Stammdaten

Register
Amtsgericht Darmstadt HRB 100332
Vorher
Care Holding Germany B.V.Deutsche Intensivpflege Holding B.V.
Eingetragen
20.3.2017
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Gründung von, Beteiligung an sowie Finanzierung von Gesellschaften oder Unternehmen; Kooperation mit, Verwaltung von, Geschäftsführung der, sowie Beratung und Erbringung anderer Dienste an Gesellschaften oder Unternehmen; Aufnahme und Gewährung von Darlehen; Leistung von Sicherheiten für Schulden und sonstige Verpflichtungen der Gesellschaft oder anderer mit ihr zu einer Gruppe zusammengeschlossener Gesellschaften oder Unternehmen oder Dritter; Übernahme von Garantien, Abgabe von Bürgschaften und gesamtschuldnerische Haftung der Gesellschaft oder ihrer Vermögenswerte für eigene Schulden und andere Verbindlichkeiten, sowie für Schulden und andere Verbindlichkeiten von Unternehmen, die mit der Gesellschaft in einer Gruppe verbunden sind oder Dritter; Erwerb, Bewirtschaftung und Veräußerung von Sachen (einschließlich eintragungspflichtiger Sachen); Erwerb, Bewirtschaftung und Veräußerung von gewerblichen und geistigen Eigentumsrechten

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Marco Skeirat
seit 14.4.2025
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Christoph Schneider
seit 14.4.2025
Geschäftsführer
Erik Dr. Hamann
seit 28.11.2024
Geschäftsführer
Simon Konrad Faiß
seit 17.4.2020
Geschäftsführer

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

opseo Holding B.V.

Kelsterbach

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

TEUR Anhangsangabe 2023 2022
AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte 473.850 442.713
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 7 61.010 62.704
Geschäfts- oder Firmenwert 7 287.490 259.983
Sachanlagen 6 125.350 120.026
Kurzfristige Vermögenswerte 126.960 100.502
Vorräte 8 654 851
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9 78.532 63.358
Forderungen gegen Gesellschafter 10 15.149 14.430
Barmittel und Bankguthaben 11 15.336 11.381
Sonstige Vermögenswerte 12.1 12.590 10.481
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 12.2 4.699 0
BILANZSUMME 600.811 543.214

PASSIVA

Kapital und Rücklagen 24.853 39.374
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital 22.153 36.833
Gezeichnetes Kapital 13 888 888
Kapitalrücklage 14 87.791 87.791
Verlustvortrag -66.527 -51.847
Nicht beherrschende Gesellschafter 2.700 2.541
Langfristige Schulden 493.791 435.290
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 17 1.050 826
Passive latente Steuern 20 10.688 10.196
Verbindlichkeiten aus Leasingverpflichtungen 22 98.068 91.776
Finanzverbindlichkeiten 16 375.667 317.664
Sonstige Schulden 21 8.317 14.829
Kurzfristige Schulden 82.167 68.550
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 17 0 0
Sonstige Rückstellungen 18 65 32
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19 4.976 4.892
Kurzfristige Steuerschulden 20 4.756 3.263
Verbindlichkeiten aus Leasingverpflichtungen 22 14.058 10.703
Finanzverbindlichkeiten 16 10.194 12.323
Sonstige Schulden 21 48.118 37.337
BILANZSUMME 600.811 543.214

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

TEUR Anhangsangabe 2023 2022
Fortgeführte Geschäftsbereiche
Umsatzerlöse 24 390.728 298.943
Sonstige Erträge 25 8.044 5.662
Aufwendungen aus Leistungen an Arbeitnehmer 26 -288.110 -207.046
Sonstige Aufwendungen 27 -50.829 -45.622
Abschreibungen auf Umlaufvermögen 28 -4.338 -2.019
Abschreibungen auf Anlagevermögen 29 -29.082 -22.951
Wertminderungen 30.3 -2.764 -290
Finanzergebnis 31 -37.116 -20.910
Verlust vor Steuern -13.467 5.766
Ertragsteuern 20 -683 -2.632
Verlust nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -14.150 3.134
Jahresfehlbetrag/-überschuss -14.150 3.134
Jahresüberschuss auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallend 339 216
Jahresfehlbetrag/-überschuss auf Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallend -14.489 2.918
TEUR 2023 2022
Jahresfehlbetrag/-überschuss -14.150 3.134
Sonstiges Ergebnis 0 -18
Posten, die unter bestimmten Bedingungen zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 0 0
Sonstiges - vor Ertragsteuern 0 0
- Ertragsteuern 0 0
Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden -191 462
Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen
- vor Ertragsteuern -227 549
- Ertragsteuern 36 -87
Sonstiges - vor Ertragsteuern 0 0
- Ertragsteuern 0 0
Gesamtergebnis -14.341 3.578
Gesamtergebnis auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallend 339 216
Gesamtergebnis auf Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallend -14.680 3.362

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung der opseo Holding B.V., Amsterdam

Entwicklung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallend
TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Verlustvortrag Summe Nicht beherrschende Gesellschafter Summe Eigenkapital und Rücklagen
Zum 31. Dezember 2017 859 84.996 -7.925 77.930 1.965 79.894
Jahresfehlbetrag 0 0 -7.709 -7.709 172 -7.537
Vollständiges Gesamtergebnis für das Geschäftsjahr 0 0 -7.709 -7.709 172 -7.537
Kapitalerhöhungen 30 2.795 0 2.825 0 2.825
Zum 31. Dezember 2018 888 87.791 -15.634 73.045 2.137 75.182
Jahresfehlbetrag 0 0 -22.665 -22.665 201 -22.463
Sonstige Änderungen 0 0 2.248 2.248 0 2.248
Vollständiges Gesamtergebnis für das Geschäftsjahr 0 0 -20.417 -20.417 201 -20.215
Dividendenzahlungen 0 0 0 0 -180 -180
Zum 31. Dezember 2019 888 87.791 -36.051 52.629 2.158 54.787
Jahresfehlbetrag 0 0 -11.703 -11.703 205 -11.499
Sonstige Änderungen 0 0 -9 -9 0 -9
Zum 31. Dezember 2020 888 87.791 -47.763 40.916 2.363 43.279
Jahresfehlbetrag 0 0 -7.466 -7.466 255 -7.211
Sonstige Änderungen 0 0 20 20 0 20
Vollständiges Gesamtergebnis für das Geschäftsjahr 0 0 -7.445 -7.445 255 -7.190
Dividendenzahlungen 0 0 0 0 -180 -180
Kapitalerhöhungen 0 0 0 0 0 0
Umgliederung 0 0 0 0 0 0
Zum 31. Dezember 2021 888 87.791 -55.209 33.471 2.438 35.908
Jahresüberschuss 0 0 2.918 2.918 216 3.134
Direkt im Eigenkapital erfasstes Ergebnis 0 0 462 462 0 462
Sonstige Änderungen 0 0 -18 -18 0 -18
Vollständiges Gesamtergebnis für das Geschäftsjahr 0 0 3.362 3.362 216 3.578
Dividendenzahlungen 0 0 0 0 -113 -113
Kapitalerhöhungen 0 0 0 0 0 0
Umgliederung 0 0 0 0 0 0
Zum 31. Dezember 2022 888 87.791 -51.847 36.833 2.541 39.374
Jahresfehlbetrag 0 0 -14.489 -14.489 339 -14.150
Direkt im Eigenkapital erfasstes Ergebnis 0 0 -191 -191 0 -191
Sonstige Änderungen 0 0 0 0 0 0
Vollständiges Gesamtergebnis für das Geschäftsjahr 0 0 -14.680 -14.680 339 -14.341
Dividendenzahlungen 0 0 0 0 -180 -180
Kapitalerhöhungen 0 0 0 0 0 0
Umgliederung 0 0 0 0 0 0
Zum 31. Dezember 2023 888 87.791 -66.527 22.153 2.700 24.853

Konzern-Kapitalflussrechnung der opsep Holding B.V., Amsterdam

Entwicklung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

TEUR 2023 2022
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
Jahresfehlbetrag/ -überschuss -14.489 2.918
Anteil nicht beherrschender Gesellschafter 339 216
Ertragsteuern 683 2.632
Jahresfehlbetrag vor Ertragsteuern und nicht beherrschenden Gesellschaftern -13.467 5.766
Anpassungen für:
Sonstiges Ergebnis -191 -18
Abschreibungen von langfristigen Vermögenswerten 29.082 22.951
Wertminderungen auf Markenrechte 0 290
Wertminderungen auf Zins-Caps 777 0
Wertminderungen auf zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 1.987 0
Abschreibungen von kurzfristigen Vermögenswerten 4.338 2.019
Erfolgswirksam erfasste Finanzierungsaufwendungen 31.940 20.910
Abnahme (+) / Zunahme (-) der Vorräte 197 76
Zunahme (-) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen -19.512 -25.112
Abnahme (+) / Zunahme (-) der sonstigen Vermögenswerte -2.109 6.670
Abnahme (+) / Zunahme (-) der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte -4.699 0
Abnahme (-) / Zunahme (+) der Rückstellungen 257 -100
0
Abnahme (-) / Zunahme (+) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten 84 1.632
Gewinn / Verlust aus Anlagenabgängen -70 -706
Abnahme (-) / Zunahme (+) der sonstigen Schulden 17.380 8.977
Zahlungsmittelzu-/-abfluss aus betrieblicher Tätigkeit 45.994 43.356
Gezahlte/Erhaltene Ertragsteuern 809 -480
Nettoveränderung aktive und passive latente Steuern 492 2.134
Nettozahlungsmittelzu-/-abfluss aus betrieblicher Tätigkeit 47.296 45.010
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Erwerb von Tochterunternehmen -38.979 -90.882
Auszahlungen für Sachanlagen -7.853 -8.402
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 200 1.403
Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte -351 -531
Sonstige Veränderungen des Anlagevermögens -5.739 -2.708
Nettozahlungsmittelabfluss aus Investitionstätigkeit -52.723 -101.120
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Gesellschafter -180 -113
Einzahlungen aus Bankdarlehen 60.000 87.000
Auszahlungen aus der Rückführung von Bankdarlehen 0 0
Sonst. Einzahlungen (+) / Auszahlungen (-) aus Bankdarlehen -4.126 840
Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16) -13.653 -11.038
Zunahme (-) / Abnahme (+) Darlehen an Gesellschafter -720 2.723
Gezahlte Zinsen -31.940 -20.910
Nettozahlungsmittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit 9.381 58.501
(Nettoabnahme)/Nettozunahme von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 3.954 2.392
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres 11.381 8.990
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Geschäftsjahres 15.336 11.381

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben

2. Konsolidierungskreis

3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

4. Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen

5. Finanzrisikomanagement

6. Sachanlagen

7. Immaterielle Vermögenswerte

8. Vorräte

9. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

10. Forderungen gegen Gesellschafter

11. Barmittel und Bankguthaben

12. Sonstige Vermögenswerte und zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

13. Eigenkapital

14. Kapitalrücklage

15. Dividenden und Ausschüttungen

16. Finanzverbindlichkeiten

17. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

18. Sonstige Rückstellungen

19. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

20. Laufende und latente Ertragsteuern

21. Sonstige Schulden

22. Leasingverhältnisse

23. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen

24. Umsatzerlöse

25. Sonstige betriebliche Erträge

26. Aufwendungen aus Leistungen an Arbeitnehmer und durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer

27. Sonstige Aufwendungen

28. Abschreibungen auf Umlaufvermögen

29. Abschreibungen auf Anlagevermögen

30. Wertminderungen

31. Finanzergebnis

32. Erwerb von Unternehmen

33. Eventualschulden

34. Honorar des Konzernabschlussprüfers

35. Organe der Gesellschaft

36. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

37. Angaben gemäß § 264 Absatz 3 Nummer 4 des deutschen Handelsgesetzbuches

1. Allgemeine Angaben

opseo Holding B.V. (nachfolgend: "die Gesellschaft" oder "der Konzern") ist eine in Amsterdam, Niederlande, ansässige Kapitalgesellschaft niederländischen Rechts. Die Gesellschaft ist im niederländischen Handelsregister ("Handelsregister Kamer van Koophandel") unter der KvK- Nummer 67441637 erfasst. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in der Isarstraße 4, 65451 Kelsterbach, Deutschland. Die Gesellschaft wurde am 8. Dezember 2016 vor dem Hintergrund des Erwerbs der Deutschen Intensivpflege Holding Gruppe und der angestrebten Akquisition weiterer deutscher Intensivpflegebetriebe gegründet.

Von 2016 bis 2023 wurden insgesamt weitere 54 Konzerngesellschaften erworben. Im Jahr 2023 wurden folgende 9 Gesellschaften erworben:

Kinderintensivpflegedienst Gänseblümchen GmbH & Co KG Berlin
Gänseblümchen Management GmbH Berlin
Burg Services UG & Co. KG Sottrum
Neue Burg GmbH Nienburg
Eingliederungshilfen Sonnenburg GmbH Nienburg
Burg Beteiligungs UG Sottrum
Carolinas Intensivpflege VBB Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG Dreieich
Carolinas Intensivpflege Verwaltungs-, Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH Dreieich
Pro-VIVA GmbH Oberhausen

Eine ausführliche Beschreibung der Unternehmenserwerbe findet sich in Angabe 32.2. Unternehmenserwerbe im Jahr 2023.

Die Vergleichbarkeit Finanz- und Ertragslage mit dem Vorjahr ist aufgrund der im Jahr 2023 getätigten Zukäufe nur eingeschränkt möglich.

Das Kerngeschäft des Konzerns ist die außerklinische Intensivpflege und Heimbeatmung sowohl im privaten Umfeld als auch in Wohngemeinschaften. Im Wettbewerb mit Anbietern vergleichbarer Dienstleistungen etabliert sich der Konzern bezogen auf den bereinigten Umsatz (nur nicht-klinische Intensivmedizin) unter den größten deutschen Anbietern. Außerdem ist die Gesellschaft einer der führenden Anbieter in der Kinderintensivpflege im ambulanten und stationären Bereich.

Die Abrechnung der Pflegedienstleistungen erfolgt überwiegend direkt an die Krankenkassen.

Alleiniger Gesellschafter der opseo Holding B.V. ist seit 2019 die Ergon Vehicle Opseo S.à r.l., 19-21, route d'Arlon, L-8009 Strassen, Luxemburg.

Der Konzernabschluss der Gesellschaft umfasst den Jahresabschluss der Gesellschaft sowie die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2023.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde in der Gesellschafterversammlung vom 30. Mai 2023 durch den Gesellschafter Ergon Vehicle Opseo S.à r.l. genehmigt.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 5. April 2024 von der Geschäftsführung der opseo Holding B.V. zur Veröffentlichung genehmigt.

2. Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst neben dem Mutterunternehmen die Vermögenswerte und Schulden der folgenden vollkonsolidierten Tochterunternehmen:

Name Sitz Geschäftsanteile und Stimmenrechte Geschäftstätigkeit Eigenkapital 31.12.2023 Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
% TEUR TEUR
365° Häusliche Kranken- und Fachpflege Marianne Weiß GmbH * Remscheid 100 Operativ 3.441 308
365° Pflegezentrum Marianne Weiß GmbH * Remscheid 100 Operativ 37 0
3Wkonzepter GmbH * Potsdam 100 Operativ 2.413 0
A.I.B. - Hero GmbH (ehemals Hero GmbH) * Saal an der Donau 100 Operativ 1.098 0
A.I.B. - Wohngruppen GmbH * Saal an der Donau 100 Operativ 16.663 0
A.I.H. - Ambulante Intensivpflege Holding GmbH * Auerbach 100 Holding 4.408 0
AGAPEO Kinderintensivpflege GmbH (ehemals CP Kinderintensivpflege GmbH) * Bayreuth 100 Operativ 1.541 0
Ambulante Intensivpflege ape GmbH * Sulzbach- Rosenberg 100 Operativ 5.294 0
Atemzeit GmbH * Recklinghausen 100 Operativ 94 0
Atemzeit Intensivpflege Nord GmbH * Hamburg 100 Operativ 1.213 0
Auralis Intensivpflege GmbH * Sulzbach- Rosenberg 100 Operativ 540 0
Balu Kinderintensivpflegedienst GmbH * Hamburg 100 Operativ 226 0
Bärenfamilie GmbH (ehemals Bärenfamilie Darmstadt GmbH) * Darmstadt 100 Operativ 1.379 0
BaWiG GmbH * Kelsterbach 100 Operativ 83 0
Binder Intensivpflege GmbH * Neukirchen beim Heiligen Blut 100 Operativ 10.892 0
Burg Beteiligungs UG Sottrum 100 Operativ 38 39
Burg Services UG & Co. KG Nienburg/Weser 100 Operativ 487 178
CARE Mobiler Sozialer Dienst GmbH * Kall 100 Operativ 1.635 0
Carolinas Intensivpflege VBB Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG Dreieich 100 Operativ 235 1.642
Carolinas Intensivpflege Verwaltungs-, Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH Dreieich 100 Operativ -1 -28
CP Intensivpflege GmbH * Kulmbach 100 Operativ -509 0
Curademic GmbH * Saal an der Donau 100 Operativ -1.917 0
Eingliederungshilfen Sonnenburg GmbH Sottrum 100 Operativ 671 491
Fero Medik Intensivpflegedienst GmbH * München 100 Operativ 371 0
Gänseblümchen Management GmbH Berlin 100 Operativ 14 1
Gesundheitsteam für Intensivpflege und Beatmung GmbH * Itzehoe 100 Operativ 1.439 0
Hamacher GmbH Gesundheitsdienste * Köln 100 Operativ 31 0
Helping Hand Bayern GmbH * Mitterfels 100 Operativ 3.677 0
Humanitair GmbH * Wetter 100 Operativ 7.089 0
IPD-MV GmbH * Stralsund 100 Operativ 1.531 0
kidi häusliche Kinderkranken- und Intensivpflege GmbH * Villingen- Schwenningen 100 Operativ 504 0
Kinderintensivpflegedienst Gänseblümchen GmbH & Co KG Berlin 100 Operativ 26 5
Kronenhof Intensivpflege GmbH * Kempten 100 Operativ 230 0
Match-Medics GmbH * Leipzig 100 Operativ 546 0
MOKI Mobile Kinderkrankenpflege GmbH * Affalterbach 100 Operativ 48 0
Neue Burg GmbH Nienburg/Weser 100 Operativ 422 187
opseo Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH (ehemals DIH Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH) * Kelsterbach 100 Holding -2.016 -1.987
opseo Servicegesellschaft GmbH * Kelsterbach 100 Operativ 553 0
Pflegedienst Nicole Tobias GmbH * Freital 100 Operativ 814 -13
Pflegedienst Regenbogen GmbH * Bad Königshofen 100 Operativ 502 0
Philos GmbH Sulzbach-Rosenberg 55 Operativ 2.025 753
Pro-VIVA GmbH Oberhausen 100 Operativ 533 709
Remeo Bayern GmbH * Saal an der Donau 100 Operativ 349 0
REMEO Deutschland GmbH * Blankenfelde- Mahlow 100 Operativ 3.713 -73
Remeo Nord GmbH * Gelsenkirchen 100 Operativ 498 0
Remeo NRW GmbH * Remscheid 100 Operativ Operativ 537 0
WICHTELTEAM GmbH * Aschaffenburg 100 1.014 0

* Die betreffenden Gesellschaften verfügen über einen Ergebnisabführungsvertrag und weisen deshalb kein Ergebnis aus, sofern ihr Jahresüberschuss nach deutschem Handelsrecht dem Jahresüberschuss nach IFRS entspricht.

Die kapitalmäßige Beteiligung entspricht den Stimmrechten. Die in der obenstehenden Tabelle aufgeführten Tochterunternehmen sind vollkonsolidiert. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter werden im Eigenkapital dargestellt.

Der Bilanzstichtag aller Konzerngesellschaften ist der 31. Dezember. Für Informationen betreffend der in 2023 erworbenen Tochterunternehmen verweisen wir auf Angabe 32.2.

Nicht konsolidierte Unternehmen

In 2022 hat die opseo Holding B.V. gemeinsam mit der SANIMED GmbH mit Gesellschaftsvertrag vom 10.02.2022 die opseo Homecare GmbH mit Sitz in Ibbenbüren gegründet. Die opseo Holding B.V. hält 51% der Anteile. In 2023 erwirtschaftete die opseo Homecare GmbH einen Jahresüberschuss von TEUR 858 (im Vorjahr TEUR 142). Zum 31.12.2023 betrug ihr Eigenkapital TEUR 883 (im Vorjahr TEUR 167) und ihre Bilanzsumme TEUR 1.107 (im Vorjahr TEUR 344). Aufgrund ihrer unwesentlichen Größe wurde die Gesellschaft nicht in den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023 einbezogen.

Umwandlung/ Spaltung/ Verschmelzung

Im Geschäftsjahr 2024 wurde die JOBMEDICA GmbH auf die Match-Medics GmbH sowie die Kleine Strolche Kinder-Intensivpflegedienst GmbH auf die Pflegedienst Nicole Tobias GmbH seitwärts verschmolzen. Die Management & Pflege Consulting GmbH wurde aufwärts auf die 365° Häusliche Kranken- und Fachpflege Marianne Weiß GmbH verschmolzen. Des Weiteren wurden Teilbetriebe der Remeo Deutschland GmbH im Rahmen von Abspaltungen durch Aufnahme auf die Remeo NRW GmbH, Remeo Bayern GmbH sowie auf die im Geschäftsjahr 2023 neu gegründete Remeo Nord GmbH übertragen. Die Teilbetriebe der Kinderstationen der 365° Häusliche Kranken- und Fachpflege Marianne Weiß GmbH wurden auf die Bärenfamilie GmbH abgespalten.

Im Folgenden sind die untergehenden und übernehmenden Konzerngesellschaften dargestellt:

Untergehende Konzerngesellschaft Übernehmende Konzerngesellschaft Zivilrechtlich wirksam zum
Verschmelzungen im Geschäftsjahr 2023
Management und Pflege Consulting GmbH 365o Häusliche Kranken- und Fachpflege Marianne Weiß GmbH 12.06.2023
JOBMEDICA GmbH Match-Medics GmbH 14.08.2023
Kleine Strolche Kinder-Intensivpflegedienst GmbH Pflegedienst Nicole Tobias GmbH 26.09.2023
Untergehende Konzerngesellschaft Übernehmende Konzerngesellschaft Zivilrechtlich wirksam zum
Verschmelzungen im Geschäftsjahr 2022
Lebenswert - Ambulantes Intensivpflegeteam Nordbayern GmbH Ambulante Intensivpflege ape GmbH 26.04.2022
Pflegedienst Nicole Tobias Thüringen GmbH Pflegedienst Nicole Tobias GmbH 24.05.2022
AerCura Lippe GmbH & Co. KG 365° Häusliche Kranken- und Fachpflege Marianne Weiß GmbH 20.06.2022
AERCURA Verwaltungs GmbH 365° Häusliche Kranken- und Fachpflege Marianne Weiß GmbH 01.06.2022
BKP Service GmbH & Co. KG 365° Häusliche Kranken- und Fachpflege Marianne Weiß GmbH 14.06.2022
Zentrum für Beatmung und Intensivpflege - NRW GmbH 365o Häusliche Kranken- und Fachpflege Marianne Weiß GmbH 08.07.2022
Bärenfamilie GmbH Bärenfamilie Darmstadt GmbH 09.08.2022
Balu Management-GmbH Balu Kinderintensivpflegedienst GmbH & Co. KG 07.09.2022
CP Wohngruppen GmbH Ambulante Intensivpflege ape GmbH 30.11.2022
Agapeo Häusliche Kinderkrankenpflege GmbH AGAPEO Kinderintensivpflege GmbH (ehemals CP Kinderintensivpflege GmbH) 24.11.2022

3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des Konzernabschlusses der opseo Holding B.V. zum 31. Dezember 2023 Anwendung gefunden haben, sind nachstehend erläutert.

3.1. Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses

Der freiwillig aufgestellte Konzernabschluss wurde unter Anwendung der International Financial Reporting Standards ("IFRS"), wie sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2023 anzuwenden sind und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten sowie, wenn zutreffend, auf Grundlage von beizulegenden Zeitwerten aufgestellt. Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert der für den Vermögenswert entrichteten Gegenleistung.

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde. Dies gilt unabhängig davon, ob der Preis direkt beobachtbar oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode geschätzt worden ist.

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts oder einer Schuld berücksichtigt der Konzern bestimmte Merkmale des Vermögenswerts oder der Schuld, wenn Marktteilnehmer diese Merkmale bei der Preisfestlegung für den Erwerb des jeweiligen Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld zum Bewertungsstichtag ebenfalls berücksichtigen würden. Im vorliegenden Konzernabschluss wird der beizulegende Zeitwert für die Bewertung und/oder die Angabepflichten grundsätzlich auf dieser Grundlage ermittelt. Davon ausgenommen sind Bewertungsmaßstäbe, die dem beizulegenden Zeitwert ähneln, ihm aber nicht entsprechen, z. B. der Nutzungswert in IAS 36 Wertminderungen von Vermögenswerten.

Der beizulegende Zeitwert ist nicht immer als Marktpreis verfügbar. Häufig muss er auf Basis verschiedener Bewertungsparameter ermittelt werden. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit beobachtbarer Parameter und der Bedeutung dieser Parameter für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts im Ganzen wird der beizulegende Zeitwert den Stufen 1, 2 oder 3 zugeordnet. Die Unterteilung erfolgt nach folgender Maßgabe:

Eingangsparameter der Stufe 1 sind notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden, auf die das Unternehmen am Bewertungsstichtag zugreifen kann;

Eingangsparameter der Stufe 2 sind andere Eingangsparameter als die auf Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt beobachtbar sind oder indirekt aus anderen Preisen abgeleitet werden können;

Eingangsparameter der Stufe 3 sind für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbare Parameter.

Der Konzernabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Der Konzernabschluss ist in EUR als funktionale Währung der Gesellschaft und ihren Tochterunternehmen dargestellt. Angaben im Konzernabschluss erfolgen in EUR oder TEUR, wobei Rundungsdifferenzen bei der Angabe in TEUR und Prozent entstehen können.

Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses ausgeübte Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten werden in Angabe 4 dargestellt.

3.1.1. Änderung der Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden - Geänderte Standards und Interpretationen

a) Neue Standards oder Änderungen

Neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen Erstmalige Anwendung
IFRS 17 Versicherungsverträge 1. Januar 2023
Angaben zu Rechnungslegungsmethoden - Änderungen an IAS 1 1. Januar 2023
und IFRS Practice Statement 2
Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen - Änderungen an IAS 8 1. Januar 2023
Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einem einzigen Geschäftsvorfall entstehen - Änderungen an IAS 12 1. Januar 2023
Reform des internationalen Steuersystems - Mustervorschriften für Pillar 2 - Änderungen an IAS 12 23. Mai 2023

Die erstmalige Anwendung der neuen IFRS-Verlautbarungen führte zu keinen wesentlichen Änderungen der Rechnungslegungsmethoden des opseo Konzerns. Die neuen IFRS- Verlautbarungen hatten keinen oder nur einen unwesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des opseo Konzerns zum 31. Dezember 2023.

Neue und geänderte IFRS-Standards oder -Interpretationen, die zwar veröffentlicht, aber noch nicht in Kraft getreten sind, hat der opseo Konzern nicht vorzeitig angewandt.

b) Zukünftige anzuwendende IFRS-Verlautbarungen (durch EU übernommen)

Folgende Standards und Interpretationen sowie Änderungen von Standards und Interpretationen wurden bereits durch die Europäische Union übernommen, sind aber verpflichtend erst für Abschlüsse nach dem 31. Dezember 2023 anzuwenden.

Künftige neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen Anwendungspflicht für Geschäftsjahre beginnend am oder nach
Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen - Änderungen an IAS 1 und Klassifizierung von Schulden als kurz-bzw. langfristig - Änderungen an IAS 1 1. Januar 2024
Leasingverbindlichkeiten aus einer Sale-and-Leaseback-Transaktion - Änderungen an IFRS 16 1. Januar 2024
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen - Änderungen an IAS 7 und IFRS 7 1. Januar 2024
Fehlende Umtauschbarkeit - Änderungen an IAS 21 1. Januar 2025

Neue und geänderte IFRS-Standards oder -Interpretationen, die zwar veröffentlicht, aber noch nicht in Kraft getreten sind, hat der opseo Konzern nicht vorzeitig angewandt. Es wird erwartet, dass diese Verlautbarungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss in der Berichtsperiode ihrer erstmaligen Anwendung haben werden.

c) Zukünftige anzuwendende IFRS-Verlautbarungen (bisher noch kein EU-Endorsement erfolgt)

Künftige neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen Anwendungspflicht für Geschäftsjahre beginnend am oder nach
Verkauf oder Einlage von Vermögenswerten zwischen einem Anleger und einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen (Änderungen an IFRS 10 und IAS 28) unbestimmt

Die in der vorstehenden Tabelle genannten IFRS-Verlautbarungen werden nach gegenwärtiger Einschätzung keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

3.2. Konsolidierungsgrundlagen

3.2.1. Erwerb von Tochterunternehmen und Geschäfts- oder Firmenwert

Der Erwerb von Geschäftsbetrieben wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss übertragene Gegenleistung wird zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Dieser bestimmt sich aus der Summe der zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerte der übertragenen Vermögenswerte, der von den früheren Eigentümern des erworbenen Unternehmens übernommenen Schulden und der vom Konzern emittierten Eigenkapitalinstrumente im Austausch gegen die erworbenen Anteile am Unternehmen. Dabei wurden die zugrundeliegenden Zinssätze (WACC) aus dem Kapitalmarkt hergeleitet. Die sonstigen Inputfaktoren ergaben sich aus der unternehmenseigenen Konzernplanung (Cash Flows). Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden bei Anfall erfolgswirksam erfasst.

Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss der Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert des zuvor vom Erwerber gehaltenen Eigenkapitalanteils an dem erworbenen Unternehmen (sofern gegeben) über den Saldo der zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und der übernommenen Schulden. Für den Fall, dass sich - auch nach nochmaliger Beurteilung - ein negativer Unterschiedsbetrag ergibt, wird dieser unmittelbar als Ertrag erfolgswirksam erfasst.

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die gegenwärtig Eigentumsrechte vermitteln und dem Inhaber im Falle der Liquidation das Recht gewähren, einen proportionalen Anteil am Nettovermögen des Unternehmens zu erhalten, werden bei Zugang entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens bewertet. Dieses Wahlrecht kann bei jedem Unternehmenszusammenschluss neu ausgeübt werden.

Enthält die übertragene Gegenleistung eine bedingte Gegenleistung, wird diese mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung innerhalb des vorläufigen Bewertungszeitraums werden rückwirkend korrigiert und entsprechend gegen den Geschäfts- oder Firmenwert gebucht, beziehungsweise, im Falle von negativen Unterschiedsbeiträgen, erfolgswirksam aufgelöst. Berichtigungen während des Bewertungszeitraums sind Anpassungen, um zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände widerzuspiegeln, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden. Der Bewertungszeitraum darf jedoch ein Jahr vom Erwerbszeitpunkt an nicht überschreiten.

Die Bilanzierung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung, die keine Berichtigung während des Bewertungszeitraums darstellen, erfolgt in Abhängigkeit davon, wie die bedingte Gegenleistung einzustufen ist. Handelt es sich bei der bedingten Gegenleistung um Eigenkapital, erfolgt keine Folgebewertung an nachfolgenden Abschlussstichtagen, ihre Erfüllung wird innerhalb des Eigenkapitals bilanziert. Eine bedingte Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, wird an nachfolgenden Abschlussstichtagen gemäß IAS 39 oder IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen, sofern anzuwenden, bewertet und ein resultierender Gewinn oder Verlust in der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Ist die erstmalige Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses am Ende des Geschäftsjahres noch nicht abgeschlossen, gibt die Gesellschaft für die Posten mit derartiger Bilanzierung vorläufige Beträge an. Sofern innerhalb des Bewertungszeitraums neue Informationen bekannt werden, die die Verhältnisse zum Erwerbszeitpunkt erhellen, werden die vorläufig angesetzten Beträge korrigiert bzw. es werden zusätzliche Vermögenswerte oder Schulden angesetzt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird als Vermögenswert in der Bilanz erfasst. Er unterliegt einem jährlichen Wertminderungstest. Für Zwecke der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert bei Erwerb auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (oder Gruppen davon) des Konzerns aufgeteilt, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können. Wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, ist der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines jeglichen der Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswertes im Verhältnis zum Gesamtbuchwert der Vermögenswerte innerhalb der Einheit zuzuordnen. Dabei ist der erzielbare Betrag der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Jeglicher Wertminderungsaufwand des Geschäfts- oder Firmenwertes wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in künftigen Perioden nicht aufgeholt werden.

Bei der Veräußerung einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird der darauf entfallende Betrag des Geschäfts- oder Firmenwerts im Rahmen der Ermittlung des Abgangserfolgs berücksichtigt.

3.2.2. Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind Gesellschaften, die vom Mutterunternehmen beherrscht werden. Die Gesellschaft erlangt die Beherrschung, wenn sie Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist, und die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann. Die Gesellschaft nimmt eine Neubeurteilung vor, ob sie ein Beteiligungsunternehmen beherrscht oder nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der genannten drei Kriterien der Beherrschung verändert haben. Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Gesellschaft endet, in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen entsprechend vom tatsächlichen Erwerbszeitpunkt bzw. bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Konzernergebnis erfasst.

3.2.3. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung über dieses Tochterunternehmen führen, werden als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Buchwerte der vom Konzern gehaltenen Anteile und der nicht beherrschenden Anteile werden so angepasst, dass sie die Änderungen der an den Tochterunternehmen bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zugeordnet.

Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses sind den Gesellschaftern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Gesellschaften zuzuordnen. Dies gilt selbst dann, wenn dies dazu führt, dass die nicht beherrschenden Gesellschafter einen Negativsaldo aufweisen.

3.2.4. Konsolidierungsvorgänge

Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Cashflows im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzerngesellschaften werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert.

3.3. Sachanlagen

Grundstücke und Gebäude beinhalten im Wesentlichen Wohngebäude, Mietereinbauten und andere Einbauten.

Grundstücke und Gebäude, die zur Erbringung von Dienstleistungen oder für Verwaltungszwecke gehalten werden, werden zu fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Verluste aus Wertminderungen bewertet. Fremdkapitalkosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- und Herstellkosten aktiviert.

Im Bau befindliche Immobilien zur Erbringung von Dienstleistungen oder für Verwaltungszwecke bzw. ohne Zweckbestimmung werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich erfasster Wertminderungen bilanziert. Diese Vermögenswerte werden mit Fertigstellung und Erreichen des betriebsbereiten Zustands in eine sachgerechte Kategorie innerhalb der Sachanlagen eingeordnet. Die Abschreibung dieser Vermögenswerte beginnt auf der gleichen Grundlage wie bei anderen Gebäuden mit dem Erreichen des betriebsbereiten Zustands.

Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Technische Anlagen und Maschinen sowie Büro- und Geschäftsausstattung werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und erfasster Wertminderungen ausgewiesen.

Die Abschreibung erfolgt derart, dass die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vermögenswerten (mit Ausnahme von Grundstücken oder Anlagen im Bau) abzüglich ihrer Restwerte über deren Nutzungsdauer linear abgeschrieben werden. Die erwarteten Nutzungsdauern, Restwerte und Abschreibungsmethoden werden an jedem Abschlussstichtag überprüft. Sämtliche notwendige Schätzungsänderungen werden prospektiv berücksichtigt.

Die folgenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern wurden für die Ermittlung der Abschreibungen der Sachanlagen zugrunde gelegt:

Gebäude zwischen 10 und 50 Jahren
Einbauten zwischen 5 und 20 Jahren
Maschinen, technische Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 20 Jahren
Fahrzeuge zwischen 2 und 6 Jahren

Eine Sachanlage wird bei Abgang oder dann, wenn kein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen aus der fortgesetzten Nutzung des Vermögenswerts erwartet wird, ausgebucht. Der sich aus dem Verkauf oder der Stilllegung einer Sachanlage ergebende Gewinn oder Verlust bestimmt sich als Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes und wird erfolgswirksam erfasst.

3.4. Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte, Markenrechte, Pflegeverträge sowie Software und Domainrechte.

Nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen erfasst. Die Abschreibungen werden linear über die erwartete Nutzungsdauer aufwandswirksam erfasst. Die erwartete Nutzungsdauer sowie die Abschreibungsmethode werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und sämtliche Schätzungsänderungen prospektiv berücksichtigt. Folgende Nutzungsdauern wurden für die Berechnung der Abschreibungen zugrunde gelegt:

Software zwischen 3 und 5 Jahre
Domainrechte zwischen 1 und 5 Jahre
Pflegeverträge zwischen 1,2 und 5,1Jahre
Marken mit bestimmter Nutzungsdauer zwischen 2 und 8 Jahre

Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen erfasst.

Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer sind neben den Geschäfts- oder Firmenwerten auch erworbene strategisch definierte Markenrechte. Die Markenrechte mit einer begrenzten Nutzungsdauer betreffen Marken, die unter Umständen in den kommenden Jahren unter strategisch definierte Kernmarken integriert werden.

Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger Wertminderungen bewertet.

Ein immaterieller Vermögenswert mit bestimmter Nutzungsdauer ist bei Abgang oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von seiner Nutzung oder seinem Abgang erwartet wird auszubuchen. Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes, bewertet mit der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes, wird im Zeitpunkt der Ausbuchung des Vermögenswertes in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Ausweis erfolgt in den sonstigen Erträgen bzw. den sonstigen Aufwendungen.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich zum Abschlussstichtag (bzw. unterjährig falls Anzeichen einer Wertminderung bestehen) auf Wertminderungsbedarf getestet. Der Umfang des Wertminderungsaufwands bestimmt sich nach dem erzielbaren Betrag eines Vermögenswertes.

3.5. Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten

Zu jedem Abschlussstichtag überprüft der Konzern den Buchwert seiner nicht finanziellen Vermögenswerte auf etwaigen Wertberichtigungsbedarf. Falls Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu welcher der Vermögenswert gehört. Wenn eine angemessene und stetige Grundlage zur Verteilung ermittelt werden kann, werden die gemeinschaftlichen Vermögenswerte auf die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. Andernfalls erfolgt eine Verteilung auf die kleinste Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, für die eine angemessene und stetige Grundlage der Verteilung ermittelt werden kann.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Wenn der geschätzte erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet, wird der Buchwert des Vermögenswertes auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst, es sei denn, der entsprechende Vermögenswert wird mit seinem Neubewertungsbetrag angesetzt. In einem solchen Fall ist der Wertminderungsaufwand als Verminderung der Neubewertungsrücklage zu behandeln.

Sollte sich der Wertminderungsaufwand in der Folge umkehren, wird der Buchwert des Vermögenswertes auf die jüngste Schätzung des erzielbaren Betrages erhöht. Die Erhöhung des Buchwertes ist dabei auf den Wert beschränkt, der sich ergeben hätte, wenn für den Vermögenswert in den Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird unmittelbar erfolgswirksam erfasst.

3.6. Vorräte

Die Vorräte beinhalten medizinische Hilfsmittel, Hygiene- und Desinfektionsmittel, Sanitär- und Verbandsmaterial sowie Corona Schnelltests und Brennstoffe.

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten werden nach der FIFO-Methode (first-in-first-out) bewertet. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis der Vorräte abzüglich aller geschätzten Aufwendungen dar, die für die Fertigstellung und die Veräußerung noch notwendig sind.

3.7. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung oder Ausschüttung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden.

Im Allgemeinen werden diese Vermögenswerte oder die Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Ein etwaiger Wertminderungsaufwand einer Veräußerungsgruppe wird zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert und dann den verbleibenden Vermögenswerten und Schulden auf anteiliger Basis zugeordnet - mit der Ausnahme, dass den Vorräten, finanziellen Vermögenswerten, latenten Steueransprüchen, Vermögenswerten im Zusammenhang mit Leistungen an Arbeitnehmer, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien oder biologischen Vermögenswerten, die weiterhin gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns bewertet werden, kein Verlust zugeordnet wird. Wertminderungsaufwendungen bei der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten und spätere Gewinne und Verluste bei Neubewertung werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben und jedes nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen wird nicht mehr nach der Equity-Methode bilanziert, sobald sie als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft sind.

3.8. Finanzinstrumente

3.8.1. Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte

Fremdkapitalinstrumente, die beide folgenden Bedingungen erfüllen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet:

Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme besteht;

Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts stellen ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag dar.

Fremdkapitalinstrumente, die erfolgsneutral oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, liegen nicht vor.

Fortgeführte Anschaffungskosten und Effektivzinsmethode

Die Effektivzinsmethode ist eine Methode zur Berechnung der fortgeführten Anschaffungskosten eines Fremdkapitalinstruments und der Zuordnung von Zinserträgen auf die jeweiligen Perioden.

Für finanzielle Vermögenswerte, bei denen bei Ausreichung oder Erwerb kein objektiver Hinweis auf Wertminderung vorlag, ist der Effektivzinssatz derjenige Zinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Einzahlungen (einschließlich aller Gebühren, welche Teil des Effektivzinssatzes sind, Transaktionskosten und sonstiger Agien und Disagien) ohne Berücksichtigung der erwarteten Verluste über die erwartete Restlaufzeit des Fremdkapitalinstruments oder, sofern zutreffend eine kürzere Periode, auf den Bruttobuchwert bei erstmaliger Erfassung abgezinst werden. Für finanzielle Vermögenswerte, bei denen bei Ausreichung oder Erwerb bereits ein objektiver Hinweis auf Wertminderung vorlag, wird ein ausfallrisikoadjustierter Effektivzinssatz auf Basis der erwarteten Zahlungsströme unter Beachtung künftig erwarteter Verluste herangezogen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswerts sind der Betrag, mit dem der finanzielle Vermögenswert bei der erstmaligen Erfassung bewertet wird, abzüglich der Tilgungszahlungen, zuzüglich der kumulierten Amortisierungen unter Verwendung der Effektivzinsmethode auf eine Differenz zwischen diesem Zugangsbetrag und dem Fälligkeitsbetrag, bereinigt um eine Wertberichtigung. Der Bruttobuchwert eines finanziellen Vermögenswerts entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswerts vor Anpassung um eine Wertberichtigung.

Zinserträge werden bei Fremdkapitalinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, auf Basis der Effektivverzinsung erfasst. Für finanzielle Vermögenswerte, bei denen bei Ausreichung oder Erwerb kein objektiver Hinweis auf Wertminderung vorlag, wird der Zinsertrag unter Verwendung des Effektivzinssatzes auf Basis des Bruttobuchwerts erfasst; ausgenommen davon sind finanzielle Vermögenswerte, bei denen nach Zugang ein objektiver Hinweis auf Wertminderung eingetreten ist (siehe unten). Für solche finanziellen Vermögenswerte erfolgt die Erfassung des Zinsertrags unter Verwendung des ursprünglichen Effektivzinssatzes auf Basis des Nettobuchwerts mit Beginn der Berichtsperiode, die auf den Eintritt des objektiven Hinweises auf Wertminderung folgt. Wenn sich in zukünftigen Berichtsperioden das Ausfallrisiko eines solchen finanziellen Vermögenswerts wieder verbessert, sodass kein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung mehr vorliegt, erfolgt mit Beginn der darauffolgenden Berichtsperiode die Erfassung des Zinsertrags wieder unter Verwendung des Effektivzinssatzes auf Basis des Bruttobuchwerts.

Für finanzielle Vermögenswerte, bei denen bei Ausreichung oder Erwerb bereits ein objektiver Hinweis auf Wertminderung vorlag, erfolgt die Erfassung des Zinsertrags unter Verwendung eines ausfallrisikoadjustierten Effektivzinssatzes stets auf Basis des Nettobuchwerts. Dieser ausfallrisikoadjustierte Effektivzins ist, unabhängig von einer Verbesserung des Ausfallrisikos des finanziellen Vermögenswerts und damit dem weiteren Vorliegen eines objektiven Hinweises auf Wertminderung, auch in Folgeperioden zur Ermittlung der Zinserträge heranzuziehen.

Die Zinserträge werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und wurden im Geschäftsjahr mit in den Posten "Finanzierungskosten" ausgewiesen.

3.8.2. Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden erfasst, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspartei des die finanzielle Verbindlichkeit begründenden Finanzinstruments wird. Sie werden entweder gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Finanzielle Verbindlichkeiten, die aus der Übertragung eines finanziellen Vermögenswerts, die aber nicht die Anforderungen für eine Ausbuchung erfüllt, resultieren oder die das anhaltende Engagement erfassen, und vom Konzern gewährte Finanzgarantien werden jedoch entsprechend der nachfolgend dargestellten spezifischen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden abgebildet.

Finanzielle Verbindlichkeiten sind bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Transaktionskosten, die direkt der Emission von finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zuzurechnen sind, reduzieren den beizulegenden Zeitwert der finanziellen Verbindlichkeiten bei Zugang. Transaktionskosten, die direkt der Emission von finanziellen Verbindlichkeiten zuzurechnen sind, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden unmittelbar in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

I. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert, wenn es sich um eine bedingte Gegenleistung eines Erwerbers bei einem Unternehmenszusammenschluss handelt, sie zu Handelszwecken gehalten werden oder freiwillig als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden. Zu Handelszwecken gehaltene oder freiwillig als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designierte Verbindlichkeiten lagen im Geschäftsjahr nicht vor.

II. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten, die keine bedingten Gegenleistungen eines Erwerbers bei einem Unternehmenszusammenschluss darstellen, nicht zu Handelszwecken gehalten werden und nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden, werden gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Die Effektivzinsmethode ist eine Methode zur Berechnung der fortgeführten Anschaffungskosten einer finanziellen Verbindlichkeit und der Zuordnung von Zinsaufwendungen auf die jeweiligen Perioden. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Auszahlungen - einschließlich sämtlicher Gebühren und gezahlten oder erhaltenen Entgelte, die integraler Bestandteil des Effektivzinssatzes sind, Transaktionskosten und anderen Agien oder Disagien - über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder eine kürzere Periode auf den Nettobuchwert aus der erstmaligen Erfassung abgezinst werden.

III. Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten

Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit dann aus, wenn die entsprechende Verpflichtung beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen ist. Die Differenz zwischen dem Buchwert der ausgebuchten finanziellen Verbindlichkeit und der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wenn der Konzern mit dem bestehenden Kreditgeber ein Schuldinstrument in ein anderes mit substanziell unterschiedlichen Bedingungen umtauscht, wird dieser Austausch als Tilgung der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit und als Erfassung einer neuen finanziellen Verbindlichkeit behandelt. Ebenso bilanziert der Konzern substanzielle Veränderungen der Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit oder eines Teils davon als Tilgung der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit und als Erfassung einer neuen Verbindlichkeit. Eine substanzielle Veränderung der Bedingungen liegt annahmegemäß vor, wenn der mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz diskontierte Barwert der Zahlungsströme unter den neuen Bedingungen, einschließlich der Berücksichtigung gezahlter und erhaltener Gebühren, mindestens 10 % vom diskontierten Barwert der verbleibenden Zahlungsströme der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit abweicht. Wenn die Modifikation nicht zu einer substanziellen Veränderung der finanziellen Verbindlichkeit geführt hat, ist der Unterschied zwischen dem Buchwert, der Verbindlichkeit vor der Modifikation und dem Barwert der Zahlungsströme nach der Modifikation, erfolgswirksam als Gewinn oder Verlust aus Modifizierung in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Posten "Sonstige Erträge" oder "Sonstige Aufwendungen" zu erfassen.

3.8.3. Barmittel und Bankguthaben

Barmittel und Bankguthaben werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sie umfassen Barbestände, auf Abruf zur Verfügung stehende Bankguthaben und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die im Zeitpunkt der Anschaffung eine Laufzeit von maximal drei Monaten aufweisen.

3.8.4. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern erfasst eine Wertberichtigung für die erwarteten Verluste aus Finanzinvestitionen in Fremdkapitalinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerten und Finanzgarantien. Die Höhe der erwarteten Verluste wird zu jedem Bilanzstichtag aktualisiert, um den Veränderungen des Ausfallrisikos seit der erstmaligen Erfassung des jeweiligen Finanzinstruments Rechnung zu tragen.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerten und Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen erfasst der Konzern stets die über die erwartete Restlaufzeit erwarteten Verluste. Diese werden anhand einer Wertberichtigungsmatrix ("provision matrix"), unter Bezugnahme auf den bisherigen Ausfall der Schuldner und einer Analyse der aktuellen Finanzlage der Schuldner, unter Berücksichtigung von schuldnerspezifischen Faktoren, der allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen der Branche, in der die Schuldner tätig sind, und einer Beurteilung sowohl der aktuellen als auch der prognostizierten Entwicklung der Verhältnisse am Bilanzstichtag, gegebenenfalls einschließlich unter Berücksichtigung des Zeitwerts des Geldes, geschätzt.

Für alle anderen Finanzinstrumente erfasst der Konzern den über die Restlaufzeit erwarteten Verlust nur dann, wenn sich das Ausfallrisiko seit der erstmaligen Erfassung signifikant erhöht hat. Hat sich das Ausfallrisiko seit der erstmaligen Erfassung nicht signifikant erhöht, erfasst der Konzern für diese Finanzinstrumente weiterhin den erwarteten 12-Monats-Verlust als Wertberichtigung.

Der über die Restlaufzeit erwartete Verlust stellt den sich aus allen möglichen Ausfallereignissen über die erwartete Laufzeit eines Finanzinstruments ergebenden Verlust dar. Im Gegensatz dazu repräsentiert der erwartete 12-Monats-Verlust den Teil des über die Laufzeit erwarteten Verlusts, der aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag resultiert.

Finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte, werden zu jedem Abschlussstichtag auf mögliche Wertminderungsindikatoren untersucht. Finanzielle Vermögenswerte werden als wertgemindert betrachtet, wenn infolge eines oder mehrerer Ereignisse, die nach dem erstmaligen Ansatz des Vermögenswertes eintraten, ein objektiver Hinweis dafür vorliegt, dass sich die erwarteten künftigen Zahlungsströme der Finanzanlage negativ verändert haben.

Objektive Hinweise für eine Wertminderung können sein:

Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder der Gegenpartei,

ein Vertragsbruch wie etwa ein Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen,

eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht, oder

dass durch finanzielle Schwierigkeiten bedingte Verschwinden eines aktiven Marktes für diesen finanziellen Vermögenswert.

Bei einigen Kategorien von finanziellen Vermögenswerten, z. B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, für die keine Wertminderung auf Einzelbasis festgestellt wird, erfolgt eine Prüfung auf Wertminderung auf Portfoliobasis. Ein objektiver Hinweis für eine Wertminderung eines Portfolios von Forderungen können Erfahrungen des Konzerns mit Zahlungseingängen in der Vergangenheit, ein Anstieg der Häufigkeit von Zahlungsausfällen innerhalb des Portfolios über die durchschnittliche Kreditdauer sowie beobachtbare Veränderungen des Wirtschaftsumfelds sein, mit denen Ausfälle von Forderungen in Zusammenhang gebracht werden.

Bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten entspricht der Wertminderungsaufwand der Differenz zwischen Buchwert des Vermögenswerts und dem mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsströme.

Bei zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten entspricht der Wertminderungsaufwand der Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem mit der aktuellen Marktrendite eines vergleichbaren finanziellen Vermögenswerts ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsströme. Solche Wertminderungen dürfen in Folgeperioden nicht rückgängig gemacht werden.

Eine Wertminderung führt zu einer direkten Minderung des Buchwerts aller betroffenen finanziellen Vermögenswerte, mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren Buchwert durch ein Wertminderungskonto gemindert wird. Änderungen des Buchwerts des Wertminderungskontos werden erfolgswirksam über die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Verringert sich die Höhe der Wertminderung eines zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerts in einem der folgenden Geschäftsjahre und kann diese Verringerung objektiv auf ein nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenen Ereignis zurückgeführt werden, wird die vormals erfasste Wertminderung über die Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung rückgängig gemacht. Eine Zuschreibung darf dabei jedoch den Betrag nicht übersteigen, der sich bei Fortführung der Anschaffungskosten ohne Wertminderung ergeben hätte.

In Folge der Ausbuchung eines zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerts wird die Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und der Summe der erhaltenen Gegenleistungen und noch ausstehenden Forderungen erfolgswirksam erfasst.

3.9. Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlicher oder faktischer Natur) aus einem vergangenen Ereignis hat und es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung mit dem Abfluss von Ressourcen einhergeht und eine verlässliche Schätzung des Betrages der Rückstellung möglich ist.

Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der beste Schätzwert, der sich am Abschlussstichtag für die hinzugebende Leistung ergibt, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Dabei sind der Verpflichtung inhärente Risiken und Unsicherheiten zu berücksichtigen. Wird eine Rückstellung auf Basis der für die Erfüllung der Verpflichtung geschätzten Zahlungsströme bewertet, sind diese Zahlungsströme abzuzinsen, sofern der Zinseffekt wesentlich ist.

Kann davon ausgegangen werden, dass Teile oder der gesamte zur Erfüllung der Rückstellung notwendige wirtschaftliche Nutzen durch einen außenstehenden Dritten erstattet wird, wird dieser Anspruch als Vermögenswert aktiviert, wenn die Erstattung so gut wie sicher ist und ihr Betrag zuverlässig geschätzt werden kann.

Belastende Verträge

Gegenwärtige Verpflichtungen, die im Zusammenhang mit belastenden Verträgen entstehen, werden als Rückstellung erfasst. Das Bestehen eines belastenden Vertrages wird angenommen, wenn der Konzern Vertragspartner eines Vertrags ist, von dem erwartet wird, dass die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung des Vertrages den aus diesem Vertrag erwachsenden wirtschaftlichen Nutzen übersteigen werden.

3.10. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben, die zu den Versorgungsansprüchen berechtigen. Zahlungen an staatlich geführte Altersversorgungspläne werden als Zahlungen an beitragsorientierte Pläne bilanziert, wenn die Verpflichtungen des Konzerns aus den Plänen denen eines beitragsorientierten Altersversorgungsplans entsprechen.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Kosten für die Leistungserbringung mittels des Verfahrens der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt, wobei zu jedem Abschlussstichtag eine versicherungsmathematische Bewertung durchgeführt wird. Neubewertungen, bestehend aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, Veränderungen, die sich aus der Anwendung der Vermögenswertobergrenze ergeben und dem Ertrag aus dem Planvermögen (ohne Zinsen auf die Nettoschuld) werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Neubewertungen sind Teil der Gewinnrücklagen und werden nicht mehr in die Konzern-Gewinn- oder Verlustrechnung umgegliedert. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird als Aufwand erfasst, wenn die Planänderung oder -kürzung eintritt oder, sofern früher, wenn der Konzern die damit verbundenen Restrukturierungskosten oder Abfindungen ansetzt. Gewinne oder Verluste aus der Abgeltung eines leistungsorientierten Plans werden zum Zeitpunkt der Abgeltung erfasst.

Die Nettozinsen ergeben sich aus der Multiplikation des Abzinsungssatzes mit der Nettoschuld (Pensionsverpflichtung abzüglich Planvermögen) oder dem Nettovermögenswert, der sich ergibt, sofern das Planvermögen die Pensionsverpflichtung übersteigt, zu Beginn des Geschäftsjahres.

Die leistungsorientierten Kosten beinhalten die folgenden Bestandteile:

Dienstzeitaufwand (einschließlich laufendem Dienstzeitaufwand, nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand sowie etwaiger Gewinne oder Verluste aus einer Planänderung oder - kürzung)

Nettozinsaufwand oder -ertrag auf die Nettoschuld oder den Nettovermögenswert

Neubewertung der Nettoschuld oder des Nettovermögenswerts

Der Konzern erfasst den Dienstzeitaufwand innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im Personalaufwand. Der Nettozinsaufwand wird im Posten Finanzierungskosten ausgewiesen.

Die in der Konzernbilanz als Nettoschuld oder Nettovermögenswert erfasste leistungsorientierte Verpflichtung stellt die aktuelle Unter- oder Überdeckung der leistungsorientierten Versorgungspläne des Konzerns dar. Jede Überdeckung, die durch diese Berechnung entsteht, ist auf den Barwert künftigen wirtschaftlichen Nutzens begrenzt, der in Form von Rückerstattungen aus den Plänen oder geminderter künftiger Beitragszahlungen an die Pläne zur Verfügung steht.

Freiwillige Arbeitnehmerbeiträge zu leistungsorientierten Plänen sind als Reduzierung des Dienstzeitaufwands bei Zahlung an den Plan zu erfassen.

Arbeitnehmerbeiträge, die in den leistungsorientierten Plänen festgelegt sind, sind nur dann als Reduzierung des Dienstzeitaufwands zu erfassen, wenn sie an die Arbeitsleistung gekoppelt sind. Sofern die Höhe der Beiträge von der Anzahl der Dienstjahre abhängig ist, müssen die Beiträge den Dienstleistungsperioden nach derselben Methode zugerechnet werden, wie dies gemäß IAS 19.70 in Bezug auf die Bruttoleistung zu erfolgen hat. Ist die Höhe der Beiträge dagegen unabhängig von der Anzahl der Dienstjahre, werden die Beiträge als Reduzierung des Dienstzeitaufwands in der Periode erfasst, in der die entsprechende Leistung erbracht wird.

3.11. Kurzfristige und sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer

Für kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer (Löhne, Krankengeld, Boni etc.) ist in der Periode der Leistungserbringung seitens der Arbeitnehmer der nicht abgezinste Betrag der Leistung zu erfassen, der erwartungsgemäß im Austausch für die erbrachte Leistung gezahlt wird.

Die erwarteten Kosten für kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer in Form von vergüteten Abwesenheiten sind im Fall ansammelbarer Ansprüche dann zu erfassen, wenn die Arbeitsleistungen, die die Ansprüche der Arbeitnehmer auf bezahlte künftige Abwesenheit erhöhen, erbracht werden. Im Fall nicht ansammelbarer Ansprüche erfolgt die Erfassung hingegen in dem Zeitpunkt, in dem die Abwesenheit eintritt.

Verbindlichkeiten aus sonstigen langfristigen Leistungen an Arbeitnehmer werden mit dem Barwert der geschätzten zukünftigen Mittelabflüsse bewertet, die der Konzern für die von den Mitarbeitern bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erwartet.

3.12. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird als Eigenkapital klassifiziert. Dividenden werden in der Periode im Eigenkapital erfasst, in der sie gebilligt werden.

3.13. Leasingverhältnisse

Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren.

Als Leasingnehmer

Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrages, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf. Nichtleasingkomponenten fließen nicht in die Leasingbetrachtung nach IFRS 16 ein und werden als Aufwand erfasst.

Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um am oder vor dem Bereitstellungsdatum geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten zur Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswertes oder zur Wiederherstellung des zugrunde liegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet, abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize.

Anschließend wird das Nutzungsrecht vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben, es sei denn, das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert geht zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern über oder in den Kosten des Nutzungsrechtes ist berücksichtigt, dass der Konzern eine Kaufoption wahrnehmen wird. In diesem Fall wird das Nutzungsrecht über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes abgeschrieben, welche nach den Vorschriften für Sachanlagen ermittelt wird. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig, berichtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst.

Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten Leasingzahlungen bewertet, abgezinst mit dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz oder, wenn sich dieser nicht ohne Weiteres bestimmen lässt, mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns.

Zur Ermittlung seines Grenzfremdkapitalzinssatzes erlangt der Konzern Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen und macht bestimmte Anpassungen, um die Leasingbedingungen und die Art des Vermögenswertes zu berücksichtigen. Werden Zinssätze für endfällige Anleihen herangezogen, so werden sie entsprechend der durchschnittlichen Kapitalbindung (Gesamtlaufzeit des Leasingvertrages geteilt durch zwei) gewählt.

Bei der Bewertung der in die Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen wurden, sofern zutreffend,

feste Zahlungen, einschließlich de facto festen Zahlungen

variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, erstmalig bewertet anhand des am Bereitstellungsdatum gültigen Indexes bzw. (Zins-)Satzes

Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind, und

den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, Leasingzahlungen für eine Verlängerungsoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, sowie Strafzahlungen für eine vorzeitige Kündigung des Leasingverhältnisses, es sei denn, der Konzern ist hinreichend sicher, nicht vorzeitig zu kündigen

berücksichtigt.

Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung verändern, wenn der Konzern seine Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwertgarantie anpasst, wenn der Konzern seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert.

Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der Buchwert des Nutzungsrechtes auf null verringert hat.

In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllen, in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den anderen finanziellen Verbindlichkeiten aus.

Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen

Der Konzern hat beschlossen, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen (unter 5.000,00 €), sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse (innerhalb von 12 Monaten kündbar), nicht anzusetzen. Der Konzern erfasst die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Aufwand.

Der Konzern agiert nicht als Leasinggeber.

3.14. Ertragsrealisierung

Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung bewertet und um erwartete Kundenrückgaben, Rabatte und andere ähnliche Abzüge gekürzt.

In der Regel beträgt das Zahlungsziel 30 Tage, wobei die erbrachten Dienstleistungen monatsweise bis spätestens zum achten Tag des Folgemonats gegenüber den Krankenkassen zur Abrechnung kommen. Die Ertragsrealisierung erfolgt somit unmittelbar nach Erbringung der Dienstleistung, eine wesentliche Finanzierungskomponente ist aufgrund des Geschäftsmodells nicht in den Verträgen enthalten.

Wie nach IFRS 15 zulässig, werden keine Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2023 oder zum 31. Dezember 2022 gemacht, die eine erwartete ursprüngliche Laufzeit von einem Jahr oder weniger haben.

3.15. Dividenden und Zinserträge

Zinserträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Zinserträge werden nach Maßgabe des ausstehenden Nominalbetrages mittels des maßgeblichen Effektivzinssatzes zeitlich abgegrenzt. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die erwarteten, zukünftigen Einzahlungen über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes exakt auf den Nettobuchwert dieses Vermögenswertes bei erstmaliger Erfassung abgezinst werden.

3.16. Ertragsteuern

Der Ertragssteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Laufende oder latente Steuern werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie stehen im Zusammenhang mit Posten, die entweder im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesem Fall wird die laufende und latente Steuer ebenfalls im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst. Wenn laufende oder latente Steuern aus der erstmaligen Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses resultieren, werden die Steuereffekte bei der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses einbezogen.

Die Berechnung der Ertragsteuern der opseo Holding B.V. und ihren Tochterunternehmen basiert auf den gültigen Gesetzen und Verordnungen. Die im Abschluss dargestellten Steuerpositionen unterliegen jedoch möglicherweise einer abweichenden Interpretation durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Eine etwaige abweichende Interpretation kann sich ggf. aus dem Ansatz und der Bewertung von Bilanzpositionen sowie der steuerlichen Würdigung von Aufwendungen und Erträgen ergeben.

Laufende Steuern

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung aufgrund von Aufwendungen und Erträgen, die in späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeit des Konzerns für die laufenden Steuern wird auf Grundlage der geltenden bzw. in Kürze geltenden Steuersätze berechnet.

Latente Steuern

Latente Steuern werden für die Unterschiede zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen im Rahmen der Berechnung des zu versteuernden Einkommens erfasst. Latente Steuerschulden werden im Allgemeinen für alle zu versteuernden temporären Differenzen bilanziert. Latente Steueransprüche werden insoweit erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen, für welche die abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können. Solche latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden werden nicht angesetzt, wenn sich die temporären Differenzen aus einem Geschäfts- oder Firmenwert oder aus der erstmaligen Erfassung (außer bei Unternehmenszusammenschlüssen) von anderen Vermögenswerten und Schulden ergeben, welche aus Vorfällen resultieren, die weder das zu versteuernde Einkommen noch den Jahresüberschuss berühren.

Für zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus Anteilen an Tochterunternehmen entstehen, werden latente Steuerschulden gebildet, es sei denn, dass der Konzern die Umkehrung der temporären Differenzen steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird.

Latente Steueransprüche, die sich aus temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen ergeben, werden nur in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend steuerbares Einkommen zur Verfügung steht, mit dem die Ansprüche aus den temporären Differenzen genutzt werden können. Zudem muss davon ausgegangen werden können, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zukunft umkehren werden.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag geprüft und im Wert gemindert, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren.

Latente Steuerschulden und Steueransprüche werden auf Basis der erwarteten Steuersätze und der Steuergesetze ermittelt, die im Zeitpunkt der Erfüllung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswertes voraussichtlich Geltung haben werden. Die Bewertung von latenten Steueransprüchen und Steuerschulden spiegelt die steuerlichen Konsequenzen wider, die sich aus der Art und Weise ergeben, wie der Konzern zum Abschlussstichtag erwartet, die Schuld zu erfüllen bzw. den Vermögenswert zu realisieren.

4. Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen

Bei der Anwendung der unter 3. dargestellten Konzernbilanzierungs- und Konzernbewertungsmethoden muss die Geschäftsführung in Bezug auf die Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden, die nicht ohne Weiteres aus anderen Quellen ermittelt werden können, Sachverhalte beurteilen, Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen. Die Schätzungen und die ihnen zugrundeliegenden Annahmen resultieren aus Vergangenheitserfahrungen sowie weiteren als relevant erachteten Faktoren. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen.

Die den Schätzungen zugrundeliegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung. Schätzungsänderungen werden, sofern die Änderung nur eine Periode betrifft, nur in dieser berücksichtigt. Falls die Änderungen die aktuelle sowie die folgenden Berichtsperioden betreffen, werden diese entsprechend in dieser und den folgenden Perioden berücksichtigt.

Nachfolgend sind die bedeutenden Ermessensausübungen aufgezeigt, welche die Geschäftsführung im Rahmen der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Unternehmens vorgenommen hat, sowie die wesentlichen Auswirkungen dieser Ermessensausübungen auf die im Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge. Zudem werden die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie die sonstigen wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten zum Ende der Berichtsperiode angegeben, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass der Konzern aufgrund seiner Kundenstruktur, wesentlich von den Entwicklungen im Gesundheitswesen abhängig ist. Wesentliche Kunden sind Krankenkassen und Pflegeversicherungen, nur in geringem Umfang werden die erbrachten Pflegeleistungen von den Patienten privat bezahlt. Die Leistungsfähigkeit ist somit vielmehr von politischen Einflüssen, als von wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst.

4.1. Kaufpreisallokation

Der Konzern hat alle identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden mit den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bilanziert. Neben Geschäfts- oder Firmenwerten wurden Patientenpflegeverträge und Markenrechte aktiviert.

Erworbene Patientenpflegeverträge wurden über die erwartete Restlaufzeit auf Basis der historisch ermittelten durchschnittlichen freien Cashflows pro Vertrag bewertet.

Der tatsächlich realisierte freie Cashflow der Patientenpflegeverträge ist abhängig von der Laufzeit der Verträge sowie der Stabilität der vereinbarten Konditionen. Die auf Basis der aktuellen Restlaufzeiten sowie der daraus abgeleiteten freien Cashflows ermittelten Zeitwerte der erworbenen Patientenpflegeverträge spiegelt die bestmögliche Schätzung der Geschäftsführung wider. Die durchschnittlich erwartete Restlaufzeit der erworbenen Patientenpflegeverträge beträgt rund 2,0 bis 5 Jahre.

Markenrechte wurden unter Anwendung der Lizenzpreisanalogie auf der Basis von erwarteten zukünftigen freien Cashflows bewertet. Die der Bewertung zugrunde gelegten freien Cashflows als auch die Abzinsungssätze wurden als bestmögliche Schätzung von der Geschäftsführung ermittelt. Die Markenrechte mit einer begrenzten Nutzungsdauer betreffen Marken werden planmäßig abgeschrieben.

Zudem werden die erworbenen Markenrechte regelmäßig auf Wertminderungsbedarf getestet. Betreffend die Beschreibung der Vorgehensweise verweisen wir auf Angabe 4.2.

Der zugrunde gelegte Abzinsungssatz beträgt für Erwerbe aus 2020 2,8% für kurzfristige (<3J) und 3,7% für langfristige (>3J) Zahlungsströme, für Erwerbe aus 2021 3,0% für kurzfristige (<3J) und 4,0% für langfristige (>3J) Zahlungsströme, für Erwerbe aus 2022 sowie Erwerbe im 1. Halbjahr 2023 5,9% für kurzfristige (<3J) und 5,8% für langfristige (>3J) Zahlungsströme und für Erwerbe aus dem 2. Halbjahr 2023 5,9% für kurzfristige (<3J) und 6,0% für langfristige (>3J) Zahlungsströme.

4.2. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Der Konzern prüft jährlich, ob Indizien für einen Wertminderungsbedarf des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte vorliegen. Eine Übersicht der Buchwerte des Konzernsachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte des Konzerns sind in Angaben 6 und 7 dargestellt.

Der Wertminderungstest wird grundsätzlich auf Basis der Nutzungswerte durchgeführt. Dabei kommen Erwartungswerte für zukünftige Cashflows sowie angemessene Diskontierungsraten zur Anwendung. Da es sich um Planwerte handelt, können sich im Nachhinein bedeutende Abweichungen von den bestmöglichen Schätzungen der Geschäftsführung ergeben, die zu einer Wertminderung führen können. Beispielsweise können die zukünftigen Cashflows durch Änderungen des politischen Umfelds, wie gesetzlicher Änderungen, beeinflusst werden, die bei Erstellung der Planwerte nicht vorhersehbar waren.

Die wesentlichen Planannahmen der Geschäftsführung sind nachstehend dargestellt:

Die Planung basiert auf strategischen Business Plänen, der Kenntnis des Pflegemarktes und der Einschätzung der Geschäftsführung bezüglich erreichbarer Wachstumsziele über die nächsten drei bis fünf Jahre.

Die den erwarteten Cashflows zugrunde gelegten Diskontierungsraten basieren auf einem gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital, WACC), in den ein angemessener Risikoaufschlag für den Pflegemarkt in Deutschland eingepreist ist.

Erwartete Wachstumsraten basieren auf einer konservativen Einschätzung der weiteren Entwicklung und berücksichtigen die angestrebte Erweiterung neuer Wohneinheiten.

4.3. Wertminderung von Krediten und Forderungen

Zu jedem Abschlussstichtag untersucht der Konzern, ob Hinweise für Wertminderungsbedarf der finanziellen Vermögenswerte vorliegen. Als Hinweise des Wertminderungsbedarfs werden Bonitätskriterien, wie die Wahrscheinlichkeit der Zahlungsunfähigkeit oder wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Kunden sowie die Zahlungshistorie, herangezogen.

Liegen Anzeichen für einen Wertminderungsbedarf vor, werden die erwarteten Cashflows ihrer Höhe nach und bezüglich des Zeitpunkts der Zahlung basierend auf historischen Erfahrungswerten und zukunftsbezogenen Informationen abgeschätzt. Die Angabe zum Wertminderungsbedarf der Forderungen ist unter Abschnitt 9 erfolgt.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte des Konzerns sind in Angabe 5 dargestellt.

4.4. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten beinhalten bedingte Kaufpreiszahlungen, die auf Basis der beizulegenden Zeitwerte bewertet wurden. Dabei hat die Geschäftsführung auf Basis der aktuellen finanziellen Entwicklung der Tochterunternehmen sowie der von den lokalen Geschäftsführungen vorgelegten Budgets die Wahrscheinlichkeit der vertraglich vereinbarten Zielerreichung abgeschätzt. Da die vereinbarte Zielerreichung von der Entwicklung der Tochterunternehmen abhängig ist, wird sich im Zeitablauf bessere Kenntnis betreffend die Einschätzung des Eintritts der Bedingungen ergeben.

5. Finanzrisikomanagement

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns unterliegt den folgenden Finanzrisiken: Marktrisiko (zinsinduzierte Zeitwertrisiken und Preisrisiken), Ausfallrisiko und Liquiditätsrisiko. Diese Risiken werden regelmäßig durch die Geschäftsführung der Gesellschaft analysiert und überwacht.

Finanzinstrumente

Ansatz und erstmalige Bewertung

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und ausgegebene Schuldinstrumente werden ab dem Zeitpunkt, zu dem sie entstanden sind, angesetzt. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals am Handelstag erfasst, wenn das Unternehmen Vertragspartei nach den Vertragsbestimmungen des Instruments wird.

Ein finanzieller Vermögenswert (außer einer Forderung aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente) oder eine finanzielle Verbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei einem Posten, der nicht zu FVTPL bewertet wird, werden die Transaktionskosten, die direkt seinem Erwerb bzw. ihrer Ausgabe zurechenbar sind, hinzugerechnet bzw. abgezogen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet.

Derivative Finanzinstrumente

Derivate werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden Derivate mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sich daraus ergebende Änderungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst.

Am 01. Februar 2023 hat die opseo Holding B.V. zwei Zins-Caps (Gesamt-Bezugsbetrag EUR 320 Mio., 4% Strike, Laufzeit bis 28. Februar 2025) mit zwei inländischen Banken abgeschlossen. Die Abschlussprämie betrug TEUR 840 und wurde als Finanzinstrument aktiviert. Zum 31.12.2023 betrug der Marktwert der beiden Zins-Caps TEUR 63. Der Ausweis erfolgt zum 31.12.2023 in den sonstigen Vermögenswerten. Die Veränderung des beizulegen Zeitwerts in Höhe von TEUR 777 wurde als FVTPL-Anpassung (GuV-wirksame Anpassung des beizulegenden Zeitwerts) in den sonstigen Wertminderungen erfasst.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Schulden des Konzerns sind wie folgt:

Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Angabe 9) 78.532 63.358
Forderungen gegenüber Gesellschaftern 15.149 14.430
Barmittel und Bankguthaben (Angabe 11) 15.336 11.381
Summe 109.017 89.169

Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten (Angabe 16) 375.667 317.664
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (Angabe 16) 10.194 12.323
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Angabe 19) 4.976 4.892
Langfristige sonstige Schulden (Angabe 21) 0 450
Kurzfristige sonstige Schulden (Angabe 21) 32.142 24.596
Summe 422.979 359.925

Das Management hat die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Schulden beurteilt. Mit Ausnahme der nachfolgend dargestellten Schulden, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, entsprechen die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Schulden dem Buchwert.

Schulden, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Langfristige bed. Kaufpreisverbindlichkeiten (Angabe 21) 8.317 14.379
Kurzfristige bed. Kaufpreisverbindlichkeiten (Angabe 21) 15.976 12.741
Gesamtsumme 24.293 27.120

Schulden, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden betreffen bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten.

Die Bemessung bedingter Kaufpreisverpflichtungen im Zusammenhang mit bereits erworbenen Tochterunternehmen in Höhe von TEUR 24.293 (i. Vj. TEUR 27.120) erfolgt anhand der Schätzung durch das Management der wahrscheinlichen Höhe und des Fälligkeitszeitpunkts der vertraglichen Verpflichtungen, insbesondere anhand der individuellen mittelfristigen Unternehmensplanung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die sich aus der Schätzung ggf. ergebende Verpflichtung wurde auf den Stichtag mit dem unternehmensindividuellen Zinssatz (5,9 % für Kaufpreisverpflichtungen aus Erwerben des Jahres 2022 und 2023, 3,0% für Kaufpreisverpflichtungen aus Erwerben des Jahres 2021) abgezinst.

5.1. Marktrisiko

Der Konzern ist Zinsrisiken ausgesetzt, da die Konzernunternehmen Finanzmittel zu festen und variablen Zinssätzen aufnehmen.

Zum 31. Dezember 2023 hat der Konzern Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 385.861 (i. Vj. TEUR 329.987) passiviert. Diese entfallen im Wesentlichen auf einen in 2019 abgeschlossenen Kreditvertrag ("Senior Facilities Agreement") und Ergänzungsverträge aus 2022 und 2023 mit welchen das ursprüngliche Kreditvolumen erweitert wurde. Die zum 31. Dezember 2023 passivierten Finanzverbindlichkeiten betragen TEUR 374.967 zzgl. TEUR 5.608 aufgelaufener Zinsen. Die Zinsen in diesem Kreditvertrag sind variabel vereinbart und bemessen sich auf Basis des Euribor. Auf der Grundlage der aktuellen Zinssätze beträgt der Darlehenszins je nach Tranche zwischen 6,7% und 10,4% per annum. Der Kreditvertrag sieht eine Restlaufzeit von zwei Jahren bis zur Rückzahlung der Darlehen vor, Tilgungen während der Laufzeit sind nicht vorgesehen. Für weitere Informationen verweisen wir auf Angabe 5.4 ,Kapitalrisikomanagement' sowie auf Angabe 16 ,Finanzverbindlichkeiten'

Sensitivitätsanalyse:

Zinszahlungen erfolgen auf Basis von periodischen Festzinsvereinbarungen mit den Kreditgebern. Zum 31. Dezember 2023 bestand daher kein Zinsänderungsrisiko.

Wäre zum 31. Dezember 2023, unter der Annahme, dass alle weiteren Variablen konstant blieben, der Euribor 1 % höher, würde sich aufgrund von steigenden Zinsaufwendungen das Periodenergebnis und das Eigenkapital um TEUR 3.800 reduzieren.

5.2. Ausfallrisiko

Unter dem Ausfallrisiko versteht man das Risiko eines Verlustes für den Konzern, wenn eine Vertragspartei ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt.

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur dann aus, wenn die vertraglichen Rechte auf die Zahlungsströme aus dem Vermögenswert auslaufen oder wenn er den finanziellen Vermögenswert und im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbunden sind, auf ein anderes Unternehmen überträgt. Wenn der Konzern weder alle wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, überträgt noch zurückbehält und weiterhin die Kontrolle über den übertragenen Vermögenswert behält, erfasst der Konzern sein anhaltendes Engagement am Vermögenswert und eine damit verbundene Verbindlichkeit für Beträge, die er potentiell zahlen muss. Wenn der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum an einem übertragenen finanziellen Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen behält, erfasst der Konzern weiterhin den finanziellen Vermögenswert und bilanziert eine besicherte Kreditaufnahme für die erhaltenen Erlöse.

In Folge der Ausbuchung eines zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerts wird die Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und der Summe der erhaltenen Gegenleistungen und noch ausstehenden Forderungen erfolgswirksam erfasst.

Das maximale Ausfallrisiko zum Bilanzstichtag stellt sich als Summe der Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte dar.

Die Kunden des Konzerns sind überwiegend institutionelle Kunden, wie Kranken- und Pflegeversicherungsträger. Die Kreditwürdigkeit dieser Kunden ist sehr hoch. Zudem werden alle Konditionen vorab vereinbart. Demzufolge schätzt die Geschäftsführung das Ausfallrisiko als gering ein, und es erfolgen vor Vertragsabschluss keine routinemäßigen Abfragen der Kreditwürdigkeit von Kunden.

Wir verweisen auf Angabe 9 für weitergehende Informationen bezüglich des Ausfallrisikos von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Das Ausfallrisiko aus liquiden Mitteln ist gering, da die Vertragsparteien Banken mit ausgezeichneten Kreditratings von internationalen Kreditratingagenturen sind.

5.3. Liquiditätsrisikomanagement

Die Geschäftsführung muss im Rahmen des Liquiditätsmanagements sicherstellen, dass der Konzern durch ausreichende liquide Mittel und/oder kurzfristige Kreditrahmen jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann.

Aufgrund der monatlichen Abrechnung der Pflegeleistungen benötigt der Konzern für die laufende Geschäftstätigkeit keine zusätzliche Finanzierung. Auf Basis des monatlichen Reportings sowie der laufenden Forecasts beurteilt die Geschäftsführung die finanzielle Situation des Konzerns und stellt somit sicher, dass ausreichend liquide Mittel zur Erfüllung der laufenden Verpflichtungen vorhanden sind.

Vertragliche Fälligkeiten der zu Anschaffungskosten bewerteten Finanzschulden

Unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Summe der vertraglichen Zahlungsabflüsse Summe der Buchwerte
31. Dezember 2023 TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Finanzverbindlichkeiten 10.194 375.645 22 385.861 385.861
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.976 0 0 4.976 4.976
Sonstige Schulden 32.142 0 0 32.142 32.142
Summe 47.312 375.645 22 422.979 422.979
Unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Summe der vertraglichen Zahlungsabflüsse Summe der Buchwerte
31. Dezember 2022 TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Finanzverbindlichkeiten 12.323 317.642 22 329.987 329.987
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.892 0 0 4.892 4.892
Sonstige Schulden 24.596 261 189 25.045 25.045
Summe 41.811 317.903 211 359.925 359.925

Vertragliche Fälligkeiten der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzschulden

Unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Summe der vertraglichen Zahlungsabflüsse Summe der Buchwerte
31. Dezember 2023 TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Sonstige Schulden (bedingte Kaufpreiszahlungen) 16.319 9.250 0 25.569 24.293

Der Unterschied zwischen der Summe der Buchwerte und der Summe der vertraglichen Zahlungsabflüsse in Höhe von TEUR 1.276 ergibt sich aus der Abzinsung.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung folgende Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzverbindlichkeiten erfasst:

Erträge aus der Auflösung von Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Anpassung der Bewertungseinschätzung der bedingten Kaufpreise bzw. dem Wegfall der zugrundeliegenden Sachverhalte in Höhe von TEUR 2.000 (i. Vj. TEUR 3.733)

Aufwendungen aus der Zuführung von Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Anpassung der Bewertungseinschätzung der bedingten Kaufpreise bzw. mit der Änderung der vereinbarten Parameter für bedingte Kaufpreiszahlungen in Höhe von TEUR 2.000 (i.Vj. TEUR 0)

Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisen in Höhe von TEUR 1.378 (i. Vj. TEUR 641)

Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verbindlichkeiten aus Mietverträgen nach IFRS 16 in Höhe von TEUR 2.975 (i. Vj. TEUR 2.211)

Unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Summe der vertraglichen Zahlungsabflüsse Summe der Buchwerte
31. Dezember 2022 TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Sonstige Schulden (bedingte Kaufpreiszahlungen) 12.975 15.730 - 28.705 27.120

Der Unterschied zwischen der Summe der Buchwerte und der Summe der vertraglichen Zahlungsabflüsse in Höhe von TEUR 1.585 ergibt sich aus der Abzinsung.

5.4. Kapitalrisikomanagement

Der Konzern steuert sein Kapital mit dem Ziel, sicherzustellen, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können, und zugleich die Verpflichtungen aus den Darlehensverträgen erfüllen können, sowie durch Optimierung der Verhältnisse von Eigen- zu Fremdkapital die Kapitalkosten zu reduzieren. Bankdarlehen wurden zur Finanzierung der Unternehmenserwerbe aufgenommen, wogegen für die laufende Geschäftstätigkeit keine externen liquiden Mittel erforderlich sind.

Die von der Geschäftsführung gesteuerte Kapitalstruktur umfasst die Bankguthaben sowie die Finanzverbindlichkeiten, die die Bankdarlehen widerspiegeln.

Der Konzern unterliegt der Einhaltung der Finanzkennzahl Nettoverschuldungsgrad (Nettoverschuldung dividiert durch Pro-Forma-EBITDA).

Die Geschäftsführung analysiert monatlich die Profitabilität des Konzerns auf der Grundlage der Monatsberichte der Tochterunternehmen. Jede Abweichung zum Business Plan wird untersucht und Gegenmaßnahmen ergriffen, da die vereinbarten Konditionen im Darlehensvertrag mit den Banken ("Facilities Agreement") auf Basis des Business Plans verhandelt wurden. Die Geschäftsführung erachtet das Kapitalrisiko als gering, da das Business Modell sehr stabil und vorhersehbar ist. Zudem sind nur geringe Investitionen erforderlich.

6. Sachanlagen

TEUR Nutzungsrechte (IFRS 16) Grundstücke und Gebäude Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Anschaffungskosten
31. Dezember 2022 132.224 13.908 25.482 5.282 176.896
Zugänge 14.008 996 3.171 3.686 21.861
Zugänge zum Konsolidierungskreis 10.461 0 1.998 0 12.459
Abgänge (-) -1.133 -2.319 -3.010 -29 -6.492
Umgliederung in als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0 -1.692 0 -4.367 -6.059
Sonstige Umgliederungen 0 1.602 242 -2.185 -340
31. Dezember 2023 155.560 12.496 27.883 2.387 198.326
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen (-)
31. Dezember 2022 -33.111 -5.558 -17.054 -1.147 -56.871
Abschreibungen des Geschäftsjahres -15.192 -978 -3.554 0 -19.723
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 0 -753 0 -753
Abgänge (-) 0 1.986 2.275 0 4.261
Umgliederung in als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0 0 0 0 0
Sonstige Umgliederungen 0 0 0 111 111
31. Dezember 2023 -48.303 -4.550 -19.087 -1.035 -72.976
Buchwerte
31. Dezember 2022 99.112 8.350 8.428 4.135 120.025
31. Dezember 2023 107.257 7.946 8.796 1.352 125.350

Entwicklung im Vorjahr:

TEUR Nutzungsrechte (IFRS 16) Grundstücke und Gebäude Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Anschaffungskosten
31. Dezember 2021 105.976 11.406 22.317 3.011 142.711
Zugänge 15.707 1.748 2.995 3.659 24.109
Zugänge zum Konsolidierungskreis 13.599 667 2.378 0 16.644
Abgänge (-) -3.059 -229 -2.762 -507 -6.556
Umgliederungen 0 316 554 -882 -12
31. Dezember 2022 132.224 13.908 25.482 5.282 176.896
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen (-)
31. Dezember 2021 -20.992 -4.427 -14.602 -1.035 -41.057
Abschreibungen des Geschäftsjahres -12.119 -1.083 -2.745 -111 -16.059
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 -193 -1.833 0 -2.025
Abgänge (-) 0 144 2.125 0 2.270
Umgliederungen 0 0 0 0 0
31. Dezember 2022 -33.111 -5.558 -17.054 -1.147 -56.871
Buchwerte
31. Dezember 2021 84.984 6.980 7.715 1.976 101.656
31. Dezember 2022 99.112 8.350 8.428 4.135 120.025

7. Immaterielle Vermögenswerte

Pflegeverträge, Markenrechte und Geschäfts- oder Firmenwerte mit unbestimmter Nutzungsdauer wurden im Rahmen der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen aktiviert.

7.1. Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer

TEUR Computersoftware Patente, Lizenzen und Konzessionen Pflege- Verträge und andere immaterielle Vermögenswerte Marken Summe
Anschaffungskosten
31. Dezember 2022 4 3.692 35.746 5.784 45.226
Zugänge 0 220 131 0 351
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 130 7.265 0 7.395
Abgänge (-) 0 -158 -15 0 -172
Umgliederungen 0 487 -147 0 340
31. Dezember 2023 4 4.372 42.980 5.784 53.140
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen (-)
31. Dezember 2022 -4 -2.859 -26.671 -2.202 -31.736
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0 -284 -7.110 -1.965 -9.358
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 -294 0 0 -294
Abgänge (-) 0 156 0 0 156
Umgliederungen 0 -111 0 -111
31. Dezember 2023 -4 -3.392 -33.781 -4.167 -41.343
Buchwerte
31. Dezember 2022 0 833 9.075 3.582 13.490
31. Dezember 2023 0 980 9.200 1.617 11.797

* Die Klasse Marken mit bestimmter Nutzungsdauer ergibt sich aufgrund einer Umgliederung von Marken deren Restnutzungsdauer nicht mehr als unbestimmt betrachtet wird aus den Immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer in die immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer. Im Jahre 2023 betrifft die Klasse Marken mit bestimmter Nutzungsdauer die Marken JobMedica, Atemzeit, Humanitair, FeroMedik und Helping Hand. Die Marke JobMedica wurde über eine Nutzungsdauer von zwei Jahren abgeschrieben und ist zum 31.12.2023 vollständig abgeschrieben. Die Abschreibung der Marken Atemzeit, Humanitair, FeroMedik und Helping Hand wurde in 2023 beschleunigt. Diese Marken werden seit dem 01.01.2023 über eine Restlaufzeit von zwei Jahren linear abgeschrieben.

Die Nutzungsdauer der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen aktivierten Pflegeverträge wurde auf Basis der bisherigen Erfahrungen über die durchschnittliche Laufzeit solcher Verträge und der bisherigen Laufzeit der erworbenen Verträge geschätzt.

Entwicklung im Vorjahr:

TEUR Computersoftware Patente, Lizenzen und Konzessionen Pflege- Verträge und andere immaterielle Vermögenswerte Marken * Summe
Anschaffungskosten
31. Dezember 2021 4 2.911 24.899 1.393 29.206
Zugänge 0 383 148 0 531
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 426 10.700 0 11.126
Abgänge (-) 0 -41 0 0 -41
Umgliederungen 0 12 0 4.391 4.403
31. Dezember 2022 4 3.692 35.746 5.784 45.226
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen (-)
31. Dezember 2021 -4 -2.112 -20.981 -1.393 -24.489
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0 -393 -5.690 -809 -6.893
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 -371 0 0 -371
Abgänge (-) 0 17 0 0 17
31. Dezember 2022 -4 -2.859 -26.671 -2.202 -31.736
Buchwerte
31. Dezember 2021 0 799 3.918 0 4.717
31. Dezember 2022 0 833 9.075 3.582 13.490

* Die Klasse Marken mit bestimmter Nutzungsdauer ergibt sich aufgrund einer Umgliederung von Marken deren Restnutzungsdauer nicht mehr als unbestimmt betrachtet wird aus den Immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer in die immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer. Im Jahre 2022 betrifft die ausgewiesene Umgliederung die Marken JobMedica, Atemzeit, Humanitair, FeroMedik und Helping Hand. Die Marke JobMedica wird über eine Nutzungsdauer von zwei Jahren, die Marken Atemzeit, Humanitair, FeroMedik und Helping Hand über eine Laufzeit von acht Jahren linear abgeschrieben. In den Vorjahren betraf die Klasse Marken mit bestimmter Nutzungsdauer die Marke Anima, die aufgrund der Nichtnutzung mit einer Lebensdauer von 2 Jahren versehen wurde und infolgedessen hälftig in 2018 sowie 2019 abgeschrieben wurde.

7.2. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

TEUR Marken
Anschaffungs- und Herstellungskosten
31. Dezember 2022 66.284
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 0
Sonst. Zugänge 0
Umgliederungen 0
31. Dezember 2023 66.284
Kumulierte Wertminderungen (-)
31. Dezember 2022 -17.084
Wertminderungen 2023 0
31. Dezember 2023 -17.084
Buchwerte
31. Dezember 2022 49.200
31. Dezember 2023 49.200

Die Nutzungsdauer der meisten Marken wurde als unbestimmt angenommen, da ein Ende der Nutzungsdauer nicht bestimmt werden konnte und insgesamt davon ausgegangen wird, dass die erworbenen Markenrechte aufgrund ihrer strategischen Relevanz weiterhin erhalten und genutzt und nicht durch eine andere Marke ersetzt werden.

In den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wurde zum 31.12.2023 ebenfalls die 51%-ige Beteiligung in Höhe von TEUR 13 (im Vorjahr TEUR 13) an der nicht konsolidierten Gesellschaft opseo Homecare GmbH. Aufgrund des geringen Betrages wurde auf eine Umgliederung in Finanzanlagen verzichtet.

Entwicklung im Vorjahr:

TEUR Marken
Anschaffungs- und Herstellungskosten
31. Dezember 2021 62.284
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 8.392
Sonst. Zugänge 0
Umgliederungen -4.391
31. Dezember 2022 66.284
Kumulierte Wertminderungen (-)
31. Dezember 2021 -16.794
Wertminderungen 2022 -290
31. Dezember 2022 -17.084
Buchwerte
31. Dezember 2021 45.490
31. Dezember 2022 49.200

7.3. Geschäfts- oder Firmenwert

TEUR Geschäfts- oder Firmenwert
Anschaffungs- und Herstellungskosten
31. Dezember 2022 261.233
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 27.507
31. Dezember 2023 288.741
Kumulierte Wertminderungen (-)
31. Dezember 2022 -1.250
Zuführung 2023 -
31. Dezember 2023 -1.250
Buchwerte
31. Dezember 2022 259.983
31. Dezember 2023 287.491

Entwicklung im Vorjahr:

TEUR Geschäfts- oder Firmenwert
Anschaffungs- und Herstellungskosten
31. Dezember 2021 177.718
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse * 83.515
31. Dezember 2022 261.233
Kumulierte Wertminderungen (-)
Zuführung 2021 -
31. Dezember 2021 -1.250
Zuführung 2022 -
31. Dezember 2022 -1.250
Buchwerte
31. Dezember 2021 176.468
31. Dezember 2022 259.983

* Davon entfallen TEUR 275 auf Anpassungen von Kaufpreisallokationen für Erwerbe aus 2021

8. Vorräte

Die Vorräte beinhalten medizinische Hilfsmittel, Hygiene- und Desinfektionsmittel, Sanitär- und Verbandsmaterial sowie Corona-Schnelltest und Brennstoffe. Die Vorräte sind im Wesentlichen auf Vorjahresniveau geblieben.

9. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 82.147 66.164
Wertberichtigung -3.615 -2.805
Summe 78.532 63.358

Bei den Konzerngesellschaften wurden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 3.615 (i. Vj. TEUR 2.805) für Einzelwertberichtigungen erfasst. Die Zuführung zur Wertberichtigung betrug insgesamt TEUR 1.471 (i. Vj. TEUR 966). Zum Erwerbszeitpunkt der in 2023 erworbenen Gesellschaften betrugen ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen TEUR 1.939 und ihre Einzelwertberichtigungen TEUR 32.

Die Altersstruktur der Forderungen ist wie folgt:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Weder fällig noch wertberichtigt 50.831 41.193
Bis zu 1 Monat überfällig 14.056 10.453
Zwischen 1 und 3 Monaten überfällig 5.812 5.540
Mehr als 3 Monate überfällig 7.833 6.172
Summe 78.532 63.358

Die Altersstruktur der Forderungen zeigt Nettobuchwerte nach Wertberichtigung. Die Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 3.615 (i. Vj. TEUR 2.805) wurden auf die Forderungsklasse "Mehr als 3 Monate überfällig" gebildet.

Das generelle Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kann durch historische Informationen der Zahlungsmoral der Vertragsparteien und deren Seriosität beurteilt werden. Die wesentlichen Kunden des Konzerns sind Kranken- und Pflegeversicherungsträger, deren Ausfallrisiko als gering erachtet wird.

Wir verweisen auf Angabe 5.2 Ausfallrisiko betreffend weitergehender Informationen.

10. Forderungen gegen Gesellschafter

Forderungen gegen Gesellschafter beinhalten ein in 2019 an die Gesellschafter ausgegebenes verzinsliches Darlehen (Zinssatz iHv 6,15%). Zum Bilanzstichtag beträgt die Restlaufzeit des Darlehens weniger als 12 Monate.

11. Barmittel und Bankguthaben

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Barmittel 41 28
Bankguthaben 15.294 11.353
Summe 15.336 11.381

12. Sonstige Vermögenswerte und zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

12.1. Sonstige Vermögenswerte

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Rechnungsabgrenzungsposten 2.737 2.181
Ertragsteuern 2.301 3.717
Kautionen 1.867 1.648
Debitorische Kreditoren 1.429 792
Andere finanzielle Vermögenswerte 4.255 2.143
Summe 12.590 10.481

12.2. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Zu den Rechnungslegungsmethoden siehe Anhangangabe 3.7.

In 2023 beschloss das Management die von der opseo Immobiliengesellschaft mbH gehaltenen Grundstücke, Gebäude sowie im Bau befindliche Gebäude zu veräußern. Dementsprechend werden diese als eine zur Veräußerung gehaltene Veräußerungsgruppe dargestellt. Die Verkaufsbemühungen für diese Veräußerungsgruppe haben begonnen und es wird mit einem Verkauf im Laufe des Jahres 2024 gerechnet.

A. Wertminderungsaufwand bezüglich der Veräußerungsgruppe

Bei den Abschreibungen auf die Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten sind Wertminderungsaufwendungen von TEUR 1.987 entstanden, die unter "Wertminderungen" erfasst worden sind (siehe Anhangangabe 30.3). Die Wertminderungsaufwendungen haben den Buchwert der Sachanlagen innerhalb der Veräußerungsgruppe gemindert.

B. Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft wird

Am 31. Dezember 2023 wurde die Veräußerungsgruppe zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angegeben und umfasste die nachstehenden Vermögenswerte.

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Sachanlagen 4.071 0
Aktive latente Steuer auf zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 628 0
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 4.699 0

Die Veräußerungsgruppe umfasst keine Schulden.

C. Kumulative Erträge oder Aufwendungen, die im sonstigen Ergebnis enthalten sind

Es sind keine kumulativen Erträge oder Aufwendungen, die in Verbindung mit der Veräußerungsgruppe stehen, im sonstigen Ergebnis enthalten

D. Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte

Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der Veräußerungsgruppe von TEUR 4.071 wurde basierend auf Inputfaktoren die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen, ermittelt. Die Bewertung basiert auf aktuellen maklerbasierten Markteinschätzungen pro Objekt, unter Berücksichtigung verschiedener Vermarktungsoptionen.

13. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt per 31. Dezember 2023 TEUR 888 (i. Vj. TEUR 888) und ist in 888.021 Anteile zu EUR 1,00 eingeteilt. Alle Anteile werden von der Muttergesellschaft Ergon Vehicle Opseo S.à r.l., Luxemburg, gehalten. Im Geschäftsjahr erfolgten keine Erhöhungen des gezeichneten Kapitals.

14. Kapitalrücklage

Am 31. Dezember 2023 beträgt die Kapitalrücklage TEUR 87.791. Diese resultiert aus Leistungen der Anteilseigner insbesondere zur Finanzierung der in 2016 erfolgten Unternehmenszusammenschlüsse mit der Deutschen Intensivpflege Holding GmbH Gruppe sowie mit der Kronenhof Intensivpflege GmbH und weiterer Unternehmenszusammenschlüsse in 2017. Im Jahr 2018 und 2019 wurden weitere Unternehmenszukäufe getätigt. In 2018 sind dazu im Zuge von Erhöhungen des gezeichneten Kapitals TEUR 2.795 in die Kapitalrücklage geleistet worden, in 2019, 2020, 2021, 2022 und 2023 erfolgten keine Erhöhungen.

15. Dividenden und Ausschüttungen

Im Geschäftsjahr 2023 sind keine Dividenden oder andere Ausschüttungen an die Anteilseigner des Mutterunternehmens gezahlt worden. An Konzernfremde Anteilseigner ist eine Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn i.H.v. TEUR 180 gezahlt worden (i. Vj. TEUR 113).

16. Finanzverbindlichkeiten

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 375.667 317.664
Kurzfristiger Anteil der Finanzverbindlichkeiten 10.194 12.323
Summe 385.861 329.987

Auf Basis des am 15. November 2019 abgeschlossenen Kreditvertrags ("Senior Facility Agreement" oder "SFA") mit einer Laufzeit von 6 Jahren, stehen dem Konzern zum 31.12.2023 folgende Kreditlinien zur Verfügung:

Facility A: Linie von EUR 50 Mio. (i. Vj.: EUR 30 Mio. In 2023 wurde eine Erweiterung um EUR 20 Mio. gewährt.), Laufzeit bis 28. August 2025

Facility B: Linie von EUR 230 Mio. (i. Vj.: EUR 230 Mio.), Laufzeit bis 28. November 2025

Akquisitionsdarlehen: Linie von EUR 100 Mio. (i. Vj.: EUR 100 Mio.), Laufzeit bis 28. November 2025

Betriebsmittellinie: Linie von EUR 10 Mio. (i. Vj.: EUR 10 Mio.), Laufzeit bis 28. August 2025.

Zum 31. Dezember 2023 sind die Facility A und die Akquisitionsdarlehen vollständig ausgeschöpft (Inanspruchnahme i. Vj: Facility A EUR 30 Mio. und Akquisitionsdarlehen EUR 100 Mio.). Die Facility B ist zum 31. Dezember 2023 in Höhe von EUR 230 Mio. (i. Vj. EUR 190 Mio.) in Anspruch genommen. Die Betriebsmittellinie wurde zum 31. Dezember 2023 in Höhe von EUR 0,03 Mio. in Anspruch genommen (i. Vj. Inanspruchnahme in Höhe von EUR 0 Mio.).

Die passivierten Finanzverbindlichkeiten aus dem SFA Kreditvertrag betragen zum 31. Dezember 2023 TEUR 374.967 (i. Vj. TEUR 314.440). Dieser Betrag setzt sich zusammen aus dem Nominalbetrag des Laufzeitdarlehens und der in Anspruch genommenen Linien abzüglich der Darlehensgebühren in Höhe von TEUR 5.033 (i. Vj. TEUR 5.560), welche über die Laufzeit des Vertrags nach der Effektivzinsmethode verteilt werden.

Die bezahlten Darlehensgebühren belaufen sich auf TEUR 11.175 (i. Vj. TEUR 9.525).

Die den einzelnen Kreditlinien zugrundeliegenden jährlichen Zinssätze im Rahmen des Kreditvertrags variieren zum 31. Dezember 2023 zwischen 6,7% und 10,4%. Die in den Finanzverbindlichkeiten passivierten ausstehenden Zinsen betragen für den SFA Kreditvertrag TEUR 5.608 zum 31. Dezember 2023 (i. Vj. TEUR 432).

Als Finanzverbindlichkeiten sind außerdem weitere gewährte Darlehen in Höhe von TEUR 5.286 (i. Vj. TEUR 15.115) ausgewiesen, von denen TEUR 3.202 (i. Vj. TEUR 11.891) innerhalb eines Jahres fällig sind.

Wesentliche Vermögenswerte des Konzerns wurden als Sicherheiten an die Kreditgeber im Rahmen des Kreditvertrags vom 15. November 2019 ("Senior Facility Agreement") gegeben. Angesichts dessen, dass es sich bei den gegebenen Sicherheiten um die Verpfändung aller Gesellschaftsanteile und Bankkonten handelt, wurden für die Sicherheiten keine spezifischen Beträge vereinbart. Zudem bestehen Beschränkungen hinsichtlich Ausschüttungen an Gesellschafter sowie der Verfügungsmöglichkeit über die Vermögenswerte. Der Konzern muss entsprechend des Kreditvertrages regelmäßig über das finanzielle Ergebnis des Konzerns berichten. Diese Berichterstattung umfasst auch die Meldung des Verschuldungsgrads (definiert als Finanzschulden / EBITDA). Die Kreditgeber haben das Recht, den Kredit fällig zu stellen, wenn der Verschuldungsgrad zu einem Bewertungsstichtag (jedes Quartalsende) einen im Kreditvertrag festgelegten Wert überschreitet. Der maximal erlaubte Verschuldungsgrad zum 31.12.2023 beträgt 7,01x und wurde mit einem tatsächlichen Verschuldungsgrad 4,6x per 31.12.2023 deutlich unterschritten. Dem zwischen den Kreditgebern und der opseo Holding B.V. geschlossenen Kreditvertrag müssen die wesentlichen Tochterunternehmen, die 80% des EBITDA und des Nettovermögens darstellen, als Garantiegeber beitreten.

Im März 2024 wurde der SFA wie folgt um insgesamt EUR 65 Mio. erweitert und die Laufzeiten der Linien um jeweils 15 Monate verlängert:

Erhöhung der Facility A um EUR 10 Mio. auf EUR 60 Mio. und Verlängerung der Laufzeit von 28. August 2025 auf 28. November 2026

Erhöhung der Facility B um EUR 50 Mio. auf EUR 280 Mio. und Verlängerung der Laufzeit von 28. November 2025 auf 28. Februar 2027

Verlängerung des Akquisitionsdarlehens von 28. November 2025 auf 28. Februar 2027

Erhöhung der Betriebsmittellinie um EUR 5 Mio. auf EUR 15 Mio. und Verlängerung der Laufzeit vom 28. August 2025 auf 28. November 2026

17. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

Der Konzern unterhält leistungsorientierte Pläne für anspruchsberechtigte Arbeitnehmer der REMEO Deutschland GmbH. Zur Erfüllung der Pensionsverpflichtungen wurden die Mittel im Geschäftsjahr 2019, welche vorher in verschiedenen Fonds angelegt und vom Linde Vorsorge Aktiv Fonds. e.V., treuhänderisch verwaltet wurde, auf Treuhandkonten bei der DAB BNP Paribas transferiert. Das Vermögen ist seit Januar 2020 wie folgt angelegt und von der Gesellschaft rechtlich getrennt:

MSCI World Swap UCITS ETF 1C

ISIN: LU0274208692 | WKN: DBX1MW

Die Mittel sind den übrigen Gläubigern somit entzogen.

Insgesamt sind zwei Pläne zu unterscheiden. Zum einen gibt es einen Pensionsplan aus dem Jahr 2016, der alle Mitarbeiter gem. § 5 Abs. 1 BetrVG umfasst, die

Nach dem 31.12.2015 in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit der Remeo eingetreten oder

die nach dem 31.12.2015 als Auszubildende in das Unternehmen eingetreten sind, oder

die vor dem 01.01.2016 in das Unternehmen eingetreten sind für Entgeltbestandteile, die ab dem 01.01.2016 fällig werden

Hierbei findet eine Hinterbliebenenversorgung in Höhe von 60% der Mitarbeiterrente kollektive Berücksichtigung. Die Renten werden jeweils jährlich zum 01.01. um 1% erhöht.

Zum anderen gibt es einen Pensionsplan für Führungskräfte. Hier sind alle Führungskräfte teilnahmeberechtigt,

die das 20. Lebensjahr vollendet haben,

in einem unbefristeten Anstellungsverhältnis stehen und

die Teilnahme am Programm vertraglich vereinbart wurde.

Die Versorgungsleistungen können demnach ab dem 62. Lebensjahr, spätestens aber mit dem 65. Lebensjahr in Anspruch genommen werden.

Nach diesen Plänen haben Arbeitnehmer Anspruch auf jährliche Rentenzahlungen in Höhe von maximal 50% des letzten Gehaltes. Für jedes volle Jahr Betriebszugehörigkeit bis zum Erreichen des Ruhestandsalters von 65 Jahre werden 2% des Jahresgehaltes Ruhegeld gezahlt.

Die leistungsorientierten Pläne erfordern Beiträge der Arbeitnehmer. Die Beiträge werden in den folgenden beiden Formen gezahlt: Eine basiert auf der Anzahl der Dienstjahre und die andere auf einem festen Prozentsatz des Gehalts der Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmer können auch nach eigenem Ermessen Beiträge zu den Plänen leisten.

Durch die Pläne ist der Konzern üblicherweise folgenden versicherungsmathematischen Risiken ausgesetzt: Investitionsrisiko, Zinsänderungsrisiko, Langlebigkeitsrisiko und Gehaltsrisiko.

Investitionsrisiko

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung aus dem Plan wird unter Verwendung eines Abzinsungssatzes ermittelt, der auf Grundlage der Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen bestimmt wird. Sofern die Erträge aus dem Planvermögen unter diesem Zinssatz liegen, führt dies zu einer Unterdeckung des Plans.

Zinsänderungsrisiko

Ein Rückgang des Anleihezinssatzes führt zu einer Erhöhung der Planverbindlichkeit.

Langlebigkeitsrisiko

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung aus dem Plan wird auf Basis der bestmöglichen Schätzung der Sterbewahrscheinlichkeit der begünstigten Arbeitnehmer sowohl während des Arbeitsverhältnisses als auch nach dessen Beendigung ermittelt. Eine Zunahme der Lebenserwartung der begünstigten Arbeitnehmer führt zu einer Erhöhung der Planverbindlichkeit.

Gehaltsrisiko

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung aus dem Plan wird auf Basis der zukünftigen Gehälter der begünstigten Arbeitnehmer ermittelt. Somit führen Gehaltserhöhungen der begünstigten Arbeitnehmer zu einer Erhöhung der Planverbindlichkeit.

Sonstige Leistungen an diese Arbeitnehmer sind nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht vorgesehen.

Infolge der Übernahme der Remeo Deutschland GmbH durch die opseo Holding B.V. wurden die Pläne geschlossen, das heißt, dass für die Zukunft keine weiteren Mitarbeiter, neben den bereits am Plan teilnehmenden, den Plan beitreten können.

Die aktuellsten versicherungsmathematischen Bewertungen des Planvermögens und des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung wurden zum 31. Dezember 2023 von Mercer Deutschland GmbH (für die Mitglieder der Aktuarvereinigung in Deutschland tätig sind) durchgeführt. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung, der dazugehörige Dienstzeitaufwand und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wurden nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien ermittelt.

Die wichtigsten Annahmen gem. IAS 19.144, welche der versicherungsmathematischen Bewertung zugrunde gelegt wurden, sind:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
Abzinsungssätze 3,57 % 4,21 %
Rententrend 1,0 % * /2,2 % ** 1,0% * /2,2 % **

* Rententrend für Zusagen mit Anpassungsgarantie /

** Rententrend für übrige Zusagen

Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck verwendet.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Beträge für diese leistungsorientierten Pläne stellen sich wie folgt dar:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Dienstzeitaufwand 2 5
Nettozinsaufwand 46 19

Der in der Bilanz ausgewiesene Betrag der Verpflichtungen des Konzerns aus seinen leistungsorientierten Pensionsplänen stellt sich wie folgt dar:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Barwert der erdienten Verpflichtung 1.387 1.109
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 337 282
Nettoschuld 1.050 826

Die Veränderungen im Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen sowie die Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens im laufenden Geschäftsjahr setzt sich wie folgt zusammen:

Verpflichtungswert Planvermögen
TEUR TEUR
Stand 31.12.2022 1.109 282
Versorgungszahlungen -39 0
Mitarbeiterbeiträge 2 2
Arbeitgeberbeiträge 0 1
Dienstzeitaufwand für die Anwärter 2 0
Zinsaufwand 46 12
Finanzielle Gewinne / Verluste 106 0
Erfahrungsbedingte Gewinne / Verluste 161 40
Stand 31.12.2023 1.387 337

Entwicklung im Vorjahr:

Verpflichtungswert Planvermögen
TEUR TEUR
Stand 31.12.2021 1.699 317
Versorgungszahlungen -36 -
Mitarbeiterbeiträge 2 2
Arbeitgeberbeiträge - 2
Dienstzeitaufwand für die Anwärter 5 -
Zinsaufwand 19 4
Finanzielle Gewinne / Verluste -549 -
Erfahrungsbedingte Gewinne / Verluste -32 -43
Stand 31.12.2022 1.109 282

Die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen, die zur Ermittlung der leistungsorientierten Verpflichtung genutzt werden, sind der Abzinsungssatz, erwartete Gehaltserhöhungen und die Sterbewahrscheinlichkeit. Aufgrund der begrenzten Anzahl an Personen, die der Plan umfasst, wurde auf eine Sensitivitätsanalyse gem. IAS 19.145 verzichtet. Der Konzern geht überdies nicht von einer signifikanten Änderung der Sterbewahrscheinlichkeit aus. Die Gehaltserhöhungen bewegen sich im langjährigen Mittel im unteren einstelligen Prozentbereich, weshalb auch hier nicht von einer signifikanten Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung ausgegangen werden würde. Wesentliche Unterschiede im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich durch die Zinsänderungen. Für den Konzernabschluss als Ganzes ist aufgrund der Größe des Postens eine etwaige Änderung unwesentlich. Die durchzuführende Sensitivitätsanalyse dürfte im Übrigen nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen würden.

Die Zusammensetzung der vom Plan begünstigten Arbeitnehmer - in Summe 33 Personen - stellt sich wie folgt dar:

Leistungsanwärter aktiv: 9 Personen

Leistungsanwärter unverfallbar ausgeschieden: 23 Personen

Leistungsempfänger: 1 Person

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet der Konzern aus dem leistungsorientierten Plan eine Rentenzahlung von TEUR 52 an Leistungsempfänger zu leisten.

18. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

TEUR
Stand zum 1. Januar 2023 32
Inanspruchnahme 0
Zugang 34
Stand zum 31. Dezember 2023 65

Die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe von TEUR 65 (i. Vj. TEUR 32) kurzfristiger Natur.

19. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.976 4.892

Alle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig.

Zum Erwerbszeitpunkt der in 2023 erworbenen Gesellschaften betrugen ihre Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen TEUR 217.

20. Laufende und latente Ertragsteuern

In der Bilanz erfasste Beträge:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Aktive latente Steuern 1.961 2.126
Passive latente Steuern -12.649 -12.322
Aktive und passive latente Steuern (saldiert) -10.688 -10.196
Kurzfristige Steuerschulden -4.756 -3.263
Netto-Steuerverbindlichkeit -15.444 -13.459

Der Konzern ist der Ansicht, dass ausreichend Steuerverbindlichkeiten für offene Steuerveranlagungen passiviert sind. Dennoch kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass es zu Steuernachzahlungen kommen kann, welche die im Abschluss gebildete Vorsorge übersteigen. Die Abschätzung der Steuerschulden basiert auf vorläufigen Steuerberechnungen, die Auslegungen der geltenden Steuergesetze und gängige Praxis berücksichtigen.

In der GuV erfasste Beträge:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Ertragsteueraufwand laufendes Wirtschaftsjahr 2.000 2.019
Ertragsteueraufwand Vorjahre -542 -270
Ertragsteueraufwand gesamt 1.457 1.749
Latenter Steuerertrag 1.032 -883
Sonstige Steuern 258 0
Steueraufwand gesamt 683 2.632

Aufteilung der unsaldierten aktiven und passiven latenten Steuern

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Aktive latente Steuern aus immateriellen Vermögenswerten 1.118 1.309
Aktive latente Steuern aus IFRS 16 771 533
Aktive latente Steuern aus sonstigen Bilanzpositionen 72 284
Aktive latente Steuern 1.961 2.126
Passive latente Steuern aus immateriellen Vermögensgenständen -12.618 -12.292
Passive latente Steuern aus Finanzverbindlichkeiten -26 -26
Passive latente Steuern aus sonstigen Bilanzpositionen -4 -4
Passive latente Steuern -12.649 -12.322

Im Jahr 2023 wurden TEUR 1.961 aktive latente Steuern mit passiven latenten Steuern saldiert. Die Saldierung der latenten Steuern erfolgte für den Organkreis bzw. je Gesellschaft, sofern die erforderlichen Voraussetzungen vorliegen.

Zum 31.12.2023 betrug der gewerbesteuerliche Verlustvortrag TEUR 75.797 (TEUR 54.474 im Vorjahr). Dieser beinhaltet im Wesentlichen den Verlustvortrag aus dem laufenden Geschäftsjahr. Aufgrund des Geschäftsmodells der Konzerngesellschaften kann nicht mit ausreichendem gewerbesteuerpflichtigem Einkommen gerechnet werden. Der bestehende Gewerbeverlust zum 31.12.2023 in Höhe von TEUR 75.797 ist daher als nicht werthaltig einzustufen, weshalb der Ansatz von aktiven latenten Steuern unterbleibt.

Es bestehen körperschaftsteuerliche vororganschaftliche Verlustvorträge bei den Organgesellschaften in Höhe von TEUR 4.395. Von der Nutzbarkeit und Werthaltigkeit der Verlustvorträge ist nicht auszugehen, da nicht beabsichtigt wird, die bestehenden Organschaften zu beenden.

Auf den körperschaftsteuerlichen Zinsvortrag in Höhe von TEUR 51.222 wurden im Geschäftsjahr keine aktiven latenten Steuern angesetzt.

Die einbehaltenen Gewinne bei Tochterunternehmen sollen aus heutiger Sicht überwiegend investiert bleiben. Auf einbehaltene und nicht zur Ausschüttung vorgesehenen Gewinne bei Tochterunternehmen von TEUR 3.328 (VJ: TEUR 3.721) werden keine passiven latenten Steuern berechnet. Bei Ausschüttungen würden die Gewinne zu 5% der deutschen Besteuerung zu unterwerfen sein. Die Ermittlung der zu versteuernden temporären Differenzen wäre mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden.

Laufende Ertragsteuern

Der anwendbare Konzernsteuersatz beträgt 15,825 % und setzt sich zusammen aus dem anzuwendenden Körperschaftsteuer- und Solidaritätszuschlagssatz. Die Konzerngesellschaften üben eine überwiegend gewerbesteuerbefreite Tätigkeit (Krankenpflege) i.S.d. § 3 Nr. 20 GewStG aus.

Zum Bilanzstichtag wurden die BEPS 2.0 Pillar Il-Regelungen mittels des Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung und weiterer Begleitmaßnahmen vom 21.12.2023 und Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 27.12.2023 in deutsches Recht überführt. Die opseo Holding B.V. ist von diesen Regelungen mangels Überschreitung der erforderlichen jährlichen Umsatzerlöse von EUR 750 Mio. nicht betroffen.

Die Überleitungsrechnung zwischen dem Ertragsteueraufwand und dem Produkt aus dem Verlust vor Steuern und dem anzuwendenden Steuersatz des Konzerns stellt sich wie folgt dar:

2023 2022
TEUR TEUR
Verlust (i.VJ Gewinn) vor Steuern -13.467 5.766
Erwarteter Steuersatz 15,825% 15,825%
Erwarteter Steueraufwand 2.131 -913
Effektive Steuerquote -5,071% 45,647%
Gebuchter Steueraufwand -683 -2.632
Zu erklärende Differenz -2.814 -1.719
(1) Nichtansatz aktive latente Steuern lfd. Verluste 0 -72
(2) Nichtabziehbare Zinsaufwendungen laufendes Geschäftsjahr -3.234 -1.435
(3) Nicht abziehbare Aufwendungen opseo Holding B.V. -14 -1
(4) Sonstige Steuern -288 10
(5) Periodenfremde Steuern 463 -749
(6) Permanente Differenz -55 532
(7) Abweichender Steuersatz 313 0
(8) Sonstige Abweichungen 1 -4
-2.814 -1.719

21. Sonstige Schulden

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Kurzfristige Kaufpreisverbindlichkeiten 15.976 12.741
Langfristige Kaufpreisverbindlichkeiten 8.317 14.379
Personalbezogene Verbindlichkeiten und -abgrenzungen 19.243 16.871
Lohnsteuer und Sozialversicherung 4.315 3.357
Kreditorische Debitoren 2.119 1.174
Abgrenzungsposten 1.513 680
Rückstellungen für fehlende Eingangsrechnungen 995 1.047
Rückstellungen für Abschluss und Prüfung 891 675
Sonstiges 3.065 1.241
Summe 56.435 52.166

Die personalbezogenen Verbindlichkeiten umfassen Ansprüche der Arbeitnehmer aus Lohn- und Gehaltszahlungen, noch nicht genommenem Urlaub, Feiertagszuschlägen sowie aus in 2023 geleisteten Überstunden, Tantiemen, ausstehenden Berufsgenossenschaftsbeiträgen und Schwerbehindertenabgabe-Rückstellungen.

Zum Erwerbszeitpunkt der in 2023 erworbenen Gesellschaften betrugen ihre sonstigen Verbindlichkeiten und passive Rechnungsabgrenzungsposten in Summe TEUR 1.557.

22. Leasingverhältnisse

Der Konzern mietet im Rahmen von Operating-Leasingvereinbarungen Immobilien, Fahrzeuge sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Leasingverhältnisse haben entweder eine unbestimmte Laufzeit, mit kurzen bzw. gesetzlichen Kündigungsfristen < 1 Jahr (betrifft im Wesentlichen Immobilienmietverträge) oder eine vertraglich festgelegte Laufzeit zwischen 1 und 25 Jahren.

Für diese Verträge wurden die künftigen während des voraussichtlichen Vertragszeitraums anfallenden Mietzahlungen ermittelt und auf den Stichtag abgezinst. Die Abzinsung erfolgte zu individuellen und laufzeitabhängigen Zinssätzen (zwischen 0,6% und 4,8%) für Mietverträge, zu einheitlichen Zinssätzen (von 1,5% bis 3,0% für Verträge die in 2019 oder früher abgeschlossen wurden, 1,4% für Verträge aus 2020, 1,5% für Verträge aus 2021 und 2022, 3,2% für Verträge aus 2023, die anhand von Informationen der Haupt-Leasinggesellschaften ermittelt wurden) für KfZ-Leasingverträge und zu einem einheitlichen Zinssatz von 1,1% (für Verträge die in 2019 oder früher abgeschlossen wurden), 1,8% für Mietverträge aus 2020, 1,4% für Mietverträge aus 2021 und 3,8% für Mietverträge aus 2022 und 2023 für technische Ausstattung.

Für folgende Leasingvereinbarungen hat der Konzern beschlossen weder Nutzungsrechte noch Leasingverbindlichkeiten zu erfassen:

Immobilienmietverträge, die auf eine unbestimmte Laufzeit abgeschlossen wurden und für welche daher gesetzliche Kündigungsfristen (<1 Jahr) Anwendung finden. Für diese sog. kurzzeitigen Leasings (short-term leases) betrugen die Leasingzahlungen TEUR 2.351 (i. Vj. TEUR 2.476).

Leasingverträge von geringwertigen Gegenständen deren Neuwert weniger als TEUR 5 beträgt (sog. low-value leases) oder die einen unkündbaren Zeitraum <1 Jahr vorsehen. Für diese Kategorie von Leasingverträgen betrugen die Leasingzahlungen TEUR 263 (i. Vj. TEUR 183).

In den vom Konzern abgeschlossenen Leasingverträgen sind keine variablen Leasingzahlungen enthalten, die nicht in die Bewertung einbezogen werden (IFRS 16.53). Variable Leasingzahlungen betreffen lediglich Mietverträge und knüpfen an Indexe (hauptsächlich Mietpreisentwicklungsindexe) an, daher wird bei künftigen Mietzinsanpassungen sowohl die Leasingverbindlichkeit als auch das Nutzungsrecht entsprechend angepasst.

Für Leasingverhältnisse, in denen der Konzern Leasingnehmer ist, und für welche Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten bilanziert werden, wurden die nachfolgend dargestellten Beträge erfasst.

Nutzungsrechte

Nutzungsrechte im Zusammenhang mit gemieteten Immobilien, KfZ sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung werden als Sachanlagen dargestellt und setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR Nutzungsrechte Immobilien Nutzungsrechte KfZ Nutzungsrechte technische Ausstattung Summe
2023
Stand zum 1. Januar 96.785 2.026 301 99.112
Abschreibung des GJ -13.010 -2.073 -109 -15.192
Zugänge zu Nutzungsrechten 19.596 4.874 0 24.469
Abgänge von Nutzungsrechten -1.133 0 0 -1.133
Stand zum 31. Dezember 102.237 4.826 193 107.256
TEUR Nutzungsrechte Immobilien Nutzungsrechte KfZ Nutzungsrechte technische Ausstattung Summe
2022
Stand zum 1. Januar 83.072 1.759 153 84.984
Abschreibung des GJ -10.604 -1.340 -175 -12.119
Zugänge zu Nutzungsrechten 27.376 1.607 323 29.306
Abgänge von Nutzungsrechten -3.059 0 0 -3.059
Stand zum 31. Dezember 96.785 2.026 301 99.112

Verbindlichkeiten aus Leasingverpflichtungen

TEUR Immobilien-Mietverträge KfZ-Leasing Leasing technische Ausstattung Summe
31. Dez 22 100.149 2.032 296 102.478
31. Dez 23 107.066 4.867 194 112.127

Insgesamt sind TEUR 14.058 innerhalb des nächsten Jahres zahlbar und TEUR 45.084 innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre.

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge

TEUR 2023 2022
Abschreibungen von Nutzungsrechten 15.192 12.119
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 2.999 2.211
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 2.351 2.477
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert 263 183

In der Kapitalflussrechnung erfasste Beträge

TEUR 2023 2022
Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse (exkl. Zinsen) 13.653 11.038
Zahlungen von Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 2.999 2.211
Summe 16.652 13.249

Verlängerungsoptionen

Einige Leasingverhältnisse (insbesondere Immobilienmietverträge) enthalten Verlängerungsoptionen, die meist zwischen sechs Monaten und einem Jahr vor Ablauf der unkündbaren Vertragslaufzeit vom Konzern ausgeübt werden können. Nach Möglichkeit strebt der Konzern beim Abschluss neuer Leasingverhältnisse die Aufnahme von Verlängerungsoptionen an, um operative Flexibilität zu gewährleisten. Die Verlängerungsoptionen können nur vom Konzern und nicht vom Leasinggeber ausgeübt werden. Der Konzern beurteilt zu jedem Bilanzstichtag, ob die Ausübung von Verlängerungsoptionen hinreichend sicher ist. Der Konzern bestimmt erneut, ob die Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen, das bzw. die innerhalb seiner Kontrolle liegt, eintritt.

Der Konzern schätzt, dass die potenziell zukünftigen Leasingzahlungen, sofern die Verlängerungsoptionen ausgeübt werden, zu einer zusätzlichen Leasingverbindlichkeit in Höhe von EUR 100,0 Mio. führen würden.

23. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen

Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren Tochterunternehmen, die na-he stehende Unternehmen und Personen sind, wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangsangabe nicht erläutert. Einzelheiten zu Geschäftsvorfällen zwischen dem Konzern und anderen nahestehenden Unternehmen und Personen sind nachstehend erläutert. Sämtliche Geschäfte mit nahestehenden Personen erfolgten zu marktüblichen Konditionen.

Wesentliche Transaktionen mit den Gesellschaftern

Alleiniger Gesellschafter der opseo Holding B.V. ist seit 2019 die Ergon Vehicle Opseo S.à r.l. (,Ergon Vehicle'), route d'Arlon 19-21, L-8009 Strassen, Luxemburg. Die Ergon Vehicle hat keine Mehrheitsgesellschafter.

Im November 2019 hat die opseo Holding B.V. der Ergon Vehicle ein Darlehen in Höhe von TEUR 15.200 ausgereicht. Dieses Darlehen wird mit einem marktüblichen Zinssatz verzinst. Per 31.12.2023 beträgt der Darlehensstand TEUR 15.149 (i. Vj. TEUR 14.430).

Wesentliche Transaktionen mit nahestehenden Personen

Die Geschäftsführer sowie ehemaligen Geschäftsführer der Pflegedienst Nicole Tobias GmbH vermieten Räumlichkeiten an Unternehmen der opseo Gruppe (insbesondere an die Pflegedienst Nicole Tobias GmbH). Das Gesamtvolumen der Mieten aus dieser Geschäftsbeziehung betrug in 2023 TEUR 391 (i. Vj. TEUR 310).

Der ehemalige Geschäftsführer der Pflegedienst Nicole Tobias GmbH ist gleichzeitig Geschäftsführer der PBP Potschappler Bau-, Projekt- und Hausmeisterservicegesellschaft UG (haftungsbeschränkt), Freital, die in 2023 Bau-, Vermietungs- und Hausmeisterleistungen im Gesamtwert von TEUR 131 (i. Vj. TEUR 832) an den Konzern erbracht hat.

Der ehemalige Geschäftsführer der Pflegedienst Nicole Tobias GmbH hat einen Beratervertrag über TEUR 135 für 2023 mit dem Konzern geschlossen.

Der ehemalige Geschäftsführer der opseo Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH erbrachte Beratungsleistungen in Höhe von TEUR 39 (i. Vj. TEUR 150) an den Konzern.

Der Geschäftsführer der 365 Grad Gruppe vermietet 2 Objekte an den Konzern. In 2023 wurden hierfür TEUR 74 (i. Vj. TEUR 65) belastet.

Der Geschäftsführer der 365 Grad Gruppe ist gleichzeitig Gesellschafter der Perspektiva staff GmbH, die in 2023 Leistungen aus der Überlassung von Arbeitnehmern im Gesamtwert von TEUR 1.587 (i. Vj. TEUR 924) erbracht hat.

Die Tochter der Geschäftsführerin der Humanitair GmbH vermietet 3 Objekte an den Konzern. In 2023 betrugen die Mieten hierfür insgesamt TEUR 393 (i. Vj. TEUR 387).

Der Geschäftsführer der Wichtelteam GmbH vermietet ein Büro an die Wichtelteam GmbH. In 2023 betrugen die Mieten hierfür insgesamt TEUR 9 (i. Vj. TEUR 7).

Der Vater des Geschäftsführers der Wichtelteam GmbH erbringt Reinigungsleistungen an die Wichtelteam GmbH. In 2023 wurden hierfür TEUR 89 (i. Vj. TEUR 74) belastet.

Die Ehefrau des Geschäftsführers der Binder Intensivpflege GmbH vermietet 2 Objekte an den Konzern und der Geschäftsführer der Binder Intensivpflege GmbH verkauft den mit seiner Photovoltaik-Anlage produzierten Strom an die Gesellschaft. In 2023 betrugen die Mieten und die Vergütung der Bereitstellung des produzierten Stroms insgesamt TEUR 157 (i. Vj. TEUR 150).

Die ehemalige Geschäftsführerin der IPD-MV GmbH vermietet 1 Objekt an den Konzern. In 2023 wurden hierfür TEUR 79 (i. Vj. TEUR 80) belastet.

Der Geschäftsführer der IPD-MV GmbH und seine Mutter vermieten zusammen 1 Objekt an den Konzern. In 2023 wurden hierfür TEUR 115 (i. Vj. TEUR 104) belastet. Sowie Waren i.H.v. TEUR 6 (i. Vj. TEUR 11) geliefert.

Der Geschäftsführer der Hamacher GmbH Gesundheitsdienste vermietet 1 Objekt an den Konzern. In 2023 betrugen die Mieten hierfür insgesamt TEUR 23 (i. Vj. TEUR 23).

Der Geschäftsführer der Hamacher GmbH Gesundheitsdienste ist gleichzeitig Gesellschafter der Markus Schmitt KG, die in 2023 aus der Vermietung eines Objektes und auf Basis eines Geschäftsführergestellungsvertrages Leistungen im Gesamtwert von TEUR 392 (i. Vj. TEUR 378) für den Konzern erbracht hat.

Der Geschäftsführer der Hamacher GmbH Gesundheitsdienste ist gleichzeitig Gesellschafter der SW - Altersgerechtes Wohnen Köln Nord GmbH, die in 2023 Baukostenzuschüsse im Gesamtwert von TEUR 155 (i. Vj. TEUR 0) erhielt.

Der Geschäftsführer der GtIB GmbH vermietet 1 Objekt an den Konzern. In 2023 wurden hierfür TEUR 1 (i. Vj. TEUR 9) belastet.

Der Geschäftsführer der Balu Kinderintensivpflege GmbH ist gleichzeitig Gesellschafter der Smart Healthcare Solutions GmbH, die für das Kalenderjahr 2023 Leistungen von insgesamt TEUR 6 (i. Vj. TEUR 2) gegenüber dem Konzern erbracht hat.

Der Geschäftsführer der Balu Kinderintensivpflege GmbH ist gleichzeitig Vorstand in mehreren Pflegeverbänden, die für das Kalenderjahr 2023 Leistungen von insgesamt TEUR 3 (i. VJ. TEURO) gegenüber dem Konzern erbracht hat.

Die Schwester des Geschäftsführers der Balu Kinderintensivpflege GmbH erbrachte Lieferungen in 2023 im Umfang von TEUR 11 (i. Vj. TEUR 3) gegenüber der Gesellschaft.

Die Geschäftsführerin der Pflegedienst Regenbogen GmbH vermietet 1 Objekt an den Konzern. In 2023 betrugen die Mieten hierfür insgesamt TEUR 32 (i. Vj. TEUR 11).

Der Geschäftsführer der A.I.H. - Ambulante Intensivpflege Holding GmbH vermietet mehrere Objekte an Konzerngesellschaften und ist auch gleichzeitig Geschäftsführer der RKT Holding OHG, die gegenüber dem Konzern erbrachten Leistungen in 2023 betrugen hierfür insgesamt TEUR 267.

Die Ehefrau des Geschäftsführers der A.I.H. - Ambulante Intensivpflege Holding GmbH vermietet 2 Objekte an den Konzern. In 2023 betrugen die Mieten insgesamt TEUR 36.

Ein weiterer Geschäftsführer der A.I.H. - Ambulante Intensivpflege Holding GmbH vermietet mehrere Objekte an Konzerngesellschaften und ist auch gleichzeitig Geschäftsführer der A.I.B. GmbH, der Alfred Böhm GmbH, der Leonie GmbH & Co. KG und der Altincik Holding GmbH, die gegenüber dem Konzern erbrachten Leistungen in 2023 betrugen hierfür insgesamt TEUR 664.

Die Geschäftsführer der Neue Burg GmbH, der Eingliederungshilfe Sonnenburg GmbH, der Burg Services GmbH & Co. KG und der Burg Beteiligungs GmbH haben aus der Vermietung von 6 Objekten und der Erbringung von Beratungsleistungen Leistungen im Gesamtwert von TEUR 925 für den Konzern erbracht.

Der Geschäftsführer der opseo HomeCare GmbH ist ebenfalls Geschäftsführer der Sanimed GmbH die medizinischen Eigenbedarf in Hähe von TEUR 1.169 und kaufmännische Dienstleistungen in Höhe von TEUR 274 in 2023 für den Konzern erbracht hat.

Zum Stichtag 31.12.2023 bestanden keine wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen.

Bezüge der Mitarbeiter in Schlüsselpositionen

Die fünf (im Vorjahr zwei) Geschäftsführer des Mutterunternehmens haben im Berichtsjahr Bezüge in Höhe von TEUR 1.367 (Vorjahr: TEUR 759) erhalten. Leistungen aus Anlass der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses sind in 2022 und 2023 nicht angefallen. Anteilsbasierte Vergütungen oder Leistungen nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses, wie beispielsweise Pensionszahlungen, sind darin nicht enthalten. Rückstellungen für erwartete Tantiemen wurden in Höhe von TEUR 200 (Vorjahr: TEUR 176) eingestellt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten keine Vergütung.

24. Umsatzerlöse

Der Konzern realisiert ausschließlich Dienstleistungsumsätze in Deutschland. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Cluster Nord 25.149 20.557
Cluster Ost 58.757 43.591
Cluster Süd 116.670 83.087
Cluster West 79.628 67.116
Cluster Kinder 58.939 40.023
Cluster Remeo 12.369 16.251
Cluster Demenz und psychiatrische Krankenpflege 10.535 3.319
Sonstige * 28.682 24.999
Gruppe 390.728 298.943

* die Position "Sonstige" bezieht sich auf Umsätze von Holdinggesellschaften, der BaWiG, Match-Medics und enthält ebenfalls Konsolidierungseffekte.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2023 um TEUR 17.169 durch die im Geschäftsjahr vollzogenen Akquisitionen.

Umsätze aus Erstattungen von Mindereinnahmen im Rahmen des Corona-Rettungsschirms betrugen im Geschäftsjahr 2023 TEUR 182 (i. Vj. TEUR 6.315).

25. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen Erträge außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit des Konzerns, wie Sachbezüge oder Investitionsbeihilfen. In 2023 weist diese Position Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen in Höhe von EUR 1,7 Mio., die in 2022 auf Forderungen im Rahmen des Corona-Rettungsschirms gebildet wurden.

26. Aufwendungen aus Leistungen an Arbeitnehmer und durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer

Aufwendungen aus Leistungen an Arbeitnehmer

2023 2022
Löhne und Gehälter - Pflege 235.078 168.822
Sozialabgaben - Pflege 46.264 33.621
Aufwendungen Altersversorgung - Pflege 1.035 760
Berufsgenossenschaft 2.345 2.314
Sonstige Personalaufwendungen 3.389 1.528
Aufwendungen aus Leistungen an Arbeitnehmer 288.110 207.046

Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer

2023 2022
Angestellte 566 466
Gewerbliche Arbeitnehmer 6.471 5.302
Summe 7.037 5.768

Im Rahmen der in 2023 erfolgten Unternehmenserwerbe kamen jeweils zum Erwerbszeitpunkt in Summe 716 gewerbliche Arbeitnehmer und 61 Angestellte hinzu.

27. Sonstige Aufwendungen

2023 2022
TEUR TEUR
Rechts- und Beratungskosten 5.001 7.561
Wirtschafts- und Verwaltungsaufwand 15.032 12.198
Fremdleistung Pflege 5.798 8.872
Reisekosten Arbeitnehmer 1.268 1.014
Medizinischer und therapeutischer Aufwand 2.535 948
Fahrzeugaufwand 6.529 4.417
Mieten und Nebenkosten für Einrichtungen und Verwaltung 6.823 5.969
Sonstige Aufwendungen 7.843 4.643
Summe 50.829 45.622

28. Abschreibungen auf Umlaufvermögen

Die Abschreibungen auf das Umlaufvermögen betreffen Einzelwertberichtigungen sowie Forderungsverluste in Höhe von insgesamt TEUR 4.338 (i. Vj. TEUR 2.019). Als Forderungsverluste wurden dabei die Abschreibungen behandelt, bei denen kein Eingang der Forderungen mehr zu erwarten ist, bei den Wertberichtigungen wird der Forderungseingang zumindest in der Höhe der korrigierten Forderung nach Wertberichtigung mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erwartet.

In den Geschäftsjahren 2022 und 2023 ist der Wert durch eine konsequente Begutachtung und Bereinigung zweifelhafter Posten quer über alle Konzerngesellschaften hinweg stark erhöht und wird deshalb im Sinne eines true and fair-view in einer eigenen Linie innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung "Abschreibungen auf das Umlaufvermögen", statt im Posten "sonstige Aufwendungen", dargestellt.

29. Abschreibungen auf Anlagevermögen

2023 2022
TEUR TEUR
Abschreibungen auf Sachanlagen (Angabe 6) 19.723 16.059
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Angabe 7) 9.358 6.893
Summe 29.082 22.951

30. Wertminderungen

30.1. Wertminderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte

Die in Bezug auf die zum 31. Dezember 2023 mit Buchwerten in Höhe von TEUR 50.818 (i. Vj. TEUR 52.782) ausgewiesenen Marken sowie den mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 287.491 (i. Vj. TEUR 259.983) ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwert durchgeführten Wertminderungstests zeigten keinen Wertminderungsbedarf. In 2022 wurden ausgewählte Marken mit einer begrenzten Laufzeit versehen. Hintergrund ist die voraussichtliche Einstellung der Nutzung dieser Marken innerhalb der kommenden Jahre. Die Marke JobMedica wurde in 2023 vollständig abgeschrieben. Die Marken Atemzeit, Humanitair, FeroMedik und Helping Hand werden seit dem 01.01.2023 über eine Restlaufzeit von zwei Jahren linear abgeschrieben.

Der Wertminderungstest beruht auf einer Gegenüberstellung der als Nutzungswerte ermittelten erzielbaren Beträge der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und den jeweiligen Buchwerten. Die Ermittlung der Nutzungswerte ging von den erwarteten Zahlungsmittelzuflüssen aus, welche mit einem Kapitalkostensatz von 6,0 % (i. Vj. 5,8 % ) p.a. abgezinst wurden. Die Zahlungsmittelzuflüsse wurden auf Basis der Budgetplanung geplant; Wachstumsraten für die Folgeperioden wurden je ZGE individuell für einen Planungszeitraum von weiteren vier Jahren geplant und anschließend mit einer ewigen Wachstumsrate von 1% weiterentwickelt. Wesentliche Annahmen bei der Schätzung der Zahlungsmittelzuflüsse waren die Anzahl der zu pflegenden Patienten, die Vergütungssätze, welche für die Pflegeleistungen erzielt werden, sowie die im Zusammenhang mit den Pflegeleistungen entstehenden Personalkosten. Die Patientenzahlen wurden anhand der geplanten Entwicklung der Pflegekapazitäten und auf erfahrungsbasierten Auslastungen ermittelt. Die Personalkosten wurden auf Basis von Betreuungsrelationen zukünftig erwarteter Entwicklungen der Vergütung der eingesetzten Pflegekräfte ermittelt. Die verwendeten Daten für die Vergütungssätze für Pflegeleistungen sowie für die Personalkosten des Pflegepersonals entsprechenden am Markt beobachteten Werten. Dem Kapitalkostensatz lag hinsichtlich der Eigenkapitalkosten ein Risikozuschlag von 6,7%-Punkten (7,5%-Punkten i. Vj.) zugrunde. Eine Erhöhung dieses Risikozuschlages auf 10%-Punkte (über 8,0%-Punkte i. Vj.) würde auf die Bewertung der Marken keinen wesentlichen und auf die Bewertung des Geschäfts- und Firmenwertes keinen Einfluss haben.

Die Bewertung der Geschäfts- und Firmenwerte stellt sich per 31. Dezember 2023 wie folgt dar.

Geschäfts- oder Firmenwert 31. Dez 2022 Zugänge/ Änderungen in 2023 31. Dez 2023
EUR EUR EUR
365 Grad Gruppe 6.308 8.860 15.168
AdVitam Gruppe 6.302 6.302
Integra Cura Gruppe 8.261 8.261
Atemzeit 1.576 1.576
C Braun 364 364
Humanitär 8.315 8.315
ZBI 6.628 6.628
KiHa 165 165
Hamacher Intensiv 6.579 6.579
Aercura (Aercura Lippe, BKP, Aercura Verwaltung) 3.646 3.646
Management & Pflege Consulting 544 544
CGU - Cluster West 48.689 8.860 57.549
Geschäfts- oder Firmenwert 31. Dez 2022 Zugänge / Änderungen in 2023 31. Dez 2023
EUR EUR EUR
Tobias Gruppe 25.277 25.277
Kleine Strolche 1.454 1.454
HIP 2.030 2.030
Tobias Thüringen 238 238
CGU - Cluster Ost 28.998 28.998
Garant Gruppe 4.479 4.479
Anima 2.016 2.016
3W 7.799 7.799
IPD 7.826 7.826
GtIB 8.790 8.790
CGU - Cluster Nord 30.910 30.910
ape 9.926 9.926
Kronenhof 2.377 2.377
Feromedik 4.981 4.981
Lebenswert 7.947 7.947
Helping Hand 11.082 11.082
Binder 11.070 11.070
Philos; Auralis 3.405 3.405
CPI 1.639 1.639
Pflegedienst Regenbogen 5.231 5.231
AIB, Hero, CURADEMIC 58.017 58.017
Carolinas * 5.783 5.783
CGU - Cluster Süd 115.677 5.783 121.460
Bärenfamilie Gruppe 7.945 7.945
Wichtelteam 4.743 4.743
Moki 3.375 3.375
CPK 3.928 3.928
Kidi 2.330 2.330
Balu 3.902 3.902
Gänseblümchen * 1.613 1.613
Pro-Viva * 2.748 2.748
CGU - Cluster Kids 26.224 4.361 30.585
Hamacher Gesundheitsdienste 3.371 3.371
CGU - Cluster Demenz 3.371 0 3.371
Jobmedica 2.958 2.958
MatchMedics 1.988 1.988
Personaldienstleister 4.946 0 4.946
BaWiG 1.171 1.171
Neue Burg * 8.503 8.503
Summe Gruppe 259.984 27.507 287.491

* Neuzugang in 2023, vgl. Abschnitt 32

30.2. Wertminderungen der Marken

Die Bewertung der Markenwerte stellt sich per 31. Dezember 2023 wie folgt dar.

31. Dezember 2022 Abschreibung 2023 Zugänge 2023 31. Dezember 2023
Marken EUR EUR EUR EUR
365 Grad Gruppe 3.925 3.925
Atemzeit (U) 159 -79 79
Humanitär (U) 349 -174 174
Tobias Gruppe 13.712 13.712
3W 415 415
IPD 455 455
ape 6.010 6.010
Kronenhof 2.731 2.731
Feromedik (U) 1.524 -762 762
Helping Hand (U) 1.204 -602 602
Binder 613 613
Bärenstark Gruppe 7.843 7.843
Wichtelteam 3.277 3.277
Moki 363 363
Kidi 316 316
Balu 503 503
Hamacher 298 298
BaWiG 346 346
Jobmedica (U) 347 -347 0
AIB 8.392 8.392
Summe Gruppe 52.782 -1.965 0 50.818

* Neuzugang in 2022, vgl. Abschnitt 32 (U) In immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer umgegliederte Marken. (s. Angabe 7.1). Deren Abschreibung ist unter Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen (s. Angabe 29).

30.3. Sonstige Wertminderungen

Wertminderungen der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte

Wertminderungen der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte (siehe Anhangangabe 12.2) betrugen im Geschäftsjahr TEUR 1.987 (i. Vorjahr TEUR 0).

Wertminderung der in 2023 abgeschlossenen Zins-Caps

Am 01. Februar 2023 hat die opseo Holding B.V. zwei Zins-Caps (Gesamt-Bezugsbetrag EUR 320 Mio., 4% Strike, Laufzeit bis 28. Februar 2025) mit zwei inländischen Banken abgeschlossen. Die Abschlussprämie betrug TEUR 840 und wurde als Finanzinstrument aktiviert. Zum 31.12.2023 betrug der Marktwert der beiden Zins-Caps TEUR 63. Der Ausweis erfolgt zum 31.12.2023 in den sonstigen Vermögenswerten. Die Veränderung des beizulegen Zeitwerts in Höhe von TEUR 777 wurde als FVTPL-Anpassung (GuV-wirksame Anpassung des beizulegenden Zeitwerts) in den Wertminderungen erfasst.

31. Finanzergebnis

2023 2022
TEUR TEUR
Erträge aus Gesellschafterdarlehen 720 777
Zinsaufwendungen für Bankkredite -33.702 -18.986
Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten -2.999 -2.211
Aufzinsung von zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Verbindlichkeiten -1.378 -642
Zinsaufwand Pensionsverpflichtungen 227 -538
Sonstige Erträge 16 690
Summe -37.116 -20.910

32. Erwerb von Unternehmen

32.1. Unternehmenserwerbe in 2022

Die in 2022 durchgeführten Unternehmenserwerbe wurden im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 auf Basis der zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses vorliegenden Kenntnisse und unter Berücksichtigung zeitlicher Restriktionen durch die kurze Aufstellungsfrist für den Konzernabschluss vorläufig abgebildet.

Es wurden keine wertaufhellende Sachverhalte zu den Erwerben aus 2022 bekannt, die eine Anpassung der Kaufpreisallokation erforderlich gemacht hätten.

32.2. Unternehmenserwerbe in 2023

Die im Geschäftsjahr erworbenen Unternehmen hätten bei einer Konsolidierung zum 1. Januar 2023 folgende Auswirkungen auf das Geschäftsjahr gehabt: die Umsatzerlöse und sonstige Erträge wären in Summe um rund EUR 17,8 Mio. höher ausgefallen und der Jahresüberschuss wäre um EUR 1,9 Mio. höher ausgefallen. Im Konzernabschluss sind die Neuerwerbe gleichwohl mit ihren Ergebnisbeiträgen erst ab dem jeweiligen Erstkonsolidierungszeitpunkt, wie nachfolgend dargestellt, einbezogen.

Die übernommenen Bruttoforderungen für alle Erwerbe betrugen, bezogen auf den jeweiligen Erstkonsolidierungszeitpunkt, TEUR 1.939. Darauf erfasste Wertberichtigungen betrugen TEUR 32. Auf eine Einzeldarstellung je Erwerb wurde aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.

Nebenkosten die im Zusammenhang mit den Erwerben für Beratungsleistungen sowie Leistungen im Rahmen von Due Diligence Prüfungen und des M&A-Prozesses inkl. Vermittlungsprovisionen entstanden sind, wurden aufwandswirksam erfasst.

32.2.1. Kinderintensivpflegedienst Gänseblümchen GmbH & Co. KG und Gänseblümchen Management GmbH, Berlin

Mit Kaufvertrag vom 01. Dezember 2022 hat der Konzern den Erwerb der Kinderintensivpflegedienst Gänseblümchen GmbH & Co. KG und Gänseblümchen Management GmbH, Berlin vereinbart. Die opseo Holding B.V. hat 100 % der Geschäftsanteile und Stimmrechte erworben.

Der Kinderintensivpflegedienst Gänseblümchen bietet ambulante Intensivpflegeleistungen in Berlin an.

Der Erwerb ist am 12. Januar 2023 vollzogen worden. Im Geschäftsjahr erzielte der Kinderintensivpflegedienst Gänseblümchen einen Umsatz und sonstige Erträge in Summe in Höhe von rund TEUR 2.313 und ein EBITDA in Höhe von rund TEUR 67. Die Gänseblümchen Management GmbH erzielte einen Umsatz und sonstige Erträge in Summe in Höhe von rund TEUR 2,7 und ein EBITDA in Höhe von rund TEUR 0,6.

Übertragene Gegenleistung

Die gesamte Gegenleistung für den Kauf der Kinderintensivpflegedienst Gänseblümchen GmbH & Co. KG und der Gänseblümchen Management GmbH betrug TEUR 1.939 und wurde in Höhe von TEUR 1.939 in bar geleistet.

Identifizierte Vermögenswerte und übernommene Schulden der Kinderintensivpflegedienst Gänseblümchen GmbH & Co. KG

Die folgende Tabelle zeigt die für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt angesetzten Beträge:

TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 40
Sachanlagen 20
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 218
Sonstige Vermögenswerte 65
Barmittel und Bankguthaben 78
Sonstige Aktiva und ARAP 3
Steuerrückstellungen und -verbindlichkeiten 0
Rückstellungen -206
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -42
Sonstige Verbindlichkeiten und PRAP -190
Kapitalkonten 19
Erworbenes Nettovermögen 2

Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus der Akquisition resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wurde wie folgt ermittelt:

TEUR
Übertragene Gegenleistung 1.926
(-) Beizulegender Zeitwert des erworbenen Nettovermögens abzgl. übernommener Kapitalkonten -17
(-) Beizulegender Zeitwert erworbener Pflegeverträge 330
(-) Beizulegender Zeitwert identifizierter Marken 0
(-) Latente Steuern auf Marken und Pflegeverträge 0
Geschäfts- oder Firmenwert 1.613

Die angesetzten immateriellen Vermögenswerte enthalten zum Erwerbszeitpunkt bestehende Pflegeverträge mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 2,36 Jahren. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus der qualitativ hochwertigen Pflegekompetenz der Kinderintensivpflegedienst Gänseblümchen GmbH & Co. KG in der Intensivpflege. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wurde als über dem Buchwert liegend ermittelt.

Identifizierte Vermögenswerte und übernommene Schulden der Gänseblümchen Management GmbH

Die folgende Tabelle zeigt die für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt angesetzten Beträge:

TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 0
Sachanlagen 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0
Sonstige Vermögenswerte 2
Barmittel und Bankguthaben 14
Sonstige Aktiva und ARAP 0
Steuerrückstellungen und -verbindlichkeiten 0
Rückstellungen -2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0
Sonstige Verbindlichkeiten und PRAP -1
Erworbenes Nettovermögen 13

Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus der Akquisition resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wurde wie folgt ermittelt:

TEUR
Übertragene Gegenleistung 13
(-) Beizulegender Zeitwert des erworbenen Nettovermögens 13
(-) Beizulegender Zeitwert erworbener Pflegeverträge 0
(-) Beizulegender Zeitwert identifizierter Marken 0
(-) Latente Steuern auf Marken und Pflegeverträge 0
Geschäfts- oder Firmenwert 0

32.2.2. Neue Burg-Gruppe, Nienburg

Mit Kaufvertrag vom 14. Februar 2023 hat der Konzern den Erwerb der Burg Services UG & Co. KG, Nienburg vereinbart. Die opseo Holding B.V. hat 100 % der Geschäftsanteile und Stimmrechte erworben.

Die Burg Services UG & Co. KG bietet mit ihren Tochterunternehmen der Neue Burg GmbH, und der Eingliederungshilfen Sonnenburg GmbH, stationäre, teilstationäre und ambulante psychiatrische Betreuungs- und Pflegeleistungen in Niedersachsen an. Der Erwerb ist am 14. März 2023 vollzogen worden.

Im Geschäftsjahr erzielte die Neue Burg-Gruppe (ohne die Burg Beteiligungs UG) einen Umsatz und sonstige Erträge in Summe in Höhe von rund TEUR 7.915 und ein EBITDA in Höhe von rund TEUR 1.204. Folgender Tabelle kann die Verteilung des Umsatzes und des EBITDA auf die Tochtergesellschaften entnommen werden.

Umsatz und sonstige Erträge in
Gesellschaft EBITDA in TEUR TEUR
Burg Services KG 287 1.268
Eingliederungshilfen Sonnenburg GmbH 619 2.896
Neue Burg GmbH 298 3.751
Neue Burg-Gruppe 1.204 7.915

Übertragene Gegenleistung

Die gesamte Gegenleistung für den Kauf der Neue Burg-Gruppe betrug TEUR 13.357 und wurde in Höhe von TEUR 10.101 in bar geleistet. Weitere TEUR 3.256 sind als zukünftig zu zahlende bedingte Kaufpreise zunächst als Verbindlichkeit erfasst worden. Diese Verbindlichkeit wurde auf Basis der kaufvertraglichen Vereinbarungen über finanzielle Ziele und der Erwartung der Geschäftsführung des Mutterunternehmens über die Erreichung dieser Ziele vor dem Hintergrund der Budgetplanungen zum Fair Value bewertet, sofern deren voraussichtliche Auszahlungszeitpunkt mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag liegt. Auch diese Kaufpreise sind bei Eintritt der vertraglich geregelten Bedingungen in bar zu leisten.

Identifizierte Vermögenswerte und übernommene Schulden

Die folgende Tabelle zeigt die für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt angesetzten Beträge:

TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 40
Sachanlagen 436
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -205
Sonstige Vermögenswerte 93
Barmittel und Bankguthaben 1.194
Sonstige Aktiva und ARAP 23
Steuerrückstellungen und -verbindlichkeiten -28
Rückstellungen -550
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -208
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -172
Sonstige Verbindlichkeiten und PRAP -5
Kapitalkonten -53
Erworbenes Nettovermögen 565

Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus der Akquisition resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wurde wie folgt ermittelt:

TEUR
Übertragene Gegenleistung 13.357
(-) Beizulegender Zeitwert des erworbenen Nettovermögens abzgl. übernommener Kapitalkonten 619
(-) Beizulegender Zeitwert erworbener Pflegeverträge 5.033
(-) Beizulegender Zeitwert identifizierter Marken 0
(-) Latente Steuern auf Marken und Pflegeverträge -796
Geschäfts- oder Firmenwert 8.502

Die angesetzten immateriellen Vermögenswerte enthalten zum Erwerbszeitpunkt bestehende Pflegeverträge der Eingliederungshilfen Sonnenburg GmbH mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 5,0 und der Neue Burg GmbH mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 5,0 Jahren. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus der qualitativ hochwertigen Pflegekompetenz der Neue Burg-Gruppe in der psychiatrischen Pflege. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wurde als über dem Buchwert liegend ermittelt.

32.2.3. Burg Beteiligungs UG (haftungsbeschränkt), Sottrum

Mit Kaufvertrag vom 14. Februar 2023 hat der Konzern den Erwerb der Burg Beteiligungs UG (haftungsbeschränkt), Nienburg vereinbart. Die opseo Holding B.V. hat 100 % der Geschäftsanteile und Stimmrechte erworben.

Die Burg Beteiligungs UG ist die Komplementärin der Burg Services UG & Co. KG. Der Erwerb ist am 14. März 2023 vollzogen worden. Im Geschäftsjahr erzielte die Burg Beteiligungs UG einen Umsatz und sonstige Erträge in Summe in Höhe von rund TEUR 50 und ein EBITDA in Höhe von rund TEUR 39.

Übertragene Gegenleistung

Die Gegenleistung für den Kauf der Burg Beteiligungs UG ist in der Gegenleistung der Neue Burg-Gruppe enthalten. Anteilig betrug die übertragene Gegenleistung für die Burg Beteiligungs UG einen Euro.

Identifizierte Vermögenswerte und übernommene Schulden

Die folgende Tabelle zeigt die für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt angesetzten Beträge:

TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 0
Sachanlagen 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0
Sonstige Forderungen & Vermögenswerte -1
Barmittel und Bankguthaben 1
Sonstige Aktiva und ARAP 0
Steuerrückstellungen und -verbindlichkeiten 0
Rückstellungen -1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0
Sonstige Verbindlichkeiten und PRAP 0
Erworbenes Nettovermögen -1

Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus der Akquisition resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wurde wie folgt ermittelt:

TEUR
Übertragene Gegenleistung 0
(-) Beizulegender Zeitwert des erworbenen Nettovermögens -1
(-) Beizulegender Zeitwert erworbener Pflegeverträge 0
(-) Beizulegender Zeitwert identifizierter Marken 0
(-) Latente Steuern auf Marken und Pflegeverträge 0
Geschäfts- oder Firmenwert 1

32.2.4. Carolinas Intensivpflege VBB Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG und Carolinas Intensivpflege Verwaltungs-, Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Dreieich

Mit Kaufvertrag vom 17. August 2023 hat der Konzern den Erwerb der Carolinas Intensivpflege VBB Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG und Carolinas Intensivpflege Verwaltungs-, Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Dreieich vereinbart. Die opseo Holding B.V. hat 100 % der Geschäftsanteile und Stimmrechte erworben.

Die Carolinas Intensivpflege VBB Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG bietet außerklinische Intensivpflegeleistungen in Hessen an.

Der Erwerb ist am 29. September 2023 vollzogen worden. Im Geschäftsjahr erzielte die Carolinas Intensivpflege VBB Dienstleistungsgesellschaft einen Umsatz und sonstige Erträge in Summe in Höhe von rund TEUR 12.122 und ein EBITDA in Höhe von rund TEUR 1.924 Die Carolinas Intensivpflege Verwaltungs-, Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft erzielte einen Umsatz und sonstige Erträge in Summe in Höhe von rund TEUR 1 und ein EBITDA in Höhe von rund TEUR -28.

Übertragene Gegenleistung

Die gesamte Gegenleistung für den Kauf der Carolinas Intensivpflege VBB Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG und Carolinas Intensivpflege Verwaltungs-, Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH betrug TEUR 7.128 und wurde in Höhe von TEUR 4.600 in bar geleistet. Weitere TEUR 2.555 sind als zukünftig zu zahlende bedingte Kaufpreise zunächst als Verbindlichkeit erfasst worden. Diese Verbindlichkeit wurde auf Basis der kaufvertraglichen Vereinbarungen über finanzielle Ziele und der Erwartung der Geschäftsführung des Mutterunternehmens über die Erreichung dieser Ziele vor dem Hintergrund der Budgetplanungen zum Fair Value bewertet, sofern deren voraussichtliche Auszahlungszeitpunkt mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag liegt. Auch diese Kaufpreise sind bei Einritt der vertraglich geregelten Bedingungen in bar zu leisten.

Identifizierte Vermögenswerte und übernommene Schulden der Carolinas Intensivpflege VBB Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG

Die folgende Tabelle zeigt die für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt angesetzten Beträge:

TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 0
Sachanlagen 858
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.100
Sonstige Vermögenswerte 11
Barmittel und Bankguthaben 72
Sonstige Aktiva und ARAP 0
Steuerrückstellungen und -verbindlichkeiten 0
Rückstellungen -266
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -327
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -4
Sonstige Verbindlichkeiten und PRAP -767
Kapitalkonten -666
Erworbenes Nettovermögen 10

Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus der Akquisition resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wurde wie folgt ermittelt:

TEUR
Übertragene Gegenleistung 7.128
(-) Beizulegender Zeitwert des erworbenen Nettovermögens abzgl. übernommener Kapitalkonten 676
(-) Beizulegender Zeitwert erworbener Pflegeverträge 669
(-) Beizulegender Zeitwert identifizierter Marken 0
(-) Latente Steuern auf Marken und Pflegeverträge 0
Geschäfts- oder Firmenwert 5.783

Die angesetzten immateriellen Vermögenswerte enthalten zum Erwerbszeitpunkt bestehende Pflegeverträge mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 1,78 Jahren. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus der qualitativ hochwertigen Pflegekompetenz der Carolinas Intensivpflege VBB Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG in der Intensivpflege. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wurde als über dem Buchwert liegend ermittelt.

Identifizierte Vermögenswerte und übernommene Schulden der Carolinas Intensivpflege Verwaltungs-, Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH

Die folgende Tabelle zeigt die für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt angesetzten Beträge:

TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 0
Sachanlagen 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8
Sonstige Vermögenswerte 22
Barmittel und Bankguthaben 0
Sonstige Aktiva und ARAP 0
Steuerrückstellungen und -verbindlichkeiten -1
Rückstellungen -2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0
Sonstige Verbindlichkeiten und PRAP 0
Erworbenes Nettovermögen 27

Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus der Akquisition resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wurde wie folgt ermittelt:

TEUR
Übertragene Gegenleistung 27
(-) Beizulegender Zeitwert des erworbenen Nettovermögens 27
(-) Beizulegender Zeitwert erworbener Pflegeverträge 0
(-) Beizulegender Zeitwert identifizierter Marken 0
(-) Latente Steuern auf Marken und Pflegeverträge 0
Geschäfts- oder Firmenwert 0

32.2.5. Pro-VIVA GmbH, Oberhausen

Mit Kaufvertrag vom 06. Oktober 2023 hat der Konzern den Erwerb der Pro-VIVA GmbH, Oberhausen vereinbart. Die opseo Holding B.V. hat 100 % der Geschäftsanteile und Stimmrechte erworben.

Die Pro-VIVA GmbH bietet Intensivpflegeleistungen in Nordrhein-Westfalen an.

Der Erwerb ist am 30. Oktober 2023 vollzogen worden. Im Geschäftsjahr erzielte die Pro- VIVA GmbH einen Umsatz und sonstige Erträge in Summe in Höhe von rund TEUR 9.171 und ein EBITDA in Höhe von rund TEUR 1.235.

Übertragene Gegenleistung

Die gesamte Gegenleistung für den Kauf von Pro-VIVA GmbH betrug TEUR 3.807 und wurde in Höhe von TEUR 3.807 in bar geleistet.

Identifizierte Vermögenswerte und übernommene Schulden

Die folgende Tabelle zeigt die für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt angesetzten Beträge:

TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 0
Sachanlagen 141
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 786
Sonstige Vermögenswerte 41
Barmittel und Bankguthaben 569
Sonstige Aktiva und ARAP 0
Steuerrückstellungen und -verbindlichkeiten -339
Rückstellungen -282
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0
Sonstige Verbindlichkeiten und PRAP -593
Erworbenes Nettovermögen 323

Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus der Akquisition resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wurde wie folgt ermittelt:

TEUR
Übertragene Gegenleistung 3.807
(-) Beizulegender Zeitwert des erworbenen Nettovermögens 323
(-) Beizulegender Zeitwert erworbener Pflegeverträge 874
(-) Beizulegender Zeitwert identifizierter Marken 0
(-) Latente Steuern auf Marken und Pflegeverträge -138
Geschäfts- oder Firmenwert 2.748

Die angesetzten immateriellen Vermögenswerte enthalten zum Erwerbszeitpunkt bestehende Pflegeverträge mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 4,0 Jahren. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus der qualitativ hochwertigen Pflegekompetenz der Pro-VIVA GmbH in der Intensivpflege. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wurde als über dem Buchwert liegend ermittelt.

32.3. Erwerb von Geschäftsbetrieben in 2023

Die im Geschäftsjahr erworbenen Geschäftsbetriebe hätten bei einem Erwerb zum 1. Januar 2023 folgende Auswirkungen auf das Geschäftsjahr gehabt: die Umsatzerlöse und sonstige Erträge wären in Summe um rund EUR 1,6 Mio. höher ausgefallen und der Jahresüberschuss wäre um EUR 0,4 Mio. höher ausgefallen. Im Konzernabschluss sind die Neuerwerbe gleichwohl mit ihren Ergebnisbeiträgen erst ab dem jeweiligen Erstkonsolidierungszeitpunkt, wie nachfolgend dargestellt, einbezogen.

32.3.1. Wohngruppen des Pflegedienst Kuijpers, Maisach

Mit Kaufvertrag vom 17. März 2023 hat der Konzern den Erwerb des Teilgeschäftsbetriebs "Wohngemeinschaften" des Pflegedienstes Kuijpers in Form eines Asset Deals vereinbart. Die Vermögenswerte wurden von der 365° Häusliche Kranken- und Fachpflege Marianne Weiß GmbH erworben und auf diese übertragen. Der Erwerb ist am 02. Mai 2023 vollzogen worden.

Übertragene Gegenleistung

Die gesamte Gegenleistung für den Kauf der Wohngemeinschaften des Pflegedienstes Kuijpers betrug TEUR 9.100 und wurde in Höhe von TEUR 8.600 in bar geleistet.

Identifizierte Vermögenswerte

Die folgende Tabelle zeigt die für die erworbenen Vermögenswerte zum Erwerbszeitpunkt angesetzten Beträge:

TEUR
Erworbener Schuldenüberhang -118,4
Erworbenes negatives Nettovermögen -118,4

Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus der Akquisition resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wurde wie folgt ermittelt:

TEUR
Übertragene Gegenleistung 9.100
(-) Beizulegender Zeitwert des erworbenen Nettovermögens -118
(-) Beizulegender Zeitwert erworbener Pflegeverträge 358
(-) Beizulegender Zeitwert identifizierter Marken 0
(-) Latente Steuern auf Marken und Pflegeverträge 0
Geschäfts- oder Firmenwert 8.860

Die angesetzten immateriellen Vermögenswerte enthalten zum Erwerbszeitpunkt bestehende Pflegeverträge mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 1,78 Jahren. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus der qualitativ hochwertigen Pflegekompetenz des Pflegedienstes Kuijpers in der Intensivpflege. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wurde als über dem Buchwert liegend ermittelt.

33. Eventualschulden

Wesentliche Vermögenswerte sind den Kreditgebern als Sicherheit für die Finanzverbindlichkeiten gegeben worden. Wir verweisen auf unsere Ausführungen in Angabe 16. Die in dem Kreditvertrag vereinbarten Konditionen wurden auf der Grundlage eines konservativen Business Plans verhandelt, so dass eine Inanspruchnahme der Sicherheiten in Form von Veräußerungen der Vermögenswerte von der Geschäftsführung nicht erwartet wird. Die Geschäftsführung geht vielmehr davon aus, dass die Verpflichtungen aus dem Bankkredit zu jedem Zeitpunkt erfüllt werden können.

Zudem bestehen Eventualverbindlichkeiten in Form von bedingten Kaufpreiszusagen aus bereits vollzogenen Unternehmenserwerben von Tochterunternehmen. Die bedingten Kaufpreise sind im Fall bereits vollzogener Erwerbe abhängig vom Erreichen zukünftiger Finanzkennzahlen oder dem Eintritt bestimmter, vertraglich vereinbarter Ereignisse.

Basierend auf der aktuellen Ergebnissituation dieser Tochterunternehmen und der Prognose zum Eintritt der vertraglich geregelten Ereignisse wurde in den sonstigen Schulden eine Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 24.293 (i. Vj. TEUR 27.120) passiviert. Eine 100%ige Zielerreichung unterstellt, würde die bedingte Kaufpreisverbindlichkeit TEUR 24.487 (i. Vj. TEUR 27.291) betragen. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass aufgrund der aktuellen Ergebnissituation und der von den Tochterunternehmen eingereichten Planzahlen, eine höhere Zielerreichung als in der passivierten Verbindlichkeit von TEUR 24.293 sehr unwahrscheinlich ist. Der zum 31. Dezember 2023 passivierte Betrag hat in Höhe von TEUR 15.976 kurzfristigen Charakter.

Weitere Eventualverbindlichkeiten bestehen in Form von unterzeichneten Mietverträgen deren zugrundeliegenden Immobilien von der Gruppe noch nicht übernommen wurden und demzufolge noch nicht nach IFRS 16 bilanziert werden. Der beizulegende Zeitwert der in diesen Verträgen vereinbarten Mietzahlungen beträgt EUR 10,5 Mio.

34. Honorar des Konzernabschlussprüfers

Nachstehend werden die Honorare des Konzernprüfers, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, dargestellt:

2023
TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 364
Steuerberaterleistungen 362
Beratungsleistungen im Rahmen von Unternehmenserwerben und Verschmelzungen sowie IT-Beratung 142
Summe 868

35. Organe der Gesellschaft

Mitglieder der Geschäftsführung waren im Geschäftsjahr:

Holger Eden, CEO

Simon Faiß, CFO

Herr Christopher Dring, Co-CFO

Herr Christoph Schneider, COO

Herr Marco Skeirat, CQHRO (Bestellung am 11.12.2023)

Mitglieder des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr:

Wolfgang Christian de Limburg Stirum (Managing Partner, Apheon Management S.A.)

Nils Lüssem (Partner, Apheon Management S.A.)

Johannes Witt (Director, Apheon Management S.A.)

36. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Holger Eden (CEO) hat seine Tätigkeit als Geschäftsführer der opseo-Gruppe zum 31.03.2024 beendet. Dr. Erik Hamann wird seine Nachfolge antreten, sobald sein aktuelles Engagement beendet ist, spätestens zum 01. August 2024.

Es haben sich keine wesentlichen Ereignisse zwischen dem Bilanzstichtag und dem Datum der Genehmigung des Konzernabschlusses ergeben, die eine Anpassung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2023 erforderlich machen.

37. Angaben gemäß § 264 Absatz 3 Nummer 4 des deutschen Handelsgesetzbuches

Für die folgenden vollkonsolidierten Tochterunternehmen wird durch deren Einbeziehung in diesen Konzernabschluss von der Möglichkeit zur Befreiung von der Offenlegung des Jahresabschlusses und weiterer Unterlagen nach § 264 Abs. 3 und § 264b des deutschen Handelsgesetzbuches Gebrauch gemacht:

365o Häusliche Kranken- und Fachpflege Marianne Weiß GmbH

365° Pflegezentrum Marianne Weiß GmbH

3Wkonzepter GmbH

A.I.B. - Hero GmbH (ehemals Hero GmbH)

A.I.B. - Wohngruppen GmbH

A.I.H. - Ambulante Intensivpflege Holding GmbH

AGAPEO Kinderintensivpflege GmbH (ehemals CP Kinderintensivpflege GmbH)

Ambulante Intensivpflege ape GmbH

Atemzeit GmbH

Atemzeit Intensivpflege Nord GmbH

Auralis Intensivpflege GmbH

Balu Kinderintensivpflegedienst GmbH

Bärenfamilie GmbH (ehemals Bärenfamilie Darmstadt GmbH)

BaWiG GmbH

Binder Intensivpflege GmbH

Burg Beteiligungs UG

Burg Services UG & Co. KG

CARE Mobiler Sozialer Dienst GmbH

Carolinas Intensivpflege VBB Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG

Carolinas Intensivpflege Verwaltungs-, Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH

CP Intensivpflege GmbH

Curademic GmbH

Eingliederungshilfen Sonnenburg GmbH

Fero Medik Intensivpflegedienst GmbH

Gänseblümchen Management GmbH

Gesundheitsteam für Intensivpflege und Beatmung GmbH

Hamacher GmbH Gesundheitsdienste

Helping Hand Bayern GmbH

Humanitair GmbH

IPD-MV GmbH

kidi häusliche Kinderkranken- und Intensivpflege GmbH

Kinderintensivpflegedienst Gänseblümchen GmbH & Co KG

Kronenhof Intensivpflege GmbH

Match-Medics GmbH

MOKI Mobile Kinderkrankenpflege GmbH

Neue Burg GmbH

opseo Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH (ehemals DIH Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH)

opseo Servicegesellschaft GmbH

Pflegedienst Nicole Tobias GmbH

Pflegedienst Regenbogen GmbH

Philos GmbH

Pro-VIVA GmbH

Remeo Bayern GmbH

REMEO Deutschland GmbH

Remeo Nord GmbH

Remeo NRW GmbH

WICHTELTEAM GmbH

 

Amsterdam (Niederlande) / Kelsterbach, den 5. April 2024

opseo Holding B.V.

Die Geschäftsführer

Holger Eden

Simon Faiß

Christopher Dring

Christoph Schneider

Marco Skeirat

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlagen des Konzerns

a) Die opseo Holding B.V.: Überblick über die Organisation und die Geschäftstätigkeit

Seit Dezember 2016 steht die opseo-Gruppe für pflegerische Höchstleistung sowie für nachhaltiges wirtschaftliches Handeln im Bereich der außerklinischen Intensivpflege in Deutschland. Mit mittlerweile mehr als 6.000 Mitarbeitern und über 1.500 Patienten ist die opseo- Gruppe einer der führenden Qualitätsanbieter in diesem Bereich. Damit unterstützt die opseo- Gruppe die Teilhabe von schwer erkrankten Menschen, und dies in größtmöglicher Nähe zu den Angehörigen und außerhalb der Intensivstationen der Kliniken.

Die außerklinische Intensivpflege erbringt die opseo-Gruppe sowohl im frei wählbaren privaten Wohnumfeld (1:1 Versorgung) als auch in ambulanten Wohngemeinschaften oder in vollstationären Einrichtungen. Einen Schwerpunkt bildet die Spezialisierung auf die Pflege von Kindern und Jugendlichen, die in den letzten Jahren durch die Neueröffnung von Kinderstationen der Bärenfamilie deutlich ausgebaut wurde. Das Leistungsspektrum der opseo-Gruppe wird ergänzt um das Angebot der REMEO, die im Rahmen einer stationären Versorgung das Ziel verfolgt, den Abhängigkeitsgrad der Patienten von der künstlichen Beatmung in enger Kooperation mit Kliniken zu reduzieren.

Die Leistungserbringung im Gesundheitswesen ist heute mehr denn je hoch spezialisiert. Der speziell entwickelte 360° Grad Versorgungszirkel (opseo Circle) der opseo-Gruppe adressiert die Patientenbedürfnisse in gezielter und personalisierter Weise. Da die opseo-Gruppe sowohl im Segment der Kinderintensivpflege als auch der Erwachsenenintensivpflege tätig ist, können wir unseren Patienten auf Lebenszeit eine dauerhafte Lösung bieten. Und durch die Sicherstellung höchster pflegerischer Qualität sowie den Fokus auf medizinische Rehabilitation unterstützen die Pflegedienste der opseo-Gruppe ihre Patienten sowohl in den REMEO-Centern als auch in allen anderen Einrichtungen bei der Entwöhnung von der Beatmung.

Die Kernaufgabe der ganzheitlichen Intensivpflege wird durch ein starkes Dienstleistungsportfolio ergänzt. Die opseo-Gruppe betreibt und optimiert bei steigenden Anforderungen die Qualität, den Service und die Zuverlässigkeit. Um dies zu gewährleisten, ist die opseo-Gruppe in einer regionalen Clusterstruktur organisiert. Die regionale Struktur wird im Rahmen einer Matrix-Organisation von zentral geführten funktionalen Teams unterstützt, insbesondere im Hinblick auf die Personalgewinnung und -führung von qualifizierten Pflegekräften, das Überleitungsmanagement der Patienten, die Sicherstellung der Qualität der Pflege und die Verhandlungen mit den Kostenträgern.

Daneben bietet die opseo-Gruppe über ihre Tochtergesellschaft BaWiG GmbH allen Akteuren der Pflege eine zertifizierte Fort- und Weiterbildungsakademie, insbesondere in der Heimbeatmung und der außerklinischen Intensivpflege. Durch ihre verschiedenen Standorte sichert die BaWiG deutschlandweit Qualitätsstandards im Pflege- und Gesundheitswesen, wovon sowohl die Mitarbeiter der opseo-Gruppe als auch Mitarbeiter anderer Pflegebetriebe profitieren. In den letzten Jahren hat die BaWiG auch ihr digitales Angebot erfolgreich ausgebaut sowie ein eigenes Curriculum für die außerklinische Intensivpflege entwickelt.

Zusätzlich zur außerklinischen Intensivpflege bietet die opseo-Gruppe seit 2021 die Pflege von dementiell erkrankten Patienten in ambulanten Wohngemeinschaften, seit 2022 Eingliederungshilfe im Hinblick auf Schulbegleitungen sowie seit der Akquisition der Neue-Burg-Gruppe im März 2023 die Betreuung psychisch kranker Menschen. Diese neuen Angebote der opseo- Gruppe im Bereich der Spezialpflege sollen künftig ausgebaut werden, neben der Fortsetzung des kontinuierlichen Wachstums im Segment der außerklinischen Intensivpflege.

Die Wachstumsstrategie der opseo-Gruppe basiert seit ihrer Gründung auf zwei wesentlichen Säulen, zum einen auf der Eröffnung von neuen Standorten, zum anderen auf dem Erwerb neuer Gesellschaften. Im Geschäftsjahr 2023 hat die opseo-Gruppe knapp 100 Betten in neuen Einrichtungen eröffnet sowie 5 Akquisitionen vollzogen.

b) Organisations- und Führungsstruktur

Der Sitz der opseo Holding B.V. ist in Amsterdam, Niederlande, mit einer Niederlassung in Kelsterbach, Deutschland. Die opseo Holding B.V. fungiert als operative Holdinggesellschaft für die Unternehmen der opseo-Gruppe. Die opseo-Gruppe setzte sich zum Bilanzstichtag neben der opseo Holding B.V. aus weiteren 48 Gesellschaften zusammen.

Die operativen Einheiten der opseo-Gruppe sind im Bereich der Intensivpflege in vier regionale Cluster für die Erwachsenenintensivpflege (Süd, West, Nord, Ost) sowie in ein deutschlandweites Cluster für Kinderintensivpflege unterteilt. Die Cluster werden jeweils von einem Clusterleiter Management Team verantwortet und die einzelnen Einrichtungen von entsprechenden Leitungen vor Ort innerhalb des Clusters geführt. Die Umsetzung der pflegerischen Qualität und der Dienstleistungsqualität, die Patientengewinnung, die Personalrekrutierung und -führung sowie die Verhandlungen mit den Kostenträgern werden von der opseo-Gruppe mit einheitlichen Prozessen und Standards unterstützt.

Die Gesellschaften Hamacher GmbH (Demenzpflege), Neue Burg Gruppe (Betreuung psychisch erkrankter Menschen), BaWiG GmbH (Fort- und Weiterbildung) sowie Match-Medics GmbH (Personalüberlassung in der Gesundheitsbranche) werden separat von der jeweiligen Geschäftsführung geleitet.

c) Qualität

Zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben werden die Einrichtungen kontinuierlich angemeldeten und unangemeldeten Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MD) unterzogen.

Zusätzlich zu den MD-Prüfungen führt die opseo-Gruppe regelmäßig eigene umfangreiche Qualitätsaudits durch, um die Qualität der Versorgung über gesetzliche Vorgaben hinaus stetig zu verbessern.

2. Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland war in 2023 geprägt durch das krisenbedingte Umfeld mit negativem Wachstum, hoher Inflation und steigenden Zinsen:

Das preisbereinigte BIP war mit -0,3% (Quelle: Statistischen Bundesamt) leicht rückläufig.

Die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland in 2023 betrug 5,9% (Quelle: Statistischen Bundesamt), die Grundlohnsummensteigerung lag bei 4,22% (Quelle: GKV-Spitzenverband).

Der Anstieg des 6-Monats-EURIBOR seit Mitte 2022 hat sich in 2023 weiter fortgesetzt von 2,7% Anfang 2023 auf knapp 4% zum Jahresende (Quelle: www.euribor-rates.eu.

Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage haben aufgrund der konjunkturunabhängigen Nachfragesituation und der gesetzlich vorgeschriebenen Refinanzierung von Kostensteigerungen nach Einschätzung der Geschäftsführung geringe direkte Auswirkungen auf die operative Geschäftsentwicklung der opseo-Gruppe. Der Anstieg der Zinsen seit Mitte 2022 führte hingegen zu einer deutlichen Mehrbelastung.

b) Marktumfeld

Die opseo-Gruppe ist insbesondere im Segment der außerklinischen Intensivpflege tätig. Dieses Teilsegment der Pflege beinhaltet die Versorgung schwerstpflegebedürftiger, vorwiegend beatmeter Patienten. Durchgeführt wird diese Pflege entweder als Einzelversorgung oder als Gruppenversorgung in Intensivwohngruppen oder speziellen stationären Einrichtungen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen ermöglichen die außerklinische Versorgung von Patienten. Ein zentraler Aspekt hierfür ist der Rechtsanspruch der Betroffenen auf häusliche Intensivpflege, der im Sozialgesetzbuch verankert ist. Die Versorgung kann dabei im ambulanten oder im stationären Umfeld erfolgen. In diesem Zusammenhang hatte der Bundestag im Oktober 2020 das Gesetz zur Stärkung von intensivpflegerischer Versorgung und medizinischer Rehabilitation in der gesetzlichen Krankenversicherung (Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz oder ,IPREG') beschlossen, dessen operative Umsetzung durch die im Juli 2023 in Kraft getretene Bundesrahmenempfehlung konkretisiert wurde. Ziel des IPREG ist, Intensiv-Pflegebedürftige besser zu versorgen, Fehlanreize in der Intensivpflege zu beseitigen, die Selbstbestimmung der Betroffenen zu stärken sowie den Zugang zur medizinischen Rehabilitation zu verbessern. Außerdem ist am 15. September 2023 die Richtlinie über die Verordnung von außerklinischer Intensivpflege (AKI-RL) in Kraft getreten. Ziel der Richtlinie sind Erhalt, Förderung und Verbesserung der Versorgungssicherheit von Versicherten, die Anspruch auf außerklinische Intensivpflege haben. Nach Einschätzung der Geschäftsführung wird die opseo-Gruppe aufgrund der hohen pflegerischen Qualität, des breiten Dienstleistungsangebots, des klaren Fokus auf Gruppenversorgungen sowie der hohen Flexibilität der Leistungserbringung von den Regelungen des IPREG, der AKI-RL und der Bundesrahmenempfehlung langfristig profitieren.

Der Bedarf für Intensivpflege in Deutschland wird weiter steigen. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen eine Zunahme von Krankheitsbildern, die zur Intensivpflegebedürftigkeit führen, wie z.B. die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder neuromuskuläre Erkrankungen. Ebenfalls bedeutsam für die Marktentwicklung sind die demografische Bevölkerungsentwicklung (Überalterung der Gesellschaft) sowie die Erhöhung der Anzahl intensivpflegebedürftiger Säuglinge und Kinder, bedingt durch die Zunahme von Frühgeburten bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Überlebenswahrscheinlichkeit. Außerdem wurde durch das IPREG der Begriff der Intensivpflichtigkeit weiter definiert, wodurch sich für die opseo-Gruppe ein zusätzliches Wachstumspotenzial erschließt.

Im Geschäftsjahr 2021 ist die opseo-Gruppe in den Bereich der Demenzpflege in ambulanten Wohngemeinschaften eingetreten. Das Angebot der Pflege von dementiell erkrankten Patienten in ambulanten Wohngemeinschaften stellt bislang eine Nische innerhalb der Demenzpflege in Deutschland dar, wird aber von Angehörigen und Patienten stark nachgefragt. Starke Unterstützung erfährt dieses Angebot auch von den Städten und Kommunen. Die Nachfrage nach dieser Form der wohnortnahen und wohnlichen Versorgung von dementiell erkrankten Patienten wird nach Einschätzung der Geschäftsführung langfristig weiter steigen, getrieben durch die demografische Bevölkerungsentwicklung einerseits sowie durch die Attraktivität dieses speziellen Angebots der ambulanten Wohngemeinschaften anderseits.

3. Lage der opseo-Gruppe

a) Geschäftsverlauf

Das Jahr 2023 war gekennzeichnet durch kontinuierliches Wachstum, insbesondere im ersten Halbjahr. Die Neueröffnungen und Akquisitionen haben sich über das Geschäftsjahr verteilt.

b) Vergleichbarkeit der berichteten Finanzzahlen mit den Vorjahreswerten

Aufgrund der Akquisitionstätigkeit der opseo-Gruppe ist die Vergleichbarkeit der Ertragslage sowie der Vermögens- und Finanzlage mit der des Vorjahres eingeschränkt.

Im Geschäftsjahr 2023 die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17 Mio., der Personalaufwand in Höhe von EUR 11 Mio. und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um EUR 3 Mio. durch die Akquisitionen im Geschäftsjahr 2023 erhöht.

c) Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren sind Umsatz und EBITDA, sowie das um Sondereffekte bereinigte EBITDA. Das für interne Steuerungszwecke verwendete EBITDA nach Bereinigungen exkludiert im Kreditvertag verankerte und definierte Sondereffekten und berücksichtigt alle Akquisitionen Rückwirkend zu 100% (like-for-like).

Wesentliche nicht finanzielle Leistungsindikatoren sind die Patienten- und Mitarbeiterentwicklung.

d) Versorgungssituation

Per 31. Dezember 2023 belief sich die Anzahl der durch die opseo-Gruppe versorgten Intensiv-Patienten auf 1.559 (Vorjahr: 1.471). Hiervon wurden 1.094 (Vorjahr: 1.010) Patienten in Wohngruppen/Stationen versorgt sowie 465 (Vorjahr: 461) Patienten als 1:1 Versorgung. Rund 75% der 1:1 Versorgungen entfallen dabei auf Kinder. Im Bereich der ambulanten Demenzpflege wurden per 31. Dezember 2023 60 Patienten (Vorjahr: 47) versorgt. Die budgetierte Steigerung der Patientenzahlen auf 1.662 Intensivpatienten bzw. 85 Demenzpatienten wurde dabei nicht erreicht.

e) Personalbereich

Die Personalführung sowie die Personalverwaltung obliegen im Wesentlichen den operativen Einheiten der opseo-Gruppe, die dabei durch gruppeneinheitliche Prozesse und Standards, durch zentral geführte HR-Referenten sowie durch ein zentrales Team für die Lohnbuchhaltung unterstützt werden. Ein besonderer Fokus im Personalbereich liegt auf innovativen Methoden der Personalgewinnung, auf der Weiterbildung der Führungskräfte vor Ort sowie auf der Digitalisierung von Dienstplänen, Zeiterfassung und Lohnabrechnungen, um die Pflegefachkräfte von administrativen Aufgaben zu entlasten.

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2023 betrug 7.037 (VJ: 5.768).

f) Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 hat die opseo-Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von EUR 390,7 Mio. (VJ.: EUR 298,9 Mio.) erwirtschaftet. Damit wurden die Umsatzerlöse des Vorjahres um 31% übertroffen. Dieser Anstieg reflektiert neben den Akquisitionen und den Eröffnungen von neuen Standorten im Jahr 2023 auch den deutlichen Anstieg der Vergütungssätze aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Refinanzierung von Personalkostensteigerungen.

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022
TEUR TEUR
Cluster Nord 25.149 20.557
Cluster Ost 58.757 43.591
Cluster Süd 116.670 83.087
Cluster West 79.628 67.116
Cluster Kinder 58.939 40.023
Cluster Remeo 12.369 16.251
Cluster Demenz und psychiatrische Krankenpflege 10.535 3.319
Sonstige * 28.682 24.999
Gruppe 390.728 298.943

* die Position "Sonstige" bezieht sich auf Umsätze von Holdinggesellschaften, der BaWiG, Match-Medics und enthält ebenfalls Konsolidierungseffekte.

Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 2023 EUR 288,1 Mio. (VJ.: EUR 207,0 Mio.). Die Steigerung von +39% gegenüber Vorjahr spiegelt neben der Akquisitionstätigkeit und der Eröffnung neuer Standorte insbesondere die deutliche Erhöhung der Löhne für Pflegekräfte im Rahmen der Einführung des Haustarifvertrags zum 01. September 2022 mit deutlichen Lohnsteigerungen zum 01. Januar 2023 wider.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf EUR 50,8 Mio. (VJ.: EUR 45,6 Mio.). Der Anstieg von +11% gegenüber Vorjahr resultiert insbesondere aus der Ausweitung der Geschäftstätigkeit (neu akquirierte Pflegedienste, Standortkosten für neue Einrichtungen) sowie aus Preissteigerungen infolge der höheren Inflation.

Die Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens (ohne Markenrechte) beliefen sich in 2023 auf EUR 27,1 Mio. (VJ.: EUR 22,1 Mio.). Die Abschreibungen auf nicht mehr genutzte Markenrechte sowie Markenrechte mit einer begrenzten Nutzungsdauer betrugen im Geschäftsjahr 2023 EUR 2,0 Mio. (VJ: EUR 1,1 Mio.). Die Markenrechte mit einer begrenzten Nutzungsdauer betreffen Marken, die unter Umständen in den kommenden Jahren unter strategisch definierte Kernmarken integriert werden.

Die Veränderung des Finanzergebnis von EUR -20,9 Mio. im Vorjahr auf EUR -37,1 Mio. im Geschäftsjahr 2023 reflektiert den Anstieg der Finanzverbindlichkeiten sowie den deutlichen Anstieg der Zinsen ab Mitte 2022 (Ganzjahreseffekt der höheren Zinsen in 2023).

Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) beträgt EUR 59,8 Mio. (VJ.: EUR 51,9 Mio.) und ist gegenüber dem Vorjahr um 15% gestiegen. Das für interne Steuerungszwecke sowie für Zwecke des Kreditvertrags ermittelte EBITDA nach Bereinigung von im Kreditvertrag definierten Sondereffekten beträgt EUR 73,8 Mio. für 2023 (VJ.: EUR 58,5 Mio.). Sondereffekte betrafen im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen Kosten im Zusammenhang mit der Expansion (EUR 14,9 Mio.).

Die opseo-Gruppe hat damit Umsatz und EBITDA aus dem Vorjahr deutlich übertroffen, die für das Geschäftsjahr 2023 budgetierten Werte aber verfehlt.

g) Vermögenslage

Die Konzernbilanzsumme zum 31. Dezember 2023 beläuft sich auf EUR 600,8 Mio. (VJ.: EUR 543,2 Mio.).

Das Konzernanlagevermögen zum 31. Dezember 2023 beläuft sich auf EUR 473,9 Mio. (VJ: EUR 442,7 Mio.) und beträgt damit 79% (VJ: 81%) der Konzernbilanzsumme:

Der Geschäfts- und Firmenwert liegt bei EUR 287,5 Mio. (VJ: EUR 260,0 Mio.). Die Erhöhung reflektiert die in 2023 getätigten Akquisitionen inkl. passivierter Earn-Out Verpflichtungen i. H. v. EUR 6,2 Mio.

Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte in Höhe von EUR 61,0 Mio. (VJ: EUR 62,6 Mio.) beinhalten im Wesentlichen die erworbenen Markenrechte (EUR 50,8 Mio.; VJ: EUR 52,8 Mio.) und die erworbenen Pflegeverträge (EUR 9,2 Mio.; VJ: EUR 9,1 Mio.).

Die Sachanlagen haben sich in 2023 auf EUR 125,4 Mio. erhöht (VJ: EUR 120,0 Mio.). Der wesentliche Teil der Sachanlagen entfällt auf die nach IFRS 16 ausgewiesenen Nutzungsrechte aus Leasingverpflichtungen (EUR 107,3 Mio.; VJ: EUR 99,1 Mio.).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind als kurzfristig einzustufen und betreffen in erster Linie Forderungen aus den laufenden Patientenabrechnungen gegen die Kranken- /Pflegekassen, Träger der Sozialhilfe bzw. Patienten/Angehörige. Der deutliche Anstieg auf EUR 78,5 Mio. (VJ.: EUR 63,4 Mio.) reflektiert insbesondere die höheren Vergütungssätze infolge des GVWG bzw. des Haustarifvertrags und damit einhergehend höhere monatliche Abrechnungen.

Die liquiden Mittel beliefen sich auf EUR 15,3 Mio. (VJ.: EUR 11,4 Mio.). Die sonstigen Vermögenswerte weisen einen Wert von EUR 12,6 Mio. (VJ.: EUR 10,5 Mio.) und sind alle kurzfristig. Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte in Höhe von EUR 4,7 Mio. (Vorjahr: EUR 0) betreffen zwei bebaute Grundstücke, die die opseo-Gruppe veräußern und langfristig zurückmieten möchte.

Das Eigenkapital des Konzerns beläuft sich zum 31.12.2023 auf EUR 24,9 Mio. (VJ.: EUR 39,4 Mio.). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR -14,1 Mio. Die Eigenkapitalquote liegt bei 4% (Vorjahr: 7%). Die Kapitalrücklage weist unverändert einen Wert von EUR 87,8 Mio. (VJ.: EUR 87,8 Mio.) aus.

Verbindlichkeiten aus Leasingverpflichtungen belaufen sich auf EUR 112,1 Mio. (VJ.: EUR 102,5 Mio.). Insgesamt sind EUR 14,1 Mio. innerhalb des nächsten Jahres zahlbar und EUR 45,1 Mio. innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre. Die Abzinsung erfolgte zu individuellen und laufzeitabhängigen Zinssätzen zwischen 0,6% und 4,8% für Mietverträge, zu einheitlichen, laufzeitabhängigen Zinssätzen von 1,5% bis 3,0% für Kfz-Leasingverträge und zu einheitlichen, laufzeitabhängigen Zinssatzätzen von 1,1% bis 3,8 für technische Ausstattung.

Die Finanzverbindlichkeiten belaufen sich auf EUR 385,9 Mio. (VJ.: EUR 330,0 Mio.). Davon sind EUR 375,7 Mio. (VJ: EUR 317,7 Mio.) als langfristig eingestuft.

Mit EUR 375,0 Mio. betrifft der wesentliche Teil der Finanzverbindlichkeiten den Kreditvertrag der opseo-Gruppe ("Senior Facility Agreement" oder "SFA"). Dieser wurde am 15. November 2019 mit einem Gesamtvolumen von EUR 280 Mio. abgeschlossen und bis zum 31.12.2023 aufgrund der starken Akquisitionstätigkeit der opseo-Gruppe in drei Tranchen um insgesamt EUR 110 Mio. auf EUR 390 Mio. erweitert. Im März 2024 wurde der SFA erneut erweitert (auf EUR 455 Mio.) und die Laufzeiten der Linien verlängert. Danach ergibt sich die folgende aktuelle Situation:

Facility A: Linie EUR 60 Mio., Inanspruchnahme 31.12.2023 EUR 50 Mio., Laufzeit bis 28. November 2026

Facility B: Linie EUR 280 Mio., Inanspruchnahme 31.12.2023 EUR 230 Mio., Laufzeit bis 28. Februar 2027

Akquisitionsdarlehen: Linie und Inanspruchnahme 31.12.2023 EUR 100 Mio.; Laufzeit bis 28. Februar 2027

Betriebsmittellinie: Linie EUR 15 Mio., Inanspruchnahme 31.12.2023 EUR 0 Mio., Laufzeit bis 28. November 2026

Die übrigen Finanzverbindlichkeiten betreffen abgrenzte Zinsen im Rahmen des SFA (EUR 5,6 Mio.), in Anspruch genommene Linien für unechte Pensionsgeschäfte (EUR 2,0 Mio.) sowie sonstige Darlehen (EUR 3,3 Mio.).

Die den einzelnen Krediten zugrundeliegenden Zinssätze variieren zum 31. Dezember 2023 zwischen 6,7% p.a. und 10,4% p.a.

Eventualverbindlichkeiten bestehen insbesondere in Form von unterzeichneten Mietverträgen deren zugrundeliegenden Immobilien von der Gruppe noch nicht übernommen wurden und demzufolge noch nicht nach IFRS 16 bilanziert werden. Der beizulegende Zeitwert der in diesen Verträgen vereinbarten Mietzahlungen beträgt EUR 10,5 Mio.

h) Finanzlage

Der Finanzmittelfonds beläuft sich auf EUR 15,3 Mio. (VJ: EUR 11,4 Mio.). Die Kapitalstruktur zeigt die solide Struktur der Konzernfinanzierung mit einer überwiegend langfristigen Finanzierung. Den kurzfristigen Schulden von EUR 82,1 Mio. stehen kurzfristige Vermögenswerte von EUR 127,0 Mio. entgegen. Die Liquiditätslage der opseo-Gruppe war im Geschäftsjahr zufriedenstellend. Dies wird sich auch so fortsetzen. Wir gehen davon aus, dass alle im Konsolidierungskreis enthaltenen Konzernunternehmen auch künftig ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen können.

Das Geschäftsjahr 2023 weist einen Nettozahlungsmittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von EUR 47,3 Mio. (VJ.: EUR 45,0 Mio.) aus. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf EUR -52,7 Mio. (VJ.: EUR -101,1 Mio.). Hiervon entfallen EUR 39,0 Mio. (VJ: EUR 90,9 Mio.) auf den Erwerb von Tochterunternehmen und die Zahlung von variablen Kaufpreisen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt EUR 9,4 Mio. (VJ: EUR 58,5 Mio.) und weist eine Erhöhung der Bankdarlehen um EUR 60,0 Mio. (VJ: EUR 87,0 Mio.) aus. Die Erhöhung ist bedingt durch die Akquisitionstätigkeit der Gruppe. Gegenläufig wirken insbesondere die gezahlten Zinsen in Höhe von EUR -31,9 Mio. (VJ: EUR -20,9 Mio.).

i) Gesamtaussage

Die Geschäftsführung beurteilt die Entwicklung der Ertragslage sowie der Vermögens- und Finanzlage im Geschäftsjahr 2023 insgesamt als positiv.

4. Chancen- und Risikobericht

a) Risikomanagementziele und -methoden

Unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Zur Sicherstellung eines nachhaltigen Wachstums und der Erreichung der Unternehmensziele hat die opseo-Gruppe ein Risikomanagement eingeführt, das eine hohe Pflegequalität und das frühzeitige Erkennen von Patienten- und Mitarbeiterfluktuation und den damit verbundenen finanziellen Auswirkungen gewährleistet. Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren sind Umsatz und EBITDA (nach Sondereffekten), die wesentlichen nicht finanziellen Leistungsindikatoren betreffen die Patienten und Mitarbeiterentwicklung.

Zur Steuerung der Gruppe werden verschiedene Kontrollinstrumente und -berichte im Hinblick auf die wesentlichen Leistungsindikatoren genutzt, z. B.

Laufendes Monitoring der Patientenentwicklung inklusive Kennzahlen zu Anfragen, Zugängen, Abgängen, Krankenhausaufenthalten

Monatliche Statistik zur Mitarbeiterentwicklung inklusive Kennzahlen zu Fluktuation, Krankheit, Produktivität

Wöchentlicher Liquiditätsstatus aller Tochterunternehmen und der opseo B.V.

Monatliches Konzernberichtswesen mit einer detaillierten Darstellung der wesentlichen Finanzzahlen (Gewinn- und Verlustrechnung für die opseo-Gruppe sowie pro Cluster mit Plan-Ist-Vergleich, Bilanz, Cash Flow)

Monitoring und regelmäßige Abfrage der MD-Noten der Pflegebetriebe.

b) Risikofelder und deren Bearbeitung

Folgende Risikofelder, sortiert von wesentlich zu weniger wesentlich, werden durch die Geschäftsführung der opseo B.V und ihrer Tochterunternehmen fortlaufend bearbeitet:

Wettbewerbs- und Marktsituation

Die Wettbewerbs- und Marktsituation ist entscheidend für die Übernahme neuer Patienten, die Fortführung ihrer Versorgung und damit den Umsatz einer Intensivpflegegesellschaft. Verschärfter Wettbewerb etwa durch Neueröffnung von Pflegediensten oder Eröffnung von neuen Wohngruppen kann negative Folgen für die Patienten- und Preisentwicklung haben. Die Gesellschaften müssen sich daher permanent durch den Ausbau von Kontakten zu Krankenhäusern sowie laufende Abstimmungen mit den Krankenkassen auf derartige Herausforderungen einstellen. Potenzielle neue Pflegeeinrichtungen der opseo-Gruppe werden vorab einer intensiven Wettbewerbsanalyse unterzogen.

Durch die Einführung des IPREG (Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz) und der AKI-Richtlinie kann sich die Wettbewerbssituation mittelfristig verändern. Ziel des Gesetzgebers ist die weitere Verbesserung der pflegerischen Qualität, ein stärkerer Fokus auf die medizinische Rehabilitation der Patienten sowie die Sicherstellung von baulichen Standards bei den Einrichtungen der Gruppenversorgung. Die opseo-Gruppe hat sich frühzeitig mit möglichen Auswirkungen des IPREG und der in diesem Zusammenhang stehenden Bundesrahmenempfehlung auseinandergesetzt und kann nach Einschätzung der Geschäftsführung aufgrund der hohen pflegerischen Qualität in der opseo-Gruppe, des breiten Dienstleistungsangebots (ambulant und stationär, REMEO), dem klaren Fokus auf Gruppenversorgungen sowie der hohen Flexibilität der Leistungserbringung (Umwidmung von Wohngemeinschaften zwischen ambulant und stationär) von den neuen Regelungen profitieren. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die gestiegenen Qualitäts-, Berichts- und Nachweispflichten auf Dauer schwer für Kleinbetriebe zu leisten sind.

Belegung der Pflegeplätze und Auslastung

Der Verlust von Patienten durch Tod oder Abwanderung zu anderen Pflegediensten stellt das wirtschaftliche Hauptrisiko von außerklinischen Intensivpflegeunternehmen dar. Eine wesentliche Einflussgröße dabei ist die Qualität der angebotenen Leistungen. Die Gesellschaften unterliegen regelmäßigen externen Untersuchungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MD). Es ist nicht auszuschließen, dass sich im Falle von wesentlichen Beanstandungen unmittelbar und mittelbar negative Auswirkungen auf die Auslastungssituation und damit auf künftige Jahresergebnisse ergeben können.

Die opseo-Gruppe hat daher ein enges Monitoring und eine regelmäßige Abfrage der MD- Noten der Pflegebetriebe etabliert. Darüber hinaus führt die opseo-Gruppe eigene Qualitätsaudits durch.

Vergütung durch die Kostenträger/gesetzliche Rahmenbedingungen

Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich der Kranken- und/oder Pflegeversicherung könnten gegebenenfalls Risiken für die Gesellschaft beinhalten. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden daher fortlaufend beobachtet, Gespräche mit den Entscheidungsträgern werden regelmäßig gesucht. Mit ihrem umfassenden Pflege- und Dienstleistungsangebot sowie dem klaren Fokus auf Qualität ist die opseo-Gruppe auf mögliche Änderungen gut vorbereitet.

Tariftreuepflicht

Mit dem am 19.07.2021 im Bundesanzeiger veröffentlichten Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsförderung (GVWG) hatte der Gesetzgeber die Leistungserbringer in der Pflege verpflichtet, ab dem 01.09.2022 einen sog. "Tariftreuelohn" an ihre in der Pflege tätigen Mitarbeiter zu zahlen. Diese neue Regelung stellte die gesamte Pflegebranche vor große Herausforderungen. Die opseo-Gruppe hatte sich bereits vor dem GVWG mit dem Thema eines Tarifvertrags aus strategischer Sicht auseinandergesetzt und hat im August 2022 einen eigenen Tarifvertrag mit der GÖD geschlossen. Aufgrund der Refinanzierung der erhöhten Lohnkosten durch die Kostenträger ergaben sich keine wesentlichen Ergebnisauswirkungen für die opseo- Gruppe. Mit dem eigenen Tarifvertrag erweist sich die opseo-Gruppe aber als verlässlicher und transparenter Partner sowohl für Pflegekräfte als auch für Kostenträger und stärkt damit ihre Wettbewerbsposition. Nach konstruktiven Gesprächen hat die opseo-Gruppe mit der GÖD auch für das Kalenderjahr 2024 einen Tarifabschluss erzielt, der die positiven Entwicklungen aus dem vorhergehenden Tarifabschluss zukunftsorientiert weiterfortführt.

Personelle Risiken

Der Fachkräftemangel stellt ein zentrales Risiko im Personalbereich dar. Die Gewinnung und Bindung von qualifiziertem Personal ist ein branchenweites Risiko und eine der zentralen Herausforderungen für die nahe Zukunft, insbesondere in Ballungsregionen. Die opseo-Gruppe verfolgt ein vielschichtiges Maßnahmenprogramm für die Gewinnung neuer Mitarbeiter, das von einer Ausbildungsinitiative über zahlreiche Marketing-Kampagnen bis hin zur Integration ausländischer Fachkräfte reicht. Zur Senkung der Fluktuation wird ebenfalls eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt, wie z.B. flexible Dienstpläne, qualitativ hochwertige Weiterbildungsangebote sowie eine marktgerechte Entlohnung. Insbesondere durch den Abschluss des eigenen Tarifvertrags hat die opseo-Gruppe positive Effekte im Hinblick auf die Gewinnung und Bindung von Pflegekräften erzielt.

Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken

Ein Liquiditätsrisiko ergibt sich, wenn Finanzmittel nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen, um fällige Zahlungsverpflichtungen vollumfänglich und fristgerecht bedienen zu können. Durch regelmäßige Liquiditätsvorschau stellt das Management der opseo-Gruppe sicher, dass stets genügend Liquidität zur Zahlung der Verpflichtungen vorhanden ist.

Ebenso könnte eine Änderung der Zinskonditionen zu einer negativen Belastung führen. Das Management hatte daher das Risiko von Zinserhöhungen Anfang 2023 durch den Abschluss eines Zins-Cap (EUR 320 Mio., 4% Strike, Laufzeit bis 28. Februar 2025) begrenzt. Aus dem Zins-Cap entstehen keine wesentlichen Risiken. Zum 31.12.2023 betrug der Marktwert der beiden Zins-Caps EUR 0,1 Mio.

Sämtliche identifizierte Risiken werden nach derzeitigem Stand als nicht bestandsgefährdend eingeschätzt.

c) Chancenbericht

Die Chancen sind hierbei von Wesentlich zu weniger Wesentlich aufgeführt:

Organisches Wachstum

Der Markt für außerklinische Intensivpflege birgt nach Auffassung der Geschäftsführung in den kommenden Jahren neben den dargestellten Risiken auch wesentliche Chancen für die Unternehmensgruppe. Die oben beschriebene nachhaltige demographische, medizinische und rechtliche Entwicklung hin zu mehr intensivpflegebedürftigen Patienten wird voraussichtlich zu einem kontinuierlichen Anstieg der Patientenzahlen führen. Die bestehenden Gesellschaften der opseo-Gruppe können durch ihre guten vorhandenen Kontakte an diesem Marktwachstum partizipieren, insbesondere auch durch zusätzliche Kapazitäten infolge von weiteren Neueröffnungen der opseo-Gruppe.

Der Markt der Demenzpflege in ambulanten Wohngemeinschaften ist in Deutschland noch weitestgehend unerschlossen und bietet enormes Wachstumspotenzial.

Wachstum durch Zukäufe

Der Konzern wächst kontinuierlich durch den Erwerb weiterer Unternehmen. Bei Identifikation geeigneter Unternehmen kann der Konzern durch den Erwerb dieser Unternehmen noch schneller wachsen. Hierin sieht die Geschäftsführung einen wesentlichen Faktor zur Unternehmensentwicklung. Sowohl der Intensivpflegemarkt als auch der noch junge Markt der Demenzpflege in ambulanten Wohngemeinschaften sind nach Einschätzung der Geschäftsführung weiterhin stark fragmentiert und haben deshalb weiteren Konsolidierungsbedarf.

5. Prognosebericht

Auf Basis der oben beschriebenen Zunahme intensivpflegebedürftiger Patienten und einer weiteren Konsolidierung der Leistungserbringer rechnen wir in den kommenden Jahren weiterhin mit deutlichen Umsatzsteigerungen in der opseo-Gruppe. Mittel- und langfristig sieht die Geschäftsführung ein hohes einstelliges Marktwachstum. Inwieweit der erweiterte Begriff der Intensivpflichtigkeit nach dem IPREG sowie die erhöhten Qualitätsanforderungen durch die Bundesrahmenempfehlung zusätzliche positive Effekte auf die opseo-Gruppe mit sich bringt, bleibt abzuwarten.

Für das Geschäftsjahr 2024 ist für die bestehende Unternehmensgruppe (vor Akquisitionen) ein Umsatzwachstum von +5% geplant. Dies resultiert vor allem aus dem geplanten Patientenwachstum von 1.559 Intensivpatienten bzw. 60 Demenzpatienten zum 31.12.2023 auf 1.690 Intensivpatienten bzw. 128 Demenzpatienten zum 31.12.2024 infolge geplanter Kapazitätserweiterung und Auslastungssteigerung. Korrespondierend zum Patientenwachstum plant das Management einen Anstieg der Personalzahlen. Zusätzlich zum Patientenwachstum erwartet die Geschäftsführung durch die weitere Optimierung der gruppeninternen Struktur eine Steigerung des um Sondereffekte bereinigten EBITDA (vor Akquisitionen) auf EUR 82,4 Mio. (2023: EUR 73,8 Mio.).

Daneben soll durch neue Unternehmensakquisitionen ein weiteres Umsatz- und EBITDA- Wachstum realisiert werden.

 

Amsterdam (Niederlande) / Kelsterbach, den 5. April 2024

opseo Holding B.V.

Die Geschäftsführer

Holger Eden

Simon Faiß

Christopher Dring

Christoph Schneider

Marco Skeirat

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die opseo Holding B.V., Amsterdam (Niederlande)

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der opseo Holding B.V., Amsterdam (Niederlande), und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der opseo Holding B.V. für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 5. April 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wildermuth, Wirtschaftsprüfer

Söll, Wirtschaftsprüferin

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