Network Circle GmbH
Selbe AdresseMesse-, Kongress- und Business-Event-Veranstalter
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Marco Folino seit 13.7.2020 | Geschäftsführer |
André Robert Bauerhin seit 5.7.2017 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Telespazio S.p.A. | 50.00% |
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. | 50.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
spaceopal GmbHMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 20231 DARSTELLUNG UND ANALYSE DES
GESCHÄFTSVERLAUFS UND DES UNTERNEHMENSERGEBNISSES
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Der SC1 umfasste die Übergabe der Systeminfrastruktur in der zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Rahmenvertrages bestehenden Konfiguration. Der SC1 hatte eine Laufzeit von sechs Monaten und war zum 30. Juni 2017 erfolgreich abgeschlossen. |
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Der SC2 umfasst die Fortführung des Betriebes der zum Zeitpunkt der Übergabe bereitgestellten Infrastruktur und hatte eine Laufzeit von vier Jahren bis zum 30. Juni 2021. Der SC2 wurde bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. |
| • |
Der im Dezember 2021 unterzeichnete SC3 umfasst die Fortführung des Betriebes der zum Zeitpunkt der Übergabe bereitgestellten Infrastruktur und hat eine Laufzeit von fünf Jahren bis zum 31. Dezember 2026. |
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Der im Dezember 2022 unterzeichnete SC4 umfasst die Fortführung und direkte Beschaffung der Instandhaltungsmaßnahmen GMS/GSMC L2/L3 über den einjährigen Auftragszeitraum der ESA hinaus bis zum 31. Dezember 2026. |
Es ist zu beachten, dass ein Einzelauftrag bis zu sechs Monate über das Ablaufdatum des GSOp-Rahmenvertrages hinauslaufen kann (d. h. bis zum 30.06.2027).
1.3 Geschäftsentwicklung 2023
Mitte 2023 beendete spaceopal das fünfte Jahr des Galileo-Servicebetriebes. Alle übernommenen Aufgaben sind durch die Erbringung verlässlicher und nachhaltiger Galileo-Navigationsdienste für die weltweite Nutzer-Community zur vollen Zufriedenheit des Kunden erbracht worden. Dies wird im Rahmen des regulären Performance Reporting und jährlichen User Surveys festgestellt. Bestätigt wird es darüber hinaus durch eine kontinuierliche Leistungssteigerung, die deutlich über die Zusagen der EUSPA gegenüber den Kunden hinausgeht. Seit Vertragsbeginn unterhält spaceopal den Galileo-Servicebetrieb in Übereinstimmung mit den vorgegebenen navigationsbezogenen und dienstübergreifenden KPI. Der technische Umfang wurde durch mehrere Vertragsänderungen erweitert. Die Performance in Bezug auf die Navigation und Zeitmessung von Galileo war sogar besser als erwartet, auch im Hinblick auf die sonstige Performance des GNSS-Systems (z. B. GPS, Glonass etc.). Im Jahr 2023 gab es keinen die Performancezusagen der Galileo Navigationsdienste betreffenden Zwischenfall.
Diese Tätigkeiten wurden parallel zum laufenden Ausbau des Bodensystems zur Verbesserung der Hard- und Software Infrastruktur in beiden Kontrollzentren und allen Bodenstationen (System Build 2.0), der nach der Umplanung nunmehr voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2024 abgeschlossen sein wird, ausgeführt.
Neben der Bereitstellung des Dienstes wurden eine Reihe von Entwicklungs- und Implementierungsmaßnahmen abgeschlossen.
Der ursprünglich für April 2022 geplante Start zweier zusätzlicher Galileo-Satelliten, der verschoben wurde, weil das Sojus-Trägerfahrzeug infolge der Kündigung des Launch-Dienstleistungsvertrages mit Roskosmos seitens der ESA nicht zur Verfügung stand, konnte 2023 nicht durchgeführt werden und ist nunmehr für 2024 geplant. Das Upgrade an allen S/C Navigationssignalerzeugungseinheiten zur Optimierung der Galileo-Positionsfixierung (verbessertes First Time to Fix) wurde 2023 abgeschlossen.
Der Engineering- und Entwicklungsauftrag im Rahmen der Beschaffung des Galileo-Übergangssatelliten als Partner von TASI kann Fortschritte verzeichnen, muss jedoch Verzögerungen hinnehmen, die außerhalb des Einflussbereichs von spaceopal liegen.
Im Herbst 2023 haben wir das Re-Zertifizierungsaudit nach ISO 9001:2020 ohne größere Beanstandungen erfolgreich bestanden. Auf Wunsch von Spaceopal wurde ein Delta-Audit geplant, um zusätzlich das Software- und Hardwaredesign sowie Entwicklungsaspekte in das Zertifikat einzubeziehen. Dieser Schritt soll 2024 vor der Planung des nächsten Überwachungsaudits erfolgen.
spaceopal hat 2023 an einer Vielzahl von Konferenzen und Messen wie z. B. am Satellite Navigation Summit in München, der EU Space Week, der EU Space Conference, den HAS Days, der Spacetech Expo und dem ENC teilgenommen, um seine Sichtbarkeit zu erhöhen und den Austausch mit Institutionen und Geschäftspartnern zu intensivieren.
1.4 Vertragsänderungen und neue Aktivitäten
2023 unterzeichnete spaceopal insgesamt sieben Änderungsverträge zum GSOp-Einzelauftrag. Die Auftragseingänge blieben 2023 mit 54,8 Mio. EUR hoch und garantieren ein nachhaltiges Geschäft für die nächsten Jahre.
Seiner Strategie folgend, sich an weiteren Galileo-Projekten zu beteiligen und seine Dienste und Beteiligung an den zugehörigen Entwicklungen auszuweiten, hat spaceopal sich an einer Ausschreibung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) über die Entwicklung der zweiten Generation des Galileo-G2G-IOV-Bodenkontrollsegments (GCS) beteiligt. Auch wenn spaceopal den Zuschlag bedauerlicherweise nicht erhalten hat, so wurde dem Unternehmen doch bestätigt, dass das Angebot eine tragfähige Lösung darstellt, was die Position von spaceopal für eine zukünftige Beteiligung an vergleichbaren Programmen stärkt. Die Angebotskosten wurden erstattet.
Der Vertrag für OpSTAR, zur Entwicklung eines In-Orbit-Testbeds für Nutzlasten auf der Basis optischer Verbindungen, für den spaceopal zusammen mit wichtigen Industriepartnern Ende 2022 ein Angebot abgegeben hatte, wurde 2023 unterzeichnet und ausgefertigt. Dieser Vertrag bildet die Grundlage für die Acquisition eines weiteren Großprojekts im Bereich der Zukunftstechnologien in der Navigation.
Erste Schritte zur Kommerzialisierung der Weiterentwicklungen im Rahmen des Galileo-Hochpräzisionsalgorithmus und Benutzerterminals wurden unternommen. Es wurden fünf Empfängereinheiten produziert und 3 dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt.
1.5 Allgemeine Einschätzung des Jahresabschlusses
Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2023 belief sich auf 7.734 TEUR, gegenüber einem Jahresüberschuss von 5.149 TEUR im Jahr 2022. Umsatz und Umsatzrendite übertrafen das im Jahr 2022 prognostizierte Niveau deutlich.
Die mit dem GSOp-Vertrag verbundenen Vertragsänderungen und der Einzelauftrag (SC4) haben die finanziellen Prognosen für die nächsten Jahre weiter gefestigt.
Die Finanzlage von spaceopal hat sich gut entwickelt und wird nach Ansicht der Geschäftsführung in den nächsten Jahren voraussichtlich stabil bleiben.
2.1 Ertragslage
Aus den vorstehend dargelegten wesentlichen Vertragsleistungen ergeben sich die nachfolgenden betrieblichen Kennzahlen der letzten fünf Jahre:
| Betriebliche Kennzahlen in TEUR: | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 |
| Umsatzerlöse | 226.696 | 201.459 | 159.104 | 134.739 | 128.987 |
| Materialaufwand | 207.550 | 185.568 | 147.013 | 126.748 | 122.574 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 4.965 | 4.795 | 5.902 | 4.586 | 3.165 |
| Abschreibungen | 473 | 927 | 373 | 383 | 161 |
| Ergebnis vor Steuern | 11.542 | 7.669 | 4.592 | 3.158 | 4.302 |
| Jahresüberschuss | 7.734 | 5.149 | 3.068 | 2.104 | 2.858 |
| Personalkosten * | 3.711 | 3.094 | 2.629 | 2.715 | 2.379 |
| Umsatzrendite: Jahresüberschuss/Umsatzerlöse | 3,4 % | 2,6 % | 1,9 % | 1,6 % | 2,2 % |
| Eigenkapitalrendite: Jahresüberschuss/Eigenkapital | 54,4 % | 44,3 % | 36,9 % | 32,3 % | 46,7 % |
| Gesamtkapitalrendite: Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit/Bilanzsumme | 11,6 % | 8,4 % | 4,8 % | 4,1 % | 7,8 % |
* ohne freiwillige soziale Leistungen
Umsatzrendite und Umsatzerlöse sind die beiden wichtigsten Finanzkennzahlen von spaceopal.
Die Umsatzrendite erhöhte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 3,4 %. Dies ist das Ergebnis eines leichten Anstiegs der Bruttomarge um 0,6 Prozentpunkte sowie eines geringeren Niveaus bei den sonstigen Betriebsaufwendungen, die auf 2,19 Prozent der Umsatzerlöse zurückgingen und unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen.
Die Umsätze teilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Aufträge (Work Orders) auf:
| SC2 | SC3 | SC4 | G2G | GTS | HAUT | |
| 2023 | 1,16% | 82,2% | 16,23% | 0,00% | 0,32% | 0,13% |
| 2022 | 11,2% | 87,8% | 0,0% | 0,1% | 0,5% | 0,4% |
| 2021 | 98,7% | 0,0% | 0,0% | 0,3% | 0,6% | 0,4% |
| 2020 | 99,7% | 0,0% | 0,0% | 0,2% | 0,1% | 0,0% |
| 2019 | 99,6% | 0,0% | 0,0% | 0,4% | 0,0% | 0,0% |
Das Niveau der Umsatzerlöse zeigt einen deutlichen Anstieg von 12,53 % im Vergleich zu 2022 und liegt über dem Durchschnitt der letzten vier Jahre. Der Anstieg des Materialaufwands ist mit 11,85 % leicht geringer ausgeprägt.
Dieses Wachstum bei Umsatz und Materialaufwand ist hauptsächlich auf eine Ausweitung des Umfangs unserer vierteljährlichen Dienstleistungen im Rahmen des SC3-Auftrages und die Indexierung des GSOp-Vertrages, aber auch auf das Erreichen mehrerer technischer Meilensteine zurückzuführen.
2.2 Finanzlage
Zusammenfassung des Cashflows der vergangenen fünf Jahre:
| in TEUR | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | (1.222) | (6.763) | 7.936 | 26.126 | (3.211) |
| Cashflow aus laufender Investitionstätigkeit | (330) | (681) | (1.331) | (398) | (663) |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | (5.149) | (1.841) | (1.262) | (1.715) | (878) |
| Veränderung des Finanzmittelbestandes | (6.701) | (9.285) | 5.343 | 24.013 | (4.752) |
| Finanzmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahres | 40.240 | 49.525 | 44.182 | 20.169 | 24.921 |
| Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres | 33.539 | 40.240 | 49.525 | 44.182 | 20.169 |
spaceopal hat den Zuschlag für einen Rahmenvertrag über den Betrieb des Galileo-Systems (GSOp) über zehn Jahre mit Beginn zum 1. Januar 2017 erhalten. Nach einem durch den SC1- und den SC2-Vertrag abgedeckten fünfjährigen Betrieb wurde Ende 2021 der SC3-Folgevertrag unterzeichnet. Der für den SC3 verzeichnete zusätzliche Auftragseingang beläuft sich auf 766,4 Mio. EUR und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Mit einem Auftragseingang von insgesamt 54,8 Mio. EUR im Jahr 2023 und einem Auftragsbestand von 581,2 Mio. EUR kann die Finanzlage für das nächste Jahr als gesichert angegeben werden.
Darüber hinaus werden Betrieb und Unterhalt des Galileo-Systems durch Einzelaufträge verwaltet, die im Wesentlichen Dienstleistungsverträge darstellen. 2023 entfielen 87,8 % der Umsatzerlöse aus dem SC2, SC3 und SC4 des GSOp auf vierteljährliche Service-Meilensteine, was eine regelmäßige vierteljährliche Erlöserfassung ermöglichte. Der verbleibende Wert entspricht technischen Meilensteinen mit speziellen Überprüfungen und Abnahmen, die erreicht werden müssen.
Im Jahr 2023 wurden keine Darlehen bei Kreditinstituten aufgenommen.
Barmittel und Guthaben bei Banken machen 33,7 % des Gesamtvermögens aus.
Das Eigenkapital in Höhe von 14.205 TEUR setzt sich zusammen aus einem Stammkapital in Höhe von 500 TEUR und Kapitalrücklagen in Höhe von 500 TEUR sowie einem Jahresüberschuss in Höhe von 7.734 TEUR für das aktuelle Geschäftsjahr und Gewinnvorträgen in Höhe von 5.471 TEUR, nach Berücksichtigung einer Dividendenausschüttung in Höhe von 5.149 TEUR im Jahr 2023 zu gleichen Teilen an jeden Gesellschafter.
2.3 Nettovermögen
Die Bilanzsumme von 99,5 Mio. EUR weist gegenüber 2022 einen Zuwachs von 8,7 Mio. EUR aus. Dies spiegelt sich in der Höhe der Forderungen und den entsprechend abgegrenzten Verbindlichkeiten für offene Lieferantenrechnungen für im dritten und vierten Quartal 2023 erbrachte Leistungen sowie den Bankguthaben wider. Da es sich bei dem Einzelauftrag SC3 im Wesentlichen um einen Dienstleistungsvertrag handelt, wird die Erfassung der im vierten Quartal erbrachten Leistungen gegenüber der EUSPA zum Jahresende fakturiert, was zu diesem hohen Niveau der kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten führt. Der Betrag in der Bilanz setzt sich hauptsächlich zusammen aus kurzfristigen Vermögenswerten (Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände: 61,1 Mio. EUR/61,4 % und Barmittel 33,5 Mio. EUR/33,7 %). Das Anlagevermögen ging leicht auf 1,9 Mio. EUR zurück. Die Verpflichtungen setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Rückstellungen (64,9 Mio. EUR/65,2 %) und Verbindlichkeiten (20,4 Mio. EUR/20,5 %).
Der Rückstellungsbetrag in der Bilanz beinhaltet Risikorückstellungen von 3,4 Mio. EUR und liegt damit leicht über dem Betrag des Jahres 2022. Er bezieht sich auf die von Unterauftragnehmern in Rechnung gestellten Kosten für durchgeführte Arbeiten, die voraussichtlich nicht im Rahmen der bestehenden Verträge oder aufgrund von Nichtkonformitäten im GSOp-Vertrag von der ESA oder der EUSPA erstattet werden. Die Rückstellungen setzen sich zusammen aus offenen Lieferantenrechnungen, personalbezogenen Rückstellungen sowie Rückstellungen für die Jahresabschlusserstellung und -prüfung und die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen.
Infolge eines höheren Nettoergebnisses für das Jahr und einer Gewinnverwendung von 100 % des Nettogewinns aus dem Jahr 2022 erhöhte sich das Eigenkapital 2022 geringfügig auf 14,2 Mio. EUR und erreichte damit eine Eigenkapitalquote von 14,3 %.
Per 31.12.2023 wies spaceopal einen Betrag von 2,2 Mio. EUR auf Vorräte für unfertige Leistungen aus, hauptsächlich in Bezug auf die Verwaltung und Beschaffung von Lizenzen sowie die laufenden Aktivitäten im Rahmen des GSOp-Projektes.
Zum 31.12.2023 beliefen sich die Vorauszahlungen an Lieferanten auf 88 TEUR. Die Vorauszahlungen von Kunden beliefen sich auf 19 TEUR.
Insgesamt schätzen wir die Finanzlage von spaceopal als gut ein.
Die wesentlichen Bilanzpositionen zum 31. Dezember 2023 stellen sich wie folgt dar:
| in TEUR | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 |
| Bilanzsumme | 99.479 | 90.801 | 95.883 | 76.450 | 55.245 |
| Anlagevermögen | 1.898 | 2.041 | 1.930 | 972 | 974 |
| Anteil Anlagevermögen zu Gesamtvermögen | 1,9 % | 2,2 % | 2,0 % | 1,3 % | 1,8 % |
| Vorräte | 2.208 | 1.373 | 1.965 | 1.202 | 445 |
| davon geleistete Anzahlungen an Lieferanten | 88 | 86 | 304 | 0 | 0 |
| in % der Bilanzsumme | 2,2 % | 1,5 % | 2,0 % | 1,6 % | 0,8 % |
| Forderungen und sonstige Außenstände | 61.123 | 46.390 | 41.851 | 29.525 | 33.502 |
| in % der Bilanzsumme | 61,4 % | 51,1 % | 43,6 % | 38,6 % | 60,6 % |
| Bankguthaben und Kassenbestand | 33.539 | 40.240 | 49.525 | 44.182 | 20.169 |
| in % der Bilanzsumme | 33,7 % | 44,3 % | 51,7 % | 57,8 % | 36,5 % |
| Eigenkapital | 14.205 | 11.620 | 8.312 | 6.506 | 6.117 |
| Eigenkapitalquote | 14,3 % | 12,8 % | 8,7 % | 8,5 % | 11,1 % |
| Rückstellungen | 64.909 | 56.994 | 42.573 | 49.601 | 34.178 |
| in % der Bilanzsumme | 65,2 % | 62,8 % | 44,4 % | 64,9 % | 61,9 % |
| Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten, inklusive erhaltener Anzahlungen von Kunden | 20.364 | 22.188 | 44.996 | 20.339 | 14.951 |
| in % der Bilanzsumme | 20,5 % | 24,4 % | 46,9 % | 26,6 % | 27,1 % |
3.1 Risikomanagement
spaceopal verfügt über ein eigenes Risikomanagementsystem, das einen zweiteiligen Ansatz vorsieht:
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a) einen Risikomanagementprozess für Unternehmensrisiken mit zugehörigem Unternehmensrisikoregister |
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b) einen Risikomanagementprozess für Projektrisiken mit zugehörigem Projektrisikoregister |
Um die Anwendung des Risikomanagementprozesses im Unternehmen weiter zu stärken und zu unterstützen, nutzt spaceopal eine professionelle Softwarelösung zur Steuerung und Überwachung der Unternehmens- und Projektrisiken.
3.1.1 Risikomanagementprozess und Register für Unternehmensrisiken
Der Risikomanagementprozess und das Risikoregister für Unternehmensrisiken beschreiben die wesentlichen von spaceopal im Zusammenhang mit der Unternehmensperformance identifizierten Risiken. Der Ansatz folgt den Richtlinien der internationalen Norm ISO 31000 für das Risikomanagement.
3.1.2 Risikomanagementprozess und Register für Projektrisiken
Der Risikomanagementprozess für Projektrisiken umfasst einen Risikomanagementplan und ein Risikoregister im Einklang mit den Standards der Europäischen Kooperation für Raumfahrtnormung (ECSS) mit der Bezeichnung ECSS-M-ST-80C.
3.2 Chancen- und Risikobericht
Die Bewertung von Chancen und Risiken beurteilt die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Risikoeinstufung selbst auf der Grundlage der Schwere der Folgen. Die unterschiedlichen Bewertungsbereiche sind in den folgenden Tabellen dargestellt:
| Beschreibung | Wahrscheinlichkeit |
| fern bis unwahrscheinlich (gering) | > 0 % - 20 % |
| möglich (mittel) | > 20 % - 50 % |
| wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich (hoch) | > 50 % |
| Beschreibung | Auswirkung |
| geringe Auswirkung | (sehr) begrenzte negative Auswirkung auf den Geschäftsbetrieb, die Finanzlage und das Ergebnis |
| mittlere Auswirkung | gewisse negative Auswirkung auf den Geschäftsbetrieb, die Finanzlage und das Ergebnis |
| hohe Auswirkung | beträchtliche negative Auswirkung auf den Geschäftsbetrieb, die Finanzlage und das Ergebnis |
Die folgende Tabelle enthält eine Zusammenfassung aller Risiken und Chancen und stellt deren Relevanz für spaceopal dar. Insgesamt bestehen weder zum Bilanzstichtag noch bei Vorlage des Berichts der Abschlussprüfer Risiken, welche die Existenz von spaceopal gefährden würden.
| Risiken und Chancen | Risiken | Chancen | |||
| Wahrscheinlichkeit | Auswirkung | Veränderung gegenüber Vorjahr | Wahrscheinlichkeit | Veränderung gegenüber Vorjahr | |
| Einzelprojektauftrag | mittel | mittel | unverändert | wahrscheinlich | unverändert |
| Verlust von Schlüsselpersonal | gering | mittel | unverändert | wahrscheinlich | gestiegen |
| Qualität und Stabilität von kundenseitig gestellten Elementen (CFIs) | mittel | mittel | unverändert | unwahrscheinlich | gesunken |
| Kundenbezogene Weiterentwicklungen der GSOp-Anforderungen | gering | mittel | unverändert | unwahrscheinlich | unverändert |
| Ansprüche im Zusammenhang mit der Nichterfüllung von Anforderungen auf Auftragsnehmerseite | gering | gering | unverändert | unwahrscheinlich | unverändert |
| Geschäftsauswirkungen internationaler Krisen | hoch | gering | gesunken | unwahrscheinlich | unverändert |
| Cyberrisiko für die IT-Systeme des Unternehmens | gering | hoch | - | unwahrscheinlich | - |
In Anbetracht dessen, dass die meisten Risikopositionen mit einer gegenüber dem Vorjahr unveränderten Risikoauswirkung kontrollierbar sind, erwägt spaceopal aufgrund der internationalen Lage und seiner Rolle als Galileo Service Operator ab 2023 die Bildung einer neuen Position im Zusammenhang mit Cyberrisiken für die IT-Infrastruktur des Unternehmens sowie die Verfolgung entsprechender Minderungsmaßnahmen.
Im Berichtszeitraum wurden die folgenden wesentlichen Risiken und Chancen identifiziert:
1. Einzelprojektauftrag:
spaceopal (SPO) war im Jahr 2023 ein Projektunternehmen und erzielte seine Umsätze im Wesentlichen aus dem Galileo-Service-Operator-Vertrag (GSOp-Vertrag), der Ende 2016 als Ergebnis einer wettbewerbsintensiven Ausschreibung mit der European GNSS Agency unterzeichnet wurde. Das Risiko der Abhängigkeit von einem einzigen Auftraggeber und Vertrag kann als ein fortbestehendes, allgemeines finanzielles Risiko betrachtet werden. Das damit verbundene Ertragsrisiko und dessen Eintrittswahrscheinlichkeit werden jedoch in Anbetracht des hohen Auftragsbestandes infolge des GSOp-Rahmenvertrages und der Vertragsänderungen bis mindestens Ende 2026 auch für 2024 als mittel eingeschätzt. Parallel ist darauf hinzuweisen, dass spaceopal weiter an der Entwicklung eines neuen Geschäftsfelds im Bereich der GNSS Services sowie an zukünftigen Navigationsprojekten arbeitet.
2.Verlust von Schlüsselpersonal:
Um unabhängiger von externen Personalressourcen zu werden, startete Ende 2017 der Prozess zur Erhöhung der unternehmensweiten Beschäftigungsquote und die gesetzten Beschäftigungsziele wurden in den Jahren 2018 und 2019 erfüllt. Darüber hinaus wurde spaceopal 2021 von seinen Gesellschaftern in die Lage versetzt und darauf vorbereitet, im Rahmen des GSOp-Vertrages eine Neuzuweisung von Aufgaben zu implementieren, was 2022 zu einer erheblichen Aufstockung der Personalressourcen und -verantwortlichkeiten führte. Der Abschluss der Aufgabenmigration hat sich 2023 aufgrund von Verwaltungsmaßnahmen, welche die italienische Niederlassung betrafen, indes verzögert und ist fest für das erste Quartal 2024 eingeplant. spaceopal erwägt bei zukünftigem Bedarf weitere Einstellungen von Fachpersonal, um die Unabhängigkeit des Unternehmens von externen Beratern zu festigen. Bedenkt man jedoch die geringe Anzahl hochspezialisierter Fachkräfte im Raumfahrtsektor, bleibt das Risiko des Verlusts von Schlüsselpersonal eine kontrollierbare Schwachstelle des Unternehmens.
3.Qualität und Stabilität der vom Kunden bereitgestellten Elemente (CFI), d. h. Elemente des Boden- und Weltraumsegments, bestehend aus Hardware und Software zur Satellitenkontrolle und Navigationsdatenerstellung und -verteilung:
Unzureichende Qualität und Tauglichkeit der vom Kunden bereitgestellten Elemente (CFI) und deren priorisierte Einbindung im Rahmen kleinerer/größerer Veränderungen am System könnten zu einem zusätzlichen betrieblichen Aufwand und/oder einer verminderten Serviceleistung von spaceopal und seinen Unterauftragnehmern führen. spaceopal und seine Industriepartner waren in der Lage, den Dienst im Rahmen der Serviceverpflichtung vollständig aufrechtzuerhalten. Für 2024 werden die Risikoeintrittswahrscheinlichkeit und die entsprechenden Folgen als niedrig eingeschätzt, da die nächste große, im Einsatz befindliche Bodeninfrastrukturänderung nicht vor dem Frühjahr 2024 betriebsbereit sein wird. spaceopal setzt seine Bemühungen fort, im Rahmen seiner Verantwortung für die End-to-End-Instandhaltung die Anomalien der Bodeninfrastruktur zu beheben, indem das Unternehmen gegebenenfalls und mit der vereinbarten Priorität Lösungen anbietet.
4. Kundenbezogene Weiterentwicklungen der GSOp-Anforderungen im Zusammenhang mit Änderungen am Galileo-Programm:
Trotz finanzieller Deckung schafft die kurzfristige Einführung einer erheblichen Anzahl von Änderungen am GSOp-Rahmenvertrag zusätzliche Risiken im Zusammenhang mit der Kontinuität und Zuverlässigkeit der Dienstleistungen, die von spaceopal professionell gehandhabt und weitgehend gemindert werden müssen. Festzuhalten ist aber auch, dass das Risiko für 2024 mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet wird und Minderungsmaßnahmen zur Verstärkung der verfügbaren Ressourcen sowie der mit der Einführung vertraglicher und technischer Änderungen verbundenen Prozesse getroffen wurden.
5. Ansprüche im Zusammenhang mit der Nichtkonformität mit vertraglichen Anforderungen:
Im Laufe des Jahres 2023 hat die EUSPA eine neue Leistungsabweichung vom GSOp-Rahmenvertrag festgestellt, die potenzielle Haftungsansprüche gegenüber spaceopal begründen könnte. Auch wenn spaceopal die festgestellte Leistungsabweichung behoben hat, die entsprechenden Nachweise der Lösungspläne vorliegen und weitere Nachweise noch auszuwerten sind, wurde 2024 eine neue Forderung vom Auftraggeber erhoben. Daher bleiben die damit verbundenen finanziellen Risiken für 2024 gepaart mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit finanzieller Konsequenzen seitens des Kunden bestehen. spaceopal geht von einem Abschluss des SC2 Vertrag im ersten Quartal 2024 aus.
6. Geschäftsauswirkungen internationaler Krisen:
Die durch den Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten verursachte internationale Krise ist für spaceopal einerseits mit einem finanziellen Risiko aufgrund höherer inflationsbedingter Aufwendungen verbunden und wirkt sich andererseits auf die Lieferkette der geschäftlichen Unternehmungen von spaceopal aus. Trotz der hohen Wahrscheinlichkeit der Situation konnte spaceopal das finanzielle Risiko mindern. Das Lieferkettenrisiko hingegen wurde in allen Fällen vertraglich gelöst. In der Folge wurden 2023 geringfügige Auswirkungen auf das Geschäft von spaceopal verzeichnet, die auch für 2024 prognostiziert werden.
7. Cyberrisikobelastung:
Cyberangriffe auf das SPO-Netzwerk und die IT können Störungen im täglichen Geschäftsbetrieb des Unternehmens oder den Verlust/die Verfälschung von Daten verursachen. Auch eine geringe Wahrscheinlichkeit eines potenziellen Sicherheitsvorfalls kann sich nachteilig auf das SPO-Geschäft mit potenziell mittleren finanziellen Konsequenzen auswirken.
Die folgenden Maßnahmen wurden zur Minderung von Risiken und zur Ausnutzung von Chancen umgesetzt:
1- Risiko 1 wurde teilweise durch die Ausschöpfung neuer Geschäftsmöglichkeiten im Navigationsbereich gemindert, indem zusätzliche Aktivitäten in das Portfolio aufgenommen werden. Eine Überprüfung der Strategie von spaceopal unter Einbeziehung der Gesellschafter wurde angestoßen, da diese die treibende Kraft für spaceopals zukünftige Entwicklung darstellt. Der Zuschlag für die Betriebsphase von Galileo mit den zugehörigen umfangreicheren Pflichten und Aufgaben wird den Aufbau der Schlüsselkompetenzen von spaceopal fördern, um neue Geschäftschancen im Navigationsbereich besser nutzen zu können. Darüber hinaus eröffnen kontinuierliche Verbesserungen innerhalb des angebotenen Dienstes neue Chancen mit einer möglichen Erweiterung des Verantwortungsbereichs von spaceopal und des GSOp-Vertragsumfangs. Parallel nimmt spaceopal auch an anderen Ausschreibungen im Navigationsbereich teil.
2- Es wurden verschiedene Maßnahmen identifiziert und umgesetzt, wie zum Beispiel die Reorganisation des Teams durch Umsetzung der neuen GSOp-Projektstruktur, die eine ordnungsgemäße Überschneidung zwischen Gruppen und Ressourcen gewährleistet, und die Definition eines Personalplans mit Ersatzpersonal und Stellvertreterfunktionen. Die Mitarbeiterperformance der Organisation wird fortlaufend überwacht und bei Bedarf werden Verbesserungen implementiert. Ferner hat spaceopal die Personalabteilung und die Prozesse zur Anwerbung zusätzlichen Personals für die Abteilungen Technik, Sicherheit und Produktsicherheit sowie für den Einkauf und die Verwaltung verstärkt. Der Gesamtmix aus Angestellten, CTMs (Kernteammitarbeitern) und Unterauftragnehmern wurde deutlich zugunsten der Festanstellung verändert, um eine größere Unabhängigkeit von Unterauftragnehmern zu schaffen, die Unternehmenskultur zu stärken und die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Parallel wurden Schlüsselpositionen mit von den Gesellschaftern entsandten Mitarbeitern besetzt, um die Resilienz des Unternehmens gegenüber dem maßgeblichen Risiko zu erhöhen.
3- Um das Risiko zu minimieren, wurden gemeinsam mit der EUSPA und der ESA regelmäßig Maßnahmen zur Implementierung angemessener Prozesse zur Überprüfung und Validierung von Lieferungen in Bezug auf kleinere/größere Änderungen an der Boden- und Weltrauminfrastruktur getroffen. Hierdurch sollen die Eignung der CFIs und potenzielle Auswirkungen auf die Service- und Geschäftsqualität vor dem Einsatz im operativen Bereich bewertet werden. Der Prozess umfasst die Identifizierung von Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung der CFIs bzw. entsprechende Änderungsvorschläge zur Abdeckung zusätzlicher operativer Tätigkeiten. Hier ist darauf hinzuweisen, dass der GSOp-Rahmenvertrag die vertraglichen Mechanismen zur Minderung der sich aus diesem Risiko ergebenden Folgen beinhaltet; ungeachtet dessen hat spaceopal strenge Kontrollen zum Vergleich der tatsächlichen mit der vertraglichen CFI-Situation eingerichtet, um mögliche Abweichungen gemeinsam mit der EUSPA zu regeln. Einige der damit verbundenen Risiken, die in den vergangenen Jahren aufgetreten sind, wurden 2023 weiterhin durch den Einsatz des Projektmanagements, weitere Prozessoptimierungen und die Risikorücklage des Unternehmens gemindert.
4- Bei jeder Änderung erfolgt eine gründliche Auswirkungsanalyse. Außerdem wurde ein unternehmensweiter zugehöriger Service-Übergangsplan für die Durchführung der Tätigkeiten erstellt, der die koordinierte Einführung einzelner Änderungen detailliert darlegt. Der Ansatz soll die Risiken, die das Ziel einer garantierten Zuverlässigkeit und Kontinuität des GSOp-Dienstes beeinträchtigen, so weit wie möglich mindern.
5- Für jede vom Kunden beanstandete Leistungsabweichung hat spaceopal Lösungspläne aufgestellt, um die Situation innerhalb von sechs Monaten nach entsprechender Anzeige zu bereinigen. Die Lösungspläne und die damit verbundenen Maßnahmen wurden bei spaceopal sowie auf der Ebene der Unterauftragnehmer implementiert und werden derzeit überprüft.
6- Die Auswirkungen der steigenden Inflation werden kontinuierlich überwacht und entsprechende Vertragsmechanismen wurden - soweit anwendbar - in Gang gesetzt, um das Risiko und die Auswirkungen zu mindern.
7- Es wurden konkrete Maßnahmen für Cybersicherheitsschulungen zur Sensibilisierung der Mitarbeiter eingeleitet, um das Risiko von Beginn an zu mildern. Des Weiteren wurde eine IT-Schwachstellenanalyse des gesamten Unternehmensnetzwerks und der IT-Systeme durchgeführt und erste zugehörige Minderungsmaßnahmen wurden 2023 eingeleitet und werden 2024 fortgesetzt. spaceopal erwägt ferner, seinen Personalbestand zu erhöhen und konkrete Expertenschulungen in der IT- und Cybersicherheitsorganisation zu initiieren.
Chancen im Bereich innovativer Navigationsdienste
Auf der Grundlage der Entscheidung der Europäischen Kommission, den Nutzern einen Hochpräzisionsdienst (High Accuracy Service) zu bieten, hat spaceopal seine Fähigkeiten und Tools im Bereich Navigationsdienste auf der Basis der Assets und Erfahrungen seiner Gesellschafter entwickelt. Im Oktober 2018 hat spaceopal seinen Precise Point Positioning (PPP) Korrekturdienst NAVCAST gestartet, der Benutzer über das Internet Korrektur- und Bias-Parameter liefert, mit denen sich hochpräzise GNSS-Positionierungsergebnisse erzielen lassen. spaceopal konzentrierte sich 2023 auf Chancen im Rahmen von zukünftigen Navigation-Projekten wie PNT-Dienste (precise navigation and timing) aus dem LEO-Orbit (low earth orbit) und zugehörige Bodensegmentlösungen und Anwendungen.
3.3 Finanzrisikobericht
Der GSOp-Rahmenvertrag mit der EUSPA, einer der Europäischen Kommission angehörigen öffentlichen Körperschaft, läuft bis Ende 2026. Übereinstimmend mit diesem Rahmen wurde Ende 2021 ein dritter Einzelvertrag (SC3) mit spaceopal unterzeichnet, der die folgenden fünf Jahre des GSOp-Rahmenvertrages abdeckt. Darüber hinaus hat spaceopal Ende 2022 einen weiteren SC4 unterzeichnet, der ebenfalls bis Ende Dezember 2026 läuft.
Auf Seiten unseres Kunden, der Europäischen Kommission, bestehen weder ein Insolvenzrisiko noch andere finanzielle Probleme. Innerhalb der Laufzeit der aktuellen Einzelverträge bis Ende 2026 wird damit gerechnet, dass die Zahlungen an das Unternehmen pünktlich nach den Abnahmeprüfungen und dem Erreichen der Meilensteine geleistet werden. Auf der Grundlage dieser Kundenstruktur schätzen wir das Risiko eines Zahlungsausfalls als vernachlässigbar ein.
Das Liquiditätsrisiko des Unternehmens ist allgemein stark begrenzt durch die Back-to-Back-Weitergabe der vertraglichen Zahlungsbedingungen an die wichtigsten Unterauftragnehmer. Zahlungen an Unterauftragnehmer erfolgen erst dann, wenn und soweit spaceopal entsprechende Zahlungen vom Kunden erhalten hat. Es ist eine laufend aktualisierte Liquiditätsplanung eingerichtet, die Liquiditätsrisiken beschränkt und die Solvenz des Unternehmens gewährleistet. Das Eintreten eines Liquiditätsengpasses wird von der Geschäftsführung als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt.
Die Einzelaufträge 3 und 4 sehen Vertragsstrafen im Fall einer unzureichenden Leistung vor. Die zugehörigen KPIs wurden während der vorherigen Einzelaufträge gemessen und erfolgreich validiert. Das finanzielle Gesamtrisiko im Zusammenhang mit den Vertragsstrafen ist auf 4 % des Auftragswertes begrenzt. Das mit der Verletzung von KPIs verbundene Risiko wird entweder auf verschuldensunabhängiger Basis mit den beteiligten Unterauftragnehmern geteilt oder wurde über abgeleitete KPIs den Unterauftragnehmern zugewiesen, wodurch das Gesamtrisiko für den Hauptauftragnehmer weiter gemindert wird. spaceopal weist darauf hin, dass auch im Jahr 2023 die Serviceleistung außergewöhnlich hoch war.
Das Unternehmen ist nicht durch Wechselkursrisiken belastet, da fast alle Transaktionen in Euro abgewickelt werden.
Die Geschäftsführung des Unternehmens hat keine Kenntnis von Risiken, die spaceopal nachteilig berühren oder deren Existenz gefährden würden.
Die Entwicklung von spaceopal war im Jahr 2023 trotz der Herausforderungen aufgrund der durch den Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten verursachten internationalen Krise erneut geprägt von der effizienten Durchführung der Arbeiten des GSOp-Vertrages.
Die Geschäftsentwicklung des Unternehmens konzentriert sich auf drei wesentliche strategische Ziele:
1. Konsolidierung und Wachstum der GSOp-bezogenen Tätigkeiten mit voller Ausschöpfung der Vertragsänderungen
2. Beteiligung an führenden EU-, ESA- und EUSPA-Projekten im Zusammenhang mit den verschiedenen europäischen GNSS-Aktivitäten
3. Entwicklung innovativer Navigationsdienste im Rahmen der GNSS
Konsolidierung und Wachstum der GSOp-bezogenen Aktivitäten
Ziel ist es, zusätzliche Änderungen und Ergänzungen des GSOp-Vertrages, die sich aus den Programmänderungen und den Verbesserungen der Dienstleistungen ergeben, umzusetzen. Kurz- bis mittelfristig rechnet die spaceopal GmbH vorrangig mit weiteren Aktivitäten auf dem Gebiet der GCC-Entwicklung für die Integration der zweiten Generation des Galileo-Bodensegments sowie den vorbereitenden Maßnahmen für den Betrieb der zweiten Generation des Weltraum- und Bodensegments. Darüber hinaus erwarten wir die Gründung weiterer Remote-Standorte und Veränderungen im Zusammenhang mit der Einführung neuer Dienste im Rahmen des GSOp-Vertrages. Da der GSOp-Rahmenvertrag Ende 2026 ausläuft, wird der Beschaffungsprozess für die Folgephase, die weitere zehn Jahre des Galileo-Servicebetriebes umfasst, voraussichtlich Anfang 2024 beginnen und die entsprechenden Vorbereitungsmaßnahmen wurden eingeleitet.
Beteiligung an führenden EU-, ESA- und EUSPA-Projekten im Zusammenhang mit den verschiedenen europäischen GNSS-Aktivitäten
Basierend auf den aus den Ausschreibungen für die Entwicklung der zweiten Generation des Galileo-Bodensegments sowie aus der Beteiligung am Future Navigation Projekt LEO-PNT gewonnenen Erfahrungen ist für 2024 geplant, sich an zukünftigen Ausschreiben der EU, ESA und EUSPA in diesen Bereichen zu beteiligen und auch neue Möglichkeiten über die Navigation hinaus zu verfolgen.
Entwicklung innovativer Navigationsdienste im Rahmen der GNSS
Die Entwicklung des NAVCAST-Dienstes hat die CDR erfolgreich abgeschlossen. Die weitere Verfolgung von Entwicklungsaktivitäten wurde 2023 bis zu einer Wiederaufnahme im Jahr 2024 unter neuer Führung ausgesetzt.
Zusammenfassung
Auf der Grundlage des Vertragsgesamtvolumens, des Auftragsbestandes und der Fortsetzung der GSOp-Dienste erwartet das Unternehmen im kommenden Jahr Umsatzerlöse in Höhe von 207,5 Mio. EUR mit einer Umsatzrendite von 2,4 % bei einem positiven Trend.
Die folgenden nichtfinanziellen Indikatoren sind besonders wichtig und spielen eine entscheidende Rolle für den Geschäftserfolg von spaceopal:
| • |
Personal |
| • |
Kundenzufriedenheit |
| • |
Markenbekanntheit und Unternehmensprofil |
5.1 Personal
Wie im obigen Bericht zu den Unternehmensrisiken in Abschnitt 3.2.1 dargelegt, könnte der potenzielle Verlust einer Schlüsselperson die Leistungserbringung von spaceopal empfindlich stören und ein Risiko für die Erfüllung vertraglicher Pflichten schaffen. Aus diesem Grund und in Anbetracht des Kerngeschäfts von spaceopal ist dem Unternehmen bewusst, dass hochqualifizierte und erfahrene Mitarbeiter einen wertvollen Vermögenswert darstellen und es wichtig ist, sowohl neue Mitarbeiter zu gewinnen, als auch das bestehende Team zu motivieren und zu binden.
Im Jahr 2023 verzeichnete das Unternehmen eine hohe Fluktuation, konnte jedoch scheidende Mitarbeiter durch neue Kräfte aus dem Arbeitsmarkt und aus Beteiligungsunternehmen ersetzen.
Das ist ein Zeichen für eine bessere Sichtbarkeit der Unternehmensmarke. Allerdings stellte die Anwerbung spezialisierter Fachkräfte am Markt auch im Jahr 2023 - insbesondere in Anbetracht der begrenzten Verfügbarkeit qualifizierter Spezialisten und Ingenieure im Bereich der Weltraum- und Satellitennavigation im Raum München - eine Herausforderung dar. Außerdem wurde das kontinuierliche Wachstum der italienischen Niederlassung von spaceopal im Jahr 2023 durch die Einstellung neuer Mitarbeiter bestätigt.
Eine weitere Aufstockung des Personals in München und in der italienischen Niederlassung ist für 2024 geplant.
Die im Qualitätshandbuch dargelegten Schulungsprogramme sind implementiert und werden vom Personal in Anspruch genommen.
Der Bildungsstandard der Beschäftigten von spaceopal ist außergewöhnlich hoch und das gesamte technische Personal besitzt einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss.
5.2 Kundenzufriedenheit
Mit einem anspruchsvollen öffentlichen Kunden wie der EUSPA ist die Kundenzufriedenheit ein wesentlicher Indikator für den erfolgreichen Geschäftsbetrieb. Die Kundenzufriedenheit wird daher kontinuierlich im Rahmen der Qualitätsmanagementprozesse des Unternehmens überwacht und jährlich im Rahmen der ISO-Neuzertifizierung geprüft. Darüber hinaus lässt spaceopal durch das Team des GNSS-Servicezentrums Endnutzerbefragungen durchführen. Die Ergebnisse geben einen guten Überblick über die allgemeine Performance von spaceopal als Galileo-Servicebetreiber aus Sicht der Endnutzer und werden daher zur kontinuierlichen Serviceverbesserung herangezogen. Im Ergebnis ist es spaceopal als wichtigem Geschäftspartner der EUSPA in den letzten fünf Jahren gelungen, exzellente und von einer engen Zusammenarbeit in allen Bereichen geprägte Arbeitsbeziehungen mit dem Kunden aufzubauen und sich eine gute Reputation zu erwerben. Diese Arbeit erfährt eine kontinuierliche Anerkennung durch die EUSPA, die ESA und die Europäische Kommission. Das Vertrauen des Kunden in spaceopals Fähigkeiten zeigt sich außerdem in der erheblichen Anzahl neuer Aufgaben, die im Jahr 2023 in den GSOp-Rahmenvertrag aufgenommen wurden, und der äußerst hohen Serviceleistung mit nur sehr wenigen und geringfügigen KPI-Abweichungen. Eine ebenso hohe Zufriedenheit wurde spaceopal in den vergangenen Jahren von seinen größeren gewerblichen Kunden bestätigt.
5.3 Markenbekanntheit und Unternehmensprofil
Obwohl spaceopal das Galileo-System seit fast 15 Jahren erfolgreich betreibt und den Zuschlag für den GSOp-Vertrag erhalten hat, sind die kontinuierliche Verbesserung seiner Marke und seines Unternehmensprofils von höchster Bedeutung.
Die Wiederaufnahme der Teilnahme des Unternehmens an raumfahrtbezogenen Veranstaltungen wurde 2023 ausgeweitet. Die Sichtbarkeit der Unternehmensmarke hat sich erkennbar erhöht und die Anwerbung neuer Mitarbeiter unterstützt. spaceopal konzentriert sich weiter auf einen Re-Launch der Unternehmenswebsite und die Bewerbung der Aktivitäten in den sozialen Medien zur Steigerung seiner öffentlichen Wahrnehmung. Der Launch der neuen Website und Präsenz in den sozialen Medien ist für 2024 geplant.
Mit dem Start des NAVCAST-Dienstes hat spaceopal die zugehörige Marke weltweit registriert. Das Monitoring und Tracking der Marken spaceopal und NAVCAST erfolgen professionell über das gesamte Jahr. Die Bekanntheit der neuen Marke wird sowohl intern als auch extern bei jedem Anlass, z. B. im Rahmen von Messeauftritten, gesteigert.
Die zwischen 2018 und 2021 gestarteten vier Patentfamilienanwendungen befinden sich in den Anwendungsländern noch in der Prüfung. Eine erfolgreiche Anmeldung wurde in den USA, Japan und Australien bestätigt. Die in der EU beantragten Anmeldungen stehen noch aus. spaceopal geht davon aus, dass die Anmeldung in allen Anwendungsländern 2024 abgeschlossen wird. Neue Patentanmeldungen sind für die Zukunft geplant, um die Geschäftsinitiativen von spaceopal zu sichern.
Die spaceopal GmbH besitzt keine Tochtergesellschaften oder Zweigniederlassungen.
Im August 2017 wurde in Rom, Italien, eine Betriebsstätte gegründet,
München, 6. Mai 2024
Marco Folino, Geschäftsführer/CEO
André Bauerhin, Geschäftsführer/COO
Aktiva
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |||
| € | € | € | € | |
| A. Anlagevermögen | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 1.247.590,00 | 1.354.766,00 | ||
| II. Sachanlagen | ||||
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 509.814,42 | 545.472,56 | ||
| III. Finanzanlagen | ||||
| sonstige Ausleihungen | 140.425,54 | 140.425,54 | ||
| 1.897.829,96 | 2.040.664,10 | |||
| B. Umlaufvermögen | ||||
| I. Vorräte | ||||
| 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 27.254,43 | 0,00 | ||
| 2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 2.080.372,48 | 1.286.640,23 | ||
| 3. fertige Erzeugnisse | 12.153,80 | 0,00 | ||
| 4. geleistete Anzahlungen | 88.147,50 | 2.207.928,21 | 86.172,48 | 1.372.812,71 |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 56.164.955,81 | 43.311.568,29 | ||
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 253.203,92 | 534.442,73 | ||
| 3. sonstige Vermögensgegenstände | 4.705.190,48 | 61.123.350,21 | 2.543.513,14 | 46.389.524,16 |
| III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 33.539.304,81 | 40.240.149,90 | ||
| 96.870.583,23 | 88.002.486,77 | |||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 710.536,32 | 758.275,23 | ||
| Summe der Aktiven | 99.478.949,51 | 90.801.426,10 | ||
|
Passiva |
||||
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |||
| € | € | € | € | |
| A. Eigenkapital | ||||
| I. Gezeichnetes Kapital | 500.000,00 | 500.000,00 | ||
| II. Kapitalrücklage | 500.000,00 | 500.000,00 | ||
| III. Gewinnrücklagen | 5.471.070,78 | 5.471.070,78 | ||
| IV. Jahresüberschuss | 7.734.405,84 | 14.205.476,62 | 5.149.197,05 | 11.620.267,83 |
| B. Rückstellungen | ||||
| 1. Steuerrückstellungen | 2.295.021,88 | 1.200.830,91 | ||
| 2. sonstige Rückstellungen | 62.614.231,54 | 64.909.253,42 | 55.792.817,01 | 56.993.647,92 |
| C. Verbindlichkeiten | ||||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.796,08 | 1.802,14 | ||
| 2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 18.704,00 | 0,00 | ||
| 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.663.798,19 | 1.234.216,90 | ||
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 18.489.850,67 | 20.833.849,00 | ||
| 5. sonstige Verbindlichkeiten | 190.070,53 | 117.642,31 | ||
| davon aus Steuern EUR 178.879,42 (EUR 109.059,82) | ||||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 8.689,29 (EUR 8.292,49) | ||||
| 20.364.219,47 | 22.187.510,35 | |||
| Summe der Passiven | 99.478.949,51 | 90.801.426,10 | ||
|
2023
€ |
2022
€ |
|
| 1. Umsatzerlöse | 226.695.725,91 | 201.459.496,90 |
| 2. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 805.886,05 | -545,65 |
| 3. sonstige betriebliche Erträge | 701.723,47 | 687.394,46 |
| - davon Erträge aus Währungsumrechnung EUR 1.260,66 (Vorjahr EUR 191,46) | ||
| 4. Materialaufwand | ||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 633.206,95 | 1.321.641,97 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | 206.916.399,44 | 184.246.819,79 |
| 207.549.606,39 | 185.568.461,76 | |
| 5. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | 2.993.677,23 | 2.523.100,81 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 717.799,99 | 571.179,57 |
| - davon für Altersversorgung: EUR 2.390,80 (Vorjahr EUR 2.458,04) | ||
| 3.711.477,22 | 3.094.280,38 | |
| 6. Abschreibungen | ||
| a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 472.615,53 | 553.336,04 |
| b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten | 0,00 | 373.205,71 |
| 472.615,53 | 926.541,75 | |
| 7. sonstige betriebliche Aufwendungen | 4.965.252,53 | 4.795.379,10 |
| - davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung EUR 793,62 (Vorjahr EUR 1.537,54) | ||
| 8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 37.753,37 | 207,56 |
| - davon aus der Abzinsung von Rückstellungen EUR 306,00 (Vorjahr EUR 182,00) | ||
| 9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 0,00 | 93.021,39 |
| 10. Steuern vom Einkommen und Ertrag | 3.807.731,29 | 2.519.671,84 |
| 11. Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss | 7.734.405,84 | 5.149.197,05 |
Die Gesellschaft firmiert unter "spaceopal GmbH" und hat ihren Sitz in der Arnulfstraße 58, 80335 München. Die spaceopal GmbH ist im Handelsregister B des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 183403 registriert.
Der Jahresabschluss der spaceopal GmbH wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt.
Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.
Zum 31.12.2023 erfüllte die Gesellschaft die Größenkriterien einer großen Kapitalgesellschaft nach § 267 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 HGB.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Jahresabschlusses zum 31.12.2023 richten sich nach den Vorschriften der §§ 242 bis 256a und 264 bis 286 HGB und den Sondervorschriften des GmbH-Gesetzes.
Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und um planmäßige lineare Abschreibungen bei Nutzungsdauern zwischen 2 und 20 Jahren vermindert.
Software bis zu einem Wert von Euro 800,00, die nach ertragsteuerlichen Vorgaben der Finanzverwaltung als geringwertiges Wirtschaftsgut behandelt werden kann (sog. "Trivialsoftware"), wurde im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und um planmäßige lineare Abschreibungen bei Nutzungsdauern zwischen 3 und 15 Jahren vermindert.
Diese Vermögensgegenstände wurden bei Zugang im Laufe des Geschäftsjahres pro rata temporis abgeschrieben.
Bewegliche Gegenstände des Sachanlagevermögens bis zu einem Wert von Euro 800,00 wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Die sonstigen Ausleihungen wurden mit dem Nennwert angesetzt.
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und die Waren wurden zu Anschaffungskosten bewertet. Die Bewertung der unfertigen Leistungen sowie der fertigen Erzeugnisse erfolgte zu den je nach Fertigungsgrad angefallenen Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen Personalkosten, Materialkosten sowie Kosten der Softwarebeschaffung bzw. -lizensierung sowie in angemessenem Umfang betriebliche Gemeinkosten. Von dem Ansatzwahlrecht gemäß § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB wurde nicht Gebrauch gemacht. Soweit erforderlich wurden die Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe, Waren sowie die auftragsbezogenen Vermögensgegenstände nach dem strengen Niederstwertprinzip (§ 253 Abs. 4 HGB) auf ihren niedrigeren aus dem Börsen- oder Marktpreis abgeleiteten Wert bzw. den niedrigeren Wert abgeschrieben, der den Vermögensgegenständen am Abschlussstichtag beizulegen ist.
Der Ansatz der geleisteten Anzahlungen erfolgte zum Nennwert (ohne Umsatzsteuer).
Die Forderungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt worden. Erkennbare Einzelrisiken wurden gegebenenfalls durch Wertberichtigungen berücksichtigt.
Die Kassen- und Bankbestände wurden zum Nennwert angesetzt.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden zur periodengerechten Aufwandsabgrenzung von geleisteten Zahlungen gebildet.
Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und wurden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag gem. § 253 Abs. 1 HGB angesetzt. Alle Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem von der deutschen Bundesbank veröffentlichten Marktzinssatz abgezinst (§ 253 Abs. 2 HGB).
Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.
Die Bewertung von Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten in fremder Währung erfolgte im Zeitpunkt des Zugangs mit dem Euroreferenzkurs. Zum Abschlussstichtag wurden die Vermögensgegenstände und -verbindlichkeiten gemäß § 256a HGB mit dem Euroreferenzkurs zum Abschlussstichtag bewertet. Bei einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr wurden § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB und § 252 Abs. 1 Nr. 4 HS 2 HGB nicht angewendet.
Darstellungen zum Anlagevermögen
Zur näheren Erläuterung des Anlagevermögens verweisen wir auf den als Anlage zu diesem Anhang beigefügten Anlagen- sowie Abschreibungsspiegel.
Forderungen
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen gegenüber Gesellschaftern i.H.v. EUR 253.203,92 (Vj. EUR 534.442,73).
Alle Forderungen haben Restlaufzeiten von unter einem Jahr.
Eigenkapital
Aufgrund des Gesellschafterbeschlusses vom 10. Mai 2023 wurde der Jahresüberschuss 2022 i.H.v. EUR 5.149.197,05 vollständig an die Gesellschafter ausgeschüttet.
Erläuterung der sonstigen Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
| Euro | |
| Ausstehende Rechnungen | 62.085.457,89 |
| Personalbezogene Rückstellungen | 430.871,65 |
| Jahresabschlusserstellung und -prüfung | 73.650,00 |
| Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen | 24.252,00 |
| Summe | 62.614.231,54 |
Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen wurden im Wesentlichen für zum Stichtag noch nicht abgerechnete Leistungen der Unterauftragnehmer gebildet, die im Rahmen des GSOp-Vertrages im dritten und vierten Quartal 2023 erbracht wurden.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen i.H.v. EUR 18.489.850,67, stellen in voller Höhe Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen dar. In Höhe von EUR 13.303.744,42 bestanden zum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern (Vj. EUR 16.142.611,20).
Sämtliche Verbindlichkeiten haben Restlaufzeiten bis zu einem Jahr.
Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die Gesellschaft Umsätze in folgenden Tätigkeitsbereichen:
| • |
Umsätze i.H.v. TEUR 225.684 im Rahmen des Galileo Service Operator ITT Framework Contract (GSOp) und dessen Umsetzung durch sogenannte "Specific Contracts" (SC2, SC3 and SC4) mit der European Union Agency for the Space Programme (EUSPA), die ihren Sitz in Tschechien hat. |
| • |
Umsätze i.H.v. TEUR 1.012 im Rahmen von anderen Projekten, wie z.B. ""Galileo Transition Satellite" und "Galileo Reference High Accuracy Service (HAS) User Algorithm and User Terminal". |
Die Umsätze werden vollständig im Ausland erzielt.
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 335, davon aus der Auflösung von Rückstellungen TEUR 208.
Im Zeitraum zwischen dem Jahresabschlussstichtag und dem Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Neben den finanziellen Verpflichtungen im Rahmen des laufenden Geschäftsbetriebes, bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von TEUR 4.759, die bis 2028 mit einem im Durchschnitt jährlichen Betrag von TEUR 952 zahlbar sind.
Anzahl der Arbeitnehmer
Im Jahresdurchschnitt 2023 wurden 38,3 Angestellte, 1,8 Teilzeitkräfte sowie 2 Aushilfen beschäftigt.
Organe der Gesellschaft:
Einzelvertretungsberechtigte Geschäftsführer:
| • |
Dott. Ing Marco Folino, Chief Executive Officer (CEO), Castel Gandolfo (Rom), Italien |
| • |
Dipl.-Ing André Bauerhin, Chief Operating Officer (COO), Gilching, Deutschland |
Die Angabe der im Geschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge von Mitgliedern der Geschäftsführung entfällt nach § 286 Abs. 4 HGB.
Konzernzugehörigkeit
Die spaceopal GmbH wurde aufgrund einer Änderung in IFRS 11 in den Konzernabschluss der Leonardo S.p.A. mit Sitz in Rom nach der Equity Methode einbezogen. Aus Transparenzgründen wird die Offenlegung der Konzernzugehörigkeit beibehalten.
1. Die Telespazio S.p.A., Rom, stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Konzernkreis auf.
2. Die Leonardo S.p.A., Rom, stellt den Konzernabschluss für den größten Konzernkreis auf.
Der offen gelegte Konzernabschluss der Leonardo S.p.A. ist bei der Industriekammer Rom erhältlich.
Aus Transparenzgründen werden die Telespazio S.p.A. sowie die DLR GfR GmbH als verbundene Unternehmen dargestellt. Die DLR GfR GmbH stellt keinen Konzernabschluss auf.
Honorar des Abschlussprüfers
Das für das Geschäftsjahr 2023 zurückgestellte Gesamthonorar des Abschlussprüfers betrug TEUR 35 und beinhaltete ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.
Die Geschäftsführung schlägt vor, 60% des Jahresüberschusses 2023 an die Gesellschafter im Verhältnis ihrer Beteiligungen auszuschütten. 40% des Jahresüberschusses 2023 sollen in die Gewinnrücklagen eingestellt werden.
München, den 06.05.2024
spaceopal GmbH
Geschäftsführung
Dott. Ing. Marco Folino
Dipl.-Ing. André Bauerhin
|
Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2023
EUR |
Zugänge
EUR |
Abgänge
EUR |
Umbuchungen
EUR |
|
| Anlagevermögen | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 2.342.481,18 | 123.895,50 | 0,00 | 0,00 |
| Summe immaterielle Vermögensgegenstände | 2.342.481,18 | 123.895,50 | 0,00 | 0,00 |
| II. Sachanlagen | ||||
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.586.621,62 | 207.213,89 | 1.996,00 | 0,00 |
| Summe Sachanlagen | 1.586.621,62 | 207.213,89 | 1.996,00 | 0,00 |
| III. Finanzanlagen | ||||
| sonstige Ausleihungen | 140.425,54 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe Finanzanlagen | 140.425,54 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe Anlagevermögen | 4.069.528,34 | 331.109,39 | 1.996,00 | 0,00 |
|
kumulierte Abschreibungen 31.12.2023
EUR |
Zuschreibungen Geschäftsjahr
EUR |
Buchwert 31.12.2023
EUR |
|
| Anlagevermögen | |||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 1.218.786,68 | 0,00 | 1.247.590,00 |
| Summe immaterielle Vermögensgegenstände | 1.218.786,68 | 0,00 | 1.247.590,00 |
| II. Sachanlagen | |||
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.282.025,09 | 0,00 | 509.814,42 |
| Summe Sachanlagen | 1.282.025,09 | 0,00 | 509.814,42 |
| III. Finanzanlagen | |||
| sonstige Ausleihungen | 0,00 | 0,00 | 140.425,54 |
| Summe Finanzanlagen | 0,00 | 0,00 | 140.425,54 |
| Summe Anlagevermögen | 2.500.811,77 | 0,00 | 1.897.829,96 |
|
kumulierte Abschreibungen 01.01.2023
EUR |
Abschreibungen Geschäftsjahr
EUR |
Zugänge
EUR |
Abgänge
EUR |
|
| Anlagevermögen | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 987.715,18 | 231.071,50 | 0,00 | 0,00 |
| Summe immaterielle Vermögensgegenstände | 987.715,18 | 231.071,50 | 0,00 | 0,00 |
| II. Sachanlagen | ||||
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.041.149,06 | 241.544,03 | 0,00 | 668,00 |
| Summe Sachanlagen | 1.041.149,06 | 241.544,03 | 0,00 | 668,00 |
| III. Finanzanlagen | ||||
| sonstige Ausleihungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe Finanzanlagen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe Anlagevermögen | 2.028.864,24 | 472.615,53 | 0,00 | 668,00 |
|
Umbuchungen
EUR |
kumulierte Abschreibungen 31.12.2023
EUR |
Zuschreibungen Geschäftsjahr
EUR |
|
| Anlagevermögen | |||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 0,00 | 1.218.786,68 | 0,00 |
| Summe immaterielle Vermögensgegenstände | 0,00 | 1.218.786,68 | 0,00 |
| II. Sachanlagen | |||
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 0,00 | 1.282.025,09 | 0,00 |
| Summe Sachanlagen | 0,00 | 1.282.025,09 | 0,00 |
| III. Finanzanlagen | |||
| sonstige Ausleihungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe Finanzanlagen | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe Anlagevermögen | 0,00 | 2.500.811,77 | 0,00 |
An die Spaceopal GmbH, München
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Spaceopal GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Spaceopal GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| • |
entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und |
| • |
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| • |
identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • |
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| • |
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • |
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • |
beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| • |
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| • |
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 8. Mai 2024
PricewaterhouseCoopers
GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Alexander Fiedler, Wirtschaftsprüfer
ppa. Thomas Godt, Wirtschaftsprüfer
Zur Gesellschafterversammlung der spaceopal GmbH (die Gesellschaft) in den Räumen der Spaceopal GmbH, Arnulfstr. 58, 80335 München am heutigen 13.06.2024 um 9:30 Uhr sind erschienen:
| 1. Die Geschäftsführer | ||
| Dott. Ing. Marco Folino (CEO), Dipl.-Ing. André Bauerhin (COO) | ||
| 2. Die Gesellschafter | vertreten durch | mit einem Geschäftsanteil von |
| DLR Gesellschaft für Raumfahrtanwendungen (GfR) mbH (im Folgenden DLR GfR) | Frau Anke Pagels-Kerp | € 250.000 |
| (Vollmacht liegt vor) | ||
| und | ||
| Herrn Walter Päffgen | ||
| (Geschäftsführer DLR GfR mbH), | ||
| Telespazio S.p.A. (im Folgenden Telespazio) | Herrn Vittorio Colella, (Vollmacht liegt vor) | € 250.000 |
| und Frau Francesca Donato (Vollmacht liegt vor) | ||
| 3. Der Protokollführer der Gesellschafterversammlung, Herr Ludwig Stuber (DLR GfR) | ||
| 4. Weitere Teilnehmer als begleitende Fachleute i.S.v. § 7.4 der Satzung der Gesellschaft mit Genehmigung des Versammlungsleiters: Frau Valeska Rauchfuß (DLR e.V.). |
In Übereinstimmung mit § 7.5 der Satzung der Gesellschaft wird Herr Walter Päffgen auf gemeinsamen Antrag und Beschluss von Telespazio und DLR GfR zum Versammlungsleiter dieser Gesellschafterversammlungen gewählt (siehe TOP-I).
In Übereinstimmung mit § 7.5 des Gesellschaftsvertrags hat der Versammlungsleiter die Protokollführung Herrn Ludwig Stuber übertragen.
TOP I - Formalitäten
Der Versammlungsleiter stellt fest:
| 1. |
"Die Einberufung der heutigen Gesellschafterversammlung ist durch gleichlautende Einladung aller Gesellschafter mit beigefügter Tagesordnung per Einschreiben vom 14.05.2024 an beide Gesellschafter und abschließender Empfangsbestätigung erfolgt." Der "Finanz und Wirtschaftsplan" für das Geschäftsjahr 2024 mit dem Titel "Budget 2024 and the plan 2025-2028" sowie die Beschlussvorschläge wurde allen Gesellschaftern von Herrn Marco Folino am 30.05.2024 per E-Mail zugesandt. Im Vorfeld der Versammlung beschlossen die Gesellschafter auf schriftlichem Wege einstimmig die Durchführung der Versammlung per Videokonferenz. Die Einladung enthält folgende Tagesordnungspunkte: |
TOP I Formalitäten
| ― |
Berufung des Versammlungsleiters/Protokollführers |
| ― |
Anwesenheit |
| ― |
Beschlussfähigkeit |
| ― |
Ordnungsgemäße Zustellung der Einladungen |
| ― |
Prüfung der Tagesordnung |
| 2. |
Den Gesellschaftern wurden folgende Tagesordnungspunkte (TOPs) vorgeschlagen: |
|
[.....] |
|
|
TOP V Beschluss zur Verwendung der im Geschäftsjahr 2023 erzielten Gewinne. |
| 3. |
Die Gesellschafterversammlung wurde fristgerecht und satzungsgemäß einberufen. |
| 4. |
Das Gesellschaftskapital in Höhe von 500.000 Euro ist vollständig vertreten. |
| 5. |
Die Gesellschafterversammlung ist in Übereinstimmung mit § 7.6 der Satzung der Gesellschaft beschlussfähig. |
| 6. |
Die Gesellschafter verzichten auf alle regelmäßig für die Einberufung von Gesellschafterversammlungen geltenden gesetzlichen oder vertraglichen Frist- und Formvorschriften. |
| 7. |
Die Gesellschafterversammlung fasst mündlich die folgenden Beschlüsse: |
TOP V
Beschluss zur Verwendung der im Geschäftsjahr 2023 erzielten Gewinne:
Die Gesellschafterversammlung fasst den folgenden Beschluss:
|
"Vom Reingewinn des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von € 7.734.405,84 wird den Gesellschaftern der spaceopal GmbH ein Anteil von 60%, also € 4.640.643,50, zu gleichen Teilen in Höhe von jeweils € 2.320.321,75 ausgeschüttet. Der verbleibende Betrag in Höhe von € 3.093.762,34 fließt in die Rücklage der Gesellschaft." |
[ ..... ]
Der Beschluss wird einstimmig gefasst und vom Versammlungsleiter verlesen.
Ferner fasst die Gesellschafterversammlung folgenden Beschluss:
|
"Die spaceopal GmbH nimmt die vorgenannte Gewinnausschüttung an die Gesellschafter nicht später als am 28.06.2024 vor." |
[.....]
Nach der Verhandlung aller Tagesordnungspunkte erklärt der Versammlungsleiter die Gesellschafterversammlung um 10:02 Uhr für geschlossen.
Herr Walter Päffgen, Versammlungsleiter
Herr Ludwig Stuber, Protokollführer
[.....]
*****
Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 13.06.2024 festgestellt.
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