Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 156951
Vorher
Neunundvierzigste Otto Vorratsverwaltungsgesellschaft mbHPEG - Payment Entwicklungsgesellschaft mbH
Eingetragen
7.5.2019
Branche
Geld- und WertdiensteManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenErbringung von ergotherapeutischen Dienstleistungen
Gegenstand
a) das Erbringen von Zahlungsdiensten im Sinne des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG), insbesondere der Betrieb des Akquisitionsgeschäfts und des Finanztransfergeschäfts, sowie die Erbringung betrieblicher und eng verbundener Nebendienstleistungen; b) der durch die Erlaubnis zum Erbringen von Zahlungsdiensten gestattete Ankauf von Forderungen (Factoring) und aller damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen, insbesondere Scoring und Zahlungsartenaussteuerung; c) das Erbringen von technischen und weiteren Dienstleistungen für Dritte im Zusammenhang mit deren eigener Zahlungsabwicklung; d) ferner die Verwaltung eigenen Vermögens.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Nicola Bause
seit 23.7.2025
Prokura
Leon Merx
seit 23.7.2025
Geschäftsführer
Marcel Lee Mayr
seit 5.12.2022
Prokura
Jens Dr. Höfling
seit 15.9.2021
Prokura
Hans Georg Spliethoff
seit 23.11.2020
Geschäftsführer
Mirko Krauel
seit 23.11.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
100.001 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

OTTO Payments GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.03.2023 bis zum 29.02.2024

Bilanz zum 29. Februar 2024

Otto Payments GmbH, Hamburg

Aktivseite

29.02.2024 28.02.2023
EUR EUR EUR EUR
1. Forderungen an Kreditinstitute 238.008.313,38 42.039.190,35
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 19.448.391,05 5.678.991,89
b) aus sonstigen Tätigkeiten 218.559.922,33 36.360.198,46
aa) täglich fällig 136.471.477,40 22.192.962,18
bb) andere Forderungen 82.088.444,93 14.167.236,28
2. Forderungen an Kunden 346.923.564,62 113.211.816,10
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 7.039.095,22 54.355,29
davon:
aa) aus Provisionen EUR 7.079.098,76 (i. Vj. EUR 54.355,29)
b) aus sonstigen Tätigkeiten 339.884.469,40 113.157.460,81
3. Immaterielle Anlagewerte 138.852,00 416.556,00
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 17.217,65 59.234,26
aa) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.217,65 59.234,26
b) aus sonstigen Tätigkeiten 121.634,35 357.321,74
aa) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 121.634,35 357.321,74
4. Sachanlagen 385.622,00 319.337,00
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 47.817,13 45.409,72
b) aus sonstigen Tätigkeiten 337.804,87 273.927,28
5. Sonstige Vermögensgegenstände 57.293.981,25 35.643.123,69
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 7.104.453,68 5.143.034,87
b) aus sonstigen Tätigkeiten 50.189.527,58 30.500.088,82
6. Rechnungsabgrenzungsposten 1.575.363,50 1.025.213,48
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 195.345,07 145.785,36
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.380.018,43 879.428,12
Summe der Aktiva 644.325.696,75 192.655.236,62

Passivseite

29.02.2024 28.02.2023
EUR EUR EUR EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 380.861.100,16 94.258.910,16
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 17.227.838,13 7.805.206,25
davon: zur Ausführung von Zahlungsvorgängen EUR 17.227.838,13 (i. Vj. EUR 7.805.206,25)
b) aus sonstigen Tätigkeiten 363.633.262,03 86.453.703,91
2. Sonstige Verbindlichkeiten 200.298.306,55 50.542.295,28
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 23.177.038,73 6.822.778,41
b) aus sonstigen Tätigkeiten 177.121.267,82 43.719.516,87
3. Rechnungsabgrenzungsposten 1.279.488,98 1.411.914,70
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 158.656,63 200.774,27
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.120.832,35 1.211.140,43
4. Rückstellungen 19.427.800,06 11.946.783,65
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 8.898.845,00 7.907.983,00
aa) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 1.103.456,78 1.124.515,18
bb) aus sonstigen Tätigkeiten 7.795.388,22 6.783.467,82
b) andere Rückstellungen 10.528.955,06 4.038.800,65
aa) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 1.426.242,43 574.317,45
bb) aus sonstigen Tätigkeiten 9.102.712,63 3.464.483,20
5. Eigenkapital 42.459.001,00 34.495.332,83
a) Gezeichnetes Kapital 100.001,00 100.001,00
b) Kapitalrücklage 42.359.000,00 42.359.000,00
c) Bilanzgewinn/Bilanzverlust 0,00 -7.963.668,17
Summe der Passiva 644.325.696,75 192.655.236,62

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.03.2023 bis 29.02.2024

Otto Payments GmbH, Hamburg

2023/24 2022/23
EUR EUR EUR EUR
1. Zinserträge 2.581.139,66 0,00
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 320.061,32 0,00
aa) Kredit- und Geldmarktgeschäften 320.061,32 0,00
bb) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 0,00 0,00
b) aus sonstigen Tätigkeiten 2.261.078,34 0,00
aa) Kredit- und Geldmarktgeschäften 2.261.078,34 0,00
bb) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 0,00 0,00
2. Zinsaufwendungen -73.724,09 -178.631,00
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -9.141,79 -25.401,33
b) aus sonstigen Tätigkeiten -64.582,30 -153.229,67
3. Provisionserträge 283.954.224,81 35.683.301,49
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 13.182.148,93 3.327.336,63
b) aus sonstigen Tätigkeiten 270.772.075,88 32.355.964,86
4. Provisionsaufwendungen -187.909.633,92 -14.307.667,50
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -734.413,65 -367.019,55
b) aus sonstigen Tätigkeiten -187.175.220,27 -13.940.647,95
5. Sonstige betriebliche Erträge 4.469.212,66 2.230.990,39
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 194.380,64 317.246,83
b) aus sonstigen Tätigkeiten 4.274.832,02 1.913.743,56
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen -65.236.544,55 -49.677.508,00
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -8.089.331,52 -7.061.697,70
aa) Personalaufwand -2.512.596,44 -2.451.534,86
aaa) Löhne und Gehälter -2.023.787,47 -2.016.522,24
bbb) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -488.808,96 -435.012,62
darunter: für Altersversorgung EUR 104.627,69 (i. Vj. EUR 109.632,11)
bb) andere Verwaltungsaufwendungen -5.576.735,09 -4.610.162,84
b) aus sonstigen Tätigkeiten -57.147.213,03 -42.615.810,30
aa) Personalaufwand -17.750.278,06 -14.788.513,35
aaa) Löhne und Gehälter -14.297.079,26 -12.164.365,52
bbb) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und -3.453.198,81 -2.624.147,83
für Unterstützung
darunter:
für Altersversorgung EUR 739.144,02 (i. Vj. EUR 661.339,10)
bb) andere Verwaltungsaufwendungen -39.396.934,96 -27.827.296,95
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -327.805,12 -1.579.875,27
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -40.647,83 -224.658,26
b) aus sonstigen Tätigkeiten -287.157,29 -1.355.217,01
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -401.324,78 -373.239,93
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -49.099,96 -52.932,54
b) aus sonstigen Tätigkeiten -352.224,82 -320.307,39
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft -20.005.779,72 -962.286,44
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -1.674.928,15 -135.110,23
b) aus sonstigen Tätigkeiten -18.330.851,57 -827.176,21
10. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 17.049.764,95 -29.164.916,26
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 3.099.027,98 -4.222.236,15
b) aus sonstigen Tätigkeiten 13.950.736,97 -24.942.680,11
11. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 10 ausgewiesen -45.535,36 -14.722,41
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -5.646,38 -2.093,53
b) aus sonstigen Tätigkeiten -39.888,98 -12.628,88
12. Auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne / übernommene Verluste -9.040.561,42 29.179.638,67
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -3.093.381,60 4.224.329,67
b) aus sonstigen Tätigkeiten -5.947.179,82 24.955.309,00
13. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 7.963.668,17 0,00
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 0,00 0,00
b) aus sonstigen Tätigkeiten 7.963.668,17 0,00
14. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -7.963.668,17 -7.963.668,17
a) aus sonstigen Tätigkeiten -7.963.668,17 -7.963.668,17
15. Bilanzgewinn/ Bilanzverlust 0,00 -7.963.668,17

Anhang für das Geschäftsjahr 2023/24

1. Allgemeine Angaben

Die OTTO Payments GmbH mit Sitz in Hamburg ist beim Amtsgericht Hamburg unter der Nummer HRB 156951 im Handelsregister eingetragen.

Die OTTO Payments GmbH hat mit Wirkung vom 21. Juni 2022 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Lizenz erhalten Zahlungsdienste zu erbringen. Ab diesem Zeitpunkt ist die OTTO Payments GmbH ein reguliertes Zahlungsinstitut im Sinne des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG). Gesellschafterin der Otto Payments GmbH ist zu 100% die Otto GmbH & Co KG mit Sitz in Hamburg.

Gemäß § 340a Abs. 1 HGB hat die OTTO Payments GmbH bei der Aufstellung des Jahresabschlusses die für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften anzuwenden. Weiterhin ist die Verordnung über die Rechnungslegung der Zahlungsinstitute und E-Geld Institute (RechZahIV) anzuwenden. Für die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die Formblätter 1 und 2 der RechZahIV verwendet.

Für die Erstellung des Anhangs wurden neben den §§ 284 ff HGB auch die spezifischen Vorschriften §§ 28 ff RechZahIV angewendet.

Bei den Vorjahreszahlen können sich aufgrund der kaufmännischen Rundung bei den einzelnen Bilanzposten, der Bilanzsumme und dem Jahresergebnis geringe Abweichungen zwischen der Summe der Einzelposten und der Bilanzsumme beziehungsweise dem Jahresergebnis ergeben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Aufteilung der Posten nach Zahlungsdiensten und sonstigen Tätigkeiten erfolgt im Falle einer direkten Zurechenbarkeit auf die entsprechende Position. Im Falle einer nicht direkten Zurechenbarkeit im Verhältnis der im Berichtsjahr durchgeführten Zahlungstransaktionen nach Zahlart (Kauf auf Rechnung, Kauf auf Rate, Vorkasse und weitere Zahlarten).

Bewertung von Forderungen, sonstigen Vermögensgegenständen und Guthaben bei Kreditinstituten

Die Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sowie die sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten, abzüglich angemessener Wertberichtigungen angesetzt. Für die Forderungsbewertung ist der wesentliche Einflussfaktor die Altersstruktur der Forderungen. Mit zunehmender Überfälligkeit steigt der Wertberichtigungsbedarf.

Für latente Adressausfallrisiken im Kreditgeschäft sowie für außerbilanzielle Kreditrisiken werden Pauschalwertberichtigungen nach BFA 7 gebildet. Die Pauschalwertberichtigungen werden von den Aktivpositionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden abgesetzt. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen erfolgt auf Basis eines vereinfachten Ansatzes auf der Grundlage von erwarteten Verlusten. Dabei wird der erwartete Verlust über die gesamte Laufzeit eines Geschäfts ("lifetime expected loss") geschätzt. Die Ermittlung des erwarteten Verlustes erfolgt unter Verwendung eines Modells, welches die Forderungen nach Risikoeigenschaften clustert und die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis des Kunden-Zahlungsverhaltens schätzt.

Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens und Sachanlagen

Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungen der Sachanlagen erfolgen grundsätzlich pro rata temporis linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Anschaffungs-/Herstellungskosten von geringwertigen Wirtschaftsgütern bis EUR 250,00 werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe als Betriebsausgaben im Aufwand erfasst.

Bewertung von Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie die sonstigen Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bewertet.

Bewertung von Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Rückstellungen für Pensionen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag gemäß versicherungsmathematischen Grundsätzen des modifizierten Teilwertverfahrens nach Engbroks 1989 unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Gehalts- und Rentenanpassungen angesetzt. Die Pensionsrückstellungen wurden mit einem Rechnungszinssatz von 1,82 % p. a. unter Verwendung der 2018 veröffentlichten "HEUBECK-RICHTTAFELN 2018 G von Klaus Heubeck" ermittelt. Dieser Zinssatz entspricht dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 10 Jahre, der sich laufzeitadäquat auf Basis einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Hierbei wird der von der Deutschen Bundesbank ermittelte und bekanntgegebene Abzinsungssatz verwendet. Darüber hinaus wurde bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen ein Gehaltstrend von 2,0 % angesetzt. Zur Berücksichtigung des Rententrends wurden gem. § 16 BetrAVG der Verbraucherpreisindex in Höhe von 2,2 % p. a. zugrunde gelegt.

Andere Rückstellungen

Andere Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Der Zinssatz entspricht dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre, der sich laufzeitadäquat auf Basis einer angenommenen Restlaufzeit von 10 Jahren ergibt. Hierbei wird der von der Deutschen Bundesbank ermittelte und bekanntgegebene Abzinsungssatz verwendet.

Im Rahmen der Vereinnahmung von Provisionen aus dem Ankauf der Forderung von den Händlern und der Abwicklung der Zahlungen mit den Marktplatzkunden erfolgt die Refinanzierung über unmittelbaren Weiterverkauf der Forderungen an Refinanzierungspartner. Dabei werden auch Forderungen weiterverkauft, die im weiteren Verlauf z.B. aufgrund von Retouren oder Fraudfällen rückabgewickelt werden. Darüber hinaus kann es aufgrund von vorzeitigen Rückzahlungen auf Ratenkaufforderungen zu einer teilweisen Erstattung von bereits vereinnahmten Provisionen an die Händler kommen. Vereinnahmte Provisionen werden bei Rückabwicklung von Transaktionen an die Händler erstattet. Für die erwarteten Aufwendungen aus der Rückabwicklung von bis zum Bilanzstichtag erfassten Provisionserträgen bildet die Gesellschaft entsprechende Rückstellungen, deren Höhe auf der Grundlage von für die Vergangenheit beobachtbaren Rückabwicklungsquoten unter Berücksichtigung der Altersstruktur der Forderungen geschätzt wird.

Im Jahr 2021 veröffentlichte die OECD detaillierte Regeln zur Umsetzung der Reform des internationalen Steuersystems, die sicherstellen soll, dass multinationale Unternehmen einem Mindeststeuersatz von 15% unterliegen. Das Mindeststeuergesetz ist am 28.12.2023 in Kraft getreten. Die Mindeststeuern werden erstmalig für das Geschäftsjahr 2024 (beginnend am 01.03.2024) erhoben.

Die Otto Payments GmbH als deutsches Konzernunternehmen der Otto Group wird eigenständig keine Mindeststeuern zahlen, da das Unternehmen Teil einer Mindeststeuergruppe in Deutschland ist. Für diese Mindeststeuergruppe werden mögliche Zusatzsteuern von der Michael Otto Stiftung als oberste Muttergesellschaft bzw. Gruppenträgerin im Sinne des Mindeststeuergesetzes geschuldet werden. Deutsche Konzernunternehmen, die keine oberste Muttergesellschaft oder im Teileigentum stehende Muttergesellschaft darstellen, können nach Inkrafttreten des deutschen Mindeststeuergesetzes von einer Mindeststeuer nur durch die Umlage einer etwaigen nationalen Ergänzungssteuer durch die Michael Otto Stiftung betroffen sein. Da die Mindeststeuern erstmalig für das Geschäftsjahr 2024 erhoben werden, unterliegt die Otto Payments GmbH keiner Steuerbe- oder -entlastung im Geschäftsjahr 2023.

Währungsumrechnung

Währungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten sind zum Entstehungskurs oder dem niedrigeren bzw. höheren Devisenkassa-Mittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden neben den unrealisierten Verlusten auch die unrealisierten Gewinne aus der Stichtagskursbewertung berücksichtigt.

Provisionsergebnis

Die Gesellschafterin, Otto GmbH & Co KG, der OTTO Payments GmbH betreibt auf der Seite www.otto.de einen Marktplatz. Die OTTO Payments GmbH erbringt in diesem Zusammenhang Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Abwicklung der Zahlungsvorgänge zwischen den auf dem Marktplatz angeschlossenen Händler und den Kunden. Darüber hinaus werden aus den Handelsgeschäften resultierende Kaufpreisforderungen von den Händlern angekauft und unmittelbar an die Finanzierungspartner weiterveräußert. Dabei übernimmt die OTTO Payments GmbH den Einzug der Forderungen. Im Gegenzug für die erbrachten Leistungen erhält die Gesellschaft als Vergütung Provisionen von den Händlern, die in Abhängigkeit des Transaktionsvolumens bemessen werden. Seit Mitte 2023 werden Zahlungsvorgänge auch für Marktplatztransaktionen der konzerneigenen Händler der OTTO Group abgewickelt.

Mit der Gesellschafterin OTTO (GmbH & Co KG) wurde ein Rahmenvertrag geschlossen, der die gegenseitigen Rechte und Pflichten sowie die Vergütungsvereinbarung regelt. Die damit verbundenen Erträge sind in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten Provisionserträge enthalten.

Im Zuge der Ausgliederung von Betriebsteilen der OTTO GmbH & Co KG in die OTTO Payments GmbH wurde darüber hinaus eine Zusatzvereinbarung zur Erbringung und Verrechnung von Leistungen der OTTO (GmbH & Co KG) als Plattformbetreiber an die OTTO Payments GmbH geschlossen. Diese Vereinbarung beinhaltet vor dem Hintergrund umwandlungssteuerlicher Erfordernisse im Kern eine Regelung, wonach Gewinne oder Verluste (Saldo der Erträge und der unmittelbar mit den Dienstleistungen zusammenhängenden Aufwendungen zzgl. einer Marge für die Otto Payments) im Zusammenhang mit dem Zahlungsdienstleistungsgeschäft für die Gesellschafterin entstehen, unabhängig von dem bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren vollständig der OTTO GmbH & Co KG zustehen (im Falle von per Saldo resultierenden Gewinnen) bzw. durch diese ausgeglichen werden (im Falle von per Saldo resultierenden Verlusten) werden. Der aus dieser Vereinbarung resultierende Aufwand wird im Provisionsaufwand erfasst.

2. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute beinhalten täglich fällige Sichteinlage in Höhe von TEUR 155.920 (i. Vj. TEUR 27.962). Darüber hinaus bestehen Forderungen an Kreditinstitute von TEUR 82.088 (i. Vj. TEUR 14.077) aus einer Factoringvereinbarung mit einer Bank.

Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden haben folgende Restlaufzeiten:

29.02.2024 28.02.2023
TEUR TEUR
Bis 3 Monate 335.777 113.212
Mehr als drei Monate bis sechs Monate 0 0
Mehr als sechs Monate bis zwölf Monate 0 0
Mehr als zwölf Monate 11.469 0
Insgesamt 347.246 113.212

Forderungen in fremder Währung bestehen nicht.

Im Ausweis sind Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 342.111 (i. Vj. TEUR 107.525 ) enthalten. Davon entfallen TEUR 342.061 (i. Vj. TEUR 107.525 ) aus dem Cashpooling mit der Gesellschafterin.

Immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem beigefügten Anlagenspiegel.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen gegenüber dem Finanzamt aus Vorsteuer und der Sondervorauszahlung für die Dauerfristverlängerung in Höhe von TEUR 57.289. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind sämtlich innerhalb eines Jahres fällig. Der Ausweis beinhaltete in Vorjahr Forderungen gegen die Gesellschafterin in Höhe von TEUR 29.180 aus der Verlustübernahme.

Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den Rechnungsabgrenzungsposten sind im Voraus entrichtete Lizenzgebühren, KFZ Steuern, Beiträge und öffentliche Abgaben ausgewiesen.

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden resultieren überwiegend aus Forderungskäufen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben folgende Restlaufzeiten:

29.02.2024 28.02.2023
TEUR TEUR
Bis 3 Monate 373.452 94.259
Mehr als drei Monate bis sechs Monate 0 0
Mehr als sechs Monate bis zwölf Monate 0 0
Mehr als zwölf Monate 7.409 0
Insgesamt 380.861 94.259

In dem Ausweis sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 237.606 (i. Vj. TEUR 8.927) enthalten. Davon entfallen TEUR 233.550 (i. Vj. TEUR 6.999) auf die Gesellschafterin. Diese resultieren aus dem Ankauf von Kundeforderungen.

Sonstige Verbindlichkeiten

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten sind insbesondere folgende Positionen enthalten: Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin aus Ergebnisabführung, Verbindlichkeiten gegenüber Finanzamt aus Umsatz- und Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge, Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiter und Dienstleister.

Die Verbindlichkeiten beinhalten Fremdwährungsbeträge in USD von TEUR 219 (i. Vj. TEUR 344). Diese wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.

Der Ausweis beinhaltet Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 18.367 (i. Vj. TEUR 0). Davon entfallen TEUR 18.140 (i. Vj TEUR 0,00) auf die Gesellschafterin. Diese resultieren aus der Ergebnisabführung und der Leistungsverrechnung von Personal- und Sachkosten.

Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten wird der fortgeführte Differenzbetrag zwischen dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag und dem Zeitwert einer übertragenen Altersversorgungsverpflichtung zum Übertragungszeitpunkt ausgewiesen. Eine Übertragung wurde im Zugangszeitpunkt erfolgsneutral behandelt und entstand aus der Verwendung von unterschiedlichen Zinssätzen bei der Bewertung nach Handelsrecht und Übernahmewert nach internationalem Recht. Die Auflösung des Differenzbetrags erfolgt über 15 Jahre als angesetzte durchschnittliche Restlaufzeit der übertragenen Altersversorgungsverpflichtung.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren ist um TEUR 90 niedriger als der Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren.

Andere Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen wurden überwiegend für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern, für ausstehende Kostenrechnungen, der Rückabwicklung von Forderungen sowie der Erstattung vereinnahmter Provisionen gebildet.

Aufgrund der bestehenden Zusatzvereinbarung mit der Gesellschafterin wird der Anteil geschätzter Rückabwicklungen nicht korrigiert. Die vereinnahmten Provisionserträge aus dem Ankauf der Forderung sowie der Abwicklung der Zahlung mit den Marktplatzkunden werden über die Vergütungsvereinbarung ausgekehrt und vollständig im Provisionsaufwand erfasst.

Die anderen Rückstellungen in Höhe von TEUR 10.529 (i. Vj. TEUR 4.038) wurden für Rückzahlung von Provisionserträgen aufgrund von Retouren, oder Fraudfällen die rückabgewickelt werden gebildet. Darüber hinaus kann es aufgrund von vorzeitigen Rückzahlungen auf Ratenkaufforderungen zu einer teilweisen Erstattung von bereits vereinnahmten Provisionen an die Händler kommen. Außerdem wurden für ausstehende Kostenrechnungen und personalbezogene Verpflichtungen Rückstellungen gebildet. Die anderen Rückstellungen berücksichtigen die erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet worden (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge

Die Zinserträge resultieren mit TEUR 2.562 (i. Vj. TEUR 0) aus Finanzanforderungen aus einer Cashpoolingvereinbarung mit der Gesellschafterin. Darüber hinaus ist hier der Ertrag aus der Abzinsung langfristiger Personalverpflichtungen ausgewiesen.

Zinsaufwendungen

Die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus der Abzinsung von Pensionsverpflichtungen und ähnlicher langfristiger Personalverpflichtungen.

Provisionserträge

Die Provisionserträge resultieren aus der Erbringung von Zahlungsdiensten sowie der Forderungsverwaltung. Die Erlöse wurden ausschließlich in Deutschland erwirtschaftet. Durch die Anbindung der OTTO GmbH & Co KG sowie weiterer neuer Partner ist das administrierte Zahlungsvolumen sowie die Forderungsverwaltung und damit der Provisionsertrag im Vergleich zum Vorjahr signifikant gestiegen. Darüber hinaus werden weitere Zahlarten auf dem Marktplatz angeboten. Von den Provisionserträgen resultieren TEUR 145.593 (i. Vj. TEUR 10.138) aus Geschäften mit verbundenen Unternehmen.

Provisionsaufwendungen

Die Provisionsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus den Kosten der Forderungsverwaltung, Provisionen und Factoringentgelten. Von den Provisionsaufwendungen resultieren TEUR 69.718 (i. Vj. TEUR 5.294) aus Geschäften mit verbundenen Unternehmen. Darin sind nach Anbindung der OTTO Konzerngesellschaften in das Zahlungsdienstleistungsgeschäft im Jahr 2023 erstmals auch Provisionsaufwendungen aus der bestehenden Zusatzvereinbarung zur Erbringung von Dienstleistungen der Otto GmbH & Co KG erfasst.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen überwiegend Erträge aus der Änderung des Vorsteuerschlüssels, Erträge aus der Umsatzsteuerkorrektur auf abgeschriebene Forderungen, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Skontoerträge. Die sonstigen betrieblichen Erträge wurden ausschließlich in Deutschland erwirtschaftet.

Außerdem sind Kursgewinne aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 40 (i. Vj. TEUR 17) enthalten.

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen umfassen überwiegend den Personalaufwand. Darüber hinaus enthält die Positionen Aufwendungen für die Anmietung von Bürofläche, Lizenzgebühren, Leistungsverrechnung für Personal- und Sachkosten durch die Gesellschafterin, EDV- und Beratungskosten.

Von den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen resultieren TEUR 25.423 (i. Vj. TEUR 11.232) aus Geschäften mit verbundenen Unternehmen.

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen

Die Abschreibungen setzen sich zusammen aus Abschreibungen auf erworbene Software im Betrag von TEUR 278 (i. Vj. TEUR 1.543) und Abschreibungen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung von TEUR 50 (i. Vj. TEUR 37).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen nicht abzugsfähige Vorsteuer.

Außerdem sind TEUR 33 (i. Vj. TEUR 5) Kursverluste aus der Währungsumrechnung enthalten.

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen

Die Abschreibungen ergeben sich aus der Ausbuchung von Zinsforderungen aufgrund vorzeitiger Tilgung bei Ratenkauf, aufgrund von Betrugsfällen, der Pauschalwertberichtigung bilanzierter Kundenforderungen und ausgefallener Nebenforderungen aus Mahngebühren. Der Anstieg auf TEUR 20.006 (Vj. TEUR 962) ist im Wesentlichen auf den Anstieg des prozessierten Forderungsvolumen zurückzuführen und dabei insbesondere auf die Übernahme und Prozessierung aus dem Marktplatzgeschäft der OTTO (GmbH & Co KG).

Sonstige Steuern

Unter den sonstigen Steuern sind KFZ-Steuern und durch den Arbeitgeber pauschalierte Lohnsteuer ausgewiesen.

Aufwendungen aus Gewinnabführung

Der Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 17.050 abzüglich des Verlustvortrags von TEUR 7.964 wird im Rahmen des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags an die Gesellschafterin abgeführt.

4. Sonstige Angaben

Unternehmensverträge

Zwischen der Gesellschaft und der Muttergesellschaft besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag und damit einhergehend eine ertragsteuerliche Organschaft.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellt sich wie folgt dar:

Innerhalb 1 Jahr 1 bis Jahre 5 Mehr als 5 Jahre Insgesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
IT Dienstleistungen 6.478 5.698 0 12.176
Verpflichtungen aus Mietlizenzen 1.006 2.968 0 3.974
Raummietverträge 1.502 1.502 0 3.004
Auskunftsdatenbanken 1.720 0 0 1.720
KFZ-Leasing 9 12 0 21
10.715 10.180 0 20.895

Anzahl und Volumen der Zahlungsvorgänge

Im Geschäftsjahr wurde ein Zahlungsvolumen von TEUR 6.486.990 (i. Vj. TEUR 678.629) und Transaktionen von TStück 57.296 (i. Vj. TStück 15.152) abgewickelt.

Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer (umgerechnet auf Vollzeit) betrug 203 (i.Vj. 169) Mitarbeiter. Darin enthalten sind 44 (i.Vj. 34) Teilzeitkräfte, die in 26 (i.Vj. 23) Vollzeitmitarbeiter umgerechnet worden sind.

Beirat

Mitglieder des Beirats sind

Katy Roewer, Hamburg

(Vorsitzende) Bereichsvorständin Service der OTTO (GmbH & Co KG)

Dr. Michael Müller-Wünsch, Hamburg

Bereichsvorstand Technology der OTTO (GmbH & Co KG)

Michael Mandler von Ahn, Hamburg

Direktor Finance & Controlling, OTTO (GmbH & Co KG)

Kai Havekost, Hamburg

Direktor Corporate Finance, OTTO (GmbH & Co KG)

Dr. Steffen Jaeniche, Hamburg

Direktor Konzern-Recht, OTTO (GmbH & Co KG)

Geschäftsführer

Hans Georg Spliethoff, Hamburg, Geschäftsführer Backoffice

Mirko Krauel, Hamburg, Geschäftsführer Frontoffice.

Auf die Angabe der Vergütung der Geschäftsführung wird unter Inanspruchnahme der Erleichterung gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Konzernklausel

Die OTTO Aktiengesellschaft für Beteiligungen, Hamburg, als oberstes Mutterunternehmen der Gesellschaft, erstellt einen Konzernabschluss für den größten Kreis der Konzernunternehmen, und Otto (GmbH & Co KG), Hamburg, als unmittelbares Mutterunternehmen der Gesellschaft, erstellt einen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der Konzernunternehmen. Die Gesellschaft wird in beide Konzernabschlüsse einbezogen. Die Konzernabschlüsse werden im Unternehmensregister bekannt gemacht.

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Die Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers sind im Konzernanhang der Otto (GmbH & Co KG), Hamburg, enthalten.

 

Hamburg, den 30. April 2024

Hans Georg Spliethoff

Mirko Krauel

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023/24

(erweiterte Bruttodarstellung)

Anschaffungskosten
1.3.2023 Zugänge Abgänge 29.2.2024
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 2.730.700,00 0,00 0,00 2.730.700,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 373.818,89 165.185,12 58.152,11 480.851,90
3.104.518,89 165.185,12 58.152,11 3.211.551,90
Kumulierte Abschreibungen
1.3.2023 Abschreibung Abgänge 29.2.2024
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 2.314.144,00 277.704,00 0,00 2.591.848,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 54.481,89 50.101,12 9.353,11 95.229,90
2.368.625,89 327.805,12 9.353,11 2.687.077,90
Buchwerte
29.2.2024 28.2.2023
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 138.852,00 416.556,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 385.622,00 319.337,00
524.474,00 735.893,00

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023/2024

1. Grundlagen der Gesellschaft

Bei der der OTTO Payments GmbH (nachfolgend: "OTTO Payments" oder "Gesellschaft") handelt es sich um eine 100% Tochtergesellschaft der Otto (GmbH & Co KG) (nachfolgend: "OTTO"). OTTO hat im Zuge der Ausweitung seines Geschäftsmodells verstärkt auch anderen Marken- und Handelspartnern (nachfolgend: "Marktplatz-Händler") ermöglicht, ihre Waren, zusätzlich zu eigenen Waren von OTTO, auf otto.de (nachfolgend: "OTTO-Marktplatz" oder "Marktplatz") anzubieten.

Die Gesellschaft wurde am 07. Mai 2019 gegründet. Der Geschäftsbetrieb wurde im September 2020 aufgenommen. Der Sitz der Gesellschaft ist Hamburg. Mit der Muttergesellschaft besteht ein Gewinnabführungsvertrag.

Die Gesellschaft dient dem Zweck, einen einheitlichen und kundenzentrierten Bezahlprozesses auf dem OTTO-Marktplatz sicherzustellen. Das damit verbundene operative Geschäft wurde im Juli 2022 aufgenommen, nachdem der Gesellschaft mit Erlaubnisbescheid vom 21. Juni 2022 die für Teilbereiche der Geschäftstätigkeit erforderliche Erlaubnis nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz(nachfolgend: "ZAG") erteilt wurde. Die Gesellschaft ist seitdem ein Zahlungsinstitut im Sinne des ZAG.

1.1 Geschäftsmodell

Die Muttergesellschaft OTTO befindet sich in einer strategischen Transformation, um die Wettbewerbsfähigkeit und Marktanteile der Otto Group langfristig zu sichern. Im Rahmen dieser Neuausrichtung wurde u.a. die Entscheidung getroffen, otto.de zu einem Marktplatz weiterzuentwickeln. Mit diesem Schritt wird -Marktplatz-Händlern die Möglichkeit gegeben, eigene Waren auf otto.de anzubieten und Kund*innen (nachfolgend auch "Plattform-Kund*innen") erhalten Zugriff auf eine deutlich breitere Angebotspalette.

In der Vergangenheit mussten Plattform-Kund*innen Waren von OTTO und Waren von Marktplatz-Händlern getrennt voneinander bezahlen, wodurch das Kundenerlebnis signifikantes Verbesserungspotenzial hatte. Zur Vereinheitlichung aller zahlungsrelevanten Prozesse wurde die OTTO Payments gegründet.

Mit der OTTO Payments ist der Zahlungsprozess für Kund*innen verbessert und vereinheitlicht worden, indem beispielsweise die Payment-Prozesse durch die OTTO Payments abgebildet werden. Im Kern werden damit drei zentrale Ziele verfolgt - dies sind (1) die Ermöglichung des OTTO-Marktplatzes durch eine einheitliche Zahlungsabwicklung, (2) die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Marktanteile des Online-shops otto.de, (3) die Generierung von zusätzlichen Erträgen.

Die wirtschaftliche Stabilität der OTTO Payments wird durch verschiedene Ertragsquellen gesichert. Die zentralen Ertragsquellen stellen hierbei transaktionsbasierte Erlöse mit dem Ankauf der Forderungen für den OTTO-Marktplatz (Payment-Gebühren) und die Marktplatzpartner sowie zusätzliche Margenerträge aus dem Ankauf und der Abwicklung von Ratenkaufforderungen für die Marktplatz-Endkunden dar. Gemäß dem strengen Imparitätsprinzip werden die Erlöse erst dann verzeichnet, wenn das Geschäft vollends abgeschlossen ist und eine Retoure vom Kunden nicht mehr erfolgt bzw. erfolgen kann.

Zusätzlich werden durch die Nutzung von Skalenvorteilen auf Basis standardisierter Produkte im Bereich des Zahlungs- oder Ratenmanagement Mehrwerte generiert.

Zur Entwicklung und Durchführung ihres Geschäftsbetriebes bedient sich die Gesellschaft unterschiedlicher Einsatzfaktoren. Diese beruhen im Wesentlichen auf dem eingesetzten Personal sowie dem IT-Betrieb. Überdies werden jedoch auch in wesentlichem Umfang Fremdleistungen - insbesondere im Bereich Bonitätsprüfung und IT-Entwicklung/Betrieb - bezogen.

Die OTTO Payments sieht sich keinem direkten Wettbewerb gegenüber, da bislang ausschließlich die Zahlungsabwicklung für den OTTO-Marktplatz übernommen wird. Dennoch gibt es verschiedene Dienstleister, die vergleichbare Produkte am Markt anbieten und somit als indirekte Wettbewerber klassifiziert werden können, da Kund*innen in anderen eCommerce-Shops ähnliche Zahlarten und Finanzierungslösungen finden. Hierzu gehören "Buy Now, Pay Later" (BNPL)-Anbieter wie u.a. Ratepay, Unzer, Riverty oder Klarna. Zudem expandieren Technologieunternehmen wie Apple und Google mit eigenen Produkten wie "Apple Pay" oder "Google Pay" in den Zahlungsmarkt.

Die Umsatzanteile der Zahlarten im deutschen E-Commerce Markt haben sich in den vergangenen Jahren spürbar gewandelt. Zwar haben "klassische" Zahlarten wie Kauf auf Rechnung und Lastschrift/ Bankeinzug eine lange Tradition und erfreuen sich weiterhin einer hohen Beliebtheit, sind aber in den vergangenen Jahren zunehmend von alternativen Zahlmethoden unter Druck geraten - insbesondere von PayPal. PayPal hat zwar nach langen Jahren des Wachstums im Jahr 2023 einen Rückgang der Umsatzanteile auf 27,7% (Vorjahr 29,3%) hinnehmen müssen, ist aber dennoch die wichtigste Zahlarten im deutschen E-Commerce Markt vor dem Kauf auf Rechnung war (26,7 %). Die Lastschrift / Bankeinzug war im Jahr 2023 die dritt wichtigste Zahlart mit einem Anteil von 16,7%. 1

Von den sechs wichtigsten Zahlarten im deutschen E-Commerce Markt (PayPal, Rechnungskauf, Lastschrift, Kredit-/ Debitkarten, Vorkasse, Ratenkauf) bietet die OTTO Payments den Kund*innen auf OTTO.de bereits zwei Jahre nach GoLive fünf an (PayPal, Rechnungskauf, Lastschrift, Vorkasse und Ratenkauf). Von diesen fünf angebotenen Zahlarten, sind vier von der OTTO Payments eigene und "nur" eine mit PayPal extern angebunden. 2

Damit sichert die OTTO Payments die strategische Relevanz sowie Eigenständigkeit der eigenen Zahlungsabwicklung auf dem Marktplatz otto.de. Weitere Ergänzungen des Zahlartenmixes sind aus strategischen Gründen aber dennoch grundsätzlich möglich. Details hierzu finden sich in Kapitel "3.1. Chancenbericht"

1 https://www.ehi.org/presse/paypal-weiterhin-beliebteste-zahlungsart/
2 EHI-Studie "Online-Payment 2024;https://www.ehi.org/presse/paypal-weiterhin-beliebteste-zahlungsart/

1.2 Steuerungssystem der Gesellschaft

Die Steuerung der OTTO Payments erfolgt vorrangig über folgende bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren:

Provisionserträge und

das handelsrechtliche Ergebnis (Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit).

Die Geschäftsführung wird über die Entwicklung der Top KPIs rollierend informiert. Hierfür gibt es monatlich einen Report, der der Geschäftsführung im Rahmen eines Meetings vorgestellt wird und der darüber hinaus weitere finanzielle und nicht-finanzielle Indikatoren beinhaltet.

1.3 Branchenspezifisches Umfeld

Das branchenspezifische Umfeld der OTTO Payments wird im Gesamten durch den Einzelhandel definiert. Um Bewegungen im Konsumklima sachgerecht abzubilden, ist die Gesamtheit des Einzelhandels zu betrachten. Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland haben im Zeitraum März 2023 bis Februar 2024 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) 1,9 % und nominal (nicht preisbereinigt) 1,8 % weniger umgesetzt als im Januar 2024. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2023 verzeichnete der Einzelhandel ein Umsatzminus von real 2,7 % und nominal von 0,4 %. Die Differenz zwischen den nominalen und realen Ergebnissen spiegelt das gestiegene Preisniveau im Einzelhandel wider. 3

Umsatz des Einzelhandels: [Eigene Darstellung.]

Erwerbstätigkeit: Im Jahresdurchschnitt 2023 waren rund 46 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 ist dies der höchste Stand. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis)

3 Statistisches Bundesamt (Destatis) 2024

stieg die jahresdurchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um rund 340.000 Personen (+0,7 %). Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte damit einen neuen historischen Höchststand, nachdem bereits im Jahr 2022 der vormalige Höchstwert aus dem Jahr 2019 (45,3 Millionen Personen) um 320.000 oder 0,7 % überschritten worden war. Im Jahr 2020 hatte die Corona-Krise den zuvor über 14 Jahre anhaltenden Anstieg der Erwerbstätigenzahl beendet und zu einem Rückgang um 361.000 Personen (-0,8 %) geführt. Im Zuge des Aufholprozesses nach der Pandemie war die Erwerbstätigkeit im Jahr 2021 zunächst nur leicht um 69.000 Personen (+0,2 %) und im Jahr 2022 kräftig um 612.000 Personen (+1,4 %) gewachsen. 4

Erwerbstätigkeit nach Wirtschaftsbereichen [Statistisches Bundesamt (Destatis) 2024.]

Online-Umsatz: Die multiplen Krisen der letzten Jahre haben das Kaufverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten und die Rolle des Onlinehandels nachhaltig verändert. Nach zwei umsatzstarken Pandemiejahren 2020 und 2021 ist das Marktvolumen im vergangenen Jahr 2022 um -2,6 Prozent auf 99,5 Milliarden Euro gesunken. Für das Jahr 2023 ergibt sich laut Berechnungen der Marktexperten des IFH Köln wieder ein leichtes Wachstum des Onlineumsatzes um 0,9 Prozent auf 100,4 Milliarden Euro. Das zeigen die Ergebnisse des neuen "Branchenreport Onlinehandel" des IFH Köln, der die Entwicklung der Onlinedynamik im deutschen Handel analysiert. Damit kommt der Onlinehandel 2023 zwar nicht an die Zugewinne in den Pandemiejahren heran, verglichen mit den Onlineumsätzen von 2019 werden dieses Jahr aber dennoch rund 30 Milliarden Euro mehr online umgesetzt. Schreibt sich die aktuelle Trendentwicklung fort, könnte der E-Commerce bis 2027 etwa 119 Milliarden Euro Umsatzvolumen erreichen.

4 Statistisches Bundesamt (Destatis) 2024

Die einzelnen Sortimentsbereiche entwickeln sich auch 2023 sehr unterschiedlich. Bestehen bleibt der Trend zur Onlinebestellung von FMCG-Produkten (Güter des täglichen Bedarfs), die ersten Hochrechnungen zufolge ein Onlinewachstum von voraussichtlich bis zu 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Zweitstärkster Umsatztreiber im Onhandel sind Gesundheitssegmente. Rückläufiges Wachstum wird unter anderem für die Branchen Consumer Electronics/Elektrogeräte (bis zu -9 %) sowie Schmuck und Uhren (bis zu -4 %) erwartet. 5

Die Aktivität der Kunden im Onlinehandel kühlte vergangenes Jahr weiter ab. Der Anteil regelmäßig aktiver Onlinekunden fiel auf 35%. Das ist deutlich weniger als im Jahr 2019, als der Anteil im Jahresmittel noch rund 40 % erreichte, und liegt unter dem Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Vorsichtige Anzeichen der Besserung zeigen sich bei der Bestellfrequenz pro Kunde. Dies ist erkennbar am Anteil der Mehrfachbesteller, die mehr als einen Kauf innerhalb des Erhebungszeitraum tätigen: Der Wert stürzte seit dem 1. Quartal 2022 zunächst um rund zehn Prozentpunkte ab, hält sich seitdem wieder stabil und bewegt sich seit drei Quartalen leicht aufwärts auf aktuell 35,9 %. 6

Ein Drittel kauft mindestens einmal pro Woche online ein

Haben Sie in den letzten 12 Monaten online etwas gekauft oder gebucht?

Ein Drittel kauft mindestens einmal pro Woche online ein. [Bitkom Research 2023; Bitkom 2024]

5 IFH Köln - 2024
6 Bitkom 2024

Die Internetnutzung über Smartphones und Tablets zeigte sich im Jahr 2023 weiterhin dynamisch. Der Umsatzanteil der Warenbestellungen im deutschen E-Commerce, der über das Smartphone als Endgeräte erfolgte, lag im Jahr 2023 erstmals über dem Bestellvolumen per Laptop. Somit erfolgt erstmalig eine die Ablösung an der Spitze und das Smartphone etabliert sich als Shopping-Kanal Nr.1. 7

Das Smartphone etabliert sich als Shopping-Kanal Nr. 1

Welche Geräte nutzen Sie für das Online-Shopping?

Das Smartphone etabliert sich als Shopping-Kanal Nr. 1. [Bitkom Research 2023; Bitkom 2024]

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die weltwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023 offenbarte ein stark differenziertes Bild. Während das Wirtschaftswachstum in der Eurozone und im Vereinigten Königreich ins Stocken geriet, expandierte die Konjunktur in den USA kräftig. Die krisengeprägte Inflation zeigte sich hartnäckig, wenngleich finanzpolitische Impulse wie Leitzinserhöhungen durch die Zentralbanken zu einem deutlichen Nachlass des Preisauftriebes führten.

Veränderung des realen BIP gegenüber dem Vorjahr 8 2023 2022
in % in %
Welt 3,1 3,5
Deutschland -0,3 1,8
Eurozone 0,5 3,4
USA 2,5 1,9

Veränderung des realen BIP gegenüber dem Vorjahr [eigene Darstellung]

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine verursachte seit Jahresbeginn 2022 einen erheblichen Anstieg der Verbraucherpreise, insbesondere der Energiepreise, deren Rückgang seither zunehmend zäh verlief. Zwar milderten Entlastungsmaßnahmen die Teuerungsraten von Energie im Jahresverlauf 2023 teilweise ab, die erwartete postpandemische Expansion blieb jedoch aus.

7 Bitkom 2024
8 Pressemitteilung Nr. 019 vom 15. Januar 2024 (Destatis) 2024; Die Weltwirtschaft stabilisiert sich auf niedrigem Niveau (Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, 12/2023) BMWK 2024

Die Inflation fand ihren Ausdruck in Realeinkommensverlusten und Konsumzurückhaltung, zusätzlich belasteten die Geschehnisse im Nahen Osten den Welthandel.

Die Unterschiede in der konjunkturellen Dynamik der verschiedenen Wirtschaftsräume waren groß. In der Eurozone entschleunigten schwache private wie auch staatliche Konsumausgaben das Wachstum, die Anlageinvestitionen zeigten sich in der zweiten Jahreshälfte 2023 sogar rückläufig. Demgegenüber profitierte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den USA vom privaten Konsum und stark ansteigenden Exporten zum Jahresende, die zu einem positiven Außenbeitrag führten. Der Arbeitsmarkt in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften reagierte robust auf sein dynamisches Umfeld, sodass die Arbeitslosigkeit auf historisch niedrigem Niveau verharrte.

In Deutschland zeigte das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023, angetrieben durch rückläufige Leistungen im produzierenden Gewerbe und im Handel, einen leicht absteigenden Trend um 0,3 % (2022: +1,8 %). Zwar ist die Inflation im Verlauf des vergangenen Jahres sukzessive zurückgegangen, mit einer Teuerung von 5,9 % zum Vorjahr verblieb diese jedoch auf hohem Niveau. In der Folge konnte der starke Nominallohnanstieg, besonders bedingt durch die Inflationsausgleichsprämie und die erfolgte Mindestlohnerhöhung auf 12 EUR, mit den hohen Verbraucherpreisen nicht mithalten, sodass die real verfügbaren Einkommen im Jahr 2023 zum dritten Mal in Folge leicht rückläufig waren. Diese Entwicklungen belasteten maßgeblich das Konsumklima. In der Gesamtjahresbetrachtung verzeichneten die privaten Konsumausgaben einen preisbereinigten Rückgang von 0,7 % (2022: +3,9 %), der nominal bei einem Anstieg von 5,6 % (2022: 10,9 %) lag. Positive Impulse sendete die hohe Erwerbstätigkeit, die im Jahr 2023 mit 45,9 Millionen Erwerbstätigen ihren neuen historischen Höchststand seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 fand.

Die gesamtwirtschaftliche Lage sorgte auch im deutschen Finanzdienstleistungssektor für Unbeständigkeit. Nachdem der über ein Jahrzehnt anhaltende Rückgang der Anzahl insolventer Unternehmen bereits 2022 endete, nahmen die Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2023 mit einem Anstieg von 22,1 % auf 17.814 Fälle (2022: 14.590 Fälle) nochmals kräftig zu. Die Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen wurden auf 26,6 Mrd. EUR (2022: 14,8 Mrd. EUR) beziffert, was zu einer durchschnittlichen Forderungshöhe je Insolvenz von 1,5 Mio. EUR (2022: 1,0 Mio. EUR) führte. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen verblieb dagegen auf Vorjahresniveau: Mit 66.887 Fällen im Jahr 2023 lag sie 0,7 % über dem entsprechenden Vorjahreswert von 66.428 Fällen. Gemäß des am 15. November 2023 veröffentlichten SchuldnerAtlas Deutschland 2023 von Creditreform, Boniversum und microm lag die Überschuldungsquote von Verbraucher*innen zwar zum fünften Mal in Folge unter Vorjahresniveau, es zeigte sich allerdings eine Trendwende in den Merkmalen der Überschuldung. Während Fälle mit juristischen Tatbeständen deutlich zurückgingen, wiesen Fälle mit weichen Negativmerkmalen wie einer nachhaltigen Zahlungsstörung erstmals seit 2020 leicht steigende Tendenzen auf. Hintergrund sind die drastisch gestiegenen Lebenshaltungs- und Energiepreiskosten, welche die finanziellen Gestaltungsmöglichkeiten vieler Verbraucher*innen eingeschränkt haben.

Trotz konjunktureller Unsicherheiten ebbte das Marktvolumen für unbesicherte, zahlungsgestörte Forderungen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr ab. Das rückläufige Angebot an Portfolios am Markt sowie ein intensivierter Wettbewerb um Forderungspakete führten zu gestiegenen Preisanforderungen bei den Geboten. Während die fortwährend hohe Inflation grundsätzlich einen negativen Effekt auf die Zahlungsfähigkeit der Schuldner hat, wirkt sich der Konsumverzicht positiv auf die Einbringlichkeit überfälliger Forderungen aus. Der Anteil notleidender Kredite (Non-Performing Loans) am Gesamtkreditvolumen zeigte sich an den europäischen Märkten robust. In nahezu allen Ländern der Region Zentral-, Ost- und Südosteuropa konnte eine rückläufige NPL-Quote und damit verbesserte Kreditqualität festgestellt werden.

2. Vermögens- Finanz- und Ertragslage

2.1 Ertragslage

Die Gesellschaft schloss das Geschäftsjahr vom 01. März 2023 bis zum 29. Februar 2024 (Schaltjahr) mit einem handelsrechtlichen Ergebnis vor Ergebnisabführung (Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit) in Höhe von TEUR 17.004 (i. Vj. TEUR -29.180) ab. Davon wurde ein Teilbetrag von TEUR 9.041 im Rahmen des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags an die Mutter abgeführt und der Restbetrag in Höhe von TEUR 7.964 zum Ausgleich der vororganschaftlichen Verlustvorträge als Jahresüberschuss ausgewiesen. Das erzielte handelsrechtliche Ergebnis, somit das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit, liegt unter dem ausgesprochenen Plan und Prognoseniveau für das abgelaufene Geschäftsjahr. Dies resultiert maßgeblich aus dem geringeren Forderungsankaufsvolumen, das wiederum ist auf den unter Plan liegenden Gesamtumsatz auf dem Marktplatz zurückzuführen und wirkt sich unmittelbar auf die Provisionserträge aus.

Maßgeblich für das Jahresergebnis waren insbesondere folgende Entwicklungen:

Zinsergebnis

Die Zinserträge resultieren mit TEUR 2.581 (i. Vj. TEUR 0) aus Finanzanforderungen aus einer Cashpoolingvereinbarung mit der Gesellschafterin. Darüber hinaus ist hier der Ertrag aus der Abzinsung langfristiger Personalverpflichtungen ausgewiesen. Den Zinserträgen stehen Zinsaufwendungen i.H.v. TEUR 74 (i. Vj. TEUR 179) gegenüber.

Provisionserträge

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden deutlich höhere Provisionserträge i.H.v. TEUR 283.954 erzielt (Vorjahr: TEUR 35.683). Das Wachstum der Provisionserträge ergibt sich vor allem aus der Übernahme der Abwicklung der Zahlungsvorgänge für die auf dem Marktplatz aktiven konzerneigenen Handelsunternehmen der OTTO Group (sogenannter Kundenschwenk) sowie den dadurch deutlich gestiegenen angekauften Forderungsvolumen und der daraus resultierenden Zahlungsabwicklung, die gegenüber Marktplatz-Händlern und gegenüber dem Marktplatz OTTO erbracht und für die entsprechend Payment-Gebühren erhoben wurden. Diese Provisionserträge stellen einen wesentlichen finanziellen Leistungsindikator der Gesellschaft dar. Die erzielten Provisionserträge liegen unter dem für das Geschäftsjahr erwarteten Planwert und Prognoseniveau.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge ergeben sich im Wesentlichen aus der Korrektur des Vorsteuerschlüssels und Skontoerträgen. Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich gesamthaft auf TEUR 4.469 (Vorjahr: TEUR 2.231).

Provisionsaufwendungen

Den Erträgen stehen im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere Provisionsaufwendungen für Refinanzierungsaufwendungen und Vermittlungsprovisionen und sonstige Leistungsverrechnung mit der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 187.910 (Vorjahr: TEUR 14.308) gegenüber. Der Anstieg der Provisionsaufwendungen ist insbesondere auf die Übernahme der Abwicklung von Zahlungsvorgängen für die konzerninternen Marktplatzpartner zurückzuführen. In diesem Zusammenhang sind hier auch insbesondere Aufwendungen im Zusammenhang mit einer im Rahmen der in 2022 erfolgten Ausgliederung unter steuerlichen Gesichtspunkten getroffenen Leistungsvereinbarung enthalten. Nach dieser Vereinbarung ist der Saldo aus Provisionserträgen aus der Abwicklung von Zahlungsvorgängen für die OTTO (GmbH & Co KG) sowie den hierfür anfallenden Aufwendungen an die Gesellschafterin auszukehren.

Zudem sind im Geschäftsjahr Allgemeine Verwaltungsaufwendungen TEUR 65.237 (Vorjahr: TEUR 49.678) angefallen. Diese betreffen im Wesentlichen die Personal- und Sachkosten. Ebenso sind berücksichtigt, die im abgelaufenen Geschäftsjahr angefallenen Kosten aus Forderungsausfällen in B2B-Bereich.

2.2 Finanzlage

Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr (TEUR: 192.655) um TEUR 451.671 auf TEUR 644.326 erhöht.

Zwischen der Gesellschaft und dem Konzern besteht ein Cashpooling-Vertrag. Überschüssige liquide Mittel werden tagesaktuell in das Cashpooling eingezahlt und gegenwertig bei Bedarf wieder ausgezahlt. Das Cashpooling-Guthaben beläuft sich zum Stichtag auf TEUR 342.061.

Die liquiden Mittel (ohne Cashpool-Forderungen) sind im gleichen Betrachtungszeitraum - insbesondere auch aufgrund der Refinanzierungsstruktur der Gesellschaft - ebenfalls deutlich angewachsen (TEUR 238.008; Vorjahr: TEUR 42.039).

Das erforderliche Liquiditätsvolumen aus dem Ankauf von Forderungen vom Marktplatz wird durch bestehende Verträge mit Refinanzierungspartnern durchweg gesichert.

Durch den Übergang des gesamten Kundenbestands von OTTO an die OTTO Payments sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (insbesondere Marktplatz Partnern) signifikant um TEUR 287.982 angestiegen (auf TEUR 380.861; Vorjahr: TEUR 94.259). Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den sonstigen Verbindlichkeiten (i.W. Umsatzsteuerzahllasten), die im Geschäftsjahr von TEUR 50.542 auf TEUR 200.298 ebenfalls stark angestiegen sind. Die Gesamtheit der Rückstellungen betragen TEUR 19.428 (i. Vj. TEUR 11.947).

Die Liquiditätslage stellt sich sehr solide dar, sodass die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft stets gewährleistet war.

2.3 Vermögenslage

Das Vermögen der OTTO Payments setzt sich im Wesentlichen aus Forderungen an Kunden sowie an Kreditinstitute zusammen. Die Forderungen an Kunden zeigen im Wesentlichen die Forderungen an die Muttergesellschaft aus der Hingabe von Konzerndarlehen sowie Forderung an Refinanzierer aus dem Marktplatzgeschäft. Der Anstieg der Forderungen ist ebenfalls dem operativen Geschäftsbetrieb geschuldet. Das Anlagevermögen ist in diesem Zusammenhang von untergeordneter Bedeutung.

Diesem Vermögen stehen auf der Passiv-Seite im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber den Marktplatzpartnern/Kunden entgegen. Einen weiteren wesentlichen Bestandteil der Passiv-Seite machen die Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt abzuführenden Umsatzsteuern aus.

Eigenkapital

Die Gesellschaft verfügte per 29. Februar 2024 über ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 42.459 (Vorjahr: TEUR 34.495). Zum Bilanzstichtag ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 6,6% (Vorjahr: 17,9%). Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2023/2024 zu jeder Zeit die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen an die Eigenmittel eingehalten.

2.4 Gesamtaussage

Trotz der herausfordernden Zeiten hat die Gesellschaft erfolgreich ihr Geschäftsmodell stabilisiert und ausgeweitet. Der Übertrag des gesamten Kundenstamms von OTTO wurde erfolgreich ausgeführt.

Die Gesellschaft schreibt im abgelaufenen Geschäftsjahr ein positives Ergebnis, welches im Zuge des Ergebnisabführungsvertrags mit OTTO (bis auf den zum Ausgleich vororganschaftlicher Verlustvorträge notwendigen Betrag) an die Mutter abgeführt wurde. Die weitere Entwicklung der Gesellschaft ist auf die Skalierung der Umsatzzahlen gestützt, welche stets eng mit der Entwicklung des OTTO Marktplatzes verknüpft ist.

Die Geschäftsführung ist mit der Entwicklung der Ertrags- und Vermögensentwicklung zufrieden. Die Gesellschaft erreichte die in Ihrer Prognose verankerten Ziele im Geschäftsjahr 2023/2024. Die Finanzlage ist gesichert.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1 Chancenbericht

Die OTTO Payments stellt einen entscheidenden Schritt zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und der Marktanteile des Marktplatzgeschäftes auf otto.de dar. Durch das starke Wachstum des OTTO-Marktplatzes ebenso wie der fortlaufenden Weiterentwicklung der Zahlungsabwicklung bieten sich Chancen für weiteres profitables Wachstum sowie die Skalierung der OTTO Payments.

Nach dem Erhalt der Lizenz nach dem ZAG im Jahr 2022 konnte die OTTO Payments mit einem "Minimal Viable Product" das Marktplatzgeschäft auf otto.de übernehmen. Im Jahr 2023 wurde die Migration der Zahlungsabwicklung des Händlers OTTO zur OTTO Payments abgeschlossen. Somit wird seit November 2023 die Zahlungsabwicklung aller Plattform-Kund*innen von der OTTO Payments durchgeführt, egal ob sie Ware vom Händler OTTO oder von Marktpatz-Händlern auf dem OTTO Marktplatz erwerben. Somit wird die bisher unterschiedliche Zahlungsabwicklung von OTTO-Ware und Marktplatz-Ware für Kund*innen in einer Lösung vereinheitlicht. Durch den Abschluss dieses Meilensteins und der Vereinheitlichung des Check-Out Prozesses auf otto.de wurde eine technologische Basis für die Weiterentwicklung des Bezahlflusses gelegt. Die End-to-End Verantwortung für die Zahlungsabwicklung auf otto.de liegt in den Händen der OTTO Payments.

Dadurch ergeben sich eine Reihe von Chancen, wichtige Kernwertschöpfungsprozesse selbst zu gestalten und mit Blick auf Kundenzufriedenheit und Ergebnisbeitrag zu optimieren. Zur Erreichung dieser Ziele agiert die OTTO Payments entlang drei konkreter Handlungsfelder:

1.

Bezahlvorgang vereinfachen: In diesem Handlungsfeld soll der Aufwand für die Kund*innen im Bezahlvorgang so weit wie möglich reduziert werden. Ziel dieses Handlungsfeld ist die Steigerung der Kundenzufriedenheit und damit gleichzeitig auch eine Verbesserung der Conversion Rate sowie der Wiederkaufraten/ des Customer Lifetime Value. Konkrete Maßnahmen sind: Die Auswahl der Zahlarten verbessern und eine Optimierung der Kommunikation rund um die Zahlung

2.

Flexibel bezahlen: In diesem Handlungsfeld sollen die eigenen Zahlungsprodukte der OTTO Payments den Kund*innen einen flexiblen Konsum ermöglichen und gleichzeitig lukrativeErgebnispotenziale heben. Auch dieses Handlungsfeld hat es zum Ziel, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und damit die Conversion Rate sowie die Wiederkaufraten zu steigern. Konkrete Maßnahmen in diese Handlungsfeld ist eine Flexibilisierung des Zahlungszeitpunkts (bspw. Zahlterminverschiebung) sowie eine Flexibilisierung der ausgewählten Zahlart (bspw. durch die Ermöglichung eines nachträglichen Wechsels der Zahlart)

3.

Zahlarten-Set erweitern: In diesem Handlungsfeld möchte die OTTO Payments für die Kund*innen, denen keine eigenen Zahlungsprodukte angeboten werden können, ein attraktives Set an alternativen Zahlungsarten zur Verfügung stellen. Hierzu wurde im November 2023 bereits PayPal als weitere "sichere" Zahlart (neben den bereits angebotenen eigenen Zahlarten Kauf auf Rechnung, Ratenkauf, Lastschrift & Vorkasse) angebunden. An weiteren Ergänzungen des Zahlartensets (insbesondere Kreditkarte) wird bereits gearbeitet. Mit der Einführung weiterer sicherer Zahlarten kann die OTTO Payments einerseits spezifischen Kundenwünschen entsprechen. Andererseits kann der Anteil an Vorkasse-Zahlungen gesenkt und in diesem Zuge der Anteil an Bestellabbrüchen und Waren-Reservierungen, die im Nachgang durch den Kunden (z.B. durch Ausbleiben der Zahlung) storniert werden, deutlich gesenkt werden.

Weitere Chancen ergeben sich durch die Entwicklungen des OTTO-Marktplatzgeschäftes, welches trotz eines von Inflation und Konsumflaute geprägten Jahres ein signifikantes Wachstum aufweisen konnte, bietet zusätzliche Chancen für die OTTO Payments. Derzeit sind bereits über 6.600 Händler verkaufsfähig an den Marktplatz angeschlossen und dieser positive Trend der Entwicklung wird sich erwartungsgemäß für die kommenden Jahre fortsetzen und das Wachstum der Plattform otto.de maßgeblich positiv beeinflussen. Dies kann in Verbindung mit den oben genannten Verbesserungen des Einkaufserlebnisses zu einem großen Ergebnis-Wachstums bei der OTTO Payments führen.

3.2 Risikobericht

3.2.1 Risikosituation allgemein

Die OTTO Payment GmbH hält seit 21. Juli 2022 die Erlaubnis zum Betreiben von Akquisitionsgeschäften gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 ZAG sowie Finanztransfergeschäften nach § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 ZAG. Als Zahlungsdienstleister mit einer Vielzahl von IT-gestützten Prozessen und Verfahren unterliegt die OTTO Payments verschiedenen prozessabhängigen internen Risiken. Durch alle Geschäftsbereiche umfassendes internes Kontrollsystem werden prozessinhärente Risiken durch interne Maßnahmen und Kontrollen auf ein beherrschbares Niveau reduziert und gesteuert. Darüber hinaus sieht sich die Gesellschaft aufgrund starker Interdependenzen zu OTTO externen Risiken und marktspezifischen Einflussfaktoren ausgesetzt. Die daraus resultierenden prozessunabhängigen Risiken werden durch Handlungsoptionen mitigiert und gesteuert. Diese stellen eine Teilmenge des Risikodeckungspotenzials dar und spiegeln den Risikoappetit der OTTO Payments wider. Alle Limite werden laufend auf ihre Auslastung hin überwacht.

Die OTTO Payments hat zur klaren Abgrenzung von aufbau- und ablauforganisatorischen Zuständigkeiten und zur Vermeidung von Interessenkonflikten ein Drei-Linien-Modell, bestehend aus den operativen Bereichen & Product Teams (erste Verteidigungslinie), der Risikocontrolling-Funktion (zweite Verteidigungslinie) und der internen Revision (dritte Verteidigungslinie) implementiert. Zur Identifikation, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation der operationellen und sicherheitsrelevanten Risiken verfügt die OTTO Payments darüber hinaus über ein Risikomanagement-System. Zentrales Ziel des Risikomanagements ist, eine ausreichende Überwachung der Risiken der operativen Geschäftsbereiche zu gewährleisten und die Geschäftsführung durch die Bereitstellung transparenter, strukturierter und konsistenter Informationen in allen risikopolitischen Fragen bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen. Daher verfügt die Gesellschaft über einen vierteljährlichen Regelprozess zur Berichterstattung sowie einen Ad-Hoc-Meldeweg an die Geschäftsführung, um risikorelevante Sachver halte in angemessener Zeitnähe und Priorisierung zu kommunizieren.

Das Risikomanagement wird von der OTTO Payments als ein fortlaufender Entwicklungsprozess angesehen, da Änderungen der rechtlichen, wirtschaftlichen und/oder ordnungspolitischen Rahmenbedingungen oder Veränderungen innerhalb der Gesellschaft zu neuen Risiken oder zu einer anderen Bewertung bekannter Risiken führen können.

3.2.2 Darstellung und Auswirkungen der wesentlichen Risiken

Zur angemessenen Identifikation aller operationellen und sicherheitsrelevanten, sowie aller weiteren darüber hinaus gehenden wesentlichen Risiken führt die OTTO Payments mindestens jährlich sowie anlassbezogen eine umfangreiche Risikoinventur durch. Die wesentlichen Risiken mit potenzieller Bestandsgefährdung sind die Folgenden (Darstellung in abnehmender Relevanz für das Gesamtrisiko):

Adressenausfallrisiken

Adressenausfallrisiken definiert die OTTO Payments als Gefahr, dass Vertragspartner (Marktplatzpartner und Endkunden) die im Rahmen ihrer Marktplatzaktivitäten eingegangenen finanziellen Verbindlichkeiten nicht oder nicht vollständig vertragsgemäß zurückzahlen können oder wollen. Speziell im Rahmen der partnerseitigen Geschäftstätigkeit (B2B) unterliegt die OTTO Payments dem Risiko der vollständigen oder teilweisen Uneinbringlichkeit von Forderungen. Diese entstehen einerseits durch den Kauf von Marktplatzdienstleistungen bei otto.de, andererseits aus dem aggregierten Retourenvolumen zum jeweiligen Auszahlungszeitpunkt. Die kundenseitigen Adressenausfallrisiken (B2C) entstehen durch den unerwarteten teilweisen oder vollständigen Zahlungsausfall von Endkunden nach erfolgter Übereignung der bestellten Ware. Das Risikomanagement steuert Adressenausfallrisiken zukünftig über Risikolimite, überwacht regelmäßig die Angemessenheit der prozessbezogenen Kontrollumgebung und berücksichtigt die Ergebnisse im Rahmen ihrer vierteljährlichen Risikoberichterstattung an die Geschäftsleitung. Das Adressenausfallrisiko hat einen Anteil von 49,6% an der Gesamtrisikoposition.

Operationelle Risiken

Unter operationellen Risiken versteht die OTTO Payments das Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen, Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden (inkl. Rechtsrisiken). Hierunter fallen neben Fehlverhaltensrisiken insbesondere Beeinträchtigungen der IT-Infrastruktur durch innere und äußere Faktoren (IT-Risiko), unzureichende interne Kontrollen und Verfahren zum Schutz der Informationen sowie Risiken im Zusammenhang mit Auslagerungen. Neben umfangreichen Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen zur Steuerung der Dienstleister sowie erhöhter Sorgfalt beim Schutz der verwendeten Anwendungen vor möglichen Angriffen (Cyber-Security), hat die Gesellschaft umfangreiche Maßnahmen und Kontrollen implementiert, um die Risiken bereits auf Prozessebene zu reduzieren. Darüber hinaus werden sowohl Schwachstellen und Bedrohungspotenziale als auch Incidents laufend identifiziert, analysiert und im Rahmen der Abarbeitung priorisiert. Operationellen Risiken werden regelmäßig an die Geschäftsführung berichtet und zukünftig auf aggregierter Ebene über Risikolimite gesteuert. Neben den genannten Rechtsrisiken können sich regulatorische Änderungen insbesondere im Zusammenhang mit dem Verbraucherschutz, der Anforderungen an Zahlungsinstitute sowie steuerliche Änderungen auf das Geschäftsmodell der OTTO Payments auswirken. Auch im Zusammenhang mit den bestehenden Anforderungen können sich fehlendes qualifiziertes Personal bzw. unbesetzte Stellen auf die Zielerreichung der Gesellschaft auswirken. Die Operationellen Risiken haben einen Anteil von 21,4% an der Gesamtrisikoposition.

Strategische Risiken

Aus Sicht der OTTO Payments sind strategische Risiken als negative Entwicklungen im Geschäftsumfeld definiert, aus denen unerwartete Verluste gegenüber den geschäftsstrategisch festgelegten Zielen resultieren können. Darunter fallen insbesondere unerwartete Veränderungen im Kundenverhalten oder Umsatzrückgänge aufgrund veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Die OTTO Payments beobachtet den Markt aktiv und hat für den Fall einer Verschlechterung der Umsatzerwartungen auf dem OTTO Marktplatz sowie durch Nachfragerückgänge bei den Kunden kurzfristige Handlungsmaßnahmen definiert. Die strategischen Risiken werden regelmäßig an die Geschäftsführung berichtet zukünftig auf aggregierter Ebene über Risikolimite gesteuert. Die Strategischen Risiken haben einen Anteil von 13,5% an der Gesamtrisikoposition.

Marktpreisrisiken

Die OTTO Payments definiert Marktpreisrisiken als das Risiko potenzieller Verluste bilanzwirksamer und außerbilanzieller Positionen aufgrund von Veränderungen der Marktpreise. Auf operativer Ebene ist die OTTO Payments aufgrund der Abhängigkeit in der Refinanzierungskostenhöhe zum Euribor einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Die Marktpreisrisiken werden regelmäßig an die Geschäftsführung berichtet und zukünftig zudem auf aggregierter Ebene über Risikolimite gesteuert. Das Marktpreisrisiko hat einen Anteil von 10,1% an der Gesamtrisikoposition.

Reputationsrisiken

Als Reputationsrisiko definiert die OTTO Payments die Gefahr eines unerwarteten Verlustes aufgrund von Reaktionen von Stakeholdern durch veränderte Wahrnehmung des Unternehmens. Zu den Stakeholdern zählen insbesondere Kund*innen, Marktplatzpartner, Mitarbeiter*innen, Refinanzierungspartner, Shareholder und Aufsichtsbehörden. Grundsätzlich versteht die Gesellschaft das Reputationsrisiko als Folgerisiko (als z.B. aufgrund von Verlusten aus operationellen Risiken wie Betrugsfälle, IT-Ausfälle oder Verbraucherschutzklagen) und setzt Risikominderungsmaßnahmen an vorgelagerter Stelle an (z.B. die Berücksichtigung von ESG-Faktoren im Adressenausfallrisiko). Um einer gewissen Restunsicherheit entgegenzutreten werden potenzielle Verluste im Zusammenhang mit adversen Entwicklungen der Reputation in der Gesamtrisikoposition mit einem pauschalen Puffer zusätzlich berücksichtigt. Reputationsrisiken haben einen Anteil von 4,9% an der Gesamtrisikoposition.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken umfassen das Unvermögen, bestehende Zahlungsverpflichtungen zum Fälligkeitszeitpunkt zu erfüllen oder nur zu überhöhten Kosten nachkommen zu können. Das Risiko wird laufend durch das Risikocontrolling sowie das Treasury überwacht und regelmäßig an die Geschäftsführung berichtet. Die OTTO Payments verfügt zum Bilanzstichtag über ausreichende liquide Mittel sowie Refinanzierungsquellen und hat im Falle einer sich verschlechternden Wirtschaftslage die Möglichkeit, über eine konzerninterne Kreditlinie Liquidität zu erhalten. Zum Stichtag 29.02.2024 bestehen bei der OTTO Payments keine wesentlichen offenen Liquiditätspositionen. Das Liquiditätsrisiko hat einen Anteil von unter einem Prozent an der Gesamtrisikoposition.

Risikokonzentrationen

Die OTTO Payments überwacht Risikokonzentrationen regelmäßig und risikoartenübergreifend. Dabei ermittelt sie zudem, ob Möglichkeiten zur Risikodiversifikation bestehen, und berichtet diese an die Geschäftsführung. Risikokonzentrationen bestehen aktuell im Rahmen von Auslagerungen von Informationstechnologie an OTTO sowie hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Refinanzierungsquellen. Darüber hinaus besteht gegenüber der Muttergesellschaft OTTO GmbH & Co KG, als Plattformbetreiber und gleichzeitig größte Umsatzerlösquelle ein geschäftsmodellinhärentes Konzentrationsrisiko.

Quantifizierungsmethoden und Zeitraum der Risikobeurteilung

Zur Messung ihrer Risiken verwendet die OTTO Payments gegenwärtig das im Einklang mit den konzernweiten Vorgaben stehende, standardisierte Verfahren, in welchem mittels einer 4x4-Matrix das Produkt aus Schadenshöhe (Auswirkung gering, mittel, hoch, sehr hoch) und Eintrittswahrscheinlichkeit (gering, mittel, hoch, sehr hoch) berechnet wird (Risikomatrix). Bei der Bewertung werden sowohl Brutto- als auch Nettorisiken ermittelt, um entsprechenden Mitigationsmaßnahmen abzubilden. Nicht oder nur schwer quantifizierbare Risiken werden durch Expertenschätzungen der Fachbereiche ergänzt. Diese Art der Bewertung befindet sich derzeit in einer grundlegenden Weiterentwicklung. Diese grundlegende Weiterentwicklung zielt auf eine risikoindividuelle Quantifizierungsmethodik ab. Diese soll perspektivisch zum Ende des neuen Geschäftsjahres für alle wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Risikoarten umgesetzt werden und damit die Risikomatrix als pauschale Bewertungsmethode ablösen.

Die Beurteilung der Risikosituation bei der OTTO Payments umfasst den Zeitraum vom 01.03.2023 bis zum Stichtag 29.02.2024.

3.2.3 Risikodeckungspotenzial

Die ermittelten Risiken werden zu einer Gesamtrisikoposition zusammengeführt und gegen die vorhandenen Eigenmittel gehalten (Risikotragfähigkeitsrechnung). Zur Steuerung der wesentlichen Risiken hat die OTTO Payments ein Globallimit in Höhe von 90% des zur Verfügung stehenden Risikodeckungspotenzials definiert. Zukünftig werden zudem Limite für die einzelnen wesentlichen Risiken implementiert. Die OTTO Payments hat seit ihrer Gründung zu jedem Zeitpunkt einen Überschuss an freiem Risikodeckungspotenzial und kann die Auswirkung der Gesamtheit aller internen und externen Risiken laufend decken. Die Risikotragfähigkeit war zum Stichtag 29.02.2024 mit einer Auslastung von 54% des Netto-Risikodeckungspotenzials gegeben. Die Höhe der zur Risikodeckung verfügbaren Eigenmittel (Netto-Risikodeckungspotenzial) beträgt TEUR 37.300 und überschreitet die aufsichtsrechtlichen Mindesteigenmittelanforderungen gem. ZIEV Methode B i.H.v. TEUR 790 deutlich.

3.3 Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024/25 basiert auf der im vierten Quartal 2023/24 verabschiedeten Geschäftsplanung. Die in diesem Prognosebericht enthaltenen Aussagen bilden grundsätzlich den im Zeitpunkt der Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht vorliegenden Informationsstand ab. Die Unternehmensplanung basiert auf in die Zukunft gerichteten Prognosen, Erwartungen und Planannahmen.

Hinsichtlich des Eintritts der Planungsannahmen bestehen bekannte und unbekannte Unsicherheiten, die größtenteils nicht im Einflussbereich der OTTO Payments liegen. Daher ist die Geschäftsplanung und in der Folge auch die im Prognosebericht enthaltene Erwartung der Geschäftsführung im Hinblick auf die künftige Geschäftsentwicklung mit Unsicherheiten behaftet. Hieraus folgt, dass die tatsächliche Entwicklung der OTTO Payments im Geschäftsjahr 2024/25 von den nachfolgenden Aussagen zur Erwartung der künftigen Geschäftsentwicklung, die im Zusammenhang mit den anderen Kapiteln des Lageberichts gelesen werden sollten, abweichen kann.

Für eine Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird weltweit, in Deutschland, in der Eurozone und in den USA sowie für eine Prognose der branchenbezogenen Entwicklungen grundsätzlich auf die gängigen Gutachten und Verbandseinschätzungen wie beispielsweise die Frühjahrskonjunkturgutachten vom Kiel Institut für Weltwirtschaft - nachfolgend IfW Kiel - zurückgegriffen. Nach diesen Einschätzungen des IfW vom 5. März 2024 dürfte das Konjunkturgefälle zwischen den verschiedenen Wirtschaftsräumen nachlassen. Der Jahresauftakt in den USA deutet mit einer nahezu stagnierenden Teuerungsrate, insbesondere im Bereich der Wohnkosten, und zögerlichen Dynamik im privaten Konsum ein abnehmendes Expansionstempo an. Demgegenüber deuten Frühindikatoren in der Eurozone auf eine Erholung der gesamtwirtschaftlichen Lage hin, wenngleich eine kräftige Belebung weiterhin ausbleiben dürfte. Der sukzessive Abbau der Inflationsrate, weitgehend normalisierte Energiepreise und steigende Realeinkommen senden positive Impulse. Die zunächst weiterhin restriktiv ausgerichtete Geldpolitik dürfte im Jahresverlauf gelockert werden. Zusätzlich wird eine Erholung im Welthandel erwartet, die sich stimulierend auf das Wirtschaftswachstum auswirkt.

(Prognostizierte) Veränderung des realen BIP gegenüber dem Vorjahr 2024 2023
in % in %
Welt 2,8 3,1
Deutschland 0,1 -0,3
Eurozone 0,7 0,5
USA 2,1 2,5

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft wird zum Jahresbeginn abermals sinken, bevor sie eine moderate Wachstumskurve einlegt, sodass das Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahresdurchschnitt stagnieren dürfte. Die Erholung wird in besonderem Maße von zwei Effekten, einer anziehenden Auslandsnachfrage und spürbar sinkenden Verbraucherpreisen, getragen. Nachdem die real verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte drei Jahre in Folge rückläufig waren, wird im Prognosezeitraum ein Anstieg der Kaufkraft und Belebung des privaten Konsums erwartet. Trotz der positiven Tendenzen für das Jahr 2024 bleibt der Preisdruck weiterhin merklich größer als im langjährigen Durchschnitt, was in Verbindung mit politischen Unsicherheiten und Nachwehen der Energiekrise das Konsumklima belastet. Der Jahresauftakt zeigte sich vorerst zögerlich, sodass für den Prognosezeitraum insgesamt betrachtet ein Anstieg der realen Konsumausgaben privater Haushalte in Höhe von 1,1 % (2023: - 0,7 %) erwartet wird, der nominal bei 3,6 % (2023: 5,6 %) liegen dürfte. Die Erwerbstätigkeit wird im Jahr 2024 voraussichtlich noch einmal ansteigen, bevor sie im Zuge des demografischen Wandels auf einen Abwärtstrend einschwenkt. 9

Die Entwicklung des deutschen Einzelhandels wird im Jahr 2024 weiterhin von der konjunkturell schwachen Verfassung geprägt sein. Wenngleich der Preisauftrieb für Konsumgüter mit einem prognostizierten Anstieg der Teuerungsrate um 2,3 % (2023: 5,9 %) deutlich nachlassen wird, dürfte das subjektive Preisempfinden mit dem Wegfall staatlicher Preisstabilisierungsmaßnahmen weiterhin belastet sein und das Konsumverhalten trüben. Die Einzelhandelsumsätze im Januar 2024 markieren diese Stimmung mit einer rückläufigen Entwicklung, die unterhalb ihres Niveaus des vierten Quartals im Vorjahr liegt. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel erwartet in der im Januar 2024 veröffentlichten jährlichen Prognose ein Ende des Abwärtstrends im deutschen Online- und Versandhandel. Die Umsätze mit Waren im E-Commerce-Bereich werden demnach im Jahr 2024 voraussichtlich auf ungefähr 81,3 Mrd. EUR (2023: 79,7 Mrd. EUR) steigen, was einem Wachstum von rund 2,0% (2023: -11,8 %) entspräche. In seiner aktuellen Veröffentlichung gibt der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel an, dass sich die zuletzt rückläufigen Wachstumsraten aus dem Jahr 2022 im Jahr 2023 zum Teil fortgesetzt wurden. Gegenüber dem Vergleichsquartal 2022 - dem letzten Quartal, das trotz der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine positive Wachstumsraten verzeichnete - sanken die Umsätze mit Waren um deutliche 15%. Besonders betroffen waren auch hier Multichannel-Einzelhändler mit überdurchschnittlich rückläufigen Umsatzentwicklungen. Insgesamt betrachtet dürfte sich das Bild im weiteren Jahresverlauf entspannen.

9 ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2024

Die Aussichten auf die Solvenz von Unternehmen und Verbraucher*innen bleiben unter dem volatilen gesamtwirtschaftlichen Umfeld ungewiss. Gemäß des am 15. November 2023 veröffentlichten SchuldnerAtlas Deutschland 2023 von Creditreform, Boniversum und microm7 bestehen Signale für die Zunahme der Überschuldungsgefährdung für Verbraucher*innen. Erkennbar ist eine nachlassende Ausgabenvorsicht sowie steigende Nachfrage nach Ratenkrediten und sogenannten "Buy now, pay later"-Angeboten. Bei gleichzeitiger Einschränkung finanzieller Mittel durch gestiegene Lebenshaltungskosten können nachhaltige Zahlungsstörungen entstehen.

Der Markt für klassisches Forderungsmanagement sowie NPL-Portfolios bleibt nach Ansicht der Otto Group langfristig attraktiv. Die restriktive Zins- und Geldpolitik, welche als Reaktion auf den starken Inflationsdruck den Markt seit der Jahresmitte 2022 vor die Herausforderung nachteiliger Finanzierungskonditionen stellt, dürfte sich im Prognosezeitraum lockern. Aufgrund jüngst durchgeführter Refinanzierungen wird eine Vielzahl der Wettbewerber weiterhin mit signifikanten Finanzierungskosten konfrontiert sein.

Gesellschaft

Die Geschäftsleitung geht für die Gesellschaft davon aus, dass das GJ24/25 durch weiteres signifikantes Transaktionswachstum geprägt sein wird. Hintergrund hierfür sind:

Der Ganzjahreseffekt bedingt durch den Kundenschwenk und

die Erweiterung des Produktangebots bedingt durch die Zunahme weiterer verkaufsfähigen Partner auf dem Marktplatz.

Wie bereits im Chancenbericht erörtert, wird die Gesellschaft zudem ihr Angebotsportfolio hinsichtlich ihrer Zahlarten erweitern (insbesondere der Zahlungsart Kreditkarte). Dies wird ein weiteres Wachstum der Transaktionen bewirken und die Kundenzufriedenheit stärken und steigern. Das signifikante Transaktionswachstum wird zu stark steigenden Provisionserträgen führen. Gleichzeitig ist eine unterproportionale Kostenentwicklung vorgesehen. Auf Basis der erwarteten Ertragssteigerung (vor allem Provisionserträge) und der unterproportionalen Kostenentwicklung wird ein ebenfalls stark steigendes handelsrechtliches Ergebnis (Ergebnis aus normaler Geschäftstätigkeit) geplant.

Der Finanzmittelbedarf der Gesellschaft wird durch eigene liquide Mittel, die Refinanzierungsstruktur und die Cashpooling-Vereinbarung mit der Konzernmutter gedeckt sein.

 

Hamburg, den 30. April 2024

Mirko Krauel, Geschäftsführer Markt, Vorsitzender der Geschäftsführung

Hans Georg Spliethoff, Geschäftsführer Marktfolge

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die OTTO Payments GmbH, Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der OTTO Payments GmbH, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 29. Februar 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. März 2023 bis zum 29. Februar 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der OTTO Payments GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. März 2023 bis zum 29. Februar 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 29. Februar 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. März 2023 bis zum 29. Februar 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chan- cen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der Geschäftsführung und des Beirats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist die Geschäftsführung dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von der Geschäftsführung angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von der Geschäftsführung dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von der Geschäftsführung angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von der Geschäftsführung dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von der Geschäftsführung zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 30. April 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Olschewski, Wirtschaftsprüfer

gez. Fiedler, Wirtschaftsprüfer

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