Lenze Sales Europe GmbH
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Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
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| 15.00% |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Lenze SE (Societas Europaea)AerzenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.05.2018 bis zum 30.04.2019BilanzAKTIVA
Gewinn- und Verlustrechnung
Gesamtergebnisrechnung
Eigenkapitalspiegel
Kapitalflussrechnung
AnhangAllgemeine Erläuterungen Der Konzernabschluss der Lenze-Gruppe wird von der Lenze SE mit Sitz in Aerzen, Hans-Lenze-Straße 1, als Obergesellschaft aufgestellt. Die Lenze SE ist als Aktiengesellschaft europäischen Rechts im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover unter HRB 204803 eingetragen. Das Geschäftsjahr der Lenze SE und ihrer Tochtergesellschaften umfasst den Zeitraum vom 1. Mai bis 30. April. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Dabei werden sämtliche Beträge in Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Kapitalflussrechnung in Tausend Euro (T€) oder Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Alle Beträge werden kaufmännisch gerundet. Dies kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Der Vorstand hat den Konzernabschluss am 1. Juli 2019 aufgestellt. Mit diesem Zeitpunkt endet der Wertaufhellungszeitraum. Der Konzernabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS) Die Lenze SE stellt ihren Konzernabschluss nach der Vorschrift des § 315a Abs. 3 HGB in Verbindung mit der Verordnung der Europäischen Union (EG-Nr. 1606/2002) freiwillig nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) erlassenen International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Dieser IFRS-Konzernabschluss befreit von der Pflicht zur Aufstellung eines HGB-Konzernabschlusses sowie von der Pflicht zur Offenlegung der Einzelabschlüsse bestimmter Tochtergesellschaften (vgl. Abschnitt sonstige Angaben Ziffer 29). Die IFRS werden in der Form angewendet, wie sie im Rahmen des Anerkennungsverfahrens durch die Europäische Kommission in nationales Recht umgesetzt wurden. Darüber hinaus werden die sich aus § 315a Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 HGB ergebenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet. Die Anforderungen aller Standards, die zum Bilanzstichtag verpflichtend anzuwenden waren, wurden mit Ausnahme des IAS 24 (Angabe der Bezüge, der daraus resultierenden Verpflichtungen sowie von Forderungen gegenüber dem ehemaligen und jetzigen Vorstand sowie dem Aufsichtsrat) vollständig erfüllt. Die im Berichtsjahr neu eingeführten bzw. geänderten Standards sind, soweit bereits von der EU bis zum Geschäftsjahresende 2018/2019 übernommen, in der folgenden Übersicht dargestellt und in Bezug auf Lenze bewertet. Lenze hat alle ab dem Geschäftsjahr 2018/2019 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen umgesetzt, damit steht der Konzernabschluss der Lenze SE, Aerzen im Einklang mit den aktuell geltenden IFRS. Eine vorzeitige Anwendung relevanter Standards erfolgt nicht.
Der neue Standard IFRS 9 "Finanzinstrumente" ersetzt die Vorschriften des IAS 39. Der Standard ist erstmalig anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Für den Übergang auf IFRS 9 wird der modifizierte, retrospektive Ansatz gewählt, d. h. der Standard wird lediglich auf die jüngste im Abschluss dargestellte Berichtsperiode (das Geschäftsjahr 2018/2019) angewendet. Im Konzernabschluss der Lenze-Gruppe sind Finanzinstrumente der Kategorien "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente" und "Zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente" enthalten. Im Berichtsjahr existieren keine erfolgsneutral zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente. Alle Fair Value Bewertungen erfolgten ergebniswirksam. Die Zuordnung der Finanzinstrumente zu den Kategorien des IFRS 9 und deren Erläuterung erfolgt im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" bei den entsprechenden Bilanzpositionen. Die Erstbewertung aller Finanzinstrumente erfolgt zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten. Die Ermittlung und Erfassung von Wertberichtigungen ist bei den einzelnen Bilanzpositionen erklärt. Eine Ausbuchung erfolgt grundsätzlich, wenn die vertraglichen Rechte bzw. Pflichten auf Cashflows aus dem Finanzinstrument auslaufen. Der neue Standard IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden ersetzt die bislang in mehreren Standards (IAS 18 Umsatzerlöse und IAS 11 Fertigungsaufträge) und Interpretationen (IFRIC 13, IFRIC 15, IFRIC 18 sowie SIC 31) vorhandenen Regelungen zur Erlösrealisierung. Der Standard ist erstmalig anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die Lenze-Gruppe hat den Standard für das Geschäftsjahr 2018/2019 erstmalig mit dem modifizierten, retrospektiven Ansatz angewendet. Durch die erstmalige Anwendung beider Standards ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernbilanz, -Gewinn- und Verlustrechnung, -gesamtergebnisrechnung, -eigenkapitalveränderungsrechnung und -kapitalflussrechnung. Lenze wird den ab dem 1. Januar 2019 geltenden Standard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" erstmals für das Geschäftsjahr 2019/2020 anwenden. In den Fällen, in denen Lenze Leasingnehmer ist, erfordert der neue Standard eine Aktivierung des Vermögenswertes und Passivierung der Leasingverbindlichkeit. Derzeit wird geprüft, welche Auswirkung die Anwendung von IFRS 16 auf den Konzernabschluss hat. Konsolidierungskreis Die Beteiligungsstruktur zum 30. April 2019 ist auf Seite 36 des Anhangs dargestellt. Soweit nicht ausdrücklich anders angegeben, handelt es sich um 100%-ige Beteiligungen. In den Konzernabschluss der Lenze-Gruppe werden neben der Obergesellschaft Lenze SE sämtliche wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen, die die Lenze SE mittelbar oder unmittelbar beherrscht. Dies ist der Fall, wenn die Lenze SE unmittelbar oder mittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftstätigkeit so zu bestimmen, dass sie aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen ziehen kann. Dabei handelt es sich wie im Vorjahr um 10 inländische und 35 ausländische Tochterunternehmen. Die Einbeziehung von Tochterunternehmen beginnt zu dem Zeitpunkt, in dem die Beherrschung besteht; sie endet, wenn die Beherrschung entfällt. Im Geschäftsjahr 2018/2019 hat es keine Veränderungen im Konsolidierungskreis gegeben. Als assoziiertes Unternehmen, dessen Finanz- und Geschäftspolitik die Lenze SE maßgeblich beeinflusst, werden die Anteile an der Lenze Bachofen AG, Uster/Schweiz, ausgewiesen. Das assoziierte Unternehmen wird nach der Equity-Methode bewertet (zu weiteren Details siehe (3) Finanzanlagen). Konsolidierungsmethoden Der Konzernabschluss basiert auf den nach einheitlichen Regeln unter Anwendung der IFRS zum 30. April 2019 aufgestellten und von unabhängigen Abschlussprüfern testierten Einzelabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen der Lenze-Gruppe. Bei dem at equity bewerteten Unternehmen legen wir dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Ermittlung des anteiligen Eigenkapitals zugrunde. Nach IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden bei Unternehmenserwerben mit ihren beizulegenden Werten angesetzt und verbleibende positive Unterschiedsbeträge als Geschäftswert ausgewiesen. Von dem Wahlrecht, den auf Minderheitsgesellschafter entfallenden anteiligen Geschäfts- oder Firmenwert zu aktivieren, wird kein Gebrauch gemacht. Geschäftswertabschreibungen erfolgen gegebenenfalls auf der Grundlage eines Werthaltigkeitstests in Anwendung von IAS 36. Geschäftswerte werden bei den Tochterunternehmen in deren funktionaler Währung geführt. Die im Rahmen des Erwerbsvorgangs zu ihrem Fair Value neu bilanzierten Vermögenswerte werden über die jeweilige Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Ist die Nutzungsdauer unbestimmt, wird ein eventueller Abwertungsbedarf analog zum Geschäftswert ermittelt. Abschreibungen und Wertaufholungen auf Anteile an Tochtergesellschaften aus Einzelabschlüssen werden im Konzernabschluss rückgängig gemacht. Zwischenergebnisse, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesellschaften werden eliminiert. Zwischengesellschaftliche Gewinne und Verluste waren bei den Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet wurden, unbedeutend. Bei Konsolidierungsvorgängen, die zu temporären Unterschieden führen, werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht. Die im Vorjahr angewendeten Konsolidierungsgrundsätze sowie die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind, mit Ausnahme der nachfolgend beschriebenen sowie der durch neue bzw. geänderte Standards erforderlichen Änderungen, beibehalten worden. Währungsumrechnung In den Einzelabschlüssen werden monetäre Positionen (Flüssige Mittel, Wertpapiere, Forderungen und Verbindlichkeiten) in fremder Währung nach IAS 21 mit dem Stichtagskurs bewertet. Kursgesicherte Positionen werden ebenfalls nach IAS 21 zum Stichtagskurs angesetzt. Daraus resultierende nicht realisierte Gewinne und Verluste werden mit gegenläufigen Werten aus der Marktbewertung der derivativen Finanzinstrumente zusammengefasst. Nicht monetäre Positionen in fremder Währung sind mit ihren historischen Kursen angesetzt. Währungsdifferenzen aus der Umrechnung monetärer Positionen werden ergebniswirksam erfasst. Dies gilt nicht für Währungsumrechnungsdifferenzen aus Darlehensforderungen, die einen Teil der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb darstellen. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind (innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge oder Aufwendungen) saldierte Kursverluste aus Währungstransaktionen des operativen Geschäfts enthalten. Die Umrechnung der Jahresabschlüsse der ausländischen Gesellschaften erfolgt gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung, damit der jeweiligen Landeswährung. Danach werden die Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Der sich aus der Währungsumrechnung ergebende Unterschiedsbetrag wird ergebnisneutral im Eigenkapital verrechnet. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, werden bestehende Währungsdifferenzen ergebniswirksam aufgelöst. Die den Vermögenswerten und Schulden zugerechneten Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden für Akquisitionen bis einschließlich des Jahres 2005 mit den historischen Kursen umgerechnet. Die Umrechnung des anteiligen Eigenkapitals der ausländischen assoziierten Unternehmen erfolgt ebenfalls mit dem Stichtagskurs. Die sich aus der Stichtagskursmethode ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet (T€ 2.686 am 30. April 2019; im Vorjahr T€ 1.663). Aus der erfolgswirksamen Währungsumrechnung entstanden im Berichtsjahr Kursverluste in Höhe von T€ 8.377 (im Vorjahr T€ 10.097) und Kursgewinne in Höhe von T€ 8.617 (im Vorjahr T€ 8.361). Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die in den Konzernabschluss zum 30. April 2019 eingehenden Abschlüsse werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Immaterielle Vermögenswerte sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Bei Software, Know-how und Lizenzen beträgt die Nutzungsdauer 2 bis 8 Jahre. Forschungskosten werden gemäß IAS 38 grundsätzlich als laufender Aufwand gebucht. Gleiches gilt für Entwicklungskosten, da insbesondere wegen des bestehenden Erfolgsrisikos bis zur Markteinführung die Voraussetzungen des IAS 38 zurzeit nicht vollständig erfüllt sind. Ein Werthaltigkeitstest wird bei Geschäftswerten sowie bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer mindestens einmal jährlich, bei sonstigen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer nur bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte durchgeführt. Zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Geschäftswerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird in der Lenze-Gruppe grundsätzlich der Nutzungswert herangezogen. Basis hierfür ist die jeweils aktuelle 5-Jahres-Planung. Dabei werden angemessene Annahmen zu Branchentrends sowie historischer Entwicklung berücksichtigt. Für die Ermittlung der Cashflows werden grundsätzlich die erwarteten Wachstumsraten des Bereichs Antriebs- und Automatisierungstechnik zugrunde gelegt. Für Zwecke der Werthaltigkeitstests sind die Geschäftswerte anderen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten, sog. Zahlungsmittel generierenden Einheiten, zuzuordnen. Die Zuordnung richtet sich nach den von der Lenze-Gruppe erwarteten Synergieeffekten. Die Geschäftswert-Zuordnung ist nach oben begrenzt durch Geschäftssegmente im Sinne der Segmentberichterstattung (IFRS 8). Das Geschäftssegment der Lenze-Gruppe ist die Antriebs- und Automatisierungstechnik mit den regionalen Segmenten Europa, Amerika und Asien. Daher ist der Geschäftswert auf die regionalen Segmente zu verteilen. Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und planmäßig linear entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen werden anhand direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie angemessener Gemeinkosten einschließlich Abschreibungen und (unter den Voraussetzungen des IAS 23) Fremdkapitalkosten ermittelt. Bei Zuwendungen der öffentlichen Hand für die Anschaffung oder Herstellung von Vermögenswerten (Investitionszuschüsse) wird das Wahlrecht gemäß IAS 20.24 so ausgeübt, dass die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um den Betrag der Zuschüsse gekürzt werden. Zuwendungen der öffentlichen Hand für entstandene Aufwendungen werden periodengerecht entsprechend den Aufwendungen erfasst. Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Sowohl wirtschaftliche Nutzungsdauer als auch angenommene Restwerte werden bei wesentlichen Anlagenwerten einmal jährlich im Rahmen der Jahresabschlusserstellung überprüft. Vorzunehmende Anpassungen werden als Korrektur der planmäßigen Abschreibungen über die Restnutzungsdauer der Vermögenswerte dargestellt. Soweit notwendig, werden grundsätzlich außerplanmäßige Abschreibungen gemäß IAS 36 vorgenommen, die bei einem späteren Wegfall der Gründe rückgängig gemacht werden. Soweit die Voraussetzungen für Finanzierungsleasing i. S. v. IAS 17 erfüllt sind, werden Leasinggegenstände in der Bilanz zum Fair Value bzw. dem niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und die bestehende Finanzverbindlichkeit passiviert. Fremdkapitalkosten wurden mangels Erfüllung der Voraussetzungen des IAS 23 nicht aktiviert. Finanzanlagen (außer at Equity bilanzierten Anteilen) werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value bilanziert. Als Eigenkapitalinstrument klassifizierte Finanzanlagen (Beteiligungen) werden grundsätzlich nicht zu Handelszwecken gehalten und sind, da die OCI-Option nicht gewählt wurde, der Kategorie "Erfolgswirksam zum Fair Value bewertet" zugeordnet. Dauerhafte Wertminderungen werden einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Der Fair Value entspricht grundsätzlich dem Markt- oder Börsenwert. Wenn kein aktiver Markt existiert, insbesondere bei nicht notierten Beteiligungen, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten, ggf. gemindert um einzelfallbezogene, risikoorientierte Wertberichtigungen. Im Übrigen wird der Fair Value durch Diskontierung zukünftiger Zahlungsströme mit Marktzinssätzen ermittelt. Ausleihungen werden wie finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. At Equity bewertete Anteile werden entsprechend den anteiligen eingetretenen Eigenkapitalmehrungen bzw. -minderungen fortgeschrieben. Zusätzlich wird bei Vorliegen entsprechender Indikatoren nach den Grundsätzen für die Bewertung des Goodwill ein Wertminderungstest durchgeführt und bei Bedarf eine außerplanmäßige Abwertung vorgenommen. Korrespondierend erfolgen Zuschreibungen bei Wegfall der Abwertungsgründe. Als derivative Finanzinstrumente werden Zinsswaps, Zins- und Währungsswaps sowie Devisentermingeschäfte zur Steuerung des Zinsänderungs- und Währungsrisikos eingesetzt. Der Begrenzung der Risiken dienen verschiedene Maßnahmen; im Wesentlichen sind dies die organisatorische Trennung von Abwicklung, Buchung und Kontrolle sowie die laufende Berichterstattung über offene Positionen und Ergebnisse bei der Bewertung zu Marktpreisen. Voraussetzung für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) ist, dass der eindeutige Sicherungszusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument dokumentiert und nachgewiesen ist. Die bilanzielle Berücksichtigung der Fair Value Änderung der Sicherungsinstrumente ist von der Art der Sicherungsbeziehung abhängig. Im Falle der Absicherung gegen Wertänderungsrisiken von Bilanzpositionen (Fair Value-Hedges) wird sowohl das Sicherungsinstrument als auch der gesicherte Risikoanteil des Grundgeschäfts zum Fair Value angesetzt. Bewertungsänderungen werden ergebniswirksam erfasst. Bei der Sicherung von zukünftigen Zahlungsströmen (Cashflow-Hedges) erfolgt die Bewertung der Sicherungsinstrumente ebenfalls zum Fair Value. Bewertungsänderungen des effektiven Teils des derivativen Finanzinstruments werden zunächst erfolgsneutral nach latenten Steuern in der Cashflow Hedge-Rücklage und erst bei Realisierung des Grundgeschäfts erfolgswirksam erfasst. Der ineffektive Teil eines Hedges wird sofort erfolgswirksam erfasst (Cashflow-Hedges sind im Berichtsjahr nicht vorhanden). Derivative Finanzinstrumente, die in der Lenze-Gruppe nach betriebswirtschaftlichen Kriterien der Zins-, Währungs- oder Preissicherung dienen, werden grundsätzlich in die Kategorie "Erfolgswirksam zum Fair Value bewertet" eingeordnet. Die Folgebewertung für Derivate ergibt sich aus der Bewertung des Vertragspartners (Bank) zum Abschlussstichtag. Forderungen und sonstige Vermögenswerte (ausgenommen derivative Finanzinstrumente) werden bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bestandteil der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte sind auch Finanzinstrumente nach IFRS 9 (Darlehen, sonstige Forderungen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen). Diese stellen finanzielle Vermögenswerte mit fixen und bestimmbaren Zahlungen dar, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Gemäß IFRS 9 sind diese Forderungen und Vermögenswerte dem Geschäftsmodell 'Halten' zuzuordnen. Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgen nach dem vereinfachten Verfahren. Hier wird bei homogenen Debitorenportfolien nach konzerneinheitlich vorgegebenen Kategorien mit unterschiedlichen Wertberichtigungssätzen zu jedem Abschlussstichtag eine risikogerechte Vorsorge in Höhe des erwarteten Verlustes erfasst. Fremdwährungsforderungen werden zum Kurs am Bilanzstichtag angesetzt. Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Die Herstellungskosten beinhalten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch dem Produktionsprozess zuzurechnende Gemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf die Produktionsanlagen. Die Bewertung für gleichartige Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgt nach der Durchschnittsmethode. Sofern die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung der Vorräte entfallen sind, wird eine Wertaufholung vorgenommen. Im ersten Bewertungsschritt werden die Vorräte entsprechend des Niederstwertprinzips zum Marktwert am Bilanzstichtag bewertet. Im zweiten Schritt werden Gängigkeitsabschläge zur Berücksichtigung des Alterungsrisikos angesetzt. Die Bewertungsmethode wurde im Berichtsjahr für die gesamte Lenze-Gruppe vereinheitlicht. Aus dem niedrigeren Materialumschlag sowie der vorgenannten Vereinheitlichung ergab sich ein Ergebniseffekt in Höhe von 14,8 Mio. € Aufwand. Latente Steuern werden auf alle temporären Unterschiede zwischen dem Wertansatz in der IFRS-Bilanz und dem entsprechenden steuerlichen Wert ermittelt. Für steuerliche Verlustvorträge, bei denen es wahrscheinlich ist, dass im üblichen Planungshorizont ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar ist, werden aktive latente Steuern bilanziert. Die Abgrenzungen werden in Höhe der voraussichtlichen Steuerbelastung bzw. -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre auf der Grundlage des zum Zeitpunkt der Realisation gültigen Steuersatzes vorgenommen. Für aktive latente Steuern, deren Realisierung in einem überschaubaren Zeitraum nicht zu erwarten ist, werden Wertberichtigungen vorgenommen. Eine Verrechnung aktiver latenter Steuern mit passiven latenten Steuern erfolgt nur, soweit eine Identität der Steuergläubiger und Fristenkongruenz besteht. Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsrückstellungen beruht auf dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren für Leistungszusagen auf Altersversorgung. Bei diesem Verfahren werden neben am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Erwartungsanpassungen werden unverändert erfolgsneutral nach Berücksichtigung latenter Steuern im Eigenkapital erfasst. Die Steuerrückstellungen enthalten Verpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern. Latente Steuern werden in gesonderten Positionen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit gegenüber Dritten eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis besteht, die wahrscheinlich zu einem künftigen Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. Kurzfristige Rückstellungen werden mit dem Rückzahlungs- und Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen, die nicht schon im Folgejahr zu einem Ressourcenabfluss führen, werden abgezinst. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die erwarteten Kostensteigerungen. Rückstellungen werden nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet. Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden erfolgswirksam mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Ein Bestandteil der Verbindlichkeiten sind finanzielle Schulden. Der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" gehören lang- und kurzfristige Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten an. Darüber hinaus existieren Finanzschulden der Kategorie "Zum Fair Value bewertet". Hier werden ausschließlich Derivate ausgewiesen. Umsätze werden nach dem Gefahrenübergang bzw. der Erbringung der Leistung abzüglich Erlösminderung erfasst. Zinserträge und Zinsaufwendungen werden zeitanteilig abgegrenzt. Die Vereinnahmung von Dividendenerträgen erfolgt mit Ausschüttungsbeschluss. Schätzungen und Beurteilungen durch das Management Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten der Berichtsperiode auswirken. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, der konzerneinheitlichen Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern von Sachanlagen, der Werthaltigkeit von Forderungen, auf die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen sowie die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen. Darüber hinaus werden im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten Annahmen und Schätzungen vorgenommen. Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand beruhen. Insbesondere wurden bezüglich der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden Umstände zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die zukünftigen Wertansätze von den aktuell bilanzierten Beträgen abweichen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses berücksichtigen die zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen die gegenwärtig erkennbaren Risiken. Den Schätzungen und Beurteilungen des Managements lagen insbesondere Annahmen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und zur Entwicklung unserer Abnehmerbranchen zugrunde. Diese Annahmen sind im Prognosebericht erläutert. Erläuterungen zur Bilanz (1) Immaterielle Vermögenswerte
Die bilanzierten Geschäftswerte entfallen auf die Regionen Amerika (T€ 13.560) und Europa (T€ 27.384). Zum Bilanzstichtag werden Impairmenttests durchgeführt. Zu diesem Zweck wird auf Basis der aktuellen Mittelfristplanung unter Berücksichtigung eines gewichteten Kapitalkostensatzes (WACC) von rd. 6% nach Unternehmenssteuern bzw. rd. 9% vor Unternehmenssteuern der Barwert der zukünftigen erzielbaren Zahlungsmittelüberschüsse (Nutzungswert) ermittelt. Für den Detailplanungszeitraum wurde ein Wachstum von 3,0% bis 4,5% angenommen. Für die nachhaltige Periode (ab 2021/22) wird ein Wachstumsabschlag von 1,5% p.a. berücksichtigt. Die Cashflowplanung berücksichtigt die hierzu erforderlichen Investitionen in das Anlage- und Nettoumlaufvermögen. Die Impairmenttests ergeben, dass keine Abwertung der Geschäftswerte vorzunehmen ist. Auch geänderte Planungsprämissen, die realistischerweise in Betracht gezogen werden könnten, hätten nicht zu einer Abschreibung der Geschäftswerte geführt. Die als laufender Aufwand gebuchten Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Berichtsjahr rund 55,0 Mio. € (49,2 Mio. € im Vorjahr). (2) Sachanlagen
Die Grundstücke und Bauten umfassen als Finanzierungsleasing klassifizierte gemietete Vermögenswerte mit einem Buchwert von T€ 2.988 (Vorjahr T€ 3.187). Der dem Vertrag zugrundeliegende Zinssatz beträgt 4,6%. Die zukünftig fälligen Leasingzahlungen mit ihren Barwerten ergeben sich aus folgender Tabelle:
Im Geschäftsjahr 2018/2019 sind öffentliche Investitionszuschüsse i.H.v. T€ 523 (im Vorjahr T€ 667) zugeflossen. Fremdkapitalkosten i.S.v. IAS 23 wurden nicht aktiviert. Im Berichtsjahr bestehen Grundpfandrechte zur Besicherung langfristiger Finanzverbindlichkeiten i.H.v. T€ 4.524 (im Vorjahr T€ 4.472), die überwiegend der Kategorie Grundstücke und Bauten zuzuordnen sind. (3) Finanzanlagen
Am 30. April 2019 wurden bei dem at-Equity bewerteten Beteiligungsunternehmen kumulierte Währungsdifferenzen i.H.v. T€ 545 (Vj. T€ 510) im Eigenkapital verrechnet. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen Das assoziierte Unternehmen Lenze Bachofen AG, Uster/Schweiz ist aus Konzernsicht nicht wesentlich. Die Anteile an den Vermögenswerten, Schulden, Erträgen und Aufwendungen sind wie folgt.
Die Entwicklung des Nettobuchwertes ist aus dem Finanzanlagenspiegel (3) ersichtlich.
Sonstige Beteiligungen Folgende Unternehmen werden als Beteiligungen in den Konzernabschluss der Lenze SE einbezogen.
(4) Andere langfristige Vermögenswerte
(5) Vorräte
Die in der Berichtsperiode erfasste Wertberichtigung belief sich auf -15,6 Mio. € (Vj. +0,7 Mio. €). Zum Bilanzstichtag dienten keine Vorräte der Besicherung von Verbindlichkeiten. (6) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Alle ausgewiesenen Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig. (7) Andere kurzfristige Vermögenswerte
(8) Flüssige Mittel
Die Position flüssige Mittel enthält den Kassenbestand und jederzeit fällige Bankguthaben, die zum Nennwert bilanziert sind. Die flüssigen Mittel bilden zugleich den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7.9. (9) Eigenkapital Die Entwicklung des Eigenkapitals in den vergangenen beiden Geschäftsjahren ist aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung (Anlage I S. 4) ersichtlich. Das Kapitalmanagement der Lenze-Gruppe zielt auf die nachhaltige Sicherstellung der Unternehmensfortführung durch Erhaltung einer starken Eigenkapitalausstattung ab. Dadurch soll der Unternehmenswert dauerhaft gesteigert werden. Bei dem Grundkapital (T€ 32.000) und der Kapitalrücklage (T€ 43.805) handelt es sich um die im Einzelabschluss der Lenze SE ausgewiesenen Beträge. Das Grundkapital der Lenze SE ist ausschließlich aufgeteilt in 6.400.000 auf den Namen lautende Stückaktien. Die Lenze SE hält keine eigenen Aktien. Die Gewinnrücklagen umfassen die kumulierten thesaurierten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften seit Erstkonsolidierung sowie Auswirkungen von Konsolidierungsmaßnahmen. Daneben werden die kumulierten erfolgsneutral entstandenen Währungsumrechnungsdifferenzen, Effekte aus der erfolgsneutralen Verrechnung versicherungsmathematischer Verluste und ggf. die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten nach IFRS 9 als (kumulierte) Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen ausgewiesen. Die Lenze SE weist in ihrem Einzelabschluss zum 30. April 2019 einen Bilanzgewinn von T€ 39.013 aus, der gem. § 58 Abs. 4 AktG für Dividendenausschüttungen an die Aktionärin der Lenze SE zur Verfügung steht. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, eine Dividendenausschüttung in Höhe von T€ 5.888 oder € 0,92 je Aktie zu beschließen. Erst mit Beschluss der Hauptversammlung entsteht der Dividendenanspruch. Im Geschäftsjahr 2018/2019 wurde eine Dividende von € 3,78 je Aktie (T€ 24.192) ausgeschüttet. Fremdanteile bestehen bei der Lenze Polska Sp. z o.o., Katowice/Polen, der Lenze UAB, Kaunas/Litauen, der encoway GmbH, Bremen, der logicline GmbH, Sindelfingen sowie der Lenze Mühendislik A.S., Istanbul/Türkei. Sie sind einzeln und in Summe aus Konzernsicht unwesentlich. (10) Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Pensionsverpflichtungen umfassen in der Lenze-Gruppe leistungsorientierte Verpflichtungen, die sowohl rückstellungs- als auch fondsfinanziert sind. Die Zusagen sehen lebenslang laufende Zahlungen vor. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen mittels versicherungsmathematischer Gutachten unter Berücksichtigung der relevanten Einflussgrößen auf den jeweiligen Stichtag ermittelt. Den Berechnungen liegt grundsätzlich ein Abzinsungssatz von 1,5 % (Vorjahr 2,0 %) sowie ein Gehaltstrend von 2,0 % (Vorjahr 2,0 %) und ein Rententrend in Höhe von je 1,5 % (Vorjahr 1,5 %) sowie im Inland die "Generationen-Richttafeln 2018 G in der Fassung vom Oktober 2018 (Vorjahr 2005 G)" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde. Die Pensionsverpflichtungen entfallen auf deutsche und westeuropäische Gesellschaften. Im Geschäftsjahr hat sich die Rückstellung für Pensionen wie folgt verändert.
Die auf Versorgungszusagen entfallenden Erwartungsanpassungen (T€ 2.731, im Vorjahr T€ -662) betreffen Änderungen demografischer und finanzieller Annahmen (T€ 2.122, im Vorjahr T€ -1.454) sowie erfahrungsbedingte Anpassungen (T€ 609, im Vorjahr T€ 791). Die in den Geschäftsjahren entstandenen Erwartungsanpassungen werden gemäß IAS 19 unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet (netto T€ -2.041, im Vorjahr netto T€ -1.022). Eine Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen zum 30. April 2019 hätten folgende Auswirkungen auf die leistungsorientierte Pensionsverpflichtung (Sensitivitätsanalyse):
Die auf Basis der Barwerte der Verpflichtung gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung beträgt 17 Jahre. Pensionsverpflichtung und Planvermögen sind mit einem einheitlichen Zinssatz zu verzinsen (Net Interest Approach). Das tatsächliche Ergebnis aus Planvermögen betrug T€ 148 (Vorjahr T€ 796). Das Planvermögen ist in folgende Anlagekategorien investiert
Von den ausgewiesenen Pensionsrückstellungen sind T€ 899 (Vorjahr T€ 783) innerhalb eines Jahres fällig.
Zusätzlich zu dem ausgewiesenen Aufwand für leistungsorientierte Versorgungszusagen fiel im Geschäftsjahr 2018/2019 Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne in Höhe von T€ 1.756 (Vorjahr T€ 1.760) an. (11) Andere langfristige Rückstellungen Die anderen langfristigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Personalrückstellungen für Altersteilzeit in Höhe von T€ 4.345 (Vorjahr T€ 2.309). Der Barwert der Rückstellungen ergibt sich unter Zugrundelegung eines durchschnittlichen Zinssatzes von 0,7% (Vorjahr 1,2 %). (12) Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Am Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten in Höhe von T€ 4.524 (Vorjahr T€ 4.472) durch Grundpfandrechte gesichert. Davon entfallen auf langfristige Finanzverbindlichkeiten T€ 4.524 (Vorjahr T€ 4.472). Die Veränderung der langfristigen Verbindlichkeiten erfolgte in Höhe von T€ 13.913 zahlungswirksam, die restliche Veränderung erfolgte aufgrund von zahlungsunwirksamen Wechselkursänderungen. (13) Kurzfristige Rückstellungen
Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen berücksichtigen gemäß IAS 37 rechtliche und faktische Verpflichtungen, wenn der künftige Mittelabfluss zur Begleichung der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist. Die Bewertung erfolgte in Höhe des zur Begleichung dieser ungewissen Verpflichtungen voraussichtlich erforderlichen Betrages.
Die Rückstellungen des Vertriebs- und Produktionsbereichs enthalten insbesondere Rückstellungen für Garantieverpflichtungen und ausstehende Lieferantenrechnungen. Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen im Wesentlichen Verpflichtungen aus ausstehenden Rechnungen, Prozessrisiken und Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Jahresabschlusserstellung und -prüfung. (14) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Am Bilanzstichtag waren wie im Vorjahr keine kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten durch Grundpfandrechte gesichert. Die Veränderung der kurzfristigen Verbindlichkeiten erfolgte in Höhe von T€ 4.078 zahlungswirksam, die restliche Veränderung erfolgte aufgrund von zahlungsunwirksamen Wechselkursänderungen sowie Umgliederungen aus im Vorjahr ausgewiesenen langfristigen Verbindlichkeiten. (15) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (T€ 29.629, Vorjahr T€ 28.821) haben unverändert im Wesentlichen Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. (16) Andere kurzfristige Verbindlichkeiten
(17) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Operating-Leasing- und Mietverträge betreffen überwiegend Gebäude. Die zukünftigen Operating-Leasing-Zahlungen weisen die nachfolgende Struktur auf:
Für die über Operating-Leasingverträge angemieteten Vermögenswerte erfolgten im laufenden Jahr aufwandswirksame Zahlungen (ausschließlich für Mindestleasingzahlungen) in Höhe von T€ 8.611 (Vorjahr T€ 9.049). Die Immobilienleasingverträge beinhalten teilweise Kaufoptionen zum Erwerb der Leasinggegenstände am Ende der Leasingzeit. Die Leasingraten für immaterielle Leasingobjekte unterliegen regelmäßig keiner Preisanpassung. (18) Finanzinstrumente Die Zuordnung der Vermögenswerte und Schulden zu den einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten ergibt das folgende Bild:
Unter Verwendung der Kategorien des IAS 39 hätte sich die Zuordnung wie folgt dargestellt:
Die erstmalige Anwendung des IFRS 9 führte zu einer höheren Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Aufwandsauswirkung beträgt volumenbereinigt etwa 1,5 Mio. €. Weitere Bewertungsänderungen aufgrund der Erstanwendung von IFRS 9 haben sich nicht ergeben. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen. Finanzinstrumente der Kategorie "Zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte" werden mit den beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Im Übrigen erfolgte der Ansatz zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Zeitwerten, da der (höhere) Fair Value mangels aktiver Märkte nicht mit vertretbarem Aufwand zuverlässig zu ermitteln ist. Die Folgebewertung der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" basiert auf dem Betrag, mit dem der finanzielle Vermögenswert bei der erstmaligen Erfassung bewertet wurde. Dieser wird korrigiert um Tilgungen, Risikovorsorgen und Abschreibungen für Wertminderungen und Uneinbringlichkeiten. Die Finanzschulden werden ganz überwiegend zu fortgeführten Anschaffungskosten gegebenfalls unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Bei derivativen Finanzinstrumenten ermittelt sich der Wertansatz nach dem Marktwert. Kreditrisiko Das Kredit- und Ausfallrisiko besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal in Höhe der Ansprüche aus bilanzierten Buchwerten. Bestehende Kreditrisiken sind für originäre Finanzinstrumente durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Darüber hinaus bestehen für die Lenze-Gruppe aufgrund der breit angelegten Geschäftsstruktur weder hinsichtlich der Kunden noch hinsichtlich einzelner Länder besonders hohe Kreditrisiken. Die Analyse der Forderungen und Darlehen (ohne Finanzmittel) führte im Vorjahr zu folgender zeitlicher Struktur:
Aufgrund der geänderten Ermittlung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Berichtsjahr alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Bestandteil einer Wertberichtigungskategorie und somit wertgemindert. Daher sind von den "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten" im Vergleich zum Vorjahr nur die Ausleihungen und sonstigen Forderungen und Vermögenswerte nicht wertgemindert. Bilanziell wurden Wertberichtigungen von 5,5 Mio. € (Vorjahr 4,1 Mio. €) erfasst. Der Wertminderungsaufwand für Forderungen beträgt im Berichtsjahr 2,7 Mio. € (Vorjahr 0,7 Mio. €) und betrifft ausschließlich Verträge mit Kunden. Die erwarteten Kreditausfälle ergeben sich nach folgendem Schema: Zukünftige Ausfallrisiken werden bei den Forderungen mit einem Risikoabschlag von 1% antizipiert. Forderungen, die länger als 30 Tage und bis zu 60 Tagen überfällig sind, werden mit 10%, Forderungen von mehr als 60 bis zu 90 Tage werden mit 25% und Forderungen von mehr als 90 bis 120 Tage werden mit 50% wertberichtigt. Für Forderungen, die länger als 120 bis 180 Tage überfällig sind, wird eine Wertberichtigung in Höhe von 75% erfasst. Darüber hinaus werden alle Forderungen zu 100% wertberichtigt. Keine Wertberichtigung über den üblichen antizipierten Risikoabschlag hinaus wird für Kunden mit Vorkasse bzw. für Kunden, deren Forderungen bspw. durch Bürgschaften abgesichert sind, vorgenommen. Insolvenzen werden zu 100% wertberichtigt. Forderungen, die durch eine Warenkreditversicherung abgesichert sind, werden bei einer Überfälligkeit >60 Tage in Höhe ihrer Selbstbeteiligung im Rahmen der Einzelwertberichtigung berücksichtigt. Zinsrisiko Die Lenze-Gruppe unterliegt keinen wesentlichen Zinsrisiken. Die Gesamtzinserträge der nicht zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte betragen im Berichtsjahr T€ 161 (Vorjahr T€ 129); die Gesamtzinsaufwendungen belaufen sich im Berichtsjahr auf T€ 2.173 (Vorjahr T€ 1.867). Liquiditätsrisiko Die Liquiditätsstruktur der finanziellen Verbindlichkeiten ergibt das folgende Bild:
Währungsrisiko Nach IFRS 7 ist für jedes Berichtsjahr mittels einer Sensitivitätsanalyse zu ermitteln, welchen Einfluss Marktpreisveränderungen auf das Konzernergebnis vor Steuern (Effekt aus Forderungen und Schulden) und das Konzerneigenkapital (Effekt aus Währungsumrechnungsdifferenzen) haben könnten. Es handelt sich um eine Risikoanalyse unter Verwendung hypothetischer Preisveränderungen. Als wesentliche Einflussgrößen wurden die Devisenkurse EUR/USD, EUR/GBP, EUR/CHF und EUR/CNY identifiziert. Die angenommenen Veränderungen ergeben sich aus der mittelfristigen Volatilität der vier Währungspaare.
Sonstige Angaben zu Finanzinstrumenten Die Nettoergebnisse der Finanzinstrumente nach Kategorien stellen sich folgendermaßen dar:
Das Nettoergebnis der einzelnen Kategorien ermittelt sich aus den jeweils zuordenbaren Aufwendungen und Erträgen. Das Nettoergebnis der Kategorie "Zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente" umfasst das Bewertungsergebnis der im Lenze Konzern gehaltenen Derivate und den Beteiligungen zurechenbare Erträge. Das Ergebnis der "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente" zeigt die Auswirkung der Forderungsbewertung durch Wertberichtigung und Kursveränderung, der Zinsbelastung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und dem Zinsertrag der verfügbaren Finanzmittel. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (19) Umsatzerlöse
Umsatzerlöse in übrigen Regionen (Afrika und Ozeanien) beliefen sich auf < 1%. Die Umsätze entfallen überwiegend auf den Verkauf von Gütern. Die Umsatzerlöse wurden hinsichtlich der Einführung des IFRS 15 eingehend untersucht. Die Analyse fokussierte sich auf die Gestaltung der Kundenverträge insbesondere im Hinblick auf die Identifizierung der vertraglichen Leistungsverpflichtungen. Im GJ 2018/2019 sind keine wesentlichen Vertragsgestaltungen vorhanden, die eine Aufteilung der Umsatzerlöse aufgrund unterscheidbarer Leistungsverpflichtungen gemäß des Fünf-Stufen-Modells des IFRS 15 erfordern. (20) Personalaufwand und Mitarbeiter
Der Anteil von Auszubildenden, Praktikanten und dualen Studenten an der Gesamtbelegschaft zum Ende des Berichtsjahres 2018/2019 umfasst im Inland 167 und im Ausland 32 (Vorjahr: Inland 151 und Ausland 25). (21) Sonstige betriebliche Aufwendungen In dieser Position sind u. a. Ausgangsfrachten, Gebäude- und Instandhaltungskosten, Werbe- und Repräsentationsaufwand, Beratungskosten, sonstige Steuern, Währungsverluste und Rückstellungszuführungen (soweit nicht einer anderen Primäraufwandsart zugeordnet) enthalten. (22) Sonstige betriebliche Erträge Diese Position enthält Provisionserträge, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Erlöse aus Nebengeschäften, Versicherungserstattungen, Erträge aus Währungsumrechnung sowie Gewinne aus Anlagenverkäufen. (23) Beteiligungsergebnis
(24) Finanzergebnis
Zahlungen aus Zinsen entsprechen im Wesentlichen den Aufwendungen. (25) Ertragsteuern Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen:
Der Ertragsteueraufwand beinhaltet den inländischen Körperschaftsteueraufwand, die inländische Gewerbeertragsteuer und ausländische Körperschaftsteuer oder vergleichbare Steuern. Im Berichtsjahr ist ein periodenfremder laufender Steueraufwand von T€ 436 zu verzeichnen (Vorjahr Steuerertrag: T€ 1.332). Die Aktivierung steuerlicher Verlustvorträge aus Vorjahren führte im Geschäftsjahr 2018/2019 zu keiner Minderung laufender Steuern (Vj. 0,8 Mio. €). Die sonstigen Steuern sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Die Ertragsteuerzahlungen betrugen T€ 16.311 (Vorjahr T€ 19.355). Die latenten Steuern betreffen temporäre Unterschiede zwischen der steuerlichen Bewertung in den Einzelabschlüssen der einbezogenen Tochterunternehmen und den einheitlichen IFRS-Bewertungsgrundsätzen der Lenze-Gruppe, unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Realisierung. Hierbei wurden die am Stichtag geltenden bzw. beschlossenen Steuersätze herangezogen ("Liability-Methode"). Außerdem führten zukünftige Steuerersparnisse aufgrund realisierbarer Verlustvorträge zur Bildung von aktiven latenten Steuern. Die bilanzierten latenten Steuern resultieren aus temporären Differenzen bei folgenden Bilanzposten:
Latente Steuern auf temporäre Differenzen i.H.v. 13,2 Mio. € (Vj. 7,9 Mio. €) wurden aktiviert, ohne dass diesen passive latente Steuern in entsprechender Höhe gegenüberstehen. Die betroffenen Gesellschaften erwarten in Zukunft positive steuerliche Einkünfte. Thesaurierte Gewinne von Tochterunternehmen i.H.v. 113 Mio. € (Vorjahr 128 Mio. €) sollen zukünftig reinvestiert werden. Daher erfolgt auf die hieraus resultierenden temporären Differenzen keine Bildung von passiven latenten Steuern. Die Überleitung von den aktiven und passiven latenten Steuern in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:
Die erfolgsneutral gebildeten latenten Steuern resultieren aus den Anpassungen aus Pensionsverpflichtungen sowie aus Währungsdifferenzen auf die latenten Steuern selbst. Am 30.04.2019 wurden kumuliert T€ 2.292 aktive und T€ 0 passive latente Steuern erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet (Vorjahr T€ 1.689 aktive latente Steuern und T€ 0 passive latente Steuern). Diese betreffen im Berichtsjahr und im Vorjahr ausschließlich die erfolgsneutral nach IAS 19 verrechneten Erwartungsanpassungen. Am Bilanzstichtag existieren Verlustvorträge in Höhe von 42,2 Mio. € (Vorjahr 40,8 Mio. €). Diese sind zeitlich (zu unterschiedlichen Steuersätzen von 9 bis 30 %) innerhalb von maximal 7 Jahren nutzbar. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden nur gebildet, wenn mit verrechenbaren zukünftigen Gewinnen gerechnet werden kann. Eine Aktivierung von latenten Steuern auf Verlustvorträge bei Konzerngesellschaften, die im Vorjahr negative Ergebnisse ausgewiesen haben, erfolgt im Berichtsjahr nicht (Vorjahr 2,8 Mio. €). Für Steuerersparnisse auf Verlustvorträge in Höhe von 17,4 Mio. € wurde auf einen Ansatz verzichtet (Vorjahr 9,1 Mio. €). Folglich sind zum 30.04.2019 auf der Basis von Verlustvorträgen in Höhe von 24,8 Mio. € latente Steuerforderungen aktiviert. Die aktiven latenten Steuern betragen T€ 2.231 (Vorjahr T€ 2.890) Der tatsächliche Steueraufwand / Steuerertrag (-) weicht von dem erwarteten Steueraufwand / Steuerertrag (-) ab, der sich bei Anwendung des Steuersatzes der Lenze SE von effektiv rund 30 % (Vorjahr 30 %) ergibt:
(26) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen ("related parties") Als nahestehende Personen Im Sinne von IAS 24 gelten natürliche Personen und Unternehmen, die von der Lenze SE beeinflusst werden können, die einen Einfluss auf die Lenze SE ausüben können oder die unter dem Einfluss einer anderen nahestehenden Person der Lenze SE stehen. Es handelt sich um die Aktionärin, die Safe Future GmbH. Die sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen setzen sich aus der BHN Dienstleistungs GmbH & Co KG, Aerzen und deren Gesellschafter sowie den Gesellschaften BHN Verwaltungs-GmbH, Aerzen, Digitec Vertriebs GmbH, Landau, und Inosoft GmbH, Hiddenhausen zusammen. Darüber hinaus wird das assoziierte Unternehmen Lenze Bachofen AG, Uster/Schweiz als nahestehendes Unternehmen betrachtet.
(27) Honorar des Abschlussprüfers Die als Aufwand erfassten Abschlussprüferhonorare des Konzernabschlussprüfers in Deutschland betrugen 0,3 Mio. €, davon 0,2 Mio. € für Abschlussprüfungen und 0,1 Mio. € für Steuerberatungsleistungen. (28) Angaben zum Vorstand und zum Aufsichtsrat Mitglieder des Vorstandes: Christian Wendler, Hameln (Vorsitzender) Jochen Heier, Hannover Frank Andreas Maier, Bad Pyrmont Dr. Achim Degner, Überlingen (ab 01.11.2018) Dr. Yorck Schmidt, Hannover (bis 31.12.2018) Mitglieder des Aufsichtsrates Anteilseignervertreter: Dr. Michael Paul, Passau, Unternehmensberater (Vorsitzender) Max Finger, Berlin, Unternehmer (stellvertretender Vorsitzender) Nikolaus Belling, Hamburg, Finanzportfolioverwalter Ingo Kramer, Bremerhaven, Unternehmer Arbeitnehmervertreter: Dirk Brockmann, Hameln, Mess- und Regeltechniker Heinz Graf, Extertal, Werkzeugmacher Gegenüber Mitgliedern des Vorstandes, ehemaligen Mitgliedern des Vorstandes sowie des Aufsichtsrates bestanden am Bilanzstichtag Pensionsverpflichtungen und / oder Gehaltsverbindlichkeiten. (29) Befreiungswahlrechte nach §§ 264 Abs. 3 bzw. 264b HGB Von den Befreiungsvorschriften gemäß § 264 Abs. 3 und § 264b HGB werden die nachfolgend aufgeführten inländischen voll konsolidierten Tochtergesellschaften Gebrauch machen, d.h. sie werden auf die Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse zum 30. April 2019 verzichten. Das betrifft auch die Erstellung des HGB-Anhangs und des Lageberichtes: Lenze Operations GmbH, Aerzen Lenze Drives GmbH, Extertal Lenze Automation GmbH, Aerzen Lenze Vertrieb GmbH, Aerzen Lenze Sales Europe GmbH, Aerzen Lenze Service GmbH, Aerzen Lenze Engineering GmbH & Co. KG, Aerzen (30) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die Lenze SE hat am 14. Mai 2019 15 % Anteile für einen Kaufpreis von T€ 1.050 an der Firma TEX Computer S.r.l., Italien erworben.
Aerzen, den 1. Juli 2019 Der Vorstand Christian Wendler Frank Maier Dr. Achim Degner Jochen Heier Struktur der Lenze-Gruppe zum 30. April 2019
Lagebericht1. Grundlagen des Konzerns 1.1. Geschäftsmodell Lenze ist ein führendes Antriebs- und Automatisierungsunternehmen für den Maschinenbau. Mit unserer Lösungskompetenz aus über 70 Jahren sind wir weltweit ein starker Partner an der Seite unserer Kunden und zugleich eines der erfahrensten und innovativsten Unternehmen der Branche. Wir fokussieren uns auf die Vermarktung, Produktion und Entwicklung von Antriebs- und Automatisierungstechnik für die Fabrikautomation. Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie werden wir in den nächsten Jahren in Industrie 4.0 verstärkt investieren - mit dem Ziel, Umsatz und Profitabilität weiter zu steigern. Im internationalen Wettbewerb zeichnet sich Lenze durch drei wesentliche Differenzierungsmerkmale aus: - Technologie- und Innovationsstärke - Anwendungs- und Markt-Kompetenz - Kundennähe und Life-Cycle-Management Der Heimatmarkt der Lenze-Gruppe ist traditionell Europa. Hier werden gut drei Viertel des Konzernumsatzes erwirtschaftet. Nordamerika und Asien sind wichtige Wachstumsregionen. Die mit unserer Antriebs- und Automatisierungstechnik ausgestatteten Maschinen und Anlagen kommen weltweit zum Einsatz. Qualifizierte Vertriebs- und Servicestützpunkte in über 60 Ländern sichern die weltweite Vor-Ort-Betreuung unserer Kunden. Erfahrene Serviceingenieure in der Aftersales-Betreuung gewährleisten eine schnelle Ersatzteilversorgung, qualifizierten Remote-Support sowie effektive Servicekoordination. 1.2. Strategie und Ziele Unser oberstes Ziel ist es, mit einer auf den langfristigen Unternehmenserfolg zielenden strategischen Grundausrichtung profitabel zu wachsen. Damit erhalten wir auch in Zukunft die Unabhängigkeit des Familienunternehmens Lenze. Treiber sind die partnerschaftlichen Beziehungen zu unseren Kunden auf der ganzen Welt sowie unsere Innovationskraft. Wir profitieren insbesondere davon, dass Maschinen- und Anlagenbetreiber durch den steigenden Automatisierungsgrad von Maschinen kompetente Partner mit einem umfassenden und ganzheitlichen Produkt- und Dienstleistungsportfolio suchen. Für die künftigen Anforderungen unserer Kunden sind wir gut aufgestellt. Unsere stabilitätsorientierte Finanz- und Bilanzpolitik sichert die Zukunftsfähigkeit der Lenze-Gruppe. So streben wir eine starke Eigenfinanzierungskraft mittels freier Cashflows und eine hohe Eigenkapitalausstattung im Konzern an, die uns auch im Hinblick auf konjunkturelle Einbrüche weiterhin unternehmerischen Handlungsspielraum gibt. Unsere Strategie 2020+ ist produktseitig anhand der drei Säulen Mechatronics, Systems und Digital ausgerichtet. Mit der Fokussierung auf diese strategischen Säulen setzen wir den bereits vor Jahren eingeschlagenen Weg zu einer klaren Segment-Orientierung des Unternehmens fort. Globale Trends, wie beispielsweise die Digitalisierung und die effizientere Nutzung von Energie sind in unseren strategischen Planungen beinhaltet. Marktseitig konzentrieren wir uns auf die Kundensegmente Automotive, Consumer Goods, Converting & Printing, Intralogistics und Textile. Diese Fokusindustrien wurden nach klaren strategischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgewählt. Einerseits sind es besonders wachstumsstarke Bereiche, andererseits können wir dort unsere langjährige Expertise im Bereich effizienter und automatisierter Produktionsprozesse ideal einbringen. Für die Umsetzung der Strategie Lenze 2020+ und der damit verbundenen weltweiten Wachstumsziele haben wir Kerninitiativen in vier zentralen Bereichen definiert: Vermarktung, Portfolio & Innovation, Wertschöpfung und Organisation. Diese Initiativen werden auf Basis detailliert vorgegebener Roadmaps systematisch bearbeitet, überwacht und gesteuert. Die fortschreitende Digitalisierung ist eine große Chance für unser Unternehmen und in unserer Strategie fest verankert. Die Digitalisierung hat erheblichen Einfluss auf alle Facetten unseres Geschäfts und ist ein wesentlicher externer Einflussfaktor auf den Markt für Fabrikautomation. Die Zukunft der Produktion gehört der Smart Factory und der intelligenten Vernetzung von Mensch, Maschine und industriellen Prozessen durch modernste Informations- und Kommunikationstechnologien. Den damit verbundenen digitalen Wandel auf allen Ebenen wertschöpfend zu nutzen und zu begleiten ist eines unserer Hauptziele. In der Business Unit Lenze Digital sind unsere Kompetenzen in den Bereichen Software-Entwicklung und Big Data-Management sowie Prozessberatung gebündelt. Digitalisierung adressiert auf horizontaler Ebene alle Säulen unseres Geschäfts und ist zudem ein eigenes Geschäftsmodell von Lenze. Wir sehen unsere langjährige Erfahrung im Bereich der Softwareentwicklung in Kombination mit dem Wissen über die spezifischen Anforderungen von Kunden und Märkten als klares Differenzierungskriterium zum Wettbewerb. 1.3. Rechtliche und organisatorische Struktur 1947 als Stahlkontor Weser GmbH von Hans Lenze in Hameln gegründet, ist die Lenze-Gruppe heute mit eigenen Vertriebsgesellschaften, Entwicklungsstandorten und Produktionswerken sowie einem Netz von Servicepartnern in über 60 Ländern vertreten. Zur Unternehmensgruppe gehören 46 Gesellschaften, die über eine Holding, die Lenze SE mit Hauptsitz im niedersächsischen Aerzen bei Hameln, gesteuert werden. Die Lenze SE ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft europäischen Rechts in Familienbesitz. Sie wird von einem Vorstand geführt, der aus vier Mitgliedern besteht. Ein mit sechs Mitgliedern besetzter Aufsichtsrat bildet das Kontrollgremium. Zum Konsolidierungskreis des Lenze-Konzerns gehören die Obergesellschaft Lenze SE sowie sämtliche wesentliche Konzerngesellschaften, bei denen die Lenze SE über bestimmenden Geschäftseinfluss verfügt. Der Aufbau der Konzernorganisation deckt die breit diversifizierte Struktur der Kunden und Märkte ideal ab. Um auch räumlich nah bei unseren Kunden zu sein, sind unsere Kompetenz- und Produktionszentren in allen für den Maschinenbau wesentlichen Weltregionen angesiedelt. 1.4. Unternehmenssteuerung Ziel des Lenze-Managements ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Die Geschäftsleitungen der einzelnen Konzerngesellschaften tragen die direkte Verantwortung für ein profitables Unternehmenswachstum. Die Lenze SE ist vor allem für die strategische Ausrichtung und Entwicklung des Konzerns, die Unternehmensfinanzierung, das Risikomanagement und die grundsätzlichen Entscheidungen über die Markenentwicklung verantwortlich. Die Unternehmenssteuerung orientiert sich insbesondere an der Entwicklung der Umsatzerlöse und der operativen Ertragskraft (EBIT), aber auch am ROCE (Return on Capital Employed, definiert als Quotient aus dem EBIT und dem im Unternehmen beanspruchten betriebsnotwendigen Kapital). Maßgebliche Steuerungsinstrumente sind die Mittelfristplanung mit einem Planungszeitraum von drei Jahren sowie die operative Planung des nachfolgenden Geschäftsjahres. Dabei werden die wichtigsten Planungsprämissen und Kennzahlen nach zentraler Vorgabe durch die operativen Einheiten geplant. Die monatliche Berichterstattung unterstützt das Management in der Entwicklung von Maßnahmen zur weiteren Geschäftsentwicklung. Abweichungen zum geplanten Geschäftsverlauf werden regelmäßig analysiert, bewertet und durch das Management in Gegensteuerungsmaßnahmen übersetzt. Die Geschäftsentwicklung der operativen Einheiten wird kontinuierlich verfolgt und regelmäßig in Business Reviews überprüft. 1.5. Forschung und Entwicklung Digitalisierung und IIoT entwickeln sich zu einem der Haupttreiber für Modernisierungs- und Investitionsentscheidungen in der industriellen Fertigung. Das Zusammenwachsen von IT und OT (Operational Technology) ermöglicht neue, digitale Services, die eine sprunghafte Erhöhung der Produktivität bewirken und zusätzlichen Nutzen für Maschinenbauer und Anlagenbetreiber bringen können. Um diesen Trend aktiv mitzugestalten, haben wir signifikant in Forschung und Entwicklung investiert und im Berichtsjahr eine spezifische Business Unit, die Lenze Digital, gegründet. Ihr Auftrag ist die Entwicklung neuer "Digital Services" wie auch digitaler Lösungen für unsere Produkte und Systeme. In unserem im Mai 2018 eröffneten DOCK ONE in Bremen entstehen Digitalisierungsideen für Industrie 4.0-Projekte sowie digitale Geschäftsmodelle und Produkte. Lenze nutzt das Innovationslab für die eigene Entwicklungsarbeit, aber auch für gemeinsame Projekte mit Kunden, Partnern und Forschungseinrichtungen. Ein Beispiel hierfür ist X4remote, das wir auf der Hannover Messe 2019 erstmals präsentiert haben. Es eröffnet einen ersten Lösungsraum für Remote Dienstleistungen, mit dem wir Maschinenbauern eine einfache, sichere und zuverlässige Möglichkeit bieten, jederzeit und überall Verbindungen zu ihren Maschinen herzustellen. Zum Angebot gehören unsere neuen IoT Gateways x510 und x520, die die Maschine an die Cloud anbinden. Alle Neuentwicklungen sowie die Optimierung unserer Produkte, Systeme und Softwarelösungen richten wir auf eine hohe Innovationskraft und Zuverlässigkeit, einfache Handhabbarkeit sowie Zukunftssicherheit aus. Ziel ist es, unseren Kunden einen durchgängig nutzbaren Baukasten aufeinander abgestimmter Systemkomponenten und Software anzubieten. Mit den neuen Controllern der c500-Reihe haben wir eine neue Generation von Steuerungen auf den Markt gebracht, die deutlich höhere Speicher- und Rechenkapazitäten als die Vorgängergenerationen bietet. Die Steuerungen können nicht nur klassische PLC-Aufgaben übernehmen, sondern stellen genügend Reserven für aufwendige Applikationen bereit, wie beispielsweise die Auswertung von Kamerabildern oder die Verwaltung von Datenbanken. Das Ziel von Industrie 4.0 ist es, mit innovativen technischen Konzepten eine flexiblere und produktivere Produktion zu ermöglichen. Mittels unserer Software- und Engineering-Tools wird es künftig möglich sein, den kompletten Engineering-Prozess vom Systemdesign bis zur Integration in einer virtuellen, intuitiven Welt - einem "digitalen Zwilling"- durchzuführen. Der Übergang in die reale Welt findet so spät und effizient wie möglich statt. Unsere "Intuitive Automatisierung"-Tablet-App ist ein Beispiel für eine solche Lösung. Über die App werden grundsätzliche Parameter, gewünschte Anwendungen und Komponenten abgefragt und für den digitalen Zwilling bereitgestellt. Daraus entsteht dann eine virtuelle Maschine, für die automatisiert ein Maschinencode erzeugt, eine Cloud-Anbindung eingerichtet und eine 3D-Simulation per HoloLens generiert werden kann. Auch unser Plug & Produce Konzept setzt auf dem digitalen Zwilling auf. Es handelt sich um eine Lösung für wandelbare Produktionslinien, in der sich Maschinenmodule automatisiert unterhalten, im Produktionsprozess abstimmen und interagieren. Maschinen und Anlagen werden so hochflexibel bei minimalem Integrationsaufwand, da die Produktionslinie nicht mehr programmiert sondern nur konfiguriert werden muss. Grundlage ist ein offenes, flexibles und herstellerübergreifendes Kommunikations- und Integrationskonzept, basierend auf dem Kommunikationsstandard OPC UA. Als eines der ersten Unternehmen setzen wir dabei die Verwaltungsschale ("Administration Shell") der Referenzarchitektur RAMI 4.0 um, angereichert um das "Skill"-Prinzip (also den Fähigkeiten einer Maschine) des Standards PackML. Im Berichtsjahr hat sich Lenze zudem in Projekten mit ausgewählten Hochschulen und Forschungseinrichtungen engagiert. Als wichtigste sind hierbei zu nennen: - Im Technologie-Netzwerk It's owl (Intelligente Technische Systeme OstwestfalenLippe) engagiert sich Lenze als Kernunternehmen in vier laufenden Forschungsprojekten im Kontext des digitalen Zwillings, der interoperablen digitalen Infrastruktur, der maschinellen Lernverfahren sowie von Arbeiten 4.0. - DC-Industrie, ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Verbundprojekt mit dem Ziel, die Stromversorgung industrieller Anlagen über ein smartes, offenes DC-Netz neu zu gestalten und die industrielle Energieversorgungsarchitektur zu digitalisieren. Neben Lenze arbeiten weitere 20 Unternehmen aus der Industrie, vier Forschungsinstitute sowie der ZVEI an diesem Energiesystem der Zukunft. 1.6. Wertschöpfung In unserem Produktions- und Logistikverbund stellen wir Lenze-Produkte in der spezifizierten Qualität, zu wettbewerbsfähigen Kosten und in der vom Markt geforderten Varianz, Zeit und Zuverlässigkeit her und liefern diese an unsere Kunden aus. Dies gewährleisten wir mit insgesamt zehn Produktions- und Logistikstätten weltweit. Als global agierendes Technologieunternehmen ist Lenze dabei in allen Stufen der Wertschöpfungskette international aufgestellt. Dabei streben wir konsequent nach operativer Exzellenz. 2. Nachhaltigkeit 2.1. Unternehmerische Verantwortung Nachhaltigkeit und Effizienz sind für Lenze als Familienunternehmen eine Selbstverständlichkeit und als integraler Bestandteil in unserer Unternehmensphilosophie und -kultur verankert. Unser Nachhaltigkeitsverständnis umfasst dabei insgesamt fünf Themengebiete: - Corporate Governance & Compliance - Ökonomische Verantwortung - Verantwortung für Menschen - Klima- und Umweltschutzverantwortung - Gesellschaftliches Engagement 2.1.1. Corporate Governance & Compliance Wir übernehmen unternehmerische Verantwortung und verpflichten uns dazu, für zukünftige Generationen nachhaltig und verantwortungsvoll zu agieren. Feste Bestandteile unserer Unternehmensführung sind Integrität, Sicherstellung einer guten Corporate Governance, Umsetzung von Compliance sowie das ethische Verhalten jeder Führungskraft und jedes Mitarbeiters. Die Compliance-Anforderungen werden kontinuierlich überwacht und verbessert. Sie gelten für alle Führungskräfte und Mitarbeiter. Für nachhaltiges Management sind in der Lenze-Gruppe der Vorstand, der Compliance-Beauftragte sowie in den einzelnen Funktionsbereichen die jeweiligen Führungskräfte verantwortlich. 2.1.2. Ökonomische Verantwortung Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ist eine gesunde wirtschaftliche Basis und damit verbunden eine langfristig positive Geschäftsentwicklung. Nachhaltigkeit stützt sich bei Lenze daher primär auf ökonomische Verantwortung im Sinne der Sicherstellung einer hohen Leistungsfähigkeit, die auf erfolgreichen Kundenbeziehungen basiert. Erst der dadurch erreichte wirtschaftliche Erfolg erlaubt es uns, messbare Werte für unser Unternehmen und unsere Stakeholder zu schaffen. 2.1.3. Verantwortung für Menschen Kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Realisierung der wachstumsorientierten Unternehmensstrategie der Lenze-Gruppe. Zentrale Aufgabe unserer Führungskräfte und unseres Personalmanagements ist es daher, in einem Umfeld mit zunehmend hohem Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte, gruppenweit geeignete Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen, systematisch weiterzuentwickeln und langfristig an die Lenze-Gruppe zu binden. Trotz des zunehmenden Wettbewerbs um Fachkräfte konnten wir den geplanten Mitarbeiteraufbau realisieren und die Zahl der in der gesamten Gruppe beschäftigten Mitarbeiter um 230 Personen von 3.739 (Stichtag: 30. April 2018) auf 3.969 zum Ende des Berichtsjahres erhöhen. Insbesondere im Vertrieb und für den Ausbau des Automatisierungs- und Digitalisierungsgeschäfts konnten Mitarbeiter gewonnen werden. Mitarbeiter
Im Durchschnitt waren im Berichtsjahr 3.905 Mitarbeiter beschäftigt (2017/2018: 3.613). Der Anteil der im Ausland beschäftigten Mitarbeiter an der Gesamtbelegschaft betrug nahezu unverändert 49 %. Mitarbeitergewinnung und Arbeitgeberauszeichnungen Zur Mitarbeitergewinnung und langfristigen Bindung der für unseren Erfolg maßgeblichen Fachkräfte positionieren wir uns international als attraktiver Arbeitgeber. Entsprechend aktiv präsentieren wir uns als Arbeitgeber in den Sozialen Medien und sind weltweit auf zahlreichen Veranstaltungen und Jobbörsen präsent. Zum wiederholten Mal erhielt unser Unternehmen auch im Jahr 2019 Auszeichnungen vom unabhängigen Top Employers Institute. Aus- und Weiterbildung Neben zahlreichen Aktivitäten mit Hochschulen legen wir auch ein großes Augenmerk auf die innerbetriebliche Ausbildung junger Menschen, um den eigenen Bedarf an Nachwuchskräften zu decken. Weiterhin legen wir großen Wert auf die Weiterbildung unserer Mitarbeiter und Führungskräfte. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Lenze ist ein Technologieunternehmen mit industrieller Fertigung. Wir gewährleisten ein hohes Arbeitsschutzniveau und schulen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig an allen Standorten. Begleitend fördern wir die Gesundheit der Mitarbeiter durch verschiedene Angebote im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Faire, leistungsgerechte Vergütung Wir bieten unseren Mitarbeitern eine faire, leistungsgerechte und wettbewerbsfähige Vergütung. Dort, wo tarifliche Regelungen bestehen, vergüten wir unsere Mitarbeiter auf dieser Basis. Familienfreundlichkeit Zu den wesentlichen Ansätzen unserer familienorientierten Firmenkultur zählt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu bieten wir verschiedene Maßnahmen und Konzepte an. 2.1.4. Klima- und Umweltschutzverantwortung Umweltschutz und der schonende Umgang mit Ressourcen in allen Stufen der Wertschöpfungskette sind integraler Bestandteil der Lenze-Gruppe. Umweltschutz ist als Managementprinzip etabliert und in die Geschäftsprozesse integriert. Das Lenze-Umweltmanagementsystem verbindet nach dem Nachhaltigkeitsansatz ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte. Wir sind sparsam mit Energie, Roh- und Betriebsstoffen in der Produktion und stellen energieeffiziente Produkte her. Die Einhaltung der nationalen und internationalen Umweltgesetze ist für Lenze obligatorisch. 2.1.5. Gesellschaftliches Engagement Als erfolgreiches Familienunternehmen und wichtiger Arbeitgeber kommt Lenze eine besondere gesellschaftliche Verantwortung zu. Über unsere Unternehmensabgaben und -steuern leisten wir einen direkten monetären Wertbeitrag an die Gesellschaft. Unsere gesellschaftlichen Aktivitäten sind dezentral organisiert und werden durch zahlreiche Einzelmaßnahmen im Umfeld unserer Standorte umgesetzt. Allen Gesellschaften gemein ist die Ausrichtung und das Engagement vor Ort: Wir unterstützen vor allem regionale und lokale Projekte und Initiativen in den Themenfeldern Bildung, Sport, Gesundheit, Integration und Soziales. 2.2. Gesetz der gleichberechtigten Teilhabe Lenze SE: Frauenanteil in Aufsichtsrat und Vorstand, Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands Der Aufsichtsrat von Gesellschaften, die der Mitbestimmung unterliegen, legt gemäß des "Gesetz[es] für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" Zielgrößen und Fristen für die Erreichung eines Frauenanteils im Aufsichtsrat und Vorstand fest (§ 111 Abs. 5 AktG). Der Vorstand von Gesellschaften, die der Mitbestimmung unterliegen, beschließt den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands (§ 76 Abs. 4 AktG). Die gegenwärtige und traditionell gepflegte Besetzung der Organe und Führungspositionen beruht auf einer strikten Orientierung an Kenntnissen, Fähigkeiten und fachlicher Eignung und ist grundsätzlich geschlechtsunabhängig. Aufsichtsrat und Vorstand betrachten dieses Vorgehen unverändert als zwingend notwendig. Eine Verpflichtung auf die Berücksichtigung weiterer Kriterien würde zu einer unverhältnismäßigen Einschränkung bei der Auswahl von Kandidaten führen. Daher wird bis zum 30. Juni 2020 weiterhin eine Zielgröße von 0 % für den Aufsichtsrat, den Vorstand und die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festgelegt. Lenze Operations GmbH: Frauenanteil in Aufsichtsrat und Geschäftsführung, Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung Die Gesellschafterversammlung von Unternehmen, die der Mitbestimmung unterliegen, legt die Zielgrößen und Fristen für die Erreichung eines Frauenanteils im Aufsichtsrat und unter den Geschäftsführern fest (§ 52 Abs. 2 GmbHG). Die Geschäftsführer von Gesellschaften, die der Mitbestimmung unterliegen, legen den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung fest (§ 36 GmbHG). Gesellschafterversammlung und Geschäftsführung der Lenze Operations GmbH haben beschlossen, sich den vorstehend beschriebenen Einschätzungen und Regularien der Lenze SE anzuschließen. Daher wird bis zum 30. Juni 2020 weiterhin eine Zielgröße von 0 % für den Aufsichtsrat, die Geschäftsführung und die beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung festgelegt. 3. Wirtschaftsbericht 3.1. Weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen Nach dem guten Jahresstart hat das weltwirtschaftliche Wachstum in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 durch lokale Krisen und die Verschlechterung der handelspolitischen Rahmenbedingungen an Tempo verloren. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug das globale Wachstum preisbereinigt 3,6 Prozent, nach 3,8 Prozent im Jahr 2017. Noch im April 2018 hatte der IWF eine globale Wachstumsrate von 3,9 Prozent prognostiziert. Schwächer als ursprünglich eingeschätzt haben sich vor allem einige Volkswirtschaften in Europa und Asien entwickelt. Der Welthandel und die industrielle Produktion entwickelten sich 2018 weiter positiv. Während der Welthandel um 3,8 Prozent zulegte (2017: 5,4 Prozent), wurde die Industrieproduktion um 3,1 Prozent gesteigert (Vorjahr: 3,4 Prozent). Quelle: BIP-Zahlen: IMF World Economic Outlook April 2019 BDI Industriebericht Industrieproduktion und Handel nach Branchen April 2019 3.2. Internationaler Maschinen- und Anlagenbau Der globale Maschinenbau-Umsatz wuchs im Jahr 2018 um rund 5 Prozent. Deutlich über Durchschnitt schnitten 2018 mehrere kleine Länder ab, Gründe hierfür waren hauptsächlich Sondereffekte. Statistische Überhänge aus 2017 spielen bei vielen EU-Ländern eine Rolle, da die Branchenkonjunktur zum Jahresende 2017 auf Hochtouren lief. Vielerorts herrschte eine hohe Kapazitätsauslastung und viele Unternehmen investierten angesichts personeller Engpässe in stärker automatisierte Prozesse. Gleichzeitig profitierte der Maschinenbau vom Trend zur Digitalisierung und neuen Verarbeitungstechnologien. Quelle: VDMA Prognosespiegel International, Juni 2019 Weitere, detailliertere Informationen: VDMA Konjunktur International, November 2018 3.3. Plan-Ist-Vergleich Für das Geschäftsjahr 2018/2019 hatten wir ein Umsatzwachstum leicht über Vorjahresniveau geplant. Tatsächlich ist der Konzernumsatz im Berichtsjahr um 6,3 % auf 787,6 Mio. € gestiegen und lag damit etwas über den ursprünglichen Erwartungen. Die für das Berichtsjahr geplante Rentabilitätsverbesserung (EBIT-Rendite) wurde hingegen nicht erreicht. Die EBIT-Rendite vor Einmalbelastungen belief sich bei einem Ergebnis von 52,4 Mio. € auf 6,7 %. Nach Einmalbelastungen in Höhe von 16,9 Mio. € ergibt sich ein EBIT von 35,5 Mio. €. 3.4. Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage In einem insgesamt positiven Marktumfeld haben wir unseren Wachstumskurs entsprechend der Unternehmensstrategie beibehalten. Das Umsatzwachstum, das maßgeblich in den zuvor genannten Fokusindustrien realisiert wurde, reflektiert den Erfolg der Lenze-Gruppe hinsichtlich der Strategieumsetzung und im Wettbewerb. Den Trend einer kontinuierlichen Verbesserung der Profitabilität konnten wir im Geschäftsjahr 2018/2019 hingegen nicht halten. Die Rentabilität wurde durch gestiegene Materialpreise, niedrigeren Materialumschlag bei eingeschränkter Materialverfügbarkeit und Mehraufwendungen in Fertigung sowie Logistik belastet. Zudem stieg der Personalaufwand überproportional zur Gesamtleistung. Hinzu kamen ergebnismindernde Einmaleffekte. Dementsprechend ist das Konzernergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig. Die Bilanzstruktur ist unverändert solide. Mit der Eigenkapitalquote von nunmehr 63,1 % (Vorjahr: 66,5 %) sind wir weiterhin gut aufgestellt, um selbst in einem schwierigeren Umfeld unsere Unabhängigkeit als Familienunternehmen zu sichern und jederzeit unternehmerisch handlungsfähig zu sein. Die Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE), basierend auf dem EBIT vor Einmalbelastungen, belief sich im Geschäftsjahr 2018/2019 auf 16,6 %. Der Vorstand sieht in der aktuellen Finanz- und Vermögenslage der Lenze-Gruppe eine gute Ausgangsposition für die zukünftige Entwicklung des Konzerns sowie für die weitere konsequente Umsetzung unserer Unternehmensstrategie Lenze 2020+. Gleichzeitig ist die Ertragslage deutlich zu verbessern. Hierzu wurde ein entsprechendes Maßnahmenpaket beschlossen. 3.5. Ertragslage Die Ertragslage des Geschäftsjahres 2018/2019 stellt sich wie folgt dar:
3.5.1. Umsatzentwicklung Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2018/2019 gegenüber dem Vorjahr um 46,6 Mio. € oder 6,3 % auf 787,6 Mio. €. Dabei wirkten sich unsere verstärkten Vertriebsaktivitäten in allen wesentlichen Regionen positiv aus. Um Währungseffekte bereinigt betrug das Umsatzwachstum 6,9 %. Umsatz nach Regionen:
Die Gesamtleistung erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 791,3 Mio. € (Vorjahr: 742,3 Mio. €). 3.5.2. Aufwandsentwicklung Die Materialeinsatzquote, also das Verhältnis zwischen Materialaufwand und Gesamtleistung, ist im Berichtsjahr auf 43,7 % (Vorjahr: 42,2 %) gestiegen. Die Quotenveränderung ist vor allem durch die Steigerung der Rohstoffkosten bei gleichzeitiger Materialverknappung an den Beschaffungsmärkten sowie niedrigerem Materialumschlag, erhöhten Zolltarifen zwischen China und den USA und in Währungskurseffekten begründet. Der Personalaufwand stieg im Geschäftsjahr 2018/2019 um 29,4 Mio. € bzw. 12,3 % auf 268,3 Mio. € (Vorjahr: 238,9 Mio. €). Der Zuwachs ist im Wesentlichen auf die gestiegene Mitarbeiteranzahl sowie auf Lohn- und Gehaltsanpassungen zurückzuführen. Insgesamt stieg die Personalaufwandsquote von 32,2 % im Vorjahr auf 33,9 % im Berichtsjahr. Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sind durch das erhöhte Investitionsvolumen auf 16,8 Mio. € gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Mio. € gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge, einschließlich Beteiligungsergebnis, erhöhten sich im Berichtsjahr um 15,7 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen durch gestiegene Investitionen in vertriebliche Aktivitäten sowie mehrere Einmaleffekte begründet. Das Beteiligungsergebnis blieb im Berichtsjahr nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. 3.5.3. Operatives Ergebnis (EBIT) Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank im Geschäftsjahr 2018/2019 auf 35,5 Mio. € (Vorjahr: 65,7 Mio. €). Die EBIT-Rendite verschlechterte sich 2018/2019 auf 4,5 % (Vorjahr: 8,9 %). 3.5.4. Konzernergebnis nach Steuern Das Finanzergebnis hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr mit − 2,0 Mio. € leicht verschlechtert (Vorjahr: − 1,7 Mio. €). Unter Berücksichtigung latenter Steuern im Geschäftsjahr 2018/2019 betrug der Steueraufwand 12,4 Mio. €. Die Steuerquote ist auf 37,0 % gestiegen (Vorjahr: 26,2 %). Neben einer Normalisierung der im Vorjahr außergewöhnlich niedrigen Steuerquote ist insbesondere ein Anstieg der nichtabzugsfähigen Ausgaben zu verzeichnen. Das Konzernergebnis vor Abzug von Fremdanteilen betrug im Berichtsjahr 21,0 Mio. € nach 47,2 Mio. € im Vorjahr. 3.6. Finanzlage Ziel unseres Finanzmanagements ist die jederzeitige Verfügbarkeit ausreichender Liquidität für die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebes und der weiteren Unternehmensentwicklung. Hierbei sind der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie die vorhandenen Bankkreditlinien wichtige Finanzierungsquellen. Die nicht ausgenutzten Kreditlinien beliefen sich Ende des Geschäftsjahres auf 36,1 Mio. € (Vorjahr: 33,9 Mio. €).
3.6.1. Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit Im Geschäftsjahr 2018/2019 hat die Lenze-Gruppe einen Brutto-Cashflow von 41,1 Mio. € erwirtschaftet (Vorjahr: 62,3 Mio. €). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf den Rückgang des operativen Gewinns zurückzuführen. Die Zunahme des Nettoumlaufvermögens resultiert maßgeblich aus einer Senkung der Vorräte sowie einem leichten Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sich im Wesentlichen aus der Umsatzsteigerung ergibt. In Summe wurde im Geschäftsjahr 2018/2019 ein Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit von 50,2 Mio. € erwirtschaftet (Vorjahr: 43,4 Mio. €). 3.6.2. Mittelabfluss aus investiver Tätigkeit Im Geschäftsjahr 2018/2019 hat die Lenze-Gruppe 38,6 Mio. € (Vorjahr: 22,4 Mio. €) in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände investiert. Der Wert der Nettoinvestitionen in der Kapitalflussrechnung beinhaltet auch Einzahlungen aus Anlagevermögensabgängen. Schwerpunkte der Sachanlageinvestitionen im Berichtsjahr waren neben den klassischen Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen insbesondere Investitionen in Werkzeuge und Maschinen für neue Produkte. 3.6.3. Free-Cashflow Der Free-Cashflow der Lenze-Gruppe, definiert als Differenz aus Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit und Mittelabfluss aus investiver Tätigkeit, hat sich im Geschäftsjahr 2018/2019 um 8,9 Mio. € auf 12,7 Mio. € verringert (Vorjahr: 21,6 Mio. €). 3.6.4. Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit fällt gegenüber dem Vorjahr mit - 15,2 Mio. € um 9,2 Mio. € geringer aus (Vorjahr: -24,4 Mio. €). Aus der Aufnahme von langfristigen Finanzkrediten resultierte ein Mittelzufluss in Höhe von 14,0 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €). Die Tilgung von Finanzkrediten in Höhe von 4,2 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) sowie die Ausschüttungen an Gesellschafter führten per Saldo zu einem Mittelabfluss. In Summe sind die flüssigen Mittel (inkl. Wechselkursänderungen) im Geschäftsjahr 2018/2019 um 8,0 Mio. € gesunken. 3.7. Vermögenslage Die Konzernbilanzsumme betrug zum Stichtag 30. April 2019 501 Mio. € (Vorjahr: 483 Mio. €).
3.7.1. Eigenkapital Zum Bilanzstichtag weist die Lenze-Gruppe ein Eigenkapital in Höhe von 316 Mio. € aus (Vorjahr: 321 Mio. €). Die Eigenkapitalquote ist damit leicht auf 63,1 % gesunken (Vorjahr: 66,5 %). Die Eigenkapitalrendite sinkt um 9,2 Prozentpunkte auf nun 11,2 % (Vorjahr: 20,4 %). Das langfristig gebundene Vermögen (ohne latente Steuern) ist vollständig durch Eigenkapital gedeckt. Darüber hinaus sind 60,2 % der Vorräte, Forderungen und sonstigen Vermögenswerte durch Eigenkapital langfristig finanziert (Vorjahr: 70,7 %). 3.7.2. Fremdkapital Das langfristige Fremdkapital ist im Wesentlichen durch eine zusätzliche Finanzierung für das Bauvorhaben Mechatronic Competence Campus (MCC) um 18,8 Mio. € auf 57,9 Mio. € gestiegen (Vorjahr: 39,1 Mio. €). Die Summe aus Eigenkapital und langfristigem Fremdkapital deckt zum Bilanzstichtag 74,7 % der Gesamt-Aktiva ab (Vorjahr: 74,6 %). Das kurzfristige Fremdkapital ist um 4,1 Mio. € auf 126,8 Mio. € gestiegen (Vorjahr: 122,7 Mio. €). 3.7.3. Vermögen Die Aktivseite der Bilanz ist unverändert durch das kurzfristige Vermögen geprägt, dessen Anteil an der Bilanzsumme am Ende des Berichtsjahres 64,0 % betrug (Vorjahr: 68,4 %) und damit absolut um 10,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr abnahm. Das langfristig gebundene Vermögen ist investitionsbedingt um 27,8 Mio. € zum Bilanzstichtag auf 180,2 Mio. € gestiegen. (Vorjahr: 152,4 Mio. €). Die Lenze-Gruppe verfügt zum Geschäftsjahresende über flüssige Mittel in Höhe von 72,7 Mio. € (Vorjahr: 80,7 Mio. €). 3.7.4. Nettofinanzvermögen Durch eine zusätzliche Finanzierung für das MCC-Projekt ist die Finanzverschuldung (kurz- und langfristig) auf 27,0 Mio. € gestiegen. Dem steht der Liquiditätsbestand in Höhe von 72,7 Mio. € gegenüber. Im Saldo verfügt die Lenze-Gruppe damit über ein Nettofinanzvermögen in Höhe von 45,7 Mio. € (Vorjahr: 63,0 Mio. €). 4. Risiko- und Chancenbericht 4.1. Risiko- und Chancenmanagementsystem Die Lenze-Gruppe betreibt ein aktives Risiko- und Chancenmanagement, dessen Wirksamkeit mittels verschiedener Kontrollkaskaden sichergestellt wird. Die vorhandenen Risiken und Chancen kategorisiert Lenze in zwei Risikoarten. Risiken und Chancen, die die langfristige Entwicklung und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens betreffen, werden als strategisch klassifiziert. Risiken und Chancen, die die kurzfristige Leistungsfähigkeit des Unternehmens sowie die Erreichung der jährlichen Unternehmensziele beeinflussen, werden als operativ klassifiziert. 4.2. Risiko- und Chancenlage 4.2.1. Strategische Risiken Zyklische Konjunkturschwankungen und rückläufige Investitionen können sich negativ auf die Kundennachfrage und die Kapazitätsauslastung der Lenze-Gruppe auswirken. Zur Abfederung von entsprechenden Auslastungsschwankungen sind Vorkehrungen in der Flexibililisierung des Personaleinsatzes und der Materialbeschaffung getroffen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Planungsperiode 2019/2020 bleiben weiterhin von spürbarer Unsicherheit in den Märkten gekennzeichnet. 4.2.2. Operative Risiken Beschaffung Mangelnde Verfügbarkeit von Teilen und Komponenten oder Preisänderungen von Rohmaterialien und Energie führen zu latenten Beschaffungsrisiken. Mithilfe entsprechender Sourcing-Strategien sichert die Einkaufsorganisation die Beschaffungskosten sowie die Verfügbarkeits- und Qualitätsrisiken ab. Im Geschäftsjahr 2018/2019 war ein deutlicher Anstieg der Materialkosten aufgrund der Erhöhung der Rohstoffpreise sowie der erhöhten Zolltarife zwischen China und den USA zu verzeichnen. Produktion Lenze sichert seinen Kunden verbindliche Lieferzeiten zu. Potenzielle Produktionseinschränkungen oder Prozessfehler können zu wirtschaftlichen Belastungen führen. Im Geschäftsjahr 2018/2019 hat Lenze kontinuierlich in seine Produktionsstätten und Kapazitäten investiert, um die Nachfrage der Kunden zu befriedigen und das Risiko von Lieferverzögerungen zu verringern. Die Lieferzeiten für beschaffende Produktionsmittel haben sich zum Teil deutlich verlängert. Qualität Aus der Vermarktung fehlerhafter Produkte können sich wirtschaftliche Belastungen ergeben. Zur Vermeidung derartiger Risiken hat die Lenze-Gruppe ein zertifiziertes Qualitäts-Managementsystem implementiert. Dazu gehören strenge Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie kontinuierliche Prozessverbesserungen, um Gewährleistungs- und Haftungsrisiken zu minimieren. Export Verstöße gegen Exportregularien und / oder Transportsicherheitsanforderungen führen zu erheblichen Handelseinschränkungen und damit zu Umsatzverlust bzw. deutlich verzögerten Lieferungen bei höheren Kosten. Das bei Lenze etablierte Exportmanagementsystem wirkt diesen Risiken entgegen. Vorratsverwertungsrisiken Um unsere Lieferfähigkeit sicherzustellen und gleichzeitig Abwertungs- und Verschrottungsrisiken zu minimieren, ist das Monitoring der Bestände ein zentrales Element in unserer Risiko-Steuerung. Zu den Maßnahmen gehören die Definition von Zielgrößen für Lagerbestände und die Optimierung der Dispositionsprozesse. Im Geschäftsjahr 2018/2019 hat sich das Risiko im Einklang mit dem erhöhten Brutto-Lagerbestand und der Struktur der Vorräte erhöht. Finanzen Das Forderungsrisiko wird durch einen definierten Kreditmanagementprozess gesteuert. Die Bonität und das Zahlungsverhalten der Kunden werden genau überwacht und für ausgewählte Länder ist ein Kreditversicherungsprogramm implementiert. Die Zins- und Währungsrisiken werden sowohl durch das "Natural Hedging" als auch durch Sicherungsgeschäfte gezielt begrenzt. IT Die Lenze-Gruppe ist von einer guten Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit ihrer IT-Systeme abhängig. Ausfälle oder Störungen der IT-Systeme haben eine zum Teil signifikante Beeinträchtigung der Geschäftsprozesse zur Folge. Um den genannten Risiken entgegenzusteuern, wird die Lenze-Gruppe auch künftig gezielt in den Ausbau sowie in die Weiterentwicklung der IT-Systeme und Rechenzentren investieren. Compliance Die Compliance-Risiken werden durch den Compliance-Officer überwacht. Die Einhaltung der geltenden Richtlinien wird über eine jährliche Entsprechungserklärung der Führungskräfte bestätigt. 4.2.3. Strategische Chancen Die strategischen Chancen der Lenze-Gruppe basieren auf unserer Innovationskraft. Die zunehmende Automatisierung in unseren Fokusindustrien, Industrie 4.0 und Digitalisierung sowie die fortschreitende Internationalisierung eröffnen uns zahlreiche Handlungsfelder. 4.3. Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation Die zuvor dargestellten Risiken bedrohen weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit die Existenz der Lenze-Gruppe. Insgesamt ist festzustellen, dass sich die Risikolage im Geschäftsjahr 2018/2019 nicht wesentlich verändert hat. 5. Prognosebericht 5.1. Künftige Rahmenbedingungen 5.1.1. Weltwirtschaft Die Konjunkturaussichten haben sich in den letzten Monaten eingetrübt. Viele Frühindikatoren signalisieren ein abgeschwächtes Wachstum für das Jahr 2019. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für 2019 ein BIP-Wachstum von 3,3 Prozent, d.h. einen um 0,3 Prozentpunkte geringeren globalen Wirtschaftszuwachs als 2018. Der IWF betont, dass das globale Wachstum 2019 überraschend positiv ausfallen könnte, wenn die gegenwärtigen Handelsstreitigkeiten schnell behoben werden und sich das Vertrauen der Unternehmen folglich erholt. Aber die Abwärtsrisiken für die wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr sind weiter hoch. Konkret genannt werden vom IWF als Risiken eine weitere Eskalation der Handelsspannungen und die damit verbundene Zunahme der politischen Unsicherheit, eine deutliche Verschlechterung der Marktstimmung und ein ungeregelter Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU. Quelle: BIP-Zahlen: IMF World Economic Outlook April 2019 Weitere, detailliertere Informationen: VDMA Konjunktur International, November 2018 5.1.2. Internationaler Maschinenbau Wenig optimistisch blickt der Maschinenbau auf das Jahr 2019. Nach aktueller Einschätzung ist ein Branchenwachstum nicht zu erwarten. Die weitere konjunkturelle Entwicklung wird durch lokale Krisen, Unsicherheiten und Risiken belastet. Protektionistische Maßnahmen einzelner Regierungen, insbesondere Friktionen durch höhere Importzölle, belasten den Ausblick. Nationale Egoismen zwingen die Unternehmen, ihre international zum Teil stark verflochtenen Wertschöpfungsketten zu prüfen und teilweise neu zu ordnen. Weitere, detailliertere Informationen: VDMA Konjunktur International, November 2018 5.2. Gesamtaussage des Vorstands zur zukünftigen Entwicklung Auch im kommenden Geschäftsjahr werden wir die Umsetzung unserer Unternehmensstrategie Lenze 2020+ konsequent weiter verfolgen. Die in den Vorjahren begonnenen und zielgerichtet fortgesetzten Investitionen sehen wir als Basis für den weiteren Ausbau des Systemgeschäfts bei gleichzeitig dynamischer Weiterentwicklung unseres Portfolios. Vor dem Hintergrund einer sich eintrübenden Konjunktur erwarten wir für das Geschäftsjahr 2019/20 ein nur leichtes Umsatzwachstum sowie eine moderate Ergebnisverbesserung. Diese wird getragen von den Produktivitätseffekten aus den Vorjahresinvestitionen sowie diverser Maßnahmen zur Stabilisierung unserer Marktposition und Verbesserung unserer Kostenstruktur.
Aerzen, den 1. Juli 2019 Der Vorstand Christian Wendler Jochen Heier Frank Maier Dr. Achim Degner BestätigungsvermerkWir haben dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht der Lenze SE, Aerzen, für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2018 bis zum 30. April 2019 den am 31. Juli 2019 in Hannover unterzeichneten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk wie folgt erteilt: "BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS An die Lenze SE, Aerzen Aerzen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. April 2019, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2018 bis zum 30. April 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Lenze SE für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2018 bis zum 30. April 2019 geprüft. Die unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. April 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2018 bis zum 30. April 2019 und - vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. SONSTIGE INFORMATIONEN Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die in Abschnitt "2. Nachhaltigkeit" des Konzernlageberichts enthaltene Berichterstattung. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen - wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder - anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHT Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG des Konzernabschlusses und DES KonzernlageberichtS Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. - holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. - beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen An Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."
Hannover, 31. Juli 2019 BDO
AG
gez. Horn, Wirtschaftsprüfer gez. Fleischer, Wirtschaftsprüferin Der Konzernjahresabschluss zum 30. April 2019 der Lenze SE wurde am 12. September 2019 festgestellt. Bericht des AufsichtsratsDas Geschäftsjahr vom 1. Mai 2018 bis 30. April 2019 Der Aufsichtsrat der Lenze SE hat sich im Berichtszeitraum in vier Sitzungen ausführlich mit der Lage und der Entwicklung des Unternehmens befasst. Er hat den Vorstand beraten und die Geschäftsführung überwacht. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend alle Sachverhalte vorgelegt, die der Einbeziehung des Aufsichtsrats in den Entscheidungsprozess bedurften. Insbesondere hat sich der Aufsichtsrat eingehend mit der Planung des Vorstandes, dem Risikomanagement mit spezieller Perspektive auf das Marktumfeld sowie den Zukunftsinvestitionen im Hinblick auf weitere Wachstumsmöglichkeiten der Lenze-Gruppe befasst. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand mit dem Vorstand über die Aufsichtsratssitzungen hinaus in regelmäßigem Kontakt und hat sich über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Sitzungen des Aufsichtsrats Die Sitzungen des Aufsichtsrats fanden im Berichtszeitraum am 16. Mai 2018, 05. September 2018 und 09. Mai 2019 statt. Am 12. September 2019 wurde die Bilanzsitzung abgehalten. Jahres- und Konzernabschluss Die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Lenze SE sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht geprüft und testiert. Zum bestehenden Risikofrüherkennungssystem stellte der Abschlussprüfer fest, dass der Vorstand die entsprechend § 91 Abs. 2 AktG erforderlichen Maßnahmen, insbesondere zur Errichtung eines Überwachungssystems, in geeigneter Weise getroffen hat und dass das Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. Da die Voraussetzungen des § 315e Abs. 3 HGB für eine Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach deutschem Handelsrecht erfüllt sind, wurde der Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Jahres- und Konzernabschluss, den Lagebericht sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018/2019 der Lenze SE mit dem Abschlussprüfer erörtert und geprüft. Gleiches gilt für den Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns. Dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer stimmt der Aufsichtsrat zu. Der Aufsichtsrat hat nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen erhoben und hat den Jahres- und den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Veränderungen im Vorstand Herr Dr. Yorck Schmidt ist mit Ablauf des 31.12.2018 aus dem Vorstand der Lenze SE ausgeschieden. Der Aufsichtsrat spricht allen Mitgliedern der Unternehmensführung sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Lenze-Gruppe für ihre geleistete Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Dank aus.
Aerzen, 12. September 2019 Für den Aufsichtsrat Dr. Michael Paul Vorsitzender |
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