mio. EUR im Vergleich zu 87,4 Mio. EUR im Vorjahr bei erzielten Umsatzerlösen von 630,4 Mio. EUR (Vorjahr 5.326,0 Mio. EUR).

Entwicklung des Geschäftsbereichs Polen

Nach der Entscheidung im Jahr 2022 setzte die Niederlassung in Polen nur noch die Lieferungen an die bestehenden Kunden fort und unternahm keinerlei Anstrengungen, ihre Tätigkeit auszuweiten oder neue Kunden zu gewinnen. Nach dem Auslaufen eines Großteils der Verträge führte die Niederlassung bis Ende 2023 nur noch begrenzte Tätigkeiten aus. Die Niederlassung belieferte weiterhin ihre Kunden, die an VTP Polen und SSLNG-Lieferungen interessiert waren. Diese Tätigkeiten sollen Anfang 2024 nach der geplanten Auflösung der Niederlassung in den Hauptsitz verlagert werden.

Im Jahr 2023 lieferte PST 5,43 TWh Gas an polnische Kunden, verglichen mit 6,36 TWh im Vorjahr, und erwirtschaftete ein EBIT von -0,3 Mio EUR im Jahr 2023, verglichen mit -0,9 Mio EUR EBIT im Jahr 2022 bei erzielten Umsatzerlösen von 415,3 Mio. EUR (Vorjahr 627,1 Mio. EUR).

Liquidation von Einzelhandelsunternehmen

Im Jahr 2020 veräußerte PST das Einzelhandelssegment, das aus zwei Tochtergesellschaften von PST bestand - PST Europe Sales GmbH (nachstehend auch "PSTES") und XOOL GmbH ("XOOL"). Zum 1. September 2020 hat der bundesweite Energieversorger lekker Energie GmbH die rund 40.000 Strom- und Erdgaskunden der PST Europe Sales GmbH und der XOOL GmbH übernommen. Im November 2021 beschloss die Geschäftsführung, die Liquidation beider Gesellschaften zum 31.12.2021 zu eröffnen.

Im Jahr 2023 wurde der Liquidationsprozess beider Gesellschaften fortgesetzt. Die jährliche Sperrfrist für die Registrierung von Gläubigern lief am 24. Januar 2023 bzw. am 18. Februar 2023 für PSTES und XOOL ab.

Nach der Fertigstellung der Jahresabschlüsse für 2023 und der Einreichung der jeweiligen Steuererklärungen werden die letzten Schritte zur Abmeldung beider Gesellschaften durchgeführt, d. h. die Einholung der Unbedenklichkeitserklärung von den jeweiligen Steuerbehörden.

Personal

Die PST-Gruppe beschäftigt Ende 2023 insgesamt 61 Mitarbeiter, was einem Zuwachs von 8 Mitarbeitern im Laufe des Jahres entspricht; der Personalbestand des Unternehmens beläuft sich auf 48 Mitarbeiter, 13 Mitarbeiter sind bei PST LNG Trading beschäftigt. Die Gesellschaft hat qualifizierte Mitarbeiter und bemüht sich, diese zu halten. Die Vielfalt der Belegschaft ist seit der Gründung unserer Gesellschaft ein wichtiges Ziel. Die Internationalität der Gesellschaft ergibt sich nicht nur aus dem Tätigkeitsbereich, sondern auch aus der internationalen Zusammensetzung der Belegschaft der Gesellschaft. Die Mitarbeiter der Gesellschaft (24 Frauen/37 Männer) kommen aus 11 verschiedenen Ländern. Die meisten von ihnen sind Fachleute mit höherer Ausbildung und einschlägiger Erfahrung, die im Energiesektor benötigt wird.

2. Prognosebericht

2.1. Allgemeiner makroökonomischer Ausblick

Die allgemeinen Aussichten für das globale Wachstum liegen immer noch unter dem Durchschnitt vor der Pandemie (2000-19) von 3,8 % und werden vom IWF auf 3,1 % bzw. 3,2 % in den Jahren 2024 und 2025 geschätzt. Die globale Inflation wird voraussichtlich auf 5,8 % im Jahr 2024 und auf 4,4 % im Jahr 2025 sinken. Laut IWF "hat sich angesichts der Desinflation und des stetigen Wachstums die Wahrscheinlichkeit einer harten Landung verringert, und die Risiken für das globale Wachstum sind weitgehend ausgeglichen" 7. In der Eurozone wird aufgrund der erhöhten EZB-Zinspolitik zur Inflationsbekämpfung, der Rücknahme der fiskalischen Unterstützung und der nach wie vor hohen Energiepreise mit einem Wachstum von 0,9 % im Jahr 2024 und 1,7 % im Jahr 2025 gerechnet, während die deutsche Wirtschaft mit 0,5 % im Jahr 2024 und 1,6 % im Jahr 2025 etwas darunter liegt. Die positive Entwicklung ist die erwartete weitere Senkung der Inflationsrate in der Eurozone auf 2,7% im Jahr 2024 und 2,2% im Jahr 2025 8. Die Inflationsaussichten für Deutschland sind ähnlich und werden auf 2,8% und 2,4% geschätzt 9. Eines der Schlüsselelemente, die sich auf den projizierten Rückgang der Inflationsraten in der Eurozone und in Deutschland auswirken, ist der derzeitige und erwartete Rückgang der Energiepreise.

7 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024
8 https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-forecast-and-surveys/economic-forecasts/winter-2024-economic-forecast-delayed-rebound-growth-amid-faster-easing-inflation_en
9 https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-surveillance-eu-economies/germany/economic-forecast-germany en

2.2. Ausblick auf die Energiemärkte

Erdgas Europa 10

Ende 2023 war die Versorgungslage deutlich weniger angespannt als noch vor einem Jahr erwartet. Die Erdgasspeicher in Kontinentaleuropa hatten einen für diese Jahreszeit rekordverdächtigen Füllstand und die prognostizierten Temperaturen waren moderat, was zu einer geringeren Gasnachfrage führte. Das Speicherjahr, das am 1. April 2024 endet, wird voraussichtlich mit einem neuen deutlich höheren Füllstand als in den Vorjahren enden, was zu einer geringeren Gasnachfrage im kommenden Sommer führt. Trotz mehrerer globaler Krisen fühlt sich der Markt mit der aktuellen Angebotssituation wohl und konzentriert sich eher auf die Auswirkungen der sinkenden Nachfrage infolge schwacher Wirtschaftsdaten.

Die wichtigsten Faktoren für den europäischen Erdgasmarkt im Jahr 2024 werden sein:

Die Entwicklung der europäischen Wirtschaft - es wird mit einer bescheidenen Erholung der Wirtschaftstätigkeit gerechnet, wobei Deutschland nach der Rezession im Jahr 2023 fast kein BIP-Wachstum verzeichnen wird.

Pipelineströme aus Norwegen - Norwegen ist zum Hauptlieferanten für Europa geworden und jedes Problem mit der Infrastruktur würde das fragile Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage stark beeinträchtigen.

Temperaturen und Füllstand der kontinentalen Gasspeicher - der Winter war relativ mild, was zu hohen Speicherfüllständen in Europa führte. Dies wird die Gasnachfrage im kommenden Sommer gedämpft halten.

Verbleibende Pipelineströme aus Russland über die Ukraine - es ist unklar, ob diese Route nach dem Auslaufen des aktuellen Transitabkommens im Oktober 2024 genutzt werden wird, was zu einer noch geringeren Gaslieferung aus dem Osten führen würde.

LNG-Zuflüsse - zusätzliche Regasifizierungsinfrastruktur in Europa helfen, die fehlenden Gaslieferungen aus Russland zu ersetzen. Als Nebeneffekt ist Europa der weltweiten Gaspreisentwicklung ausgesetzt, da andere Märkte und Länder, einschließlich China, auf LNG- Lieferungen angewiesen sind, wodurch ein Preiswettbewerb um diese Bezugsquelle entsteht.

Anfälligkeit der Energieinfrastruktur - die Explosion der North-Stream-Pipeline und der Sabotageakt an der Baltic-Connector-Pipeline zeigen die Anfälligkeit des Gasleitungsnetzes.

Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass die weltweite Gasnachfrage bis 2024 um 2,5 % oder 100 Milliarden Kubikmeter (m 3 ) steigen wird. 11 Laut ihrem jüngsten Gasmarktbericht sind geopolitische Unsicherheiten der größte Risikofaktor für die globalen Gasmärkte im Jahr 2024. Die russische Invasion in der Ukraine, die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und die Besorgnis über vorsätzliche Eingriffe in kritische Infrastrukturen wie Pipelines können zu weiterer Volatilität führen.

10 Siehe auch Bericht der Bundesnetzagentur https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Gasversorgung/aktuelle_gasversorgung/start.html
11 https://www.spglobal.com/commodityinsights/en/market-insights/latest-news/natural-gas/012624-global-gas-demand-to-grow-by-25-in-2024-but-supply-still-tight-iea

Strommarkt Europa

Für 2024-26 wird ein Anstieg der Stromnachfrage in der EU um durchschnittlich 2,3 % prognostiziert, wobei der gesamte Nachfrageanstieg durch zusätzliche erneuerbare Energiequellen gedeckt werden soll. 12

Die Stromerzeuger Europas haben im letzten Quartal 2023 zum ersten Mal mehr Strom aus Windkraft als aus Kohle erzeugt und damit einen wichtigen Meilenstein für die regionale Energiewende gesetzt. 13

Die Entwicklung der europäischen Strompreise hängt von mehreren Faktoren ab. Zu den Schlüsselfaktoren für die Märkte gehören:

Die Entwicklung der europäischen Wirtschaft - es wird mit einer bescheidenen Erholung der Wirtschaftstätigkeit gerechnet, wobei Deutschland nach der Rezession im Jahr 2023 fast kein BIP-Wachstum verzeichnen wird.

Das Nachfragewachstum durch Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen in Deutschland/Europa - neue Regelungen mit Kürzung der Subventionen können das erwartete Nachfragewachstum reduzieren.

Weitere Entwicklung der Kohle-, EUA- und Gaspreise - die Preise sind gegenüber den Höchstständen von 2022 deutlich zurückgegangen.

Erzeugungsmix - der weitere Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und ihr steigender Anteil am Strommix.

Atomstromproduktion in Frankreich - EDF schätzt die Produktion für 2024 mit 315-345 TWh und für 2025 mit 335-365 TWh etwas höher ein. 14

LNG-Markt 15

Im Jahr 2024 werden voraussichtlich vier neue Terminals in Betrieb genommen, die jedoch bis Ende 2024 ihre Nennkapazität nicht erreichen werden. Neue LNG-Lieferkapazitäten im Jahr 2024 werden voraussichtlich aus Russland (Arctic LNG 2), Mexiko (Fast LNG Altamira), Mauretanien-Senegal (Greater Tortue LNG) und Kanada (LNG Canada) kommen. Durch neu in Betrieb genommene Terminals wird das weltweite Angebot im Jahr 2024 voraussichtlich um etwa 5 Mtpa steigen.

Es wird erwartet, dass das weltweite LNG-Bruttoangebot im Jahr 2024 durch neue Projekte und die Produktion aus bestehenden Anlagen wieder moderat ansteigen wird, und zwar um 2 % gegenüber dem Vorjahr auf etwa 413 Mtpa (gegenüber 405 Mtpa im Jahr 2023 und 398 Mtpa im Jahr 2022). Der LNG-Markt bereitet sich derzeit auf ein höheres Wachstum vor, das für die Jahre 2025 und 2026 erwartet wird, wenn die neuen Verflüssigungsprojekte in den USA und Katar in Betrieb genommen werden und die globale Versorgungsbilanz um etwa 30 Mtpa pro Jahr erhöhen.

12 https://www.iea.org/reports/electricity-2024/executive-summary
13 Siehe auch https://ember-climate.org/insights/research/european-electricity-review-2024/
14 https://www.spiegel.de/wirtschaft/energiewirtschaft-edf-verdient-milliarden-mit-sanierten-atomkraftwerken-a-03191470-88d3-4a2b-977a-833ce5325dd8
15 Siehe auch S&P Global Commodity Insights Global LNG Balance Report Februar 2024

Es wird erwartet, dass die europäische LNG-Nachfrage im Jahr 2024 trotz niedrigerer Preise zurückgehen wird, was sowohl auf den milden Winter 2023/24 als auch auf die langsame Erholung der industriellen Gasnachfrage nach den hohen Preisen und die schwachen makroökonomischen Aussichten zurückzuführen ist.

Angesichts der sinkenden Gaspreise an den europäischen Hubs, die diese weniger attraktiv für die Lieferung von LNG machen, wird erwartet, dass ein Teil der preisempfindlichen LNG-Nachfrage auf den Markt zurückkehren wird. Ein Anstieg der LNG-Nachfrage wird vor allem in Thailand erwartet, wo 2024 neue Gaskraftwerke in Betrieb genommen werden sollen, und in Indien, wo der Downstream-Sektor von Flüssiggas auf das derzeit wettbewerbsfähigere LNG umsteigen dürfte.

Andererseits wird erwartet, dass Japan auf der Grundlage des aktuellen Zeitplans für die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken seine Abhängigkeit von LNG weiter verringern wird, was zu einem Rückgang seiner Aktivitäten auf dem SPOT-Markt führen wird.

Die größte Ungewissheit ist der chinesische Markt, auf dem die Aktivität 2023 zwar zunimmt, aber nicht in dem Ausmaß wie 2021. Viele chinesische Abnehmer haben begonnen, nach kosteneffizienten Möglichkeiten zu suchen, aber die allgemeinen Grundlagen der LNG-Nachfrage bleiben schwach und werden durch die makroökonomischen Aussichten, die gestiegene inländische Produktion und die robusten Pipeline-Importe aus Russland noch verschärft.

PGNIG SUPPLY & TRADING ORLEN GROUP 2.3. Ausblick auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft

Ausblick des Geschäftsbereichs Handel

Entwicklung von NCS und DCS

Im Jahr 2023 hat PST sein Erdgasgeschäft erfolgreich und nachhaltig entwickelt. Mit den bestehenden Verträgen und den in den Jahren 2022 und 2023 abgeschlossenen Vereinbarungen hat PST ihre Position in Nordeuropa und auf dem dänischen Gasgroßhandelsmarkt gestärkt.

PST nahm seine Handelstätigkeit am dänischen virtuellen Handelsplatz (GTF) auf, hauptsächlich um Gas für die ORLEN Gruppe zu beschaffen, das über die Baltic Pipe von Dänemark durch die Ostsee nach Polen transportiert wird.

Die Beschaffung von Gas aus Oersted in DCS wird voraussichtlich erst im Sommer 2024 beginnen, da sich die Produktion des Tyra-Feldes in DCS verzögert.

Das derzeitige Portfolio der PST (einschließlich der erwarteten Mengen aus dem DCS Tyra-Feld) umfasst ca. 6 Mrd. m 3 , von denen der größte Teil des geförderten Gases über die Baltic Pipe nach Polen geleitet wird, während einige kleinere Mengen aufgrund der direkten Pipelineanbindung der Förderfelder für Großbritannien bestimmt sind.

Im Jahr 2024 sind die wichtigsten Ziele:

Sicherstellung der Versorgung Polens über die Baltic Pipe

Wertsteigerung des Gasportfolios durch Optimierung der Gasflüsse basierend auf den Bedürfnissen des ORLEN Portfolios zu anderen Märkten, um den höchsten Nettoertrag zu erzielen

Aufrechterhaltung des Lieferantenportfolios

Hinzufügung weiterer Upstream-Verträge, wenn dies wirtschaftlich rentabel ist

Origination-Entwicklung im MOE-Raum/Baltikum

PST konzentriert sich darauf, sein Geschäft im Baltikum auszubauen, wo PST ein wichtiger Handelspartner für GET Baltic und für die örtliche Lieferanten wurde. In der Region Mittel- und Osteuropa (MOE) verstärkte PST ihre Aktivitäten vor allem in der Slowakei und in Ungarn. Außerdem bezog PST zum ersten Mal Gas aus der Ukraine für Lieferungen an Orlen an der ukrainisch-polnischen Grenze. Mit den erschlossenen Märkten hat sich PST ein solides und zukunftsorientiertes Standbein in der MOE-Region geschaffen.

Im Jahr 2024 sind die wichtigsten Ziele:

Versorgungssicherheit durch Flexibilität der Lieferrichtung und -quellen (Litauen, Lettland, Estland, Ukraine, Slowakei, Österreich und Ungarn)

Zugang zu den Nachbarmärkten Polens (Litauen, Ukraine, Slowakei)

Marktinformationen MOE Raum

Grenzüberschreitende Optimierung

Standorttausch/Speicherverträge

Entwicklung des Wholesale-Hub-Handels zur Optimierung des Portfolios der ORLEN Gruppe

Wie oben beschrieben, baut PST seine Gashandelspräsenz an den europäischen Hubs weiter aus, indem es seine Handelsaktivitäten aktiv steigert, das Portfolio seiner Geschäftspartner erweitert und seine Aktivitäten auf neue Hubs ausdehnt.

Im Jahr 2023 nahm PST den Gashandel in Dänemark auf und beschaffte Gas in der Ukraine von verschiedenen Vertragspartnern für Lieferungen nach Polen, was dem Gasportfolio von Orlen zugutekam.

Im Ostseeraum schloss PST in Litauen Transaktionen über Get Baltic und direkt mit örtlichen Kontrahenten ab. PST agierte auf dem Markt als Käufer und Verkäufer zum kommerziellen Nutzen der Orlen Gruppe.

In Ungarn handelte PST mit Kontrahenten und an der Börse CEGEEX und nutzte die Verbindungsleitungen, um entsprechend dem Portfoliobedarf von Orlen zu agieren, indem es Marktpreisunterschiede ausnutzte. Darüber hinaus handelte PST mit Time Spreads im slowakischen Speicher zu seinem eigenen kommerziellen Vorteil.

Im Jahr 2024 liegt der Schwerpunkt weiterhin auf dem aktiven Handel in neuen Märkten in Europa (z. B. Italien, Finnland) einschließlich der damit verbundenen grenzüberschreitenden Aktivitäten. Darüber hinaus wird der Schwerpunkt auf dem französischen Markt liegen, da die LNG-Aktivitäten der Gruppe durch die Nutzung der Regasifizierungskapazitäten am Montoir-Terminal weiter zunehmen könnten. Die Rolle von PST wird darin bestehen, das regasifizierte Gas an der französischen Drehscheibe zu platzieren oder das Gas in Nachbarländer zu exportieren, um den höchsten Netback-Preis für die Gruppe zu erzielen.

PST bereitete sich darauf vor, PST London Absicherungsgeschäfte anzubieten, um das Preisrisiko zu decken, das sich aus den unterschiedlichen Kauf- und Verkaufsformeln mit LNG-Verträgen ergibt. Dazu wurden mehrere ISDA-Vereinbarungen mit verschiedenen Vertragspartnern abgeschlossen.

Mit der Schließung der PST-Niederlassung in Warschau wird die PST-Niederlassung in München aktiv die Handelsverantwortung für VTP Polen übernehmen, da sie die Handelsgesellschaft für die Orlen- Gruppe an diesem Hub ist.

Die Hauptziele der Entwicklung der Gashandelsaktivitäten von PST auf anderen Märkten sind:

Schaffung alternativer Hubs für die Abnahme von LNG-Lieferungen in Europa,

Einrichtung neuer Versorgungswege für die Versorgungssicherheit Polens (z. B. über Italien oder Griechenland),

Wertsteigerung des Gasportfolios durch grenzüberschreitende Optimierung, die von den Preisunterschieden auf den verschiedenen Märkten profitiert.

Ausblick des Geschäftsbereichs Gas- und Stromhandel

Unter Berücksichtigung der geplanten Entwicklungen in der Sparte ist beabsichtigt, im Jahr 2024 rund 76,4 TWh sowohl auf dem Gas- als auch auf dem Strommarkt zu handeln und ein EBIT in der Größenordnung von 9,9 - 12,1 Mio. EUR zu erzielen. Dieser Planung sind Umsatzerlöse von 4.413,6 bis 5.394,4 Mio. EUR zu Grunde gelegt.

Ausblick des Geschäftsbereichs LNG-Handel

Das LNG-Geschäft wird von zwei in London, Großbritannien, registrierten PST-Tochtergesellschaften - PST LNG Trading Limited und PST Shipping Limited - weitergeführt. Auch PST als Organisation hat ehrgeizige Pläne für die Entwicklung des LNG-Handels. Ab 2024 wird das LNG-Geschäft nicht mehr Bestandteil des Einzelabschlusses von PST sein. Daher entfällt eine Prognose.

Ausblick Geschäftsbereich Warschau

Es ist geplant, den eingeschränkten Betrieb der Niederlassung durch den Hauptsitz in München fortzusetzen und die Niederlassung in Polen Anfang 2024 aufzulösen.

Die Auswirkungen der verbleibenden Aktivitäten in Polen werden für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nicht mehr von Bedeutung sein. Eine Prognose entfällt daher für diesen Geschäftsbereich.

Ausblick PST

In der nachstehenden Tabelle sind die prognostizierten wirtschaftlichen Leistungskennzahlen (Umsatz und EBIT) der PST in einer erwarteten Bandbreite für das Geschäftsjahr 2024 aufgeführt:

2024
Umsätze Mio. EUR 4.413,6 - 5.394,4
Kosten (saldiert mit den sonstigen Erträgen) * Mio. EUR 4.403,7 - 5.382,3
EBIT Mio. EUR 9,9 - 12,1

* Kostenposition nur zur Informationszwecken

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft

3.1. Vermögen und ihre Finanzierungsquellen zum 31.12.2023

2023 2022
MEUR MEUR
AKTIVA 965,02 1.727,83
Anlagevermögen 58,68 3,20
Umlaufvermögen 884,57 1.712,82
Aktive Rechnungsabgrenzung 21,77 11,81
PASSIVA 965,02 1.727,83
Eigenkapital 98,79 69,04
Rückstellungen 19,62 127,25
Verbindlichkeiten 823,72 1.491,03
Passive Rechnungsabgrenzung 15,60 40,51
Passive latente Steuern 7,29 0,00

Die Bilanzsumme sank von 1.727,83 Mio. EUR im Jahr 2022 um 44,2 % auf 965,02 Mio. EUR. Der Anteil des Umlaufvermögens an der Bilanzsumme betrug im Jahr 2023 rund 91,7 % (Vorjahr: 99,1 %). Der Wert des Umlaufvermögens sank um 828,25 Mio. EUR auf 884,57 Mio. EUR. Die Veränderung ist vor allem auf die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkenen Energiepreise und die Ausgliederung des operativen LNG-Geschäfts der Niederlassung London auf die Tochtergesellschaften PST LNG Trading Limited. und PST LNG Shipping Limited zurückzuführen.

Analog zum Umlaufvermögen sanken auch die Verbindlichkeiten um 667,31 Mio. EUR auf 823,72 EUR im Geschäftsjahr 2023. Grund für diesen deutlichen Rückgang ist der starke Verfall der Energiepreise. Die erhaltenen Anzahlungen sanken um 117,92 Mio. EUR, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 305,44 Mio. EUR und die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 312,17 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote stieg von 4,0% (Vorjahr) auf 10,2 % im Geschäftsjahr. Dies ist auf die deutliche Reduzierung der Bilanzsumme aufgrund der Marktpreise und die erwirtschafteten Ergebnisse der Niederlassungen in London und München zurückzuführen.

Neben den Bankkreditlinien, die der PST-Gruppe zur Verfügung stehen, kann die Gesellschaft zur Unternehmensfinanzierung auch auf einen Cash-Pool mit ORLEN zurückgreifen. Der revolvierende Kredit von ORLEN musste jedoch zum 31. Dezember 2023 nicht in Anspruch genommen werden (Vorjahr: 10,00 Mio. EUR). Darüber hinaus stellt ORLEN die notwendigen Sicherheiten für die Geschäfte der Gruppe und zur Absicherung von Bankkrediten in Form von Zahlungsgarantien bereit. Der PST- Gruppe steht damit ausreichend Liquidität zur Verfügung, um alle fälligen Verbindlichkeiten fristgerecht zu bedienen.

3.2. Gewinn- und Verlustrechnung

2023 2022
MEUR MEUR
Umsatzerlöse 6.338,78 17.608,11
Materialaufwand -6.270,36 -17.496,86
Sonstige betriebliche Erträge 10,53 47,78
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Abschreibung -0,56 -0,55
Personalausgaben -6,69 -6,29
Sonstige betriebliche Aufwendungen -15,09 -57,28
EBIT 56,62 94,91
Finanzergebnis -7,62 -13,40
Übernommenes Ergebnis aus Ergebnisabführungsverträgen -0,74 -1,29
Gewinn vor Steuern 48,26 80,22
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -15,95 -16,91
Jahresüberschuss 32,13 63,31

Die Umsatzerlöse und der entsprechende Materialaufwand der PST sind aufgrund des starken Preisverfalls an den Rohstoffmärkten und der Ausgliederung des operativen LNG-Geschäfts der Niederlassung London in die Tochtergesellschaft PST LNG Trading Limited um 11.269,3 Mio. EUR bzw. 11.226,5 Mio. EUR gesunken. Da sich die übrigen Ertrags- und Kostenkomponenten nicht wesentlich verändert haben, entspricht der Rückgang der Bruttomarge (42,8 Mio. EUR) nahezu dem Rückgang des EBIT um 38,3 Mio. EUR auf 56,6 Mio. EUR. Mit diesem erwirtschafteten EBIT wurde die EBIT- Prognose für das Geschäftsjahr 2023 erneut deutlich übertroffen (Prognose für 2023: 22,0 - 26,8 Mio. EUR). Dagegen konnten die für das Geschäftsjahr 2023 prognostizierten Umsatzerlöse (ursprüngliche Planung: 15.690,7 - 19.177,5 Mio. EUR) aufgrund der oben beschriebenen Effekte nicht erreicht werden (2023: 6.338,78 Mio. EUR). Die korrespondierenden Kosten (saldiert mit den sonstigen betrieblichen Erträgen) in Höhe von 6.259,8 Mio. EUR lagen ebenfalls deutlich unter dem geplanten Budget von 15.688,7 - 19.150,7 Mio. EUR.

Die Preisentwicklung im Geschäftsjahr 2023 führte trotz gestiegener Zinsen insgesamt zu einem geringeren Liquiditätsbedarf und damit zu einer Reduzierung der Finanzierungs- und Absicherungsaufwendungen um 5,7 Mio. EUR.

3.3. Kapitalflussrechnung für das Wirtschaftsjahr vom 01.01 - 31.12.2023

2023 2022
MEUR MEUR
Jahresüberschuss 32,1 63,3
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 0,6 0,6
+/- Sonstige zahlungswirksame Aufwendungen/Erträge -2,4 -0,2
+/- Veränderungen des Betriebskapitals * -295,2 216,2
+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge 7,6 13,4
+/- Ertragssteueraufwand/-ertrag -0,3 16,0
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -257,6 309,3
- Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -57,6 -1,5
+ Zahlungen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition einschließlich erhaltener Zinsen) 1,9 0,6
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -55,7 -0,9
+ Zahlungen aus der Aufnahme / Begebung von Finanzkrediten 57,4 1,2
- Gezahlte Zinsen -9,5 -14,0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 47,9 -12,8
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -265,4 295,6
+ Finanzmittelfond am Anfang der Periode 334,5 38,9
= Finanzmittelfond am Ende der Periode 69,1 334,5

* Veränderungen bei den Rückstellungen, Vorräten, Forderungen aus Lieferungen & Leistungen / sowie verbundene Unternehmen, sonstige Vermögensgegenständen, Verbindlichkeiten sowie Rechnungsabgrenzungsposten

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit für das Jahr 2023 ging im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 566,9 Mio. EUR zurück und belief sich auf -257,6 Mio. EUR. Das gute Ergebnis reichte nicht aus, um den Rückgang der erhaltenen Vorauszahlungen für Pipeline- und LNG-Lieferungen auszugleichen, die der Hauptgrund für den positiven Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit im Vorjahr waren. Der negative Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit spiegelt neben den rückläufigen Vorauszahlungen auch die Ausgliederung des LNG-Geschäfts auf die Tochtergesellschaften wider.

Der Rückgang des Cashflows aus Investitionstätigkeit um 54,8 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr ist auf die Kapitalerhöhung bei der PST LNG Trading GmbH auf 50 Mio. GBP zurückzuführen.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit erhöhte sich gegenüber 2022 um 60,7 Mio. EUR und betrug 47,9 Mio. EUR. Der Anstieg ist vor allem auf die Inanspruchnahme des Bankdarlehens zurückzuführen. Daneben gab es eine höhere Inanspruchnahme des Cashpools der Gruppe aber auch den gegenläufigen Effekt aus der Rückzahlung des Gesellschafterdarlehens.

Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 265,4 Mio. EUR ist daher in erster Linie auf den geringeren Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit zurückzuführen.

4. Risiko- und Chancenbericht

4.1. Wichtige Risikofaktoren

Im Rahmen des Risikomanagements überwacht die Gesellschaft kontinuierlich und systematisch die Chancen und Risiken sowie die Entwicklung der Geschäftsvorfälle. PST überwacht und steuert die folgenden Risiken im Zusammenhang mit seinen Geschäftsaktivitäten in den jeweiligen Geschäftsfeldern:

Operationelle Risiken

Marktpreisrisiken

Kontrahentenausfallrisiken/Kreditrisiken

Liquiditätsrisiken

Rechtliche und regulatorische Risiken

Die Bewertung der Risiken und Chancen erfolgt dabei anhand von zwei Dimensionen: den möglichen finanziellen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einerseits und den Eintrittswahrscheinlichkeiten dieser Auswirkungen andererseits. Die Reihenfolge ergibt sich aus der relativen Bedeutung (hier absteigend).

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken entstehen durch organisatorische, prozessuale, technische, personelle Unregelmäßigkeiten oder ungünstige externe Einflüsse. So können sich beispielsweise Risiken aus fehlerhaften Prozessen negativ auf bestehende Kontrollen oder in der Gesellschaft zu treffende Entscheidungen auswirken, die dann zu zusätzlichem Aufwand oder höheren Kosten führen.

Die Gesellschaft steuert diese operationellen Risiken effektiv durch die Implementierung geeigneter Prozesse und Prozessautomatisierungen, Redundanzen sowie durch die Anwendung des 4-Augen- Prinzips. Es gibt ein IT-Notfallkonzept, um potenziellen IT-Risiken zu begegnen.

Das Management der operationellen Risiken profitiert und wird in Zukunft von den Ergebnissen des implementierten Risikomanagementprozesses (Aufzeichnung von Ereignissen, Lernprozess, Schlüsselrisikoindikatoren usw.) profitieren.

PST erkennt eine signifikante Erhöhung des operativen Risikos aufgrund der geopolitischen Situation im Zusammenhang mit der Invasion in die Ukraine. Die Infrastruktur in der Ukraine ist durch die kriegerischen Handlungen gefährdet und das Risiko von Angriffen auf die IT-Infrastruktur von Energieunternehmen, Banken und Telekommunikationsbetreibern muss genau überwacht werden. Bislang haben sich diese zusätzlichen Risiken für PST in einem wahrscheinlichen Verlust von 0,1 Mio. USD niedergeschlagen, die als Sicherheitsleistung beim ukrainischen Fernleitungsnetzbetreiber hinterlegt wurde, um PST den Gastransport durch die ukrainische Infrastruktur zu ermöglichen.

PST ist sich auch der zusätzlichen operativen Risiken bewusst, die mit LNG-FOB-Lieferungen verbunden sind. Es gibt keine direkte Exposition von PST mehr, da diese Operationen von einem untergeordneten Unternehmen durchgeführt werden. Darüber hinaus ist die Tochtergesellschaft als Charterer nur in begrenztem Maße von negativen Betriebsereignissen betroffen, dennoch können die indirekten Folgen, einschließlich des Reputations- und Finanzrisikos, erheblich sein. Um diesen Bereich zu verwalten und potenzielle Risiken zu vermindern, implementierten die Tochtergesellschaften von PST, ein auf LNG ausgerichtetes ETRM-System mit erweiterten Funktionen für die Flottenmanagementprozesse.

Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken bzw. Marktpreisänderungsrisiken entstehen, wenn sich der Marktpreis im Laufe der Zeit anders entwickelt als der für das jeweilige Produkt kontrahierte Preis. Marktpreisänderungen resultieren in erster Linie aus Schwankungen von Angebot und Nachfrage, zum Beispiel infolge von Temperaturschwankungen oder Engpässen auf der Angebotsseite.

Die Bewertung, Überwachung und das Management der daraus resultierenden Risiken erfordern ein konsistentes Risikomanagementsystem. Zu diesem Zweck werden die Handelspositionen im ETRM- System erfasst und nach den aktuellen Marktparametern bewertet. Das Management von Marktpreisrisiken umfasst sowohl offene Positions- als auch verlustbezogene Limits auf Buch- und Strategieebene.

Bei der Bewertung schwebender Beschaffungs- und Absatzgeschäfte weicht die Gesellschaft gemäß IDW RS ÖFA 3 vom Einzelbewertungsgrundsatz ab und fasst die Geschäfte jeweils in Vertragsportfolios für Gas, Strom und Erdöl zusammen. Die Geschäfte gleichen sich mengenmäßig aus und unterliegen sowohl in sachlicher als auch in zeitlicher Hinsicht gleichartigen Risiken. Durch die Gegenläufigkeit der Geschäfte wird ein Ausgleich der Risiken erzielt. Die Vertragsportfolios stehen mit der internen Risikosteuerung der Gesellschaft in Einklang. Als wesentlicher Bestandteil ist das Risikomanagement einschließlich einer Deckungsbeitragsrechnung zu nennen. Für jedes Vertragsportfolio werden zum Bilanzstichtag die drohenden Verluste und erwarteten Gewinne erfasst und im Fall eines Verpflichtungsüberhangs eine Drohverlustrückstellung gem. § 249 Abs. 1 S. 1 HGB gebildet. Zum 31.12.2023 ergeben sich drohende Verluste in Höhe von TEUR 3 (Vorjahr TEUR 0). Durch die Bildung der Vertragsportfolios (Volumen: 11,0 TWh, Vorjahr 10,2 TWh) werden bei der Gesellschaft Risiken aus der Einzelbetrachtung in Höhe von EUR 206 Mio. abgesichert.

Das Back Office-Team führt für alle Transaktionen Marktkonformitätsprüfungen durch. Darüber hinaus wird das Marktpreisrisiko durch eine Back-to-Back-Strategie, die bei der Mehrzahl der Handelsgeschäfte angewendet werden soll, deutlich begrenzt. Dank dieser Maßnahmen sind die Marktpreisrisiken der Gesellschaft transparent und überschaubar.

In den letzten 4 Jahren haben wir aufgrund der Covid-19-Pandemie und der Energiepreiskrise im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine eine extreme Volatilität der Preise mit historischen Tiefst- und Höchstständen in 2020 bzw. 2022 beobachtet. Durch die tägliche Überwachung der Positionen konnte PST jegliche Verluste im Eigenhandel vermeiden. Andererseits wurden die Ergebnisse der Niederlassung Warschau durch einzelne Verträge mit Industriekunden beeinträchtigt, die sogar ein begrenztes Flexibilitätselement enthielten. Alle eingepreisten Risikozuschläge erwiesen sich als völlig unzureichend, um das aus der Preisvolatilität resultierende Risiko abzudecken. Derzeit bietet PST keine Verträge oder Produkte an oder verlängert diese, die PST dem Risiko von Preisbewegungen oder Verbrauchsschwankungen aussetzen.

Kontrahentenausfallrisiken/Kreditrisiken

Kontrahentenausfall- oder Kreditrisiken entstehen, wenn ein Handels- oder Geschäftspartner nicht in der Lage ist, Lieferungen zu tätigen oder anzunehmen oder seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Das Kontrahentenausfallrisiko wird börsentäglich durch eine Zusammenfassung bestehender Forderungen und potenzieller Ansprüche unter Berücksichtigung erhaltener Barsicherheiten oder Bankgarantien und Nettingmöglichkeiten pro Handelspartner (= Exposition) ermittelt.

Das Kreditrisikomanagement umfasst hauptsächlich:

Bewertung des Kreditrisikos

Überwachung des Kreditlimits

Verwaltung von Sicherheiten

Handelsgeschäfte werden hauptsächlich auf Grundlage von standardisierten Rahmenverträgen abgeschlossen. Die Kreditwürdigkeit potenzieller Handelspartner und ggf. ihre maximal zulässigen Kreditlimits werden auf Grundlage einer Bonitätsprüfung festgelegt. Die Limitauslastung wird im Risikobericht veröffentlicht, der börsentäglich herausgegeben und der Geschäftsleitung zur Verfügung gestellt wird. Der Bericht enthält auch Informationen über künftige Limitauslastungen, und der Geschäftsverkehr mit den betroffenen Handelspartnern wird bei Bedarf eingeschränkt. Darüber hinaus wird die Kreditwürdigkeit bestehender Handelspartner überwacht, und die genehmigten Limits werden regelmäßig überprüft. Diese vom Risikomanagement durchgeführten Maßnahmen begrenzen das Kreditrisiko also in erheblichem Maße.

Nach dem Anstieg der Preise im Jahr 2022 bestand das Risiko, dass die Geschäftspartner Schwierigkeiten oder finanzielle Einbußen haben könnten, wenn sie die für 2023 abgesicherten Mengen auf diesem historisch hohen Niveau abnehmen, während die Spotpreise deutlich zurückgehen. PST hat keine der oben beschriebenen potenziell nachteiligen Entwicklungen bei seinen Geschäftspartnern erlebt und wurde auch nicht durch Zahlungsausfälle im Jahr 2023 beeinträchtigt.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf das Risiko, dass Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht erfüllt werden können oder dass keine adäquaten Refinanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Das Management von Liquiditätsrisiken umfasst:

Liquiditätsbudgetierung und -kontrolle

Verwaltung und Abgleich von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen eines Standardprozesses,

Externe Finanzierung und Sicherstellung der Liquidität wie unter 4. "Überblick über die finanzielle Situation" beschrieben.

Um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu ermitteln, werden (signifikante) zukünftige Liquiditätsströme identifiziert und der entsprechende Finanzierungsbedarf bestimmt. Dies wird täglich gemeldet. Liquiditätsanalyse und -management liegen in der Verantwortung der Finanzabteilung von PST.

Das im Geschäftsjahr allgemein niedrigere Preisniveau erhöhte die Liquidität auf dem OTC-Markt. Dadurch wurden Handelskredite als Standardfinanzierungsfazilität reaktiviert, die 2022 praktisch nicht mehr vorhanden waren.

Rechtliche und regulatorische Risiken

Rechtliche Risiken können im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren, ungünstigen oder nicht durchsetzbaren Verträgen sowie der Einhaltung von Vorschriften entstehen. Solche Risiken können minimiert werden, wenn eine zentrale Rechtsabteilung die rechtlich relevanten Transaktionen begleitet und die Verträge entsprechend vorbereitet und die Risikoeigner gemäß den festgelegten Richtlinien und Verfahren handeln. Darüber hinaus verfügen wir über ein Compliance-Managementsystem (einschließlich KYC, Client Onboarding, Anti-Korruptions- und Geschenkpolitik), das darauf abzielt, jegliche Verstöße im Vorfeld zu vermeiden bzw. nachgelagert zu entdecken. Die Gesellschaft bietet Schulungen für ihre Mitarbeiter an, sowohl als Teil des Onboarding-Prozesses als auch als regelmäßige Sensibilisierungskampagne zu aktuellen Compliance-Themen wie Datenschutz oder Handelssanktionen. Regulatorische Risiken können z.B. aufgrund von Änderungen des regulatorischen und rechtlichen Rahmens entstehen. Die Rechtsabteilung überwacht Änderungen der für das Geschäft des PST-Teilkonzerns geltenden regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen und stellt frühzeitig sicher, dass im Falle einer Änderung die erforderlichen Maßnahmen festgelegt und entsprechend umgesetzt werden.

PST überwacht die globalen Entwicklungen der Handelssanktionsregelungen, insbesondere die, die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöst wurden. Um die damit verbundenen Compliance-Risiken zu angemessen zu adressieren, hat PST den KYC-Prozess überarbeitet. Ein überarbeitetes KYC-Formular bezieht sich auf die direkte oder indirekte Beteiligung eines russischen Staatsbürgers oder Unternehmens. Das Formular enthält auch eine Verpflichtung zur Aktualisierung der darin enthaltenen Angaben. Üblicherweise enthalten die von PST abgeschlossenen Handelsverträge eine Sanktionsklausel. Seit dem Ausbruch der russischen Invasion hat PST auch regelmäßige Updates zu den Sanktionen von ORLEN erhalten (konzerninterne Kommunikation über die Sanktionen der USA und der EU). PST hat zusätzlich eine spezielle Software angeschafft, um die zeitnahe und vollständige Abbildung des KYC-Prozesses zu gewährleisten.

4.2. Organisation des Risikomanagements

Organisation des Risikomanagements

PST hat ein zweistufiges Risikomanagement-System eingeführt. Während das operative Risikomanagement (d. h. die kontinuierliche Beobachtung, Überwachung und Berichterstattung über die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft) in der Verantwortung der Abteilung Risikomanagement liegt, ist die Aufgabe des internen Risikoausschusses nicht nur das Risikomanagement, sondern auch die Bewertung der Chancen und Risiken, die mit der Einführung neuer Produkte oder dem Eintritt in neue Märkte verbunden sind. Das Komitee besteht aus den Top-Managern der PST, die für verschiedene Geschäftsbereiche verantwortlich sind. Neben der Markt- und Produktfreigabe entscheidet der Risikoausschuss auch über den Abschluss bedeutender Geschäfte mit bereits genehmigten Produkten in genehmigten Märkten.

Prozess der Risikoverwaltung

Dieser Prozess umfasst die Identifizierung, Bewertung, Verwaltung und Überwachung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung. Die Gesellschaft wendet branchenübliche Methoden zur Risikobewertung und zum Risikomanagement an (Stop-Loss-Limit, Limit für offene Positionen und Kreditengagement). Die Risiken werden täglich erfasst und nach standardisierten Kriterien bewertet und gemeldet.

Die risikobewusste Leistung der Gesellschaft basiert auf der Risikopolitik, die laufend aktualisiert wird. Das Management wird anhand von Risikoberichten, die börsentäglich veröffentlicht werden, über die aktuelle Risiko- und Chancensituation informiert. Die Basisdaten werden direkt aus dem ETRM-System abgeleitet. Bei den Risikomessmethoden des Systems handelt es sich um grundlegende Methoden, die ständig weiterentwickelt werden. Diese täglichen Basisdaten werden täglich aufbereitet und in Form von Wochen-, Monats- und Jahresberichten direkt an die Abteilung Risikomanagement von ORLEN gemeldet. In besonderen Fällen werden die Informationen direkt an die Geschäftsleitung oder den Risikoausschuss weitergeleitet, die ihrerseits den Aufsichtsrat direkt informieren.

Das ETRM-System und die damit verbundenen Prozesse werden kontinuierlich weiterentwickelt, um dem erheblichen Wachstum der Gesellschaft in den letzten Jahren sowie den regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden. Die Umsetzung formalisierter und anspruchsvoller Lösungen soll dem immer komplexeren Geschäft der Gesellschaft und seinem weiteren Wachstum Rechnung tragen.

Allgemeine Erklärung zur Risikosituation

Der Geschäftsführung sind nach bestem Wissen und Gewissen keine Einzelrisiken oder allgemeinen Risiken bekannt, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden oder wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben könnten. Aufgrund des fortgesetzten Krieges in der Ukraine und der Energiepreiskrise räumt PST ein, dass das Risiko in allen Bereichen weiterhin hoch ist: Operativ, Markpreis, Kredit, Liquidität und Regulierung.

Das bestehende Rahmenwerk und die Risikomanagement-Prozesse ermöglichen es PST jedoch, flexibel und rechtzeitig auf sich ändernde Risikopositionen zu reagieren. Daher glauben wir, dass alle Risiken gut gemanagt werden und den Wohlstand von PST nicht gefährden.

4.3. Chancenbericht

Die Bewertung von Chancen ist Teil des bei PST eingerichteten Risikomanagementsystems (Organisation und Prozesse).

Definition von Chancen

Entsprechend den definierten Risiken des Unternehmens ergeben sich für PST folgende Chancen (die Reihenfolge entspricht der relativen Bedeutung):

Operative Chancen

Aufgrund der strategischen Positionierung und Ausrichtung der Orlen-Gruppe wird die PST eine immer wichtigere Rolle spielen, vor allem im Hinblick auf die Handelsaktivitäten. Neben der Vermarktung von Erdgas aus NCS und DCS auf den europäischen Märkten wird das Unternehmen seine Aktivitäten in der Region Mittel- und Osteuropa (MOE) weiter ausbauen.

Schlanke Strukturen und effiziente Prozesse in Kombination mit dem Know-how der Mitarbeiter und der langjährigen Branchenerfahrung helfen dem Unternehmen, sich für den zukünftigen Wettbewerb optimal zu positionieren.

Liquiditätschancen

Die Finanzkraft und die Bonität der Muttergesellschaft ORLEN ermöglicht, insbesondere durch die Bereitstellung der erforderlichen Sicherheiten, die sowohl für die externe Unternehmensfinanzierung als auch zur Absicherung von Handelsgeschäften verwendet werden können, den weiteren Aufbau des Geschäftes.

Marktpreischancen

Insbesondere die Tatsache, dass die Gesellschaft seit mehr als zehn Jahren auf den deutschen und europäischen Energiemarkt operativ tätig ist, bietet die Chance, durch entsprechende Beschaffungsstrategien und die Entwicklung geeigneter Produkte und Dienstleistungen von den Preisentwicklungen auf den relevanten Energiemärkten zu profitieren.

4.4. Zusammenfassung

Die Zusammensetzung der Risiken hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Auch die Chancenlage, die sich mittelfristig bietet, ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls nahezu unverändert. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten und der potenziellen finanziellen Auswirkungen der erläuterten Risiken und Chancen wird zum jetzigen Zeitpunkt keine zukünftige Entwicklung erwartet, bei der Risiken einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken zu einer dauerhaften und bestandsgefährdenden Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage führen könnten.

 

München, 28. März 2024

Robert Śleszyński

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die PGNIG Supply & Trading GmbH, München

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der PGNIG Supply & Trading GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der PGNIG Supply & Trading GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Prüfungsurteil

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 eingehalten hat. Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F.) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der gesetzlichen Vertreter seine Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

 

München, 28. März 2024

DR. KLEEBERG & PARTNER GMBH
WIRTSCHAFTSPRÜFUNGSGESELLSCHAFT
STEUERBERATUNGSGESELLSCHAFT

Dr. Petersen, Wirtschaftsprüfer

Neu, Wirtschaftsprüfer

Feststellung Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde in der Gesellschafterversammlung am 2. Juli 2024 festgestellt.

Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2023 wird in voller Höhe von EUR 32.133.964,39 an den alleinigen Gesellschafter ORLEN S.A., Ptock, Polen ausgeschüttet.

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