VHV Allgemeine Versicherung AG

VHV-Platz 1, 30177 Hannover, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hannover HRB 57331
Eingetragen
16.11.1998
Branche
Managementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem VersicherungsgeschäftBeteiligungsgesellschaftenTätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertretern
Gegenstand
Der Betrieb aller Versicherungszweige in der Erst- und Rückversicherung, in der Lebens- und Krankenversicherung nur die Rückversicherung; die Vermittlung von Versicherungen; die unmittelbare oder mittelbare Beteiligung an anderen Unternehmen, einschließlich Versicherungsunternehmen in anderen Zweigen des Versicherungsgeschäfts.Die Gesellschaft kann andere Unternehmen gleicher oder verwandter Art gründen, erwerben, sich an ihnen beteiligen oder sie oder die Beteiligung daran veräußern sowie solche Unternehmen leiten oder sich auf die Verwaltung der Beteiligung beschränken.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Alexandra Seidler
seit 27.10.2025
Prokura
Prokura
Caspar Fortmann
seit 21.7.2025
Prokura
Dennis Dr. Michalak
seit 20.6.2025
Prokura
Eva Tebbe
seit 17.4.2025
Prokura
Prokura
Christian Eric Wittwer
seit 29.10.2024
Prokura
Tobias Dr. Homann
seit 22.8.2024
Prokura
Holger Müller
seit 4.4.2024
Prokura
Prokura
Laura Nauert
seit 14.3.2024
Prokura
Ulf Bretz
seit 23.1.2024
Vorstandsmitglied
Swantje Ohlsen
seit 22.12.2022
Prokura
Annemarie Stange
seit 27.1.2022
Prokura
Sina Rintelmann
seit 27.1.2022
Vorstandsmitglied
Nancy Hetzke
seit 10.11.2021
Prokura
Thomas Dr. Diekmann
seit 22.6.2021
Vorstandsmitglied
Prokura
Martin Bircks
seit 23.1.2020
Prokura
Vorstandsmitglied
Frank Dowe
seit 30.4.2019
Prokura
Lars Dr. Pankalla
seit 4.7.2017
Prokura
Rolf Dr. Harren
seit 8.9.2016
Prokura
Vorstandsmitglied
Sandra Bolte
seit 23.10.2015
Prokura
Elmar Rietdorf
seit 23.10.2015
Prokura
Frank Hoffmeyer
seit 4.2.2014
Prokura
Jörg Franz
seit 24.7.2013
Prokura
Torben Sperling
seit 21.2.2012
Prokura
Prokura
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Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

VHV Allgemeine Versicherung AG

Hannover

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

INHALTSVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis

Glossar

Lagebericht

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anhang

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Bericht des Aufsichtsrats

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

AG Aktiengesellschaft
AktG Aktiengesetz
A.Ş. Anonim Şirket
BaFin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Bonn und Frankfurt am Main
BIP Bruttoinlandsprodukt
DAV Deutsche Aktuarvereinigung e.V., Köln
DAX Deutscher Aktienindex
Deutsche Bahn Deutsche Bahn AG, Berlin
DeckRV Verordnung über Rechnungsgrundlagen für die Deckungsrückstellungen (Deckungsrückstellungsverordnung)
EC Extended Coverage
ESG Nachhaltigkeitskriterien (Environment, Social, Governance)
EU Europäische Union
EZB Europäische Zentralbank, Frankfurt am Main
Fed Federal Reserve System
GDV Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., Berlin
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
HGB Handelsgesetzbuch
HL Hannoversche Lebensversicherung AG, Hannover
HRB Handelsregister Abteilung B
HUR Haftpflicht- und Unfallrenten
IDW Institut der Wirtschaftsprüfer
IE Infrastructure Equity
IKS Internes Kontrollsystem
IT Informationstechnik
ORSA Own Risk and Solvency Assessment
PE Private Equity
R. C. Décennale Responsabilité Civile Décennale
RechVersV Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (Versicherungsunternehmens-Rechnungslegungsverordnung)
S&P Standard & Poor's
SE Societas Europaea
SICAV Société d'investissement à capital variable
SIF Specialised Investment Fund
SHU Sach-, Haftpflicht-, Unfallversicherung
S.p.A. Società per azioni
S.r.l. Società a responsabilità limitata
TEUR Tausend Euro
URCF Unabhängige Risikocontrollingfunktion
US United States
USA United States of America
USD US-Dollar
VAG Gesetz über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz)
Val Piave Val Piave S.p.A., Belluno / Italien
VAV VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft, Wien / Österreich
VHV a.G. VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung a.G., Hannover
VHV Allgemeine VHV Allgemeine Versicherung AG, Hannover
VHV Assurance France VHV Assurance France, Paris / Frankreich
VHV Holding VHV Holding AG, Hannover
VHV International VHV International SE, Hannover
VHV Re VHV Reasürans A.Ş., Istanbul / Türkei
VHV Sigorta VHV Allgemeine Sigorta A.Ş., Istanbul / Türkei
VHV-Stiftung VHV-Stiftung, Hannover
VMF Versicherungsmathematische Funktion

GLOSSAR *)

A

Abgewickelte / bilanzielle Schadenquote

Die abgewickelte / bilanzielle Schadenquote ist der in Prozent ausgewiesene Anteil der im Geschäftsjahr angefallenen Aufwendungen für Versicherungsfälle, einschließlich der Aufwendungen aus der Abwicklung der in den Vorjahren angefallenen Versicherungsfälle, an dem verdienten Beitrag.

Abschlussaufwendungen

Abschlussaufwendungen sind Aufwendungen, die unmittelbar oder mittelbar durch den Abschluss eines Versicherungsvertrages entstehen.

Abschlusskostenquote

Die Abschlusskostenquote ist das Verhältnis der Abschlussaufwendungen zur Beitragssumme des Neugeschäfts.

Abwicklung

Die Abwicklung ist die Differenz aus in den Vorjahren gebildeten Schadenrückstellungen und den daraus im Berichtsjahr geleisteten Schadenzahlungen sowie den im Berichtsjahr neu gebildeten Schadenrückstellungen.

Aktienquote

Die Aktienquote ist der Quotient aus gehaltenen Aktien unter Berücksichtigung von etwaigen Aktienderivaten und dem Gesamtbestand der Kapitalanlagen zu Marktwerten.

Anwartschaftsbarwertverfahren

Es handelt sich um ein versicherungsmathematisches Bewertungsverfahren für Verpflichtungen aus betrieblicher Altersversorgung, bei dem zu jedem Bewertungsstichtag nur der Teil der Verpflichtung bewertet wird, der bereits erdient ist.

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb

Aufwendungen, die im Versicherungsunternehmen im Zusammenhang mit dem Betrieb des Versicherungsgeschäfts entstehen. Die ausgewiesenen Aufwendungen beziehen sich entweder auf den Abschluss oder auf die Verwaltung des Versicherungsgeschäfts.

Aufwendungen für Versicherungsfälle

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle umfassen die im Geschäftsjahr für Versicherungsfälle geleisteten Zahlungen sowie die Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle.

B

Beiträge

Die gebuchten Beiträge stellen den Bruttoumsatz im Prämiengeschäft dar und beinhalten die Beiträge der Kunden zu den entsprechenden Versicherungsprodukten. Der verdiente Beitrag beinhaltet die auf das Geschäftsjahr entfallenden Beiträge, zuzüglich der Überträge des Vorjahres und abzüglich der Überträge in Folgejahre.

Beitragsüberträge

Bei Beitragsüberträgen handelt es sich um Beiträge für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag. Für diese wird eine versicherungstechnische Rückstellung im Jahresabschluss gebildet.

Betriebskostenquote

Die Betriebskostenquote ist der in Prozent ausgewiesene Anteil der Brutto-Betriebsaufwendungen (Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb) zum verdienten Bruttobeitrag.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandsprodukt gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen an, die in einem Jahr innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Bei der Berechnung werden Güter, die nicht direkt weiterverwendet, sondern auf Lager gestellt werden, als Vorratsveränderung berücksichtigt.

Bruttoneuanlage

Als Bruttoneuanlage werden die gesamten Zugänge eines Bilanzpostens innerhalb eines Geschäftsjahres bezeichnet.

C

Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote)

Die Combined Ratio ist der Quotient aus Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb und Schadenaufwendungen (einschließlich Abwicklung) zu den verdienten Beiträgen.

D

Deckungsrückstellung

Deckungsrückstellungen sind die aus dem Lebensversicherungsvertrag oder einem anderen Vertrag mit lang andauerndem Versicherungsschutz resultierenden Verpflichtungen.

Depotforderungen/-verbindlichkeiten

Hinterlegung von Sicherheiten beim Erstversicherer durch den Rückversicherer.

Durchschnittsbeitrag

Der Durchschnittsbeitrag ist der Quotient aus dem verdienten Beitrag und der Anzahl der Verträge zum Jahresende.

Durchschnittsschadenaufwand

Der Durchschnittsschadenaufwand ist das Verhältnis der Schadenaufwendungen zu den gemeldeten Schäden.

E

Effektivzinsmethode

Diskontierung der erwarteten Cashflows über den gesamten Lebenszyklus eines finanziellen Vermögenswertes oder einer finanziellen Verbindlichkeit mit dem effektiven Zins.

Eigenmittel

Gesamtheit des freien, unbelasteten Vermögens, welches zur Bedeckung der Solvenzkapital- und Mindestkapitalanforderung dient.

F

Fluktuationsrate

Mit der Fluktuationsrate wird ermittelt, wie hoch der Anteil der Mitarbeiter ist, der im Vergleich zur durchschnittlichen Belegschaft jährlich das Unternehmen verlässt.

G

Geschäftsjahresschadenaufwand

Der Geschäftsjahresschadenaufwand ist die Summe der Schadenaufwendungen einschließlich Schadenregulierungskosten für im Geschäftsjahr eingetretene Schäden einschließlich unbekannter Spätschäden.

Geschäftsjahresschadenquote

Die Geschäftsjahresschadenquote ist der in Prozent ausgewiesene Anteil der Geschäftsjahresschadenaufwendungen an dem verdienten Beitrag.

I

Immobilienquote

Die Immobilienquote ist der Quotient aus der Summe aller Immobilieninvestments und dem Gesamtbestand der Kapitalanlagen.

In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft

Versicherungsgeschäft, das von einem Erst- oder Rückversicherer in Rückversicherung übernommen wird.

K

Kostenquote

Die Kostenquote entspricht dem Verhältnis der Personal- und Sachkosten zu den Bruttobeiträgen.

L

Laufende Durchschnittsverzinsung

Die laufende Durchschnittsverzinsung ist definiert als Quotient aus laufenden Erträgen der Kapitalanlagen abzüglich der laufenden Aufwendungen für Kapitalanlagen und dem mittleren Bestand der Kapitalanlagen zum Jahresanfang und zum Jahresende.

Laufende Erträge aus Kapitalanlagen

Unter laufenden Erträgen aus Kapitalanlagen werden ordentliche Erträge wie Dividenden, Couponzahlungen und Zinsen verstanden. Übrige Erträge aus Kapitalanlagen, die durch Zuschreibungen oder die Veräußerung von Wertpapieren realisiert werden, fallen nicht unter diese Definition.

N

Net Asset Value (NAV)

Englisch für Nettoinventarwert. Wert aller materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände eines Unternehmens oder Investmentfonds abzüglich sämtlicher Verbindlichkeiten.

Nettoergebnis aus Kapitalanlagen

Die Erträge aus Kapitalanlagen abzüglich der Aufwendungen für Kapitalanlagen ergeben das Nettoergebnis.

Nettoverzinsung

Die Nettoverzinsung ist definiert als Quotient aus sämtlichen Erträgen der Kapitalanlagen abzüglich der Aufwendungen für Kapitalanlagen und dem mittleren Bestand der Kapitalanlagen zum Jahresanfang und zum Jahresende.

Nichtversicherungstechnisches Ergebnis

Der Saldo aus Erträgen und Aufwendungen, die nicht direkt dem Versicherungsgeschäft zugerechnet werden können.

R

Risikotragfähigkeit

Die Risikotragfähigkeit ist die Fähigkeit eines Unternehmens, die aus den eingegangenen Risiken resultierenden unerwarteten Verluste mit dem definierten Sicherheitsniveau abdecken zu können. Übersteigen die Eigenmittel den Risikokapitalbedarf, so ist die Risikotragfähigkeit gegeben. Die Risikotragfähigkeit wird definiert über die Bedeckung des Risikokapitalbedarfs durch die Eigenmittel.

Rückstellung für Beitragsrückerstattung

Es handelt sich um eine versicherungstechnische Rückstellung, die den Anspruch der Versicherungsnehmer auf zukünftige Überschussbeteiligungen abbildet, soweit er aufgrund ausgewiesener Überschüsse bereits entstanden ist oder durch rechtliche Verpflichtungen unabhängig davon besteht.

Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Es handelt sich um eine versicherungstechnische Rückstellung. Sie wird für bis zum Bilanzstichtag eingetretene, aber noch nicht abgewickelte Schäden gebildet.

Rückversicherung

Vertrag oder Verträge, die den Transfer von versicherungstechnischem Risiko zum Gegenstand haben und die ein (Erst-)Versicherungsunternehmen mit einem anderen Versicherungsunternehmen schließt.

S

Schadenhäufigkeit

Verhältnis der Anzahl der gemeldeten Geschäftsjahresschäden zur gemittelten Anzahl der Verträge per 01.01. und per 31.12. des Geschäftsjahres.

Schadenquote

Quotient aus Aufwendungen für Versicherungsfälle und verdienten Beiträgen.

Schwankungsrückstellung

Versicherungstechnische Rückstellung in der Schaden- und Unfallversicherung sowie in der Rückversicherung, die zum Ausgleich der Volatilitäten im Schadenverlauf im handelsrechtlichen Jahresabschluss gebildet wird.

Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft

Direkt mit dem Versicherungsnehmer abgeschlossenes Versicherungsgeschäft.

Selbstbehaltsquote

Quotient aus gebuchten Nettobeiträgen und gebuchten Bruttobeiträgen.

Sicherungsvermögen

Der Teil der Aktiva eines Versicherungsunternehmens, der dazu dient, im Insolvenzfall die Ansprüche der Versicherungsnehmer zu sichern.

Sollbetrag der Schwankungsrückstellung

Der Sollbetrag der Schwankungsrückstellung ist die obere Grenze für die Bildung einer bzw. Zuführung zu einer Schwankungsrückstellung.

Solvabilität

Solvabilität ist die Ausstattung eines Versicherungsunternehmens mit Eigenmitteln, die dazu dienen, Risiken des Versicherungsgeschäfts abzudecken und somit die Ansprüche der Versicherungsnehmer auch bei ungünstigen Entwicklungen zu sichern.

Solvency II

Solvency II ist das aktuell gültige Aufsichtsregime, das u. a. weiterentwickelte Solvabilitätsanforderungen für Versicherungsunternehmen/-gruppen definiert, denen eine ganzheitliche Risikobetrachtung zugrunde liegt. Ausgangsbasis ist die Solvabilitätsübersicht, in der die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu Marktwerten anzusetzen sind. Zusätzlich umfasst Solvency II umfangreiche qualitative Anforderungen an das Governance-System sowie erweiterte Berichtspflichten von Versicherungsunternehmen/-gruppen.

Stille Reserven

Nicht aus der Bilanz ersichtliche Bestandteile des Eigenkapitals von Unternehmen, die sowohl durch eine Unterbewertung von Vermögen als auch durch eine Überbewertung von Schulden entstehen können.

Strategische Kapitalanlageallokation

Unter der strategischen Kapitalanlageallokation wird die Zielgewichtung der einzelnen Anlagekategorien verstanden. Die strategische Kapitalanlageallokation stellt sicher, dass die langfristigen Zielsetzungen bei der konkreten Ausgestaltung des Portfolios ausreichend berücksichtigt werden.

T

Telefonische Erreichbarkeit

Die telefonische Erreichbarkeit entspricht dem Verhältnis der angenommenen Anrufe zu den eingehenden Anrufen.

V

Value at Risk (VaR)

Spezifisches Risikomaß mit Anwendungen im Bereich der Finanzrisiken (Risiko), insbesondere der versicherungswirtschaftlichen Risiken. Ausgehend von einem fixierten Zeitintervall und einer vorgegebenen Ausfallwahrscheinlichkeit (Konfidenzniveau) ist der VaR einer Finanzposition diejenige Ausprägung der Verlusthöhe, die mit der vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis ist die Differenz aus Erträgen und Aufwendungen aus dem reinen Versicherungsgeschäft.

Verwaltungsaufwendungen

Sämtliche Aufwendungen, die für die laufende Verwaltung des Versicherungsbestandes entstehen.

Verwaltungskostenquote

Die Verwaltungskostenquote ist das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zu den verdienten Bruttobeiträgen.

LAGEBERICHT

VHV ALLGEMEINE VERSICHERUNG AG

GESCHÄFTSMODELL

Die VHV Allgemeine mit Sitz in Hannover ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der VHV Holding, die wiederum eine 100%ige Tochter der VHV a.G. ist. Die VHV Allgemeine betreibt das Erst- und Rückversicherungsgeschäft im In- und Ausland sowie die Vermittlung von Versicherungen. Schwerpunkte des Auslandsgeschäfts sind die Länder Frankreich, Italien und Türkei. Sie hält außerdem unmittelbare und mittelbare Beteiligungen an anderen Unternehmen im In- und Ausland.

Die VHV Allgemeine betreibt mit der VHV Assurance France eine Niederlassung in Frankreich. Positioniert als Bauspezialversicherer bilden insbesondere mittelständische französische Bauunternehmen eine zentrale Zielgruppe. Die Niederlassung vertreibt Haftpflicht-, Sach- und Technische Versicherung-Produkte mit dem Fokus auf Gewerbekunden.

Unternehmenszukäufe

Im Juli des Berichtsjahres hat die VHV Allgemeine die Val Piave S.p.A mit Sitz in Belluno, Italien, zu 91,13 % erworben. Die Val Piave ist ein norditalienischer, spezialisierter Erstversicherer mit Schwerpunkten in den Bereichen Kraftfahrt-, Hausrat- und Unfallversicherung. Im Laufe des Jahres 2024 soll die Val Piave in "VHV Italia Assicurazioni S.p.A" umfirmiert werden.

Der Zukauf erfolgte im Rahmen der Internationalisierungsstrategie der VHV Gruppe als wichtiges Wachstumsfeld und zur internationalen Positionierung im Einklang mit unseren Kunden und Vertriebspartnern sowie der weiteren Diversifikation des Portfolios.

FOLGENDE VERSICHERUNGSZWEIGE UND -ARTEN WERDEN BETRIEBEN:

UNFALLVERSICHERUNG

Allgemeine Unfallversicherung

Einzelunfallversicherung ohne Beitragsrückgewähr

Unfallvollversicherung

Versicherung gegen außerberufliche Unfälle

Luftfahrtunfallversicherung

Funktionelle Invaliditätsversicherung

Gruppen-Unfallversicherung ohne Beitragsrückgewähr

Gruppen-Unfallvollversicherung

Gruppen-Unfallteilversicherung

Kraftfahrtunfallversicherung

HAFTPFLICHTVERSICHERUNG

Privathaftpflichtversicherung

Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung

Baugewerbe (einschl. Architekten und Bauingenieure), Industrie-, Handels- und sonstige Gewerbebetriebe

Umwelt-Haftpflichtversicherung / Umweltschadensversicherung

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

Strahlen- und Atomanlagen-Haftpflichtversicherung

Feuerhaftungsversicherung

Baugewährleistungsversicherung

Baufertigstellungsversicherung

R. C. Décennale

Übrige und nicht aufgegliederte Haftpflichtversicherung

KRAFTFAHRZEUG-HAFTPFLICHTVERSICHERUNG

SONSTIGE KRAFTFAHRTVERSICHERUNGEN

Fahrzeugvollversicherung

Fahrzeugteilversicherung

FEUER- UND SACHVERSICHERUNG

Feuerversicherung

Feuer-Industrieversicherung

Sonstige Feuerversicherung

Verbundene Hausratversicherung

Verbundene Wohngebäudeversicherung

Sonstige Sachversicherung

Einbruchdiebstahlversicherung

Leitungswasserversicherung

Glasversicherung

Sturmversicherung

Hagelversicherung *)

Technische Versicherungen

Maschinenversicherung

Montageversicherung

Bauleistungsversicherung

Elektronikversicherung

Wetterrisikoversicherung

Extended Coverage (EC-)Versicherung

TRANSPORTVERSICHERUNG

KREDIT- UND KAUTIONSVERSICHERUNG

Kautionsversicherung

Warenkreditversicherung

RECHTSSCHUTZVERSICHERUNG *)

VERKEHRS-SERVICE-VERSICHERUNG

SONSTIGE VERSICHERUNGEN

Betriebsunterbrechungs-Versicherung

Feuer-Betriebsunterbrechungs-Versicherung

Sonstige Betriebsunterbrechungs-Versicherung

Sonstige Schadenversicherung

Ausstellungsversicherung

Kühlgüterversicherung

Reisegepäckversicherung

Campingversicherung

Mietverlustversicherung

Dynamische Sachversicherung

Allgefahrenversicherung

Cyberrisiko-Versicherung

Atomanlagen-Sachversicherung

LEBENSVERSICHERUNG *)

LUFTFAHRTVERSICHERUNG *)

*) nur im in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft

Rechtsschutzversicherungen werden an die Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG, Mannheim vermittelt.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Jahr 2023 im Spannungsfeld zwischen weiterhin hohen, aber rückläufigen Inflationsraten und einer nachlassenden konjunkturellen Dynamik. Die Wachstumsrate des globalen BIP verlangsamte sich im Jahr 2023 auf 3,1 % nach 3,5 % im Vorjahr. Das BIP der USA legte im Jahr 2023 um 2,5 % zu, jenes der Eurozone um 0,1 %. In Deutschland kam es hingegen zu einer Rezession. Die Wirtschaftsleistung hierzulande schrumpfte um 0,3 % und entwickelte sich damit deutlich schwächer als die Wirtschaftsleistung Frankreichs (+0,7 %), Italiens (+0,5 %) und Spaniens (+2,0 %). Die türkische Wirtschaft stand unter dem Einfluss hoher Inflation und einer schwachen Landeswährung.

Die beiden führenden asiatischen Volkswirtschaften, Japan und China, vermeldeten für das Jahr 2023 ein BIP-Wachstum in Höhe von 1,9 % bzw. 5,2 %.

Die Inflationsraten bewegten sich im Jahr 2023 weiterhin auf erhöhten Niveaus, entwickelten sich insgesamt jedoch rückläufig. Sinkende Energiepreise trugen zu dieser Entwicklung maßgeblich bei. Die Eurozone wies für das Gesamtjahr eine Inflationsrate in Höhe von 5,4 % aus, in Deutschland betrug die Teuerungsrate im Jahresdurchschnitt 5,9 %. Vergleichbar entwickelten sich die Preise in Frankreich (+5,7 %), Italien (+5,7 %) und Spanien (+3,4 %). Die US-Inflationsrate sank auf 3,4 %. Die Kerninflationsrate in der Eurozone - ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln - lag zum Jahresultimo im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 3,4 %.

Kapitalmärkte

Zur Eindämmung der Inflation setzten die Notenbanken ihre restriktive Geldpolitik im Berichtsjahr 2023 fort. Die EZB erhöhte im Jahresverlauf die Leitzinsen für die Eurozone in mehreren Schritten um insgesamt 200 Basispunkte. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen stieg zunächst unter hoher Volatilität von 2,57 % auf zeitweise mehr als 3 %. Zum Jahresultimo rentierten zehnjährige Bundesanleihen aufgrund aufkeimender Zinssenkungserwartungen jedoch niedriger bei 2,02 %. Die Rendite zweijähriger deutscher Staatsanleihen sank im Jahresverlauf von 2,76 % auf 2,40 %. Die Zinsstrukturkurve blieb dadurch weiterhin invers. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen handelte zwischen 3,25 % und 5,02 %. Zum Jahresultimo rentierten zehnjährige US-Staatsanleihen bei 3,88 % und damit im Vergleich zum Vorjahresultimo nahezu unverändert.

Die globalen Aktienbörsen schlossen das Jahr 2023 mit einer überwiegend positiven Wertentwicklung ab. Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete einen Kursanstieg von 20,3 %, sein europäisches Pendant - der EuroStoxx50 - schloss 19,2 % höher. Die US-amerikanischen Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500 gingen mit einem Plus von 13,7 % bzw. 24,2 % aus dem Handel.

Der Euro wertete im Jahresverlauf gegenüber dem US-Dollar von USD 1,07 zum Jahresbeginn auf USD 1,10 zum Jahresultimo auf.

Versicherungswirtschaftliches Umfeld

Gemäß der mit Stand November veröffentlichten Hochrechnung des GDV kann für das Geschäftsjahr 2023 im direkt abgeschlossenen inländischen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft mit einem Beitragswachstum von 6,7 % bei einer Zunahme der Geschäftsjahresschadenaufwendungen von 12,7 % gerechnet werden.

Die Combined Ratio wird im Geschäftsjahr 2023 bei ca. 98 % und damit über dem Vorjahresniveau erwartet.

In der Kraftfahrtversicherung zeichnet sich laut Prognose des GDV eine Zunahme der Beitragseinnahmen um 4,1 % bei einer erheblichen Zunahme der Geschäftsjahresschadenaufwendungen um 13,6 % ab. Die signifikante Zunahme des Schadenaufwands ist sowohl auf die Kraftfahrt-Haftpflicht- als auch insbesondere auf die Kaskosparten zurückzuführen (Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung: +11,5 %, Vollkasko-Versicherung: +16,5 %, Teilkasko-Versicherung: +16,5 %). Die Zunahme resultiert laut GDV, neben einer im Vergleich zum Vorjahr angestiegenen Schadenhäufigkeit, aus einem deutlichen Anstieg des Schadendurchschnitts, insbesondere bedingt durch die hohe Inflation, die weiterhin äußerst dynamische Entwicklung der Kraftfahrzeug-Ersatzteilpreise sowie die Engpässe in Werkstätten und bei Mietwagen. Infolge der Hagelereignisse aus August 2023 wird zudem von einem überdurchschnittlichen Elementarschadenjahr ausgegangen. Ein nahezu unverändertes Abwicklungsergebnis und eine nahezu unveränderte Kostenquote unterstellt, würde laut GDV für die Kraftfahrtversicherung insgesamt ein versicherungstechnisches Ergebnis von ca. EUR -2,9 Mrd. (Vorjahr: ca. EUR -400 Mio.) und eine Combined Ratio von 110 % (Vorjahr: 101,2 %) resultieren.

In der Sachversicherung, insbesondere aufgrund der im Vorjahr signifikant gestiegenen Inflationsindizes und daraus resultierender Anpassungen der Versicherungssummen, und in der Allgemeinen Haftpflichtversicherung, u.a. aufgrund steigender Lohn- und Umsatzsummen, rechnet der GDV mit einem deutlichen Anstieg der Beitragseinnahmen von voraussichtlich 13,3 % bzw. 3,0 %. In der Allgemeinen Unfallversicherung werden jedoch bei auch im Jahr 2023 rückläufigen Vertragsstückzahlen stagnierende Beitragseinnahmen erwartet. Der Schadenaufwand in der Sachversicherung nimmt im Jahr 2023 u.a. aufgrund der signifikant gestiegenen Inflation sowie einer gegenüber Vorjahr gestiegenen durchschnittlichen Belastung durch Feuergroßschäden deutlich um voraussichtlich 15,2 % zu. Dennoch rechnet der GDV insgesamt wegen der kräftig steigenden Beitragseinnahmen mit einer leicht verbesserten Combined Ratio von 96 % (Vorjahr: 97,5 %).

In der Kredit-, Kautions- und Vertrauensschadenversicherung wird für das Jahr 2023 trotz einer Zunahme der Beitragseinnahmen von 5,0 % eine deutlich höhere Combined Ratio von 82 % (Vorjahr: 67,7 %) erwartet. Der GDV verweist auf steigende Insolvenzzahlen, die zu einer starken Zunahme des Schadenaufwandes (+44,0 %) führen.

Als Spezialversicherer der Bauwirtschaft hat die VHV Allgemeine großes Interesse an der wirtschaftlichen Situation und Entwicklung der Bauwirtschaft. Die Deutsche Bauindustrie sowie das Deutsche Baugewerbe gehen laut ihrer statistischen Hochrechnung per September von einem Umsatzplus in Höhe von 1,4 % im Jahr 2023 aus; dies jedoch bei einer im Jahresverlauf erwarteten überproportionalen Preissteigerung für Bauleistungen von 7 %. Im Wohnungsbau wird der Umsatz im Jahr 2023 insgesamt um voraussichtlich 4,3 % zurückgehen. Beim Wirtschaftsbau wird von einem Umsatzanstieg von 4,7 % und im öffentlichen Bau von 5,1 % gegenüber dem Vorjahr ausgegangen.

Geschäftsentwicklung der VHV Allgemeine

Anstieg des Ergebnisses der normalen Geschäftstätigkeit von EUR 227,2 Mio. auf EUR 232,4 Mio.

Zunahme der Anzahl der Versicherungsverträge um 0,6 % auf 10.947.610 Stück

Steigerung der verdienten Bruttobeiträge um 6,8 % auf EUR 2.656,1 Mio., davon im selbst abgeschlossenen Geschäft um 5,9 % auf EUR 2.506,4 Mio.

Erhöhung der Geschäftsjahresschadenquote im selbst abgeschlossenen Geschäft auf 85,6 % (Vorjahr: 84,3 %)

Anstieg der Betriebskostenquote im selbst abgeschlossenen Geschäft um 0,4 %-Punkte auf 21,9 %

Verschlechterung der Combined Ratio im selbst abgeschlossenen Geschäft um 0,3 %-Punkte auf 96,6 %, bedingt durch eine erhöhte Geschäftsjahresschadenquote und eine gegenüber dem Vorjahr verbesserte Abwicklungsquote

Erhöhung des Nettoergebnisses aus Kapitalanlagen um 17,9 % auf EUR 148,8 Mio.

Gemessen an der Hochrechnung des GDV von November 2023 erzielte die VHV Allgemeine unter Berücksichtigung ihrer Bestandszusammensetzung ein leicht unterdurchschnittliches Bestandswachstum bei leicht überdurchschnittlichem Beitragswachstum. Die Combined Ratio lag leicht unter dem Marktdurchschnitt (Markt: Bestandswachstum: 0,8 %, Beitragswachstum: 6,7 %, Combined Ratio: ca. 98 %).

Alt Text

Der Anstieg in der Anzahl der Versicherungsverträge bei einem höheren Anstieg des Beitrags und der Durchschnittsbeiträge lag im Rahmen unserer Erwartungen.

Die Kapitalanlagen überdeckten jederzeit die Verpflichtungen aus dem Versicherungsgeschäft.

Der Saldo aus stillen Reserven und stillen Lasten einschließlich der Berücksichtigung von Agien und Disagien belief sich im Gesamtbestand der Kapitalanlagen auf EUR 618,5 Mio. (Vorjahr: EUR 377,4 Mio.).

Die Kapitalanlagebestände konnten erwartungsgemäß aufgebaut werden. Entgegen unserer Prognose konnte die Nettoverzinsung gegenüber dem Vorjahr erhöht werden.

Die VHV Allgemeine verfügt nach wie vor über eine stabile Eigenmittelausstattung in Verbindung mit einer marktüberdurchschnittlichen Schwankungsrückstellung im Verhältnis zu den verdienten Nettobeiträgen und über eine hohe Bonität des Kapitalanlageportfolios.

ERTRAGSLAGE

Ergebnis aus der Versicherungstechnik

Der verdiente Bruttobeitrag erhöhte sich aufgrund gestiegener Durchschnittsbeiträge auf EUR 2.656,1 Mio. (Vorjahr: EUR 2.487,2 Mio.).

Alt Text

Davon entfielen auf das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft EUR 2.506,4 Mio. (Vorjahr: EUR 2.367,5 Mio.) und auf das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft EUR 149,7 Mio. (Vorjahr: EUR 119,7 Mio.). Die französische Niederlassung wies zum 31. Dezember 2023 verdiente Bruttobeiträge von EUR 34,7 Mio. (Vorjahr: EUR 20,1 Mio.) aus. Der Anteil des Privatkundengeschäfts im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft betrug 75,6 % (Vorjahr: 77,0 %) der Verträge und 49,6 % (Vorjahr: 51,7 %) der verdienten Bruttobeiträge.

Der verdiente Beitrag für eigene Rechnung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 5,9 % auf EUR 2.505,7 Mio. (Vorjahr: EUR 2.365,7 Mio.).

Die Geschäftsjahresschadenquote im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft lag bei einem Geschäftsjahresschadenaufwand von EUR 2.145,1 Mio. (Vorjahr: 1.994,5 Mio.) mit 85,6 % über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 84,3 %). Die Zunahme des Schadenaufwands entsprach unseren Prognosen, lag aufgrund eines deutlichen Anstiegs der Schadenstückzahlen jedoch in der Höhe über unseren Erwartungen. Für die Erhöhung der Geschäftsjahresschadenquote waren neben höherer Schadenstückzahlen auch ein größerer Schadenaufwand aus Elementarschadenereignissen sowie ein inflationsbedingter Anstieg der Durchschnittsschäden ausschlaggebend. Die bilanzielle Schadenquote im selbst abgeschlossenen Geschäft verbesserte sich aufgrund eines erhöhten Abwicklungsergebnisses leicht von 74,8 % im Vorjahr auf 74,7 % im Geschäftsjahr.

Die Betriebskostenquote des selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts stieg gegenüber dem Vorjahr von 21,5 % auf 21,9 % im Geschäftsjahr. Mitursächlich für diesen Anstieg war die Erhöhung der Verwaltungskostenquote von 10,6 % im Vorjahr auf 10,7 % im Geschäftsjahr.

Bei gestiegener Geschäftsjahresschadenquote und einem gegenüber dem Vorjahr verbesserten Abwicklungsergebnis ist die Combined Ratio im selbst abgeschlossenen Geschäft von 96,3 % im Vorjahr auf 96,6 % im Geschäftsjahr gestiegen.

Das versicherungstechnische Bruttoergebnis im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft vor Veränderung der Schwankungsrückstellung verschlechterte sich insbesondere aufgrund höherer Geschäftsjahresschadenaufwendungen von EUR 82,3 Mio. im Vorjahr auf EUR 76,0 Mio. im Geschäftsjahr.

Das Rückversicherungsergebnis im selbst abgeschlossenen und in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft verbesserte sich für die VHV Allgemeine von EUR -4,1 Mio. im Vorjahr auf EUR 4,8 Mio. im Geschäftsjahr. Gründe für das verbesserte Rückversicherungsergebnis waren im Wesentlichen die Erstattungen im Elementarschadenbereich.

Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen wurden EUR 79,6 Mio. (Vorjahr: EUR 71,6 Mio.) entnommen. Die Schwankungsrückstellung betrug zum 31. Dezember 2023 insgesamt EUR 856,8 Mio. (Vorjahr: EUR 936,4 Mio.) bei einem Sollbetrag von EUR 1.345,0 Mio. (Vorjahr: EUR 1.234,7 Mio.).

Aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft war für eigene Rechnung ein Verlust von EUR 35,2 Mio. (Vorjahr: Verlust von EUR 22,0 Mio.) auszuweisen, der im Wesentlichen auf deutlich höhere Aufwendungen für Elementarschäden zurückzuführen ist.

Insgesamt wurde ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung nach Schwankungsrückstellung von EUR 105,7 Mio. (Vorjahr: EUR 144,1 Mio.) erzielt.

Entgegen unserer Prognose war das versicherungstechnische Ergebnis nach einer Entnahme aus der Schwankungsrückstellung rückläufig. Hingegen ist das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit leicht gestiegen, was im Rahmen unserer Erwartungen lag.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER VERSICHERUNGSZWEIGE

Über die einzelnen Versicherungszweige und -arten des selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts wird wie folgt berichtet:

Unfallversicherung

In der Sparte Unfallversicherung erhöhte sich die Anzahl der Verträge um 11,9 % auf 613.977 Stück (Vorjahr: 548.460 Stück). Zudem setzte sich das positive Beitragswachstum der vergangenen Jahre aufgrund von wettbewerbsfähigen Produkten fort. Der verdiente Beitrag stieg um 8,1 % (Vorjahr: 10,1 %) auf EUR 58,9 Mio. (Vorjahr: EUR 54,5 Mio.), was unseren Erwartungen entsprach.

Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden sind um 3,3 % gestiegen. Dies ist auf eine gestiegene Anzahl von Schäden zurückzuführen (11,0 %). Die Geschäftsjahresschadenquote hat sich um 2,8 %-Punkte auf 59,8 % (Vorjahr: 62,6 %) verbessert. Unter Berücksichtigung eines positiven Abwicklungsergebnisses über Vorjahresniveau und einer erhöhten Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 73,4 % (Vorjahr: 82,1 %).

Nach einer Entnahme aus der Schwankungsrückstellung von EUR 1,7 Mio. (Vorjahr: Zuführung von EUR 1,5 Mio.) konnte ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung von EUR 16,4 Mio. (Vorjahr: EUR 7,7 Mio.) ausgewiesen werden.

Allgemeine Haftpflichtversicherung

In der Sparte Allgemeine Haftpflichtversicherung wuchs die Anzahl der Versicherungsverträge um 0,4 % von 1.661.412 im Vorjahr auf 1.667.901 Verträge im Geschäftsjahr.

Die verdienten Beiträge konnten erneut um insgesamt 7,1 % (Vorjahr: 6,4 %) auf EUR 479,0 Mio. (Vorjahr: EUR 447,1 Mio.) gesteigert werden, was über unseren Erwartungen lag. Ursächlich dafür waren steigende Umsatz-, Lohn- und Honorarsummen sowie gezielte Bestandsmaßnahmen.

Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden haben sich im Gegensatz zum Beitragswachstum um 4,7 % verringert. Dies ist auf eine gesunkene Anzahl von Schäden sowie gesunkene Schadendurchschnitte zurückzuführen. Entsprechend hat sich die Geschäftsjahresschadenquote um 8,1 %-Punkte auf 65,6 % (Vorjahr: 73,7 %) verbessert. Unter Berücksichtigung eines positiven Abwicklungsergebnisses über Vorjahresniveau und einer nahezu konstanten Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 89,2 % (Vorjahr: 99,0 %).

Nach einer Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von EUR 10,0 Mio. (Vorjahr: Zuführung von EUR 20,1 Mio.) wurde ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung von EUR 54,9 Mio. (Vorjahr: EUR -6,9 Mio.) ausgewiesen.

Kraftfahrtversicherungen

Die Anzahl der Versicherungsverträge in der Kraftfahrt- einschließlich Kraftfahrtunfall- und Verkehrs-Service-Versicherung ist gegenüber dem Vorjahr um 0,7 % auf 8.023.630 Stück angestiegen.

Alt Text

Der verdiente Beitrag erhöhte sich um 3,4 % auf EUR 1.580,1 Mio. Die Durchschnittsbeiträge sind damit in den wesentlichen Kraftfahrtversicherungen gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Aufgrund der höheren Abwicklungsgeschwindigkeit in den Kraftfahrtversicherungen wirkte sich die deutlich erhöhte Inflation bereits signifikant auf die Geschäftsjahreszahlungen aus.

Alt Text

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung

Die Anzahl der Verträge verringerte sich in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung um 0,9 % (Vorjahr: +0,1 %) von 3.462.166 auf 3.430.278 Stück.

Der verdiente Beitrag ist um 3,3 % (Vorjahr: -0,4 %) von EUR 909,9 Mio. im Vorjahr auf EUR 939,6 Mio. im Geschäftsjahr gestiegen.

Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden sind gegenüber dem Vorjahr um 7,0 % gestiegen. Die durchschnittlichen Schadenaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um 4,6 % angestiegen (Vorjahr: 4,7 %). Entsprechend ist die Geschäftsjahresschadenquote um 3,2 %-Punkte auf 89,9 % (Vorjahr: 86,7 %) gestiegen. Unter Berücksichtigung eines positiven Abwicklungsergebnisses unter Vorjahresniveau und eines auf die Einzelschadenrückstellungen vorgenommenen pauschalen Abschlags (Entlastung der Schadenquote um 5,9 %-Punkte) betrug die Combined Ratio 94,1 % (Vorjahr: 89,6 %).

Nach einer Entnahme aus der Schwankungsrückstellung von EUR 28,7 Mio. (Vorjahr: EUR 38,6 Mio.) ergab sich ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung von EUR 78,0 Mio. (Vorjahr: EUR 126,5 Mio.).

Sonstige Kraftfahrtversicherungen

In den sonstigen Kraftfahrtversicherungen verringerte sich die Anzahl der Verträge gegenüber dem Vorjahr von 2.802.658 um 0,1 % auf 2.799.890 Verträge im Geschäftsjahr.

Das Beitragswachstum konnte mit einem Anstieg der verdienten Beiträge von 3,7 % (Vorjahr: 1,0 %) auf EUR 619,4 Mio. (Vorjahr: EUR 597,4 Mio.) fortgesetzt werden. Der Anstieg betraf mit 4,7 % die Fahrzeugvoll- bzw. mit -3,6 % die Fahrzeugteilversicherung.

Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden sind gegenüber dem Vorjahr um 16,7 % gestiegen. Entsprechend hat sich die Geschäftsjahresschadenquote um 12,7 %-Punkte auf 113,8 % (Vorjahr: 101,1 %) verschlechtert. Unter Berücksichtigung eines positiven Abwicklungsergebnisses über Vorjahresniveau und einer nahezu konstanten Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 126,0 % (Vorjahr: 114,7 %).

Infolge der vorgenannten Entwicklungen und einer Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von EUR 94,2 Mio. (Vorjahr: EUR 81,7 Mio.) betrug das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung EUR -65,8 Mio. (Vorjahr: EUR -11,3 Mio.).

Feuer- und Sachversicherung

Unter der Feuer- und Sachversicherung werden die Feuer-, Feuer-Industrie-, Verbundene Hausrat-, Verbundene Wohngebäude-, Technischen, Einbruchdiebstahl-, Leitungswasser-, Sturm-, Glas- und Extended Coverage (EC)-Versicherungen erfasst. Über die Verbundene Hausratversicherung, die Verbundene Wohngebäudeversicherung und die Technischen Versicherungen wird separat berichtet.

In den nicht getrennt aufgeführten Versicherungszweigen ist die Anzahl der Verträge gegenüber dem Vorjahr von 273.944 um 2,2 % auf 267.803 Verträge im Geschäftsjahr gesunken. Die verdienten Beiträge sind um 32,1 % (Vorjahr: 30,7 %) angestiegen. Dies ist auf ein signifikantes Beitragswachstum in allen betreffenden Versicherungszweigen zurückzuführen. Die Entwicklung lag über unseren Erwartungen und wurde insbesondere durch die Nachfrage in Frankreich getrieben.

Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 27,6 %. Dies ist auf eine verringerte Anzahl von Schäden in der Sturmversicherung sowie der Extended Coverage (EC)-Versicherung zurückzuführen. Die Geschäftsjahresschadenquote betrug 62,9 % (Vorjahr: 114,9 %). Unter Berücksichtigung eines positiven Abwicklungsergebnisses über Vorjahresniveau und einer gesunkenen Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 68,4 % (Vorjahr: 131,8 %).

Nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung von EUR 29,5 Mio. (Vorjahr: EUR 1,7 Mio.) wurde ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung von EUR -13,8 Mio. (Vorjahr: EUR -17,5 Mio.) ausgewiesen.

Verbundene Hausratversicherung

In der Verbundenen Hausratversicherung ist die Anzahl der Versicherungsverträge gegenüber dem Vorjahr um 2,4 % auf 396.855 Stück im Geschäftsjahr (Vorjahr: 406.429 Stück) gesunken. Die verdienten Beiträge sind gegenüber dem Vorjahr von EUR 41,1 Mio. um 2,7 % (Vorjahr: 0,0 %) auf EUR 42,2 Mio. gestiegen. Die Entwicklung entsprach dabei unseren Erwartungen.

Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden sind gegenüber dem Vorjahr um 7,0 % gestiegen. Dies ist insbesondere auf eine im Vergleich zum Vorjahr erhöhte Anzahl von Schäden zurückzuführen. Die Geschäftsjahresschadenquote ist entsprechend um 1,7 %-Punkte auf 43,7 % (Vorjahr: 42,0 %) gestiegen. Bei einem positiven Abwicklungsergebnis über Vorjahresniveau und einer leicht verschlechterten Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 82,3 % (Vorjahr: 78,3 %).

Unter Berücksichtigung einer unveränderten Schwankungsrückstellung (Vorjahr: Entnahme von EUR 2,3 Mio.) wurde ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung von EUR 5,4 Mio. (Vorjahr: EUR 9,3 Mio.) ausgewiesen.

Verbundene Wohngebäudeversicherung

In der Verbundenen Wohngebäudeversicherung ist die Anzahl der Versicherungsverträge gegenüber dem Vorjahr von 132.187 um 5,1 % auf 125.397 Verträge im Geschäftsjahr gesunken.

Das positive Beitragswachstum der vergangenen Jahre setzte sich mit einem Anstieg der verdienten Beiträge um 12,4 % (Vorjahr: 5,3 %) von EUR 57,5 Mio. im Vorjahr auf EUR 64,7 Mio. im Geschäftsjahr fort. Dies ist auf Beitragsanpassungen zurückzuführen. Die Entwicklung ist damit erwartungsgemäß verlaufen.

Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden sind gegenüber dem Vorjahr um 13,2 % gestiegen. Dies ist insbesondere auf erhöhte Schadendurchschnitte infolge inflationsbedingter Preissteigerungen zurückzuführen. Die Geschäftsjahresschadenquote hat sich in der Folge um 0,5 %-Punkte auf 70,4 % (Vorjahr: 69,9 %) verschlechtert. Unter Berücksichtigung eines positiven Abwicklungsergebnisses über Vorjahresniveau und einer leicht verschlechterten Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 92,7 % (Vorjahr: 92,8 %).

Nach einer Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von EUR 3,5 Mio. (Vorjahr: Zuführung von EUR 2,0 Mio.) wurde ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung von EUR 6,1 Mio. (Vorjahr: EUR -0,6 Mio.) ausgewiesen.

Technische Versicherungen

Die positive Entwicklung in den Technischen Versicherungen konnte auch im Geschäftsjahr 2023 mit einer Steigerung der Vertragsstückzahlen um 15,1 % auf 96.704 Stück (Vorjahr: 84.013 Stück) fortgesetzt werden. Die verdienten Beiträge sind um 16,5 % (Vorjahr: 5,1 %) auf EUR 69,5 Mio. angestiegen, was unseren Erwartungen entsprach.

Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden sind mit 15,4 % im Vergleich zum Beitragswachstum unterproportional gestiegen. Die Geschäftsjahresschadenquote verbesserte sich in der Folge auf 65,6 % (Vorjahr: 66,3 %). Unter Berücksichtigung eines positiven Abwicklungsergebnisses über Vorjahresniveau und einer verbesserten Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 75,0 % (Vorjahr: 84,7 %).

Nach einer Entnahme aus der Schwankungsrückstellung von EUR 1,5 Mio. (Vorjahr: Entnahme von EUR 2,4 Mio.) verblieb ein versicherungstechnisches Ergebnis von EUR 11,8 Mio. (Vorjahr: EUR 9,0 Mio.).

Kredit- und Kautionsversicherung

Die Anzahl der Versicherungsverträge hat sich in der Kredit- und Kautionsversicherung um 0,2 % auf 63.775 Stück (Vorjahr: 63.893 Stück) reduziert. Das Beitragswachstum konnte mit einem Anstieg der verdienten Beiträge von 5,6 % (Vorjahr: 5,6 %) auf EUR 117,1 Mio. (Vorjahr: EUR 110,8 Mio.) fortgesetzt werden. Die Entwicklung lag bezogen auf das Beitragswachstum im Rahmen unserer Erwartungen.

Das Obligo der im Geschäftsjahr ausgestellten Bürgschaften stieg um 10,7 % auf EUR 3.556,6 Mio. Die Geschäftsjahresschadenquote ist um 6,9 %-Punkte auf 53,4 % (Vorjahr: 46,5 %) gestiegen. Dieser Anstieg ist insbesondere auf einen Großschaden zurückzuführen. Unter Berücksichtigung eines positiven Abwicklungsergebnisses über Vorjahresniveau und einer gestiegenen Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 48,8 % (Vorjahr: 46,4 %).

Nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von EUR 10,3 Mio. (Vorjahr: EUR 8,6 Mio.) wurde insgesamt ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung von EUR 49,8 Mio. (Vorjahr: EUR 50,6 Mio.) ausgewiesen.

Verkehrs-Service-Versicherung

Die Anzahl der Verträge ist gegenüber dem Vorjahr um 2,5 % auf 1.417.891 Stück im Geschäftsjahr (Vorjahr: 1.383.380 Stück) gestiegen. Das Beitragswachstum konnte mit einem Anstieg der verdienten Beiträge um 4,3 % (Vorjahr: 4,0 %) von EUR 14,1 Mio. im Vorjahr auf EUR 14,7 Mio. im Geschäftsjahr fortgesetzt werden.

Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden sind mit 1,3 % im Vergleich zum Beitragswachstum unterproportional gestiegen. Die Geschäftsjahresschadenquote hat sich in der Folge um 1,6 %-Punkte auf 54,9 % (Vorjahr: 56,5 %) verbessert. Bei einem positiven Abwicklungsergebnis über Vorjahresniveau und einer gesunkenen Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 51,8 % (Vorjahr: 69,5 %).

Unter Berücksichtigung einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung von EUR 1,6 Mio. (Vorjahr: EUR 1,5 Mio.) ergab sich ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung von EUR 5,3 Mio. (Vorjahr: EUR 2,7 Mio.).

Sonstige Versicherungen

Hierunter sind die Transportversicherung (überwiegend Autoinhaltsversicherung), Betriebsunterbrechungs-Versicherung sowie die sonstige Schadenversicherung zusammenfassend dargestellt.

In den betrachteten Versicherungsarten sind die verdienten Beiträge um 46,3 % (Vorjahr: 22,1 %) von EUR 12,4 Mio. im Vorjahr auf EUR 18,1 Mio. im Geschäftsjahr gestiegen. Ursächlich hierfür ist der Anstieg der Beiträge in der Betriebsunterbrechungs-Versicherung um 62,0 %.

Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden sind im Vergleich zum Beitragswachstum überproportional gestiegen. Dies ist auf einen Anstieg der Schadendurchschnitte zurückzuführen. Die Geschäftsjahresschadenquote betrug 78,4 % (Vorjahr: 74,3 %). Unter Berücksichtigung eines positiven Abwicklungsergebnisses unter Vorjahresniveau und einer gesunkenen Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 101,4 % (Vorjahr: 97,0 %).

Nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung von EUR 3,1 Mio. (Vorjahr: EUR 2,5 Mio.) betrug das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung EUR -7,2 Mio. (Vorjahr: EUR -3,2 Mio.).

In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft

Im in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft, das im Wesentlichen in den Versicherungszweigen Unfall-, Haftpflicht-, Kraftfahrt-, Feuer- und Sach-, Rechtsschutz-, Lebens-, Luftfahrt-, Transport-, Kredit- und Kautionsversicherung sowie Technische Versicherungen betrieben wird, sind die verdienten Beiträge von EUR 119,7 Mio. im Vorjahr auf EUR 149,7 Mio. im Geschäftsjahr gestiegen. Diese Entwicklung entsprach unseren Erwartungen.

Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden sind gegenüber dem Vorjahr um 94,0 % gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf Elementarschäden aus einem Erdbebenereignis in der Türkei im Geschäftsjahr zurückzuführen. Die Geschäftsjahresschadenquote betrug 109,4 % (Vorjahr: 70,5 %). Unter Berücksichtigung eines positiven Abwicklungsergebnisses unter Vorjahresniveau und einer leicht gestiegenen Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 140,7 % (Vorjahr: 98,6 %).

Nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen in Höhe von EUR 15,5 Mio. (Vorjahr: EUR 15,5 Mio.) ergab sich ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung von EUR -35,2 Mio. (Vorjahr: EUR -22,0 Mio.).

Im Geschäftsjahr verfügte die VHV Allgemeine über einen geringen Bestand an in Rückdeckung übernommenen Lebensversicherungen, die zeitversetzt bilanziert wurden. Die Versicherungssumme aus diesem Geschäft betrug zum Ende des Jahres 2023 EUR 0,5 Mio. (Vorjahr: EUR 0,6 Mio.). Der Bestand wurde vollständig für eigene Rechnung gehalten.

Ergebnis aus Kapitalanlagen

Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen belief sich auf EUR 148,8 Mio. (Vorjahr: EUR 126,2 Mio.) und ergab damit eine Nettoverzinsung von 2,4 % (Vorjahr: 2,1 %). Die laufende Durchschnittsverzinsung konnte gegenüber dem Vorjahr um 0,1 %-Punkte auf 2,2 % gesteigert werden.

Die laufenden Erträge aus den Kapitalanlagen stiegen im Geschäftsjahr von EUR 136,7 Mio. auf EUR 154,2 Mio. Der Anstieg insbesondere der Erträge aus Investmentfonds in Höhe von EUR 67,0 Mio. (Vorjahr: EUR 21,0) konnte den Rückgang der Erträge aus Beteiligungen von EUR 65,6 Mio. im Vorjahr auf EUR 28,6 Mio. im Geschäftsjahr überkompensieren. Die Erträge aus Einlagen bei Kreditinstituten erhöhten sich aufgrund der allgemeinen Zinsentwicklung auf EUR 8,6 Mio. (Vorjahr: EUR 0,3 Mio.).

Die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr von EUR 3,9 Mio. auf EUR 27,2 Mio. Der Verkauf von Anteilen an einem verbundenen Unternehmen trug mit EUR 24,0 Mio. Veräußerungsgewinn maßgeblich zu diesem Ergebnis bei.

Die Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen blieben mit EUR 0,1 Mio. auf gleichem Niveau wie im Vorjahr.

Im Geschäftsjahr wurden Zuschreibungen in Höhe von EUR 0,2 Mio. vorgenommen (Vorjahr: keine). Die Abschreibungen erhöhten sich im Geschäftsjahr auf EUR 18,2 Mio. (Vorjahr: EUR 1,4 Mio.). Der Anstieg der Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen auf EUR 17,7 Mio. (Vorjahr: EUR 0,5 Mio.) trug wesentlich zu diesem Ergebnis bei.

Durch die Bewertung von Investmentvermögen und Inhaberschuldverschreibungen mit einem Buchwert von insgesamt EUR 4.643,9 Mio. (Vorjahr: EUR 4.526,8 Mio.) wie Anlagevermögen gemäß § 341b Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB (gemildertes Niederstwertprinzip) wurden Abschreibungen in Höhe von EUR 293,2 Mio. (Vorjahr: EUR 471,5 Mio.) vermieden.

Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit

Die sonstigen Erträge und Aufwendungen ergaben per Saldo eine Belastung von EUR 21,7 Mio. (Vorjahr: EUR 42,7 Mio.).

Unter Einbeziehung des technischen Zinsertrags von EUR -0,5 Mio. wurde ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von EUR 232,4 Mio. (Vorjahr: EUR 227,2 Mio.) erzielt, was unseren Erwartungen entsprach. Der Gewinn nach Steuern von EUR 232,1 Mio. (Vorjahr: EUR 226,8 Mio.) wurde im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrags vollständig an die VHV Holding abgeführt.

VERMÖGENSLAGE

Kapitalanlagebestand

Der Buchwert des Kapitalanlagebestands erhöhte sich im Geschäftsjahr um 3,0 % auf EUR 6.308,7 Mio. (Vorjahr: EUR 6.126,2 Mio.). Entsprechend der Erwartung konnte der Kapitalanlagebestand damit leicht erhöht werden.

Alt Text

Die verzinslichen Kapitalanlagen in Form von Inhaberschuldverschreibungen, Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen bildeten mit einem Anteil von zusammen EUR 2.920,5 Mio. (Vorjahr: EUR 2.990,3 Mio.) weiterhin den Anlageschwerpunkt im Portfolio (46,3 %).

Ihnen folgte das Investmentvermögen mit einem Anteil von 39,2 % am gesamten Kapitalanlagebestand und einem Buchwert von EUR 2.474,0 Mio. (Vorjahr: EUR 2.327,7 Mio.).

Die Aktienquote zu Marktwerten blieb zum Bilanzstichtag mit 2,6 % konstant gegenüber dem Vorjahr. Die Aktien wurden ausschließlich im Fondsbestand gehalten.

Am Rentenmarkt war im Jahr 2023 ein leichter Renditerückgang zu verzeichnen. Dieser Zinsrückgang führte bei den Zinstiteln im Kapitalanlageportfolio zu einem Rückgang der stillen Lasten. Bei den Immobilien im Fondsbestand haben sich die stillen Reserven gegenüber dem Vorjahr reduziert. Bei den Alternativen Investments kam es hingegen zu einem Anstieg der Bewertungsreserven.

Der Saldo aus stillen Reserven und stillen Lasten einschließlich der Berücksichtigung von Agien und Disagien belief sich im Gesamtbestand der Kapitalanlagen auf EUR 618,5 Mio. (Vorjahr: EUR 377,4 Mio.).

Zum 31. Dezember 2023 wies die VHV Allgemeine einen Buchwertbestand an PE/IE-Investments in Höhe von EUR 731,7 Mio. (Vorjahr: EUR 668,1 Mio.) aus. Bezogen auf den gesamten Kapitalanlagebestand betrug die PE/IE-Quote rund 11,6 % (Vorjahr: 10,9 %).

Im Bereich der Immobilien-Investments wurden im Geschäftsjahr 2023 selektive Zu- und Verkäufe getätigt. Die VHV Allgemeine hielt kumuliert zum 31. Dezember 2023 Immobilien-Spezialfonds-Anteile mit einem Buchwert von EUR 589,3 Mio. (Vorjahr: EUR 443,0 Mio.). Bezogen auf den gesamten Kapitalanlagebestand betrug die Quote damit rund 9,3 % (Vorjahr: 7,2 %).

Eigenkapital

Das Eigenkapital in Höhe von EUR 1.170,5 Mio. (Vorjahr: EUR 1.130,5 Mio.) bestand zum Bilanzstichtag aus dem gezeichneten Kapital (EUR 140,0 Mio., Vorjahr: EUR 140,0 Mio.), den Kapitalrücklagen (EUR 1.002,8 Mio., Vorjahr: EUR 962,8 Mio.) und den Gewinnrücklagen (EUR 27,7 Mio., Vorjahr: EUR 27,7 Mio.).

Versicherungstechnische Nettorückstellungen

Die versicherungstechnischen Nettorückstellungen setzten sich zum Bilanzstichtag folgendermaßen zusammen:

Alt Text

Der Anteil der Rückversicherer an der Schadenrückstellung ist im selbst abgeschlossenen und übernommenen Versicherungsgeschäft von 7,3 % im Vorjahr auf 8,0 % im Geschäftsjahr gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf im Vergleich zum Vorjahr höhere Rückversicherungserstattungen, insbesondere im Elementarschadenbereich, zurückzuführen. Die Schadenrückstellung für eigene Rechnung erhöhte sich um EUR 116,8 Mio. auf EUR 3.684,7 Mio. (Vorjahr: EUR 3.567,9 Mio.).

Insgesamt nahmen die versicherungstechnischen Rückstellungen für eigene Rechnung um EUR 57,0 Mio. gegenüber dem Vorjahr auf EUR 4.752,6 Mio. (Vorjahr: EUR 4.695,6 Mio.) zu, was einem Anstieg von 1,2 % entsprach.

Garantiemittel

Die Garantiemittel der VHV Allgemeine, bestehend aus dem Eigenkapital und den versicherungstechnischen Nettorückstellungen, erhöhten sich zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahr von EUR 5.826,0 Mio. auf EUR 5.923,0 Mio. Der Anteil der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen (EUR 856,8 Mio.) an den verdienten Nettobeiträgen betrug zum Ende des Geschäftsjahres 34,2 % (Vorjahr: 39,6 %).

FINANZLAGE

Liquidität

Die Finanzlage und die Entwicklung der Cashflows wurden durch das Versicherungsgeschäft geprägt. Der Cashflow der Gesellschaft beinhaltete insbesondere Beitragseinnahmen, Zahlungen für Versicherungsfälle sowie Rückzahlungen und Investitionen aus der Kapitalanlagetätigkeit.

Zur Erfüllung laufender Verpflichtungen wird ein rollierendes aktives Liquiditätsmanagement betrieben. Berücksichtigt werden hierzu Beitragseinnahmen, Erträge und Rückzahlungen aus Kapitalanlagen. Diese werden den laufenden Versicherungsleistungen, Reinvestitionen in Kapitalanlagen und den Auszahlungen des Versicherungsbetriebs gegenübergestellt. Darüber hinaus erfolgt die Vermögensanlage mit der Zielsetzung, dass eine ausreichende Fungibilität gewährleistet wird.

Dadurch wurde für das abgelaufene Geschäftsjahr und wird auch weiterhin die jederzeitige Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen gewährleistet.

Investitionen

Die VHV Allgemeine hat im Geschäftsjahr 2023 überwiegend Investitionen im Kapitalanlagebereich getätigt. Die Investitionsschwerpunkte bildeten hier im Wesentlichen die Anlage in Inhaberschuldverschreibungen, Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Investmentvermögen. Die Bruttoneuanlage betrug EUR 635,1 Mio. In Relation zum Kapitalanlagebestand am Ende des Jahres entsprach dies einer Quote von 10,1 %.

SONSTIGES

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat im Geschäftsjahr 2023 das Rating der VHV Allgemeine von "A+" mit stabilem Ausblick erneut bestätigt.

Ausschlaggebend für das Rating war insbesondere die Kapital- und Ertragsstärke mit der Bestnote "AAA". Hierzu trugen nach Beurteilung von S&P die starken, nachhaltigen versicherungstechnischen Ergebnisse der VHV Allgemeine maßgeblich bei.

Das im August 2017 gestartete Digitalisierungsprogramm "goDIGITAL.KOMPOSIT" zur Erneuerung wesentlicher Bestandteile der Anwendungslandschaft, insbesondere der Bestandsführungs- und Vertriebssysteme, wurde auch im Jahr 2023 konsequent fortgeführt.

PERSONALBERICHT

Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt betrug im Geschäftsjahr 517 Personen (Vorjahr: 453 Personen).

Die VHV Allgemeine hat die Mitarbeiteranzahl von 500 Kolleginnen und Kollegen überschritten. Aufgrund dieser Unternehmensgröße ist künftig das Drittelbeteiligungsgesetz für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats maßgebend. Nach dem Drittelbeteiligungsgesetz im Geltungsbereich von Unternehmen ab einer Größe von 500 Mitarbeitern setzt sich der Aufsichtsrat zu einem Drittel aus Arbeitnehmervertretern und zu zwei Dritteln aus Aktionärsmitgliedern zusammen. Während das Aufsichtsratsgremium der VHV Allgemeine aktuell noch ausschließlich aus Mitgliedern aus Aktionärskreisen besteht, finden im Geschäftsjahr 2024 die Wahlen der Arbeitnehmervertretungen für den Aufsichtsrat statt. Die Bekanntmachung über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und die Einleitung eines Statusverfahrens nach § 97 Abs. 1 AktG wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Auf Grund dieser Änderung werden ab dem Geschäftsjahr 2024 im Lagebericht zusätzliche Angaben (z. B. Erklärung zur Unternehmensführung) notwendig.

Die Schwerpunkte der Personalarbeit im Geschäftsjahr 2023 lagen - wie bei den übrigen Konzernunternehmen - in den Themen Rekrutierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Mitarbeiterbindung. Weitere Themen waren die Begleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in strategischen Veränderungsprozessen, Weiterentwicklung der Führungskräftequalifikation sowie laufende fachliche und methodische Weiterqualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die VHV Allgemeine zeichnet sich durch eine hohe Kompetenz und außerordentliche Leistungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte aus.

Unser Dank gilt daher allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem persönlichen Einsatz, ihrem Wissen und ihren Erfahrungen die Herausforderungen des Jahres 2023 erfolgreich bewältigt haben. Dem Sprecherausschuss der leitenden Angestellten, dem Gesamtbetriebsrat und den örtlichen Betriebsräten dankt der Vorstand für die konstruktive, vertrauensvolle Zusammenarbeit.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS

Die VHV Allgemeine gehört zu den größten Kraftfahrt-Versicherern in Deutschland. In diesem Bereich konnte die VHV Allgemeine ihre Positionierung im Markt nahezu konstant halten. Ein Schwerpunkt auch des letzten Jahres lag daneben in der Stärkung des Nicht-Kraftfahrt-Geschäftes. Dies ist der VHV Allgemeine besonders in den gewerblichen Versicherungssparten und in der Sparte Verbundene Wohngebäude gelungen. Erreicht wurde dies z. B. durch den Ausbau des Geschäftsbetriebs der als Bauspezialversicherer positionierten VHV Assurance France. Als Spezialversicherer der Bauwirtschaft konnte die VHV Allgemeine entgegen der negativen Entwicklung der baugewerblichen Umsätze und dem gleichzeitigen Rückgang der Auftragseingänge in der Bauwirtschaft gegenüber den Vorjahren den eigenen Umsatz weiterhin ausbauen. Positiv zu verzeichnen ist die fortgesetzte Steigerung der Lohn- und Honorarsummen, die in die Beitragsbemessung einfließen. Trotz der anhaltend hohen Inflation, stark gestiegener Schadenaufwände im Zusammenhang mit Elementarereignissen sowie durch den Ukrainekrieg verursachten Folgen kann der Vorstand insgesamt auf ein profitables Geschäftsjahr zurückblicken.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
RISIKOBERICHT

Das Geschäftsjahr war wie in der vorangegangenen Periode von inflationären Entwicklungen geprägt. Diese finden ihren Ursprung in den Auswirkungen der unterschiedlichen Kriegs- und Krisensituationen und veranlassten die EZB, ihre Geldpolitik kontinuierlich weiter zu straffen, während sich das Wirtschaftswachstum im Euroraum und in Deutschland immer weiter abschwächte. Die unterjährige Erhöhung des Renditeniveaus führte zunächst zu weiteren Kursverlusten bei festverzinslichen Wertpapieren. Ein spürbarer Renditerückgang an den Rentenmärkten in der zweiten Jahreshälfte führte zu einer Rückkehr zum Jahresanfangsniveau. Die erhöhten Inflationsraten hatten zugleich Auswirkungen auf den Schadenaufwand in der Schaden-/Unfallversicherung sowie auf das Neugeschäft.

Die Risiken der Kapitalanlage und der Versicherungstechnik werden aufgrund der aufgezeigten Entwicklungen laufend u. a. durch Stresstests und Szenarioanalysen überwacht und analysiert. Auch unter diesen Stressen und Szenarien war die risikostrategisch festgelegte Mindestbedeckung der VHV Allgemeine weiterhin gegeben. Das Risikoprofil der VHV Allgemeine hat sich nicht wesentlich verändert. Eine Ad-hoc-Berichterstattung zur unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA) war nicht erforderlich.

Zur Prüfung von Sanktionslisten und der Einhaltung nicht personenbezogener Sanktionen sind in der VHV Allgemeine manuelle und automatische Prüfungsprozesse implementiert. Zum Stichtag per 31. Dezember 2023 bestanden keine wesentlichen Risiken mit Bezug zu Belarus und Russland.

Auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse bestehen keine entwicklungs- und bestandsgefährdenden Risiken. Aufgrund des andauernden Ukrainekriegs und den aktuellen Entwicklungen im Nahostkonflikt sind die Ausführungen zur Risikolage mit Unsicherheit behaftet.

Zielsetzung

Die VHV Allgemeine misst dem Risikomanagement größte Bedeutung bei. Die Risikomanagementmethoden werden kontinuierlich weiterentwickelt. Das Risikomanagement dient der Sicherstellung der angemessenen Risikotragfähigkeit und damit der dauerhaften und nachhaltigen Existenzsicherung. Ziele des Risikomanagements sind vor allem:

konsequente Etablierung der Risikokultur innerhalb der VHV Allgemeine,

Unterstützung und Absicherung der Geschäftsstrategie,

Herstellung von Transparenz zu allen wesentlichen Risiken und angemessene Risikosteuerung,

Erfüllung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Risikomanagement.

Die VHV Allgemeine hat in allen Quartalen 2023 die gesetzlichen Solvenzkapitalanforderungen mit anrechenbaren Eigenmitteln deutlich überdeckt.

Der Prognosezeitraum des Chancen- und Risikoberichts beträgt ein Jahr.

Risikostrategie

Die strategischen Vorgaben zum Risikomanagement sind in der Risikostrategie formuliert. Die Risikostrategie leitet sich aus der Geschäftsstrategie ab und regelt den Umgang mit den sich daraus ergebenden Risiken. Die Risikostrategie wird jährlich durch den Vorstand überprüft und verabschiedet. Die Risikostrategie dokumentiert, welche Risiken in der Verfolgung der Geschäftsstrategie bewusst eingegangen werden und wie diese zu steuern sind. Sie dient weiterhin der Schaffung eines übergreifenden Risikoverständnisses und der Etablierung einer konzernweiten Risikokultur. Das wichtigste Element einer gelebten Risikokultur ist der offene unternehmensinterne Austausch über die Risikolage. Durch eine eindeutige Zuordnung von Risikoverantwortung wird durch den Vorstand das Ziel verfolgt, die Risikokultur zu fördern, das Engagement der benannten Personen zu erhöhen und insgesamt die Transparenz durch klare Ansprechpartner sicherzustellen.

Organisation

Die Gesamtverantwortung für ein funktionierendes Risikomanagement liegt beim Vorstand, der eine aktive Rolle im Zuge des ORSA-Prozesses einnimmt. Die Verantwortung liegt insbesondere in

der Genehmigung der verwendeten Methoden,

der Diskussion und kritischen Durchsicht der Ergebnisse des ORSA-Prozesses,

der Genehmigung der Gesellschaftsrichtlinien zum Risikomanagement und des ORSA-Berichts.

Das Risk Committee ist als gesellschaftsübergreifendes Risikomanagementgremium in der VHV Gruppe eingerichtet. Die Hauptaufgabe des Risk Committees besteht darin, im Auftrag des Vorstands die konzerneinheitliche Weiterentwicklung der Risikomanagementsysteme, -methoden und -verfahren sicherzustellen. Das Risk Committee bietet zudem eine Plattform für die gesellschaftsübergreifende Diskussion der Risikolage und kann Entscheidungen initiieren. Die VHV Allgemeine ist in diesem Gremium durch den Vorstandssprecher vertreten.

Zusätzlich ist ein Unterausschuss des Risk Committees eingerichtet, der Hilfestellungen in technischen und operativen Fragestellungen zu den Risikomodellen gibt.

Um die Verantwortung zum Thema Nachhaltigkeit zu unterstreichen, hat die VHV Gruppe das ESG Committee eingerichtet, das die Etablierung eines gruppenweit einheitlichen Nachhaltigkeitsmanagements unter Berücksichtigung der regulatorischen Anforderungen steuert. Ihm gehören der Vorstandsvorsitzende und die weiteren Vorstandsmitglieder der VHV a.G. und der VHV Holding an.

Nach dem Prinzip der Funktionstrennung wird innerhalb der VHV Allgemeine die Verantwortung für die Steuerung von Risiken und deren unabhängige Überwachung aufbauorganisatorisch auf Ebene der Vorstandsressorts getrennt. Wenn eine Funktionstrennung unverhältnismäßig ist, werden stattdessen flankierende Maßnahmen (z. B. gesonderte Berichtswege) ergriffen.

In den Unternehmenseinheiten sind Risikoverantwortliche in strenger Funktionstrennung zur URCF benannt, die für die operative Steuerung der Risiken und die Einhaltung von Limiten verantwortlich sind. Durch eine eindeutige interne Zuordnung der Risikoverantwortung wird insbesondere das Ziel verfolgt, die Risikokultur im Unternehmen zu fördern.

Der Risikoausschuss des Aufsichtsrats dient der Unterstützung des Aufsichtsrats bei der Kontrolle des Risikomanagements sowie sämtlicher Schlüsselfunktionen inklusive deren Berichterstattung. In den Sitzungen des Risikoausschusses werden die Risikostrategie und die Berichte der Schlüsselfunktionen unter Solvency II (URCF, VMF, Compliance-Funktion und interne Revision) mit Vertretern des Vorstands und den verantwortlichen Personen der Schlüsselfunktionen erörtert. Dies beinhaltet vor allem die Erörterung des ORSA-Berichts, des Berichts über Solvabilität und Finanzlage und der Ergebnisse der internen Überprüfung der Geschäftsorganisation. Darüber hinaus werden die Methoden und Instrumente der Schlüsselfunktionen sowie Veränderungen in der Organisation behandelt.

Aufgabe der URCF ist die operative Umsetzung eines konsistenten und effizienten Risikomanagementsystems. Die URCF wird zentral in einer Organisationseinheit unter Leitung der verantwortlichen Person der URCF ausgeübt. Die verantwortliche Person der URCF berichtet direkt an den jeweiligen Gesamtvorstand der Versicherungsunternehmen.

Die VMF wird durch eine verantwortliche Person für die VHV Allgemeine ausgeübt. Zu den Hauptaufgaben zählen die Koordinierung der Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen sowie die Gewährleistung der Angemessenheit der verwendeten Methoden und Basismodelle. Darüber hinaus gibt die VMF eine Stellungnahme zur generellen Zeichnungs- und Annahmepolitik ab. Zusätzlich legt die VMF dem Vorstand mindestens einmal jährlich den VMF-Bericht vor, der alle Tätigkeiten der VMF sowie die erzielten Ergebnisse und Empfehlungen enthält.

Für die Gewährleistung der Einhaltung von gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften ist die Compliance-Funktion zuständig. Zu den vier Kernaufgaben der Compliance-Funktion zählen die Beratungs-, Risikokontroll-, Überwachungs- und Frühwarnaufgabe. Zur Compliance-Funktion zählen im weiteren Sinne neben dem Chief Compliance Officer als verantwortliche Person weitere Mitarbeiter sowie Unternehmensbeauftragte und deren Mitarbeiter, die insbesondere die Themengebiete Aufsichts- und Kartellrecht, Vertriebsrecht, Versicherungsvertragsrecht, Geldwäschegesetz, Finanzsanktionen und Embargo, Datenschutzrecht, Steuerrecht und Anti-Fraud-Management abdecken.

Das Tax-Compliance-Management-System dient der vollständigen und zeitgerechten Erfüllung der steuerlichen Pflichten und trägt zur steuerlichen Risikofrüherkennung und Risikominimierung bei. Der Leiter Rechnungswesen ist für den Betrieb des Tax-Compliance-Management-Systems zuständig. Die Gesellschaftsrichtlinie Steuern beschreibt die Organisation des Tax-Compliance-Management-Systems, legt die Rollen und Verantwortlichkeiten aller involvierten Organisationseinheiten fest und regelt steuerlich relevante Prozesse einheitlich.

Das Themengebiet Datenschutz wird gemeinsam mit dem Informationssicherheitsmanagementsystem in einer eigenen Organisationseinheit bearbeitet, in der der für die inländischen Versicherungsunternehmen der VHV Gruppe bestellte betriebliche Datenschutzbeauftragte angesiedelt ist.

Die Geldwäsche- und Wirtschaftskriminalitätsbekämpfung (inklusive Finanzsanktionen und Embargo, Anti-Fraud-Management) werden in einer eigenen Organisationseinheit unter Leitung des Geldwäschebeauftragten wahrgenommen.

Die interne Revision prüft selbstständig und prozessunabhängig alle Geschäftsbereiche, Prozesse, Verfahren und Systeme innerhalb der VHV Allgemeine auf Basis eines jährlich fortzuschreibenden risikoorientierten Prüfungsplans. Die interne Revision untersteht lediglich den Weisungen des Vorstands, bleibt jedoch in Ausübung ihrer Funktion unabhängig und objektiv. Sie hat dabei die folgenden Rechte und Pflichten:

die interne Revision beurteilt die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Sicherheit und Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse

die interne Revision erhält unverzüglich Kenntnis, wenn wesentliche Mängel erkannt oder wesentliche finanzielle Schäden aufgetreten sind oder ein konkreter Verdacht auf sonstige Unregelmäßigkeiten besteht.

Risikomanagementprozess

Den Risikomanagementprozess verstehen wir als die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen von der Risikoidentifikation bis zur Risikosteuerung.

Ziel der Risikoidentifikation ist die Erfassung und Dokumentation aller wesentlichen Risiken. Hierzu werden regelmäßig Risikoinventuren durchgeführt. Stichtagsbezogen erfolgt eine unternehmensweite Risikoerhebung, bei der halbjährlich sämtliche Risiken bei den Risikoverantwortlichen in allen Unternehmensbereichen und Projekten systemgestützt abgefragt und aktualisiert werden. Identifizierte Einzelrisiken werden durch die URCF plausibilisiert und im Anschluss zur Ermittlung des Gesamtsolvabilitätsbedarfs aggregiert. Darüber hinaus erfolgt eine Erhebung von prozessorientierten Risiken auf Basis einer systemgestützten Geschäftsprozessdokumentation.

Zur unterjährigen Identifikation von Risiken oder wesentlichen Veränderungen bestehen zudem weitreichende Ad-hoc-Meldepflichten. Zusätzlich werden anlassbezogene Risikoanalysen bei risikorelevanten Vorhaben erstellt, deren Ergebnisse bei der Entscheidung durch den Vorstand berücksichtigt werden.

Unter Risikobewertung werden alle Methoden und Prozesse verstanden, die der Messung und Bewertung von identifizierten Risiken dienen. Die Bewertung von operationellen und strategischen Risiken sowie Reputationsrisiken erfolgt in der halbjährlichen Risikoerhebung über eine Expertenschätzung der Risikoverantwortlichen nach den Kriterien Eintrittswahrscheinlichkeit und ökonomisches Verlustpotenzial. Zusätzlich zu dieser quantitativen Bewertung erfolgt eine Beurteilung gemäß qualitativer Kriterien (Ordnungsmäßigkeit und Reputation). Mithilfe geeigneter Verfahren erfolgt eine Aggregation zum Gesamtsolvabilitätsbedarf für operationelle Risiken. Erkenntnisse aus der regelmäßigen Überprüfung des IKS werden bei der Bewertung operationeller Risiken ebenfalls berücksichtigt. Die zur quantitativen Bewertung der Risiken unter Solvency II vorgesehenen Modellberechnungen der Standardformel sowie die Bestimmung der anrechnungsfähigen Eigenmittel erfolgen jährlich zum 31. Dezember sowie quartalsweise. Zur jährlichen Ermittlung des Gesamtsolvabilitätsbedarfs werden unternehmensindividuelle Gegebenheiten in den Risikomodellen berücksichtigt. Die zugrunde liegenden Annahmen der Standardformel und in der Standardformel nicht abgebildete Risiken werden auf ihre Angemessenheit für die VHV Allgemeine beurteilt.

Die Risikoüberwachung wird auf aggregierter Ebene durch die URCF sichergestellt. Hierzu wurde ein umfangreiches Limitsystem zur operativen Umsetzung der Risikostrategie implementiert, das permanent weiterentwickelt und an umweltbedingte Veränderungen angepasst wird. Das Limitsystem stellt sicher, dass die im Risikotragfähigkeitskonzept definierten Risikotoleranzgrößen durch eine Vielzahl von Risikokennzahlen überwacht werden. Unterschiedliche Eskalationsprozesse stellen sicher, dass im Falle einer wesentlichen Abweichung von Zielwerten eine unverzügliche Ad-hoc-Meldung ausgelöst und eine Frühwarnung an den Vorstand abgegeben wird.

Die Berichterstattung zur unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung erfolgt sowohl turnusmäßig als auch anlassbezogen. Die Regelberichterstattung erfolgt neben den quartalsweisen Meldungen im Rahmen der Modellberechnungen der Standardformel insbesondere über den jährlichen ORSA-Bericht sowie unterjährig über die monatlichen Limitberichte. Der ORSA-Bericht wird vom Vorstand genehmigt und den Mitgliedern des Risikoausschusses, des Aufsichtsrats sowie der Aufsichtsbehörde zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus umfasst die jährliche Regelberichterstattung der URCF die Ergebnisse und Empfehlungen der durchgeführten HGB-Projektionen in Studien zur Aktiv-Passiv-Steuerung sowie den internen IKS-Bericht. Bei Bedarf werden zudem Ad-hoc-Risikoanalysen erstellt. Zusätzlich werden die Ergebnisse entscheidungsrelevanter anlassbezogener Risikoanalysen an den Vorstand berichtet.

Unter Risikosteuerung sind unter Berücksichtigung der risikostrategischen Vorgaben das Treffen von Entscheidungen und die Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung einer Risikosituation zu verstehen. Dazu zählen die bewusste Risikoakzeptanz, die Risikovermeidung, die Risikoreduzierung sowie der Risikotransfer. Insbesondere neue Geschäftsfelder, neue Kapitalmarkt- und Versicherungsprodukte sowie Auslagerungsvorhaben werden vor der Beschlussfassung einer Risikoprüfung durch die URCF bzw. weitere Schlüsselfunktionen unterzogen, sodass hierauf aufbauend risikoorientierte Vorstandsentscheidungen getroffen werden können.

Internes Kontrollsystem

Die VHV Allgemeine hat in der Gesellschaftsrichtlinie für das interne Kontrollsystem einheitliche Vorgaben verbindlich festgelegt. Die Gesellschaftsrichtlinie ist sämtlichen Mitarbeitern zugänglich. Das IKS der VHV Allgemeine besteht aus der Gesamtheit der internen Vorgaben, organisatorischen Maßnahmen und Kontrollen.

Die wesentlichen Geschäftsprozesse, einschließlich der enthaltenen Risiken sowie die hiermit in Verbindung stehenden Kontrollen, werden nach einheitlichen Vorgaben durch die Risikoverantwortlichen der jeweiligen Organisationseinheiten beurteilt und dokumentiert. Die Bewertung der geschäftsprozessbezogenen Risiken erfolgt anhand von finanzwirtschaftlichen Kriterien (quantitative Risiken) und qualitativen Kriterien (qualitative Risiken).

Das IKS wird gruppenweit auf Basis eines Regelprozesses mindestens einmal jährlich nach einem einheitlichen Verfahren systematisch überprüft und bewertet (IKS-Regelprozess). Die Koordination des IKS-Regelprozesses erfolgt durch die URCF. Der IKS-Regelprozess ist dabei primär auf eine Beurteilung der Schlüsselkontrollen sowie eine ganzheitliche Bestätigung der Funktionsfähigkeit des IKS durch alle leitenden Angestellten der VHV Allgemeine ausgerichtet. Zusätzlich werden Erkenntnisse der Schlüsselfunktionen, z. B. Prüfungsergebnisse der internen Revision, Risikoanalysen der URCF sowie Erkenntnisse aus den Compliance-Aktivitäten, bei der Beurteilung berücksichtigt. Die Ergebnisse des IKS-Regelprozesses werden durch die URCF mindestens jährlich an den Vorstand und den Risikoausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

Das IKS stellt rechnungslegungsbezogen insbesondere die Vollständigkeit und Richtigkeit der Rechnungslegung und damit des Jahresabschlusses sicher.

Wesentliche Risiken

Im Folgenden werden die Risikokategorien beschrieben. Die Bedeutung für die VHV Allgemeine gibt die folgende, aus den Solvency-II-Berechnungen abgeleitete Rangfolge nach Risikosteuerungsmaßnahmen wieder:

1.

Versicherungstechnisches Risiko der Schaden-/Unfallversicherung

2.

Marktrisiko

3.

Kredit-/Ausfallrisiko

4.

Operationelles Risiko

5.

Strategisches Risiko und Reputationsrisiko

6.

Liquiditätsrisiko

Versicherungstechnisches Risiko der Schaden-/Unfallversicherung

Das versicherungstechnische Risiko ist eines der wesentlichen Risiken, denen die VHV Allgemeine ausgesetzt ist. Es bezeichnet das Risiko, dass bedingt durch Zufall, Irrtum oder Änderung der tatsächliche Aufwand für Schäden und Leistungen vom prognostizierten Aufwand abweicht. Das versicherungstechnische Risiko der Schaden-/Unfallversicherung entstammt schwerpunktmäßig den gezeichneten Sparten Kraftfahrzeug-Haftpflicht, Allgemeine Haftpflicht und Kraftfahrt Kasko. In unwesentlichem Umfang bestehen auch biometrische Risiken (hauptsächlich Langlebigkeitsrisiko) aus den Rentenbeständen in der Haftpflicht- und Unfallversicherung der VHV Allgemeine.

Die Risiken in der Versicherungstechnik werden vor dem Hintergrund des inflationären Umfelds und der hohen Unsicherheit in Bezug auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und im Euroraum laufend u. a. durch Stresstests und Szenarioanalysen überwacht und analysiert. Des Weiteren wird die Auskömmlichkeit der Beiträge segmentspezifisch für das Neugeschäft und den Bestand intensiv beobachtet und gesteuert. Gleichzeitig werden die Neugeschäfts- und Schadenerwartungen bei der Tarifierung berücksichtigt. Darüber hinaus werden in der Schadenreservierung sowohl nach HGB als auch nach Solvency II die Inflationserwartungen berücksichtigt. Das versicherungstechnische Risiko wird nachfolgend in das Prämien-, Reserve- und Katastrophenrisiko unterteilt.

Unter dem Prämienrisiko wird das Risiko verstanden, dass (abgesehen von Katastrophen) die Versicherungsprämien nicht ausreichen, um Schadenzahlungen, Provisionen und sonstige Kosten zu decken. Das Prämienrisiko wird zusätzlich zur Rückversicherung insbesondere durch den Einsatz versicherungsmathematischer Verfahren bei der Prämienkalkulation sowie der Berücksichtigung von entsprechenden Zuschlägen gemindert. Die Prämienkalkulation erfolgt auf Basis einschlägiger versicherungsmathematischer Methoden. Die VMF ist im Neuprodukteprozess eingebunden. Des Weiteren wird die Einhaltung wesentlicher Zeichnungs- und Annahmerichtlinien durch ein etabliertes Controllingsystem unabhängig überwacht. Zudem erfolgt regelmäßig eine Beurteilung der Zeichnungs- und Annahmepolitik durch die VMF. Durch eine laufende Überwachung der Schadenaufwendungen werden Veränderungen im Schadenverlauf zeitnah erkannt, sodass bei Bedarf Maßnahmen eingeleitet werden können. Darüber hinaus wird das Prämienrisiko durch den gezielten Einsatz von Rückversicherung gemindert. Das Prämienrisiko wird zusammen mit dem Katastrophenrisiko jährlich in stochastischen Analysen zur Aktiv-Passiv-Steuerung durch die URCF und die VMF untersucht. Durch den Risikoausgleich im Kollektiv und die Risikodiversifikation zwischen den Sparten ergab sich bei den Schadenquoten auf Gesamtebene eine geringe zufallsbedingte Streuung. Zusätzlich bestehen Schwankungsrückstellungen, durch die versicherungstechnische Schwankungen im Zeitverlauf ausgeglichen werden.

Nachfolgend werden die bilanziellen Schadenquoten der VHV Allgemeine in % der verdienten Beiträge für eigene Rechnung für die Geschäftsjahre 2014 bis 2023 dargestellt.

BILANZIELLE SCHADENQUOTEN
2014 2015 2016 2017 2018
73,3 68,2 70,9 70,9 70,6
BILANZIELLE SCHADENQUOTEN
2019 2020 2021 2022 2023
70,3 65,5 65,3 74,1 76,0

Unter dem Reserverisiko wird das Risiko verstanden, dass die versicherungstechnischen Rückstellungen nicht ausreichen, um die künftigen Schadenzahlungen für noch nicht abgewickelte oder noch nicht bekannte Schäden vollständig zu begleichen. Reserverisiken können sich insbesondere durch nicht vorhersehbare Schadentrends infolge veränderter Rahmenbedingungen, von Änderungen in der medizinischen Versorgung sowie von gesamtwirtschaftlichen Faktoren, wie beispielsweise der Inflation, ergeben, die sich erheblich auf das Abwicklungsergebnis auswirken können. Das Reserverisiko wird durch eine konservative Reservierungspolitik begrenzt, die die Wahrscheinlichkeit von Abwicklungsverlusten reduziert. Zur Abbildung der Inflationserwartungen wurden in den Vorjahren Reservestärkungen vorgenommen. Darüber hinaus werden Spätschadenrückstellungen für bereits eingetretene, aber noch unbekannte Schäden gebildet. Die Abwicklung wird zudem fortlaufend überwacht und Erkenntnisse daraus bei der Ermittlung der versicherungstechnischen Rückstellungen einschließlich der erforderlichen Spätschadenrückstellungen berücksichtigt. Insbesondere in den langabwickelnden Sparten wurden die Inflationserwartungen aktuariell bewertet und in den Rückstellungen entsprechend berücksichtigt. Das Abwicklungspotenzial der Schadenrückstellungen wird zusätzlich von der VMF überwacht. Die nachfolgend dargestellten Abwicklungsergebnisse aus dem selbst abgeschlossenen Geschäft in % der Eingangsrückstellung für eigene Rechnung belegen die vorsichtige Reservierungspolitik.

ABWICKLUNGSERGEBNISSE
2014 2015 2016 2017 2018
4,4 6,9 6,2 6,9 6,9
ABWICKLUNGSERGEBNISSE
2019 2020 2021 2022 2023
8,2 5,9 9,1 7,2 7,4

Die Darstellung zeigt durchgängig positive Abwicklungen über die letzten Jahre. Das Risiko von Abwicklungsverlusten über alle Sparten ist gering.

Das Katastrophenrisiko bezeichnet das Risiko, das sich daraus ergibt, dass der tatsächliche Aufwand für Katastrophenschäden von dem in der Versicherungsprämie kalkulierten Anteil abweicht. Dabei kann das Katastrophenrisiko in Form von Naturkatastrophen und sogenannten "von Menschen verursachten" Katastrophen auftreten. Bei den Katastrophenrisiken der Schaden-/Unfallversicherung besteht für die VHV Allgemeine im Wesentlichen das Risiko aus Naturkatastrophen gegenüber Hagel, Sturm, Überschwemmung und Erdbeben sowie aus von Menschen verursachten Katastrophen in den Sparten Kautionsversicherung und Haftpflichtversicherung. Risikokonzentrationen durch Naturkatastrophen bestehen durch Kumulgefahren in Deutschland. Diese werden regelmäßig analysiert und durch den Einkauf von Rückversicherung gemindert. Die VHV Allgemeine zeichnet versicherungstechnische Risiken schwerpunktmäßig in Deutschland. Durch den deutschlandweiten Vertrieb über Vermittler sind sowohl der Fahrzeugbestand als auch die Versicherungssummen im Sachgeschäft der VHV Allgemeine großflächig über Deutschland verteilt, sodass die VHV Allgemeine gegenüber Elementargefahren diversifiziert ist. Weiter wird dem Katastrophenrisiko neben einer angemessenen Berücksichtigung in der Prämienkalkulation insbesondere durch die o. g. Rückversicherungsdeckung gegen Naturgefahren begegnet, in der das Kumulrisiko aus Elementarschäden abgesichert wird. Die Rückversicherungsbedarfsermittlung orientiert sich grundsätzlich am modellierten 200-Jahresereignis. Die VMF gibt mindestens jährlich eine Stellungnahme zur Angemessenheit der Rückversicherungsvereinbarungen ab. Zusätzlich gibt die URCF eine Stellungnahme zu dem Rückversicherungsprogramm ab. Bezüglich der Rückversicherungspartner legt die VHV Allgemeine Anforderungen an die Solidität fest und achtet auf die Vermeidung von Konzentrationen bei einzelnen Rückversicherungsgruppen.

Marktrisiko

Das Marktrisiko bezeichnet die Risiken eines Verlustes oder einer nachteiligen Veränderung der Vermögens- und Finanzlage, die sich direkt oder indirekt aus Schwankungen in der Höhe bzw. der Volatilität der Marktpreise für die Vermögenswerte, die Verbindlichkeiten und die außerbilanziellen Finanzinstrumente ergeben. Das Marktrisiko der VHV Allgemeine besteht insbesondere aus dem Aktien-, dem Immobilien- und dem Zinsänderungsrisiko.

Das Aktienrisiko resultiert im Wesentlichen aus den Anlagen in Private und Infrastructure Equity sowie den gehaltenen Beteiligungen. Zur Begrenzung der Risiken aus Anlagen in Private und Infrastructure Equity wird auf Direktinvestitionen in einzelne Zielunternehmen verzichtet. Dementgegen ist lediglich der einfach indirekte Zugangsweg zulässig. Des Weiteren wird der Erfolg der Anlage durch die sorgsame Auswahl eines geeigneten Managers gefördert. Während des Anlageprozesses wird die Rentabilität der Anlage fortlaufend geprüft. Dazu gehören die Berücksichtigung einer vierteljährlich aktualisierten Bewertung, die Überprüfung der erzielten Rendite sowie eine Einbeziehung von Private und Infrastructure Equity Anlagen bei Stresstests und Szenarioanalysen. Des Weiteren wird die Einhaltung der aus der strategischen Kapitalanlageallokation für Private und Infrastructure Equity resultierenden Quote fortwährend geprüft.

Die Marktrisiken aus Beteiligungen werden laufend im Rahmen des Beteiligungsmanagements und -controllings, welches die wesentlichen Risiken erfasst, überwacht.

Weitere Marktrisiken resultieren aus dem über Fonds gehaltenen Immobilienbestand durch sinkende Marktwerte infolge einer Immobilienkrise sowie durch Leerstände und damit einhergehende Mietausfälle. Die Risiken von Marktwertverlusten aus Immobilien werden im Rahmen von Stresstests analysiert.

Im Rahmen der strategischen Kapitalanlageallokation werden Quoten festgelegt. Die daraus resultierenden Limite werden täglich geprüft. Anlagen in Immobilien sind ausschließlich über Fonds zu tätigen. Die entsprechenden Immobilienfonds werden grundsätzlich auf Deutschland ausgerichtet. Zur Begrenzung des Risikos aus Immobilien führen die jeweiligen externen Immobilienmanager sowie die internen Verantwortlichen fortlaufende Marktbeobachtungen durch. Anhand der individuellen Anlagekriterien (z. B. Region, Segment, Volumen, Rendite) erfolgt stets eine Vorauswahl geeigneter Objekte. Diesem folgt ein Due-Diligence-Prozess, in welchem in der Regel zusätzliche weitere externe Sachverständige eingebunden werden, um die Attraktivität des Objekts aus zahlreichen Blickwinkeln zu analysieren.

Aufgrund des großen Anteils an Rentenpapieren resultieren weitere Marktrisiken aus Schwankungen des Marktzinses. Während sich in Zeiten sinkender Zinsen tendenziell stille Reserven aufbauen, kommt es bei steigenden Zinsen zu einem Rückgang der Bewertungsreserven. Durch den starken Zinsanstieg seit dem Jahr 2022 sind bei der VHV Allgemeine stille Lasten entstanden.

Da die VHV Allgemeine den Großteil ihrer Rentenpapiere mit dauerhafter Halteabsicht bis zur Endfälligkeit im Anlagevermögen führt, hat die Entstehung stiller Lasten keine Auswirkungen auf die Zinserträge aus der Kapitalanlage. Einzig der Zeitwert der zugrundliegenden Anlagen sinkt. Um darüber hinaus potenziellen Abschreibungsbedarf bei den betroffenen Rententiteln zu erkennen, werden diese Papiere einer Detailanalyse unterzogen, mit welcher die Ursache des Zeitwertrückgangs identifiziert wird. Sofern im Wesentlichen die Veränderung des Marktzinses als Ursache für den Verlust des Zeitwertes ermittelt wird und kein bonitätsbedingter Zahlungsausfall erkennbar ist, können Abschreibungen unterbleiben. Zum Berichtsstichtag wurde in der VHV Allgemeine kein Abschreibungsbedarf identifiziert.

Eine risikobewusste Allokation der Kapitalanlagen wird in der VHV Allgemeine über regelmäßige Value-at-Risk-Analysen sowie im Rahmen der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung sichergestellt. Die strategische Kapitalanlageallokation wird unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit und unter Einbeziehung des Risikomanagements erstellt. Kernelement der strategischen Allokation ist die Festlegung von Mindesterträgen bei entsprechender Sicherheit. Die Einhaltung der strategischen Kapitalanlageallokation wird laufend überwacht. Neben der Anlage in konventionellen Anlageformen wie Staats- und Unternehmensanleihen sowie gedeckten Schuldverschreibungen erfolgen Neuinvestitionen insbesondere in den Anlageklassen Immobilien sowie Private und Infrastructure Equity, einschließlich erneuerbaren Energien, sowie in nicht börsennotiertes Fremdkapital aus den Bereichen Immobilien und Infrastruktur.

Nachfolgende Abbildungen zeigen exemplarisch die Auswirkungen von simulierten Marktveränderungen auf den Wert der zins- und aktienkurssensitiven Kapitalanlagen.

AKTIEN UND ANDERE NICHT FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE
Aktienkursveränderung *) Marktwertänderung aktienkurssensitiver Kapitalanlagen
Rückgang um 20 % EUR -36 Mio.
Marktwert zum 31. Dezember 2023 EUR 178 Mio.

*) Aktienkursveränderung unter Berücksichtigung von etwaigen Aktienderivaten.

Private Equity und Beteiligungen wurden nicht berücksichtigt.

FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE UND AUSLEIHUNGEN
Zinsveränderungen Marktwertänderung zinssensitiver Kapitalanlagen
Veränderung um +1 %-Punkt EUR -234 Mio.
Veränderung um -1 %-Punkt EUR 252 Mio.
Marktwert zum 31. Dezember 2023 EUR 4.309 Mio.

Zusätzlich besteht für Kapitalanlagen in Fremdwährung ein Währungskursrisiko. Dieses wird durch festgelegte Fremdwährungsquoten limitiert und laufend überwacht. Des Weiteren wird das Fremdwährungsrisiko über Sicherungsgeschäfte reduziert.

Das Marktrisiko ist eines der wesentlichen Risiken, denen die VHV Allgemeine ausgesetzt ist.

Kredit-/Ausfallrisiko

Das Kredit-/Ausfallrisiko bezeichnet das Risiko eines Verlustes oder einer nachteiligen Veränderung der Vermögens- und Ertragslage, die sich aufgrund eines Ausfalls oder aufgrund einer Veränderung der Bonität oder der Bewertung der Bonität von Wertpapieremittenten, Gegenparteien und anderen Schuldnern (z. B. Rückversicherer, Versicherungsnehmer, Versicherungsvermittler) ergibt, an die das Unternehmen Forderungen hat.

Etwaige konjunkturelle Einbußen infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine können zu einem weiteren Anstieg der Risikoprämien von Rentenpapieren und infolgedessen zu Marktwertrückgängen führen.

Die Ratings des Rentenbestands werden laufend auf entsprechende negative Veränderungen mittels eines Bonitätslimitsystems überwacht. Zusätzlich werden die Ratings mit einem Bonitätsanalyse-Tool intern validiert. Hierbei werden für die relevanten Gegenparteien u. a. anhand von Geschäftsberichten, Credit-Research-Berichten sowie Angaben von Rating-Agenturen verschiedene Kennzahlen-/Informationsauswertungen vorgenommen.

Die folgenden Abbildungen zeigen die Zusammensetzung der festverzinslichen Wertpapiere und Ausleihungen zu Buchwerten und die entsprechende Verteilung auf die Ratingklassen.

ZUSAMMENSETZUNG DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE UND AUSLEIHUNGEN (BUCHWERTE) Mio. EUR
Festverzinsliche Wertpapiere 2.928
davon Pfandbriefe 1.116
davon Bankschuldverschreibungen 775
davon Corporates 685
davon Anleihen und Schatzanweisungen 353
Insgesamt 2.928
ANTEILE DER RATINGKLASSEN IN % (BUCHWERTE) AAA AA A BBB <BBB NR *)
Festverzinsliche Wertpapiere 59.4 24.9 12.1 2.6 0,2 0,8
Insgesamt 59,4 24,9 12,1 2,6 0,2 0,8

*) kein Rating vorhanden

Ausfallrisiken aus Forderungen an Versicherungsnehmer und Versicherungsvermittler werden durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen verringert. Zusätzlich werden zur Risikovorsorge ausreichende Wertberichtigungen auf den Forderungsbestand vorgenommen. Zum Bilanzstichtag betrugen die Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft an Versicherungsnehmer, deren Fälligkeitszeitpunkt mehr als 90 Tage zurückliegt, unter Berücksichtigung dieser Wertberichtigungen EUR 41,5 Mio. Aus möglichen Ausfällen von Forderungen an Versicherungsnehmer und Versicherungsvermittler resultieren keine wesentlichen bilanziellen Risiken. Die durchschnittliche Ausfallquote wird aus dem Verhältnis der Wertberichtigungen zu den gebuchten Bruttobeiträgen ermittelt und betrug für die vergangenen drei Jahre 1,1 %.

Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft bestanden zum Bilanzstichtag in Höhe von EUR 55,2 Mio. Bei den Forderungen an Rückversicherer handelte es sich in dem abgegebenen Rückversicherungsgeschäft fast ausschließlich um Forderungen aus Rückversicherungsverhältnissen mit einem Standard & Poor's Rating von mindestens A-. Im Hinblick auf die Solidität ist bei der Auswahl der Rückversicherer ein Mindestrating definiert. Zusätzlich erfolgen Bonitätsanalysen bei den wesentlichen Rückversicherungspartnern anhand von Kennzahlen. Die Einhaltung der definierten Kriterien wird im Limitsystem überwacht.

Das Kredit-/Ausfallrisiko ist ein wesentliches Risiko der VHV Allgemeine.

Unter dem Konzentrationsrisiko wird das Risiko verstanden, das sich dadurch ergibt, dass das Unternehmen einzelne Risiken oder stark korrelierte Risiken eingeht, die ein bedeutendes Ausfallpotenzial haben.

Die VHV Allgemeine misst dem Konzentrationsrisikomanagement der Kapitalanlagen durch die Festlegung von Bandbreiten je Anlageklasse und eine laufende Überwachung der daraus resultierenden Limite eine hohe Bedeutung bei. Gemäß dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht wird auf eine breite Mischung und Streuung der Kapitalanlagen geachtet. Die entsprechenden Vorgaben sind in einem internen Anlagekatalog festgelegt. Weiterhin wird langfristig eine noch stärkere Diversifizierung der Emittenten angestrebt. Um diese Entwicklung operativ sicherzustellen, werden zur Risikosteuerung ein umfassendes Emittentenlimitsystem sowie ein Kreditportfoliomodell eingesetzt.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, dass ein Unternehmen aufgrund zeitlicher Inkongruenzen in den Zahlungsströmen oder mangelnder Liquidierbarkeit von Vermögenswerten nicht in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachzukommen. Die Realisierung von Vermögenswerten kann erforderlich sein, wenn die auszuzahlenden Leistungen und Kosten die vereinnahmten Prämien und Erträge aus Kapitalanlagen übersteigen. Aufgrund des deutlich gestiegenen Marktzinsniveaus könnte dies aktuell dazu führen, dass Wertpapiere unterhalb ihres Buchwertes veräußert werden müssen. Abgesehen von den Liquiditätsrisiken, die sich auf die Kapitalmärkte beziehen, unterliegt die VHV Allgemeine keinem wesentlichen Liquiditätsrisiko. Zu begründen ist dies mit dem Geschäftsmodell der VHV Allgemeine, der aufgrund der regelmäßigen Beitragseingänge in der Regel ausreichende Zahlungsmittel zur Verfügung stehen. Die VHV Allgemeine war im Geschäftsjahr 2023 jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Die VHV Allgemeine steuert das Liquiditätsrisiko durch ein aktives Liquiditätsmanagement. Hierzu erfolgt eine monatliche Liquiditätsplanung mit anschließender Abweichungsanalyse. Darüber hinaus findet eine Überwachung der Liquiditätsklassen statt. Dabei werden die Kapitalanlagen nach ihrer Liquidierbarkeit in unterschiedliche Klassen eingeordnet und hochliquide Kapitalanlagen in ausreichender Höhe vorgehalten. Die Mindesthöhe an hochliquiden Kapitalanlagen orientiert sich dabei an den identifizierten Stressereignissen und ist im Limitsystem verankert. Langfristige Liquiditätsrisiken werden zudem über unser System zur Aktiv-Passiv-Steuerung überwacht.

Operationelles Risiko

Das operationelle Risiko bezeichnet das Verlustrisiko, das sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen, Mitarbeitern oder Systemen oder durch externe Ereignisse ergibt.

Die VHV Allgemeine ist gegenüber den folgenden operationellen Risiken exponiert, die in der halbjährlichen Risikoerhebung identifiziert und bewertet werden.

Das Rechtsrisiko bezeichnet Risiken von Nachteilen aufgrund der unzureichenden Beachtung der aktuellen Rechtslage sowie der falschen Anwendung einer gegebenenfalls unklaren Rechtslage. Zu dem Rechtsrisiko zählt auch das Rechtsänderungsrisiko, das sich aufgrund einer Änderung der Rechtsgrundlagen ergibt. Das Rechtsrisiko wird durch den Einsatz von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie durch die bedarfsweise Einholung von externer Beratung beschränkt. Es ist sichergestellt, dass Änderungen der Rechtsgrundlagen und der Rechtsprechung zeitnah berücksichtigt werden. Zur Reduzierung des Rechtsrisikos ist ferner ein Compliance-Management-System eingerichtet, in dem die Beratungsaufgabe, die Frühwarnaufgabe, die Risikokontrollaufgabe und Überwachungsaufgabe zur Reduzierung des Rechtsrisikos wahrgenommen werden. Das Datenschutzrisiko wird zudem durch die Tätigkeit des Datenschutzbeauftragten im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten reduziert. Die Mitarbeiter der VHV Allgemeine werden regelmäßig zu den Vorschriften des Datenschutzes geschult und es sind Verfahren zur Meldung und Behebung von datenschutzrechtlichen Risiken eingerichtet. Ergänzend werden das Geldwäscherisiko sowie das Fraudrisiko explizit im Risikomanagementsystem berücksichtigt und durch die im Compliance-Management-System eingerichteten Kontrollen reduziert. Hierzu sind die Rollen des Geldwäschebeauftragten und des Anti-Fraud-Managers in der VHV Allgemeine etabliert. Die Mitarbeiter der aus dem Geldwäschegesetz verpflichteten Gesellschaften der VHV Gruppe erhalten jährlich bzw. beim Einstieg in das Unternehmen Schulungen zur Geldwäscheprävention. Zur internen und externen Meldung von geldwäschebezogenen Verdachtsfällen wurde ein Verfahren eingerichtet. Gleiches gilt für die interne Meldung und Verfolgung von strafbaren Handlungen.

Das Organisationsrisiko kann aus der Organisationsstruktur des Unternehmens entstehen, wie z. B. aus komplexen Geschäftsprozessen, hohem Abstimmungsaufwand oder unzureichend definierten Schnittstellen. Um dieses Risiko zu reduzieren, wird die Geschäftsorganisation regelmäßig überprüft. Ferner besteht ein internes Kontrollsystem, in dem alle wesentlichen Geschäftsprozesse einschließlich der enthaltenen Risiken und der hiermit in Verbindung stehenden Kontrollen in einer einheitlichen Prozessmodellierungssoftware abgebildet sind. Relevante Richtlinien werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugänglich gemacht.

Die Prozesse der Risikoselektion sind grundsätzlich mit operationellen Risiken behaftet. Diese beziehen sich insbesondere auf das Individualgeschäft der Schaden-/Unfallversicherung. Dieses Risiko wird durch eine sorgfältige Risikoprüfung und entsprechende Zeichnungsrichtlinien gemindert. Die Einhaltung der Zeichnungsrichtlinien wird über ein Controllingsystem überwacht.

Das Risiko aus IT-Systemen bezeichnet die Gefahr der Realisierung von Verlusten, die infolge der Verletzung eines oder mehrerer Schutzziele (Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit, Authentizität) durch IT-Systeme entstehen können. IT-Risiken bestehen durch ständig steigende Anforderungen an die IT-Architektur und IT-Anwendungen, durch sich verändernde Marktanforderungen sowie steigende regulatorische Anforderungen. Hierdurch erhöhen sich die Komplexität und die Fehleranfälligkeit der IT-Landschaft. Neben den operationellen Risiken im Falle einer nicht funktionsfähigen IT resultiert ferner ein Reputationsrisiko, falls unseren Kunden und Geschäftspartnern die IT nicht zur Verfügung steht. Zur Sicherstellung der nachhaltigen Zukunftsfähigkeit der IT-Anwendungslandschaft sowie der Modernisierung des IT-Betriebs wurde das Digitalisierungsprogramm "goDIGITAL" im Berichtsjahr mit weiterhin hoher Priorität fortgeführt. Nach der Einführung des neuen Bestandsführungssystems im Bereich der privaten Kraftfahrtversicherung lag der Fokus im Jahr 2023 auf der Stabilisierung und der Vorbereitung der Migration des Altbestandes. Das Programm "goDIGITAL" bildet die Grundlage künftiger Digitalisierungsinitiativen der VHV Gruppe. Sowohl in den Vorstands- als auch in den Aufsichtsratssitzungen wird regelmäßig über den Status der IT und des Programms "goDIGITAL" berichtet. Die bestehenden IT-Risiken werden intensiv überwacht. Ein wesentliches Risiko wird in einem Ransomware-Angriff mit weitreichenden Auswirkungen auf die Systemverfügbarkeit sowie einer Beeinträchtigung der Geschäftsprozesse gesehen. Zwecks Risikominderung ist insbesondere eine Online-Spiegelung der wichtigsten Systeme an zwei Standorten eingerichtet. Vor dem Hintergrund stetig wachsender technischer, gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen sowie zunehmender Cyberrisiken werden die IT-Risiken der VHV Allgemeine laufend im Rahmen des IT-Risikomanagements überwacht und aktuelle Methoden und Anwendungen zur Erkennung und zur Abwehr von Angriffen verprobt und eingesetzt. Die Wirksamkeit von Sicherungsmaßnahmen wird regelmäßig im Rahmen von IT-Notfallübungen überprüft und dokumentiert. Die mit der Umsetzung des Programmes "goDIGITAL" und den Herausforderungen der anstehenden Transformation einhergehenden Risiken werden mittels einer programmübergreifenden Governance-Struktur entsprechend gesteuert. Das aus der Transformation resultierende Personalrisiko wird über ein Personalmanagement in der Informatik gesteuert. Neben der Prävention von Ausfällen der Datenverarbeitungssysteme, Dienstleister, Gebäude und des Personals spielt die Informationssicherheit und insbesondere der Schutz vor Angriffen auf IT-Systeme eine wichtige Rolle. Hierfür hat die VHV Allgemeine entsprechende Vorsorgemaßnahmen implementiert und überwacht deren Wirksamkeit.

Das Risiko aus Auslagerungen bezeichnet Risiken von fehlerhaften Entscheidungen, Verträgen oder einer fehlerhaften Durchführung eines Auslagerungsprozesses sowie weitere operationelle Risiken, die aus einer Auslagerung resultieren können. Die VHV Allgemeine hat Teile ihrer Prozesse an interne und externe Dienstleister ausgelagert. Wichtige Funktionen und Tätigkeiten sind ausschließlich konzernintern ausgegliedert. Diese Gesellschaften sind vollständig in die Steuerungsmechanismen der VHV Allgemeine integriert. An den Auslagerungsprozess sind über die Gesellschaftsrichtlinie für den Auslagerungsprozess Mindestanforderungen verbindlich vorgegeben, welche über Gesellschaftsrichtlinien operationalisiert sind. Für die wesentlichen Auslagerungen wurden Risikoanalysen erstellt, die bei wesentlichen Veränderungen überprüft und bei Bedarf aktualisiert werden. Infolge der sorgfältigen Auswahl der Partner bei externen Auslagerungen und entsprechender Kontrollmechanismen entsteht keine wesentliche Steigerung des operationellen Risikos.

Das Personalrisiko betrifft Risiken mit Bezug zu den Mitarbeiterkapazitäten der Unternehmensbereiche, der Mitarbeiterqualifikation, etwaigen Kopfmonopolen sowie der Mitarbeiterfluktuation. Um diesen Risiken zu begegnen, werden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt, die eine hohe fachliche Qualifikation der Mitarbeiter sicherstellen. Vertretungs- und Nachfolgeregelungen mindern das Risiko von Störungen in den Arbeitsabläufen.

Ergänzend zu den dargestellten operationellen Risiken werden das Datenqualitätsrisiko, das Risiko aus externen Ereignissen und Infrastruktur sowie das Projektrisiko systematisch identifiziert, bewertet, berichtet und gesteuert.

Die VHV Allgemeine verfügt des Weiteren über umfassende Schutzbedarfsanalysen und führt regelmäßige Business-Impact-Analysen durch, in denen Extremszenarien, wie beispielsweise ein IT- oder Gebäudeausfall, modelliert werden, um das operationelle Risiko zu kontrollieren. Aus den Ergebnissen dieser Analysen werden Notfallpläne abgeleitet, die regelmäßig aktualisiert und an aktuelle Gegebenheiten angepasst werden. Sofern Ressourcen wie Mitarbeiter, Gebäude oder IT-Systeme nur eingeschränkt zur Verfügung stehen, bleibt die VHV Allgemeine somit weiterhin handlungsfähig, sodass auch im Notfall der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden kann.

Strategisches Risiko

Das strategische Risiko ist das Risiko, das sich aus strategischen Geschäftsentscheidungen ergibt. Zu dem strategischen Risiko zählt auch das Risiko, das sich daraus ergibt, dass Geschäftsentscheidungen nicht einem geänderten Wirtschaftsumfeld angepasst werden.

Die Inflation war zuletzt rückläufig. Zudem dürfte wegen der sinkenden Inflation auch der Zinshöhepunkt überschritten sein. Kapitalmarkt- und Kreditzinsen sinken bereits seit Anfang November, und im Frühsommer des kommenden Jahres könnte die Europäische Zentralbank eine erste Leitzinssenkung beschließen. Damit sind für das Jahr 2024 die Weichen prinzipiell auf Erholung gestellt, nachdem sich die Konjunktur seit Jahresbeginn spürbar abkühlte und die Erholung, die ursprünglich für die zweite Jahreshälfte erwartet wurde, weitestgehend ausblieb. Im Euroraum hat sich die Konsumnachfrage der privaten Haushalte angesichts der ungünstigeren Reallohnentwicklung gleichwohl abgeschwächt. Zudem belastet der Energiepreisschock des Vorjahres noch die Industriekonjunktur. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und im Euroraum wird außerdem weiterhin von spürbaren Unsicherheiten flankiert sein. Unter den genannten wirtschaftlichen Bedingungen besteht für die VHV Allgemeine das Risiko, dass das Neugeschäftsvolumen im kommenden Jahr weniger stark wächst als in den vergangenen Jahren und die Marktanteile in den verschiedenen Teilmärkten dadurch nur leicht zunehmen bzw. annähernd stagnieren.

Die Schaden-/Unfallversicherung der VHV Allgemeine ist geprägt von den Kraftfahrt- und Bauversicherungen mit vertriebsseitiger Fokussierung auf das Maklergeschäft in Deutschland. Als führender Spezialversicherer der Bauwirtschaft besteht für die VHV Allgemeine eine Abhängigkeit von der baukonjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Zur Reduzierung dieser Abhängigkeiten und zur Partizipation an Wachstumsmärkten treibt die VHV Allgemeine den selektiven Ausbau ihres Kernkompetenzfelds Bauversicherungen in ausgewählten Auslandsmärkten wie Österreich, Frankreich, Italien und der Türkei strategisch weiter voran.

Die fortschreitende Digitalisierung in der Versicherungsbranche birgt strategische Risiken für das aktuelle Geschäftsmodell einer Versicherung, da die Wertschöpfung aus Daten durch die fortlaufende digitale Transformation zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die bisherigen Markteintrittsbarrieren könnten durch neue Technologien und Innovationen sinken. Insbesondere neue Wettbewerber, welche die Stärke neuer Algorithmen durch künstliche Intelligenz und Machine Learning unter Berücksichtigung von Big Data nutzen, werden als besonders relevant eingeschätzt. Die VHV Allgemeine begegnet diesen Risiken u. a. durch die Einführung einer modernen technischen Infrastruktur und agilen Entwicklungsmethoden im Rahmen der "goDIGITAL"-Projekte, wodurch die Grundlage geschaffen wird, auf innovative technische Entwicklungen schnell und flexibel reagieren zu können.

Zur Steuerung der strategischen Risiken finden regelmäßige Sitzungen des Vorstands statt. Die wesentlichen Projekte des Unternehmens berichten regelmäßig an den Vorstand.

Die bestehenden strategischen Konzentrationen der VHV Allgemeine werden laufend analysiert und im Einklang mit der Geschäftsstrategie bewusst eingegangen. Insbesondere sollen auch die Chancen aus starken Marktstellungen genutzt werden, die untrennbar mit den bestehenden strategischen Risikokonzentrationen verbunden sind.

Reputationsrisiko

Das Reputationsrisiko ist das Risiko, das sich aus einer möglichen Schädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ergibt.

Dem Risiko einer negativen Wahrnehmung durch Kunden, Vertriebspartner oder sonstige Stakeholder wird z. B. durch intensives Qualitätsmanagement sowie regelmäßige Dialoge mit unseren Vertriebspartnern entgegengewirkt. Service-Level-Agreements mit den internen und externen Dienstleistern der VHV Allgemeine ermöglichen ein laufendes Controlling der wesentlichen Kennzahlen.

Aktuelle Studien und Testergebnisse belegen die Kunden- und Maklerfreundlichkeit. Auch die vielfältigen Kommunikationsaktivitäten haben das Ziel, die gute Reputation der VHV Gruppe zu wahren. Das Reputationsrisiko wird fortlaufend durch die zentrale Unternehmenskommunikation überwacht.

Um potenziellen Reputationsrisiken zu begegnen, hat sich die VHV Allgemeine zur Einhaltung des Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb sowie zur Einhaltung des Datenschutzkodex Code-of-Conduct verpflichtet.

Emerging Risks

Bei Emerging Risks handelt es sich um neuartige Risiken, deren Gefährdung sich gar nicht oder nur schwer einschätzen lässt (u. a. bedingt durch den Klimawandel oder die Entwicklung neuer Technologien). Sie zeichnen sich ferner durch ein hohes Potenzial für große Schäden aus, sodass einer frühzeitigen Risikoidentifizierung eine entscheidende Bedeutung beikommt. Daher werden Emerging Risks explizit im Rahmen der Risikoerhebung von den Risikoverantwortlichen identifiziert und bewertet, um durch eine frühzeitige Identifizierung das Zeitfenster zur Gegensteuerung zu erhöhen.

Risikotragfähigkeit

Die Risikotragfähigkeit der VHV Allgemeine war während des gesamten Berichtszeitraums zu jeder Zeit in vollem Umfang und im Einklang mit den risikostrategischen Vorgaben gegeben. Die VHV Allgemeine verfügte zum 31. Dezember 2023 über eine deutliche Überdeckung der gesetzlichen Solvenzkapitalanforderungen mit anrechenbaren Eigenmitteln.

In den durchgeführten Stresstests und Szenarioanalysen war die Risikotragfähigkeit auch unter den betrachteten Stresssituationen (Extremereignissen) wie beispielsweise in einem langjährigen Überinflationsszenario nicht gefährdet. Im Überinflationsszenario wird von einer langfristigen Überinflation zusätzlich zur durchschnittlichen Inflation der letzten Jahre bis zur Endabwicklung der aktuellen Schadenreserven ausgegangen.

Auch in diesem Berichtsjahr wurde das Nachhaltigkeitsrisikomanagement kontinuierlich weiterentwickelt. Hinsichtlich der Marktentwicklungen im Geschäftsjahr sowie der zu erwartenden Entwicklung im Jahr 2024 wird auf den Wirtschafts- sowie Prognosebericht verwiesen.

CHANCENBERICHT

Das Identifizieren von Chancen stellt einen wesentlichen Bestandteil einer zukunftsorientierten Unternehmensführung dar. Im Rahmen der strategischen Planung werden die aktuellen Rahmenbedingungen analysiert, um die sich hieraus bietenden Chancen frühzeitig zu identifizieren und entsprechend zu handeln. Aufgrund des andauernden Ukrainekriegs und den aktuellen Entwicklungen im Nahostkonflikt sind die Ausführungen zu den Chancen mit Unsicherheit behaftet.

In der inländischen Schaden-/Unfallversicherung hat sich die VHV Allgemeine als Partner der Vermittler/Makler und als Spezialversicherer der Bauwirtschaft positioniert. Hierdurch ist es möglich, in einem durch hohe Wettbewerbsintensität geprägten Marktumfeld frühzeitig Trends und Entwicklungen zu identifizieren, die als Grundlage für wettbewerbsfähige Produkte dienen.

Das nationale und internationale Schaden-/Unfallversicherungsgeschäft wird weiter ausgebaut. Der deutsche Kernmarkt wird durch die selektive Erschließung von ausgewählten Auslandsmärkten wie Österreich, Frankreich, Italien und der Türkei ergänzt. Dies kann neben der Erreichung der Wachstumsziele zu einer weiteren Verbesserung der Diversifikation beitragen. Die Inlandsaktivitäten werden durch die VHV Allgemeine und die Auslandsaktivitäten durch die VHV International gesteuert. Zur Erreichung des strategischen Ziels eines überproportionalen Wachstums in den Nicht-Kraftfahrt-Sparten soll besonders das Firmengeschäft mit der Fokussierung auf das Geschäftsfeld Bau gestärkt werden.

Darüber hinaus können Verbesserungen der Wirtschaftlichkeit und Produktivität über verbesserte Stückkosten zur Konkurrenzfähigkeit der Produkte beitragen. Hierzu sollen die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung fortgeführt sowie die Steuerung der externen Dienstleister weiter professionalisiert werden.

Im Hinblick auf das versicherungstechnische Ergebnis bietet der verstärkte Ausbau des Schadenmanagements sowie die Weiterentwicklung der Methoden der Schadenbearbeitung Chancen, die Schadenkosten weiter zu senken.

Das angestiegene Zinsniveau seit 2022 führte dazu, dass der Investitionsfokus zunehmend auf Covered Bonds und öffentliche Titel gelegt wurde. Weiterhin wurden in Private und Infrastructure Equity und Immobilienfonds sowie nicht börsennotiertes Fremdkapital investiert. Chancen bestehen daher neben der grundsätzlich positiven Portfoliodiversifikation in der Möglichkeit, an den positiven Marktentwicklungen zu partizipieren.

Die voranschreitende Digitalisierung wird die Zukunft der Versicherungsbranche aufgrund des sich verändernden Kundenverhaltens und technischer Innovationen entscheidend beeinflussen. Der VHV Allgemeine bieten sich hier im Zuge der Umsetzung der ausgearbeiteten Digitalisierungsstrategie Chancen im künftigen Wettbewerb.

Aufgrund des digitalen Fortschritts und des damit verbundenen Wandels von Kundenbedürfnissen wird zukünftig die Anpassung von Markenauftritt und Werbestrategien von zentraler Bedeutung sein. Zusätzlich besteht ein wachsendes Kundenbedürfnis an der Nutzung moderner Kommunikationskanäle wie Social Media und Chats. Die Schnelligkeit bei der Beantwortung von Fragen wird zukünftig ein zentraler Erfolgsfaktor sein. Die VHV Allgemeine sieht sich wettbewerbsfähig positioniert. Dies zeigt sich auch in der mehrfach ausgezeichneten Internetseite der VHV Allgemeine.

Die Kunden- und Maklerzufriedenheit stellt einen zentralen Faktor für die zukünftige Marktposition und Ertragskraft der VHV Allgemeine dar. Daher legt die VHV Allgemeine einen hohen Wert auf eine überdurchschnittliche und vom Markt differenziert wahrgenommene Serviceorientierung. Unterschiedliche Testurteile und Auszeichnungen unterstreichen dies. Die Servicequalität wird laufend durch interne und externe Überprüfungen überwacht.

Die konsequente Ausrichtung der VHV Allgemeine als attraktiver Arbeitgeber bietet vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ebenfalls Chancen. Grundlage für eine kompetente und qualitativ hochwertige Zusammenarbeit mit Kunden, Maklern und weiteren Geschäftspartnern sind motivierte und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Interne Weiterbildungsmaßnahmen, fortlaufende Schulungen und ein systematisches Nachfolgemanagement stellen die fachliche Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher. Darüber hinaus wird der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie dem betrieblichen Gesundheitsmanagement eine hohe Bedeutung beigemessen.

ZUSAMMENFASSUNG

Die aktuellen Erkenntnisse und die Einschätzung der künftigen Entwicklung lassen auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen derzeit keine nachhaltigen und wesentlichen Beeinträchtigungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der VHV Allgemeine erwarten. Der Fortbestand der VHV Allgemeine ist auch in Extremszenarien nicht gefährdet. Alle wesentlichen Risiken werden frühzeitig erkannt, bewertet und gesteuert.

PROGNOSEBERICHT

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und Kapitalmarkt

Für das Jahr 2024 wird von Ökonomen eine gebremste konjunkturelle Dynamik erwartet. Rückläufige Inflationszahlen, globalwirtschaftliche Abschwächung und erhöhte geopolitische Unsicherheit dürften die Entwicklung der Weltwirtschaft determinieren.

Eine nochmalige Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums ist unter diesen Rahmenbedingungen denkbar. Es wird erwartet, dass die Wachstumsraten in den USA weiterhin höher ausfallen werden als in Europa. Speziell das Wirtschaftswachstum Deutschlands dürfte aufgrund angekündigter fiskalischer Sparmaßnahmen im europaweiten Vergleich unterdurchschnittlich gering ausfallen. Geopolitische Risiken in der Ukraine, Nahost und Taiwan könnten sich im Falle einer Eskalation zusätzlich belastend auswirken. Der offene Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen im November erhöht die gesamtwirtschaftliche Prognoseunsicherheit.

Die Inflationsraten werden im Jahr 2024 mit voraussichtlich geringer Dynamik weiter sinken, in Deutschland und der Eurozone aber über der von der EZB angestrebten Zielmarke von 2,0 % verharren. Infolge der erwarteten wirtschaftlichen Abkühlung dürfte sich auch die Kerninflation ermäßigen.

Neben den genannten Faktoren wird die Entwicklung von Wirtschaft und Kapitalmärkten vor allem unter dem Einfluss der Geldpolitik stehen. Die Marktteilnehmer erwarten ein Ende des Zinserhöhungszyklus und rechnen im Jahresverlauf mit mehreren Zinssenkungen der EZB und der Fed.

Ein aufgrund der Rahmenbedingungen aus nachlassendem Inflationsdruck und gebremstem Wirtschaftswachstum erwartbarer Renditerückgang sollte die Wertentwicklung von Anleihen im Jahr 2024 grundsätzlich unterstützen. Die zahlreichen ökonomischen und insbesondere geopolitischen Risiken könnten hingegen negativ auf die Risikoneigung der Marktteilnehmer Einfluss nehmen. Ein Anstieg der Risikoaufschläge bei mit Bonitätsrisiken behafteten Zinstiteln wäre die Folge.

In der erwarteten Gemengelage aus wirtschaftlicher Abschwächung, geopolitischen Risiken und niedrigeren Renditeniveaus dürften sich die Aktienmärkte volatil entwickeln.

Entwicklung der Baubranche und der VHV
Allgemeine

Der Wohnungsbau, lange Stützpfeiler der Baukonjunktur, bricht laut ZDB vor dem Hintergrund weiterhin rückläufiger Baugenehmigungen und anhaltenden Kostensteigerungen deutlich ein. Die derzeitigen Investitionsbedingungen verstärken diese Entwicklung. Für das Jahr 2024 wird mit einem Umsatzrückgang von 15,0 % auf EUR 49,9 Mrd. gerechnet.

Im Wirtschaftsbau hingegen wird für das Jahr 2024 eine leicht positive Umsatzentwicklung auf EUR 60,0 Mrd. (+0,7 %) erwartet. Die Investitionen in Projekte der Mobilitäts- und Energiewende sowie die Investitionen der Deutschen Bahn in ihr Schienennetz stützen den Wirtschaftstiefbau laut ZDB deutlich. Die Nachfrage im anteilsstarken Wirtschaftshochbau stagniere jedoch geprägt von den unsicheren allgemeinen Konjunkturaussichten und insbesondere der Zins- sowie Energiepreisentwicklung bei einer insgesamt rückläufigen Orderentwicklung auf dem Niveau des Jahres 2023.

Im öffentlichen Bau wird für das Jahr 2024 ebenfalls mit einem leichten Zuwachs von 0,7 % auf EUR 44,5 Mrd. gerechnet. Die Prognose vom ZDB setzt das Halten der bisher auf Bundesebene für das Jahr 2024 geplanten Investitionslinien für die Infrastruktur voraus. Es wird gleichzeitig damit gerechnet, dass sich der bestehende Investitionsrückstau der Kommunen weiter erhöht.

Die VHV Allgemeine ist bezogen auf die Marktentwicklung in ihren Kerngeschäftsfeldern überdurchschnittlich aufgestellt und wird sich aus heutiger Sicht auch zukünftig in einem schwierigen Marktumfeld mit wettbewerbsfähigen Tarifen und Produkten behaupten können.

In der Kapitalanlage ist für das Jahr 2024 eine Anlage in Titel mit guter Bonität (Investmentgrade) geplant. Es ist überdies eine Fortführung der Anlageklasse Immobilien, Private Equity und Infrastruktur geplant. Aktienallokationen werden aktiv an den Marktbedingungen ausgerichtet und im Rahmen von Total-Return-Investmentansätzen umgesetzt. Die VHV Allgemeine plant für das Jahr 2024 einen leichten Aufbau der Kapitalanlagebestände. Aufgrund der Anlagestruktur wird von einer Nettoverzinsung der Kapitalanlagen unter dem Niveau vom Jahr 2023 ausgegangen.

In der Kraftfahrtversicherung ist die VHV Allgemeine schon seit vielen Jahren in Richtung Ertragssteigerung ausgerichtet. Diese Strategie wurde im Jahr 2023 fortgeführt und wird auch maßgebend für die nächsten Jahre sein. Getragen wird diese Strategie durch eine weitere Fokussierung der Risikoselektion, Sanierungen im gewerblichen Geschäft, Beitragsanpassungen sowie vor allem umfassenden Maßnahmen im Schadenmanagement. Die weitere Entwicklung der derzeitigen Lieferengpässe und der erhöhten Inflation kann einen Einfluss auf den Geschäftsverlauf nehmen. Erwartet wird ein mindestens konstantes Ergebnis nach Schwankungsrückstellung.

Das Haftpflichtgeschäft für Firmenkunden wird auch im Jahr 2024 durch einen intensiven Preis- und Leistungswettbewerb geprägt sein. In einzelnen Teilmärkten wird infolge der Risikoexponierung mit einer tendenziellen Marktverhärtung gerechnet.

Als auf die Zielgruppe Bau spezialisierter Branchenversicherer sieht sich die VHV Allgemeine trotz der erwarteten Baurezession weiterhin positiv aufgestellt. Bei unbestritten vorhandenen Baubedarfen erwartet die Branche für das Jahr 2024 einen nominalen Rückgang der baugewerblichen Umsätze auf EUR 154,4 Mrd. (-5,0 %). Positive Effekte für die Bestands- und Ertragsentwicklung werden über die Fortsetzung der aktiven Bewirtschaftung des Bestandes der Berufshaftpflichtversicherung für Architekten und Ingenieure erwartet. Die weitere Entwicklung des Ukrainekrieges und der übrigen geopolitischen Krisen sowie die u. a. hiervon abhängige gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland können einen maßgeblichen Einfluss auf die Baukonjunktur nehmen und somit die Geschäftsentwicklung der VHV Allgemeine negativ beeinflussen.

Für die Privathaftpflichtversicherung wird im Jahr 2024 eine steigende Entwicklung in Stückzahl bei gleichbleibendem Beitrag erwartet.

Im Bereich der Unfallversicherung wird auch im Jahr 2024 ein moderates Beitragswachstum erwartet. Durch Tarifüberarbeitungen aus dem Jahr 2023 in der Privaten Unfallversicherung wird auch im Jahr 2024 ein anhaltender Impuls für die Neugeschäfts- und Bestandsentwicklung erwartet.

Für die Sparte Technische Versicherungen wird vor dem Hintergrund des Ausbaus des Garantiegeschäfts von einer positiven Entwicklung ausgegangen.

Für die Kredit- und Kautionsversicherung wird im Jahr 2024 ein Anstieg der Beitragseinnahmen und der Vertragsstückzahl erwartet. Die bereits im Jahr 2023 verschlechterte Insolvenzsituation könnte durch die Folgen der rückläufigen Bautätigkeit weiter eingetrübt werden. Es wird von einer steigenden Anzahl zu erwartender Insolvenzen im Jahr 2024 ausgegangen.

In den Versicherungssparten der Feuer- und Sachversicherung werden sich aufgrund der Wettbewerbsfähigkeit der Produkte wiederum Zuwächse in der Anzahl der Verträge bzw. im Beitrag ergeben. Dies gilt insbesondere für das gewerbliche Segment.

Insgesamt geht die VHV Allgemeine für die kommenden Jahre von einem positiven Bestands- und Beitragswachstum aus. Für das Jahr 2024 wird erwartet, dass der Schadenaufwand weiter insbesondere inflationsbedingt steigen wird. Bei einem im Jahr 2024 geplanten niedrigeren Vertragsbestand und gleichzeitig moderat steigenden Beitragseinnahmen werden Schadenmanagementmaßnahmen, vor allem im Kraftfahrtgeschäft, und Maßnahmen zur Senkung der Verwaltungskosten eine hohe Priorität haben, um die aktuelle Wettbewerbsposition auch zukünftig zu sichern. Nach einem Wachstum der verdienten Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft um 5,9 % im Jahr 2023 erwartet die VHV Allgemeine für das kommende Jahr 2024 nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung ein rückläufiges Ergebnis.

Im Geschäftsjahr 2023 lag der Fokus des Digitalisierungsprogramms "goDIGITAL.KOMPOSIT" auf der Stabilisierung und Optimierung des erneuerten Kraftfahrt-Privat-Vertragssystems und der damit verbundenen Prozesse. Die Transformation wurde durch intensive Schulungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin eng begleitet. Außerdem wurden die Voraussetzungen für die Migration der Kraftfahrt-Privat Bestandsverträge in das neue Bestandsführungssystem geschaffen und im Rahmen eines Proof of Concept erfolgreich verprobt. Im Jahr 2024 wird der Schwerpunkt auf der Migration der Kraftfahrt-Privat Bestandsverträge aus dem Alt- in das Neusystem und der konsequenten Optimierung und Digitalisierung der Prozesse liegen. Zudem beginnt die Umstellung des SHU-Privat Vertrags- und Schadensystems. Die Umstellung des Kraftfahrt-Gewerbe Vertragssystems wird vorbereitet.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Der vorliegende Prognosebericht beinhaltet Einschätzungen für die kommende Entwicklung des Unternehmens. Unter Abwägung aller bekannten Chancen und Risiken und auf Basis von Planungen und Hochrechnungen wurden Annahmen getroffen, die aufgrund unbekannter Risiken und Unsicherheiten so nicht eintreten oder nicht vollständig eintreffen müssen.

Aufgrund der sich dynamisch verändernden Rahmenbedingungen können die nachhaltigen Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung, die Kapitalmärkte sowie die Geschäftsentwicklung der VHV Allgemeine zum aktuellen Zeitpunkt weiterhin nicht abschließend beurteilt werden. Insofern sind die genannten prognostischen Aussagen mit höheren Unsicherheiten behaftet.

VERTRÄGE MIT VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Es besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft, der VHV Holding.

Weiterhin bestehen Verträge zur Ausgliederung von Funktionen und Versicherungstätigkeiten sowie Dienstleistungsverträge mit der überwiegenden Anzahl der verbundenen Unternehmen in unterschiedlichem Ausmaß.

Darüber hinaus existiert eine Schuldbeitrittsvereinbarung mit der VHV Holding, in der sich die VHV Holding gegenüber der VHV Allgemeine verpflichtet, den Zahlungsverpflichtungen aus sämtlichen bestehenden und künftigen Pensionszusagen der VHV Allgemeine als Gesamtschuldnerin beizutreten und die handelsbilanziellen Pensionsrückstellungen ausschließlich in ihrer Bilanz zu passivieren. Die VHV Allgemeine erstattet der VHV Holding die erforderlichen Aufwendungen.

BESONDERE HINWEISE

Wir bieten unseren Versicherungsnehmern bei Tätigkeiten in Österreich, Italien und der Türkei Versicherungsschutz über unsere Konzernunternehmen VAV, Val Piave und VHV Sigorta an.

Zusätzlich bieten wir Versicherungen über unsere Niederlassung in Frankreich und eine Kooperation in Italien an.

Für die Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG, Mannheim, übernimmt die Gesellschaft in allen Bereichen des Rechtsschutzversicherungsgeschäfts die Vermittlung.

Mit dem von uns unterstützten Institut für Bauforschung e.V., Hannover, steht der Bauwirtschaft eine Einrichtung zur Verfügung, deren Aufgabe unter anderem darin besteht, praxisbezogene Bauschadenforschung zu betreiben und deren Ergebnisse in Empfehlungen für die Baufirmen umzusetzen.

 

Hannover, den 26. Februar 2024

DER VORSTAND

Dr. Reddemann

Bretz

Dr. Diekmann

Rintelmann

Dr. Rohlfs

JAHRESBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2023

JAHRESBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023

VHV ALLGEMEINE VERSICHERUNG AG

Aktivseite

EUR EUR EUR 31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Kapitalanlagen
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 850.118.090 743.581.010
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 7.750.000 7.750.000
3. Beteiligungen 56.285.811 56.849.871
914.153.901 808.180.881
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 2.474.038.673 2.327.738.649
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 2.185.458.559 2.214.407.216
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 630.247.038 645.247.038
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 104.783.202 130.643.820
735.030.240 775.890.858
5.394.527.472 5.318.036.723
6.308.681.373 6.126.217.604
B. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 95.951.142 75.639.128
2. Versicherungsvermittler 7.752.699 139.130
103.703.841 75.778.258
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 55.219.319 54.138.801
davon an verbundene Unternehmen: EUR 15.049.133 (Vorjahr: EUR 5.948.515)
III. Sonstige Forderungen 25.111.346 19.859.825
davon an verbundene Unternehmen: EUR 2.112.930 (Vorjahr: EUR 1.290.084) 184.034.506 149.776.884
C. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 91.255 102.694
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 46.872.097 83.885.283
46.963.352 83.987.977
D. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 29.881.411 29.284.279
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 6.530.049 8.179.122
36.411.460 37.463.401
SUMME DER AKTIVA 6.576.090.691 6.397.445.866

Die in der Jahresbilanz der VHV Allgemeine Versicherung AG zum 31. Dezember 2023 unter Passiva B.II. eingestellte Renten-Deckungsrückstellung betrug einschließlich nicht abgehobener Renten EUR 55.267.961.

Es wird bestätigt, dass die in der Bilanz unter Posten B.II. der Passiva eingestellte Deckungsrückstellung unter Beachtung von § 341f und § 341g HGB sowie unter Beachtung der aufgrund des § 88 Abs. 3 VAG erlassenen Rechtsverordnung berechnet worden ist.

 

Hannover, den 12. Februar 2024

Bernd Rühmann

Verantwortlicher Aktuar

Passivseite
EUR EUR 31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 140.000.000 140.000.000
II. Kapitalrücklagen 1.002.800.074 962.800.074
III. Gewinnrücklagen
1. Andere Gewinnrücklagen 27.653.697 27.653.697
1.170.453.771 1.130.453.771
B. Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 188.443.592 156.035.847
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 19.395.897 12.415.804
169.047.695 143.620.043
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 4.006.721.960 3.849.237.069
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 322.033.350 281.302.302
3.684.688.610 3.567.934.767
III. Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung
1. Bruttobetrag 14.515.702 14.306.203
IV. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen 856.757.518 936.402.547
V. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 28.076.212 33.790.819
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 527.277 501.552
27.548.935 33.289.267
4.752.558.460 4.695.552.827
C. Andere Rückstellungen
I. Steuerrückstellungen 1.350.000 2.150.000
II. Sonstige Rückstellungen 62.818.862 63.601.113
64.168.862 65.751.113
D. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 12.052.448 11.478.744
E. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber:
1. Versicherungsnehmern 206.028.203 219.041.652
2. Versicherungsvermittlern 10.998.113 8.405.513
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: EUR 0 (Vorjahr: EUR 201.211) 217.026.316 227.447.165
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 19.633.626 9.232.781
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: EUR 6.130 (Vorjahr: EUR 320.066)
III. Sonstige Verbindlichkeiten 340.190.655 257.518.555
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: EUR 315.409.361 (Vorjahr: EUR 236.219.264) 576.850.597 494.198.501
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: EUR 83.941 (Vorjahr: EUR 0)
davon aus Steuern: EUR 7.588.207 (Vorjahr: EUR 9.358.786)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 73.191 (Vorjahr: EUR 67.094)
F. Rechnungsabgrenzungsposten 6.553 10.910
SUMME DER PASSIVA 6.576.090.691 6.397.445.866

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2023

VHV ALLGEMEINE VERSICHERUNG AG

Posten EUR EUR 2023 2022
EUR EUR
I. VERSICHERUNGSTECHNISCHE RECHNUNG
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Gebuchte Bruttobeiträge 2.688.509.548 2.509.586.857
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -157.384.126 -123.137.251
2.531.125.422 2.386.449.606
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -32.407.745 -22.392.306
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 6.980.093 1.661.919
-25.427.652 -20.730.387
2.505.697.770 2.365.719.219
2. Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung 204.857 194.306
3. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 2.632.626 2.492.458
4. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag -1.873.456.645 -1.634.551.122
bb) Anteil der Rückversicherer 88.116.536 92.337.945
-1.785.340.109 -1.542.213.177
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag -158.583.502 -214.136.571
bb) Anteil der Rückversicherer 40.735.509 2.852.217
-117.847.993 -211.284.354
-1.903.188.102 -1.753.497.531
5. Veränderung der sonstigen versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen 5.740.332 -5.072.031
6. Aufwendungen für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattungen für eigene Rechnung -6.318.737 -5.802.722
7. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb -600.067.964 -549.446.126
b) davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 26.109.492 22.011.037
-573.958.472 -527.435.089
8. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung -4.730.425 -4.036.295
9. Zwischensumme 26.079.849 72.562.315
10. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen 79.645.029 71.566.632
11. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung ( 105.724.878 144.128.947
II. NICHTVERSICHERUNGSTECHNISCHE RECHNUNG
1. Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus Beteiligungen 28.636.520 65.631.018
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 21.093.854 (Vorjahr: EUR 60.488.732)
b) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 125.590.818 71.047.144
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 511.225 (Vorjahr: EUR 245.294)
c) Erträge aus Zuschreibungen 238.500 0
d) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 27.200.059 3.852.904
181.665.897 140.531.066
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen
a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen -14.542.102 -12.821.750
b) Abschreibungen auf Kapitalanlagen -18.234.189 -1.368.655
c) Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen -52.200 -147.815
-32.828.491 -14.338.220
148.837.406 126.192.846
3. Technischer Zinsertrag -453.836 -450.951
148.383.570 125.741.895
4. Sonstige Erträge 26.250.671 19.769.877
5. Sonstige Aufwendungen -47.986.010 -62.431.289
-21.735.339 -42.661.412
6. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 232.373.109 227.209.430
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 -154.162
8. Sonstige Steuern -283.166 -206.929
9. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne -232.089.943 -226.848.339
10. JAHRESÜBERSCHUSS 0 0

ANHANG

ALLGEMEINE ANGABEN

Sitz der VHV Allgemeine Versicherung AG ist Hannover. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 57331 im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover eingetragen.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 wurden nach den Vorschriften des HGB, des AktG, des VAG und der RechVersV in ihrer zum Bilanzstichtag gültigen Fassung aufgestellt.

Die Posten wurden kaufmännisch gerundet veröffentlicht. Hierdurch können sich gegebenenfalls Rundungsdifferenzen ergeben.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

AKTIVA

Die Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen wurden mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem ihnen am Abschlussstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt.

Die dem Anlagevermögen zugeordneten Anteile am Investmentvermögen, Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sind dazu bestimmt, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen und wurden mit den fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften des § 341b Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB (gemildertes Niederstwertprinzip) erfolgte eine Abschreibung der Wertpapiere bei voraussichtlich dauernder Wertminderung. Bei den Inhaberschuldverschreibungen des Anlagevermögens wurden Differenzbeträge zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag nach der Effektivzinsmethode analog § 341c Abs. 3 HGB amortisiert.

Bei einer vorliegenden stillen Last am Abschlussstichtag wurde bei Wertpapieren von einer voraussichtlichen Dauerhaftigkeit einer Wertminderung ausgegangen, wenn aufgrund der Bonität von einem Ausfall des Wertpapiers auszugehen war.

Die dem Umlaufvermögen zugeordneten Inhaberschuldverschreibungen wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip mit den fortgeführten Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Das Wertaufholungsgebot nach § 253 Abs. 5 HGB wurde beachtet.

Die Namensschuldverschreibungen wurden zum Nennwert bilanziert.

Die Schuldscheinforderungen und Darlehen wurden nach § 341c HGB mit den Anschaffungskosten zuzüglich oder abzüglich der kumulierten Amortisation einer Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Die Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft wurden zu Nennwerten abzüglich Wertberichtigungen für das latente Ausfallrisiko bilanziert.

Die Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft wurden nach den Rückversicherungsverträgen berechnet und zu Nennwerten angesetzt.

Die sonstigen Forderungen wurden zu Nennwerten abzüglich Wertberichtigungen für das latente Ausfallrisiko bilanziert. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen wurden die Sachanlagen und Vorräte mit den Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angesetzt. Bei geringwertigen Wirtschaftsgütern mit Nettoanschaffungskosten von mehr als EUR 250, aber nicht mehr als EUR 1.000, wurden die Anschaffungskosten in einem Sammelposten erfasst, der im Jahr der Anschaffung sowie in den vier folgenden Wirtschaftsjahren mit jeweils 20 % gewinnmindernd aufgelöst wird. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand wurden zu Nennwerten angesetzt.

Die in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthaltenen abgegrenzten Zinsen wurden zum Nennwert ausgewiesen. Die Beträge entfielen auf das Jahr 2023, waren aber zum Bilanzstichtag noch nicht fällig.

Die in den sonstigen Rechnungsabgrenzungsposten enthaltenen Agien auf Namensschuldverschreibungen wurden abgegrenzt und planmäßig über die Laufzeit verteilt.

PASSIVA

Die Beitragsüberträge für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft wurden in allen Versicherungszweigen pro rata temporis berechnet. Die Beitragsüberträge in der Kautionsversicherung wurden entsprechend der durchschnittlichen Restlaufzeit der Bürgscheine ermittelt bzw. für jeden Beitrag je Bürgschein pro rata temporis berechnet. In der Baugewährleistungs- und Décennaleversicherung wurden die Beitragsüberträge entsprechend der Haftungsdauer des Produktes ermittelt. Die Anteile der Rückversicherer entsprachen den in Rückdeckung gegebenen Quoten. Als nicht übertragsfähige Einnahmeteile wurden von den Bruttobeträgen 85,0 % und von den Rückversichereranteilen grundsätzlich 92,5 % der Provisionen angesetzt. Die Beitragsüberträge für das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft wurden pro rata temporis berechnet und die Anteile der Rückversicherer gemäß ihrem vertraglichen Anteil angesetzt. Als nicht übertragsfähige Anteile wurden 92,5 % der Provisionen angesetzt.

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft wurde mit der gebotenen kaufmännischen Sorgfalt für jeden Schadenfall einzeln ermittelt. Auf die Schadenrückstellung in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung wurde unter Berücksichtigung der tatsächlichen Schadenzahlungen in der Vergangenheit ein Abschlag vorgenommen. Weiterhin wurde durch eigene Berechnungen und Analysen untersucht, ob die unter Berücksichtigung von Abschlägen gebildeten Brutto-Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle in der Sparte Kraftfahrzeug-Haftpflicht ausreichend bemessen waren. Die Rückstellung für zu erwartende Spätschäden wurde nach dem Bedarf für nachgemeldete Spätschäden berechnet. Die Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen wurden nach dem voraussichtlichen Eingang vorsichtig ermittelt und von der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle abgesetzt. Die Berechnung der Renten-Deckungsrückstellung erfolgte für jeden Rentenfall einzeln nach versicherungsmathematischen Grundsätzen aufgrund der §§ 341f und 341g HGB und der zu § 88 Abs. 3 VAG erlassenen Rechtsverordnung. Die Berechnung erfolgte auf Basis der Sterbetafel DAV 2006 HUR Frauen und Männer. Die Berechnung der Rentendeckungsrückstellung erfolgte für die Anfalljahre bis einschließlich 2021 mit einem einheitlichen Rechnungszins von 0,9 %, ab dem Anfalljahr 2022 wurde ein Rechnungszins von 0,25 % herangezogen. Die Anteile der Rückversicherer wurden nach den bestehenden Rückversicherungsverträgen gebildet.

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle für das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft wurde nach den Angaben der Vorversicherer unter Berücksichtigung von angemessenen Zuschlägen gebildet. Die Anteile der Rückversicherer wurden nach den bestehenden Rückversicherungsverträgen berechnet.

Die Ermittlung der Rückstellung für Schadenregulierungskosten erfolgte unter Verwendung aktuarieller Methoden. Diese bildeten die spartenspezifischen Abwicklungsverläufe verursachungsgerecht ab.

Der Rückstellung für Beitragsrückerstattung im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft wurden entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen Beträge zugeführt und entnommen.

Die Schwankungsrückstellung wurde gemäß der Anlage zu § 29 RechVersV gebildet. Für die Sparte Kaution wurden für Altjahre die Schadenquoten aus den in den Geschäftsberichten der BaFin bzw. des früheren Bundesaufsichtsamtes für das Versicherungswesen veröffentlichten Tabellen angesetzt. Für die Sparte Kraftfahrt wurden im in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft für Altjahre nicht die eigenen, sondern mit Zustimmung der BaFin geeignete andere Schadenquoten verwendet, was zu einer deutlich geringeren Zuführung zur Schwankungsrückstellung führte.

Die unter sonstige versicherungstechnische Rückstellungen erfasste Stornorückstellung für Wagnisfortfall und -minderung wurde maßgebend mit den Stornosätzen, die anhand einer Repräsentativuntersuchung in den einzelnen Versicherungszweigen festgestellt wurden, bezogen auf die Beitragseinnahmen, berechnet. Die Rückstellung für Verkehrsopferhilfe wurde nach der Aufgabe des Vereins "Verkehrsopferhilfe e.V." gebildet. Die Rückstellung für unverbrauchte Beiträge aus ruhenden Kraftfahrtversicherungen wurde einzeln gebildet. Der Anteil der Rückversicherer wurde nach den bestehenden Rückversicherungsverträgen berechnet. Gemäß vertraglicher Vereinbarung im Elementarschadenrückversicherungsvertrag wurde eine Rückstellung für noch zu zahlende Wiederauffüllungsprämien gebildet.

Die Drohverlustrückstellung für das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft wurde nach den Angaben der Vorversicherer gebildet.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen wurden mit ihrem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt.

Bei Rückstellungen mit Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr wurden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag vorgenommen. Die Abzinsung erfolgte mit den von der Bundesbank zum 30. November 2023 veröffentlichten durchschnittlichen Zinssätzen der letzten sieben Jahre.

Die Rückstellungen für Jubiläumsleistungen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem Rechnungszins von 1,75 % (Vorjahr: 1,45 %), einer Gehaltsentwicklung von 3,00 % (Vorjahr: 2,50 %) sowie einer Fluktuationsrate von 3,25 % (Vorjahr: 3,00 %) ermittelt. Die Abzinsung erfolgte dabei mit dem von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten sieben Jahre unter der Annahme einer pauschalen Restlaufzeit der Verpflichtungen von 15 Jahren.

Die Altersteilzeitverpflichtungen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Die Abzinsung dieser Rückstellungen erfolgte für jede Verpflichtung individuell mit den von der Bundesbank zum 30. September 2023 veröffentlichten durchschnittlichen Zinssätzen der letzten sieben Jahre.

Die Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft wurden nach den Berechnungsgrundlagen der Rückversicherungsverträge ermittelt.

Die übrigen Passiva wurden zum Erfüllungsbetrag ausgewiesen.

Die in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten enthaltenen Disagien auf Namensschuldverschreibungen wurden abgegrenzt und über die Laufzeit verteilt.

ZEITVERSETZTER AUSWEIS

Im Berichtsjahr wurden im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft Beiträge in Höhe von TEUR 4.498 (Vorjahr: TEUR 2.801) wegen verspäteter Aufgabe zeitversetzt gebucht. Darüber hinaus wurden in dem in Rückdeckung übernommenen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft, für das die Angaben des Vorversicherers bis 30. September 2023 vorlagen, Beiträge in Höhe von TEUR 93.580 (Vorjahr: TEUR 4.580) zeitversetzt bilanziert.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Die Währungsumrechnung von Posten in ausländischer Währung erfolgte mit dem Devisenkurs zum Zeitpunkt ihrer Anschaffung sowie unter Beachtung des Niederstwertprinzips am Bilanzstichtag.

Erträge und Aufwendungen wurden mit dem Devisenkurs zum Entstehungszeitpunkt umgerechnet. Währungskursgewinne und -verluste sind im Abgangsergebnis enthalten.

ZEITWERTERMITTLUNG

Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen wurden die Zeitwerte nach dem Ertragswertverfahren berechnet bzw. wurde deren jeweiliger Buchwert oder das anteilige Eigenkapital als Zeitwert angesetzt. Bei den PE-Investments wurde der Net Asset Value als Zeitwert angesetzt.

Die Zeitwerte von börsennotierten festverzinslichen und nicht festverzinslichen Wertpapieren richteten sich nach den Börsenkursen am Bilanzstichtag. Die Zeitwerte von Investmentfonds ergeben sich aus den Rücknahmepreisen am Bilanzstichtag.

Die Namensschuldverschreibungen sowie die Schuldscheindarlehen und die Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurden mit einem systemgestützten Zinskurvenbewertungsverfahren bewertet. Hierbei wurden den Wertpapieren risikogerechte Zinskurven mit marktgängigen Risikoaufschlägen zugeordnet. Die Zuordnung und Unterscheidung der Zinskurven erfolgte anhand von Wertpapierkategorien, Bonitätsklassen (Rating) sowie der Unterscheidung in erstrangige und nachrangige Wertpapiere. Eventuell vorhandene Kündigungsrechte wurden hier explizit bewertet. Nach dem gleichen Verfahren wurden festverzinsliche Wertpapiere bewertet, für die kein Börsenkurs am Bilanzstichtag ermittelt werden konnte.

AKTIVA

ZU A. KAPITALANLAGEN

Über die Entwicklung der Kapitalanlagen im Geschäftsjahr 2023 gibt die folgende Darstellung Auskunft.

ENTWICKLUNG DER AKTIVPOSTEN A.I. BIS A.II. IM GESCHÄFTSJAHR 2023
Aktivposten Bilanzwerte Vorjahr
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
Zuschreibungen
TEUR
A.I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 743.581 150.229 26.022 -
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 7.750 - - -
3. Beteiligungen 56.850 - - -
Summe A.I. 808.181 150.229 26.022 -
A.II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 2.327.739 146.300 - -
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 2.214.407 338.579 367.767 239
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 645.247 - 15.000 -
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 130.644 - 25.861 -
Summe A.II. 5.318.037 484.879 408.627 239
Insgesamt 6.126.218 635.108 434.649 239
ENTWICKLUNG DER AKTIVPOSTEN A.I. BIS A.II. IM GESCHÄFTSJAHR 2023
Aktivposten Abschreibungen
TEUR
Bilanzwerte Geschäftsjahr
TEUR
Zeitwerte Geschäftsjahr
TEUR
A.I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 17.670 850.118 1.534.621
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen - 7.750 7.764
3. Beteiligungen 564 56.286 121.732
Summe A.I. 18.234 914.154 1.664.117
A.II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere - 2.474.039 2.654.566
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere - 2.185.459 1.901.316
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen - 630.247 609.190
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen - 104.783 104.322
Summe A.II. - 5.394.527 5.269.394
Insgesamt 18.234 6.308.681 6.933.511

ZU A.I.1. ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND A.I.3. BETEILIGUNGEN

Über die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 HGB wird weiter unten berichtet.

ZU A.II.1. AKTIEN, ANTEILE AN INVESTMENTVERMÖGEN UND ANDERE NICHT FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Investmentvermögen
davon Anlagevermögen 2.474.039 2.327.739
Insgesamt 2.474.039 2.327.739

ZU A.II.2. INHABERSCHULDVERSCHREIBUNGEN UND ANDERE FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Inhaberschuldverschreibungen
davon Anlagevermögen 2.169.902 2.199.089
davon Umlaufvermögen 15.556 15.318
Insgesamt 2.185.459 2.214.407

ZU D.II. SONSTIGE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

In dem Rechnungsabgrenzungsposten sind folgende Agiobeträge enthalten: 31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Namensschuldverschreibungen 6.383 7.996
Insgesamt 6.383 7.996

ANGABE GEMÄSS § 285 NR. 18 HGB

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buch- und Zeitwerte der Finanzinstrumente, deren Buchwerte über ihren jeweiligen Zeitwerten ausgewiesen wurden.

Buchwert
TEUR
Zeitwert
TEUR
Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 1.885.941 1.592.735
Sonstige Ausleihungen 50.889 46.592
Insgesamt 1.936.830 1.639.327

Die Wertpapiere sind nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften bewertet worden. Die Wertminderungen wurden aufgrund der Bonität der Emittenten oder des Besicherungsgrads als nicht dauerhaft angesehen.

ANGABE GEMÄSS § 285 NR. 26 HGB

Die untenstehende Tabelle gibt Detailinformationen zu den Investmentfonds, von denen die VHV Allgemeine mehr als 10 % der ausgegebenen Anteile hielt.

Art des Fonds / Anlageziel Zeitwert
TEUR
Stille Reserven
TEUR
Stille Lasten
TEUR
Ausschüttung im Jahr 2023
TEUR
Immobilienfonds 762.571 173.312 - 41.300
Mischfonds 1.891.995 7.215 - 25.700

Die Rückgabe der Anteile an den Immobilienfonds kann aufgeschoben werden, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine Aufschiebung unter Berücksichtigung der Interessen der Anleger erforderlich erscheinen lassen. Bei Vorlage von außergewöhnlichen Umständen oder unzureichender Liquiditätslage kann auch bei den übrigen Fonds die Rücknahme aufgeschoben werden.

PASSIVA

ZU A.I. GEZEICHNETES KAPITAL

Das voll eingezahlte gezeichnete Kapital der Gesellschaft betrug wie im Vorjahr TEUR 140.000 und ist eingeteilt in 140.000.000 Stückaktien. Am gezeichneten Kapital der Gesellschaft ist die VHV Holding zu 100 % beteiligt.

ZU A.II. KAPITALRÜCKLAGEN

Die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB betrug unverändert TEUR 112.800. Die Rücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB erhöhte sich von TEUR 850.000 im Vorjahr durch eine Einzahlung der VHV Holding von TEUR 40.000 auf TEUR 890.000 im Geschäftsjahr.

ZU A.III. GEWINNRÜCKLAGEN

Die Gewinnrücklagen betrugen unverändert TEUR 27.654 im Geschäftsjahr.

ZU B. VERSICHERUNGSTECHNISCHE RÜCKSTELLUNGEN

Versicherungstechnische Bruttorückstellungen insgesamt Bruttorückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen
31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
für das gesamte selbst abgeschlossene und in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft: 5.094.515 4.989.772 4.006.722 3.849.237 856.758 936.403
davon entfallen auf das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft:
Unfallversicherung 108.618 107.834 78.486 76.353 21.118 22.849
Haftpflichtversicherung 2.068.493 2.003.510 1.783.611 1.712.690 215.188 225.225
Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung 1.791.629 1.794.463 1.497.094 1.477.616 263.612 292.280
Sonstige Kraftfahrtversicherung 207.717 288.913 185.584 177.642 3.696 97.911
Feuer- und Sachversicherung 375.753 351.670 209.422 215.524 96.240 71.735
davon:
Verbundene Hausratversicherung 20.866 20.934 8.052 8.227 - -
Verbundene Wohngebäudeversicherung 92.309 88.998 40.667 36.143 30.078 33.587
sonstige Sachversicherung 201.447 195.861 123.419 132.738 45.743 34.374
davon: Technische Versicherungen 126.933 125.839 76.353 76.992 23.995 25.452
Kredit- und Kautionsversicherung 279.109 268.747 99.329 100.737 170.073 159.804
Verkehrs-Service-Versicherung 19.637 23.164 2.846 8.047 16.463 14.892
Sonstige Versicherungen 30.678 22.308 18.186 13.241 11.126 7.991
Summe selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 4.881.634 4.860.609 3.874.558 3.781.850 797.516 892.687

ZU C.II. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

In den sonstigen Rückstellungen sind folgende wesentliche Beträge enthalten: 31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Rückstellungen für Vertreterprovisionen 42.025 33.396
Rückstellungen aus dem Personalbereich 11.679 12.140
Rückstellungen für Aufbewahrungspflichten 5.135 5.099
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 2.915 1.141
Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen 1.686 1.629
Rückstellungen für Altersteilzeit 103 191
Rückstellungen für Zustiftung zur VHV Stiftung - 10.000

Der Ausweis der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt grundsätzlich abzüglich der zu deren Besicherung gehaltener Investmentzertifikate. Weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr wurden Investmentzertifikate zur Besicherung gehalten.

ZU E.III. SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

Zum 31. Dezember 2023 bestanden sonstige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren in Höhe von TEUR 1.771 (Vorjahr: TEUR 1.757). Die Verbindlichkeit aus der Ergebnisabführung betrug TEUR 232.090 (Vorjahr: TEUR 226.848).

ZU F. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

In dem Rechnungsabgrenzungsposten sind folgende Beträge enthalten: 31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Disagien Namensschuldverschreibungen 7 11
Insgesamt 7 11

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

ZU I. VERSICHERUNGSTECHNISCHE RECHNUNG

gebuchte Bruttobeiträge verdiente Bruttobeiträge verdiente Nettobeiträge
2023
TEUR
2022
TEUR
2023
TEUR
2022
TEUR
2023
TEUR
2022
TEUR
für das gesamte selbst abgeschlossene und in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft: 2.668.510 2.509.587 2.656.102 2.487.195 2.505.698 2.365.719
davon entfallen auf das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft:
Unfallversicherung 59.299 54.974 58.932 54.535 57.039 52.796
Haftpflichtversicherung 483.076 454.733 479.003 447.119 464.268 433.330
Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung 945.291 913.571 939.638 909.890 910.576 882.087
Sonstige Kraftfahrtversicherung 623.480 600.033 619.426 597.430 588.108 568.098
Feuer- und Sachversicherung 265.945 226.199 259.547 221.235 215.156 189.886
davon:
Verbundene Hausratversicherung 42.347 41.264 42.186 41.081 41.022 39.991
Verbundene Wohngebäudeversicherung 67.052 59.094 64.661 57.524 62.466 55.494
sonstige Sachversicherung 119.616 93.765 115.516 91.913 85.850 72.264
davon: Technische Versicherungen 73.005 61.498 69.498 59.661 54.225 50.024
Kredit- und Kautionsversicherung 118.791 111.174 117.051 110.825 117.051 110.825
Verkehrs-Service-Versicherung 14.752 14.119 14.684 14.079 14.280 13.692
Sonstige Versicherungen 18.581 12.108 18.099 12.373 10.363 6.660
Summe selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 2.529.215 2.386.911 2.506.380 2.367.486 2.376.841 2.257.374
Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb Ergebnis der Rückversicherung
2023
TEUR
2022
TEUR
2023
TEUR
2022
TEUR
2023
TEUR
2022
TEUR
für das gesamte selbst abgeschlossene und in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft: 2.032.040 1.848.688 600.068 549.446 4.558 -4.274
davon entfallen auf das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft:
Unfallversicherung 19.660 24.693 23.615 20.077 -1.129 -687
Haftpflichtversicherung 280.070 305.971 146.995 136.672 -5.801 9.836
Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung 731.294 667.254 152.874 147.844 -4.266 -5.732
Sonstige Kraftfahrtversicherung 678.552 587.789 101.674 97.484 2.978 -5.163
Feuer- und Sachversicherung 119.766 144.955 83.929 74.156 -18.005 -240
davon:
Verbundene Hausratversicherung 16.393 15.263 18.320 16.919 -945 -1.070
Verbundene Wohngebäudeversicherung 37.924 34.380 22.019 19.009 -629 -2.119
sonstige Sachversicherung 49.188 71.349 34.055 29.577 -17.237 5.288
davon: Technische Versicherungen 32.345 32.911 19.746 17.647 -7.103 -2.307
Kredit- und Kautionsversicherung 24.894 24.870 32.187 26.564 - -
Verkehrs-Service-Versicherung 4.747 6.879 2.854 2.900 -201 -115
Sonstige Versicherungen 13.795 8.338 4.559 3.666 -4.136 -1.361
Summe selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 1.872.778 1.770.749 548.687 509.363 -30.560 -3.462
versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung Anzahl der mindestens einjährigen Verträge
2023
TEUR
2022
TEUR
2023 Stück 2022 Stück
für das gesamte selbst abgeschlossene und in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft: 105.725 144.129 10.947.610 10.885.413
davon entfallen auf das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft:
Unfallversicherung 16.353 7.664 613.977 548.460
Haftpflichtversicherung 54.908 -6.935 1.667.901 1.661.412
Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung 78.043 126.515 3.430.278 3.462.166
Sonstige Kraftfahrtversicherung -65.791 -11.291 2.799.890 2.802.658
Feuer- und Sachversicherung 9.490 163 886.759 896.573
davon:
Verbundene Hausratversicherung 5.438 9.313 396.855 406.429
Verbundene Wohngebäudeversicherung 6.078 -587 125.397 132.187
sonstige Sachversicherung 3.971 -3.573 330.304 322.900
davon: Technische Versicherungen 11.779 8.957 96.704 84.013
Kredit- und Kautionsversicherung 49.823 50.551 63.775 63.893
Verkehrs-Service-Versicherung 5.280 2.672 1.417.891 1.383.380
Sonstige Versicherungen -7.208 -3.245 67.139 66.871
Summe selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 140.898 166.094 10.947.610 10.885.413

ZU I.2. TECHNISCHER ZINSERTRAG FÜR EIGENE RECHNUNG

Der technische Zinsertrag wurde für Rentenverpflichtungen, die bis 2021 eingetreten sind, einheitlich mit einem Rechnungszinssatz von 0,9 % und für Rentenverpflichtungen, die ab 2022 eingetreten sind, mit 0,25 % berechnet. Davon ist der Anteil der Rückversicherer abgesetzt worden.

ZU I.4.A) AUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSFÄLLE FÜR EIGENE RECHNUNG

Im Geschäftsjahr wurde ein Abwicklungsgewinn von 11,6 % der verdienten Nettobeiträge erzielt. Der Gewinn resultierte im Wesentlichen aus den Kraftfahrtversicherungen.

ZU I.7.a) BRUTTOAUFWENDUNGEN FÜR DEN VERSICHERUNGSBETRIEB

Von den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb entfielen TEUR 421.532 (Vorjahr: TEUR 379.278) auf den Abschluss von Versicherungsverträgen und TEUR 178.536 (Vorjahr: TEUR 170.168) auf den laufenden Verwaltungsaufwand.

ZU II.2.b) ABSCHREIBUNGEN AUF KAPITALANLAGEN

Im Geschäftsjahr 2023 erfolgten außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 277 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB (gemildertes Niederstwertprinzip) in Höhe von TEUR 18.234 (Vorjahr: TEUR 1.369). Diese betrafen im Geschäftsjahr in vollem Umfang Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen.

ZU II.4. SONSTIGE ERTRÄGE

In den sonstigen Erträgen waren Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 1.661 (Vorjahr: TEUR 1.755) und Erträge aus der Änderung des Diskontsatzes in Höhe von TEUR 42 (Vorjahr: TEUR 11) enthalten.

ZU II.5. SONSTIGE AUFWENDUNGEN

In den sonstigen Aufwendungen waren außerdem Aufwendungen aus Zinszuführungen zu sonstigen langfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 71 (Vorjahr: TEUR 44), die mit TEUR 71 (Vorjahr: TEUR 55) die Aufzinsung der Rückstellungen betrafen. Aufwendungen aus der Währungsumrechnung fielen in Höhe von TEUR 2.007 (Vorjahr: TEUR 1.186) an.

SONSTIGE ANGABEN

AUFSICHTSRAT

Thomas Voigt

Vorsitzender

Vorsitzender der Vorstände der VHV a.G. und der VHV Holding AG, Hannover

Rechtsanwalt Fritz-Klaus Lange

Stellv. Vorsitzender

Vorsitzender des Vorstands i. R. der Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin; Vorsitzender der Geschäftsführung i. R. der RGM Facility Management GmbH, Berlin / Dortmund

Dr. Thomas Birtel

Vorsitzender des Vorstands i. R. der STRABAG SE, Wien / Österreich; Mitglied des Aufsichtsrats der Wienerberger AG, Wien / Österreich

Diplom-Ingenieur Reinhard Quast

Sprecher des Vorstands i. R. der OTTO QUAST Bau AG, Siegen;

Aufsichtsrat der OTTO QUAST Bau AG, Siegen; Präsident a. D. des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Berlin; Vorsitzender des Beirats der JLU-Gruppe, Haiger; Vorsitzender des Vorstands der Siegerland-Stiftung, Siegen

Uwe H. Reuter

Vorsitzender der Vorstände i. R. der VHV a.G. und der VHV Holding AG, Hannover;

Vorsitzender des Verwaltungsrats der PATRIZIA SE, Augsburg

Sarah Rössler

Ehemaliges Mitglied des Vorstands der HUK-COBURG Versicherungsgruppe;

Vorsitzende des Aufsichtsrats der MLP SE, Wiesloch; Vorsitzende des Aufsichtsrats der MLP Banking AG, Wiesloch

VORSTAND

Dr. Sebastian Reddemann

Sprecher

Hannover

Ulf Bretz (ab 1. Januar 2024)

Operations,

Hannover

Dr. Thomas Diekmann

Privatkunden,

Giesen

Sina Rintelmann

Schaden und Kredit / Kaution,

Isernhagen

Dr. Angelo O. Rohlfs

Vertrieb und Marketing,

Hamburg

Dr. Sebastian Schulz (bis 30. November 2023)

Operations,

Hemmingen

AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM 31. DEZEMBER 2023

Sitz des Unternehmens
Name des Unternehmens Anteil am Kapital Eigenkapital
TEUR
Jahresergebnis
TEUR
A. Inländische Unternehmen
Adveq Europe IV B Erste GmbH Frankfurt am Main Deutschland 15,15% 16.771 -3.236
Adveq Opportunity II Zweite GmbH Frankfurt am Main Deutschland 17,24% 1.395 -226
Deutsche Makler Akademie (DMA) GmbH Bayreuth Deutschland 2,86% 599 16
digital broking GmbH Hannover Deutschland 100,00% 119 50
Elvaston Capital Fund II GmbH & Co. KG Berlin Deutschland 89,60% 260 -56
ESB GmbH Coburg Deutschland 18,32% 343.951 26.282
Ferrum Holding GmbH & Co. KG Düsseldorf Deutschland 86,87% 172 -12
GDV Dienstleistungs-GmbH Hamburg Deutschland 1,91% 30.866 1.213
Securess Mehrfachagentur GmbH Essen Deutschland 100,00% 25 Ergebnisabführung
Securess Versicherungsmakler GmbH Essen Deutschland 100,00% 1.581 224
VHV Dienstleistungen GmbH Hannover Deutschland 100,00% 1.244 92
VST Gesellschaft für Versicherungsstatistik mbH Hannover Deutschland 9,09% 537 0
B. Ausländische Unternehmen
Assicuratrice Val Piave S.p.A. Belluno Italien 91,13% 36.214 -1.006
Olimpia Managing General Agent S.r.l. Rom Italien 50,00% 265 12
Telebelluno S.r.l. Belluno Italien 0,10% 2.320 294
Ufficio Centrale Italiano di Assistenza Assicurativa Automobilsti in Circolazione Internazionale U.C.I. Soc.Cons.A R.L. Mailand Italien 0,04% 1.793 199
VHV Allgemeine Sigorta A.S. Istanbul Türkei 100,00% 8.784 1.696
VHV Reasürans A.S. Istanbul Türkei 100,00% 25.495 -353
WAVE Private Equity SICAV-RAIF Luxemburg Luxemburg 46,30% 2.135.973 204.912
Die Angaben beziehen sich auf das jeweils letzte Geschäftsjahr, für das ein Jahresabschluss vorlag. Abschlüsse in Fremdwährung wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag in Euro umgerechnet.
Die Angaben zur WAVE Private Equity SICAF-RAIF beziehen sich auf die Werte nach Umbewertung gemäß HGB.

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Das ausgestellte Bürgschaftsobligo in der Kredit- und Kautionsversicherung betrug zum 31. Dezember 2023 TEUR 13.632.029 (Vorjahr: TEUR 12.528.284).

Verpflichtungen gemäß § 251 HGB betrafen mit TEUR 21.658 (Vorjahr: TEUR 19.814) ausgelagerte Pensionsrückstellungen, die im Rahmen eines Schuldbeitritts in der Handelsbilanz des verbundenen Unternehmens VHV Holding ausgewiesen wurden.

Das Risiko der Inanspruchnahme aus den aufgeführten Haftungsverhältnissen im Rahmen der Pensionsverpflichtungen wurde aufgrund der guten Bonität der VHV Holding als äußerst gering eingeschätzt.

Bei den Pensionszusagen durch Gehaltsverzicht wurden zum Zwecke der Insolvenzsicherung abgeschlossene Rückdeckungsversicherungen zugunsten der Arbeitnehmer in Höhe von TEUR 1.771 (Vorjahr: TEUR 1.757) verpfändet.

Zugunsten ihres 100%igen Tochterunternehmens VHV Re hat die VHV Allgemeine eine Patronatserklärung abgegeben. Danach trägt sie dafür Sorge, dass die VHV Re ihre vertraglichen Verbindlichkeiten erfüllen kann. Nach heutigem Erkenntnisstand halten wir die Inanspruchnahme aus der ausgereichten Patronatserklärung aufgrund der Eigenkapitalausstattung und Geschäftsentwicklung der VHV Re für äußerst unwahrscheinlich.

Es besteht eine Mitgliedschaft im Verein "Verkehrsopferhilfe e. V.". Aufgrund dieser Mitgliedschaft ist die VHV Allgemeine verpflichtet, dem Verein die für die Durchführung des Vereinszwecks erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, und zwar entsprechend ihres Anteils an den Beitragseinnahmen, die die Mitgliedsunternehmen aus dem selbst abgeschlossenen Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsgeschäft jeweils im vorletzten Kalenderjahr erzielt haben.

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen belief sich bei der VHV Allgemeine auf TEUR 843.663 (Vorjahr: TEUR 806.765) und wird im Folgenden dargestellt:

Die Einzahlungsverpflichtungen aus Investitionen in Immobilienfonds beliefen sich auf TEUR 45.625 (Vorjahr: TEUR 1). Davon entfielen TEUR 23.001 (Vorjahr: weniger als TEUR 1) gesamtschuldnerisch auf die HL und die VHV Allgemeine.

Es bestanden noch Einzahlungsverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen aus Investitionen im Segment PE/IE und Zahlungsverpflichtungen im Zusammenhang mit Unternehmensbeteiligungen in Höhe von insgesamt TEUR 602.792 (Vorjahr: TEUR 608.221).

Aus zum Teil langfristigen Mietverträgen bestanden zukünftige Zahlungsverpflichtungen von TEUR 6.996 (Vorjahr: TEUR 7.793), davon gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 5.962 (Vorjahr: TEUR 6.942).

Es bestanden zwei Rahmenkreditverträge mit verbundenen Unternehmen in Höhe von insgesamt TEUR 90.750 (Vorjahr: TEUR 90.750). Die Kredite wurden zum 31. Dezember 2023 wie im Vorjahr nicht in Anspruch genommen.

Im Rahmen einer Finanzierungsvereinbarung mit verbundenen Unternehmen räumten sich die Parteien untereinander die Möglichkeit ein, Liquiditätsausgleiche im Rahmen der kurzfristigen Liquiditätssteuerung in Höhe von maximal TEUR 100.000 (Vorjahr: TEUR 100.000) durchzuführen. Per 31. Dezember 2023 wurden durch die VHV Allgemeine wie im Vorjahr keine Kredite ausgereicht.

Sonstige aus der Bilanz und den Erläuterungen nicht ersichtliche Haftungsverhältnisse waren nicht vorhanden. Weitere Bürgschaften und Wechselverpflichtungen bestanden nicht.

PROVISIONEN UND SONSTIGE BEZÜGE DER VERSICHERUNGSVERTRETER, PERSONALAUFWENDUNGEN

AUFWENDUNGEN 2023
TEUR
2022
TEUR
1. Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft 280.162 258.099
2. Sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB 775 340
3. Löhne und Gehälter 44.635 42.087
4. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 6.916 5.909
5. Aufwendungen für Altersversorgung 2.228 2.002
Aufwendungen insgesamt 334.716 308.437

ANZAHL DER MITARBEITER IM JAHRESDURCHSCHNITT

Die Anzahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt (ohne Vorstandsmitglieder, Auszubildende, Praktikanten, Mitarbeiter in der passiven Altersteilzeit, Arbeitnehmer in der Elternzeit) betrug im Geschäftsjahr 517 Personen (Vorjahr: 453 Personen).

GESAMTBEZÜGE DES AUFSICHTSRATS UND DES VORSTANDS

Die Gesamtbezüge der Aufsichtsratsmitglieder betrugen TEUR 316 (Vorjahr: TEUR 341), der Vorstandsmitglieder TEUR 4.055 (Vorjahr: TEUR 4.648) und der früheren Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebener TEUR 600 (Vorjahr: TEUR 589). Die aufgrund eines Schuldbeitritts bei der VHV Holding gebildeten Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene, für die die Aufwendungen von der VHV Allgemeine getragen werden, betrugen zum Bilanzstichtag TEUR 17.280 (Vorjahr: TEUR 17.370).

HONORARE DER ABSCHLUSSPRÜFER

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar wird im Konzernabschluss der VHV a.G. angegeben.

ANGABE GEMÄSS § 285 NR. 30a HGB

Nach dem Gesetz zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz - MinStG) vom 21. Dezember 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 397), mit Geltung seit 28. Dezember 2023, gelten die Regelungen im Grundsatz erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen (vgl. § 101 MinStG). Die VHV Gruppe weist als multinationale Unternehmensgruppe einen Konzernumsatz von mehr als TEUR 750.000 aus und ist somit von den Regelungen der Mindestbesteuerung betroffen. Als Gruppenträger fungiert die VHV a.G. Weitergehende Erläuterungen zur Anwendung und Betroffenheit finden sich im Einzelabschluss sowie im Konzernabschluss der VHV a.G.

KONZERNZUGEHÖRIGKEIT

Die VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung a.G., Hannover, erstellt als Konzernobergesellschaft einen Konzernabschluss gemäß §§ 341i und 341j HGB, in den die VHV Allgemeine einbezogen wird. Dieser Konzernabschluss befreit die VHV Allgemeine von der Verpflichtung, einen eigenen Konzernabschluss aufzustellen. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Nach der vorliegenden Mitteilung gemäß § 20 Abs. 1 und 4 AktG hält die VHV Holding das gesamte gezeichnete Kapital der VHV Allgemeine.

Die VHV Holding ihrerseits ist ein 100%iges Tochterunternehmen der VHV a.G.

NACHTRAGSBERICHT

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres 2023 sind nicht eingetreten.

 

Hannover, den 26. Februar 2024

DER VORSTAND

Dr. Reddemann

Bretz

Dr. Diekmann

Rintelmann

Dr. Rohlfs

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die VHV Allgemeine Versicherung AG, Hannover

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der VHV Allgemeine Versicherung AG, Hannover - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der VHV Allgemeine Versicherung AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Versicherungsunternehmen geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:

BESTIMMUNG VORAUSSICHTLICH DAUERHAFTER WERTMINDERUNGEN DER WIE ANLAGEVERMÖGEN BEWERTETEN SONSTIGEN KAPITALANLAGEN

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt:

Für die wie Anlagevermögen bewerteten Kapitalanlagen sind Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen vorzunehmen. Bei der Beurteilung, ob und in welchem Umfang bei diesen Kapitalanlagen eine Wertminderung als voraussichtlich dauerhaft anzusehen ist, bestehen Ermessensspielräume für den Vorstand der Gesellschaft.

Stille Lasten in wesentlichem Umfang bestehen zum Abschlussstichtag insbesondere bei unter dem Posten sonstige Kapitalanlagen ausgewiesenen Inhaberschuldverschreibungen sowie den sonstigen Ausleihungen. Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko für den Abschluss, dass voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen bei den vorstehend genannten Kapitalanlagen nicht erkannt werden bzw. dass das hierbei bestehende Ermessen nicht sachgerecht ausgeübt wird und erforderliche Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert unterbleiben bzw. in falscher Höhe vorgenommen werden. Insofern betrachten wir die Bestimmung voraussichtlicher Wertminderungen bei diesen wie Anlagevermögen bewerteten Kapitalanlagen als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt.

Prüferisches Vorgehen:

Unsere Prüfung zur Bestimmung einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung der wie Anlagevermögen bewerteten sonstigen Kapitalanlagen haben wir unter Berücksichtigung der vorgenannten Risiken im Wesentlichen wie folgt durchgeführt:

Wir haben uns mit den implementierten Prozessen zur Bestimmung voraussichtlich dauerhafter Wertminderungen und des Umfangs der Wertminderung befasst. In diesem Zusammenhang haben wir die Ausgestaltung der eingerichteten Verfahren dahingehend beurteilt, ob sie entsprechend der berufsständischen Vorgaben des Versicherungsfachausschusses des IDW zur Bestimmung von voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen und deren Umfang geeignet sind und systematisch angewandt werden.

Bei festverzinslichen Kapitalanlagen, insbesondere bei Inhaberschuldverschreibungen, Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt und auf Basis der von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft angefertigten Auswertungen und Analysen beurteilt, ob deren Einschätzung, dass es sich nicht um dauerhafte Wertminderungen handelt, zutreffend ist.

In diesem Zusammenhang haben wir untersucht, ob bei diesen Anlagen Zahlungsausfälle oder wesentliche Verschlechterungen der Bonität der Emittenten eingetreten sind. Hierzu haben wir beurteilt, ob in diesen Fällen die uns vorgelegten Einschätzungen zum Ausfallrisiko sachgerecht sind.

Ferner haben wir mit dem Sachverhalt betraute Personen zur Kreditwürdigkeit der Emittenten dieser Anlagen befragt, um weitergehende Einschätzungen zu erhalten.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Bestimmung voraussichtlich dauerhafter Wertminderungen für die wie Anlagevermögen bewerteten Kapitalanlagen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben:

Die Angaben zur Bestimmung von voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen bei wie Anlagevermögen bewerteten Kapitalanlagen sind im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Anhangs enthalten.

BEWERTUNG DER BRUTTO-TEILSCHADENRÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE IM SELBST ABGESCHLOSSENEN GESCHÄFT

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt:

Die im Jahresabschluss der Gesellschaft ausgewiesene Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im selbst abgeschlossenen Geschäft unterteilt sich vor allem in die Brutto-Teilschadenrückstellungen für bekannte und unbekannte Versicherungsfälle, deren Bewertung sich jeweils nach den Vorschriften des § 341g HGB richtet.

Die Bewertung der Brutto-Teilschadenrückstellung für bekannte Versicherungsfälle erfolgt dabei einzeln je Schadenfall in Höhe des erwarteten Aufwands und basiert auf den Erkenntnissen und Informationen zum Stichtag sowie den Erfahrungen aus ähnlichen Schadenfällen.

Die Brutto-Teilschadenrückstellung für unbekannte Versicherungsfälle wird auf der Basis der Erfahrungen aus der Vergangenheit (Schadenanzahlen und Schadendurchschnitte), der aktuellen Bestandsentwicklung und aufgrund der Beobachtungen der Schadenmeldungen im Geschäftsjahr überwiegend unter Anwendung versicherungsmathematischer Verfahren ermittelt.

Der voraussichtliche Schadenaufwand wird für beide Teilschadenrückstellungen unter Beachtung des handelsrechtlichen Vorsichtsprinzips nach § 341e Abs. 1 Satz 1 HGB geschätzt.

Aufgrund der vorzunehmenden Schätzungen und zu treffenden Annahmen bestehen Unsicherheiten in der Bewertung der beiden Brutto-Teilschadenrückstellungen und damit Ermessensspielräume. Dies betrifft insbesondere die Brutto-Teilschadenrückstellung für bekannte Versicherungsfälle in den Haftpflicht-Sparten aufgrund der relativ langen Abwicklungsdauer und die Brutto-Teilschadenrückstellung für unbekannte Versicherungsfälle. Daher besteht das Risiko, dass die Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle insgesamt und in den einzelnen Versicherungszweigen (insbesondere in den Haftpflicht-Sparten) nicht ausreichend bemessen ist. Zudem macht die Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle einen relativ hohen Anteil an der Bilanzsumme aus. Daher handelt es sich hierbei um einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt.

Der bedeutsame Prüfungssachverhalt bezieht sich infolge der geringen Ermessensspielräume nicht auf die unter den Brutto-Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle enthaltenen Renten-Deckungsrückstellungen und Rückstellungen für Schadenregulierungskosten.

Prüferisches Vorgehen:

Unsere Prüfung der Brutto-Teilschadenrückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle haben wir unter Berücksichtigung der vorgenannten Risiken vor allem wie folgt durchgeführt:

Wir haben uns mit den Prozessen der Schadenbearbeitung und der Ermittlung der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle durch Nachvollziehen der Bearbeitung einzelner Schadenfälle von der Schadenmeldung bis zur Abbildung im Jahresabschluss auseinandergesetzt. Dabei haben wir die in diesen Prozessen implementierten wesentlichen internen Kontrollen auf ihre Angemessenheit und operative Wirksamkeit zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Bewertung getestet und beurteilt.

Darüber hinaus haben wir die der Bewertung der Brutto-Teilschadenrückstellungen für bekannte und unbekannte Versicherungsfälle zugrundeliegenden Verfahren und Methoden dahingehend beurteilt, ob sie geeignet sind, eine Rückstellungsbildung in ausreichender Höhe zu gewährleisten. Weiterhin haben wir nachvollzogen, ob die der Schätzung zugrundeliegenden Parameter nachvollziehbar abgeleitet wurden und die sich hieraus ergebenden Brutto-Teilschadenrückstellungen nachvollziehbar ermittelt wurden.

Ferner haben wir im Rahmen einer bewusst ausgewählten Stichprobe von einzelnen bekannten Versicherungsfällen für verschiedene Versicherungszweige (insbesondere die Haftpflicht-Sparten) und -arten anhand der Schadenaktenlage vor allem untersucht, ob die hierfür jeweils gebildeten Rückstellungen unter Berücksichtigung der vorliegenden Informationen und Erkenntnisse zum Bilanzstichtag ausreichend bemessen sind.

Mit Blick auf die ausreichende Bemessung der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle insgesamt haben wir eigene Schadenprojektionen für die drei größten Versicherungszweige bzw. -arten auf der Grundlage mathematisch statistischer Verfahren durchgeführt. Den hierbei von uns ermittelten besten Schätzwert haben wir mit der gebildeten Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle verglichen.

Ferner haben wir beurteilt, ob die Brutto-Teilschadenrückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle in den Vorjahren nach aktuellen Erkenntnissen ausgereicht haben, um die tatsächlich eingetretenen Schadenfälle insgesamt zu decken und so Indikationen für die Angemessenheit der Schätzungen der Vergangenheit ("Soll-Ist-Vergleich") zu erhalten.

Gegenstand der Prüfung der Ermittlung der Brutto-Teilschadenrückstellung für unbekannte Versicherungsfälle war vor allem die nachvollziehbare Ableitung der von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft für die Schätzung der Spätschadenreserve des Geschäftsjahres zugrunde gelegten Parameter (insbesondere Schadenanzahl und durchschnittliche Schadenhöhen).

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir eigene Spezialisten mit Kenntnissen der Versicherungsmathematik eingesetzt.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Bewertung der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben:

Die Angaben zur Bewertung der Brutto-Teilschadenrückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle sind im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Anhangs enthalten. Angaben zur Zusammensetzung der Brutto-Teilschadenrückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle für die betriebenen Versicherungszweige bzw. -arten finden sich im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - Passiva/Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle".

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden, für den Geschäftsbericht vorgesehenen Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere

den Bericht des Vorstandes zum Geschäftsverlauf im Vorwort zum Geschäftsbericht,

die im Vorwort des Geschäftsberichts aufgeführten Kennzahlen und

den Bericht des Aufsichtsrats,

aber nicht den Jahresabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Versicherungsunternehmen geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Juli 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 31. August 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Abschlussprüfer der VHV Allgemeine Versicherung AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Jahresabschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:

freiwillige Jahresabschlussprüfungen

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Matthias Zeitler.

 

Hannover, 27. März 2024

EY GMBH & CO. KG
WIRTSCHAFTSPRÜFUNGSGESELLSCHAFT

Zeitler, Wirtschaftsprüfer

Offizier, Wirtschaftsprüfer

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

VHV ALLGEMEINE VERSICHERUNG AG

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2023 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die Geschäftsführung laufend überwacht und beratend begleitet.

Der Vorstand berichtete dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Lage der Gesellschaft und der Beteiligungen, grundsätzliche Fragen der Unternehmenssteuerung, die Unternehmensplanung, die Risikosituation und die beabsichtigte Geschäftspolitik. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat in ständiger Verbindung zum Sprecher des Vorstands gestanden und ließ sich kontinuierlich und unverzüglich über alle Geschäftsvorfälle von besonderer Bedeutung in der Gesellschaft berichten. Er führte mit dem Sprecher des Vorstands regelmäßig Arbeitsgespräche im Interesse eines stetigen Informations- und Meinungsaustauschs zwischen Aufsichtsrat und Vorstand.

Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr dreimal getagt. Gegenstand dieser Sitzungen waren wichtige Grundsatz- und Einzelfragen, die Strategie der Gesellschaft, die wirtschaftliche Lage einschließlich der Risikosituation und des Risikomanagements sowie die Entwicklung des Projektes zur Einführung eines neuen IT-Bestandsführungssystems.

WESENTLICHE THEMENSCHWERPUNKTE

Entwicklung der Gesellschaft

Der Vorstand berichtete in den Sitzungen laufend über die Bestands-, Beitrags-, Schaden- und Ergebnisentwicklung der Versicherungszweige und -arten der VHV Allgemeine sowie über die Entwicklung der Kapitalanlagen. Außerdem wurde regelmäßig über die Auslandsaktivitäten in Frankreich, Italien und der Türkei berichtet.

Darüber hinaus wurde der Kapitalanlageausschuss des Aufsichtsrats monatlich über die Situation der Kapitalanlagen schriftlich informiert.

Das Geschäftsjahr war maßgeblich durch die anhaltenden Folgen des Ukrainekriegs geprägt. In diesem Zusammenhang fanden regelmäßige Abstimmungen zu den hohen Schadeninflationsraten, Analysen von Stagflationsszenarien, dem rückläufigen Wirtschaftswachstum und zu möglichen Auswirkungen auf die Kapitalanlagen und das Versicherungsgeschäft statt. Darüber hinaus wurde laufend zur Einführung des neuen Bestandsführungssystems für die private Kraftfahrtversicherung berichtet.

Weitere wesentliche Beratungspunkte

Status der IT- und Digitalisierungsprojekte

Entwicklung des Jahresendgeschäfts und Preispositionierung

Analyse der Schadeninflation und diesbezügliche Stressszenarien

Strategische Ausrichtung der VHV Allgemeine

Schärfung der Kompositstrategie Deutschland 2024 - 2028

Qualitative und quantitative Eckpunkte der Unternehmensplanung 2024

ARBEIT DER AUSSCHÜSSE

Von den aus Mitgliedern des Aufsichtsrats gebildeten Ausschüssen traten der IT-/Digitalisierungsausschuss und der Kapitalanlageausschuss dreimal, der Immobilienausschuss, der Personal- und Nominierungsausschuss, der Risiko- und Prüfungsausschuss jeweils zweimal zusammen. Über die Ergebnisse der Sitzungen wurde der Aufsichtsrat informiert.

VERÄNDERUNG IM VORSTAND

Herr Dr. Sebastian Schulz ist zum 30. November 2023 aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Dr. Schulz für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Herr Ulf Bretz ist zum 1. Januar 2024 in den Vorstand bestellt worden und verantwortet das Ressort Operations. Er übernimmt damit die Nachfolge von Dr. Sebastian Schulz. Wir wünschen Herrn Bretz viel Erfolg bei seinen Aufgaben.

PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES

Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 einschließlich der Buchführung wurden von der EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat den Jahresabschluss 2023 nebst Lagebericht mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer erörtert und geprüft. Einwendungen haben sich nicht ergeben. Der Ausschuss hat dem Aufsichtsrat über das Ergebnis berichtet. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 gebilligt, der damit festgestellt ist.

 

Hannover, den 18. April 2024

DER AUFSICHTSRAT

Voigt, Vorsitzender

Lange, Stellv. Vorsitzender

Dr. Birtel

Quast

Reuter

Rössler

*) Das Glossar ist Bestandteil des Lageberichts der VHV Allgemeine.

Ergänzung

Die Feststellung des Jahresabschlusses erfolgte am 18.04.2024

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