Fielmann AG & Co. OHG
NortheimStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
Kommanditgesellschaft (KG)
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Fielmann AktiengesellschaftHamburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022GESCHÄFTSBERICHT 2022Die Fielmann-Gruppe ist ein börsennotiertes Familienunternehmen mit Sitz in Hamburg. Über unser Omnichannel-Geschäftsmodell mit digitalen Vertriebskanälen und mehr als 900 Niederlassungen versorgen wir unsere 27 Millionen Kunden europaweit mit Brillen, Kontaktlinsen und Hörsystemen. Kennzahlen
1 Umsatz inkl. MwSt./Bestandsveränderung
Finanzkalender
Der Bericht wird auf Deutsch und Englisch veröffentlicht. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir überwiegend die männliche Form. Männer, Frauen und Personen anderer geschlechtlicher Identitäten sind dabei grundsätzlich in gleicher Weise gemeint und angesprochen. Auf Wunsch übersenden wir Ihnen gerne den Jahresabschluss der Fielmann Aktiengesellschaft. VorwortSehr geehrte Aktionäre und Freunde des Unternehmens,im Jahr 2022 hat unser Familienunternehmen sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Das Umfeld war von der andauernden Coronavirus-Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und den dadurch steigenden Inflationsraten sowie der historisch niedrigsten Konsumstimmung in nahezu allen unseren Märkten geprägt. Rekordumsatz entspricht dem Wachstumspfad der Vision 2025Dass die Fielmann-Gruppe auch in diesem herausfordernden Umfeld weiter wachsen konnte, verdanken wir dem Einsatz und der Innovationskraft unserer großen Familie aus mehr als 22.000 Mitarbeitern, die unsere kundenorientierte Philosophie und unseren Purpose mit Leben füllen. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens hat der Außenumsatz die Schwelle von 2 Milliarden € überschritten - ein Wachstum von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Krisenzeiten kaufen Kunden dort, wo sie garantierte Qualität zu günstigen Preisen erhalten: In der Augenoptik und Hörakustik ist das die Fielmann-Gruppe. In diesem Umfeld verfolgten wir im abgelaufenen Jahr eine Strategie, die sich bereits bei vorangegangenen Strukturreformen und Krisen bewährt hat: Wir haben in Deutschland 2022 antizyklisch in garantiert günstige Preise investiert und so viele Neukunden gewonnen. Insgesamt hat die Fielmann-Gruppe ihre Marktanteile in allen wichtigen Ländern behauptet oder - zum Teil deutlich - ausgebaut. Unser Umsatzwachstum und die Entwicklung der Marktanteile entsprechen dem Wachstumspfad unserer Vision 2025. Unsere Investitionen in die Digitalisierung und Internationalisierung unseres Familienunternehmens führten abermals zu zweistelligem Wachstum unserer digitalen Vertriebskanäle und unserer internationalen Märkte. Investitionen in Digitalisierung sorgen für WachstumIn den letzten Jahren haben wir viel in das Omnichannel-Erlebnis investiert. Immer mehr Kunden können bei Fielmann Brillen online kaufen, ohne dabei auf Qualität verzichten zu müssen. Unsere Investitionen im Rahmen der Vision 2025 zahlen sich aus: Das E-Commerce-Geschäft wuchs im Berichtsjahr um 37 Prozent. Gleichzeitig begeistern wir unsere Kunden mit neuen Omnichannel-Services. Ein Beispiel ist die virtuelle Anprobe, die Fielmann Ventures gemeinsam mit FittingBox entwickelt hat: Durch ein Update im Jahr 2022 können Kunden nun bei der virtuellen Anprobe von Brillen oder Sonnenbrillen mit Sehstärke ihre eigene Brille einfach aufbehalten - egal ob in der Niederlassung oder online. Dieser Service ist besonders für Menschen mit starker Fehlsichtigkeit hilfreich und wird hervorragend angenommen: Mehr als 7 Millionen Kunden haben bereits virtuell Brillen und Sonnenbrillen anprobiert, davon viele mit dem neuen Feature auf Basis unserer innovativen "Diminished Reality"-Technologie. Mit dem weiteren Rollout unserer Omnichannel-Plattform erwarten wir auch in Zukunft zweistellige Wachstumsraten für unser E-Commerce-Geschäft und abermals deutlich mehr Nutzer unserer Omnichannel-Services. Internationalisierung bleibt wichtiger WachstumstreiberAuch bei der Internationalisierung unseres Familienunternehmens haben wir 2022 große Fortschritte erzielt. Insgesamt trugen die internationalen Märkte rund 506 Millionen € und damit 29 Prozent zum Konzernumsatz bei. Mit einem Wachstum von 11 Prozent übertrafen sie erneut unsere Erwartungen. Während viele Märkte in Ost- und Südeuropa in einem herausfordernden Marktumfeld stagnierten, verzeichnete die Fielmann-Gruppe in Tschechien, Italien, Polen, Slowenien und Spanien zweistellige Umsatzzuwächse gegenüber dem Vorjahr. Folglich haben wir in allen diesen Ländern unsere Marktanteile deutlich ausgebaut. Spanien hat sich besonders erfreulich entwickelt: Óptica & Audiología Universitaria konnte den Außenumsatz um 10 Prozent auf 139 Millionen € steigern. Diese hervorragende Leistung unserer Teams in Spanien ist das Ergebnis attraktiver Produkte, bester Preise und herausragenden Services. Um die Expansion auf der iberischen Halbinsel weiter voranzutreiben, hat die Fielmann-Gruppe im Dezember 2022 die Geschäftsanteile an Einzelhandel, Großhandel und Produktion der MFI-Gruppe übernommen. Die Einzelhandelsmarke Medical Óptica Audición ist einer der führenden Augenoptiker und Hörakustiker in Nordspanien. Gemeinsam werden Óptica & Audiología Universitaria und Medica Óptica Audición für alle spanischen Kunden Augenoptik und Hörakustik besser und erschwinglicher machen. So werden wir den spanischen Markt weiter zum Wohle unserer Kunden gestalten und mittelfristig die Marktführerschaft erreichen. Fielmann-Gruppe fokussiert sich auf das ErgebnisNach dem erfolgreichen Umsatzwachstum der Fielmann-Gruppe konzentriert sich der Vorstand nun auf das Ergebnis. Die Preissenkungen für unsere Kunden und die Erhöhung der Gehälter unserer qualifizierten Augenoptiker und Hörakustiker in den deutschen Niederlassungen haben sich 2022 überproportional auf unsere Profitabilität ausgewirkt. Im Berichtsjahr erreichten wir ein EBITDA von 339,8 Millionen € (-14,2 Prozent zum Vorjahr), während das Vorsteuerergebnis (EBT) bei 160,7 Millionen € (-23,4 Prozent zum Vorjahr) und der Gewinn nach Steuern bei 110 Millionen € (-23,9 Prozent zum Vorjahr) lagen. Die Tatsache, dass unser Absatzmarktanteil in Deutschland von 51 Prozent auf 53 Prozent gestiegen ist, zeigt, dass sich die Investitionen in die Preisführerschaft auszahlen. Die Gehaltsanpassungen machen uns zu einem noch attraktiveren Arbeitgeber in einem vom Fachkräftemangel geprägten Markt. Wenn wir sowohl Kunden als auch Kollegen weiter binden und begeistern, werden wir bei einer wirtschaftlichen Erholung überproportional profitieren. Unsere Vorsteuer-Rendite liegt im Berichtsjahr mit 9 Prozent unter dem Ziel einer Marge von 16 Prozent, die wir im Rahmen der Vision 2025 formuliert haben. Wie bereits auf der Hauptversammlung 2022 bekanntgegeben, wurde ein Kostensparprogramm aufgesetzt, um strukturelle Kosten in den kundenfernen Zentralbereichen zu senken. Über die Kostenführerschaft sichern wir uns auch langfristig die Preisführerschaft. Dabei automatisieren und vereinheitlichen wir international unsere Kernprozesse. Weitere wesentliche Treiber zur Steigerung unserer Profitabilität sind unsere Abverkaufsstruktur, unsere attraktiven Eigenmarken sowie unsere Produktivität. Weitere Details zu unserem Kostensparprogramm präsentieren wir auf unserer Hauptversammlung im Juli 2023. Purpose und gesellschaftliches Engagement"Wir helfen allen, die Schönheit der Welt zu hören und zu sehen" - das ist der Purpose der Fielmann-Gruppe, wie ihn mehr als 1.100 Kollegen anlässlich unseres 50-jährigen Jubiläums gemeinsam formuliert haben. Er steht für das Selbstverständnis unseres Familienunternehmens und verbindet unsere sozialen Errungenschaften der Vergangenheit mit der Zukunft, die wir gestalten werden. Wir sind stolz darauf, einen aktiven Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen zu leisten, indem wir eine hervorragende Gesundheitsversorgung für alle Menschen zugänglich machen und gleichzeitig durch günstige Brillen und Hörsysteme Ungleichheiten verringern. Im Geschäftsjahr 2022 konnten wir erfreuliche Fortschritte bei zahlreichen nichtfinanziellen Indikatoren und CSR-Meilensteinen erreichen, auf die wir in unserem Nachhaltigkeitsbericht detailliert eingehen. Zwei Themen bewegten uns im vergangenen Jahr besonders: Erstens stehen wir an der Seite unserer ukrainischen Kunden und Mitarbeiter, die vom russischen Angriff im Februar 2022 und dem noch immer andauernden Krieg stark betroffen sind. Indem wir trotz Schließung der Niederlassungen die Gehälter weiterzahlen und Arbeitsplatzgarantien aussprachen, unterstützen wir unsere ukrainischen Mitarbeiter und ihre Familien. Darüber hinaus hat die Fielmann-Gruppe 2022 gemeinsam mit dem Partner ZEISS mehr als 80.000 ukrainischen Flüchtlingen kostenlos Brillen zur Verfügung gestellt. Zweitens machen wir große Fortschritte dabei, unser Produktsortiment immer nachhaltiger zu gestalten. So freuen wir uns, dass wir die Zertifizierung ISCC Plus (International Sustainability and Carbon Certification) erhalten haben. Diese bescheinigt, wie nachhaltig unsere Produktentwicklung und -herstellung ist. Auch in Zukunft werden wir unsere Kollektion um eine Vielzahl an nachhaltigen Brillenfassungen und Sonnenbrillen ergänzen, sowohl eigenentwickelte Produkte als auch von bekannten Marken. Wir sind zuversichtlich, dass wir so einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten, ressourceneffizienter und nachhaltiger zu werden. AusblickIn der 50-jährigen Geschichte unseres Familienunternehmens sind wir aus Strukturreformen und Krisen stets gestärkt hervorgegangen. Trotz des herausfordernden Marktumfelds konnten wir dank unserer Position als Preisführer in vielen wichtigen Märkten Marktanteile hinzugewinnen und weiter im Einklang mit unserer Vision 2025 wachsen - Pandemien und Krieg zum Trotz. Während das Konsumklima unsere Umsatzerlöse belastet und sich die Kostensteigerungen auf unsere Erträge auswirken, sind wir optimistisch, dass wir mit unserem Kostensparprogramm die notwendigen Einsparungen erzielen werden. Diese investieren wir im Sinne unserer Kunden und werden so mittelfristig wieder das in unserer Vision 2025 avisierte Renditeniveau erreichen. Weil wir uns nun zunehmend auf das Ergebnis konzentrieren, gleichzeitig aber das Investitionstempo weiter hochhalten, erwarten wir 2023 eine positive Entwicklung, insbesondere mit Blick auf unser EBITDA. Als Grundlage für eine größtmögliche finanzielle Handlungsfreiheit werden Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2022 eine reduzierte Dividende von 0,75 € je Aktie empfehlen. Die einbehaltenen Mittel sollen kurzfristig für weitere strategische Investitionen und dabei insbesondere für mögliche Übernahmechancen genutzt werden. Im Namen des Vorstands danke ich unseren Kunden, Mitarbeitern, Partnern, Freunden und besonders herzlich Ihnen, liebe Aktionäre, für Ihre Treue zur Fielmann-Gruppe. Lassen Sie uns gemeinsam weiter allen Menschen helfen, die Schönheit der Welt zu hören und zu sehen.
Hamburg, 11. April 2023 Marc Fielmann VorstandMarc Fielmann (CEO)Strategie, Marketing 1 , IT, Category Management & Einkauf 2 Katja Groß (CHRO)Personal, Organisation Dr. Bastian Körber (CSO)Vertrieb, Marketing 3 , Controlling, Expansion, Category Management 4 Georg Alexander Zeiss (CFO)Finanzen, Immobilien, Recht, Compliance, Materialwirtschaft 5 , Produktion & Logistik
1 Bis 31.7.2022
AufsichtsratVertreter der Anteilseigner
Vertreter der Arbeitnehmer
1 Mitglied im Personalausschuss, Vorsitzender:
Prof. Dr. Mark K. Binz
Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat ist auch im Geschäftsjahr 2022 den ihm durch Gesetz und Satzung übertragenen Aufgaben gewissenhaft nachgekommen. Er hat sich im Berichtsjahr kontinuierlich über alle wichtigen geschäftspolitischen Vorgänge informiert und die Arbeit des Vorstands überwacht sowie beratend begleitet. Bei wichtigen Anlässen gab es auch außerhalb der Sitzungen einen unmittelbaren Informationsaustausch zwischen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und dem Vorstand. Auf der Grundlage schriftlicher und mündlicher Berichte des Vorstands hat sich der Aufsichtsrat im Rahmen seiner Beratungen eingehend mit der Geschäfts- und Finanzlage, der Unternehmensstrategie, der Personalpolitik, der Planung, der Risikoeinschätzung sowie der Compliance-Organisation der Fielmann Aktiengesellschaft befasst. Im Geschäftsjahr 2022 tagte der Aufsichtsrat fünfmal. Bis auf die Sitzung im November 2022 wurden alle Sitzungen per Videokonferenz abgehalten. Bei einer virtuellen Sitzung haben die Aufsichtsratsmitglieder Frau Jana Furcht, Herr Hans Joachim Oltersdorf und Herr Frank Schreckenberg entschuldigt gefehlt. An den anderen Sitzungen haben jeweils alle Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen. Die erste Sitzung fand am 3. März 2022 statt. Nach einem Bericht über das Geschäftsjahr 2021 gab Herr Marc Fielmann einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Dabei hat er auch den russischen Angriff auf die Ukraine thematisiert und über die eingeleiteten Sofortmaßnahmen in Bezug auf die dort in insgesamt 36 Niederlassungen beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichtet. Weitere Gegenstände der Berichterstattung und Beratung waren der Start der neuen Marken-Kampagne, der Stand der Transformation der administrativen Verwaltungsbereiche in eine leistungsfähige Serviceorganisation sowie die Konzernplanung, die im Hinblick auf die volatile Lage drei Szenarien umfasste. Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat mit der Bündelung der Verantwortung für die Entwicklung und das Management der Kernprodukte in dem neu geschaffenen Bereich "Category Management & Purchasing" und beschloss die dazu erforderliche Anpassung der Geschäftsordnung des Vorstands. Am 21. April 2022 folgte die Bilanzsitzung. Nachdem Herr Marc Fielmann über den Verlauf des 1. Quartals 2022 berichtet hatte, informierte Herr Dr. Bastian Körber den Aufsichtsrat ausführlich über die neue Glaspreisstrategie und die ersten Erkenntnisse aus einer Pilotphase in Deutschland. So dann waren der Jahresabschluss und der Konzernabschluss 2021 Gegenstand der Beratung. Herr Wirtschaftsprüfer Patrick Wendlandt und Frau Wirtschaftsprüferin Christina Marquardt von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft berichteten umfassend über die Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2021 und beantworteten die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Anschließend erläuterte Herr Georg Alexander Zeiss auf Nachfrage des Aufsichtsrats ausführlich die Gründe für den Rückgang des EBT. Nach einer Aussprache billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss 2021 nebst jeweiligem Lagebericht, den Vergütungsbericht und die nichtfinanzielle Berichterstattung sowie den vorgelegten Abhängigkeitsbericht und den Nachhaltigkeitsbericht für 2021. Im Anschluss daran wurde über die Frauenquote in den Führungspositionen sowie über das Thema "Diversity" insgesamt in der Belegschaft beraten, nachdem Frau Katja Groß hierzu ausführlich berichtet hatte. Abschließend wurden die Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung verabschiedet und der Beschluss gefasst, auch die Hauptversammlung 2022 gemäß den Bestimmungen des COVID 19-Gesetzes ohne physische Präsenz der Aktionäre abzuhalten. Am 7. Juli 2022 fand eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung statt, deren Hauptthema die Erweiterung der Produktions- und Logistikkapazitäten war. Hierzu berichtete der Vice President für Produktion und Logistik ausführlich dem Aufsichtsrat. Er wies darauf hin, dass eine solche Erweiterung unerlässlich sei, um die Ziele der Vision 2025 zu erreichen. Deshalb solle die Kapazität in Rathenow ausgeweitet und in der tschechischen Stadt Chomutov ein weiterer Produktions- und Logistikstandort errichtet werden. Nach eingehender Diskussion fasste der Aufsichtsrat einstimmig die Richtungsentscheidung, in Tschechien einen neuen Produktions- und Logistikstandort zu errichten, und erklärte die Bestätigung dazu, dass die Lagerlogistik in Rathenow umfassend optimiert werden soll. Im Anschluss an die Hauptversammlung am 14. Juli 2022 fand die dritte ordentliche Aufsichtsratssitzung statt. Nach einem kurzen Rückblick auf die Hauptversammlung war die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr Gegenstand der Berichterstattung durch den Vorstand. Sodann thematisierte Herr Marc Fielmann die Kostenentwicklung. Anschließend berichtete Herr Dr. Bastian Körber über die Einführung der neuen Glaspreise in den deutschen Niederlassungen und in der Schweiz sowie über den Stand der internationalen Expansion. Nachdem Herr Marc Fielmann die Berichterstattung mit einer Prognose für das laufende Geschäftsjahr abgeschlossen hatte, wurden Fragen und Anregungen von Aufsichtsratsmitgliedern beantwortet bzw. erörtert. In der Aufsichtsratssitzung am 24. November 2022 war zunächst der Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen Gegenstand der Berichterstattung durch den Vorstand. Dabei ging Herr Marc Fielmann rückblickend auch auf das 50-jährige Jubiläum von Fielmann ein, das nicht nur ausgiebig mit den Mitarbeitenden gefeiert wurde, sondern sich im Rahmen der Jubiläumswoche auch als ein großer wirtschaftlicher Erfolg erwiesen hat. Thematisiert wurden des Weiteren fünf strategische Drei-Jahres-Ziele, durch deren Umsetzung die nach der Vision 2025 angestrebte Vorsteuerrendite erreicht werden soll. Außerdem legte der Vorstand die Planung für 2023 sowie die Rahmenplanung 2024-2025 unter dem Vorbehalt dar, in der März-Sitzung 2023 noch konkretere Zahlen zu liefern. Nach der Beantwortung von Fragen seiner Mitglieder nahm der Aufsichtsrat einstimmig die Planungen in Erwartung der detaillierteren Zahlen zustimmend zur Kenntnis. In dieser letzten Sitzung im Jahr 2022 berichteten zudem Frau Katrin Pietschmann (Geschäftsführerin Fielmann Ventures GmbH) und Herr Thomas Rützel (Director Group Strategy) über M&A-Projekte. Unter anderem ging es dabei um die bereits erfolgte Beteiligung an einem israelischen Unternehmen, das Technologieführer bei sogenannten adaptiven Brillengläsern ist. Außerdem berichtete der Vorstand, man wolle die Marktführerschaft in Spanien auch durch weitere Zukäufe erreichen und habe bereits passende Kaufobjekte gefunden. Nach ausführlicher Erläuterung der geplanten Akquisition und Beantwortung von Fragen durch den Vorstand stimmte der Aufsichtsrat dem Erwerb von drei spanischen Gesellschaften der MFI-Gruppe einstimmig zu. Im Geschäftsjahr 2022 hatten der Personalausschuss, der Nominierungsausschuss und der Vermittlungsausschuss i.S.d. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz keinen Anlass zusammenzutreten. Der Prüfungsausschuss ist im Berichtsjahr in insgesamt vier Sitzungen, davon zwei virtuell, seinen Aufgaben nachgekommen. In allen Sitzungen stand aus dem Vorstand Herr Georg Alexander Zeiss dem Prüfungsausschuss Rede und Antwort. Außerdem wurden in den Sitzungen Mitarbeiter aus den Bereichen Rechnungswesen und Finanzen gehört und befragt. An der Sitzung am 13. April 2022 nahmen vom Abschlussprüfer Deloitte Herr Wirtschaftsprüfer Patrick Wendlandt und Frau Wirtschaftsprüferin Christina Marquardt teil. Mit diesen führte der Prüfungsausschuss zu Beginn der Sitzung ohne Beisein weiterer Personen ein Gespräch über den Verlauf und die Ergebnisse der Abschlussprüfung 2021. In der Sitzung vom 13. Juli 2022 fasste der Prüfungsausschuss Beschluss über ein Auswahlverfahren betreffend den Wirtschaftsprüfer, der für die Prüfung des Geschäftsjahres 2023 vorgeschlagen werden soll. In der letzten Sitzung am 23. November 2022 hat sich der Prüfungsausschuss unter anderem mit den Prüfungsschwerpunkten der Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2022 befasst. Der Aufsichtsrat überprüft fortlaufend und zusätzlich einmal jährlich anhand eines ausführlichen Fragebogens das Vorliegen von Interessenkonflikten seiner Mitglieder. Die Aufsichtsratsmitglieder sind zudem aufgefordert, potenzielle Interessenkonflikte mitzuteilen. Im Geschäftsjahr 2022 lagen keine Interessenkonflikte vor. Der Jahresabschluss der Fielmann Aktiengesellschaft und der gemäß § 315a Handelsgesetzbuch auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 sowie der Bericht über die Lage der Fielmann Aktiengesellschaft und des Konzerns sind durch den Abschlussprüfer, die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen worden. Diese Unterlagen, einschließlich des Gewinnverwendungsvorschlags des Vorstands, die jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vorlagen, wurden vom Aufsichtsrat geprüft und in der Bilanzsitzung am 13. April 2023 in Gegenwart von Herrn Wirtschaftsprüfer Patrick Wendlandt und Frau Wirtschaftsprüferin Christina Marquardt, die über den Prüfungsverlauf und die wesentlichen Ergebnisse der Abschlussprüfung berichteten und die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder dazu beantworteten, eingehend erörtert. Das Gremium hat nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt, womit der Jahresabschluss zugleich festgestellt ist. Der Aufsichtsrat befürwortet den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands und schließt sich diesem an. Dem für 2022 vorgelegten Nachhaltigkeitsbericht sowie dem Vergütungsbericht und der nichtfinanziellen Berichterstattung stimmte der Aufsichtsrat ebenfalls zu. Der Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) im Geschäftsjahr 2022 wurde ebenfalls vom Abschlussprüfer geprüft und mit der uneingeschränkten Bestätigung versehen, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war. Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands geprüft und sich in der Bilanzsitzung am 13. April 2023 das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer berichten lassen. Gegen den Bericht des Vorstands und dessen Prüfung durch den Abschlussprüfer erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat bedankt sich beim Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die hervorragende und sehr erfolgreiche Arbeit im vergangenen Geschäftsjahr.
Hamburg, 13. April 2023 Professor Dr. Mark K. Binz, Vorsitzender des Aufsichtsrats Fielmann Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022VorbemerkungDer Konzernabschluss der Fielmann Aktiengesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2022 wurde nach den im Berichtszeitraum gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS einschließlich International Accounting Standards) unter Berücksichtigung der Verlautbarungen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) und des ehemaligen Standard Interpretations Committee (SIC) erstellt, soweit sie in der EU gelten und im Geschäftsjahr verpflichtend anzuwenden waren. Ergänzend sind die nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet worden. Die Segmentberichterstattung erfolgt entsprechend der Steuerung der Fielmann-Gruppe nach den Absatzmärkten Deutschland, Schweiz, Österreich, Spanien sowie Übrige. Unternehmensprofil der Fielmann-GruppeUnternehmensprofilFielmann steht für Brillenmode, Kontaktlinsen und Hörakustik zum fairen Preis. Europaweit vertrauen über 27 Millionen Kunden der Fielmann-Gruppe. Als Marktführer in Zentraleuropa und eines der größten augenoptischen Unternehmen weltweit betreiben wir ein Omnichannel-Vertriebsnetz unter unserem eigenen Namen, aber auch unter Marken wie Optika Clarus in Slowenien oder Óptica & Audiología Universitaria und Medical Óptica Audición in Spanien. Fielmann ist tief in der augenoptischen Branche verwurzelt. In Deutschland erreicht Fielmann einen Absatz-Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Unseren Erfolg verdanken wir unseren Kunden sowie unseren kompetenten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die kundenorientierte Fielmann-Philosophie "Der Kunde bist Du" leben: Unabhängig vom Preis finden unsere insgesamt 22.631 Mitarbeiter der Fielmann-Gruppe für jeden Kunden eine individuelle Lösung. Wir denken langfristig. Kundenzufriedenheit und Kundentreue sind für uns wichtiger als kurzfristiger Profit. Die Fielmann-Gruppe deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Augenoptik ab, ist Designer, Produzent, Großhändler und Augenoptiker. Mit unserer internationalen Supply Chain und Produktionskapazitäten in ganz Europa sichern wir uns die Kontrolle über Qualität und Kosten. Mit der Vision 2025 gestalten wir die augenoptische Branche zum Vorteil für alle Kunden - ohne Kompromisse bei der Qualität zu machen. Die erstmals in 2019 kommunizierte Vision zielt auf Digitalisierung und Internationalisierung unsere Familienunternehmens ab. Trotz Coronavirus-Pandemie, Ukraine-Krieg und gestiegener Inflation liegt die Fielmann-Gruppe auf dem Wachstumspfad der Vision 2025, erreichte 2022 erstmals einen Außenumsatz von mehr als 2 Milliarden Euro. OrganisationsstrukturDie Fielmann Aktiengesellschaft mit Sitz in Hamburg ist die Muttergesellschaft der Fielmann-Gruppe. Sie betreibt Niederlassungen und digitale Vertriebskanäle unter der Marke Fielmann und beteiligt sich darüber hinaus an regional erfolgreichen Unternehmen im Bereich Augenoptik und Hörakustik, die unter eigener Marke agieren. Hierzu zählen unter anderem die 2019 erworbene Optikerkette Okulistika Clarus in Slowenien und die Ende 2020 akquirierte Optikerkette Óptica & Audiología Universitaria in Spanien, welche über die Beteiligung an der Óptica del Penedés, S.L. gehalten wird. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 übernahm die Fielmann-Gruppe 100 Prozent der Anteile an Einzelhandel, Großhandel und Produktion der MFI-Gruppe. Unter dem Namen Medical Óptica Audición ist die Gesellschaft mit 19 Fachgeschäften und einem Online-Shop Marktführer im Baskenland und einer der führenden Augenoptiker und Hörakustiker in Nordspanien. Ferner waren eine augenoptische Oberflächen- und Randschleiferei sowie eine Produktion persönlicher Schutzausrüstung Teil der Transaktion. Insgesamt verfügte die Fielmann-Gruppe zum Jahresende 2022 über europaweit 968 Niederlassungen (Vorjahr: 913 Niederlassungen). Die Herstellung der augenoptischen Produkte und die Logistik zählen ebenfalls zur Geschäftstätigkeit der Fielmann Aktiengesellschaft. Die Fielmann Aktiengesellschaft ist an der Frankfurter Wertpapierbörse im Prime Standard notiert und gehört dem Auswahlindex SDAX an. Die Familie Fielmann kontrolliert über die KORVA SE, mehrere Stiftungen und über direkte Anteile 72,91 Prozent der Aktien der Fielmann Aktiengesellschaft. Der Streubesitz beläuft sich auf 27,09 Prozent. Vorstand und AufsichtsratDie Fielmann Aktiengesellschaft orientiert sich bei ihrer Ausgestaltung von Leitung und Kontrolle an den im Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) aufgeführten Standards einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Für die Leitung der Fielmann-Gruppe ist der aus vier Personen bestehende Vorstand der Fielmann Aktiengesellschaft verantwortlich. Vertreten wird die Gesellschaft durch zwei Vorstandsmitglieder gemeinsam oder durch ein Vorstandsmitglied mit einem Prokuristen. Der Vorstand arbeitet vertrauensvoll mit dem Aufsichtsrat zusammen und wird von diesem kontrolliert. Den Vorstandsvorsitz hat Marc Fielmann mit Ressortzuständigkeit für Strategie, IT sowie Category Management & Einkauf inne. Katja Groß führt das Personalressort, das auch die Organisation umfasst. Georg Alexander Zeiss ist für die Ressorts Finanzen, Immobilien, Recht, Compliance sowie Produktion & Logistik verantwortlich. Die Ressortverantwortung von Dr. Bastian Körber umfasst den Vertrieb, das Marketing, das Controlling und die Expansion. Dem nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes formierten Aufsichtsrat der Fielmann Aktiengesellschaft gehören 16 Personen an (sechs Frauen und zehn Männer). Er berät neben seiner Kontrollfunktion den Vorstand bei wesentlichen Aufgaben und Geschäftsvorfällen. Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Der Aufsichtsrat hat zur Steigerung der Effizienz seiner Tätigkeit einen Personalausschuss, einen Prüfungsausschuss sowie einen Vermittlungs- und einen Nominierungsausschuss gebildet. Der Aufsichtsrat folgte damit der Empfehlung der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex und den gesetzlichen Anforderungen. Konzernerklärung zur UnternehmensführungDie Standards der Unternehmensführung sind gemäß §§ 315d, 289f HGB in der Erklärung zur Unternehmensführung dargestellt. Sie enthält die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, die von Vorstand und Aufsichtsrat der Fielmann Aktiengesellschaft im Dezember 2022 abgegeben wurde. Die Erklärung zur Unternehmensführung ist unter www.fielmann-group.com dauerhaft öffentlich zugänglich. Sie ist zudem Teil des Geschäftsberichts und des Konzernlageberichts. GeschäftsmodellDie Fielmann-Gruppe deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Augenoptik ab, ist Designer, Produzent, Großhändler und Augenoptiker. Mit unserer internationalen Supply Chain und Produktionskapazitäten in Europa und China sichern wir uns die Kontrolle über Qualität und Kosten. Um das Design der Eigenmarken Kollektionen kümmert sich ein internationales Team. Fielmann arbeitet darüber hinaus eng mit allen großen Herstellern zusammen und kann den Kunden so eine breite Auswahl bei Brillengläsern und Fassungen, vom Einstiegs- bis zum Luxussegment, zum garantiert günstigen Preis anbieten. Im brandenburgischen Rathenow befindet sich unser größter Produktions- und Logistikstandort. Unter einem Dach fertigt Fielmann dort auftragsbezogen Mineral- und Kunststoffgläser, fügt sie in der Randschleiferei mit der bestellten Fassung zur individuellen Brille zusammen und liefert sie im Nachtsprung in die Niederlassungen. Weitere Produktions- und Logistikstandorte im Eigenbetrieb, im Joint Venture oder durch die Beauftragung Dritter dienen der schnelleren Versorgung der Kunden durch die Auslandsgesellschaften und den Versandhandel. Im Berichtsjahr wurden im Tagesdurchschnitt mehr als 17.000 Gläser (Vorjahr: 18.000 Gläser) ausgeliefert und über 55.000 Aufträge (Vorjahr: 52.000 Aufträge) abgewickelt. In Summe produzierte Fielmann 4,3 Millionen Gläser aller Veredelungsstufen und versendete 8,5 Millionen Brillenfassungen in die Niederlassungen (Vorjahr: 4,5 Millionen Gläser, 8,3 Millionen Brillenfassungen). Im tschechischen Chomutov entsteht derzeit eine hochmoderne Logistikstätte, die sich über eine Fläche von 37.000 Quadratmetern erstreckt und bei Bedarf auch als Produktionsstätte genutzt werden kann. Das vollautomatische Shuttle-Lager des angeschlossenen Fulfillment-Centers ist auf einen Umschlag von bis zu 8 Millionen Artikeln ausgelegt. Insgesamt plant die Fielmann-Gruppe, einen mittleren zweistelligen Millionen Euro Betrag am tschechischen Standort Chomutov zu investieren. Das Produktsortiment der Fielmann-Gruppe im Bereich der Augenoptik umfasst Brillenfassungen, Brillengläser, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen, Schutzbrillen, Zubehör und Accessoires sowie Handelswaren aller Art. Auf Brillengläser entfallen dabei rund zwei Drittel des Umsatzes. Der mit Abstand wichtigste Vertriebskanal sind die Niederlassungen der Fielmann-Gruppe in Zentraleuropa. Ausschlaggebend für die hohe Zufriedenheit und Treue unserer Kunden sind unsere große Produktauswahl zu garantiert günstigen Preisen, kostenlose Services, eine hervorragende Qualität und die Fachkompetenz unserer Mitarbeiter. Unser Omnichannel-Geschäftsmodell kombiniert digitale Vertriebskanäle mit der persönlichen Beratung in mehr als 960 Niederlassungen. Mit dem Rollout unserer Omnichannel-Plattform soll in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum des Versandumsatzes auf annähernd 20 Prozent des Konzernumsatzes erreicht werden. Rund 9,1 Millionen Kunden in Deutschland und Österreich haben sich für die Nulltarif-Versicherung von Fielmann und der HanseMerkur entschieden (Vorjahr: 9,0 Millionen Kunden). Bei Sehstärkenveränderung (ab 0,5 Dioptrien) erhalten sie kostenlos neue Nulltarif-Gläser, bei Bruch oder Beschädigung bekommen sie ebenfalls jederzeit kostenlosen Ersatz. Zudem haben sie nach Ablauf von zwei Jahren Anspruch auf eine neue Brille aus der Nulltarif-Kollektion. Neben dem Augenoptik-Bereich bietet die Fielmann-Gruppe ihren Kunden bereits an 352 Standorten (Vorjahr: 312 Standorte) in den Ländern Deutschland, Schweiz, Österreich und Spanien Hörsysteme und Akustikservices zu einem garantiert günstigen Preis an. Markt und EinflussfaktorenDie Fielmann-Gruppe agiert sowohl im Bereich Augenoptik als auch in der Hörakustik in attraktiven Wachstumsmärkten. Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist dabei die demografische Entwicklung: Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Brillenträger deutlich. In der zweiten Lebenshälfte sind nahezu alle Menschen auf eine Sehhilfe angewiesen. Normalsichtige benötigen eine Lesebrille, während Fehlsichtige, die schon in jungen Jahren eine Brille tragen, später in aller Regel eine Fern- und Nahkorrektur benötigen. Auch bei Fielmann steigt dadurch der Anteil von Gleitsichtgläsern, die einen höheren Wert aufweisen. Auch bei Sonnenbrillen mit Korrektionsbrillengläsern wird die Nachfrage nach Einschätzung von Fielmann überproportional wachsen, zumal aktuell nur 45 Prozent (Quelle: SPECTARIS Branchenreport Augenoptik 2020/2021) aller Brillenträger eine Sonnenbrille mit ihrer Stärke tragen. Zugleich führt das häufige Nahsehen, etwa beim Lesen und Arbeiten am Computer oder der Mediennutzung über Smartphones, ebenso wie der Mangel an Tageslicht Studien zufolge bereits bei Kindern und Jugendlichen zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr zu einem starken Längenwachstum des Augapfels und einer entsprechenden Verminderung der Sehfähigkeit. Immer mehr Kinder und Jugendliche brauchen daher eine Brille oder Kontaktlinsen. Schon heute sind mehr junge Menschen betroffen als noch vor wenigen Jahrzehnten. So trägt in Deutschland etwa einer von zehn Grundschülern bereits eine Brille. Gemäß einer Studie des Kuratoriums Gutes Sehen e. V. hat sich seit 1952 der Anteil der Brillenträger in der Altersklasse der 20- bis 29-Jährigen mehr als verdoppelt. In der Altersklasse der 30- bis 44-Jährigen stieg der Anteil der Brillenträger um mehr als 55 Prozent. Auch im Bereich Hörakustik ist Marktwachstum vorgezeichnet. Nach Angaben der WHO leiden rund 5 Prozent der Weltbevölkerung bzw. 430 Millionen Menschen unter einer behandlungsbedürftigen Hörminderung, für das Jahr 2050 wird ein Anstieg auf 700 Millionen Menschen prognostiziert. In der EU haben 34,4 Millionen Menschen eine beeinträchtigende Hörminderung - rund zwei Drittel davon sind noch nicht mit Hörsystemen versorgt. Unbehandelter Hörverlust geht durch den kognitiven Leistungsverlust mit einem erhöhten Risiko einher, an einer Demenz oder Depression zu erkranken. Studien gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 15 Millionen Menschen eine Hörbeeinträchtigung aufweisen, mit steigender Tendenz. Betroffen sind dabei nicht nur ältere Menschen ab 60. Auch immer mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene leiden unter Beeinträchtigungen. Verschiedene Studien dokumentieren eine wachsende Anzahl von jungen Menschen mit Hörverlust und Tinnitus. Das Konsumverhalten wird zunehmend durch digitale Technologien geprägt. Beschleunigt durch die Coronavirus-Pandemie hat sich das Konsumverhalten noch stärker in Richtung E-Commerce verlagert. In der Augenoptik- und Hörakustik-Branche werden sich nach Einschätzung von Fielmann Omnichannel-Geschäftsmodelle durchsetzen, insbesondere auch deshalb, weil Messtechnologien noch nicht in der erforderlichen Qualität online abbildbar sind. Fielmann konzentriert sich deshalb auf die enge Verzahnung von stationären Niederlassungen und digitalen Services mit dem Ziel, ein konsistentes Kundenerlebnis über alle Vertriebskanäle hinweg zu schaffen. Die Märkte für Augenoptik und Hörakustik sind durch eine zunehmende Konsolidierung gekennzeichnet, die auch die Fielmann-Gruppe vorantreibt. Regulatorisches UmfeldDie Mehrheit aller durch die Fielmann-Gruppe vertriebenen Produkte sind Medizinprodukte. Die Herstellung und der Vertrieb dieser Produkte ist in vielen Märkten streng reguliert und unterliegt vielen Auflagen. Im Bereich der Augenoptik spielen Erstattungen durch Krankenkassen in den meisten westlichen Märkten - mit Ausnahme der USA und Frankreichs - nur noch eine untergeordnete Rolle. In Deutschland werden Brillen und Kontaktlinsen von den meisten Kunden privat gezahlt, wenngleich einige private Krankenversicherungen Leistungen übernehmen. Die erstattungsfähigen Leistungen durch die gesetzlichen Krankenkassen mit der Gesundheitsreform 2004 - nach dem Wegfall der Kostenübernahme für Fassungen Ende der 90er-Jahre - nochmals enorm eingeschränkt. Im Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) sind fast alle Bestimmungen zur gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland geregelt. Es bildet somit die gesetzliche Grundlage für die Versorgung von gesetzlich Krankenversicherten mit Hilfsmitteln wie Sehhilfen und Hörsystemen. Die 2019 durch das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) aktualisierte Hilfsmittel-Richtlinie enthält weitergehende Regelungen zur Versorgung mit Sehhilfen und Hörsystemen über die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Damit haben nur noch Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre grundsätzlich einen Anspruch auf Korrektionsgläser. Volljährige Versicherte haben nur dann einen Anspruch auf Korrektionsgläser, wenn sie auf beiden Augen eine extreme Sehschwäche aufweisen, ihre Sehleistung auf dem besseren Auge bei bestmöglicher Korrektur also höchstens 30 Prozent erreicht, sowie bei Notwendigkeit einer therapeutischen Sehhilfe zur Behandlung einer Augenerkrankung oder -verletzung. Zusätzlich haben seit 2017 Versicherte, die wegen einer Kurz- oder Weitsichtigkeit Gläser mit einer Brechkraft von mindestens 6 Dioptrien oder wegen einer Hornhautverkrümmung von mindestens 4 Dioptrien benötigen, einen Anspruch auf Korrektionsgläser zur Verbesserung der Sehschärfe. Auch für andere Sehhilfen wie Kontaktlinsen und vergrößernde Sehhilfen ist bei bestimmten Indikationen die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen möglich. Die Kostenübernahme erfolgt in Höhe der vom GKV-Spitzenverband festgelegten, seit Oktober 2021 neu geltenden Festbeträge bzw. der von ihrer Krankenkasse mit den Augenoptikern vereinbarten Vertragspreise. Dabei ist eine aufzahlungsfreie Grundversorgung durch den Augenoptiker anzubieten. Darüberhinausgehende Leistungen sind mit privater Zuzahlung möglich. Die Hilfsmittel-Richtlinie ermöglicht es Augenoptikern, hochgradig fehlsichtige Personen, die gesetzlich versichert sind, bei Folgeversorgungen ohne Mitwirkung eines Augenarztes mit Sehhilfen zur Verbesserung der Sehschärfe zu versorgen, wobei die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Im Bereich Hörakustik haben gesetzlich Krankenversicherte in Zentraleuropa zumeist einen Anspruch auf eine Hörsystemversorgung, die nach dem aktuellen Stand der Medizintechnik eine bestmögliche Angleichung an das Gehör eines Normalhörenden gewährleistet. In weitgehend deregulierten Märkte, wie beispielsweise Spanien oder den USA, werden hingegen von den meisten Krankenkassen keine Leistungen in der Hörakustik erstattet. Um auch zukünftig den Versicherten eine vollumfängliche Leistung garantieren zu können, wurden in Deutschland die Festbeträge mit Wirkung zum 1. April 2022 auf 749 € je Hörgerät inkl. Otoplastik festgesetzt. Durch Rahmenverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen sind Hörakustiker in Deutschland verpflichtet, die Versorgung für den Kunden bereits zum Nulltarif und mit Nachlässen gegenüber den Krankenkassen sicherzustellen, was Anbietern mit wettbewerbsfähigen Angeboten wie Fielmann Vorteile verschaffen kann. In Österreich werden Zuzahlungen zwischen 792 € und 2.100 € gewährt, in der Schweiz in Abhängigkeit der Versicherung bis zu 840 CHF. In Spanien sind derartige Leistungen durch gesetzliche Krankenkassen nicht abgedeckt. Markt- und TechnologiepositionAls Marktführer in Zentraleuropa mit hohem Eigenfertigungsgrad und durchgängiger Wertschöpfungskette in der Augenoptik besitzt die Fielmann-Gruppe Kontrolle über Qualität und Kosten und kann ihre Wettbewerbsvorteile im Markt zum Wohle der Kunden nutzen. Die Fielmann-Gruppe weist eine in der Branche herausragende Produktivität auf: So liegt die durchschnittliche Anzahl verkaufter Brillen in Zentraleuropa mit etwa 30 Brillen pro Tag in etwa beim Zehnfachen des Absatzes eines traditionellen Augenoptikers und beim Vierfachen eines Fachgeschäfts filialisierter Mitbewerber. Supercenter von Fielmann erreichen sogar einen täglichen Absatz von mehr als 180 Brillen. Der Jahresumsatz pro Fielmann-Niederlassung betrug in Deutschland durchschnittlich 2,3 Millionen € (2021: Vorjahr: 2,2 Millionen €), verglichen mit 0,3 Millionen € bei traditionellen augenoptischen Fachgeschäften. In Österreich erreichen unsere Standorte einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 2,4 Millionen € (2021: Vorjahr: 2,4 Millionen €), in der Schweiz 5,6 Millionen € (2021: Vorjahr: 5,0 Millionen €). Eigene Produktionskapazitäten in Rathenow sowie unsere internationale Supply Chain sichern uns die Kontrolle über Qualität und Kosten. Fielmann kann Brillen zu niedrigeren Preisen abgeben als die Konkurrenz, weil wir direkt bei Herstellern in großen Mengen beziehen, von denen die großen Marken kaufen, und weil wir selber produzieren. Kostenvorteile geben wir an unsere Kunden weiter. Die Fielmann-Gruppe versorgt 27 Millionen Kunden. Millionfache Befragungen, die wir jedes Jahr durchführen, belegen nicht nur eine hohe Allgemeinzufriedenheit, sondern insbesondere auch eine besonders hohe Wiederkauf- und Weiterempfehlungsabsicht. Die Altersstruktur ist ebenfalls ein Pluspunkt: Fielmann-Kunden sind jünger als die Durchschnittskunden der traditionellen Mitbewerber. Hierdurch dürfte der Gleitsichtanteil in den nächsten Jahren überproportional ansteigen. Der Ausbau des Hörakustik-Geschäfts kann weitgehend innerhalb der Bestandskunden erfolgen. Dank der frühzeitigen Investition in ein Omnichannel-Geschäftsmodell befindet sich Fielmann zudem in einer vorteilhaften Technologieposition. Ob die Kunden nur Inspiration finden, verschiedene Styles testen oder ihre neue Lieblingsbrille digital anprobieren möchten: Mit der virtuellen Anprobe von Fielmann können sie viele Brillenmodelle schon unterwegs mit dem Smartphone oder bequem von zu Hause auswählen. Unsere Kunden können auch auf ein großes Sortiment an Sonnenbrillen zugreifen, online bestellen und sich nach Hause liefern lassen. Über ihre Technologie- und Investmentgesellschaft Fielmann Ventures entwickelt und fördert die Fielmann-Gruppe regelmäßig disruptive Produktideen und Geschäftsmodelle. Im Geschäftsjahr 2022 erwarb die Fielmann Ventures 10 Prozent der Anteile an Deep Optics, einem führenden Deep-Tech-Unternehmen und Entwickler in der Elektro-Optik. Strategie der Fielmann-GruppeDie kundenorientierte Philosophie der Fielmann-Gruppe - "Der Kunde bist Du" - ist der Leitfaden für die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Unsere Mitarbeiter beraten unsere Kunden so, wie sie selbst beraten werden möchten: fair, freundlich, kompetent und vor allem unabhängig vom Preis. Zugleich engagiert sich Fielmann gesellschaftlich - aus der Überzeugung, dass ein Unternehmen nur in einem intakten und sozial ausgewogenen Umfeld dauerhaft erfolgreich sein kann. Wachstumstreiber in BestandsmärktenIn unseren Bestandsmärkten schreitet die Konsolidierung der Augenoptik- und Hörakustik-Branche voran. Die Fielmann-Gruppe ist ein wesentlicher Treiber dieser Konsolidierung, kann Kunden durch hohe Produktivität und Kostendisziplin garantierte Qualität und besten Service zu garantiert günstigen Preisen bieten. Der Rollout unserer Omnichannel-Vertriebsplattform, die Eröffnung neuer Niederlassungen, die Modernisierung und die Vergrößerung bestehender Niederlassungen und der Umzug in noch attraktivere Lagen bescheren uns regelmäßig verlässliche Umsatzzuwächse. Ein weiterer Wachstumstreiber ist die steigende Anzahl an Brillenträgern: Das häufige Nahsehen, etwa beim Lesen und Arbeiten am Computer oder der Mediennutzung über Smartphones, sowie der Mangel an Tageslicht führen gemäß Studien zu einer deutlichen Steigerung der Brillenträger in den jüngeren Alterssegmenten. Gemäß einer Studie des Kuratoriums Gutes Sehen e. V. hat sich seit 1952 der Anteil der deutschen Brillenträger in der Altersklasse der 20- bis 29-Jährigen mehr als verdoppelt, in der Altersklasse der 30- bis 44-Jährigen stieg der Anteil der Brillenträger um mehr als 55 Prozent. Diese Entwicklung wird sich international fortsetzen. Ferner führt der demografische Wandel in unseren Bestandsmärkten dazu, dass die alternde Bevölkerung immer mehr Brillen benötigt. Waren 1970 noch 33 Millionen deutsche Bundesbürger älter als 40 Jahre, sind es heute mehr als 46 Millionen, die von einer Gleitsichtbrille profitieren. Gleitsichtgläser, die man in der zweiten Lebenshälfte benötigt, haben eine komplizierte Oberflächengeometrie. Ihre aufwändige Anpassung macht sie im Durchschnitt viermal teurer als Einstärkengläser. Und der demografische Wandel befördert ebenfalls das Wachstum des Hörakustikmarkts. Nach Angaben der WHO leiden rund 5 Prozent der Weltbevölkerung bzw. 430 Millionen Menschen unter einer behandlungsbedürftigen Hörminderung, für das Jahr 2050 wird ein Anstieg auf 700 Millionen Menschen prognostiziert. In der EU haben 34,4 Millionen Menschen eine beeinträchtigende Hörminderung - rund zwei Drittel davon sind noch nicht mit Hörsystemen versorgt. Das margenstarke Geschäft bietet vor allem in der Altersgruppe der Best Ager großes Wachstumspotenzial. Deshalb ergänzt die Fielmann-Gruppe ihr augenoptisches Produkt- und Serviceangebot in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien um Hörsysteme: Die Anzahl der Niederlassungen mit integriertem Hörakustik-Studio stieg im Berichtsjahr auf 352 Standorte (Vorjahr: 312 Standorte), insgesamt wurden 2022 mehr als 100.000 Hörsysteme angepasst. Die Ausweitung des Angebots in weitere Länder ist in Prüfung. Vision 2025Unser Selbstverständnis ist es, allen Menschen zu helfen, die Schönheit in der Welt zu hören und zu sehen. Mit der Vision 2025 folgen wir unserer kundenfreundlichen Philosophie, digitalisieren und internationalisieren das Geschäftsmodell unseres Familienunternehmens. Von der 2019 veröffentlichten Vision 2025 haben wir anspruchsvolle Wachstumsziele für die Fielmann-Gruppe abgeleitet: Wir streben bis zum Jahr 2025 einen Außenumsatz inklusive Mehrwertsteuer und Bestandsveränderungen von mehr als 2,3 Milliarden € an. Grundlage dafür sind eine gleichbleibend hohe Kundenzufriedenheit und Wiederkaufraten von mehr als 90 Prozent in allen relevanten Märkten. Das organische Wachstum in bestehenden Märkten ergänzen wir gezielt um die Erschließung neuer Märkte mit unseren Marken und gezielte Zukäufe von Unternehmen, die unseren Werten entsprechen, spezielle Expertise einbringen oder regionale Kundenbedürfnisse erfüllen. Um das Wachstum zu befördern, investiert die Fielmann-Gruppe seit 2019 in erheblichem Umfang in die Digitalisierung und Internationalisierung des Geschäftsmodells. Dies führt zu starkem Wachstum in den digitalen Vertriebskanälen und im Auslandsgeschäft. DigitalisierungSeit 2016 entwickeln wir unser Omnichannel-Geschäftsmodell stetig weiter. Im Zentrum der Digitalstrategie steht der Ausbau unserer Omnichannel-Plattform: Sie verbindet die persönliche Vor-Ort-Beratung in der Niederlassung mit dem bequemen Online-Erlebnis zuhause oder unterwegs. Während sich Kontaktlinsen und Sonnenbrillen in gleicher Qualität auch im Versand anbieten lassen, sind bei Korrektionsbrillen und Hörsystemen individuelle Messungen und Anpassungen erforderlich. Die Fielmann-Gruppe hat bislang insgesamt zweistellige Millionenbeträge in die kundenorientierte Digitalisierung dieser Messprozesse investiert, um dem Kundenwunsch nach einem Online-Brillenkauf in Fielmann-Qualität zu entsprechen. Während der Online-Sehtest weiterhin in der Entwicklungs- und Erprobungsphase ist, konnte die Online-Zentrierung von Brillengläsern in den vergangenen Jahren bereits in mehrere digitale Vertriebskanäle integriert werden. Darüber hinaus konnten durch die Zusammenarbeit mit dem Augmented-Reality-Spezialisten FittingBox S.A., an dem Fielmann seit 2018 einen Anteil von rund 20 Prozent hält, relevante Schlüsseltechnologien wie die 3D-Brillenanprobe in die Omnichannel-Plattform der Fielmann-Gruppe integriert werden. Dabei müssen Kunden zum virtuellen Anprobieren einer neuen Brille ihre aktuelle Brille heute nicht mehr absetzen. Zur Digitalstrategie der Fielmann-Gruppe zählen auch strategische Investitionen in disruptive Technologien sowie neue Geschäftsmodelle und innovative Produkte: So hat sich die Fielmann Ventures, der Venture- und Investmentarm der Fielmann-Gruppe, im November 2022 mit 10 Prozent an Deep Optics, einem führenden Deep-Tech-Unternehmen und Entwickler in der Elektro-Optik, beteiligt. Damit war Fielmann Ventures der Lead Investor in einer Series C Finanzierungsrunde, die es dem Anbieter adaptiver Brillen ermöglicht, seine disruptive Brillenglas-Technologie weiterzuentwickeln. Die Investitionen zahlen sich bereits jetzt aus: Unser E-Commerce-Geschäft wuchs im Berichtsjahr um 37 Prozent und die Nutzung unserer Omnichannel-Services wächst ebenfalls deutlich zweistellig. Langfristig soll ein Versand-Anteil - einschließlich Kontaktlinsen und Sonnenbrillen - von rund 20 Prozent am Konzernumsatz erreicht werden. Der Großteil des Geschäfts wird jedoch auch langfristig über die Omnichannel-Plattform, also die Verbindung von stationären Niederlassungen und digitalen Angeboten, realisiert werden. Das gilt besonders für komplexe Produkte wie zum Beispiel Gleitsichtgläser, die zusätzliche Messungen und eine persönliche Beratung erforderlich machen. InternationalisierungMit dem Rollout unserer Omnichannel-Plattform und der Eröffnung neuer Niederlassungen treiben wir die internationale Expansion konsequent voran. 2022 hat die Fielmann-Gruppe in allen wichtigen Ländern ihre Marktanteile behauptet oder - teils deutlich - ausgebaut. Unsere zentraleuropäischen Märkte wuchsen im Umsatz ein- bis zweistellig zum Vorjahr. In Tschechien, Italien, Polen, Slowenien und Spanien verzeichneten wir ein zweistelliges Umsatzwachstum. Insgesamt trugen die internationalen Märkte im Geschäftsjahr 2022 rund 506 Millionen € zum Konzernumsatz bei, verzeichneten damit ein Wachstum um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (455 Millionen €). In Spanien ist die Fielmann-Gruppe nach dem Markteintritt durch die mehrheitliche Übernahme von Óptica & Audiología Universitaria Ende 2020 sowie der vollständigen Übernahme von Medical Óptica Audición mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 zweitgrößter Anbieter im Markt, strebt in den kommenden Jahren die Marktführerschaft an. Langfristig besteht Potenzial für 200 Niederlassungen allein in Spanien. In Italien, Polen und Tschechien bauen wir unter der Marke Fielmann unsere digitalen Vertriebskanäle aus, planen in den drei Märkten langfristig 150 Niederlassungen und einen Außenumsatz von 160 Millionen €. Der Auslandsanteil der Fielmann-Gruppe, bezogen auf den Konzernumsatz, ist von 21 Prozent in 2019 auf 29 Prozent in 2022 gestiegen. Wir sind zuversichtlich, dass das Auslandsgeschäft auch in Zukunft überproportional zum Wachstum der Fielmann-Gruppe beitragen, der Auslandsanteil weiter steigen wird. NachhaltigkeitAls Gesundheitsdienstleister trägt die Fielmann-Gruppe zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen bei: Wir machen über gutes Hören und Sehen eine hervorragende Gesundheitsversorgung für immer mehr Menschen zugänglich, verringern über günstige Brillen und Hörsysteme Ungleichheiten in der Bevölkerung. Ebenfalls engagieren wir uns für nachhaltigen Konsum und Produkte, hochwertige Bildung, menschenwürdige Arbeit sowie für den Klimaschutz. Als Familienunternehmen engagieren wir uns gesellschaftlich, denn wir sind überzeugt, dass wir nur in einem intakten und sozial ausgewogenen Umfeld dauerhaft erfolgreich sein können. Wir erheben und steuern nach einer Vielzahl an nicht-finanziellen Kennzahlen, berichten über unsere Fortschritte jährlich transparent in unserem Nachhaltigkeitsbericht. Im Berichtsjahr stand die Fielmann-Gruppe an der Seite ihrer ukrainischen Kunden und Mitarbeiter, die vom Krieg stark betroffen sind. Mit Lohnfortzahlungen und Arbeitsplatzgarantien unterstützen wir unsere ukrainischen Mitarbeiter und ihre Familien, stellten darüber hinaus gemeinsam mit unserem Partner ZEISS 80.000 ukrainischen Flüchtlingen kostenlos Brillen zur Verfügung. Außerdem treibt die Fielmann-Gruppe den Ausbau des nachhaltigen Produktsortiments entschlossen voran: Mit unserer collezioneECCELENZE haben wir eine eigene Kollektion aus Bio-Acetat entwickelt und produziert, die seit Anfang 2023 erhältlich ist. Die Zertifizierung ISCC Plus (International Sustainability and Carbon Certification) bestätigt die Qualität unserer nachhaltigen Produktentwicklung und -herstellung aus Recycling-Materialien. Diese neuen Produkte ergänzen unsere nachhaltige Brillenkollektion aus recyceltem Acetat, deren Hersteller nach ISO 14040 zertifiziert und die bereits seit Frühjahr 2022 im Handel erhältlich ist. Im laufenden Geschäftsjahr werden wir insbesondere unser Fassungs- und Sonnenbrillensortiment um zahlreiche eigenentwickelte Modelle sowie nachhaltige Produkte großer Marken ergänzen. So gestalten wir unser Produktsortiment nachhaltiger. SteuerungssystemBedeutsamste SteuerungskennzahlenDie Strategie der Fielmann-Gruppe unter dem Dach der Vision 2025 spiegelt sich in der Unternehmenssteuerung wider. Die Zielerreichung sowohl der Gruppe insgesamt als auch der einzelnen Konzerngesellschaften bzw. der nach dem Regionalprinzip gebildeten Segmente wird übergreifend anhand einheitlicher finanzieller Leistungsindikatoren gemessen. Vor dem Hintergrund attraktiver Wachstumsopportunitäten wird dabei das EBITDA, also das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, leitend für unsere Entscheidungsfindung. Daher wird zunehmend auf die Steuerungsgröße EBITDA abgestellt. Mit den vier zentralen Steuerungskennzahlen (Key Performance Indicators, KPI) Brillenabsatz, Umsatz, EBITDA und EBT bildet Fielmann sein Wachstum und seine Ertragsentwicklung unmittelbar aus der Vertriebsstatistik sowie - ohne weitere Bereinigungen -aus der Gewinn- und Verlustrechnung ab. Die finanziellen Steuerungskennzahlen werden monatlich ermittelt und intern berichtet. Die nichtfinanzielle Steuerungskennzahl "Kundenzufriedenheit" wird regelmäßig über Kundenumfragen gruppenweit erhoben. Die zentralen Steuerungskennzahlen sind wie folgt definiert:
Die ermittelten Werte haben zum Teil Einfluss auf die Höhe der Vergütung der Niederlassungsleitung und des Vorstandes. Weitere Kennzahlen werden regelmäßig oder fakultativ ermittelt und gehen bedarfsweise in die Steuerung ein. Damit geht einher, dass Steuerungskennzahlen auf ihre nachhaltige Aussagekraft überprüft und gegebenenfalls ersetzt werden. Eine andere Abverkaufsstruktur, neue Produkte oder eine Modifikation des Verkaufsmixes können zu einer geänderten Einschätzung führen. Die zentralen finanziellen Steuerungskennzahlen werden extern quartalsweise auf Konzern- und Segmentebene berichtet. Über die Kundenzufriedenheit wird einmal jährlich auf Konzernebene Bericht erstattet. Zusätzliche LeistungsindikatorenErgänzend zu den zentralen Steuerungskennzahlen betrachtet Fielmann weitere Leistungsindikatoren, die Aufschluss über die operative Entwicklung und das Erreichen strategischer Ziele geben. Hierzu zählen insbesondere:
Definition relativer KennzahlenIm Wirtschaftsbericht geht Fielmann zusätzlich auf nachstehende relative Kennzahlen ein:
WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenbezogeneRahmenbedingungen Die nachfolgend aufgeführten externen Kennzahlen sowie Ausführungen zu gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen basieren auf Veröffentlichungen bis zum 10. Februar 2023. Gesamtwirtschaftliches UmfeldDie Coronavirus-Pandemie hat sich auch im Geschäftsjahr 2022 auf den Alltag und das Geschäftsleben weltweit ausgewirkt. Darüber hinaus haben geopolitischen Konflikte, insbesondere der Krieg in der Ukraine die Weltwirtschaft massiv beeinflusst. Das chinesische Wirtschaftswachstum dürfte erstmals seit 40 Jahren lediglich dem globalen Durchschnitt entsprechen. Nach Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) belief sich das weltwirtschaftliche Wachstum 2022 auf 2,9 Prozent (Vorjahr: 3,4 Prozent), während der Euroraum einen Anstieg von 3,5 Prozent (Vorjahr: 5,2 Prozent) erreichte. Die staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor der Coronavirus-Pandemie waren in den für Fielmann relevanten Ländern sehr verschieden. Trotz wiederkehrender Infektionswellen wurden die Schutzmaßnahmen im Laufe des Jahres weitestgehend aufgehoben. Während in Deutschland zu Beginn des Jahres bereits mehr als 70 Prozent der Bevölkerung einen vollständigen Impfschutz aufwiesen und die Einschränkungen sukzessive zurückgenommen wurden, verschärfte Österreich seine Vorgaben vorübergehend. Durch die Abschaffung der sogenannten 2G-Regel ab Mitte Februar im Einzelhandel, die eine Zutrittsbeschränkung auf Personen vorsah, die eine Immunisierung in Form eines gültigen Impf- oder Genesenenzertifikates nachweisen konnten, belebten sich die Innenstädte in Deutschland zusehends. Die Kundenfrequenz in vielen zentraleuropäischen Städten und Einkaufszentren erreichte allerdings noch nicht wieder das Vorkrisenniveau. Augenoptiker, Optometristen und Hörakustiker hatten als wichtige Gesundheitsdienstleister durchgehend geöffnet und konnten unter Beachtung von Hygienevorschriften nahezu uneingeschränkt, auch während der Hochphase der Pandemie, aufgesucht werden. Dies galt auch für alle Niederlassungen der Fielmann-Gruppe. Durch die konsequente Anwendung unserer wissenschaftlich fundierten Hygienestandards konnte die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern zuverlässig geschützt werden. Durch digitale Terminvereinbarungen und das eigenentwickelte digitale Zeitmanagement gelang es, Wartezeiten in den Niederlassungen für Kunden zu reduzieren, den Zustrom in die Niederlassungen zu steuern und die Produktivität zu erhöhen. Die Coronavirus-Ausbrüche 2022 in China und die damit einhergehenden Lockdowns belasteten die Lieferketten und führten in vielen Branchen zu Produktionsengpässen. Die Fielmann-Gruppe verfügt über lange Reichweiten der Lagerbestände für ihre Kernprodukte und war daher von einer Verknappung bei Zulieferprodukten kaum betroffen. Die Transport- und Energiekosten erhöhten sich spürbar, und die Coronavirus-bedingten Hygienekosten für Kunden und Mitarbeiter verblieben auf dem hohen Vorjahresniveau. Der Ukraine-Krieg hat neben den dramatischen Auswirkungen auf das Leben der Menschen in der Ukraine auch erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung weltweit. Die bis zum Zeitpunkt der Invasion erwartete konjunkturelle Erholung nach Abklingen der Coronavirus-Pandemie musste in Teilen revidiert werden. In West-Europa folgte eine Phase der Stagflation, eine Kombination aus schwachem Wirtschaftswachstum mit einhergehender hoher Inflation. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) stand vor der Herausforderung, die Zinsen zu erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen, ohne das Wachstum hierdurch weiter zu belasten. Insbesondere die hohen Energiekosten, verursacht durch Liefereinschränkungen aus Russland, den Anschlag auf Versorgungsleitungen in der Ostsee sowie die Sanktionen gegen russische Ölimporte, belasteten den Konsum. Neben den Energiepreisen führte der starke Preisanstieg bei Nahrungsmitteln zu einer Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Insgesamt stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresdurchschnitt um 7,9 Prozent. Der Konsumklimaindex sank auf ein Rekordtief. Konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, Österreich und der SchweizDie Volkswirtschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz waren im Jahr 2022 neben der Coronavirus-Pandemie durch die Auswirkungen des Ukraine Kriegs stark beeinflusst. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland zu Beginn des Jahres preisbereinigt um 4,0 Prozent, jedoch wirkte sich ab Ende Februar die russische Invasion in die Ukraine bereits merklich aus. Infolgedessen schwächte sich das Wachstum im Frühjahr auf 1,8 Prozent ab. Dieser Trend setzte sich in den Sommermonaten fort. Im Quartalsvergleich stieg die Wirtschaftsleistung um 1,1 Prozent. Insgesamt stieg das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 um 1,9 Prozent. Der erhebliche Anstieg des Mindestlohns sowie Tariferhöhungen konnten den Anstieg der Verbraucherpreise um 7,9 Prozent nicht ausgleichen, sodass es zu Reallohnverlusten kam. Ein deutlicher Konsumeinbruch, wie zunächst erwartet, blieb jedoch aus. Der Einzelhandel konnte nominal im Jahr 2022 einen Rekordumsatz verzeichnen. Unter Berücksichtigung der Inflation sank der Umsatz hingegen nur um rund 0,3 Prozent. Insbesondere einige Dienstleistungsbereiche profitierten vom Wegfall der Coronavirus-Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel das Gastgewerbe. Die im Verlauf des Jahres stark gestiegenen Zinsen führten zu einem abrupten Rückgang bei der Nachfrage nach Immobilien sowie bei der Beauftragung von Neubauprojekten. Die Industrieproduktion war geprägt vom Mangel an Vor- und Zwischenprodukten sowie den stark gestiegenen Energiekosten. Somit verharrte die Wirtschaftsleistung in der Industrie nahezu auf Vorjahresniveau. Die Arbeitslosigkeit sowie die Unterbeschäftigung sanken im Vergleich zum Vorjahr merklich. So reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 195.000 auf 2.418.000 Menschen. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg auf ein neues Rekordhoch von 45,8 Millionen Menschen. Die Inflation in der Schweiz blieb deutlich hinter der in der Euro-Zone. Im Jahresvergleich stiegen die Preise in dem Land um lediglich 2,8 Prozent. Ein wichtiger Grund für die stabilen Preise war die Stärke des Schweizer Franken im Vergleich zum Euro: Im Februar 2022 war ein Euro noch 1,06 Schweizer Franken wert. Bis Ende September fiel der Euro dann weit unter die Parität bis auf 0,95 Franken. Der Franken gewann also rund zehn Prozent an Wert zum Euro. Am Jahresschluss lag der Kurs dann bei 0,9856. Die nahezu autarke Stromversorgung der Schweiz, die gestiegenen Zinsen sowie moderate Lohnabschlüsse dämpften die Inflation ebenfalls. Schätzungen zufolge stiegen die Umsätze im Schweizer Einzelhandel gegenüber dem Jahr 2019 um 5,7 Prozent. Die Anzahl der Arbeitslosen in der Jahresbetrachtung sank um 20,4 Prozent auf 96.941. Die Arbeitslosenquote betrug damit 2,1 Prozent. Auch in der Schweiz verschärft sich der Fachkräftemangel in einigen Bereichen zusehends. Österreich entwickelte sich ebenfalls besser als die übrige Eurozone. Während zu Beginn des Berichtsjahres in vielen Regionen Europas die Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus zurückgenommen wurden, verschärfte Österreich seine Maßnahmen zunächst. Erst Anfang März wurden die Einschränkungen wieder aufgehoben. Das Jahr 2022 war von einer außerordentlich dynamischen Wirtschaftsentwicklung im ersten Halbjahr gekennzeichnet. Das Wirtschaftswachstum lag 2022 in Österreich bei real 7,5 Prozent. Hauptverantwortlich für den starken Anstieg in den ersten sechs Monaten war vor allem der Wintertourismus, der von den gelockerten Coronavirus-Maßnahmen profitierte, während die Vorjahressaison aufgrund des Lockdowns faktisch ausgefallen war. Neben dem Tourismus waren die Industrie und die unternehmensnahen Dienstleistungen mit einem Wachstum von über 5 Prozent wichtige Treiber in der ersten Jahreshälfte. Ab Mitte des Jahres wurde die wirtschaftliche Entwicklung dann durch die stark gestiegenen Energiepreise gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2022 um 4,7 Prozent (Vorjahr: 4,6 Prozent). Im Jahresvergleich stieg allerdings auch die Inflation Österreichs um 10,2 Prozent. Konjunkturelle Entwicklung in Italien und PolenItaliens neue Regierung steht vor der Herausforderung, mit Reformen das Wachstum anzukurbeln, ohne die Schulden des Landes weiter zu erhöhen. Die Inflation stieg in Italien zuletzt allerdings noch stärker als in Deutschland, trotz massiver Entlastung bei Gas- und Strompreisen. Im Berichtsjahr ist die Wirtschaft laut ersten Schätzungen des nationalen Statistikinstituts um 3,9 Prozent gewachsen. Für 2023 rechnet das italienische Statistikamt lediglich mit einem Wachstum von 0,4 Prozent und die OECD mit 0,2 Prozent BIP-Wachstum. Während die Inflation um rund 8,1 Prozent stieg, wuchsen die Löhne lediglich um 0,9 Prozent. Damit ist das real verfügbare Einkommen der Haushalte deutlich geschrumpft. Die Wirtschaft erhofft sich, unterstützt durch Maßnahmen der neuen Regierung sowie durch Fördermittel der EU, eine zügige Stabilisierung. Abgesehen von einem scharfen, aber kurzen Einbruch zu Beginn der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 stiegen die italienischen Ausfuhren seit rund zehn Jahren fast stetig. Laut der jüngsten Schätzung des Kreditversicherers Sace sind die italienischen Exporte im Jahr 2022 um gut 10 Prozent gewachsen. Ausschlaggebend hierfür war der starke Anstieg der Inflation. Da allerdings die Importe, insbesondere durch den starken Energiepreisanstieg, noch stärker wuchsen, ist die Handelsbilanz 2022 dennoch negativ. Während die wirtschaftlichen Vorzeichen in vielen EU-Ländern auch infolge der Coronavirus-Pandemie und des Ukrainekonfliktes negativ sind, entwickelt Polen sich auch in dem schwierigen Umfeld sehr erfreulich. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe wuchs 2022 um 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Statistischen Hauptamtes GUS betrug die Inflationsrate für Privathaushalte bei Gütern und Dienstleistungen im Jahresdurchschnitt 14,4 Prozent (2021: 5,1 Prozent). Steigende Zinsen werden den Konsum 2023 jedoch belasten. Ebenso wird die Nachfrage nach Gütern aus dem EU-Raum verhaltener ausfallen. Insgesamt wird für Polen 2023 daher lediglich ein Wachstum von rund 0,7 Prozent erwartet. Konjunkturelle Entwicklung in Spanien, Slowenien, Niederlande, Luxemburg, Ukraine und FrankreichDie spanische Wirtschaft hat sich angesichts der schwierigen Krisenlage im Jahr 2022 besser entwickelt als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs laut Statistikamt INE um 5,5 Prozent. Bereits im Vorjahr lag das Wirtschaftswachstum bei 5,5 Prozent. Die Inflationsrate ist eine der niedrigsten im Euro-Raum. Hier spiegelt sich unter anderem die geringe Abhängigkeit von russischem Gas wider sowie massive staatliche Eingriffe zur Entlastung der Bevölkerung. Für das Jahr 2023 erwartet die Regierung in Madrid ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent. Auch in den übrigen Regionen Slowenien, Niederlande, Luxemburg, Ukraine und Frankreich führte der Krieg in der Ukraine direkt und indirekt zu einer massiven Belastung privater und öffentlicher Haushalte. Branchenbezogenes UmfeldDer augenoptischeMarkt Die Verunsicherung der Kunden in Folge steigender Verbraucherpreise führte insbesondere ab dem Sommer zu einer nachhaltigen Kaufzurückhaltung in der Augenoptik. Der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) ermittelte für 2022 einen Absatz der augenoptischen Branche in Deutschland von 12,5 Millionen Brillen (Vorjahr: 12,8 Millionen Brillen), ein Rückgang um 2,2 Prozent. Der Gesamtumsatz der Branche wird vom ZVA auf 6,7 Milliarden € geschätzt (Vorjahr: 6,6 Milliarden €). Die Anzahl der augenoptischen Fachgeschäfte einschließlich aller Zweigniederlassungen und Betriebsstätten lag nach Angaben des Zentralverbandes zum Ende des Berichtszeitraumes bei rund 11.100 Geschäften (Vorjahr: 11.300 Geschäfte). Zugleich setzte sich der Konzentrationsprozess im internationalen Augenoptik-Markt durch vertikale und horizontale Zusammenschlüsse weiter fort. Während die Zahl der augenoptischen Fachgeschäfte insgesamt rückläufig war, erhöhte sich in Europa und auch in Deutschland erneut der Anteil der Filialunternehmen. Wir schätzen den Filialisierungsgrad europaweit bei etwa 25 Prozent. Der Konsolidierungsgrad, definiert als der Anteil des Gesamtumsatzes, der von Optikergruppen erwirtschaftet wird, reicht von etwa 90 Prozent in einigen skandinavischen Ländern bis zu weniger als 20 Prozent in Italien. Auch in Deutschland ist der Konsolidierungsgrad mit etwa 70 Prozent vergleichsweise hoch. Im Jahr 2022 gehörten rund 2.500 Betriebsstätten zu den zehn umsatzstärksten Filialunternehmen in der Augenoptik. Bezogen auf die insgesamt etwa 11.100 Betriebsstätten bedeutet dies einen Anteil von 23 Prozent (Vorjahr: 22 Prozent). Valide Zahlen zu den Eckdaten der Märkte Schweiz und Österreich liegen nicht vor. Nach Schätzung der Fielmann-Gruppe sank der Absatz in der Schweiz leicht, während der Umsatz inflationsbedingt um 3,5 Prozent stieg. Insgesamt liegt der Branchenabsatz bei rund 1,0 Millionen Brillen und 1,3 Milliarden CHF Umsatz (Vorjahr: 1,3 Milliarden CHF). Die Schweiz zählte wie im Vorjahr rund 1.100 augenoptische Fachgeschäfte. In Österreich belief sich der Absatz nach unseren Schätzungen auf unverändert 1,2 Millionen Brillen (Vorjahr: 1,2 Millionen Brillen), der Umsatz erhöhte sich um rund 1,0 Prozent auf 0,4 Milliarden € (Vorjahr: 0,4 Milliarden €). Die Zahl der augenoptischen Fachgeschäfte belief sich unverändert auf 1.200. Für Italien und Polen liegen ebenfalls keine offiziellen Branchendaten vor. Für Italien geht Fielmann nach eigenen Schätzungen von mehr als 9.800 Geschäften aus, die zusammen einen Absatz von 6,8 Millionen Brillen und einen Branchenumsatz von rund 2,9 Milliarden € erreichen. Für Polen schätzt Fielmann den Absatz für 2022 auf rund 3,7 Millionen Brillen, die über rund 2.300 Geschäfte abgegeben wurden. Den Umsatz veranschlagt Fielmann mit rund 0,5 Milliarden €. In Spanien gaben 9.720 augenoptische Fachgeschäfte im Berichtsjahr rund 6,0 Millionen Brillen ab und erzielten einen Branchenumsatz von geschätzt 2,0 Milliarden €. Der Hörakustik-MarktDie Hörakustik-Branche blieb ebenfalls weitestgehend von schwerwiegenden Auswirkungen durch den Krieg in der Ukraine und die Coronavirus-Pandemie verschont. In Deutschland wurden nach Einschätzung der Bundesinnung der Hörakustiker (BIHA) im abgelaufenen Jahr in 7.250 Betriebsstätten (Vorjahr: 7.100 Betriebsstätten) rund 1,6 Millionen Geräte angepasst (Vorjahr: 1,5 Millionen Geräte). Der inländische Umsatz der Hörakustik-Branche lag bei rund 1,6 Milliarden € (Vorjahr: 1,5 Milliarden €). Zahlen zu den anderen europäischen Märkten sind nicht verfügbar. FinanzmarktumfeldFielmann wickelte im Berichtsjahr rund 86,6 Prozent des Umsatzes in Euro ab. Etwa 11,8 Prozent entfallen auf den Schweizer Franken (CHF), der gegenüber dem Euro im Jahresverlauf moderat gewann. Andere Währungen sind für die Fielmann-Gruppe von untergeordneter Bedeutung. Wechselkurseffekte hatten daher weiterhin nur geringfügige Auswirkungen auf die Ertragslage. Gesamtaussage zu den wirtschaftlichen RahmenbedingungenDie Wirtschaft hat sich in den Absatzmärkten der Fielmann-Gruppe vom Coronavirus-bedingten Einbruch der Vorjahre weiter erholt, verfehlte jedoch aufgrund der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, der damit einhergehenden Inflation sowie weiterer Wellen der Coronavirus-Pandemie die Erwartungen deutlich. Die hörakustische und augenoptische Branche konnten sich der allgemeinen Kaufzurückhaltung nicht gänzlich entziehen - auch die Fielmann-Gruppe war von dieser Entwicklung betroffen. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Fielmann-GruppeErtragslageGeschäftsverlauf im KonzernFielmann hat seine Vision 2025 im Berichtsjahr zielstrebig weiterverfolgt und seine Position in den Augenoptik- und Hörakustikmärkten in Europa ausgebaut. Damit ist Fielmann den aufgestellten Zielen für 2025 trotz Coronavirus-Pandemie und Ukraine-Krieg erneut einen großen Schritt näher gerückt. Die Zahl der Niederlassungen wurde durch Neueröffnungen und Übernahmen um insgesamt 55 auf 968 zum Jahresende 2022 gesteigert, wobei der Schwerpunkt der organischen Expansion mit 37 neuen Niederlassungen in der zweiten Jahreshälfte lag. 19 Standorte wurden im Rahmen der Übernahme von Medical Óptica Audición in Spanien erworben. Zugleich konnten weitere 21 Niederlassungen mit Hörakustikstudios ausgestattet werden, sodass deren Gesamtzahl nun 352 beträgt. Die unter dem Namen Elaboria, S.L. geführte Rand- und Flächenschleiferei in Nordspanien wird zukünftig in das europaweite Produktions- und Logistiknetzwerk der Fielmann-Gruppe eingebunden. Als Basis für unsere Omnichannel-Plattform investieren wir am tschechischen Standort Chomutov in eine hochmoderne Logistikstätte und erweitern unsere Kapazitäten. Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen sind darüber hinaus am Produktions- und Logistikstandort Rathenow geplant. Die Omnichannel-Plattform wurde im Berichtsjahr ebenfalls entscheidend weiterentwickelt. Seit Januar 2023 können unsere Kunden nach Deutschland auch in Österreich Einstärkenbrillen online kaufen, ohne auf Qualität verzichten zu müssen. Neben Kontaktlinsen, Sonnenbrillen ohne Stärke und passenden Zubehörartikeln, vertrieben wir somit auch unsere Korrektionsbrillen in immer mehr Ländern über digitale Vertriebskanäle. Unsere Omnichannel-Plattform wird stetig um neue Funktionen und digitale Messtechnologien erweitert und in unsere Märkte ausgerollt. Gesamtbeurteilung der wirtschaftlichen LageWährend unser Umsatzwachstum im Einklang mit dem Wachstumspfad der Vision 2025 stand, war die Kostenstruktur im Jahr 2022 auf ein dynamischeres Wachstum ausgelegt. Dadurch wurde die Profitabilität überproportional belastet. Mit Rekordwerten beim Außenumsatz von 2,03 Milliarden € und beim Konzernumsatz von 1,76 Milliarden € wurden die unterjährig korrigierten Erwartungen erreicht. Der Umsatzanteil der internationalen Märkte stieg von 21 Prozent in 2019 auf 29 Prozent in 2022. Die positive Entwicklung ist das Ergebnis kontinuierlicher Investitionen in die Digitalisierung und Internationalisierung unseres Familienunternehmens im Rahmen der Vision 2025. Umfangreiche Investitionen in die Omnichannel-Strategie, eine fortgeführte internationale Expansion und wachsende Produktkategorien wie Hörgeräte schaffen auch für die nächsten Jahre eine starke Basis für organisches Wachstum. Zugleich stellte Fielmann seine Widerstandskraft gegenüber Marktbelastungen unter Beweis. Vom historisch geringen Konsumentenvertrauen in Deutschland und im benachbarten Europa war Fielmann dank der Treue seiner 27 Millionen Kunden nur moderat betroffen. Ebenso wirkten sich Lieferketten-Störungen Dank einer ausgeweiteten Bevorratung nur begrenzt auf die Produktion und Logistik im Konzern aus. Das Ergebnis vor Steuern sank gegenüber dem Vorjahr um 23,4 Prozent, das EBITDA im Jahresvergleich um 14,2 Prozent auf 339,8 Millionen €. Aufgrund einer deutlichen Kaufzurückhaltung im zweiten Halbjahr, erhöhter Vorlaufkosten infolge einer beschleunigten organischen Wachstumsstrategie, Anpassung von Gehältern, hoher Transportkosten und Versandkosten wurden die Ergebniserwartungen nicht erreicht. Auch unsere Investitionen in garantiert günstige Preise und damit in die Neukundengewinnung wirkten sich aus. Mit einer Eigenkapitalquote von 48,5 Prozent zum Bilanzstichtag 2022 bleibt Fielmann überaus solide finanziert. Die Investitionen wurden überwiegend aus dem laufenden Cashflow und der vorhandenen Liquidität finanziert.
Plan-Ist-Vergleich 2022Weil die Coronavirus-Pandemie eine hohe Planungsunsicherheit herbeiführte, hat der Vorstand der Fielmann Aktiengesellschaft bei der Aufstellung des Lageberichts 2021 drei Szenarien dargelegt. Diese drei Szenarien stellten die mögliche Entwicklung des Fielmann-Konzerns im Geschäftsjahr 2022 dar. In der Pflichtmitteilung vom 4. Juli 2022 wurde für das Gesamtjahr zunächst ein Konzernumsatz von ca. 1,80 Milliarden € und ein EBT von mehr als 190 Millionen € für das Gesamtjahr erwartet. Demzufolge zeichnete sich zunächst das mittlere Szenario als das wahrscheinlichste ab. Im Rahmen der Ad-hoc Mitteilung vom 2. November 2022 wurden die Erwartungen für das Gesamtjahr auf einen Konzernumsatz von 1,75 Milliarden € sowie ein Ergebnis vor Steuern von mehr als 160,0 Millionen konkretisiert, was damit leicht unter den im Szenario 3) im Geschäftsbericht 2021 formulierten Erwartungen lag. Während das Ziel eines Konzernumsatzes von mehr als 1,75 Milliarden € erreicht wurde, liegt das Ergebnis vor Steuern mit 9,1 Prozent unterhalb der geplanten Vorsteuermarge von mindestens 10 Prozent. Die für das Geschäftsjahr 2022 erwarteten Marktanteilsgewinne wurden neben Deutschland insbesondere in den Auslandsmärkten erzielt. Die Kundenzufriedenheit bewegte sich wie prognostiziert auch im Berichtsjahr oberhalb von 90 Prozent. Bei den ergänzend betrachteten Kennzahlen, welche in die Prognose einbezogen wurden, hat die Fielmann-Gruppe ihre Ziele mindestens erreicht, teilweise auch deutlich übertroffen. Das stationäre Vertriebsnetz wurde durch Neueröffnungen oder Übernahmen um 55 (Plan 2022: mehr als 40) auf 968 Niederlassungen erweitert. Von den zusätzlichen Standorten entfallen 24 auf Spanien, 9 Niederlassungen auf Italien, 8 auf Polen, 5 auf Tschechien, 4 auf Deutschland, 3 auf Slowenien sowie jeweils ein Standort auf die Schweiz und auf Österreich. An 55 Standorten fanden 2022 Umzüge und Umbauten statt (Plan 2022: mehr als 40 Umzüge und Umbauten). In Ausbau, Modernisierung und Erhalt des Niederlassungsnetzes, in Produktion, Infrastruktur und Expansion wurden 2022 insgesamt 152,5 Millionen € investiert (Plan 2022: mehr als 95 Millionen €). In Deutschland beliefen sich die Investitionen auf 53,8 Millionen € (Plan 2022: 64 Millionen €), in der Schweiz auf 5,1 Millionen € und in Italien auf 8,4 Millionen € (Plan 2022: jeweils um 7 Millionen €), in Österreich auf 4,1 Millionen € (Plan 2022: 6 Millionen €) und in Polen auf 2,5 Millionen € (Plan 2022: 3 Millionen €). Vom Gesamtvolumen entfielen 67,8 Millionen € auf die Renovierung bestehender Geschäfte und Neueröffnungen (Plan 2022: 62 Millionen €) und 7,4 Millionen € auf die Ausweitung der Produktionskapazitäten (Plan 2022: 11 Millionen €). Weitere 10,2 Millionen € wurden für Konzerninfrastruktur und Vertriebswege aufgewendet (Plan 2022: 23 Millionen €). Mehr als 20 Millionen € wurden 2022 für die Aus- und Weiterbildung (Plan 2022: rund 20 Millionen €) bereitgestellt. Geschäfts- und Ertragslage der Fielmann-GruppeAbsatz-, Umsatz- und ErgebnisentwicklungDie Fielmann-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 ihren Absatz und Umsatz gesteigert. In allen relevanten Märkten wurden die Marktanteile behauptet oder - zum Teil deutlich - ausgeweitet. In Deutschland konnten wir durch Preissenkungen neue Kunden gewinnen und unsere Absatz-Marktanteile erheblich steigern. In Ost- und Südeuropa legten die meisten Märkte im Vergleich zum Vorjahr zweistellig zu, unsere Marktanteile stiegen in ähnlicher Größenordnung. Über alle regionalen Märkte hinweg verzeichnete Fielmann einen Absatzanstieg um 3,5 Prozent auf 8,6 Millionen Brillen (Vorjahr: 8,3 Millionen Brillen). Die Zahl der verkauften Normlinsen erhöhte sich um 14,1 Prozent auf rund 444 Millionen (Vorjahr: 389 Millionen), wovon mehr als 50 Prozent im Versand abgesetzt wurden. Der Absatz im Bereich der Hörakustik belief sich auf über 106,2 Tausend Systeme (Vorjahr: 100,4 Tausend Systeme), ein Anstieg um 5,8 Prozent. Der Außenumsatz der Fielmann-Gruppe stieg 2022 einschließlich Mehrwertsteuer und Bestandsveränderungen um 4,8 Prozent auf 2.031,8 Millionen € (Vorjahr: 1.938,9 Millionen €). Der Umsatzzuwachs war größtenteils mengenbedingt. Der Konzernumsatz wuchs um 4,8 Prozent auf 1.759,3 Millionen € (Vorjahr: 1.678,2 Millionen €). Unsere zentraleuropäischen Märkte wuchsen ein- bis zweistellig zum Vorjahr. In Tschechien, Italien, Polen, Slowenien und Spanien verzeichneten wir ein zweistelliges Umsatzwachstum. Insgesamt trugen die internationalen Märkte im Geschäftsjahr 2022 rund 506 Millionen € zum Konzernumsatz bei, wuchsen damit um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (455 Millionen €). Einschließlich Bestandsveränderungen errechnet sich eine Konzerngesamtleistung in Höhe von 1.763,3 Millionen € (Vorjahr: 1.680,8 Millionen €). Das EBITDA, das Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen, lag bei 339,8 Millionen € (-14,2 Prozent, Vorjahr: 396,1 Millionen €). Das Vorsteuerergebnis (EBT) der Fielmann-Gruppe betrug 160,7 Millionen € (-23,4 Prozent, Vorjahr: 209,7 Millionen €). Dies entspricht einer Rendite vor Steuern, bezogen auf die Konzerngesamtleistung, von 9,1 Prozent (Vorjahr: 12,5 Prozent). Die Steuerquote der Fielmann-Gruppe, bezogen auf das EBT, betrug 31,6 Prozent nach 31,1 Prozent im Vergleichszeitraum. Der Gewinn nach Steuern lag bei 110,0 Millionen € (-23,9 Prozent, Vorjahr: 144,6 Millionen €), woraus sich eine Nettorendite, bezogen auf die Konzerngesamtleistung, von 6,2 Prozent ergibt (Vorjahr: 8,6 Prozent). Nach Abzug von Minderheitsanteilen verblieb ein den Anteilseignern der Fielmann Aktiengesellschaft zuzuordnender Gewinn von 103,9 Millionen € (-24,1 Prozent, Vorjahr: 136,9 Millionen €). Damit betrug die Eigenkapitalrendite nach Steuern 12,8 Prozent (Vorjahr: 16,7 Prozent). Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 1,24 € (Vorjahr: 1,63 €). Wesentliche Einflussfaktoren der ErgebnisentwicklungDie sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 11,5 Prozent auf 20,4 Millionen € (Vorjahr: 18,3 Millionen €). Diese Position enthält im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen und Rückstellungen, Bewertungsgewinne bei Finanzinstrumenten und erhaltene Boni. Durch Währungsdifferenzen, insbesondere zwischen Euro und US-Dollar sowie zwischen Euro und Schweizer Franken, erzielte der Fielmann-Konzern im Berichtszeitraum einen Ertrag von rund 4,8 Millionen €, nach 2,2 Millionen € im Vorjahr. Der Materialaufwand nahm überproportional zur Konzerngesamtleistung um 11,7 Prozent auf 383,6 Millionen € (Vorjahr: 343,3 Millionen €) zu. Neben dem volumenbedingten Anstieg durch die höhere Absatzleistung machten sich die höheren Beschaffungskosten in allen Produktgruppen bemerkbar. Lediglich in der Kontaktlinse stieg der Materialaufwand unterproportional. Die Aufwandsquote erhöhte sich insgesamt auf 21,8 Prozent (Vorjahr: 20,4 Prozent). Der Personalaufwand stieg um 8,3 Prozent auf 762,0 Millionen € (Vorjahr: 703,8 Millionen €). Im Verhältnis zur Konzerngesamtleistung erhöhte sich die Personalaufwandsquote damit auf 43,2 Prozent nach 41,9 Prozent im Jahr 2021. Um dem Fachkräftemangel in der Augenoptik und Hörakustik zu begegnen, wurden in mehreren Märkten die Gehälter erhöht und angepasst, dies insbesondere für Augenoptiker und Hörakustiker in unseren Niederlassungen. Darüber hinaus trug die erhöhte Anzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 2,7 Prozent auf 22.631 (Vorjahr: 22.028) zu der absoluten Steigerung um 58,9 Millionen € bei. 1.166 Mitarbeiter waren in Hörakustikstudios tätig (Vorjahr: 1.128 Mitarbeiter). Durch Leistungen wie das Kurzarbeitergeld und vergleichbare Maßnahmen im Ausland wurden im Geschäftsjahr 2022 Lohnkosten- und Sozialversicherungserstattungen von lediglich 2,7 Millionen € mit dem Personalaufwand verrechnet (Vorjahr: 11,8 Millionen €). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 298,3 Millionen € (Vorjahr: 255,8 Millionen €). Die Werbeaufwendungen stiegen im Betrachtungszeitraum überproportional um 11,9 Prozent. Nach Beendigung der Coronavirus-bedingten Einschränkungen sowie durch die Feierlichkeiten zum 50. Jährigen Firmenjubiläum erhöhten sich die Aufwendungen für Reisen, Repräsentationen und Bewirtungen um 4,6 Millionen €, liegt damit insgesamt wieder auf dem Niveau von 2019. Die Kosten der Warenabgabe sowie Porto wuchsen aufgrund des zunehmenden Versandhandelsumsatzes um rund 1,0 Millionen €. Steigende Kosten verzeichnete die Fielmann-Gruppe darüber hinaus insbesondere für IT und Dienstleistungen im Zuge der Umsetzung der Vision 2025 und der weiter forcierten Digitalisierungsstrategie. Und auch der Aufwand für Währungsdifferenzen stieg mit 4,5 Millionen € deutlich überproportional. Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen im Sinne des IFRS 16 erhöhten sich um 9,9 Prozent auf 95,9 Millionen € (Vorjahr: 87,2 Millionen €). Sie stehen vorrangig im Zusammenhang mit der Anmietung von Ladengeschäften, während das PKW-Leasing eine untergeordnete Rolle spielt. Die übrigen Abschreibungen reduzierten sich um 6,6 Prozent auf 84,1 Millionen € (Vorjahr: 90,0 Millionen €). Vor allem die getätigten Investitionen in die Omnichannel-Vertriebsplattform wirkten sich auf das Abschreibungsvolumen im Vorjahr aus. Aufgrund einer angepassten Abgrenzung von Forschungs- und Entwicklungs- sowie Betriebskosten werden Aufwendungen im Zusammenhang mit selbsterstellter Software nicht mehr aktiviert. Gegenläufig entwickelten sich die Abschreibungen auf Sachanlagen in Folge der verstärkten Expansion der vergangenen Jahre. Das Finanzergebnis beträgt saldiert 0,8 Millionen € (Vorjahr: -9,1 Millionen €). Es enthält zum einen nicht liquiditätswirksame Effekte im Zusammenhang mit Auf- und Abzinsungen aufgrund der IFRS/IAS-Bewertung von Bilanzpositionen und zum anderen ein operatives Zinsergebnis, das aus der Geldanlage des Finanzvermögens resultiert. Das der Geld- und Kapitalanlage zuzurechnende Ergebnis ist wie im Vorjahr nahezu ausgeglichen. Die deutliche Ertragssteigerung resultiert nahezu ausschließlich auf Bewertungen im Zusammenhang mit IFRS 16 "Leasingverhältnisse" sowie aus der Folgebewertung der Put-Option zum Erwerb der übrigen 20 Prozent der Anteile der Gesellschaft Óptica del Penedés, S.L.. GewinnverwendungDer Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 der Fielmann Group beläuft sich auf 110,0 Millionen € (Vorjahr: 144,6 Millionen €). Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 13. Juli 2023 vorschlagen, eine Dividende von insgesamt Tsd. € 63.000 bzw. von € 0,75 je Aktie auszuschütten. Die vorgeschlagene Ausschüttungsquote auf Basis des Konzerngewinns, der den Anteilseignern der Fielmann Aktiengesellschaft zuzurechnen ist, beträgt damit rund 60,6 Prozent Geschäfts- und Ertragslage der Segmente Geschäfts- und Ertragslage der SegmenteIn Deutschland erreichte Fielmann im Berichtsjahr eine Steigerung des Absatzes auf 6,6 Millionen Brillen (Vorjahr: 6,5 Millionen Brillen). Der externe Umsatz erhöhte sich um 2,4 Prozent auf 1.253,0 Millionen € (Vorjahr: 1.223,5 Millionen €). Die Zahl der Niederlassungen lag zum Jahresende bei 614 (Vorjahr: 610). Fielmann betreibt in Deutschland 5 Prozent aller Niederlassungen (Vorjahr: 5 Prozent). Der Marktanteil gemessen am Umsatz liegt bei 22 Prozent (Vorjahr: 22 Prozent) sowie 53 Prozent im Absatz (Vorjahr: 51 Prozent). Das Ergebnis vor Steuern betrug 138,9 Millionen € (Vorjahr: 172,8 Millionen €). Die Umsatzrendite vor Steuern belief sich auf 11,1 Prozent nach 14,1 Prozent im Vorjahr. In der Schweiz erreichte Fielmann mit 46 Niederlassungen (Vorjahr: 45 Niederlassungen) einen Absatz von 463.000 Brillen (Vorjahr: 471.000 Brillen). Der externe Segmentumsatz wuchs um 11,9 Prozent auf 208,2 Millionen € (Vorjahr: 186,0 Millionen €). Mit 4 Prozent aller Optikfachgeschäfte (Vorjahr: 4 Prozent) erwirtschaftete Fielmann einen Umsatzmarktanteil von 17 Prozent (Vorjahr: 17 Prozent) und einen Absatzmarktanteil von unverändert 46 Prozent (Vorjahr: 46 Prozent). Ohne Berücksichtigung der Währungseffekte aus dem moderaten Anstieg des Schweizer Franken gegenüber dem Euro lag der Umsatzanstieg bei 4,0 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich deutlich auf 34,4 Millionen € (Vorjahr: 29,5 Millionen €). Hier wirkte sich die Währungskursentwicklung des Schweizer Franken mit rund 2,4 Millionen € positiv aus. Die Umsatzrendite des Segments lag bei 16,5 Prozent nach 15,9 Prozent im Geschäftsjahr 2021. Der Absatz in Österreich legte im Berichtsjahr auf 395.000 Brillen (Vorjahr: 387.000 Brillen) zu. Der externe Umsatz im Segment stieg um 1,0 Prozent auf 82,8 Millionen € (Vorjahr: 82,0 Millionen €). Mit nunmehr 39 Niederlassungen (Vorjahr: 38 Niederlassungen) betreibt Fielmann in Österreich 3 Prozent (Vorjahr: 3 Prozent) aller Optikfachgeschäfte und erzielt einen Umsatzmarktanteil von unverändert 23 Prozent (Vorjahr: 23 Prozent) sowie einen Absatzmarktanteil von ebenfalls unverändert 32 Prozent (Vorjahr: 32 Prozent). Das Ergebnis vor Steuern verringerte sich um 7,6 Millionen € auf 6,1 Millionen €, nach 13,7 Millionen € im Vorjahr. Die Umsatzrendite vor Steuern beläuft sich auf 7,4 Prozent. In Spanien stieg die Anzahl Niederlassungen von Óptica & Audiología Universitaria im Jahresverlauf von 87 auf 92. Unter Hinzurechnung von 19 Standorte der Medical Óptica Audición beläuft sich die Anzahl in Spanien insgesamt auf 111 Niederlassungen. Óptica & Audiología Universitaria baute seinen Absatz mit 439.000 Brillen (Vorjahr: 407.000 Brillen) weiter aus. Nach eigenen Einschätzungen erzielte das Segment mit rund 1 Prozent aller Optikfachgeschäfte einen Umsatzmarktanteil von rund 6 Prozent und einen Absatzmarktanteil von 7 Prozent. Bei einem externen Umsatz des Segments von 123,3 Millionen € (Vorjahr: 111,8 Millionen €) belief sich das Ergebnis vor Steuern auf 10,4 Millionen € (Vorjahr: 10,6 Millionen €) und die Umsatzrendite vor Steuern auf 8,4 Prozent. Die zum 31.12.2022 erworbenen Beteiligungen wurden zum Stichtag noch nicht erfolgswirksam konsolidiert. In den EU-Ländern Italien, Polen, Slowenien, Niederlande, Luxemburg, Tschechien und Frankreich betrieb Fielmann zum Jahresende 2022 insgesamt 158 Niederlassungen (Vorjahr: 133 Niederlassungen), die unter Hinzurechnung der kleineren 51 Standorte (Vorjahr: 51 Standorte) in Belarus und der Ukraine im Segment "Übrige" zusammengefasst sind. In Italien eröffnete Fielmann im vergangenen Jahr 9 Niederlassungen (insgesamt 52 Standorte) und in Polen 8 Fachgeschäfte (insgesamt 45 Standorte). Im tschechischen Markt betrieb Fielmann zum Jahresende 5 zusätzliche Niederlassungen (insgesamt 8 Standorte). In Slowenien wurde das Vertriebsnetz um 3 Standorte auf 35 erweitert. Der externe Umsatz des Segments "Übrige" betrug insgesamt 92,0 Millionen € (Vorjahr: 74,9 Millionen €). Das Ergebnis vor Steuern lag bei -28,9 Millionen € (Vorjahr: -16,5 Millionen €). Darin spiegeln sich insbesondere Anlaufkosten für neueröffnete Niederlassungen in Ost- und Südeuropa wider. Vermögens- und FinanzlageVermögenslageDas Gesamtvermögen des Fielmann-Konzerns stieg im Berichtsjahr um 1,7 Prozent auf 1.765,4 Millionen € (Vorjahr: 1.735,9 Millionen €). Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich um 2,4 Prozent auf 168,2 Millionen € (Vorjahr: 164,2 Millionen €). Dem Zugang durch Beteiligungserwerb sowie sonstige Zugänge in Höhe von 27,9 Millionen € stehen Abschreibungen und Abgänge von 23,9 Millionen € gengenüber. Die Zugänge bei den immateriellen Vermögensgegenständen stehen ebenso wie die Zugänge bei den Firmenwerten maßgeblich im Zusammenhang mit dem Erwerb der spanischen Beteiligungen Ibervision Servicios Opticos, S.L., Medop, S.A. und Elaboria, S.L.. Insgesamt stiegen die Firmenwerte um 40,3 Millionen € auf 216,7 Millionen € (Vorjahr: 176,4 Millionen €). Die im Berichtsjahr getätigten Investitionen in Sachanlagen, unter anderem in neue Niederlassungen, in den Ausbau von Hörakustikstudios, den Umbau bestehender Niederlassungen und in die Verbesserung der Logistik in Rathenow, führten zu bilanziellen Zugängen von 82,0 Millionen € und übertrafen die Abschreibungen auf Sachanlagen um 33,9 Prozent. Hierdurch erhöhte sich das Sachanlagevermögen im Vorjahresvergleich auf 360,8 Millionen € zum Bilanzstichtag 2022 (Vorjahr: 334,8 Millionen €), was 20,4 Prozent (Vorjahr: 19,3 Prozent) am Gesamtvermögen des Konzerns entsprach. Das Sachanlagevermögen war zum Bilanzstichtag 2022 zu 237,4 Prozent durch Eigenkapital gedeckt (Vorjahr: 260,7 Prozent). Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen entstanden durch die Anmietung von Ladenlokalen sowie in geringem Umfang durch PKW-Leasing. Der Anstieg um 4,3 Prozent auf 467,3 Millionen € (Vorjahr: 448,2 Millionen €) ist auf Neuanmietungen von Ladenlokalen im In- und Ausland zurückzuführen sowie die Erstkonsolidierung der spanischen Beteiligungen Ibervision Servicios Opticos, S.L., Medop, S.A. und Elaboria, S.L.. Der deutliche Rückgang der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte um 23,8 Millionen € auf 16,6 Millionen € (Vorjahr: 40,4 Millionen €) steht im Zusammenhang mit der Verwendung freier liquider Mittel für Kapitalanlagen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr zum Zeitpunkt des Erwerbs. In Hinblick auf die verstärkte Investitionstätigkeit wurde beginnend im vierten Quartal keine derartigen Anlagen mehr getätigt. Demgegenüber stiegen die Anlagen mit einer Endfälligkeit von über drei Monaten auf 98,6 Millionen € (Vorjahr: 60,6 Millionen €). Die kurzfristigen Vermögenswerte betrugen 489,9 Millionen € (Vorjahr: 538,3 Millionen €). Zur Erhöhung der Lieferfähigkeit von Fassungen in den Niederlassungen, aber auch von Sonnenbrillen und Kontaktlinsen wurden die Vorräte um 19,7 Prozent bzw. 30,1 Millionen € auf 183,2 Millionen € erhöht (Vorjahr: 153,1 Millionen €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen stichtagsbezogen um lediglich 5,3 Millionen € auf 44,3 Millionen € (Vorjahr: 39,0 Millionen €), sind aber aufgrund des Geschäftsmodells ohnehin als nicht wesentlich zu betrachten. Die kurzfristigen Finanzanlagen sanken durch die erhöhten Investitionen, insbesondere durch die Kaufpreiszahlung für die Beteiligungen an den spanischen Gesellschaften im Dezember, um 113,7 Millionen €. Der Finanzmittelfonds (Liquide Mittel und Anlagen mit bis zu drei Monaten Restlaufzeit zum Erwerbszeitpunkt) belief sich zum Ende des Berichtsjahres auf 51,2 Millionen € (Vorjahr: 174,9 Millionen €). FinanzlageDie Finanzlage des Fielmann-Konzerns zeigt sich zum Bilanzstichtag 2022 weiterhin sehr solide. Das Finanzvermögen (übrige langfristige Finanzanlagen, sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte, kurzfristige Finanzanlagen sowie Zahlungsmittel und Äquivalente) zum Bilanzstichtag belief sich auf 175,5 Millionen € (Vorjahr: 277,9 Millionen €). Der Rückgang um 102,5 Millionen € ist insbesondere auf die Ausschüttung der Dividende im Juli 2022 sowie die Kaufpreiszahlung für die im Dezember erworbenen Beteiligungen zurückzuführen. Während das Umsatzwachstum im Einklang mit dem Wachstumspfad der Vision 2025 stand, war die Kostenstruktur im Jahr 2022 auf ein dynamischeres Wachstum ausgelegt. Dadurch wurde die Profitabilität überproportional belastet. Unter Berücksichtigung der Finanzverbindlichkeiten verfügte Fielmann zum Jahresende 2022 über eine positive Nettoposition von 89,9 Millionen € (Vorjahr: 215,1 Millionen €). Die Anlagepolitik des Fielmann-Konzerns ist defensiv und auf die Erhaltung des Vermögens ausgerichtet. Anlagerichtlinien sehen Obergrenzen sowohl für einzelne Adressen als auch für Anlageklassen vor. Die Anlageentscheidungen erfolgen zentral. Langfristige Anlagen entfallen vorrangig auf Anleihen guter Bonität, die von der Fielmann Aktiengesellschaft gehalten werden. Hinsichtlich weiterer Angaben, insbesondere aufgrund der veränderten Fristigkeit der Anlagen, wird auf Textziffer 28 im Konzernanhang verwiesen. Die Fielmann-Gruppe geht nur geringfügige langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ein. Darüber hinaus bestehende kurzfristige Kreditlinien wurden im Berichtsjahr lediglich als Überbrückungskredit für die Finanzierung von Beteiligungen sowie für Avale in Anspruch genommen. Um Unwägbarkeiten entgegenzuwirken, hat sich die Fielmann Aktiengesellschaft zur kurzfristigen Liquiditätssicherung feste Kreditlinien in Höhe von 125 Millionen € bei verschiedenen Banken gesichert. Diese waren zum Bilanzstichtag zu 24,5 Millionen € beansprucht worden. Das den Eigentümern des Mutterunternehmens zustehende Eigenkapital im Konzern sank zum Jahresende 2022 um 1,9 Prozent bzw. um 15,6 Millionen € auf 804,2 Millionen € (Vorjahr: 819,8 Millionen €). Die Eigenkapitalquote blieb jedoch mit 48,5 Prozent auf einem gewohnt hohen Niveau (Vorjahr: 50,3 Prozent). Die langfristigen Schulden summierten sich zum Jahresende 2022 auf 508,1 Millionen € (Vorjahr: 496,8 Millionen €). Ausschlaggebend für den Anstieg war die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen, die im Wesentlichen aus Mietverpflichtungen für neue Standorte resultierten. Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich auf 0,4 Millionen € (Vorjahr: 0,5 Millionen €). Der Rückgang der langfristigen Finanzverbindlichkeiten stammt insbesondere aus der Bewertung einer Put-Option für die bei den Alteigentümern der spanischen Gesellschaft Óptica del Penedés, S.L. verbliebenen Anteile. Der Zeitraum für die Ausübung liegt in den Jahren 2024 bis 2026. Die langfristigen Rückstellungen sanken um 3,5 Millionen € auf 25,4 Millionen € (Vorjahr: 28,9 Millionen €). Sie enthalten Pensionsrückstellungen in Höhe von 6,8 Millionen € (Vorjahr: 9,0 Millionen €), die ausschließlich auf das Segment Deutschland zurückgehen und überwiegend unverfallbare Pensionszusagen betreffen. Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich um 9,5 Prozent auf 401,0 Millionen € (Vorjahr: 366,3 Millionen €). Im Wesentlichen ist die Zunahme auf die Brückenfinanzierung der Beteiligungen im Dezember 2022 zurückzuführen. Die kurzfristigen Rückstellungen betrugen nahezu unverändert 70,0 Millionen € (Vorjahr: 70,5 Millionen €) und stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit leistungsbezogenen Vergütungen von Mitarbeitern sowie für Garantien. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen stichtagsbezogen um 4,6 Millionen € auf 85,2 Millionen € (Vorjahr: 79,6 Millionen €). Wesentliche Änderungen in den Zahlungsbedingungen erfolgten im Betrachtungszeitraum nicht. Der Anstieg der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten steht im Zusammenhang mit einem Sicherheitseinbehalt im Rahmen der Kaufpreiszahlung der im Dezember 2022 erworbenen Beteiligungen. Die nichtfinanziellen Verbindlichkeiten enthalten unter anderem Vertragsverbindlichkeiten aus der Nulltarifversicherung und aus Hörgeräte-Reparaturpauschalen und nahmen mit dem wachsenden Geschäftsvolumen zu. Cashflow-Entwicklung und InvestitionenDer Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sank um 22,7 Prozent auf 268,1 Millionen €. Der deutliche Rückgang ist in erster Linie auf den Rückgang des Ergebnisses vor Steuern sowie die Zunahme der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Der operative Cashflow je Aktie sank auf 3,18 € (Vorjahr: 4,13 €). Der negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit erhöhte sich um 113,6 Prozent auf -159,8 Millionen € (Vorjahr: -74,9 Millionen €). Der hohe Zahlungsmittelabfluss im Betrachtungszeitraum war stark durch die Akquisition der Ibervision Servicios Ópticos, S.L., Medop, S.A. sowie Elaboria, S.L. geprägt. Im Berichtsjahr wurde darüber hinaus stark in den Ausbau und der Modernisierung des Niederlassungsnetzes investiert. Daneben investierte Fielmann am Produktions- und Logistikstandort Rathenow insbesondere in die Glasfertigung und die innerbetriebliche Fördertechnik. Zudem waren verschiedene Digitalisierungsprojekte im Kontext der Vision 2025 wesentlich: Die Vernetzung der Online-Shops mit den Niederlassungen wurde ebenso vorangetrieben wie die Investition in kundenorientierte digitale Services. Die Auszahlungen für Sachanlagen beliefen sich in Summe auf 82,0 Millionen € (Vorjahr: 74,9 Millionen €). Der Free Cashflow als Summe aus dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus der Investitionstätigkeit sank auf 107,4 Millionen € (Vorjahr: 271,8 Millionen €). Der negative Cashflow aus Finanzierungstätigkeit stieg um 15,0 Prozent auf -232,3 Millionen € (Vorjahr: -201,2 Millionen €). Die deutliche Zunahme ist im Wesentlichen auf die erhöhte Dividendenzahlung zurückzuführen. Die Ausschüttung der Fielmann Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2021 im Juli 2022 belief sich auf 126,0 Millionen € (Vorjahr: 100,8 Millionen €). Darüber hinaus sind höhere Auszahlungen für Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen enthalten. In Summe reduzierten sich die Zahlungsmittel und Äquivalente um 123,6 Millionen € auf 51,3 Millionen € zum Bilanzstichtag 2022 (Vorjahr: 174,9 Millionen €). Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenAls Gesundheitsdienstleister trägt die Fielmann-Gruppe maßgeblich zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen bei: Wir machen über gutes Hören und Sehen eine hervorragende Gesundheitsversorgung für immer mehr Menschen zugänglich, verringern über günstige Brillen und Hörsysteme Ungleichheiten in der Bevölkerung. Die nichtfinanzielle Steuerungskennzahl "Kundenzufriedenheit" wird regelmäßig über Kundenumfragen gruppenweit erhoben. Ebenfallsengagieren wir uns für nachhaltigen Konsum- und Produkte, hochwertige Bildung, menschenwürdige Arbeit sowie für den Klimaschutz. 2022 standen wir an der Seite unserer ukrainischen Kunden und Mitarbeiter, indem wir trotz Schließung der Niederlassungen die Gehälter weiterzahlen und Arbeitsplatzgarantien aussprachen. Darüber hinaus haben wir als Fielmann-Gruppe gemeinsam mit unserem Partner ZEISS 80.000 ukrainischen Flüchtlingen kostenlos Brillen zur Verfügung gestellt. Außerdem haben wir im Berichtsjahr große Fortschritte bei der nachhaltigen Gestaltung unseres Sortiments erzielt. Unsere neue Zertifizierung ISCC Plus (International Sustainability and Carbon Certification) bestätigt die Qualität unserer nachhaltigen Produktentwicklung und -herstellung. MitarbeiterMitarbeiterzahl und -StrukturFielmann ist der größte Arbeitgeber der augenoptischen Branche in Zentraleuropa. Im Konzern waren im Berichtsjahr durchschnittlich 22.136 (Vorjahr: 21.822) Mitarbeiter beschäftigt. Umgerechnet auf Vollzeitkräfte nahm der Personalbestand von 15.901 auf 16.681 zu. Der Aufbau steht mehrheitlich im Zusammenhang mit unserer Expansion in Süd- und Osteuropa. Die Gesamtzahl beinhaltet auch 297 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MFI-Gruppe, von der die Fielmann-Gruppe zum Jahresende 2022 Teile erworben hat. Der Personalaufwand exklusive der Neuakquisition in Spanien erhöhte sich auf 762,8 Millionen € (Vorjahr: 703,8 Millionen €). Fielmann berücksichtigt soweit möglich den Wunsch nach individueller Arbeitszeitgestaltung und schafft durch flexible Arbeitszeitregelungen ein familienfreundliches Umfeld. Genau wie im Vorjahr waren auch 2022 nahezu 30 Prozent der Mitarbeiter des Konzerns in Teilzeit beschäftigt. Der Anteil weiblicher Beschäftigter an der Gesamtbelegschaft blieb mit 69,4 Prozent auf hohem Niveau (Vorjahr: 70,6 Prozent). Der Anteil gut ausgebildeter Frauen mit Berufserfahrung nahm dabei weiter zu. Die Frauenquote in den ersten drei Ebenen unterhalb des Vorstands lag unverändert bei 40 Prozent, während sie sich im Vorstand der Fielmann Aktiengesellschaft auf 25 Prozent und im Aufsichtsrat auf 37,5 Prozent belief. Hervorzuheben ist darüber hinaus der nach wie vor sehr hohe Anteil der Belegschaftsaktionäre. Mehr als 70 Prozent der Mitarbeiter hielten zum Jahresende 2022 Fielmann-Aktien und beziehen damit neben ihren Gehältern in der Regel zusätzlich Dividenden. Aus- und WeiterbildungDie demografische Entwicklung wird die Gesellschaft in Europa in den nächsten Jahrzehnten tiefgreifend verändern. Ohne eine erhebliche Migration wird die Bevölkerungszahl mittel- und langfristig sinken, während die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Die daraus resultierenden Fachkräfteengpässe zeichnen sich bereits in einigen Berufen, Branchen und Regionen deutlich ab. Parallel dazu verändert die Digitalisierung der Arbeitswelt die Berufsbilder und ihre erforderlichen Qualifikationen. Um die Herausforderungen des demografischen und technologischen Wandels zu meistern, setzt Fielmann auf die eigene Ausbildung und bietet den Mitarbeitern zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Fielmann wirbt dafür in Schulen, auf Jobmessen und in digitalen Medien, um die Fachkräfte der Zukunft, darunter auch mit den Kampagnen www.optiker-werden.de und www.akustiker-werden.de. Fielmann bietet ein weites Spektrum an verschiedenen Karrieremöglichkeiten, verbunden mit einer attraktiven Entlohnung und finanziellen Entwicklungsperspektiven. Die Fielmann-Gruppe ist der größte Ausbilder der augenoptischen Branche in Zentraleuropa. Neben der Ausbildung in den Niederlassungen schafft Fielmann mit sieben Lehrwerkstätten für die Augenoptik sowie zwei Standorten für die Hörakustik in Deutschland einen Rahmen für die Vertiefung theoretischer und praktischer Kenntnisse. Außerhalb Deutschlands betreibt Fielmann in Österreich, der Schweiz sowie seit 2022 im italienischen Verona weitere Schulungszentren. Fielmann setzt darüber hinaus zunehmend auf Online-Trainings, virtuelle Lehrwerkstätten und Online-Fernkurse zur Prüfungsvorbereitung. Fielmann kann sich der demographischen Entwicklung nicht entziehen. Dennoch bewarben sich im vergangenen Jahr mehr als 13.500 junge Menschen um eine Lehre bei Fielmann, von denen rund 1.500 nach bestandenem Eignungstest einen Ausbildungsplatz erhielten. Alle Fielmann-Niederlassungen werden von Augenoptikermeistern bzw. Optometristen geführt und kommen damit als Ausbildungsbetriebe in Betracht. Die Lehre im Bereich Augenoptik orientiert sich dabei regional übergreifend an den hohen Standards der deutschen Handwerksausbildung und wurde mehrfach bundesweit ausgezeichnet. Im Geschäftsjahr 2022 belief sich die Zahl der Auszubildenden zum Jahresende auf 4.107 (Vorjahr: 4.374 Auszubildende). In Deutschland beschäftigte Fielmann 3.728 (Vorjahr: 3.988), in der Schweiz 185 (Vorjahr: 187) und in Österreich 184 (Vorjahr: 187) Auszubildende. An unserem Produktions- und Logistikstandort in Rathenow bilden wir darüber hinaus angehende Speditionskaufleute, Fachkräfte in der Lagerlogistik, Informatikkaufleute und Verfahrensmechaniker für Brillenoptik aus. Die Fielmann-Gruppe bietet außerdem die Möglichkeit der Ausbildung in verschiedenen kaufmännischen Bereichen sowie die Absolvierung diverser dualer Studiengänge. Mit einem berufsbegleitenden Meisterkurs wird darüber hinaus den häufig regional und familiär gebundenen Augenoptikern die Möglichkeit zur Zusatzqualifikation und die Chance zum beruflichen Aufstieg geboten. Mit der Fielmann Akademie Schloss Plön betreiben wir das größte augenoptische Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Forschungszentrum der Branche. Seit dem Jahr 2012 bietet die Fielmann Akademie auch die Aus- und Weiterbildung für die Hörakustik an. Nachdem der Schulungsbetrieb Coronavirus-bedingt in den Vorjahren immer wieder eingestellt werden musste, konnte er ab 2022 wieder in nahezu vollem Umfang fortgeführt werden. Die Fielmann-Akademie steht im Rahmen der Meisterausbildung und der Fielmann-Akademie-Kolloquien auch externen Augenoptikern zur Verfügung. Die Kolloquien haben sich als feste Einrichtung für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis etabliert. In Summe nahmen seit 2007 mehr als 8.100 Besucher an 56 Veranstaltungen teil und tauschten sich über aktuelle Entwicklungen in der Augenoptik aus. Gesundheitsschutz und ArbeitssicherheitDer Schutz der Gesundheit aller Mitarbeiter und die Sicherstellung höchster Hygienestandards sind integraler Bestandteil der Personalstrategie. Fielmann organisiert Grippe- und Coronavirus-Schutzimpfungen und gewährt den Mitarbeitenden in Zusammenarbeit mit einem externen Partner Unterstützung in herausfordernden Lebenslagen. Details zu den Konzepten und Maßnahmen zum Gesundheitsschutz sind im Nachhaltigkeitsbericht der Fielmann-Gruppe enthalten, der im April 2023 veröffentlicht wird. Trotzdem ist die Arbeitsunfähigkeitsquote in Deutschland Coronavirus-bedingt auf 7,3 Prozent gestiegen (Vorjahr: 5,7 Prozent) und lag damit über unserem Zielwert von 5 Prozent. Wir sind zuversichtlich, die Zielquote von unter 5 Prozent zukünftig wieder zu erreichen. KundenDie Kundenzufriedenheit lag mit 91 Prozent unverändert auf sehr hohem Niveau (Vorjahr: 91 Prozent). Neben den garantiert günstigen Preisen ist dieser hohe Wert auf die kundenorientierte Philosophie von Fielmann zurückzuführen, die eine faire, freundliche und kompetente Beratung in den Mittelpunkt stellt. Diese Philosophie spiegelt sich auch im Vergütungssystem wider: Ein wesentlicher Teil der Tantieme der Niederlassungsleiter sowie des Vorstands ist von der Zufriedenheit der Kunden abhängig. Die Omnichannel-Plattform der Fielmann-Gruppe hat in den vergangenen Jahren nicht nur als Vertriebskanal, sondern auch als Kundenbindungs- und Serviceplattform erheblich an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2022 wurden die digitalen Services von Fielmann bereits 32 Millionen Mal (Vorjahr: 22 Millionen Mal) von Kunden genutzt, und mehr als jede zweite Kontaktlinse wurde über die digitalen Vertriebskanäle abgesetzt. Die digitalen Vertriebskanäle sind dabei kein Ersatz für die Niederlassungen, sondern integraler Bestandteil eines Omnichannel-Geschäftsmodells. Auch wenn Fielmann über eigene Forschung und Entwicklung optische Messtechnologien zur Marktreife führt, kommt den Niederlassungen weiterhin eine wichtige Rolle zu. Auch langfristig werden sich viele Kunden einen persönlichen Service wünschen. Das gilt besonders für komplexe Produkte wie zum Beispiel Gleitsichtgläser, die zusätzliche Messungen und eine persönliche Beratung erfordern. Fielmann bietet den Kunden seit 2018 den im Kontaktlinsen-Geschäft und in der Hörakustik bereits zuvor erfolgreich eingeführten Service der Online-Terminvereinbarung auch für den Sehtest und die Brillenberatung an. Durch diese Technologie konnte Fielmann im Jahr 2022 rund 16,3 Millionen Terminvereinbarungen digital abwickeln (Vorjahr: 11,1 Millionen Terminvereinbarungen). Zur Optimierung der Frequenz in den Niederlassungen wurde ein digitales Zeitmanagement entwickelt, das verfügbare Ressourcen optimiert und gleichzeitig dem Kunden seine Wartezeit minutengenau prognostiziert. Hierdurch wurde zugleich die Arbeit der Mitarbeiter in den Niederlassungen planbarer und produktiver gestaltet. Mithilfe der Tools konnte Fielmann die Kapazitäten unter Wahrung von Hygienestandards bestmöglich auslasten und so negative Effekte der Coronavirus-Pandemie deutlich begrenzen. NachhaltigkeitSchwerpunkte und InitiativenIm Geschäftsjahr 2022 konnten wir erfreuliche Fortschritte bei zahlreichen nichtfinanziellen Indikatoren und CSR-Meilensteinen erreichen, auf die wir in unserem Nachhaltigkeitsbericht detailliert eingehen. So gestalten wir unser Produktsortiment zunehmend nachhaltiger und ressourceneffizienter, prüfen kontinuierlich neue Materialien und Produktionsmethoden. Mit einer möglichst umweltfreundlichen Produktion einschließlich des Energieeinsatzes leistet Fielmann einen unmittelbaren Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels. Seit 2020 nutzt Fielmann deutschlandweit in der Produktion, den Niederlassungen und der Zentrale ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen. Dieses Konzept soll - soweit möglich - sukzessive auch in den internationalen Märkten ausgerollt werden. Auch Modernisierungsinvestitionen in Produktion und Logistik tragen zur Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks bei. Fielmann hat darüber hinaus auch im Jahr 2022 abermals für jeden Mitarbeiter einen Baum gepflanzt - insgesamt waren das 37.251 Bäume (Vorjahr: 24.724 Bäume) und 2.740 Sträucher (Vorjahr: 4.608). Das weitere gesellschaftliche Engagement erstreckt sich besonders auf Natur- und Umweltschutz, Bildung und Forschung sowie Denkmalpflege und Kultur. Dieses Engagement kommt auch durch Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen sowie Partnerschaften mit gemeinnützigen, regionalen Organisationen zum Ausdruck. Prognose-, Risiko- und ChancenberichtPrognoseberichtZukunftsgerichtete AussagenDie nachstehenden zukunftsgerichteten Aussagen und Informationen basieren auf den heutigen Erwartungen und Einschätzungen des Vorstands der Fielmann Aktiengesellschaft. Nicht zuletzt aufgrund der noch nicht vollständig überwundenen Coronavirus-Pandemie sowie insbesondere der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind diese mit Unsicherheit behaftet. Zahlreiche Faktoren, die nicht durch Fielmann beeinflussbar sind, können dazu führen, dass sich die wirtschaftliche Lage anders darstellt als im Prognosebericht angenommen. So könnten Sanktionsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine oder ein ungünstiger Verlauf der Coronavirus-Pandemie eine Belastung der Konjunktur nach sich ziehen. Die Fielmann Aktiengesellschaft verpflichtet sich nicht, zukunftsgerichtete Aussagen fortzuschreiben und an künftige Entwicklungen anzupassen. Auch übernimmt die Fielmann Aktiengesellschaft keine Gewährleistung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden. Erwartete wirtschaftliche RahmenbedingungenDer Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in seinem im Januar 2023 aktualisierten World Economic Outlook mit einer globalen Wachstumsrate von lediglich 2,7 Prozent. Dies bedeutet eine weitere Verlangsamung vor dem Hintergrund einer hartnäckig hohen Inflation. Der IWF geht davon aus, dass die Talsohle der Verlangsamung des globalen Wachstums gegen Ende des Jahres 2023 und zu Beginn 2024 zu erwarten sei. Hierbei hilft die Widerstandsfähigkeit der Arbeitsmärkte und die damit einhergehende Konsumbereitschaft. Allerdings gebe es nach wie vor große Ungewissheiten, beispielsweise eine große Cyberattacke oder die Gefahr einer Eskalation des russischen Krieges in der Ukraine. Ebenso sei die weitere Coronavirus-Politik Chinas ein wesentlicher Faktor für die Wiederbelebung der Weltwirtschaft. Für den Euroraum erwartet der IWF ein Wachstum von 0,7 Prozent, für Deutschland von 0,1 Prozent. Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr nicht mehr mit einer Rezession, so soll das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent steigen, bei einer Inflation von 6,0 Prozent. Die privaten Konsumausgaben werden demnach um 5,3 Prozent wachsen. Italien (+0,6 Prozent) und Spanien (+1,1 Prozent) dürften den IWF-Erwartungen zufolge eine stärkere Dynamik beim Bruttoinlandsprodukt zeigen. Für die Wirtschaft in der Schweiz sagt die OECD in ihrem Januar-Länderbericht eine Wachstumsrate von 0,8 Prozent für das Jahr 2023 voraus. Das Hauptaugenmerk von Fielmann gilt den bereits erschlossenen Märkten in Europa. In Deutschland, Schweiz und Österreich sind die Wachstumstreiber nach Auffassung des Vorstands der Fielmann Aktiengesellschaft weiterhin intakt. Weiteres Wachstumspotenzial ergibt aus dem organischen Wachstum in den weiteren Auslandsmärkten durch den Rollout der Omnichannel-Plattform, die Eröffnung neuer Niederlassungen und der Übernahme augenoptischer und hörakustischer Unternehmen. Auch der Eintritt in neue Märkte kann zu weiterem Wachstum führen. Gesamtaussage des Vorstands zur erwarteten wirtschaftlichenLage Der Vorstand der Fielmann Aktiengesellschaft beurteilt die langfristige Geschäftsentwicklung zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Berichts unverändert positiv. Aus heutiger Sicht geht der Vorstand davon aus, dass Fielmann weitere Absatz- und Umsatzmarktanteile, insbesondere in Süd- und Osteuropa, gewinnen wird. Dies wird ebenfalls zu einer angemessenen Ergebnisentwicklung führen. Pandemiebedingte Beschränkungen oder auch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine führen allenfalls zu einem Aufschub, nicht jedoch zu einem dauerhaften Verzicht auf einen Kauf von augenoptischen und hörakustischen Produkten. Erwartete Geschäfts- und Ertragslage der Fielmann-GruppeFielmann setzt die Vision 2025 weiterhin konsequent um und bleibt damit auf Expansionskurs. Wesentliche Treiber für organisches Wachstum sind insbesondere der Rollout unserer Omnichannel-Plattform, Neueröffnungen von Niederlassungen, die Vergrößerung bestehender Geschäfte und der Umzug in noch attraktivere Lagen. Mit der Modernisierung und der Flächenausweitung einer bestehenden Niederlassung erzielt Fielmann in der Regel zweistellige Umsatzzuwächse. Um zu einer Kultur der Kosteneffizienz zurückzukehren, haben wir das "Cost Leadership Program" ins Leben gerufen. Das strategische "Cost Leadership Program" setzt die Ressourcen frei, die wir benötigen, um Investitionen in unsere vier anderen strategischen Ziele zu investieren: das beste Omnichannel-Kundenerlebnis, ein erweitertes Vertriebsnetz, das beste Produktsortiment und eine deutliche Erweiterung der verfügbaren Personalkapazitäten in unseren Filialen. Das ist es, was für unsere Kunden am wichtigsten ist und was messbaren Nutzen für unser Geschäft generiert. Zur Beschleunigung des organischen Wachstums plant Fielmann für das Geschäftsjahr 2023, mehr als 150,0 Millionen € in den Ausbau, die Modernisierung und den Erhalt des Vertriebsnetzes sowie in Produktion und Infrastruktur zu investieren. Über alle Märkte hinweg sollen im Jahr 2023 mehr als 50 neue Niederlassungen eröffnet oder übernommen werden. Für weitere mehr als 70 bestehende Niederlassungen plant Fielmann Umbauten oder Vergrößerungen. In Deutschland sind Investitionen in Höhe von rund 79,6 Millionen € geplant, in der Schweiz rund 9,7 Millionen € und Spanien um 8,3 Millionen €. Für Österreich wurden in die Planung rund 5,1 Millionen €, für Italien 3,3 Millionen € und Polen 2,4 Millionen € eingestellt. Vom Gesamtvolumen sollen 71,4 Millionen € auf die Renovierung bestehender Geschäfte und Neueröffnungen entfallen, 51,1 Millionen € auf die Ausweitung der Produktionskapazitäten und weitere 27,5 Millionen € auf Konzerninfrastruktur und Vertriebswege. Auch für das Geschäftsjahr 2024 soll das Investitionsvolumen mit Blick auf die langfristigen Ziele auf diesem für die Fielmann-Gruppe sehr hohen Niveau aufrecht gehalten werden. Die Investitionen werden in Abhängigkeit von der Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage und deren Auswirkungen auf die Niederlassungen im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 fallweise neu priorisiert und gegebenenfalls vorgezogen, verschoben oder gestrichen. Das organische Wachstum ergänzt Fielmann bei sich bietender Gelegenheit um strategische Akquisitionen. Begleitet wird das Investitionsprogramm durch die fortgesetzte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie Aufwendungen für die fortgesetzte Digitalisierung und die Weiterentwicklung der Omnichannel-Plattform. Durch die Maßnahmen schafft Fielmann eine noch breitere Basis für nachhaltiges Wachstum. Die Kundenzufriedenheit soll auch im Geschäftsjahr 2023 über 90 Prozent betragen. Zusammen mit der konsequenten Ausrichtung auf die Kunden, geplanten Aufwendungen von rund 20 Millionen € für Aus- und Weiterbildung sowie den bereits in früheren Jahren getätigten Investitionen sollen weitere Marktanteile insbesondere im europäischen Ausland gewonnen werden. Zusätzlich unterstützt wird dies durch die erwartete Ausweitung der Absätze von Gleitsichtbrillen, Kontaktlinsen und Hörsystemen. Die Wachstumsziele im Rahmen der Vision 2025 bleiben dabei unangetastet. Mit unserer Omnichannel-Plattform einschließlich unseres wachsenden Niederlassungsnetzes streben wir bis zum Jahr 2025 einen Außenumsatz inklusive Mehrwertsteuer und Bestandsveränderungen von insgesamt mehr als 2,3 Milliarden € an. Um dieses Ziel erreichen zu können, planen wir den Aufbau neuer, digitaler Vertriebskanäle sowie insgesamt 630 Niederlassungen in Deutschland, 50 in der Schweiz, 45 in Österreich, 70 in Italien, rund 70 Standorte in Polen und 20 Geschäfte in Tschechien. In Spanien besteht nach Einschätzung der Fielmann-Gruppe langfristig Potenzial für ein Omnichannel-Vertriebsnetz mit digitalen Kanälen und insgesamt 200 Niederlassungen, die insgesamt einen jährlichen Absatz von rund 900.000 Brillen erzielen. In Summe sollen die internationalen Märkte langfristig rund 30 Prozent zum Außenumsatz der Fielmann-Gruppe beisteuern. Fokus auf das ErgebnisTrotz Coronavirus-Pandemie und Ukraine-Krieg konnte die Fielmann-Gruppe dank Investitionen in die Digitalisierung und Internationalisierung in den vergangenen Jahren ihren Umsatz entlang des Wachstumspfads der Vision 2025 steigern. Gleichzeitig belasteten insbesondere im abgelaufenen Geschäftsjahr Investitionen in die Preisführerschaft in Deutschland und die damit verbundene Neukundengewinnung sowie Gehaltsanpassungen das Ergebnis überproportional. Im laufenden und in den folgenden Jahren konzentriert sich die Fielmann-Gruppe nun auf das Ergebnis: Auf der Hauptversammlung im Juli 2022 hat der Vorstand das Kostensparprogramm mit der Zielsetzung bekanntgegeben, in den Zentralbereichen und Servicefunktionen die strukturellen Kosten zu senken. Als Preisführer muss die Fielmann-Gruppe auch Kostenführer sein. Das Programm legt den Grundstein für unseren künftigen Erfolg, wird mittelfristig unsere Profitabilität deutlich verbessern. Erwartete Entwicklung der zentralen SteuerungsgrößenDer Krieg in der Ukraine und die damit einhergehende Verknappung des Erdgases und auch die deutlich gestiegenen Nahrungsmittel-, Rohöl- und Strompreise haben im Berichtsjahr die Inflation massiv befeuert. Das Konsumentenvertrauen sank auf historische Tiefststände. Für Deutschland, die größte Volkswirtschaft Europas und der größte Absatzmarkt der Fielmann-Gruppe, erwartet die Bundesregierung für das Jahr 2023 keine Rezession mehr, jedoch dürfte das Wachstum lediglich 0,2 Prozent betragen. Auch wird für dieses Jahr mit einem geringeren Anstieg der Inflation von durchschnittlich 6 Prozent in Deutschland gerechnet, die verfügbaren Einkommen werden weiter sinken. Die Auswirkungen auf den Konsum sind derzeit schwer einzuschätzen. Folgen von maßgeblichen Veränderungen im Kontext des Kriegs in der Ukraine oder politischen Entscheidungen in Asien sind nicht in das Szenario einbezogen worden, ebensowenig sind außerordentliche Entwicklungen auf Grund von Zukäufen berücksichtigt worden. Vor dem Hintergrund attraktiver Wachstumsopportunitäten wird dabei das EBITDA, also das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, leitend für unsere Entscheidungsfindung sein: Bis 2019 basierte unser einstelliges Wachstum vor allem auf dem organischen Wachstum durch die Eröffnung stationärer Niederlassungen und der Erweiterung unseres Vertriebsnetzes einschließlich digitalen Vertriebskanälen in Bestandsmärkten. Mit der beschleunigten Internationalisierung und der damit verbundenen Akquisition von augenoptischen und hörakustischen Unternehmen im größeren Umfang änderte sich sowohl die Struktur unserer Bilanz als auch die der Gewinn- und Verlustrechnung. Nicht zahlungswirksame Vorgänge wie die planmäßige Abschreibung auf erworbene Markenrechte und den Kundenstamm prägen zunehmend das Ergebnis vor Steuern (EBT). Bei der zukünftig denkbaren Fremdkapitalfinanzierung von Unternehmenskäufen wird sich die Ergebnisbelastung erhöhen, wenngleich die Eigenkapitalrendite positiv beeinflusst wird. Bei Transaktionen übliche Kaufpreismodelle mit Call- und Put-Optionen führen bei volatilen Zinsen ebenfalls zu einer erheblichen Ergebnisbeeinflussung. Um eine klare Vergleichs- und Steuerungsgröße zur Messung der operativen Ertragskraft zu etablieren, hat der Vorstand der Fielmann Aktiengesellschaft entschieden, die Zielrenditegröße EBT auf EBITDA zu ändern. Für 2025 streben wir eine EBITDA-Rendite von 25 Prozent an. Der Vorstand der Fielmann Aktiengesellschaft erwartet vor dem Hintergrund der Marktentwicklung, der hohen Investitionen und des stetigen Ausbaus des Omnichannel-Geschäftsmodells für das Jahr 2023 eine Steigerung des Umsatzes zwischen 7 und 10 Prozent auf 1,88 bis 1,94 Milliarden €, ein Brillen-Absatzwachstum zwischen 4 Prozent (8,9 Millionen Brillen) bis 8 Prozent (9,2 Millionen Brillen) und ein Wachstum des EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) zwischen 9 Prozent (370 Millionen €) und 21 Prozent (410 Millionen €). Dies entspricht einer EBITDA-Rendite zwischen 20 und 21 Prozent (Vorjahr: 19,3 Prozent). Die EBT-Marge wird voraussichtlich zwischen 9 und 11 Prozent liegen (Vorjahr: 9,1 Prozent). Fielmann ist in den letzten Jahrzehnten aus allen Krisen und Strukturreformen gestärkt hervorgegangen. In Krisenzeiten kaufen Kunden dort, wo sie garantierte Qualität zu günstigen Preisen erhalten. In der Augenoptik und Hörakustik ist das die Fielmann-Gruppe. UmweltbelangeDie Fielmann-Gruppe engagiert sich seit ihrem Umweltgelöbnis von 1986 für den Erhalt der Natur und den Umweltschutz. Der CO 2 -Fußabdruck des Unternehmens ist als Gesundheitsdienstleister und Einzelhändler im Kern deutlich kleiner als der anderer Unternehmen vergleichbarer Größe. Als verantwortungsbewusstes Familienunternehmen pflanzen wir nicht nur Bäume, sondern verpflichten uns auch, unseren Teil zur systematischen Reduzierung der CO 2 -Emissionen beizutragen. Wir bekennen uns zum Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden. Mit unserer stetig wachsenden Datenbasis und weiterentwickelter Technologie werden wir dieses Ziel in den nächsten Jahren überprüfen, streben an, zu einem früheren Zeitpunkt die Klimaneutralität zu erreichen. So wird der Austausch auf energiesparende Technologien weiter vorangetrieben und wir planen den Ökostrom-Anteil in der Gruppe weiter zu erhöhen. Auch im Rahmen von Umbaumaßnahmen planen wir weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung durchzuführen. Erste Dachflächen zur Installation von Photovoltaikanlagen sind bereits identifiziert und entsprechende Module beauftragt, weitere werden folgen. ArbeitnehmerbelangeUnsere Mitarbeitenden tragen maßgeblich zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung bei. Durch ihr Fachwissen, ihre Fähigkeiten und ihr Engagement sichern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft. Unser Ziel ist es daher, durch eine moderne Unternehmenskultur nachhaltig die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen. Mit dem Engagement-Index messen wir Leistungsbereitschaft, Identifikation und Motivation unserer Mitarbeiter. Bis 2025 steigern wir den Engagement-Index kontinuierlich. SozialbelangeAls international tätiges Unternehmen betrachten wir es als unsere Verpflichtung, Verantwortung für unser Umfeld zu übernehmen und die Situation unserer Mitmenschen nachhaltig positiv zu beeinflussen. Mit unserem Selbstverständnis "Wir helfen allen, die Schönheit der Welt zu hören und zu sehen." unterstreichen wir unsere Verantwortung, auch jenseits unseres Kerngeschäfts einen Beitrag zu einem besseren gesellschaftlichen Miteinander zu leisten. Nachhaltiges Handeln ist Teil unserer Unternehmensphilosophie. Wir erachten es als unsere unternehmerische Pflicht, nachhaltig zu produzieren sowie hochwertige und langlebige Produkte zu vertreiben. Durch den verstärkten Einsatz recycelter Materialien in der Produktion von Fielmann-Fassungen tragen wir zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bei. In diesem Jahr planen wir Fassungen für Korrektionsbrillen sowie Sonnenbrillen in das Sortiment aufzunehmen, das zu 20 Prozent aus recycelten Materialien besteht. In den kommenden Jahren werden wir unser Angebot sukzessive ausweiten. Mit unserer eigenen Fertigung im brandenburgischen Rathenow stellen wir sicher, dass unsere Produkte höchsten Qualitätsstandards entsprechen. Erst nach bestandenem Test erhält ein Fassungsmodell drei Jahre Garantie und wird in die Fielmann-Kollektion aufgenommen. Unser Ziel ist es, unseren Kunden langlebige Produkte zu bieten um somit Ressourcen effizient zu nutzen. Fielmann verbindet innovative Serviceangebote mit kundenorientiertem Datenschutz, begreift Kunden als mündige Bürger. Unsere Kunden haben jederzeit ein Recht zu erfahren, wie und zu welchen Zwecken ihre Daten verarbeitet werden. Personenbezogene Daten erheben, verarbeiten und nutzen wir im Rahmen der Geschäftstätigkeit in allen Konzerngesellschaften nur, wenn die erforderliche Rechtsgrundlage vorliegt. Auch die Daten unserer Mitarbeiter, Geschäftspartner und Aktionäre verarbeiten wir vertraulich und im Einklang mit den Datenschutzbestimmungen. Unser Ziel ist es, unsere Organisation, Prozesse und Systeme fortwährend so weiterzuentwickeln, dass Daten stets rechtskonform verarbeitet und aufbewahrt werden. In diesem Jahr planen wir die Entwicklung und Implementierung eines eLearning-Programmes zu den Grundlagen des Datenschutzes bei Fielmann. Korruptionsbekämpfung und Achtung der MenschenrechteDie Fielmann-Gruppe setzt sich aktiv für die Einhaltung von Gesetzen, Verhaltensstandards und Menschenrechten ein. Diese Verantwortung ist tief in unserem Selbstverständnis als Familienunternehmen verankert. Das gilt für unsere eigenen Standorte und Mitarbeitenden genauso wie für alle Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette. Wir dulden keine Korruption, Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder Diskriminierung, weder an unseren eigenen Standorten noch entlang unserer Lieferkette. Fielmann verfügt über ein Compliance-System. Es wirkt auf ein rechtskonformes und ethisches Verhalten der Mitarbeiter sowie der Geschäftspartner hin, setzt sich aus einem Code of Conduct für Lieferanten, einer Compliance-Richtlinie, Einzelvorgaben für Risikobereiche und einem Risikomanagementsystem zusammen. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, werden wir den Code of Conduct in einer überarbeiteten Fassung veröffentlichen und dessen Einhaltung von allen Lieferanten von Brillenfassungen, Brillengläser, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen und Hörsystemen bis zum Jahr 2024 einfordern. Wir entwickeln unsere Nachhaltigkeitsstrategie kontinuierlich weiter. In den kommenden Jahren werden wir regelmäßig und transparent über aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen im Rahmen der Nachhaltigkeitsagenda berichten. RisikoberichtRisikomanagementsystemDurch ein umfassendes Chancen- und Risikomanagement kann Fielmann Chancen frühzeitig erkennen und nutzen, ohne mögliche Risiken außer Acht zu lassen. Ziele des Risikomanagementsystems des Fielmann-Konzerns sind die rechtzeitige Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage und die von den Stake- und Shareholdern wahrgenommene Positionierung der Fielmann-Gruppe in der Öffentlichkeit haben könnten. Ein konzernweit angewendetes Risikotragfähigkeitskonzept dient der Festlegung der angemessenen Risikobereitschaft der Fielmann-Gruppe in den jeweiligen Risikofeldern. Zur Zielerreichung wurde ein Risikomanagementsystem implementiert, welches neben einer klaren Organisationsstruktur eine systematische Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung, -kommunikation und -überwachung gewährleistet und sich an dem IDW PS 340 orientiert. Im Geschäftsjahr erfolgte eine Weiterentwicklung des Systems. Basis ist ein detailliertes Berichtswesen, das alle Planungs- und Steuerungssysteme beinhaltet. So ist sichergestellt, dass der Vorstand über die Risikosituation transparent informiert ist. Anhand zuvor identifizierter und definierter Schwellenwerte wird regelmäßig analysiert, ob Risikokonzentrationen im Konzern oder bei der Fielmann Aktiengesellschaft bestehen. Die Überwachung ist in tägliche Arbeitsabläufe integriert, die monatliche und die jährliche Berichterstattung komplettieren das Frühwarnsystem. Mögliche Risiken werden identifiziert und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die wirtschaftliche Lage der Fielmann Aktiengesellschaft bzw. des Konzerns bewertet. Eine standardisierte Vorgehensweise zur Handhabung etwaiger auftretender Risiken sowie die erwartete Entwicklung des Risikos innerhalb der nächsten zwölf Monate (kurzfristiger Zeitraum) bzw. in den nächsten 36 Monaten (mittelfristiger Zeitraum) werden ebenfalls erfasst. Neben dem monatlichen und jährlichen Berichtswesen besteht zusätzlich eine Pflicht zur Ad-hoc-Berichterstattung. Das Ergebnis der Beurteilung wird auf Formblättern anhand eines Ampelsystems für die Risikoausprägung dokumentiert. Die Klassifizierung des Schadensausmaßes erfolgt in fünf Kategorien. Die Basis für die Eingruppierung bilden hier die prozentualen Effekte auf das Vorsteuerergebnis (EBT) mit der Unterteilung bis 5 Prozent, bis 10 Prozent, bis 15 Prozent, bis 20 Prozent und mehr als 20 Prozent. Daneben wird die Eintrittswahrscheinlichkeit ebenfalls nach fünf Kategorien unterschieden. sehr gering, gering, mittel, hoch und sehr hoch. In Kombination zwischen möglicher Schadenshöhe und deren Eintrittswahrscheinlichkeit wurden die Grenzen für das Geschäftsjahr 2022 entsprechend definiert (EBT x Prozent Schadenshöhe x Eintrittswahrscheinlichkeit):
Der Prozess der Risikoerfassung, -bewertung und -beurteilung erfolgt dezentral durch die einzelnen Bereiche. Mitarbeiter in den Risikoeinheiten (Risk Identifier) identifizieren aufgrund ihrer Verantwortung zu den Themen mögliche Risiken und melden diese an ihren Risiko-Verantwortlichen (Risk Owner) zur Berücksichtigung im Risikomanagement. Der Risikobeauftragte koordiniert die Risikoerfassung, -bewertung sowie -beurteilung und leitet die Risikoberichte der einzelnen Bereiche an den Vorstand weiter. Damit wird eine Vielzahl einzelner Risiken abgedeckt, die wiederum in den folgenden Kategorien zusammengefasst sind:
Das Risikomanagementsystem von Fielmann wird auf den gesamten Konsolidierungskreis des Unternehmens angewendet. Es werden grundsätzlich alle Tochtergesellschaften und Beteiligungen entsprechend der funktionalen Gliederung des Fielmann-Konzerns einbezogen. Erstmals wurde im Betrachtungszeitraum eine länderspezifische Gliederung berücksichtigt. Hierbei werden die Länder Schweiz, Österreich und Spanien aufgrund ihres erheblichen Umsatzanteils sowie Italien und Polen wegen der fortschreitenden Expansion als Risikoeinheiten betrachtet. Der Risikoleitfaden und das darin enthaltene Risikomanagementsystem ist durch alle Mitarbeiter bindend anzuwenden. Die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und deren Schadenshöhe sind hierbei anhand einer 5 * 5 Risikomatrix berücksichtigt. Für jedes Risiko wird auch die Art der Risikoauswirkung auf das Ergebnis, die Liquidität, das Vermögen und auf die Reputation angegeben. Die Handhabung mit dem Risiko unterteilt nach selbsttragend, Verminderung, Überwälzung oder Vermeidung. Die erwartete Entwicklung des Risikos in den kommenden 12 oder 36 Monaten wird darüber hinaus anhand eines Pfeilsystems dokumentiert. Die Risikotragfähigkeit ist das maximale Risikoausmaß, welches der Fielmann-Konzern ohne Gefährdung seines Fortbestands tragen kann. Es versteht sich als Gegenüberstellung des Gesamtrisikos mit den zur Risikodeckung verfügbaren finanziellen Mitteln, der sogenannten Deckungsmasse. Bei der Deckungsmasse handelt es sich um betriebswirtschaftliche Kennzahlen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, welche im Falle von Risikoeintritten zur Abfederung der Auswirkungen herangezogen werden. Um das Gesamtrisiko zu ermitteln, werden alle Einzel-Risiken in einem Gesamt-Risiko-Portfolio zusammengefasst. Neben der Konsolidierung der Einzel-Risiken werden in der Gesamt-Risiko-Position auch die Konzentration von nicht wesentlichen, bestandsgefährdenden Risiken und Tail-Events (Extremrisiken) berücksichtigt und bewertet. Des Weiteren wird die Einschätzung über eine Brutto-Netto-Betrachtung für wesentliche Kennzahlen ergänzt. Das ermittelte Gesamtrisiko wird den Kennzahlen der Ertragslage (vorrangig EBT = Ergebnis vor Steuern), der Finanzlage (Liquidität 1., 2. und 3. Grades) und der Vermögenslage (vorrangig: Eigenkapital) gegenübergestellt. Fielmann erstellt eine systematisch abgeleitete Risikotragfähigkeitsanalyse. Wesentliche Elemente der Risikotragfähigkeitsanalyse sind Prozessablauf, Verantwortlichkeit, eingesetzte Verfahren, Ermittlung der Risikodeckungsmasse und der Risikoparameter sowie Überwachung und Steuerung der Risikotragfähigkeit. Die Wirksamkeit des Risikofrüherkennungssystems wird regelmäßig durch die Interne Revision und vom Prüfungsausschuss überwacht und im Rahmen der Prüfung beurteilt. Für den Fielmann-Konzern sowie für die Fielmann Aktiengesellschaft bestehen im Folgenden aufgeführte Risiken. Darüber hinaus bestehende allgemeine Risiken werden nicht explizit erfasst, da sie sich naturgemäß nicht vermeiden lassen. Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und RisikomanagementsystemsDer Vorstand der Fielmann Aktiengesellschaft ist verantwortlich für die Erstellung und Richtigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts sowie des Jahresabschlusses und des Lageberichts der Fielmann Aktiengesellschaft. Schulung und regelmäßiger Austausch, standardisierte Vorlagen sowie ein IT-gestütztes Informationssystem zu Bilanzierungsfragen und ein gruppenweit einheitliches Abrechnungssystem konkretisieren Abläufe und unterstützen eine ordnungsgemäße und zeitnahe Erstellung des Abschlusses. Die Warenflusskontrolle sowie die Warenbewertung erfolgt über das bei Fielmann einheitliche Abrechnungssystem. Um die hohe Integration der eingesetzten SAP-Systeme und die Standardisierung vieler Prozesse zu nutzen, wurden die Abschlussarbeiten in den jeweiligen Fachbereichen zentralisiert. Bis auf 15 Gesellschaften werden alle Einzelabschlüsse in SAP erstellt und zentral im Konzern zusammengeführt (Vorjahr: acht Gesellschaften). Basis einer jeden Belegprüfung ist das für das Rechnungswesen auf Einzelabschluss- und Konzernebene installierte Kontrollsystem, das die Prozess- und Datenqualität überwacht. Zu diesem Kontrollsystem gehören unter anderem Informationsflussdarstellungen, ein Verfahren zur täglichen Kassenabrechnung, Prüf- und Checklisten sowie ein IT-System zur Überwachung aller Transaktionen für den Monats-, Jahres- und Konzernabschluss. Die Einhaltung der Regelungen unterliegt einer turnusmäßigen Überprüfung durch die Interne Revision. Die buchhalterischen Vorgaben eines zentralen Finanzinformationssystems gelten für Einzelabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften nach lokalen handelsrechtlichen Grundsätzen, wobei Besonderheiten für einzelne Einheiten vermerkt sind. Soweit einbezogene Gesellschaften nach anderen Rechnungslegungsstandards Einzelabschlüsse aufstellen, gelten die Bilanzierungsgrundsätze für die Handelsbilanz II, die zentral im Konzernrechnungswesen bearbeitet wird. Die Bilanzierungsgrundsätze werden auch auf Zwischenabschlüsse angewendet und dienen sowohl einer sachlichen als auch einer zeitlichen Stetigkeit. Für darüber hinaus gehende Bereiche werden dem Vorstand und dem Management umfassende Berichte zur aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung des Gesamtunternehmens und entsprechender Teilbereiche zur Verfügung gestellt. Der Vorstand und das Management erachtet das Managementsystem für angemessen und wirksam. Im Berichtsjahr hat sich der Aufsichtsrat durch den von ihm gebildeten Prüfungsausschuss von der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des Systems der Internen Revision überzeugt. Der Prüfungsausschuss stand darüber hinaus regelmäßig im Austausch mit dem Abschlussprüfer. Chancen und Risiken der künftigen EntwicklungDie nachfolgenden Informationen über Risiken der künftigen Entwicklung beziehen sich auf die in das Risikomanagement von Fielmann eingebundenen Risiken. Zur Verbesserung der Information wird die nach IFRS 7 für den Konzernabschluss gebotene Berichterstattung über Kreditrisiken, Wechselkursrisiken, Zinsrisiken, Marktrisiken und Liquiditätsrisiken in den Konzernlagebericht unter "Finanzwirtschaftliche Risiken" eingebunden. Die Ausführungen über die Chancen der künftigen Entwicklung betreffen dabei im Wesentlichen operative Bereiche. Zusammenfassung der RisikosituationDie Marktstellung des Konzerns, seine finanzielle Bonität und ein Geschäftsmodell, welches die konsequente und schnelle Nutzung von Wachstumschancen bei begrenzten Risiken erlaubt, lassen mit Blick auf die zukünftige Entwicklung keine Risiken mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erkennen. Umfeldrisiken, Branchen und KonzernkennzahlenKonjunkturelle Schwankungen im internationalen Marktumfeld, eine zunehmende Wettbewerbsintensität, aber auch unvorhersehbare Schock-Events (sogenannte Black Swan-Events) stellen für die Unternehmen in der Augenoptik- und Hörakustikbranche und damit auch für die Fielmann-Gruppe grundsätzliche Risiken dar. Aus den Umfeldrisiken resultieren Preis- und Absatzrisiken, welche sich in der wirtschaftlichen Lage des Fielmann-Konzerns niederschlagen können. In den zurückliegenden Geschäftsjahren seit 2020 wurden die Umfeldrisiken und deren Auswirkungen auf die Konzernkennzahlen durch die außergewöhnlichen Belastungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie, aber auch durch den Krieg in der Ukraine und dessen Folgen verstärkt. Eine ständige, zentral und dezentral durchgeführte Markt- und Wettbewerbsbeobachtung unterstützt Fielmann in der frühzeitigen Erkennung dieser Entwicklungen. Über manuelle und automatisierte Verfahren wird das Angebot aller relevanten Mitbewerber einschließlich Online-Anbietern laufend beobachtet und analysiert. Der Vorstand und weitere Entscheidungsträger werden zeitnah über Entwicklungen im Markt- und Wettbewerbsumfeld informiert. Risiken werden so rechtzeitig identifiziert und Maßnahmen kurzfristig ergriffen. Die regional noch immer bestehende Coronavirus-Pandemie sowie die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine haben die wirtschaftliche Entwicklung der Fielmann Aktiengesellschaft und des Fielmann-Konzerns 2022 beeinträchtigt. Dennoch konnte sich die Fielmann-Gruppe nach den pandemiebedingten Rückgängen der Vorjahre weiter erholen und auf den Wachstumspfad der Vorkrisenzeit zurückkehren. Neben der zunehmenden Internationalisierung trägt der kontinuierliche Rollout der Omnichannel-Plattform zur positiven Entwicklung in allen relevanten Märkten bei. Die Umfeldrisiken werden insgesamt, auch aufgrund der noch immer bestehenden Risiken aus der Coronavirus-Pandemie sowie der geopolitischen Risiken, leicht verschlechtert als hohes Risiko (gelb) eingestuft (Vorjahr: grün-gelb). Risiken VertriebVertriebsrisiken bestehen im Wesentlichen in einer rückläufigen Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen von Fielmann, die ihre Ursache in einer nachlassenden Kundenzufriedenheit, in Störungen des stationären Handels, etwa aufgrund von behördlichen Einschränkungen des Kundenverkehrs im Zuge der Coronavirus-Pandemie, oder im Bereich der Online-Aktivitäten haben kann. Die wesentlichen Vertriebsrisiken werden daher anhand ihrer Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit und die Absatzentwicklung bewertet. Beide Kennzahlen sind essenzielle Erfolgsfaktoren für die kundenorientierte Philosophie von Fielmann. Fielmann hat im Berichtsjahr die Kundenzufriedenheit dank der hohen Produkt- und Servicequalität bei garantiert günstigen Preisen bei über 90 Prozent gehalten. Die Niederlassungen waren über das gesamte Jahr unter Beachtung erforderlicher Hygienemaßnahmen uneingeschränkt geöffnet. Unter anderem durch die Online-Vergabe von Terminen konnte die Kundenfrequenz im stationären Vertrieb optimiert gesteuert werden. Diese Maßnahmen tragen auch zukünftig zur Reduzierung der Vertriebsrisiken bei - auch unter Berücksichtigung der weiteren Expansion durch die geplante Zahl von Neueröffnungen sowie Umbauten und Umzügen. Die digitalen Vertriebskanäle verzeichnen im Jahr 2022 wachsende Nutzerzahlen und positives Kundenfeedback. Ihr erwartungsgemäß noch überschaubarer Anteil am Außenumsatz wächst mit 37 Prozent im Berichtsjahr erfreulich. Während Kunden ihre Kontaktlinsen bereits zu über 50 Prozent im Versand kaufen, werden Brillen weiterhin vornehmlich stationär erworben. Mit unserem Omnichannel-Geschäftsmodell bieten wir unseren Kunden die nahtlose Verbindung beider Welten. Die Risiken im Bereich des Vertriebs werden wie im Vorjahr als mittleres Risiko (grüngelb) bewertet (Vorjahr: grün-gelb). Fachkräftebedarf (Personalrisiken)Der Wachstumskurs der Fielmann-Gruppe ist mit einem steigenden Bedarf an Fachkräften sowohl in den Niederlassungen als auch in Produktion, Logistik und Zentralbereichen verbunden. Nur so kann das Versprechen einer hohen Produkt-, Beratungs- und Servicequalität konsequent eingehalten werden. Personelle Risiken bestehen insbesondere darin, dass dieser Fachkräftebedarf aufgrund des demografischen und technologischen Wandels mittel- bis langfristig nicht ausreichend gedeckt werden kann. Fielmann begegnet diesen Risiken zum einen durch eine aktive und sehr erfolgreiche Positionierung als attraktiver Arbeitgeber im Wettbewerb um junge Talente. Als größter Ausbilder der augenoptischen Branche mit höchsten handwerklichen und industriellen Standards ist die Fielmann-Gruppe für junge Menschen ein attraktiver Ausbilder. Durch die hohe Zahl angehender Augenoptiker und Hörakustiker sichert Fielmann bestehende Vertriebsstrukturen und stellt die geplante Expansion sicher. Dem demografischen Rückgang begegnet Fielmann mit innovativen Weiterbildungskonzepten. Zusätzliche Stabilität verleiht die hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter. Durch das Angebot von Teilzeit-Arbeitsmodellen, das Ausrollen von New-Work-Konzepten, eine attraktive Vergütung und nicht zuletzt den hohen Anteil von Belegschaftsaktionären wird die Fluktuation wirkungsvoll begrenzt. Die Risiken aus dem Bereich Personal werden aufgrund der aktuellen Lage und der entsprechenden Maßnahmen nahezu unverändert als mittleres Risiko (grün-gelb) bewertet (Vorjahr: grün). Finanzwirtschaftliche RisikenKreditrisiken, Liquiditätsrisiken, Marktrisiken, Zins- und Währungsrisiken sowie Zinsschwankungen können sich signifikant auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Fielmann-Konzerns auswirken. Fielmann hat daher die Risiken so weit wie möglich zentralisiert und steuert diese vorausschauend. Die finanzwirtschaftlichen Risiken werden unverändert als gering eingestuft (grün) (Vorjahr: grün). Im Einzelnen stellen sie sich wie folgt dar: Kreditrisiken (Finanzen)Der Fielmann-Konzern verfügt über ein ausreichend hohes Finanzvermögen, das zu einem wesentlichen Teil auf kurzfristige Finanzanlagen entfällt. Kreditrisiken bestehen darin, dass es zu Leistungsstörungen oder Ausfällen auf Seiten der Kontrahenten kommt, insbesondere in einem Umfeld wachsender Unsicherheit auf den Finanzmärkten. Vor dem Hintergrund einer restriktiveren, mit deutlich gestiegenen Zinsen verbundenen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank wird die Ertragslage von Finanzinstituten in Mitleidenschaft gezogen. Weitere Risiken erwachsen aus dem hohen Stand der Verschuldung im öffentlichen und privaten Sektor in einigen Ländern des Euro-Raums. Die Anlagepolitik des Fielmann-Konzerns und der Fielmann Aktiengesellschaft ist defensiv und auf die Erhaltung des Vermögens durch die nachhaltige Sicherung der Kaufkraft in Orientierung an der aktuellen Preissteigerungsrate ausgerichtet. Diese stieg im Berichtsjahr sprunghaft an und belief sich im Jahresdurchschnitt auf 7,9 Prozent (Vorjahr: 3,1 Prozent). Eine Anlagerichtlinie schreibt für alle Klassen von Finanzinstrumenten, die der Kapitalanlage dienen, Höchstgrenzen vor. Die Anlagemöglichkeiten sind im Wesentlichen auf Anlagen beschränkt, die in der Beurteilung durch Ratingagenturen mit einem Investment Grade ausgestattet sind. Aufgrund der auch im Jahr 2022 weiterhin bestehenden großen Unsicherheit an den Finanzmärkten hat sich die Fielmann Aktiengesellschaft entschieden, insbesondere in Anlagen mit hoher Bonität zu investieren bzw. Liquidität auf Tagesgeldkonten oder auf Kontokorrentkonten zu belassen. Aufgrund des sich beschleunigenden Investitionsvolumen der Fielmann-Gruppe wurden mit Ende des dritten Quartals keine zusätzlichen Wertpapiere erworben. Das Ausfallrisiko im Konzern und in der Fielmann Aktiengesellschaft besteht maximal in Höhe der Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte. Ausfallrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Grundsätzlich wird vor jeder wesentlichen Anlageentscheidung die Bonität des Geschäftspartners geprüft und dokumentiert. Die Fixierung von Höchstgrenzen für Anlagen je Kontrahent begrenzt das Ausfallrisiko ebenso wie der derzeitige Schwerpunkt des Anlagehorizonts mit Laufzeiten von durchschnittlich 7 Monaten (Vorjahr: Laufzeiten von durchschnittlich 6 Monaten) bei deutlich reduziertem Gesamtumfang. Titel ohne Rating werden einer internen Beurteilung unterzogen. Hierbei werden unter anderem ein bestehendes Rating des Emittenten oder das eines vergleichbaren Schuldners sowie die Ausstattung des Titels berücksichtigt. Anlagen mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten bedürfen keines Ratings. Dieses gilt unter Berücksichtigung der definierten Freigrenzen der Anlagerichtlinie. Die Kreditrisiken werden daher unverändert als gering (grün) eingestuft (Vorjahr: grün). Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht keine Konzentration von Ausfallrisiken, da durch die Einzelhandelsaktivität eine Bündelung auf einzelne Schuldner nicht gegeben ist. Vor diesem Hintergrund wird das Ausfallrisiko als unverändert gering (grün) eingeschätzt (Vorjahr: grün). Liquiditätsrisiken (Finanzen)Liquiditätsrisiken bestehen grundsätzlich darin, dass eine Gesellschaft nicht in der Lage ist, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Fielmann Aktiengesellschaft steuert die Liquidität für alle Tochtergesellschaften des Konzerns zentral, jedoch mit unterschiedlicher Ausprägung. Neben einer vollständigen Einbindung in ein nationales und internationales Cashpooling erfolgte die Anbindung der Gesellschaften Okulistika Clarus in Slowenien sowie Óptica del Penedés, S.L., in Spanien über ein monatliches Reporting. Die Finanzsteuerung erfolgt mit der Maßgabe, dem Vorstand die nötige Flexibilität für unternehmerische Entscheidungen zu gewährleisten und für die fristgerechte Erfüllung bestehender Zahlungsverpflichtungen des Konzerns und der Fielmann Aktiengesellschaft Sorge zu tragen. Die Liquidität und Bonität des Fielmann-Konzerns bietet ausreichend Spielraum für die weitere Expansion. Zum 31. Dezember 2022 verfügte Fielmann im Konzern über ein Finanzvermögen in Höhe von 175,5 Millionen € (Vorjahr: 277,9 Millionen €). Darüber hinaus hat sich die Fielmann Aktiengesellschaft zur kurzfristigen Liquiditätssicherung feste Kreditlinien in Höhe von 125 Millionen € bei verschiedenen Banken gesichert. Diese wurden zum Stichtag in Höhe von 24,5 Millionen € in Anspruch genommen. Liquiditätsrisiken bestehen derzeit unverändert nicht (grün) (Vorjahr: grün). Marktrisiken (Finanzen)Relevante Marktrisiken für den Fielmann-Konzern bestehen vor allem in Zins- und Währungsrisiken. Diese sind unter anderem dadurch begrenzt, dass die wesentlichen Einkaufskontrakte in Euro lauten und sich Fielmann größtenteils über Eigenkapital finanziert. Zum Jahresende 2022 betrug die Eigenkapitalquote des Konzerns 48,5 Prozent (Vorjahr: 50,3 Prozent). Anhand einer Sensitivitätsanalyse überprüft Fielmann regelmäßig die vergangenheitsbezogenen Auswirkungen verschiedener Entwicklungen auf die Marktrisikolage des Konzerns. Zinsrisiken (Finanzen)Zinssatzänderungen haben eine Auswirkung auf die Höhe des bilanziellen Ausweises von Rückstellungen und langfristigen Verbindlichkeiten und damit auf das Finanzergebnis. Ebenso wirken sich Zinsänderungen auf die vorhandene Liquidität und somit ebenfalls auf das Finanzergebnis aus. Für die Sensitivitätsanalyse von Zinsrisiken gelten folgende Prämissen: Originäre Finanzinstrumente unterliegen nur dann Zinsrisiken, wenn sie zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Finanzinstrumente mit einer variablen Verzinsung unterliegen ebenso wie die Liquidität auf Kontokorrentkonten grundsätzlich Marktzinsrisiken. Der Hauptrefinanzierungszinssatz der Europäischen Zentralbank stieg im Geschäftsjahr 2022 von 0,0 Prozent auf zuletzt 2,0 Prozent stark an. Das operative Zinsergebnis des Fielmann-Konzerns belief sich in diesem Umfeld auf 0,1 Millionen € (Vorjahr: 0,0 Millionen €). Das Zinsänderungsrisiko wird unverändert als gering (grün) eingestuft (Vorjahr: grün). Währungsrisiken (Finanzen)Infolge seiner internationalen Ausrichtung ist der Fielmann-Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Währungsrisiken im Zusammenhang mit Zahlungsströmen außerhalb seiner funktionalen Währung ausgesetzt. Rund 87 Prozent (Vorjahr: 86 Prozent) der Zahlungsströme des Konzerns basierten im Geschäftsjahr 2022 auf dem Euro und etwa 12 Prozent (Vorjahr: 10 Prozent) auf dem Schweizer Franken (CHF). Der Rest verteilt sich auf US-Dollar (USD), Polnische Zloty (PLN), Tschechische Krone (CZK), Ukrainische Hrywnja (UAH), Japanische Yen (YEN) und Belarussischen Rubel (BYN). Für Zahlungsaus- und -eingänge in Fremdwährung werden zur Begrenzung der Währungsrisiken je nach Marktlage Devisentermingeschäfte mit Laufzeiten von bis zu zwölf Monaten eingesetzt. Fielmann nutzt marktgängige Devisentermingeschäfte in den operativen Währungen CHF und USD. Die Devisentermingeschäfte erfolgen nicht zu spekulativen Zwecken, sondern dienen ausschließlich der Absicherung von regelmäßigen Zahlungsströmen des Konzerns in Fremdwährungen. Als Basis für die Einschätzung der identifizierten Risiken dienen Simulationsrechnungen unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien. Die Marktbewertung eingesetzter Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich anhand verfügbarer Marktinformationen. Fremdwährungsrisiken, die aus der Umrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten der ausländischen Tochtergesellschaften in die Konzernberichtswährung resultieren, werden grundsätzlich nicht gesichert. Die Währungen PLN, CZK, UAH und BYN werden aufgrund der jeweiligen geringen Gesamtsumme bzw. der damit verbundenen unverhältnismäßig hohen Kosten nicht abgesichert. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 bestanden wie im Vorjahr in den beiden operativen Währungen CHF und USD keine Devisentermingeschäfte. Die Währungsrisiken für Fielmann werden nach wie vor als gering (grün) eingestuft (Vorjahr: grün). Produktions- und LogistikrisikenProduktions- und Logistikrisiken bestehen in möglichen, jedoch unwahrscheinlichen Betriebsstörungen oder längeren Produktionsausfällen sowie Unterbrechungen in der Lieferkette. Die eigene Produktion von Brillenfassungen und Korrektionsgläsern sichert die Warenflusskontrolle von der Prüfung der Rohmaterialien bis zum Zusammenfügen der fertigen Brille. Ein nach DIN ISO 9001 eingerichtetes Qualitätsmanagement sorgt für eine standardisierte Organisation mit hochautomatisierten Herstellungs- und Prüfverfahren. Sie gewährleisten eine gleichbleibend hohe Qualität. Für den Eventualfall von Betriebsstörungen hat Fielmann umfangreiche Vorsorgemaßnahmen getroffen. Diese bestehen in systematischen Schulungs- und Qualifikationsprogrammen für die Mitarbeiter, der permanenten Weiterentwicklung der Produktionsverfahren und -technologien, umfangreichen Sicherungsmaßnahmen in den Niederlassungen, dem Vorhalten von angepassten Lagerbeständen sowie räumlich getrennten Fertigungskapazitäten sowohl für die Brillenglasproduktion, die Randschleiferei als auch die Brillenmontage. Der Vision 2025 folgend, ergänzt Fielmann sein Produktions- und Logistik-Netzwerk durch einen weiteren Standort im tschechischen Chomutov. Basierend auf unser Omnichannel-Plattform planen wir eine hochmoderne Logistikstätte, die sich über eine Fläche von 37.000 Quadratmetern erstreckt und bei Bedarf auch als Produktionsstätte genutzt werden kann. Gegen nicht auszuschließende Schadensfälle ist das Unternehmen in einem wirtschaftlich sinnvollen Umfang versichert. Das Risiko aus dem Produktions- und Logistikbereich wird daher unverändert als gering (grün) bewertet (Vorjahr: grün). Risiken Einkauf (Vorjahr: Risiken Materialwirtschaft)Im Einkauf werden Risiken hinsichtlich Lieferfähigkeit, Qualität und Preis für die Warengruppen Glas, Fassung, Kontaktlinsen und Hörgeräte als wesentlich eingestuft und im Rahmen des Risikomanagements kennzahlenorientiert erfasst. In den Vorjahren waren branchenweit verstärkt Rohstoffverknappungen und Lieferkettenstörungen zu verzeichnen, die zu einem wesentlichen Teil auf Maßnahmen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie zurückzuführen waren. Durch eine wachsende Nachfrage bei eingeschränkter Verfügbarkeit erhöhten sich zudem die Preise für Rohstoffe und Energie. Aufgrund der hinreichenden Bevorratung der Kernprodukte war die Fielmann-Gruppe von der Verknappung nur unwesentlich betroffen. Fielmann deckt die ganze Wertschöpfungskette der Brille ab, ist Designer, Hersteller, Großhändler und Augenoptiker. Die Einkaufsstärke und die weltweiten Geschäftsbeziehungen erlauben es Fielmann, mögliche Lieferengpässe kurzfristig auszugleichen. Auch auf Entwicklungen der Einkaufspreise kann Fielmann flexibel reagieren, konnte sich jedoch im Berichtsjahr Preisanstiegen nicht vollständig entziehen. Die Risiken im Bereich der Materialwirtschaft werden nach wie vor als gering (grün) bewertet (Vorjahr: grün). IT-RisikenDie operative und strategische Steuerung des Konzerns ist eingebunden in eine komplexe Informationstechnologie. IT-Risiken bestehen grundsätzlich im Ausfall von Systemen, unzureichenden Sicherheitsstandards und dem unberechtigten bzw. missbräuchlichen Zugriff auf Daten. Die IT-Systeme werden regelmäßig gewartet und verschiedenen Sicherungsmaßnahmen unterzogen. Gleichzeitig führt der verstärkte Einsatz von Software Services und die Verlagerung der Datenhaltung in die Cloud zu einer Verbesserung der Verfügbarkeit und Sicherheitsstandards. Durch einen stetigen Dialog zwischen internen und externen IT-Spezialisten wird kontinuierlich eine Aufrechterhaltung und Optimierung der Systeme gewährleistet. Die laufende Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern und Auditoren ermöglicht die Gewährleistung moderner Sicherheitsstandards. Daneben begegnen der Fielmann-Konzern und die Fielmann Aktiengesellschaft den Risiken aus unberechtigtem Datenzugriff, Datenmissbrauch und Datenverlust mit entsprechenden Maßnahmen. Technologische Neuerungen und Entwicklungen werden fortlaufend beobachtet, geprüft und bei Eignung eingesetzt. Die IT-Risiken werden insgesamt unverändert als gering (grün) eingestuft (Vorjahr: grün). Governance-RisikenGovernance-Risiken bestehen insbesondere in möglichen Verstößen gegen Datenschutzregeln im Umgang mit den zu schützenden personenbezogenen Daten. Mit steigender Vernetzung und Komplexität der IT-Systemlandschaft durch die Digitalisierung haben der Umgang mit personenbezogenen Daten und der Schutz interner Informationen national wie international deutlich an Bedeutung gewonnen. Der Gesetzgeber hat diesem Umstand mit der geltenden Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und dem damit einhergehenden Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) Rechnung getragen und den Datenschutz, den Schutz der Privatsphäre sowie die transparente Verarbeitung personenbezogener Daten geregelt. Der Bereich Governance überwacht neben der IT-Architektur die Geschäftsprozesse sowie die Informationssicherheit und den Datenschutz. Er entwickelt die technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Datenschutz weiter, begleitet alle datenschutzrelevanten Projekte und leistet konkrete Unterstützung bei der Umsetzung interner Richtlinien und gesetzlich geregelter Vorgaben. Neben einem projektbezogenen Datenschutz-Team, das die Implementierung und Weiterentwicklung der Datenschutzstandards verantwortet, verfügt der Kundenservice über einen Prozess "Betroffenenrechte" mit eigens geschulten Mitarbeitern. Gegenüber dem Vorstand ist der Bereich Governance verantwortlich für die Dokumentation, Bewertung und Besicherung von sensiblen Daten. In dieser Funktion spielt der Bereich eine zentrale Rolle in der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Datenschutzsystems und stützt sich dabei auf die Expertise spezialisierter interner und externer Juristen. Eine konsolidierte Bewertung der oben genannten Risiken ergibt gemäß den Vorgaben des Risikoberichtswesens abermals die mittlere Einstufung (grün-gelb) (Vorjahr: grün-gelb). Digital und MarketingUnter Digital und Marketing werden technologische Entwicklungen, digitale Services, die Stabilität der IT-Systeme der Niederlassungen sowie die Auswirkung auf das Markenimage und die Frequenz überwacht und berichtet. Fielmann investiert entschieden in die Digitalisierung, treibt die digitale Transformation des Geschäftsmodells konsequent voran. Im Berichtsjahr wurden unsere digitalen Services bereits 32 Millionen Mal (Vorjahr: 22 Millionen) genutzt. Die Zukunft des Geschäftsmodells liegt im Omnichannel, also der Verbindung von digitalen Services und persönlicher Beratung. Als Marktführer in Zentraleuropa und eines der größten augenoptischen Unternehmen weltweit ist Fielmann in der Lage, ungleich größere Beträge in seine Omnichannel-Plattform zu investieren als kleinere Mitbewerber. Insgesamt versorgt die Fielmann-Gruppe mit ihrem Omnichannel-Geschäftsmodell bereits 27 Millionen Kunden. Die Digital- und Marketing-Risiken werden vor dem Hintergrund der technologischen Fortschritte insgesamt als gering (grün) eingestuft (Vorjahr grün-gelb). Gesetzliche Anforderungen nach § 289c HGBDie Fielmann Aktiengesellschaft erstellt einen Nachhaltigkeitsbericht, der ebenfalls im April 2023 veröffentlicht wird. Die in diesem Zusammenhang allokierten Risiken werden auf Grund der eingeleiteten oder umgesetzten Einzelmaßnahmen insgesamt als gering (grün) eingestuft (Vorjahr: grün-gelb). Länderspezifische GliederungIn der länderspezifischen Gliederung werden die Schweiz, Österreich, Spanien Italien und Polen berichtet. Da Deutschland einen Großteil des Absatzes, Umsatzes und Ergebnisses beisteuert, wird auf eine separate Betrachtung einer Ländereinheit Deutschland verzichtet, da in der Risikoeinheit Konzern auch der Markt Deutschland umfassend enthalten ist. Die Berichterstattung erfolgt anhand von 12 standardisierten Kennzahlen, davon entfallen 4 auf externe, und 8 auf interne Faktoren. Die Risikoeinschätzung sieht wie folgt aus:
ChancenberichtChancenChancen bezeichnen mögliche positive Abweichungen von den im Prognosebericht aufgestellten Erwartungen an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die wirtschaftliche Lage der Fielmann-Gruppe. Dabei unterscheidet Fielmann zwischen marktbezogenen sowie strategischen und operativen Chancen. Marktbezogene Chancen können insbesondere aus einer schnelleren Überwindung aktueller gesamtwirtschaftlicher Belastungen bestehen, die positive konjunkturelle Effekte in für die Fielmann-Gruppe relevanten Märkten nach sich zieht. In einem solchen Positivszenario könnte sich der private Konsum oberhalb der Erwartungen bewegen und verstärkte Käufe auch in der Augenoptik-Branche auslösen. Weitere marktseitige Chancen bestehen in einer langfristigen Entspannung im Bereich der Lieferketten und daraus resultierenden Preissenkungen bei Zulieferprodukten und Energierohstoffen. Im Wettbewerbsumfeld können Chancen aus der fortgesetzten Marktkonsolidierung erwachsen. Die Konsolidierung der Augenoptik- und Hörakustik-Branche in unseren Bestandsmärkten schreitet voran und wird durch die Fielmann-Gruppe getrieben. Durch hohe Produktivität und Kostendisziplin können wir garantierte Qualität und besten Service zu garantiert günstigen Preisen bieten. Umsatzzuwächse generieren wir durch den Rollout unserer Omnichannel-Vertriebsplattform, die Eröffnung neuer Niederlassungen, die Modernisierung und die Vergrößerung bestehender Niederlassungen und den Umzug in noch attraktivere Lagen. Auch die steigende Anzahl an Brillenträgern ist ein Wachstumstreiber: Häufiges Nahsehen und ein Mangel an Tageslicht führen gemäß Studien zu einer deutlichen Steigerung der Brillenträger in den jüngeren Alterssegmenten. Der demografische Wandel in unseren Bestandsmärkten führt dazu, dass die alternde Bevölkerung immer mehr Brillen benötigt - insbesondere aufwändig angepasste Gleitsichtbrillen. Auch der Hörakustikmarkt profitiert vom demografischen Wandel: Insbesondere in der Altersgruppe der Best Ager bietet das margenstarke Geschäft großes Wachstumspotenzial. Deshalb ergänzt die Fielmann-Gruppe ihr augenoptisches Produkt- und Serviceangebot in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien um Hörsysteme, prüft die Ausweitung des Angebots in weitere Länder. Um das Wachstum zusätzlich anzukurbeln, investieren wir seit 2019 konsequent in die Digitalisierung und Internationalisierung des Geschäftsmodells. Dies führt zu erfreulichen Umsatzsteigerungen in den digitalen Vertriebskanälen und im Auslandsgeschäft. Das organische Wachstum in Bestandsmärkten ergänzt die Fielmann-Gruppe gezielt um die Erschließung neuer Märkte mit eigenen Marken und gezielte Zukäufe passender Unternehmen. Relevante AngabenZusammensetzung des gezeichneten KapitalsDas gezeichnete Kapital der Fielmann Aktiengesellschaft beträgt 84 Millionen € und ist eingeteilt in 84 Millionen Stammaktien (auf den Inhaber lautende Stückaktien), jeweils ohne Nennwert. Verschiedene Aktiengattungen bestehen nicht. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung der Fielmann Aktiengesellschaft eine Stimme (§ 14 Abs. 6 der Satzung). Beschränkungen, die Stimmrechte Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffenDurch Vereinbarung vom 23. Dezember 2022 ist die Stichting Tranquilitati, Oldenzaal, Niederlande, einer am 4. April 2013 zwischen der KORVA SE, Berlin, Herrn Günther Fielmann, Herrn Marc Fielmann und Frau Sophie Fielmann geschlossenen Poolvereinbarung beigetreten (Poolvertrag). Insgesamt umfasst der Poolvertrag 61.243.017 Stimmrechte der Fielmann Aktiengesellschaft (poolgebundene Aktien). Nach dem Poolvertrag bedarf eine Übertragung von poolgebundenen Aktien an Dritte der Zustimmung aller übrigen Poolmitglieder. Zudem muss jedes Poolmitglied, das seine poolgebundenen Aktien veräußern möchte, diese Aktien zuvor den übrigen Poolmitgliedern zum Kauf anbieten (Vorerwerbsrecht). Nach dem Poolvertrag sind die Stimmrechte aus den poolgebundenen Aktien in der Hauptversammlung der Fielmann Aktiengesellschaft jeweils gemäß den Beschlüssen der Poolmitglieder in der Poolversammlung auszuüben, und zwar unabhängig davon, ob und in welchem Sinn das jeweilige Poolmitglied in der Poolversammlung abgestimmt hat. Das Stimmrecht der Poolmitglieder in der Poolversammlung richtet sich nach ihrem Stimmrecht in der Hauptversammlung der Fielmann Aktiengesellschaft. Jede poolgebundene Aktie gewährt eine Stimme. Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreitenZum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses bestanden die folgenden direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital der Fielmann Aktiengesellschaft, die die Schwelle von 10 Prozent überschritten haben: Herr Günther Fielmann, Lütjensee (direkt und indirekt beteiligt), Herr Marc Fielmann, Hamburg (direkt und indirekt beteiligt), Frau Sophie Fielmann, Hamburg (direkt und indirekt beteiligt), KORVA SE, Berlin (direkt und indirekt beteiligt), Stichting Tranquilitati, Oldenzaal, Niederlande (direkt und indirekt beteiligt), fielmann INTER-OPTIK GmbH & Co., Hamburg (indirekt beteiligt), Fielmann Familienstiftung, Hamburg (indirekt beteiligt). Der Streubesitz beträgt 27,09 Prozent. Weitere Informationen können den Angaben zu den Stimmrechtsmitteilungen im Anhang des Jahresabschlusses 2022 der Fielmann Aktiengesellschaft entnommen werden. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihenAktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrolle nicht unmittelbar ausübenEine solche Konstellation besteht bei der Gesellschaft nicht. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der SatzungDie gesetzlichen Bestimmungen zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands sind geregelt in § 84 AktG. Die Satzung der Fielmann Aktiengesellschaft sieht unter § 7 Abs. 1 folgende Regelung zur Zusammensetzung des Vorstands vor: "(1) Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus mindestens drei Personen. Der Aufsichtsrat bestimmt die Zahl der Vorstandsmitglieder und die Person des Vorstandsvorsitzenden sowie gegebenenfalls seines Stellvertreters." Die gesetzlichen Bestimmungen über die Änderung der Satzung sind geregelt in § 119 AktG in Verbindung mit § 179 AktG. Die Satzung der Fielmann Aktiengesellschaft sieht unter § 14 Abs. 4 folgende Regelung zu Satzungsänderungen vor: "(4) Zur Beschlussfassung in der Hauptversammlung ist - soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen - die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich und genügend." Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufenDer Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung aller seiner Mitglieder sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2026 das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals um insgesamt bis zu 10.000.000,00 € durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautende Stammaktien in Form von Stückaktien gegen Bar und/ oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Die neuen Aktien sind den Aktionären zum Bezug anzubieten. Die neuen Aktien können auch von einem durch den Vorstand zu bestimmenden Kreditinstitut oder einem nach § 53 Abs. 1 Satz 1 KWG oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 KWG tätigen Unternehmen oder einem Konsortium solcher Kreditinstitute oder Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung aller seiner Mitglieder sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in folgenden Fällen zu entscheiden:
Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehenEntsprechende wesentliche Vereinbarungen sind nicht vorhanden. Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sindEntsprechende Entschädigungsvereinbarungen mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern bestehen nicht. Angaben entsprechend §§ 289b ff., 315b ff. HGB zur nichtfinanziellen Erklärung (Nachhaltigkeitsbericht)Die Fielmann Aktiengesellschaft veröffentlicht ihre Aktivitäten im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) für das Geschäftsjahr 2022 auf der Internetseite www.fielmann-group.com. Der Bericht wurde in Anlehnung an die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt. Diese Vorgehensweise entspricht den Bestimmungen der §§ 289b ff., 315b ff. HGB und stellt die nichtfinanzielle Erklärung der Fielmann Aktiengesellschaft nach § 289b Abs. 3 HGB und des Fielmann-Konzerns nach § 315b Abs. 3 HGB dar. Angaben entsprechend § 160 Abs. 1 Nummer 2 AktGIm Anhang des Jahresabschlusses der Fielmann Aktiengesellschaft befinden sich Angaben über den Bestand an eigenen Aktien sowie dessen Entwicklung im Geschäftsjahr 2022. AbhängigkeitsberichtDer Vorstand der Fielmann Aktiengesellschaft hat gemäß § 312 AktG einen Abhängigkeitsbericht erstellt, in dem die Beziehungen der Gesellschaft zu Herrn Günther Fielmann sowie zu anderen ihm verbundenen Unternehmen und den zum Fielmann-Konzern gehörenden Unternehmen erfasst wurden. Der Vorstand hat in diesem Bericht die folgende Schlusserklärung abgegeben: "Der Vorstand erklärt gemäß § 312 Abs. 3 AktG, dass unsere Gesellschaft bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen lagen im Geschäftsjahr 2022 nicht vor." Die Fielmann-Gruppe in Europa
Fielmann Aktiengesellschaft, HamburgKonzernbilanz zum 31.12. 2022Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und sonstiges Ergebnis für die Zeit vom 1.1. bis 31.12.2022
GesamtergebnisrechnungTextziffer (41)
Entwicklung des KonzerneigenkapitalsTextziffer (42)
1 Ausgeschüttete Dividenden und anderen
Gesellschaftern zugeordnete Ergebnisanteile
Kapitalflussrechnung Fielmann-KonzernTextziffer (43)
Segmentberichterstattung Fielmann-KonzernBestandteil des Anhangs, Textziffer (44), Vorjahreszahlen in Klammern
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022I. Allgemeine AngabenDie Fielmann Aktiengesellschaft mit Sitz in Hamburg, Weidestraße 118 a, ist die Muttergesellschaft des Konzerns. Sie ist im Registergericht des Amtsgerichts Hamburg unter der Handelsregisternummer HRB 56098 eingetragen. Mutterunternehmen der Fielmann Aktiengesellschaft ist die KORVA SE. Oberstes Mutterunternehmen der Unternehmensgruppe ist die fielmann INTER-OPTIK GmbH & Co. Die Geschäftstätigkeit der Fielmann Aktiengesellschaft besteht im Betrieb von und in der Beteiligung an Augenoptik-Unternehmen, Hörakustik-Unternehmen sowie der Herstellung von und dem Handel mit Sehhilfen und anderen augenoptischen Produkten, insbesondere Brillen, Brillenfassungen und Gläsern, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen, Zubehör und Accessoires, erlaubnisfreien Handelswaren aller Art sowie Hörgeräten und deren Zubehör. Die Produktion von Gläsern ist in der Rathenower Optik GmbH konzentriert. Der Vorstand der Fielmann Aktiengesellschaft hat den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 am 13. April 2023 aufgestellt und wird diesen am 13. April 2023 dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vorlegen. Die Billigung des Konzernabschlusses erfolgt voraussichtlich auf der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 13. April 2023. Der Konzernabschluss der Fielmann Aktiengesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften ist nach den im Berichtszeitraum gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) unter Berücksichtigung der Verlautbarungen des IFRS Interpretations Commitee (IFRS IC) erstellt, soweit sie in der EU gelten und im Geschäftsjahr verpflichtend anzuwenden waren. Ergänzend sind die nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet worden. II. Anwendung von neuen und geänderten StandardsErstmals im Geschäftsjahr angewendete neue und geänderte Standards und Interpretationen
Aus der Anwendung der Änderungen ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Angaben oder die ausgewiesenen Beträge im Konzernabschluss. Neue und geänderte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und InterpretationenDie folgenden neuen beziehungsweise geänderten Standards wurden vom IASB bereits verabschiedet, sind aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten. Der Konzern hat die Regelungen nicht vorzeitig angewendet.
Auf eine detaillierte Darstellung von neuen oder geänderten Standards beziehungsweise Interpretationen wird im Folgenden verzichtet, da die Auswirkungen aus ihrer erstmaligen Anwendung auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns voraussichtlich von untergeordneter Bedeutung sein werden. III. Wesentliche Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDer Konzernabschluss wurde mit Ausnahme der Neubewertung von bestimmten Finanzinstrumenten, wie nachfolgend beschrieben, auf Grundlage der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten aufgestellt. Alle monetären Angaben erfolgen, soweit nicht anders angegeben, in der Konzernwährung Euro in Tausend €, die Segmentberichterstattung in Millionen €. Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden nachfolgend erläutert. Konsolidierungskreis und Veränderungen des KonsolidierungskreisesIn den Konzernabschluss sind alle inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften einbezogen, bei denen der Fielmann Aktiengesellschaft mittelbar oder unmittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht bzw. bei denen ein beherrschender Einfluss ausgeübt wird. Beherrschung eines Beteiligungsunternehmens ist dann gegeben, wenn ein Investor schwankenden Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist beziehungsweise Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Auch an 21 (Vorjahr: 21) deutschen Franchisegesellschaften übt die Fielmann Aktiengesellschaft Beherrschung im Sinne des IFRS 10 aus. Diese Beherrschung ergibt sich aus dem Zusammenwirken der gesellschaftsrechtlichen, franchisevertraglichen und wirtschaftlichen Einflüsse. Die Vorgaben des Franchisevertrags zu Ladenlokal, Sortiment, Beständen, Werbung u. a. definieren den Rahmen der Geschäftspolitik im Sinne der Fielmann Aktiengesellschaft. 25 (Vorjahr: 30) im Baltikum durch Franchisenehmer betriebene Niederlassungen sind nicht Bestandteil des Konsolidierungskreises, da die vertraglichen Vereinbarungen nicht zu einer Beherrschung der Gesellschaft führen. Zusätzlich zu den Tochterunternehmen werden auch Anteile des Konzerns an assoziierten Unternehmen ausgewiesen. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung, in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat. Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 bilanziert. Hinsichtlich der einbezogenen Unternehmen wird auf die Aufstellung des Anteilsbesitzes verwiesen. Dieser Anteilsbesitz enthält zudem eine Aufstellung der Gesellschaften, die von der Befreiung nach § 264 Absatz 3 sowie § 264b HGB Gebrauch machen. Zum 31. Dezember 2022 werden zehn (Vorjahr: neun) Gesellschaften erstmals konsolidiert. Zur Beschleunigung der Expansion in Spanien und mit dem Ziel der Marktführerschaft erwarb die Fielmann Aktiengesellschaft mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 die gesamten Stimmrechts- und Kapitalanteile der folgenden drei Gesellschaften mit Sitz in Bilbao, Spanien:
Von dem vereinbarten Kaufpreis von Tsd. € 70.817 wurde der Großteil im Berichtsjahr erbracht, dies erfolgte ausschließlich in liquiden Mitteln. Die Zahlung des Restbetrags von Tsd. € 6.500 erfolgt ratierlich bis 2027. Der zum Erwerbszeitpunkt gültige Fair Value des gesamten Kaufpreises beträgt Tsd. € 69.360. Die transaktionsbezogenen Kosten in Höhe von Tsd. € 105 wurden ergebniswirksam in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte vor Kaufpreisallokation und die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt:
Im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von Tsd. € 39.983 und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von Tsd. € 24.516 identifiziert. In der Gesellschaft Ibervision Servicios Ópticos, S.L. wurden die Marke "Medica l Öptica Audición" in Höhe von Tsd. € 4.691 sowie der Kundenstamm mit Tsd. € 3.412 als ansetzbare immaterielle Vermögenswerte identifiziert. Die Marke der Gesellschaft Medop, S.A. wurde mit Tsd. € 5.182 und der Kundenstamm mit Tsd. € 11.231 bewertet. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert hauptsächlich aus identifiziertem Wachstumspotenzial sowie aus der erwarteten Nutzung von Synergiepotentialen aus der Einbindung der Gesellschaften in die Fielmann-Gruppe. Er wird in einer Summe den drei Gesellschaften zugeordnet, die zusammen eine zahlungsmittelgenerierende Einheit darstellen. Eine steuerliche Abzugsfähigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird nicht erwartet. Die Kaufpreisallokation ist aufgrund des kurzen Zeitraums zwischen dem Erwerbszeitpunkt und dem Aufstellen des Konzernabschlusses als vorläufig anzusehen. Verschiedene Bewertungsparameter und Planungsannahmen sind noch nicht abschließend validiert. In den übernommenen Forderungen waren ausschließlich Forderungen enthalten, die voraussichtlich einbringlich sein werden. Die ermittelten beizulegenden Zeitwerte berücksichtigen das als gering eingestufte Ausfallrisiko für erwartete Kreditverluste. Wenn der Erwerbszeitpunkt der Unternehmen am 1. Januar 2022 gewesen wäre, hätten die erworbenen Gesellschaften mit Umsatzerlösen von Tsd. € 32.381 und einem Ergebnis nach Steuern von Tsd. € 2.009 beigetragen. Zur Erweiterung der Logistikkapazitäten wurde im vierten Quartal die Fielmann Chomutov s.r.o. mit Sitz in Prag, Tschechien, gegründet. Die Bauarbeiten des neuen Standorts mit hochautomatisiertem Fulfillment-Center werden aktuell durch einen externen Bauträger durchgeführt. Die Fielmann-Gruppe hat sich vertraglich verpflichtet, nach Fertigstellung der Immobilie einen langfristigen Mietvertrag über die Nutzung der Immobilie abzuschließen. Zudem hat die Fielmann Aktiengesellschaft die Fielmann S.A.S in Frankreich und die RIVALTO 1280 INC. in Delaware, USA, im Berichtsjahr gegründet. Beide Unternehmen sind in 2022 nicht operativ tätig gewesen. Entsprechend der wirtschaftlichen Bedeutung der im Berichtszeitraum eröffneten Niederlassungen als Teil der normalen Expansion werden bezüglich der hieraus resultierenden Änderung des Konsolidierungskreises keine weiteren Angaben gemacht. Im laufenden Geschäftsjahr haben sich bei den bereits im Vorjahr zum Konsolidierungskreis gehörenden Gesellschaften keine relevanten Veränderungen in den Beteiligungsverhältnissen ergeben. Im Rahmen der laufenden Pflege des Niederlassungsbestandes wurde ein Standort geschlossen (Vorjahr: zwei Schließungen). KonsolidierungsgrundsätzeGrundlage des Konzernabschlusses sind die Einzelabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften. Die handelsrechtlichen Einzelabschlüsse der prüfungspflichtigen Gesellschaften wurden zum 31. Dezember 2022 geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Die übrigen Einzelgesellschaften wurden daraufhin analysiert, ob die Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2022 den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen und ob die für die Übernahme in die Konzernbilanz maßgeblichen Vorschriften beachtet sind. Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden anzugleichen. Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge der Konzerngesellschaften untereinander werden miteinander verrechnet, soweit nicht in Einzelfällen wegen Geringfügigkeit davon abgesehen wird. Auf die ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgänge werden Steuerabgrenzungen vorgenommen. Gemäß IAS 12 werden die für die jeweiligen Gesellschaften relevanten durchschnittlichen Landesertragsteuersätze angewendet. Zwischengewinne werden im Vorrats- und Anlagevermögen eliminiert. Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter an Tochterunternehmen werden innerhalb des Eigenkapitals getrennt vom Eigenkapital des Konzerns ausgewiesen. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochtergesellschaften zu Zeitwerten. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Nettovermögen von in den Konzern einbezogenen Unternehmen werden bei Zugang mit dem entsprechenden Anteil an den bilanzierten Beträgen bzw. bei Anwendung der Full Goodwill-Methode mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Nicht beherrschende Anteile an Personengesellschaften des Konzerns, die in Einzelabschlüssen nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften Eigenkapitalcharakter haben, werden gemäß IAS 32 als Verbindlichkeiten ausgewiesen. Ausgenommen hiervon sind Kapitalunterdeckungen im Einzelabschluss, die als negative Werte unter den nicht beherrschenden Anteilen im Eigenkapital bilanziert werden. Geschäfts- oder Firmenwert und Impairment-TestDer aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen, sofern erforderlich, bilanziert und ist gesondert in der Bilanz ausgewiesen. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird mindestens jährlich und immer dann, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, ein Wertminderungstest durchgeführt. Für Zwecke der Prüfung auf Wertminderung ist der Geschäfts- oder Firmenwert auf jede der Zahlungsmittel generierenden Einheiten (CGU) des Konzerns aufzuteilen, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können. Der Impairment-Test erfolgt regelmäßig zum 31. Dezember eines Geschäftsjahres. Die CGU umfassen jeweils eine einzelne Niederlassung. Der Test wird durch Vergleich des Buchwertes mit dem erzielbaren Betrag (höherer Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert) durchgeführt. Die dem Nutzungswert zugrunde liegenden Cashflows resultieren aus einer einjährigen Detailplanung, einer darauf folgenden zweijährigen Planung, welche aus der kumulierten Konzernplanung abgeleitet wird, und darüber hinausgehend auf der ewigen Rente auf Basis des dritten Planungsjahres. Die sich aus dieser Planung ergebenden Wachstumsraten der Profitabilität betragen für das zweite Jahr 25,1 Prozent sowie für das dritte Jahr 22,3 Prozent (Vorjahr: 10,9 Prozent bzw. 12,5 Prozent). Nach dem dritten Jahr wird neben weiteren Einflussfaktoren eine Wachstumsrate von 1,5 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent) in die WACC-Berechnung einbezogen. Der dem Impairment-Test zugrunde gelegte Kapitalisierungszinssatz variiert länderspezifisch und liegt zwischen 7,1 Prozent und 44,8 Prozent (Vorjahr: zwischen 4,7 Prozent und 15,4 Prozent). Der Kapitalisierungszinssatz von 44,8 Prozent findet für CGUs in der Ukraine Anwendung. Planungen im Konzern basieren in der Regel auf den Erfahrungswerten des bisherigen Geschäftsverlaufs. Aktuelle externe Daten fließen aufgrund dieser Erfahrungen standortbezogen zusätzlich in den Analyseprozess ein. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse der wichtigsten Annahmen zur Bestimmung des erzielbaren Betrages ergäbe sich im Hinblick auf einen möglichen Anstieg der Kapitalisierungszinssätze von 1 Prozentpunkt bzw. einer möglichen Verringerung der Überschüsse der CGUs von 10 Prozent ein zusätzlicher Abwertungsbedarf von Mio. € 23,9 bzw. Mio. € 19,1 zusätzlich zu den bisher erfassten Abwertungen. Im Rahmen des Impairment-Tests wurde im Berichtsjahr für einzelne Niederlassungen, die keinen ausreichenden Nutzungswert aufweisen konnten, zusätzlich der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Hierzu wurde insbesondere das Sachanlagevermögen sowie die Werthaltigkeit von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen analysiert (Hierarchiestufe 3 in der Bemessungshierarchie nach IFRS 13). Da der ermittelte beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten unterhalb des Buchwertes lag, erfolgte für diese Niederlassungen eine entsprechende Abwertung auf den beizulegenden Zeitwert in Höhe von Tsd. € 8.567. Dieser Wert stellt nun den neuen Buchwert dar. Mit einer Wertaufholung wird bei diesen CGUs in absehbarer Zeit nicht gerechnet. Bei zwei Niederlassungen wurde aufgrund nachhaltig höherer Cashflows sowohl im aktuellen Jahr als auch in den Planungsrechnungen eine im Geschäftsjahr 2020 vorgenommene Wertberichtigung wieder zugeschrieben. Die Auswirkungen des Impairment-Tests im Detail sowie die Zuordnung zu den Segmenten werden in Textziffer (44) dargestellt. FremdwährungsumrechnungFür die in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften wird das Konzept der funktionalen Währung angewendet. Die ausländischen Gesellschaften betreiben ihr Geschäft selbstständig, daher ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Einzelne Geschäftsvorfälle werden zum Stichtagskurs erfasst. Währungsdifferenzen beim Ausgleich offener Posten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht. Ausländische Jahresabschlüsse werden an die Gliederung und Bewertung im Fielmann-Konzern angepasst. An jedem Abschlussstichtag werden monetäre Posten in Fremdwährung mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Nicht-monetäre Posten in Fremdwährung, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden mit den Kursen umgerechnet, die zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts Gültigkeit hatten. Zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertete nicht-monetäre Posten werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der erstmaligen bilanziellen Erfassung umgerechnet. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt mit dem Periodendurchschnittskurs. Währungsdifferenzen werden in einem Währungsausgleichsposten innerhalb der sonstigen Rücklagen ausgewiesen. Die für die Umrechnung der Abschlüsse von Tochtergesellschaften und das Einkaufsgeschäft relevanten Fremdwährungen entwickelten sich wie folgt:
Die Entwicklung des US-Dollars und des japanischen Yen ist für den Fielmann-Konzern relevant für wiederkehrende Einkaufskontrakte bei Fassungen. Der Einkauf von Waren in USD im Geschäftsjahr betrug Mio. € 42,3 (Vorjahr: Mio. € 30,9), in JPY Mio. € 0,9 (Vorjahr: Mio. € 1,0). Bei den Einkäufen wird zum Vergleich der Vorjahresdurchschnittskurs zugrunde gelegt, um die Auswirkung der Kursänderung darzustellen. Die Entwicklung des US-Dollars beeinflusst den Wareneinkauf in Höhe von ca. Mio. € 4,6 negativ (Vorjahr: Mio. € 1,1 positiv). Die Entwicklung des Yen beeinflusst den Wareneinkauf im Berichtsjahr wie auch im Vorjahr nicht nennenswert. Der Umsatz des Konzerns in Schweizer Franken beträgt Mio. CHF 209,2 (Vorjahr: Mio. CHF 201,1). Die Entwicklung der Schweizer Währung beeinflusst den Umsatz in Höhe von ca. Mio. € 14,8 positiv (Vorjahr: Mio. € 1,9 negativ), wenn als Vergleichswert der jeweilige Vorjahresdurchschnittskurs zugrunde gelegt wird. Einzelne BilanzpositionenDie Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert es, bei der Bilanzierung und Bewertung der Vermögenswerte und Schulden nach IFRS Schätzungen und Annahmen vorzunehmen. Diese werden kontinuierlich überprüft. Annahmen und Schätzungen erfolgen insbesondere im Zusammenhang mit der Bewertung von Firmenwerten (Textziffer (2)), Rückstellungen (Textziffer (20), Textziffer (24)) und steuerlichen Sachverhalten (Textziffer (6), Textziffer (22)). Die wesentlichen Annahmen und Parameter für die vorgenommenen Schätzungen sind in den folgenden Erläuterungen zu den Bilanzpositionen dargelegt. Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Fielmann-Konzern sind in der Textziffer (33) Personalaufwand dargestellt. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (Aktiva A. I., III.)Die Bewertung und Fortschreibung der immateriellen Vermögenswerte sowie des Sachanlagevermögens erfolgen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen. Entwicklungskosten von Software, bei denen Konzernunternehmen als Hersteller anzusehen sind, sind grundsätzlich als selbsterstellte Software gemäß IAS 38 zu aktivieren. Voraussetzung der Aktivierung von Software-Eigenentwicklungen ist, dass eine Trennung von Forschungs-, Entwicklungs- und Betriebskosten durchführbar ist. Bei der im Fielmann-Konzern inzwischen überwiegend angewendeten agilen Projektorganisation ist bei dem Großteil der laufenden Entwicklungen diese Unterscheidung nicht mehr möglich. Eine Aktivierung der Entwicklungskosten wird somit nur noch in Ausnahmefällen vorgenommen. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen erfasst. Bei Produktionsgebäuden wird in der Regel eine Nutzungsdauer von bis zu 25 Jahren zu Grunde gelegt. Das Schloss in Plön wird über 55 Jahre, andere Geschäftsgebäude werden über maximal 50 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibung der Mietereinbauten erfolgt linear (in der Regel sieben bis zehn Jahre) unter Berücksichtigung der Mietvertragsdauer. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung wird in der Regel zwischen zwei und dreizehn Jahren abgeschrieben (Maschinen und Geräte in der Regel fünf Jahre, IT drei bis fünf Jahre). Die Nutzungsdauer wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls an den erwarteten Verlauf angepasst. Soweit notwendig, werden außerplanmäßige Abschreibungen gemäß IAS 36 vorgenommen, die bei späterem Wegfall der Gründe rückgängig gemacht werden. Aktivierungspflichtige Fremdkapitalkosten gemäß IAS 23 liegen nicht vor. Etwaige Zuwendungen der öffentlichen Hand werden von den Anschaffungskosten abgesetzt, sofern sie anzusetzende Vermögenswerte betreffen. Die Erfassung erfolgt zum Zeitpunkt des Erwerbs. Zuwendungen der öffentlichen Hand, die als Ausgleich für bereits angefallene Aufwendungen oder Verluste oder zur finanziellen Unterstützung ohne künftig damit verbundenen Aufwand gezahlt werden, werden in der Periode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der entsprechende Anspruch entsteht. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Aktiva A. IV.)Auch Immobilien, die nicht im Kerngeschäft des Konzerns genutzt werden (als Finanzinvestition gehaltene Immobilien gemäß IAS 40), werden zu fortgeführten Anschaffungskosten nach den oben benannten Grundsätzen bewertet. Sie werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der etwaige erzielbare Betrag (Nutzungswert) den Buchwert unterschreitet. Der Ausweis der außerplanmäßigen Abschreibungen erfolgt im Posten Übrige Abschreibungen. Wertaufholungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag (Nutzungswert), der sich aus einer nachhaltigen Verbesserung der Vermietungssituation ergibt, den fortgeführten Buchwert übersteigt. Diese Wertaufholungen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Im Geschäftsjahr und im Vorjahr wurden keine Wertaufholungen vorgenommen. Wie in den Vorjahren wird für diese Bewertung ein Ertragswertverfahren (Hierarchiestufe 3 nach IFRS 13) unter Nutzung eines aus Marktbeobachtungen abgeleiteten Mietertragsfaktors von 15 Jahresnettomieten angewendet. Der Zeitwert dieser Immobilien wird in Textziffer (3) angegeben. Gemischt genutzte Immobilien werden nach IAS 40.10 aufgeteilt. Ein Teil wird unter als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, ein anderer Teil unter Sachanlagen ausgewiesen. Wenn eine entsprechende Aufgliederung aufgrund wirtschaftlicher oder juristischer Rahmenbedingungen nicht möglich ist, erfolgt der Ausweis ausschließlich unter Sachanlagen, da regelmäßig die Nutzung im Geschäftsbetrieb deutlich überwiegt. Leasing (Aktiva A. V., A. X. und Passiva B. IV., C. III.)Der Fielmann-Konzern mietet im Bereich Immobilien vor allem Ladengeschäfte für die Niederlassungen. Die entsprechenden Mietverträge haben in der Regel eine Laufzeit von zehn Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen über jeweils fünf Jahre. Da nach zehn Jahren in den überwiegenden Fällen eine Neuverhandlung der Verträge angestrebt wird, wird eine Laufzeit von zehn Jahren ab Vertragsbeginn angenommen. Die Verträge werden überwacht und nach angemessener Zeit oder nach Eintreten von relevanten Ereignissen neu bewertet. KFZ-Leasingverträge werden in der Regel über einen Zeitraum von drei Jahren abgeschlossen. Die Nutzungsrechte werden in der Konzernbilanz als gesonderter Posten ausgewiesen (siehe Textziffer (4)). Die Bilanzierung der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen erfolgt nach IFRS 16. Nutzungsrechte werden grundsätzlich über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Abweichend davon ist die Abschreibung entsprechend über die Laufzeit des dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Vermögenswerts vorzunehmen, wenn dessen Nutzungsdauer kürzer ist als die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Das Ansatzwahlrecht zur Bilanzierung von Nutzungsrechten von kurzfristigen Leasingverhältnissen mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten und für Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, wird in der Regel in der Form ausgeübt, dass für diese ebenfalls ein Nutzungsrecht und eine entsprechende Leasingverbindlichkeit erfasst wird. Die Bewertung der Nutzungsrechte erfolgt zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes grundsätzlich zum Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten. Die Prüfung der Notwendigkeit einer Wertberichtigung eines Nutzungsrechts erfolgt unter Anwendung von IAS 36. Die Leasingverbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz als gesonderter Posten ausgewiesen (siehe Textziffer (23)). Die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes mit dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen, diskontiert mit dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz. Wenn dieser Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann, erfolgt die Abzinsung unter Anwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes des Konzerns. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt durch Erhöhung des Buchwerts um die Verzinsung der Leasingverbindlichkeit (unter Anwendung der Effektivzinsmethode) und durch Reduzierung des Buchwerts um die geleisteten Leasingzahlungen. Die Mietverträge, die eine umsatzabhängige Komponente aufweisen, sind grundsätzlich so ausgestaltet, dass neben der umsatzabhängigen Miete eine vertraglich fixierte Mindestmiete als Mietkondition enthalten ist. Die unter diesen Konditionen zu leistenden Mindestmietzahlungen werden als feste Leasingzahlungen bei der Ermittlung der Leasingverbindlichkeit berücksichtigt. Variable Leasingzahlungen, die nicht von einem Index oder Wechselkurs abhängen, werden nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechts einbezogen. Diese Zahlungen werden in der Periode, in der das auslösende Ereignis oder die auslösende Bedingung eintritt, als Aufwand erfasst und in dem Posten "Sonstige betriebliche Aufwendungen" (siehe Textziffer (34)) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Finanzinstrumente (Aktiva A. VII., IX., X. und B. II., III., VI., VII. sowie Passiva B. II., IV. und C. II., III., IV., V.)Die Erläuterung der Finanzinstrumente gemäß IFRS erfolgt in Textziffer (28) und im Lagebericht. Weitere Ausführungen zu Bilanzpositionen im Anhang, die den Finanzinstrumenten zuzuordnen sind, werden dort mit (28) gekennzeichnet. Finanzielle Vermögenswerte, deren Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen, werden in Abhängigkeit vom Geschäftsmodell klassifiziert. Sieht das Geschäftsmodell ein Halten des Vermögenswertes zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme vor, so erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Sieht das Geschäftsmodell grundsätzlich das Halten und Verkaufen vor, werden diese Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Finanzanlagen sowie Zahlungsmittel und Äquivalente der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" unterliegen gemäß IFRS 9 einem Wertminderungsmodell basierend auf erwarteten Kreditverlusten. Die erwarteten Kreditverluste (ECL: expected credit losses) werden als wahrscheinlichkeitsgewichteter Barwert aller Zahlungsausfälle über die Laufzeit des Vermögenswertes berechnet. Hierzu wird ein dreistufiges Modell genutzt.
Bei Stufe 1 und Stufe 2 wird die Effektivverzinsung auf Basis des Bruttobuchwerts ermittelt, wohingegen bei Stufe 3 die Effektivverzinsung auf Basis des Nettobuchwerts, also abzüglich Risikovorsorge, berechnet wird. Für den Transfer zwischen den Stufen ist eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos maßgeblich. Grundsätzlich erfolgt ein Transfer von Stufe 1zu Stufe 2, wenn ein finanzieller Vermögenswert mehr als 30 Tage überfällig ist. Bei einer Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen besteht ein objektiver Hinweis auf einen Kreditausfall und es erfolgt ein Transfer in Stufe 3. Ebenso erfolgt dieser Transfer bei weiteren objektiven Hinweisen auf einen drohenden Kreditausfall wie z.B. Insolvenz. Unterliegt ein finanzieller Vermögenswert am Bilanzstichtag einem niedrigen Ausfallrisiko, so wird angenommen, dass keine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos seit Ersterfassung des finanziellen Vermögenswertes stattgefunden hat. Ein niedriges Ausfallrisiko wird angenommen, wenn das externe oder ein entsprechendes internes Kreditrating Investment Grade entspricht. Der Fielmann-Konzern nutzt das vereinfachte Verfahren für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und erfasst den erwarteten Kreditausfall über die gesamte Laufzeit. Die Allokation der Stufen auf die Finanzinstrumente wird in Textziffer (28) weitergehend erläutert. Aufgrund der für den Fielmann-Konzern untergeordneten Bedeutung wurde auf den separaten Ausweis der hieraus resultierenden Gewinne und Verluste in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung verzichtet. Der entsprechende Betrag wird unter Textziffer (28) erläutert und ist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Finanzielle Vermögenswerte, deren Zahlungsströme nicht ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen, werden der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" zugeordnet und bewertet. Soweit keine Börsenkurse vorliegen, wird in der Regel auf Marktbewertungen durch Banken zurückgegriffen. Ein nicht zu Handelszwecken gehaltener finanzieller Vermögenswert wird dann beim erstmaligen Ansatz als "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" designiert, wenn eine solche Designation Bewertungsinkonsistenzen wesentlich reduziert. Im Berichtsjahr wie auch im Vorjahr handelt es sich hierbei um in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten erfasste Liquiditätsvorschüsse zur Bedeckung versicherungstechnischer Abgrenzungen für Beitragsüberträge an den Versicherungsgeber der Nulltarifversicherung. Diese Liquiditätsvorschüsse werden vom Versicherer als Kapitalanlagen angelegt. Die Nettoerträge (Gewinne und Verluste) aus den Kapitalanlagen stehen allein Fielmann zu. Aus der Marktbewertung resultierende unrealisierte Gewinne und Verluste sowie die hierauf entfallenden latenten Steuern werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Zur Bestimmung des Marktwertes von Finanzinstrumenten wird die folgende Hierarchie verwendet:
Die im Konzern zum Marktwert bewerteten Finanzinstrumente der Klasse "Vermögensverwaltungsdepots", "Fonds" und Teile der "Sonstigen Forderungen" fallen unter die Hierarchiestufe 1. Die "Beteiligungen" sowie die in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten bilanzierte Put-Option fallen unter Stufe 3. Zu- und Abgänge werden mit dem jeweiligen Wert des Erfüllungstages angesetzt. Die Bewertung der finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt grundsätzlich gemäß IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten. Ein etwaiger Unterschiedsbetrag zwischen ausbezahltem und bei Endfälligkeit rückzahlbarem Betrag wird amortisiert. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet. Vorräte (Aktiva B. I.)Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Waren erfolgt grundsätzlich mit den Anschaffungskosten, erforderlichenfalls vermindert um Wertberichtigungen auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert. Die Fortschreibung erfolgt mit der Methode des gleitenden Durchschnitts. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten gemäß IAS 2. Fertigungsbezogene Gemeinkosten sind enthalten. Zinsen werden aufgrund des kurzen Herstellungsprozesses nicht angesetzt. Latente Steuern (Aktiva A. VIII. und Passiva B. III.)Latente Steuern resultieren aus unterschiedlichen Wertansätzen in den IFRS- und Steuerbilanzen der Konzernunternehmen sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen, soweit sich diese Unterschiede im Zeitablauf wieder ausgleichen. Dies beinhaltet gemäß IAS 12 auch sogenannte "Outside Basis Differences", die sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Nettovermögen einer Tochtergesellschaft und dem Beteiligungsbuchwert dieser Tochtergesellschaft in der Steuerbilanz der Muttergesellschaft ergeben. Eine latente Steuerabgrenzung wird für "Outside Basis Differences" insoweit vorgenommen, wie mit einer Realisierung innerhalb von 12 Monaten gerechnet wird. Darüber hinaus werden latente Steuerabgrenzungen für Verlustvorträge in Übereinstimmung mit IAS 12 vorgenommen. Für die Berechnung der aktiven und passiven latenten Steuern werden die Steuersätze zugrunde gelegt, die voraussichtlich im Zeitpunkt der Realisierung des Vermögenswerts beziehungsweise der Erfüllung der Verbindlichkeit gültig sind. Latente Steuern werden gemäß IAS 1.70 unter den langfristigen Vermögenswerten (Textziffer (6)) bzw. Schulden (Textziffer (22)) ausgewiesen. Aktive und passive latente Steuern werden, soweit sie ertragsteuerliche Organkreise oder einzelne Gesellschaften betreffen und laufzeitkongruent sind, gemäß IAS 12.71 ff. saldiert. Rückstellungen (Passiva B. I und C. I.)Die Bilanzierung der Rückstellungen erfolgt nach IAS 37 und IAS 19. Demnach werden für rechtliche oder faktische Verpflichtungen aus Ereignissen der Vergangenheit Rückstellungen in der Bilanz angesetzt, wenn der Mittelabfluss zur Begleichung der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist. Der Wertansatz der Rückstellungen berücksichtigt diejenigen Beträge, die erforderlich sind, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen, erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen des Konzerns abzudecken. Langfristige Rückstellungen werden bei wesentlichen Effekten abgezinst und zum Barwert bilanziert. Der verwendete Zinssatz ist fristadäquat zur Laufzeit von Anleihen für alle Rückstellungen. Rückstellungen für Pensionen werden für die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Altersversorgungszusagen nach der Methode der laufenden Einmalprämien bewertet. Diese Methode ermittelt unter Berücksichtigung dynamischer Aspekte die zu erwartenden Leistungen nach Eintritt des Versorgungsfalls und verteilt diese über die gesamte Beschäftigungsdauer der begünstigten Mitarbeiter. Dazu werden jährlich versicherungsmathematische Gutachten erstellt. Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen der Rechnungsannahmen und aus Abweichungen zwischen den Rechnungsannahmen von den tatsächlichen Ausprägungen ergeben, erfolgt im sonstigen Ergebnis (Other Comprehensive Income). Die Rückstellungen für Jubiläen wurden im Berichtsjahr erstmalig durch ein versicherungsmathematisches Gutachten ermittelt. Hierbei findet das Verfahren der Einmalprämienfinanzierung für den jährlichen Anwartschaftszuwachs unter Berücksichtigung von Trendannahmen Anwendung. Für weitere Angaben siehe Textziffer (20). EventualverbindlichkeitenEventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder gegenwärtige Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss unwahrscheinlich ist bzw. nicht verlässlich bestimmt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden in der Bilanz grundsätzlich nicht erfasst. ErlösrealisationErlöse werden in erster Linie aus dem Einzelhandelsgeschäft erzielt. Die Realisierung der Erlöse sowie die Bezahlung erfolgen zum Zeitpunkt der Abgabe der bestellten und fertigen Produkte an den Kunden. Daneben werden in dem Segment Deutschland in geringem Umfang Umsatzerlöse im Großhandel getätigt. Die Umsatzerlöse enthalten auch Erlöse aus der Abwicklung von Versicherungsfällen der Nulltarif-Versicherung. Der Umfang der Leistungspflicht von Fielmann besteht hierbei grundsätzlich jeweils in der Lieferung einer Korrektionsbrille. Daher realisiert Fielmann Erlöse, die denen aus dem Einzelhandelsgeschäft entsprechen. Aufgrund der Realisierung der Umsatzerlöse innerhalb eines Jahres wird auf die Anpassung um eine signifikante Finanzierungskomponente gemäß IFRS 15.63 verzichtet. Weiterhin erfasst Fielmann unter den Umsatzerlösen Erträge aus dem versicherungstechnischen Ergebnis der Nulltarif-Versicherung. Diese werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Mieterträge werden linear über die Laufzeit des entsprechenden Leasingverhältnisses erfolgswirksam verteilt. Wesentliche einmalige Erträge und Aufwendungen, die Leasingverhältnissen direkt zuzuordnen sind, werden ebenfalls über deren Laufzeit verteilt. Anteilsbasierte VergütungAnteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente an Arbeitnehmer werden zum beizulegenden Zeitwert des Instruments am Tag der Gewährung bewertet. Diese Vergütungen beinhalten nur am Markt befindliche Aktien des Fielmann-Konzerns. Daher ergeben sich hinsichtlich des Wertes keine Schätzungsunsicherheiten. Zu den Formen der Vergütung siehe auch Textziffer (33). Ergebnis je AktieDas unverwässerte Ergebnis je Aktie wird berechnet, indem der Quotient aus dem Ergebnis, das den Eigenkapitalgebern zusteht, und der durchschnittlichen Anzahl von ausgegebenen Aktien während des Geschäftsjahres - mit Ausnahme der eigenen Anteile, die die Gesellschaft selbst hält - gebildet wird. Sofern verwässernde Effekte vorliegen, werden diese in die Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie mit einbezogen. Im laufenden und im Vorjahr lagen derartige Effekte nicht vor. IV. Erläuterungen zum Konzernabschluss AktivaEntwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31.12. 2022
Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31.12. 2021
(1) Immaterielle VermögenswerteDie immateriellen Vermögenswerte setzen sich zusammen aus IT-Software, Markenrechten und Kundenstämmen. Die IT-Software wird über drei bis fünf Jahre linear abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzten Nutzungsdauern liegen mit Ausnahme eines Markenrechtes, für das von einer dauerhaften Nutzung ausgegangen wird, nicht vor. Die Zugänge zu den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten betreffen in Höhe von Tsd. € 179 (Vorjahr: Tsd. € 5.076) die Aktivierung selbst erstellter Software im Zusammenhang mit der Vision 2025 und der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie. Des Weiteren wurden Umbuchungen aus den unfertigen Softwareprojekten in die selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte in Höhe von Tsd. € 1.024 (Vorjahr: Tsd. € 1.439) vorgenommen, die ebenfalls im Zusammenhang mit der Vision 2025 und der Digitalisierungsstrategie stehen. Die Zugänge in den unfertigen Softwareprojekten betreffen in Höhe von Tsd. € 145 (Vorjahr: Tsd. € 2.709) Aufwendungen für Software im Zusammenhang mit der Vision 2025 und der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie. Die im Berichtsjahr nicht aktivierungsfähigen Aufwendungen betrugen insgesamt Tsd. € 18.323 (Vorjahr: Tsd. € 17.228). Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten auch Mietrechte, die über maximal 15 Jahre abgeschrieben werden. Die Mietrechte betreffen übliche Zahlungen an Dritte, um in Mietverträge in bevorzugten Innenstadtlagen zu gelangen. Die Zugänge zu den Mietrechten resultieren in Höhe von Tsd. € 90 (Vorjahr: keine) aus den neuen Niederlassungen in Italien. Im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisallokation aus dem Erwerb der Gesellschaft Ibervision Servicios Ópticos, S.L. wurden die Marke "Medical Óptica Audición" in Höhe von Tsd. € 4.691 sowie der Kundenstamm mit Tsd. € 3.412 aktiviert. Die Marke hat eine Nutzungsdauer von 10 Jahren. Für den Kundenstamm ist eine Nutzungsdauer von 14 Jahren ermittelt worden. Die Marke der Gesellschaft Medop, S.A. wurde mit Tsd. € 5.182 und der Kundenstamm mit Tsd. € 11.231 bewertet. Hier wurde für die Markenrechte eine Nutzungsdauer von 20 Jahren und für den Kundenstamm eine Nutzungsdauer von 14 Jahren ermittelt. Für weitere aktivierte Kundenstämme im Fielmann-Konzern wurden Nutzungsdauern von 12 bzw. 17 Jahren zu Grunde gelegt. Für bestehende Markenrechte wurden 20 Jahre bzw. eine unbegrenzte Zeit als Nutzungsdauer angesetzt. (2) FirmenwerteEnthalten sind Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung. Diese Firmenwerte werden für den Impairment-Test einzelnen Zahlungsmittel generierenden Einheiten (CGU) zugeordnet. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die einzelnen Verkaufsniederlassungen. Firmenwerte wurden dem Segment Deutschland in Höhe von Tsd. € 41.656 (Vorjahr: Tsd. € 41.656) zugeordnet, darunter die jeweils als einzelne CGU geführten Niederlassungen in Höhe von Tsd. € 32.439 (Vorjahr: Tsd. € 32.439) und die Rathenower Optische Werke GmbH in Höhe von Tsd. € 8.740 (Vorjahr: Tsd. € 8.740). Im Segment Spanien wurden Firmenwerte aus dem Erwerb der Anteile an der Gesellschaft Óptica del Penedés, S.L. in Höhe von Tsd. € 118.466 (Vorjahr: Tsd. € 118.466) bilanziert. Daneben werden im Geschäftsjahr erstmalig Firmenwerte aus dem Erwerb der Gesellschaften Ibervision Servicios Opticos, S.L., Medop, S.A. und Elaboria, S.L. in Höhe von Tsd. € 39.983 im Segment Spanien ausgewiesen. Nähere Information hierzu finden sich im Abschnitt "Konsolidierungskreis und Veränderungen des Konsolidierungskreises" unter III. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Weitere Firmenwerte entfallen auf das Segment Schweiz in Höhe von Tsd. € 6.872 (Vorjahr: Tsd. € 6.531) sowie auf die Regionen Niederlande in Höhe von Tsd. € 3.546 (Vorjahr: Tsd. € 3.546) und Slowenien in Höhe von Tsd. € 6.211 (Vorjahr: Tsd. € 6.211) in den übrigen Segmenten. Die Änderungen des Buchwertes im Segment Schweiz resultieren aus der währungsbedingten Umrechnung. (3) Sachanlagen/Als Finanzinvestition gehaltene ImmobilienDie Buchwerte der Sachanlagen einschließlich der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien verteilen sich zum 31. Dezember 2022 auf die Segmente wie folgt:
Technische Anlagen und Maschinen werden in der Position Betriebs- und Geschäftsausstattung ausgewiesen. Die Zugänge (auch durch Umgliederungen aus den Anlagen im Bau) in den Sachanlagen resultieren unter anderem aus Ersatzinvestitionen in den Niederlassungen in Höhe von Tsd. € 55.738 (Vorjahr: Tsd. € 46.561). Weitere Zugänge ergeben sich aus der Expansion des Konzerns (Tsd. € 19.548, Vorjahr: Tsd. € 17.045). Beschränkungen der Verfügungsrechte ergeben sich bezüglich Immobilien und anderen Sachanlagen der Fielmann Akademie in Höhe von Tsd. € 16.297 (Vorjahr: Tsd. € 16.707) aufgrund der Gemeinnützigkeit und des Denkmalschutzes. Die Zurechnung zu der Gruppe der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgt für Flächen, die von keiner Gesellschaft des Konzerns genutzt werden. Diese Immobilien werden nach IAS 40 als Finanzinvestitionen eingestuft und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Im Berichtsjahr wurden bei diesen Immobilien Nachaktivierungen in Höhe von Tsd. € 23 (Vorjahr: keine) vorgenommen. Der für sämtliche Immobilien mit einem Ertragswertverfahren ohne Gutachter ermittelte beizulegende Zeitwert beläuft sich auf Tsd. € 17.094 (Vorjahr: Tsd. € 17.445). Die entsprechenden Mieteinnahmen im Berichtszeitraum betragen Tsd. € 1.140 (Vorjahr: Tsd. € 1.163). Dem gegenüber stehen direkt zurechenbare Aufwendungen in Höhe von Tsd. € 814 (Vorjahr: Tsd. € 811). Im Berichtszeitraum wurden auf gemischt genutzte Immobilien wie auch im Vorjahr keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen. (4) Nutzungsrechte aus LeasingverhältnissenEnthalten sind neben Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen für Immobilien in geringem Umfang Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen für Kraftfahrzeuge. Zur genaueren Darstellung der Entwicklung der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen verweisen wir auf die Entwicklung des Konzernanlagevermögens. (5) Anteile an assoziierten Unternehmen/Übrige Finanzanlagen (28)Ausgewiesen wird der Anteil an dem assoziierten Unternehmen FittingBox S.A. (www.fittingbox.com). Diese Gesellschaft wurde 2006 gegründet und ist weltweit führender Anbieter von Augmented-Reality-Technologie wie der 3D-Anprobe für Brillen und Sonnenbrillen. Das Unternehmen hat seine Zentrale in Toulouse, Frankreich, und betreibt außerdem eine Vertriebsgesellschaft in Miami, USA. FittingBox S.A. entwickelt innovative Technologielösungen und digitale Inhalte für die augenoptische Branche und verfügt über die weltweit größte Datenbank mit Fassungsfotos und 3D-Modellen. Die strategische Beteiligung an dem französischen Technologieunternehmen ist ein konsequenter Schritt in der Digitalisierungsstrategie von Fielmann. Gemeinsam arbeiten die Unternehmen am Online-Brillenkauf in Fielmann-Qualität. FittingBox S.A. ist nicht an einer Börse notiert. Die nachstehende Tabelle fasst die Finanzinformationen von FittingBox S.A. (im Wesentlichen wie in ihrem eigenen Abschluss aufgeführt) zusammen.
(28) Weitere Angaben siehe Textziffer (28)
Weiterhin umfasst die Position eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen in Höhe von Tsd. € 470 (Vorjahr: Tsd. € 470). Aufgrund des Umfangs und der für den Fielmann-Konzern untergeordneten Bedeutung erfolgt der Ausweis des Ergebnisses aus Anteilen an assoziierten Unternehmen in der Position Erträge im Finanzergebnis bzw. Übrige Aufwendungen im Finanzergebnis (siehe Textziffer (36)). Von assoziierten Unternehmen wurden keine Dividenden vereinnahmt. Im Berichtsjahr wird in den übrigen Finanzanlagen erstmalig der Erwerb von derzeit 11,3 Prozent der Anteile am israelischen Unternehmen "Deep Optics" (Óptica Amuka (A.A) Ltd.) ausgewiesen. Deep Optics ist ein führendes Deep-Tech-Unternehmen und Entwickler in der Elektro-Optik. Fielmann ist der Lead Investor in einer Finanzierungsrunde, die es dem Anbieter adaptiver Brillen ermöglicht, seine disruptive Brillenglas-Technologie weiterzuentwickeln. Diese Investition ist ein weiterer entscheidender Schritt in der Digitalisierung der Fielmann-Gruppe entlang der Vision 2025. Die Investition in Deep Optics erweitert das Produktsortiment im Bereich Smart Glasses und weitet die technologischen Fähigkeiten der Fielmann-Gruppe aus. Die weiteren übrigen Finanzanlagen enthalten unter anderem Ausleihungen an nicht beherrschende Gesellschafter. (6) Aktive latente SteuernLatente Steueransprüche sind in Höhe von Tsd. € 19.278 (Vorjahr: Tsd. € 14.418) aktiviert. Für nähere Angaben wird auf Textziffer (40) des Anhangs verwiesen. (7) Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte (28)Es handelt sich bei den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten wie im Vorjahr um langfristige Anleihen guter Bonität, die von der Fielmann Aktiengesellschaft gehalten werden. Daneben werden Kapitalanlagen in der spanischen Gesellschaft Óptica del Penedés, S.L. ausgewiesen (siehe Textziffer (28)). Die Zusammensetzung des Finanzvermögens ist in Textziffer (43) dargestellt. Des Weiteren werden insbesondere Kautionen und Mitarbeiterdarlehen ausgewiesen. Von den Forderungen gegenüber Mitarbeitern in Form von Darlehen wird innerhalb der nächsten 12 Monate eine Tilgung in Höhe von Tsd. € 107 (Vorjahr: Tsd. € 104) erwartet und unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen (siehe Textziffer (10)). (8) Forderungen aus LeasingverhältnissenIm Fielmann-Konzern sind einige Leasingverträge vorhanden, bei denen Konzerngesellschaften als Leasinggeber auftreten. Diese werden jedoch nicht als wesentlich angesehen. Hierzu weisen wir zum 31. Dezember 2022 Forderungen aus Leasingverhältnissen in Höhe von Tsd. € 212 (Vorjahr: Tsd. € 12) aus. Die Mieterträge aus diesen Untervermietungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf Tsd. € 312 (Vorjahr: Tsd. € 453). (9) Vorräte
Die Vorräte betreffen überwiegend Produkte für Brillenoptik, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen, Hörakustik sowie sonstige Handelswaren. Unfertige Erzeugnisse betreffen hauptsächlich für Kunden bearbeitete Aufträge für Brillen und Hörsysteme. Der Anstieg der Vorräte resultiert insbesondere aus der Erhöhung der Lieferfähigkeit von Fassungen in den Niederlassungen, aber auch von Sonnenbrillen und Kontaktlinsen. Der Gesamtbetrag aller Wertberichtigungen auf Vorräte beträgt Tsd. € 9.556 (Vorjahr: Tsd. € 9.640) und wurde vollständig im Materialaufwand erfasst. Der Verbrauch von Vorräten ist in Höhe von Tsd. € 372.458 (Vorjahr: Tsd. € 337.432) als Aufwand im Geschäftsjahr gebucht. (10) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte (28)Für nähere Angaben zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Textziffer (28) des Anhangs verwiesen. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen Forderungen gegen Lieferanten in Höhe von Tsd. € 25.616 (Vorjahr: Tsd. € 25.368) sowie Forderungen gegen Versicherungen in Höhe von Tsd. € 25.508 (Vorjahr: Tsd. € 26.518). Von diesen Forderungen wurden Tsd. € 23.523 (Vorjahr: Tsd. € 25.301) zum Marktwert bewertet. (11) Nicht finanzielle VermögenswerteIn dieser Position sind im Wesentlichen Abgrenzungsposten für vorausgezahlte Sozialabgaben in der Schweiz und für IT in der Fielmann Aktiengesellschaft sowie Forderungen aus Umsatzsteuer enthalten. (12) Kurzfristige ErtragsteueransprücheDie Steueransprüche in Höhe von Tsd. € 11.091 (Vorjahr: Tsd. € 11.033) resultieren aus Vorauszahlungen für Körperschaftsteuer (Tsd. € 5.477, Vorjahr: Tsd. € 5.580) und Gewerbesteuer (Tsd. € 5.614, Vorjahr: Tsd. € 5.453). (13) Kurzfristige Finanzanlagen (28)In den kurzfristigen Finanzanlagen werden Anleihen, Festgelder, Schuldscheindarlehen und Fonds der Fielmann Aktiengesellschaft sowie ein Depot in der Schweiz ausgewiesen, in dem sich Aktien und Anleihen befinden. Des Weiteren umfassen die kurzfristigen Finanzanlagen Fonds in der Vertriebsgesellschaft in Italien, die als Sicherheiten im Rahmen von Mietverhältnissen dienen. Die Zusammensetzung des Finanzvermögens ist in Textziffer (43) dargestellt. (14) Zahlungsmittel und Äquivalente (28)Enthalten sind liquide Mittel und Kapitalanlagen mit einer Restlaufzeit zum Anschaffungszeitpunkt von bis zu drei Monaten. Die Zusammensetzung des Finanzvermögens ist in Textziffer (43) dargestellt.
(28) Weitere Angaben siehe Textziffer (28)
Passiva(15) Gezeichnetes Kapital/GenehmigtesKapital Das gezeichnete Kapital der Fielmann Aktiengesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2022 Tsd. € 84.000. Dieses ist seit dem von der Hauptversammlung am 3. Juli 2014 beschlossenen und am 22. August 2014 vorgenommenen Aktiensplit im Verhältnis 1:2 eingeteilt in 84 Millionen Stammaktien, jeweils ohne Nennwert. Auf jede der 84 Millionen Aktien entfällt ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von € 1,00. Die Aktien lauten auf den Inhaber. Alle Aktien gewähren gleiche Stimmrechte sowie Rechte am Gewinn und Vermögen der Fielmann Aktiengesellschaft. Nach § 5 Abs. 3 der Satzung ist der Vorstand mit Zustimmung aller seiner Mitglieder sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum 7. Juli 2026 das Grundkapital durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien in Form von Stückaktien, gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um Tsd. € 10.000 zu erhöhen. Im Berichtszeitraum hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht. Die Gewährleistung der finanziellen Stabilität und Flexibilität des Fielmann-Konzerns durch eine nachhaltige Sicherung der bilanziellen Eigenkapitalbasis ist das grundsätzliche Ziel unseres Kapitalmanagements. Darüber hinaus steuert der Konzern sein Kapital mit dem Ziel, eine angemessene Eigenkapitalrendite zu erzielen und die Aktionäre regelmäßig am Erfolg der Gruppe teilhaben zu lassen. Das gemanagte Kapital des Konzerns besteht aus den finanziellen Verbindlichkeiten, den Zahlungsmitteln und Äquivalenten sowie dem Eigenkapital. Die Fielmann Aktiengesellschaft und die in den Konzernabschluss einbezogenen Kapitalgesellschaften unterliegen den Mindestkapitalanforderungen des deutschen Aktien- und GmbH-Rechts sowie den entsprechenden Bestimmungen nach Landesrecht und Gesellschaftsform. Weitere branchenspezifische Mindestkapitalanforderungen bestehen nicht. Die im Konzern vorhandene Liquidität wird täglich zentral gepoolt, überwacht und gesteuert. Hierzu ist sowohl ein tägliches als auch monatliches Berichtswesen installiert. Dieses gewährleistet die Einhaltung sämtlicher Mindestkapitalanforderungen. Zum 31. Dezember 2022 hielt die Fielmann Aktiengesellschaft 1.423 eigene Aktien mit einem Buchwert von Tsd. € 56 im Bestand (Vorjahr: keine eigenen Aktien). (16) KapitalrücklageAusgewiesen wird ausschließlich das Agio aus der Kapitalerhöhung der Fielmann Aktiengesellschaft in 1994 nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB. (17) GewinnrücklagenIn den Gewinnrücklagen werden die nicht ausgeschütteten Gewinne aus Vorjahren und dem aktuellen Geschäftsjahr ausgewiesen (siehe auch Textziffer (42)). Zum Zeitpunkt des Erwerbs von 80 Prozent der Anteile an der Gesellschaft Óptica del Penedés, S.L. wurde wie im Vorjahr insbesondere der Wert einer Put-Option zum Erwerb der übrigen 20 Prozent der Anteile in den Gewinnrücklagen in Höhe von Tsd. € 57.553 bilanziert und mindert diese. Die Put-Option wird unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen (siehe Textziffer (21)). (18) Sonstige RücklagenIn den sonstigen Rücklagen sind der Währungsausgleichsposten, die Gewinne und Kursvorteile bei der Abgabe eigener Aktien an Mitarbeiter gemäß IFRS 2 sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste insbesondere aus den Pensionsrückstellungen im Rahmen der Anwendung des IAS 19 enthalten. (19) Nicht beherrschende AnteileIn den nicht beherrschenden Anteilen werden die Anteile anderer Gesellschafter an Kapitalgesellschaften des Konzerns ausgewiesen. Die Anteile anderer Gesellschafter an Personengesellschaften werden nur insoweit ausgewiesen, als Anteile an Verlusten vorhanden sind. Die Anteile Dritter an positivem Eigenkapital von Personengesellschaften wurden gemäß IAS 32 als Verbindlichkeiten ausgewiesen (siehe auch Textziffer (25), (28) und (42)). (20) Langfristige RückstellungenDie Entwicklung der langfristigen Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:
Pensionsrückstellungen resultieren überwiegend aus unverfallbaren Pensionszusagen der Fielmann Aktiengesellschaft (Tsd. € 6.127, Vorjahr: Tsd. € 7.957) und betreffen ausschließlich das Segment Deutschland. Den Rückstellungen stehen Rückdeckungsguthaben in Höhe von Tsd. € 79 (Vorjahr: Tsd. € 97) gegenüber, die mit den Pensionsrückstellungen saldiert sind. In der Veränderung der Rückstellung ist ein Aufzinsungseffekt von Tsd. € 84 (Vorjahr: Tsd. € 43) enthalten. Die Pensionsrückstellungen der Fielmann Aktiengesellschaft werden voraussichtlich gemäß den statistischen Sterbetafeln über die nächsten 10 Jahre (Vorjahr: 13 Jahre) realisiert. Die wichtigsten Annahmen, welche der versicherungsmathematischen Bewertung zugrunde gelegt wurden, sind:
Die Pensionsrückstellungen im Fielmann-Konzern betreffen fixierte Zusagen, sodass für die Bewertung der Pensionsrückstellungen keine Einkommenssteigerung berücksichtigt wird. Hinsichtlich des Abzinsungssatzes wurde eine Sensitivitätsbetrachtung vorgenommen. Eine Senkung des Abzinsungssatzes um einen Prozentpunkt würde zu einer Erhöhung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung in Höhe von Tsd. € 765 führen, eine Erhöhung des Abzinsungssatzes um einen Prozentpunkt würde den Barwert um Tsd. € 646 mindern. Aus den gezeigten Werten resultiert für den Konzern lediglich ein untergeordnetes Risiko aus den Pensionszusagen und den Rückdeckungsguthaben. Die Veränderung im Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung stellt sich wie folgt dar:
Die Veränderung des OCI (Other Comprehensive Income) resultiert im Wesentlichen aus Zinssatzänderungen. Auf die im sonstigen Ergebnis gebuchten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste entfällt ein Aufwand aus latenten Steuern in Höhe von Tsd. € 562 (Vorjahr: Steueraufwand in Höhe von Tsd. € 135).
Der in der Bilanz ausgewiesene Betrag aufgrund der Verpflichtung des Unternehmens aus leistungsorientierten Plänen ergibt sich wie folgt:
Jubiläumsrückstellungen werden für 10- bis 35-jährige Jubiläen unter Berücksichtigung von tatsächlichen Fluktuationswerten der Vergangenheit gebildet. Die Abzinsung erfolgt mit einem Zinssatz gemäß der Duration der zukünftigen Jubiläumszahlungen in Höhe von 3,57 Prozent (Vorjahr: 0,29 Prozent). Ei ne Realisierung dieser Rückstellungen in den nächsten zwölf Monaten wird voraussichtlich in Höhe von Tsd. € 851 (Vorjahr: Tsd. € 642) erfolgen. Durch die kapitalmarktbedingte Änderung des Abzinsungssatzes im Berichtsjahr ergibt sich eine Minderung der Rückstellung um Tsd. € 1.566 (Vorjahr: Minderung um Tsd. € 203). Die durch Zeitablauf sich ergebende Erhöhung des abgezinsten Betrages beträgt Tsd. € 20 (Vorjahr: Tsd. € 34). Die Rückbauverpflichtungen aus Mietverträgen sind als langfristig anzusehen. Eintretende Risiken innerhalb der nächsten zwölf Monate sind nicht zu erkennen. In der weit überwiegenden Zahl der Mietverträge stehen den Gesellschaften des Fielmann-Konzerns eine oder mehrere Verlängerungsoptionen zur Verfügung. Für die Berechnung der für die Abzinsung der auf den Stichtag ermittelten Erfüllungsbeträge wurde ein Zinssatz von 3,40 Prozent (10 Jahre) (Vorjahr: 1,50 Prozent (10 Jahre)) angewendet. Es wurde eine Inflationsrate von 1,2 Prozent (Vorjahr: 0,7 Prozent) berücksichtigt. Die abgezinsten Erfüllungsbeträge werden in die Anschaffungskosten der Mietereinbauten des Anlagevermögens einbezogen und planmäßig über die Restlaufzeit des Mietvertrages abgeschrieben. Durch die kapitalmarktbedingte Änderung des Abzinsungssatzes im Berichtsjahr ergibt sich eine Verringerung der Rückstellung in Höhe von Tsd. € 378 (Vorjahr: Verringerung der Rückstellung in Höhe von Tsd. € 105). Die Rückstellungen im Warenbereich betreffen hauptsächlich Garantiezusagen und daraus resultierende Risiken. Darin enthalten sind neben den Material- auch Personalaufwendungen für Abwicklungsleistungen. Die Risiken realisieren sich überwiegend innerhalb von zwölf Monaten, maximal innerhalb von drei Jahren. Der kurzfristige Anteil der Garantierisiken wird unter den kurzfristigen Rückstellungen in Textziffer (24) ausgewiesen. Die Annahmen zur Bewertung der Risiken werden durch ein Berichtswesen zu den Garantiefällen ständig verifiziert. Für die Ermittlung der Erfüllungsbeträge wurde eine Inflationsrate von 1,2 Prozent (Vorjahr: 0,7 Prozent) berücksichtigt. Die für die Abzinsung verwendeten Zinssätze betrugen für zwei Jahre 4,14 Prozent (Vorjahr: 0,19 Prozent) sowie für drei Jahre 3,69 Prozent (Vorjahr: 0,48 Prozent). Aus den Änderungen der Zinssätze resultiert eine Verringerung der Rückstellung in Höhe von Tsd. € 312 (Vorjahr: Verringerung der Rückstellung in Höhe von um Tsd. € 13). Zinssatzbedingte Änderungen bei den sonstigen langfristigen Rückstellungen ergeben sich in Höhe von Tsd. € -12 (Vorjahr: Tsd. € 15). (21) Langfristige Finanzverbindlichkeiten (28)Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind ausschließlich festverzinslich mit fester Laufzeit. Ein wesentliches Zinsrisiko ist aufgrund der geringen Verschuldung nicht erkennbar. In den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten wird eine Put-Option zum Erwerb der übrigen 20 Prozent der Anteile der Gesellschaft Óptica del Penedés, S.L. mit einem Fair Value in Höhe von Tsd. € 56.232 (Vorjahr: Tsd. € 61.829) ausgewiesen. (22) Passive latente SteuernLatente Steuerverbindlichkeiten sind in Höhe von Tsd. € 37.697 (Vorjahr: Tsd. € 37.648) passiviert. Für nähere Angaben wird auf Textziffer (40) des Anhangs verwiesen. (23) Verbindlichkeiten aus LeasingverhältnissenIm Berichtsjahr wurden Leasingzahlungen in Höhe von Tsd. € 97.381 (Vorjahr: Tsd. € 88.724) geleistet. Zudem wurden Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen in Höhe von Tsd. € 6.486 (Vorjahr: Tsd. € 4.057) erfasst. Es wurden variable Leasingzahlungen in Höhe von Tsd. € 2.006 (Vorjahr: Tsd. € 1.894) geleistet, die nicht in der Bewertung der Leasingverbindlichkeit berücksichtigt wurden. Bei den Leasingverbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um Mietverpflichtungen. Die Zusammensetzung der Leasingverbindlichkeiten nach Fälligkeit ergibt sich wie folgt:
In Bezug auf die eigenen Leasingverbindlichkeiten besteht aus Konzernsicht kein signifikantes Liquiditätsrisiko. (24) Kurzfristige RückstellungenDie Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:
Die Personalrückstellungen werden insbesondere für Verpflichtungen aus Sonderzahlungen und Tantiemen gebildet, der Zahlungsmittelabfluss erfolgt im ersten Halbjahr des folgenden Geschäftsjahres. Die Rückstellungen im Warenbereich betreffen die Garantierisiken, die voraussichtlich innerhalb der nächsten zwölf Monate realisiert werden. Der langfristige Anteil der Garantierisiken wird in Textziffer (20) ausgewiesen. Im ersten Jahr wird der wesentliche Teil der insgesamt erwarteten Garantiefälle abgewickelt. Die Übrigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und für Restrukturierungen. (25) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (28)Aufgrund der geringen Verschuldung sind keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern durch Zinsschwankungen in Bezug auf den Zinsaufwand zu erwarten. Die Laufzeit dieser Verbindlichkeiten beträgt bis zu einem Jahr. Zur kurzfristigen Bereitstellung von Liquidität im Rahmen der Kaufpreiszahlung des Erwerbs von drei Gesellschaften in Spanien mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 (siehe auch Abschnitt Konsolidierungskreis und Veränderungen des Konsolidierungskreises unter III. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden) wurden kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von Mio. € 24,5 Mio. eingegangen. Die Verbindlichkeiten wurden im ersten Quartal 2023 vollständig zurückgeführt. In den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind Verpflichtungen gegenüber nicht beherrschenden Gesellschaftern, die in den Einzelabschlüssen nach lokalem Recht Eigenkapitalcharakter haben und nach IAS 32 als Verbindlichkeiten auszuweisen sind, in Höhe von Tsd. € 2.121 (Vorjahr: Tsd. € 2.344) enthalten (siehe auch Textziffern (19), (28) und (42)).
(28) Weitere Angaben siehe Textziffer (28)
(26) Nicht finanzielle VerbindlichkeitenIn den nicht finanziellen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen Vertragsverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Sozialversicherungen sowie aus Umsatz-, Lohn- und Kirchensteuer enthalten. Die Vertragsverbindlichkeiten entfallen auf die Abgrenzung der im Geschäftsjahr vereinnahmten, aber erst in Zukunft realisierten Erlöse aus der Nulltarifversicherung sowie aus Reparaturpauschalen, die von den gesetzlichen Krankenkassen für in Deutschland abgegebene Hörsysteme im Voraus gezahlt werden. Die Vertragsverbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt entwickelt:
(27) ErtragsteuerschuldenDie Ertragsteuerschulden betreffen im Wesentlichen Vorauszahlungen für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer. (28) FinanzinstrumenteDie nachfolgende Legende stellt die in den nächsten Abschnitten genutzten Abkürzungen der Bewertungskategorien dar:
Der Ansatz der Finanzinstrumente erfolgt in allen Kategorien zum Wert am Erfüllungstag. Die Einteilung in Bewertungsklassen nach IFRS 7 wurde anhand der wirtschaftlichen Beschaffenheit und der Risikostruktur der jeweiligen Finanzinstrumente vorgenommen. Die Zeitwerte werden in der Regel zu Börsenkursen bzw. über andere am Finanzmarkt verfügbare Daten ermittelt. Die im Rahmen des Anteilserwerbs der Gesellschaft Óptica del Penedés, S.L. abgeschlossene Put-Option ist der Hierarchiestufe 3 zugeordnet. Nähere Informationen zu den einfließenden Parametern finden sich in diesem Abschnitt unter "Put-Option". Es ergaben sich bei keinem Finanzinstrument wesentliche Unsicherheiten bei der Zeitwertermittlung. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte wurden in die entsprechende Kategorie eingestuft. Bei den finanziellen Vermögenswerten des Fielmann-Konzerns besteht ein Ausfallrisiko, dem durch entsprechende Wertminderungen Rechnung getragen wird. Der positive Saldo aus Wertminderungsaufwendungen einschließlich Wertaufholung in Höhe von Tsd. € 430 (Vorjahr: positiver Saldo in Höhe von Tsd. € 666) ergibt sich aus Erträgen aus Wertaufholung in Höhe von Tsd. € 1.262 (Vorjahr: Tsd. € 1.378) und Aufwendungen aus Wertminderung in Höhe von Tsd. € 832 (Vorjahr: Tsd. € 712). Aufgrund der für den Fielmann-Konzern untergeordneten Bedeutung wurde auf den separaten Ausweis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung verzichtet. Die Ausbuchung von Forderungen erfolgt bei endgültigem Verlust sowie bei aussichtsloser und wirtschaftlich nicht sinnvoller Verfolgung der Ansprüche (z. B. bei Kleinbeträgen). Der Aufwand aus der Ausbuchung von Forderungen beläuft sich auf Tsd. € 1.334 (Vorjahr: Tsd. € 1.097). Die Verteilung der Wertminderungen auf die Klassen stellt sich wie folgt dar:
Die Wertminderungen entwickelten sich wie folgt:
Die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste (ECL: expected credit losses) erfolgt insbesondere anhand vergangenheitsbezogener Erfahrungswerte unter Berücksichtigung aktueller Gegebenheiten sowie gegebenenfalls angepasst an die prognostizierte zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Sie basiert in wesentlichen Fällen auf Einzelfallbetrachtungen, ansonsten anhand der Gruppierung gleichartiger Ausfallrisikoeigenschaften, z. B. durch zeitliche Kriterien. Die Wertberichtigungen für Finanzinstrumente werden bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen durch gesonderte Konten offen abgesetzt. Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde vereinfachend der erwartete Kreditverlust über die gesamte Laufzeit (Gesamtlaufzeit-ECL) erfasst. Die Forderungen betreffen neben Forderungen an Einzelkunden insbesondere Forderungen aus der Abwicklung von Rezepten und Zahlungsverkehr. Forderungen an Einzelkunden wurden insbesondere anhand vergangenheitsbezogener Erfahrungswerte in Bezug auf Fälligkeit und Ausfall wertberichtigt. Dabei wird der Durchschnitt der letzten drei Jahre vor dem Geschäftsjahr als Berechnungsgrundlage herangezogen. Es wird regelmäßig davon ausgegangen, dass ein Ausfallereignis spätestens nach neunzigtägiger Überfälligkeit vorliegt. Für die weiteren Forderungen wird eine erwartete Ausfallrate von 1 Prozent angewendet. Die anhand der Fälligkeit wertberichtigten Forderungen entwickelten sich wie folgt:
Für alle weiteren Finanzinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, wird von einem geringen Kreditausfallrisiko ausgegangen. Wesentliche Ausfälle waren in der Vergangenheit nicht zu verzeichnen. Für Anleihen und Festgelder wurde aufgrund des unverändert geringen Kreditrisikos vereinfachend der erwartete Kreditverlust der nächsten zwölf Monate (12-Monats-ECL) angewendet. Die Anlagen entsprechen regelmäßig dem sogenannten Investment Grade oder einer vergleichbaren Bonität bei einem fehlenden Rating. Für die Berechnung der erwarteten Kreditverluste wurden je nach Bonität der Schuldner drei Cluster gebildet und hierauf Ausfallraten von 0,1 Prozent, 0,25 Prozent und 0,75 Prozent angewendet. Für Sonstige Forderungen wurde in der Regel der erwartete Kreditverlust innerhalb der nächsten zwölf Monate (12-Monats-ECL) angesetzt und hierfür eine Ausfallrate von 1 Prozent angewendet. In Einzelfällen werden Wertminderungen in Höhe des Gesamt-ECL vorgenommen. Die erwarten Ausfallraten liegen zwischen 75 Prozent und 100 Prozent. Die nach obigem Schema für die Ausleihungen, die liquiden Mittel sowie für Forderungen aus Leasingverhältnissen ermittelten Wertminderungen wurden aufgrund der nur sehr geringen Höhe nicht erfasst. Etwa 80 Prozent der finanziellen Vermögenswerte entfallen auf das Segment Deutschland. Bei den Forderungen an Einzelkunden besteht aufgrund der Einzelhandelsaktivität kein Ausfallrisiko durch Bündelung auf einzelne Schuldner. Hohe Forderungssalden resultieren insbesondere aus der Abwicklung der Rezepte, des Zahlungsverkehrs und der Nulltarif-Versicherung sowie aus den Emittenten der Kapitalanlagen. Auch hier wird kein erhöhtes Risiko gesehen. Für wertberichtigte Forderungen in Höhe von Tsd. € 1.814 (Vorjahr: Tsd. € 2.556) wurden rechtliche Schritte zur Verfolgung von Zahlungseingängen vorgenommen. Das Ausfallrisiko bei den finanziellen Vermögenswerten besteht maximal in Höhe der Buchwerte. Eine Analyse der Fälligkeitstermine wesentlicher finanzieller Verbindlichkeiten steht nicht im Fokus des Konzerns, da ausreichende liquide Mittel ständig vorhanden sind und somit kein Liquiditätsrisiko besteht. Die Marktrisiken für die Finanzinstrumente im Fielmann-Konzern sind neben den Kurs- und Zinsrisiken für die Kapitalanlagen insbesondere die Währungsrisiken. WährungsrisikenFremdwährungsrisiken bestehen für den Fielmann-Konzern zum einen aus der Währungsumrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften. Die Finanzinstrumente werden gemäß IAS 21 zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Währungsdifferenzen werden in einem Währungsausgleichsposten innerhalb der sonstigen Rücklagen ausgewiesen. Zum anderen resultieren Währungsrisiken aus der Umrechnung bestehender Finanzinstrumente insbesondere in Form von Bankguthaben, Kapitalanlagen, konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus dem Einkaufsgeschäft. Die für den Fielmann-Konzern relevanten Fremdwährungen sind im Abschnitt III. "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" unter "Fremdwährungsumrechnung" dargestellt. Risiken ergeben sich für den Fielmann-Konzern insbesondere für die Währungen CHF und USD. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen auf die Bewertung der Finanzinstrumente für die Währungen CHF und USD durch eine für möglich gehaltene Aufwertung bzw. Abwertung von 10 Prozent (Vorjahr: 10 Prozent) gegenüber dem Euro zum 31. Dezember 2022 untersucht. In der Analyse wird unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren konstant bleiben. Aus der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten in Höhe von Mio. € 79,5 (Vorjahr: Mio. € 67,6) und finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von Mio. € 62,6 (Vorjahr: Mio. € 66,4) würde bei einer Aufwertung des Schweizer Franken um 10 Prozent gegenüber dem Euro eine Erhöhung des Eigenkapitals in Höhe von Mio. € 3,5 (Vorjahr: Verringerung von Mio. € 1,5) sowie eine Erhöhung des Jahresüberschusses in Höhe von Mio. € 7,2 (Vorjahr: Erhöhung von Mio. € 0,7) resultieren. Eine Abwertung des Schweizer Franken um 10 Prozent gegenüber dem Euro hätte gegenläufige Auswirkungen auf das Eigenkapital und den Jahresüberschuss. Die Aufwertung des US-Dollars um 10 Prozent gegenüber dem Euro würde im Rahmen der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten in Höhe von Mio. € 2,6 (Vorjahr: Mio. € 2,7) und finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von Mio. € 2,4 (Vorjahr: Mio. € 3,0) zu einem unveränderten Eigenkapital (Vorjahr: unverändertes Eigenkapital) sowie einem unveränderten Jahresüberschuss (Vorjahr: unveränderter Jahresüberschuss) führen. Eine Abwertung des US-Dollars um 10 Prozent gegenüber dem Euro hätte entsprechend keine Auswirkungen auf das Eigenkapital und den Jahresüberschuss. ZinsrisikenDer Fielmann-Konzern investiert unter anderem in Kapitalanlagen in Form von Tages- und Festgeldern sowie festverzinslichen Wertpapieren und Schuldscheindarlehen. Da diese Kapitalanlagen überwiegend festverzinslich und bis zur Endfälligkeit gehalten werden, existiert hieraus kein relevantes Zinsrisiko. Aus den weiteren finanziellen Vermögenswerten resultieren ebenfalls keine wesentlichen Zinsrisiken. Die Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen werden über einen festen Zinssatz bis zum Laufzeitende abgezinst, so dass sich hieraus kein Zinsrisiko ergibt. Die im Rahmen des Anteilserwerbs der Gesellschaft Óptica del Penedés, S.L. abgeschlossene Put-Option ist der Hierarchiestufe 3 zugeordnet und unterliegt einem Zinsrisiko. Nähere Informationen zu den einfließenden Parametern finden sich in diesem Abschnitt unter "Put-Option". Aus den weiteren finanziellen Verbindlichkeiten existieren aufgrund der geringen Verschuldung keine wesentlichen Zinsrisiken. KursrisikenKursrisiken bestehen für den Fielmann-Konzern insbesondere aus Kapitalanlagen in Aktien und ähnliche Anlagen. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen einer für möglich gehaltenen Steigerung bzw. Senkung des Kursniveaus um 10 Prozent (Vorjahr: 10 Prozent) gegenüber dem Stand zum 31. Dezember 2022 untersucht. In der Analyse wird unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren konstant bleiben und der Bestand am Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Aus einer Steigerung des Kursniveaus um 10 Prozent resultiert eine Erhöhung des Jahresüberschusses in Höhe von Mio. € 1,6 (Vorjahr: Erhöhung um Mio. € 1,2) sowie eine entsprechende Erhöhung des Eigenkapitals. Eine Senkung des Kursniveaus um 10 Prozent hat entsprechend gegenläufige Auswirkungen auf das Eigenkapital und den Jahresüberschuss. Weitergehende Erläuterungen zu den einzelnen finanzwirtschaftlichen Risiken sind im Lagebericht dargestellt. Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Stufen in der Fair Value-Hierarchie. Sie enthält keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Bewertungsklassen nach IFRS 7
Ergebnisse nach Bewertungskategorien
1 Negative Beträge stellen Wertaufholungen
dar
1 Negative Beträge stellen Wertaufholungen
dar
Gewinne und Verluste aus der Folgebewertung von Finanzinstrumenten der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" ergeben sich als Differenz zwischen Zeitwert und Buchwert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden im Wesentlichen nach Maßgabe des Börsenkurses oder bei Forderungen im Rahmen erwarteter Kreditverluste berücksichtigt. Diese Verluste sowie Wertminderungen von Finanzinstrumenten werden in der Position "Sonstige betriebliche Aufwendungen", die Gewinne und Erträge aus der Wertaufholung von Finanzinstrumenten werden in der Position "Sonstige betriebliche Erträge" gezeigt. Zinsen werden gemäß den entsprechenden Zahlungen unter Berücksichtigung von Periodenabgrenzungen erfasst. Die Zinserträge für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum Marktwert bewertet wurden, belaufen sich auf Tsd. € 444 (Vorjahr: Tsd. € 279). Die entsprechenden Zinsaufwendungen betragen Tsd. € 7.674 (Vorjahr: Tsd. € 5.199). Anleihen und FestgelderDer Ausweis der Anleihen und Festgelder in Höhe von Tsd. € 90.868 (Vorjahr: Tsd. € 47.973) umfasst Anleihen (Tsd. € 65.880, Vorjahr: Tsd. € 37.986), Schuldscheindarlehen (Tsd. € 15.031, Vorjahr: Tsd. € 0) sowie Tages- und Festgelder (Tsd. € 9.957, Vorjahr: Tsd. € 9.987), die jeweils zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert und nach den üblichen Fristigkeiten gemäß IAS 1 unterteilt werden. VermögensverwaltungsdepotBei dem unter den kurzfristigen Finanzanlagen ausgewiesenen Vermögensverwaltungsdepot handelt es sich um ein durch einen externen Verwalter betreutes Depot der Fielmann Aktiengesellschaft, Basel, in Höhe von Tsd. € 9.499 (Vorjahr: Tsd. € 9.763), in dem sich Aktien und Anleihen befinden. Die Anlagenpolitik basiert auf einer schriftlich mit dem Depotverwalter fixierten Strategie. Die Bilanzierung der Wertpapiere erfolgt zum Zeitwert (Börsenkurs). Bewertungsgewinne und -verluste wurden im Berichtszeitraum ergebniswirksam gebucht. FondsIm Berichtsjahr werden keine Fonds (Vorjahr: Tsd. € 34.849) in der Fielmann Aktiengesellschaft ausgewiesen. Die Bilanzierung erfolgt zum Zeitwert (Börsenkurs). Bewertungsgewinne und -verluste wurden im Berichtszeitraum ergebniswirksam gebucht. Des Weiteren werden Fonds in der italienischen Vertriebsgesellschaft in Höhe von Tsd. € 4.285 (Vorjahr: Tsd. € 3.866) ausgewiesen. Die Fonds dienen als Sicherheiten im Rahmen von Mietverhältnissen in Italien und sind zu diesem Zweck verpfändet. Die Bilanzierung erfolgt zum Zeitwert (Börsenkurs). Bewertungsgewinne und -verluste wurden im Berichtszeitraum ergebniswirksam gebucht. Der Ausweis in den sonstigen langfristigen Vermögenswerten umfasst Geldmarktfonds in der spanischen Gesellschaft Óptica del Penedés, S.L. in Höhe von Tsd. € 5.481 (Vorjahr: Tsd. € 10.511). Die Bilanzierung erfolgt zum Zeitwert (Börsenkurs). Bewertungsgewinne und -Verluste wurden im Berichtszeitraum ergebniswirksam gebucht. BeteiligungenIn den übrigen Finanzanlagen wird erstmalig die Beteiligung an der "Deep Optics" (Óptica Amuka (A.A) Ltd.) ausgewiesen. Weitere Informationen zu dieser Beteiligung befinden sich in Textziffer (5). Sonstige ForderungenBei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten sonstigen Forderungen in Höhe von Tsd. € 32.409 (Vorjahr: Tsd. € 35.294) handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen gegenüber Lieferanten. Sonstige Forderungen in Höhe von Tsd. € 23.523 (Vorjahr: Tsd. € 25.301) wurden im Zeitpunkt des Zugangs als "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" designiert. Die Bilanzierung erfolgt zum Zeitwert (Börsenkurs). Der negative Wertunterschied zwischen fortgeführten Anschaffungskosten und Zeitwert beträgt Tsd. € 1.047 (Vorjahr: positiver Wertunterschied Tsd. € 1.221). Das Ausfallrisiko besteht maximal in Höhe des Buchwertes. Bewertungsgewinne und -verluste wurden im Berichtszeitraum ergebniswirksam gebucht. Liquide MittelZum 31. Dezember 2022 bestehen liquide Mittel in Höhe von Tsd. € 51.249 (Vorjahr: Tsd. € 164.962), davon Tsd. € 45.881 (Vorjahr: Tsd. € 162.095) Bankguthaben. Put-OptionDie Put-Option zum Erwerb der übrigen 20 Prozent der Anteile der Gesellschaft Óptica del Penedés, S.L. wird zu einem Fair Value in Höhe von Tsd. € 56.232 (Vorjahr: Tsd. € 61.829) bilanziert. Die Bewertung der in den Jahren 2024 bis 2026 ausübbaren Put-Option basiert im Wesentlichen auf den erwarteten Umsatzerlösen der Gesellschaft multipliziert mit einem gleichbleibenden Faktor. Ergänzend wird eine Kompensation von liquiden Mitteln und Finanzverbindlichkeiten, die am Jahresende vor der Ausübung bestehen, berücksichtigt. Aus diesen beiden Bewertungsparametern ergab sich ein Ertrag von Tsd. € 255 (Vorjahr: Ertrag von Tsd. € 287), der in der Position "Sonstiger betrieblicher Ertrag" ausgewiesen wird. Bedingt durch den Anstieg des länderspezifischen Zinssatzes ist der Fair Value der Put-Option um Tsd. € 5.343 gesunken (Vorjahr: um Tsd. € 4.563 gestiegen), der Ertrag ist im Finanzergebnis enthalten. Der länderspezifische Kapitalkostensatz lag im Geschäftsjahr 2022 zwischen 6,18 Prozent und 10,83 Prozent (Vorjahr: zwischen 5,28 Prozent und 6,80 Prozent). Eine Erhöhung des Kapitalkostensatzes um einen Prozentpunkt würde, isoliert betrachtet, zu einer Verminderung des Buchwerts um Tsd. € 1.740 (Vorjahr: Tsd. € 2.553), eine entsprechende Verringerung des Zinses würde den Buchwert um Tsd. € 1.812 (Vorjahr: Tsd. € 2.689) erhöhen. Eine Erhöhung der erwarteten Umsatzerlöse um 10 Prozent würde, isoliert betrachtet, zu einem Anstieg des Buchwerts um Tsd. € 5.138 (Vorjahr: Tsd. € 5.541) führen. Eine Senkung der Umsatzerlöse um 10 Prozent hat in gleicher Höhe gegenläufige Auswirkungen auf den Buchwert. Verbindlichkeiten aus Kapitalanteilen DritterIn den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind Kapitalanteile Dritter in Höhe von Tsd. € 2.121 (Vorjahr: Tsd. € 2.344) enthalten, die nach IAS 32 als Verbindlichkeiten auszuweisen sind (siehe auch Textziffer (19), (25) und (42)). (29) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle VerpflichtungenIm Fielmann-Konzern wurden im Geschäftsjahr wie im Vorjahr keine Garantien für Bankverbindlichkeiten Dritter übernommen. Das Bestellobligo zum 31. Dezember 2022 beträgt für Niederlassungseröffnungen Tsd. € 500 (Vorjahr: Tsd. € 390) und für Ersatzinvestitionen in bestehenden Niederlassungen Tsd. € 12.480 (Vorjahr: Tsd. € 3.660). Für die Produktion in Rathenow besteht ein Bestellobligo in Höhe von Tsd. € 2.890 (Vorjahr: Tsd. € 2.390) sowie für IT Tsd. € 690 (Vorjahr: Tsd. € 140). Für den Umbau der Konzernzentrale liegt im Geschäftsjahr kein Bestellobligo vor (Vorjahr: Tsd. € 0). Gewinn- und VerlustrechnungDie Gewinn- und Verlustrechnung des Fielmann-Konzerns ist nach der Gliederung für das Gesamtkostenverfahren erstellt. (30) Umsatzerlöse und BestandsveränderungenDie Umsatzerlöse des Fielmann-Konzerns (Brutto = inklusive Umsatzsteuer) verteilen sich auf die Segmente wie folgt:
Die Verteilung der Umsatzerlöse auf die Warengruppen stellt sich wie folgt dar:
In den Umsätzen aus dem Verkauf von Hörakustik-Produkten sind Erträge aus Hörgeräte-Reparaturpauschalen in Höhe von Tsd. € 7.483 (Vorjahr: Tsd. € 6.949) enthalten, die von den Krankenkassen für einen Zeitraum von fünf Jahren gezahlt und entsprechend abgegrenzt werden (siehe Textziffer (26)). Die übrigen Umsatzerlöse resultieren insbesondere aus dem Verkauf von Handelswaren. Die Umsatzerlöse aus Dienstleistungen umfassen unter anderem die Mieterträge aus eigenen Immobilien. (31) Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge weisen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen sowie Gewinne aus der Folgebewertung von Finanzinstrumenten der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" aus. Des Weiteren sind Erträge aus Währungsdifferenzen in Höhe von Tsd. € 4.836 (Vorjahr: Tsd. € 2.182) enthalten. (32) MaterialaufwandDie Aufwendungen für bezogene Waren betreffen in erster Linie Brillenfassungen, Gläser, Kontaktlinsen und Pflegemittel sowie Hörsysteme und Hörsystemzubehör nach Abzug von Skonti, Rabatten und anderen vergleichbaren Beträgen. (33) Personalaufwand
Als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie wurden im Berichtsjahr Zuwendungen der öffentlichen Hand in Form von Lohnkosten- und Sozialversicherungserstattungen in Höhe von Tsd. € 2.720 (Vorjahr: Tsd. € 11.836) gewährt. Diese sind mit dem Personalaufwand verrechnet worden. Die Lohnkostenerstattungen in Deutschland und in Italien sind dem jeweiligen Mitarbeiter als Anspruchsberechtigtem zuzuordnen und sind keine Leistung im Sinne des IAS 20. Daher ist lediglich ein Betrag von Tsd. € 1.012 (Vorjahr: Tsd. € 6.059) als öffentliche Zuwendung gemäß IAS 20 anzusehen. Im Rahmen der in Deutschland gesetzlichen Leistungen zur Vermögensbildung (VWL) wird den Mitarbeitern regelmäßig einmal im Jahr das Angebot unterbreitet, diese Leistungen in Fielmann-Aktien anzulegen. Am 26. August 2022 (Vorjahr: 10. August 2021) wurden jedem Mitarbeiter 10 Aktien (Vorjahr: 8 Aktien) zum Preis von € 37,24 (Vorjahr: € 63,70) mit einer Ausübungsfrist bis zum 31. Oktober 2022 (Vorjahr: 8. November 2021) angeboten. Der gewichtete Durchschnittskurs für diesen Zeitraum betrug € 33,48 (Vorjahr: € 60,82). Diese Offerte wurde von 6.073 Mitarbeitern (Vorjahr: 6.522 Mitarbeitern) wahrgenommen. Somit wurden 60.730 Aktien (Vorjahr: 52.176 Aktien) an die Mitarbeiter ausgegeben. Zum Bilanzstichtag bestehen damit keine offenen Positionen zum Bezug von Aktien. Im Konzern wurden gemäß IFRS 2 Tsd. € 2.262 (Vorjahr: Tsd. € 3.324) als Aufwand für die vermögenswirksamen Leistungen in Aktien erfasst. Kursgewinne bzw. -verluste aus dem Abgang eigener Aktien werden direkt mit dem Eigenkapital verrechnet. Darüber hinaus erhielten im Geschäftsjahr Mitarbeiter in den Niederlassungen insgesamt 9.439 Aktien (Vorjahr: 8.607 Aktien) aus einem leistungsorientierten Prämienprogramm im Sinne von IFRS 2. Die Mitarbeiter erlangen unmittelbar im Gewährungszeitpunkt einen Anspruch auf die Aktien. Die Ausgabe an die Mitarbeiter erfolgt kurzfristig. Der Gesamtaufwand belief sich auf Tsd. € 449 (Vorjahr: Tsd. € 740). Mit diesem Programm werden insbesondere Elemente der Fielmann-Philosophie wie die Kundenzufriedenheit belohnt. Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährten Bezüge des Vorstandes unterteilen sich in fixe und variable Vergütungsbestandteile. Den fixen Bezügen wurde die auf die Vorstände entfallende Prämie einer Gruppenunfallversicherung sowie der geldwerte Vorteil für die Nutzung von Firmenfahrzeugen zugerechnet. Die ein- und mehrjährigen erfolgsbezogenen variablen Bestandteile enthalten finanzielle und nichtfinanzielle Leistungskriterien, die sich neben operativen vor allem an strategischen Zielsetzungen orientieren. Die insgesamt gewährte und geschuldete Vergütung des Vorstandes betrug im Geschäftsjahr Tsd. € 6.539 (Vorjahr: Tsd. € 6.632), davon fix Tsd. € 2.736 (Vorjahr: Tsd. € 2.783), variabel Tsd. € 3.803 (Vorjahr: Tsd. € 3.849). Die einem ehemaligen Vorstandsmitglied zugeflossenen Pensionsleistungen betragen Tsd. € 226 (Vorjahr: Tsd. € 226). Aus Anlass der Beendigung des Vorstandsverhältnisses wurde einem im Geschäftsjahr 2021 ausgeschiedenen Vorstandsmitglied im Vorjahr eine gesonderte Leistung in Höhe von Tsd. € 1.500 gezahlt. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden keine gesonderten Leistungen gezahlt. Anteilsbasierte Vergütungen liegen nicht vor. (34) Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten die folgenden Positionen:
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Kosten der Verwaltung und Organisation, Werbeaufwendungen, Raumkosten sowie Aufwendungen für Weiterbildung und freiwillige soziale Aufwendungen. Unter "Sonstiges" sind Aufwendungen aus Währungsdifferenzen in Höhe von Tsd. € 7.117 (Vorjahr: Tsd. € 2.583) enthalten. Dem stehen Erträge aus Währungsdifferenzen in Höhe von Tsd. € 4.836 (Vorjahr: Tsd. € 2.182) gegenüber, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen sind (siehe auch Textziffer (31)). (35) Abschreibungen
Die im Berichtsjahr und im Vorjahr vorgenommenen außerplanmäßigen Wertberichtigungen werden in der Textziffern (44) erläutert. (36) FinanzergebnisDas Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
Das Ergebnis aus bilanziellen und sonstigen nicht mit Finanzanlagen im Zusammenhang stehenden Vorgängen resultiert insbesondere aus der Anwendung des Standards IFRS 16 "Leasingverhältnisse" (siehe Textziffer (23)) sowie aus der Folgebewertung der Put-Option zum Erwerb der übrigen 20 Prozent der Anteile der Gesellschaft Óptica del Penedés, S.L. (siehe Textziffer (28)). Für nähere Angaben zum Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen wird auf Textziffer (5) des Anhangs verwiesen. (37) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Im laufenden Ertragsteueraufwand werden Gewerbe- und Körperschaftsteuern sowie äquivalente Landessteuern der einbezogenen Gesellschaften in Höhe von Tsd. € 61.988 (Vorjahr: Tsd. € 76.662) ausgewiesen, davon ein Steueraufwand in Höhe von Tsd. € -402 (Vorjahr: Steuerertrag in Höhe von Tsd. € 270) für periodenfremde Steuern. Der laufende Ertragsteueraufwand der Einzelgesellschaften des Konzerns minderte sich durch Nutzung von Verlustvorträgen um Tsd. € 264 (Vorjahr: Tsd. € 387). Der latente Steuerertrag im Konzern in Höhe von Tsd. € 11.254 (Vorjahr: Tsd. € 11.503) resultiert im Wesentlichen aus der laufenden Veränderung von temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen. Nähere Angaben finden sich in Textziffer (40) des Anhangs. (38) Jahresüberschuss und Ergebnis je AktieDas Ergebnis je Aktie entwickelte sich folgendermaßen:
Verwässernde Effekte liegen im Geschäftsjahr und im Vorjahr nicht vor. (39) Anderen Gesellschaftern zustehende ErgebnisseDie Anteile anderer Gesellschafter am Gewinn von in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen betragen Tsd. € 6.413 (Vorjahr: Tsd. € 7.722). Anteile am Verlust bestehen in Höhe von Tsd. € 336 (Vorjahr: kein Anteil am Verlust). Der Anteil anderer Gesellschafter am Jahresüberschuss und entsprechende Ausschüttungen unterliegen einem faktischen Gesellschaftervorbehalt. Deshalb werden sie sowohl in der Gewinn- und Verlustrechnung als auch in der Entwicklung des Konzerneigenkapitals offen ausgewiesen. (40) Latente SteuernIn den passiven latenten Steuern auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von Tsd. € 45.446 (Vorjahr: Tsd. € 44.006) ist ein Betrag von Tsd. € 34.308 (Vorjahr: Tsd. € 30.550) aus der Aktivierung von Marken sowie Kundenstamm im Rahmen der Anteilserwerbe an den spanischen Tochtergesellschaften im abgelaufenen sowie dem vorangegangenen Berichtsjahr enthalten. Die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge erhöhten sich im Berichtszeitraum durch entsprechende Jahresergebnisse bzw. Ertragsprognosen um Tsd. € 5.970 (Vorjahr: Erhöhung um Tsd. € 2.767). Von den aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge entfallen Beträge in Höhe von Tsd. € 12.077 (Vorjahr: Tsd. € 5.787) auf Gesellschaften, die sich aktuell in einer Verlustsituation befinden. Der Ansatz erfolgte aufgrund positiver Ertragsprognosen und unter Berücksichtigung von zur Verrechnung zur Verfügung stehenden zu versteuernden temporären Differenzen. Positive Ertragsprognosen ergeben sich aus der individuell zugrunde gelegten Steuerplanung und sind auch durch den Impairment-Test dieser Einheiten belegt. Auf Verlustvorträge in Höhe von Tsd. € 81.537 (Vorjahr: Tsd. € 58.567) wurden keine aktiven latenten Steuerposten angesetzt, da eine Nutzung nicht absehbar ist. Hierin enthalten sind wie im Vorjahr keine Verlustvorträge, die wegen Zeitablaufs verfallen werden. Des Weiteren sind latente Steuern auf temporäre Differenzen aus Einzelbilanzen, Einbringungsvorgängen im Konzern und der Zwischengewinneliminierung enthalten. Eine Realisierung von aktiven latenten Steuern im Verlauf der kommenden zwölf Monate wird voraussichtlich in Höhe von Tsd. € 9.888 (Vorjahr: Tsd. € 9.984) erfolgen, bei passiven latenten Steuern ist eine Realisierung in Höhe von Tsd. € 4.491 (Vorjahr: Tsd. € 5.768) zu erwarten. Die latenten Steuern teilen sich wie folgt auf:
Die latenten Steuern sind folgenden Bereichen zuzurechnen:
Die steuerliche Überleitungsrechnung stellt sich wie folgt dar:
Die Parameter für die Berechnung des für 2022 zu erwartenden Steuersatzes von 30,7 Prozent sind eine durchschnittliche Gewerbesteuer (14,9 Prozent bei einem durchschnittlichen Hebesatz von 425 Prozent) und die Körperschaftsteuer nebst Solidaritätszuschlag (15,8 Prozent). Die Parameter sind gegenüber 2021 unverändert. Gemäß IAS 12 sind latente Steuern auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Nettovermögen einer Tochtergesellschaft und dem Beteiligungsbuchwert dieser Tochtergesellschaft in der Steuerbilanz der Muttergesellschaft zu bilden (sogenannte "Outside Basis Differences"), wenn mit einer Realisierung innerhalb von zwölf Monaten zu rechnen ist. Für geplante Ausschüttungen von Tochtergesellschaften in Höhe von Tsd. € 43.368 (Vorjahr: Tsd. € 35.047) besteht bei einer Bemessungsgrundlage von 5 Prozent (§ 8b KStG) eine passive Steuerlatenz in Höhe von Tsd. € 665 (Vorjahr: Tsd. € 538). Im Übrigen bestehen zum Bilanzstichtag weitere "Outside Basis Differences" in Höhe von Tsd. € 6.869 (Vorjahr: Tsd. € 5.290). Mit einer Realisierung ist auf absehbare Zeit nicht zu rechnen, so dass der Ansatz einer passiven Steuerlatenz gemäß IAS 12.39 nicht infrage kommt. (41) GesamtergebnisrechnungAuf das Sonstige Ergebnis entfällt ein latenter Steueraufwand in Höhe von Tsd. € 562 (Vorjahr: latenter Steueraufwand in Höhe von Tsd. € 137), der insbesondere aus den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen gemäß IAS 19 resultiert. (42) Entwicklung des KonzerneigenkapitalsVom Eigenkapital werden eigene Anteile in Höhe von Tsd. € 56 (Vorjahr: keine eigenen Anteile) abgesetzt. Aus dem erwirtschafteten Konzerneigenkapital stehen für Ausschüttungen an die Gesellschafter ausschüttungsfähige Gewinnrücklagen der Fielmann Aktiengesellschaft in Höhe von Tsd. € 555.865 (Vorjahr: Tsd. € 498.986) und der Bilanzgewinn (Tsd. € 63.000, Vorjahr: Tsd. € 126.000) der Fielmann Aktiengesellschaft zur Verfügung. Die Ausschüttungen im Geschäftsjahr in Höhe von Tsd. € 125.979 (ohne Dividende für eigene Aktien; Vorjahr: Tsd. € 100.754) basierten auf einer Dividende von € 1,50 (Vorjahr: € 1,20). Die Veränderungen des Konzerneigenkapitals aus dem sonstigen Ergebnis resultieren aus dem Währungsausgleichsposten sowie aus den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten insbesondere aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen gemäß IAS 19. Auf die Bewertung entfällt insgesamt ein latenter Steuerertrag in Höhe von Tsd. € 426 (Vorjahr: Tsd. € 989). Die Anteile Dritter am Eigenkapital werden, soweit sie positive Anteile Dritter an Personengesellschaften betreffen, gemäß IAS 32 als Verbindlichkeiten ausgewiesen. Der Anteil Dritter am Jahresüberschuss und entsprechende Ausschüttungen unterliegen einem faktischen Gesellschaftervorbehalt. Deshalb werden sie sowohl in der Gewinn- und Verlustrechnung als auch im Eigenkapitalspiegel offen ausgewiesen (siehe auch Textziffern (19), (25), (28)). (43) KapitalflussrechnungFielmann-Konzern Die Zahlungsmittel und Äquivalente in Höhe von Tsd. € 51.249 (Vorjahr: Tsd. € 174.889) umfassen die liquiden Mittel (Tsd. € 51.249; Vorjahr: Tsd. € 164.962) und Kapitalanlagen (Tsd. € 0; Vorjahr: Tsd. € 9.927). Diese werden bei den Zahlungsmitteln und Äquivalenten berücksichtigt, sofern sie bei Erwerb eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Die sonstigen nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge des Vorjahres enthalten als wesentlichen Einzelposten einen latenten Steuerertrag im Zusammenhang mit der Erhöhung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge sowie aus temporären Differenzen im Rahmen der Leasingbilanzierung in Höhe von Tsd. € 7.866. Wesentliche Verfügungsbeschränkungen hinsichtlich der liquiden Mittel bestehen im Berichtsjahr wie auch im Vorjahr nicht. Die Zusammensetzung des Finanzvermögens stellt sich wie folgt dar:
Bezüglich der näheren Erläuterungen zu den einzelnen Posten des Finanzvermögens wird auf Textziffer (28) verwiesen. Die Veränderung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten stellt sich wie folgt dar:
(44) SegmentberichterstattungEntsprechend der regional gegliederten internen Berichtsstruktur wurde die Segmentierung nach geografischen Regionen vorgenommen, in denen die Produkte und Dienstleistungen des Konzerns angeboten und erbracht werden. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Segmentinformationen entsprechen den unter Abschnitt III. "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" erläuterten Konzern-Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Neben den separat ausgewiesenen Segmenten Deutschland, Schweiz, Österreich und Spanien werden insbesondere die Regionen Belarus, Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Polen, Slowenien, Tschechien und Ukraine im Segment Übrige zusammengefasst. Die Produkte und Dienstleistungen des Konzerns unterscheiden sich zwischen den Segmenten nicht wesentlich. Segmenterlöse aus Transaktionen mit anderen Segmenten unterliegen keiner gesonderten Bewertung, da es sich um handelsrechtliche Vorgänge zu marktgerechten Konditionen handelt. Dem Segment Österreich wurden im Rahmen der Nulltarif-Versicherung der Anzahl der aktiven Versicherungen entsprechende Ergebnisse in Höhe von Tsd. € 5.513 (Vorjahr: Tsd. € 5.350) zugerechnet. Handelsrechtlich werden diese im Segment Deutschland erfasst. Im Berichtsjahr wurden Abschreibungen aufgrund von Wertminderungen im Rahmen des Impairment-Tests für einzelne CGUs erfasst. Die Abschreibungen verteilen sich wie folgt:
Der Ausweis der Wertminderungsaufwendungen erfolgt unter den übrigen Abschreibungen sowie unter den Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen und verteilt sich entsprechend der geografischen Lage der Niederlassungen auf die Segmente wie folgt:
Im Berichtsjahr wurden aufgrund nachhaltig höherer Cashflows in der Vergangenheit vorgenommene Abschreibungen wieder zugeschrieben. Diese Wertaufholungen verteilen sich wie folgt:
Der Ausweis der Wertaufholungen erfolgt unter den sonstigen betrieblichen Erträgen und verteilt sich entsprechend der geografischen Lage der Niederlassungen auf die Segmente wie folgt:
Die Vorsteuerergebnisse in den Segmenten sind bereinigt um die Beteiligungsergebnisse, die im Konzern von untergeordneter Bedeutung sind. Die Zuordnung des langfristigen Segmentvermögens zu geographischen Regionen erfolgt auf das Sitzland der jeweiligen Konzerngesellschaft und entspricht der Bilanzsumme der langfristigen Vermögenswerte abzüglich Finanzinstrumenten und latenter Steueransprüche. Wegen der intensiven konzerninternen Verflechtungen durch die Großhandelsfunktion der Fielmann Aktiengesellschaft und das Cash-Pooling wird das Segmentvermögen mit seinem Anteil an dem konsolidierten Konzernwert angegeben. Ein Überleitungswert entsteht somit nicht. Durch die Deckung der Segmente mit den gesellschaftsrechtlichen Strukturen des Konzerns und der Verwendung der Ergebnisgrößen nach IFRS stellen die Überleitungswerte lediglich die konzerninterne Verrechnung dar. Eine Aufteilung der Konzernumsätze in Produktgruppen erfolgte nicht, da die Augenoptik nahezu unverändert mit 93 Prozent zum Umsatz beiträgt. V . Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen (IAS 24)Herr Marc Fielmann, Vorstandsvorsitzender der Fielmann Aktiengesellschaft, und Herr Günther Fielmann, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Fielmann Aktiengesellschaft, gelten als nahestehende Personen. Herr Günther Fielmann hält bzw. kontrolliert die Mehrheit der Aktien der Fielmann Aktiengesellschaft unmittelbar oder mittelbar über die Fielmann Familienstiftung. Herr Marc Fielmann wurde im Jahr 2019 in die Geschäftsführung der INTEROPTIK-Verwaltungs-GmbH sowie in den Vorstand der KORVA SE berufen. Beide Unternehmen gelten als nahestehende Unternehmen. Neben den Bezügen für die Tätigkeit als Vorstand und der Zahlung der Dividende für die von ihnen direkt oder indirekt gehaltenen Aktien sind außer den im Folgenden dargestellten keine weiteren Zahlungen an Herrn Günther Fielmann und Herrn Marc Fielmann direkt geleistet worden. Darüber hinaus sind Herr Günther Fielmann und Herr Marc Fielmann an den folgenden Gesellschaften, die aus Sicht der Fielmann Aktiengesellschaft als nahestehende Unternehmen einzustufen sind, mittelbar oder unmittelbar beteiligt bzw. üben über diese Kontrolle aus:
Die Fielmann Aktiengesellschaft und ihre Konzerngesellschaften haben im Geschäftsjahr 2022 und dem Vorjahr Lieferungen und Dienstleistungen bezogen und erbracht sowie Räumlichkeiten angemietet und vermietet. Bei der Nutzung von Flächen durch Konzerngesellschaften handelt es sich im Wesentlichen um 24 Niederlassungen (Vorjahr: 24 Niederlassungen). Die entsprechenden Kauf- oder Mietverträge wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen. Sämtliche Leistungsbeziehungen wurden im Rahmen der üblichen Zahlungsziele (in der Regel 30 Tage) beglichen. Die nachstehend aufgeführten Geschäftsvorfälle entfallen im Wesentlichen auf Waren- und Leistungsaustausch mit der Fielmann Aktiengesellschaft. Geschäftsvorfälle von Herrn Marc Fielmann, Herrn Günther Fielmann und nahestehenden Gesellschaften mit der Fielmann Aktiengesellschaft und Konzernunternehmen
Geschäftsvorfälle der Fielmann Aktiengesellschaft und Konzernunternehmen mit Herrn Marc Fielmann, Herrn Günther Fielmann und nahestehenden Gesellschaften
Weiterhin gelten Aufsichtsrat und Vorstand als nahestehende Personen. Die im Geschäftsjahr gewährte und geschuldete Vergütung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat betrug Tsd. € 385 (Vorjahr: Tsd. € 388) und für die Vertreter der Anteilseigner Tsd. € 480 (Vorjahr: Tsd. € 468). Der Aufwand für die Aufsichtsratsvergütungen insgesamt betrug für das Geschäftsjahr Tsd. € 870 (Vorjahr: Tsd. € 856) inklusive Reisekosten- und Auslagenersatz. Bezüglich der Vergütungen des Vorstands sowie der Leistungen nach Beendigung des Vorstandsverhältnisses für ehemalige Vorstandsmitglieder verweisen wir auf die Darstellung unter Textziffer (33) und den gesonderten Vergütungsbericht. VI. Sonstige Angaben
Honoraraufwand für den Abschlussprüfer Der Honoraraufwand für Abschlussprüfungsleistungen der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für das Geschäftsjahr 2022 beträgt Tsd. € 288 (Vorjahr: Tsd. € 316). Das Honorar betraf vor allem die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses nebst Lagebericht des Mutterunternehmens und des Konzerns sowie gesetzliche bzw. mit dem Aufsichtsrat vereinbarte Auftragserweiterungen. Andere Bestätigungsleistungen, steuerliche Beratungsleistungen oder sonstige Leistungen wurden im Geschäftsjahr und im Vorjahr nicht erbracht. Deutscher Corporate Governance Kodex Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist im Internet unter www.fielmann-group.com abzurufen. Angaben zu den Organen der GesellschaftVorstand
Aufsichtsrat
1 Bis 31.7.2022
Die Vorstände sind in folgenden weiteren Kontrollgremien tätigGeorg Alexander Zeiss
Die Aufsichtsratsmitglieder sind in folgenden weiteren Kontrollgremien tätigProf. Dr. Mark K. Binz
Hans-Georg Frey
Hans Joachim Oltersdorf
Pier Paolo Righi
Hans-Otto Schrader
Sieglinde Frieß
1 Mitglied eines gesetzlich zu bildenden
Aufsichtsrats
Anteilsbesitz und Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2022sowie Darstellung der Gesellschaften, welche die Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB in Anspruch nehmen
Der angegebene Konzernanteil am Kapital bezieht sich auf unmittelbare und mittelbare Beteiligungen der Fielmann Aktiengesellschaft. Sämtliche in der nachfolgenden Tabelle dargestellten inländischen Tochtergesellschaften haben die gemäß § 264 Abs. 3 HGB für Kapitalgesellschaften bzw. gemäß § 264b HGB für Personenhandelsgesellschaften geltenden Bedingungen für die Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift erfüllt und verzichten deshalb auf die Offenlegung ihres Jahresabschlusses einschließlich des Lageberichts.
1 Soweit nach der Ortsangabe kein Land genannt
ist, handelt es sich um eine Gesellschaft mit Sitz in
Deutschland.
GewinnverwendungsvorschlagVorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der Fielmann Aktiengesellschaft in Höhe von Tsd. € 63.000 wie folgt zu verwenden:
NachtragsberichtBereits auf der Hauptversammlung im Juli 2022 hatte der Vorstand angekündigt, ein Kostensenkungsprogramm - ein Cost Leadership Program - aufzulegen, um die strukturellen Kosten in den kundenfernen Zentralbereichen zu senken sowie die Komplexität in unseren Vertriebskanälen zu reduzieren. Als Preisführer muss die Fielmann-Gruppe auch Kostenführer sein. In den vergangenen Monaten haben wir im Rahmen des Cost Leadership Programs alle Kosten in den Zentralbereichen sorgfältig analysiert und die Kostenstruktur mit ähnlichen Unternehmen innerhalb und außerhalb der Branche verglichen. Gemeinsam mit den zuständigen Führungskräften und weiteren Experten haben wir Initiativen identifiziert, die zu Kosteneinsparungen führen, ohne dass die Kundenzufriedenheit oder unser Geschäft darunter leiden. Das Programm legt den Grundstein für den langfristigen Erfolg der Fielmann-Gruppe und wird kurz- und mittelfristig unsere Ertragskraft dadurch steigern, dass Sach- und Personalkosten signifikant und nachhaltig eingespart werden. Der Vorstand hat in seiner Sitzung vom 28. Februar 2023 entschieden, unsere Kernprozesse zu digitalisieren, zu automatisieren und international zu vereinheitlichen, um die Zentralbereiche konsequent auf das wachsende Omnichannel-Geschäftsmodell auszurichten. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen rechnet der Vorstand in den nächsten Jahren mit einem jährlichen Zusatzaufwand im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich.
Hamburg, den 13. April 2023 Fielmann Aktiengesellschaft Der Vorstand Marc Fielmann Katja Groß Dr. Bastian Körber Georg Alexander Zeiss Versicherung des VorstandesWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Lagebericht des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Hamburg, den 13. April 2023 Fielmann Aktiengesellschaft Der Vorstand Marc Fielmann Katja Groß Dr. Bastian Körber Georg Alexander Zeiss An die Fielmann Aktiengesellschaft, HamburgBestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersVERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Fielmann Aktiengesellschaft, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und sonstiges Ergebnis, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Fielmann Aktiengesellschaft, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die mit der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB zusammengefasste Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB sowie den gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht nach §§ 289b bis 289e sowie 315b und 315c HGB, auf die im Konzernlagebericht jeweils Bezug genommen wird und die im Abschnitt "Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems" des Lageberichts enthaltene Stellungnahme der gesetzlichen Vertreter zur Angemessenheit und Wirksamkeit des gesamten internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: 1. Werthaltigkeit der Firmenwerte 2. Nachweis und Bewertung der Vorräte 3. Anwendung des IFRS 16 4. Erwerb der Ibervision Servicios Ópticos, S.L., der Medop, S.A. und der Elaboria, S.L. Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert: a. Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Konzernabschluss) b. Prüferisches Vorgehen 1. Werthaltigkeit der Firmenwertea. Im Konzernabschluss der Fielmann Aktiengesellschaft werden Firmenwerte in Höhe von EUR 216,7 Mio. (Vorjahr: EUR 176,4 Mio.) ausgewiesen. Dies entspricht 12,3 % der Konzernbilanzsumme. Die Firmenwerte werden jeweils zum 31. Dezember eines Geschäftsjahres sowie bei Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Im Geschäftsjahr 2022 wurde aufgrund der Zinsentwicklung ein Werthaltigkeitstest zum 31. Dezember 2022 durchgeführt. Der Werthaltigkeitstest erfolgt durch Vergleich des Buchwertes mit dem Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der als Barwert der zukünftigen Zahlungsströme ermittelt wird. Dieser Barwertermittlung liegen eine einjährige Detailplanung, eine aus der kumulierten Konzernplanung abgeleitete darauffolgende zweijährige Planung sowie die ewige Rente auf Basis des dritten Planungsjahres zugrunde. Im Geschäftsjahr 2022 wurden auf Basis der Ergebnisse der Werthaltigkeitstests Wertminderungen in Höhe von EUR 6,8 Mio. ergebniswirksam erfasst. Es sind keine Wertminderungen von Firmenwerten im Geschäftsjahr 2022 erfolgt. Das Ergebnis der Bewertung hängt in hohem Maße von der ermessensbehafteten Einschätzung der zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter sowie des verwendeten Diskontierungssatzes ab. Die Bewertungen sind daher mit hohen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. Die Angaben des Konzerns zur Werthaltigkeit der Firmenwerte sind in den Abschnitten III. und IV. (2) sowie IV. (44) des Konzernanhangs enthalten. b. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über den Prozess zur Durchführung der Werthaltigkeitstests und den Unternehmensplanungsprozess gewonnen und die Angemessenheit der implementierten Kontrollen geprüft. Hierbei haben wir insbesondere das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen und gewürdigt. Zum Zwecke der Risikobeurteilung haben wir uns ein Bild von der Planungstreue des Konzerns in der Vergangenheit gemacht und dies in unsere Beurteilung einbezogen und beurteilt, inwieweit die Vorgehensweise durch Schätzunsicherheit, Subjektivität, Komplexität oder sonstige inhärente Risikofaktoren beeinflusst wurde. Die in die Bewertung eingehenden erwarteten zukünftigen Zahlungsströme haben wir mit den entsprechenden Detailplanungen sowie mit der durch den Aufsichtsrat genehmigten Konzernplanung abgeglichen. Im Hinblick auf die Beurteilung der Angemessenheit der Annahmen und Prämissen, Verfahren und Bewertungsmodelle haben wir interne Spezialisten aus dem Bereich Valuation Services einbezogen, mit deren Unterstützung wir auch das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests und die bei der Bestimmung der verwendeten Diskontierungszinssätze herangezogene Parameter einschließlich der durchschnittlichen Kapitalkosten und die Berechnungsschemata beurteilt haben. Bei unserer Einschätzung der Angemessenheit der Planungsrechnungen haben wir uns auf den Abgleich mit Unternehmen der Peergroup sowie auf umfassende Erläuterungen des Managements zu den Werthaltigkeitstests gestützt. Da bereits geringfügige Änderungen des Diskontierungssatzes erhebliche Auswirkungen auf den Nutzungswert haben, haben wir die zugrunde liegenden Parameter anhand von Informationen und Belegen des Managements und einer Studie plausibilisiert sowie die rechnerische Richtigkeit der Nutzungswertberechnung geprüft. Darüber hinaus haben wir eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um festzustellen, ob der jeweilige Firmenwert ausreichend durch die diskontierten erwarteten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse gedeckt ist. Da ein bedeutender Teil des Nutzungswerts aus prognostizierten Zahlungsmittelzuflüssen für die Zeit nach der Dreijahresplanung (Phase der ewigen Rente) resultiert, haben wir insbesondere die in der Phase der ewigen Rente angesetzte nachhaltige Wachstumsrate von 1,5 % anhand einer Studie kritisch gewürdigt. 2. Nachweis und Bewertung der Vorrätea. Im Konzernabschluss der Fielmann Aktiengesellschaft werden insgesamt Vorräte in Höhe von EUR 183,2 Mio. ausgewiesen. Dies entspricht 10,4 % der Konzernbilanzsumme. Das Vorratsvermögen wird im Wege der permanenten Inventur und der ausgeweiteten sowie vorverlegten Stichtagsinventur aufgenommen. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert. Im Geschäftsjahr 2022 sind die Vorräte um Wertberichtigungen von EUR 9,6 Mio. vermindert. Grundlage für die Wertberichtigungen bilden pauschalierte Annahmen über die Reichweite der Vorräte (Reichweitenabschläge) sowie in Einzelfällen Annahmen über die Verwertbarkeit der Vorratsbestände. Den Wertberichtigungen liegen somit ermessensbehaftete Schätzungen der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Aufgrund dessen sowie aufgrund von Quantität und Umschlagshäufigkeit der Vorräte, der Vielzahl der Lagerorte im Konzern und des damit verbundenen hohen Zeitaufwands für die Prüfung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. Die Angaben der gesetzlichen Vertreter zu den Vorräten befinden sich in den Abschnitten III. und IV. (9) des Konzernanhangs. b. Im Verlauf unserer Prüfung haben wir das eingerichtete Interne Kontrollsystem zur Erfassung und Bewertung von Vorräten gewürdigt und die implementierten prüfungsrelevanten Kontrollen auf ihre Wirksamkeit und Durchführung getestet. Hierbei lag der Fokus auf den Kontrollen zu den automatischen Abwertungsläufen. In diesem Zusammenhang haben wir die im System hinterlegten Abwertungsläufe -unter Hinzuziehung von IT-Spezialisten - analysiert und deren Funktionsfähigkeit und Durchführung überprüft. Im Hinblick auf die aussagebezogene Prüfung der Folgebewertung der Vorräte und die hierfür getroffenen Annahmen haben wir eine repräsentative Stichprobe gezogen und für die enthaltenen Elemente die zugrunde liegenden Annahmen verifiziert und Nachweise geprüft. Das Vorhandensein und den Zustand der Vorräte haben wir darüber hinaus während unserer Teilnahme an körperlichen Bestandsaufnahmen sowohl im Zentrallager als auch in ausgewählten Niederlassungen geprüft. Die Auswahl der Niederlassungen erfolgte dabei nach einem Stichprobenverfahren unter Berücksichtigung der Höhe der Bestände sowie unserer Erfahrungen aus der Vergangenheit. 3. Anwendung des IFRS 16a. In der Bilanz zum 31. Dezember 2022 werden Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen in Höhe von EUR 467,3 Mio. auf der Aktivseite der Konzernbilanz ausgewiesen. Dies entspricht 36,6 % der langfristigen Vermögenswerte beziehungsweise 26,5 % der Konzernbilanzsumme. Darüber hinaus werden Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von EUR 480,5 Mio. auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen. Der Konzern setzt zur Berechnung der angesetzten Werte der Nutzungsrechte und der Leasingverbindlichkeiten das bestehende ERP-System ein. Der Rechnungslegungsstandard IFRS 16 erfordert Schätzungen und Ermessensentscheidungen durch die gesetzlichen Vertreter. Dies trifft insbesondere auf die Einschätzung zur Ausübung von vertraglichen Verlängerungsoptionen mit Auswirkungen auf die Laufzeit des Leasingverhältnisses, gegebenenfalls zur Höhe des Zinssatzes, zur Höhe der Leasingverbindlichkeit und die damit einhergehenden Auswirkungen auf Konzernbilanz, Konzerngesamtergebnisrechnung und Konzernkapitalflussrechnung zu. Aus diesen Gründen und aufgrund der Komplexität der Anforderungen haben wir die Abbildung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16 im Rahmen unserer Prüfung als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt klassifiziert. Die Angaben des Konzerns zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16 sind in den Abschnitten II., III. und IV. (4) und (23) des Konzernanhangs enthalten. b. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die Angemessenheit und Implementierung der konzernweit von den gesetzlichen Vertretern eingerichteten Prozesse und Kontrollen zur vollständigen und richtigen Identifizierung und Erfassung sowie die Bewertung von Leasingverhältnissen gewürdigt und entsprechende Aufbau- und Funktionsprüfungen durchgeführt. In einem ersten Schritt haben wir die vollständige Erfassung der relevanten Miet- und Leasingverträge geprüft. Weiterhin haben wir die im System als Datensätze erfassten Miet-/Leasingzahlungen, vereinbarten Laufzeiten sowie die weiteren bewertungsrelevanten Parameter mit den zugrunde liegenden Verträgen stichprobenhaft abgestimmt. Die Berechnungslogik des IT-Systems haben wir unter Verwendung von IT-Prüfungstools in Stichproben nachvollzogen. In diesem Zusammenhang haben wir die Ergebnisse der Berechnung des ERP-Systems mit den Ergebnissen des Prüfungstools verglichen und Abweichungen analysiert. Dabei haben wir insbesondere die Angemessenheit der Einschätzungen zur Ausübung von vertraglichen Verlängerungsoptionen mit Auswirkungen auf die Laufzeit des Leasingverhältnisses, zur Höhe des Zinssatzes, zur Höhe der Leasingverbindlichkeit und die damit einhergehenden Auswirkungen auf Konzernbilanz, Konzerngesamtergebnisrechnung und Konzernkapitalflussrechnung durch Einsichtnahme in ausgewählte Verträge und sonstige geeignete Nachweise sowie durch Befragungen von Mitarbeitern des Konzerns beurteilt. Zudem haben wir beurteilt, ob die systemseitig generierten Buchungssätze zutreffend im Konzernabschluss der Fielmann AG abgebildet wurden und ob die Angaben im Konzernanhang vollständig und richtig erfolgt sind. 4. Erwerb der Ibervision Servicios Ôpticos, S.L., der Medop, S.A. und der Elaboria, S.L.a. Am 31. Dezember 2022 hat die Fielmann Aktiengesellschaft 100 % der Anteile an der Ibervision Servicios Ópticos, S.L., der Medop, S.A. und der Elaboria, S.L., jeweils mit Sitz in Spanien, zu einem Kaufpreis von EUR 70,8 Mio. erworben. Die Fielmann Aktiengesellschaft bilanziert den Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3. Die im Zusammenhang mit dem Erwerb zu beizulegenden Zeitwerten angesetzten Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten beruhen auf Werten aus der vorläufigen Kaufpreisallokation, die von den gesetzlichen Vertretern der Fielmann Aktiengesellschaft unter Hinzuziehung eines externen Beraters erstellt wurde. Bisher nicht bilanzierte immaterielle Vermögenswerte wurden insbesondere für Markenrechte (EUR 9,9 Mio.) und den Kundenstamm (EUR 14,6 Mio.) angesetzt. Die der Kaufpreisallokation zugrunde liegenden beizulegenden Zeitwerte resultieren aus Bewertungen, die auf Grundlage der Planungen zum Akquisitionsstichtag unter Verwendung von vermögenswertspezifischen laufzeitabhängigen Diskontierungszinssätzen von der Fielmann Aktiengesellschaft unter Berücksichtigung des Kriteriums der Separierbarkeit und des ökonomischen Wertbeitrags ermittelt wurden. Aus der Berechnung ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR 40,0 Mio. (d.s. 56,5 % der übertragenen Gegenleistung). Der Sachverhalt war im Rahmen unserer Prüfung aufgrund der Komplexität der Transaktion und des damit verbundenen Risikos wesentlich falscher Darstellungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der bei der Durchführung der Kaufpreisallokation durch die gesetzlichen Vertreter getroffenen Annahmen und ermessensbehafteten Schätzungen von besonderer Bedeutung. Die Angaben des Konzerns zur Erstkonsolidierung der Ibervision Servicios Ópticos, S.L., der Medop, S.A. und der Elaboria, S.L. sind in Abschnitt III. des Konzernanhangs enthalten. b. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir zunächst auf Basis des Kaufvertrags und der gesellschaftsrechtlichen Vereinbarungen anhand der in IFRS 10 definierten Kriterien geprüft, ob die Fielmann Aktiengesellschaft die Ibervision Servicios Ópticos, S.L., die Medop, S.A. und die Elaboria, S.L. ab dem 31. Dezember 2022 beherrschte und ob sie dementsprechend im Konzernabschluss zu konsolidieren waren. In Bezug auf die vorläufige Kaufpreisallokation haben wir das methodische Vorgehen hinsichtlich der Identifizierung der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten sowie die Konzeption der angewendeten Bewertungsmodelle unter Berücksichtigung der Vorgaben des IFRS 3 beurteilt. Den für die Kaufpreisallokation hinzugezogenen Berater haben wir in Bezug auf seine Kompetenz, Fähigkeiten und Objektivität beurteilt. Unter Hinzuziehung unserer internen Bewertungsspezialisten des Bereichs Valuation Services haben wir die angewandten Bewertungsmethoden unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen des IFRS 13 nachvollzogen und einschließlich der im Modell verwendeten Daten beurteilt. Die Annahmen und ermessensbehafteten Schätzungen wie Wachstumsraten, Diskontierungssätze, Lizenzraten oder Restnutzungsdauern zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der übernommenen und identifizierten Vermögenswerte sowie der übernommenen Schulden und Eventualverbindlichkeiten im Erwerbszeitpunkt haben wir dahingehend analysiert und beurteilt, ob diese allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen entsprechen. Die auf Basis der Modelle vorgenommenen Berechnungen haben wir nachvollzogen und die in die Modelle eingehenden künftig erwarteten Zahlungsströme anhand von historischen Daten und den Planungen zugrunde liegenden Annahmen plausibilisiert. Hierbei lag unser Fokus auf der Prüfung der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für Marken und Kundenstämme. Ferner haben wir geprüft, ob die Abbildung der Erstkonsolidierung ordnungsgemäß erfolgte. Dabei haben wir die Angaben im Konzernanhang zur Akquisition der Ibervision Servicios Ópticos, S.L., der Medop, S.A. und der Elaboria, S.L. auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der mit der Erklärung zur Unternehmensführung zusammengefassten Konzernerklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulation der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENVermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGBPrüfungsurteilWir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei, die den SHA-256-Wert xxx aufweist, enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Grundlage für das PrüfungsurteilWir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-UnterlagenDie gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-UnterlagenUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 14. Juli 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 14. Juli 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2011 als Konzernabschlussprüfer der Fielmann Aktiengesellschaft, Hamburg, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. SONSTIGER SACHVERHALTUnser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFERDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Patrick Wendlandt.
Hamburg, den 13. April 2023 Deloitte
GmbH
Patrick Wendlandt, Wirtschaftsprüfer Christina Marquardt, Wirtschaftsprüferin "Wir helfen allen, die Schönheit der Welt zu hören und zu sehen."Fielmann Aktiengesellschaft • Weidestraße 118 a • 22083 Hamburg • Telefon: + 49 40 / 270 76 - 0 Fax: + 49 40 / 270 76 - 399 • Mail: investorrelations@fielmann.com • Website: fielmann.com |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Nachrichten & Medien
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Insolvenzbekanntmachungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Aktuelle Insolvenzverfahren
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Handelsregister Dokumente
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Organisationen an dieser Adresse
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
13 nahegelegene Organisationen
Großhandel mit Uhren und Schmuck
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Bauträger für Wohngebäude
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Lieferdienste
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Großhandel mit Fleisch und Fleischwaren
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Erschließung von unbebauten Grundstücken
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Handelsregister Dokumente
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Insolvenzbekanntmachungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Aktuelle Insolvenzverfahren
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen