Stammdaten

Register
Amtsgericht Pinneberg HRB 2074 IZ
Vorher
Steinbeis Temming Holding GmbH
Eingetragen
5.7.2006
Branche
Herstellung von Maschinen für die Papiererzeugung und -verarbeitungHerstellung von Schreibwaren und Bürobedarf aus Papier, Karton und PappeHerstellung von Papier, Karton und Pappe
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens der Gesellschaft sind die Herstellung und Verarbeitung sowie der Ankauf und Verkauf von Papieren aller Art und ähnlichen Stoffen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Ole Hunstock
seit 5.5.2026
Prokura
Frank Dr. Wenig
seit 4.2.2026
Geschäftsführer
Prokura
Ann-Kathrin Stoldt
seit 16.10.2023
Prokura
Marc-André Gebauer
seit 16.10.2023
Geschäftsführer
Markus Dr. Rudersdorf
seit 22.9.2021
Prokura
Ulrich Middelberg
seit 29.5.2018
Prokura
Thomas Denk
seit 8.5.2017
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

3 Gesellschafter

GmbH-Struktur

1 von 3 angezeigt

Germany
3.230.821 €
99.55%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Steinbeis Papier GmbH

Glückstadt

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

der Steinbeis Papier GmbH

A. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell

Die Steinbeis Papier GmbH (STP) ist die papierproduzierende Gesellschaft im Steinbeis Konzern. Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit ist die Herstellung und Vertrieb von Magazin- und Büropapieren sowie, seit 2023 auch in einem separaten Marktbereich geführt, von Spezialpapieren sämtlich aus 100 % Altpapier im Schwerpunkt für die europäischen Märkte. Das Unternehmen bietet dem Verbraucher ökologische und ökonomische Vorteile und ist Marktführer im Bereich der Büropapiere aus 100 % Altpapier in Europa.

2. Steuerungssystem

Die Leitung und die Steuerung der Gesellschaft erfolgen durch die Geschäftsführung. Weitere Organe sind der Beirat und die Gesellschafterversammlung. Der Beirat berät und überwacht die Geschäftsführung bei der Leitung des Unternehmens.

Zur Steuerung der Leistung im Hinblick auf die Unternehmensziele wird im finanzbezogenen Bereich der Gewinn vor Steuern, Zinsaufwendungen und Abschreibungen (EBITDA) als eine betriebswirtschaftliche Kennzahl ausgewiesen, die eine Angabe zur Rentabilität des Unternehmens macht. Das EBITDA beschreibt die operative Leistungsfähigkeit vor Investitionsaufwand und stellt einen bedeutsamen steuerungsrelevanten finanziellen Leistungsindikator dar. Dabei ist neben dem absoluten EBITDA auch die EBITDA-Marge eine wichtige Kennzahl insbesondere auch im Branchenvergleich.

Weitere finanzielle Leistungsindikatoren für die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität sind die Eigenkapitalquote und der Verschuldungsgrad. Als nicht-finanzielle Leistungsindikatoren sind die Produktions- und Absatzmengen steuerungsrelevant.

Diese Kennzahlen werden im Rahmen des monatlichen Berichtswesens aggregiert aufbereitet und durch die Geschäftsführung sowie die Konzernmutter kontinuierlich überwacht. Die im Rahmen der Planungsprozesse ermittelten Kennzahlen werden durch regelmäßige Soll-Ist-Vergleiche überprüft.

Die Geschäftsführung trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem. Über definierte Führungs- und Berichtsorganisationen sowie regelmäßige Beiratssitzungen sind grundsätzlich alle relevanten Entscheidungsträger des Unternehmens eingebunden und informiert.

3. Forschung und Entwicklung

Neue Produkte und Kostensenkung

Schwerpunkt der Weiterentwicklung bildet die konzeptionelle Entwicklung und Vorbereitung von Produkten, die außerhalb des grafischen Bereiches liegen. Der Innovations- und Technologieausschuss im Unternehmen befasst sich fortgesetzt mit Produktalternativen.

Als mögliche Alternativen wurden auch im Berichtsjahr neue Produkte identifiziert und mit der Marktforschung begonnen. Bei der Produktauswahl wird besonders darauf geachtet, dass die Produkte zur ökologischen Positionierung des Unternehmens passen, im Marketing die Erzeugung von Nachfragemodellen ermöglichen, wie es im Vermarktungsbereich von Büropapier bereits erfolgreich praktiziert wird, und die jeweiligen Marktrelationen mindestens mittelfristig eine ausreichende Mengenauslastung erwarten lassen.

Als sinnvolle, dem formulierten Anforderungsprofil entsprechende Ergänzung wurde nassfestes und nicht nassfestes Etikettenpapier entwickelt. Im Berichtsjahr haben wir die Intensität der Marktbearbeitung deutlich erhöht und erwarten für das laufende und die nachfolgenden Geschäftsjahre ein kontinuierlich ansteigendes Vermarktungsvolumen.

Bei Magazinpapieren wurde das Produkt SELECT weiterentwickelt, um den Anforderungen der Kunden an ein schweres Papier mit guten Bedruckeigenschaften zu entsprechen. Die Markteinführung hat nach Corona-bedingten Anfangsproblemen nun Fahrt aufgenommen und wir erwarten für das laufende Geschäftsjahr ein Absatzvolumen von knapp 15.000 Tonnen.

Aufgrund der sich im Berichtsjahr kontinuierlich abschwächende Nachfrage in unseren beiden Hauptgeschäftsfeldern lag ein besonderer Arbeitsschwerpunkt auf der Senkung der Kosten durch Einsparungen bei Rezepturen. Dies konnte weiter erfolgreich umgesetzt werden. Dabei haben wir auch von der über den Jahresverlauf zunehmend rezessiven Entwicklung der deutschen Industrie profitiert, die bei vielen Vorprodukten zu sinkenden Preisen geführt hat einschließlich anhaltend sinkender Energiekosten.

Die Aufbereitungsmöglichkeiten von bislang nur eingeschränkt einsetzbaren Altpapierqualitäten wurde durch den Bau eines sogenannten Sondersortenstrangs im Berichtsjahr abgeschlossen und mit Ausnahme noch kleinerer Nachbesserungen abgenommen. Ende Mai 2022 hatte uns das Bundesumweltministeriums die Zuschussbewilligung für das Projekt Sondersortenstrang aus Mitteln des Umweltinnovationsprogramms mitgeteilt.

4. Umweltschutz und Transparenz

Umweltschutz wird bei STP nicht als zusätzliche Verpflichtung, sondern als wesentlicher Kernbestandteil der Unternehmensphilosophie verstanden. Ökologie und Nachhaltigkeit sind die Säulen, auf denen das Unternehmen und damit die Produkte stehen. Diese wesentliche Differenzierung zum Wettbewerb ist entscheidend für die STP. Schonende Produktionsmethoden und die Verpflichtung zur nachhaltigen Verbesserung sind für STP ein Selbstverständnis und Antrieb zum Ausbau der eigenen Marktposition.

Dementsprechend wird konsequent an Maßnahmen zur Energie- und Wassereinsparung sowie zur Optimierung der Faserstoffausbeute gearbeitet. Auch die Verringerung der Einsatzmenge von notwendigen Hilfsstoffen muss in diesem Zusammenhang genannt werden. Daher wurde in zunächst einer der beiden Altpapieraufbereitungsanlagen ein intelligentes, vollautomatisches Regelungssystem installiert, das Faserstoffverluste und Chemikalieneinsätze minimiert.

Die durchgeführten Maßnahmen werden in jährlichen, vom TÜV Nord durchgeführten Ökoaudits sowie in den öffentlich zugänglichen Umweltberichten dokumentiert. Die Zertifizierung nach ISO 50001 ist ein weiterer Beleg für diese fortschrittliche Vorgehensweise.

Zusätzlich berichten wir seit 2011 nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex über die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte.

Für den Vorbildcharakter in Sachen wirksamer, nachhaltiger Beiträge zur Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung wurde Steinbeis in 2023 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gemäß dem Internationalen Währungsfonds betrug das globale Wachstum in 2023 3,1 %. Für das laufende Jahr erwartet der IWF ein globales Wachstum von ebenfalls 3,1 %. Dabei wird zu Grunde gelegt, dass sich viele Volkswirtschaften resilienter gegenüber den weltwirtschaftlichen Problemen gezeigt haben, als zunächst erwartet. Auch die Inflation sank schneller als angenommen. Der IWF erklärte, dass in der Eurozone in 2024 ein Wachstum von 0,9 % zu erwarten sei. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft der Eurozone lediglich um 0,5 % gewachsen.

Nach ersten Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr um 0,3% gegenüber 2022 gefallen. Demnach kam die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in einem krisengeprägten Umfeld weiter ins Stocken. Hohe Preise auf allen Wirtschaftsstufen, ungünstige Finanzierungsbedingungen durch gestiegene Zinsen sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland dämpften die konjunkturelle Entwicklung. Auch für 2024 wird mit keiner Erholung gerechnet. So verminderte jüngst die Bundesregierung bei Vorlage des Jahreswirtschaftsberichts ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2024 auf 0,2 %; die EU-Kommission sieht Deutschland mit 0,3 Prozent Wachstumsprognose sogar auf einem der letzten Plätze in der Eurozone.

In unseren internen Prognosen sind wir noch etwas vorsichtiger und erwarten für das laufende Geschäftsjahr für Deutschland eine Seitwärtsentwicklung, da wir keine Unterstützung durch den privaten Konsum erwarten und die Sprunghaftigkeit bei politischen Entscheidungen wenig investitionsfreundlich ist.

Die Papierindustrie e.V. vermeldet für das Gesamtjahr 2023 einen massiven und so selbst im ersten Corona-Jahr nicht dagewesenen Produktionsrückgang von grafischen Papieren in Deutschland um mehr als 1,8 Mio. Tonnen bzw. 30,5% gegenüber 2022; nur die Produktionsmenge im Dezember 2023 lag 6,4 % über dem Vorjahresvergleichsmonat. Der Gesamtabsatz an grafischen Papieren der deutschen Papierfabriken sank um gut 29%. Dieser Einbruch hat natürlich auch die Erlösseite deutlich tangiert und so sind die Erlöse pro Tonne von Januar bis Dezember nahezu kontinuierlich gesunken. Nur ein überproportionaler Rückgang bei den variablen Kosten hat verhindert, dass die gesamte grafische Papierindustrie in existenzielle Notlage geraten ist.

Dass sich dieser Trend fundamental drehen kann, halten wir für extrem unwahrscheinlich und sehen uns in unseren Produktentwicklungsbemühungen bestätigt.

2. Geschäftsverlauf

Produktion und Absatz

t PRODUKTION ABSATZ
2023 2022 Delta 2023 2022 Delta
Magazin 125.264 128.561 -3.297 123.799 126.981 -3.182
Büro 151.298 173.982 -22.684 146.836 172.516 -25.680
Spezial 3.010 1.737 1.273 3.190 738 2.452
Gesamt 279.572 304.280 -24.708 273.825 300.235 -26.410

Tabelle: Absatz und Produktion nach Geschäftsfeldern

Im Berichtsjahr konnten wir in den beiden wichtigsten Marktbereichen weder die Produktions- noch die Absatzmengen des sehr guten Vorjahres erreichen und blieben auch unter den uns gesetzten Budgetmengen: Die versandfähige Produktionsmenge lag gut 24.000 Tonnen unter der Vorjahresmenge und rund 26.500 Tonnen unter der geplanten Menge. Die Abweichung war zu ca. 60% marktbedingt und zu 40% produktionsbedingt.

Eine hohe Anlagenverfügbarkeit ist die wichtigste Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Geschäftsverlauf. Deswegen arbeiten wir intensiv daran, die produktionsbedingten Stillstände deutlich zu reduzieren. Eine vorausschauende Instandhaltungsplanung ist dabei grundsätzlich unverzichtbar. Nach dem aus Produktions- und Instandhaltungssicht nicht optimal verlaufenen Berichtsjahr wurden technische, technologische und organisatorische Maßnahmen eingeleitet. Um hier auch Kostensenkungspotenziale heben zu können, haben wir dazu Ende 2023 ein gesondertes Projekt aufgelegt und dafür auch externe Unterstützung beigezogen.

Für 2024 planen wir eine Produktions- und Absatzmenge von jeweils 300.000 Tonnen und erwarten für die Ausrüstung eine Steigerung der Leistungsfähigkeit.

Magazinpapiere

Die schon vor Jahren eingeleitete, gezielte Rückführung der Absatzmengen im Bereich der Magazinpapiere mit dem Ziel, Erlösoptimierungen zu erreichen, haben wir im Berichtsjahr 2023 fortgesetzt. Die im Vorjahr erlebte Mengen- und Erlöskonjunktur bei Magazinpapieren ist retrospektiv vermutlich im Schwerpunkt dem streikbedingten Ausfall der finnischen Werke des Marktführers bei grafischen Papieren über mehr als vier Monate zuzuschreiben.

Die im Berichtsjahr vorgenommenen dauerhaften Schließungen von Papierfabriken für grafische Papiere konnte den durch den Angebotsüberhang induzierten Erlösrückgang ausgehend von dem erreichten Rekordniveau im Vorjahr nicht aufhalten. Im Berichtsjahr sind Magazinpapiermaschinen mit einer Jahreskapazität von 480.000 Tonnen durch unsere Marktbegleiter aus dem Markt genommen worden. Auch für das laufende Geschäftsjahr sind Stand heute schon Maschinenschließungen (bzw. -konvertierungen) angekündigt. Ob dies zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage führen wird, ist aber unwahrscheinlich. Insofern ist es dann auch nicht verwunderlich, dass zu Beginn des laufenden Jahres die Preise weiterhin unter Druck stehen.

Insgesamt haben wir die Produktionsmenge 2023 gegenüber Budget um 3,4% verfehlt, aber die geplante Absatzmenge um 0,9% übertroffen. Dies erfolgte gegen den Markttrend, wobei wir den Absatzerfolg im ersten Halbjahr realisiert haben und insbesondere im vierten Quartal des Berichtsjahres froh waren, unsere Objekte, wenn auch häufig mit geringerer Auflage bzw. Seitenzahl halten zu können.

Durch eine gezielte Marktbearbeitung können wir uns ein Stück weit gegen den Markt stellen. Das sichert eine über dem Marktdurchschnitt liegende Beschäftigungsquote aber keine höheren Erlöse. Insofern halten wir an unserer langfristigen Strategie fest, uns resilienter gegen die rückläufige Nachfrage nach Magazinpapier zu machen.

Die freiwerdenden Produktionsmengen nutzen wir, um die Büropapiermengen zu steigern, die Absatzmenge an Etikettenpapieren im laufenden Geschäftsjahr deutlich auszuweiten und die anderen in der Entwicklungspipeline befindlichen Produkte auf die Markteinführung vorzubereiten.

Büropapiere

Die Produktionsmenge sank in 2023 gegenüber Vorjahr um rund 13% und auch die Absatzmenge sank deutlich um knapp 15%. Die Ursachen hierfür sind nicht monokausal und auch nicht einzelnen Ländern zuzuordnen. Großhändler aus verschiedenen Absatzregionen haben uns bereits Ende 2022 und auch im ersten Halbjahr 2023 berichtet, dass man auf hohen Lagerbeständen sitzen würde, die im Jahr 2022 gebildet wurden, um die steigende Nachfrage bei einem knappen Angebot bedienen zu können. Dabei wurden große Lagerpositionen in der Annahme aufgebaut, dass post Corona die Nachfrage nach Büropapieren deutlich und längerfristig anziehen wird. Um die Lagerbestände der Nachfrage anzupassen, hatten unser Kunden bereits zum Ende des Jahres 2022 und fortgesetzt im ersten Halbjahr 2023 Nachbestellungen deutlich reduziert. Große Einzelausschreibungen haben wir im Berichtsjahr nicht verloren.

Was den Markt für Büropapiere grundsätzlich prägt, sind generell längere Preisbindungsperioden als im Magazinpapierbereich. In der Regel werden Preisvereinbarungen auf Objektebene für sechs bis zwölf Monate festgeschrieben.

Der Trend nach mehr Nachhaltigkeit hält weiterhin an und große Organisationen konnten weiterhin von Frischfaserpapier auf Recyclingpapier umgestellt werden und in unserer Marktbearbeitung als Referenzobjekte genutzt werden.

Spezialpapier

Der noch junge Marktbereich Spezialpapier ist unverändert im Aufbau. Auch die in diesem Berichtsjahr gezeigten Mengen entfallen ausschließlich auf Etikettenpapier auf 100% Altpapierbasis. Die Markteinführung von der Bemusterung bis zur kontinuierlichen Belieferung von z.B. großen Getränkeproduzenten dauert bei diesen Papieren deutlich länger als bei Magazin- oder Büropapieren. Dies liegt u.a. an den besonderen Klebeeigenschaften der Papiere und dem Ablöseverhalten bei der Flaschenreinigung.

Wir erleben durch unser klares ökologisches Profil ein großes Interesse gerade von großen internationalen Marken.

In der mittelfristigen strategischen Ausrichtung wird die Vermarktung auch anderer aktuell noch in der Produktentwicklung befindlicher Papiere geplant und im Segment Spezialpapier erfasst werden.

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

a) Ertragslage

Mio. EUR 2023 2022 Delta
EBITDA 56,0 36,6 19,4
EBIT 47,1 26,9 20,2
Handelsrechtliches Ergebnis vor Steuern 46,2 25,7 20,5
Tabelle: Ergebnisentwicklung

Das EBITDA der STP, welches neben dem Finanzaufwand, den Ertragsteuern und den Abschreibungen auch Erträge aus der Auflösung von Sonderposten aus dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss ausschließt, jedoch die Zinserträge inkludiert, erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 20,2 Mio. EUR auf 56,0 Mio. EUR. Das EBITDA erhöhte sich damit deutlich stärker als im Vorjahreslagebericht prognostiziert.

Im Einzelnen lassen sich folgende Ergebnisquellen herausarbeiten:

Die Umsatzerlöse sind im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,8% auf 279 Mio. EUR gesunken. Da die spezifischen Erlöse pro Tonne im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr noch angestiegen sind, ist der Umsatzrückgang ausschließlich auf die deutlich gesunkene und auch unter Budget liegende Absatzmenge zurückzuführen.

Dabei sind insbesondere die Umsätze im Bereich Magazin um 10 % gesunken; die Umsatzerlöse im Bereich Büro konnten wir im Berichtsjahr gegen den Markttrend leicht steigern (+ 2%). Im dem neu gebildeten Bereich der Spezialpapiere wurden im Berichtsjahr Umsatzerlöse aus der Markteinführung von knapp 3 Mio. EUR realisiert.

Ursächlich dafür sind die im Vorjahr erreichten hohen Erlöse bei Büropapieren, die auch im Verlauf des Berichtsjahres weitestgehend konstant gehalten werden konnten und damit deutlich über unseren Erwartungen lagen und Magazinpapierpreise, die zwar im Jahresverlauf rückläufig waren, sich aber im Rahmen unserer Erlösplanung bewegten.

Der Großteil der Umsatzerlöse wird in Deutschland realisiert (57,8%). Die Exportquote beträgt 42,2 % (Vorjahr 43,7 %), wobei die Lieferungen innerhalb der Euro-Zone (inkl. Deutschland) insgesamt 88,0 % ausmachen; größter Markt außerhalb ist mit 8,7 % Großbritannien.

Die Bestände der unfertigen und fertigen Erzeugnisse gingen gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,3 Mio. EUR zurück, was ausschließlich auf geringere Herstellungskosten, die allerdings zu einem kleineren Teil von absolut höheren Bestandsmengen kompensiert wurden.

Die Gesamtleistung des Unternehmens beträgt damit 280,8 Mio. EUR (Vorjahr 287,5 Mio. EUR).

Durch ein konsequent vorangetriebenes Projektmanagement konnten interne Ressourcen bei der Entwicklung von Investitionsvorhaben nachhaltig genutzt werden. Daraus ergaben sich im Berichtsjahr wie auch im Vorjahr 0,4 Mio. EUR aktivierungspflichtige Eigenleistungen.

Neben den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im EBITDA auch Zinserträge aus Geldanlagen in Höhe von 0,5 Mio. EUR berücksichtigt.

Der Materialaufwand reduzierte sich überwiegend preis- aber auch produktionsbedingt um 21,8 Mio. EUR auf 161,9 Mio. EUR. Da wir im Berichtsjahr in der Lage waren, bei den Erlösen den Preisrückgang prozentual niedriger und auch zeitlich deutlich verzögert in unseren Umsätzen zu realisieren als die variablen Kosten gesunken sind, sank auch die Materialeinsatzquote bezogen auf die Gesamtleistung des Unternehmens um 6,3 %-Punkte auf 57,7 % (2022 64,0 %). Insbesondere die Preise für Strom, Gas, Altpapier und Chemikalien lagen deutlich unter unserer Planung, sind auch im Jahresverlauf unterschiedlich stark, aber sämtlich gesunken und lagen zum Jahresende unter dem Jahreseingangsniveau.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen sind in 2023 um 9,9 Mio. EUR auf 42,3 Mio. EUR angestiegen. Ursächlich hierfür sind die deutlich gestiegenen Energiekosten sowie Aufwendungen zur Bildung von Drohverlustrückstellungen aus fest kontrahierten Stromeinkäufen, welche aus den zuvor genannten Preisentwicklungen resultieren.

Das handelsrechtliche Rohergebnis erhöht sich insgesamt um 15,7 Mio. EUR auf 120,0 Mio. EUR.

Der Personalaufwand reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund der in 2022 erfolgten Sonderzahlung um 3,6 % und beträgt in 2023 27,8 Mio. EUR.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen beliefen sich auf 9,0 Mio. EUR (Vorjahr 9,7 Mio. EUR). Im Vorjahr wurden die planmäßigen Abschreibungen erhöht durch eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 1,3 Mio. EUR auf veraltete Maschinenteile.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich um 2,6 Mio. EUR auf 36,4 Mio. EUR. Der Rückgang resultiert insbesondere aus in 2023 um 2,9 Mio. EUR auf 18,6 Mio. EUR gesunkenen Vertriebsaufwendungen, insbesondere Aufwendungen für Frachten.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit beträgt 47,1 Mio. EUR (Vorjahr 26,8 Mio. EUR).

Die Finanzaufwendungen minderten sich um insgesamt 0,3 Mio. EUR auf -0,9 Mio. EUR. Darin enthalten sind neben den Aufwendungen für Darlehen von Kreditinstituten auch Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr 0,5 Mio. EUR).

Aufgrund des starken Anstiegs des Ergebnisses vor Steuern auf 46,2 Mio. EUR (Vorjahr 25,7 Mio. EUR) erhöhte sich der Steueraufwand auf 14,5 Mio. EUR (Vorjahr 8,8 Mio. EUR).

Insgesamt ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 31,7 Mio. EUR nach dem Jahresüberschuss des Vorjahres in Höhe von 16,9 Mio. EUR.

b) Finanzlage

Mio. EUR 2023 2022 Delta
Investitionen 12,5 12,6 -0,1
(ohne Finanzanlagen)
Abschreibungen 9,0 9,7 -0,7
(ohne Finanzanlagen)
Cash Earnings 40,6 26,6 14,0
Tabelle: Investitionen und Abschreibungen

Der Bau des Sondersortenstrang wurde im Jahr 2023 weitestgehend fertiggestellt. Auf dieses Projekt entfielen ca. 50% der Investitionsausgaben im Berichtsjahr. Alle weiteren Investitionen waren mit Ausgaben von jeweils unter einer Million Euro verbunden und verteilten sich ohne Schwerpunkt auf Projekte zur Qualitätssteigerung, Laufoptimierungen, Arbeitssicherheit und Standortentwicklung. Die vorgenannten Maßnahmen enthalten aktivierte Eigenleistungen in Höhe von TEUR 357 (Vorjahr TEUR 396).

Die Investitionen überstiegen damit im Berichtsjahr die ausschließlich planmäßigen Abschreibungen, welche in einer Höhe von 9,0 Mio. EUR angefallen sind.

Die Cash Earnings betragen 40,6 Mio. EUR und übersteigen damit den Vorjahreswert aufgrund des deutlich verbesserten Ergebnisses um 14 Mio. EUR. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 62,7 Mio. EUR.

Für Investitionen in das Sachanlagevermögen wurden keine weiteren Darlehen aufgenommen. Aus der in 2022 zugesagten Förderung für den Sondersortenstrang wurden im Berichtsjahr insgesamt knapp 2 Mio. EUR an uns ausgezahlt. Die Ausschüttungen an Unternehmenseigner beliefen sich auf 3,0 Mio. EUR. Für Darlehenstilgungen wurden 9,4 Mio. EUR an Banken ausgezahlt, so dass sich insgesamt ein negativer Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 12,4 Mio. EUR ergibt.

Insgesamt ist der Finanzmittelbestand um 39,8 Mio. EUR gestiegen. Die liquiden Mittel betrugen zum Abschlussstichtag 53,7 Mio. EUR, wovon 1,4 Mio. EUR zweckgebunden für Investitionen ins Anlagevermögen eingesetzt werden müssen. Die Fähigkeit der Gesellschaft, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, war im Berichtsjahr jederzeit erfüllt. Die Gesellschaft verfügt außerdem über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 14,25 Mio. EUR.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten überstiegen zum Jahresende 2023 die Verbindlichkeiten um insgesamt 30,6 Mio. EUR; zum Jahresende 2022 betrugen die Nettofinanzschulden noch 18,6 Mio. EUR.

Kontrolliertes Finanzmanagement

Das Finanzmanagement bei der STP hat zum Ziel, den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft optimal zu unterstützen und bewegt sich hierbei im Spannungsfeld von Sicherheit, Liquidität und Rendite. Die Finanzierung des Kapitalbedarfs war im Berichtsjahr zu jeder Zeit gesichert. Des Weiteren stehen der Gesellschaft ausreichende, zum Bilanzstichtag nicht ausgenutzte Kreditlinien zur Verfügung.

Auf der Basis einer mittelfristigen Unternehmens- und Kapitalbedarfsplanung werden bestehende und geplante Finanzierungen nach Art, Fälligkeits-, Zins- und Währungsstruktur gemanagt. Das Management beobachtet und prognostiziert - unterstützt durch Bankexperten - den volkswirtschaftlichen Datenkranz und Kapitalmarktgrößen wie Zinsen und Währungen. Eingetretene und prognostizierte Zinsänderungen, welche die Kreditkonditionen wesentlich beeinflussen können, werden ins Finanzierungs- und Zinsabsicherungskalkül existierender Grundgeschäfte einbezogen. Die fristenkongruente Investitionsfinanzierung auf Euro-Basis dominiert hierbei die Fremdkapitalaufnahmen. Zur Absicherung von möglichen Zinsänderungsrisiken werden bei Bedarf Zinsswaps abgeschlossen. Währungsrisiken aus Exportgeschäften werden durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Da wir mit Ausnahme von britischen Pfund nahezu ausschließlich in Euro fakturieren, betrifft das nur die erwarteten Pfunderlöse, die abzüglich eines Sicherheitsabschlages sämtlich auf Termin verkauft werden. Hinsichtlich der bilanziellen Behandlung der Derivate im Jahresabschluss wird auf die Ausführungen im Anhang verwiesen.

Aufgrund der dominierenden Festsatz-Bankfinanzierung und ausschließlich temporärer Geldanlagen und -aufnahmen war die STP im Berichtsjahr keinen Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Sobald geplante Investitionsfinanzierungen den notwendigen Konkretisierungsgrad erreicht haben, werden Zinssicherungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten vom Management analysiert. Die Fähigkeit der Gesellschaft, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, war im Berichtsjahr jederzeit erfüllt.

Spekulative, d.h. nicht mit einem Grundgeschäft verbundene Positionen werden weder auf der Zins- noch auf der Währungsseite eingegangen.

c) Vermögenslage

TEUR 2023 2022 Delta
Anlagevermögen 63.464 60.079 3.385
Umlaufvermögen 106.321 72.973 33.349
Rechnungsabgrenzung 252 215 37
170.038 133.267 36.771
Tabelle: Strukturbilanz STP
2023 2022 Delta
Eigenkapital 75.606 46.869 28.737
Sonderposten 1.844 0 1.844
Rückstellungen 52.841 35.050 17.791
Verbindlichkeiten 39.747 51.348 -11.600
170.038 133.267 36.771

Die Bilanzsumme der STP erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 36,8 Mio. EUR auf 170,0 Mio. EUR.

Da die Investitionen in das Anlagevermögen die Abschreibungen überstiegen, erhöhte sich das Anlagevermögen um 3,4 Mio. EUR auf 63,5 Mio. EUR. Der Anstieg des Umlaufvermögens (33,3 Mio. EUR) resultiert insbesondere aus dem ergebnisbedingten Anstieg der liquiden Mittel, der den Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deutlich überkompensierte.

Die Passivseite weist gegenüber dem Vorjahr eine um 28,7 Mio. EUR erhöhte Eigenkapitalposition auf. Der Anstieg resultiert aus dem Saldo von Jahresergebnis in Höhe von 31,7 Mio. EUR sowie erfolgten Ausschüttungen in Höhe von 3,0 Mio. EUR. Aufgrund des vornehmlich ergebnisbedingten Anstiegs der Bilanzsummen hat sich die Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr auf 44,5 % (Vorjahr 35,2 %) erhöht.

Die Rückstellungen erhöhten sich im Berichtsjahr um 17,8 Mio. EUR. Der Anstieg resultiert insbesondere aus höheren Steuerrückstellungen für die Ergebnisse der Vorjahre sowie Zuführungen zu den sonstigen Rückstellungen.

Die Verbindlichkeiten reduzierten sich zum Bilanzstichtag um 11,6 Mio. EUR. Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus den planmäßigen Tilgungen in Höhe von 9,4 Mio. EUR auf die in den Vorjahren aufgenommenen Investitionskredite.

4. Mitarbeiterentwicklung

Die Zahl der Ausbildungsplätze ist bei STP ausgehend von einem hohen Niveau leicht gesunken. Das Unternehmen wird als attraktiver Arbeitgeber in der Region geschätzt und die Ausbildungsplätze sind entsprechend begehrt. Die Besetzung der offenen Positionen durch qualifizierte Schul- und Studienabgänger kann damit weitgehend sichergestellt werden.

2023 2022
Lohnempfänger 176,50 170,75
Gehaltsempfänger 140,75 135,50
317,25 306,25
Auszubildende 36,50 40,75
353,75 347,00
Tabelle Entwicklung der Mitarbeiterzahl (gem. § 267 HGB)

Durchschnittlich 37 Auszubildende waren im vergangenen Jahr beschäftigt, was einer Quote von gut 10 % der Belegschaft entspricht. Die Gesamtzahl der Beschäftigten (ohne Auszubildende) liegt mit 11 Mitarbeitern über Vorjahr, was mehrere Ursachen hat: Überlappungen bei Neubesetzungen, Besetzungen von im Vorjahr vakanten Stellen und zur Überbrückung von Elternzeit.

Die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat verlief auch im Berichtsjahr konstruktiv im Sinne des Unternehmens und der Belegschaft.

C. Prognosebericht

Wachstum für ökologisch hergestellte Papiere aus Altpapier

Nach der Corona-Krise und dem wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 hatte sich die deutsche Wirtschaft eine Regeneration in den Folgejahren erhofft. Diese Regeneration fiel durch den Krieg in der Ukraine, die steigenden Energiepreise und die hohe Inflation im Jahr 2022 jedoch gering aus. Im Berichtsjahr sind durch den Konflikt im Nahen Osten und einer sich eher verschlechternden Lage in der Ukraine die geopolitischen Risiken weiter angestiegen. Zudem sind die nationalen politischen Rahmenbedingungen von einer hohen Sprunghaftigkeit und einer geringen Verlässlichkeit geprägt. In Summe führt das zu Investitionszurückhaltung bei Unternehmen und drückt die Konsumfreude der privaten Haushalte. Insofern verwundert es nicht, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt 2023 um 0,3% zurückgegangen ist. Angesichts dieser anhaltenden unsicheren globalen Rahmenbedingungen, nur langsam einsetzender Maßnahmen zur Ankurbelung der deutschen Wirtschaft und einer inflationsbedingt abnehmenden Kaufkraft, ist der Ausblick für 2024 verhalten. Dies führt bei den privaten Haushalten und Unternehmen zu Ausgabenkürzungen und Investitionszurückhaltung. Die Bundesregierung erwartet deswegen auch nur ein minimales Wachstum des BIP im laufenden Jahr. Wir sind noch ein Stück pessimistischer und erwarten für die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr eine grundsätzlich stagnierende Entwicklung; bestenfalls eine leichten Belebung im zweiten Halbjahr.

Dies sind Rahmenbedingungen, die konjunkturell den Papierverbrauch grundsätzlich eher hemmen. Die schlechte konjunkturelle Lage drückt allerdings auch die Preise der meisten industriellen Vorprodukte einschließlich der Energiepreise.

Die Bemühungen von Unternehmen, Behörden und Regierungen, nachhaltige Produkte weiter zu priorisieren, sowie die Einführung neuer Produkte auf Basis von Recyclingpapier sind wesentliche Treiber für eine Absatzsteigerung unserer Papiere gegen den generellen Trend. Durch öffentlichkeitswirksame Aktionen für mehr Klimaschutz, einen klaren normativen Rahmen, der zukünftig auch große Mittelständler zwingt eine Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln und den Eintritt einer Generation ins Berufsleben, für die Nachhaltigkeit und Kreislaufdenken eine Selbstverständlichkeit ist, entwickelt sich eine Perzeption, die das Frischfaserprodukt zur weniger wünschenswerte Alternative zum Recyclingprodukt werden lässt.

Die Rahmenbedingungen für ökologisch hergestellte Produkte, die auch den ökonomischen Anforderungen der Kunden entsprechen, sehen wir deswegen als sehr positiv.

Durch unseren parallel zum klassischen Vertrieb bestehenden digitalen Vertriebsansatz und spezifische Marketingaktivitäten werden bisher nicht erreichte Kundengruppen angesprochen und die Absatzmenge der Büropapiere hierüber weiter gesteigert.

Aufgrund der oben genannten Erwartung zum gesamtwirtschaftlichen Verlauf des Jahres 2024 rechnen wir im Zuge unserer Planungen für das Jahr 2024 mit Absatz- und Produktionsmengen leicht unter den in 2022 erreichten Volumina. Zwischen den einzelnen Bereichen erwarten wir Verschiebungen durch einen Rückgang bei den Magazinpapieren und Zuwächse bei Büro- und Spezialpapieren. Eine Fortsetzung des Erlös- bzw. Margenniveaus aus dem Berichtsjahr auch in 2024 erwarten wir nicht, da die Preise zum Ende des Berichtsjahres sich für unsere beiden Hauptproduktgruppen deutlich reduziert haben und auch aktuell weiter unter Druck stehen.

Insgesamt erwarten wir in 2024 ein EBITDA, das deutlich unter dem von 2023 liegt und auch nicht ganz an das gute 2022er Niveau heranreicht. Die EBITDA-Marge erwarten wir mit knapp 13% ebenfalls im Rahmen des 2022er-Ergebnisses.

Inwieweit Marktbegleiter im Magazinpapiersektor aufgrund sinkender Erlöse bei geringerer Nachfrage und volatiler Materialkosten Kapazitätsanpassungen vornehmen und damit eine Marktstabilisierung erfolgt, ist heute nicht absehbar.

Das Unternehmen verfügt über ausreichend Liquidität, um selbst bei einer sich eintrübenden Geschäftsentwicklung seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachzukommen.

Aufgrund der für das laufende Geschäftsjahr geplanten Investitionen, die neben der erhaltenen Förderung aus dem Umweltinnovationsprogramm weitestgehend aus Innenfinanzierungsquellen finanziert werden, erwarten wir trotz der Ergebnisverschlechterung gegenüber dem Berichtsjahr zum Jahresende eine unverändert sehr stabile Eigenkapitalquote auch aufgrund des hohen Tilgungsvolumens.

Die getroffenen zukunftsbezogenen Aussagen basieren auf aktuellen Einschätzungen und unterliegen damit einer entsprechenden Unsicherheit. Abweichungen sind daher nicht auszuschließen.

In der Prognose sind weiterhin alle zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bekannten Ereignisse berücksichtigt. Wesentliche Risiken, die die Prognose gefährden könnten, sind unter Punkt D. genannt.

D. Chancen- und Risikobericht

1. Risikomanagementsystem

Unternehmerische Tätigkeit beinhaltet das Treffen von Entscheidungen unter Unsicherheiten. STP ist als international operierendes Unternehmen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Zum Schutz vor Risiken, die die Existenz gefährden könnten, erlaubt das gültige ganzheitliche Risikomanagement nur Risiken, die im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unumgänglich sind. Zur Steuerung und Überwachung wird ein systematisches IT-gestütztes Management- und Kontrollsystem eingesetzt.

Eine integrierte rollierende Unternehmensplanung, strukturierte Projektdurchführungen und ein abgestimmtes Berichtswesen sichern eine angemessene Überwachung während der Durchführung und Abwicklung von Unternehmensprozessen ab. Die Zweckmäßigkeit und Effizienz des Risikomanagements sowie der Kontrollsysteme werden in regelmäßigen Zeitabständen von der Geschäftsleitung überprüft. Das bestehende Risikomanagementsystem bei der STP wurde im Jahr 2015 gemeinsam mit der Konzernmutter überarbeitet und zu einem einheitlichen System innerhalb der Steinbeis-Gruppe weiterentwickelt. Die Berichterstattung erfolgt quartalsweise.

Nachfolgend sind wesentliche Risiken und Chancen beschrieben, die das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der STP maßgeblich beeinflussen.

2. Chancen und Risiken

Geschäftsentwicklung

Die Strategie der STP als Anbieter einer ökonomischen und ökologischen Alternative zu Frischfaser-Papieren hat sich nachhaltig als richtig erwiesen.

Große Unternehmen, öffentliche Unternehmen und Bundesbehörden stellen öffentlichkeitswirksam auf Recyclingpapiere mit dem Blauen Engel um, wie auch die Kampagnen der Initiative Pro Recyclingpapier: "Grüner Beschaffen", "Papieratlas" und "CEOs pro Recyclingpapier" eindrucksvoll belegen.

Stolz sind wir darauf, dass es uns im abgelaufenen Geschäftsjahr gelungen ist, weltweit agierende Brauereikonzerne für unser Etikettenpapier auf 100% Altpapierbasis zu begeistern und als Kunden zu gewinnen.

Unser Markenauftritt unterstützt das Bewusstsein für nachhaltiges Papier und unterstützt den Prozess, über Wechsel der Papiersortimente nachzudenken.

Klimaschutz ist kein Trend mehr, sondern eine gesellschaftliche Verpflichtung für öffentliche Institutionen und private Unternehmen. Mit unseren Papieren bieten wir eine einfache Möglichkeit, Klimaschutz und Ressourcenschonung zu verbinden.

Mit dieser Ausrichtung differenziert sich STP deutlich von relevanten Wettbewerbern und folgt konsequent dem vorhandenen Trend nach ökologischen und nachhaltig hergestellten Produkten. Des Weiteren werden der zunehmenden Digitalisierung Rechnung getragen und durch den Einsatz digitaler Instrumente weitere Zielgruppen erschlossen und Absatzpotentiale gesteigert.

Operative Chancen und Risiken

Im Zuge eines langfristig ausgerichteten Werksentwicklungsplans erfolgt die weitere Absicherung der Produktionskapazitäten verbunden mit der Festlegung der wesentlichen Investitionen in die Modernisierung der Maschinen, Anlagen und Steuerungstechnik. Laufende, zustandsorientierte und vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen sorgen für die Beherrschbarkeit des Risikos von Produktionsausfällen und stellen die Produktion auch für die Zukunft sicher. Die permanente Optimierung der Herstellkosten stellt weiterhin einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Die durchgeführten Maßnahmen und das vollintegrierte Standortkonzept stärken die Steinbeis Papier GmbH somit nachhaltig. Die eingeleiteten und umgesetzten Investitionsprojekte, wie der Sondersortenstrang zur Auflösung bisher nicht verarbeitbarer Altpapierqualitäten, werden unsere Wettbewerbssituation und Reaktionsgeschwindigkeit weiter verbessern.

Die Investitionen des letzten Jahres erfüllen die gesetzten Erwartungen.

Absatz und Markt

Der Markt für Büropapiere ist in 2023 gemessen an den Auslieferungen mit über 20% deutlich zurückgegangen. Hauptgrund hierfür waren hohe Lagerbestände, mit denen Groß- und Einzelhandel europaweit in das Berichtsjahr gestartet sind. Auch die STP konnte deswegen die budgetierten Absatzmengen in diesem Segment nicht erreichen und blieb mit über 33.000 Tonnen gut 18% unter Plan. Da wir keine Kundenrelationen verloren haben, sondern vielmehr neue Bedarfe auf Recyclingpapier haben umstellen können, gehen wir davon aus, dass dieser grundsätzlich strukturelle Nachfragerückgang nach Büropapieren für unsere Büropapiere auf 100% Altpapierbasis nicht gilt, sondern neue Absatzchancen bringen wird. Nach einem verhaltenen Start in das laufende Geschäftsjahr verspüren wir aktuell eine deutliche Nachfragebelebung und damit verbunden ansteigende Lieferzeiten.

Der europäische Markt für Magazinpapiere wurde in 2022 von einer deutlichen Angebotsverknappung in den ersten vier Monaten durch einen mehrmonatigen Streik in den finnischen Werken des Marktführers geprägt. Insofern gab es eine Angebotsverknappung, die von nicht marktbedingten Faktoren verursacht wurde. Diese Angebotsverknappung hatte den massiven Preisanstieg in 2022 induziert. Im Berichtsjahr setzte der langjährige Nachfragerückgang und der damit verbundene Preisdruck wieder ein. Gegenüber dem letzten Vor-Corona-Jahr haben sich die Auslieferungen sämtlicher westeuropäischer Magazinpapierproduzenten mehr als halbiert und auch die Nachfrage in Westeuropa ist ähnlich stark gesunken. Die Kapazitätsauslastung über alle westeuropäischen Produzenten lag bei nur noch 56,8%.

Der strukturelle Nachfragerückgang nach grafischen Papieren hält also unverändert an.

Bis 2035 erwartet der führende Marktberater in der Papierindustrie einen weiteren Rückgang des Marktvolumens für grafische Papiere. Deswegen halten wir die getroffene strategische Ausrichtung unverändert für richtig, uns mittelfristig weitere Produktalternativen zum Magazinpapier zu erarbeiten. Neben dem nunmehr am Markt eingeführten Etikettenpapier arbeiten wir an weiteren Produktentwicklungen, um nicht jeder Marktentwicklung bei Magazinpapieren alternativlos gegenüberzustehen.

Insgesamt sehen wir uns aufgrund der guten Kostenposition unserer Produktionsanlagen, einem ungebrochenen Trend zu mehr Kreislaufwirtschaft und einem breiten, von jeglichen einseitigen Abhängigkeiten freien Portfolio sowohl im Vertrieb als auch in der Beschaffung gut positioniert.

Da von den gesamtwirtschaftlichen Parametern allein die Inflation sich positiv entwickelt hat und auch für das laufende Jahr ein weiterer Rückgang erwartet wird, dagegen aber die volkswirtschaftlichen Prognosen für den EU-Raum von der EU-Kommission jüngst nochmals auf nur noch 0,9 % (statt 1,3%) revidiert wurden und auch die geopolitischen Unsicherheitsfaktoren unverändert groß sind, stehen aber alle Angaben und Prognosen unter großen Vorbehalten.

Beschaffungsmarkt

Die relevanten Chancen und Risiken liegen im Wesentlichen im Altpapier- und Energiemarkt.

Altpapier ist seit vielen Jahren ein international gehandeltes Gut. Seit dem ersten Lockdown im März 2020 ist der Altpapiermarkt nicht mehr zur Ruhe gekommen. Einschränkungen im Einzelhandel, Abstellmaßnahmen von grafischen Papiermaschinen und unterbrochene Logistikketten haben den Altpapierpreis weiter volatil gehalten; insgesamt ist der Preis aber nach den Preisspitzen in 2022 im Berichtsjahr kontinuierlich gesunken.

Neben der volatilen Preisentwicklung stellt uns die Qualität schon seit mehreren Jahren vor wachsende Herausforderungen. Wiederholt mussten auch im Berichtsjahr Eintragsverhältnisse angepasst und andere Altpapiersorten eingesetzt werden, um die entsprechenden Weißegrade unserer Papiere sicherzustellen. Allerdings haben die Rezession in Deutschland und niedrige Exportpreise das Preisgefüge im Berichtsjahr deutlich sinken lassen, so dass die Faserkosten deutlich unter unseren Planannahmen lagen.

Die Veränderung des Papiereinsatzes geprägt von dem steigenden Anteil an Verpackungspapieren bei einem gleichzeitigen Rückgang grafischer Papiere bestimmt die Zusammensetzung des gemischten Altpapiers und der Haushaltssammelware. Der kontinuierliche Rückgang der "weißen" Altpapierqualitäten und gleichzeitig bisher für den Recyclingkreislauf schwer erschließbarer Qualitäten aus z.B. Fotopapier oder PE-beschichteter Papiere war ausschlaggebend für das Projekt "Sondersortenstrang". Um die Ausbeuterelation in der Altpapiersortierung zu erhöhen, haben wir ein entsprechendes Projekt aufgelegt, das konzeptionell im laufenden Jahr abgeschlossen werden soll.

Die Situation auf dem Energiesektor hatte in 2009 dazu geführt, bei der Konzerngesellschaft STE ein Ersatzbrennstoff-Kraftwerk in Betrieb zu nehmen. Das vordringliche Ziel dabei war es, die Energiekosten zu stabilisieren und die Abhängigkeit von externen Energieerzeugern durch eine erhöhte Stromerzeugung zu verringern. Die STP partizipiert hiervon aufgrund der Energielieferungen durch die STE. Die langfristigen mit STE abgeschlossenen Verträge zur Lieferung von Strom und Dampf sowie der Entsorgung von Papierfaserschlamm bedeuten planbare Kosten auf wettbewerbsfähigem Niveau. Über den Wärmelieferungsvertrag partizipiert die STP an höheren bzw. niedrigeren Zuzahlungen für die Annahme von Ersatzbrennstoffen bei der STE durch einen geringeren bzw. höheren Dampfpreis und ist damit von den Preisen fossiler Brennstoffe abgekoppelt.

Die über die Stromerzeugungskapazität von STE hinaus erforderliche Strommenge wird generell mit einem Vorlauf eingekauft. Dabei wird die jeweilige Marktsituation analysiert und der Bedarf frühzeitig beschafft. Die Strompreise sind unverändert volatil, aber mit sinkender Tendenz nach den Höchstständen im Sommer 2022 und liegen aktuell auch unter denen des Berichtsjahres. Für die STP ist dieses Risiko aufgrund der Energieversorgung durch die STE deutlich reduziert. Die STP hat ca. 78% des Fremdstrombedarfes 2024 bereits im Jahr 2023 fest kontrahiert. Auch für die beiden folgenden Geschäftsjahre wurden im Berichtsjahr bereits Strombänder gekauft. Die gebildete Drohverlustrückstellung betrifft Energieeinkäufe für die Geschäftsjahre 2024 bis 2026.

Lieferschwierigkeiten und -ausfälle bei landwirtschaftlichen und industriellen Vorprodukten hat es im Berichtsjahr nicht gegeben. Der deutliche Rückgang der Industrieproduktion in Deutschland hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass neben dem sinkenden Preisniveau für industrielle Vorprodukte auch deren Verfügbarkeit keine Probleme bereiten.

Grundsätzlich monitoren wir Beschaffungsrisiken kontinuierlich, führen vorsorglich qualifizierte Zweit- und Drittlieferanten sowie alternative Hilfsstoffe parallel weiter ein. Die veränderten Beschaffungsquellen und die daraus resultierenden Preisentwicklungen berücksichtigen wir in unseren Prognoserechnungen.

Finanztechnische Chancen und Risiken

Die STP-Aktivitäten sind solide finanziert und für unvorhergesehene Entwicklungen stehen ausreichend Liquiditätsreserven zur Verfügung.

Fremdwährungsrisiken treten bei steigenden Exportaktivitäten nur in Ländern außerhalb der europäischen Währungsunion auf. Zur Währungssicherung werden Kurssicherungsgeschäfte in die Überlegungen mit einbezogen und im Sinne von Makrohedges umgesetzt. Hauptziel ist dabei die Sicherstellung des kalkulierten Geschäftes.

Durch wirtschaftliche Schwächen einzelner Kunden kann es zu einem verstärkten Delkredererisiko kommen. Gesteigerte Sorgfalt und Vorsicht sowie das automatische Kreditlimit-Überwachungssystem machen diese Risiken beherrschbar. Für den überwiegenden Teil der Forderungen besteht außerdem eine Warenkreditversicherung.

Insgesamt sind trotz der geopolitischen Risiken und der aktuell rezessiven wirtschaftlichen Rahmendaten keine Risiken erkennbar, die die Unternehmensfortführung gefährden. Es stehen dem Unternehmen ausreichend Ressourcen zur Verfügung, um die sich bietenden Chancen zu nutzen.

 

Glückstadt, den 4. April 2024

Steinbeis Papier GmbH

gez. Marc Gebauer

gez. Andreas Rauscher

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.178.104,00 1.546.219,00
2. Geleistete Anzahlungen 103.719,00 37.400,01
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 1.281.823,00 1.583.619,01
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 29.357.773,49 30.242.042,49
2. Technische Anlagen und Maschinen 28.933.147,00 20.653.659,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.741.456,75 2.608.031,75
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.071.482,36 4.827.419,63
Summe Sachanlagen 62.103.859,60 58.331.152,87
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 25.000,00
2. Beteiligungen 3.060,00 3.060,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 50.039,60 135.990,37
Summe Finanzanlagen 78.099,60 164.050,37
Summe Anlagevermögen 63.463.782,20 60.078.822,25
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 14.902.049,89 15.803.318,71
2. Unfertige Erzeugnisse 1.302.506,23 2.445.252,78
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 11.921.501,46 9.521.904,00
4. Emissionsrechte 1,00 1,00
Summe Vorräte 28.126.058,58 27.770.476,49
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18.966.638,16 27.394.123,29
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 16.440,08 2.635,86
3. Sonstige Vermögensgegenstände 5.463.296,14 3.830.539,70
Summe Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 24.446.374,38 31.227.298,85
III. Flüssige Mittel 53.748.971,14 13.974.985,50
Summe Umlaufvermögen 106.321.404,10 72.972.760,84
C. Rechnungsabgrenzungsposten 252.475,04 215.448,68
Bilanzsumme Aktiva 170.037.661,34 133.267.031,77

PASSIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 3.245.384,00 3.245.384,00
II. Kapitalrücklage 6.800.000,00 6.800.000,00
III. Gewinnrücklagen 33.823.923,29 29.957.829,43
IV. Bilanzgewinn 31.736.539,84 6.866.093,86
Summe Eigenkapital 75.605.847,13 46.869.307,29
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen 1.843.816,00 0,00
C. Sonderposten für unentgeltlich ausgegebene Emissionsrechte 1,00 1,00
D. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 19.205.601,00 19.445.156,00
2. Steuerrückstellungen 19.130.172,26 6.779.738,17
3. Sonstige Rückstellungen 14.505.090,23 8.825.314,30
Summe Rückstellungen 52.840.863,49 35.050.208,47
E. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 23.101.983,76 32.537.293,52
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.696.477,50 11.817.724,03
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 389.816,39 3.203.819,01
4. Sonstige Verbindlichkeiten 2.558.856,07 3.788.678,45
- davon aus Steuern: 611.291,16 (Vorjahr: 1.542.354,79)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 20.443,41 (Vorjahr: 18.661,70)
Summe Verbindlichkeiten 39.747.133,72 51.347.515,01
Bilanzsumme Passiva 170.037.661,34 133.267.031,77

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023

2023
EUR
2022
EUR
1. Umsatzerlöse 279.185.908,38 281.322.537,35
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1.256.850,91 5.815.007,70
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 356.670,89 395.653,62
4. Sonstige betriebliche Erträge 1.150.426,78 549.490,76
5. Materialaufwand
a. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 119.652.671,94 151.339.810,30
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen 42.275.041,00 32.371.206,48
Summe Materialaufwand 161.927.712,94 183.711.016,78
6. Personalaufwand
a. Löhne und Gehälter 22.719.615,58 23.112.605,53
b. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 5.107.023,12 5.767.488,68
- davon für Altersversorgung: 1.033.874,81 (Vorjahr: 1.653.801,55)
Summe Personalaufwand 27.826.638,70 28.880.094,21
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 9.014.537,86 9.731.539,80
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 36.362.955,44 38.922.727,81
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 494.724,43 44.935,91
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 918.874,95 1.174.211,47
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 14.467.307,89 8.813.104,28
12. Ergebnis nach Steuern 31.926.553,61 16.894.930,99
13. Sonstige Steuern 190.013,77 28.837,13
14. Jahresüberschuss 31.736.539,84 16.866.093,86
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 6.866.093,86 1.370.320,65
16. Einstellungen in Gewinnrücklagen -3.866.093,86 0,00
17. Ausschüttung an Gesellschafter am 20. Juli 2023 -3.000.000,00 0,00
18. Entnahmen aus den Gewinnrücklagen am 15. Juli 2022 0,00 1.629.679,35
19. Ausschüttung an Gesellschafter am 15. Juli 2022 0,00 -3.000.000,00
20. Ausschüttung an Gesellschafter am 22. Dezember 2022 0,00 -10.000.000,00
21. Bilanzgewinn 31.736.539,84 6.866.093,86

Anhang zum 31. Dezember 2023

Allgemeine Angaben

Die Steinbeis Papier GmbH mit Sitz in Glückstadt, ist unter der Registernummer HRB 2074 IZ beim Handelsregister des Amtsgerichts Pinneberg eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde gemäß § 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie des GmbH-Gesetzes und des Gesellschaftsvertrages aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das auch bisher angewandte Gesamtkostenverfahren beibehalten.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Grundsatz der Darstellungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsstetigkeit gemäß § 246 Abs. 3 i.V.m. § 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB wurde beachtet.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB.

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten - vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen - bewertet. Als Nutzungsdauer wird ein Zeitraum von drei Jahren, in drei Fällen von zehn Jahren, zugrunde gelegt. Software von SAP wird über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten - vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen - angesetzt. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beinhalten Eigenleistungen, die in der Gewinn- und Verlustrechnung separat als "aktivierte Eigenleistungen" ausgewiesen werden.

Gebäude werden überwiegend über Nutzungsdauern zwischen 10 und 33 Jahren - zum Teil auch degressiv gemäß § 7 Abs. 5 EStG 1993 -, der Altbestand wird längstens auf 40 Jahre abgeschrieben.

Die technischen Anlagen und Maschinen werden generell nach der linearen Methode abgeschrieben. Als Nutzungsdauer wird ein Zeitraum von 5 bis 20 Jahren zugrunde gelegt. Die anderen Anlagen sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung werden sowohl nach der linearen als auch nach der degressiven Methode abgeschrieben. Nachträgliche Anschaffungs- und Herstellungskosten werden über eine angemessen verkürzte Restnutzungsdauer abgeschrieben.

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird handelsrechtlich die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2 und Abs. 2a EStG angewendet. Abnutzbare, bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die selbständig nutzbar sind und deren Anschaffungskosten mehr als EUR 250,00, aber nicht mehr als EUR 1.000,00 betragen, werden im Jahr des Zugangs gem. § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten eingestellt und über fünf Jahre abgeschrieben. Für solche abnutzbaren, beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, deren Anschaffungskosten EUR 250,00, nicht übersteigen, werden die Aufwendungen im Jahr des Erwerbs voll aufwandswirksam erfasst.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt worden, sofern nicht Abschreibungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert anzusetzen waren. Die Wertpapiere, die als Deckungsvermögen für die Altersteilzeitrückstellung dienen, wurden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB in Höhe von TEUR 454 (Vorjahr: TEUR 349) mit den Rückstellungen für Altersteilzeit verrechnet. Der Zeitwert des Deckungsvermögens entspricht dem Buchwert.

Bei den Vorräten sind die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zu Anschaffungskosten, vermindert um Gängigkeitsabschläge, oder - unter Beachtung des Niederstwertprinzips - zu niedrigeren Marktpreisen am Abschlussstichtag bewertet worden. Die Gesellschaft hat im Jahr 2011 im Magazin von der permanenten Inventur auf eine rollierende Inventur umgestellt, so dass die im Magazin gelagerten Bestände an Ersatzteilen, Hilfs- und Betriebsstoffen, Verschleiß- und Verbrauchsteilen sowie Filze und Siebe nur noch dann jährlich aufgenommen werden, wenn der Einzelwert EUR 1.500,00 übersteigt. Bei anderen Artikeln erfolgt die körperliche Bestandsaufnahme nur alle zwei bzw. drei Jahre.

Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind im Bereich Büro sowie im Bereich Magazin zu Herstellungskosten bewertet worden. In den Herstellungskosten sind angemessene Teile der Verwaltungsgemeinkosten enthalten.

Die der Gesellschaft unentgeltlich zugeteilten Emissionsrechte sind aufgrund fehlender Anschaffungskosten mit einem Erinnerungswert von EUR 1,00 bilanziert. In entsprechender Höhe wurde ein Sonderposten gebildet. Der Zeitwert beträgt zum Abschlussstichtag TEUR 23.903.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nennwert angesetzt. Erkennbare Risiken sind durch Wertberichtigungen ausreichend berücksichtigt. Für das allgemeine Kreditrisiko besteht eine Pauschalwertberichtigung, bei deren Ermittlung auch den unterschiedlichen Gegebenheiten in den einzelnen Exportländern Rechnung getragen wurde.

Liquide Mittel sind mit ihrem Nennwert angesetzt.

Fällt eine Zahlung in das Geschäftsjahr und die entsprechende Leistung in das Folgejahr, so wird der Wert der noch zu erbringenden Leistungen am Bilanzstichtag in aktiven oder passiven Posten der Rechnungsabgrenzung festgehalten.

Aktive latente Steuerüberhänge auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen des Anlagevermögens und der Rückstellungen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz werden in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht bilanziert.

Die Eigenkapitalpositionen sind mit dem Nennbetrag angesetzt.

Bei der Bemessung der Rückstellungen sind alle erkennbaren Risiken angemessen berücksichtigt worden. Für unmittelbare Pensionsverpflichtungen werden Rückstellungen auf der Basis eines durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen zehn Geschäftsjahre in Höhe von 1,83 % nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend der HGB-Vorschriften in der Fassung des BilRUG gemäß Art. 75 Abs. 6 EGHGB-E gebildet. Aus der Ermittlung des Verpflichtungswertes mit einem durchschnittlichen Marktzins von 1,75 % der vergangenen sieben Geschäftsjahre entstand ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 196 nach § 253 Abs. 6 HGB. Für diesen besteht eine Ausschüttungssperre. Dabei sind auch die gegenüber ehemaligen Mitarbeitern und den Hinterbliebenen dieser Mitarbeiter bestehenden Verpflichtungen berücksichtigt worden. Es wurden die "Richttafeln 2018 G" von Dr. Klaus Heubeck verwendet und das Anwartschaftsbarwertverfahren angewendet. Der Rententrend wurde Jahre mit 2,25% p.a. angesetzt.

Für Altersteilzeit (ATZ) werden Rückstellungen auf der Basis eines Zinsfußes von 0,99 % (für abgeschlossene ATZ-Verträge) bzw. von 1,03 % (potenzielle ATZ Anwärter) entsprechend einer mittleren Restlaufzeit von einem Jahr (für abgeschlossene ATZ-Verträge) bzw. von zwei Jahren (potenzielle ATZ Anwärter) und einem Einkommenstrend von 2,5 % p.a. auf Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens entsprechend der HGB-Vorschriften in der Fassung des BilMoG gebildet. Für den Bilanzausweis wurde der Altersteilzeitrückstellungsbetrag mit dem zu Zeitwerten bewerteten vorhandenen Deckungsvermögen im Sinne von § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB in Höhe von TEUR 454 verrechnet.

Soweit sonstige Rückstellungen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, erfolgte gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB die Abzinsung auf der Grundlage eines Marktzinssatzes, der unter Beachtung des voraussichtlichen Erfüllungszeitpunktes bzw. der individuellen Restlaufzeit der jeweiligen Verpflichtung durch eine Durchschnittsbildung aus den jeweiligen laufzeitadäquaten Zinssätzen der vergangenen sieben Geschäftsjahre zu ermitteln ist.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt worden.

Währungsumrechnung

Aufwendungen und Erträge in fremder Währung werden mit dem Kurs am Tage des Zahlungsvorganges bewertet. Forderungen und Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag werden gemäß § 256 a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 115 (Vorjahr: TEUR 108) und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 37 (Vorjahr: TEUR 80) enthalten.

Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens sowie der Abschreibungen kann dem Anlagenspiegel (Anlage 4) entnommen werden. Dort sind auch die Abschreibungen des Geschäftsjahres vermerkt. Bauzeitzinsen wurden im Geschäftsjahr nicht aktiviert.

Als immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird im Wesentlichen EDV-Software ausgewiesen.

Die Zugänge im Anlagevermögen (ohne Finanzanlagen) betragen für Investitionen TEUR 12.491.

Der Abgang zu den Wertpapieren des Anlagevermögens resultiert aus der Stichtagsbewertung der mit den Wertpapieren saldierten Rückstellung für Altersteilzeit.

Anteilsbesitz

Name und Sitz des Unternehmens Beteiligungsquote Eigenkapital
in TEUR
Ergebnis 2022
in TEUR
Regeno Verwaltungsgesellschaft mbH 100 % 28 1

Umlaufvermögen

Bei den Vorräten handelt es sich im Wesentlichen um Rohstoffe, Instandsetzungsmaterial, unfertige und fertige Erzeugnisse.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Energiesteuererstattungsansprüche gegenüber dem Zollamt sowie Steuererstattungsansprüche gegenüber dem Finanzamt und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen aus Steuererstattungsansprüchen in Höhe von TEUR 1.671 (Vorjahr: TEUR 1.147), die rechtlich erst im Folgejahr entstehen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Alle ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die liquiden Mittel können in Höhe von TEUR 1.400 nur zweckgebunden für Investitionen in den Neubau des Sondersortenstranges eingesetzt werden.

Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt EUR 3.245.384,00 und setzt sich aus 2.906.088 stimmberechtigten Geschäftsanteilen A im Nennwert von jeweils EUR 1,00 und aus 339.296 nicht stimmberechtigten Geschäftsanteilen B im Nennwert von ebenfalls EUR 1,00 zusammen.

Die Geschäftsanteile B sind mit einem nachzahlbaren Vorzugsgewinnanteil von EUR 0,30 je Geschäftsanteil ausgestattet.

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr EUR 6.800.000,00.

Der Bilanzgewinn ergibt sich wie folgt:

EUR
Jahresüberschuss 2023 31.736.539,84
Bilanzgewinn 31.12.2022 6.866.093,86
Einstellung in die Gewinnrücklagen gem. -3.866.093,86
Gewinnausschüttung am 20.07.2023 -3.000.000,00
Bilanzgewinn 31.12.2023 31.736.539,84

Gemäß Gesellschafterbeschluss vom 13.07.2023 wurde eine Gewinnausschüttung in Höhe von EUR 3.000.000,00 an die Gesellschafter beschlossen.

Die Gewinnrücklagen entwickelten sich wie folgt:

EUR
Stand 31.12.2022 29.957.829,43
Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß Gesellschafterbeschluss vom 13.07.2023 3.866.093,86
Stand 31.12.2023 33.823.923,29

Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen

Für im Jahr 2023 erhaltene Zuschüsse zum Anlagevermögen in Höhe von insgesamt TEUR 1.976 wurde entsprechend IDW HFA 1/1984 ein Posten gemäß § 265 Abs. 5 S. 2 HGB gebildet, welcher entsprechend der Nutzungsdauer des bezuschussten Vermögensgegenstandes über einen Zeitraum von 10 Jahren ertragswirksam aufgelöst wird. Die im Jahr 2023 erfolgte, anteilige Auflösung betrug TEUR 132.

Sonderposten für unentgeltlich ausgegebene Emissionsrechte

Gemäß IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: "Bilanzierung von Schadstoffemissionsrechten nach HGB (IDW RS HFA 15)" erfolgt analog zum Umlaufvermögen die Bildung eines Sonderpostens für Schadstoffemissionsrechte in Höhe von EUR 1,00.

Pensionsrückstellungen

Den Pensionsrückstellungen wurden die handelsrechtlich zulässigen Höchstbeträge zugeführt. Die insgesamt bestehenden Pensionsverpflichtungen sind voll durch Pensionsrückstellungen gedeckt.

Sonstige Rückstellungen

In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, Rückstellungen für Altersteilzeit sowie Rückstellungen für unterlassene Instandhaltung enthalten. Die drohenden Verluste resultieren aus Termingeschäften für fest kontrahierte Strom- und Gasmengen für die Jahre 2024 bis 2026. Bei einer Bewertung mit dem Marktpreis ergibt sich zum Stichtag ein Verpflichtungsüberschuss, für den wie auch schon in den Vorjahren eine Rückstellung für schwebende Beschaffungsgeschäfte gebildet wurde.

Verbindlichkeiten

2023 Restlaufzeit 2022
Gesamtbetrag
EUR
bis zu 1 Jahr
EUR
1-5 Jahre
EUR
von mehr als 5 Jahren
EUR
bis zu 1 Jahr
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 23.101.983,76 7.342.456,26 15.759.527,50 0,00 9.435
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.696.477,50 13.696.477,50 0,00 0,00 11.818
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 389.816,39 389.816,39 0,00 0,00 3.204
4. Sonstige Verbindlichkeiten 2.558.856,07 2.558.856,07 0,00 0,00 3.788
39.747.133,72 23.987.606,22 15.759.527,50 0,00 28.246

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Tilgungsdarlehen) sind in Höhe von EUR 23.101.983,76 durch Eintragung von Grundschulden auf den Betriebsgrundstücken und durch Sicherungsübereignungen einzelner maschineller Anlagen auf dem Betriebsgelände in Glückstadt besichert. Zur Sicherung von kurzfristigen Kreditlinien in Höhe von Mio. EUR 14,25, die nicht in Anspruch genommen sind, besteht für Mio. EUR 14,25 ein Raumsicherungsübereignungsvertrag für die Vorräte und eine Globalabtretung der Kundenforderungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Lieferungen und Leistungen, davon TEUR 61 gegenüber Gesellschaftern.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 24) gegenüber diversen Gesellschaftern.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen, nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte, Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen aus dem kurzfristigen Bestellobligo für Investitionen in Höhe von TEUR 2.966.

Es besteht ein Vertrag mit der EBS Concept GmbH (nahestehendes Unternehmen) über die Entsorgung von Abluft im Klärwerk der Gesellschaft. Die EBS Concept GmbH hat im Gegenzug die hierfür notwendigen Investitionen finanziert.

Für die Beschaffung von Altpapier bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen zu marktüblichen Konditionen gegenüber der AP-Concept GmbH & Co. KG (nahestehendes Unternehmen).

Für die Beschaffung von Dampf bestehen langfristige Lieferverträge mit der Steinbeis Energie GmbH (verbundenes Unternehmen), die für die nächsten Jahre den Bedarf der Gesellschaft zu angemessenen Preisen decken.

Mit der Steinbeis Energie GmbH bestehen ebenfalls langfristige Stromlieferungsverträge, die rund 40 % des Bedarfes decken und zu Marktpreisen abgerechnet wurden. Die restliche benötigte Strommenge für das Jahr 2023 wurde durch einen Vertrag mit einem Energieversorgungsunternehmen eingekauft.

Die Steinbeis Energie GmbH hat sich gegenüber der Gesellschaft verpflichtet, sämtlichen Papierfaserschlamm zu angemessenen Marktpreisen zu entsorgen. Das Gesamtvolumen belief sich im Jahr 2023 auf rund 133.000 to. Papierfaserschlamm.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse umfassen die Erlöse aus dem Verkauf von Eigenerzeugnissen, aus Geschäftsbesorgung und aus sonstigen Geschäften.

2023
Ausland
EUR
Inland
EUR
Gesamt
EUR
Eigenerzeugnisse 117.581.431,24 158.446.244,28 276.027.675,52
Handelsware 0,00 0,00 0,00
Geschäftsbesorgung 0,00 1.442.613,42 1.442.613,42
Sonstige 0,00 1.715.619,44 1.715.619,44
117.581.431,24 161.604.477,14 279.185.908,38

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 577. Diese resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen.

Finanzergebnis

Die Zinsaufwendungen enthalten Aufwendungen im Zusammenhang mit der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 243 (Vorjahr: TEUR 540), von denen TEUR 241 auf die Abzinsung von Pensionsrückstellung und TEUR 2 auf die Abzinsung der Altersteilzeitrückstellung entfallen.

Steuern

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gliedern sich wie folgt auf:

TEUR
Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag
des laufenden Jahres 7.823
Körperschaftsteuer Vorjahre 39
Gewerbesteuer des laufendes Jahres 6.573
Gewerbesteuer Vorjahre 32
14.467

Sonstige Angaben

Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten setzte sich wie folgt zusammen:

2023 2022
Lohnempfänger 176,50 170,75
Gehaltsempfänger 140,75 135,50
317,25 306,25
Auszubildende 36,50 40,75
353,75 347,00
Tabelle Entwicklung der Mitarbeiterzahl (gem. § 267 HGB)

Zur Absicherung des Währungsrisikos unseres erwarteten Geschäftsvolumens 2024 in Großbritannien, welches in britischen Pfund geschlossen wird, wurden Devisentermingeschäfte zur Kurssicherung über ein Volumen von TGBP 15.000 abgeschlossen. Da sich die Zahlungsströme aus dem Grundgeschäft mit einem Volumen von TGBP 15.000 und dem zur Sicherung abgeschlossenen Finanzinstrument ausgleichen, wurden diese zu einer antizipativen Bewertungseinheit zusammengefasst.

Honorare des Abschlussprüfers

Die Honorare für Abschlussprüfungsleistungen des gesetzlichen Abschlussprüfers betragen für das Geschäftsjahr 2023 insgesamt TEUR 48. Für Leistungen zur Steuerberatung sind TEUR 2 angefallen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen betragen TEUR 18 (davon TEUR 8 für Vorjahre).

Den Konzernabschluss, in den die Steinbeis Papier GmbH, Glückstadt, einbezogen wird, stellt die Steinbeis Holding GmbH, Brannenburg, auf. Dieser Abschluss wird im elektronischen Unternehmensregister offengelegt.

Die Geschäftsführer der Gesellschaft sind:

Herr Dipl.-Betriebswirt Ulrich Feuersinger (kaufmännischer Geschäftsführer) bis 31.03.2024

Herr Dipl.-Betriebswirt (BA) Marc-André Gebauer (kaufmännischer Geschäftsführer ab 1. Oktober 2023

Herr Dipl.-Ing. Andreas Rauscher (technischer Geschäftsführer)

Von der Angabe der Gesamtbezüge gem. § 285 Nr. 9a) HGB wurde in Anwendung von § 286 Abs. 4 HGB abgesehen.

Der Beirat der Gesellschaft setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

Name Berufsbezeichnung
Michael Söffge Vorsitzender Geschäftsführer der
Steinbeis Holding GmbH
Stephanie Ecker Kauffrau
Jörg Warnke Geschäftsführer der
Steinbeis Energie GmbH
Luise Baumhauer Dipl.-Kauffrau
Dr. Christoph Schünemann Dipl.-Kaufmann

Die Vergütung der Beiräte im Berichtsjahr betrug TEUR 50.

Die Pensionsverpflichtungen nach HGB zum 31. Dezember 2023 gegenüber früheren Geschäftsführern und deren Hinterbliebenen betragen TEUR 2.859.

Nachtragsbericht

Zum 31. März 2024 scheidet Herr Feuersinger altersbedingt aus der Geschäftsführung der Steinbeis Papier GmbH aus.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, einen Teilbetrag des Jahresüberschusses in Höhe von mindestens TEUR 20.000 auszuschütten und den übersteigenden Betrag in die Gewinnrücklagen einzustellen.

 

Glückstadt, den 4. April 2024

Steinbeis Papier GmbH

gez. Marc Gebauer

gez. Andreas Rauscher

Entwicklung des Anlagevermögens der Steinbeis Papier GmbH, Glückstadt, im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Stand 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2023
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 12.573.141,07 223.936,94 37.400,01 43.337,80 12.791.140,22
2. Geleistete Anzahlungen 37.400,01 103.719,00 -37.400,01 0,00 103.719,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 12.610.541,08 327.655,94 0,00 43.337,80 12.894.859,22
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 72.777.153,96 966.762,94 212.386,55 598.360,04 73.357.943,41
2. Technische Anlagen und Maschinen 270.160.960,86 9.368.093,79 4.481.309,80 0,00 284.010.364,45
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.764.158,84 864.404,09 26.012,74 570.883,46 11.083.692,21
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.827.419,63 963.771,82 -4.719.709,09 0,00 1.071.482,36
Summe Sachanlagen 358.529.693,29 12.163.032,64 0,00 1.169.243,50 369.523.482,43
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 0,00 0,00 0,00 25.000,00
2. Beteiligungen 3.252,22 0,00 0,00 0,00 3.252,22
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 135.990,37 0,00 0,00 85.950,77 50.039,60
Summe Finanzanlagen 164.242,59 0,00 0,00 85.950,77 78.291,82
Summe Anlagevermögen 371.304.476,96 12.490.688,58 0,00 1.298.532,07 382.496.633,47

Kumulierte Abschreibungen

Stand 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2023
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 11.026.922,07 629.451,95 43.337,80 11.613.036,22
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 11.026.922,07 629.451,95 43.337,80 11.613.036,22
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 42.535.111,47 2.063.418,49 598.360,04 44.000.169,92
2. Technische Anlagen und Maschinen 249.507.301,86 5.569.915,59 0,00 255.077.217,45
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.156.127,09 751.751,83 565.643,46 8.342.235,46
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 300.198.540,42 8.385.085,91 1.164.003,50 307.419.622,83
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 192,22 0,00 0,00 192,22
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 192,22 0,00 0,00 192,22
Summe Anlagevermögen 311.225.654,71 9.014.537,86 1.207.341,30 319.032.851,27

Buchwerte

Buchwert 31.12.2023
EUR
Buchwert 31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.178.104,00 1.546.219,00
2. Geleistete Anzahlungen 103.719,00 37.400,01
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 1.281.823,00 1.583.619,01
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 29.357.773,49 30.242.042,49
2. Technische Anlagen und Maschinen 28.933.147,00 20.653.659,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.741.456,75 2.608.031,75
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.071.482,36 4.827.419,63
Summe Sachanlagen 62.103.859,60 58.331.152,87
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 25.000,00
2. Beteiligungen 3.060,00 3.060,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 50.039,60 135.990,37
Summe Finanzanlagen 78.099,60 164.050,37
Summe Anlagevermögen 63.463.782,20 60.078.822,25

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Steinbeis Papier GmbH, Glückstadt

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Steinbeis Papier GmbH, Glückstadt,- bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Steinbeis Papier GmbH, Glückstadt, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hannover, 28. Mai 2024

RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Hans-Peter Möller, Wirtschaftsprüfer

Steffen Fleitmann, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss wurde am 3. Juli 2024 festgestellt.

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