Indorama Ventures Polymers Germany GmbH

Ludwig-Hermann-Straße 100, 86368 Gersthofen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Augsburg HRB 40578
Vorher
INVISTA Resins & Fibers GmbH
Eingetragen
17.12.2004
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenHerstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Haushalts- oder Hauswirtschaftsartikeln aus Kunststoffen
Gegenstand
Herstellung chemischer Produkte aller Art, insbesondere von Polyesterprodukten, sowie der Handel, einschließlich des Verkaufs und Weiterverkaufs von petrochemischen Produkten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Rolf Christoph Hammer
seit 18.12.2024
Prokura
Sunil Baldi
seit 29.10.2024
Geschäftsführer
Franziska Heiß
seit 29.10.2024
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Indorama Netherlands B.V.NLD
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
10.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Indorama Ventures Polymers Germany GmbH

Gersthofen (vormals: Hattersheim am Main)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Allgemeines

Die Indorama Ventures Polymers Germany GmbH (im Folgenden auch kurz IVPG oder Gesellschaft), mit Sitz der Verwaltung in Hattersheim am Main, betätigt sich hauptsächlich mit der Herstellung und Vermarktung von Polyester (Polymer- und PET-Resins) aus Terephthalsäure (PTA). Die Produktion für den globalen Absatzmarkt findet am Stand­ort Gersthofen statt.

Alleingesellschafterin der Indorama Ventures Polymers Germany GmbH ist die Indorama Ventures Public Company Limited, Bangkok, Thailand, durch ihre mittelbare Tochtergesellschaft Indorama Germany GmbH, Hattersheim am Main, welche 100 % der Geschäftsanteile der Gesellschaft hält.

Grundlage des Geschäftes sind die Herstellung und der Absatz von Produkten, die in den Bereichen technische und textile Filamente für diverse Industrieanwendungen und den Fahr­zeugbau, Container und Filme für Lebensmittelverpackungen, Vliesstoffe für den Fahrzeug­bau, Hygiene- und Bauindustrie sowie diversen anderen Bereichen zum Einsatz kommen.

Wichtige Kennzahlen, d. h. die bedeutsamsten Leistungsindikatoren zur Unternehmens­steue­rung der Gesellschaft, sind die Umsatzerlöse sowie das Jahresergebnis.

Marktsituation und konjunkturelle Entwicklung

Das Jahr 2023 stand im gesamten europäischen Raum unter den Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und der wirtschaftlichen Schwäche. [1]  Unsicherheiten bezüglich des Wirtschaftskurses in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November und der Nahostkrise dämpften die Erwartungen auf eine Erholung der Wirtschaft. [1]    
Das Wachstum des BIP (Bruttoinlandsprodukt) lag in Deutschland 2023 bei -0,3 % (Referenz 2022) und damit unter dem Durchschnitt der EU mit 0,4 %. Deutschland belegte somit Platz 21 in der Eurozone (EU-27). [2]      
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag in 2023 bei 4,12 Billionen Euro und stieg somit gegenüber 2022, preis-, saison- und kalenderbereinigt sank es allerdings um 0,2 % und ließ Deutschland in eine Rezession rutschen. [3]    
Die Inflationsrate lag im Jahr 2023 bei 5,9 % und damit leicht rückläufig zum Jahr 2022 (6,9 %) - dies hat vor allem mit der insgesamten Entspannung bei den Energieprodukten zu tun. Einzelne Energieträger wie Strom (+12,7 %) und Erdgas (+14,7 %) stiegen jedoch weiter an, während leichtes Heizöl (-22.2 %) und Kraftstoffe (-5.8 %) sich verbilligten. [4]    
Die durchschnittliche Inflationsrate in Europa liegt im Jahr 2023 bei 6,4 % und damit unter dem Wert von 2022 (9,2 %). Preistreiber hierbei sind vor allem Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (+12,6 %) sowie Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen (+8,4 %). [5]     
In Europa hat sich die Automobilindustrie erholt. Mit 10,5 Millionen PKW wurden 13,9 % mehr Fahrzeuge zugelassen als in 2022. Die drei großen Märkte Italien (+18,9 Prozent), Spanien (+16,7 Prozent) und Frankreich (+16,1 Prozent) lagen im Vergleich zum Automobilstandort Deutschland (+7,3 %) deutlich vorne. [6]   Die deutsche Automobilindustrie kritisiert die Rahmenbedingungen in Deutschland und beklagt mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, die auf hohen Energiekosten, Steuern, Energiepreisen und Bürokratie fußen. [7]    
Geschäftsverlauf

Die IVPG erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen wesentlichen Umsatzrückgang um 47,48 % gegenüber dem Vorjahr auf EUR 96,2 Mio (Vorjahr EUR 183,2 Mio). Der Jahresfehlbetrag ist deutlich gestiegen, und zwar auf EUR 12,2 Mio (Vorjahr EUR 5,4 Mio).

Bei den Umsatzerlösen verzeichnete insbesondere der Teilbereich Polymere einen massiven Rückgang um EUR 80,2 Mio auf EUR 68,0 Mio (Vorjahr EUR 148,2 Mio). Die Umsatzerlöse mit Verpackungsrohstoffen sanken dagegen geringfügig um EUR 8,7 Mio auf EUR 26,3 Mio (Vorjahr EUR 35,0 Mio). Gründe dafür sind zum einen die schwächere wirtschaftliche Gesamtentwicklung und daraus resultierend eine rückläufige Nachfrage. Zum anderen führten hohe Energiekosten, die für die Produktion unserer Fertigerzeugnisse essenziell sind, zu gestiegenen Produktionskosten und folglich auch zu höheren Verkaufspreisen, die bei unseren Kunden nur bis zu einem gewissen Grad durchgesetzt werden konnten.

Hinzu kommt, dass der letzte DMT-Produzent Europas, die Oxxynvoa GmbH zum 31.12.2022 die Produktion eingestellt hat. Eine der Produktionsanlagen der Gesellschaft ist darauf ausgelegt, ausschließlich DMT-basierte Polymere zu produzieren. Durch den Wegfall des DMT-Lieferanten mussten wir die DMT-Anlage am 4. Januar 2023 abfahren und somit stilllegen. Durch umgehende Vertriebsmaßnahmen ist es gelungen, einen Großteil der Kunden fortan auf PTA-basiertes Polymer umzustellen.

Zudem ereignete sich am 15.02.2023 im Industriepark Gersthofen im Betriebsteil der Indorama Ventures Polymers Germany GmbH ein technisch bedingtes Brandereignis im Bereich der Wärmeträgerölbeheizungsanlage. Schnellstes Eingreifen der Werksfeuerwehr und der umliegenden örtlichen freiwilligen Feuerwehren konnten das Feuer schnell unter Kontrolle bringen. Es gab keinerlei Verletzte unter den Beschäftigten und nur zwei leicht verletzte Einsatzkräfte, die ambulant behandelt wurden und weiter am Einsatz teilnehmen konnten. Die Ursachenanalyse konnte schnell durchgeführt und zum Abschluss gebracht werden. Die Polymerproduktion der PTA-basierten Polymere konnte nach Inbetriebnahme eines Heizkessels zum April 2023 wieder aufgenommen werden. Der Sach- und Betriebsunterbrechungsschaden wird derzeit ermittelt und in Zusammenarbeit mit den Versicherern aufgearbeitet. Die Reparaturkosten schlagen sich teilweise im Ergebnis wieder. Es wird in geringem Umfang eine Kompensation der Kosten durch die Versicherung in 2024/2025 erwartet.

Im Jahr 2023 haben die Rohstoffpreise im Mittel verglichen zu 2022 um knapp 23 % nachgegeben: Bei den der PTA-Produktion zugrunde liegenden Rohstoffen gab es eine durchschnittliche Preisreduktion. Im Einzelnen: Paraxylol (2023: 1.043 €/t; 2022: 1.221 €/t im Mittel um 11,7 % und bei Glykol (2023: 744 €/t; 2022: 961 €/t um 22,6 %).

Dazu kommen noch stark gestiegene Energiepreise in einem stark volatilen Umfeld, insbesondere bei Strom und Gas in 2023. Zum Stichtag 01.04.2022 lag der durchschnittliche Industriegaspreis in Deutschland bei 7,19 c/kWh (kommend von 2,95 c/kWh zum 01.04.2021) und verteuerte sich zum 01.04.2023 auf 7,75 c/kWh. [8]   Bei den Strompreisen ist der Index in den letzten Jahren ebenfalls gestiegen, speziell auch in 2022 verursacht durch den starken Gas- und Kohlepreisanstieg durch den Russland-Ukraine-Krieg. [9]    
Die zunehmend schwache wirtschaftliche Gesamtentwicklung und daraus folgend die schwache Nachfrage im Markt sorgten für Auftragsrückgänge in verschiedenen Absatzmärkten um 43,5 % im Vergleich zum Vorjahr, bereinigt um Methanol. Daraus resultierende Minderaus­lastungen der Produktionsanlagen führten zu einer gedrosselten Produktion und zu Teil-Shutdowns. Die schwache wirtschaftliche Nachfrage führte zudem zu einer erhöhten Produktverfügbarkeit bei den Commodities im Markt, welches dann auch gepaart mit asiatischen Importen zu einem erhöhten Preisdruck und in der Folge zu nachgebenden Preisen im Markt führte. Dieser Trend setzte sich durch das komplette Jahr 2023 fort.

Aufgrund dieser Ereignisse hat sich sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis der Indorama Ventures Polymers Germany GmbH deutlich verschlechtert. Erste Maßnahmen um dem entgegenzusteuern, spiegeln sich in der Reduktion des Personals wider. Dies erfolgte im Wesentlich durch unterlassene Nachbesetzung freigewordener Stellen.

Dennoch führte die Gesellschaft, wie in Vorjahren, auch im Jahr 2023 notwendige Investitionen wie geplant durch. Weiterhin wurde ein Projekt zur Umstellung des ERP-Systems auf SAP 4-Hana durchgeführt, welches allerdings im Dezember 2023 unterbrochen wurde und dessen Wiederaufnahme im Q4 2024 geplant ist.

Die Gesellschaft ist nach DIN ISO 50001 und DIN EN ISO 9001:2015 und 14001:2015 zertifiziert. Zudem hat die Gesellschaft das Gütesiegel der Berufsgenossenschaft, was einer Zertifizierung nach DIN ISO 45001 entspricht, sowie ist Halal-zertifiziert und hat sich der Initiative Operation Clean-Sweep mit dem Ziel, die Verluste an Kunststoffgranulat zu minimieren, angeschlossen. [10]    
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage

Die Gesellschaft erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von EUR 96,2 Mio (Vorjahr EUR 183,2 Mio). Dies entspricht einem Umsatzrückgang von 47,48 %. Für die weitere Erläuterung der Umsatzentwicklung verweisen wir auf die Ausführungen zum Geschäftsverlauf.

Die Personalkosten sind insgesamt auf EUR 11,9 Mio (Vorjahr EUR 17,6 Mio) gesunken. Wesentlicher Faktor dafür sind die im Durschnitt gesunkene Anzahl der Beschäftigten und der Rückgang der Pensionsrückstellungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit EUR 21,3 Mio (Vorjahr EUR 18,9 Mio) in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Gesellschaft erzielt einen Jah­resfehlbetrag von EUR 12,2 Mio. Das Vorjahresergebnis war ein Jah­res­fehlbetrag von EUR 5,4 Mio. Der Jah­res­fehlbetrag resultiert im Wesentlichen aus den gestiegenen Energiekosten, bedingt durch den Russland-Ukraine-Krieg, dem Ausfall des DMT-Lieferanten Oxxynova GmbH, und damit der Abstellung einer DMT-Straße, sowie dem Brand im Frühjahr 2023.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme beträgt zum Stichtag EUR 68,3 Mio (Vorjahr EUR 71,1 Mio) und ist im Vergleich zum Vorjahr um EUR 2,8 Mio oder 4 % gesunken. Diese Entwicklung basiert im Wesentlichen auf einem um EUR 13,7 Mio niedrigeren Vorratsvermögen bei gegenläufig um EUR 12,1 Mio höheren Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Nachdem bereits im vierten Quartal 2022 die Abätze stark eingebrochen sind, konnte sich in 2023 durch die schwache wirtschaftliche Gesamtlage und die gestiegenen Billigimporte aus Asien der Absatz nicht wieder erholen. Die Produktion wurde in 2023 zurückgefahren, bzw. es kam zur Komplettabstellung. Der Bestand an Fertigerzeugnissen zum Jahresende 2023 verringert sich um 48,1 % im Vergleich zum Vorjahr auf EUR 10,4 Mio (Vorjahr EUR 20,0 Mio).

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus dem von der Gesellschaft gewährten Darlehen in Höhe von TEUR 23.922 (Vorjahr: TEUR 23.756), Forderungen aus Leistungserbringungen zum Stichtag mit TEUR 66 (Vorjahr: TEUR 3.726), und Forderungen aus den Cashpooling zum Stichtag mit TEUR 15.532 (Vorjahr: Verbindlichkeiten TEUR 14.806) sowie Zinsen zum Cashpooling von TEUR 97 (Vorjahr TEUR 0) enthalten.

Das Eigenkapital der IVPG beläuft sich infolge der Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 10,0 Mio und des im Berichtsjahr 2023 erwirtschafteten Jahresfehlbetrages in Höhe von EUR 12,2 Mio auf EUR 4,0 Mio (Vorjahr EUR 6,2 Mio). Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme) verminderte sich bei einer gesunkenen Bilanzsumme von 8,7 % im Jahr 2022 auf 5,9 % zum Ende des Ge­schäfts­jah­res 2023.

Die Rückstellungen sind im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt EUR 0,7 Mio auf EUR 41,0 Mio (Vorjahr EUR 40,3 Mio) gestiegen. Dies resultiert aus dem Rückgang der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Ver­pflichtungen (EUR -0,9 Mio), dem ein Anstieg der sonstigen Rückstellungen (EUR +1,5 Mio) gegenübersteht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich um EUR 15,0 Mio auf EUR 15,0 Mio erhöht. Es handelt sich dabei ausschließlich um Kontokorrentkredite und Zinsen.

Wesentliche weitere finanzielle Leistungsindikatoren der Gesellschaft sind die aus der Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitete Materialaufwandsquote sowie die EBIT-Quote. Bilanzbasiert stehen die Eigen- und Fremdkapitalquote im Fokus, ergänzt um den Verschuldungsgrad der Gesellschaft. Diese Kennzahlen sind in folgender Übersicht für das Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr dargestellt.


2023 2022
Materialaufwandsquote
(Materialaufwand/(Umsatz + Erhöhung bzw.
Verminderung des Bestands an fertigen Erzeugnissen))
76,6 % 83,1 %
EBIT-Quote (Jahresergebnis vor Steuern und Zinsen/(Umsatz +
Erhöhung bzw. Verminderung des Bestands an fertigen
Erzeugnissen + Sonstige betriebliche Erträge))
13,4 % -2,5 %
Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Bilanzsumme) 5,9 % 8,7 %
Fremdkapitalquote ((Rückstellungen +
Verbindlichkeiten)/Bilanzsumme)
94,1 % 91,3 %
Verschuldungsgrad (Fremdkapital/Eigenkapital) 15,9 10,4


Hohe Relevanz für die Steuerung der Gesellschaft haben darüber hinaus der vorhandene Kunden­stamm, der auch im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht erweitert werden konnte, sowie die kontinuierliche Optimierung des Energieverbrauchs, die im Rahmen der DIN ISO Zertifizierung 50001 nachgewiesen wird.

Finanzierung

Bei der HSBC Trinkaus & Burkhardt GmbH verfügt die deutsche Indorama-Gruppe über die Cashpool-Vereinbarung über eine Kreditlinie von EUR 20,0 Mio, welche zum Jahresende 2023 nicht ausgeschöpft wurde. Der Saldo des Cashpools zum 31.12.2023 ist ein Guthaben, das als Forderung gegen Gesellschafter von EUR 15,5 Mio (Vorjahr Verbindlichkeit gegenüber Gesellschafter von EUR 14,8Mio.) ausgewiesen wird.

Ergänzend dazu bestehen Kreditzusagen an Schwestergesellschaften über einen Gesamtbetrag von EUR 45,0 Mio (Vorjahr EUR 45,0 Mio), die in beliebigen Tranchen ausgezahlt und nach Vereinbarung zurückgeführt werden können. Per 31. Dezember 2023 wurden hiervon EUR 23,9 Mio ausgezahlt. Die Tilgung hat innerhalb von drei Monaten nach Aufforderung zu erfolgen.

Zudem besteht eine Kreditzusage von einer Schwestergesellschaft über einen Gesamtbetrag von EUR 20,0 Mio (Vorjahr EUR 20,0 Mio), die in beliebigen Tranchen ausgezahlt und nach Vereinbarung zurückgeführt werden kann. Diese ist nicht in Anspruch genommen.

Weiterhin existiert ein kurzfristiges Revolverdarlehen mit der ABN Amro Bank über ein Volumen von EUR 15,0 Mio (Vorjahr EUR 0 Mio), das zum Bilanzstichtag in Anspruch genommen worden ist.

Zur Finanzierung des operativen Geschäfts werden zudem die Kundenforde­rungen an ein Factoringunternehmen übertragen. Zum Stichtag ergibt sich daraus ein Mittelzufluss von EUR 2,7 Mio (Vorjahr EUR 4,5 Mio). Vorteil aus dem Factoringgeschäft ist der frühere Mittelzufluss aus dem Verkaufsgeschäft.

Investitionen

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im Jahr 2023 EUR 1,5 Mio (Vorjahr EUR 1,2 Mio) und wurden einerseits für die Erhaltung und zweckgebundene Ergänzung bestehender Fertigungsanlagen und andererseits zur Optimierung des Energieverbrauchs verwendet.

Personal

Zum 31. Dezember 2023 beträgt der Personalbestand 140 Mitarbeiter (Vorjahr 151 Mit­arbeiter).

Die Gesellschaft legt großen Wert auf eine gute Qualifikation. Am Stand­ort Gersthofen beschäftigt sie Auszubildende, die sowohl im Unternehmen selbst als auch durch den Stand­ortbetreiber auf Basis einer Leistungsvereinbarung in mehreren Berufsbildern ausgebildet werden, um den Nachwuchs an Facharbeitern sicherzustellen. Zudem verfügt das Unternehmen über ein breites Angebot an internen Weiterbildungsmaßnahmen, die zum Teil von jedem Mitarbeiter durchlaufen werden müssen oder aber speziell auf die Anforderungen der jeweiligen Funktion zugeschnitten sind. Darüber hinaus eröff­net Indorama Ventures Polymers Germany GmbH ihren Arbeitnehmern die Möglichkeit, im Bedarfsfall externe Lehrgänge zu absolvieren.

Entwicklung

Das Hauptaugenmerk der Entwicklungsaktivitäten lag im Jahr 2023 auf der technologischen Optimie­rung der Produktionsprozesse sowie der Ergänzung des Produktportfolios mit dem Ziel der Differen­zierung gegenüber Wettbewerbern sowie der bestmöglichen Erfüllung aktueller und zukünftiger Kun­den­anforderungen.

Ein fortgeführter Arbeitsschwerpunkt war die Optimierung des Portfolios an Barriere-Produkten, um die Position der Gesellschaft in diesem nach wie vor wachsenden Markt weiter zu stärken und auszu­bauen. Daneben wurde aktiv - und hier ganz besonders in Kooperation mit Kunden - die Optimierung der etablierten Rohstofftypen in Richtung kundenspezifischer Anforderungs­profile vorangetrieben. Vermehrte Aktivitäten finden im Bereich Einsatz von Rohstoffen auf Recyclingbasis statt.

Im Entwicklungsbereich wurden alle Aktivitäten weltweit am Standort Spartanburg in Amerika zusammengefasst.

Die Entwicklungsaufwendungen betrugen EUR 0,5 Mio (Vorjahr EUR 0,6 Mio).

Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und andere compliance-relevante Bereiche

Die Themen Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz und Compliance haben innerhalb der Gesellschaft höchste Priorität. Konzernweit wurde hierzu eine übergeordnete globale und regionale EHS-Abteilung aufgebaut.

Ziel ist es, durch die Schaffung einer Compliance-Kultur und durch die Etablierung geeigneter Ge­schäfts­prozesse eventuelle Risiken aufzudecken und so weit wie möglich zu eliminieren.

Unternehmensrichtlinien sind in einem Handbuch veröffentlicht. Interne Regelungen, Verfahrensanweisungen und Prozessbeschreibungen sind Bestandteil des sogenannten "Compliance Assurance Management Systems" (CAMS).

Das Konzept für die Verhinderung von Störfällen ist ebenso im Managementhandbuch verankert. Die­ses umfasst unter anderem Verantwortlichkeiten, Ausbildung, Ermittlung der Gefahren, Überwachung des Betriebes, Durchführung von Änderungen, Planung für Notfälle und die systematische Über­prü­fung und Bewertung.

Am 15.02.2023 ereignete sich ein Brandereignis (siehe oben) der Klasse nach Anhang VI Teil 1 Ziffer I der 12. BImSchV. Dieses Ereignis führte zu einem Ausfall der Produktion von sechs Wochen, allerdings zu keinen umweltrelevanten Auswirkungen.

Die Einhaltung aller internen und staatlichen Sicherheits- und Umweltvorschriften wird regel­mäßig mit internen und externen Audits überwacht. Außerdem erfolgt dazu eine systematische Regelwerksverfolgung.

Risikomanagement

Jedes unternehmerische Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Aus diesem Grund stellt das aktive Management vorhandener Risiken einen bedeutenden Erfolgsfaktor zur nach­haltigen Sicherung des Unternehmenswerts dar.

Zentrale Bestandteile des Systems sind das Berichtswesen und der jährliche Planungs- und Bud­getie­rungsprozess. Dieser wird global auf Ebene des Geschäftsbereichs (Combined PET/​Specialty Polymers) durchgeführt und dort auch regelmäßig unterjährig überprüft. Zudem wird die Liquiditäts­situation über Cash-Forecasts sowie Abweichungsanalysen genau verfolgt. Die Forderungsaußen­stände wurden, nach Übernahme der Gesellschaft durch Indorama Ventures, soweit möglich über Kreditversicherungen abgesichert. Außenstände werden in enger Abstimmung zwischen Vertrieb und Kreditmanagement laufend überwacht.

Das Thema "Einhaltung von Vorschriften" (Compliance) hat im Unternehmen einen hohen Stellen­wert. Alle Mitarbeiter werden regelmäßig bezüglich des entsprechenden gesetzmäßigen Verhaltens und Handelns geschult. Dazu wird u. a. ein online-gestütztes Trainingstool genutzt.

Die Interne Revision überwacht sowohl die Funktionsfähigkeit des internen Steuerungs- und Über­wachungssystems als auch die Einhaltung organisatorischer Sicherungsmaßnahmen und prüft in regelmäßigen Abständen die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Die Erkenntnisse aus diesen Prüfungen finden im kontinuierlichen Prozess zur Verbesserung des Risikomanagementsystems Berücksichtigung.

Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung

Risiken

Die Reihenfolge der im Folgenden aufgeführten Risiken spiegelt auch deren Bedeutung für das Unternehmen wider.

Umsatz- und Ergebnisverlauf unterliegen den Konjunkturzyklen der Abnehmerbranchen. Für Polyesterprodukte sind hierbei die Entwicklungen in den Absatzregionen von entscheidender Bedeu­tung. Die Gesellschaft betreibt keine Geschäftsbeziehungen in Russland oder der Ukraine. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat für die Indorama Ventures Polymers Germany GmbH folglich keine direkten Auswirkungen den Absatzmarkt betreffend. Im Verpackungsbereich wird der Erfolg des Unternehmens vorwiegend von den Konsumgüter­märkten für Lebensmittel beeinflusst. Im Bereich Polymer sind es die technischen Industrietextil- und Folienmärkte. Die Effekte des Krieges auf die Einkaufspreise und die Verfügbarkeit von Rohstoffen werden von den logistischen Einflüssen (z. B. Verfügbarkeit von Fahrern aus Osteuropa) und der Verteuerung des Transports (Dieselpreisentwicklung) beeinflusst. Materialverfügbarkeit kann durch die Verfügbarkeit von Energien (z. B. Gas) beeinflusst werden. Die Einkaufsmenge wird im Wesentlichen durch die zu erwartende Absatzmenge bestimmt. Die Absatzmenge wird durch die Auftragslage bestimmt, welche maßgeblich durch zwei Hauptfaktoren beeinflusst wird: Rohstoff-/Energiepreise und damit Profitabilität der Kunden bzw. ihre Möglichkeit, die gestiegenen Preise in den Markt weiterzugeben, und direkter Einfluss von Absatzmärkten, die unmittelbar vom Krieg beeinträchtigt werden.

Konjunkturelle Veränderungen verursachen eine schwankende Nachfrage und Kapazitäts­auslastung in der Produktion. Steigender Preisdruck und intensiver Wettbewerb können zwar zu er­höhten Absatzmengen führen, jedoch auch Margenerosion verursachen. Das frühzeitige Erkennen sich abzeichnender Trendwenden bei den Konjunkturzyklen oder gesetzlicher Änderungen ist von hoher Bedeutung für die Geschäftssteuerung. Sowohl die gegenwärtige Konjunkturlage als auch die mittelfristigen Wirtschaftsentwicklungen werden regelmäßig analysiert und zur operativen Geschäfts­planung herangezogen.

Die Indorama Ventures Polymers Germany GmbH benötigt signifikante Mengen an petrochemischen Rohstoffen und Energie für den Produktionsprozess, wobei gestiegene Kosten manchmal nicht oder nur teilweise über Preisanpassungen an Kunden weitergegeben werden können. Zudem unterliegen die Einkaufspreise hoher Volatilität und werden in den kommenden Jahren stark durch zusätzliche, in den europäischen und globalen Markt eintretende Kapazitäten beeinflusst. Deshalb sind kontinuier­liche Analysen der Roh­stoff­märkte und darauf angepasste Einkaufsstrategien unerlässlich. So wird die Versorgung für wichtige Roh- und Zuschlagsstoffe soweit möglich über mehrere Lieferanten abge­sichert. Die Beschaffung der wesentlichen Rohstoffe erfolgt in Zusammenarbeit mit dem globalen Ein­kauf des Mutterunternehmens Indorama Ventures.

Die verfügbare Produktionskapazität kann sich z. B. durch Lieferunterbrechungen bei Rohstoffen verringern. Zudem birgt die Herstellung von chemischen Produkten Risiken, die mit der Produktion, der Lagerung und dem Transport von Rohstoffen, Fertigerzeugnissen und Abfällen verbunden sind. Wegen der Komplexität der Herstellungsverfahren gilt dies in besonderem Maße für Polyes­ter-Produkte. Ein Störfall kann Personen- und Umwelt­schäden nach sich ziehen sowie Ausfälle der Produktion verursachen. Daher unter­liegen sämtliche Fertigungsprozesse und verwendeten Materi­alien einer ständigen Kontrolle durch entsprechende Fachfunktionen, um Verfügbarkeit und Qualität sicher­zustellen.

Ebenso kritisch kann sich eine marktinduzierte Abnahme des Auslastungsgrades vorhandener Ferti­gungskapazitäten auswirken. Eine dadurch ausgelöste temporäre Abschaltung von Produktions­an­lagen unter Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft ist für die Gesellschaft aufgrund der hohen Kosten nur kurzfristig darstellbar. Zeiträume von mehreren Monaten würden aufgrund der vorzuhal­ten­den Infrastruktur zu substanziellen Änderungen zwingen.

Produkt- und Umweltschutzrisiken wird mit entsprechenden Qualitätssicherungsmaßnah­men begegnet. So wird die Prozesssicherheit durch ein integriertes Qualitäts-, Gesundheits-, Umwelt- und Sicherheitsmanagement gewährleistet, welches kontinuierlich weiterentwickelt und durch interne und externe Audits (z. B. DIN ISO 9001/​14001) regelmäßig überprüft wird.

Eine wesentliche Störung der verwendeten IT-Systeme kann trotz aller Sicherungs­maß­nahmen zur Beeinträchtigung der Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie der Kommunikation führen.

Das Unternehmen ist bestrebt, in Abstimmung mit den Interessen und Bedürfnissen ihrer Kunden das Produkt­portfolio und die Produktionstechnologien kontinuierlich weiter zu optimieren. Allerdings kann ange­sichts der technologischen Herausforderungen nicht in allen Fällen garantiert werden, dass die erziel­ten Ergebnisse sich auch auf dem Markt kommerziell erfolgreich behaupten.

Obwohl international tätig, ist die Gesellschaft nur begrenzten Währungsrisiken ausgesetzt. Das Ein­kaufs- und Verkaufsgeschäft wird überwiegend auf Euro-Basis abgewickelt. Aus diesem Grund kom­men derivative Finanzinstrumente nicht zum Einsatz.

Als international agierendes Unternehmen mit einem heterogenen Portfolio ist die Indorama Ventures Polymers Germany GmbH einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbe­son­dere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie Umweltschutz. Derzeit sind keine Verfahren anhängig. Die Ergebnisse von potenziellen künftigen Verfahren können nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden, sodass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Ent­scheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht ab­gedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf unser Geschäft und seine Ergebnisse haben kön­nen.

Diese mit der operativen Tätigkeit des Unternehmens verbundenen Risiken werden sorgfältig beurteilt und durch geeignete Maßnahmen gezielt minimiert. Zudem sind für operative Risiken Versicherungen abgeschlossen. Den Risiken stehen aber auch vielseitige Chancen gegenüber, die im Folgenden dargelegt sind.

Chancen

Die Chancen der Indorama Ventures Polymers Germany GmbH bestehen in der Lieferung qualitativ hochwertiger Polymere, ausgezeichnetem Ser­vice, dem kundenspezifischen Zuschnitt diversifizierter Produkte und einer wirtschaftlich optimierten Erneuerung des Produktportfolios, unterstützt durch kontinuierliche Kostenreduzierungen.

Für den Bereich Polymer erwartet die Gesellschaft, dass ihre Wettbewerbsvorteile im europäischen Markt durch die Versorgung der Kunden mit qualitativ hochwertigen und differenzierten Produkten, gepaart mit ausgezeichnetem Kundenservice und hoher Liefertreue, noch besser zur Geltung kommen. In diesem Segment sieht sie vor allem Bedarf an speziellen Qualitäten, welche durch vorhandene Anlagen hergestellt werden können. Zudem werden Marktchancen gesehen, durch spezielle Rezepturan­passungen die Anwendungseigenschaften der Produkte zum Nutzen der Kunden weiter optimieren zu können.

Zur weiteren Ausrichtung der Gesellschaft auf differenzierte Erzeugnisse ist auch zukünftig vorge­sehen, die Produkt- und Applikationsentwicklung aktiv voranzutreiben, da sie einen wichtigen Be­stand­teil für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens darstellt. Effektives Projekt- und Innovations­management sind daher entscheidend, um die angestrebten Ziele schnell, wirksam und möglichst wirtschaftlich zu realisieren.

Zusätzliche Syner­gie­potenziale innerhalb der Indorama-Gruppe werden weiterverfolgt. Im vergangenen Jahr wurde u. a. die Optimierung der Beschaffung von Dienstleistungen, Materialien, Energien und Frachten durch Austausch, Standardisierung und gemeinsame Beschaffungsaktivitäten zwischen den verschiedenen Stand­orten des kombinierten PET-Segments in Europa intensiviert.

Als Teil einer weiteren weltweiten Fokussierung und zur Nutzung von Synergien wurde die Gesellschaft in dem Segment Specialty Polymer als Teil des kombinierten PET-Segments organisatorisch eingebunden. Die gemeinsame Neuentwicklung von Produkten, globales Auftreten im Markt und auch gemeinsame Vermarktung von Produkten sollen dabei weiter intensiviert werden.

Vorgänge nach dem Abschlussstichtag

Am 27.12.2023 hat der Polyethylenterephtalat(PTA)-Lieferant Polski Koncern Naftowy Orlen Spółka Akcyjna (PKN Orlen) eine Force Majeure angemeldet. Bedingt durch die Feiertage stand zwar Ersatzmaterial von anderen Lieferanten zur Verfügung, jedoch war es logistisch nicht möglich (mangelnde Verfügbarkeit von Zügen; GDL-Streik und LKW-Fahrern wegen Feiertagen) das Material rechtzeitig an den Standort Gersthofen zu bringen. Infolgedessen mussten die CP-Anlagen auch in das Jahr 2024 abgefahren werden und konnten erst am 11. Januar wieder mit einer Anlage angefahren werden. Mittlerweile wurde Ersatzmaterial zu erhöhten Kosten am Markt beschafft, welches eine kontinuierliche Versorgung der Kunden sicherstellte. Die erhöhten Kosten konnten an den Markt weitergegeben werden. Das erste Material der PKN traf am 16.01.2024 ein. Nichtsdestotrotz hatte dies Auswirkungen auf die Januar-Resultate.

Erwartete Konjunktur- und Geschäftsentwicklung (Prognosebericht)

Die andauernde kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine birgt Unsicherheiten und auch weiterhin eingeschränkte oder wegfallende Märkte im Osten Europas direkt oder indirekt für die Indorama Ventures Polymers Germany GmbH.

Den zunehmenden Importen aus Asien wurde mit einer Anti-Dumping-Untersuchung seitens der EU-Kommission begegnet und es wurden Anti-Dumping-Zölle eingerichtet. Dies hatte einen direkten Einfluss auf die nun verringerten Importe aus China. Zur gleichen Zeit nahmen aber die Importe aus Vietnam zu.

Durch die Suez-Krise ist die kurze Schifffahrtsroute aus Asien nach Europa blockiert. Dadurch kam es zu einer Verringerung der Containerverfügbarkeit und Erhöhung der Frachtraten.

Ebenso haben sich die Energiepreise stabilisiert. Alle diese Faktoren haben bislang zu einer positiveren Entwicklung geführt.

Im ersten halben Jahr 2024 konnten wir eine Erholung der Nachfrage bei unseren Produkten, wenn auch auf moderatem Niveau, verzeichnen. Die Budgetzahlen (Umsatz und Jahresüberschuss) wurden leicht übertroffen. Somit schauen wir positiv auf das erste Halbjahr 2024 und bei gleichbleibender Entwicklung erwarten wir für das Gesamtjahr 2024 deutlich steigende Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr und ein deutlich verbessertes Ergebnis, d. h. einen Jahresüberschuss, welcher auf einem gesteigerten Absatz, Einhaltung der Fixkosten sowie gesunkenen variablen Kosten beruht.

Für das zweite Halbjahr des Geschäftsjahres 2024 ist zu diesem Zeitpunkt aufgrund der weiterhin hohen Unsicherheit wegen der geopolitischen Entwicklungen die verlässliche Prognosefähigkeit derzeit stark eingeschränkt oder gar nicht möglich. Insofern weisen wir darauf hin, dass die tatsächlichen Ereignisse wesentlich von der voraussichtlichen operativen und finanziellen Entwicklung abweichen können.

1 https://r.search.yahoo.com/_ylt=Awr.
QnYWRXFm688I6kJfCwx.;_ylu=Y29sbwMEcG9zAzMEdnRpZAMEc2VjA3Ny/RV=2/RE=1718728086/RO=10/RU= https%3a%2f%2fberichte. bvr.de%2fjahresbericht-2023%2fwirtschaftliche- entwicklung%2fkonjunktur%2f/RK=2/RS=03wTDeQnIf5JsvyuhN2_Y3fapMQ-
2 EU - Wirtschaftswachstum in den Ländern der EU | Statista
3 Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschland bis 2023 | Statista
4 Inflationsrate im Jahr 2023 bei +5,9 % - Statistisches Bundesamt (destatis.de)
5 Preisentwicklung in den EU-Staaten 2023 - Statistisches Bundesamt (destatis.de)
6 Autoindustrie: EU-Automarkt erholt sich 2023 - Rücksetzer im Dezember (handelsblatt. com)
7 Standort Deutschland: Habeck nimmt Autobauer in die Pflicht - ZDFheute
8 Gewerbe und Industrie: Gaspreise in Deutschland bis 2023 | Statista
9 Industriestrompreise inkl. Stromsteuer in Deutschland bis 2024 | Statista
10 https://www. opcleansweep.eu/signatories?advancedSearchDis- played=&akID%5B22%5D%5Bvalue%5D=Indorama&akID%5B23%5D%5BatSelectOptionID%5D%5B%5D=&akID %5B66%5D%5BatSelectOptionID%5D%5B%5D=&search=

 

Hattersheim am Main, den 25. Juli 2024

Die Geschäftsführung

Rolf Christoph Hammer

Dr. Patrick Amrhein

Sunil Baldi

Suresh Padmanabhan

Jitendra Kumar Malik

Bilanz zum 31. Dezember 2023

A k t i v a


31.12.2023 31.12.2022

EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen



I. Immaterielle Vermögensgegenstände



Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche



Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte



sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
1.141,91
11.571,87
II. Sachanlagen



1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und



Bauten einschließlich der Bauten auf fremden



Grundstücken 218.322,67
231.720,55
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.610.390,10
3.854.106,92
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-



ausstattung 1.067.294,88
293.935,84
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 407.136,74 5.303.144,39 938.804,20 5.318.567,51


5.304.286,30
5.330.139,38
B. Umlaufvermögen



I. Vorräte



1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.910.203,87
7.767.377,34
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 10.366.108,19
19.975.347,61
3. Geleistete Anzahlungen 68.633,66 14.344.945,72 332.490,71 28.075.215,66
II. Forderungen und sonstige Vermögens-



gegenstände



1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.949.358,09
6.186.670,11
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 39.618.830,90
27.481.528,84
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.846.198,59 48.414.387,58 3.944.753,78 37.612.952,73
III. Kassenbestand und Guthaben



bei Kreditinstituten
3.092,75
410,00


62.762.426,05
65.688.578,39
C. Rechnungsabgrenzungsposten
199.256,25
107.650,64


68.265.968,60
71.126.368,41



P a s s i v a


31.12.2023 31.12.2022

EUR EUR
A. Eigenkapital

I. Gezeichnetes Kapital 10.000.000,00 10.000.000,00
II. Kapitalrücklage 23.000.000,00 13.000.000,00
III. Verlustvortrag -16.787.800,44 -11.397.344,44
IV. Jahresfehlbetrag -12.181.773,20 -5.390.456,00

4.030.426,36 6.212.199,56
B. Rückstellungen

1. Rückstellungen für Pensionen und

ähnliche Verpflichtungen 37.574.130,00 38.440.281,35
2. Steuerrückstellungen 341.000,00 341.000,00
3. Sonstige Rückstellungen 3.033.098,93 1.519.540,45

40.948.228,93 40.300.821,80
C. Verbindlichkeiten

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 15.033.662,92 0,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 44.480,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und

Leistungen 6.737.104,83 6.881.857,29
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen

Unternehmen 821.551,95 16.800.000,72
5. Sonstige Verbindlichkeiten 694.993,61 887.009,04

23.287.313,31 24.613.347,05

68.265.968,60 71.126.368,41

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023


2023 2022

EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse
96.235.919,44
183.235.919,06
2. Verminderung (i. Vj. Erhöhung) des Bestands



an fertigen Erzeugnissen
-9.562.432,51
5.124.551,03
3. Sonstige betriebliche Erträge
3.324.779,63
764.718,30
4. Materialaufwand



a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und



Betriebsstoffe und für bezogene Waren -57.949.184,46
-136.069.742,65
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -10.200.442,47 -68.149.626,93 -20.492.530,09 -156.562.272,74
5. Personalaufwand



a) Löhne und Gehälter -9.377.269,29
-10.333.284,94
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für



Altersversorgung und für Unterstützung -2.498.044,70 -11.875.313,99 -7.285.953,58 -17.619.238,52
6. Abschreibungen auf immaterielle



Vermögensgegenstände des



Anlagevermögens und Sachanlagen
-674.791,77
-752.438,95
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen
-21.304.804,01
-18.936.619,96
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
1.711.327,03
424.181,75
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-1.809.674,86
-888.412,60
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
-47.404,51
-151.634,08
11. Ergebnis nach Steuern
-12.152.022,48
-5.361.246,71
12. Sonstige Steuern
-29.750,72
-29.209,29
13. Jahresfehlbetrag
-12.181.773,20
-5.390.456,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Indorama Ventures Polymers Germany GmbH hat ihren Sitz in Hattersheim am Main und ist im Handelsregister von Frankfurt am Main unter der HRB Nr. 74000 eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. und 264 ff. des HGB und des GmbHG aufgestellt.

Die Gesellschaft ist wie im Vorjahr eine große Kapitalgesellschaft nach § 267 Abs. 3 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Um die Klarheit der Darstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zu verbessern, haben wir die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und Davon-Vermerke in diesen Anhang aufgenommen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Anlagevermögen

Entgeltlich erworbene immaterielle Ver­mögens­gegen­stände werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Entgeltlich erworbene EDV-Programme und werden über eine Nutzungsdauer von einem bis fünf Jahren abgeschrieben.

Das abnutzbare Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der linearen Methode ermittelt und erfolgen über die folgenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern:


Nutzungsdauern
in Jahren
Gebäude und Bauten 25 bis 33
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 25
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 14


In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Zinsen auf Fremdkapital werden generell nicht aktiviert.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden zusätzlich vorgenommen, wenn eine Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist. Wenn sich herausstellt, dass die Gründe für außerplan­mäßige Abschreibungen nicht mehr bestehen, werden entsprechende Zuschreibungen vor­ge­nommen, und zwar unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibungen, die in­zwischen vorzunehmen gewesen wären.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bis EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben
Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach der gewogenen Durch­schnitts­methode bewertet. Niedrigere realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Ab­schreibungen auf diesen Wert berücksichtigt. Die Wertberichtigungen sind im Ausweis der Be­standsveränderungen bzw. des Materialaufwands enthalten, da sie den für die Gesellschaft üb­lichen Umfang nicht überschreiten. Die Herstellungskosten der fertigen Erzeugnisse ent­halten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungs­gemeinkosten sowie Abschreibungen. Zinsen auf Fremdkapital werden generell nicht aktiviert.

Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip der verlustfreien Bewertung beachtet.

Bestimmte Teile des Bestandes an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen unterliegen nur geringen wertmäßigen Schwankungen und waren deshalb als Festwert bilanziert. Dieser wurde spätestens zu jedem fünften Bilanzstichtag im Rahmen einer Inventur überprüft. In Geschäftsjahr 2023 wurde für diese Teile auf eine permanente Inventur umgestellt.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lager­dauer, ge­minderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemes­sene Abwertungen berücksichtigt.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Forderungen und sonstige Ver­mögens­gegen­stände

Forderungen und sonstige Ver­mögens­gegen­stände werden zum Nennbetrag angesetzt. Risiken werden durch angemessene Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag gebildet worden, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Anwartschaften aus Altersversorgungszusagen gebildet. Bei der Rückstellungsberechnung finden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. K. Heubeck Anwendung. Der Wertansatz ist nach versicherungs­mathematischen Grund­sätzen errechnet worden unter Verwendung des Projected-Unit-Credit-Method-Ver­fahrens (laufendes Einmalprämienverfahren).

Bei der Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden ein Rechnungszins von 1,83 % (Vorjahr: 1,78 %) sowie ein Einkommenstrend von 3,25 % (Vorjahr: 2,50 %), eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze von 3,0 % (Vorjahr: 2,25 %) und eine Rentenanpassung von 2,20 % (Vorjahr: 2,10 %) zugrunde gelegt. Die jährlichen Fluktuationswahrschein­lichkeiten variieren zwischen 7,45 % (Vorjahr: 0,00 %) bei Männern und 12,5 % (Vorjahr: 0,00 %) bei Frauen ab dem Alter 20 und 0,00 % (Vorjahr: 0,00 %) ab dem Alter 60. Die Berechnung der Rückstellung für Pensionen aus Ent­gelt­um­wandlung basiert auf einem Rechnungszins von 1,83 % (Vorjahr: 1,78 %).

Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Ver­mögens­gegen­stände (Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen ver­rechnet.

Unverändert zum Vorjahr wurde der Diskontierungszins mit dem durchschnittlichen Markt­zins­satz, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, aus den ver­gan­genen zehn Geschäftsjahren ermittelt. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB beträgt TEUR 367 (Vorjahr: TEUR 1.645).

Änderungen des Diskontierungszinssatzes werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Ver­bind­lichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und sind in Höhe des Er­füllungs­betrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt, der nach ver­nünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Rest­laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag ausgewiesen.

Währungsumrechnung

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Kurs am Entstehungstag umgerechnet. Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittel­kurs zum Bilanzstichtag bewertet. Ergeben sich bei langfristigen Forderungen oder Verbindlich­keiten aus der Umrechnung zu dem Devisenkassamittelkurs am Bilanz­stichtag niedrigere Forde­rungen oder höhere Verbindlichkeiten in Euro, so wird ebenfalls dieser Kurs angewendet. In Vorjah­ren vorgenommene Abwertungen werden wieder zurück­genommen, wenn sich herausstellt, dass die Gründe für die ursprüngliche Abwertung auf­grund geänderter Wechselkurse nicht mehr bestehen.

Geldbestände und Bankguthaben in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Die im Anhang enthaltenen Davon-Vermerke zur Währungsumrechnung beinhalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungsdifferenzen.

Latente Steuern

Die Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, welche zu aktiven latenten Steuern führen, resultieren aus abweichenden Abschreibungen, abweichenden Wertansätzen der Pensionsrückstellungen und der sonstigen Rückstellungen. Außerdem wurden auch auf bestehende körperschaft- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge, bei denen innerhalb der folgenden fünf Geschäftsjahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist, latente Steuern gebildet. Aktive und passive latente Steuern werden verrechnet. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

Bei der Bewertung der latenten Steuern werden unternehmensindividuelle Steuersätze, nämlich 15,825 % (Vorjahr: 15,825 %) für die Körperschaftsteuer (einschließlich Solidaritäts­zu­schlag) sowie 12,630 % (Vorjahr: 12,630 %) für die Gewerbesteuer herangezogen.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Zur Gliederung und Entwicklung des Anlagevermögens unter Angabe der Abschreibungen des Ge­schäfts­jah­res wird auf den als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel ver­wie­sen.

Forderungen und sonstige Ver­mögens­gegen­stände

Die Forderungen und sonstigen Ver­mögens­gegen­stände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus dem von der Gesellschaft gewährten Darlehen in Höhe von TEUR 23.922 (Vorjahr: TEUR 23.756), Forderungen aus Leistungserbringungen zum Stichtag mit TEUR 66 (Vorjahr: TEUR 3.726), und Forderungen aus den Cashpooling zum Stichtag mit TEUR 15.532 (Vorjahr: Verbindlichkeiten TEUR 14.806) sowie Zinsen zum Cashpooling von TEUR 97 (Vorjahr TEUR 0) enthalten.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen Sicherungseinbehalte aus Factoring TEUR 608 (Vorjahr: TEUR 127), Erstattungsanspruch aus dem Dampfvertrag TEUR 170 (Vorjahr: TEUR 376), Erstattungsanspruch aus Carbon-Leakage-Entlastung TEUR 142 (Vorjahr: TEUR 140) Erstattungsanspruch aus Netzentgelten in Höhe von TEUR 492 (Vorjahr: TEUR 500) und ein Erstattungsanspruch aus der Ökosteuer in Höhe von TEUR 242 (Vorjahr: TEUR 188) enthalten. Im Vorjahr war darin des Weiteren ein Erstattungsanspruch gegen das Finanzamt aus Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 2.120 enthalten.

Eigenkapital

Die Gesellschafter haben am 11. Dezember 2023 beschlossen, TEUR 10.000 in die Kapitalrücklage in bar zu leisten.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurde im Berichtsjahr Planvermögen, das zum Bilanzstich­tag einen Markt- bzw. Zeitwert von TEUR 737 (Vorjahr: TEUR 652) aufweist, mit dem Erfüllungsbetrag der Alters­versorgungsverpflichtungen in gleicher Höhe saldiert. Die in diesem Zusammenhang verrech­neten Aufwendungen und Erträge betragen jeweils TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 44) für die Rück­stel­lungen und für die Wertpapiere. Die Anschaffungskosten der Wertpapiere belaufen sich auf TEUR 663 (Vorjahr: TEUR 593). Die Differenz zwischen dem Zeitwert und den Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 85 (Vorjahr: TEUR 59) ist gemäß § 268 Abs. 8 HGB ausschüttungsgesperrt.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten wie im Vorjahr im Wesentlichen Rückstellungen für Perso­nal­kosten sowie ausstehende Rechnungen.

Verbindlichkeiten

Alle Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Keine Verbindlichkeiten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus dem Cashpooling in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 14.806), Zinsen zum Cashpooling in Höhe von TEUR 60 (Vorjahr: TEUR 32) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Stichtag in Höhe von TEUR 762 (Vorjahr: TEUR 1.962) enthalten.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten werden, neben Verbindlichkeiten aus dem Lohn- und Gehalts­bereich, Steuerverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 116 (Vorjahr: TEUR 102) ausgewiesen. Verbind­lichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit bestanden wie im Vorjahr zum Stichtag keine.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse beinhalten vorwiegend Verkaufserlöse für Polymere und Verpackungsrohstoffe. Nach Produktbereichen aufgeteilt setzen sie sich wie folgt zusammen:


2023 2022

TEUR TEUR
Polymere 67.977 148.221
Verpackungsrohstoffe 26.322 35.010
Sonstige 1.937 5

96.236 183.236


Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Absatzgebieten stellt sich wie folgt dar:


2023 2022

TEUR TEUR
Inland 51.809 72.971
Ausland 44.427 110.265

96.236 183.236


Sonstige betriebliche Erträge

Der Posten beinhaltet Erträge aus Konzerndienstleistungen TEUR 944 (Vorjahr: TEUR 0), Erträge aus der Carbon Leakage Beihilfe TEUR 143 (Vorjahr: TEUR 140), periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 1.923 (Vorjahr: TEUR 461), außerdem realisierte und unrealisierte Fremdwährungsgewinne in Höhe von TEUR 159 (Vorjahr: TEUR 143).

Die periodenfremden Erträge betreffen hauptsächlich Erträge aus einer Vergleichsvereinbarung mit einem Lieferanten.

Personalaufwand

In den sozialen Aufwendungen sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 528 (Vorjahr: TEUR 5.231) enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind realisierte und unrealisierte Fremdwährungsver­luste in Höhe von TEUR 97 (Vorjahr: TEUR 89) enthalten.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die Zinserträge betreffen in Höhe von TEUR 1.711 (Vorjahr: TEUR 419) verbundene Unternehmen.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Von den Zinsaufwendungen entfallen TEUR 672 (Vorjahr: TEUR 633) auf die Abzinsung von Rück­stel­lungen. Zudem entfallen auf verbundene Unternehmen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 95).

Sonstige Angaben

Angaben über Mitarbeiter 2023 2022
Im Durchschnitt waren beschäftigt 142 145
In Produktion und Hilfsbetrieben 113 117
Im Vertrieb 5 6
In Forschung und Entwicklung 7 7
In Verwaltung und übrigen Funktionen 17 15


Abschlussprüferhonorar

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprü­fers und Steuerberaters beträgt für


TEUR
Ab­schluss­prü­fungsleistungen 145
Andere Bestätigungsleistungen 0


Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Angaben zu nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften

Es bestehen Mietverträge für Büroräume in Hattersheim am Main sowie für Lagersilos in Langweid-Foret. Die Laufzeiten dieser Verträge betragen zwischen einem halben und einem Jahr. Daneben wurden Leasingverträge für Kraftfahrzeuge abgeschlossen, deren Laufzeiten zwischen einem und drei Jahren betragen.

Für den Stand­ort Gersthofen wurden mit dem Stand­ortbetreiber sowie mit einem Stand­ort­dienstleister diverse Serviceverträge abgeschlossen, die Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren aufweisen.

Zur Aufrechterhaltung der Betriebserlaubnis für die Fertigungsanlagen besteht eine gesetz­liche Verpflichtung zur Durchführung von Anlagenrevisionen im Abstand von fünf Jahren.

Das Bestellobligo für Investitionsprojekte hat eine Laufzeit von einem Jahr.

Die Vorteile des Abschlusses von Miet-, Leasing- und Serviceverträgen sind im Wesentlichen die erhöhte Planungssicherheit sowie - insbesondere bei den Serviceverträgen - die Bindung des Vertragspartners an das Unternehmen. Risiken ergeben sich aus möglicherweise höheren Kosten sowie aus der Laufzeitbindung.

Die Verteilung der künftigen Liquiditätsabflüsse aus den genannten Verpflichtungen stellt sich wie folgt dar:


TEUR
2024 8.154
2025 9.365
2026 und später 10.129
Summe 27.648


Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung wird der Gesellschafterversammlung vorschlagen, den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 12.181.773,20 auf neue Rechnung vorzutragen.

Angaben zum Mutterunternehmen und zum Konzernabschluss

Unmittelbare Muttergesellschaft des Unternehmens ist die Indorama Germany GmbH, Hattersheim am Main. Die Indorama Germany GmbH erstellt einen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen, in den auch die Indorama Ventures Polymers Germany GmbH mit einbezogen wird. Damit ist die Gesellschaft ein Konzernunternehmen der Indorama-Gruppe. Der Konzern­abschluss der Indorama Germany GmbH kann im elektronischen Unternehmensregister eingesehen werden.

Den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen im Indorama-Konzern erstellt die Indorama Ventures Public Company Ltd., Bangkok, Thailand. Als verbundene Unternehmen gelten alle Gesell­schaften im Konzernverbund der Indorama Ventures Public Company Ltd. Der Konzern­abschluss kann auf der Internetseite www.indoramaventures.com eingesehen werden.

Geschäftsführung

Dipl. Ing. Rolf Christoph Hammer, Werksleiter Gersthofen, Landsberg am Lech

Sunil Baldi, Finanzdirektor Europa, Indorama Ventures Europe B.V., Rotterdam, Nieder­lande

Suresh Padmanabhan, Senior Vice President Technik, Indorama Ventures Europe B.V., Rotterdam, Niederlande

Jitendra Kumar Malik, Werksleiter UAB "Onion Global pet", Klaipeda, Litauen

Dr. Patrick Amrhein, Vertriebsleiter, Hochheim am Main


Die Bezüge des Herrn Rolf Christoph Hammer und des Herrn Dr. Patrick Amrhein werden von der Gesell­schaft getragen. Von anderen Gesellschaften beziehen sie keine Bezüge. Die Herren Sunil Baldi, Suresh Padmanabhan und Jitendra Kumar Malik beziehen von der Gesell­schaft keine Bezüge.

Vorgänge nach dem Abschlussstichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung (werterhellend), die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 nicht eingetreten.

 

Hattersheim am Main, den 25. Juli 2024

Rolf Christoph Hammer

Dr. Patrick Amrhein

Sunil Baldi

Suresh Padmanabhan

Jitendra Kumar Malik

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023


Anschaffungs- und Herstellungskosten

Stand Zugänge
Um- Stand

1.1.2023 Geschäftsjahr Abgänge buchungen 31.12.2023

EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände




Entgeltlich erworbene Konzessionen,




gewerbliche Schutzrechte und ähnliche




Rechte und Werte sowie Lizenzen an




solchen Rechten und Werten 1.668.511,31 1.143,00 0,00 0,00 1.669.654,31
II. Sachanlagen




1. Grundstücke, grundstücksgleiche




Rechte und Bauten einschließlich




der Bauten auf fremden Grundstücken 12.782.943,49 0,00 0,00 0,00 12.782.943,49
2. Technische Anlagen und Maschinen 52.349.499,38 954.743,15 735.848,45 75.072,96 52.643.467,04
3. Andere Anlagen, Betriebs- und




Geschäftsausstattung 8.525.254,17 243.937,10 21.620,98 638.558,64 9.386.128,93
4. Geleistete Anzahlungen und




Anlagen im Bau 938.804,20 329.600,17 147.636,03 -713.631,60 407.136,74

74.596.501,24 1.528.280,42 905.105,46 0,00 75.219.676,20

76.265.012,55 1.529.423,42 905.105,46 0,00 76.889.330,51

Kumulierte Abschreibungen

Stand Abschrei-
bungen des Geschäfts-



1.1.2023 jahres Abgänge 31.12.2023

EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände



Entgeltlich erworbene Konzessionen,



gewerbliche Schutzrechte und ähnliche



Rechte und Werte sowie Lizenzen an



solchen Rechten und Werten 1.656.939,44 11.572,96 0,00 1.668.512,40
II. Sachanlagen



1. Grundstücke, grundstücksgleiche



Rechte und Bauten einschließlich



der Bauten auf fremden Grundstücken 12.551.222,94 13.397,88 0,00 12.564.620,82
2. Technische Anlagen und Maschinen 48.495.392,46 540.684,23 2.999,75 49.033.076,94
3. Andere Anlagen, Betriebs- und



Geschäftsausstattung 8.231.318,33 109.136,70 21.620,98 8.318.834,05
4. Geleistete Anzahlungen und



Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00

69.277.933,73 663.218,81 24.620,73 69.916.531,81

70.934.873,17 674.791,77 24.620,73 71.585.044,21

Buchwerte

31.12.2023 31.12.2022

EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene Konzessionen,

gewerbliche Schutzrechte und ähnliche

Rechte und Werte sowie Lizenzen an

solchen Rechten und Werten 1.141,91 11.571,87
II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche

Rechte und Bauten einschließlich

der Bauten auf fremden Grundstücken 218.322,67 231.720,55
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.610.390,10 3.854.106,92
3. Andere Anlagen, Betriebs- und

Geschäftsausstattung 1.067.294,88 293.935,84
4. Geleistete Anzahlungen und

Anlagen im Bau 407.136,74 938.804,20

5.303.144,39 5.318.567,51

5.304.286,30 5.330.139,38

Bestätigungsvermerk


An die Indorama Ventures Polymers Germany GmbH, Hattersheim am Main
Prü­fungs­ur­teile

Wir haben den Jahresabschluss der Indorama Ventures Polymers Germany GmbH, Hattersheim am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Indorama Ventures Polymers Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prü­fung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grund­sätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prü­fung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prü­fungs­ur­teile

Wir haben unsere Prü­fung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprü­fer (IDW) festgestellten deutschen Grund­sätze ordnungsmäßiger Ab­schluss­prü­fung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grund­sätzen ist im Abschnitt "Ver­ant­wortung des Abschlussprü­fers für die Prü­fung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prü­fungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prü­fungs­ur­teile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grund­sätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grund­sätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprü­fers für die Prü­fung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prü­fung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prü­fungs­ur­teile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprü­fer (IDW) festgestellten deutschen Grund­sätze ordnungsmäßiger Ab­schluss­prü­fung‌ durchgeführte Prü­fung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prü­fung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prü­fungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prü­fungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prü­fungs­ur­teile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesent­liche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prü­fung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prü­fung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prü­fungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prü­fungs­ur­teil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prü­fungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unan­gemessen sind, unser jeweiliges Prü­fungs­ur­teil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prü­fungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grund­sätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzes­entsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prü­fungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prü­fungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prü­fungs­ur­teil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prü­fung sowie bedeutsame Prü­fungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prü­fung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 25. Juli 2024

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