Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRB 717302
Vorher
Happich Pelzer GmbH
Eingetragen
4.12.2017
Branche
Herstellung von KrafträdernTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Krafträdern, Kraftradteilen und -zubehörGroßhandel mit Krafträdern, Kraftradteilen und -zubehör
Gegenstand
a) Die Entwicklung, die Herstellung, Erprobung - auch Renneinsatz - und der Vertrieb von Motorrad- und Rallyeausrüstung und Zubehör. b) Der Handel mit Computern, Software und Zubehör. c) Der Handel mit Telekommunikationseinrichtungen. d) Die Herausgabe von Druckerzeugnissen, insbesondere Büchern und Verlagsprodukten. e) Die Produktion von Filmen und der Handel mit Filmen und Filmrechten. Jeweils für ausschließlich zivile (nicht militärische) Zwecke, sowie ferner die Ausübung aller mit dem vorgenannten Unternehmensgegenstand im Zusammenhang stehenden oder dem Zweck des Unternehmens förderlichen Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stefan Nitschke
seit 12.2.2024
Prokura
Silke Winterer
seit 10.10.2022
Prokura
Martin Wickert
seit 17.1.2018
Prokura
Alberto Reinhart
seit 4.12.2017
Geschäftsführer
Prokura
Marc Pelzer
seit 4.12.2017
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Name, Vorname, Geburtsdatum, Wohnort/ Firma, Satzungssitz, Registergericht und Registernummer
50.00%
Pelzer Swiss Holding AGCHE
50.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Pelzer Holding GmbH
Germany
500.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Touratech GmbH

Niedereschach

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1.1 Gegenstand des Unternehmens

Die Touratech GmbH ist Produktentwickler und Hersteller von Produkten für Reise, Outdoor und Sport mit dem Motorrad. Die Bandbreite reicht von Navigationshilfen inklusive rallye-erprobter Halterungen über Koffersysteme, Zubehör und Spezialteile für Reiseenduros und sportliche Tourenmotorräder bis hin zu umfangreicher Fahrerausstattung.

Die Touratech GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Pelzer Holding GmbH und somit Teil der Pelzer Family Company - ein strategisch orientiertes, familiengeführtes Unternehmen, das langfristige Ziele verfolgt.

1.2 Gesamtwirtschaftliche Situation

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland war im Jahr 2023 weiterhin durch die Folgen des Kriegs in der Ukraine geprägt, auch wenn sich die Dynamik betreffend der gestiegenen Energiepreisen sowie der Material- und Lieferengpässe etwas abgeschwächt hat. Trotzdem hat sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung weiterhin eingetrübt und das BIP ist preisbereinigt um 0,2% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Deutschland ist demnach in eine Rezession gerutscht.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich der deutsche Motorradmarkt, gemessen an den Neuzulassungen, weiterhin dynamisch und konnte ein Wachstum von 7,2 % gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Innerhalb des deutschen Marktes ist diese Steigerung insbesondere auf Neuzulassungen von Motorrädern über 125 Kubik zurückzuführen. Die Neuzulassungen in der 125er Klasse steigerten sich im Vorjahresvergleich um 16,4% auf 125.709 Stück. Auch die ersten Zahlen des europäischen Motorradmarkts (aus den ersten drei Quartalen 2023) zeigen ein Wachstum bei den Motorradneuzulassungen.

Vor allem in den für Touratech relevanten Bereichen Reiseenduro/SUV und Klassik/Roadstar zeigt sich aber weiterhin eine interessante Marktdynamik und diese Segmente werden in den nächsten Jahren weiterhin relevant bleiben.

2. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens

Die Touratech GmbH steht nach der Integration in die Pelzer Family Company für innovative Produkte im Bereich Motorradreisen und Adventure. Vor allem durch die kunden- und produktionsnahe Forschung und Entwicklung wird die führende Marktposition stets gefestigt und ausgebaut. Als Bestätigung hierfür erreichte Touratech im Jahr 2023 den 5. Platz im Bereich Fahrwerks-Tuning, den 3. Platz im Bereich Gepäcksysteme und im Bereich Rucksäcke sowie erneut den 1. Platz im Bereich Zubehör und Umbauten von Europas größter Motorradzeitschrift "MOTORRAD".

Mit dem Schritt der Integration in die Pelzer Family Company hat die Tradition der Touratech GmbH wieder eine klare Perspektive und Zukunftsfähigkeit gewonnen. Die gesetzten Werte Beständigkeit, Effizienz, Authentizität, Innovationskraft und Verlässlichkeit gegenüber Kunden, unseren Partnern und natürlich auch gegenüber den Mitarbeitern sind die Basis des Erfolges.

Im Bewusstsein unserer Stärken und Qualitäten werden wir die kommenden Entwicklungen des Motorradzubehörmarktes prägen und unser Produktportfolio gezielt an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten, um stets am Puls der Zeit zu sein. Unseren Blick richten wir auf näher zusammenrückende Märkte in Europa.

Das Geschäftsjahr 2023 war geprägt von den Herausforderungen verschiedener Serienanläufe im OEM-Bereich. Nachdem der Serienstart für das neue Vario-Gepäcksystem ursprünglich für das Q2 2023 geplant war, hat sich dieser aufgrund diverser kundenseitiger Änderungswünsche auf Ende Q3 2023 verzögert.

Der daraus resultierende Rückstand konnte auch in Q4 2023 nicht aufgeholt werden, sondern hat sich aufgrund von weiteren Anlaufschwierigkeiten (Mitarbeiter konnten Plan-Stückzahlen erst in Q1 2024 erreichen) weiter vergrößert.

Nichtsdestotrotz führt die Fokussierung auf die von Touratech produzierten Produkte weiterhin zu einer positiven Wahrnehmung der eigenen Fertigung beim Kunden.

Im Jahr 2023 war die Entwicklung unserer Gesellschaft auf den Absatzmärkten, in der Fertigung und der Beschaffung vor allem durch folgende Faktoren geprägt:

• Analog zu den Entwicklungen in anderen Branchen von sogenannten "Corona-Gewinnern", zeigte sich auch im Bereich des Motorrad-/Outdoor-Zubehörs im Vergleich zu den Vorjahren eine gewisse Konsumzurückhaltung, die unter anderem durch den allgemeinen Preisdruck auf die Konsumenten zu erklären ist.

• Gleichzeitig verbleiben die Rohstoffkosten auf einem hohen Niveau, auch wenn die Preise von ihren Hochs in 2022 wieder etwas zurückgelaufen sind.

• Der Serienanlauf mehrerer langfristigen OEM-Verträge konnte in 2023 mit einigen Monaten Verzögerungen umgesetzt werden. Die daraus resultierenden Rückstände, in Verbindung mit weiteren Serienentwicklungen, die sich im GJ 2023 noch in Umsetzung befanden, führten zu einem im Vorjahresvergleich um T€ 2.682 erhöhten Vorratsbestand.

• Im Zuge der neuen Serienproduktionen im OEM-Bereich zeigt sich in 2023 eine Verschiebung von Endkunden- zu OEM-Umsätzen, welche auch in den Folgejahren anhalten wird (OEM-Umsätze steigen überproportional) und die zu erwartende Rohertrags-Marge im Vergleich zu den Vorjahren belasten wird.

• Die Abrechnung eines großen Werkzeugauftrags für die Serie neuer Kunststoff-Gepäcksysteme iHv. 4,8 Mio. € hat die Materialaufwandsquote in 2023 deutlich belastet.

• Um die deutlichen Steigerungen im Auftragsvolumen umsetzen zu können, wurden insbesondere im Bereich des direkten Personals Mitarbeiter aufgebaut. Da der Artikelumsatz aber gleichzeitig im Vorjahres-Vergleich zurückgelaufen ist, belastete der Mitarbeiteraufbau den Deckungsbeitrag zusätzlich.

Diese Punkte führten in 2023 zu einem hohen negativen Jahresergebnis. Die angepasste internationale Vertriebsstrategie sowie die intensive Kooperation mit den OEM-Partnern wird weiter fortgeführt. Wir gehen davon aus, dass aus den diversen Serienanläufen resultierende gestiegene Auftragsbestand nach den Übergangsjahren 2023 und 2024 zu einer nachhaltig steigenden Betriebsleistung führen und die Gesellschaft zurück in die Gewinnzone bringen wird.

2.1 Ertragslage

Die Gesamtleistung belief sich auf 48,4 Mio. €, womit der Vorjahreswert leicht übertroffen werden konnte. Die beschriebenen Faktoren insb. die Verzögerungen bei Anlauf wichtiger OEM-Serien und die Konsumzurückhaltung im Eigenmarken Bereich, führten jedoch zu einer wesentlichen Plan-Verfehlung im Bereich der Artikelumsätze.

Aufgrund der zudem deutlich gestiegenen Materialkosten und Personalaufwendungen liegt das IST-EBITDA (=Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von - T€ 2.771 damit wesentlich unter dem Plan, der ein leicht positives EBITDA unter Vorjahres-Niveau vorhersah.

Basis für die nachfolgende Segmentbetrachtung sind die Umsätze nach Kundengruppe (Nebenumsätze sind enthalten).

Der Umsatz der Touratech GmbH gliedert sich in die drei Kundengruppen OEM (65 % Umsatzanteil; VJ: 54% Umsatzanteil), Endkunden und Businesskunden national (14 % Umsatzanteil; VJ: 25% Umsatzanteil), sowie Distributoren international (21 % Umsatzanteil; VJ: 21% Umsatzanteil).

Insgesamt entfällt ein Anteil von 84 % auf b-to-b-Umsätze.

Der Deutsche Absatzmarkt ist mit einem Anteil von 74 % der wichtigste Markt für die Touratech GmbH. 56 % der internationalen Umsätze entfallen auf Märkte innerhalb der EU.

2.2 Finanzlage

Der bestehende Finanzierungskredit aus der Firmenübernahme iHv. ursprünglich 6,0 Mio. € wurde durch planmäßige Tilgung auf 2,7 Mio. € reduziert.

Zum Jahresende bestand ein Bankguthaben in Höhe von insgesamt T€ 130. Zusätzlich steht uns eine Kreditlinie iHv. 2,5 Mio. € zur Verfügung, die zum Bilanzstichtag zu 1,7 Mio. EUR ausgenutzt war. Zur Finanzierung von bestehenden Entwicklungsprojekten steht zudem eine weitere Kreditlinie in Höhe von 4,7 Mio. EUR zur Verfügung, die zum Stichtag zu 4,2 Mio. EUR ausgenutzt war.

Zum 05. Februar 2024 ist darüber hinaus Vertrag über eine weitere Kontokorrentlinie in Höhe von 2,0 Mio. € abgeschlossen worden. Gleichzeitig ist die bestehende Kreditlinie von 2,5 auf 2,0 Mio. € reduziert worden.

2.3 Investitionen

Um notwendige Produktionskapazitäten für die neuen OEM-Serien sicher stellen zu können, wurde auch im Jahr 2023 in die Optimierung und Erweiterung von Produktionsprozessen investiert. Insgesamt wurden 2,7 Mio. € investiert. Hiervon sind 2,35 Mio. € in die Modernisierung unserer Produktion investiert worden (neue Maschinen, Werkzeuge, Instandhaltung und Umbauten), sowie T€ 121 in unsere IT-Infrastruktur und sonstige immaterielle Vermögensgegenstände. Weitere T€ 208 wurden in unseren Fuhrpark investiert (hauptsächlich Motorräder).

2.4 Bestände

Auch im Geschäftsjahr 2023 war eine der zentralen Herausforderungen, die Bestände kontinuierlich zu optimieren und gleichzeitig eine gute Warenverfügbarkeit beizubehalten. Aufgrund des gestiegenen Auftragsbestands in Verbindung mit den Verzögerungen bei den Serienanläufen war ein weiterer Bestandsaufbau jedoch nicht zu vermeiden. Dementsprechend stieg das Vorratsvermögen im Vorjahresvergleich um weitere 21,6% auf 15,1 Mio. € an. 2,7 Mio. € hiervon entfallen jedoch auf geleistete Anzahlungen auf Werkzeuge und auf noch nicht fertiggestellte Entwicklungsaufträge. Im Vergleich zu der Bilanzsumme macht das Vorratsvermögen zum 31.12.2023 49,2% aus (Vorjahr 55,1%).

2.5 Gesamtbeurteilung der Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage

Das Sachanlagevermögen der Gesellschaft beläuft sich auf T€ 4.576 was 14,9% der Bilanzsumme ausmacht. Mit einer Eigenkapitalquote von 7,3 % ist das Anlagevermögen zu 42,7% durch das Eigenkapital iHv. T€ 2.237 gedeckt.

Das Fremdkapital steht der Gesellschaft iHv. 12,8 Mio. € mittel- bzw. langfristig zur Verfügung. Die liquiden Mittel belaufen sich zum Jahresende auf T€ 130. Zusätzlich steht uns eine zum Bilanzstichtag ungenutzte Kreditlinie iHv. 0,8 Mio. € zur Verfügung. Zum Bilanzstichtag besteht ein kurzfristiges Fremdkapital (inkl. Rückstellungen) iHv. 15,6 Mio. €.

Das Working Capital (exklusive der Forderung aus der Verlustübernahme) beläuft sich auf T€ 3.876 (Umlaufvermögen T€ 19.452 ./. kurzfristige Fremdkapital T€ 15.576). Diese Werte spiegeln insbesondere die hohen Anlaufkosten der verschiedenen Entwicklungsprojekte sowie die in diesem Zusammenhang getätigten Investitionen wider, welche die Grundlage bilden die Ertragslage in den nächsten Jahren weiter zu verbessern.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1 Chancen- und Risikomanagement

Der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken und die Anerkennung und Förderung von Chancen ist eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.

Das softwarebasierte Chancen- und Risikomanagementsystem betrachtet die unabdingbare "Brutto" und "Netto-" Bewertung der Chancen und Risiken. Besondere Aufmerksamkeit wird auch auf den Stand der Implementierung der Gegen- oder Förderungsmaßnahmen gelegt.

Anhand regelmäßiger Chancen- und Risikobewertungen und Risikoberichte gem. der Chancen und Risikomanagement-Richtlinie von März 2019, kann die Entwicklung unserer Chancen und Risiken noch besser zeitnah sowie strukturiert überwacht und gesteuert werden.

Branchen- und unternehmensspezifische Risiken

3.2 Markt und Vertrieb

Spezifisch für den Freizeitsektor, zu dem der Motorradmarkt gehört, gibt es eine höhere Konjunkturanfälligkeit, sowie länderspezifische Risiken, die sich negativ auf die Ertrags- und Finanzlage auswirken können. Grundsätzlich begegnen wir diesen Risiken mit unserer breiten Produktpalette sowie einer sehr hohen Kundenanzahl (B2C Business, OEM Markt und B2B Business national und international) wodurch diese Risiken weit gestreut werden. Allerdings ist, als Folge der neu gewonnen Serienaufträge eine zunehmende Bedeutung von- und Konzentration auf OEM-Kunden zu erwarten. Des Weiteren haben wir uns auf das Preissegment von Fahrzeugen und Produkten konzentriert, welches durch diese entsprechende Kundenstruktur weniger konjunkturanfällig ist.

Mittel- und langfristig begegnen wir regionalen und produktbezogenen Absatzrisiken durch die produktstrategische Ausrichtung unserer Entwicklungsaktivitäten und durch Entwicklungs- und Vertriebskooperationen. Unsere Vertriebsstrategie zielt darauf ab, unser Produktportfolio zu straffen und durch kontinuierliche Entwicklungen im Motorradsektor am Puls der Zeit zu sein. Dabei beziehen wir stets auch neueste Fertigungstechnologien und Materialmixe mit ein. Dadurch ergibt sich die Chance zusätzlich neue Produktmärkte zu erschließen.

3.3 Beschaffung und Product-Lifecycle-Management

Die Unsicherheiten bei den Rohstoffpreisen waren auch im Jahr 2023 eine der zentralen Herausforderungen. Die als Folgen des Krieges in der Ukraine zeitweise extrem gestiegenen und stark volatilen Beschaffungspreise sind zwar im ersten Halbjahr 2023 wieder etwas zurücklaufen, haben sich jedoch noch nicht vollständig normalisiert.

Durch Abschluss von mittel- und langfristigen Rahmenverträgen versuchen wir dieser Volatilität entgegenzuwirken und eine engere Bindung zu unseren Lieferanten zu erreichen. Börsennotierte Werte, wie Legierungszuschläge sind leider im Vorfeld nur teilweise fixierbar. Diese unbeeinflussbaren Kostenbestandteile konnten in 2023 nicht vollumfänglich an unsere Kunden weitergegeben werden. Durch die Strategie des tendenziell europaweiten Lieferanten-Sourcings sind wir unabhängig von einzelnen Marktentwicklungen, weshalb weder die Corona-Krise noch der Ukraine-Krieg für uns zu wesentlichen Lieferproblemen geführt hat.

Beschaffungsrisiken durch Engpässe auf der Marktseite sowie unvorhergesehene Preiserhöhungen können aber dennoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Hier besteht das latente Risiko, dass unsere Lieferanten aufgrund der steigenden Nachfrage nicht flexibel genug reagieren können, woraus für Touratech Engpasssituationen entstehen könnten. Wir begegnen diesen Risiken mit einem intensiven Lieferantenmanagement. Die Lieferanten werden umsatzgemäß gruppiert und eingestuft bzw. werden regelmäßig bewertet und überwacht.

Parallel arbeitet Touratech an Back-up-Lösungen, um entweder durch Eigenproduktion oder Verlagerungen auf andere Lieferanten die Risiken von Lieferausfällen zu minimieren.

Touratech hat ein großes Sortiment mit verschiedensten Produkten, die teilweise schnellen Marktveränderungen bzw. Modetrends unterliegen. Teilweise können Produkte am Saisonende bzw. Produkte der Vorsession nur mit hohen Rabatten verkauft werden. Um dieses Risiko zu minimieren, wurde ein Product Portfolio Managementsystems implementiert, welches zusammen mit dem Controlling Department Bestandscontrolling und Reichweitenanalyse betreibt.

3.4 Qualität

Die Touratech GmbH ist Haftungs- und Gewährleistungsrisiken ausgesetzt. Diesen Risiken entgegnen wir wie folgt:

Zur Qualitätssicherung verfügen wir über eine zentrale Qualitätsabteilung. Hier werden Fehlerquellen systematisch analysiert, eigene Produktionsprozesse optimiert. Das zentrale Qualitätsmanagement sorgt für einheitliche Prozesse, Methoden und regelmäßige Auditierungen von Systemen und Prozessen. Qualitätsansprüchen unserer Kunden werden wir durch regelmäßige Zertifizierungsaudits und zusätzliche Qualitätsinitiativen gerecht, so wurde sowohl das Rezertifizierungsaudit ISO 9001 und KBA-Managementsystem sowie das Überwachungsaudit 14001 für das Umwelt Managementsystem erfolgreich und ohne wesentliche Abweichungen durchgeführt. Für mögliche Gewährleistungsrisiken wird durch die Bildung von Rückstellungen bilanzielle Vorsorge getroffen.

Im April 2024 ist über das Kraftfahrt-Bundesamt eine Rückrufaktion im Zusammenhang mit Vario-Koffern und Topcase-Koffern veröffentlicht worden, die einen Kunden von Touratech betrifft. Der Herstellungszeitraum der betroffenen Vario-Systeme liegt zwischen Juni 2023 und Februar bzw. März 2024. Wir sind derzeit zusammen mit dem Kunden dabei, die angeführten Beanstandungen zu untersuchen.

3.5 IT

2019 wurde der Prozess der Einführung eines neuen ERP System (SAP) begonnen. Die Einführung solcher neuen ERP Systeme kann zu Betriebsstörungen führen mit dem Risiko von Stillständen und bullwhip effect im gesamten Supply Chain. Um solche Risiken zu minimieren, wurde die Einführung des neuen ERP Systems schrittweise begonnen und begleitet mit Schulungen der Mitarbeiter und einer engen Zusammenarbeit mit den IT-Kollegen der Konzernzentrale.

Um Cyber-Attacken entgegenzuwirken, wurde unser Datensicherungskonzept und die Sicherheit unserer IT-Struktur angepasst und werden kontinuierlich gemonitort.

3.6 Personal

Eine Säule des Erfolgs der Touratech GmbH ist das Wissen, die Leidenschaft und die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte in der Region ist stark. Daher hängt der künftige Erfolg unter anderem auch davon ab, inwiefern es der Touratech GmbH gelingt, qualifiziertes Personal einzustellen und dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Um dem steigenden Mitarbeiterbedarf gerecht zu werden, wurde unter anderem zu Beginn des Jahres 2023 das Programm "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" ins Leben gerufen.

Risiken in diesem Bereich bestehen im Verlust von Fachwissen und unternehmensinternen Wissens durch Mitarbeiterfluktuation. Diesen Personalrisiken begegnen wir durch Verbesserung der Kommunikation und Motivation durch Schulungsmaßnahmen zur gezielten Weiterentwicklung individueller Fähigkeiten. Die regelmäßige Ermittlung von Personalkennzahlen wie die Fluktuationsquote und Absenzquote gibt Hinweise zur Mitarbeiterzufriedenheit und hilft bei der gezielten Analyse der Gründe für die ungewollte Fluktuation.

Um die Krankheitsquote zu reduzieren, wurde die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat intensiviert und das BEM (Betriebseingliederungsmanagement)-Verfahren und entsprechende Schulungen durchgeführt.

3.7 Recht und gesetzliche Rahmenbedingungen

Als international agierendes Unternehmen ist Touratech vielfältigen steuerlichen, wettbewerbs- und patentrechtlichen sowie sonstigen rechtlichen und gesetzlichen Regelungen unterworfen. Bestehende und drohende Rechtsstreitigkeiten werden bei Touratech GmbH kontinuierlich analysiert, hinsichtlich ihrer juristischen und finanziellen Auswirkungen bewertet und in der laufenden Risikovorsorge entsprechend berücksichtigt.

Auf dieser Basis kann das Management angemessene Maßnahmen zeitnah einleiten und gegebenenfalls erforderliche bilanzielle Vorsorge treffen.

Die Aufgaben des Compliance-Bereiches wurden im Laufe des Jahres erweitert. Mitte 2020 wurde ein neues Umweltmanagementsystem umgesetzt und zertifiziert. Die Energie-Auditierung wurde in 2021 erfolgreich abgeschlossen.

Unternehmensweite Standards - wie allgemeine Geschäftsbedingungen, Vertragsmuster für verschiedene Anwendungsfälle oder Ausführungsbestimmungen in Form von Organisationsrichtlinien - werden laufend fortentwickelt und verringern bei Touratech potentielle rechtliche Risiken. Bei Projekten und Vertragsabschlüssen ziehen wir regelmäßig die Konzern-Rechtsabteilung und nötigenfalls auch externe Anwälte zu Rate.

3.8 Finanzwirtschaftliche Risiken

Zur Sicherung der Liquidität der Gesellschaft wird der laufende Zahlungsverkehr sowie die Entwicklung der Kunden- und Lieferantenkonten eng überwacht und die daraus abgeleitete Liquiditätsplanung laufend aktualisiert und gepflegt. Der Liquiditätsrückgang in 2023 ist der hohen Investitionstätigkeit sowie den weiteren Anlaufkosten der neuen OEM-Serien geschuldet. Um den gestiegenen Working-Capital-Bedarf finanzieren zu können, steht der Gesellschaft seit Anfang 2024 eine zweite Kreditlinie sowie die Möglichkeit der gruppeninternen Finanzierung über Intercompany-Darlehen zur Verfügung. Die Vorfinanzierung von größeren Entwicklungs- und Werkzeugaufträgen wird zusätzlich über Projektfinanzierungen abgebildet.

Die Gesellschaft verfügt über einen solventen und bonitätsstarken Kundenstamm und ein aktives Forderungsmanagement. Forderungsausfälle bilden dementsprechend eine Ausnahme. Zudem besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einem Großteil der Kunden. Um die möglichen Ausfallrisiken zu minimieren, besteht eine Warenkreditversicherung zum Schutz vor Forderungsausfall bei der Allianz Trade Finance (vormals Euler Hermes).

4. Chancen

Eines der Ziele des integrierten Chancen- und Risikomanagementsystems ist das Bewusstsein zu schaffen, dass sich große Chancen und Wachstumspotentiale aus Risiken entwickeln können. Eine sinnvolle Chancen-Bewertung muss daher immer in Zusammenhang mit den Risiken betrachtet und berücksichtigt werden.

Die Internationalisierung des Vertriebs bietet der Touratech GmbH eine erhebliche Wachstumsmöglichkeit. Um der weiter steigenden Nachfrage nach Touratech-Eigenprodukten auch zukünftig gerecht zu werden, wurde auch in 2023 der Bereich Forschung und Entwicklung weiter ausgebaut. Durch ein eigens aufgestelltes Prozessteam können Prozessabläufe effizienter abgebildet werden, was zu einer besseren Vernetzung von Entwicklung und Produktion führt.

Planzahlen und Forecasts für unsere Top-Seller Produkte werden uns zusätzlich eine längerfristige Vorausplanung und gute Produktverfügbarkeit ermöglichen. Die Entwicklungen der neuen Serien im OEM-Bereich, ermöglichen mittelfristig eine deutliche Steigerung der Betriebsleistung und die damit verbundene Hebung von Skaleneffekten in verschiedenen Bereichen. Eine entsprechend benötigte Steigerung der Kapazitäten durch die Anschaffung zusätzlicher Maschinen und Anlagen im Bereich Koffermontage und Blech/Rohr ist hierfür aktuell in Umsetzung. Das ermöglicht mehr Innovationsfähigkeit und die Prüfung von alternativen Produktionssysteme und Technologien.

Durch unser intensives Chancen- und Risikomanagement sind wir in der Lage Chancen und Risiken früh- und rechtzeitig erkennen zu können. Nach den uns heute bekannten Informationen sind keine wesentlichen Risiken erkennbar, die den Fortbestand der Touratech GmbH gefährden könnten. Dies hat sich auch im Umgang mit der COVID-19 sowie Ukraine-Krise weiter bestätigt.

5. Prognosebericht

Sowohl die geplante Betriebsleistung als auch das geplante Ergebnis (auf EBITDA-Basis) ist in 2023 deutlich verfehlt worden. Die Herausforderungen aus den diversen Serienanläufen im OEM-Bereich, in Kombination mit der spürbaren Konsumzurückhaltung im Eigenmarken-Bereich, führten dazu, dass das Ergebnis des Geschäftsjahres deutlich unter unseren Erwartungen lag.

Die Touratech GmbH ist ursprünglich, aufgrund des hohen Auftragsbestands, für das Jahr 2023 von einer deutlichen Steigerung des Absatzes im Vergleich zum Vorjahr in Verbindung mit einem leicht positiven Ergebnis ausgegangen. Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 kann vor diesem Hintergrund als nicht zufriedenstellend bewertet werden.

Das GJ 2024 startete im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich verbessert, die Herausforderungen aus den Serienanläufen begleiten uns aber auch in 2024. Wir gehen aktuell davon aus, das GJ 2024 im Bereich eines ausgeglichenen Ergebnisses auf EBITDA-Ebene- und somit im VJ-Vergleich einem verbesserten EBITDA-Ergebnis abschließen zu können. Das Jahresergebnis wird unter anderem aufgrund von erhöhter Finanzierungsaufwendungen jedoch weiterhin negativ ausfallen.

Darüber hinaus erachten wir die mittelfristige Geschäftsentwicklung weiter als stabil und aussichtsreich. Die globale Präsenz durch Kooperationen mit Produktionspartnern und Aufbau von internationalen Vertriebskooperationen bleibt ein wichtiges Kernthema. Auch der gute Ruf und die Präsenz des Namens "Touratech" in der Motorrad- und Adventure-Branche werden weiterhin zur Erreichung der Ziele beitragen. So hat sich im Bereich der Eigenmarke aufgrund der Markteinführung der neuen GS1300 im Herbst 2023 die Nachfragesituation im Eigenmarkengeschäft in 2024 bereits wieder spürbar verbessert. Ebenso eröffnen sich durch richtungweisende Kooperationen, die wir auf verschiedenen Feldern vereinbart haben, weitere Umsatzpotentiale. Die Touratech GmbH kann anhand dieser Kooperationen neue Technologien schneller und kostengünstiger zur Marktreife bringen.

Durch die Internationalisierung des Vertriebs sind Absatzrisiken für die Touratech GmbH aufteilbar. Des Weiteren stützen sich die Absatzerwartungen auf die Innovationen in den Kernsegmenten, die die Produktpalette am Puls der Zeit halten werden. Das Segmente Sitzbänke und Softgepäcklösungen stützt sich auf ganz neue Kooperationen. Auch im Bereich Fahrerbekleidung, sowie Materialmixprodukte aus Kunststoff und Aluminium ergeben sich neue Produktfelder und Kundengruppen.

Insgesamt geht die Geschäftsführung im Jahr 2024 von einer wieder steigenden Betriebsleistung, bei einem ausgeglichenen Betriebsergebnis (EBITDA) aus, dass jedoch wie oben beschrieben oberhalb des Vorjahresniveau liegen wird. Eine nachhaltige Rückkehr in die Gewinnzone wird aber erst nach Abschluss der Übergangsjahre 2023 und 2024 erwartet.

 

Niedereschach, den 30.08.2024

Die Geschäftsführung

gez. Alberto Reinhart

gez. Marc Pelzer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 5.234.701,09 3.727.980,49
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 653.460,64 741.861,73
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 423.071,64 606.345,23
2. geleistete Anzahlungen 230.389,00 135.516,50
II. Sachanlagen 4.576.240,45 2.981.118,76
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 148.952,90 86.443,60
2. technische Anlagen und Maschinen 2.251.746,92 1.762.565,04
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.178.207,91 779.676,72
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 997.332,72 352.433,40
III. Finanzanlagen 5.000,00 5.000,00
1. Wertpapiere des Anlagevermögens 5.000,00 5.000,00
B. Umlaufvermögen 23.878.487,82 17.615.995,68
I. Vorräte 15.090.842,87 12.409.059,39
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.579.947,79 1.940.314,86
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 3.483.901,77 3.114.055,49
3. fertige Erzeugnisse und Waren 6.122.704,86 5.643.489,44
4. geleistete Anzahlungen 1.904.288,45 1.711.199,60
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 8.657.530,55 5.079.977,71
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.061.899,71 3.712.473,34
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.706.315,92 416.642,06
3. sonstige Vermögensgegenstände 889.314,92 950.862,31
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 130.114,40 126.958,58
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.556.999,40 1.167.556,92
Bilanzsumme, Summe Aktiva 30.670.188,31 22.511.533,09

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 2.237.317,02 2.237.317,02
I. gezeichnetes Kapital 500.000,00 500.000,00
II. Kapitalrücklage 500.000,00 500.000,00
III. Gewinnvortrag 1.237.317,02 1.237.317,02
IV. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00
B. Rückstellungen 1.744.538,28 1.863.606,79
1. sonstige Rückstellungen 1.744.538,28 1.863.606,79
C. Verbindlichkeiten 26.688.333,01 18.410.609,28
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.126.423,93 8.126.094,66
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.856.941,04 1.924.517,56
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.186.605,83 7.869.919,26
4. sonstige Verbindlichkeiten 518.362,21 490.077,80
davon aus Steuern 164.356,08 297.683,17
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 425,02 425,02
Bilanzsumme, Summe Passiva 30.670.188,31 22.511.533,09

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 47.928.940,89 47.513.532,12
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 412.211,34 496.501,17
3. andere aktivierte Eigenleistungen 27.772,44 134.501,10
4. sonstige betriebliche Erträge 231.744,68 311.472,57
5. Materialaufwand 28.571.608,43 23.059.288,47
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 26.039.473,25 19.754.549,74
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.532.135,18 3.304.738,73
6. Personalaufwand 14.998.556,69 14.511.306,93
a) Löhne und Gehälter 12.536.815,43 12.217.522,35
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.461.741,26 2.293.784,58
7. Abschreibungen 1.076.907,25 1.027.720,64
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.076.907,25 1.027.720,64
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 7.801.368,17 7.700.527,72
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.500,00 4.010,89
davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 2.360,87
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 579.799,77 231.561,83
davon an verbundene Unternehmen 153.272,22 43.983,33
11. Steuern vom Einkommen und Ertrag 0,00 -2.719,43
12. Ergebnis nach Steuern -4.426.070,96 1.932.331,69
13. Erträge aus Verlustübernahme 4.426.070,96 0,00
14. auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 0,00 1.932.331,69
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00

Anhang

A. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss der Touratech GmbH mit Sitz in Niedereschach (Registergericht Freiburg, HRB 717302) zum 31. Dezember 2023 wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs unter Berücksichtigung der Vorschriften des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Das Anlagevermögen wird mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet.

Bewegliche Anlagegegenstände werden linear über die betriebliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter unter € 250,00 werden im Jahr des Zugangs sofort als Betriebsausgaben erfasst, geringwertige Wirtschaftsgüter über € 250,00 bis € 800,00 Netto-Anschaffungs- bzw. Herstellkosten werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren werden zu Anschaffungskosten, fertige Erzeugnisse sowie unfertige Erzeugnisse und Leistungen zu Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Die teilfertigen Arbeiten sind unter Beachtung des Fertigstellungsgrades mit den angefallenen Einzelkosten und anteiligen Material-, Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkosten angesetzt. Die Waren werden mit dem sich aus den Anschaffungskosten ermittelnden letztem Herstell- bzw. Einkaufspreis bewertet.

Dem Bewertungsrisiko aller Vorräte wird mit Abwertung nach Reichweitenanalyse entsprechend dem Vorsichtigkeitsprinzip Rechnung getragen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bewertet. Die Kreditrisiken werden durch Bildung von Einzel- sowie Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt.

Der Bestand an liquiden Mitteln wird mit Nominalwerten bewertet.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Sie werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet. Künftige Preis- und Kostensteigerungen im Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden berücksichtigt.

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt zum Erfüllungsbetrag.

C. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens und der Abschreibungen ergibt sich aus dem "Anlagengitter für den Zeitraum vom 01.01.-31.12.2023" als Anlage zum Anhang.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von T€ 280 (Vorjahr: T€ 286) auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

In den Forderungen sind Forderungen gegenüber Gesellschaftern in Höhe von T€ 4.426 (Vorjahr: Verbindlichkeit iHv. T€ 1.932) enthalten.

In den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen ist ein Anteil in Höhe von T€ 128 (Vorjahr: T€ 120) mit einer Restlaufzeit mit mehr als einem Jahr enthalten.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen der Gesellschaft betreffen folgende Verpflichtungen / Risiken:

Bezeichnung Betrag
Personalrückstellungen € 990.640
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenforderungen € 419.365
Rückstellungen für allgemeine Verwaltung € 271.533
Sonstige Rückstellungen € 63.000

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeitenspiegel

Restlaufzeit
Art der Verbindlichkeit Gesamt 31.12.2023
T€
unter 1 Jahr
T€
über 1 Jahr
T€
über 5 Jahre
T€
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.126 6.702 2.425 0
(Vorjahr) (8.126) (4.894) (3.232) (0)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.857 3.625 1.232 15
(Vorjahr) (1.925) (1.925) (0) (0)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.187 2.987 9.200 0
(Vorjahr) (7.870) (2.270) (5.600) (0)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 518 518 0 0
(Vorjahr) (490) (490) (0) (0)
Summe 26.688 13.832 12.857 15
(Vorjahr) (18.411) (9.579) (8.832) (0)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch eine Raum-Sicherungsübereignung des Anlage- und -Umlaufvermögens, sowie durch die Forderungen an Drittschuldner besichert (T€ 6.464, Vorjahr: T€ 5.427).

Bewertungseinheiten

Die Gesellschaft hat einen Zinsswap (Payer-Swap) über € 6.000.000 (Sicherungsgeschäft) mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2027 abgeschlossen. Der Zinsswap beläuft sich zum 31.12.2023 auf € 2.666.661. Darüber hinaus hat die Gesellschaft einen Floor über € 6.000.000 mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2027 abgeschlossen. Durch den Zinsswap in Verbindung mit dem Floor wird eine variable Zinszahlungsverpflichtung auf Basis 3 Monats-EURIBOR zuzüglich Kreditmarge in eine fixe Zinszahlungsverpflichtung von 3,21% getauscht. Der negative Marktwert des Zinsswaps in Verbindung mit dem Floor auf Basis eines von der Postbank Luxemburg eigenentwickelten Marktbewertungsmodells, beträgt zum Stichtag € 89.431.

Bei dem Grundgeschäft handelt es sich um ein in Höhe von € 6.000.000 abgeschlossenes Darlehen mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2027. Das Darlehen beträgt zum 31.12.2023 € 2.666.661.

Der Zinsswap in Verbindung mit dem Floor dient der Absicherung des Zinsänderungsrisikos aus dem Grundgeschäft. Das Grundgeschäft bildet zusammen mit dem Sicherungsgeschäft in Höhe von € 2.666.661 eine Bewertungseinheit (Mikro-Hedge), mit der Folge, dass der negative Marktwert des Payer-Swaps in Verbindung mit dem Floor durch die Werterhöhung des Grundgeschäfts ausgeglichen wird und § 249 Abs. 1 HGB insoweit nicht zur Anwendung kommt (es wurde die Einfrierungsmethode gewählt). Der Betrag des abgesicherten Risikos entspricht somit dem beizulegenden Wert des Zinsswaps in Verbindung mit dem Floor.

Mitzugehörigkeitsvermerk

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen T€ 415 (Vorjahr: T€ 8) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

In den Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 1.932) enthalten.

Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse nach geographischen Märkten

2023
T€
2022
T€
Deutschland 35.402 31.346
EU-Ausland 7.004 8.138
Drittland 5.523 8.029
Gesamt 47.929 47.514

Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereich (hier: Endverbraucher)

2023
T€
2022
T€
B2B-Umsätze 40.403 39.130
B2C-Umsätze 7.526 8.384
Gesamt 47.929 47.514

Wesentliche periodenfremde Erträge und Aufwendungen

Von den sonstigen betrieblichen Erträgen entfallen T€ 128 auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Darüber hinaus bestehen sonstige periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 48.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag haftet die Touratech GmbH als Gesamtschuldnerin zusammen mit der Pelzer Immobilien GmbH und der Happich GmbH für Kredite in Höhe von insgesamt T€ 3.111 (Stand 31.12.2023).

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:

Verpflichtungen aus Miet-, Dienstleistungs- und Leasingverträgen davon verb. Unternehmen
fällig 2024: 1.370.089,86 € 995.097,24 €
fällig 2025 bis 2028: 4.250.745,43 € 3.980.388,96 €
5.620.835,29 € 4.975.486,20 €

Sonstige Angaben

Geschäftsführer:

Herr Marc Pelzer, Geschäftsführender Gesellschafter

Herr Alberto Reinhart, CEO

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird mit Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Konzern:

Die Touratech GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der Pelzer Holding GmbH, Auf dem Zimmermann 7-9, 78078 Niedereschach. Dadurch wird die Touratech GmbH in den Konzernabschluss der Pelzer Holding GmbH (kleinster Konsolidierungskreis) sowie in den Konzernabschluss der Pelzer Swiss Holding AG, Zug, CH (größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Der Konzernabschluss der Pelzer Holding GmbH wird im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Die Anhangangabe nach § 285 Nr. 17 HGB kann somit unterbleiben, da die Angaben im Konzernabschluss enthalten sind.

Arbeitnehmerzahl:

Während des Zeitraums vom 01.01.-31.12.2023 waren durchschnittlich 333 Mitarbeiter beschäftigt, davon 226 in der Produktion und Entwicklung und 107 in der Verwaltung und dem Vertrieb.

Ergebnisverwendungsvorschlag:

Im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrages zwischen der Touratech GmbH und der Pelzer Holding Deutschland wird der Jahresfehlbetrag in Höhe von € 4.426.070,96 vollständig abgeführt.

 

Niedereschach, den 30.08.2024

gez. Alberto Reinhart, CEO

gez. Marc Pelzer, Geschäftsführender Gesellschafter

Anlagespiegel

Bezeichnung Anschaffungs / Herstellungskosten
Anfangsstand
Zugang Umbuchung
Abgang Umbuchung
U Endstand
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Gesamt I. 1.434.246,63 121.038,50 0,00 1.555.285,13
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 100.018,13 72754,3 0,00 172.772,43
2. technische Anlagen und Maschinen 4.091.933,43 1.024.582,03 49.240,50 5.067.274,96
0,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.012.826,91 818.904,05 164.777,44 2.666.953,52
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 352.433,40 644.899,32 997.332,72
Gesamt II. 6.557.211,87 2.561.139,70 214.017,94 8.904.333,63
0,00 0,00 U
III. Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 5.000,00 0,00 0,00 5.000,00
Gesamt I. - III. 7.996.458,50 2.682.178,20 214.017,94 10.464.618,76
0,00 0,00 U
Bezeichnung Abschreibungen
Anfangsstand
Zugang
Abgang
Endstand
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Gesamt I. 692.384,90 209.439,59 0,00 901.824,49
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.574,53 10.245,00 0,00 23.819,53
2. technische Anlagen und Maschinen 2.329.368,39 535.400,15 49.240,50 2.815.528,04
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.233.150,19 321.822,51 66.227,09 1.488.745,61
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
Gesamt II. 3.576.093,11 867.467,66 115.467,59 4.328.093,18
III. Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00
Gesamt I. - III. 4.268.478,01 1.076.907,25 115.467,59 5.229.917,67
Bezeichnung Buchwerte
Stand 31.12.2023
Stand 30.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Gesamt I. 653.460,64 741.861,73
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 148.952,90 86.443,60
2. technische Anlagen und Maschinen 2.251.746,92 1.762.565,04
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.178.207,91 779.676,72
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 997.332,72 352.433,40
Gesamt II. 4.576.240,45 2.981.118,76
III. Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 5.000,00 5.000,00
Gesamt I. - III. 5.234.701,09 3.727.980,49

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 30.09.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Touratech GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Touratech GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Touratech GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen des Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft.

In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, ent spricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtli chen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausrei chend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum La gebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungs mäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die in ternen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchfüh rung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, so fern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tat sächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet ha ben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkennt nissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in

Über einstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche fal sche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschäft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks er langten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der

An gaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise voll ziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Dillingen, den 27.09.2024

W+ST WIRTSCHAFTSPRÜFUNG AG & CO. KG
WIRTSCHAFTSPRÜFUNGSGESELLSCHAFT

gez. Andrea Treib, Wirtschaftsprüferin

gez. Frank Jung, Wirtschaftsprüfer

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