Falk Consulting GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Delphine Markart seit 4.10.2025 | Prokura |
Katerina Adams seit 17.4.2014 | Prokura |
Aleksandra Röhricht seit 8.4.2009 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Forwardis Holding, Société par actions simplifiée | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Forwardis GmbHBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht 20231. Allgemeine Angaben zur GesellschaftDie Forwardis GmbH, Berlin (im Folgenden "Forwardis") ist eine 100 % ige Tochtergesellschaft der Forwardis Holding SAS, Saint-Ouen/Frankreich, die wiederum eine Tochtergesellschaft der französischen Staatsbahn Société Nationale des Chemins de Fer Français (im Folgenden "SNCF") in La Plaine Saint-Denis ist. Die Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2023 einen Gesamtumsatz von € 41,8 Mrd. 1 , wovon über alle Verkehrsträger hinaus € 13,4 Mrd. (Vorjahr: € 15,4 Mrd.) 2 auf die Logistik entfielen. Damit ist die SNCF-Gruppe eines der größten Logistikunternehmen in Europa und weltweit. Forwardis ist Teil von Rail Logistics Europe ("RLE"), dem Geschäftsbereich der französischen SNCF-Gruppe, der alle Kompetenzen im Bereich der Schienenlogistik (Eisenbahnverkehrsunternehmen, Operateure im Kombinierten Verkehr, Eisenbahnspeditionen) bündelt und für eine europaweite Präsenz steht. Mit seinem einzigartigen Netzwerk und seiner internationalen Expertise entwickelt Rail Logistics Europe innovative und zuverlässige Lösungen im Bereich der Schienenlogistik - im Interesse seiner Kunden und der Umwelt. Bereits heute zählt Rail Logistics Europe mit einem Umsatz von € 1,7 Mrd. 3 zu den größten Anbietern von schienenbasierten Logistiklösungen. Zusammen mit der Schwestergesellschaft Forwardis SAS in Levallois/Frankreich bildet die Forwardis GmbH den Schienenspeditionsbereich der Rail Logistics Europe des SNCF-Konzerns. Das Kerngeschäft von Forwardis ist die Organisation von Gütertransporten auf der Schiene. Je nach Kundenanforderung wickelt Forwardis Bahntransporte in Einzelwagen, Wagengruppen oder Ganzzügen innerhalb Europas und bis nach Zentralasien ab. Als erfahrener Spediteur hat sich Forwardis insbesondere auf die Organisation internationaler und komplexer Bahntransporte spezialisiert. Die Eisenbahnspeditionen Forwardis GmbH und Forwardis SAS agieren frei auf dem Markt und können mit allen Eisenbahnverkehrsunternehmen auf den relevanten Märkten zusammenarbeiten, um ihren Kunden die beste Lösung anbieten zu können. Forwardis hat seinen Hauptsitz in Berlin und einen weiteren Standort in Frankfurt am Main. Die Forwardis bietet Lösungen für unterschiedliche Branchen an:
Darüber hinaus entwickelt Forwardis sein eigenes Einzelwagennetzwerk ForwardNet und entwickelt seine Dienstleistungen im Bereich von Eisenbahnflottenmanagement sowie Organisation von Werkstatttransporten. 2. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und branchenspezifische EntwicklungGesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Weltwirtschaft wuchs im Jahr 2023 mit 3,3 % 4 moderat, zeigte sich aber angesichts geopolitischer Unsicherheiten, wie dem russischen Krieg gegen die Ukraine und Konflikten im Nahen Osten, der hohen Energiepreisen und der straffen Geldpolitik robuster als befürchtet 5 . Das globale BIP wuchs dank der positiven Entwicklung in den USA. Im Euroraum hingegen stagnierte die Wirtschaft weitgehend. Der private Konsum wuchs nur verhalten, und die Ausrüstungsinvestitionen gingen zurück. Deutschland zeigte eine schwächere konjunkturelle Dynamik als andere Länder im Euroraum. Durch den Anfang 2022 ausgebrochenen Krieg in der Ukraine und die folgenden Sanktionen haben sich die Energiepreise stark erhöht, wodurch die Wirtschaft stark betroffen wurde. Seit Herbst 2022 sind die Preise aufgrund alternativer Versorgungsquellen wieder zurückgegangen, befinden sich aber weiterhin auf hohem Niveau. 6 Branchenentwicklung In Deutschland Im Jahr 2023 wurden im deutschen Schienengüterverkehr etwa 337,1 Millionen Tonnen Güter 7 befördert, was einem Rückgang von 6,1 % 8 im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Verkehrsleistung fiel um 6,5 % 9 auf rund 125,4 Milliarden Tonnenkilometer 10 , hauptsächlich aufgrund einer geringeren Nachfrage nach Kohle, Erdöl und Erdgas. Auch im Binnenverkehr gab es Rückgänge, während die Nachfrage nach Fahrzeugen und Mineralölprodukten anstieg. Trotz der Nachfragerückgänge stiegen die Umsätze im Güterverkehr um 9,9% 11 , was auf höhere Frachtraten zurückzuführen ist, die jedoch nicht immer kostendeckend waren. Die DB Cargo AG berichtete von einem Umsatzanstieg und einer Verbesserung des operativen Ergebnisses, 12 während viele nichtbundeseigene Eisenbahnen von einer Verschlechterung ihrer Ertragslage berichteten. 13 In Europa Die hohen Energiepreise im Jahr 2023 führten zu erheblichen Kostensteigerungen im Schienengüterverkehr in Europa, was die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Verkehrsträgern beeinträchtigte und zu einem Rückgang der Nachfrage führte. Trotz dieser Herausforderungen wuchs der Schienengüterverkehr seit 2017 im Durchschnitt um 0,6 % pro Jahr, mit einer Prognose von 1,6 % bis 2027. Große Reedereien investieren zunehmend in den Schienengüterverkehr, was die Verkehrsströme im Hafenhinterland beeinflusst. 14 Der Ukraine-Krieg hat zudem die Ost-West-Verkehre neu strukturiert. Die Modernisierung der Infrastruktur wird als entscheidend für die zukünftige Entwicklung angesehen. 3. Geschäftsverlauf 2023Forwardis wurde von der herausfordernden Situation auf dem Eisenbahngüterverkehrsmarkt getroffen, konnte die Preiserhöhungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen nach intensiven Verhandlungen zu einem großen Teil an seine Kunden weitergeben. Auch schaffte es Forwardis die negative Mengenentwicklung in der Chemieindustrie durch Akquise neuer Kunden nicht nur zu kompensieren, sondern erwirtschaftete im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzanstieg. Forwardis konnte somit seine Marktanteile in den Bestandsmärkten entwickeln und schaffte es sich in neuen Märkten zu etablieren. Energietransporte (Gas, Öl und Biofuels, Abfall) sowie Militärtransporte entwickelten sich positiv im Portfolio der Forwardis. Der Umsatz beim Transport von gelbem Phosphor entwickelte sich in 2023 rückläufig und ging im Vergleich zum Vorjahr um 27 % zurück, bedingt durch teilweisen Verlust der Ost-Strecke zwischen Kasachstan und der polnisch-weißrussischen Grenze. Die Entwicklung der Gastransporte per Schiene im Jahr 2023 setzte sich aus folgenden Gründen fort:
Die Entwicklung der Militärtransporte per Schiene im Jahr 2023 wurde durch mehrere Faktoren beeinflusst:
Im Rahmen dieser militärischen Stärkung der Grenzen zu Russland erfolgten weiterhin erhebliche Militärtransporte. Unserer Erfahrungen aus Vorjahren, die wir durch die Manöverausstattung der französischen Armee gewonnen haben, führte zu weiteren Auftragsvergaben an unseren Konzern. Im Geschäftsjahr 2023 konnten somit der Umsatz des Vorjahres (€ 75,4 Mio.) und die Umsatzziele, unsere wichtigste Ziel- und Steuerungskennzahl, erheblich übertroffen werden. Der erreichte Umsatz (€ 79,6 Mio.) lag über dem Budget (€ 78,7 Mio.). Die im Sommer März 2023 anpassten Erwartungen im Rahmen des Forecasts, konnten durch neue Verkehre ausgeglichen werden. Unsere ursprünglichen Planungen für die Zielgröße "Ergebnis vor Ertragssteuern" konnten mit € 3,85 Mio. die prognostizierte Bandbreite deutlich überstiegen werden. Hintergrund waren vor allem die erzielten ungeplanten höheren Margen durch neue Verkehre und die entfallenen Verkehre mit niedrigeren Margen. Gegenläufig auf das Ergebnis wirkten sich die einmaligen Aufwendungen für ein neues IT-Systems aus, das gemeinsam mit der Schwestergesellschaft Forwardis SAS entwickelt wurde. Der Personalbestand konnte auch während der unsicheren Zeiten gehalten werden und hat sich nur geringfügig verändert. Unser grundsätzliches Ziel, der Wahrung von Personal-Knowhow wurde erreicht. 3.1. Ertragslage Die ursprünglichen Umsatzziele für 2023 wurden sehr ehrgeizig geplant und sahen eine bedeutende Steigerung im Vergleich zum Umsatz 2022 vor. Insbesondere in den Bereichen Chemie, Gelber Phosphor und Abfall wurde ein erhebliches Wachstum prognostiziert. In den Bereichen Gas und Mineralöl wurde aufgrund der zunehmenden Normalisierung des Energiemarktes ein Rückgang erwartet. Die Einstellung der China-Verkehre wurde ebenfalls bereits berücksichtigt. Daneben wurde auch im Bereich der Militärtransporte eine Verminderung prognostiziert. Der im Herbst erstellte Forecast berücksichtigte bereits zum Teil die Verminderung der Transporte von gelbem Phosphor und die weiterhin auf hohem Niveau durchgeführten Militärtransporte. Der Umsatz entwickelte sich im Einzelnen wie folgt:
Im Bereich "Flüssigkeiten einschließlich gelben Phosphors" ist die Steigerung zum Vorjahr vor allem auf Chemietransporte (€ + 3,5 Mio. auf € 19,0 Mio.) und Flüssiggastransporte (€ + 4,2 Mio. auf € 16,6 Mio.) verursacht. Die Transporte von gelbem Phosphor gingen um € 4,4 Mio. auf € 11,8 Mio. zurück. Der Anstieg der Chemietransporte ist vor allem auf Nachholeffekte zurückzuführen, während die Zunahme der Flüssiggastransporte auf die anhaltende angespannte Situation auf dem Energiemarkt und Neukundengewinnung zurückzuführen ist. Der Rückgang der Transporte mit gelbem Phosphor betrifft im Wesentlichen die Transporte von Kasachstan nach Europa über das russische Territorium, die teilweise nicht mehr von uns organisiert werden. Im Bereich "Industrie- und Agrargüter" sind, entgegen den Prognosen aus dem Frühjahr 2023, vor allem die Militärtransporte im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (€ + 4,8 Mio. auf € 11,1 Mio.). Die Gewinnung von Kunden aus dem Bereich Abfallverwertung konnten den Rückgang beim Chinageschäft, im Bereich Agrargüter und Papier teilweise kompensieren. Den Umsatzerlösen stehen - als größte Aufwandsposition - Aufwendungen für bezogene Leistungen i. H. v. € 69,4 Mio. gegenüber (Vorjahr: € 67,7 Mio.). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen sind unterproportional zu den Umsatzerlösen gestiegen. Verursacht wurde dies vor allem durch gestiegene Umsätze mit Transporten bei denen bessere Margen erzielt werden. Die Marge hat sich von 10,3 % auf 12,9 % der Umsatzerlöse verändert bzw. um € 2,5 Mio. auf € 10,2 Mio. verbessert. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um T€ 601 auf T€ 1.603 gestiegen. Maßgeblich dafür sind die um T€ 813 auf T€ 1.432 gestiegenen Auflösungen von Rückstellungen. Die Personalaufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um T€ 414 bzw. 10,7 % erhöht. Hintergrund ist der gestiegene Personalbestand und die Zahlung von Sonderprämien. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um T€ 898 auf T€ 3.808 resultiert vor allem aus gestiegenen Aufwendungen für IT-Projekte (T€ + 1.298, einmalige Auswirkung) bei gleichzeitigem Rückgang der Ausgaben für Fremdpersonal aus verbundenen Unternehmen (T€ - 202) sowie Einzelwertberichtigungen (T€ - 230). Die einmaligen Sonderaufwendungen im IT-Bereich resultieren aus einem gemeinsamen Projekt der Forwardis GmbH und der Forwardis SAS und werden im Rahmen eines Cost-Sharing-Agreements je zur Hälfte von beiden Gesellschaften getragen. Die gestiegenen Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus dem in Jahr 2023 gestiegenen Zinsniveau, das für die Cash-Pool-Bestände zur Anwendung kommt. Der Jahresüberschuss hat sich aufgrund der beschriebenen Effekte um T€ 1.203 auf T€ 2.518 erhöht. 3.2. Vermögenslage Die Bilanzsumme von Forwardis hat sich zum Bilanzstichtag um T€ 3.017 (17,0 %) auf T€ 20.818 erhöht. Auf der Aktivseite sind dabei vor allem die Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus dem Cash-Pooling um T€ 2.765 gestiegen; u.a. aufgrund des erzielten Jahresüberschusses. Die gesamten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (einschließlich verbundenen Unternehmen) blieben in Summe mit T€ 13.603 mit T€ 357 unter dem Vorjahresniveau, haben sich aber in Richtung Forderungen gegen Dritte verschoben. Hintergrund sind im Wesentlichen verspätete Zahlungen von fälligen Rechnungen. Die Eigenkapitalquote ist vor allem aufgrund des entstandenen Jahresüberschusses (T€ 2.518) von 14,1 % auf 24,2 % gestiegen. Im Jahr 2023 wurde entgegen dem Vorjahr keine Ausschüttung vorgenommen. Die sonstigen Rückstellungen haben sich um T€ 1.602 auf T€ 10.058 erhöht. Während die ausstehenden Rechnungen für Zulieferungen auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr liegen, sind die sonstigen ausstehenden Rechnungen um T€ 1.438 gestiegen. Dies betrifft vor allem Aufwendungen im Zusammenhang mit den gemeinsam mit der Schwestergesellschaft durchgeführten IT-Projekt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte sind um T€ 1.716 auf T€ 2.746 gesunken. 3.3. Finanzlage Seit 2011 gehört Forwardis zum Konzern-Cash-Pool der SNCF-Gruppe. Entsprechend ist die Liquidität der Forwardis jederzeit gewährleistet. Zum Geschäftsjahresende verfügte Forwardis über ein Cash-Poolguthaben i. H. v. T€ 6.702 (Vorjahr: T€ 3.937). Die Gesellschaft hat keine Bankkredite oder Kreditlinien vereinbart. Die Geschäftsführung erachtet die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unter Berücksichtigungen der Ereignisse des Geschäftsjahres als sehr gut. 3.4 Mitarbeiter Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter hat sich im Geschäftsjahr nicht verändert und liegt bei 48 Mitarbeitern. Die Tätigkeiten in der Niederlassung Frankfurt werden historisch bedingt durch qualifizierte französische Mitarbeiter des Konzerns unterstützt. Für den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit der Forwardis sind qualifizierte Mitarbeiter auf den richtigen Positionen essenziell. Daher ist die Forwardis bestrebt, Mitarbeiter durch attraktive Arbeitskonditionen langfristig an das Unternehmen zu binden. Die Arbeitsverträge der Forwardis-Mitarbeiter sind nicht tarifgebunden und in der überwiegenden Zahl unbefristet. Die Arbeitnehmer sind über ein Vergütungsmodell am Unternehmenserfolg beteiligt. Dies dient der Arbeitsmotivation und der Mitarbeiterbindung. 4. Risiken und ChancenForwardis entwickelt die Risikoerkennungs- und Risikosteuerungssysteme laufend fort. Das Chancen- und Risikomanagement gehört als lenkendes Instrument zum Forwardis Qualitätsmanagement und wird regelmäßig geprüft und bei Bedarf überarbeitet. Darüber hinaus werden bei Forwardis die vom SNCF-Konzern vordefinierten Hauptrisiken im eigenen Risikomanagement integriert bzw. ausgewertet. Die Erkennung und Umsetzung von Chancen erstreckt sich auf alle Bereiche des Unternehmens und wird durch definierte Prozesse gesteuert (Ideenpool, Changemanagement, Projektmanagement). Die Risikodefinition erstreckte sich ebenfalls auf alle Bereiche des Unternehmens, von finanzwirtschaftlichen Themen über Themen der Sicherheit im Transport, insbesondere im Gefahrgutbereich, bis hin zu Personalpolitik sowie IT-Sicherheit. Alle erkannten Risiken sind gewichtet und, soweit möglich, wurden jeweils geeignete Gegenmaßnahmen definiert. Für die spezifischen Risiken aus der Geschäftstätigkeit hinsichtlich Verkehrs-, Betriebs- und Umwelthaftpflicht ist Vorsorge getroffen. Die Gesellschaft ist einerseits in das Versicherungsmanagement des SNCF-Konzerns einbezogen und hat weiterhin zahlreiche Versicherungen abgeschlossen, die die Haftungsrisiken minimieren. Die Forwardis ist ebenfalls in das interne Kontrollsystem (IKS) des SNCF-Konzerns integriert. Das IKS im SNCF-Konzern umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit von Geschäftsprozessen. Ausgehend von einer marktorientierten Budgetplanung werden ausführliche Monatsberichte mit diversen Soll-Ist-Vergleichen (Umsatz; Verträge, Margen) erstellt und an die Konzernleitung weitergeleitet und besprochen. Die nachfolgenden Chancen und Risiken gelten für einen Zeithorizont von 12 Monaten. 4.1 Nachfragerisiken und Marktrisiken Die Transportbranche wird entscheidend von der weltpolitischen und konjunkturellen Entwicklung beeinflusst. Übergreifende Themen in Europa - wie z.B. Ukraine-Krieg, Sanktionen, Energiepreisschwankungen, Bewältigung des Flüchtlingszustroms, Gaza-Krieg, Covid-19, Staatsverschuldung; Klimawandel, demographische Entwicklung und Protektionismus - können die Entwicklung in den nächsten Jahren beeinflussen und tragen somit zur Unsicherheit bei. Eine Eintrübung des Wirtschaftsklimas kann sich schnell auf die Nachfrage in den bahnaffinen Branchen auswirken. Um das Geschäft von der Entwicklung in einzelnen Branchen nicht zu sehr abhängig zu machen, sind wir bemüht, das Geschäft weiterhin über die Bandbreite der eisenbahnaffinen Branchen zu diversifizieren. Auch im Jahr 2023 war es Ziel, Risiken aus der Konzentration auf bestimmte Branchen und Kunden weiter zu reduzieren. Da branchenbedingt im Eisenbahngüterverkehr hohe Kapazitätskosten und -bindungen vorhanden sind, versuchen unsere Lieferanten (Eisenbahnverkehrsunternehmen, Waggonvermieter) tendenziell langfristige Verträge zu vereinbaren. Um dieses Risiko zu reduzieren ist Forwardis bestrebt, Ausstiegsklauseln in den Lieferantenverträgen zu vereinbaren sowie langfristige Engagements nur dann einzugehen, wenn korrespondierende Kundenverträge unterzeichnet wurden. Jedoch erfordert die aktuelle Marktsituation, dass Speditionen auch bestimmte Risiken eingehen. Um diesen Marktanforderungen gerecht zu werden, geht Forwardis ebenfalls einige wirtschaftlich kontrollierbare kommerzielle Risiken ein, wie zum Beispiel Auslastungsrisiken bei der Verwaltung eines Netzwerks wie ForwardNet oder durch die Anmietung von Waggons, um Spotverkehre zu realisieren. Diese Entscheidungen zur Risikoübernahme werden nur nach einer detaillierten Analyse der aktuellen Marktsituation getroffen. Die inter- und intramodale Wettbewerbsintensität ist weiterhin sehr hoch und führt zu einem anhaltenden Preisdruck. Dies kann einerseits von einzelnen Preisreduzierungen bis hin zum Verlust ganzer Verkehrsverträge auf der Kundenseite führen. Andererseits ist für Forwardis diese Situation auf dem Schienenmarkt auch von Vorteil, weil Forwardis dadurch auch bessere Konditionen beim Einkauf von Dienstleistungen verhandeln kann. Ein weiteres Risiko besteht in einem potenziellen Rückgang von Einzelwagenverkehren durch Verknappung des Angebotes auf Seiten der Staatsbahnen bzw. einer weiteren Erhöhung der Tarife. Die Forwardis begegnet diesem Risiko mit dem Aufbau von Einzelwagennetzwerken mit diversen Partnern. Im Rahmen des Risikomanagement des SNCF-Konzerns wurde bereits im Jahr 2021 eine Dritt-Parteien-Analyse durchgeführt. Dabei werden Partner, deren Registrierungsnummer aus einem Land mit einem Corruption-Perceptions-Index (CPI)-Wert < 30 beurteilt. Dies betrifft auch Vermittler/Handelsvertreter, Begünstigte von Sponsoring, Mäzenatentum oder karitativen Maßnahmen und Joint-Venture- oder Konsortialpartner. Diese Dritt-Parteien-Risikoanalyse ist im Jahr 2022 durch den Russland-Ukraine Konflikt gesteigert worden, um kommerzielle Verbindungen mit Partnern unter internationalen Sanktionen bzw. Länder unter Embargo zu vermeiden. Aus den genannten Nachfrage- und Marktrisiken können für Forwardis Umsatz- und Ergebnisrisiken entstehen. Diese Risiken werden überwacht, erkannt und bei ungünstigen Entwicklungen werden die hiervon betroffenen Prozesse korrigiert. Forwardis verfolgt in allen Bereichen ein konsequentes Kostenmanagement, um die Margen möglichst halten zu können. Risiken aus der Nachfrage und den Marktentwicklungen werden daher als gering beurteilt. 4.2 Ukraine-Krieg Der im Februar 2022 begonnene kriegerische Konflikt in der Ukraine ist das wesentliche Ereignis, welches die weltweite und europäische Wirtschaft seither beeinflusst. Flüchtlingsströme, Sanktionen, Transportwegbeschränkungen, Energiepreissteigerungen, Produktengpässe (insbesondere Energie und Weizen), Marktabschottungen sowie weltweite allgemeine hohe Unsicherheit und Angst sind die wesentlichen Folgen. Bezüglich unserer Branche hat der Krieg nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die für uns wichtigen Energiepreise, sondern auch auf die Transportwege nach Asien. Forwardis hat aufgrund der Sanktionen Verkehre mit unseren bisherigen russischen Partnern eigestellt bzw. verloren. Inwieweit diese Geschäftsbeziehungen nach einem hoffentlich baldigen Ende des Konfliktes wieder aufgenommen werden können, ist noch offen. Energiepreissteigerungen, die uns für unsere Verkehre belastet werden, werden in der Regel an unsere Kunden weitergeben, so dass hieraus kein relevantes Risiko resultiert. Unsere Verkehre mit China, in die wir in den letzten Jahren investiert haben, wurden durch nicht mehr nutzbare wichtige Verbindungsrouten unrentabel und Anfang 2022 eingestellt. Alternative Routen waren überlastet und unwirtschaftlich. Die Verkehre mit unserem Hauptkunden in Kasachstan werden überwiegend nördlich am Kriegsgebiet vorbei geleitet, aber wir nutzen nunmehr auch Wege über das südliche Schwarze Meer. Wie stark sich das Risiko des Ukraine-Krieges im Jahr 2024 und folgende auf die europäische Wirtschaft und unsere Gesellschaft auswirkten wird, ist zurzeit nicht verlässlich abzusehen. 4.3 Covid-19 Die im Frühjahr 2020 aufgetretene weltweite Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft und das Transportwesen in den Jahren 2020 und 2021 stark beeinflusst. Weltweit wurden die Verkehre eingestellt oder reduziert. Durch die entwickelten wirksamen Impfstoffe konnte die Pandemie weitgehend bekämpft werden. In den Jahren 2022 und 2023 waren wir nur noch geringfügig betroffen. Unsere Maßnahmen wie zum Beispiel Homeoffice oder eingeschränkte Reisetätigkeit wurden wieder aufgehoben. Die Situation wird von uns weiterhin beobachtet. Unsere Erfahrungen werden uns in möglichen zukünftigen ähnlichen Situationen hilfreich sein. 4.4 Betriebsrisiken Die Überwachung und Regelung von Betriebsrisiken sind im Eisenbahntransport Teil der täglichen Routine. Viele unterschiedliche Ereignisse können den Betrieb stören. Z.B. können Streiks, Baustellen, Unwetter oder Ressourcenmangel bei den Eisenbahnunternehmen (Personal und Lokomotiven) zu Betriebsstörungen führen. Die daraus möglicherweise resultierenden Verspätungen oder Zugausfälle beeinflussen die vom Kunden wahrgenommene Leistungsqualität. Die Entwicklung von Prozessen zur Risikobewältigung und Alternativlösungen für unsere Kunden ist daher von sehr hoher Priorität. Neben anderen operativen Aufgaben meistern die operativen Mitarbeiter die Bewältigung von Betriebsrisiken sehr gut und können die Auswirkungen dieser gelegentlich auftretenden, prinzipiell wesentlichen Risiken gering halten. Daher hält Forwardis die Betriebsrisiken insgesamt für beherrschbar. Operative Risiken sind durch umfangreiche Versicherungen sowohl zur Absicherung von Vermögensgegenständen als auch zur Absicherung von Ansprüchen Dritter adressiert. 4.5 Preisänderungsrisiko Aktuell ist ein erhöhter Preis- und Margendruck feststellbar, bedingt durch einen intensiven Wettbewerb auf der Schiene und zu anderen Verkehrsträgern sowie durch die Kunden, die den Preisdruck auf ihre Lieferanten verstärken. Auf der Abnahmeseite wird sich in Folge der aggressiven Preispolitik anderer Privat- und Staatsbahnen der Wettbewerb bei gleichbleibendem Marktvolumen weiter intensivieren und zunehmend zu einem Preiswettbewerb entwickeln. Höhere Einkaufspreise können aufgrund des Marktumfeldes und des Wettbewerbsdrucks nicht immer oder nicht sofort an die Kunden weitergegeben werden. Die nicht weitergegebenen Kostensteigerungen wirken sich dann gegebenenfalls negativ auf die erzielbare Marge aus. Kundenseitig hat Forwardis seine Verträge durch einen hohen Anteil von Spot-Geschäften bzw. Jahresverträgen weitgehend von Preisänderungsrisiken unabhängig gestaltet. Mehrjährige Verträge sind mit Preisanpassungsklauseln für variable Kostenpositionen versehen. In der Regel sind die wesentlichen Kostenpositionen innerhalb des Geschäftsjahrs fix bzw. weitgehend planbar, da die Forwardis auch mit ihren Lieferanten mittelfristige Verträge abschließt. Aufgrund der Liberalisierung des Marktes auch im Einzelwagenverkehr können immer mehr alternative Lösungen angeboten werden und somit kann auch Forwardis auf neue Lösungsmöglichkeiten zurückgreifen. Insgesamt wird das Preisänderungsrisiko für die Gesellschaft als eher moderat angesehen. 4.6 Kundenrisiken Die Forwardis ist gegen die Zahlungsunfähigkeit des Großteils der Kunden im Transportgeschäft durch eine Kreditversicherung und intern abgestimmte Kreditlimits pro Kunde abgesichert. Bei einigen Kunden, die nicht gegen Zahlungsunfähigkeit versichert werden können, wird vor der Durchführung der Transporte Vorkasse gefordert. Außerdem ist das Mahnwesen fester Bestandteil unseres Liquiditätsmanagements. Die Risiken werden als begrenzt beurteilt. 4.7 Vermietungsgeschäftsrisiken Die Vermietung von Kesselwagen und Containern ist ein Zusatzgeschäft, dient der Gewinnung von Verkehren, bringt jedoch auch Risiken mit sich. Kostenrisiken durch mangelnde Auslastung können anfallen. Es wird versucht die Anmietung und die Vermietung der Transportmittel fristenkongruent zu vereinbaren, um diese Risiken zu vermeiden. Um die notwendige Flexibilität zu erhalten ist dies jedoch nicht immer möglich. Daneben bestehen zusätzliche Risiken aus den Gefahrguttransporten, die eine Reinigung der Transportmittel am Ende der Mietzeit erforderlich machen. Mit den betreffenden Kunden sind entsprechende Kostenübernahmen vereinbart, die durch zu leistende Sicherheitseinbehalte abgedeckt werden. Die getroffenen Maßnahmen erscheinen uns geeignet, um relevante Risiken auszuschließen. 4.8 Investitions-/Finanzierungsrisiken Größere Investitionsvolumina sind im Speditionsgeschäft selten. Geplante Investitionen werden durch die ausreichend vorhandenen Finanzmittel des Gesellschafters finanziert. 4.9 Personalrisiken Das Nachbesetzen von offenen Stellen mit qualifiziertem Personal wird aufgrund des demografischen Wandelns schwieriger. Risiken aus Fachkräftemangel und Knowhow-Verlust steuert Forwardis unter anderem durch intensive Rekrutierungsmaßnahmen entgegen. Unsere Mitarbeiter und ihre Fähigkeiten sind für den aktuellen und zukünftigen Erfolg der Forwardis von zentraler Bedeutung. Forwardis ist deshalb bestrebt, das Arbeitsumfeld der Mitarbeiter stets durch attraktive Vergütungsmodelle, interessante Schulungsangebote, flexible Arbeitszeiten und ein hohes Maß an Eigenverantwortung attraktiv zu halten. Durch eine stetige Modernisierung der IT-Systeme wird ermöglicht, dass die Mitarbeiter unabhängig von Standort arbeiten können. Unsere Geschäftskontinuität wird dadurch auch gesichert. Das Risiko wird als gering eingeschätzt. 4.10 Juristische Risiken / Risiken aus Gesetzen und Regelwerken Forwardis hat ein stets aktualisiertes Rechtskataster, in dem alle für das Unternehmen relevanten Gesetze und Regelungen aufgeführt sind. Bei Änderungen von Gesetzen und Regelwerken werden die entsprechenden Anforderungen geprüft und umgesetzt. Alle Mitarbeiter des Unternehmens sind stets aktuell informiert. Das Risiko wird als gering angesehen. 4.11 Bestandsgefährdende Risiken Die Liquidität der Forwardis ist auch bei ungeplant auftretenden Risiken durch die unbefristete Einbindung in den Cash Pool der SNCF-Gruppe gesichert. Die Geschäftsführung sieht die Fortführung der Unternehmenstätigkeit in Anbetracht der Liquiditätssituation als gegeben an. Bestandsgefährdende Risiken sind nicht erkennbar. 4.12 Chancen Forwardis prüft regelmäßig mögliche Chancen in den Bereichen neue Geschäftsfelder, neue Verfahren / Techniken und IT-Lösungen, mitarbeiterbezogene Chancen und Chancen aus sich ändernden Rahmenbedingungen des Marktes in Bezug auf politisch-rechtliche und umweltschutzrelevante Änderungen. Gesamtwirtschaftliche Chancen werden aktuell hauptsächlich in einer Erhöhung der Im- und Exportvolumina gesehen. Daneben führen die Umstellungen auf dem Energiemarkt zu Chancen für Transporte. Dies betrifft die Erschließung von neuen Absatzpotenzialen durch Neukundengewinnung aber auch den Ausbau bestehender Kundenbeziehungen. Der Ukraine-Krieg wird auch im Jahr 2024 und ggf. zukünftig eine Ausweitung der Militärtransporte mit sich bringen. Dies betrifft Transporte Richtung Ukraine aber auch in das Baltikum oder nach Skandinavien Die Forwardis rechnet mittelfristig mit verstärkter Nachfrage nach Bahntransporten, da diese eine umweltschonende Alternative zum Straßentransport darstellen, wenn die erforderliche Zuverlässigkeit und Qualität gewährleistet werden können. Die hohe Servicequalität erreicht die Forwardis zusammen mit ihren Partnern in einer sehr guten Art und Weise, was der steigende Kundenzuspruch beweist. Die kontinuierliche Entwicklung des Netzwerks ForwardNet bietet die Chance neue Kunden im Einzelwagensegment zu gewinnen, die vorher (noch) nicht zu erreichen waren. Auch wenn wir die Verkehre mit China aufgrund des Ukraine-Krieges Anfang 2022 einstellen mussten, hoffen wir nach einem hoffentlich baldigen Ende des Kriegs auf unsere Erfahrungen zurückgreifen zu können, um die Verkehre wieder aufzunehmen. Wir wollen unsere Kontakte aufrecht erhalten, um den Schienentransportweg, der eine sinnvolle Alternative zu Seeweg darstellt, wieder zu aktivieren. 5. Ausblick auf die Geschäftsjahre 2024 und 2025Unsere Prognosen für 2024 und 2025 basieren im Wesentlichen auf der zu 2023 unveränderten Situation in der Ukraine und am Energiemarkt. Der Schienengüterverkehr stellt eine verlässliche Alternative zu anderen Transportwegen dar, auch wenn weiterhin umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur, insbesondere in Deutschland, notwendig sind. Hintergrund der Prognose sind vor allem die zunehmenden Militärtransporte zur Stärkung der Ostgrenze der NATO, sowie die bereits im Jahr 2022 gewonnenen Neukunden im Bereich Flüssiggas, Öl und Biodiesel. Aufgrund der gestiegenen Energiepreise rechnen wir auch im Jahr 2024 mit steigenden Transportkosten. Inflation und Tariferhöhungen werden eine Erhöhung unserer Dienstleistungspreise gegenüber unseren Kunden erforderlich machen. Der Markt hat sich in Bezug auf Ressourcen entspannt, was es Forwardis erleichtert, Transporte zu organisieren. Für die Umsatzentwicklung der relevanten Bereiche wurde folgendes Budget 2024 erstellt, das im Herbst 2024 durch einen Forecast aktualisiert wurde.
Für die Gesellschaft erwarten wir zurzeit für das Jahr 2024 eine weitere Steigerung des Umsatzes um € 19,6 Mio. auf € 99,2 Mio. Die Entwicklung bis zum Herbst 2024 zeigt, dass zusätzliche, nicht budgetierte Umsätze von zirka € 5 Mio. bis € 6 Mio. für die Militärtransporte, € 3 Mio. bis € 4 Mio. für Transporte im Bereich gelber Phosphor sowie zirka € 10 Mio. bis € 11 Mio. für die Transporte im Bereich Flüssiggas, Öl und Biodiesel realisiert werden können. Im Bereich der Agrar-Transporte sowie Konsumgütertransporte bestätigte sich die positive Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr, sodass auch hier im Jahr 2024 zusätzliche Umsätze von zirka € 1 Mio. bis € 2 Mio. realisiert werden können. Aufgrund der schwierigen Lage der Chemieindustrie in Europa werden unsere Transporte für Chemie im Jahr 2024 leicht zurückgehen, wogegen die im Jahr 2023 gewonnenen Neutransporte für Entsorgungswirtschaft steigen werden. Die Transporte für Stahl und Sonstiges sind im Jahr 2024 mit einem leichten Anstieg auf Vorjahresniveau. Die neben den Umsatzerlösen für die Gesellschaft wichtigste Ziel- und Steuerungsgröße, das Ergebnis vor Ertragsteuern, wird entsprechend dem Forecast aus Herbst 2024 zwischen € 7 Mio. und € 8 Mio. und somit deutlich über dem Vorjahr liegen. Kostensteigerungen werden vor allem im Personalbereich erwartet. Die Gesellschaft wird im Geschäftsjahr 2024 weiterhin an zwei Standorten tätig sein und plant, den Mitarbeiterstamm auf ca. 55 Mitarbeiter auszubauen. Für Südosteuropa-Verkehre ist vorgesehen einen eigenen Mitarbeiter vor Ort zu installieren. Diese Maßnahme ist notwendig, um das vorgesehene Wachstum zu bewältigen. Wir werden weiterhin versuchen, unsere Mitarbeiter und deren Knowhow an das Unternehmen zu binden und die Fluktuation zu begrenzen. Die in 2022 (nach Corona) wiederbelebten Fortbildungsmaßnahmen werden weiter forciert. Für das Geschäftsjahr 2025 planen wir heute einen Umsatz von ca. € 95,0 Mio. bis € 97,0 Mio. und ein Ergebnis vor Ertragsteuern zwischen € 6,0 Mio. und € 7,5 Mio. aufgrund hoher Erwartungen bei Militär- und Gastransporten.
Berlin, den 29. November 2024 Aleksandra Röhricht, Geschäftsführerin Philippe Golder, Geschäftsführer
1 Vgl. SNCF Group Annual Financial Report, 2023,
Seite 17
Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023I. Allgemeine AngabenDie Forwardis GmbH (nachfolgend Forwardis genannt) unterhält neben ihrem Hauptsitz in Berlin eine Betriebsstätte in Frankfurt am Main und Repräsentanzen in Clichy/Frankreich und Perpignan/Frankreich. Sie ist beim Handelsregister Charlottenburg unter der Nummer HRB 81022 B eingetragen. II. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDer Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 wurde unter Anwendung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des GmbH-Gesetzes unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung aufgestellt. Die Forwardis ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 2 HGB. Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt. Von den Aufstellungserleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften wurde gemäß § 288 Abs. 2 HGB durch den Verzicht auf bestimmte Angaben im Anhang teilweise Gebrauch gemacht. Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung gem. § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB aufgestellt. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Abschreibungen werden über betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern unter Anwendung der linearen Methode vorgenommen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten bewertet. Erkennbare Risiken werden, soweit erforderlich, durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Liquide Mittel sind zum Nennbetrag angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind abgezinst. Künftige Preis- und Kostenschwankungen wurden berücksichtigt. Die Verbindlichkeiten sind zu Erfüllungsbeträgen angesetzt. Die Gesellschaft hat, wie im Vorjahr, die kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr, die auf ausländische Währung lauten, mit den zum Bilanzstichtag gültigen Fremdwährungskursen (Devisenkassamittelkurse) umgerechnet. Die Gesellschaft macht von ihren Wahlrechten Gebrauch aktive und passive latente Steuern zu verrechnen und aktive latente Steuern, die aus Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz resultieren, nicht zu aktivieren. III. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und VerlustrechnungDas Anlagevermögen hat sich im Geschäftsjahr 2023 wie folgt entwickelt:
Sämtliche Forderungen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Sie betreffen die folgenden Sachverhalte:
Eigenkapital: Alleinige Gesellschafterin der Forwardis ist die Forwardis Holding SAS, Clichy/Frankreich. Das Stammkapital ist voll eingezahlt. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten die folgenden wesentlichen Posten:
Die sonstigen ausstehenden Rechnungen beinhalten mit T€ 1.200 erwartet Belastungen für Software-Umlagen. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten betragen, wie im Vorjahr, weniger als ein Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im wesentlichen Sicherheitseinbehalte für angemietete Container in Höhe von T€ 1.014 (Vorjahr T€ 846). Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin waren, wie im Vorjahr, zum Stichtag nicht vorhanden. Umsatzerlöse aufgeteilt in geographische Märkte sowie Tätigkeitsbereiche ergeben sich wie folgt:
Von den Umsatzerlösen wurden T€ 21.219 (Vorjahr T€ 17.421) mit verbundenen Unternehmen erzielt. Sonstige betriebliche Erträge enthalten die folgenden relevanten Posten:
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten die folgenden Posten:
Die Belastungen verbundener Unternehmen (Management-Fee und IT) beinhalten im Geschäftsjahr Aufwendungen aus erwarteten Belastungen des Konzerns für Software (T€ 1.200), die für die Gesellschaft sowie die Schwestergesellschaft entwickelt wurde. Die Ziele, die mit der Software erreicht werden sollten, konnten aber nicht erreicht werden. IV. Sonstige AngabenDie durchschnittliche Zahl der Beschäftigten in Vertrieb und Verwaltung ergibt sich wie folgt:
Im Geschäftsjahr wurden T€ 35 für das Honorar des Abschlussprüfers aufgewendet. Das Honorar entfällt vollständig auf die Abschlussprüfung. Sonstige finanzielle Verpflichtungen zum 31. Dezember 2023 betragen:
Seit Ende 2021 werden die Waggons und Container nur von konzernfremden Unternehmen angemietet. Es bestehen Mietverträge mit Kunden, die im Jahre 2024 zu Erträgen in Höhe von T€ 9.916 führen werden. Für die Jahre nach 2024 sind Mieten in Höhe von T€ 17.217 vereinbart. Geschäfte mit nahestehenden Personen:
Im Geschäftsjahr wurden mit der obersten Konzerngesellschaft keine Geschäfte abgewickelt. Zu Geschäftsführern waren die folgenden Personen bestellt:
Die Geschäftsführer übten ihre Tätigkeit im Berichtsjahr hauptberuflich aus. Die Geschäftsführer sind allein vertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung werden unter Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB nicht angegeben. Ereignisse nach dem Stichtag: Anfang 2022 eskalierte der kriegerische Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Der Ukraine-Krieg führte neben Flüchtlingsströmen, Sanktionen und allgemeiner Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Krieges sehr schnell zu stark gestiegenen Preisen für Energie und Rohstoffe. Die deutsche, die europäische und die weltweite Wirtschaft wurden deutlich negativ beeinflusst. In welchem Ausmaß diese negative Entwicklung über das Geschäftsjahr 2024 hinaus anhalten bzw. sich weiter entwickeln wird, ist nicht vorhersehbar. Die Umsätze (Höhe und Art) sowie die Preissituation werden auch im Jahr 2024 durch den Krieg beeinflusst werden. Daneben werden die Kosten durch überlastete oder geänderte Routen sowie Ressourcenverknappung weiter steigen. Es liegen keine weiteren entsprechenden relevanten Sachverhalte vor. Die Gesellschaft ist im Konzernabschluss der staatlichen französischen Eisenbahngesellschaft Société Nationale des Chemins de fer Français (SNCF), St Denis/Frankreich (SNCF Gruppe, größter und gleichzeitig kleinster Konsolidierungskreis) enthalten. Der IFRS-Konzernabschluss der SNCF Gruppe ist bei der französischen Regulierungsbehörde AMF in englischer Sprache erhältlich.
Berlin, den 29. November 2024 Aleksandra Röhricht, Geschäftsführerin Philippe Golder, Geschäftsführer BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Forwardis GmbH, Berlin Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Forwardis GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Forwardis GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 20. Dezember 2024 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Axel Steffen, Wirtschaftsprüfer ppa. Andre Kaszas, Wirtschaftsprüfer Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 27. Dezember 2024 festgestellt. |
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