Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 200155
Vorher
Mann + Hummel GmbHMANN+HUMMEL GMBH
Eingetragen
20.1.1941
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von nicht elektrischen Haushaltsartikeln aus MetallHerstellung von Vliesstoff und nicht-konfektionierten Erzeugnissen daraus
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Metall- und Kunststofferzeugnissen, insbesondere von Filtern aller Art für Festkörper, Gase und Flüssigkeiten, Filteranlagen, Motor- und Fahrzeugkomponenten sowie von Förder-, Aufbereitungs- und Trenngeräten oder anlagen, vor allem unter der Marke MANN + HUMMEL.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Sarah Timme
seit 2.6.2025
Prokura
Prokura
Samuel Cochon
seit 13.9.2024
Prokura
Bart Ader
seit 13.9.2024
Prokura
Hasmeet Kaur
seit 13.9.2024
Prokura
Andreas Prager
seit 11.4.2024
Prokura
Helena Hofer
seit 13.4.2023
Geschäftsführer
Klaus Schwinghammer
seit 3.3.2023
Prokura
Heiko Rapp
seit 18.11.2021
Prokura
Alexander Stamm
seit 3.12.2020
Prokura
Gunnar Blanck
seit 31.7.2020
Prokura
Prokura
Prokura
Thomas Schmidt
seit 11.3.2020
Prokura
Mark Müser
seit 11.3.2020
Prokura
Hanno Höhn
seit 13.2.2019
Geschäftsführer
Karsten Edel
seit 7.7.2016
Prokura
Marco Dr. Heck
seit 19.5.2009
Prokura
Harald Späth
seit 17.3.2006
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

MANN+HUMMEL GmbH

Ludwigsburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht 2023

1. Geschäftsmodell

Die MANN+HUMMEL Gruppe ist ein global tätiges Familienunternehmen mit dem Stammsitz in Ludwigsburg. Seit über 80 Jahren entwickelt und produziert das Unternehmen Filtrationslösungen, zunächst für den Automobilbereich und zunehmend auch für andere Bereiche in Industrie und öffentlicher Versorgung. Die MANN+HUMMEL GmbH & Co. KG ist die Muttergesellschaft der Gruppe und verantwortlich für die strategische Ausrichtung des Konzerns. Das Geschäftsmodell gliedert sich aktuell in zwei Geschäftsfelder: Transportation und Life Sciences & Environment.

Im Geschäftsfeld Transportation bietet MANN+HUMMEL sowohl Lösungen für die Erstausrüstung (Original Equipment, OE) als auch für das Ersatzteilgeschäft (Aftermarket, AA) an. Darüber hinaus gehören auch die Hersteller von Bau- und Landmaschinen, Schienenfahrzeugen, Schiffen und Energietechnik zu den Abnehmern fortgeschrittener MANN+HUMMEL Filtrationstechnologien.

Im Geschäftsfeld Life Sciences & Environment (LS&E) entwickeln und produzieren wir zukunftsweisende Lösungen für die Luft- und Wasserfiltration. Dazu gehören Filter für den Innen- und Außenbereich, für Reinräume und industrielle Anwendungen sowie stationäre und mobile Luftreiniger mit HEPA-Filtern zur Abscheidung von Viren, Bakterien und anderen Mikroorganismen. Die Innenraumfilter verfügen zum Teil über antiallergene und antimikrobielle Funktionalitäten.

MANN+HUMMEL Filter finden sich in Büros, Schulen, Gewerbe- und Industriegebäuden, aber auch in explosionsgefährdeten Bereichen wie Offshore-Ölplattformen. Auch stationäre Anlagen zur Filtration von Feinstaub und Stickstoffdioxid sowie zur Verbesserung der Außenluftqualität gehören zu unserem Produktportfolio.

Unsere Wasserfiltrationssysteme werden zur Wasser- und Abwasseraufbereitung in kommunalen und industriellen Anwendungen eingesetzt. Knappe Frischwasserressourcen werden so effizient genutzt und wiederverwertet. Spezialanwendungen im Lebensmittelbereich, in der Biotechnologie oder in anderen Reinstwasserbereichen wie der Mikroelektronik sind weitere Einsatzgebiete.

Das Geschäftsfeld Transportation erwirtschaftet rund 91 % unseres Umsatzes, das Geschäftsfeld LS&E etwa 9 %. Strategisch bedienen beide Geschäftsfelder die steigende Nachfrage nach innovativen Filtrationsprodukten für saubere Mobilität, saubere Luft, sauberes Wasser und eine saubere Industrie.

Zunehmend ergänzen digitale Dienstleistungen und intelligente kundenspezifische Lösungen das Portfolio: die Vernetzung von Produktsystemen über das Internet (Internet of Things, IoT), die Auswertung von Daten in der Cloud, spezifisch entwickelte Algorithmen und nutzerfreundliche Apps.

MANN+HUMMEL standardisiert kontinuierlich Prozesse und macht sie in den Global Business & Technical Solutions verfügbar. Das senkt Kosten und stärkt Effizienz und Servicekultur. Erst durch die fortwährende Standardisierung sind die Geschäftsprozesse produktivitätssteigernd digitalisierbar.

Neben den beiden angeführten Geschäftsfeldern und Global Business & Technical Solutions ist auch die Produktion organisatorisch gebündelt. Ein konzernweites Steuerungssystem erlaubt schnellere Entscheidungen und erhöht so die Dynamik im Unternehmen. Diese transformative Beschleunigung führt zu einer optimalen Nutzung globaler Synergien und der schnelleren Übernahme von Best-Practice-Lösungen. So steigern wir fortwährend die Effizienz und erarbeiten uns den Vorsprung, um unsere heutigen und zukünftigen Märkte noch besser zu bedienen.

Mit einem Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk von mehr als 1.100 Ingenieuren weltweit arbeitet MANN+HUMMEL ständig an der Entwicklung innovativer und nachhaltiger Filtrationslösungen und folgt somit nachhaltig der Maxime Leadership in Filtration.

Die MANN+HUMMEL GmbH ist die größte operative Einheit in der MANN+Hummel Gruppe und prägt damit wesentlich den Konzern. Die aufgeführten Geschäftsaktivitäten im Konzern sowie die Geschäftsbereiche sind analog in der MANN+HUMMEL GmbH zu finden. Die wesentlichen Geschäftsaktivitäten der MANN+HUMMEL GmbH sind fast vollständig dem Geschäftsbereich Transportation zuzuordnen

2. Forschung und Entwicklung

Im Berichtsjahr konnte MANN+HUMMEL zahlreiche neue Produkte für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren und elektrischen Antrieben weltweit einführen. Auch der Umfang der immateriellen Schutzrechte nahm deutlich zu: 95 Patentanmeldungen (Vorjahr 93).

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Berichtsjahr 66,6 Mio. EUR (Vorjahr: 57,1 Mio. EUR). In Relation zum Umsatz erhöhten sie sich leicht von 3,8 % in 2022 auf 4,4 % in 2023. Damit sind die Aufwendungen in die Forschung und Entwicklung der MANN+HUMMEL GmbH auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Dies belegt auch weiterhin die Bedeutung der Investitionen in neue Technologien und die damit verbundene strategische Ausrichtung unseres Unternehmens in den bestehenden und in den neuen Geschäftsfeldern. Gerade in diesem Geschäftsfeld ist die Entwicklung von nachhaltigen Filtrationslösungen ein wichtiger Schwerpunkt bei den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Transportation

Im Berichtsjahr haben die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Geschäftseinheit Automotive OE die strategischen Ziele rund um die Transformation der MANN+HUMMEL Gruppe tatkräftig unterstützt.

Im Marktsegment der batterieelektrischen Fahrzeuge spielen chinesische Hersteller eine dominante Rolle. Sie entwickeln neue Technologien und Fahrzeugmodelle in atemberaubender Geschwindigkeit und prägen so die ganze Branche. Um diesen hohen und stetig sich wandelnden Anforderungen gerecht zu werden, hat MANN+HUMMEL das New Energy Vehicle Technology Center (NEVTC) in Shanghai eröffnet und etabliert. Hier entwickeln Spezialisten aus China und anderen Nationen Produkte und Technologien für chinesische und global agierende Automobilhersteller und ihre Anwendungen.

Außer in die batteriegetriebenen Fahrzeugtechnologien hat MANN+HUMMEL auch weiter in die Entwicklung von Filtrationsprodukten für Brennstoffzellen investiert und das Portfolio erweitert. Ein wichtiger Meilenstein ist die Markteinführung des Gas-zu-Gas-Befeuchters (Humidifier) als membranbasiertes System, das das Umfeld der eigentlichen Brennstoffzelle stabilisiert. Die Errichtung eines eigenen Prüfstands für diese Luftbefeuchter-Technologien am Stammsitz in Ludwigsburg in 2023 unterstreicht das Engagement des Unternehmens im Bereich der Brennstoffzellenantriebe.

Kundennominierungen für weitere Bauteile der Brennstoffzelle zeigen deutlich das breite Kundeninteresse an dieser Technologie und den MANN+HUMMEL Lösungen.

Die Produktpaletten der Druckausgleichselemente für Batterien und der Filtermodule für E-Achsen haben wir deutlich erweitert. Erste Kundenaufträge in verschiedenen Regionen unterstreichen die Relevanz dieser Neuentwicklungen für batterieelektrische und brennstoffzellenbetriebene Fahrzeugtechnologien. Auch Ladestationen für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge benötigen Filtration. Für diese Anwendungen bieten wir nun ein spezifisches Luftfilterportfolio mit geringem Druckverlust und hoher Staubspeicherfähigkeit für luftgekühlte Schnellladegeräte und auch Ionenaustauschfilter für flüssigkeitsgekühlte Ladegeräte an.

Außer mit den Produkten für alternative Antriebe konnten wir auch mit Produkten und Kundenprojekten im Heavy-Duty-Geschäft bedeutende Fortschritte erzielen. Die neu entwickelte In-Tank-Rücklauffilterlinie für hydraulische Anwendungen ist erfolgreich im Markt eingeführt; ebenso ein neues Sortiment von Dieselvorfiltersystemen mit Wavelock-Anschraub- und Patronenfiltern. Der flexible Komponentensatz umfasst auch integrierte elektrische Kraftstoffpumpen und Heizgeräte. Die Wavelock-Linie konnten wir zudem um eine Serie mit größerem Durchmesser für höhere Durchflussraten und Staubkapazitäten erweitern.

Auch im Jahr 2023 haben wir uns darauf konzentriert, den CO 2 -Fußabdruck unserer Produkte weiter zu reduzieren. Mit neuen digitalen Lösungen konnten wir die Lebenszyklusanalyse unserer Sortimente weiter automatisieren. Die großen CO 2 -Verursacher sind identifiziert worden und wir haben alternative Materialien gefunden und Prozesse entwickelt, um die CO 2 -Bilanz der Filterkomponenten für Luft-, Innenraumluft-, Kaftstoff- und Ölanwendungen deutlich zu optimieren, auch unter Berücksichtigung der Recyclingmöglichkeiten am Ende der Produktlebensdauer.

Unsere Entwicklung des Frontend-Partikelfilters zusammen mit Audi in der Urban Mobility Platform wurde mit dem 2. Platz des "Best of mobility award" in der Kategorie Zulieferer und Digitale Systeme ausgezeichnet.

An unserem Standort in Kunshan, China haben wir eine Produktionslinie für Aktivkohlefiltermedien für die Bereiche Transport und Life Science aufgebaut. Diese Filtermedien sind spezifisch auf die Bedürfnisse der asiatischen Märkte ausgerichtet, eignen sich aber auch für globale Anwendungen.

Um die Herstellungsprozesse von Vliesstoffmedien besser zu verstehen und optimieren zu können, engagieren wir uns auch in öffentlichen Förderprojekten. Das Projekt Viprofil z. B. zielte auf die Simulation des Produktionsprozesses von spinngeblasenen Filtermedien ab; die Ergebnisse des Projekts wurden auf der Filtech-Konferenz in Köln zusammen mit dem Fraunhofer-Institut vorgestellt. Gemeinsam mit der Universität Stuttgart und anderen Projektpartnern haben wir das neue Projekt NanoFil gestartet, das sich mit der Entwicklung von Simulationsmodellen für die Abscheidung kleinster Partikel auf Submikronfasern beschäftigt.

Bei den kundenspezifischen Lösungen sticht im Berichtsjahr besonders die Entwicklung eines Ölmoduls mit integrierter Kühlmittelpumpe als technisches Highlight heraus.

Im Bereich der Heavy-Duty-Luftfiltersysteme haben wir die Sortimente um weitere selbstreinigende Filtertechnologien ergänzt. Die Impulsreinigungs-Technologie (ICT) setzen wir nun auch bei Bahn- und Spezialanwendungen im Teilbereich Industrial ein. Eine im Berichtsjahr eingeführte akustische Reinigungstechnik für Luftfilter ermöglicht jetzt die Selbstreinigung auch ohne Druckluftversorgung. Sie benötigt lediglich einen Stromanschluss.

Auch für Wasserstoff-Verbrennungsmotoren bieten wir nun umfangreiche Filtrationslösungen an.

Um eine schnellere Umsetzung im Serienanlauf und eine höhere Effektivität zu erreichen, hat MANN+HUMMEL den Teilbereich Industrial organisatorisch um die Funktion der Anwendungsentwicklung ergänzt.

Um die Effizienz und Effektivität in der Produktentwicklung zu steigern, treiben wir die Digitalisierung im Bereich Forschung und Entwicklung kontinuierlich voran. Mit der Einführung und dem globalen Roll-out des Produktvalidierungssystems steht uns ein Standardwerkzeug zur Verfügung, um alle Produkt- und Materialvalidierungstests weltweit zu definieren, zu planen und durchzuführen und die Testergebnisse in einer zentralen Datenbank als Grundlage für weitere automatisierte Prozesse und Datenauswertungen zu speichern. Unser digitales Tool "SmartFE" wendet maschinelles Lernen für optimierte Elementauslegungen an und ist ebenfalls mit der Ergebnisdatenbank des Produktvalidierungssystems verbunden. Nach den Kabinenluftfiltern ist das Tool nun auch für die Auslegung von Luftfilterelementen verfügbar.

3. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Weltwirtschaftliche Entwicklung 2023

Entgegen anfänglicher Befürchtungen kam es im Jahr 2023 nicht zu einer Stagnation oder einem Rückgang der Weltwirtschaftsleistung. Stattdessen führte die straffere Geldpolitik und die so eingehegte globale Inflation zu einem moderaten Wachstum 1.

Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel revidierte frühere Schätzungen und prognostizierte ein deutlich höheres Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung von 3,1 % 2 (gegenüber der ursprünglichen Schätzung von 2,5 %), gemessen auf Basis von Kaufkraftparitäten.

Trotz der positiven wirtschaftlichen Dynamik blieben die Unsicherheiten bestehen, die durch geopolitische Spannungen, politische Konfrontationen und die allmähliche Reduzierung der unterstützenden fiskalischen Maßnahmen ausgelöst wurden. Die Industrieproduktion stand im Berichtsjahr vor Herausforderungen, die zu einem deutlichen Rückgang der Welthandelsaktivität beitrugen, wie der Kieler Handelsindikator zeigt 3.

Während sich die US-Wirtschaft mit deutlichen Produktionssteigerungen und einem BIP-Wachstum von 2,4 % 4 als widerstandsfähig erwies, verzeichnete Europa ein schwaches Wachstum und stagnierte sowohl im Euroraum (0,6 % BIP-Wachstum 5 ).

Japan meldet ein langsames BIP-Wachstum von 1,2% 6. In China betrug das BIP-Wachstum 5,4% 7 , die wirtschaftliche Dynamik blieb jedoch aufgrund struktureller Probleme gedämpft. Die Schwellenländer zeigten unterschiedliche Wirtschaftsleistungen, wobei Indien ein robustes Wachstum verzeichnete, während Lateinamerika mit Herausforderungen konfrontiert war und die Aussichten für Russland aufgrund der Sanktionspolitik trotz eines BIP-Anstiegs von 2,8 % im Jahr 2023 unsicher blieben. 8

Die Rohstoffpreise stiegen in der ersten Jahreshälfte 2023 an, teilweise bedingt durch Übertragungseffekte aus 2022. Sinkende Energiekosten, geringere Rohstoffnachfrage und das Wiederanlaufen der globalen Lieferketten führten dann in der zweiten Hälfte des Berichtsjahres wiederum zu einer Reduktion der Rohstoffpreise.

1, 2 Kiel Institute: https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/820a0dbb-65bf-40a5-be32-b3d3ce95f262-KKB_109_2023-Q4_Welt_EN.pdf

3 Kiel Trade Indicator: https://www.ifw-kiel.de/publications/news/global-trade-declines-middle-east-conflict-without-acute-impact-ontrade/

4, 5 Kiel Institute: https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/820a0dbb-65bf-40a5-be32-b3d3ce95f262-KKB_109_2023-Q4_Welt_EN.pdf

6 GDP Japan: https://www.jcer.or.jp/english/sa197-short-term-forecast

7, 8 Kiel Institute: https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/820a0dbb-65bf-40a5-be32-b3d3ce95f262-KKB_109_2023-Q4_Welt_EN.pdf

Transportation

Die großen internationalen Automobilmärkte haben im Gesamtjahr 2023 einen deutlichen Anstieg der Neuzulassungen verzeichnet. Verglichen mit 2022 war die Fahrzeugverfügbarkeit wesentlich besser; der Pkw-Absatz konnte entsprechend steigen. Allerdings bildeten die schwachen Absatzwerte des Vorjahres ein geringes Basisniveau 1.

Generell waren die Bedingungen für die Automobilwirtschaft auch im Berichtsjahr herausfordernd: Insbesondere in Europa, aber auch in anderen Weltregionen, kam es infolge von geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten zuletzt zu einer gedämpften gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und damit nur zu einem verhaltenen Wirtschaftswachstum. Die weiterhin hohen Energie- und Verbraucherpreise waren ebenfalls wachstumshemmend.

In Europa 1 (EU, EFTA & UK) wurden im Jahr 2023 gut 12,8 Mio. Fahrzeuge neu zugelassen1 und damit 14 % mehr als im Vorjahr. Damit liegt der europäische Pkw-Markt allerdings noch immer 19 % unter den Neuzulassungen des Vorkrisenniveaus von 2019. Im Dezember wurden mit gut 1,0 Mio. Einheiten 4 % weniger Neufahrzeuge registriert als noch im Vorjahresmonat. Entscheidend für den Rückgang ist der schwache deutsche Markt: Durch den Entfall der E-Auto-Förderung wurden im Dezember 2023 insgesamt deutlich weniger Neufahrzeuge zugelassen. Die Absatzzahlen der fünf größten Märkte in diesem Monat zeigen die Differenzen: Frankreich (+15 %), Spanien (+11 %), Vereinigtes Königreich (+10 %), Italien (+6 %), Deutschland (-23 %).

Der US-Light-Vehicle-Markt 1 (Pkw und Light Duty) entwickelte sich im Jahr 2023 dagegen dynamisch. Dort sind die Light-Vehicle-Verkäufe im Berichtsjahr um 12 % gestiegen. Insgesamt wurden knapp 15,5 Mio. Fahrzeuge abgesetzt. Auch in den USA liegt der Markt damit allerdings noch knapp 9 % unter dem Vorkrisenniveau von 2019.

Die Entwicklung in Mexiko 1 ist ebenfalls positiv: Mit knapp 1,4 Mio. neu registrierten Einheiten wurden sogar 25 % mehr Neufahrzeuge registriert als noch im Vorjahr 2022.

Ähnlich in Brasilien 1 : Insgesamt wurden im Jahresverlauf knapp 2,2 Mio. Einheiten abgesetzt, 11 % mehr als im Vorjahr; aber immer noch 18 % weniger als im Vorkrisenjahr 2019.

In China wurden fast 25,8 Mio. Pkw neu zugelassen 1 ; das ist ein Allzeit-Hoch: 11 % mehr als im Jahr 2022 und 7 % mehr als im bisherigen Rekordjahr 2017. Der Pkw-Markt widersetzte sich damit der schwächer werdenden Dynamik der chinesischen Gesamtwirtschaft und stützte maßgeblich die Konjunktur.

1 https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2024/240118_PM_Internationale-Pkw-M-rkte-im-Jahr-2023-mit-kr-ftigem-Wachstum

4. Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf im Berichtsjahr war für MANN+HUMMEL nicht durchweg zufriedenstellend und von Herausforderungen geprägt. Während einige Bereiche die Erwartungen vollauf erfüllten, konnten regionale Rückschläge, insbesondere in Nordamerika, nicht vermieden werden.

Während die Umsätze im Geschäftsfeld Transportation im Bereich der Erstausrüstung (OE) einen leichten Rückgang zeigen, entwickelte sich der Aftermarket-Bereich (AA) stabil.

Der Umsatz der MANN+HUMMEL GmbH liegt mit 1.505,9 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau (1.484,4 Mio. EUR).

Transportation

Insgesamt war der Geschäftsverlauf im Geschäftsfeld Transportation gut und lag trotz einer rückläufigen Entwicklung der Volumina über den Erwartungen; die moderate Entwicklung der Inflation hatte positive Effekte.

Dennoch barg das Berichtsjahr verschiedene Herausforderungen, besonders in Nordamerika: Einschränkungen in den Bereichen Produktion und Logistik hatten einen negativen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung. Darüber hinaus hat in den USA ein langjähriger Kernkunde den Umfang der Geschäftsbeziehungen reduziert.

Positive Entwicklung im OE-Bereich mit guten Zukunftsaussichten

Das Erstausrüstungsgeschäft verlief im Berichtsjahr stabil. Auch wenn die Umsatzerlöse nicht vollständig den Erwartungen entsprachen, konnten reduzierte Volumina durch eine Absatzverschiebung vom Bereich der Personenkraftwagen (Passenger Cars) zum Heavy-Duty- und Industriegeschäft kompensiert werden.

Geschäftsbereich Erstausrüstung Pkw/OE PC

Die Umsatzerlöse im Pkw-Bereich waren im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig; die Entwicklungen wiesen jedoch deutliche regionale Unterschiede auf.

Europa

Im Oktober 2022 hatte MANN+HUMMEL das weltweite Geschäft mit Hochleistungs-Kunststoffteilen mit den europäischen Standorten in Bad Harzburg, Sonneberg (beide Deutschland) und Laval (Frankreich) an die Mutares SE & Co.KGaA veräußert. Die entsprechenden Umsätze entfielen daher im Berichtsjahr. Eine Kompensation dieser entfallenen Volumina durch Umsätze im Bereich der Filtrations- und Separationslösungen war in Europa nicht möglich. Diese Entwicklung war allerdings von uns erwartet und geplant worden.

Amerikas

In Nordamerika ist der Markt der Pkw-Erstausrüstung um 9 % gewachsen. Wir haben in Zusammenarbeit mit unseren Schlüsselkunden im Berichtsjahr an diesem Volumenwachstum partizipiert.

Demgegenüber blieben die Umsatzerlöse auf den südamerikanischen Märkten nahezu auf dem Vorjahresniveau. Das hatten wir erwartet und in unserer Planung berücksichtigt.

Asien

Auch in Asien blieb der Absatz im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil und damit zufriedenstellend; gute Umsatzzuwächse konnten wir in Südkorea konstatieren.

Im Bereich der Elektromobilität hat MANN+HUMMEL im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Umsatzsteigerungen im mittleren bis hohen zweistelligen Bereich erzielt; die Volumina sind allerdings bislang noch gering.

Der Verkauf des Kunststoffteile-Geschäfts beeinträchtigte das konventionelle Verbrenner-Pkw-Geschäft auch in dieser Region.

Geschäftsbereich Erstausrüstung Heavy Duty und Industrial/OE HDI

Der Bereich Heavy Duty und Industrial hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt. Dabei lag das prozentuale Umsatzwachstum im unteren zweistelligen Bereich. Besonders im europäischen und amerikanischen Raum waren die erzielten Zuwächse wesentlich.

Um diese Entwicklung weiter zu unterstützen und einen erhöhten Fokus auf die jeweiligen Teilbereiche zu schaffen, wurden bereits im Jahr 2022 die Teilbereiche Heavy Duty und Industrial organisatorisch getrennt; im Berichtsjahr wurde diese Trennung vollständig umgesetzt. Wir konzentrieren uns damit im Teilbereich Industrial noch stärker auf die definierten Marktsegmente mit dem Ziel, Komplexität zu reduzieren und weiteres Wachstum zu generieren.

Im Teilbereich Heavy Duty entwickeln wir konsequent neue Technologien und Filtrationslösungen. Im Rahmen der Sortimentsausweitung auf neue Antriebsstränge und alternative Kraftstoffe haben wir die Produktlinien für diese Technologien deutlich erweitert und unser Engagement für eine saubere und emissionsneutrale Zukunft damit nochmals verstärkt. Für Brennstoffzellenprodukte bereiten wir uns auf eine Großserienfertigung vor; auch für elektrische Antriebe hat MANN+HUMMEL im Berichtsjahr weitere multifunktionale Filtrationslösungen entwickelt.

Europa

In Europa konnten wir im Bereich OE HDI deutliche Zuwächse erzielen.

Amerikas

Auch in den Amerikas haben wir ein deutliches Umsatzwachstum erzielt.

Asien

Während in China deutliche Zuwächse zu verzeichnen waren, stagnierten die anderen asiatischen Märkte.

Stagnierender Aftermarket-Umsatz bei stabilen Margen

Im Bereich Aftermarket lagen die währungsbereinigten Umsatzerlöse nahezu auf dem Vorjahresniveau. Dies entsprach nicht den ursprünglichen Planungen für das Geschäftsjahr 2023, doch der weiterhin verschlossene Markt in Russland und die bereits beschriebenen Einschränkungen auf dem nordamerikanischen Markt hatten einen deutlichen Einfluss auf die Umsatzentwicklung.

Aftermarket OES

Übergreifend war die Entwicklung im OES-Geschäft leicht rückläufig und entsprach damit nicht unseren Erwartungen. Jedoch haben wir quer über alle Produktlinien 26 neue Aufträge von Neu- und Bestandskunden erhalten und so eine gute Basis für künftiges Wachstum gelegt.

Auch der erfolgreiche Ausbau der Zusammenarbeit mit unseren Großkunden im Jahr 2023 lässt auf eine künftige Ausweitung unserer Marktanteile schließen; unsere Anstrengungen zugunsten der Lokalisierungsanfragen der Kunden bieten gute Chancen für die Zukunft des OES-Geschäfts in allen Regionen.

Neue Produktlinien für die Ladeinfrastruktur schaffen Absatzmöglichkeiten im Markt der E-Mobilität; im Berichtsjahr gingen bereits die ersten Aufträge ein.

Der nochmals gewachsene Anteil an innovativen Filtermedien in Eigenproduktion ermöglicht MANN+HUMMEL darüber hinaus zukünftige Sortimentsausweitungen im Bereich der Kabinenluftfilter.

Europa

Der entfallene russische Markt schränkte den OES-Umsatz deutlich ein.

Amerikas

In den Amerikas entwickelten sich die Umsätze positiv mit zweistelligem Wachstum; unsere Erwartungen wurden dort übertroffen.

Asien

In China und anderen asiatischen Märkten verlief die Umsatzentwicklung ebenfalls positiv.

Independent Aftermarket (IAM)

Unser Umsatz im unabhängigen Teilemarkt ist im Berichtsjahr leicht gewachsen, blieb aber unter unseren ursprünglichen Erwartungen.

Europa

In Europa sind die Umsätze trotz des Wegfalls des russischen Marktes leicht gestiegen; einen Beitrag zu diesem Wachstum lieferte auch der im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserte Lieferservice zu unseren Kunden.

Amerikas

In den USA und Kanada war die Umsatzentwicklung deutlich schwächer als erwartet und blieb auch aufgrund der schwachen Lieferperfomance und der Volumenreduzierung eines großen Kunden hinter den Planungen zurück.

In Lateinamerika, insbesondere in Brasilien und Argentinien, waren im Berichtsjahr dagegen deutliche Zuwächse zu verzeichnen.

Indien, Mittlerer Osten und Afrika

In diesen Regionen lag das Umsatzwachstum im höheren zweistelligen Bereich. Die Marktabdeckung unserer Produkte haben wir deutlich ausgeweitet und die Umsätze in den Teilbereichen Off-Highway und Industrial sind im Berichtsjahr ebenfalls gestiegen.

In Indien haben wir mehr als 90 neue Produkte eingeführt. Dort war die MANN+HUMMEL Lokalisierungsinitiative ein starker Treiber für die positive Entwicklung im Independent Aftermarket.

Asien

In Asien (ohne China) konnte MANN+HUMMEL, analog zum Vorjahr, das Geschäft weiter ausbauen Marktanteile gewinnen.

Im Rahmen der Lokalisierungsprogramme haben wir über 223 neue Produkte auf den Markt gebracht. Neben dieser Diversifizierung und der Ausweitung des regionalen Produktportfolios haben wir auch das Lieferantennetzwerk kontinuierlich ausgebaut.

China entwickelte sich im Berichtsjahr wie erwartet gut. Dort haben wir 1.200 neue Produkte auf den unabhängigen Teilemarkt gebracht; 80 % davon sind spezifisch für den chinesischen Markt entwickelt worden.

Für den wachsenden Marktanteil der batterieelektrischen Fahrzeuge haben wir ein umfassendes Sortiment an spezifischen Fahrzeuginnenraumfiltern mit einer Marktabdeckung von 93 % eingeführt.

Eine neue Produktlinie von Getriebeölfiltern kam im Berichtsjahr zur Serienreife und die Marke PUROLATOR haben wir im Rahmen unserer Mehrmarkenstrategie auch auf dem chinesischen Markt etabliert.

Der Absatz über die chinesischen E-Commerce-Kanäle entwickelte sich positiv und wir haben einen neuen TikTok-Flagship-Store für MANN-FILTER eröffnet.

5. Lage des Unternehmens

Ertragslage der MANN+HUMMEL GmbH

Die Umsatzerlöse der MANN+HUMMEL GmbH sind im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1,4 % bzw. um 21,5 Mio. EUR auf 1.505,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1.484,4 Mio. EUR) gestiegen

Die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zzgl. Bestandsveränderungen zzgl. aktivierte Eigenleistungen) stieg im Jahr 2023 um 41,7 Mio. EUR auf insgesamt 1.505,7 Mio. EUR, was einer Steigerung von 2,8 % entspricht. Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich gegenüber dem Vorjahr um 51,7 Mio. EUR bzw. 66,6 % reduziert. Ursache dafür sind die im Vorjahr realisierten Erträge aus der Veräußerung von Gebäuden sowie Grund- und Boden am Standort Ludwigsburg in Höhe von 31,1 Mio. EUR. Darüber hinaus enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge geringere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Die Materialquote reduzierte sich im Verhältnis zur Gesamtleistung um 3,2 Prozentpunkte auf 50,4 % (Vorjahr: 53,6 %). Bereinigt um Setzteile und fremde Lohnarbeit, an denen keine Wertschöpfung stattfindet, veränderte sie sich um 2,2 Prozentpunkte von 51,8 % auf 49,6 %.

Die Materialpreise sind in Summe 2023 gestiegen, allerdings deutlich geringer als im Vorjahr. Bis auf Plastic Parts, Rubber Parts, Filter Media und Packaging war bei allen Materialgruppen die Preiserhöhung unter Vorjahr. Das Ganze ist vor allem durch Stahl getrieben. Trotz angenommener Preissteigerung kam es im IST zu einer Preisreduzierung von über 10%. Die Frachten sind ebenfalls gesunken. Der Anteil des Personalaufwands an der Gesamtleistung reduzierte sich von 23,7 % auf 20,3 %. Der Rückgang des Personalaufwands ist maßgeblich auf die geringere Mitarbeiterzahl aufgrund des Betriebsüberganges auf die MoldTecs GmbH und der Werkschließung des Werkes Ludwigsburg zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 62,6 Mio. EUR bzw. 18,8 % gesunken. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus Veräußerungsverlusten im Rahmen des Verkaufs des Standorts Sonneberg (20,3 Mio. EUR) sowie der Veräußerung der Anteile an der MoldTecs GmbH (vormals MANN+HUMMEL Automotive GMBH) (7,0 Mio. EUR). Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2023 die Drohverlustrückstellungen um 16,4 Mio. EUR reduziert, demgegenüber im Jahr 2022 um 12,9 Mio. EUR erhöht. Somit betrug die Veränderung aus Drohverlustrückstellungen 29,3 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr.

Der Anteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen an der Gesamtleistung liegt mit 18,0 % um 4,8 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.

Im Jahr 2023 wurde ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern von 163,9 Mio. EUR (Vorjahr: 43,3 Mio. EUR) erwirtschaftet.

Das Finanzergebnis ist um 13,2 Mio. EUR höher als im Vorjahr. Grund für die Veränderung ist im Wesentlichen die Veränderung des Zinsergebnisses (+17,2 Mio. EUR). Im sonstigen Finanzergebnis (10,2 Mio. EUR) sind unter anderem Abwertungen aus Beteiligungen (2,3 Mio. EUR) und eine positive EAV-Übernahme von der IRDE (6,9 Mio. EUR) sowie im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 Mio. EUR geringere Erträge aus Beteiligungen von MCCN enthalten.

Das EBT (Ergebnis vor Steuern) erhöhte sich um 133,9 Mio. EUR von 42,3 Mio. EUR auf 176,2 Mio. EUR.

Der offene Auftragsbestand beträgt etwa 1.298 Mio. EUR und ist somit um 435 Mio. EUR höher als der Vorjahresbestand von 863 Mio. EUR.

Vermögenslage der MANN+HUMMEL GmbH

Im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 % auf 818,3 Mio. EUR reduziert.

Das Anlagevermögen ist um insgesamt 18,2 % reduziert. Dabei verringerten sich die immateriellen Vermögensgegenstände um 39,3 Mio. EUR. Hierbei betrug 31,3 Mio. EUR eine Anpassung bei den erworbenen Lizenzen aufgrund einer Rechnungskorrektur, die den Zugang im Vorjahr betraf. Das Sachanlagevermögen reduziert sich um 1,7 Mio. EUR. Das Finanzanlagevermögen reduzierte sich um 2,3 Mio. EUR aufgrund einer Abwertung der Beteiligungen an der Gesellschaft MHRU. Der Rückgang der Vorräte betrug im Geschäftsjahr 6,4 Mio. EUR. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich trotz des vorgenannten Verkaufsvorgangs und aufgrund der vorübergehend fortbestehenden Reihengeschäftkonstellation um 8,8 Mio. EUR auf 139,3 Mio. EUR erhöht. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich um 35,0 Mio. EUR auf 368,5 Mio. EUR vermindert Die Reduzierung ist im Wesentlichen stichtagsbedingt.

Das Eigenkapital blieb aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags (EAV) mit der MANN+HUMMEL Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH im Vergleich zum Vorjahr unverändert, die Eigenkapitalquote erhöhte sich um 1,3 %-Punkte auf 13,1 %. Die Pensionsrückstellungen erhöhten sich um 1,6 % auf 175,3 Mio. EUR. Die sonstigen Rückstellungen reduzierten sich im Wesentlichen aufgrund des Verbrauchs der Rückstellung für drohende Verluste um 16,2 Mio. EUR und der gebildeten Restrukturierungsrückstellung um 13,2 Mio. EUR auf 136,0 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen inklusive erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen reduzierten sich stichtagsbedingt um 39,4 Mio. EUR auf 175,1 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich um insgesamt 9,7 Mio. EUR auf 206,4 Mio. EUR reduziert.

Finanzlage

Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Die Finanzierung erfolgte im Wesentlichen durch die konzerninternen Cashpool-Verrechnungen.

Investitionen

Die MANN+HUMMEL GmbH verzeichnete im Geschäftsjahr 2023 bei den Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen einen bereinigten Zugang von 23,1 Mio. EUR. Hierbei wurde ein negativer Zugang in Höhe von 31,3 Mio. EUR (Rechnungskorrektur, die einen Zugang aus dem Vorjahr betraf) korrigiert (Vorjahr: 125,9 Mio. EUR).

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Mit Blick auf die weitreichenden Veränderungen des abgelaufenen Berichtsjahres beurteilen wir die Entwicklung des operativen Ergebnisses als gut. Ein nachhaltiges Kostenmanagement und die teilweise Weitergabe der inflationären Effekte an den Markt konnten die zum Teil doch sehr wesentlichen inflationsbedingten Kostensteigerungen zum Teil auffangen.

Die im Vorjahr prognostizierten Ziele konnten erreicht werden.

Personal

Zum Jahresende beschäftigte die MANN+HUMMEL GmbH in Deutschland 3.974 (Vorjahr: 4.063) Mitarbeiter/-innen. Im Jahresdurchschnitt waren 4.006 (Vorjahr 4.454) Mitarbeiter beschäftigt.

Die Geschäftsführung dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre herausragenden Leistungen, ihr Engagement und ihre hohe Flexibilität. Dank gilt auch den Arbeitnehmervertretern und ihren Gremien für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.

Eigenständige Erklärung der Unternehmensführung zur Geschlechterquote

MANN+ HUMMEL hat sich Zielgrößen und -fristen zum Anteil von Frauen in Aufsichtsrat, Geschäftsführung und den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung gesetzt.

Bis zum 30.06.2027 sollen folgende Zielgrößen erreicht werden:

Anteil der Frauen im Aufsichtsrat: 25%
Anteil der Frauen in der Geschäftsführung 25%
Bis zum 31.12.2027 soll folgende Zielgröße erreicht werden:
Anteil der Frauen in den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung 30%

Im Aufsichtsrat beträgt die aktuelle Quote 33%, in der Geschäftsführung 50 % und in den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung 29%. Die Geschäftsführung hat verschiedene Maßnahmen getroffen, um den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung mittel- bis langfristig zu steigern.

Unsere im Mai 2017 festgelegten Zielgrößen, die wir bis zum 30.06.2022 erreichen wollten haben wir mit Ausnahme der Zielgröße bei der Geschäftsführung erreicht. In der Geschäftsführung selbst konnte das Ziel nicht erfüllt werden. Um diesen Umstand abzustellen, wurde unsererseits, durch intensive, langjährige Förderung von weiblichen Führungskräften, im Berichtszeitraum daran gearbeitet, dies abzustellen. Zum 01.01.2023 ist es uns gelungen, die Zielgröße, durch die interne Besetzung einer weiblichen Geschäftsführerin, mit 50% übertreffen.

In seiner Sozialcharta hat MANN+HUMMEL die Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern sowie die Gleichbehandlung beider Geschlechter festgeschrieben. Ausgesucht und befördert werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Grundlage ihrer Fähigkeiten und funktionsspezifischen Qualifikationen. Eine zielgerichtete kontinuierliche und bedarfsorientierte Weiterbildung weiblicher wie auch männlicher Beschäftigter unterstützen wir ausdrücklich.

6. Chancen-/Risikobericht

Im Hinblick auf die wirtschaftlichen, politischen und geopolitischen Rahmenbedingungen blickt MANN+HUMMEL auf ein schwieriges Jahr 2023 zurück. Nach dem (vermeintlichen) Ende der Covid- Pandemie ergaben sich neue Risiken für die wirtschaftlichen Aussichten.

Der anhaltende Krieg in der Ukraine birgt das Risiko einer Ausweitung des Konflikts auch auf andere Staaten, einschließlich der NATO-Staaten, und damit einer weiteren Belastung der geopolitischen Lage, die die wirtschaftliche Entwicklung und das Marktumfeld von MANN+HUMMEL beeinflussen könnte. Auch der Israel-Gaza-Konflikt kann einen überregionalen Konflikt auslösen und weitere Parteien involvieren. Beide Konfliktlagen könnten sich auf die Energieversorgung, Lieferketten und Transportrouten auswirken. Erneute Unterbrechungen wirken sich wiederum potenziell negativ auf die Absatzentwicklung, Produktionsprozesse und auch auf Einkaufs- und Logistikprozesse aus.

Diese Entwicklungen können zudem inflationäre Tendenzen und damit die Lohn-Preis-Spiralen in einigen Regionen verstärken. Dann würden die Zentralbanken mit ihren geldpolitischen Maßnahmen vermutlich restriktiv reagieren (oder sogar überreagieren). Restriktivere finanzielle Bedingungen könnten die hochentwickelten Volkswirtschaften in eine Rezession treiben; hochverschuldete Schwellen- und Industrieländer könnten unter steigenden Finanzierungskosten, einer weiteren Aufwertung des US-Dollars und einem Vertrauensverlust der Investoren leiden. Das birgt auch Risiken für die Stabilität der Staatsfinanzen und des Bankensektors. Andere, potenziell militärisch ausgetragene Konflikte (insbesondere im Baltikum, in Osteuropa, im westlichen Balkan, China, Taiwan und dem Iran) könnten die weitere wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich belasten.

Eine mögliche deutliche Abschwächung der chinesischen Wirtschaft birgt ein weiteres Wachstumsrisiko.

Ein Wiederaufleben von Covid-19, der Ausbruch einer anderen Pandemie, ein Terroranschlag, ein bedeutender Vorfall von Cyberkriminalität oder eine Reihe solcher Angriffe oder Vorfälle in großen Volkswirtschaften könnten die Wirtschaftstätigkeit weltweit beeinträchtigen und das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen untergraben. Generell bleibt die stark vernetzte Weltwirtschaft anfällig für Naturkatastrophen oder eine hybride Kriegsführung.

Vor diesem Hintergrund wird bei MANN+HUMMEL jede unternehmerische Entscheidung unter Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken und Chancen getroffen. Um den Risiken Rechnung zu tragen, betrachten wir bei MANN+HUMMEL Risiken in unserer internen Risikoberichterstattung als mögliche zukünftige Ereignisse, die zur Nichterreichung unserer prognostizierten (finanziellen) Ziele führen könnten. Spiegelbildlich dazu definieren wir Chancen als mögliche Ereignisse oder Entwicklungen, die einen positiven Effekt auf unsere geplanten (finanziellen) Ziele erwarten lassen.

Als weltweit agierendes Unternehmen begegnen wir diesen Risiken einerseits durch Diversifikation, also eine vielfältige Produktpalette, andererseits durch die kontinuierliche Verbesserung unserer Produkte und Prozesse. Chancen schaffen wir, indem wir unsere Wettbewerbsfähigkeit fortlaufend steigern: Wir entwickeln unsere Produkte kontinuierlich weiter, bauen unsere Entwicklungskompetenzen aus und treiben den Auf- und Ausbau neuer Märkte voran. Auch zukunftsweisende Technologien und Medien sowie eine vertikale Integration, digitale und intelligente Geschäftsmodelle und verschiedene Servicelösungen eröffnen uns neue Möglichkeiten.

Im Zuge des globalen Trends zu alternativen Antrieben vor allem im Bereich der Personenkraftwagen ergeben sich zwar zahlreiche Chancen, aber auch Risiken. Darauf stellen wir uns ein. Unser Produktportfolio im Geschäftsbereich Transportation war bislang in erster Linie auf den Antriebsstrang des Verbrennungsmotors fokussiert. Da alternative Antriebe diese Motoren nun verdrängen, besteht das Risiko, Umsatz und Marktanteile im Erstausrüstungsgeschäft zu verlieren. Darum investieren wir in die Entwicklung innovativer Filtrationslösungen für die neuen Antriebsformen. Hier eröffnen sich Chancen, neue Produkte für Zukunftstechnologien anzubieten und diesen Markt zu erschließen. Zusätzlich ergeben sich durch das erhöhte Umweltbewusstsein aller Marktteilnehmer und Endkonsumenten auch Chancen, neue Produkte außerhalb der Antriebs- oder Powertrain-Sparte anzubieten. Dazu gehören beispielsweise alle Produkte, die unter dem Oberbegriff "Feinstaubfresser" zusammengefasst sind: Bremsstaubpartikelfilter, Feinstaubfilter für den Fahrzeuginnenraum oder stationäre Feinstaub- und Stickoxidfiltersäulen. Diese innovativen Produkte haben großes Wachstumspotenzial und sollen uns sowohl neue Marktsegmente als auch neue Kunden erschließen.

Das Risiko- und Chancenmanagement stellt somit einen integralen Bestandteil der Planungs- und Steuerungsprozesse von MANN+HUMMEL dar, mit dem Ziel, die Erreichung der Unternehmensziele nachhaltig zu unterstützen und das Risikobewusstsein im Unternehmen zu stärken und sicherzustellen.

Risikomanagement

Das MANN+HUMMEL Risikomanagement zielt darauf ab, regelmäßig und kontinuierlich alle wesentlichen Risiken für die Unternehmensgruppe frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und ihre Folgen abzuschätzen (inklusive Gegensteuerungsmaßnahmen) sowie die hinreichende Dokumentation des Risikomanagementprozesses und seiner Ergebnisse zu gewährleisten. Um den sich schnell verändernden Marktgegebenheiten und Unternehmensveränderungen (z. B. Aufbau neuer Werke, Integration neu akquirierter Unternehmen, Disposition von Unternehmensteilen etc.) umfassend zu begegnen, haben wir das Risikomanagementsystem auch im Berichtsjahr kontinuierlich erweitert. Schon in 2022 haben wir den Standardprozess mittels der Implementierung eines Risikomanagementtools in hohem Maße automatisiert. Um die Einschätzung des Risikoausmaßes zu präzisieren, haben wir nun den Prozess um ein Zwei-Stufen-Verfahren erweitert. Im Rahmen dieses Prozesses prüfen Risikokoordinatoren, ob bereits gemeldete Risiken weiterhin Bestand haben und inwieweit neu durch Risikoverantwortliche gemeldete Risiken, unter Berücksichtigung des Kontextes des Verantwortungsbereiches, angemessen Rechnung getragen wird. Nach der Erstvalidierung erfolgt eine finale Betrachtung der übermittelten Risiken durch das Konzernrisikomanagement unter Berücksichtigung der Gesamtorganisation.

Das Risikomanagement ist dabei in die bestehende MANN+HUMMEL Organisation eingegliedert, umfasst sämtliche organisatorische Einheiten, Funktionen und Prozesse, orientiert sich an den gängigen Standards wie COSO und ISO und ist genau auf die Bedingungen von MANN+HUMMEL abgestimmt. Es unterstützt alle Verantwortlichen optimal durch ein unternehmensweites Planungs-, Reporting- und Controlling-System und definiert präzise Verantwortlichkeiten sowie Ziele und Prozesse. Die Risikoverantwortlichen sind für die Identifikation, Bewertung, Steuerung sowie die Berichterstattung zuständig, bewerten ihre Risikolage jährlich neu und melden ihr Risikoportfolio an das Konzernrisikomanagement.

Den organisatorischen Rahmen unseres Risikomanagements bildet die Konzernfunktion Group Treasury & Risk Management. Diese berichtet direkt an den Group Chief Financial Officer (CFO).

Das Konzernrisikomanagement ermittelt auf Basis der gemeldeten Informationen das aktuelle Risikoportfolio des Konzerns, das der Geschäftsleitung und dem Aufsichtsrat jährlich in einem Bericht mit detaillierten Erläuterungen zur Verfügung gestellt wird. Darin enthalten ist auch die mathematische Aggregation der Risiken auf Konzernebene. Hierbei werden gleichartige Risiken aggregiert und deren gruppenweite Abhängigkeit bzw. Auswirkung wird berücksichtigt, um sicherzustellen, dass übergreifende Risiken identifiziert und mit übergreifenden Maßnahmen gesteuert werden. Darüber hinaus werden signifikante Veränderungen der Einschätzung bereits bekannter Risiken sowie neue signifikante Risiken jederzeit gemeldet und ad hoc an die Geschäftsleitung berichtet.

Die möglichen Risiken werden anhand von zwei Kriterien klassifiziert: zum einen die Eintrittswahrscheinlichkeit und zum anderen das Risikoausmaß. Das Risikoausmaß ist in fünf Kategorien unterteilt - klassifiziert anhand möglicher Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis innerhalb von zwei Jahren:

a.

Bestandsgefährdendes Risiko (mögliche entstehende Kosten von mehr als 40 Mio. EUR).

b.

Signifikantes Risiko (mögliche entstehende Kosten von 25 bis zu 40 Mio. EUR).

c.

Hohes Risiko (erkennbarer Effekt auf die Geschäftstätigkeit, mögliche entstehende Kosten von 15 bis zu 25 Mio. EUR).

d.

Moderates/mäßiges Risiko (mögliche entstehende Kosten von 5 bis zu 15 Mio. EUR).

e.

Geringes Risiko (mögliche entstehende Kosten von 0 bis zu 5 Mio. EUR).

Aufgrund der weiterhin sehr angespannten wirtschaftlichen Lage haben wir die Intervalle der Eintrittswahrscheinlichkeit, also den Bereich der Wahrscheinlichkeiten, in dem ein bestimmtes Risiko eintreten kann, im Berichtsjahr auf dem Vorjahresniveau gehalten, sodass dem Vorsichtsprinzip weiterhin Rechnung getragen ist.

Auf gleiche Weise werden risikobegrenzende Maßnahmen (Mitigierungsmaßnahmen) gemeldet und bewertet. Die Wirksamkeit und die geplante zeitliche Umsetzung dieser Maßnahmen werden durch das Konzernrisikomanagement überwacht.

Das verbleibende Risiko nach Umsetzung der Maßnahmen wird im internen Risikobericht als Nettorisiko dargestellt.

Für die Meldung von Risiken ist mit Bezug auf die potenziellen negativen Auswirkungen eine Wertuntergrenze von 5 Mio. EUR im Standardprozess sowie eine Wertuntergrenze von 25 Mio. EUR für den Ad-hoc-Prozess festgesetzt. Risiken unterhalb dieser Wertgrenzen werden in den Unternehmensbereichen selbstständig gesteuert. Der für die interne Risikoberichterstattung relevante Zeitrahmen liegt bei maximal zwei Jahren. Die im Risiko- und Chancenbericht thematisierten Auswirkungen der Risiken werden auch als Jahreswerte dargestellt.

Die aktuellen geo- und handelspolitischen Entwicklungen können zusätzliche Unsicherheiten für die weitere Geschäftsentwicklung der MANN+HUMMEL Gruppe mit sich bringen und damit eine veränderte Darstellung der Risikolage des Konzerns erforderlich machen. Besonders eine weitere Eskalation oder Ausweitung der Kriege in der Ukraine und im Gaza-Streifen oder auch verschärfte EU-Regulierungen (z. B. das EU-Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder strengere CO 2 -Vorgaben durch die Einführung der Abgasnorm Euro-7 innerhalb der Europäischen Union) können weitreichende Konsequenzen haben. Angesichts des Ukraine-Kriegs versuchen wir, die Auswirkungen besonders auf unsere Standorte in den Krisenregionen weiterhin so gering wie möglich zu halten. Wir haben Maßnahmen ergriffen, um den Fortbestand der Vermögenswerte von MANN+HUMMEL bestmöglich abzusichern und gegebenenfalls auch einer drohenden Enteignung entgegenzuwirken.

Generell hat sich die Risikostruktur unseres Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr mit Ausnahme der bereits genannten Risiken nicht wesentlich verändert. Mit verschiedenen Maßnahmen haben wir mögliche Auswirkungen der unterschiedlichen Risiken eingedämmt und abgemildert. Daher sehen wir derzeit keine weiteren Risiken, die die Entwicklung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2024 und in der Zukunft nachhaltig und wesentlich beeinträchtigen können.

Bis heute liegen keine relevanten Änderungen nach dem Bilanzstichtag vor, die eine derartig veränderte Darstellung der Risikolage des Konzerns erforderlich gemacht hätten.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Für unsere Unternehmensgruppe zählen Wechselkursschwankungen und Zinsänderungen zum engeren Kreis finanzwirtschaftlicher Risiken. Diese Währungsrisiken überwachen wir kontinuierlich und regelmäßig, schätzen sie ein und sichern sie durch derivative Finanzinstrumente unter Berücksichtigung eines Risikolimits ab. Diese derivativen Finanzinstrumente setzen wir grundsätzlich zur Sicherung risikotragender Grundgeschäfte aus der operativen Tätigkeit des Konzerns ein. Auch das Zinsänderungsrisiko überprüfen wir fortlaufend und minimieren es durch einen möglichst hohen Anteil an Finanzverbindlichkeiten mit langfristiger Zinsbindung.

Diese Begrenzung der Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken verantwortet der Bereich Group Treasury & Risk Management der MANN+HUMMEL Gruppe. Unsere langfristig angesetzte Finanzierung wirkte den Zinsentwicklungen im vergangenen Geschäftsjahr in hohem Maße entgegen. Dennoch wird sich die aktuelle Zinsentwicklung naturgemäß auf künftige Finanzierungen auswirken. In Zukunft rechnen wir daher mit höheren Zinsaufwendungen. Dennoch gehen wir davon aus, dass wir auch zukünftig unser Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko auf einem niedrigen Niveau halten können.

Neben Währungs- und Zinsrisiken überprüfen wir auch regelmäßig Ausfallrisiken von finanziellen Partnern und leiten risikomindernde Maßnahmen ein.

Die ausreichende Ausstattung mit finanziellen Mitteln bildet die Grundlage, auf der MANN+HUMMEL seine strategische Ausrichtung vorantreiben kann. Finanzwirtschaftliche Risiken halten wir durch solide Finanzierung, eine stabile und permanent überwachte Liquiditätslage und ausreichende Reserveliquidität gering. Bei der vorgehaltenen Reserveliquidität handelt es sich um ausreichende finanzielle Mittel, die für unvorhergesehene kritische Situationen vorgehalten werden und nicht im operativen Geschäft in Anspruch genommen werden können. Wir überwachen fortlaufend und regelmäßig Forderungen, Verbindlichkeiten und Vorratsvermögen und können so notwendige Maßnahmen zur Risikovermeidung auch kurzfristig umsetzen.

Ein Teil unserer Reserveliquidität ist in einem Masterfonds mit mehreren Segmenten (vier Unterfonds und ein Overlay) angelegt. So können die definierten Ertrags- und Risikoparameter immer entsprechend eingehalten werden.

Die Anlagerichtlinien sehen vor, dass die Unterfonds mit einem Risikobegrenzungssystem ausgestattet sind. Demzufolge hat ein Fonds eine feste Wertuntergrenze von -5 % und ein weiterer ein Risikocontrolling ohne feste Untergrenze. Die beiden verbleibenden Fonds sind Absolute-Return-Fonds, die durch ein entsprechendes Risiko-Overlay eine Performance von -10 % nicht unterschreiten dürfen.

Das gebundene Umlaufvermögen überwachen wir kontinuierlich und passen es bei Bedarf an die Umsatzentwicklung an.

Bilanzrelevanten Risiken wie z. B. der Bewertung unseres Anlagevermögens, der Beurteilung und Erfassung von rückstellungsrelevanten Sachverhalten in den einzelnen Geschäftsbereichen oder der periodengerechten Realisierung und Abgrenzung von Umsatzerlösen begegnen wir mit regelmäßigen und engen Abstimmungen zwischen den verantwortlichen Zentralbereichen und den einzelnen Geschäftsbereichen sowie einem eng mit den Geschäftsbereichen und dem Management abgestimmten Forecast-Prozess. Aussagekräftige Kennzahlen runden den Prozess ab. So stellen wir sicher, dass relevante Sachverhalte frühzeitig identifiziert und korrekt abgebildet werden.

Operative Chancen und Risiken

Marktumfeld

Um auf eine weitere Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung in relevanten Märkten schnell reagieren zu können, haben wir im Vorfeld mögliche Szenarien definiert.

Aus diesen Szenarien leiten wir Maßnahmen ab, um das Kostenniveau weitestgehend an mögliche rückläufige Umsatzvolumina anzupassen. Zudem validieren wir kontinuierlich unsere Märkte sowie das Wettbewerbsverhalten, um derartige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten, ggf. marktspezifischen Maßnahmen entgegenzuwirken. Vor diesem Hintergrund haben wir insbesondere im Prozess "IP-Rechte-Umsetzung" unsere Maßnahmen über ein entsprechendes Projekt verstärkt und werden dieses auch im Jahr 2024 fortführen und bei Bedarf die Maßnahmen erweitern.

In Verbindung mit der fortschreitenden Sensibilisierung der Gesellschaft für das Thema Nachhaltigkeit liegt unser Fokus bei der Produktentwicklung auf sauberer Mobilität, sauberer Luft und sauberem Wasser. Im Bereich Transportation arbeiten wir deshalb verstärkt an Filtrationslösungen für Brennstoffzellen und Elektrofahrzeuge. Parallel dazu leisten wir mit unseren Bremsstaubpartikel- und Frontendfiltern einen wichtigen Beitrag zur Feinstaubreduktion. Darüber hinaus runden unsere Filtrations- und Separationslösungen im Bereich Life Sciences & Environment unser Produktportfolio ab und unterstreichen so unser Umweltengagement.

Auch die historisch gewachsene und immer noch hohe Abhängigkeit von der Automobilbranche birgt Risiken. Als Tier-1-Zulieferunternehmen spüren wir den Kostendruck im Seriengeschäft besonders stark. Dies liegt auch an wachsenden Marktanteilen alternativer Antriebe wie Elektromotoren. Zudem gibt es das Risiko eines Produktionsausfalls beim Automobilhersteller, bedingt durch den Ausfall einzelner Automobilzulieferer (aufgrund von Unterkapazität), auch im Zusammenhang mit den Konflikten in der Ukraine und in Gaza und den damit verbundenen negativen Einflüssen auf ihre Produktionsabläufe sowie auf Einkaufs- und Logistikprozesse oder r aufgrund von Anlaufschwierigkeiten bei den neuen Technologien (inkl. Überkapazität) mit negativen Auswirkungen auf den Umsatz bei MANN+HUMMEL.

Wir reagieren proaktiv auf das bevorstehende Auslaufen des Verbrennungsmotors, indem wir unsere Kernkompetenzen auf neue Geschäftsfelder und Antriebstechnologien übertragen und damit unsere Produktpalette diversifizieren. Gleichzeitig erschließen wir so neue Märkte.

Wettbewerbskonformes Verhalten steht hierbei im Fokus. Interne Prozesse zur Prüfung etwaiger Drittrechte oder auch Managementprozesse zur Einhaltung aller Regularien sind unsere Basis für ein rechtlich einwandfreies Verhalten im Wettbewerb.

Die schnellen und tiefgreifenden Veränderungen sowie der stetige Wandel, den das digitale Zeitalter mit sich bringt, fordern alle gleichermaßen: MANN+HUMMEL als Unternehmen, unser Führungspersonal und jeden einzelnen unserer Mitarbeiter.

Vor neue Herausforderungen stellen uns nicht nur die Transportlösungen jenseits des Verbrennungsmotors, sondern auch die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft sowie die wachsenden Ansprüche an nachhaltiges Wirtschaften.

Doch diese Veränderungen eröffnen uns auch eine Vielzahl neuer Chancen. Unsere Kernkompetenz Filtration aus über 80 Jahren Erfahrung ist ein Vorteil für die Entwicklung innovativer Produkte in neuen Geschäftsfeldern. Ein gutes Beispiel dafür ist das Geschäftsfeld Life Sciences & Environment. Dort ermöglicht uns eine breite Diversifikation auch eine wachsende Unabhängigkeit vom Automobilsektor und darüber hinaus öffnen wir unser Unternehmen für neue Technologien und Innovationen.

Die Gewinnung und Bindung von Fachkräften ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie. Mit Maßnahmen wie beispielsweise dem Talent-Management-Programm und der Anwendung der Leadership-Prinzipien bleiben wir nah am Arbeitnehmer und können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter individuell weiterentwickeln.

Einkauf

Auf unseren Beschaffungsmärkten bergen vor allem Preisschwankungen bei Rohstoffen und Materialien Risiken, aber auch Chancen. Das Risiko der Kostensteigerung versuchen wir durch langfristige Verträge und eine weltweit agierende und heterogene Lieferantenbasis im Rahmen unseres konzernweiten Warengruppenmanagements zu minimieren. Für das Jahr 2024 sehen wir die Chance auf eine Entspannung der Marktsituation und eine damit einhergehende Kostenentlastung auf den Rohstoffmärkten.

Durch anhaltende internationale Krisen sind wir fortwährend in erhöhtem Maße dem Risiko einer Unterbrechung von Lieferketten und damit möglicher Produktionsunterbrechungen ausgesetzt. Durch Maßnahmen in Kooperation mit unseren Lieferanten konnten Lieferengpässe oder auch Lieferunterbrechungen weitgehend abgewendet werden. Damit das so bleibt, trägt unser zentrales Einkaufscontrolling wesentlich zu Transparenz, Steuerung und Risikominimierung bei: Permanentes Monitoring (mittels leistungswirtschaftlicher und logistischer Kennzahlen) und die enge Abstimmung mit unseren systemrelevanten Zulieferern stabilisieren den Warenfluss. Im Bereich der Materialentwicklung gelang zudem eine Flexibilisierung der Lieferketten durch die Definition, Validierung und Freigabe alternativer Materialien für einige Produktgruppen.

Ein weiteres Risiko für unsere Lieferketten stellen auch Insolvenzen von Geschäftspartnern dar. Anhaltend hohe Energiepreise und das geänderte Zinsumfeld könnten dazu führen, dass im nächsten Jahr mehr Lieferanten in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. MANN+HUMMEL wirkt diesem Risiko durch einen ganzheitlichen Risikomanagementprozess im Einkauf entgegen. Dieser Prozess beinhaltet neben der laufenden Bonitätsprüfung auch eine systemgestützte und dauerhafte Überwachung aller wesentlichen Lieferanten und regelmäßige Absprachen mit den Warengruppenmanagern. Durch diese Maßnahmen erkennt MANN+HUMMEL etwaige Risiken einer Lieferanteninsolvenz frühzeitig und kann schnell reagieren.

Die zunehmende Anzahl von Regulierungen auf EU-Ebene, wie bspw. Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM), European Deforestation Regulation (EUDR) oder das vorgesehene "Per- and Polyfluoroalkyl Substances (PFAS)"-Verbot, wirken sich auf die Beschaffung verschiedener Rohstoffe aus und belasten die Unternehmen zusätzlich. Einerseits bergen diese Regulierungen das Risiko von Kostenerhöhungen, andererseits stellen sie einen administrativen Mehraufwand dar. MANN+HUMMEL bewertet solche Regulierungen frühzeitig in einem cross-funktionalen Team, um mögliche Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb einschätzen zu können. Ergeben sich hieraus finanzielle Belastungen, wie bspw. durch die zusätzliche Besteuerung importierter Güter, prüft der Einkauf u. a. alternative Quellen im Rahmen der Warengruppenstrategie.

MANN+HUMMEL bekennt sich zu Corporate Social Responsibility (CSR) in der Lieferkette. Dahingehende Anforderungen werden nicht nur vom Gesetzgeber, von den Stakeholdern und der Gesellschaft gestellt, sondern sind auch Teil unserer Unternehmensphilosophie. CSR beginnt für uns bei der verantwortungsvollen und nachhaltigen Beschaffung der Materialien über die gesamte Lieferkette hinweg. Ein Fehlverhalten in der Lieferkette stellt dabei auch ein Risiko für MANN+HUMMEL dar. Aus diesem Grund führen wir regelmäßige Lieferantenaudits durch, verpflichten unsere Zulieferer zu nachhaltigem Handeln und erfüllen so die operativen Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes.

Darüber hinaus unterziehen wir seit Mitte 2023 unsere Lieferantenbasis einer Nachhaltigkeitsbewertung durch einen externen Partner. Die Ergebnisse dieser Bewertung fließen kontinuierlich in unsere Lieferantenstrategien und einzelne Einkaufsentscheidungen ein.

Ausfall von wichtigen Kunden

Sowohl als Tier-1-Zulieferer als auch im Ersatzteilgeschäft pflegen wir langfristige und vertrauensvolle Beziehungen zu unseren Kunden. Wir überwachen unsere Risiken kontinuierlich und passen unsere Kreditlimits dynamisch an das Zahlungsverhalten und die Bonität unserer Kunden an. Der Ausfall eines unserer Großkunden hätte zwar negative Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung, würde aber nicht unsere Existenz bedrohen. Um die Risiken solcher Abhängigkeiten zu verringern, verfolgen wir zum einen eine Diversifikationsstrategie und bieten ein breites Portfolio an innovativen Produkten für verschiedene Filtrationsmärkte an. Zum anderen haben wir unsere bestehende Warenkreditversicherung deutlich verbessert, erweitert und die Beschränkung auf einzelne Länder oder Kundengruppen aufgehoben. Die neue Warenkreditversicherung wird derzeit global ausgerollt und schließt nur OEMs mit sehr guter Bonität aus.

Qualität

Qualität, Arbeitsschutz und Umwelt

Hochqualitative Produkte und die Zufriedenheit unserer Kunden sind die zentralen Ziele unseres Unternehmens. Qualitätsprobleme und daraus folgende Kundenreklamationen sowie Gewährleistungsfälle stellen daher ein erhebliches Risiko dar. Unsere Reputation und die finanzielle Situation unseres Unternehmens wären gefährdet.

Darum gelten im Rahmen des IATF-16949-zertifizierten MANN+HUMMEL Management-Systems hohe Qualitätsstandards - sowohl für die Produkt- und Prozessentwicklung als auch für die Produktion in allen Werken des Geschäftsfelds Transportation. Die Kernelemente sind dabei unsere Qualitätsziele, die wir top-down definieren, bottom-up konkretisieren und über unsere operativen Bereiche hinweg konsolidieren. Dieses konzernweite Qualitätsmanagementsystem erstreckt sich über alle unsere Geschäftsprozesse. Die größte Chance zur Fehlererkennung und -vermeidung nutzen wir allerdings schon vorab durch eine ausgewogene und gewissenhafte Planung.

Kundenqualitäts- und Gewährleistungsteams arbeiten eng mit unseren Kunden, den Entwicklungsbereichen und den Produktionswerken zusammen. So stellen wir die Qualität der Produkte sicher und können bei Qualitätsrisiken schnell reagieren.

Gewährleistungsrisiken berücksichtigen wir auch durch angemessene Rückstellungen; Versicherungen für mögliche Schäden durch Rückrufe sowie für Produkthaftungsfälle bieten weiteren Risikoschutz.

MANN+HUMMEL hat globale Arbeitsschutz- und Umweltstandards etabliert und in einer globalen Managementpolitik verankert. Diese Standards berücksichtigen den vollständigen Produktlebenszyklus und auch unsere Lieferketten.

Zahlreiche Produktionsstandorte sind nach ISO 45001 (Arbeitsschutzmanagement) und ISO 14001 (Umweltmanagement) zertifiziert. Dieses Arbeitsschutz- und Umweltmanagementsystem besteht aus globalen und lokalen Standards und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Durch interne und externe Audits wird die Implementierung der Standards regelmäßig überwacht.

Trotz dieser hohen Unternehmensstandards können Arbeitsschutz- und Umweltschutz-relevante Vorfälle nicht vollständig ausgeschlossen werden. Vorfälle wie Arbeitsunfälle, Brände oder Umweltverschmutzung können Betriebsunterbrechungen zur Folge haben und sich auf Vermögenswerte und das Finanzergebnis auswirken. Zur Minderung dieser wirtschaftlichen Risiken haben wir ebenfalls entsprechende Versicherungen abgeschlossen.

Die von MANN+HUMMEL eingeführten globalen Arbeitsschutz- und Umweltstandards haben auch das Ziel, die Einhaltung der entsprechenden rechtlichen Vorgaben zu gewährleisten. Als Unternehmen mit einem globalen Fußabdruck muss MANN+HUMMEL eine große Anzahl unterschiedlicher rechtlicher Arbeitsschutz- und Umweltschutz-relevanter Vorschriften sowie lokale Genehmigungsauflagen beachten. Strengere gesetzliche Anforderungen benötigen zusätzliche Investitionen, z. B. im Bereich Klimaschutz, Energieeffizienz, Brandschutz und Maschinensicherheit.

Um die Risiken im Bereich Umwelt- und Arbeitsschutz weiter zu reduzieren, führen wir an zahlreichen Produktionsstandorten regelmäßig interne oder externe Health, Safety & Environment (HSE) Compliance Audits durch.

Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeitsanforderungen von Seiten der Gesetzgeber und Kunden sind in 2023 deutlich gestiegen und damit auch das Bruttorisiko von potenziellen Nichteinhaltungen.

Wir müssen dabei die unterschiedlichen nationalen und internationalen Rechtsnormen im Kontext der Nachhaltigkeit/ESG beachten. Insbesondere in Europa ist der Gesetzgebungsprozess sehr dynamisch. Neue EU-ESG-Gesetze (CBAM, EUDR) traten 2023 ebenso in Kraft wie nationale Gesetze, z. B. das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, das für MANN+HUMMEL globale Anwendung findet. Diese Gesetze, aber auch andere Anforderungen, wie z. B. CSRD/EU-Taxonomie und US UFLPA, können unsere Kosten erhöhen und die Absatzchancen mindern bzw. zu Absatzverboten führen. Zudem können steuerrechtliche Änderungen zu einer höheren Steuerlast führen.

Zur Vermeidung von Verstößen haben wir die notwendigen Prozesse und Rollen etabliert und unsere Mitarbeiter geschult. Hierzu arbeiten wir konzernweit und gesellschaftsübergreifend mit lokalen Rechtsexperten bzw. Beratern zusammen.

Um Unklarheiten bei der Auslegung der zugrunde liegenden Gesetze (CBAM) und künftigen Berichtspflichten (CSRD, ab 2025) auszuräumen, arbeiten wir auf Grundlage der veröffentlichten Berichtsstandards in globalen Teams mit externen Fachexperten zusammen. Ein Hauptrisiko besteht in der Verfügbarkeit und Qualität der geforderten Daten, insbesondere im Berichtswesen gegenüber Steuerbehörden. Wir haben entsprechende Prozesse zur Qualitätskontrolle eingeführt und weiten diese sukzessive aus.

Informationstechnologie

Unsere globalen digitalen Netzwerke sind die Grundlage für die weltweite Präsenz unserer Unternehmensgruppe. Ein schneller und sicherer Datenverkehr bietet Möglichkeiten zur Optimierung von Prozessen und zur Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten. Die Sicherstellung der ständigen Verfügbarkeit valider Daten stellt hohe Anforderungen an die Informationstechnologie unseres Unternehmens. Redundante Rechenzentren und Systeme bieten eine hohe Datenverfügbarkeit. Unsere IT-Landschaft und -Architektur unterstützt die kontinuierliche Überprüfung, Erweiterung und Entwicklung in den Bereichen Datensicherheit, Datenzugänglichkeit und Prozessbeschleunigung. Digitalisierung und digitale Transformation sind Kernbestandteile unserer Unternehmensstrategie und dienen der Rationalisierung und Automatisierung betrieblicher Prozesse. Wir investieren kontinuierlich in unsere IT-Systeme und deren Umgebung, um diese Ziele zu erreichen.

Im Jahr 2023 hat MANN+HUMMEL eine Business Process Management Organisation (BPMO) gegründet, um eine konsistente Geschäftsprozesslandschaft mit global effizienten End-to-End- Prozessen zu etablieren. Die Standardisierung spielt eine Schlüsselrolle bei der Prozesseffizienz, da durch die Beseitigung von Redundanzen, die Stärkung der Qualitätssicherung und die Minimierung von Fehlern das organisatorische Risiko reduziert wird. Konsistente und einheitliche Verfahren vereinfachen die Arbeit für die Mitarbeiter und maximieren die gesamtwirtschaftlichen Ergebnisse. Daher ist die Abstimmung von IT-Lösungen auf standardisierte Geschäftsprozesse von entscheidender Bedeutung.

Im Jahr 2023 sehen wir einen Anstieg von Lösegelderpressungen bei anderen Unternehmen. Dieses Cyberrisiko stellt durch mögliche Betriebsunterbrechungen ein existentielles Risiko dar. Hacker zielen zunehmend auf IT- und physische Lieferketten ab, starten Massencyberangriffe und finden neue Wege, um große und kleine Unternehmen zu erpressen. MANN+HUMMEL hat vorbeugende Maßnahmen ergriffen und wir konnten derartige Angriffe auf unser Unternehmen auch im Berichtsjahr abwehren.

Als global tätiges Unternehmen ist MANN+HUMMEL verschiedenen bestehenden und neuen Vorschriften ausgesetzt, deren rechtskonforme Umsetzung in den jeweiligen nationalen Organisationen sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Ein Wettbewerbsvorteil ergibt sich aus einer effizienteren Einhaltung der Vorschriften im Vergleich zu unseren Wettbewerbern und aus dem im Vergleich höheren Vertrauen, das unsere Geschäftspartner in unser Handeln haben. Herausforderungen ergeben sich aus der großen Anzahl neuer Gesetze, wie dem Gesetz über künstliche Intelligenz (AI Act), dem Cyberresiliencegesetz (CRA), der EU-Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS 2), dem Gesetz zum Schutz personenbezogener Informationen (PIPL) und vielen anderen. Die Abteilung für Informationssicherheit und Datenschutz versucht mit einer frühzeitigen Analyse und Vorbereitung auf das Inkrafttreten dieser neuen Gesetze, teilweise unterstützt durch externe Beratung der betroffenen Bereiche im Unternehmen und des Rechtsbereichs, dem Risiko der Nichteinhaltung durch MANN+HUMMEL vorzubeugen.

Unsere Aktivitäten und Prozesse der Security Operations sollen die Informationssysteme, Daten und Vermögenswerte von MANN+HUMMEL kontinuierlich schützen. Die primären Key Performance Indicators (KPIs) sind dabei die zeitnahe und effektive Erkennung von, Reaktion auf und Behebung von Sicherheitsbedrohungen und -vorfällen. Dies umfasst die Implementierung und Verwaltung einer Vielzahl von Sicherheitskontrollen, Technologien und Verfahren, um die digitale Umgebung der Organisation zu schützen. Zu den wichtigsten Komponenten der Security Operations gehören:

Überwachung und Erkennung - kontinuierliche Überwachung von Netzwerkverkehr, Systemprotokollen und anderen Datenquellen, um ungewöhnliche oder verdächtige Aktivitäten zu identifizieren. Das geschieht durch Firewalls und Intrusion Detection, EDR, IAM/AD und andere Sensoren, die in einer SIEM-Lösung korreliert werden.

Reaktion auf Cybersicherheitsvorfälle - Entwicklung und Implementierung von Plänen und Verfahren zur Reaktion auf Sicherheitsvorfälle. Dies beinhaltet die Identifizierung der Art und des Umfangs des Vorfalls, die Eindämmung seiner Auswirkungen, die Beseitigung der Bedrohung und die Wiederherstellung betroffener Systeme sowie die Ableitung von Lessons Learned.

Schwachstellenmanagement - regelmäßige Bewertung und Verwaltung von Schwachstellen in Software, Systemen und Netzwerken. Dies beinhaltet Sicherheitsbewertungen, Patch-Management und andere Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos von Ausnutzung.

Threat Intelligence - kontinuierliche Analyse der neuesten Sicherheitsbedrohungen und deren Entwicklung. Dies beinhaltet das Sammeln von Informationen über potenzielle Bedrohungen, das Verständnis von Angreifertaktiken, -techniken und -verfahren und die Verwendung dieser Informationen zur Verbesserung von Sicherheitsmaßnahmen.

Die Security Operations sind zusammen mit anderen Funktionen, wie z. B. Risikomanagement und Compliance, ein integraler Bestandteil der Gesamt-Cybersicherheitsstrategie. Das Ziel ist ein robuster und widerstandsfähiger Sicherheitszustand, der es uns ermöglicht, schnell und effektiv auf Attacken zu reagieren.

Im Jahr 2023 wurde mit der Beratungsfirma Deloitte ein Vorprojekt zur Einführung eines Business Continuity Management Systems (BCMS) durchgeführt, das zeitnah etabliert wird. Ein BCMS ist eine Managementmethode, die die Kontinuität der Geschäftsabläufe unter Krisenbedingungen oder zumindest unter unvorhersehbar schwierigen Bedingungen sicherstellt. Die Unterbrechung unseres Geschäftsbetriebs soll so verhindert werden, um schwere Schäden oder verheerende Verluste zu vermeiden. Wir nutzen die Erkenntnisse aus dem Group Risk Management, um BCMS im Einklang mit wesentlichen Risiken umzusetzen.

Betrug und Verhaltenskodex-Verletzung

In vielen Ländern werden zunehmend Untersuchungen von Kartellbehörden durchgeführt. Bei Wettbewerbsverstößen oder sonstigem rechtswidrigem Verhalten können Strafen anfallen. Um dem entgegenzuwirken, regeln unsere Unternehmensrichtlinien gemeinsam mit unserem Verhaltenskodex die korrekte Vorgehensweise in Bezug auf kartellrechtliche Themen, Exportkontrolle, Korruption und andere Gesetzesverstöße. Auch sensibilisieren wir alle Mitarbeiter weltweit durch nachhaltiges Training in diesen Themenbereichen. Durch diese Schulungen können wir Risiken zwar nicht vollständig vermeiden, aber deutlich reduzieren. Prozesskontrollen sowie entsprechende Richtlinien dazu mindern das Risiko von Compliance-Verstößen (interner sowie externer Natur). Mit unserem "Whistleblowing System", das öffentlich auf unserer Website zugänglich ist, hat jeder Mitarbeiter und jede Drittpartei eine Plattform, um Compliance-Verdachtsfälle und -Risiken jederzeit zu melden.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Die leistungswirtschaftlichen Risiken umfassen mögliche Schäden durch Betriebsunterbrechungen und Verluste von Sachanlagevermögen.

Naturkatastrophen, terroristische Handlungen oder andere Störungen in den Produktionseinrichtungen oder innerhalb der Lieferketten - sowohl bei Kunden als auch bei Zulieferern - können erhebliche Schäden und Verluste verursachen. Zur Begrenzung dieser Risiken haben wir Versicherungen in wirtschaftlich angemessener Höhe abgeschlossen.

Steuern

Als international tätige Gruppe agiert MANN+HUMMEL in verschiedenen länderspezifischen Steuersystemen. Entsprechend komplex sind die steuerrechtlichen Risiken. Die Einhaltung der jeweiligen Steuervorschriften wird darum durch zusätzliche lokale Steuerberater sichergestellt, die von den einzelnen Tochtergesellschaften beauftragt werden. Darüber hinaus optimiert MANN+HUMMEL interne Steuerkontrollsysteme im gesamten Konzern, zum Beispiel im Bereich indirekter Steuern und grenzüberschreitender Beziehungen. Laufende Kontrollen dienen der Identifizierung und frühzeitigen Minimierung etwaiger Steuerrisiken. Gruppenweite Richtlinien - beispielsweise zu Verrechnungspreisen - werden daher kontinuierlich aktualisiert und transparent an unsere Mitarbeiter weltweit kommuniziert. Zudem folgt die Gruppe einem einheitlichen gruppenweiten Ansatz zur Dokumentation von Verrechnungspreisen, um den gestiegenen formalen Anforderungen der Steuerbehörden weltweit gerecht zu werden.

Bei fehlendem oder zu geringem künftigem steuerlichem Einkommen besteht ein bilanzielles Risiko, da der Steuervorteil aus Verlustvorträgen und steuerlich abzugsfähigen temporären Differenzen nicht oder nicht mehr in vollem Umfang angesetzt werden darf und sich deshalb negative Auswirkungen auf das Konzernergebnis ergeben können.

Die CO 2 -Steuer-Thematik wird dabei geschäftsprozessübergreifend bewertet, denn Nachhaltigkeit bedeutet für MANN+HUMMEL, dauerhaft wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen - für unsere Kunden, Mitarbeiter, Investoren, Geschäftspartner und MANN+HUMMEL. Diese ganzheitliche Betrachtung ist Teil unserer Unternehmensstrategie; sie ist als Kernziel definiert, bereits heute in unseren Leitlinien und Geschäftsprozessen verankert und spiegelt sich in unseren Produkten wider.

Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation

Chancen und Risiken beobachten wir kontinuierlich. Die Risiken werden in einem iterativen Prozess fortwährend bewertet. So können wir einerseits Gefahren frühzeitig minimieren und andererseits Chancen zeitnah nutzen. Trotz der derzeit herrschenden schwierigen geopolitischen Lage sind im Moment keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand der Unternehmensgruppe gefährden.

7. Prognosebericht

Das Geschäftsjahr 2023 war für die MANN+HUMMEL GmbH von verschiedenen Herausforderungen gekennzeichnet. Trotzdem waren wir in der Lage, das erwartete leichte Umsatzwachstum zu erreichen sowie den prognostizierten Anstieg des EBIT's deutlich zu übertreffen.

Die MANN+HUMMEL GmbH rechnet für das Geschäftsjahr 2024 mit einem leichten Rückgang der Umsatzerlöse zwischen 5% und 6%. Beim EBIT erwarten wir ebenfalls einen Rückgang zwischen einer Spanne von 80 Mio. EUR bis 100 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr.

Aufgrund der aktuellen Lage in Russland ist im Moment ein Zeitrahmen für das Gelten der Sanktionsmaßnahmen nicht absehbar. Wir gehen aber davon aus, dass die Russland-Krise längerfristig anhalten wird. Aus diesem Grund haben wir zurzeit die Aktivitäten in unserer russischen Gesellschaft eingestellt. Aufgrund der bestehenden Unsicherheit ist dies bislang in unseren Planungen für das Geschäftsjahr 2024 enthalten.

Die aktuellen makroökonomischen und geopolitischen Entwicklungen bergen erhebliche Unsicherheiten und Risiken. Deshalb ist es unser vorrangiges Ziel durch geeignete Maßnahmen die Effizienz des Unternehmens zu steigern und damit unsere Margenqualität nachhaltig zu verbessern. Aus diesem Grund überprüfen und hinterfragen wir fortwährend unsere Standortstrategie und unser Produktportfolio. Notwendige Maßnahmen werden wir bei Bedarf schnellstmöglich einleiten.

 

Ludwigsburg, 24. Mai 2024

MANN+HUMMEL GmbH

Die Geschäftsführung

gez. Hanno Höhn

gez. Helena Hofer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 67.365.679,50 105.856.354,00
2. Entgeltlich erworbene DV-Software 3.207.259,00 3.983.623,00
- 70.572.938,50 109.839.977,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.535.802,42 13.456.200,42
2. Technische Anlagen und Maschinen 52.128.780,00 59.139.797,02
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.491.705,00 10.707.316,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 17.464.734,65 14.014.775,80
95.621.022,07 97.318.089,24
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 27.083.564,10 29.343.656,65
2. Beteiligungen 750.824,42 750.824,42
27.834.388,52 30.094.481,07
194.028.349,09 237.252.547,31
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 27.347.871,98 32.034.133,91
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 15.214.344,75 18.848.691,65
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 51.904.593,38 49.951.540,32
4. Geleistete Anzahlungen 54.622,09 67.534,20
94.521.432,20 100.901.900,08
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 139.331.231,68 130.490.229,78
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 368.494.520,16 403.494.825,26
3. Sonstige Vermögensgegenstände 15.706.209,40 24.329.985,71
523.531.961,24 558.315.040,75
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 711.271,08 1.924.810,50
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5.488.265,69 4.842.706,08
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,20 0,20
818.281.279,50 903.237.004,92

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 50.000.000,00 50.000.000,00
II. Kapitalrücklage 34.000.000,00 34.000.000,00
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 22.916.497,82 22.916.497,82
106.916.497,82 106.916.497,82
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 175.321.815,97 172.513.762,95
2. Sonstige Rückstellungen 135.957.666,90 165.396.399,73
311.279.482,87 337.910.162,68
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 24.138,33 571.594,96
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 175.042.217,44 213.907.920,07
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 206.352.958,67 216.032.337,52
4. Sonstige Verbindlichkeiten 18.665.984,37 27.898.491,87
davon aus Steuern EUR 2.676.264,29 (Vj. TEUR 3.631)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 791.634,53 (Vj. TEUR 1.244)
400.085.298,81 458.410.344,42
818.281.279,50 903.237.004,92

Gewinn- und Verlustrechnung für 2023

2023 2022
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 1.505.941.195,21 1.484.433
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 350.232,35 20.705
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 134.699,78 279
4. Sonstige betriebliche Erträge 25.949.548,38 77.625
davon aus Währungsumrechnung EUR 7.231.502,47 (Vj. TEUR 17.773)
1.531.675.211,02 1.541.632
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 742.691.636,77 770.558
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 16.699.900,78 13.562
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 249.830.402,58 295.850
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 56.293.504,33 50.776
davon für Altersversorgung EUR 7.178.011,12 (Vj. TEUR 19.896)
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 31.451.989,17 34.294
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 270.768.296,55 333.338
davon aus Währungsumrechnung EUR 10.630.032,13 (Vj. TEUR 22.329)
1.367.735.730,18 1.498.377
9. Erträge aus Beteiligungen 5.574.429,83 16.884
10. Erträge aus Gewinnabführung 6.894.318,14 0
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.694.378,73 8.921
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 2.260.092,55 0
13. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 2.660
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.654.603,59 24.095
davon aus Aufzinsung EUR 1.175.472,27 (Vj. TEUR 8.457)
12.248.430,56 -950
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.627.178,40 3.546
16. Ergebnis nach Steuern 172.560.733,00 38.759
17. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn 172.560.733,00 38.759
18. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

MANN+HUMMEL GmbH,

Ludwigsburg

A. Rechtliche Verhältnisse

Firma: MANN+HUMMEL GmbH
Sitz: Ludwigsburg
Registergericht: Amtsgericht Stuttgart
Handelsregisternummer: HRB 200155

B. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Dritten Buches des HGB in Verbindung mit rechtsformspezifischen Sondervorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Die zur Erläuterung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erforderlichen Angaben sind, soweit gesetzlich zulässig, in den Anhang übernommen.

C. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierung- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagengitter (Anlage 1 zum Anhang) dargestellt. Die immateriellen Vermögensgegenstände betreffen DV-Anwendungs-Software und Patente. Immaterielle Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind durchgehend zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die aktivierten Eigenleistungen werden zu Herstellungskosten bewertet. Sofern bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens eine dauerhafte Wertminderung vorliegen sollte, wird der niedrigere beizulegende Wert bilanziert.

Die Nutzungsdauern im Anlagevermögen stellen sich wie folgt dar:

Nutzungsdauern
Immaterielle Vermögenswerte 4 - 15 Jahre
Gebäude und Gebäudeteile 10 - 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 3 - 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 15 Jahre

Vermögensgegenstände mit Einzelanschaffungskosten bis zu 250,00 EUR wurden seit dem 01.01.2018 vollständig ergebniswirksam erfasst. Zugänge mit Anschaffungskosten zwischen 250,00 EUR und 1.000,00 EUR werden in einen Sammelposten eingestellt und über eine Laufzeit von 5 Jahren abgeschrieben.

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen sind in der Anteilsbesitzliste dargestellt. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren am Abschlussstichtag beizulegenden Wert angesetzt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Soweit die Wertpapiere des Anlagevermögens ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, werden diese mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den betreffenden Schulden verrechnet.

Unter den Vorräten sind gleichartige Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren unverändert zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Tageswerten am Bilanzstichtag erfasst. Unfertige und fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet, in die neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbezogene Verwaltungskosten einbezogen werden. Das Lagerbestands- und Verwertungsrisiko wurde durch Wertabschläge in erforderlichem Umfang berücksichtigt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert bewertet. Allen erkennbaren Risiken wurde durch Pauschal- und Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen den Geschäftsverkehr im Konzern einschließlich Cash Pooling und Forderungen aus Ergebnisübernahmen.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt und umfassen Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände.

Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten weder Disagio noch Damnum. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitraum darstellen.

Ansprüche aus Deckungsvermögen, welche ausschließlich zur Erfüllung von Pensionsverpflichtungen sowie Altersteilzeitverpflichtungen dienen, werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Anschließend wird das Deckungsvermögen mit den Verpflichtungen aus Pensionen, Altersteilzeit sowie Langzeitkonten saldiert und der übersteigende Betrag als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen.

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt unverändert zum Vorjahr 50 Mio. EUR.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

In den Jahren 2006, 2010, 2016, 2019 und 2022 haben die MANN+HUMMEL GmbH und die MANN+HUMMEL Holding GmbH jeweils einen Schuldbeitrittsvertrag geschlossen. Danach hatte sich die MANN+HUMMEL Holding GmbH als Gesamtschuldnerin neben der MANN+HUMMEL GmbH zur Leistung an die Pensionäre und an die mit unverfallbarem Anspruch ausgeschiedenen Mitarbeiter verpflichtet. Im Innenverhältnis stellt die MANN+HUMMEL Holding GmbH die MANN+HUMMEL GmbH von allen Verpflichtungen aus den genannten Pensionszusagen frei. Aus diesem Grund saldiert die MANN+HUMMEL GmbH die Verpflichtungen gegenüber Pensionären und mit unverfallbarem Anspruch ausgeschiedenen Mitarbeitern mit dem Ausgleichsanspruch gegen die MANN+HUMMEL Holding GmbH.

Die Pensionspläne sehen in Abhängigkeit der Höhe des Versorgungsgutachtens und des Eintrittsdatums, Wahlmöglichkeiten zur vollständigen Auszahlung des Kapitalbetrages, in Ratenblöcken und einer lebenslangen, monatlichen Rente vor. Das Wahlrecht muss unwiderruflich vor Renteneintritt schriftlich angezeigt werden. Im Berichtsjahr wurde bei der Bemessung der Pensionsrückstellung eine Wahrscheinlichkeit, dass die Mitarbeiter die Auszahlung als Einmalkapital wählen, mit 60,8 % (Vorjahr 59,4 %) angenommen.

Die Rückstellungen für Pensionen werden nach dem Projected Unit Credit Verfahren unter Verwendung der modifizierten Heubeck-Richttafeln 2018 G (Vorjahr: Heubeck-Richttafeln 2018 G) ermittelt. Im Berichtsjahr wurde bei der Bemessung der Pensionsrückstellung eine Wahrscheinlichkeit, dass die Mitarbeiter die Auszahlung als Einmalkapital wählen, mit 60,8 % angenommen. Die Bezügedynamik wurde unverändert mit 3,0 % p. a. zugrunde gelegt. Rentensteigerungen werden unverändert mit jährlich 1,478 % unterstellt. Bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurde ein Zinssatz von 1,83 % zugrunde gelegt (Vorjahr: 1,78%). Dieser Zinssatz orientiert sich an dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.

In der Handelsbilanz sind Rückdeckungsversicherungen, die zur Absicherung von Pensionsverpflichtungen bestehen, mit dem Aktivwert anzusetzen. Der Aktivwert wird aus dem zum Schluss der Versicherungsperiode berechneten Deckungskapital abgeleitet. Überschussanteile sind nach denselben Grundsätzen aktivierungspflichtig.

Die sonstigen Rückstellungen sind mit dem nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern sich diese konkret abzeichnen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen den Geschäftsverkehr im Konzern einschließlich Cash Pooling und Verbindlichkeiten aus Ergebnisabführung.

Währungsforderungen und Währungsverbindlichkeiten sind zum Stichtag mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

Die derivativen Finanzinstrumente werden entsprechend § 254 HGB als Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft zusammengefasst, soweit ein unmittelbarer Sicherungszusammenhang zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft besteht. Bei der Absicherung von erwarteten Transaktionen (antizipative Bewertungseinheiten) wird die Einfrierungsmethode angewendet. Hierbei werden die Veränderungen des Grundgeschäfts und die gegenläufigen Veränderungen des Sicherungsinstruments nur in Höhe des ineffektiven Teils unter den sonstigen Rückstellungen als drohender Verlust erfasst.

Außerbilanzielle Geschäfte

Es bestehen Standard-Leasingverträge zur Anmietung von Gabelstaplern, Firmenfahrzeugen, Druckern und Kopierern, IT-Equipment sowie der Telefonanlage.

Die finanziellen Verpflichtungen, die sich aus diesen Leasingverträgen ergeben, sind unter dem Punkt "Sonstige finanzielle Verpflichtungen" genannt.

D. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist in der Anlage zum Anhang "Entwicklung des Anlagevermögens" dargestellt.

Im Berichtsjahr wurde bei der Position "immaterielle Vermögensgegenstände" der Erwerb einer IP-Lizenz aus dem Vorjahr durch eine Rechnungskorrektur im Berichtsjahr angepasst. Der korrigierte Zugang zeigt im Anlagengitter einen negativen Wert von 31,3 Mio. EUR auf.

Die Beteiligungen stellen sich wie folgt dar:

Mann+Hummel GmbH, Ludwigsburg

Angaben zum Anteilsbesitz zum 31.12.2023 gem. §285 Nr. 11 HGB

Name und Sitz der Gesellschaft Anteile am Kapital Eigenkapital Ergebnis des Geschäftsjahres
% TEUR TEUR
1. Tochterunternehmen
Deutschland
MANN+HUMMEL Innenraumfilter GmbH & Co. KG, Himmelkron 100 1.000 0 1)
MANN+HUMMEL Innenraumfilter Verwaltungsgesellschaft mbH, Himmelkron 100 64 2
Europa
MANN+HUMMEL OOO, Moskau / Russische Föderation 100 7.568 -5.266 2)
Asien
CHANGCHUN MANN+HUMMEL FAWER FILTER CO. LTD., Changchun / VR China 50,0 57.179 1.787 2)

1) Jahresergebnis ist Null aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags
2) Es handelt sich um IFRS Zahlen

Die Umrechnung von Fremdwährungen im Eigenkapital erfolgte zum Stichtagskurs 31.12.2023

Die Umrechnung von Fremdwährungen beim Ergebnis erfolgte zum jeweiligen Devsenkassamittelkurs 2023

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände stellen sich wie folgt dar:

Restlaufzeit
Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022 mehr als 1 Jahr 31.12.2023 mehr als 1 Jahr 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 139.331 130.490 - -
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 368.495 403.495 - -
davon aus Lieferungen und Leistungen 162.449 178.038 - -
davon ggü. Gesellschafter 6.894 4.191 - -
sonstige Vermögensgegenstände 15.706 24.330 - -
davon Forderungen aus Lohn und Gehalt 1.739 889 - -
davon Erstattungsansprüche ausländische USt 723 2.869 - -
davon übrige sonstige Vermögenswerte 7.535 11.964 - -
davon Forderungen aus Steuern 41 124 - -
523.532 558.315 - -

3. Rückstellungen für Pensionen

Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt zum 31.12.2023 188,1 Mio. EUR (Vorjahr: 184.6 Mio. EUR). Die hiermit verrechneten Vermögensgegenstände beinhalten Ansprüche aus Deckungsvermögen, die mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 12,8 Mio. EUR (Vorjahr: 12,6 Mio. EUR) bewertet sind.

Aus der Änderung des Zinssatzes ergibt sich eine Erhöhung der Rückstellung um 2,8 Mio. EUR (Vorjahr: Erhöhung der Rückstellung um 2,6 Mio. EUR aus der Änderung des Zinssatzes).

Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellung mit dem 10-Jahresdurchschnittszinssatz und dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz beträgt 2,0 Mio. EUR (Vorjahr: 10,4 Mio. EUR).

Die Vermögensverrechnung stellt sich wie folgt dar:

Deckungsvermögen Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert Schulden Saldierung mit Passivwert aktiver Unterschiedsbetrag
TEUR TEUR TEUR TEUR
Invesco Fonds 9.870 12.692 ATZ 12.692 -
DWS Investments 11.065 11.429 Pensionen 11.429 -
Generali 179 290 Pensionen 290 -
Allianz 150 236 Pensionen 236 -
WTW/CTA 1.070 805 Pensionen 805
22.334 25.452 25.452 -

Im Jahr 2023 wurden, aufgrund der Verrechnung von Ansprüchen aus dem Deckungsvermögen mit den Rückstellungen für Pensionen, unter Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ein Aufwand von 0,0 Mio. EUR (Vorjahr: Aufwand von 0,0 Mio. EUR) mit Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen verrechnet.

4. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Drohverlustrückstellungen, ziel- und erfolgsabhängige Vergütungen, Verluste aus schwebenden Geschäften, Gewährleistungen, Kundenumsatzboni und sonstige Verpflichtungen (z. B. für Altersteilzeit, noch nicht in Anspruch genommenen Urlaub und Gleitzeit, Abfindungsleistungen, Arbeitsjubiläen, ausstehende Rechnungen).

Die Veränderung zum Vorjahr ergibt sich im Wesentlichen aus dem Verbrauch der Drohverlustrückstellung in Höhe von 35,6 Mio. EUR und Zuführung in Höhe von 19,2 Mio. EUR. sowie dem Verbrauch der Restrukturierungsrückstellung in Höhe von 9,6 Mio. EUR und Auflösung in Höhe von 3,6 Mio. EUR. Des Weiteren ist die Rückstellung für die ertragsabhängige Vergütung um 2,8 Mio. gesunken. Gegenläufig hierzu hat sich die Rückstellung für Kundenboni um 8,8 Mio. EUR erhöht. Die anderen Rückstellungen bewegen sich analog zum Vorjahr.

Die Höhe der Rückstellung für Altersteilzeit für potenzielle Fälle beträgt 2,3 Mio. EUR (Vorjahr: 2,3 Mio. EUR). Die mit den Ansprüchen auf Altersteilzeit verrechneten Vermögensgegenstände sind mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 9,5 Mio. EUR (Vorjahr: 12,3 Mio. EUR) bewertet. Die mit den Ansprüchen aus Langzeitkonten verrechneten Vermögensgegenstände sind mit dem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 12,6 Mio. EUR (Vorjahr: 9,4 Mio. EUR) bewertet.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Gesamtbetrag mit einer Laufzeit von gesicherte Beträge
bis zu 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 24 24 - - -
31.12.2022 572 572 - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 175.042 175.042 - - -
31.12.2022 213.908 213.908 - - -
Verbindlichkeiten ggü. Verbundenen Unternehmen 206.353 206.353 - - -
davon aus Lieferungen und Leistungen 32.748 32.748 - - -
davon aus Ergebnisabführungen 172.561 172.561
31.12.2022 216.032 216.032 - - -
davon aus Lieferungen und Leistungen 177.345 177.345 - - -
davon aus Ergebnisabführungen 38.759 38.759
sonstige Verbindlichkeiten 18.666 18.666 - - -
davon aus Steuern 2.676 2.676 - -
davon Verbindlichkeiten aus BAV 9.286 9.286 - -
davon debitorische Kreditoren 4.079 4.079 - - -
31.12.2022 27.898 27.898 - - -
davon aus Steuern 3.631 3.631 - - -
davon Verbindlichkeiten aus BAV 9.014 9.014 - - -
davon debitorische Kreditoren 3.223 3.223 - - -
Stand 31.12.2023 400.085 400.085 - - -
Stand 31.12.2022 458.410 458.410 - - -

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 172.561 Mio. EUR (Vorjahr: 38.759 Mio. EUR).

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von 1.506 Mio. EUR (Vorjahr: 1.484 Mio. EUR) wurden um sämtliche Erlösschmälerungen wie Preisnachlässe, Rabatte und Skonti bereinigt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,4 %.

Die Gesamtleistung in Höhe von 1.506 Mio. EUR (Vorjahr: 1.464 Mio. EUR), Summe aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderung sowie andere aktivierte Entwicklungsleistungen, stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,9 %.

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach Tätigkeitsbereichen sowie nach geografischen Märkten wie folgt:

Nach Geschäftsbereichen 2023
29,1% Erstausrüstung (OE) davon Export 62,0%
59,9% Aftermarket (AA) davon Export 66,4%
11,0% Service (SB) davon Export 91,7%
Nach geografischen Märkten 2023 2022
TEUR TEUR
Europa 1.223.148 1.229.828
Amerika 158.221 137.332
Asien 102.192 95.116
Rest der Welt 22.380 22.157
1.505.941 1.484.433

2. Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 25,9 Mio. EUR (Vorjahr: 77,6 Mio. EUR) sind Erträge aus Kursdifferenzen in Höhe von 5,4 Mio. EUR (Vorjahr: 17,8 Mio. EUR) und periodenfremde Erträge in Höhe von 7,1 Mio. EUR (Vorjahr: 11,2 Mio. EUR) aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten.

3. Personalaufwand

Die Personalaufwendungen enthalten Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 7,2 Mio. EUR (Vorjahr: 19,9 Mio. EUR).

4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Kursdifferenzen in Höhe von 10,1 Mio. EUR (Vorjahr: 22,3 Mio. EUR) enthalten.

5. Beteiligungserträge

Im Berichtsjahr enthält die Position Beteiligungserträge Erträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 5,6 Mio. EUR (Vorjahr: 16,9 Mio. EUR).

6. Zinserträge

Im Berichtsjahr enthält die Position Zinsen und ähnliche Erträge Zinserträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 5,7 Mio. EUR (Vorjahr: 1,2 Mio. EUR).

7. Zinsaufwendungen

Im Berichtsjahr enthält die Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen Zinsaufwendungen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 0,05 Mio. EUR (Vorjahr: 0,05 Mio. EUR).

In den Zinsaufwendungen ist der Zinsanteil aus Pensionsverpflichtungen und den sonstigen Verbindlichkeiten aus Kapitalinanspruchnahme in Höhe von 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 8,5 Mio. EUR) enthalten.

Im Jahr 2023 wurden, aufgrund der Verrechnung von Ansprüchen aus dem Deckungsvermögen mit den Rückstellungen für Pensionen, unter Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ein Aufwand von 0,0 Mio. EUR (Vorjahr: Aufwand von 0,0 Mio. EUR) mit Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen verrechnet.

F. Sonstige Angaben

1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen liegt im Geschäftsjahr bei 131,0 Mio. EUR.

Miet- und Leasingverträge

Die Gesellschaft hat als Mieter und Leasingnehmer Verträge über die Nutzung von Betriebs- und Verwaltungsgebäuden, Fahrzeugen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung abgeschlossen.

Zweck der Geschäfte ist die Nutzung der betreffenden Vermögensgegenstände bei Vermeidung einer langfristigen Kapitalbindung.

Zum Stichtag 31.12.2023 resultieren aus den Verträgen folgende finanzielle Verpflichtungen:

Verpflichtungen aus Miet-/Pacht- und Leasingverträge TEUR 123.961
davon fällig innerhalb eines Jahres TEUR 47.147
davon gegenüber verbundenen Unternehmen TEUR 15.306

Bei Mietverträgen mit unbestimmter Nutzungsdauer wird eine Laufzeit von 10 Jahren unterstellt.

Für Investitionsvorhaben besteht am Abschlussstichtag ein Bestellobligo im Wert von 8.755 TEUR (Vorjahr: 5.021 TEUR).

2. Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft haftet mit weiteren Gesellschaften als Garantin gesamtschuldnerisch für die Schuldscheindarlehen über insgesamt 735,5 Mio. EUR der MANN+HUMMEL Holding GmbH.

Desweiteren haftet die Gesellschaft im Zusammenhang mit Übertragungen von Pensionsverpflichtungen auf die MANN + HUMMEL Holding GmbH im Wege des Schuldbeitritts mit Erfüllungsübernahme im Innenverhältnis. Der Erfüllungsbetrag der Verpflichtung beträgt zum 31.12.2023 194,54 Mio. EUR.

Aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der MANN+HUMMEL Holding GmbH schätzen wir die Inanspruchnahmewahrscheinlichkeit der vorgenannten Haftungsverhältnisse als gering ein.

3. Sonstige Angaben

Die Gesellschaft hat Reverse-Factoring-Verträge geschlossen, auf Basis derer Forderungen an einen Factor verkauft werden. Der Factor trägt das Ausfallrisiko. Die vor Fälligkeit verkauften Forderungen betragen ca. 7,4 Mio. EUR. Damit sichert sich MANN+HUMMEL ein Liquiditätsvorteil.

4. Arbeitnehmer

Jahresdurchschnitt
2023 2022
Gewerbliche Arbeitnehmer 2.643 3.023
Angestellte 1.363 1.431
4.006 4.454

5. Derivative Finanzinstrumente/ Bewertungseinheiten

Derivative Finanzinstrumente werden zentral mit externen Finanzinstituten abgeschlossen. Sie dienen ausschließlich zur Absicherung geplanter Transaktionen. Soweit die Kriterien für die Bildung von Bewertungseinheiten zwischen Grund und Sicherungsgeschäft erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung als Cash-Flow Hedge.

Zum 31. Dezember 2023 bestehen Sicherungsgeschäfte zur Absicherung von Währungsrisiken.

Währungsrisiko

Das Währungsrisiko bezeichnet das Risiko, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftige Cashflows von monetären Posten aufgrund von Wechselkursänderungen negativ beeinflusst werden.

Der Sicherungsansatz zur Absicherung von Währungsrisiken verfolgt mittels einer zentralen und systematischen Währungsrisikobewertung und -strategie, die die regelmäßige Erhebung von erwarteten Risikopositionen, eine Risikobewertung sowie die Ausführung von mehrschichtigen Absicherungen für einen Absicherungshorizont von 12 Monaten umfasst.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden auf der Basis von auf die Restlaufzeit abgezinsten Kursfeststellungen (Wechselkurse und Zinssätze) zugelassener Börsen ermittelt (market-to-market). Die Absicherung erfolgt durch Forwards.

Umfang und Zeitwert der derivativen Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2023 stellen sich wie folgt dar:

Nominalbetrag Beizulegender Zeitwert
in TEUR in TEUR
Währungsbezogene Geschäfte
Derivative Finanzinstrumente 54.617 - 402

Für währungsbezogene Geschäfte, welche zum 31. Dezember 2023 einen negativen Marktwert aufweisen und für die keine Bewertungseinheiten mit Grundgeschäften bestehen, sind Drohverlustrückstellungen in den sonstigen Rückstellungen enthalten (TEUR 0). Positive Bewertungsergebnisse bleiben unberücksichtigt.

Folgende Bewertungseinheiten nach § 254 HGB wurden gebildet:

Grundgeschäft/ Sicherungsinstrument Risiko und Art der Bewertungseinheit Einbezogener Betrag Höhe des abgesicherten Risikos
Hochwahrscheinliche Transaktion in Fremdwährung/ währungsbezogenes Derivat Währungsrisiko, Macro Hedge TRY 105.000 TEUR 7
TCZK 388.000 TEUR 190
TGBP 16.550 TEUR 164

Der einbezogene Betrag entspricht dem abgesicherten geplanten betraglichen Umfang der Grundgeschäfte. Die Höhe des abgesicherten Risikos entspricht den bis zum Abschlussstichtag vermiedenen negativen Wert- oder Zahlungsstromänderungen aus den Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten.

Im Berichtsjahr erfolgt in unwesentlicher Höhe Bilanzierung von Fair Value Hedges, soweit die Kriterien für die Bilanzierung der Grund- und Sicherungsgeschäfte erfüllt waren.

Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird prospektiv anhand der Critical-Term-Match- Methode beurteilt, da bewertungsrelevante Parameter wie Währung, Laufzeit und Betrag für die geplanten Geschäftsvorfälle mit den Parametern des Sicherungsgeschäftes übereinstimmen. Somit wird zukünftig mit einem nahezu vollständigen Ausgleich der gegenläufigen Zahlungsströme gerechnet.

Bis zum Abschlussstichtag haben sich die gegenläufigen Zahlungsströme aus Grund- und Sicherungsgeschäft nahezu vollständig ausgeglichen, sodass es zu einer vollumfänglichen kompensatorischen Bilanzierung von Grund- und Sicherungsgeschäft kommt. Es wird die Einfrierungsmethode angewendet. Der Absicherungszeitraum variiert je nach Grundgeschäft zwischen 1 und 12 Monaten. In diesem Zeitraum gleichen sich die gegenläufigen Wertänderungen oder Zahlungsströme voraussichtlich aus.

6. Aufsichtsrat

Thomas Fischer, Schalksmühle
- Vorsitzender - Geschäftsführender Gesellschafter
Helga Huber, Taufkirchen/Vils Betriebsratsvorsitzende MANN+HUMMEL
- stellv. Vorsitzende - Marklkofen
Dr. Klaus Peter Fouquet, Vaihingen Gesellschafterbevollmächtigter Familie Hummel
Jens Michael Hummel, Stuttgart Diplom-Kaufmann
Johannes Winklhofer, München Geschäftsführender Gesellschafter der iwis Gruppe
Susanne Thomas, Ludwigsburg Gewerkschaftssekretärin IG Metall, Geschäftsstelle Ludwigsburg
Ralph Kraut, Kirchheim am Neckar Betriebsratsvorsitzender MANN+HUMMEL Ludwigsburg
Dr. Karin Exner-Wöhrer, Wien Vorsitzende Vorstand Salzburger Aluminium AG, Wien
Markus Kolczyk, Mundelsheim Leitung Entwicklung Erstausrüstung
Dr. Hans Maier, Backnang Ersatzbevollmächtigter, seit dem 05.05.2023
Gerhard Weis, Römerberg Arbeitnehmervertreter, seit dem 05.05.2023
Lisa Renner, Dorfen Gewerkschaftsekretärin IG Metall Landshut, seit dem 05.05.2023
Melanie Popp, Haag Betriebsrat Himmelkron, bis zum 05.05.2023
Robert Grashei, Altdorf Bevollmächtigter IG-Metall Landshut, bis zum 05.05.2023
Dr. Rolf Heintzeler, München Leitender Versicherungsangestellte, bis zum 05.05.2023

Die Bezüge des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr 78 TEUR (Vorjahr: 74 TEUR).

7. Geschäftsführung

Geschäftsführer der Gesellschaft sind:

Dipl.- Kaufmann Hanno Höhn, Chief Procurement Officer, Bietigheim-Bissingen

Helena Hofer, Chief Human Resources Officer, Leinfelden-Echterdingen (seit 01.01.2023)

Auf die Angabe der gewährten Gesamtbezüge der Geschäftsführungsmitglieder wird im Geschäftsjahr in Bezugnahme auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Dieser Verzicht erstreckt sich auch auf die Angaben für frühere Geschäftsführungsmitglieder. Zum Bilanzstichtag bestehen keine Pensionsverpflichtungen für die früheren Geschäftsführungsmitglieder oder ihre Hinterbliebenen. Mitgliedern der Geschäftsführung sind zum Bilanzstichtag weder Kredite noch Vorschüsse gewährt worden.

Haftungsverhältnisse zugunsten von Organmitgliedern sind ebenfalls nicht eingegangen worden.

8. Konzernunternehmen

Den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen der MANN+HUMMEL Gruppe erstellt die MANN+HUMMEL International GmbH & Co. KG, Ludwigsburg. Der Konzernabschluss wird nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften gemäß § 315e Abs. 3 HGB erstellt. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister veröffentlicht. Die Gesellschaft wird mit befreiender Wirkung (§ 291 HGB) in diesen Konzernabschluss einbezogen.

9. Ergebnisabführungsvertrag

Aufgrund eines mit der Muttergesellschaft MANN+HUMMEL Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Ludwigsburg, geschlossenen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages wird der Jahresüberschuss in Höhe von 172,6 Mio. EUR an diese abgeführt.

10. Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Die Prüfung des Jahresabschlusses der Gesellschaft wurde durch die EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, durchgeführt. Die Angabe des Honorars des Abschlussprüfers unterbleibt gemäß § 285 Nr. 17 HGB. Die gesamten Honorare der EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, sind in den Angaben im Konzernabschluss der Mann+Hummel International GmbH & Co. KG, Ludwigsburg, enthalten.

11. Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind. Für die Auswirkungen zur Ukraine Krise wird auf den Lagebericht verwiesen.

 

Ludwigsburg, 24. Mai 2024

gez. Hanno Höhn

gez. Helena Hofer

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs - bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 149.838.213,93 -31.282.531,25 0,00 0,00 118.555.682,68
2. Entgeltlich erworbene DV-Software 43.755.491,33 1.212.057,68 253.839,52 65.537,99 45.155.850,54
193.593.705,26 -30.070.473,57 253.839,52 65.537,99 163.711.533,22
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 70.219.956,74 461.924,80 1.505.515,45 0,00 72.187.396,99
2. Technische Anlagen und Maschinen 398.641.355,01 4.046.006,26 6.270.980,95 16.221.892,12 392.736.450,10
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 71.409.386,24 4.326.958,41 1.617.362,83 4.032.238,93 73.321.468,55
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 14.014.775,80 13.097.657,60 -9.647.698,75 0,00 17.464.734,65
554.285.473,79 21.932.547,07 -253.839,52 20.254.131,05 555.710.050,29
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 29.343.656,65 0,00 0,00 0,00 29.343.656,65
2. Beteiligungen 750.824,42 0,00 0,00 0,00 750.824,42
30.094.481,07 0,00 0,00 0,00 30.094.481,07
Insgesamt 777.973.660,12 - 8.137.926,50 0,00 20.319.669,04 749.516.064,58
Abschreibungen
Stand 01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 43.981.859,93 7.208.143,25 0,00 0,00 51.190.003,18
2. Entgeltlich erworbene DV-Software 39.771.868,33 2.242.261,20 0,00 65.537,99 41.948.591,54
83.753.728,26 9.450.404,45 0,00 65.537,99 93.138.594,72
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 56.763.756,32 887.838,25 0,00 0,00 57.651.594,57
2. Technische Anlagen und Maschinen 339.501.557,99 16.098.896,79 -135.855,56 14.856.929,12 340.743.525,66
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 60.702.070,24 5.014.849,68 135.855,56 4.023.011,93 61.829.763,55
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
456.967.384,55 22.001.584,72 0,00 18.879.941,05 460.224.883,78
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 2.260.092,55 0,00 0,00 2.260.092,55
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 2.260.092,55 0,00 0,00 2.260.092,55
Insgesamt 540.721.112,81 33.712.081,72 - 18.945.479,04 555.623.571,05
Restbuchwerte
Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 67.365.679,50 105.856.354,00
2. Entgeltlich erworbene DV-Software 3.207.259,00 3.983.623,00
70.572.938,50 109.839.977,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.535.802,42 13.456.200,42
2. Technische Anlagen und Maschinen 52.128.780,00 59.139.797,02
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.491.705,00 10.707.316,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 17.464.734,65 14.014.775,80
95.621.022,07 97.318.089,24
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 27.083.564,10 29.343.656,65
2. Beteiligungen 750.824,42 750.824,42
27.834.388,52 30.094.481,07
Insgesamt 194.028.349,09 237.252.547,31

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die MANN+HUMMEL GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der MANN+HUMMEL GmbH, Ludwigsburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt 5 des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Wir geben kein Prüfungsurteil zu dem Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung ab.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung entsprechend § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, 24. Mai 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Heubach, Wirtschaftsprüfer

gez. Mutschler, Wirtschaftsprüfer

Angabe zur Feststellung

Feststellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2023

Der Jahresabschluss der MANN+HUMMEL GmbH zum 31.12.2023 ist durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 24.05.2024 festgestellt worden.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

21 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.