Stammdaten

Register
Amtsgericht Oldenburg HRB 207246
Vorher
KWS Kontowechsel Service GmbH
Eingetragen
13.11.2012
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Erbringung von IT- und Beratungsdienstleistungen für Kreditinstitute, die Girokonten für Verbraucher führen und die Unterstützung der Kreditinstitute und Verbraucher beim Wechsel des Girokontos innerhalb von Deutschland

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Prokura
Thomas Hoffmann
seit 4.7.2022
Geschäftsführer
Klaus-Peter Bergmann
seit 20.6.2018
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert47.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

KWS Kontowechsel Service GmbH

Schortens

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Inhaltsverzeichnis

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Bilanz zum 31. Dezember

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

Die KWS Kontowechsel Service GmbH, Schortens, ist ein Tochterunternehmen der Majorel-Gruppe. Majorel ist ein global agierender BPO (Business Process Outsourcing) Dienstleister im Bereich Customer Service und Customer Experience Management für national und international tätige Unternehmen. Unter anderem ist Majorel einer der Marktführer im deutschsprachigen Markt. 1 Die Majorel Gruppe entstand 2019 aus einem Joint-Venture zwischen Bertelsmann und dem marokkanischen Callcenter-Betreiber Saham, die ihre Customer Experience Geschäfte zu einem neuen Unternehmen zusammenführten.

Majorel bietet seinen Auftraggebern sowohl klassische Kundenkommunikation sowie Consulting als auch digitale Lösungen - von Social Media Betreuung bis hin zu Robotic Process Automation, Chatbots und Analytics. Die Unternehmensgruppe erbringt im deutschsprachigen Raum Servicecenter-Tätigkeiten für Unternehmen verschiedener Branchen - von Telekommunikationsanbietern und Energieversorgern über Banken und Versicherungen bis hin zu E-Commerce und Fluggesellschaften. Die Customer-Service-Strategie ist hierbei an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet.

Die KWS Kontowechsel Service GmbH mit Sitz in Schortens (im Folgenden "KWS") ist Teil von Majorel Deutschland und betreibt eine digitale Banking Plattform, deren Kernprodukt ein Kontowechselservice ist. Die KWS ist als Kontoinformationsdienst im Sinne von § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 ZAG seit Juni 2019 bei der BaFin registriert. Die Tätigkeit als Kontoinformationsdienst beschränkt sich hierbei also auf das Abrufen/Bereitstellen von Kontoinformationen im Rahmen des freiwilligen Kontowechselservice.

Für die Abbildung ihrer Services hat die KWS Kontowechsel Service GmbH Tätigkeiten an Schwesterunternehmen der Majorel-Gruppe und an Konzernunternehmen des Bertelsmann-Konzerns ausgelagert. Die Majorel Wilhelmshaven GmbH, Wilhelmshaven, übernimmt dabei die operativen Services (Call Center, Druck- und Scanzentrum) und die Majorel Deutschland GmbH, Gütersloh, sowie die arvato Systems GmbH, Gütersloh, verantworten die Entwicklung und den Betrieb des KWS Systems sowie das System Hosting. Die Tätigkeiten werden an den Standorten in Schortens und Gütersloh ausgeführt.

Im Rahmen des Kontowechselservice, dem Kerngeschäft der KWS, bieten Kreditinstitute ihren Kunden für einen Kontenwechsel Hilfestellung bei der Identifizierung und der Benachrichtigung regelmäßiger Zahlungspartner über eine neue Kontoverbindung an. Die KWS Kontowechsel Service GmbH verfügt über eine IT-Plattform, das KWS System, die es Verbrauchern ermöglicht, nach einem Girokontenwechsel ihre Zahlungspartner zu identifizieren, auszuwählen und über die neue Kontoverbindung zu benachrichtigen. Die IT-Plattform besteht aus einer Datenbank mit Informationen zu Zahlungspartnern, einem Front-End zur Identifizierung und Auswahl der Zahlungspartner und einem Übermittlungsmodul zur Benachrichtigung der Zahlungspartner.

1 CallCenterProfi (2022): CallCenterProfi Ranking 2022, S. 18.

Alternativ hat der Verbraucher die Möglichkeit, über die IT-Plattform die Buchungshistorie aus einem durch ihn geführten, bestehenden Girokonto abzurufen. Über eine PSD2-Schnittstelle fragen die Systeme der KWS Kontowechselservice GmbH die Buchungshistorie des Kunden beim bisherigen Kreditinstitut ab, aggregieren und filtern diese und stellen die relevanten Transaktionen dem Verbraucher anschließend unterteilt nach Lastschriften, Gutschriften und Daueraufträgen über ein Front End der IT-Plattform dar. Der Verbraucher wählt auf dieser Basis die Zahlungspartner aus, die er über seine neue Bankverbindung informieren möchte.

Im Rahmen der Kontenwechselhilfe (KWH), die gemäß Zahlungskontengesetz (ZKG) von denjenigen Banken angeboten werden muss, die Verbrauchern Zahlungskonten anbieten (vgl. §§ 20 bis 25 ZKG), sind zusätzlich folgende Leistungen durch das Kreditinstitut zu erbringen:

Der empfangende Zahlungsdienstleister hat dem übertragenden Zahlungsdienstleister die Ermächtigung des Kunden zu übermitteln (§§ 21 und 22 ZKG)

Der übertragende Zahlungsdienstleister hat die Weisungen des Kunden umzusetzen und dem empfangenden Zahlungsdienstleister Listen mit Informationen (ZKG-Listen) zu übermitteln (§ 22 und 23 ZKG)

Der empfangende Zahlungsdienstleister hat die KWH "abzuschließen" und dabei u. a. Zahlungspartner des Kunden über den Kontowechsel zu informieren (§ 24 ZKG)

Das Geschäftsmodell umfasst neben den Leistungen zum Kontowechselservice auch Leistungen im Rahmen der Kontenwechselhilfe und des Depotwechselservices. Hierzu werden sowohl das KWS System als auch personelle Ressourcen zur manuellen Prozessbearbeitung eingesetzt. Die KWS war im Geschäftsjahr 2022 auf dem deutschen und dem österreichischen Markt präsent.

1.2 Forschung und Entwicklung

Die F&E-Aktivitäten von Majorel werden zentral (teils auf Ebene von Majorel Deutschland, teils in der internationalen Majorel Organisation) gebündelt und das Know-how wird den lokalen Dienstleistungsstandorten zur Verfügung gestellt. Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte liegen auf den Bereichen Cognitive CRM (Künstliche Intelligenz, Spracherkennung, semantische Suchsysteme), Social Media, Automatisierung sowie in der Weiterentwicklung branchenspezifischer IT-Plattformen.

Den F&E-Aktivitäten liegt ein Lebenszyklus-Modell zu Grunde, in dessen Rahmen zukunftsweisende Technologien zunächst in Labor- und Pilotprojekten evaluiert und ggf. für einen späteren Produktionseinsatz vorbereitet werden. Es kann sich hier themenabhängig sowohl um die interne Softwareentwicklung als auch um die Analyse und Integration von Produkten des Drittmarktes oder Kombinationen daraus handeln. Struktur und Vorgehen zielen auf Synergien im Bereich F&E ab, die bei dezentraler Umsetzung der Aktivitäten schwer zu realisieren wären.

Die KWS Kontowechsel Service GmbH fokussiert sich im Rahmen ihrer F&E-Tätigkeiten auf die Weiterentwicklung der IT-Plattform und ihren Modulen. Im Fokus ist dabei der Banken- und Fintech-Markt. Dabei sind sowohl marktspezifische Trends als auch neue regulatorische Anforderungen von Bedeutung. Die zentralen, durch Majorel betriebenen F&E Aktivitäten haben hier ebenfalls einen Einfluss auf die Weiterentwicklung des Produktportfolios.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Entwicklung

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Im Jahr 2022 schwächte sich die weltwirtschaftliche Entwicklung angesichts der Folgen des Krieges in der Ukraine, der hohen Inflationsraten, der teilweise anhaltenden Corona-Einschränkungen insbesondere in China und der unverändert gestörten Lieferketten deutlich ab. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 3,4 Prozent nach 5,9 Prozent im Jahr 2021.

Die Erholung im Euroraum wurde ebenfalls durch eine hohe Inflation und die Folgen des Krieges in der Ukraine gebremst. Das reale BIP stieg im Jahr 2022 um 3,5 Prozent nach 5,2 Prozent im Vorjahr.

In Deutschland belasteten insbesondere die hohen Energiepreise die Kaufkraft der privaten Haushalte und dämpften den privaten Konsum. Trotz der schwierigen Bedingungen konnte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt behaupten. Das reale BIP wuchs im Jahr 2022 um 1,8 Prozent nach 2,6 Prozent im Vorjahr. In Frankreich legte das reale BIP im Jahr 2022 um 2,6 Prozent zu nach 6,8 Prozent im Vorjahr. Auch die Wirtschaft in Großbritannien wuchs im Vorjahresvergleich langsamer. Das reale BIP stieg dort um 4,0 Prozent nach 7,5 Prozent im Vorjahr.

Die konjunkturelle Entwicklung in den USA wurde durch eine restriktive Geldpolitik beeinflusst. Zum Jahresende 2022 konnte die Wirtschaft wieder ein solides Wachstum verzeichnen. Das reale BIP wuchs im Jahr 2022 um 2,9 Prozent nach 5,7 Prozent im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen belief sich im Dezember auf 5,4 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte gestiegen. Saisonbereinigt blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 5,5 Prozent. Die ukrainische Fluchtmigration dürfte das Niveau der Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte erhöht haben. 2

Branchenbezogene Entwicklung

Die für Majorel relevanten Dienstleistungsmärkte für Customer Experience Solutions, Finanzdienstleistungen und IT Solutions waren von einem moderaten bis deutlichen Wachstum geprägt, während der Markt für Supply Chain Solutions, insbesondere bedingt durch die Normalisierung der pandemiebedingt hohen E-Commerce-Volumina in den Vorjahren, nur ein leichtes Wachstum verzeichnete.

Nach den Auswirkungen in der Anfangszeit der Corona-Pandemie Ende 2019 auf den Umsatz (18,7 Milliarden Euro) und die Anzahl der Mitarbeiter (760.631), befinden sich die Top Ten der Branche wieder im Aufwind. Die umsatzstärksten Dienstleister weisen einen kumulierten Umsatz in Höhe von 30.9 Milliarden Euro (22,4 Milliarden Euro im Vorjahr) auf und beschäftigen 1,2 Millionen Menschen (887.739 im Vorjahr). 3

2 Bundesagentur für Arbeit (2023): Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, https://www.arbeitsagentur.de/datei/arbeitsmarktbericht-dezember-2022_ba147806.pdf
3 CallCenterProfi (2022): CallCenterProfi-Ranking 2022, S. 23

Wie schon in den vergangenen Jahren sehen brancheninterne Führungskräfte laut einer Befragung vor allem personelle Herausforderungen auf sich zukommen (81 Prozent, +2 ggü. VJ), gefolgt von wirtschaftlichen Herausforderungen (49 Prozent, +18 ggü. VJ). Technologische Herausforderungen - im vergangenen Jahr noch auf Platz 2 - haben sich mit 54 Prozent (-9 ggü. VJ) dahinter geschoben. Grund für den Anstieg der wirtschaftlichen Herausforderungen ist laut Branche der im September auf zwölf Euro gestiegene Mindestlohn. Unternehmen und ganze Branchen, die bereits durch die Pandemie erheblich getroffen sind, werden durch die Erhöhung zusätzlich belastet, und die Steigerung wird darüber hinaus zum zusätzlichen Inflationstreiber. 4

Im Rahmen der Umsetzung der Richtlinie (EU) 2015/2366 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2015 über Zahlungsdienste im Binnenmarkt (im Folgenden "PSD2") wurde der Markt für Zahlungsdienstleister und Kontoinformationsdienste erstmalig ab dem Jahr 2018 reguliert. Vorab stand es jedem Unternehmen frei, Kontoinformationsdienste für Banken oder Endkunden zu erbringen. Die PSD2, die zum 13. Januar 2018 in Kraft getreten ist, hat zum einen dafür gesorgt, dass sich der Markt für Zahlungsdienstleister zentral öffnet und die Banken dazu angehalten sind, einheitliche Schnittstellen zwischen Banken und Drittanbietern anzubieten. Zum anderen müssen die Kontoinformationsdienste in diesem Zusammenhang auch gewisse Auflagen erfüllen und ihre Prozesse anpassen.

Die Funktionalität der PSD2-Schnittstellen hat sich seit der Einführung stetig gebessert und auch die Kunden haben sich an die Umstellung des Userflows gewöhnt (2 Faktorauthentifizierung). Dennoch war die Wechselbereitschaft der Verbraucher im Vergleich zu den Geschäftsjahren vor der Einführung von PSD2 eher gering. Im Geschäftsjahr 2022 hat die Pandemie eine eher untergeordnete Rolle gespielt für das Verhalten der Verbraucher. Die geringe Wechselbereitschaft resultierte hier primär aus den Girokontokonditionen der Banken, die aufgrund der vorherrschenden Niedrigzinsphase eher wenig Anreize boten. Mit Ankündigung der Zinswende durch die EZB im Juni 2022 wird für die Kunden der KWS das Einlagengeschäft mit Verbrauchern wieder interessant. Den Verbrauchern werden zunehmend wieder attraktive Girokontomodelle angeboten, welche dafür sorgen, dass die Wechselbereitschaft im Markt wieder steigt.

Der Markt für Kontowechsel Service Dienstleistungen wird in Deutschland primär von drei Anbietern und einzelnen Eigenentwicklungen der Banken abgedeckt. Die Wechselbereitschaft der Endverbraucher ist wieder rückläufig im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Dadurch sind die Abrufe ebenfalls leicht rückläufig. Durch die Zunahme an Depotwechseln und Erlösen durch neue Auftraggeber konnte dies jedoch kompensiert werden.

2.2 Geschäftsverlauf

In den nachfolgenden Kapiteln zum Geschäftsverlauf können Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten.

2.2.1 Steuerung der KWS

Die Steuerung der KWS erfolgt im Rahmen von jährlichen Budgetplanungen, durch Zielvereinbarungen und regelmäßige Meetings sowie in Einzelfällen auch durch ad-hoc-Abstimmungen.

Die KWS wird anhand von strategischen und operativen Vorgaben und verschiedenen finanziellen Kenngrößen gesteuert. Für die Steuerung des operativen Geschäfts der KWS sind die Umsatzerlöse aus der operativen Geschäftstätigkeit (konsolidierte Umsatzerlöse laut Geschäftsführer-Reporting) und das Ergebnis vor Steuern und Finanzierung (EBIT) als primäre Steuerungsgrößen anzusehen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die KWS für das Geschäftsjahr 2022 in den Umsatzerlösen (+1,2 Mio. EUR) und im EBIT (+1,0 Mio.) deutlich mehr vorgenommen. Die geplanten Werte konnten nicht erreicht werden und lagen insgesamt unter den Ergebnissen des Vorjahres. Die Steuerungsgrößen werden auf Basis der Rechnungslegung nach IFRS ermittelt. In der Steuerungsgröße konsolidierte Umsatzerlöse laut Geschäftsführer-Reporting (im Folgenden auch kurz: "IFRS-Umsatzerlöse" genannt) sind die Umsätze um interne Leistungszulieferungen anderer deutscher Majorel Einheiten bereinigt.

4 CallCenterProfi (2022): CallCenterProfi-Ranking 2022, S. 23

2.2.2 Ertragslage

Zur Darstellung der Ertragslage dient die nachfolgende Gewinn- und Verlustrechnung:

Gewinn- und Verlustrechnung 2022 2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR
Zinserträge 1 0 1
Zinsaufwendungen 0 0 0
Provisionserträge 3.452 3.683 -231
Provisionsaufwendungen 1.059 1.034 25
Sonstige betriebliche Erträge 166 0 166
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 1.996 2.039 -43
Abschreibungen immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 4 5 -1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 98 106 -8
Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0 0 0
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 460 499 -39
Ergebnisabführungsvertrag -460 -499 39
Jahresüberschuss (+) / Jahresfehlbetrag (-) 0 0 0

Die Provisionserträge des Geschäftsjahres in Höhe von 3.452 TEUR haben sich gegenüber dem Vorjahr um 231 TEUR verringert. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus geringeren Nutzungszahlen einer der größten Mandanten (150 TEUR). Hinzu kommt der Verlust eines Mandanten (70 TEUR). Mandantenübergreifend sind zudem im Geschäftsjahr geringere Nutzungszahlen zu verzeichnen gewesen als im Vorjahr, die zu einem sinkenden Umsatz geführt haben. Die Negativeffekte konnten durch den Zugewinn neuer Mandanten abgemildert werden.

Die Provisionsaufwendungen, die im Wesentlichen aus Aufwendungen für Fremdleistungen von Schwesterunternehmen bestehen, belaufen sich im Geschäftsjahr auf 1.059 TEUR und haben sich gegenüber dem Vorjahr 2021 um 25 TEUR erhöht. Der Anstieg resultierte aus dem Personalaufbau beim Subdienstleister für einen neuen Auftraggeber sowie einem gestiegenen Lohnniveau.

Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sanken um 43 TEUR auf 1.996 TEUR (Vorjahr: 2.039 TEUR). Der Rückgang resultiert aus gesunkenen IT-Kosten im Vergleich zum Vorjahr.

Die Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen sanken um 1 TEUR auf 4 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 8 TEUR auf 98 TEUR.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2021 sank auf 460 TEUR (Vorjahr: 499 TEUR). Der Rückgang um 39 TEUR resultiert im Wesentlichen aus einem niedrigeren Umsatz mit einem großen Mandanten bei weitgehend stagnierenden Kosten.

Der Jahresüberschuss wurde aufgrund eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags mit der Majorel Holding Deutschland GmbH, Gütersloh, zum 31. Dezember 2022 vollständig an diese abgeführt. Zum 31. Dezember 2022 bestand eine gewerbe-, körperschafts- sowie umsatzsteuerliche Organschaft zur Majorel Holding Deutschland GmbH.

Überleitung auf die Steuerungsgrößen

Die Umsatzerlöse nach IFRS entsprechen sowohl im Geschäftsjahr 2022 als auch im Geschäftsjahr 2021 den Provisionserträgen. Im Hinblick auf die Zuordnung der Erlöse zu den Umsatzerlösen nach IFRS und den Provisionserträgen gab es im Geschäftsjahr 2022 und im Vorjahr keine Unterschiede.

Aus dem handelsrechtlichen Umsatzerlösen leitet sich die Steuerungsgröße IFRS-Umsatzerlöse wie folgt ab:

Überleitungsrechnung 2022 2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach HGB 460 499 -39
+/- Unterschiede aufgrund unterschiedlicher Rechnungslegungsvorschriften 0 0 0
davon Umlagen (0 T€, Vorjahr 0 T€)
EBIT nach IFRS 460 499 -39

2.2.3 Vermögens- und Finanzlage

In der folgenden Bilanzübersicht sind die einzelnen Posten nach wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten zusammengefasst:

Bilanz 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Aktiva TEUR TEUR TEUR
Forderungen an Kunden 600 771 -171
Immaterielle Anlagewerte 8 11 -4
Sachanlagen 0 1 -1
Sonstige Vermögensgegenstände 221 0 221
Rechnungsabgrenzung 4 4 0
833 787 46
Passiva 0
Sonstige Verbindlichkeiten 693 696 -3
Rechnungsabgrenzung 49 0 50
Rückstellungen 66 66 0
Eigenkapital 25 25 0
833 787 46

2.2.3.1 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der KWS hat sich mit 833 TEUR zum Vorjahr (787 TEUR) um 46 TEUR erhöht. Im Einzelnen entwickelten sich die Posten wie folgt:

Die Forderungen an Kunden sanken im Vergleich zum Vorjahr um 171 TEUR auf 600 TEUR. Dies resultiert im Wesentlichen aus den geringeren Provisionserträgen zum Jahresende als im Vorjahr und den daraus resultierenden Rückgang der Forderungen zum Stichtag.

Die immateriellen Anlagewerte sanken auf 7 TEUR im Vergleich zum Vorjahr (11 TEUR) und bestehen aus den Lizenzgebühren für Kontoinformationsdienste.

Die Sonstigen Vermögensgegenstände stiegen auf 221 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Der Anstieg resultiert aus dem noch nicht ausgebuchten Guthaben auf dem Cashpool- Verrechnungskonto. Im Vorjahr wurde eine Verbindlichkeit aus dem Cash-Pooling in Höhe von 41 TEUR unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Sonstigen Verbindlichkeiten sanken leicht um 3 TEUR auf 693 TEUR. Die Position beinhaltet im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Majorel Holding Deutschland GmbH in Höhe von 460 TEUR (Vorjahr: 499 TEUR).

Die in den sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Fremden sanken auf 63 TEUR (Vorjahr: 76 TEUR) und gegenüber Konzernunternehmen in Höhe von 165 TEUR (Vorjahr: 76 TEUR).

Die Rückstellungen sind mit 66 TEUR auf Vorjahresniveau geblieben. Die Position beinhaltet überwiegend Rückstellungen für Prüfungs- und Jahresabschlusskosten.

Das Eigenkapital in Höhe von 25TEUR blieb aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrag im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Aufgrund des leicht gestiegenen Fremdkapitals ist die Eigenkapitalquote leicht von 3,2 Prozent auf 3,0 Prozent gesunken.

2.2.3.2 Finanzlage

Die KWS ist über einen Cashpool-Vertrag mit der Majorel Holding Deutschland GmbH, Gütersloh, in den Majorel-Konzern eingebunden. Darüber hinaus besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit der Majorel Holding Deutschland GmbH, Gütersloh. Die Liquidität der KWS war im Berichtsjahr zu jedem Zeitpunkt sichergestellt.

2.3 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Die Geschäftsführung beurteilt den Geschäftsverlauf im Berichtsjahr sowie die wirtschaftliche Lage der KWS, welche in die Unternehmensgruppe Majorel Deutschland eingebunden ist, unter Berücksichtigung der Märkte als zufriedenstellend.

Das Ergebnis der KWS Kontowechselservice GmbH ist im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von gesunkenen Umsätzen durch weniger Nutzungen gesunken. Losgelöst von der Konzernbetrachtung zeigte die KWS Kontowechselservice GmbH eine gute wirtschaftliche Lage auf.

3 Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

Die KWS ist in den Majorel-Konzern eingebunden. Mit ihrer direkten Alleingesellschafterin Majorel Holding Deutschland GmbH hat die KWS mit Wirkung zum 1. Januar 2019 einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag und bereits im Laufe des Jahres 2018 einen Cashpool-Vertrag abgeschlossen.

3.1 Risikomanagement

Das Risikomanagement ist eine zentrale Aufgabe. Ziel ist es, die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken zu identifizieren, zu bewerten, zu begrenzen und zu überwachen sowie negative Abweichungen von den Erfolgs- und Liquiditätsplanungen zu vermeiden.

Die für das Risikocontrolling zuständigen Funktionen berichten direkt an die Geschäftsführung. Die Interne Revision überwacht durch regelmäßige Prüfungen die vorhandenen Abläufe. Zur Steuerung und Bewertung der Risiken nutzt die KWS Kontowechsel Service GmbH EDV-gestützte Systeme. Im Rahmen von quartalsweisen ISMS Management Reviews werden die aktuellen Risiken aufgezeigt, bewertet und entsprechende Maßnahmen verabschiedet. Zusätzlich finden quartalsweise Strategie Management Reviews statt.

Ergänzend ist die KWS Kontowechsel Service GmbH in den Risikomanagementprozess der Bertelsmann SE & Co. KGaA eingebunden.

3.2 Risiken- und Chancenbericht

Risiken

Neben allgemeinen Risikofaktoren (z. B. neue Technologien und Wettbewerbssituationen, sonstige sich verändernde Rahmenbedingungen) bestehen spezifische Geschäftsrisiken. Die relevanten Geschäftsrisiken für die KWS sind vor dem Hintergrund der Einbindung in den Majorel-Konzern sowie der spezifischen Gegebenheiten in Deutschland zu sehen. Die Liste der nachfolgenden Risiken ist nicht abschließend. Nicht aufgeführte Risiken werden von der Geschäftsführung der KWS Kontowechsel Service GmbH als nicht wesentlich eingeschätzt.

Operationelle Risiken

Die relevanten operationellen Risiken für die KWS lassen sich in die Bereiche personalbezogene Risiken, Kundenrisiken und Risiken in Geschäftsprozessen gliedern. Da die Mehrheit der Tätigkeiten unter das operationelle Risiko fallen, wird hier von einem wesentlichen Risiko ausgegangen.

Im Bereich der personalbezogenen Risiken stellt das knappe Angebot von qualifizierten Arbeitskräften und die daraus ggf. resultierenden Probleme in der Aufrechterhaltung des Betriebs bzw. die Beschränkung eines möglichen Wachstums dar. Vor diesem Hintergrund hat sich die KWS einer engagierten und konsequenten Personalarbeit verschrieben. Darüber hinaus werden personelle IT-Ressourcen von unterschiedlichen Anbietern bezogen, sodass keine direkten Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern bestehen.

Aufgrund der Abhängigkeit von Großkunden ist der Bereich der Kundenrisiken und dabei das Risiko des Kundenverlusts ein relevantes Risiko. Die KWS Kontowechselservice GmbH sucht und realisiert daher stetig Maßnahmen zur Verbesserung des Leistungsspektrums und zur Ergänzung der Services. Darüber hinaus integrieren wir sukzessive unsere Services in die Systeme der Auftraggeber durch kundenindividuelle Schnittstellen, um die Produktivität zu erhöhen und die Austauschbarkeit unserer Leistungen zur verringern. Bei der Neugewinnung oder der Verlängerung von Kundenverträgen besteht die Herausforderung, Preise stabil zu halten und somit weitere Skaleneffekte der IT-Plattform zu realisieren.

Risiken in den Geschäftsprozessen ergeben sich zum einen aus physischen Risiken, etwa bezüglich der Verlässlichkeit der IT-Infrastruktur, und zum anderen aus Prozessrisiken in der Umsetzung der Dienstleistungserbringung. Durch eine redundante Auslegung der Instanzen, die darauf basiert, jeden Service parallel intern und extern in der Plattform integriert zu haben (PSD2-Schnittstellen, Fax und White Mail Provider, redundante Hardware mit load balancing), werden diese Risiken minimiert. Beide Bereiche werden durch ein Internes Kontrollsystem abgedeckt, das unter anderem durch die Elemente Reporting und Review sowohl kurzfristige Heilung als auch nachhaltige Vermeidung der Risiken sicherstellen soll.

Adressenausfallrisiken

Im Bereich der Adressausfallrisiken bestehen keine wesentlichen Risiken, da die KWS keine Kredite vergibt oder Forderungen unter Übernahme des Ausfallrisikos ankauft. Forderungen an Kunden resultieren ausschließlich aus Leistungen im Rahmen der Geschäftstätigkeit als Kontowechseldienst. Eventuellen Ausfallrisiken würde durch entsprechende Wertberichtigungen begegnet werden. Gegenwärtig bestehen keine wesentlichen Forderungsausfallrisiken.

Liquiditätsrisiken

Risiken in Bezug auf die Liquidität oder die Refinanzierung können bei der KWS Kontowechsel Service GmbH durch die begrenzte Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln zum Begleichen von fälligen Zahlungen oder wenn Zahlungsmittel nur zu erhöhten Refinanzierungskosten beschafft werden können entstehen. Das Liquiditätsrisiko wird aufgrund der Anbindung an das Cash-Pooling als nicht wesentlich eingestuft.

Marktpreisrisiken

Ferner bestehen keine Zinsänderungs-, Währungs- oder anderweitigen Preisrisiken. Die KWS Kontowechsel Service GmbH verfügt über keinerlei zinstragende Verbindlichkeiten. Zudem bestehen keine in Fremdwährung lautende finanziellen Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten.

Das Gesamtbild der Risikolage der KWS zeigt unter Berücksichtigung der Einbindung in den Majorel-Konzern keine wesentlichen Risiken, die nicht von der KWS getragen werden können.

Chancen

Chancen für die KWS ergeben sich aus der Generierung zusätzlicher Umsatzbeiträge. Haupttreiber ist dabei das anhaltende Wachstum im Bereich der Digitalisierung, das durch eine mittelfristig positive konjunkturelle Lage zusätzlich gestützt wird. Durch die starke Position der KWS in Deutschland ist die Geschäftsführung optimistisch, weitere Aufträge zu akquirieren und das Service Angebot sukzessive ausbauen zu können. Zudem ergeben sich durch die Position Chancen durch die Expansion des Geschäftsmodells in anderen europäischen Ländern. Voraussetzung für die Umsatzrealisierung ist jedoch die gleichzeitige Identifizierung von Trends und damit verbundenen Projekten innerhalb der existierenden Kundenbasis als Grundlage der Akquirierung neuer Geschäfte.

3.3 Prognosebericht

Für das Jahr 2023 geht die KWS von der folgenden Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus. Die Weltwirtschaft steht angesichts des Ukraine-Kriegs unverändert stark unter Druck. Die daraus folgenden Verwerfungen wie die Energiekrise und der hohe Inflationsdruck trüben weltweit die konjunkturelle Stimmung. Positive Impulse hingegen werden im Jahresverlauf aus China erwartet, wo mittlerweile die strikte Null-Covid-Politik aufgehoben wurde. Ein globales Risiko für die weitere konjunkturelle Entwicklung stellt die simultane quantitative Straffung der großen Notenbanken dar. Das Wachstum im Jahr 2023 dürfte daher zu Jahresbeginn verhalten sein und danach mit dem Abklingen der konjunkturdämpfenden Faktoren wieder leicht anziehen. Gemäß der Prognose des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) wird die Weltproduktion im Jahr 2023 um 2,2 Prozent zunehmen nach einem Anstieg von 3,1 Prozent im Jahr 2022. 5

5 Kiel Institut für Weltwirtschaft (2022): Weltwirtschaft im Winter 2022, S. 6

Im Euroraum wird trotz der belastenden Faktoren mit einem geringen Wirtschaftswachstum gerechnet. Das realwirtschaftliche Wachstum soll nach Einschätzung des IfW im Jahr 2023 bei 0,6 Prozent liegen. Für Deutschland rechnet das IfW mit einem realen Wachstum des BIP von 0,3 Prozent. Die reale Wachstumsrate für Frankreich wird ebenfalls bei 0,3 Prozent erwartet. Für Großbritannien hingegen wird mit einem realen Rückgang des BIP im Jahr 2023 um 0,6 Prozent gerechnet. Auch in den USA wird im Jahr 2023 mit einem Rückgang des BIP von 0,4 Prozent gerechnet. 6

In den kommenden Jahren werden sich aus dem Trend der weiter zunehmenden Digitalisierung, insbesondere im Bereich Banken und Versicherungen, Chancen und Risiken ergeben. Durch eine strategische Ausrichtung der KWS erwartet Majorel, in zunehmendem Maße von den sich daraus ergebenden Chancen zu profitieren und das Geschäft auch auf anderen europäischen Märkten etablieren.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Geschäfte der KWS ergeben sich nachfrageseitig aus der konjunkturellen Entwicklung im Inland und Ausland sowie aus der Entwicklung des Arbeitsmarktes und den daraus resultierenden Möglichkeiten der Rekrutierung. Die Auftraggeber-Struktur der KWS mit den Branchen Banken und Versicherungen im In- und Ausland wird voraussichtlich auch im kommenden Geschäftsjahr konstant bleiben.

Neben der Kundenakquise im Inland ist die Internationalisierung der Fokus der Geschäftsführung und Führungskräfte. Während der Expansion bleibt das Ziel die wirtschaftliche Erbringung der Dienstleistungen bei einer hohen Kundenzufriedenheit und einem nachhaltig positiven Geschäftsergebnis bei steigender Produktivität.

Die vorliegenden Einschätzungen unterliegen Unsicherheiten. Nach Abnahme der Bedeutung der Pandemie für das Geschäft der KWS und ihrer Auftraggeber, überwiegen Unvorhersehbarkeiten der Folgen geopolitischer Krisen. Derzeit stellt sich die Herausforderung dar, die Auswirkungen auf die für die KWS relevanten Märkte und die erwartete gesamtwirtschaftliche Entwicklung verlässlich einzuschätzen. Darüber hinaus könnten Staatsdefizite, Währungsturbulenzen oder die Einführung höherer Zölle infolge zunehmender protektionistischer Tendenzen die Wirtschaftsentwicklung zusätzlich beeinträchtigen. Die hieraus resultierenden Entwicklungen könnten sich ebenfalls negativ auf die Konjunkturlage auswirken, die ein wichtiger Einflussfaktor für die Geschäftsentwicklung der KWS ist. Die vorhergehenden Erwartungen basieren daher auf der Annahme einer leichten Erholung der gesamtwirtschaftlichen Lage und unterstellen ein weitgehendes Eintreten der prognostizierten Marktentwicklungen und der von den Forschungsinstituten geäußerten konjunkturellen Erwartungen.

Vor diesem Hintergrund geht die Geschäftsführung für das kommende Geschäftsjahr von moderat steigenden IFRS-Umsatzerlösen sowie von einem ebenfalls moderat steigenden EBIT nach IFRS aus.

6 Kiel Institut für Weltwirtschaft (2022): Weltwirtschaft im Winter 2022, S. 6-17

 

Schortens, den 31. März 2023

Klaus-Peter Bergmann, Geschäftsführer

Thomas Hoffmann, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

Vorjahr
EUR TEUR
1 Forderungen an Kunden
aus Zahlungsdiensten 600.384,23 771
2 Immaterielle Anlagewerte
aus Zahlungsdiensten
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.471,00 11
3 Sachanlagen
aus Zahlungsdiensten 362,00 1
4 Sonstige Vermögensgegenstände
aus Zahlungsdiensten 220.830,68 0
5 Rechnungsabgrenzungsposten
aus Zahlungsdiensten 4.181,42 4
833.229,33 787

Passiva

Vorjahr
EUR TEUR
1 Sonstige Verbindlichkeiten
aus Zahlungsdiensten 692.929,33 696
2 Rechnungsabgrenzungsposten
aus Zahlungsdiensten 49.500,00 0
3 Rückstellungen
andere Rückstellungen
aus Zahlungsdiensten 65.800,00 66
4 Eigenkapital
Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25
833.229,33 787

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Vorjahr
EUR EUR TEUR
1 Zinserträge
aus Zahlungsdiensten
aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 843,98 0
2 Zinsaufwendungen
aus Zahlungsdiensten 255,38 0
3 Provisionserträge
aus Zahlungsdiensten 3.451.525,59 3.683
4 Provisionsaufwendungen
aus Zahlungsdiensten 1.059.332,26 1.034
5 Sonstige betriebliche Erträge
aus Zahlungsdiensten 165.745,25 0
6 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
aus Zahlungsdiensten
a) andere Verwaltungsaufwendungen 1.995.986,60 1.995.986,60 2.039
7 Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
aus Zahlungsdiensten 4.283,00 5
8 Sonstige betriebliche Aufwendungen
aus Zahlungsdiensten 98.009,47 106
9 Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit
aus Zahlungsdiensten 460.248,11 499
10 Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 460.248,11 499
11 Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
aus Zahlungsdiensten 0,00 0

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

A. ALLGEMEINE ANGABEN

Die KWS Kontowechsel Service GmbH hat ihren Sitz in Schortens. Die KWS ist beim Amtsgericht Oldenburg unter der Registernummer HRB 207246 im Handelsregister eingetragen.

Die KWS ist gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 ZAG zur Erbringung von Kontoinformationsdiensten gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 8 ZAG durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) registriert.

B. GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG

Der Jahresabschluss der KWS Kontowechsel Service GmbH ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und den ergänzenden Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbHG), des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Zahlungsinstitute und E-Geld-Institute (RechZahlV) aufgestellt.

Geschäftsjahr der KWS ist das Kalenderjahr.

Die Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung basiert auf den zum Bilanzstichtag gültigen Formblättern der RechZahlV.

Die KWS macht von § 265 Abs. 8 i. V. m. § 340a HGB Gebrauch und führt in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung die Posten, die weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr einen Saldo aufweisen, nicht auf.

C. BILANZIERUNG UND BEWERTUNG

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und der Schulden wird nach den Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff HGB vorgenommen, sofern nicht Sondervorschriften des § 340e HGB zur Anwendung kommen.

Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden sowie die sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bilanziert. Für sonstige allgemeine Kreditrisiken bestehen angemessene Pauschalwertberichtigungen.

Vom Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wird kein Gebrauch gemacht. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, Sachanlagen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die planmäßigen Abschreibungssätze und -methoden orientieren sich an den betriebswirtschaftlichen Nutzungsdauern. Die Abschreibungen erfolgen linear, im Geschäftsjahr der Anschaffung pro rata temporis. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, deren Anschaffungskosten 800 EUR nicht übersteigen, erfolgt die Abschreibung im Jahr der Anschaffung. Selbständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Sachanlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 250 EUR sofort aufwandswirksam erfasst.

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Kreditinstituten sowie die sonstigen Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Die anderen Rückstellungen sind nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages. Zukünftige Kosten- und Preissteigerungen werden berücksichtigt soweit ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Dabei wird der von der Deutschen Bundesbank bekanntgegebene Zinssatz verwendet.

Sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten sind unverbrieft.

Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung von Forderungen sowie Erträge aus dem Eingang der Forderungen nach teilweiser oder vollständiger Abschreibung werden verrechnet unter den Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen ausgewiesen.

D. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die nachfolgenden Erläuterungen zu den einzelnen Positionen der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erfolgen entsprechend der Reihenfolge der Ausweispositionen.

I. ERLÄUTERUNGEN ZU AKTIVPOSTEN

31.12.2022 31.12.2021
(TEUR) (TEUR)
1) Forderungen an Kunden 600 771
aus Zahlungsdiensten 600 771
mit einer Restlaufzeit von
- bis drei Monaten 600 771

2) Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Entwicklung der Posten des Anlagevermögens wird in einem Anlagenspiegel gezeigt, der als Anlage dem Anhang beigefügt ist. Sofern nichts anderes vermerkt wird, handelt es sich bei den ausgewiesenen Abschreibungen um planmäßige Abschreibungen. Die Sachanlagen werden vollständig im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzt.

31.12.2022 31.12.2021
(TEUR) (TEUR)
3) Sonstige Vermögensgegenstände 221 0
aus Zahlungsdiensten 221 0

Im Geschäftsjahr wird hier eine Forderung aus dem Cash-Pooling innerhalb der Majorel-Gruppe i. H. v. TEUR 221 ausgewiesen. Im Vorjahr wurde eine Verbindlichkeit aus dem Cash-Pooling in Höhe von TEUR 41 unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

31.12.2022 31.12.2021
(TEUR) (TEUR)
Darauf entfallen
- an Gesellschafter 221 0

II. ERLÄUTERUNGEN ZU PASSIVPOSTEN

31.12.2022 31.12.2021
(TEUR) (TEUR)
1) Sonstige Verbindlichkeiten 693 696
aus Zahlungsdiensten 693 696

Die Position beinhaltet im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus dem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von TEUR 460 (Vorjahr TEUR 499) sowie aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Fremden in Höhe von TEUR 63 (Vorjahr: TEUR 76) und gegenüber Konzernunternehmen in Höhe von TEUR 165 (Vorjahr: TEUR 76).

31.12.2022 31.12.2021
(TEUR) (TEUR)
Darauf entfallen
- gegenüber verbundenen Unternehmen 165 76
- gegenüber Gesellschafter 460 540

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von weniger als drei Monaten.

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

2022 2021
(TEUR) (TEUR)
1) Zinserträge 1 1
aus Zahlungsdiensten 1 0
2022 2021
(TEUR) (TEUR)
2) Provisionserträge 3.452 3.683
aus Zahlungsdiensten 3.452 3.683

Die Provisionserträge entfallen zu TEUR 3.317 (Vorjahr: TEUR 3.465) auf das Inland und zu TEUR 135 (Vorjahr: TEUR 218) auf das Ausland.

2022 2021
(TEUR) (TEUR)
3) Sonstige betriebliche Erträge 166 0
aus Zahlungsdiensten 166 0

Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen handelt es sich ausschließlich um Konzernumlagen. Sie entfallen in voller Höhe auf das Inland.

2022 2021
(TEUR) (TEUR)
4) Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 1.996 2.039
aus Zahlungsdiensten 1.996 2.039
Als wesentliche Posten sind zu nennen:
- Informationsverarbeitungskosten 758 776
- Konzernumlagen 748 768
- Rechtsberatungs- und Prüfungskosten 388 111
- Instandhaltungskosten 58 326
2022 2021
(TEUR) (TEUR)
5) Sonstige betriebliche Aufwendungen 98 106
aus Zahlungsdiensten 98 106
Als wesentlicher Posten ist zu nennen:
- Softwareleistungen 58 84

E. SONSTIGE ANGABEN

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr waren keine Arbeitnehmer beschäftigt.

Mitglieder der Geschäftsführung

Geschäftsführer der KWS waren im Geschäftsjahr:

Herr Klaus-Peter Bergmann

(Managing Director Client Management I, Majorel Holding Deutschland GmbH)

Herr Thomas Hoffmann

(Geschäftsführer (seit 26.04.2022), KWS Kontowechsel Service GmbH)

Herr Oliver Carlsen

(Geschäftsführer (bis 26.04.2022), KWS Kontowechsel Service GmbH)

Den Organmitgliedern wurden weder Vorschüsse und Kredite gewährt noch wurden für diesen Personenkreis Haftungsverhältnisse eingegangen.

Laufende Pensionszahlungen sowie Anwartschaften für ehemalige Geschäftsführer bestehen nicht.

Unternehmensverträge

Zwischen der Majorel Holding Deutschland GmbH, Gütersloh und der KWS Kontowechsel Service GmbH besteht seit dem 17. Dezember 2018 und mit Wirkung zum 1. Januar 2019 ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag, wonach sich die KWS Kontowechsel Service GmbH verpflichtet, sich der Leitung der Majorel Holding Deutschland GmbH zu unterstellen und ihren gesamten Gewinn an die Majorel Holding Deutschland GmbH abzuführen. Gleichzeitig verpflichtet sich die Majorel Holding Deutschland GmbH, jeden während der Vertragsdauer sonst entstehenden Jahresfehlbetrag vollständig auszugleichen. Der Vertrag ist auf unbestimmte Zeit geschlossen und kann von beiden Vertragspartnern unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von vier Wochen zum Ende eines jeden Geschäftsjahres, frühestens zum Ende des fünften Jahres nach Abschluss des Vertrages gekündigt werden. Der Vertrag wurde am 7. Februar 2019 im Handelsregister der KWS Kontowechsel Service GmbH eingetragen. Mit Vertrag vom 20. November 2018 wurde der zwischen der KWS Kontowechsel Service GmbH und der Reinhard Mohn GmbH, Gütersloh, bestehende Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit Wirkung zum 31. Dezember 2018 gekündigt.

Konzernzugehörigkeit

Die KWS gehört als Tochterunternehmen im Sinne des § 290 HGB zum Bertelsmann Konzern, dessen Mutterunternehmen die Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh ist. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA stellt den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Zudem wird die KWS in den Konzernabschluss der Majorel Group Luxembourg S.A., Luxemburg, einbezogen, die den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Ende des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten.

 

Schortens, den 31. März 2023

KWS Kontowechsel-Service GmbH

Klaus-Peter Bergmann, Geschäftsführer

Thomas Hoffmann, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Anschaffung bzw. Herstellungskosten
01.01.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Anlagewerte
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 792.481,81 0,00 0,00 0,00 792.481,81
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.386,77 0,00 2.643,07 0,00 2.743,70
797.868,58 0,00 2.643,07 0,00 795.225,51
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Anlagewerte
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 781.239,81 3.771,00 0,00 0,00 785.010,81
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.512,77 512,00 2.643,07 0,00 2.381,70
785.752,58 4.283,00 2.643,07 0,00 787.392,51
Buchwerte
31.12.2022 Vorjahr
EUR EUR
I. Immaterielle Anlagewerte
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.471,00 11.242,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 362,00 874,00
7.833,00 12.116,00

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die KWS Kontowechsel Service GmbH, Schortens

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der KWS Kontowechsel Service GmbH, Schortens, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der KWS Kontowechsel Service GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da do- lose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 26. Mai 2023

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Bauer, Wirtschaftsprüfer

Borgmann, Wirtschaftsprüfer

Ergebnisverwendungsbeschluss

Beschluss der Gesellschafterin der KWS Kontowechsel Service GmbH, Schortens

Unter Verzicht auf alle Frist- und Formvorschriften des Gesellschaftsvertrages wird Folgendes beschlossen:

Wegen des bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages entfällt eine anderweitige Verwendung des Jahresergebnisses.

 

Gütersloh, den 14.06.2023

Majorel Holding Deutschland GmbH

Oliver Carlsen

Thomas Mackenbrock

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 14. Juni 2023 festgestellt.

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