Golf 2 Acquisition GmbH
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Wilh. Werhahn KGNeussKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023KONZERNLAGEBERICHTGesamtwirtschaftliche Entwicklung Geschäftsentwicklung und Ertragslage Unternehmensbereiche Baustoffe Konsumgüter Finanzdienstleistungen Vermögens- und Finanzlage Personal Risikobericht Forschung und Entwicklung Nachhaltigkeit Prognose- und Chancenbericht Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Nachdem die Weltwirtschaft im ersten Quartal 2023 zunächst wieder Tritt gefasst zu haben schien, verlor sie im weiteren Jahresverlauf deutlich an Schwung. Verantwortlich dafür waren nach Auffassung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz neben den geopolitischen Spannungen vor allem zwei Faktoren: eine schwache Industrieproduktion sowie die in den meisten Weltregionen stark gestiegenen Zinsen, die besonders die Ausrüstungs und Wohnungsbauinvestitionen bremsten. Ein weiterer Dämpfer war die verhaltene Entwicklung in China. In den Vorjahren war die starke Konjunktur in China der Motor des globalen Wirtschaftswachstums gewesen. Ungeachtet der zeitweise hohen Volatilität der Ölpreise sorgte die Stabilisierung der weltweiten Rohstoffpreise dafür, dass sich die Inflation in den meisten Ländern auf das Niveau von Anfang 2021 einpendelte. Obwohl sich die durch die Pandemie unterbrochenen Lieferketten weitgehend erholt hatten, verzeichnete der Welthandel nur ein schwaches Wachstum von 0,9 %. Der deutschen Wirtschaft gelang es im vergangenen Jahr nicht, sich weiter von dem tiefen Einbruch im Corona Jahr 2020 zu erholen. Das Bruttoinlands produkt (BIP) lag 2023 preisbereinigt leicht unter dem Vorjahr. Gebremst wurde die Konjunktur von den nach wie vor hohen Preisen auf allen Wirtschaftsstufen. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch hohe Zinsen sowie eine geringe Nachfrage aus dem In und Ausland. Der private Konsum, im Jahr zuvor eine Stütze der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, ging dem Statistischen Bundesamt zufolge 2023 preisbereinigt um 0,8 % zurück. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Europa war auch 2023 stark von den Folgen des Krieges in der Ukraine und des Konflikts im Nahen Osten geprägt. Hinzu kamen Material und Lieferengpässe, eine nach wie vor hohe, wenn auch rückläufige Inflation sowie eine schwache Auslandsnachfrage. Nach Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Union stieg das Bruttoinlandsprodukt sowohl im Euroraum als auch in der EU im vergangenen Jahr um 0,5 %. Entwicklung des realen BIP in Europa
Die Entwicklung der Konjunktur in Nordamerika verlief besser als erwartet. Die US-amerikanische Wirtschaft profitierte von höheren Unternehmensinves titionen und robustem Konsumwachstum. Die kanadische Wirtschaft wuchs trotz hoher Finanzierungskosten aufgrund niedrigerer Rohstoffpreise leicht. Chinas Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr zwar stärker als im Jahr zuvor, dennoch war dies eine der schwächsten Entwicklungen des Bruttoinlands produkts seit mehr als 30 Jahren. Insbesondere die Krise am Immobilienmarkt und der schwache Binnenkonsum belasteten die Konjunktur. Die japanische Wirtschaft verzeichnete ein leichtes Wachstum. Während der Export durch einen schwachen Yen begünstigt wurde, erwies sich der private Konsum 2023 als Wachstumsbremse. Entwicklung des realen BIP der wichtigsten Weltregionen
Quellen zum BIP: Statista GmbH, nationale Nachrichtenagenturen Stand für das Jahr 2023: Februar 2024 Stand für das Jahr 2022: Wie im Vorjahr berichtet Geschäftsentwicklung und Ertragslage Vielfalt ist ein prägendes Merkmal der Werhahn-Gruppe. Die operativen Aktivitäten der Gruppe sind in die drei Unternehmensbereiche Baustoffe, Konsumgüter und Finanzdienstleistungen mit sechs Geschäftsbereichen zusammen gefasst. Die Werhahn Gruppe hat im Geschäftsjahr 2023 beschlossen, die Geschäftsaktivität FiberLean Technologies nicht fortzuführen. WILH. WERHAHN KG
Wesentliche Steuerungsgrößen der Unternehmensbereiche sind die Kenn zahlen Umsatz, operatives Ergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und nicht operativen Abschreibungen 1 ) und das Ergebnis vor Steuern. Im Jahr 2023 erwirtschaftete die Werhahn Gruppe einen konsolidierten Umsatz in Höhe von 4.484 Mio. € (i. Vj. 4.282 Mio. €). Das Umsatzwachstum betrug 5 % und lag somit leicht über dem Vorjahr und minimal unter der Prognose. Die Entwicklung des Umsatzes war in den Unternehmensbereichen unterschiedlich. Während der Umsatz des Unternehmensbereichs Baustoffe leicht stieg und der des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen das Vorjahr erheblich übertraf, ging der Umsatz des Unternehmensbereichs Konsumgüter erkennbar zurück. Im Inland konnte der Umsatz spürbar gesteigert werden, im Ausland ging der Umsatz leicht zurück. Damit sank der Anteil des Auslandsumsatzes am konsolidierten Umsatz gering auf 32 %. Die Entwicklung des Umsatzes in Euro war durch Wechselkursänderungen, insbesondere des russischen Rubels, des US-Dollars und des chinesischen Renminbis, negativ beeinflusst. Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen
Überleitungsrechnung operatives Ergebnis (EBITA)
Ausgewählte Kennzahlen
2 Die Materialaufwandsquote ergibt sich aus der
Division des Materialaufwandes durch die Umsatzerlöse.
Der Materialaufwand der Werhahn-Gruppe enthält Aufwendungen der Unternehmensbereiche Baustoffe und Konsumgüter. Des Weiteren sind im Materialaufwand die Refinanzierungskosten, Restbuchwerte verkaufter Leasinggegenstände, Einstandskosten für Mietkaufobjekte sowie Vermittlungsprovisionen aus dem Bank und Leasinggeschäft des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen erfasst. Der Materialaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 7 % und lag bei 2.515 Mio. € (i. Vj. 2.351 Mio. €). Der Zuwachs resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Refinanzierungskosten des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen und höheren Energiekosten, denen rück läufige Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe gegenüberstanden. Die Materialaufwandsquote2 erhöhte sich leicht von 55 % auf 56 %. Dieser Anstieg resultierte insbesondere aus dem Finanzdienstleistungsbereich, der die erheblich gestiegenen Refinanzierungskosten nicht in vollem Umfang durch höhere Zins und Leasingerträge kompensieren konnte. Im Unternehmensbereich Baustoffe wurde dem Anstieg der Energiekosten sowie der Beschaffungs- und Rohstoffkosten mit einem aktiven Preismanagement entgegengewirkt. Im Unternehmensbereich Konsumgüter ging die Materialaufwandsquote vor allem aufgrund des Bestandsabbaus im Geschäftsbereich Zwilling Küche zurück. Der Personalaufwand lag bei einer leicht erhöhten durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl mit 639 Mio. € spürbar über dem Vorjahr (606 Mio. €). Die Personalaufwandsquote3 lag mit 14 % auf dem Vorjahresniveau. Die Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 213 Mio. € und lagen somit erheblich über dem Vorjahreswert von 165 Mio. €. Hier wirkten sich neben den hohen Investitionen des Jahres 2023 insbesondere Abschreibungen aufgrund der anstehenden Beendigung der Geschäftsaktivität FiberLean Technologies sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte und Immobilien negativ aus. Die Abschreibungen auf Leasinggegenstände stiegen im Zuge des moderaten Wachstums des Leasinggeschäfts minimal von 558 Mio. € auf 560 Mio. €. Im Jahr 2023 lagen die Sonstigen betrieblichen Erträge bei 70 Mio. €. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 10 % (i. Vj. 63 Mio. €). Die wesentlichen Einzel positionen innerhalb der Sonstigen betrieblichen Erträge waren Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (21 Mio. €, i. Vj. 15 Mio. €), Kursgewinne (8 Mio. €, i. Vj. 16 Mio. €) sowie Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen (5 Mio. €, i. Vj. 2 Mio. €). Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 4 % auf 597 Mio. € (i. Vj. 575 Mio. €). Im Vergleich zum Vorjahr waren insbesondere die Wert berichtigungen auf Forderungen aus Finanzdienstleistungen (63 Mio. €, i. Vj. 44 Mio. €), die Aufwendungen für externe Dienstleistungen (140 Mio. €, i. Vj. 129 Mio. €), die Miet und Leasingaufwendungen (61 Mio. €, i. Vj. 55 Mio. €) sowie Instandhaltungsaufwendungen (99 Mio. €, i. Vj. 93 Mio. €) angestiegen. Dem standen gesunkene Aufwendungen für Rückbau und Rekultivierungs verpflichtungen (11 Mio. €, i. Vj. 26 Mio. €) gegenüber, die im Vorjahr inflationsbedingt erheblich negativ beeinflusst waren. Der starke Anstieg der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzdienstleistungen resultierte neben dem weiteren Wachstum des Unternehmensbereichs Finanzdienst leistungen aus einem höheren Kreditausfallrisiko aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung. Die weiteren Positionen, wie die Aufwendungen für externe Dienstleistungen, waren erheblich durch den inflationsbedingten Preisanstieg beeinflusst. Im Geschäftsjahr stieg das Beteiligungsergebnis um 18 Mio. € auf 50 Mio. €. Dies resultierte im Wesentlichen aus höheren Ausschüttungen von Sonstigen Beteiligungen sowie Ergebnissen aus Assoziierten Unternehmen. Im Jahr 2023 lag das operative Ergebnis der Werhahn Gruppe spürbar unter dem Vorjahr und der Prognose. Die Entwicklung in den Unternehmensbereichen verlief unterschiedlich. In den Unternehmensbereichen Konsumgüter und Finanzdienstleistungen unterschritt das operative Ergebnis auch aufgrund von Einmalbelastungen und Wertberichtigungen beträchtlich das Vorjahr und die Prognose. Im Unternehmensbereich Konsumgüter war hierfür insbesondere der Umsatzrückgang des Geschäftsbereichs Zwilling Küche verantwortlich. Die höheren Risikoaufwendungen sowie die höheren Refinanzierungskosten waren ursächlich für das niedrigere operative Ergebnis des Unternehmens bereichs Finanzdienstleistungen. Gegenläufig entwickelte sich das operative Ergebnis des Unternehmensbereichs Baustoffe, das hauptsächlich aufgrund aktiver Preispolitik sowohl das Vorjahr als auch die Prognose erheblich übertraf. Die Geschäftsaktivität FiberLean Technologies verzeichnete hohe operative Verluste, die leicht über der Prognose und über dem Vorjahr lagen. Darüber hinaus belasteten die Abwertung von Vermögensgegenständen und weitere Aufwendungen im Zusammenhang mit der Beendigung des Engagements bei FiberLean Technologies das operative Ergebnis der Werhahn Gruppe erheblich. Das Zinsergebnis inklusive der Erträge aus Ausleihungen lag bei - 18 Mio. € (i. Vj. - 11 Mio. €). Grund hierfür war das generell stark gestiegene Zinsniveau für die externe Finanzierung der Unternehmensbereiche Baustoffe und Konsumgüter. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 59 Mio. € erheblich unter dem Ergebnis des Vorjahres (i. Vj. 156 Mio. €) und der Prognose. Dies war neben dem Rückgang des operativen Ergebnisses auf den starken Anstieg auch der außerplanmäßigen Abschreibungen auf Firmenwerte und der Sonstigen Abschreibungen sowie den gestiegenen Zinsaufwand zurückzuführen. Insgesamt konnte die Werhahn Gruppe in 2023 einen Konzernjahresüberschuss von 26 Mio. € erzielen, der um 67 Mio. € unter dem Ergebnis des Vorjahres lag. Das Ergebnis war erheblich negativ durch Einmaleffekte in Höhe von 89 Mio. € beeinflusst. Hiervon entfielen auf die Beendigung der Geschäftsaktivität von FiberLean Technologies 38 Mio. € und 19 Mio. € auf außerplan mäßige Abschreibungen der Geschäfts oder Firmenwerte und des Sachanlagevermögens. Insgesamt war die Ergebnissituation vor diesem Hintergrund und aufgrund der oben beschriebenen Geschäftsentwicklung nicht zufriedenstellend. Baustoffe Zu dem Unternehmensbereich Baustoffe gehören die Geschäftsbereiche Natursteine und Schiefer. Der Geschäftsbereich Natursteine gewinnt und verarbeitet mineralische Rohstoffe für die Bauindustrie. Der Geschäftsbereich Schiefer produziert und vermarktet hochwertige Gesteine für Dächer, Fassaden, Innenräume sowie die Landschaftsgestaltung. Natursteine Der Geschäftsbereich Natursteine bündelt unter Führung der Basalt Actien Gesellschaft (BAG) vier Geschäftsfelder: Mineralische Rohstoffe, Asphaltmischgut, Bauchemie sowie Baustoffrecycling/-deponie. Neben Deutschland, Schweden sowie Vertriebsaktivitäten in den Benelux Staaten und der Schweiz ist der Geschäftsbereich in den mittel und osteuropäischen Ländern Polen, Russland, Ukraine, Tschechien und Ungarn auch mit eigenen Produktions standorten tätig. Zu den Kunden zählen insbesondere Unternehmen des Verkehrswege-, Tief-, Hoch-, Wasser- und Gleisbaus, private und öffentliche Bauträger sowie Hersteller von Steinwolle und Betonproduzenten. Im Geschäftsfeld Mineralische Rohstoffe werden in 90 eigenen Steinbrüchen Hartgesteine gewonnen, aufbereitet und regional vermarktet. Ein wesentlicher Teil der Rohstoffe wird zudem für die Produktion von Asphaltmischgut in 161 eigenen Mischanlagen verwendet. Das Geschäftsfeld Bauchemie produziert und vertreibt überwiegend bituminöse Abdichtungsstoffe für den Straßen- und Hochbau. Im Geschäftsfeld Baustoffrecycling/-deponie werden unbelastete Baurestmassen bearbeitet, vermarktet und eingelagert. Abwärtstrend im öffentlichen Straßenbau Hohe Zinsen sowie inflationäre Entwicklungen der Energie- und Materialkosten sorgten dafür, dass die deutsche Bauwirtschaft 2023 keine Impulse für die Gesamtkonjunktur lieferte. Zwar wuchs das Bauhauptgewerbe nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie im vergangenen Jahr nominal um 3,5 %, preisbereinigt entsprach dies jedoch einem Umsatzrückgang von 3,2 %. Den kräftigsten Einbruch verzeichnete dabei der Wohnungsbau, aber auch der Wirtschaftsbau sowie der öffentliche Bau verfehlten preisbereinigt die Umsätze des Vorjahres. In dem für den Geschäftsbereich Natursteine besonders wichtigen Bereich des öffentlichen Straßenbaus blieb der baugewerbliche Umsatz preisbereinigt um 6,5 % unter dem Niveau des Vorjahres. Auch beim Auftragseingang verzeichnete der öffentliche Straßenbau ungeachtet hoher, teils nicht ausgeschöpfter Budgets einen Rückgang von real 7,2 %. Gründe dafür waren neben administrativen Problemen auch hohe Zinsen, steigende Baupreise sowie hohe Tarifabschlüsse. Der anhaltende Fachkräftemangel in Planungs- und Genehmigungsbehörden führte zu Verzögerungen bei der Planung, Ausschreibung und Vergabe von Aufträgen. Die weiterhin unzureichende Digitalisierung in den öffentlichen Bauverwaltungen reduzierte beziehungsweise verzögerte zudem die Ausschreibungstätigkeiten. Diese Faktoren sorgten dafür, dass sich die Marktvolumina unter den Erwartungen und Möglichkeiten bewegten. Die ausländischen Märkte, in denen der Geschäftsbereich vertreten ist, entwickelten sich 2023 insgesamt gut. Im Ländervergleich zeigten sich jedoch erhebliche Unterschiede. In Polen, dem wichtigsten Auslandsmarkt, florierte der Straßenbau und verhinderte, dass die gesamte Bauwirtschaft ins Minus rutschte. Die Entwicklung der ungarischen Bauwirtschaft wurde gebremst durch sinkende Infrastrukturinvestitionen infolge fehlender EU-Mittel, Konsolidierungsbemühungen der öffentlichen Finanzen sowie den hohen Preisanstieg für Baustoffe. In Tschechien schwächten insbesondere höhere Baukosten und Zinsen die Bautätigkeit und drückten die gesamte Branche mitsamt dem Verkehrsinfrastrukturbau in die Rezession. Ungeachtet des Krieges entwickelte sich die Wirtschaft in der Ukraine im vergangenen Jahr besser als erwartet. Allerdings ist das hohe Wachstum auch der niedrigen Vergleichsbasis geschuldet. Die schwedische Wirtschaft war belastet durch Inflation und Zinsen und schrumpfte im Berichtsjahr leicht. Insbesondere die Baubranche wurde durch hohe Bau- und Energiekosten sowie verschärfte Finanzierungsbedingungen belastet. Die Preise für Energieträger und Einsatzstoffe entspannten sich im Jahresverlauf 2023 gegenüber dem stark durch den Krieg in der Ukraine geprägten Vorjahr. Frühzeitig abgeschlossene Sicherungsgeschäfte ermöglichten es dem Geschäftsbereich, die Bitumenpreise bei temporären Angebotsverknappungen und zwischenzeitlich anziehenden Rohölnotierungen nahezu auf dem Vorjahresniveau zu halten. Die Kosten für Diesel und Heizöl entwickelten sich rückläufig. Dagegen zogen die Kosten für den fossilen Energieträger Braunkohlestaub durch die neue CO 2 -Bepreisung für Treibhausgasemissionen aus der Verbrennung von Kohle erheblich an. Auch die Stromkosten erhöhten sich trotz vorausschauender Absicherungsmaßnahmen infolge der gestiegenen geopolitischen Risiken deutlich gegenüber dem Vorjahr.
Umsatzsteigerung in herausforderndem Marktumfeld Der Geschäftsbereich Natursteine erwirtschaftete 2023 einen Umsatz von 1.566 Mio. € und übertraf damit den Vorjahreswert und die Prognose leicht. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die erhöhten Mischgut- und Rohmaterialpreise zurückzuführen. Die gestiegenen Beschaffungskosten erforderten eine aktive und innovative Preispolitik, um die außergewöhnlich hohen Kosten steigerungen über höhere Erlöse zu kompensieren. Die nominale Umsatzsteigerung basiert insgesamt auf geringeren Absatz mengen. Der Rohmaterialabsatz lag im Inland leicht unter dem Niveau des Vorjahres und spürbar unter der Prognose. Die Mischgutabsätze entwickelten sich ebenfalls aufgrund geringerer Auftragsvergaben und steigender Preise schwächer und lagen geringfügig unter den Vorjahreswerten beziehungsweise sichtbar unter der Prognose. Der Auslandsabsatz von Rohmaterial übertraf das Vorjahresniveau leicht und bewegte sich spürbar über der Prognose. Diese Steigerung resultierte im Wesentlichen aus den wieder verbesserten Absätzen des ukrainischen Steinbruchs, dessen Betrieb im Vorjahr kriegsbedingt stark eingeschränkt war. Das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs Natursteine übertraf das Vor jahresniveau und die Prognose erheblich. Dies wurde begünstigt durch eine aktive, der steigenden Kostenentwicklung angepasste Preispolitik, Effizienzsteigerungen sowie eine sehr gute Entwicklung der wesentlichen Auslandsmärkte. Positiv wirkten sich auch geringere Zuführungen zu den Rekultivierungsrückstellungen aus. Diese waren im Vorjahr inflationsbedingt außergewöhnlich hoch. Die Bauchemieaktivitäten verzeichneten trotz der äußerst schwachen Hochbaukonjunktur eine erfreuliche Ergebnisverbesserung. Möglich war das durch verbesserte operative Margen sowie Kosteneinsparungen. Analog zum operativen Ergebnis lag auch das Ergebnis vor Steuern erheblich über dem Vorjahreswert sowie der Prognose. Verhaltene Perspektiven in der Baubranche Die Perspektiven für die deutsche Bauwirtschaft bleiben auch 2024 trüb. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erwartet einen realen Umsatzrückgang in Höhe von 3,5 %. Geprägt wird die Entwicklung von einem erneuten Einbruch im Wohnungsbau in Höhe von preisbereinigt 12 %. Für den Wirtschaftsbau wird eine reale Steigerung von 2 % erwartet. Der für den Geschäftsbereich Natursteine besonders relevante öffentliche Bau kann gemäß der Prognose mit einem realen Wachstum von 1 % rechnen. Die Entwicklung bei den Bundesfernstraßen bleibt problematisch, da im Bundeshaushalt eine Stagnation der Investitionen erwartet wird. Angesichts der erheblichen Kosten für Transformationsprozesse im Verkehrsbereich und hoher Baupreise wird prognostiziert, dass die realen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur auch künftig geringer ausfallen. Die relevanten Auslandsmärkte des Geschäftsbereichs bleiben auch 2024 von geopolitischer Unsicherheit geprägt, jedoch wird erwartet, dass die wichtigsten Märkte wieder auf Wachstumskurs kommen. Polen wird gemäß der Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr doppelt so stark zulegen wie das europäische Mittel. Impulse sollen dabei insbesondere von staatlichen Trägern ausgehen, vor allem beim Ausbau des Autobahn- und Schnellstraßennetzes. Auch für die ungarische Wirtschaft wird nicht zuletzt aufgrund der Auszahlung der bisher gestoppten beziehungsweise temporär ausgesetzten EU-Gelder eine kräftige Aufwärtsentwicklung erwartet. Die Wirtschaft in Tschechien erholt sich nur langsam, wobei von positiven Effekten aus der EU-Förderperiode 2021-2027 ausgegangen wird. Darüber hinaus setzt die Regierung auf den massiven Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, um das Land zu einer logistischen Drehscheibe zu machen. Auch für die Wirtschaft in der Ukraine wird ein Wachstum auf niedriger Basis prognostiziert. Als Motor sollen dabei vor allem staatliche Investitionen wirken. Eine stabile Entwicklung ist angesichts des anhaltenden Krieges nach wie vor nicht möglich. Schwedens Wirtschaft wird voraussichtlich auch 2024 in der Rezession verbleiben. Hinweise auf explizite Infrastrukturmaßnahmen gibt es aktuell nicht. Der Geschäftsbereich Natursteine erwartet für 2024 in einem weiter schwierigen Marktumfeld im Inland einen Absatz von Rohmaterial und Asphaltmischgut leicht über dem Niveau des Vorjahres. Im Ausland werden nach einem starken Vorjahr in nahezu allen Ländern die Absatzmengen konservativ eingeschätzt. Begünstigt durch geringfügig höhere Inlandsabsätze und kosteninduziert verbesserte Erlöse wird 2024 ein Umsatz leicht über dem Niveau des Berichtsjahres erwartet. Eine weiterhin große Herausforderung wird es sein, die starken Preissteigerungen für Material und Leistungen im Markt weiterzugeben. Das operative Ergebnis wird das hohe Niveau des Vorjahres aufgrund rückläufiger Entwicklung in den Auslandsmärkten sowie hoher Kostenbelastungen, die nicht vollumfänglich im Markt durchgesetzt werden können, erheblich unterschreiten. Es wird erwartet, dass das Ergebnis vor Steuern ebenfalls stark unter dem Vorjahreswert liegen wird. Schiefer Der Geschäftsbereich Schiefer gewinnt und fertigt Schiefer in Premiumqualität und entwickelt Produkte zur ästhetischen Gestaltung von Wohn und Lebensräumen. Das Sortiment umfasst ein breites Angebot an Deckarten für Dächer und Fassaden mit der optionalen Integration von Photovoltaikelementen. Speziell für die moderne Architektur kreierte Systemlösungen ermöglichen innovative Gebäudegestaltungen. Ergänzt wird das Produktangebot durch Werksteine für den Innenbereich sowie für den Garten und Landschaftsbau. Der Geschäftsbereich steuert seine globalen Aktivitäten einschließlich Entwicklung, Einkauf und Vertrieb vom Stammsitz in Mayen. Die Gewinnung und Fertigung der Schieferprodukte erfolgt in den spanischen Provinzen Galicien und Kastilien León von den dort ansässigen eigenen Produktionsgesellschaften. 2023 baute der Geschäftsbereich Schiefer seine Rohstoffressourcen mit der Übernahme hochwertiger Lagerstätten sowie eines modernen Produktions betriebs des spanischen Produzenten Pizarras La Baña weiter aus. Zudem bezieht der Geschäftsbereich auch Schiefer von strategischen Partnern. Vertrieben werden die Produkte weltweit in allen wesentlichen Schiefermärkten, insbesondere in West und Mitteleuropa sowie in Nordamerika. Ergebnisverbesserung in einem herausfordernden Umfeld Der deutsche Wohnungsbau erlebte im vergangenen Jahr einen tiefen Absturz. Das reale Umsatzminus von 12 % im deutschen Wohnungsbau hatte auch negative Folgen für den Bedachungsmarkt. Eine deutliche Verteuerung der Baupreise, hohe Kreditzinsen sowie eine allgemeine Verunsicherung über möglicherweise notwendig werdende energetische Sanierungen bremsten die Investitionstätigkeit vieler Bauherren. Die Herstellerabsätze auf Basis der eingedeckten Fläche auf geneigten Dächern sanken 2023 erheblich. Je nach Material wurden starke Umsatzeinbußen verzeichnet. Auch die Schieferabsätze waren rückläufig, allerdings in einem vergleichsweise moderaten Tempo. Allerdings spiegelt dieser Rückgang nicht den Umfang der tatsächlichen Bautätigkeit mit Schiefer wider, da Bedachungshändler und Dachdeckerbetriebe ihre Lagerbestände 2023 in erheblichem Umfang reduzierten. Somit war das wirk liche Marktvolumen höher, als die Absatzzahlen signalisieren. Auch auf den für den Geschäftsbereich wichtigen ausländischen Märkten kam es 2023 zu rückläufigen Schieferabsätzen. Verstärkt wurde dieser Trend in vielen Fällen durch begrenzte Verfügbarkeiten. Der Geschäftsbereich Schiefer erzielte 2023 einen Umsatz von 89 Mio. € und lag damit leicht über dem Vorjahr sowie merklich über der Prognose. Der Umsatz stieg, getrieben durch die Märkte Frankreich, Großbritannien und den Benelux Staaten sowie die Vermarktung von zusätzlichen Produkten aus der Akquisition des seit Mai 2023 integrierten spanischen Produzenten Pizarras La Baña, erheblich an. Der Umsatzanstieg war preis und mengeninduziert. Die Absatzmengen im Ausland lagen wesentlich über dem Niveau des Vorjahres. Im ersten Drittel des Jahres 2023 konnte der Geschäftsbereich die hohe Nachfrage im Ausland aufgrund von Materialengpässen nicht vollumfänglich bedienen, jedoch wurde mit der akquirierten zusätzlichen Produktionsstätte der Nachfragestau ab Mai weitestgehend aufgelöst. Im Inland lagen die Absatzmengen hingegen unter Vorjahresniveau. Die höheren Produktions- und Beschaffungskosten konnten durch Preisanpassungen überkompensiert werden. Das operative Ergebnis übertraf auch aufgrund der erstmalig für die Monate ab Mai einbezogenen Akquisition Pizarras La Baña sowohl den Vorjahreswert als auch die Prognose erheblich. Dagegen verfehlte das Ergebnis vor Steuern den Vorjahreswert aufgrund einer höheren Belastung durch Abschreibungen und Zinsen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Pizarras La Baña spürbar, übertraf aber die Prognose erheblich. Starkes Auslandsgeschäft dank Schieferressourcen Die Perspektiven für den Schiefermarkt stellen sich günstiger dar als die prognostizierte Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft im Jahr 2024. In den ersten Monaten 2024 sollten Bedachungshändler und Verarbeiter ihren Lager abbau abgeschlossen haben. Anschließend ist davon auszugehen, dass sich die Verkaufszahlen der Hersteller im Inland wieder auf Marktniveau bewegen, wodurch geringe Absatzsteigerungen möglich werden. In den für den Geschäftsbereich Schiefer wichtigen Auslandsmärkten Frankreich, Belgien und Großbritannien ist mit einer leicht rückläufigen Schiefernachfrage zu rechnen. Dennoch bieten sich insbesondere für Anbieter höherwertiger Schieferqualitäten Chancen für Absatzsteigerungen, sofern sie über geeignete Schieferressourcen verfügen. Vor diesem Hintergrund erwartet der Geschäftsbereich Schiefer für 2024 eine vor allem durch ein lebhaftes Auslandsgeschäft beflügelte deutliche Umsatzsteigerung. Aufgrund der erstmals in vollem Umfang berücksichtigten Akquisition Pizarras La Baña wird ein erheblich höheres operatives Ergebnis prognostiziert. Dagegen wird erwartet, dass das Ergebnis vor Steuern im Wesentlichen abschreibungs und zinsinduziert einen starken Rückgang gegenüber 2023 aufweisen wird. Konsumgüter Der Unternehmensbereich Konsumgüter umfasst die beiden Geschäftsbereiche Zwilling Küche und Zwilling Beauty Group. Sie produzieren hochwertige Markenartikel für Küche und Körperpflege und sind mit ihren Sortimenten weltweit auf allen wichtigen Märkten vertreten. Zwilling Küche Der Geschäftsbereich Zwilling Küche bietet Premiumprodukte für die moderne Wohnküche sowie für den Bereich Outdoor Kitchen und BBQ an. Die Marken ZWILLING, STAUB, BALLARINI, MIYABI, DEMEYERE, SANTOS und FLAMMKRAFT dominieren das Sortiment, welches vor allem Messer, Kochgeschirr, Küchenhelfer, Vakuumiersysteme und elektrische Küchenkleingeräte sowie Grills und Grillzubehör beinhaltet. Der Geschäftsbereich unterhält sowohl in Europa als auch in Asien bedeutende eigene Produktionsstandorte. Die Marken von Zwilling Küche sind in Deutschland als Europas führendem Markt und auch in den wichtigen Weltmärkten USA, Kanada, China und Japan mit eigenen Gesellschaften vertreten. Konsumstimmung weltweit eingetrübt Die für die Geschäftsentwicklung von Zwilling Küche entscheidende Konsumneigung der Verbraucher wurde im vergangenen Jahr in den wichtigen Märkten gebremst. Die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung, eine im langjährigen Vergleich immer noch hohe Inflation sowie geopolitische Verwerfungen veranlassten viele Konsumenten zu einem zurückhaltenden Ausgabeverhalten. Davon betroffen waren auch die Budgets für den gedeckten Tisch und die Küche. In China belasteten zudem eine tiefgehende Immobilienkrise, eine erhöhte Arbeitslosigkeit sowie gesunkenes Vertrauen in die politische Führung die Konsumlust vieler privater Haushalte. Schwache Nachfrage trifft auf gut gefüllte Läger Der Umsatz des Geschäftsbereichs Zwilling Küche verfehlte 2023 mit 813 Mio. € spürbar den Vorjahreswert und deutlich die Prognose. Dabei bewegte sich das Kerngeschäft nur leicht unter dem Niveau des Vorjahres, während das Sondergeschäft mit Produkten für Kundenbindungsprogramme erheblich weniger Umsatz erzielte. Die wesentlichen Ursachen für diese Entwicklung waren neben der hohen Inflation sowie der gebremsten Kauflaune der Verbraucher die noch gut gefüllten Läger des Handels sowie die ungünstige Entwicklung der Wechselkurse. Bereinigt um Wechselkursveränderungen blieb dabei das Kerngeschäft merklich hinter der Prognose zurück.
Der Umsatz in dem mit Abstand weltweit stärksten Markt USA lag leicht unter dem Vorjahr und dabei erkennbar unter der Prognose. So konnten vor allem die aus der Insolvenz eines Großkunden resultierenden Umsatzrückgänge nicht komplett durch Zuwächse im Direktkundengeschäft ausgeglichen werden. Während das eigene Online Geschäft zulegte, verfehlten die übrigen Vertriebskanäle die Prognose. In Kanada gelang es, den Umsatz spürbar zu steigern. Der Zuwachs resultierte vor allem aus einem Plus im Online Geschäft sowie der guten Entwicklung im eigenen stationären Handel. Die Umsatzprognose wurde nahezu erreicht. Erhebliche Umsatzrückgänge verzeichnete Zwilling Küche im Berichtsjahr in China und unterschritt die Prognose drastisch. Grund dafür war die erhebliche Verunsicherung der Konsumenten, die maßgeblich durch die anhaltende Immobilienkrise verursacht wurde. Von den Vertriebskanälen litten insbesondere der Online Handel, das Geschenkartikelgeschäft sowie der Bereich TV Shopping. Im Gegensatz dazu entwickelte sich das Geschäft im stationären Handel nach den umfangreichen Lockdown Beschränkungen im Vorjahr positiv. In Japan erzielte der Geschäftsbereich ein spürbares Umsatzplus, das vor allem aus einer positiven Entwicklung im eigenen stationären Handel, im eigenen Online-Handel sowie im TV-Shopping resultierte. Die Umsatzprognose wurde leicht übertroffen. In Deutschland erwirtschaftete der Geschäftsbereich trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein deutliches Wachstum. Bereinigt um den stagnierenden Umsatz im Geschäftsfeld Barbecue wurde der Umsatz erkennbar gesteigert. Dieser Zuwachs resultierte insbesondere aus einem Plus im eigenen Retail und im Online-Handel. Die Umsatzprognose wurde insgesamt infolge der schwachen Entwicklung im Geschäftsfeld Barbecue spürbar verfehlt. Das übrige, um den Umsatz des Geschäftsfelds Barbecue bereinigte Kerngeschäft übertraf dagegen die Prognose leicht. In den anderen europäischen Ländern steigerte Zwilling Küche den Umsatz spürbar und übertraf die Prognose leicht. Die höchsten Zuwächse konnten in Skandinavien, Frankreich, den Benelux Staaten und in der Türkei realisiert werden. Das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs verfehlte im Jahr 2023 sowohl den Wert des Vorjahres als auch die Prognose erheblich. Gründe waren neben den Umsatzrückgängen höhere Bestandsabwertungen und Restrukturierungsaufwendungen. Das Ergebnis vor Steuern wurde von Sonderabschreibungen auf Firmenwerte sowie gestiegenen Zinsaufwendungen belastet und lag stark unter dem Wert des Vorjahres und der Prognose. Sichtbares Wachstum im Kerngeschäft für 2024 erwartet Die anhaltend angespannte geopolitische Lage sowie die schwache Konsumneigung sind weiterhin herausfordernd. Dennoch erwartet der Geschäftsbereich Zwilling Küche für 2024 auch durch den Wegfall von Einmalbelastungen des Jahres 2023 einen gegenüber dem Vorjahr spürbar höheren Umsatz. Dieser Zuwachs soll im Kerngeschäft vor allem durch intensiviertes E Commerce Geschäft, den Ausbau des Geschäftsfelds Barbecue sowie durch ein weiteres Wachstum der Produktgruppen Vakuum und Electrics erzielt werden. Wesentliche Wachstumsmärkte bleiben 2024 neben den europäischen Märkten auch die USA. In China wird eine vorsichtige Erholung der Umsatzentwicklung erwartet. Dabei sollen insbesondere das Online Geschäft sowie das eigene stationäre Geschäft das Wachstum vorantreiben. Das Sondergeschäft wird auf niedrigem Niveau liegen. Eine spürbare Ergebnisverbesserung wird zudem durch ein bereits implementiertes Transformationsprogramm und strukturelle Optimierungsmaßnahmen erwartet. Der Geschäftsbereich geht daher für 2024 von einer erheblichen Verbesserung des operativen Ergebnisses und des Ergebnisses vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr aus. Zwilling Beauty Group Der Geschäftsbereich Zwilling Beauty Group produziert und vertreibt unter den Marken ZWILLING und TWEEZERMAN hochwertige Pinzetten sowie Instrumente zur Maniküre und Pediküre. Ergänzt wird das Angebot durch Produkte der Marken TruYu und QVS sowie Handels und Exklusivmarken. Die wichtigsten Absatzmärkte des Geschäftsbereichs sind neben den USA und Deutschland Großbritannien sowie China. Positiver Umsatz- und Ergebnistrend Auch die Entwicklung des Geschäftsbereichs Zwilling Beauty Group ist von der abkühlenden Konsumstimmung in den jeweiligen Märkten geprägt. Der Geschäftsbereich erwirtschaftete 2023 einen Umsatz von 110 Mio. € und lag damit leicht über dem Niveau des Vorjahres und erreichte nahezu die Prognose. Die unvorteilhafte Entwicklung der Wechselkurse machte sich insbesondere in den USA, dem mit Abstand wichtigsten Markt, bemerkbar. In lokaler Währung stieg der Umsatz in den USA jedoch spürbar über den Vor jahreswert. Der Online Handel erwies sich als maßgeblicher Wachstums treiber. Bei den Premium Retailern setzte sich der zuvor positive Umsatztrend nicht fort. Der Umsatz bewegte sich hier auf dem Niveau des Vorjahres. In Deutschland verzeichnete der Geschäftsbereich 2023 erneut einen kräftigen Umsatzanstieg und bestätigte die Prognose. Auch in Deutschland setzten die Online-Händler ihren Wachstumstrend fort. Der stationäre Handel mit den Premium Retailern sowie den Retailshops verzeichnete weiterhin eine erfreu liche Geschäftsentwicklung. In Großbritannien übertraf der Umsatz leicht das Niveau des Vorjahres und erfüllte die Prognose. Positiv entwickelte sich ins besondere die Marke TWEEZERMAN. Der chinesische Markt war weiterhin geprägt von einer deutlichen Konsumflaute. Der Umsatz, der ebenfalls durch die ungünstige Wechselkursentwicklung beeinflusst wurde, lag daher nahezu auf Vorjahresniveau. Die Prognose wurde erheblich verfehlt, da die Erwartung einer deutlichen Belebung der Kaufbereitschaft nach den Lockdowns nicht erfüllt wurde. Aufgrund der guten Umsatzentwicklung und stark gesunkener Containerfracht raten übertraf das operative Ergebnis den Vorjahreswert und die Prognose spürbar. Das Ergebnis vor Steuern bewegte sich aufgrund des gestiegenen Zinsaufwandes dagegen nur leicht über dem Niveau des Vorjahres und sichtbar über der Prognose. Konsumbereitschaft sorgt für stabilen Umsatz in 2024 Die Geschäftsentwicklung der Zwilling Beauty Group hängt stark von der Konsumstimmung in den Kernmärkten USA, Deutschland sowie insbesondere in China ab. Das erwartet schwache Konsumklima wird sich auch auf die Geschäftsentwicklung des Geschäftsbereichs auswirken. So reduzieren Ein zelhändler nach schwachen Verkaufszahlen in den vergangenen Jahren den Regalplatz für Beauty Tools. Zudem ist der Retailbereich insbesondere in den USA und Deutschland durch mehrere Insolvenzen belastet. Es bestehen aber auch positive Einflussfaktoren. So wird erwartet, dass 2024 wieder vermehrt reisende Touristen aus Asien für höhere Verkaufszahlen sorgen. Zudem zeigt sich bei den Verbrauchern ein zunehmend hybrides Beauty Verhalten. Sie sind gleichermaßen an professionellen Behandlungen als auch an Alltagsanwendungen zu Hause interessiert. Mit dem neuen Geschäftsfeld Petcare werden darüber hinaus Pflegeinstrumente für Haustiere im US-amerikanischen Markt eingeführt. Die Zwilling Beauty Group erwartet für 2024 einen Umsatz auf dem Vorjahresniveau sowie ein vor allem währungsbedingt und aufgrund von Investitionen in neue Produkte und Absatzkanäle deutlich unter dem Vorjahr liegendes operatives Ergebnis. Das Ergebnis vor Steuern wird sichtbar sinken. Finanzdienstleistungen Zum Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen gehören die Geschäftsbereiche abcfinance und Bank11. Der Geschäftsbereich abcfinance vertreibt Leasing- und Factoringlösungen und refinanziert sich über die abcbank. Der Geschäftsbereich Bank11 ist auf Kfz-Finanzierung spezialisiert. abcfinance abcfinance bietet maßgeschneiderte Finanzdienstleistungen für mehr als 80.000 überwiegend mittelständische Unternehmen in Deutschland, den Niederlanden sowie in Österreich an. Im Geschäftsfeld Leasing finanziert abcfinance mobile Wirtschaftsgüter, einschließlich gebrauchter, geringwertiger und immaterieller Objekte wie Software oder Lizenzen. Im Geschäftsfeld Factoring kauft abcfinance Forderungen an und schafft so finanzielle Freiräume für seine Geschäftspartner. Im Geschäftsfeld Absatzfinanzierung unterstützt abcfinance die Vertriebsanstrengungen von Herstellern und Händlern mit passgenauen Finanzierungen und Services. Die abcbank als Teil des Geschäftsbereichs abcfinance refinanziert Forderungen des Leasing und Factoringgeschäfts. Sie bietet institutionellen, gewerblichen und privaten Anlegern Tages und Festgelder sowie Sparbriefe an und tätigt Verbriefungstransaktionen. Pkw-Leasing stärkt Leasingmarkt, Factoring wächst Die deutsche Leasing und Factoringbranche zeigte sich 2023 in stabiler Verfassung. Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Leasing Unternehmen (BDL) verzeichnete das gesamte Leasinggeschäft zu Anschaffungskosten einen kräftigen Zuwachs in Höhe von 15 %. Dabei entfiel ein deutliches Plus von 17,8 % auf das Neugeschäft im Leasing, während das Mietkaufgeschäft nur ein leichtes Wachstum von 1,8 % aufwies. Geprägt war diese Entwicklung auch durch Preissteigerungen in bestimmten Objektgruppen, die ihre Ursache unter anderem in der Inflation hatten. Die Zahl der neu abgeschlossenen Leasingverträge erhöhte sich erheblich um 20,2 %, die der Mietkaufverträge nahm moderat um 3,1 % ab. Verantwortlich für dieses Minus war insbesondere die nachlassende Nachfrage in der Objektgruppe der Busse, Lkw und Anhänger. Unter dem Einfluss der gesamtwirtschaftlichen Situation zeigte die Entwicklung in ausgewählten Objektgruppen ein sehr unterschiedliches Bild:
Quelle: BDL In der ersten Jahreshälfte stieg der Factoringumsatz in Deutschland nach Aussage des Deutschen Factoring Verbandes nach 182,4 Mrd. € im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 192,8 Mrd. € und war damit, gemessen am europäischen Gesamtumsatz, mit einem Anteil von rund 16 % die Nummer zwei in Europa. Als Motor wirkte dabei vor allem das nationale Geschäft mit einem Plus von 12,6 %. Dagegen verzeichnete das internationale Geschäft infolge des schleppenden Außenhandels einen Umsatzrückgang von 9,7 %. Die Refinanzierungskosten der auf Leasing und Factoring spezialisierten Finanzdienstleister verteuerten sich infolge des spürbaren Anstiegs der Kapitalmarkt und Kreditzinsen 2023 erneut erheblich. Gegenläufige Neugeschäftsentwicklung im Leasing und Factoring Der Geschäftsbereich abcfinance verzeichnete im Geschäftsfeld Leasing ein leichtes Plus von 1,2 % im Neugeschäft sowie eine erfreuliche Margenentwicklung. Das Geschäftsfeld Factoring musste nach einem merklichen Neugeschäftsplus in 2022 einen leichten Rückgang von 3,0 % hinnehmen. Dieses Minus wurde jedoch durch ein erkennbares Margenwachstum ausgeglichen, so dass der Geschäftsbereich sein Factoringergebnis moderat steigern konnte. Der Umsatz lag auf Vorjahresniveau und damit leicht über der Prognose. Das wirtschaftliche Ergebnis 6 lag erheblich über dem Vorjahresergebnis, womit die Prognose nahezu erreicht werden konnte. Ursächlich dafür war insbesondere der prägnante Ausbau der Neugeschäftsmargen, durch den die erheblichen negativen Effekte aus dem stark angestiegenen Marktzinsniveau überkompensiert werden konnten. Das Ergebnis vor Steuern verfehlte den Vergleichswert des Vorjahres erheblich, bedingt durch die negative Entwicklung des Roh ergebnisses aus den drastisch erhöhten Refinanzierungskosten. Die höheren Refinanzierungskosten, ein höheres Risikoniveau und der entsprechend höhere Bedarf an Risikovorsorge führten dazu, dass die Prognose erheblich verfehlt wurde.
Verhaltene Erwartungen der Finanzbranche für 2024 Der BDL bewertet die Perspektiven für 2024 ungewöhnlich zurückhaltend. Vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Krisen und zu erwartender schwacher Wachstumsraten würden die realen Ausrüstungsinvestitionen bestenfalls stagnieren. Somit wird das Wachstum in der Leasingbranche in 2024 voraussichtlich stark limitiert sein. Auch der Factoring Verband blickt verhalten in die Zukunft. Als Herausforderungen werden unter anderem gestiegene Refinanzierungskosten, schwer kalkulierbare Energiepreise und der Fachkräftemangel genannt. Gerade in Krisenzeiten nimmt Factoring aufgrund seiner Fähigkeit, kurzfristig Liquidität bereitzustellen, sowie seiner Planbarkeit eine wichtige Rolle ein. Somit wird diese Finanzierungsform auch weiterhin insbesondere von mittelständischen Unternehmen als attraktive Alternative nachgefragt werden. Trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds erwartet der Geschäftsbereich abcfinance das Neugeschäftsvolumen im Leasing und Factoring weiter ausbauen zu können. Dazu sollen neben neuen Kundengruppen auch neue Produkte sowie digitale Lösungen beitragen. Der Umsatz wird spürbar über dem Niveau des Vorjahres erwartet. Das wirtschaftliche Ergebnis wird 2024 voraussichtlich stark über dem Vorjahr liegen. Wesentliche Treiber dafür sind, neben dem Anstieg des Neugeschäftsvolumens, leicht rückläufige Refinanzierungskosten auf Basis der prognostizierten Marktzinsentwicklung. Für das Ergebnis vor Steuern wird 2024 ein Wert erheblich über dem Vorjahresniveau erwartet. Gründe dafür sind höhere Margen im Aktivgeschäft sowie sich stabilisierende Marktzinsen bei weiterhin hohen Risikokosten. Bank11 Bank11 ist ein Spezialist für Absatz- und Einkaufsfinanzierungen sowie Konsumentenkredite. Sie bietet dem mittelständischen Kfz Handel einfache und günstig kalkulierte Finanzierungen und Versicherungen für dessen Kunden an. Über die Einkaufsfinanzierung eröffnet Bank11 ihren Handelspartnern zusätzlich die Möglichkeit, ihren Lagerbestand an Neu und Gebrauchtwagen zu finanzieren. Darüber hinaus betreibt sie die Plattform smive, über die Kunden flexibel ein Auto-Abo abschließen können. Über Partnerbanken sowie im Direktgeschäft bietet Bank11 auch Konsumentenkredite an. Zur Refinanzierung ihres operativen Geschäfts offeriert sie direkt oder über Einlageplattformen privaten und institutionellen Anlegern Tages- und Festgeldkonten und tätigt Verbriefungstransaktionen. Deutscher Kfz-Markt weitgehend erholt Der deutsche Kfz Markt wuchs 2023 spürbar. Nach Angaben des Kraftfahrt Bundesamtes wurden im Berichtsjahr insgesamt 2,8 Mio. Neuwagen zugelassen, das waren 7,3 % mehr als 2022. Nach den Lieferengpässen bei Neuwagen im Vorjahr verbesserte sich die Verfügbarkeit 2023, was zu einer Normalisierung des Preisniveaus für Gebrauchtwagen führte. 2023 wurden 6,0 Mio. Besitz umschreibungen registriert, somit lag der Gebrauchtwagenmarkt 6,9 % über dem Niveau des Jahres 2022. Das Geschäft der auf Pkw-Finanzierungen spezialisierten Banken profitierte auch im vergangenen Jahr davon, dass ein großer Teil der Neu und Gebrauchtwagen von Privatkunden finanziert wurde. Einer Befragung des Bankenfachverbandes zufolge wurden 2023 etwa 40 % aller Pkw von Privatkunden in Deutschland per Kredit oder Leasing finanziert. Bei Neuwagen betrug der Finanzierungsanteil rund 49 %, bei Gebrauchtwagen waren es circa 34 %. Neugeschäft und Kundenkreditvolumen legen zu Bank11 wuchs in 2023 weiter. Der Geschäftsbereich profitierte von einem weiter ausgebauten Online Vertrieb und steigerte das Neugeschäft spürbar auf 3,9 Mrd. €. Das Kundenkreditvolumen erhöhte sich um 12,7 %. Die Zahl der Handelspartner stieg um etwa 1.500 auf 19.400. Eine wichtige Säule des Vertriebs war dabei unter anderem die seit langem erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Verbänden des Kfz Gewerbes und des Kfz Handels. Auch die Kooperation mit dem ADAC im Bereich der Fahrzeugfinanzierung verlief weiterhin erfolgreich. Zudem profitierte Bank11 von ihrer Innovationskraft sowie der schnellen und kompetenten Betreuung von Kfz Händlern und deren Kunden. Bank11 konnte den Umsatz durch die positive Entwicklung des Neugeschäfts und die deutlich gestiegenen Zinserträge erheblich über dem Vorjahr und der Prognose steigern. Das operative Ergebnis verfehlte jedoch das Vorjahres niveau sowie die Prognose stark. Maßgeblich dafür waren vor allem ein niedrigeres Zinsergebnis sowie geplant höhere Risikoaufwendungen, die das gute Provisionsergebnis nicht ausgleichen konnte. Die deutlich höheren Zinserträge im Vergleich zum Vorjahr und der Prognose konnten die aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus und des wachsenden Wettbewerbs um Einlagen höheren Refinanzierungskosten nicht ausgleichen. Das Provisionsergebnis übertraf bedingt durch Steuerungsmaßnahmen sowohl das Vorjahr als auch die Prognose deutlich. Infolge des starken Neugeschäfts erhöhte sich der Kreditrisikoaufwand gegenüber dem Vorjahr spürbar - wenn auch nicht in dem Ausmaß wie erwartet. Auf der Refinanzierungsseite wurden trotz des schwierigen Marktumfelds zwei Verbriefungsaktionen mit einem Volumen von insgesamt 1,0 Mrd. € abgeschlossen. Aufgrund der beschriebenen Zins und Risikoentwicklungen verfehlte das Ergebnis vor Steuern sowohl den Vorjahreswert als auch die Prognose erheblich. Geringes Neugeschäft in 2024 geplant Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe erwartet für 2024 eine rückläufige Entwicklung der Neuzulassungen auf dem deutschen Kfz-Markt. Nach seiner Einschätzung werden Kunden bei der Anschaffung eines Fahrzeugs aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation sowie hoher Fahrzeugpreise weiterhin zurückhaltend agieren. Zudem hat sich die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen aufgrund der Beendigung der staatlichen Förderung stark abgeschwächt. Für den Gebrauchtwagenmarkt wird ein leichtes Wachstum erwartet. Bank11 erwartet für 2024 eine Konsolidierungsphase mit geringerem Neugeschäft und weitgehend konstanten Forderungsbeständen. Aufgrund geplant höherer Zinserträge wird mit einem deutlichen Umsatzanstieg gerechnet. Vor dem Hintergrund der schwer einzuschätzenden Zinsentwicklung prognostiziert Bank11 einen leicht gesunkenen Rohertrag. Die Risikokosten werden sich 2024 unter anderem aufgrund des geringeren Neugeschäfts mutmaßlich wieder verringern, weshalb bei verschärfter Kostendisziplin ein gegenüber dem Jahr 2023 erheblich verbessertes operatives Ergebnis als auch Ergebnis vor Steuern erwartet wird. Vermögens- und Finanzlage Die konsolidierte Bilanzsumme stieg im Jahr 2023 um 1.112 Mio. € von 12.519 Mio. € auf 13.631 Mio. €. Dabei veränderten sich die einzelnen Bilanzposten wie folgt: Aktiva
Passiva
Ausgewählte Kennzahlen
Das Anlagevermögen der Werhahn Gruppe stieg von 2.844 Mio. € im Vorjahr auf 2.889 Mio. € zum Bilanzstichtag. Es umfasste 115 Mio. € Immaterielle Vermögensgegenstände (i. Vj. 164 Mio. €), 958 Mio. € Sachanlagevermögen (i. Vj. 889 Mio. €), 110 Mio. € Finanzanlagen (i. Vj. 108 Mio. €) sowie Leasing gegenstände aus Finanzdienstleistungen von 1.705 Mio. € (i. Vj. 1.682 Mio. €). Insgesamt erhöhte sich das Anlagevermögen ohne Leasinggegenstände gegenüber dem Vorjahr um 21 Mio. €. Die Investitionen betrugen 180 Mio. € und die Nettozugänge aus den Akquisitionen 71 Mio. €. Sie überstiegen damit die Abschreibungen von 214 Mio. € und Nettoabgänge des Geschäftsjahres von 11 Mio. €. Der Rückgang der Immateriellen Vermögensgegenstände um 50 Mio. € war insbesondere auf außerplanmäßige Abschreibungen im Zuge der Beendigung der FiberLean Geschäftsaktivitäten sowie auf außerplanmäßige Firmenwertabschreibungen zurückzuführen. Insgesamt standen den Investitionen von 20 Mio. € Abschreibungen des Geschäftsjahres von 69 Mio. € gegenüber. In den Abschreibungen des Geschäftsjahres waren insgesamt 26 Mio. € Firmenwertabschreibungen enthalten. Das Sachanlagevermögen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 69 Mio. €. Den Investitionen des Geschäftsjahres von 151 Mio. € und den Nettozugängen aus den Akquisitionen von 70 Mio. € standen hauptsächlich Abschreibungen von 144 Mio. € gegenüber. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 2 Mio. €. Den Investitionen in Beteiligungsgesellschaften von 9 Mio. € standen Netto abgänge von 6 Mio. € gegenüber. Im Folgenden sind die Investitionen in das Sachanlagevermögen, in Immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Firmenwerte) sowie die Nettoinvestitionen aus Akquisitionen den planmäßigen Abschreibungen des jeweiligen Geschäftsjahres gegenübergestellt:
2023 wurden insgesamt Investitionen in das Sachanlagevermögen, in Immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Firmenwerte) zuzüglich Nettoinvestitionen aus Akquisitionen von 241 Mio. € (i. Vj. 160 Mio. €) getätigt. Die Investitionen zeigten aufgrund der Akquisition des spanischen Schieferproduzenten Pizarras La Baña im Geschäftsbereich Schiefer einen erheblichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Damit lagen die Investitionen über den Abschreibungen. Der wesentliche Teil der nicht akquisitionsbedingten Investitionen entfiel auf den anlageintensiven Geschäftsbereich Natursteine. Während die Investitionen im Geschäftsbereich Natursteine und im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen über dem Vorjahresniveau lagen, sanken die Investitionen im Unternehmensbereich Konsumgüter. Im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen erhöhten sich die Leasing gegenstände aus Finanzdienstleistungen um 23 Mio. €. Im Berichtsjahr wurden bei Abschreibungen von 560 Mio. € und Nettoabgängen von 139 Mio. € zusätzlich 723 Mio. € investiert. Der signifikante Anstieg der Forderungen aus Finanzdienstleistungen um 1.764 Mio. € auf 9.617 Mio. € resultierte aus dem weiteren Wachstum des Neugeschäfts, höheren verzinslichen Einlagen bei der Bundesbank, die in dieser Position auszuweisen sind, sowie generell höheren Einlagen bei Kredit instituten. Die Vorräte betrugen zum 31. Dezember 2023 535 Mio. € (i. Vj. 652 Mio. €). Die starke Minderung ist überwiegend auf den geplanten Bestandsabbau im Geschäftsbereich Zwilling Küche zurückzuführen. Die Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände inklusive Rechnungsabgrenzungsposten betrugen insgesamt 404 Mio. € (i. Vj. 386 Mio. €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 258 Mio. € leicht über dem Wert des Vorjahres (253 Mio. €). In den Geschäftsbereichen Natursteine, Schiefer und Zwilling Beauty Group stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an. Dagegen lagen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in dem Geschäftsbereich Zwilling Küche bedingt durch niedrigere Umsätze gegen Ende des Geschäftsjahres unter dem Vorjahr. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, stiegen um 3 Mio. € auf 32 Mio. € an. Der Anstieg betraf insbesondere den Geschäftsbereich Natursteine. Die Sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich vor allem aufgrund höherer Forderungen gegen Finanzbehörden um 6 Mio. € auf 95 Mio. €. Das Eigenkapital der Gruppe betrug 2.032 Mio. € (i. Vj. 2.063 Mio. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 15 % (i. Vj. 16 %). Ohne Konsolidierung der Finanzdienstleistungsgesellschaften belief sich die Eigenkapitalquote auf 56 % (i. Vj. 58 %). Der Anteil der Minderheitsgesellschafter am Eigenkapital betrug am Stichtag 60 Mio. € (i. Vj. 67 Mio. €). Dieser Betrag der Anteile enthält in geringem Umfang positive Währungsumrechnungsdifferenzen. Die Veränderungen im Eigenkapital werden im Eigenkapitalspiegel detailliert dargestellt. Die Rückstellungen sanken gegenüber dem Vorjahr um 6 Mio. € auf 491 Mio. €. Sie umfassten im Wesentlichen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen (133 Mio. €, i. Vj. 129 Mio. €), sonstige Personalrückstellungen (82 Mio. €, i. Vj. 77 Mio. €), Rückstellungen für Rückbau- und Rekultivierungsverpflichtungen überwiegend im Unternehmensbereich Baustoffe (107 Mio. €, i. Vj. 108 Mio. €), Rückstellungen für Rabatte und Boni (39 Mio. €, i. Vj. 47 Mio. €) sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (33 Mio. €, i. Vj. 35 Mio. €). In den Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen werden die Refinanzierung des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen sowie die Verbindlichkeiten der Bankhaus Werhahn GmbH aus dem Bankgeschäft ausgewiesen. Der Anstieg der Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen um 1.150 Mio. € auf 10.473 Mio. € resultierte vor allem aus der weiteren Ausweitung des Neugeschäfts. Die Verbindlichkeiten inklusive Rechnungsabgrenzungsposten der Werhahn Gruppe lagen mit 616 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 636 Mio. €. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich dabei um 7 Mio. € auf 361 Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 108 Mio. € vor allem aufgrund des geplanten Bestandsabbaus im Geschäftsbereich Zwilling Küche um 14 Mio. € unter dem Vorjahresniveau. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind von 25 Mio. € auf 18 Mio. € gesunken. Die Sonstigen Verbindlichkeiten verringerten sich insbesondere aufgrund der niedrigeren Verbindlichkeiten gegenüber Finanzbehörden von 74 Mio. € auf 61 Mio. €. Zum Stichtag ergab sich ein Passivüberhang bei den latenten Steuern von 19 Mio. €. Im Vorjahr lagen aktive latente Steuern von 1 Mio. € vor. Der wesentliche Anteil der passiven latenten Steuern resultierte aus der Erfassung von passiven latenten Steuern auf stillen Reserven, die im Rahmen der Akquisition des spanischen Schieferproduzenten Pizarras La Baña im Geschäftsbereich Schiefer aufgedeckt wurden. Die Werhahn-Gruppe verzichtet unverändert auf die Bilanzierung aktiver latenter Steuern aus Einzelgesellschaften im Rahmen des Wahlrechts gemäß §§ 274, 298 und 306 HGB. Aufgrund der Regelungen des DRS 21 zur Darstellung der Finanzierung des Geschäftsbereichs Finanzdienstleistungen hat die Kapitalflussrechnung der Werhahn Gruppe nur eine begrenzte Aussagekraft. So lag der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit mit - 381 Mio. € unter dem des Vorjahres (Vj. - 307 Mio. €). Er war maßgeblich durch die signifikante Erhöhung der Forderungen aus Finanzdienstleistungen sowie den erheb lichen Rückgang des Konzernjahresüberschusses beeinflusst. Der Anstieg der Verbindlichkeiten und Anleihen aus Finanzdienstleistungen sowie der Bestandsabbau im Geschäftsbereich Zwilling Küche kompensierten diese Effekte nicht vollständig. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit (- 166 Mio. €, i. Vj. - 119 Mio. €) war insbesondere von Investitionen in das Sachanlagevermögen sowie den Auszahlungen für die Akquisition des spanischen Schieferproduzenten Pizarras La Baña im Geschäftsbereich Schiefer geprägt. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag mit - 59 Mio. € unter dem Vorjahreswert von - 67 Mio. €. Die Veränderung zum Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus geringeren Abflüssen aus Dividendenzahlungen. Der Finanzmittelfonds am Ende der Periode betrug - 168 Mio. € (i. Vj. 441 Mio. €) und war somit signifikant niedriger als zum 31. Dezember 2022. Die im Finanzmittelfonds enthaltenen Flüssigen Mittel verminderten sich kräftig um 597 Mio. € auf 186 Mio. €. Hiervon sind 69 Mio. € (i. Vj. 664 Mio. €) in Finanzdienstleistungsinstituten gebunden. Der Rückgang ist hauptsächlich auf höhere Anlagen der Finanzdienstleistungsinstitute in verzinsliche Bundesbankeinlagen zurück zuführen, die im Gegensatz zur Barreserve nicht dem Finanzmittelfonds, sondern den Forderungen aus Finanzdienstleistungen und somit dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit zugerechnet wurden. Das Guthaben der anderen Gesellschaften bei Kreditinstituten reduzierte sich im Jahr 2023 leicht. Entsprechend verringerte sich auch die Nettoliquidität 7 um 606 Mio. € gegen- über dem Vorjahr und betrug zum 31. Dezember 2023 - 177 Mio. €. Am Bilanzstichtag standen der Werhahn-Gruppe freie zugesagte Kreditlinien mit einem Volumen von 842 Mio. € zur Verfügung. Darüber hinaus hatten die Kredit institute freie Beleihungswerte für Wertpapiere im Dispositionsdepot der Bundesbank von 1.294 Mio. €. Personal Die Werhahn Gruppe beschäftigte im Jahresdurchschnitt 10.572 Mitarbeitende. Das waren 221 Mitarbeitende mehr als 2022. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden stieg im Vergleich zum Vorjahr in allen Unternehmensbereichen. Lediglich im Bereich Sonstige war ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Die gestiegene Zahl der Mitarbeitenden in dem Unternehmensbereich Baustoffe ergab sich überwiegend aus der Akquisition des spanischen Schieferproduzenten Pizarras La Baña des Geschäftsbereichs Schiefer. Der Anstieg im Unternehmensbereich Konsumgüter war vor allem auf Erstkonsolidierungseffekte sowie die Eröffnung neuer Shops des Geschäftsbereichs Zwilling Küche zurückzuführen. Im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen resultierte die höhere Zahl der Mitarbeitenden vor allem aus dem weiteren Wachstum. Die Entwicklung der durchschnittlichen Zahl der Mitarbeitenden spiegelte sich, mit Ausnahme des Unternehmensbereichs Konsumgüter, auch in der Veränderung der Zahl der Mitarbeitenden zum Stichtag wider. Dabei waren zum Stichtag die Beschäftigtenzahlen in den Unternehmensbereichen Baustoffe und Finanzdienstleistungen höher als die durchschnittliche Zahl im Geschäftsjahr. Die Zahl der Mitarbeitenden verteilte sich wie folgt auf die einzelnen Unternehmensbereiche:
Am Bilanzstichtag waren mit 5.654 Personen rund 53 % (i. Vj. 53 %) der Mit arbeitenden der Werhahn Gruppe in Deutschland beschäftigt.
Um ihren Erfolg langfristig zu sichern, baut die Werhahn Gruppe auf die Kompetenz, das Engagement und die Identifikation ihrer Mitarbeitenden mit dem Unternehmen. Eckpunkte ihrer vorausschauenden Personalplanung sind eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung, die gezielte Identifizierung und Förderung von Leistungsträgern sowie die Gewinnung und Bindung von Talenten. An diesen Prinzipien hielt die Werhahn Gruppe auch 2023 fest. Aus- und Weiterbildung Die Werhahn Gruppe beschäftigte zum Jahresende 229 Auszubildende. Aus gebildet wurde in 30 Berufsbildern, einschließlich dualer Studiengänge. Dies spiegelt die Vielfalt der in der Werhahn-Gruppe benötigten Qualifikationen wider. Die Berufsbilder, in denen ausgebildet wurde, veränderten sich zuletzt nur geringfügig. Die Mehrheit der Geschäftsbereiche bietet duale Studiengänge sowohl mit kaufmännisch betriebswirtschaftlichen als auch mit technisch ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkten an. Dabei erfolgt das Studium entweder parallel zu einer beruflichen Erstausbildung oder es ist so angelegt, dass die Absolventen längere Praxisphasen in den Unternehmen verbringen. Wissen und Fähigkeiten müssen ständig aktualisiert werden. Deshalb qualifiziert die Werhahn Gruppe ihre Mitarbeitenden kontinuierlich weiter und bereitet sie auf neue Anforderungen vor. Im Mittelpunkt stehen dabei produkt , fach und technologiebezogene Weiterbildungsmaßnahmen. Diese werden ergänzt durch das seit Jahren bewährte Werhahn Exzellenz Programm in Form von Seminaren zu Themen wie Führung, Kommunikation und Arbeitstechniken. Zielgruppe sind alle Führungskräfte und Mitarbeitenden der Gruppe in Deutschland. Die virtuellen Lernformate wurden systematisch ausgewertet. Abhängig von den Inhalten wurden im Jahr 2023 Seminare sowohl in Präsenz als auch in Remote Formaten angeboten. Ergänzend zum Werhahn Exzellenz Programm verfolgen die Geschäftsbereiche national wie international eigene Initiativen zur überfachlichen Weiterbildung, zum Beispiel Inhouse Führungskräftetrainings oder die Teilnahme von Mitarbeitenden an Seminaren externer Anbieter. Vergütung In den tarifgebundenen Unternehmen der Werhahn Gruppe gelten die jeweiligen branchenspezifischen Tarifverträge. Unabhängig davon werden Fach- und Führungskräfte leistungsorientiert vergütet. Dazu gehören sowohl feste Entgeltanteile als auch an die Erreichung jährlicher Ziele gebundene Entgeltanteile. In den zur Werhahn Gruppe gehörenden Kreditinstituten bildet die Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV) die Grundlage für die Vergütung von Mitarbeitenden und Geschäftsleitern. Darüber hinaus bieten verschiedene Geschäftsbereiche Nebenleistungen wie Essensgutscheine, eine betriebliche Krankenversicherung oder die Möglichkeit, E Bikes zu leasen. Talentmanagement Die Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Mitarbeitenden auf allen Ebenen hat in der Werhahn Gruppe unverändert hohe Priorität. Neben der Gewinnung von Mitarbeitenden vom externen Arbeitsmarkt lag im Berichtsjahr ein Fokus auf der systematischen Nachfolgeplanung für Führungs und weitere Schlüsselfunktionen in allen Geschäftsbereichen. Die Qualität der Führung und der Führungskräfte wurde zum Beispiel durch Konzepte zur Entwicklung von Führungsgrundsätzen gesichert, die als Ergebnis ein einheitliches Führungsverständnis verankern. Mitarbeitergewinnung und -bindung Der spürbare Fachkräftemangel und die damit erschwerte Gewinnung von neuen Mitarbeitenden aller Qualifikationsgrade war auch 2023 ein Top-Thema in der Werhahn Gruppe. Jeder Geschäftsbereich nutzt digitale Recruiting Tools und setzt spezifische Employer-Branding-Konzepte ein, um gezielt potenzielle neue Mitarbeitende anzusprechen. Das Spektrum der Methoden zur Ansprache von Interessenten für eine Mitarbeit wurde erweitert. Im Vordergrund stand dabei weiterhin der Einsatz von Social Media. Die Implementierung und stetige Modernisierung der Karriere Websites trugen weiterhin zu einer Professionalisierung bei. Auch Formate, die auf persönliche Kontakte zwischen Unternehmen und Interessenten setzen, wie Karrieremessen und Berufsparcours für Auszubildende, waren wieder Teil der Aktivitäten im Recruiting. Beim Karrieretag Familienunternehmen, einer Veranstaltung, die sich an Young Professionalsrichtet, die gezielt die Mitarbeit in einem Familienunternehmen anstreben, präsentierten sich Vertreterinnen und Vertreter von Geschäftsbereichen und Zentrale gemeinsam als Werhahn-Gruppe. Bewährte Konzepte, die auf eine möglichst frühe Bindung von Mitarbeitenden setzen, etwa in Form von Ausbildung, dualem Studium, Praktika oder der Betreuung von Bachelor und Masterarbeiten, wurden ausgebaut. Zur Bindung der Mitarbeitenden und Steigerung der Arbeitgeberattraktivität wurde in den Geschäftsbereichen und der Zentrale im Berichtszeitraum wieder eine Vielzahl von neuen Maßnahmen und Angeboten entwickelt und implementiert. Einen Schwerpunkt bildeten dabei Konzepte zur Erhaltung und Förderung der physischen und psychischen Gesundheit der Mitarbeitenden. Die Mehrheit der Beschäftigten in der Werhahn Gruppe in Deutschland hat Zugang zum Employee Assistance Programm (EAP). Dieses bietet telefonisch, in einem persönlichen Gespräch oder online den Mitarbeitenden, Führungskräften und deren Familienangehörigen bei Bedarf eine kostenlose, professionelle Beratung durch externe Experten. Anlass für eine Beratung können akute berufliche oder persönliche Krisensituationen oder auch andere Fragen etwa zu Pflege- oder Rechtsthemen sein. Lösungen werden entweder unmittelbar entwickelt oder die Berater vermitteln Kontakte zu spezialisierten Hilfesystemen. Angepasst auf die Erfordernisse der einzelnen Geschäftsbereiche, der Zentrale und der spezifischen Arbeitsplätze wurde die Digitalisierung der Arbeitsumgebungen vorangetrieben. Darüber hinaus werden in einigen Geschäfts bereichen Konzepte zur Etablierung von Change Agents als weiterer Ansatz zur Flexibilisierung und Weiterentwicklung der Organisation als auch zur Bindung und Personalentwicklung von Mitarbeitenden implementiert. Mit arbeitende engagieren sich hier unabhängig von Linienfunktion und Hierarchie in übergreifenden Arbeits und Projektgruppen zu Zukunftsthemen. Dabei unterstützen sie laufende Veränderungsprojekte oder bringen projekt unabhängig eigene Gestaltungs und Verbesserungsvorschläge ein. Risikobericht Das Handeln der Werhahn-Gruppe ist darauf ausgerichtet, nachhaltig profitabel zu wachsen sowie Werte zu erhalten und zu erschaffen. Aufgrund ihrer nach Branchen und Regionen diversifizierten Struktur ist die Werhahn-Gruppe dabei unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Eine aktive Steuerung der Risiken erfolgt durch das Risikomanagementsystem der Werhahn Gruppe und ist ein integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung und strategie sowie der Corporate Governance in der Werhahn Gruppe. Risikomanagementsystem Zielsetzung des Risikomanagementsystems Ziel des Risikomanagements in der Werhahn Gruppe ist es, Risiken mit besonderer Bedeutung für die Vermögens und Ertragslage im Hinblick auf die langfristigen Unternehmensziele vorausschauend zu beurteilen. Zu diesem Zweck sollen besondere und große Risiken - ergänzend zu der laufenden Überwachung im Tagesgeschäft - frühzeitig erkannt, zutreffend bewertet sowie effektiv und effizient gesteuert werden. Risiken sind alle Ereignisse und möglichen Entwicklungen, die das Erreichen der Unternehmensziele beeinträchtigen oder die sich aus einer nicht genutzten Entwicklungsmöglichkeit und Chance ergeben können. Die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Ausmaßes zukünftiger Ereignisse und Entwicklungen unterliegt naturgemäß Unsicherheiten. Zielsetzung des Risikomanagementsystems ist die Förderung der Risikokultur und die Erstellung und Bewertung gruppenweiter Risikoberichte. Neben den Geschäftsbereichen werden auch die Zentralfunktionen, wie zum Beispiel die Revision und das Compliance Committee, in das Risikomanagement eingebunden, um ein effizientes Risikomanagement in der Werhahn-Gruppe zu gewährleisten. Das Konzept des Risikomanagementsystems wurde im Geschäftsjahr umfänglich überarbeitet, um weitere Betrachtungsdimensionen ergänzt und mit einer Tragfähigkeitsanalyse ausgestattet. Die neue Berichtsform gewährleistet eine transparente Darstellung der Risikosituation auf Gruppenebene. Organisation des Risikomanagements Das Risikomanagement erstreckt sich über die gesamte Werhahn Gruppe. Die Zentral und Geschäftsbereiche sind eigenverantwortlich dafür zuständig, individuell anwendbare Regelungen und Vorschriften umzusetzen. Die Finanzdienstleistungsunternehmen berücksichtigen zudem die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) veröffentlichten Mindestanforderungen für das Risikomanagement (MaRisk). Durch gruppenweit verbindliche Regelungen und die regelmäßige Einbindung der obersten Leitungsgremien der Werhahn Gruppe wird sichergestellt, dass die Anforderungen des Risikomanagementsystems eingehalten und zielgerecht angewendet werden. Die aktuelle Risikolage sowie wesentliche Einzelrisiken werden regelmäßig in Vorstands und Verwaltungsratssitzungen besprochen. Neu erworbene Gesellschaften werden zügig an die gesetzten Standards herangeführt. Die Richtlinie des finanziellen Risikomanagements regelt die Rahmenbedingungen sowie die Vorgehensweise im Umgang mit finanziellen und nichtfinanziellen Risiken. Diese umfassen die Risikokategorien Marktrisiken, Prozessrisiken, Finanzmarktrisiken sowie ESG (Environment, Social, Governance), Recht und Compliance, welche in weitere Risikoarten unterschieden werden. Ziel ist es, die Risiken so zu begrenzen, dass die Werhahn Gruppe auch bei wesentlich negativen Entwicklungen nicht gefährdet ist. Hierzu wird eine Risikotragfähigkeitsrechnung in den Dimensionen Eigenkapital und Liquidität erstellt und mit quantifizierten Risiken abgeglichen. Risiken fließen hierbei ein, wenn diese wertmäßig nach Geschäftsbereichen differenzierte Aufgriffsgrenzen bezogen auf die mögliche Schadenshöhe übersteigen. Die Aufgriffsgrenzen sind für alle Geschäftsbereiche und Zentralbereiche individuell festgelegt und werden jährlich validiert. Die dezentralen Compliance-Management-Systeme der Unternehmen der Werhahn Gruppe werden durch die jeweiligen Compliance Beauftragten überwacht. Die Compliance Beauftragten in den Geschäftsbereichen entwickeln gemeinsam mit dem zentralen Compliance Beauftragten die Compliance Standards weiter und überwachen die Umsetzung von Maßnahmen in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich. Zudem finden mehrmals im Jahr Sitzungen des Compliance Committees der Werhahn Gruppe statt, an denen das zuständige Vorstandsmitglied der Wilh. Werhahn KG teilnimmt. Das Compliance Committee der Werhahn Gruppe koordiniert die gruppenweiten Aktivitäten zur Einhaltung von Gesetzen und sonstigen Regeln sowie der selbst gesetzten Werte und Leitprinzipien für ein moralisch, ethisch und rechtlich korrektes Verhalten gemäß dem gruppenweit geltenden Verhaltenskodex. Der Verhaltenskodex wird unter anderem durch einen gesonderten Leitfaden zum Kartellrecht ergänzt. Es werden e Learnings zum Verhaltenskodex und zu weiteren compliancerelevanten Themen angeboten und durchgeführt. Weiterhin können relevante Vorgänge weltweit kostenlos und anonym, sowohl telefonisch als auch über das in 17 Sprachen verfügbare Online Hinweisgebersystem, an die jeweilige Gruppengesellschaft gemeldet werden. Als weitere Instanz überwachen der Zentralbereich Revision sowie die Revisionsabteilungen der Finanzdienstleister durch unabhängige Prüfungen die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und interner Richtlinien. Im Rahmen der Prüfungen werden zudem die Geschäftsprozesse und das interne Kontroll system der geprüften Gesellschaften evaluiert. Der Prüfungsumfang umfasst je nach Bedarf die Beurteilung der Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Prozesse und Systeme zum Risikomanagement. Die interne Revision führt ihre Prüfungen auf Basis eines risikoorientierten Prüfungs ansatzes durch, der den Umfang der Prüfungshandlungen an der Risikoeinschätzung des jeweiligen Prüffeldes ausrichtet. Der Verwaltungsrat beschäftigt sich vertiefend in einer Sitzung mit dem Risikomanagementsystem und der Risikobewertung. Die Überwachung des Konzernrechnungslegungsprozesses erfolgt über interne Kontrollsysteme. Der für die Abschlusserstellung maßgebliche rechnungslegungsbezogene Teil des internen Kontrollsystems umfasst dabei Maßnahmen, die gewährleisten sollen, dass Informationen, die für die Aufstellung des Konzernabschlusses sowie des Konzernlageberichts notwendig sind, vollständig, richtig und zeitgerecht übermittelt werden. Systemseitige und manuelle Maßnahmen sollen das Risiko einer materiellen Falschaussage im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht minimieren. Die Accounting-Richtlinie der Werhahn-Gruppe ist die Grundlage für eine gesetzeskonforme und konzerneinheitliche Bilanzierung und Konsolidierung. Sie wird stetig aktualisiert, vom Vorstand freigegeben und ist verbindlich von allen konsolidierten Unternehmen der Werhahn-Gruppe anzuwenden. Grundlage für die Aktualisierung der Accounting Richtlinie ist die Analyse der Entwicklungen des Handelsrechts und der Deutschen Rechnungslegungs Standards im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht. Weitere wesentliche Bestandteile des Konzernrechnungslegungsprozesses sind der einheitliche Konzernkontenplan und der verbind liche Konzernabschlussterminplan. Die Erstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts erfolgt mithilfe einheitlicher IT Systeme zur Konsolidierung und zur Erstellung von Konzernanhang und Konzernlagebericht. Die Systeme sind in die IT Sicherheitsstrategie der Werhahn Gruppe eingebunden, insbesondere gibt es ein detailliertes Berechtigungskonzept und festgelegte Change Management Verfahren. Unterstützt wird die Überwachung des Konzernrechnungslegungsprozesses durch die interne Revision. Auch die Wirtschaftsprüfer der Werhahn-Gruppe berichten über die Ergebnisse ihrer Prüfung und etwaige Feststellungen zum internen Kontrollsystem der konsolidierten Gesellschaften. Wo notwendig, werden zudem externe Experten hinzugezogen, zum Beispiel bei der Bewertung von Pensions und Rekultivierungsrückstellungen oder bei der Erstellung von Kaufpreisallokationen bei Unternehmenserwerben. Ablauf des Risikomanagements Im ersten Schritt erfolgt eine jährliche Inventur der Risiken und Chancen auf Ebene der Geschäfts und Zentralbereiche im Rahmen der Unternehmens planung. Die Bewertung der identifizierten Risiken erfolgt anhand ihrer Schadenshöhe und prozentualen Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Wirkung von geplanten Maßnahmen zur Risikoreduktion wird hierbei berücksichtigt. Die erhobenen Risiken und Chancen werden im Anschluss auf Gruppenebene unter Beteiligung des Vorstands der Wilh. Werhahn KG diskutiert und auf zusätzlichen Handlungsbedarf zur Risikosteuerung geprüft. Auf dieser Basis wird jährlich ein Konzern Risikobericht erstellt. Dieser beinhaltet die Risiko situation der Werhahn Gruppe insgesamt, wesentliche Einzelrisiken, die Maßnahmenwirkung zur Reduktion von Risiken sowie eine Darstellung der Risikotragfähigkeit. In Planungsrunden werden neben der Planung von finanzwirtschaftlichen Zahlen die wesentlichen Risiken sowie Maßnahmen zu deren Begrenzung und Chancen besprochen und aktualisiert. Bei Bedarf erfolgt eine Neubewertung der Risiken und Maßnahmen unter Einbeziehung des Vorstands der Wilh. Werhahn KG und eine Anpassung der jeweiligen Planung des Geschäftsbereichs. Unterjährig erfolgt eine erneute Bewertung der zum Planungszeitpunkt durchgeführten Risikoinventarisierung mit entsprechender Bericht erstattung. Das Ergebnis des Risikomanagementprozesses wird in einem Bericht ausgewiesen. Hierbei werden unter anderem in einer Risikomatrix summierte Schadenserwartungswerte der einzelnen Risiken hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe in Bandbreiten eingeordnet. Sowohl bei der Bewertung als auch bei der Zuordnung der einzelnen Risiken zu den Bandbreiten sind geplante Maßnahmen zur Risikominimierung berücksichtigt. Durch die Verknüpfung der Kriterien Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe mit Wirkung auf das Ergebnis vor Steuern werden die Risiken in Risiko felder gemäß der folgenden grafischen Darstellung eingestuft.
Die Entwicklung der Einzelrisiken wird laufend von den Geschäfts- und Zentralbereichen beobachtet und zu festgelegten Terminen in den verschiedenen Gremien der Geschäftsbereiche sowie dem Vorstand der Wilh. Werhahn KG berichtet. Auch außerhalb der festgelegten Termine werden neue wesentliche Risiken und wesentliche Veränderungen an die zuständigen Gremien gemeldet. Die Effektivität des Risikomanagements wird jährlich validiert. Bei Bedarf wird das Risikomanagementsystem weiterentwickelt und verbessert. Aktuelle Risikosituation Nachfolgend sind die identifizierten zentralen Risiken der Werhahn-Gruppe aufgeführt, die wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Reputation der Werhahn-Gruppe haben können. Zusätzliche Risiken, die derzeit noch nicht bekannt sind, oder Risiken, die derzeit als unwesentlich erachtet werden, können sich ebenfalls negativ auf die Geschäftstätigkeiten und -ziele auswirken. Marktrisiken Die Marktrisiken umfassen Risiken aus den Bereichen Absatzmärkte, Geschäftsmodell, Forderungsausfall, Preise und Margen, Beschaffung, Rohstoffe und Lieferfähigkeit. Die wirtschaftliche Lage der Werhahn Gruppe ist hierbei auch maßgeblich von den mikro- und makroökonomischen Rahmenbedingungen beeinflusst. Im Geschäftsbereich Natursteine spielen Investitionen in öffentliche Infrastruktur eine wichtige Rolle. Insbesondere ist der Geschäftsbereich der Gefahr ausgesetzt, dass geplante Infrastrukturinvestitionen aufgrund der wirtschaftlichen Lage verschoben, aufgegeben oder mit einer reduzierten Mittelausstattung durchgeführt werden. Die hohe Inflation in den westlichen Industrienationen, die auch im Zusammenhang mit den gestiegenen Energiepreisen steht, kann sich spürbar auf die Nachfrage nach hochwertigen Küchen- und Körperpflegeartikeln aus dem Unternehmensbereich Konsumgüter auswirken, da die Kaufkraft der Verbraucher insgesamt nachlässt. Im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen wirkt sich die wirtschaftliche Unsicherheit auch auf das Adressenausfallrisiko aus. Das Adressenausfallrisiko umfasst das Kreditrisiko, dass Vertragspartner nicht in der Lage sind, ihren vertraglichen Verpflichtungen teilweise oder vollständig nachzukommen. So kann im Zuge der wirtschaftlichen Unsicherheit (zum Beispiel durch Energiekosten, Inflation, anhaltendes Kriegsgeschehen, Lieferkettenprobleme) die Anzahl an Kreditausfällen bei Geschäfts und Privatkunden zunehmen. Die Gesellschaften des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen wirken diesem Risiko durch ein aktives Kreditrisikomanagement, was auch die Bonitätsanalyse sowie ein effektives Mahnwesen umfasst, entgegen. Dennoch besteht die Gefahr, dass die bilanziell getroffene Risikovorsorge zukünftig nicht ausreicht. Darüber hinaus sehen sich die Finanzdienstleister dem Risiko verschärfter regulatorischer Eingriffe ausgesetzt. Die Erfüllung höherer Eigenkapitalanforderungen für Finanzdienstleistungsinstitute kann erhebliche finanzielle Mittel langfristig binden. Generell besteht aufgrund des dynamischen Umfelds in allen Geschäftsbereichen das Risiko von Kundeninsolvenzen, zum Beispiel im bauausführenden Gewerbe, stationären Handel oder im Automobilhandel. Zur Risikobegrenzung werden unter anderem Kreditversicherungen abgeschlossen, ein aktives For derungsmanagement betrieben und im Finanzdienstleistungsbereich ein besonderer Fokus auf die Risikoentwicklung, überwachung und vorsorge gelegt. Im Bereich Beschaffung bestehen in den Geschäftsbereichen mit unterschiedlichem Ausmaß die größten Risiken vor allem in Form möglicher Verteuerung und Verknappung von Einsatzstoffen wie Energie, Treibstoff und Bitumen. Die höheren Kosten können sich wesentlich negativ auf die Ertragslage der Werhahn-Gruppe auswirken, da sie nicht, nur teilweise oder mit Verzögerung durch Erlössteigerungen oder Kosteneinsparungen kompensiert werden können. Für den Geschäftsbereich Natursteine und dessen Produktion von Asphaltmischgut für den Verkehrswegebau ist vor allem Bitumen ein äußerst bedeutsamer Einsatzstoff, der größeren Preisschwankungen unterliegt. Dem wird durch risikoreduzierende Maßnahmen hinsichtlich der Preisentwicklung wie zum Beispiel durch Bitumen Festpreiskontingente oder Sicherungs geschäfte Rechnung getragen. Absatzrisiken sind vor allem durch eine schwächere konjunkturelle Entwicklung, aber auch durch ein sich änderndes Kundenverhalten bedingt. Hierdurch kann die Nachfrage in den einzelnen Branchen und Märkten schwanken oder dauerhaft zurückgehen. Eine schwächere Nachfrageentwicklung birgt zusätzlich das Risiko für das Entstehen eines starken Wettbewerbs und Preisdrucks. Im Geschäftsbereich Natursteine besteht das größte Risiko in einer rückläufigen Nachfrage der öffentlichen Haushalte nach Produkten für den Verkehrswegebau. Eventuell hierdurch entstehende regionale Überkapazitäten könnten zu einem intensiven Preiswettbewerb führen. Neben einer möglichen konjunkturbedingten schwächeren Nachfrage besteht im Unternehmensbereich Konsumgüter die Herausforderung, dem sich ändernden Einkaufsverhalten der Kunden durch die Wahl des richtigen Vertriebskanals gerecht zu werden. Die Erschließung neuer Absatzkanäle kann zu dauerhaft niedrigeren Margen führen. Zudem besteht das Risiko, dass sich traditionelle Vertriebswege am Markt nicht mehr dauerhaft behaupten können. Die Werhahn Gruppe begegnet diesem Risiko durch eine intensive Beobachtung des Markt und Kundenverhaltens und die kontinuierliche Überprüfung der Erschließung neuer Absatzwege. Im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen ist das Neugeschäft neben dem allgemeinen Wettbewerbs und Preisdruck auch stark von der Verfüg barkeit der zu finanzierenden Vermögensgegenstände abhängig. Zusätzlich reduziert zunehmender Wettbewerb auf der Finanzierungs- und Refinanzierungsseite gegebenenfalls die Zinsmarge. Naturgemäß ist die Werhahn Gruppe dem Wettbewerb ausgesetzt. So kann ein intensiver Preiswettbewerb der Marktteilnehmer oder der Markteintritt neuer, disruptiver Wettbewerber wesentliche Auswirkungen auf die Profitabilität der Geschäftsbereiche der Werhahn Gruppe haben. Insbesondere bei Investitionen in neue Technologien oder innovativen Geschäftsmodellen besteht das Risiko, dass diese die Kundenerwartungen nicht erfüllen und daher nicht erfolgreich am Markt platziert oder im Zuge der sich stetig ändernden Marktverhältnisse obsolet werden können bzw. zu geringeren Ausschüttungen führen oder Wertschwankungen unterliegen. Die Herausforderung besteht darin, der Marktdynamik durch Flexibilität und Anpassungsfähigkeit zu begegnen. Die kontinuierliche Optimierung von Geschäftsmodellen und Technologien ist unabdingbar, um die Marktposition zu stärken. Prozessrisiken Zu den Prozessrisiken zählen insbesondere Risiken aus den Bereichen IT, Datenschutz, Cyber Risiken, Personal sowie operationelle Risiken in den Unterstützungs- und Wertschöpfungsprozessen. Um die zur reibungslosen Abwicklung der Geschäftsprozesse notwendigen IT-Systeme vor unberechtigten Zugriffen und Datenverlusten sowie der immer größer werdenden Gefahr durch Cyber-Angriffe mit möglichen Reputationsschäden hieraus zu schützen, werden gruppenweit und geschäftsbereichs spezifisch zahlreiche technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen und selektiv durch externe Audits überprüft. Darüber hinaus werden die IT Strukturen der einzelnen Bereiche laufend dem Stand der Technik angepasst und die Mitarbeitenden durch regelmäßige Schulungen und Informationen sensibilisiert. Besonderes Augenmerk liegt auch auf der Einhaltung der Datenschutzbestimmungen. Es werden stetig umfassende Maßnahmen zur Einhaltung der EU-Datenschutz-Grundverordnung ergriffen. Produktionsrisiken wird mit vorbeugenden Instandhaltungs und Qualitäts sicherungsmaßnahmen sowie einer vorausschauenden Investitionsplanung begegnet. Dieses Vorgehen gewährleistet, dass Produktionskapazitäten zuverlässig zur Verfügung stehen und Schäden aus Produktionsausfällen vermieden werden können. Dabei haben auch die Belange des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert. Im Konsumgüterbereich besteht neben den Risiken der Verteuerung und Verfügbarkeit das Risiko des Ausfalls von Lieferanten, was zu einem Produktionsstillstand führen könnte. Dem wird durch alternative Bezugsquellen entgegengewirkt. Die Mitarbeitenden der Werhahn Gruppe sind auch bei Betrachtung der Prozessrisiken ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Es ist deswegen ein zentrales Anliegen der Werhahn-Gruppe, qualifizierte Beschäftigte zu gewinnen, sie beruflich und persönlich weiterzuentwickeln und Mitarbeitende dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Neben einer leistungsorientierten Vergütung von Fach und Führungskräften investiert die Werhahn-Gruppe kontinuierlich in die flächendeckende Weiterbildung und Qualifikation sowie in Maßnahmen zum allgemeinen Schutz der Mitarbeitenden. Durch eine systematische Arbeitssicherheits Organisation werden regelmäßige Schulungen zur Sensibilisierung der Mit arbeitenden zum Thema Arbeitssicherheit durchgeführt. Mit der Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung von Risiken und Gefahren werden Unfälle vermieden und die Arbeitsbedingungen verbessert. Die kontinuierliche Analyse und Optimierung von Arbeitsabläufen sowie die regelmäßige Wartung und Inspektion von Geräten und Maschinen gehören beispielsweise zu den Maßnahmen zur Reduzierung der Risiken am Arbeitsplatz. Finanzmarktrisiken Die Werhahn-Gruppe ist einer Vielzahl finanzieller Risiken ausgesetzt. Diese bestehen insbesondere in Form von Liquiditäts-, Währungs-, Refinanzierungs- sowie Zinsänderungsrisiken. Zur Begrenzung von Liquiditätsrisiken erfolgt ein fortwährendes gruppenweites Management und eine Überwachung der aktuell und zukünftig verfügbaren Liquidität. Es ist zudem ein Monitoring zur Einhaltung von in Kreditverträgen enthaltenen Finanzkennzahlen installiert, um zeitnah eventuell mögliche Gegensteuerungsmaßnahmen ergreifen zu können. Im Zuge des gruppen internen Cash Managements und der konzerninternen Darlehensvergaben sind Kreditlimits festgelegt, um Liquiditätsrisiken zu vermeiden. Währungsrisiken werden durch die vollständige Sicherung von kontrahierten Verträgen und geplanten Cashflows eines festgelegten Zeitraums reduziert. Gegebenenfalls festgelegte Limits für ungesicherte Währungspositionen werden laufend überwacht und über externe Sicherungsgeschäfte gesteuert, wobei ausschließlich konservative Finanzinstrumente zum Einsatz kommen. Insbesondere im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen resultieren Risiken maßgeblich aus der Refinanzierung. Die Zinswende und das Auslaufen der längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte der Europäischen Zentralbank führen weiterhin zu einer Verteuerung der Refinanzierung. Darüber hinaus besteht die Gefahr der Verschlechterung von Konditionen oder des Wegfalls von Kreditlinien. Diesen Marktpreisrisiken begegnet der Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen mit einer stetigen Überprüfung und Absicherung der Refinanzierungskonditionen und -arten und der Identifikation neuer Refinanzierungsquellen. Zinsänderungsrisiken können in Form von Cashflow- und Barwert-Risiken insbesondere bei den Finanzdienstleistern bestehen. Da diese beiden Risikoarten nicht ausgeschlossen oder vollständig gesichert werden können, wird in Abhängigkeit der Grundgeschäfte entschieden, welches Risiko getragen und gegebenenfalls durch Steuerungsgeschäfte kompensiert werden kann. Die im Rahmen der Risikostrategie festgelegten Limite werden kontinuierlich überwacht und gegebenenfalls durch externe Sicherungsgeschäfte gesteuert. ESG, Recht und Compliance In dieser Risikokategorie werden Risiken aus den Bereichen ESG (Environment, Social, Governance), interne und externe Betrugsrisiken, Compliance Risiken, Rechtsrisiken sowie sonstige Risiken durch die Änderung von Gesetzeslagen, Regulatorik oder Enteignungen zusammengefasst. Die Geschäftstätigkeit der Geschäftsbereiche unterliegt insbesondere umweltrechtlichen Regelungen. Vor allem im Unternehmensbereich Baustoffe ist die Geschäftstätigkeit mit unmittelbaren Eingriffen in natürliche Ressourcen verbunden. Neben der täglichen Sorgfalt im Geschäftsbetrieb werden plangemäß laufend Rückstellungen für auflagenkonforme Wiederherstellungsmaßnahmen gebildet. Für die ökonomischen Konsequenzen außergewöhnlicher Schadens ereignisse besteht angemessener Versicherungsschutz. Im Hinblick auf die sich erweiternden gesetzlichen Anforderungen, insbesondere im Hinblick auf die CO 2 Emissionen, arbeiten die Geschäftsbereiche zusammen mit der Wilh. Werhahn KG an einer Erfassung und Bewertung der Wirkungs zusammenhänge (siehe Abschnitt zur Nachhaltigkeit). Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine birgt das Risiko, dass neben der Gefährdung der dortigen Standorte durch den Bruch rechtsverbindlicher Zusagen die Geschäftstätigkeit in beiden Ländern eingeschränkt oder verhindert wird. Aufgrund der wirtschaftlichen Belastungen und der Instabilität besteht zudem das Risiko, dass geplante Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur in den östlichen EU und Nicht EU Auslandsmärkten verschoben oder ganz gestrichen werden. Im Rahmen der geschäftlichen Aktivitäten ergeben sich zudem unter Umständen Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und verfahren. Hierzu gehören beispielsweise Risiken in Bezug auf Gewährleistungen und Produkthaftung, das Steuerrecht, das Vertragsrecht sowie das Wettbewerbsrecht. Derartige Risiken werden soweit möglich im Vorfeld durch umfassende rechtliche Beratung und die Implementierung interner Richtlinien begrenzt. Weiterhin bestehen für verschiedene rechtliche Risiken entsprechende Versicherungen. Bei schwebenden Verfahren wird, sofern eine Versicherungsdeckung nicht oder nicht in vollem Umfang besteht, finanzielle Vorsorge im Rahmen kaufmännischer Vorsicht, insbesondere durch Rückstellungen oder Wertberichtigungen, getroffen. Die Steuererklärungen werden mit großer Sorgfalt erstellt. Gleichwohl kann es im Rahmen von Betriebsprüfungen zu Steuernachforderungen kommen. Im Bereich der Finanzdienstleister kann sich durch rezessionsbedingte Entwicklungen das externe Betrugsrisiko im Leasing, Factoring oder bei der Einkaufs- oder Absatzfinanzierung erhöhen. Darüber hinaus ist spürbar wahrzunehmen, dass vor allem das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle beim Kaufverhalten der Konsumenten spielt. Diesem Risiko wird durch vielfältige gruppenweite Maßnahmen Rechnung getragen, die im Abschnitt zur Nachhaltigkeit näher beschrieben werden. Beurteilung des Gesamtrisikos Das Gesamtrisiko für die Werhahn Gruppe ist im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleich geblieben. Aktuell ist ein einziges Risiko identifiziert, das nach Gegenrechnung der Maßnahmen in den roten Bereich der obigen Risikomatrix fällt und somit als wesentlich definiert ist. Es handelt sich um das Risiko: Geringere Investitionstätigkeit der öffentlichen Haushalte im Geschäftsbereich Natursteine. Dieses Risiko hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht, da die Planung von einer Zunahme der Aufträge der öffentlichen Hand ausgeht. Mit einem Gesamtrisiko auf Vorjahresniveau sowie der auskömmlichen Risikotragfähigkeit bestehen nach derzeitigem Kenntnisstand keine bestandsgefährdenden Risiken für die Werhahn-Gruppe. Die Diversifikation der Werhahn Gruppe über Märkte und Branchen trägt maßgeblich zu einer Ver ringerung der Auswirkungen des Eintritts von einzelnen Risiken auf die Gruppe bei. Ein Großteil der Risiken betrifft nur einzelne Geschäftsbereiche oder Regionen. Diese Risiken sind somit zwar für den Geschäftsbereich wesentlich, liegen in der Gesamtbetrachtung für die Werhahn Gruppe jedoch lediglich im grünen und gelben Bereich der oben genannten Risikomatrix und sind damit von geringerer Bedeutung. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelnes Risiko mit hoher Schadenswirkung alle Geschäftsbereiche gleichermaßen betrifft, schätzen wir daher als gering ein. Zudem können Risiken in einem Geschäftsbereich auch durch Chancen innerhalb eines Geschäftsbereichs oder zwischen Geschäftsbereichen kompensiert werden. Forschung und Entwicklung Forschungs und Entwicklungsaktivitäten sind Treiber des technologischen Fortschritts und ein wesentlicher Erfolgsfaktor für nachhaltiges Wirtschaften. Die Mitarbeitenden in der Forschung antizipieren Kundenwünsche, die in den Entwicklungsabteilungen in marktreife Produkte umgesetzt werden. Darüber hinaus arbeiten die Beschäftigten in der Entwicklung daran, Produktionsprozesse und -rezepturen weiter zu optimieren, nachhaltiger zu gestalten und die Digitalisierung voranzutreiben. Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Geschäftsbereichs Natursteine lag 2023 auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung der temperaturreduzierten Asphaltbauweise. Ab 2025 wird die Herstellung und Verarbeitung von Asphalt mit um 30 Grad Celsius abgesenkten Temperaturen zur Regelbauweise im deutschen Asphaltstraßenbau. Gemeinsam mit Kunden erprobte der Geschäftsbereich verschiedene Möglichkeiten, die Temperaturreduzierung sowohl bei der Herstellung als auch beim Einbau prozesssicher umzusetzen. Die Erarbeitung einer Umsetzungsstrategie zur flächendeckenden Herstellung von temperaturreduziertem Asphalt erfolgt durch das TechnologieCentrum des Geschäftsbereichs Natursteine gemeinsam mit den operativen Einheiten. Um Nachhaltigkeitserfolge künftig sichtbar machen zu können, wurden im TechnologieCentrum 2023 erste Erfahrungen mit der Erstellung von Umweltdeklarationen (Environmental Product Declarations, kurz: EPD) für Asphalt mischgutrezepturen gesammelt. EPD erfassen, welche Auswirkungen das Produkt im Rahmen seines Lebenszyklus auf die Umwelt hat. Es ist zu erwarten, dass diese Deklarationen in den nächsten Jahren eine bedeutende Rolle bei der Vergabe von Straßenbauaufträgen spielen werden. Die Digitalisierung nimmt eine wichtige Rolle im Geschäftsbereich Natursteine ein. Schwerpunkte sind die insgesamt höhere digitale Intensität in internen und kundenorientierten Prozessen, die Implementierung von Cloud Services, der E Commerce Bereich sowie die Vernetzung von Daten. Mit der strategischen Initiative "Highway" werden digitale Kundenlösungen für die Geschäftsfelder Mineralische Rohstoffe, Asphaltmischgut und Baustoffrecycling entwickelt. Die digitalen Lösungen bieten ein Self Service Portal zum Abruf von Geschäftsaktivitäten sowie Analysemöglichkeiten. So lassen sich kunden relevante Informationen optimal nutzen. Ein Beispiel sind Wiegenoten für im Umlauf befindliche Fahrzeuge nahezu in Echtzeit. Diese fördern insbesondere beim Asphalteinbau die pünktliche Fertigstellung, eine durchgehend hohe Einbauqualität sowie einen sparsamen Ressourceneinsatz. Die Initiative Highway erleichtert auch die kaufmännische Abwicklung und Bestellplanung. Dokumente werden digital geteilt, wodurch Medienbrüche vermieden und Ressourcen geschont werden. Um die interne Prozesseffizienz weiter zu steigern, arbeitet der Geschäftsbereich Natursteine auch mit Methoden der Künstlichen Intelligenz. Der Geschäftsbereich Schiefer erweiterte im Jahr 2023 das Produktsegment "Rathscheck Solar" durch die Neuentwicklung eines in jede Schieferdeckart integrierbaren Photovoltaiksystems. Die einfach zu installierende Gesamt lösung lässt den architektonischen Gesamteindruck des Daches und des Gebäudes unverändert. Somit können die oftmals einschränkenden Anforderungen des Denkmalschutzes oder andere Gestaltungsvorgaben im städte planerischen Kontext erfüllt werden. Im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie erweitert der Geschäftsbereich Schiefer sukzessive sein Angebot an kundenorientierten Servicetools. Im Berichtsjahr erfolgte ein Relaunch der für Schieferdecker konzipierten Smart phone App "Schiefer Tools". Dabei wurden die grundlegenden Funktionen für die Planung einer Dach oder Fassadeneindeckung durch eine breite Funktions palette ergänzt. In 2023 startete der Geschäftsbereich Schiefer verschiedene Entwicklungs projekte und Forschungsvorhaben, die das Ziel haben, den Automatisierungsgrad im Fertigungsprozess weiter zu erhöhen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Unterstützt von externen technologischen Entwicklungszentren sollen insbesondere Bearbeitungsmaschinen mit geringer Staubexposition konzipiert werden. Darüber hinaus sollen Sortier und Verpackungsprozesse mithilfe digitaler Sensorik und Robotik so mechanisiert werden, dass schwere körperliche Tätigkeiten weitgehend überflüssig werden. Der Geschäftsbereich Zwilling Küche stellt die Themen Kundennutzen und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt seiner Forschungs und Entwicklungsaktivitäten. In 2023 wurde mit den Vorratsbehältern FRESH & SAVE CUBE das Produktsegment Vakuum um Produkte zur Trockenaufbewahrung ergänzt. Für das Vakuumsystem FRESH & SAVE und für den innovativen Messerschärfer V Edge wurden in Europa Patente erteilt. Damit hält der Geschäftsbereich Zwilling Küche derzeit weltweit 99 technische Schutzrechte, davon 66 erteilte Patente. Darüber hinaus arbeitet der Geschäftsbereich Zwilling Küche an der Reduzierung der CO 2 Emissionen seiner Produkte. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den indirekten Emissionen in der Lieferkette (Scope 3 Emissionen). Mit zwei Lieferanten schloss der Geschäftsbereich 2023 eine Kooperation zum Einsatz von CO 2 -reduzierten Werkstoffen in ausgewählten Solinger Messerserien ab. Stahl macht mehr als zwei Drittel des Kohlenstoff-Fußabdrucks eines Kochmessers aus. Mit dem Circle Green Stahl wird der CO 2 Fußabdruck von Messerserien voraussichtlich um etwa ein Drittel reduziert werden können. Zudem qualifizierte der Geschäftsbereich neue Kunststoffe mit einem sehr hohen Recyclinganteil, die demnächst in Messerserien zum Einsatz kommen sollen. Auch der Geschäftsbereich Zwilling Beauty Group entwickelt sein Sortiment ständig weiter, greift Trends auf und setzt mit Innovationen Akzente. Im Berichtsjahr kreierte der Geschäftsbereich für die Marke ZWILLING mehrere Premiumprodukte zur Hand- und Fußpflege. So wurde eine innovative Edelstahl Nagelfeile entwickelt, die anders als der Marktstandard nicht galvanisch korund beschichtet ist. Das verwendete Ätzverfahren ermöglicht die Umsetzung eines neuartigen Produktdesigns und erhöht die Langlebigkeit der Feile. Zudem wurde die Entwicklung eines Premium Design Nagelknipsers gestartet, der im hochwertigen Metallpulverspritzguss Verfahren ("Metal Injection Moulding") produziert werden wird. Für die Marke TWEEZERMAN wurde ein Fuß nagelknipser entwickelt, der auf sehr spezielle Nagelsituationen zugeschnitten ist und damit neue Zielgruppen und Anwendungsbereiche erschließen wird. Im Zuge einer Kooperation von TWEEZERMAN mit Disney wurde eine Reihe hochwertiger Beauty Tools marktreif gemacht. Mit einem Anbieter von LLM ("Large Language Model") testet der Geschäfts bereich abcfinance aktuell die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten. LLM ist ein Sprachmodell zum Verstehen und Generieren von natürlicher Sprache. Dabei liegt der Fokus sowohl auf regulatorischen und sicherheitstechnischen als auch auf datenschutzrechtlichen Aspekten. Gemeinsam mit anderen Unternehmen und wissenschaftlicher Unterstützung der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung wird ein übergreifendes Framework erarbeitet, das den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in einem Unternehmen mit einer Vielzahl von Prozessen, Methoden und Tools steuert. Das Framework soll die regulative Basis für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen darstellen. Bank11 weitete 2023 die Übertragung der erprobten digitalen Prozesse auf andere Geschäftsfelder aus. Gemeinsam mit einem Digitalunternehmen aus der Wohnungswirtschaft entwickelte Bank11 im Berichtsjahr mit dem Produkt "smartMietkaution" eine einfache, digitale und sichere Alternative zur klassischen Mietkaution in bar - für Mieter und Vermieter. Aktuell arbeitet Bank11 zudem an einer Verbesserung von Backoffice-Prozessen. Dabei sollen vermehrt Anwendungen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz kommen. Nachhaltigkeit Langfristiges Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit werden nur in Einklang von Mensch und Umwelt zu erzielen sein. Daher ist nachhaltiges Wirtschaften ein wesentlicher Bestandteil der Strategie und der Unternehmenskultur der Werhahn Gruppe. Alle zur Gruppe gehörenden Unternehmen betrachten es als Verpflichtung, Ressourcen zu schonen, Umweltbelastungen zu vermeiden und soziale Verantwortung zu übernehmen. Ein wirksames Nachhaltigkeitskonzept bildet das Fundament für ein verantwortungsbewusstes Handeln in einer Zeit, die von ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt ist. Das Nachhaltigkeits konzept der Werhahn-Gruppe umfasst die Handlungsfelder Environment, Social und Governance und richtet sich an den Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) aus, deren Berichtsanforderungen die Werhahn Gruppe ab dem Geschäftsjahr 2025 erfüllen muss. Mit Erreichen dieser regulatorischen Vorgaben will die Werhahn Gruppe einen positiven Beitrag zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens sowie den Ambitionen des Bundes Klimaschutzgesetzes leisten, wonach Deutschland bis 2045 klima neutral sein soll. Environment Die Nachhaltigkeitsaktivitäten im Handlungsfeld Environment zielen auf den Schutz und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen sowie auf die Verringerung von Umweltauswirkungen durch Geschäftstätigkeiten. So hat sich der Geschäftsbereich Natursteine im Rahmen der strategischen Initiative "Der CO 2 neutrale Steinbruch" zum Ziel gesetzt, seine CO 2 -Emissionen in den nächsten Jahren deutlich zu reduzieren und den Kunden CO 2 -neutral hergestelltes Gestein anzubieten. Ein wesentlicher Baustein dabei ist die Installation von großflächigen Photovoltaikanlagen in Steinbrüchen. Eine erste Welle dieser aus ökonomischen und ökologischen Aspekten vorteilhaften Investitionen ist bereits angelaufen. Der Geschäftsbereich Schiefer hat auch im Geschäftsjahr 2023 eine Klima bilanz nach dem "Greenhouse Gas Protocol" erstellt, die neben direkt und indirekt verursachten Emissionen auch sonstige indirekte Emissionen aus vor- oder nachgelagerten Aktivitäten berücksichtigt. An den Standorten O Barco de Valdeorras in Spanien und Mayen hat der Geschäftsbereich Photovoltaikanlagen mit einer Jahresleistung von insgesamt knapp 500 Megawatt installiert. Der Geschäftsbereich Zwilling Küche hat seine Klimabilanzierung im vergangenen Jahr um die Ermittlung von sonstigen indirekten Emissionen aus vor- oder nachgelagerten Aktivitäten (Scope 3) erweitert. Für die Einsparung direkt und indirekt verursachter Emissionen (Scope 1 und 2) wurden Etappenziele ent wickelt und mit möglichen Reduktionsmaßnahmen hinterlegt. Darüber hinaus vereinbarte Zwilling Küche mit Partnerunternehmen die Lieferung von Circle Green Stahl. Dieser CO 2 optimierte Stahl hat einen etwa 50 % geringeren CO 2 Fußabdruck und einen wesentlich höheren Recyclinganteil als der bisher verwendete Stahl. Im Mittelpunkt der Aktivitäten des Geschäftsbereichs Zwilling Beauty Group stand die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Verpackungen sowie die Reduzierung der CO 2 -Emissionen. In den USA erzeugte Tweezerman International LLC bereits rund 70 % ihres Stromverbrauchs durch Solarenergie. Der Geschäftsbereich Bank11 gewährte erneut zahlreiche Sonderkonditionen für Elektromobilität für den Kfz Handel. Dazu wurde die angestrebte Trans formation zur E Mobilität durch innovative Produkte unterstützt, etwa über die Vorfinanzierung der Förderprämie "E-Mobilität" für Endkunden. Social Der Fokus der Werhahn-Gruppe im Handlungsfeld Social liegt auf der Verantwortung für Mitarbeitende und Gesellschaft. Für die Werhahn Gruppe sind soziale Verantwortung und familiäre Verbundenheit integrale Bestandteile eines nachhaltig ausgerichteten Unternehmertums. Hervorzuheben sind beispielsweise die Maßnahmen des Geschäftsbereichs Schiefer zur Erhöhung des Arbeitsschutzes durch die gezielte Optimierung von Entstaubungsanlagen, Fertigungsverfahren sowie der Arbeitsorganisation. Ein höherer Automatisierungsgrad in der Fertigung reduziert körperlich anstrengende Tätigkeiten. Der Geschäftsbereich Zwilling Küche hat unter anderem im Geschäftsjahr 2023 mit dem weltweiten Rollout einer webbasierten Anwendung begonnen, über die Mitarbeitende die Möglichkeit haben, ihre Gedanken, Wünsche und Ideen anonym zu teilen. Das Management und die Personal abteilung haben jederzeit Zugriff auf die sich daraus ableitenden Reports und können aus den Ergebnissen der Befragung entsprechende Maßnahmen ableiten. Im Geschäftsbereich Zwilling Beauty Group wurden Gemeinschafts projekte wie die Bewirtschaftung von Gemüsegärten durch Mitarbeitende gefördert. Zudem unterstützten die Unternehmen der Werhahn-Gruppe diverse Wohltätigkeitsprojekte in unterschiedlichen Ländern wie Indien, Vietnam und den USA und boten den Mitarbeitenden die Möglichkeit, über sogenannte Social Days, sich selbst sozial zu engagieren. Die Übernahme von Verantwortung für Mitarbeitende ist ein zentraler Bestandteil des Nachhaltigkeitskonzepts der Werhahn Gruppe. Die Unter stützung des Wohlbefindens, der beruflichen Entwicklung und der individuellen Entfaltung der Mitarbeitenden soll den nachhaltigen Erfolg des Unter nehmens fördern. Die vielfältigen Aus und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Werhahn Gruppe sind ein zentrales Element zur Mitarbeiterbindung und entwicklung. Diese sind im Abschnitt Personal näher erläutert. Governance Zur Sicherstellung der Governance sind in der Werhahn Gruppe verbindliche Verantwortlichkeiten etabliert. Es ist eine gesonderte Stabstelle Nachhaltigkeit in der Aufbauorganisation der Holding vorhanden, darüber hinaus gibt es verschiedene Strukturen und Gremien, zum Beispiel Lenkungs und Expertenkreis, die die Interaktion zu Nachhaltigkeitsthemen zwischen Holding und Geschäftsbereichen sicherstellen. Neben den daraus resultierenden Prozessen sind zudem Regelwerke, wie beispielsweise der Code of Conduct, definiert. Diese Maßnahmen sollen gewährleisten, dass die Werte der Werhahn Gruppe gelebt und sämtliche Gesetze und Vorgaben eingehalten werden. Das Werhahn Wertesystem ist Kompass und Maßstab für den Umgang mit Mitarbeitenden, Kunden, Geschäftspartnern und Lieferanten. Im Geschäftsjahr 2023 lag der Schwerpunkt auf der Umsetzung des zum 1. Januar 2023 in Kraft getretenen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG). Die Werhahn Gruppe entwickelte 2023 ein Risikoanalysesystem, mit dem die eigenen Gesellschaften sowie die unmittelbaren Lieferanten der Geschäfts bereiche bewertet werden. Zudem wurde eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, um in den Lieferketten menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken zu identifizieren, zu minimieren beziehungsweise ihnen vorzubeugen. So wurde zum einen eine für alle Unternehmen der Gruppe verbindliche Grundsatzerklärung formuliert, die den eigenen Umgang mit menschenrechts- und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten erläutert. Zum anderen definiert ein neu aufgesetzter Verhaltenskodex für Lieferanten Anforderungen und Prinzipien an die Zusammenarbeit im Sinne des LkSG. Prognose- und Chancenbericht Gesamtwirtschaftliche Prognose Nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus dem Januar 2024 wird das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 3,1 % zulegen. Im Oktober 2023 war der IWF noch von einem Plus von lediglich 2,9 % ausgegangen. Für die Industrieländer wird ein BIP Wachstum von rund 1,5 % prognostiziert. In den Schwellen und Entwicklungsländern wird ein Plus von rund 4,1 % erwartet. Die höchsten Wachstumsraten erzielen laut den IWF Prognosen in den kommenden Jahren Indien mit rund 6,5 % und China mit rund 4,6 %. In den USA wird das Wachstum mit 2,1 % voraussichtlich moderat ausfallen, wobei die Wahlen im Herbst einen hohen Unsicherheitsfaktor darstellen. Als Risiko sieht der IWF auch die geopolitischen Spannungen, insbesondere im Mittleren Osten. Der IWF verweist darauf, dass die Attacken der militantislamistischen Huthi Miliz auf Frachter im Roten Meer bereits zu einem erheblichen Anstieg der Preise für Frachtlieferungen zwischen Asien und Europa führten. Für die deutsche Wirtschaft hat der IWF Anfang Februar 2024 eine neue, pessimistische Prognose veröffentlicht. Die IWF-Ökonomen trauen der Volkswirtschaft für 2024 nur noch ein leichtes Wachstum von 0,5 % zu. Damit hinkt Deutschland der Entwicklung in den europäischen Nachbarländern deutlich hinterher. Zu den Belastungsfaktoren zählen die Kostensteigerungen insbesondere in energieintensiven Industrien, der zunehmende Facharbeitermangel, das weiterhin hohe Zinsniveau und die hohe Inflation, die sich negativ auf das Investitions- und das Konsumverhalten auswirkt. Chancen der zukünftigen Entwicklung Die Werhahn Gruppe ist bestrebt, den Wert und die Attraktivität des Unternehmens für nachfolgende Generationen zu erhalten und zu steigern. Um den langfristigen Erfolg der Werhahn Gruppe zu sichern, müssen Potenziale und Entwicklungsperspektiven als Chancen frühzeitig identifiziert, analysiert und ergriffen werden. Ein wesentliches Zukunftsthema ist dabei die Fokussierung auf die fort schreitende Digitalisierung. Hierbei sieht die Werhahn Gruppe weitere Marktpotenziale bei der Erschließung digitaler Kundengruppen, bei der effizienteren Gestaltung von Produktions , Vertriebs , Einkaufs und weiteren Unternehmens prozessen sowie der Nutzung von umfangreichen Datenmengen. Auch das Engagement im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Geschäftsaktivitäten, über das im Abschnitt zur Nachhaltigkeit berichtet wird, ist ein wesentlicher Faktor für eine langfristige Wertsteigerung. Auf Ebene der Geschäftsbereiche ergeben sich darüber hinaus noch weitere spezifische Chancen, die im Folgenden erläutert werden. Für den Geschäftsbereich Natursteine bieten unverändert der in weiten Teilen schlechte Zustand des deutschen Straßen und Schienennetzes sowie das steigende Verkehrsaufkommen die Chance, dass Bund, Länder und Kommunen zusätzliche Investitionen in die Verkehrswege tätigen. Auch ein zur Stützung der deutschen Wirtschaft möglicherweise durchzuführendes Konjunktur programm würde sich positiv auf die Geschäftsentwicklung des Unternehmensbereichs Baustoffe auswirken. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Bedeutung nachhaltiger Bauprodukte bestehen im Geschäftsbereich Schiefer weitere Chancen, neue Zielgruppen zu erschließen, insbesondere im Neubausegment, und zudem von einem wachsenden Sanierungsmarkt für Dächer zu profitieren. Die Einbindung von Photovoltaiktechnik in das Rathscheck Schiefersystem bietet ein weiteres Wachstumspotenzial. Eine konsequente Kostendisziplin sowie Investitionen in die Modernisierung der Werke ermöglichen weitere Wachstumschancen. Chancen können sich auch aus einem positiven Ausgang des anhängigen Energiesteuerverfahrens sowie aus einer Entlastung durch Beihilfe aufgrund der erhöhten CO 2 -Bepreisung aus dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ergeben. Die Innovationsstärke des Unternehmensbereichs Konsumgüter bietet Chancen, über neue Geschäftsfelder und Produktinnovationen weitere Märkte und Kunden zu erreichen. Weitere Möglichkeiten bestehen in der Marken , Sortiments und Kostenoptimierung. Großvolumige Projektgeschäfte können sich ebenfalls positiv auf die Ertragslage auswirken. Außerdem bestehen Chancen durch eine für den Unternehmensbereich günstige Entwicklung der Währungskurse. Der Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen verfolgt eine kontinuierliche Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung bei der Vertragsabwicklung durch den Einsatz digitaler Prozesse und automatisierter Entscheidungsfindung. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist das Liquiditätsmanagement für Kunden anhaltend von Bedeutung, was dem Produkt Factoring gute Möglichkeiten bietet. Für den Fall, dass Insolvenzen und Forderungsausfälle geringer ausfallen als erwartet, wird dies zu einer niedrigeren Risikovorsorge führen als prognostiziert. Eine weitere Chance liegt in einer über den Erwartungen liegenden Zinsmarge. Ausblick 2024 Trotz eines fordernden gesamtwirtschaftlichen Umfelds geht die Werhahn Gruppe, auf Basis aktueller Einschätzungen, für 2024 von einem wahrnehmbar steigenden Umsatz und einem erheblich verbesserten operativen Ergebnis und Ergebnis vor Steuern aus. Neben dem Wegfall der im Jahr 2023 ergebnisbelastenden Einmal- und Sondereffekte werden dazu voraussichtlich die begonnenen Transformationsprojekte beim Geschäftsbereich Zwilling Küche sowie verbesserte Neugeschäftsmargen im Unternehmens bereich Finanzdienstleistungen wesentlich beitragen. Die Geschäftsbereiche Natursteine und Zwilling Beauty Group werden ihr sehr hohes operatives Ergebnis aus dem Jahr 2023 voraussichtlich nicht bestätigen können, wohin gegen der Geschäftsbereich Schiefer von einem erheblich verbesserten ope rativen Ergebnis ausgeht. Die vorstehend beschriebene Einschätzung über die erwartete Entwicklung der Werhahn-Gruppe wurde aufgrund volatiler und schwer einzuschätzender politischer und volkswirtschaftlicher Rahmenbedingungen unter erhöhter Prognoseunsicherheit getroffen. KONZERNABSCHLUSS Konzernbilanz Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns Anlagenspiegel des Konzerns Kapitalflussrechnung des Konzerns Eigenkapitalspiegel des Konzerns Konzernanhang Erläuterungen zur Bilanz Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Anteilsbesitzliste zum 31.12.2023 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Sonstige Angaben Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers KonzernbilanzAktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns
Anlagenspiegel des Konzerns
Kapitalflussrechnung des Konzerns
1 Im Berichtsjahr neu eingefügte Zeile.
Siehe auch Ausführungen in den Erläuterungen zur
Kapitalflussrechnung.
Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den folgenden Posten zusammen:
Eigenkapitalspiegel des Konzerns
KonzernanhangAllgemeine Angaben Der Konzernabschluss der Wilh. Werhahn KG, mit Sitz in Neuss, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Neuss unter der Nummer HRA 4096, ist nach den Vorschriften der §§ 13 ff. Publizitätsgesetz (PublG) - unter Verzicht auf die Erleichterungen nach § 13 Abs. 3 Satz 1 und 2 PubIG - in Verbindung mit den §§ 294 ff. Handelsgesetzbuch (HGB) aufgestellt und wird im Unternehmensregister veröffentlicht. Gemäß § 297 Abs. 1 HGB besteht der Konzernabschluss aus der Konzernbilanz, der Konzerngewinn- und -verlustrechnung, dem Konzernanhang, der Kapitalflussrechnung sowie dem Eigenkapitalspiegel. Die Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) wurden angewendet, sofern gesetzliche Anforderungen an die Rechnungslegung durch einen DRS konkretisiert werden und es sich dabei um Auslegung der allgemeinen gesetzlichen Grundsätze handelt. Der Konzernabschluss wurde in Tausend Euro aufgestellt. Zur besseren Übersicht sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung verschiedene Posten zusammengefasst und im Anhang erläutert. Darüber hinaus wurde die Bilanz wie in den Vorjahren um gesonderte Posten des Finanzdienstleistungsgeschäfts erweitert. Zudem wurde die Gewinn- und Verlustrechnung um eine Zeile bezüglich Zuschreibungen von Finanzanlagen ergänzt. Konsolidierungskreis Der Anteilsbesitz ist auf den Seiten 106 bis 115 aufgeführt. In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 werden sämtliche dort unter 1. Verbundene konsolidierte Unternehmen ausgewiesene Gesellschaften einbezogen. Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Wilh. Werhahn KG 102 inländische (i. Vj. 94) sowie 53 ausländische (i. Vj. 51) Gesellschaften. Im Berichtsjahr wurden 20 Gesellschaften erstmals einbezogen. Dabei wurden 15 Unternehmen neu gegründet und drei Unternehmen akquiriert. Zwei ehemals verbundene nicht konsolidierte Unternehmen wurden aufgrund der Überschreitung der Größenkriterien für eine Vollkonsolidierung in diesem Jahr in den Konsolidierungskreis einbezogen. Von den insgesamt zehn Abgängen wurden neun Unternehmen auf verbundene konsolidierte Unternehmen verschmolzen, so dass deren Vermögenswerte den Konsolidierungskreis nicht verlassen haben. Zudem wurde ein Unternehmen wegen untergeordneter Bedeutung entkonsolidiert. Gemäß § 296 Abs. 2 HGB werden 75 Verbundene Unternehmen nicht konsolidiert, da deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auch insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist. Auf eine Equity-Bewertung wird ebenfalls wegen untergeordneter Bedeutung verzichtet. Der Umsatz dieser Gesellschaften beträgt zusammen weniger als 4 % des Konzernumsatzes und die Vermögensgegenstände betragen zusammen weniger als 2 % der Konzernbilanzsumme. In den rechtlichen und geschäftlichen Beziehungen zu diesen Unternehmen ergeben sich keine Besonderheiten. Alle 14 unter 2. Assoziierte at-equity Unternehmen aufgeführten Gesellschaften werden nach der Equity-Methode bewertet. Weitere Assoziierte Unternehmen sind in Bezug auf Umsatz und Bilanzsumme und in Bezug auf deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wegen ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung nicht at-equity in den Abschluss einbezogen. Konsolidierungsgrundsätze Die Verbundenen konsolidierten Unternehmen werden zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung, ihrer Gründung oder bei Überschreitung von Größenkriterien, sofern bisher auf eine Einbeziehung wegen untergeordneter Bedeutung verzichtet wurde, in den Konzernabschluss einbezogen. Die Kapitalkonsolidierung der Gesellschaften erfolgt nach der Neubewertungsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Konzernanteil an deren neubewertetem Eigenkapital. Ein nach der Aufdeckung stiller Reserven verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt linear über ihre individuelle betriebliche Nutzungsdauer. Die Abschreibungsdauern der wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte des Konzerns werden in der folgenden Tabelle in Gruppen zusammengefasst und erläutert: Nutzungsdauer der Geschäfts- oder Firmenwerte
Werden nach Erlangung der Beherrschung weitere Anteile an Verbundenen konsolidierten Unternehmen ohne Statusveränderung erworben oder veräußert, werden diese Transaktionen nach der Erwerbsmethode konsolidiert. Assoziierte Unternehmen werden nach der Buchwertmethode at-equity bewertet. Die Ermittlung des Unterschiedsbetrags aus der Equity-Bilanzierung erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen assoziiertes Unternehmen geworden ist bzw. zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung, sofern bisher wegen untergeordneter Bedeutung auf eine Einbeziehung verzichtet wurde. Ein bei erstmaliger Equity-Bewertung entstehender Geschäfts- oder Firmenwert wird innerhalb der Anteile an Assoziierten at-equity Unternehmen geführt und planmäßig über 15 Jahre abgeschrieben. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung betrugen zum Bilanzstichtag 158 T €, bei Abschreibungen von 45 T €. Vor Durchführung der Equity-Bewertung bestand eine Differenz zwischen den Beteiligungsbuchwerten und dem anteiligen Eigenkapital der Assoziierten at-equity Unternehmen von 8.637 T € bzw. - 3.332 T €. Die vollkonsolidierten einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Tochtergesellschaften werden nach den in der Werhahn Accounting-Richtlinie vorgegebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden einheitlich aufgestellt. Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Bei den nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen werden ebenfalls Zwischenergebnisse im Anlage- und Umlaufvermögen eliminiert. Währungsumrechnung Die Berichtswährung der Werhahn-Gruppe ist der Euro. Bei Abschlüssen konsolidierter Tochterunternehmen, die in fremder Währung aufgestellt sind, werden die Bilanzposten zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags in Euro bewertet. Ausnahme ist das Eigenkapital, das zum historischen Kurs angesetzt wird. Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum Jahresdurchschnittskurs in Euro umgerechnet. Für die Währungsumrechnung werden die von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Devisenkassamittelkurse und Jahresdurchschnittskurse verwendet. Durch die Währungsumrechnung bedingte Differenzen werden erfolgsneutral innerhalb des Konzerneigenkapitals in der Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung ausgewiesen. Nach den Kriterien der DRS und den Verlautbarungen der International Practices Task Force (IPTF) gilt die Türkei als Hochinflationsland. Dies betrifft in der Werhahn-Gruppe die ZWILLING J A Henckels MUTFAK VE GÜZELLİK ÜRÜNLERİ LİMİTED ŞİRKETİ. Zur Inflationsbereinigung wird ein Hartwährungsabschluss aufgestellt. Die erstmalige Umstellung erfolgte zum 31. Dezember 2022. Die für die Werhahn-Gruppe wichtigsten Wechselkurse sind:
Befreiung von Offenlegungspflichten Für folgende Tochtergesellschaften wird von der Befreiung durch die Einbeziehung in den vorliegenden Konzernabschluss gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 264 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht:
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der Wilh. Werhahn KG gelten auch für den Konzernabschluss. Abschlüsse einbezogener Tochterunternehmen, die nach abweichenden Grundsätzen bilanzieren, werden angepasst. Nur in unwesentlichen Fällen unterbleibt eine Anpassung. Aktivierungswahlrechte werden überwiegend nicht in Anspruch genommen. Immaterielle Vermögensgegenstände einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen erfolgen nach der linearen Methode pro rata temporis über Nutzungsdauern von 5 bis 15 Jahren. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, sofern der beizulegende Zeitwert des Vermögensgegenstands den Buchwert unterschreitet. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 248 Abs. 2 HGB aktiviert. Diese umfassen selbst erstellte Software, die aufgrund ihrer besonderen Bedeutung auf die tatsächlichen Verhältnisse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bilanziell erfasst werden. In den Herstellungskosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden neben dem Werteverzehr des Anlagevermögens und den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht berücksichtigt. Die Entwicklungskosten werden ab dem Zeitpunkt der Erfüllung der Ansatzkriterien in die Herstellungskosten einbezogen. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, bei abnutzbaren Gegenständen abzüglich planmäßiger Abschreibungen auf Basis der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 2 bis 50 Jahren. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände, die vor dem 1. Januar 2010 angeschafft wurden, werden - soweit im Konzernabschluss zulässig - auf der Grundlage der steuerlich zulässigen Höchstbeträge vorgenommen. Danach erworbene Vermögensgegenstände werden linear pro rata temporis abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Sofern der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist, erfolgen Zuschreibungen bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten. Zinsen für die Aufnahme von Fremdkapital finden keine Berücksichtigung in den Herstellungskosten. Anteile an Verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen, Sonstigen assoziierten Unternehmen und Sonstigen Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten bzw. fortgeführten niedrigeren Buchwerten bilanziert. Wesentliche Beteiligungen an Assoziierten Unternehmen werden at-equity nach der Buchwertmethode in den Konzernabschluss einbezogen. Ausleihungen sind mit dem Nennbetrag oder dem niedrigeren Barwert angesetzt. Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgen, sofern eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung vorliegt. Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt. Leasinggegenstände werden nach der linearen Methode über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibung von vor 2015 angeschafften Leasinggegenständen erfolgt über die Vertragslaufzeit. Forderungen aus Finanzdienstleistungen werden mit ihren Nennbeträgen angesetzt. Sowohl Einzelrisiken als auch das allgemeine Kreditrisiko werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Bei den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten bestehen aus den Material- und Fertigungseinzelkosten sowie den Sondereinzelkosten der Fertigung. Daneben werden auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie der Werteverzehr von Anlagevermögen, soweit dies durch die Herstellung des Wirtschaftsguts veranlasst ist, einbezogen. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, finden durch angemessene Wertabschläge Berücksichtigung. Der verlustfreien Bewertung wird Rechnung getragen. Geleistete Anzahlungen werden mit dem Nennwert angesetzt. Der Ansatz der Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu den jeweiligen Nennbeträgen. Möglichen Risiken wird durch individuelle Abschreibungen und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Umrechnung der langfristigen Fremdwährungsforderungen erfolgt zum Einbuchungs- bzw. zum ungünstigeren Kurs des Bilanzstichtags. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Kassen- und Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks werden mit dem Nominalwert angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten gebildet. Zusätzlich werden latente Steuern auf steuerliche Verlust- und Zinsvorträge, die voraussichtlich innerhalb der nächsten fünf Jahre genutzt werden können, aktiviert. Von dem Wahlrecht zur Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern wird Gebrauch gemacht. Verbleibt anschließend ein Aktivüberhang aus dem Einzelabschluss, so wird dieser im Konzernabschluss nicht gebucht. Soweit sich ein Passivüberhang ergibt und weitere aufrechnungsfähige und unbeschränkt vortragsfähige Verlust- und Zinsvorträge bestehen, werden darauf bis zur Höhe des passiven Überhangs weitere latente Steuern aktiviert. Auf Geschäfts- oder Firmenwerte, die erst durch die Kapitalkonsolidierung entstehen, werden keine latenten Steuern passiviert. Nicht erfasst werden ebenfalls Latenzen auf Differenzen aus dem steuerlichen Wertansatz an einem Verbundenen konsolidierten oder Assoziierten at-equity Unternehmen und dem handelsrechtlichen Wert des im Konzernabschluss angesetzten Nettovermögens. Latente Steuern gemäß § 306 HGB werden mit denen aus Einzelabschlüssen gemäß § 274 HGB zusammengefasst. Es kommen die unternehmensindividuellen Steuersätze zur Anwendung, die zum Zeitpunkt der Auflösung der zeitlichen Differenzen voraussichtlich gelten. Die Steuersätze liegen zwischen 9,0 % und 34,5 %. Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrag angesetzt und bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr mit dem von der Deutschen Bundesbank für die jeweilige Laufzeit ermittelten Marktzinssatz abgezinst. Der Erfüllungsbetrag von Pensionsrückstellungen wird, soweit vorhanden, mittels zukünftig zu erwartender Gehalts- und Rententrends von 0,0 % bis 8,0 % sowie Annahmen über zukünftige Mitarbeiterfluktuationen errechnet. Soweit zulässig, wird das Teilwertverfahren auf Basis der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck angewendet. Zur Abzinsung der Pensionsrückstellungen wird der von der Deutschen Bundesbank ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten 10 Jahre angewendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen wurde zum 31. Dezember 2023 ein Zinssatz von 1,83 % herangezogen, der auf einer Prognose aus dem Oktober 2023 basiert. Der veröffentlichte Zinssatz zum 31. Dezember 2023 liegt bei 1,82 %. Die daraus resultierende Abweichung ist unwesentlich. Effekte aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen sowie aus der Änderung des Zinssatzes für die Abzinsung wurden im Zinsergebnis berücksichtigt. Bei Vorliegen von Vermögensgegenständen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen (Deckungsvermögen), erfolgte eine Verrechnung mit den Rückstellungen. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens wird mittels externer Bewertungsgutachten oder kursnotierter Marktpreise ermittelt. Ein sich aus der Verrechnung ergebender Aktivüberhang wird als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen. Bei der Bewertung der Jubiläumsrückstellungen werden grundsätzlich dieselben Bewertungsparameter wie für die Pensionsrückstellungen zugrunde gelegt, mit Ausnahme des durchschnittlichen Marktzinses der letzten sieben Jahre in Höhe von 1,75 %, der auf einer Prognose aus dem Oktober 2023 basiert. Der veröffentlichte Zinssatz zum 31. Dezember 2023 liegt bei 1,74 %. Die daraus resultierende Abweichung ist unwesentlich. Bei den Rückstellungen für Rückbau- und Rekultivierungsverpflichtungen wurde zur Verbesserung des Einblicks in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eine Präzisierung des Verfahrens zur Ermittlung der Schätzparameter für die zukünftige Kostenentwicklung im Geschäftsbereich Natursteine vorgenommen. Um auch weiterhin eine sachgerechte Bewertung der Rückstellung zu gewährleisten, wurde der bisher zur Kostenschätzung angewandte 20-jährige historische Durchschnitt der Baukostensteigerungen (auf Grundlage des Baupreisindex des Statistischen Bundesamts DESTATIS 61261-0004) nun auf einen 40-Jahres-Durchschnitt umgestellt und einzelne Spitzenwerte der Jahreswerte normalisiert. Dies wurde erforderlich, da es ansonsten zu einer temporären Überzeichnung der Rückstellungen durch die kürzlich erheblich gestiegenen Indexwerte käme. Der Index zeigt regelmäßig in konjunkturellen Umbruchphasen beträchtliche Ausschläge einzelner Jahreswerte, die deutlich vom langfristigen Trend abweichen. Mit der nun angewandten Berechnung wird eine Glättung erreicht und insgesamt eine dem langfristigen Trend näherliegende und somit sachgerechtere Schätzung gewährleistet. Dies trägt der meist sehr langfristigen Laufzeit der Rückstellungen Rechnung. Unverändert ist die sachgerechte Abbildung aktueller Kostensteigerungen im kurzfristigen Bereich durch die laufende Anpassung des Rückstellungsbestands an die jährliche Baupreissteigerung sowie die periodische Aktualisierung sämtlicher Rückstellungsparameter sichergestellt. Nach Neuberechnung des Schätzparameters auf eine erwartete künftige langfristige Kostensteigerung von 2,4 % beträgt die Rückstellung für Rückbau- und Rekultivierungsverpflichtungen unter dem 31. Dezember 2023 99,9 Mio. €. Ohne die oben genannte Präzisierung des Schätzfaktors ergäbe sich zum 31. Dezember 2023 ein Rückstellungsvolumen im Geschäftsbereich Natursteine in Höhe von 109,9 Mio. € (+ 10,0 Mio. €) bei einem langfristigen Kostensteigerungssatz von 3,7 %. In diesen Werten sind tatsächlich eingetretene kurzfristige Kostensteigerungen auf den Rückstellungsbestand (abgeleitet aus dem Index) von 18,5 % für 2022 und 8,2 % für 2023 bereits berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen und Steuerrückstellungen sind so bemessen, dass die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen berücksichtigt sind. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. In dem gesondert ausgewiesenen Posten Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen werden die Verbindlichkeiten der Finanzdienstleistungsgesellschaften mit den jeweiligen Erfüllungsbeträgen bilanziert. Daneben werden Abgrenzungen aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft erfasst. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert. Langfristige Verbindlichkeiten in fremden Währungen werden zum Kurs des Einbuchungs- bzw. zum ungünstigeren Kurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Abweichend davon werden kurzfristige Verbindlichkeiten grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags bewertet. Erhaltene Anzahlungen sind mit dem Nennwert angesetzt. Stichtag der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen Die in den Konzernabschluss einbezogenen vollkonsolidierten Tochterunternehmen bilanzieren grundsätzlich zum 31. Dezember. Ausnahmen sind die Gesellschaften Tweezerman (India) Pvt. Ltd., Ital Beauty Nippers (India) Pvt. Ltd., ZWILLING Kitchen India Pvt. Ltd. sowie FiberLean Technologies India Pvt. Ltd., deren Abschlussstichtag der 31. März ist. Diese Gesellschaften werden mit einem Zwischenabschluss in den Konzernabschluss der Werhahn-Gruppe einbezogen. Stichtag der Assoziierten at-equity Unternehmen ist der 31. Dezember. Erläuterungen zur Bilanz 1 Anlagevermögen Die Aufgliederung und Entwicklung des Immateriellen und des Sachanlagevermögens, der Finanzanlagen sowie der Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen sind auf den Seiten 82/83 dargestellt. Insgesamt fielen im Geschäftsjahr Forschungs- und Entwicklungskosten von 18.747 T € an. Davon wurden 6.200 T € als Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert. Die Geschäfts- oder Firmenwerte stammen überwiegend aus der Kapitalkonsolidierung. Aus den Akquisitionen des Geschäftsjahres resultieren Zugänge bei den Geschäfts- oder Firmenwerten in Höhe von 951 T €, die im Anlagenspiegel in der Spalte Änderungen im Konsolidierungskreis mitberücksichtigt sind. Das Anlagevermögen beinhaltet Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen von 1.705.472 T € (i. Vj. 1.681.962 T €). Das Anlagevermögen entfällt mit 68.384 T € auf erstkonsolidierte Gesellschaften. Hierbei handelt es sich mit 68.048 T € im Wesentlichen um Sachanlagevermögen. In den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen von 117.834 T € (i. Vj. 72.670 T €) enthalten. Im Wesentlichen entfallen diese mit 65.910 T € auf Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen, mit 27.740 T € auf Sachanlagevermögen, mit 12.875 T € auf sonstige immaterielle Vermögensgegenstände sowie mit 9.780 T € auf Geschäfts- oder Firmenwerte. 2 Forderungen aus Finanzdienstleistungen
3 Vorräte
4 Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände
Aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen resultieren 643 T € der Forderungen gegen Verbundene Unternehmen und 2.224 T € der Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. 5 Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks Von dem Bestand an Kassen- und Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks in Höhe von 185.669 T € unterliegen 1.919 T € einer Verfügungsbeschränkung. In dieser Position sind Kassen- und Bundesbankguthaben des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen und der Bankhaus Werhahn GmbH von 68.692 T € enthalten. 6 Eigenkapital Das Eigenkapital im Konzernabschluss beinhaltet neben dem ausgewiesenen Eigenkapital der Wilh. Werhahn KG und dem Gewinnvortrag im Konzern den Konzernjahresüberschuss und die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Der Gewinnvortrag des Konzerns setzt sich aus anderen Gewinnrücklagen und dem Konzerngewinn- und -verlustvortrag zusammen. Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital betreffen überwiegend außenstehende Gesellschafter in den Unternehmensbereichen Baustoffe und Konsumgüter. Die Anteile von nicht beherrschenden Gesellschaftern am Gewinn und Verlust betrugen 22.591 T € bzw. 2.073 T €. Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals ist im Eigenkapitalspiegel dargestellt. Zum Bilanzstichtag lagen Ausschüttungssperren nach deutschem Recht in Höhe von 12.480 T € und nach lokalem Recht in Höhe von 1.493 T € vor. 7 Rückstellungen
Mit den Pensionsrückstellungen und mit den Rückstellungen für Personalkosten sind Vermögensgegenstände zur Deckung von Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen mit Zeitwerten von insgesamt 223 T € bzw. 679 T € verrechnet worden. Die historischen Anschaffungskosten des Deckungsvermögens beziffern sich auf 220 T € bzw. 762 T €. Ohne Verrechnung hätten die Pensionsrückstellungen 133.470 T € und die Rückstellungen für Personalkosten 82.686 T € betragen. Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem 10-Jahres-Durchschnittszinssatz und dem 7-Jahres-Durchschnittszinssatz beträgt zum Bilanzstichtag 1.228 T €. 8 Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen
Die Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen dienen der Refinanzierung der Gesellschaften des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen. Bei den Abgrenzungen handelt es sich vorwiegend um Rechnungsabgrenzungsposten für noch nicht fällige Einnahmen im Leasinggeschäft. Zum Stichtag lagen Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren in Höhe von 236.789 T € (i. Vj. 161.327 T €) vor. Von den Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen entfallen 857.836 T € auf erstkonsolidierte Gesellschaften. 9 Verbindlichkeiten
Zum Stichtag lagen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren in Höhe von 4.590 T € (i. Vj. 5.957 T €) vor. Für Verbindlichkeiten in Höhe von 8.630 T € sind Sicherheiten in Form von Grundpfandrechten, Sicherungsübereignungen und sonstigen Rechten bestellt. Ursächlich für 936 T € der Verbindlichkeiten gegenüber Verbundenen Unternehmen und 7.924 T € der Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, waren Lieferungs- und Leistungsbeziehungen. In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind kurzfristige sogenannte Roll-over-Kredite in Höhe von 320 Mio. € enthalten, die Teil einer langfristig zugesagten Kreditlinie sind. Die Kreditlinie kann nur einseitig durch die Werhahn Industrieholding SE gekündigt werden. 10 Passive latente Steuern Nach Saldierung mit Aktiven latenten Steuern ergab sich im Konzernabschluss ein Überhang an Passiven latenten Steuern von 19.360 T €, der in Höhe von 4.107 T € aus den Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften resultiert. Passive latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen überstiegen zudem die Aktiven latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen. Unsaldiert ergeben sich Passive latente Steuern von 29.446 T € sowie Aktive latente Steuern von 10.086 T €. Dabei haben sich im Geschäftsjahr die Aktiven latenten Steuern um 4.689 T € verringert, während die Passiven latenten Steuern um 15.857 T € gestiegen sind. Die Passiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus Sachanlagen und Immateriellen Vermögensgegenständen, wohingegen die Aktiven latenten Steuern im Wesentlichen bei Vorräten und Forderungen aus Finanzdienstleistungen entstanden sind. Latente Steuern auf Verlustvorträge sind nur in geringem Umfang enthalten. Aktivüberhänge aus den Einzelgesellschaften werden nicht angesetzt. Aus der Aktivierung Selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände resultieren Passive latente Steuern von 3.203 T €. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. 11 Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse enthalten Erlöse aus dem Verkauf von Produkten, vermindert um Skonti und Preisnachlässe, sowie aus der Vermietung oder Verpachtung und der Erbringung von Dienstleistungen. Des Weiteren wird in dieser Position der Umsatz aus dem Bank- und Leasinggeschäft ausgewiesen. Nach Unternehmensbereichen
12 Sonstige betriebliche Erträge In diesem Posten sind im Wesentlichen die aperiodischen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (21.117 T €), Erträge aus Eingängen von bereits ausgebuchten Forderungen (5.364 T €), Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen (4.836 T €) sowie Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen (4.092 T €) und Zuschreibungen im Anlage- und Umlaufvermögen (549 T €) enthalten. Die Sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten zudem unter anderem Kursgewinne (8.417 T €, i. Vj. 15.809 T €). 13 Materialaufwand Der Materialaufwand betrug 2.514.784 T € (i. Vj. 2.350.920 T €), wovon 927.412 T € (i. Vj. 1.001.155 T €) für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Waren und 515.944 T € (i. Vj. 501.464 T €) für bezogene Leistungen aufgewandt wurden. Zusätzlich enthält der Materialaufwand insbesondere Refinanzierungskosten aus dem Bank- und Leasinggeschäft, Einstandskosten für Mietkaufobjekte, abgegangene Restbuchwerte von verkauften Leasinggegenständen sowie Vermittlungsprovisionen aus dem Bank- und Leasinggeschäft. 14 Personalaufwand
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden im Geschäftsjahr lautete wie folgt:
Die Gesamtbezüge des Vorstands beliefen sich im Berichtsjahr auf 4,2 Mio. €. Die Organbezüge für den Verwaltungsrat betrugen im Berichtsjahr 0,8 Mio. € (i. Vj. 0,9 Mio. €). Die Rückstellungen für Pensionen ehemaliger Vorstände bzw. deren Hinterbliebener beliefen sich auf 61,5 Mio. € (i. Vj. 59,9 Mio. €). Für Bezüge und Pensionen wurden an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene 6,0 Mio. € (i. Vj. 2,2 Mio. €) gezahlt. 15 Sonstige betriebliche Aufwendungen Der Posten Sonstige betriebliche Aufwendungen umfasst unter anderem externe Dienstleistungen (140.015 T €), Instandhaltungsaufwendungen (98.779 T €), Aufwendungen aus Wertberichtigungen auf Forderungen (66.701 T €) und Marketingaufwendungen (63.419 T €). Darüber hinaus sind Leasing- und Mietaufwendungen (61.015 T €), Versicherungsaufwendungen (14.515 T €), Aufwendungen für Rückbau- und Rekultivierungsverpflichtungen (10.698 T €) sowie Kursverluste (8.977 T €, i. Vj. 14.723 T €) enthalten. Außerdem werden in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sonstige Steuern in Höhe von 7.687 T € (i. Vj. 6.542 T €) ausgewiesen. Die aperiodischen Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände sowie für Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen betrugen insgesamt 67.904 T €. Das inländische Gesamthonorar an den Konzernabschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betrug im Berichtsjahr 2.791 T €. Davon betrafen das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen 2.643 T €, für andere Bestätigungsleistungen 87 T € und für sonstige Leistungen 61 T €. 16 Beteiligungsergebnis Diese Position enthält Ergebnisse aus Verbundenen Unternehmen (- 68 T €, i. Vj. 380 T €), Ergebnisse aus Assoziierten at-equity Unternehmen (22.525 T €, i. Vj. 15.268 T €) sowie Ergebnisse aus Sonstigen assoziierten Unternehmen und Sonstigen Beteiligungen (28.027 T €, i. Vj. 16.491 T €). Das Ergebnis aus Assoziierten at-equity Unternehmen entspricht grundsätzlich dem Konzernanteil am Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag dieser Unternehmen. Hierin ist auch die Eliminierung von Zwischenergebnissen berücksichtigt. 17 Zinsergebnis
Im Zinsergebnis sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 1.703 T € (i. Vj. 3.302 T €) sowie Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 3.496 T € (i. Vj. 1.217 T €) enthalten. 18 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Bei den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag handelt es sich im Wesentlichen um in- und ausländische Körperschaftsteuer sowie inländische Gewerbeertragsteuer. Darüber hinaus ist in der Position ein latenter Steueraufwand in Höhe von 4.687 T € (i. Vj. latenter Steuerertrag 1.124 T €) enthalten. 19 Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung Im Geschäftsjahr sind Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung aus der Beendigung des Engagements bei FiberLean Technologies in Höhe von 37.777 T € enthalten. Diese entfallen im Wesentlichen auf Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (29.076 T €), Sonstige betriebliche Aufwendungen (4.515 T €) und Personalaufwand (3.232 T €). Zudem sind im Geschäftsjahr 2023 Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung aufgrund von außerplanmäßigen Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert von Immobilien in Höhe von 9.328 T € sowie eines Geschäfts- oder Firmenwertes einer Gesellschaft im Geschäftsbereich Zwilling Küche in Höhe von 8.849 T € angefallen. Anteilsbesitzliste zum 31.12.2023 1. Verbundene konsolidierte Unternehmen
1 Bei diesen Gesellschaften handelt es sich um
Zweckgesellschaften.
1 Bei diesen Gesellschaften handelt es sich um
Zweckgesellschaften.
2. Assoziierte at-equity Unternehmen
3. Verbundene nicht konsolidierte Unternehmen
4. Sonstige assoziierte Unternehmen
5. Sonstige Beteiligungen
Für weitere Gesellschaften wurde die Befreiungsvorschrift des § 313 Abs. 3 S. 1 HGB in Anspruch genommen. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung wird nach DRS 21 erstellt und zeigt, wie sich der Finanzmittelbestand der Werhahn-Gruppe während des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert hat. Das Mindestgliederungsschema ist um Positionen des Finanzdienstleistungsgeschäfts erweitert. Im Berichtsjahr wurde die Kapitalflussrechnung um weitere Zeilen zur Abbildung des Finanzdienstleistungsgeschäfts ergänzt, um eine detailliertere Darstellung zu ermöglichen. Dabei handelt es sich um Zinsaufwendungen und Zinserträge aus Finanzdienstleistungen sowie um gezahlte und erhaltene Zinsen aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft, die im Vorjahr in den sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträgen abgebildet wurden. Des Weiteren werden zur Verbesserung der Aussagefähigkeit auch die Anleihen aus Finanzdienstleistungen in einer separaten Zeile ausgewiesen. Zudem wurde die Darstellung von Zahlungsflüssen aus erhaltenen und gezahlten Zinsen, die nicht aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft resultieren, infolge des geänderten Zinsumfeldes angepasst. Sofern diese im Zusammenhang mit der laufenden Geschäftstätigkeit oder dem Finanzmittelfonds stehen, werden diese Zahlungsflüsse im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden angepasst, um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Zu den Verfügungsbeschränkungen innerhalb des Finanzmittelfonds verweisen wir auf Tz. 5 des Konzernanhangs. Nachfolgend eine Kurzdarstellung der Kapitalflussrechnung:
Sonstige Angaben Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen grundsätzlich zu marktüblichen Bedingungen. Für Mitarbeitende und Gesellschafter bestehen in wenigen Geschäftsbereichen standardisierte Rabatte auf spezifische Werhahn-Produkte. Die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mindestbesteuerung In Deutschland sowie in weiteren Ländern, in denen die Werhahn-Gruppe tätig ist, wurde ein Gesetz zur Einführung einer globalen Mindestbesteuerung eingeführt, das einen effektiven Steuersatz von mindestens 15 % vorsieht. Da dieses Gesetz erst zum 1. Januar 2024 anwendbar ist, ergeben sich im Konzernabschluss 2023 keine Auswirkungen. Die Regelung des § 274 Abs. 3 HGB über die Nichtberücksichtigung latenter Steuern aus der Anwendung in- oder ausländischer Mindestbesteuerungsgesetze ist gemäß Artikel 91 Abs. 2 EHGB bereits auf den Konzernabschluss zum 31.12.2023 anzuwenden. Sich gegebenenfalls aus dem Mindestbesteuerungsgesetz ergebende Steuern sind im Entstehungszeitpunkt als tatsächlicher Steueraufwand zu erfassen. Die Werhahn-Gruppe hat die Auswirkungen der Gesetze zur Einführung einer globalen Mindestbesteuerung für die einzubeziehenden Länder und Gesellschaften analysiert. Die Analyse führte zum Ergebnis, dass es voraussichtlich in einem Land aufgrund des niedrigen Steuersatzes zu einer zusätzlichen Steuerbelastung in Form einer qualifizierten nationalen Ergänzungssteuer kommen könnte. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss sind von untergeordneter Bedeutung. Auch in künftigen Perioden werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet. Nachtragsbericht Nach dem Bilanzstichtag sind in den Unternehmen der Werhahn-Gruppe keine Ereignisse eingetreten, von denen eine wesentliche Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Werhahn-Gruppe erwartet wird. Nicht in der Konzernbilanz enthaltene Geschäfte
Über die dargestellten Haftungsverhältnisse und Sonstigen finanziellen Verpflichtungen hinausgehende außerbilanzielle Geschäfte, die für die Beurteilung der Finanzlage des Konzerns erforderlich sind, bestehen nicht. Für alle erkennbaren Risiken aus Inanspruchnahme von Bürgschaften sind ausreichend Rückstellungen gebildet worden. Darüber hinaus wird keine Inanspruchnahme erwartet, da mit einem Ausfall des Schuldners nicht gerechnet wird. Derivative Finanzinstrumente Die Werhahn-Gruppe bildet Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB. Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäften werden unter Anwendung der Einfrierungsmethode nicht bilanziert. Die Beurteilung der Effektivität der Bewertungseinheiten erfolgt über die Critical-Terms-Match-Methode und wird zu jedem Bilanzstichtag prospektiv festgestellt. Derivative Finanzinstrumente werden nach der Mark-to-Market-Methode bewertet. Zur Refinanzierung ausländischer Tochtergesellschaften werden Fremdwährungsdarlehen in lokaler Währung vergeben. Das aus Konzernsicht resultierende Währungsrisiko aus Tilgungs- und Zinszahlungen wird über Devisentermingeschäfte abgesichert. Die routinemäßige Beschaffung von Waren des operativen Geschäfts in Fremdwährung wird für einen bestimmten Zeitraum im Voraus geplant. Die sich aus diesen mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen ergebende Nettofremdwährungsposition wird im Rahmen von Portfolio-Hedges ebenfalls gegen Währungsrisiken abgesichert. Für den Produktionsprozess benötigte Rohstoffe für abgeschlossene Absatzgeschäfte werden über physische Lieferkontrakte auf Termin beschafft. Soweit die Lieferkontrakte variable Preise aufweisen, werden zur Vermeidung von Preisrisiken aus diesen Geschäften Commodity Swaps eingesetzt. Dabei handelt es sich überwiegend um Portfolio- Hedges mit Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. Im Rahmen von Verbriefungstransaktionen emittierten Zweckgesellschaften variabel verzinste Anleihen zur Refinanzierung eines festverzinslichen Kreditportfolios. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos wurden amortisierende Zinsswaps mit einer langfristigen Restlaufzeit abgeschlossen. Grundgeschäfte sind je nach Gestaltung des Swaps die variabel verzinsliche Anleihe oder die festverzinslichen Kundenforderungen. Im Fall der variabel verzinslichen Anleihe handelt es sich um einen Micro-Hedge, wohingegen bei der Sicherung der Kundenforderung ein Portfolio-Hedge vorliegt. Sowohl bei den Micro- als auch Portfolio-Hedges werden die Grundgeschäfte überwiegend zu 100 % abgesichert. Die nachfolgend genannten Grundgeschäfte sind in Bewertungseinheiten einbezogen:
Neuss, 29. April 2024 Wilh. Werhahn KG Alexander Boldyreff Andreas König Stephan Kühne Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Wilh. Werhahn KG, Neuss, Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Wilh. Werhahn KG, Neuss, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Wilh. Werhahn KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PublG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 14 PubIG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Essen, den 29. April 2024 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Heike Böhle, Wirtschaftsprüferin ppa. Dr. Robert Vollmer, Wirtschaftsprüfer |
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