HEITRONICS Infrarot Messtechnik GmbH
Same addressManufacture of irradiation, electromedical and electrotherapeutic equipment
Basic information of the organization
Indicators extracted from public financial statements
Changes published in the official company registry
Legal representatives of the organization
| Name | Role |
|---|---|
Thomas Paulus since 11/26/2025 | Procura |
Lars Dr. Röhrig since 11/26/2025 | Procura |
Tobias Reger since 11/26/2025 | Procura |
Peter Weismüller since 11/26/2025 | Procura |
Jörg Frank Gehrmann since 11/26/2025 | Procura |
Gabriel Dr. Seiberth since 5/15/2025 | Procura |
Jan Zimmermann since 4/24/2025 | Procura |
Thomas Walter Klingner since 4/24/2025 | Procura |
Jan Schlingmann since 8/15/2023 | Procura |
Mario Degner since 7/8/2021 | Procura |
Martin Maier since 7/8/2021 | Procura |
Arash Aghabiglu since 6/1/2021 | Procura |
Andreas Schwabauer since 3/23/2021 | Procura |
Markus Klopfer since 3/23/2021 | Procura |
Rainer Schön since 2/12/2020 | Procura |
Harald Lothar Keller since 6/7/2019 | Managing Director |
Holger Merz since 1/7/2019 | Managing Director |
Martin Müller since 10/23/2017 | Procura |
Jork Rother since 9/7/2016 | Procura |
Herbert Ninaus since 3/24/2015 | Procura |
Andreas Dr. Quanz since 3/24/2015 | Procura |
Natural persons who ultimately own or control the company, resolved through the shareholder chain
| Name | Ownership |
|---|---|
EDAG Engineering GmbHSelf-held cycle | 100.00% |
Company ownership and partner structure
1 shareholder
GmbH structure
Companies in which this organization holds a direct stake
| Name | Ownership |
|---|---|
| No data available | |
Balance sheet accounts extracted from public financial statements
Profit and loss accounts extracted from public financial statements
| Account |
|---|
Official financial statements and annual reports
EDAG Engineering GmbHWiesbadenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 20231. Grundlagen 1.1. Geschäftsmodell Die EDAG Engineering GmbH, Wiesbaden (kurz: EDAG GmbH oder Gesellschaft) mit der obersten Muttergesellschaft in der EDAG Group, der EDAG Engineering Group AG, Arbon (Schweiz) (kurz: EDAG Group AG), ist gemeinsam mit ihren Tochterunternehmen einer der größten unabhängigen Engineering-Partner der Automobilindustrie für die Entwicklung von Fahrzeugen, Derivaten, Modulen und Produktionsanlagen. Der gesamte Unternehmensverbund wird im Folgenden als EDAG Group oder EDAG bezeichnet. Das Geschäft der EDAG Group ist in die Segmente Vehicle Engineering, Electrics/Electronics und Production Solutions gegliedert. Wir arbeiten nach dem Prinzip der fertigungsoptimierten Lösung. Das heißt, dass wir die Entwicklungsergebnisse immer auch auf die Anforderungen in der Produktion abstimmen. Der Branchenfokus liegt auf der Automobil- und der Nutzfahrzeugindustrie. Durch unser weltweit existierendes Netzwerk sind wir bei unseren Kunden vor Ort präsent. 1.1.1. Darstellung des Segments Vehicle Engineering Das Segment "Vehicle Engineering" (kurz: VE) beinhaltet Dienstleistungen entlang des automobilen Entwicklungsprozesses sowie die Verantwortung für Module, Derivate und Gesamtfahrzeuge. Wir bedienen die Kunden von der ersten Idee bis zum fertigen Prototypen. Das Segment gliedert sich in folgende Fachbereiche: Im Fachbereich Body Engineering werden alle Dienstleistungen wie Package & Ergonomie, Rohbau, Oberflächenkonstruktion (Surface-Entwicklung) sowie Interieur und Exterieur konzentriert. Dies schließt die Entwicklung von Tür-, Deckel- und Klappensystemen mit ein. Im Weiteren beschäftigt sich der Fachbereich Body Engineering mit neuen Technologien und Leichtbau- sowie Nutzfahrzeugentwicklung und der Entwicklung der Verglasung bis zur optischen Auslegung von Fahrzeugleuchten wie Scheinwerfern, Rück- und Kleinleuchten. Ergänzend zur Berechnung und Simulation arbeitet das Dimensional Management an der reproduzierbaren und geometrischen Qualität der Produkte. Einen immer größer werdenden Anteil nehmen in den Projekten das Schnittstellenmanagement und die Steuerung komplexer Modulentwicklungen ein. Als Entwicklungsdienstleister wird in den Phasen der Konzeption und Entwicklung von Produkten und Produktionsanlagen ein großer Einfluss auf den späteren CO 2 -Fußabdruck der Produkte der Kunden genommen. Ein Fachteam bietet vermehrt nachhaltige Lösungen an. Hierzu zählt ein Life Cycle Assessment des CO 2 -Fußabdrucks und der Umweltwirkungen, die Beratung hinsichtlich der Auswahl von Materialien, Antriebstechnologien und Leichtbaulösungen und der Dekarbonisierung in der Produktion und den gesamten Lieferketten. Der Fachbereich Vehicle Integration bietet unter anderem Leistungen von Engineering über Simulation bis hin zur Komponenten-, System- und Gesamtfahrzeugabsicherung für Automobile, aber auch Motorräder und Nutzfahrzeuge an. Der Bereich bildet das gesamte Spektrum der Energiesystem- und Antriebsstrangentwicklung bis zur Integration mit dazugehörigen Energiespeichersystemen (z. B. Batterie und Wasserstoff) ab und entwickelt unter anderem ein CO 2 sparendes und intelligentes Fahrwerk. Mittels computergestützter Entwicklung unterstützt die CAE (Computer Aided Engineering) die Produktentwicklung in der funktionalen Auslegung von Bauteilen und Systemen bis hin zu Gesamtfahrzeugen, welche dann für die Serienreife in unseren Prüflaboren die Absicherung der Funktionalität und Lebensdauertauglichkeit in allen Ausprägungen durchlaufen. Unser Bereich Models & Vehicle Solutions bietet ein umfassendes Leistungsspektrum, von Styling bis zur physischen Validierung von Fahrzeugen. Wir fertigen Erprobungsfahrzeuge, Teilaufbauten, Karosserien und individuelle Fahrzeug-Sonderumbauten. Zudem gehören wir zu den führenden Entwicklern in der Serienfertigung hochwertiger Wasserstoffspeichersysteme. Fortschritte und die Planung von MEGC- Großspeichern (Multiple Element Gas Container) gehen einher mit der steigenden Nachfrage nach sicheren Wasserstoffspeicherlösungen. Wir entwickeln unsere patentierte Befüllmethode weiter, um eine Steigerung von Effizienz und Sicherheit zu gewährleisten. Diese Innovation wird 2024 in den Serienprozess integriert und für unsere Kunden zugänglich gemacht. Gesamtfahrzeugentwicklungen sowie bereichsübergreifende Modulpakete, zum Teil mit internationaler Einbindung von Tochtergesellschaften, werden im Bereich Project Management gesteuert. Hier bieten wir Unterstützung von der Definition der Produktstrategie über die Konzeptentwicklung bis hin zur Serienentwicklung und Produktion an. Das Projektmanagement vernetzt und steuert alle beteiligten Entwicklungsbereiche intern wie extern und stellt somit den kontinuierlichen Reifegradfortschritt in der Entwicklung sicher. Genau wie die Kundenbeziehung nicht mit dem Geschäftsabschluss endet, endet der Produktentstehungsprozess nicht mit dem Produktionsstart (SOP). Der Bereich After Sales ist entscheidend sowohl bei der Markteinführung eines Produkts als auch während seines Lebenszyklus im Markt. Eine frühzeitige Integration von After- Sales-Anforderungen in den Produktentwicklungsprozess reduziert die Gesamtkosten und steigert die Kundenzufriedenheit. Unser After-Sales-Qualitätsmanagement optimiert Entwicklungs- und Produktionsprozesse, gewährleistet die Lieferantenqualifikation und stellt die Qualität unserer Produkte sicher. Die Technische Redaktion erstellt gesetzlich vorgeschriebene Dokumente und Literatur für alle Zielgruppen, während unser After Sales Digilab die Effizienz unserer Systeme maximiert und kundenspezifische Lösungen bereitstellt. 1.1.2. Darstellung des Segments Electrics/Electronics Das Leistungsportfolio im Segment "Electrics/Electronics" (kurz: E/E) gliedert sich in fünf Schwerpunktthemen, zu denen für alle relevanten Entwicklungsaufgaben in der Elektronikentwicklung und den aktuellen Herausforderungen der Mobilitätsindustrie umfassende Lösungen bereitgestellt werden. Namentlich sind dies Vehicle Electrics & Electronics, e-Drive & Energy Systems, Autonomous Drive & Safety, User Experience & User Functions und Mobility & Connected Services. Konsequentes Innovationsmanagement, der Einsatz agiler Entwicklungsprozesse und eine schnelle kundenorientierte Entwicklung sind die Basis für eine nachhaltige und hochqualitative Projektzusammenarbeit mit den Kunden. Der technische Vertrieb des Segments E/E verantwortet die Weiterentwicklung dieses Portfolios. Dazu werden Markttrends frühzeitig erkannt und entsprechend der Kundenbedarfe in das Leistungsportfolio aufgenommen. Die Struktur der Lieferorganisation des Segments E/E deckt mit einer laufend weiterentwickelten Kompetenzorganisation in vier Kompetenzbereichen sämtliche Entwicklungsleistungen ab, die für eine Gesamtfahrzeugentwicklung bzw. für eine Mobilitätslösung erforderlich sind. Die Projektabarbeitung erfolgt vermehrt standort- und segmentübergreifend in globalen Deliverymodellen. Der Bereich Systems Engineering entwickelt elektrische und elektronische Systeme sowie Funktionen bis hin zu gesamten E/E Architekturen. Hierbei entwickelt der Bereich auf Basis eines durchgängigen toolbasierten E/E Architektur-Entwicklungsprozesses innovative Domain- oder Service-orientierte Architekturen. Beginnend von der ersten Feature-Liste über die Topologie über das Bordnetz bis hin zur Integration in das entsprechende Fahrzeug unterstützt und entwickelt EDAG über alle Entwicklungsphasen bis hin zur Serie. Bei der Entwicklung elektronischer Systeme in allen relevanten Funktionsgruppen der E/E Architektur werden sowohl die Gesamtsysteme wie auch deren Bestandteile Sensorik, Aktorik und Steuerung betrachtet. Kernkompetenz ist die Steuerung des Entwicklungsprozesses durch die gesamte Entwicklung hindurch, wahlweise nach OEM- oder EDAG Prozessmodell. Während zu Beginn eher spezifizierende Tätigkeiten ausgeführt werden, verlagert sich der Aufgabenschwerpunkt mit fortschreitender Projektdauer hin zur Steuerung der Systemintegration und Systemvalidierung, um abschließend die Freigabe der marktreifen Systeme zu begleiten. Der Bereich Integration & Validation vereint die Kompetenzen in der funktionalen E/E Absicherung. Schwerpunkte sind hierbei die Erstellung von Teststrategien und Testspezifikationen für Tests der elektronischen Fahrzeugfunktionen und die zugehörige Testdurchführung. Diese Durchführung erfolgt von manuell bis hochautomatisiert in virtuellen Testumgebungen, im Labor, auf einem Testgelände oder auf der Straße. Zum Bereich gehören ebenso die Konzeption und Bereitstellung der erforderlichen Testtechnologie und Testinfrastruktur. Dazu werden auf die jeweiligen Testanforderungen optimierte Prüfstände entwickelt und aufgebaut. Weiterhin umfasst der Bereich sämtliche E/E-Themen rund um den Aufbau von Prototypen und Versuchsfahrzeugen. E/E Software & Digitalization entwickelt Hard- und Softwarekomponenten. Hierbei unterstützt EDAG entlang des kompletten Entwicklungszyklus von der Konzeptphase bis hin zur Serienproduktion und übernimmt die Verantwortung für sämtliche Entwicklungsaktivitäten. Entwicklung nach ASPICE-Standard in hochautomatisierten Toolketten und agilen Entwicklungsteams gehört zu den täglichen Herausforderungen, um eine effiziente Abarbeitung mit hoher Entwicklungsqualität in den Projekten sicherzustellen. Information Technology ist ein weiterer Fokus innerhalb Software & Digitalization. Hier werden im Kundenauftrag innovative Services und Dienste entwickelt. Schwerpunkte sind hierbei die Anbindung der Fahrzeuge an das Mobility Backend, Benutzer-Schnittstellen und die Entwicklung spezialisierter Tools für die Mobilitätsentwicklung. Agile Entwicklungsprozesse und ausgeprägte Technologieexpertise in speziellen Anwendungen im Bereich KI und Data Science gehören ebenfalls zum Leistungsportfolio der E/E. In ihrer übergreifenden Querschnittsfunktion gewinnen vermehrt die Kompetenzen im Bereich Safety & Security an Signifikanz. Ein Schwerpunktthema des Bereiches ist die funktionale Sicherheit entsprechend der Norm ISO 26262. Im gesellschaftlichen Streben nach Risikominimierung (Vision Zero) werden umfassende Sicherheitskonzepte erstellt, die auch die Infrastruktur und Überwachungsorgane wie Fahrzeugleitsysteme abdecken. Durch gesetzliche Regelungen für die Typzulassung von Fahrzeugen (UNECE R 155) und Standards wie die ISO/SAE 21434 gewinnt Cyber Security weiter an Bedeutung. Auch hier bietet EDAG ein breites, permanent weiter ausgebautes Leistungsportfolio an. Als wichtige Ergänzung des EDAG Leistungsportfolios fungiert das Process & Product Data Management (kurz PPDM). Mit dem fundierten kundenspezifischen Prozess- und Systemwissen steuert das PPDM projekt- und bereichsübergreifend alle Prozessabläufe und liefert dadurch zielgerichtete und transparente Ergebnisse, um die jeweiligen Meilensteine im Produktentstehungsprozess zu erreichen. Die PPDM-Dienstleistungen reichen dabei von den klassischen OEM-Aufgabengebieten, Bill Of Materials & Freigabenmanagement, Project Back Office Management, Versions- und Verbundmanagement, Erprobungsträger und Fahrzeugmanagement, über Homologation, Lokalisierungs- und Zertifizierungsmanagement. Die Tätigkeitsfelder Consulting & Strategie, Umweltmanagement und Life-Cycle-Steuerung runden dieses vielseitige Aufgabengebiet ab und liefern unseren Auftraggebern Ideen für eine stetige und effizientere Gestaltung ihrer operativen Methoden und Prozessabläufe. 1.1.3. Darstellung des Segments Production Solutions Das Segment "Production Solutions" (kurz: PS) - operativ durch die eigenständig agierende EDAG Production Solutions GmbH & Co. KG, Fulda, eine 100%ige Tochtergesellschaft der EDAG GmbH, deren internationale Tochtergesellschaften und Profitcenter dargestellt - übernimmt als ganzheitlicher Engineering-Partner an elf deutschen sowie an internationalen Standorten, vor allem in den USA, Indien, Ungarn und China, Verantwortung für die Entwicklung und Umsetzung von Smart Factorys. Neben der Abdeckung der einzelnen Phasen im Produktentstehungsprozess sowie aller Fachthemen rund um Fabriken und Produktionssysteme ist EDAG PS in der Lage, komplette Fabriken vom Consulting bis zum Generalübernehmer über alle Fachgewerke inklusive Querprozessen zu planen und zu realisieren. Die Methoden und Werkzeuge der Industrie 4.0 dienen als Grundlage für ein vernetztes Engineering zwischen den Prozessen der Produktentwicklung und dem Anlagenbau. EDAG PS ist in die Geschäftsfelder Automotive Solutions, Industrial Solutions und Smart City Solutions gegliedert. Der Bereich Automotive Solutions umfasst das langjährige Geschäftsfeld der EDAG PS. EDAG PS bietet ihren Kunden in der Automobilindustrie von der Planung bis zur virtuellen Inbetriebnahme ein umfassendes Portfolio. Mit der vollumfänglichen Produktionsentwicklungskompetenz werden alle Schnittstellen zwischen der Produktentwicklung, dem Produktionsengineering und dem Anlagenbau beherrscht. Im Fokus dieses Geschäftsfelds stehen die Herstell- und Machbarkeit des Produkts sowie die neuen Technologien innerhalb der Automobilindustrie. Die sogenannten Automotive "New Tech" Themen beinhalten alle Umfänge im Umfeld der Batterie, des E-Drives, der alternativen Antriebssysteme sowie der Nachhaltigkeit. Ein weiteres Fokusthema des Bereichs stellt das mechatronische Engineering im Karosseriebau, der Endmontage und der Komponente dar. Ziel ist es, durch Standardisierung und Automatisierung die Stunden je Fabrik, Produktionslinie und Produktionszelle im Engineering-Prozess zu reduzieren. Die funktionalen Anforderungen werden von der digitalen über die virtuelle zur realen Produktionslinie mithilfe der Möglichkeiten der "Digitalen Fabrik" sichergestellt und umgesetzt. Um den Anforderungen der Kunden Rechnung zu tragen, entwickeln die Ingenieurteams realistische 3D-Simulationszellen, in denen die Planung, die Konstruktion sowie die technologischen Konzepte mechanisch und elektrisch in Einklang mit den Prozessanforderungen implementiert und abgesichert werden. Die frühzeitige Einbindung während der Engineering-Prozesse ermöglicht die systematische Verbesserung von Produktionsprozessen und den optimierten Anlauf (Ramp-up) der Produktion. Im Bereich Industrial Solutions werden ganzheitlich und unabhängig Produktionslösungen entwickelt, digital abgesichert und umgesetzt. Angefangen von der Analyse und Beratung über die Planung und die Entwicklung bis hin zur Realisierung der Produktionsanlagen werden die Kunden der allgemeinen Industrie entlang des Produkt- und Produktionsentstehungsprozesses begleitet. Die wesentlichen Dienstleistungen in diesem Geschäftsfeld sind die Elemente der Smart Factory: fertigungsgerechte Produktgestaltung, abgestimmte technische Gebäudeausrüstung und Gebäudeplanung, individuelle Produktionslösungen, Vernetzung durch smarte Logistik, Digitalisierung und Vernetzung in der Produktion, digitale Lösungen für Kollaboration, Training und Innovation sowie der digitale Zwilling in der Smart Factory. Dadurch bezweckt EDAG PS für ihre Kunden eine optimale Prozesssicherheit, eine nachhaltige Fabrikinfrastruktur, eine Erhöhung der Produktivität, Supply Chain Excellence, Komplexitätssteuerung sowie eine Entscheidungsabsicherung und Verkürzung der Projektlaufzeit. Das Leistungsportfolio wird durch den Prozessberatungs- und CAx-Entwicklungsfachbereich "Feynsinn" komplettiert. Hier werden IT-gestützte Abläufe und Methoden sowie Software für Produktdesign, Entwicklung, Produktion und Marketing entwickelt. Weiterhin bietet Feynsinn Beratung, Konzept- und Realisierungsdienstleistungen rund um Visualisierungstechnologien an. Schulungsangebote runden das EDAG PS Portfolio in dem Bereich Industrial Solutions ab. Neben den beiden Kerngeschäftsfeldern findet die parallele Entwicklung des Geschäftsfelds Smart City Solutions statt, das die Digitalisierung und Vernetzung im öffentlichen Raum voranbringt. Im Fokus dieses Geschäftsfelds stehen die intelligenten Vernetzungslösungen Smart Mobility, Smart Infrastructure, Smart People und Smart Government. Mit diesen Vernetzungslösungen unterstützt EDAG PS Städte und Kommunen dabei, den Personen- und Warenverkehr zu vernetzen, Informationen der Stadt aufzunehmen und zusammenzuführen, Menschen zur Digitalisierung zu befähigen sowie Prozesse zu digitalisieren und Datenschnittstellen zu verbinden. 1.2. Unternehmensinternes Steuerungssystem Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung, die die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zum Ziel hat, erfordert den Einsatz eines Steuerungssystems. Die Steuerung der Einzelgesellschaften unterliegt den gleichen Grundsätzen wie die des Konzerns und erfolgt auf Basis der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind. EDAG hat hierzu konzerninterne Regelungen zu den Themen Compliance und Risikomanagement aufgestellt sowie finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen definiert, die das Wertesystem, die Leistungsfähigkeit und den Erfolg des Unternehmens abbilden. Nachfolgend werden zunächst der Steuerungsprozess und anschließend die Schlüsselkennzahlen der EDAG Group erläutert. Ausgangspunkt für die Steuerung der EDAG Group ist die einmal jährlich aufgestellte Budget- und Mittelfristplanung. Sie dient der Abbildung und Absicherung der definierten Ziele und langfristigen Strategien und zwar sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Dazu werden die Markt- und Segmententwicklungen aufgezeigt, d. h. neben den fest kontrahierten Aufträgen werden die möglichen Auftragseingänge geschätzt und hieraus Ziele für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung Top-Down abgeleitet. Im Gegenstromverfahren werden diese groben Rahmenpläne zunächst Bottom-Up auf Machbarkeit geprüft und anschließend in Teilplänen konkretisiert (Kapazitäts-, Personal-, Investitions- und Kostenplanung). Dabei wird das erste Jahr als Budget verbindlich über einzelne Monate ausgeplant. Dieses Budget wird monatlich den realisierten Ist-Zahlen gegenübergestellt, und Abweichungen werden analysiert. Soweit erforderlich, werden Maßnahmenpläne zur Absicherung der budgetierten Ziele erstellt. Unter Berücksichtigung der bereits realisierten Ist-Werte, der aktuellen Einschätzungen für das Restjahr und der gemeldeten Chancen und Risiken werden - wenn erforderlich - die Schätzungen für das laufende Geschäftsjahr in einem Forecast angepasst. Die Validität und Erreichbarkeit der operativen Vorgaben für das laufende Geschäftsjahr stehen also im Mittelpunkt der unterjährigen Steuerung. Zur Umsetzung des Steuerungsprozesses bei der EDAG GmbH sind folgende zentrale Schlüsselkennzahlen definiert:
Der Umsatz ist das finanzielle Abbild unseres Markterfolges. Das adjusted EBIT, das heißt das Ergebnis vor Steuern und Zinsen - bereinigt um Sondereffekte - bildet den wirtschaftlichen Erfolg unserer Geschäftstätigkeit ab und ist die zentrale Steuerungsgröße der Gesellschaft. Die adjusted EBIT-Marge ist das Verhältnis des bereinigten operativen Ergebnisses (adjusted EBIT) zum Umsatz und dient dem Performancevergleich zwischen den Segmenten, Tochtergesellschaften, Fachbereichen und Profit Centern. Flankierend zu den zentralen Schlüsselkennzahlen werden die folgenden Steuerungsgrößen analysiert:
1 "Umsatz" wird im Folgenden im Sinne von
Gesamtleistung laut GuV verwendet.
Sales Pipeline, Auftragseingang und Auftragsbestand dienen als Frühindikatoren für sich verändernde Marktanforderungen und Nachfrageverhalten sowie als Indikatoren für die erwarteten Umsätze der Folgequartale. Wir überwachen damit einerseits die Reichweite unserer vorhandenen Aufträge und steuern andererseits unseren Vertrieb, um so die zukünftigen Marktpotenziale bestmöglich auszuschöpfen. Die Anzahl der Beschäftigten ist eine Messgröße zur Zielerreichung des angestrebten Wachstums. Hierbei gilt es nicht nur die Anzahl der Neueinstellungen nach Fachbereichen und Standorten im Blick zu haben, sondern auch die Fluktuation zu überwachen. Die Produktivität ist definiert als Quotient aus Stunden, die für die Abarbeitung von Kundenprojekten angefallen sind, und den verfügbaren Arbeitsstunden unserer Beschäftigten. Sie zeigt Auslastungsspitzen bzw. freie Kapazitäten auf und ist damit ein wichtiger Bestandteil unserer Fachbereiche und standortübergreifenden Ressourcensteuerung. Die Altersstruktur des Forderungsbestands betrachtet alle noch nicht bezahlten Ausgangsrechnungen, sprich Forderungen gegen unsere Kunden. Hier schauen wir insbesondere auf überfällige Positionen, um frühzeitig agieren und potentielle Zahlungsausfälle vermeiden zu können. Um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, ist es wichtig, Investitionen zielgerichtet vorzunehmen. Monatlich wird deren Entwicklung gegenüber der Planung berichtet und die Einhaltung des Budgets überwacht. 1.3. Forschung und Entwicklung Forschung und Entwicklung definiert per se die Geschäftstätigkeit der EDAG. Das Innovationsmanagement hat bei EDAG daher einen hohen Stellenwert. Mit unseren Innovationsprojekten bieten wir unseren Kunden, den Entwicklungs- und Produktionsbereichen von Automobilherstellern, Start-ups und Systemlieferanten, aber auch non-automotive Kunden konkrete Ideen und Kooperationsmöglichkeiten, um diese bei der Entwicklung neuer Produkte, Technologien und Konzepte für die Mobilität der Zukunft zu unterstützen und zu einer Zusammenarbeit zu motivieren. Auch wenn das Jahr 2023 sehr stark durch die enormen Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) geprägt war, haben auch andere Trends wie z. B. Alternative Antriebe, Virtual & Augmented Reality, Autonomes Fahren, Nachhaltigkeit, industrieller 3D-Druck oder neue Werkstoffe weitreichenden Einfluss auf die permanenten Änderungen des Produkts Automobil, um es mit den ökologischen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen aufzunehmen. Diesen stetigen Wandel gestaltet EDAG als einer der weltweit führenden unabhängigen Ingenieurdienstleister der globalen Automobilindustrie aktiv mit. Wesentliche Erfolgsfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der EDAG sind die Innovationsorientierung, das Know-how und die Motivation der EDAG Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche sich in virtuellen Teams in die Forschung und Entwicklung einbringen können. In 2023 haben wir in 35, überwiegend parallel laufenden Innovations- und Pilotprojekten übergreifend nahezu 350 Fachexperten aktiv eingebunden. Mit Hilfe der Innovationsfelder im Bereich Innovationsmanagement können sich die Divisionen der EDAG mit ihrem Technologie-, Kompetenz- und Kapazitätsportfolio strategisch an den veränderten Marktbedingungen ausrichten und im Rahmen der Matrixorganisation in Innovationsprojekten interdisziplinär zusammenarbeiten. Future Mobility, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Autonomes Fahren und Smart City sind nur einige der Innovationstreiber, an denen wir unsere Schwerpunkte in Forschung und Entwicklung ausrichten. Zusätzlich zu unserem internen Netzwerk pflegen wir die enge Zusammenarbeit mit führenden deutschen und internationalen Forschungseinrichtungen, Partnern und Hochschulen. Wir beschäftigen uns mit den wichtigen Zukunftsthemen der Branche. Dafür haben wir die vier Innovationsfelder im Innovationsmanagement bereits in der Vergangenheit etabliert und reflektieren regelmäßig deren Ausrichtung:
In interdisziplinären Teams mit unseren Kollegen aus den verschiedenen Fachabteilungen entwickeln wir Lösungsansätze, Konzepte und Strategien und bauen fachliche Kompetenzen aus. Mit Hilfe der Innovationsfeld-Leiter als Budget-Owner des Innovationsmanagements sowie der in den Divisionen intern verankerten Entwicklern und Fachexperten können in der Matrixorganisation gezielt neue Innovationsenabler identifiziert, Aktionsräume geschaffen sowie Innovationsprojekte initiiert und realisiert werden. Im Team des Innovationsmanagements werden in enger Abstimmung mit dem Vertrieb zukünftige Bedürfnisse unserer Kunden erkannt und entsprechend neue Konzepte, Lösungsansätze und Engineering-Angebote erarbeitet. Das Know-how zu Innovationsthemen wird durch unsere Innovationsfeld-Leiter fachbereichsübergreifend strukturiert und durch den permanenten Austausch mit allen Fachabteilungen der EDAG interaktiv geteilt. Damit stärken wir die Wissensgewinnung und den Wissensaustausch. Gleichzeitig ermöglichen wir den Zugriff auf internes und externes Know-how. Die Fähigkeit von EDAG, Fahrzeug- und Systemtechnologien zu definieren, zu spezifizieren und zu entwickeln, ist die Basis unserer Technologiekompetenz und unserer Reputation im Markt. Die hierfür erforderliche standortübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der EDAG Group ist der Motor für Innovationen. Im Berichtsjahr wurden Aufwendungen für Forschung und Entwicklung innerhalb der EDAG GmbH in Höhe von 9.770 TEUR (2022: 10.845 TEUR) erbracht. Wie im Vorjahr wurden keine Entwicklungskosten aktiviert. 2. Wirtschaftsbericht 2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2.1.1. Rahmenbedingungen und gesamtwirtschaftliche Entwicklung Gemäß der letzten Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom 30. Januar 2024 ist die Weltwirtschaft im Jahr 2023 um rund 3,1 Prozent gewachsen (2022: 3,5 Prozent). Wie aus der Verteilung der Umsatzerlöse nach Kontinenten im Kapitel "Umsatzerlöse" im Anhang abgeleitet werden kann, ist für die EDAG Group sowie im Wesentlichen auch für die EDAG GmbH insbesondere die Entwicklung folgender Absatzmärkte relevant: Nach der ersten Schätzung registrierten die Konjunkturexperten des IWF für Deutschland im abgelaufenen Jahr 2023 einen Rückgang der Wirtschaft. Die deutsche Wirtschaftsleistung ist demnach im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent zurückgegangen (2022: 1,8 Prozent Wachstum). Für die Eurozone registrierte der IWF für das vergangene Jahr eine Steigerung um 0,5 Prozent (2022: 3,4 Prozent). Die US-Wirtschaft ist gemäß dieser Schätzung in 2023 um 2,5 Prozent gewachsen (2022: 1,9 Prozent). China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, hat im letzten Jahr um 5,2 Prozent zugelegt (2022: 3,0 Prozent). Für die Prognosen für das laufende Jahr 2023 verweisen wir auf das Kapitel 3.2 "Prognose" im Lagebericht. 2.1.2. Entwicklung der Automobilindustrie Im Jahr 2023 kam es laut VDA (Stand: Januar 2024) zu einem Anstieg bei den verkauften Neuwagen in Deutschland. Die Zahl lag mit 2,8 Mio. Einheiten 7,3 Prozent über dem Vorjahr (2,7 Mio. Einheiten). Der weltweite Absatz an Personenkraftwagen (ohne Light-Vehicle) beläuft sich nach Schätzung von Morgan Stanley vom 11. Dezember 2023 auf knapp 72 Mio. Fahrzeuge (Vorjahr knapp 69 Mio. Fahrzeuge). Der europäische Automobilmarkt (EU-28 + EFTA + Großbritannien) verzeichnete in 2023 laut VDA eine bedeutsame Erholung. Die Zahl der Neuzulassungen erhöhte sich um 13,7 Prozent von 11,3 Mio. auf 12,8 Mio. Einheiten. Die fünf größten Einzelmärkte wuchsen dabei unterschiedlich stark: Während die Neuzulassungen im Jahr 2023 in Deutschland um 7,3 Prozent gestiegen sind, zeigten die Märkte in Italien (+ 18,9 Prozent), Großbritannien (+ 17,9 Prozent), Frankreich (+ 16,1 Prozent) und Spanien (+ 16,7 Prozent) deutlich zweistellige Wachstumsraten und wuchsen damit überproportional im Vergleich zum europäischen Automobilmarkt insgesamt. In Deutschland ist das Jahr 2023 bei den Neuzulassungen der Elektro-Pkw mit einem Rückgang von fast 16 Prozent erstmals rückläufig. Wesentliche Ursache für diese Entwicklung ist die Halbierung der Neuzulassungszahlen bei PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicles) mit einem Rückgang von gut 52 Prozent, in welchen sich die seit dem 1. Januar 2023 entfallene Förderung der PHEV widerspiegelt. Demgegenüber konnten die BEV (Battery Electrical Vehicles) in 2023 ein Wachstum der Neuzulassungen um 11 Prozent verzeichnen. Mit diesem zweistelligen Wachstum verbleiben die BEV-Neuzulassungen weiterhin auf einem hohen Niveau, jedoch fällt diese Wachstumsdynamik im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2022: +32 Prozent) deutlich schwächer aus. Durch den Rückgang der Zulassungszahlen der Elektro-Pkw und den allgemeinen Anstieg des Gesamtmarktes sank der Anteil der Elektro-Pkw in 2023 mit einem Absatz von 699.943 Fahrzeugen (Vorjahr 832.652) auf 24,6 Prozent (Vorjahr: 31,4 Prozent), bezogen auf die insgesamt abgesetzten Pkw. Benzingetriebene Pkw konnten von der allgemeinen Marktbelebung profitieren und sowohl die absoluten Verkaufszahlen auf 978.660 Pkw (Vorjahr: 863.445) wie auch den Marktanteil auf 34,4 Prozent (Vorjahr: 32,6 Prozent) steigern. Bei dieselgetriebenen Fahrzeugen wurde eine leichte Zunahme der absoluten Verkaufszahlen auf 486.581 Fahrzeuge (Vorjahr 472.274) registriert, wobei der Anteil an den insgesamt abgesetzten Pkw auf 17,1 Prozent (Vorjahr 17,8 Prozent) zurückging. In den USA entwickelte sich das Volumen des Light-Vehicle-Marktes (Pkw und Light Trucks) in 2023 dynamisch und stieg, verglichen mit dem Vorjahr, um 12 Prozent auf rund 15,5 Mio. Fahrzeuge. Trotz des signifikanten Wachstums liegt der Light-Vehicle-Markt allerdings noch immer knapp 9 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019. In China stieg die Zahl der abgesetzten Neufahrzeuge in 2023 auf 21,7 Mio. Einheiten, was einem Marktwachstum von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ein Anstieg des Marktvolumens lässt sich für 2023 auch in Indien (+ 8 Prozent), Japan (+ 16 Prozent) und Brasilien (+ 11 Prozent) beobachten. 2.1.3. Entwicklung des Engineering-Marktes Der Automobilmarkt befindet sich weiterhin im Wandel und unterliegt großen strukturellen Veränderungen. Innovationstreiber wie z. B. Autonomes und Vernetztes Fahren, Digitalisierung, Elektromobilität, Virtual & Augmented Reality, Nachhaltigkeit und die immer weiter fortschreitende Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz entfalten ihre Wirkung weltweit und beeinflussen auch den Markt für Entwicklungsdienstleistungen (EDL). Gleichzeitig kommt es zu veränderten Kundenbedürfnissen und politischen Unwägbarkeiten. Diese Trends sorgen für eine weiterhin hohe Dynamik, welche für den EDL-Markt sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringt. Kurzfristig ergibt sich aufgrund von Budgetverschiebungen und Neupriorisierung von Investitionsentscheidungen auf der Kundenseite ein unverändert volatiles Marktumfeld. Mittel- und langfristig wird ein Anstieg der Entwicklungsaufwendungen, primär im Bereich Software und Elektrifizierung, erwartet. Dabei treibt die deutsche Automobilindustrie die klimaneutrale Mobilität, gemäß VDA, mit massiven Investitionen voran. Allein für den Zeitraum der Jahre 2024 bis 2028 wird erwartet, dass die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie weltweit rund 280 Mrd. EUR in Forschung und Entwicklung investieren werden, vor allem in die Elektromobilität inklusive Batterietechnik, Autonomes Fahren und die Digitalisierung. Hinzu kommen ca. 130 Mrd. EUR Investitionen in den Umbau von Werken. Der Engineering-Markt wird von dieser Entwicklung profitieren. 2.2. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 2.2.1. Ertragslage Im Berichtsjahr konnte die EDAG GmbH einen Auftragseingang in Höhe von 632,0 Mio. EUR erzielen, was gegenüber dem Vorjahr (2022: 615,8 Mio. EUR) einer Zunahme von 16,2 Mio. EUR entspricht. Diese Entwicklung führte erneut zu einem historischen Höchstwert beim Auftragseingang. Der Umsatz2 stieg in 2023 aufgrund der anhaltend positiven wirtschaftlichen Entwicklung und der Zunahme der Auftragseingänge deutlich um 43,5 Mio. EUR auf 637,1 Mio. EUR an (2022: 593,6 Mio. EUR). Dies entspricht einer Steigerung von 7,3 Prozent. Der Zukauf von Material und Dienstleistungen stieg um 7,6 Prozent auf 105,3 Mio. EUR an. Dennoch liegt die Material- und Dienstleistungsaufwandsquote mit 16,5 Prozent weiterhin auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (2022: 16,5 Prozent). Der Personalaufwand der EDAG GmbH stieg gegenüber dem Vorjahr um 38,9 Mio. EUR auf 398,0 Mio. EUR (2022: 359,1 Mio. EUR), insbesondere durch einen Anstieg des Personalbestands und Gehaltsanpassungen. Der stichtagsbezogene Personalbestand (Mitarbeitende inklusive Auszubildende und dual Studierende) beträgt zum Jahresende 5.280 Mitarbeitende (2022: 5.122 Mitarbeitende). Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich 5.221 Mitarbeitende (2022: 4.970 Mitarbeitende) beschäftigt. Die Abschreibungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Mio. EUR auf insgesamt 29,5 Mio. EUR (2022: 28,3 Mio. EUR) leicht zu. Die sonstigen betrieblichen Erträge nahmen im Berichtsjahr um 1,8 Mio. EUR zu und belaufen sich auf 23,8 Mio. EUR. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge ist im Wesentlichen auf Zuwendungen der öffentlichen Hand zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Berichtsjahr von 106,3 Mio. EUR auf 107,9 Mio. EUR leicht gestiegen. Die Quote für sonstige betriebliche Aufwendungen in Bezug zum Umsatz reduzierte sich auf 16,9 Prozent (2022: 17,9 Prozent). Trotz eines um 36,0 Mio. EUR auf 531,8 Mio. EUR gestiegenen Rohertrags (2022: 495,7 Mio. EUR) sinkt das EBIT im Berichtsjahr vor allem aufgrund des gestiegenen Personalaufwands um -3,9 Mio. EUR auf 20,2 Mio. EUR (2022: 24,1 Mio. EUR). Im Berichtsjahr wird eine positive EBIT-Marge von 3,2 Prozent ausgewiesen (2022: 4,1 Prozent). Das um die Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwerts (13,1 Mio. EUR) adjusted EBIT beträgt im Berichtsjahr 33,3 Mio. EUR (2022: 37,2 Mio. EUR); die adjusted EBIT-Marge beläuft sich im Berichtsjahr auf 5,2 Prozent (2022: 6,3 Prozent). Das Finanzergebnis beträgt 15,5 Mio. EUR (2022: 7,3 Mio. EUR). Das im Finanzergebnis enthaltene Beteiligungsergebnis in Höhe von 10,2 Mio. EUR erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr (2022: 5,4 Mio. EUR) um 4,8 Mio. EUR, was der positiven Ergebnisentwicklung von Tochtergesellschaften zu verdanken ist. Das Zinsergebnis liegt mit 5,3 Mio. EUR deutlich über dem Niveau des Vorjahres (2022: 1,9 Mio. EUR). 2 "Umsatz" wird im Folgenden im Sinne von Gesamtleistung laut GuV verwendet. Der Ertragsteueraufwand des Berichtsjahres liegt mit 1,6 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau (2022: 0,4 Mio. EUR). Der an die EDAG Engineering Holding GmbH abzuführende Gewinn des Berichtsjahres beläuft sich auf 34,1 Mio. EUR (2022: 30,9 Mio. EUR). Die Geschäftsentwicklung war im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt zufriedenstellend. Die im Lagebericht des Vorjahres erwarteten Bandbreiten bezogen auf das adjusted EBIT (rund 4 Prozent bis 7 Prozent) und die Steigerung des Umsatzes (Erhöhung um rund 4 Prozent bis 7 Prozent) sind eingetreten. 2.2.2. Finanz- und Vermögenslage Die Bilanzsumme der EDAG GmbH erhöhte sich im Berichtszeitraum um 9,4 Mio. EUR (Zunahme um 1,7 Prozent) auf 564,0 Mio. EUR. Auf der Aktivseite verminderte sich das Anlagevermögen um 4,7 Mio. EUR auf 171,0 Mio. EUR. Hierbei kommen gegenläufige Effekte zum Tragen. Zum einen reduzierten sich die immateriellen Vermögensgegenstände, im Wesentlichen durch die planmäßige Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts um 13,1 Mio. EUR. Zum anderen erhöhten sich die Sachanlagen aufgrund von die planmäßigen Abschreibungen übersteigenden Zugänge, im Wesentlichen durch zusätzliche in Bau befindliche Anlagen in Zusammenhang mit der Errichtung eines Kompetenzzentrums für Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) in Fulda und eines neuen Simulator-Zentrums in Wolfsburg. Im Umlaufvermögen zeigen sich die wesentlichen Erhöhungen bei den Vorräten sowie bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen, wohingegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit 88,6 Mio. EUR leicht unter Vorjahresniveau (2022: 90,6 Mio. EUR) liegen. Die Vorräte belaufen sich auf 17,7 Mio. EUR (Vorjahr: 0,0 Mio. EUR). Die Erhöhung ist darauf zurückzuführen, dass sich zum Bilanzstichtag im Gegensatz zum Vorjahr nach Verrechnung der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen mit den Vorräten ein positiver Saldo ergibt. Diese Entwicklung resultiert vor allem aus dem Fortschritt in der Bearbeitung von Projekten, für die im Vorjahr Anzahlungen geleistet worden waren. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen um 14,2 Mio. EUR auf nunmehr 186,2 Mio. EUR (2022: 172,1 Mio. EUR), vor allem bedingt durch zusätzliche an den Gesellschafter gewährte Darlehen. Die flüssigen Mittel sanken im Vergleich zum Vorjahr, verbleiben mit 83,7 Mio. EUR jedoch weiterhin auf hohem Niveau (2022: 99,5 Mio. EUR). Auf der Passivseite blieb das Eigenkapital infolge des bestehenden Gewinnabführungsvertrags mit der EDAG Engineering Holding GmbH, München unverändert. Das Fremdkapital erhöhte sich um 9,6 Mio. EUR. Dieser Anstieg resultiert aus gegenläufigen Veränderungen. Zum Bilanzstichtag werden im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der vollständigen Verrechnung mit den Vorräten keine erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen ausgewiesen (2022: 25,3 Mio. EUR). Demgegenüber haben sich die Rückstellungen um 8,0 Mio. EUR vor allem aufgrund gestiegener Rückstellungen im Personalbereich auf 72,5 Mio. EUR erhöht (2022: 64,6 Mio. EUR). Die Erhöhung der Personalrückstellungen steht vor allem in Zusammenhang mit gestiegenen Rückstellungen für Grafitikationen respektive Sonderzahlungen (17,6 Mio. EUR; 2022: 8,2 Mio. EUR). Ferner haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 21,7 Mio. EUR auf 142,4 Mio. EUR erhöht (2022: 120,8 Mio. EUR). Diese Veränderung steht maßgeblich in Zusammenhang mit der partiellen Tilgung fälliger Tranchen (80,5 Mio. EUR) des seit 2018 bestehenden Schuldscheindarlehens im Juli 2023 einerseits und der gleichzeitigen Neuaufnahme eines weiteren Schuldscheindarlehens mit langfristigen Laufzeiten in Höhe von 100 Mio. EUR andererseits. Gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich die Verbindlichkeiten zum Abschlussstichtag im Vergleich zum Vorjahr von 42,1 Mio. EUR um 5,3 Mio. EUR auf 47,4 Mio. EUR erhöht. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen durch höhere Verbindlichkeiten aus der Ergebnisabführung an die Muttergesellschaft bedingt (2023: 34,1 Mio. EUR; 2022: 30,9 Mio. EUR). Im Berichtsjahr wurde auf Grundlage der dargestellten Entwicklungen ein positiver Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 17,0 Mio. EUR erzielt (2022: 6,8 Mio. EUR). Die Verbesserung ist vor allem auf eine Verringerung des Working Capitals zurückzuführen. Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit beläuft sich im Berichtsjahr auf -18,4 Mio. EUR (2022: -22,1 Mio. EUR). Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen lagen im Berichtsjahr bei 25,9 Mio. EUR (2022: 25,7 Mio. EUR). Weiterhin wurden Einzahlungen aus Beteiligungserträgen in Höhe von 6,4 Mio. EUR (2022: 3,1 Mio. EUR) realisiert. Vor dem Hintergrund der obigen Ausführungen wird für das Berichtsjahr ein Free Cash-Flow (Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit) in Höhe von -1,4 Mio. EUR (2022: -15,3 Mio. EUR) ausgewiesen. Aus der Finanzierungstätigkeit wurde ein Mittelabfluss von 14,5 Mio. EUR (2022: Mittelabfluss 6,5 Mio. EUR) verzeichnet. Hier sind Auszahlungen aus der Gewinnabführung an den Gesellschafter in Höhe von 30,9 Mio. EUR (2022: 8,1 Mio. EUR) sowie Auszahlungen aus der Vergabe von Finanzkrediten an verbundene Unternehmen in Höhe von 20,4 Mio. EUR (2022: 12,8 Mio. EUR) enthalten. Ferner werden Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten in Höhe von 80,5 Mio. EUR ausgewiesen (2022: 0,7 Mio. EUR), die im Zusammenhang mit der Rückzahlung einer im Berichtsjahr fälligen Tranche des ursprünglichen Schuldscheindarlehens zusammenhängen. Gegenläufig erfolgten Einzahlungen aus der Aufnahme eines neuen Schuldscheindarlehens in Höhe von 100 Mio. EUR. Etwaige Aus- und Einzahlungen aus der Vergabe von Finanzkrediten an verbundene Unternehmen werden entgegen des DRS 21.46 nicht unter dem Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit gezeigt, sondern im Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit. Ebenfalls werden etwaige Cash-Pool Verbindlichkeiten unter diesem Posten aufgeführt und nicht wie gemäß DRS 21.34 gefordert im Finanzmittelfonds. Zum Berichtsstichtag bestehen nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 100,5 Mio. EUR (2022: 100,9 Mio. EUR). Die Geschäftsführung beurteilt die wirtschaftliche Lage der EDAG GmbH insgesamt als gut. Mit einer Eigenkapitalquote von 44,1 Prozent steht das Unternehmen auf einer soliden finanziellen Basis und konnte seinen Zahlungsverpflichtungen im Berichtszeitraum jederzeit nachkommen. 2.3. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Die EDAG GmbH überprüft kontinuierlich das Arbeitsumfeld ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und entwickelt es weiter. Neben einem marktgerechten Gehaltsgefüge liegt ein weiterer Fokus auf der Förderung nichtmonetärer Komponenten, u.a. in den Bereichen Weiterbildung, individuelle Karriereplanung, flexible Arbeitszeitmodelle, Gesundheitsmanagement sowie Arbeitssicherheit und Umweltschutz. 2.3.1. Anzahl der Mitarbeitenden Am 31. Dezember 2023 beschäftigte die EDAG GmbH 5.280 Mitarbeitende (2022: 5.122), davon 210 (2022: 173) Auszubildende und dual Studierende. 2.3.2. Altersstruktur und Betriebszugehörigkeit Die EDAG GmbH verfolgt neben der Qualifizierung der Beschäftigten auch das Ziel einer diversifizierten Belegschaft. Eine Mischung aus erfahrenen und jungen Beschäftigten ist ein fester Bestandteil der Personalstrategie. Das Durchschnittsalter von 38,2 Jahren (2022: 38,2 Jahren) repräsentiert ein junges und dynamisches Team. Die hohe durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 7,7 Jahren (2022: 7,6 Jahren) ist ein Indiz für deren Zufriedenheit und Identifikation mit dem Unternehmen. Zum Berichtsstichtag betrug die freiwillige Fluktuationsquote unverändert zum Vorjahr 12,6 Prozent (31. Dezember 2022: 12,6 Prozent). 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1. Chancen- und Risikobericht 3.1.1. Risikopolitik Die EDAG GmbH ist ein global aufgestelltes und international operierendes Unternehmen. Jedes unternehmerische Handeln eröffnet neue geschäftliche Chancen, aber auch eine Vielzahl von Risiken. Um Wachstum, Profitabilität, Effizienz und nachhaltiges Handeln auch in Zukunft realisieren zu können, ist die Risikopolitik der EDAG GmbH darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und darüber hinaus den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Unternehmerischer Erfolg setzt voraus, dass Chancen wahrgenommen und optimal genutzt werden. Risiken müssen frühzeitig erkannt, bewertet und proaktiv gesteuert werden, sofern damit eine angemessene Wertsteigerung erzielt werden kann. Bestandsgefährdende Risiken sind zu vermeiden. Unter Risiken verstehen wir alle Ereignisse und mögliche Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Unternehmens, die sich negativ auf den geplanten wirtschaftlichen Erfolg auswirken können. Risiken, die sich nicht direkt in Zahlen messen lassen, wie z. B. Reputationsrisiken, finden mit dieser Begriffsbestimmung ebenfalls Beachtung. Als Chancen verstehen wir die Möglichkeiten, aufgrund von Ereignissen, Entwicklungen oder Handlungen positive Abweichungen von den geplanten Zielen zu realisieren. 3.1.2. Risikomanagement und Internes Kontrollsystem Ein dauerhafter Erfolg unseres Unternehmens hängt ebenfalls davon ab, wie frühzeitig wir Risiken und auch Chancen aus unserer operativen Tätigkeit identifizieren und wie vorausblickend wir diese steuern. Verantwortungsvolles Handeln mit Risiken und Chancen wird in der EDAG Group durch das interne Kontrollsystem und ein umfassendes Risikomanagement-System unterstützt. 3.1.2.1. Internes Kontrollsystem Das Interne Kontrollsystem (kurz: IKS) ist die Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten, die das Ziel haben, die Genauigkeit des Rechnungswesens zu gewährleisten und die Ordnungsmäßigkeit und die Wirksamkeit sicherzustellen. In Deutschland existiert ein zentrales Shared-Service-Center bei der EDAG GmbH für alle deutschen Gesellschaften. Inhaltlich bildet es Informationen ab, die rechnungslegungsbezogene Daten genauso wie wesentliche Performance-Indikatoren sowie Chancen und Risiken enthalten. Dazu werden monatlich von den Tochtergesellschaften entsprechende Informationen zeitnah und standardisiert angefragt und in den Konzernfachabteilungen plausibilisiert, zusammengefasst und der Geschäftsführung präsentiert. Der rechnungslegungsbezogene Teil des Berichtswesens besteht im Wesentlichen aus den Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften, die nach dem jeweiligen Landesrecht erstellt und für Zwecke des Konzernabschlusses der EDAG Engineering Group AG unter Beachtung der Konzern-, Bewertungs- und Bilanzierungsrichtlinien in IFRS übergeleitet und quartalsweise konsolidiert werden. Neben der Kommentierung der wirtschaftlichen Geschäftsentwicklung konzentrieren wir uns bei den Performance-Kennzahlen auf zukünftige marktbezogene Informationen sowie auf die Personalentwicklung und -produktivität. Besondere Anforderungen ergeben sich durch unser Projektgeschäft. Mittels sogenannter Projekt-Lenkungsausschüsse wird diesen Rechnung getragen. Darüber hinaus ist ein Projektannahmeprozess etabliert. Je nach Angebotsvolumen gilt es, bestimmte Abläufe und Regularien einzuhalten, die in entsprechenden Richtlinien beschrieben sind. Sobald maßgebende Bedingungen erfüllt sind, werden vor einer bindenden Angebotsabgabe bzw. dem Vertragsabschluss die kaufmännischen und vertraglichen Inhalte von möglichen Aufträgen detailliert durch Spezialisten unterschiedlicher Fachabteilungen geprüft und der Geschäftsleitung präsentiert. Ziel dieses Vorgehens ist es, die Hereinnahme nicht beherrschbarer Risiken zu vermeiden. Dieses Vorgehen setzt damit bereits vor der Entstehung von Risiken an, indem das Risiko- und Chancenprofil von Angeboten frühzeitig kritisch hinterfragt wird. Bei unangemessenem Risiko- und Chancenprofil wird ein Vertragsabschluss durch die Geschäftsleitung untersagt. Als unabhängige Kontrollinstanz hilft die Interne Revision durch stichprobenartig durchgeführte System- und Funktionsprüfungen, die Ordnungsmäßigkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems zu gewährleisten. Sie unterstützt durch risikoorientierte Prüfungen die Geschäftsführung und die administrativen Instanzen bei deren Überwachungs- und Risikomanagementaufgaben mit der Zielsetzung, Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit sicherzustellen und vervollständigt in diesem Sinne das IKS. 3.1.2.2. Risikomanagement-System Das Risikomanagement-System beinhaltet organisatorische Regelungen und Maßnahmen zur Chancen- und Risikoerkennung und zum Umgang mit den Chancen und Risiken unternehmerischer Betätigung. Durch eine Verankerung des Risikomanagements in das operative und strategische Controlling ist eine in die Planungs- und Reportingprozesse integrierte Ausgestaltung dieses Systems möglich. Ziel des Risikomanagement-Systems ist es, das Chancen- und Risikobewusstsein im Unternehmen zu erhöhen und damit eine Kultur zu etablieren, die uns in die Lage versetzt, Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren und realistisch einzuschätzen, um Risiken zu minimieren bzw. vollständig zu vermeiden bzw. Chancen zu nutzen. Ein vorausschauendes Risikomanagement dient zusätzlich den Interessen von Kapitalgebern und anderen Anspruchsgruppen. Ablauforganisatorische Richtlinien und Anweisungen stellen eine einheitliche Umsetzung des Risikomanagement-Prozesses sicher. Alle operativen Einheiten, die wesentlichen Zentralabteilungen der EDAG Group sowie alle Beschäftigten des Unternehmens in sämtlichen Unternehmensbereichen und auf allen Hierarchieebenen sind in diesen Prozess verbindlich einbezogen. Weiterhin werden die Führungskräfte zum Thema Risikomanagement regelmäßig geschult. Der erste Schritt des Risikomanagement-Prozesses besteht in der Identifikation mit dem Ziel, die wesentlichen Chancen und Risiken des Unternehmens zu erfassen und zu bewerten. Dies erfolgt auf Basis des Know-hows der operativen Einheiten der Fachbereiche bzw. internationalen Niederlassungen vor Ort, wobei regelmäßig eine enge Abstimmung der Inhalte der Chancen und Risiken sowie der getroffenen Maßnahmen mit der Geschäftsführung stattfindet. Grundlage für die Bewertung einer Chance bzw. eines Risikos ist die potenzielle Auswirkungs- bzw. Schadenshöhe, sprich das Bruttorisiko ohne Berücksichtigung von Maßnahmen zur Reduzierung und Steuerung oder die Bruttochance. Darauf aufbauend erfolgt unter Berücksichtigung der Wirkung von Gegenmaßnahmen die Bewertung des Nettorisikos oder der Nettochance. Aus der Multiplikation der erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit mit der Höhe des Nettorisikos bzw. der Nettochance ergibt sich der Schadenserwartungswert eines Risikos oder der Nutzenerwartungswert einer Chance. Für die Eintrittswahrscheinlichkeiten bestehen folgende Kategorien:
Risiken sind von den Fachbereichen und Gesellschaften zu melden, wenn deren ermitteltes Nettorisiko größer gleich 500 TEUR beträgt oder der ermittelte Schadenserwartungswert (SEW) zu einer Ergebnisabweichung führt, die 100 TEUR übersteigt. Für bestehende Chancen liegt die Meldegrenze ebenfalls bei einer Nettochance größer gleich 500 TEUR oder einem Chancenerwartungswert von 100 TEUR. Aufgrund der Höhe des Erwartungswertes eines Einzelrisikos oder einer -chance wird in folgende Kategorien unterschieden:
Aggregiert wird auf EDAG Konzernebene in A-, B- oder C-Risiken bzw -Chancen unterschieden:
Das Risikomanagement-System der EDAG Group umfasst damit alle Chancen und Risiken, die die Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussen könnten. Das Risiko- und Chancenprofil der EDAG Group wird regelmäßig aktualisiert und in einem aggregierten Bericht dargestellt, der es der Geschäftsführung ermöglicht, sich einen Überblick über die Risikosituation der EDAG Group zu verschaffen. Neue Risiken, die ad hoc auftreten, werden bei entsprechender Bedeutung sofort an die Geschäftsführung berichtet. Nachfolgend sind die Risiken und Chancen aufgeführt, denen die EDAG Group und somit auch die EDAG GmbH aufgrund ihres breiten und internationalen Leistungsangebotes ausgesetzt ist. 3.1.3. Risiko- und Chancenprofil 3.1.3.1. Gesamtwirtschaftliche Risiken und Chancen Laut der Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom 30. Januar 2024 ist die Weltwirtschaft im Jahr 2023 um 3,1 Prozent gewachsen. Die Anhebung der Zentralbankzinsen zeigt Wirkung, und die Inflation geht in den meisten Regionen schneller zurück als erwartet. Die hohen Zinsen werden aber auch in 2024 erwartungsgemäß das globale Wachstum noch belasten. Einige wesentliche Märkte erwiesen sich in 2023 robuster als erwartet, weshalb der IWF eine weiche Landung der Weltwirtschaft als Möglichkeit erachtet. Für das Jahr 2024 erwartet der IWF eine anhaltende moderate Erholung der Weltwirtschaft mit einem erneuten Wachstum von 3,1 Prozent. Für 2025 wird ein Wachstum von 3,2 Prozent prognostiziert. Trotz alledem liegen die Prognosen noch unter dem historischen Durchschnitt seit der Jahrtausendwende (2000-2019) von 3,8 Prozent. Gesamtwirtschaftlich betrachtet können sich für die EDAG aufgrund der prognostizierten positiven Entwicklung der Weltwirtschaft Chancen ergeben. Dennoch stellen eine weitere Eskalation von Russlands andauerndem Krieg in der Ukraine oder des Nahost-Konflikts sowie die Auswirkungen der aktuell straffen Geldpolitik weiterhin Risiken für die Weltkonjunktur und für EDAG dar. Darüber hinaus ist die prognostizierte Entwicklung des Industriestandorts Deutschlands weniger positiv gezeichnet als die globale Entwicklung. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte in 2023 voraussichtlich um 0,3 Prozent und der IWF prognostiziert für 2024 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Um bei Erfordernis frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können, beobachten wir alle länderspezifischen Bedingungen sehr aufmerksam (siehe hierzu auch Kapitel 2.1 "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen"). Wir schätzen die gesamtwirtschaftlichen Chancen und Risiken infolge der weiterhin komplexen Lage als A- Risiko (2022: A-Risiko) mit einer gleichbleibend hohen Eintrittswahrscheinlichkeit (2022: hoch) für unser Geschäft ein. 3.1.3.2. Branchenrisiken und -chancen Im Jahr 2023 zeigten sich die internationalen Automobilmärkte mit kräftigem Wachstum. Während die Märkte in Europa und den USA im Vergleich zum Vorjahr zwar anstiegen, liegt man in beiden Märkten jedoch immer noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2019 (Europa -19 Prozent; USA -9 Prozent). Der Automobilmarkt in China konnte hingegen einen Rekordabsatz verzeichnen, wuchs in 2023 allerdings geringer als in Europa und den USA. Grundlegend verantwortlich für das Wachstum auf den internationalen Automobilmärkten war die deutlich verbesserte Fahrzeugverfügbarkeit und auch die Tatsache, dass die Wachstumsraten auf einem schwachen Basisjahr 2022 beruhen. Trotz der positiven Entwicklung in 2023 bleibt das Automobilumfeld, speziell in Europa und Deutschland, herausfordernd. Grund hierfür ist zum einen die verhaltene gesamtwirtschaftliche Entwicklung, aber auch der vom VDA erwartete Rückgang von Absatzzahlen von Elektro-Pkw (-9 Prozent). Für das Jahr 2024 erwartete der VDA in seiner Prognose der Absatzzahlen einen moderaten Anstieg von etwa zwei Prozent für den globalen Pkw-Markt, womit dann nahezu das Niveau von 2019 wieder erreicht wäre. Für den deutschen Markt hingegen wird mit einem Rückgang von einem Prozent gerechnet. Traditionelle OEMs und Tier-1 stehen vor einer großen Transformationsaufgabe ihres Produktportfolios. Die verstärkte Ausrichtung und Fokussierung auf E-Mobilität zieht aktuell schon Restrukturierungen und auch Stellenstreichungen nach sich. Weiterhin müssen sie ihre bisherigen Arbeitsweisen und Prioritäten neu definieren sowie gleichzeitig ihre Kostenstrukturen optimieren, um bei dem steigenden Innovationsdruck und dem harten Wettbewerb mit anderen, zum Teil neuen Wettbewerbern am Markt zu bestehen. Darüber hinaus gab es die EU-politische Richtungsentscheidung, ab 2035 nur noch Zulassungen von Fahrzeugen zu genehmigen, die CO 2 -emissionsfrei betrieben werden können. Dies könnte dazu führen, dass sich das Produktportfolio der OEMs nicht aussschließlich auf E-Fahrzeuge fokussiert, sondern auch Verbrenner mit sogenannten eFuels ermöglicht, da der politische Zwang auf eine hundertprozentig elektrische Ausrichtung fehlt. Nicht zuletzt spielt auch deshalb Nachhaltigkeit in der Automobilindustrie eine immer größerere Rolle. Das sind zum einen die genannten Anforderungen an CO 2 -Neutralität der Produkte in ihrer Anwendung. Zum anderen betrifft es auch die nachhaltige Ausrichtung und Ausgestaltung der gesamten Wertschöpfungskette und Unternehmensprozesse. Getrieben wird die Entwicklung von gesetzlichen Vorschriften und Regularien, aber eben auch von den Anforderungen und dem gestiegenen Nachhaltigkeitsbewusstsein der Bevölkerung, das sich in verändernden Verbraucherpräferenzen widerspiegelt. Aus den genannten Marktfaktoren ergeben sich für EDAG sowohl Chancen als auch Risiken. Chancen bieten sich für EDAG dadurch, dass sich die OEMs durch den steigenden Kostendruck vermehrt auf ihre Kernkompetenzen fokussieren müssen und somit die Nachfrage nach der Übernahme von standardisierten Entwicklungsumfängen steigt. Um zusätzlich Kosten zu sparen und um den gesetzlichen Regularien Sorge zu tragen, kann die Größe und der Leistungsumfang der Vergabepakete steigen. Die Transformation des Portfolios und der Unternehmensprozesse zu mehr Elektromobiliät und Nachhaltigkeit bringt allerdings ebenfalls hohe Investitionsvolumen für die Entwicklung und Infrastruktur bei den OEMs mit sich. Dies führt aktuell bereits zu Einsparprogrammen, die auch zu Einschnitten bei den Vergabevolumina von Entwicklungsdienstleistungen führen könnten. Ferner ist mittelfristig aufgrund der weniger komplexen Produktionsprozesse von Elektrofahrzeugen mit einer weniger arbeitsintensiven Produktion zu rechnen, was sich auch auf die Planung und Realisation der Produktionsstätten auswirkt. Risiken können bei der Transformation der Automobilindustrie für EDAG grundsätzlich entstehen, sollte das eigene Leistungsportfolio nicht schnell genug dem Markttrend angepasst werden können. Wir begegnen dieser Konfrontation mit einem konsequenten Kostenmanagement und einem diversifizierten 360-Grad-Entwicklungsportfolio. Entwicklungsumfänge werden kontinuierlich in Länder mit günstigerem Lohnniveau innerhalb der Gruppe verlagert. Die Koordination und Verantwortung des Projekts verbleibt in Kundennähe, sodass die Bedienung des Kunden gewährleistet ist. Nach unserer Einschätzung handelt es sich hierbei um eine dauerhafte Entwicklung, die sich weiter fortsetzen wird. Die strategische Ausrichtung des Personalwachstums ist konkret auf diese Anforderungen im In- und Ausland ausgerichtet und fokussiert auf den Ausbau bestehender sogenannter Best-Cost-Countries (BCC). Auch die Erschließung zukünftiger Ressourcenquellen wird fortwährend geprüft. Die Kernkompetenz der selbstständigen Bearbeitung von immer größer werdenden Arbeitspaketen ist von hoher Bedeutung und kann ebenfalls Chancen bieten. Risiken ergeben sich hierbei jedoch ebenfalls, sollte das notwendige Know-how nicht in marktgerechtem Umfang, Tempo sowie Qualität aufgebaut werden können. Im Zuge der Elektromobilität und auch vor dem Hintergrund des autonomen und vernetzten Fahrens drängen vermehrt neue Player auf den Automobilmarkt. Das sind beispielsweise Technologieunternehmen, die durch ihre Expertise in Software, Connectivity und KI auch verstärkt in den automobilen Produktentstehungszyklus eingreifen. Neben diesen neuen branchenfremden Marktteilnehmern zeichnet sich ebenfalls ab, dass insbesondere chinesische OEMs und Start-ups auf den europäischen Markt drängen und Marktanteile einnehmen. Wobei hier festzuhalten ist, dass aktuell gerade das kapitalintensive Start-up-Umfeld unter dem gestiegenen Zinsniveau zu leiden hat und davon auszugehen ist, dass sich dadurch insbesondere finanziell und strategisch robust aufgestellte und bewährte Unternehmen am Markt halten und durchsetzen können. In den meisten Fällen sind die neuen Marktteilnehmer gezwungen, ein automobiles Partnernetzwerk aufzubauen, welches ihnen erlaubt, in kurzer Zeit wettbewerbsfähige Produkte auf den Markt zu bringen. Gerade hier kann EDAG auf Basis der ganzheitlichen Prozesskette die neuen Kunden vielfältig unterstützen. So konnte EDAG bereits in der Vergangenheit von diesem Trend profitieren und erfolgreich Projekte mit neuen Kunden bewältigen. Durch eine weiter vorangetriebene globale Streuung der Aktivitäten reduzieren sich Risiken, die sich aus der Konzentration auf nur wenige Teilmärkte ergeben. Wir sind uns der terminlichen, technischen und kulturellen Herausforderungen bezogen auf die neuen Marktteilnehmer bewusst, gehen aber derzeit davon aus, dass sich die hieraus ergebenden Chancen und Risiken im Gleichklang befinden. Der Wettbewerb auf dem Engineering-Dienstleistungsmarkt ist weiterhin hoch, alle Marktteilnehmer sind daher einem erhöhten Effizienz- und Kostendruck ausgesetzt, welchem wir uns wie bereits zuvor beschrieben entgegenstellen können. Neben dem klassischen automobilen Entwicklungsumfeld ergibt sich für EDAG zudem auch verstärkt eine Nachfrage aus dem allgemeinen Industrieumfeld, in das wir unsere ganzheitliche Engineering-Kompetenz einbringen können. Die Diversifizierung unseres Produktportfolios hinsichtlich der Märkte, die wir bedienen können, ist ein weiterer Aspekt zur Verringerung der beschriebenen Risiken, die sich am Automobilmarkt ergeben können. EDAG ist durch sein breites Leistungsspektrum gut am Markt positioniert. Ziel ist es, diese Marktstellung weiter auszubauen. Neue Alternativprodukte bergen nicht generell nur höhere Risiken, sie beinhalten auch potenzielle Chancen durch die Erschließung neuer Technologien und Märkte. Wir schätzen alle Risiken und Chancen dieser Risikoklasse unverändert zum Vorjahr als A-Risiko (2022: A-Risiko) mit einer gestiegenen hohen Eintrittswahrscheinlichkeit (2022: mittel) ein. 3.1.3.3. Chancen und Risiken aus operativem Geschäft Die Abwicklung von Projekten ist immer mit Chancen und Risiken verbunden. Dabei stellt die stetige Erweiterung der quantitativen, qualitativen und zeitlichen Projektumfänge einen erhöhten Anspruch an unsere Projektmanagementkompetenzen. In der Regel sind diese Groß-Entwicklungsprojekte hochkomplex und werden standortübergreifend global abgearbeitet. Dabei können Risiken aufgrund von technischen Abweichungen gegenüber zugesicherten Spezifikationen oder wegen unklarer Beauftragungssituationen eintreten. So kann es zu Kostenüberschreitungen, personellen Engpässen, technischen Schwierigkeiten oder Qualitätsproblemen kommen, die unsere Margen negativ beeinflussen. Würde es zu möglichen Vertragsstrafen kommen, könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zusätzlich belastet werden. Demzufolge schulen wir regelmäßig unsere Mitarbeitenden im Projektmanagement und ermöglichen so, Gefahren im Zusammenhang mit länger laufenden Aufträgen frühzeitig zu erkennen. Eine ganzheitliche Projektbearbeitung beinhaltet neben dem angesprochenen Risikopotenzial jedoch auch die Chance einer flexibleren und schnelleren internationalen Bearbeitung und die sich daraus ergebenden Kostenvorteile. Regelmäßige Projektbewertungen sowie eine detaillierte Berichterstattung im Rahmen von Projekt-Reviews und Lenkungsausschüssen versetzen EDAG in die Lage, Risiken frühzeitig zu identifizieren und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Sich ergebende Chancen können in der Entstehung erkannt und effektiver genutzt werden. Da die Auftragsvergaben der Kunden von vielen Variablen abhängen, kann es im Beauftragungsprozess zu Verzögerungen oder Abbrüchen kommen. Ist dies nicht direkt mit Substitutionsaufträgen oder direkten Ersatzbeauftragungen gekoppelt, kann dies zu Auslastungsrisiken führen. Ein fortlaufendes Ressourcenmanagement hilft, interne Kapazitäten zu steuern und im Bedarfsfall an andere Projekte ohne größere Leerlaufzeiten zu vermitteln. Die Akquisition von Projekten mit längeren Laufzeiten soll zusätzlich eine langfristige Grundauslastung unserer Entwicklungskapazitäten sicherstellen. Weiterhin versuchen wir, durch flexible Arbeitszeitkontenregelungen, die Flexibilisierung der Einsatzmöglichkeiten unserer Beschäftigten und den punktuellen Einsatz von externen Kapazitäten, die vorübergehenden volatilen Auslastungssituationen möglichst reibungslos zu nivellieren. In allen Geschäftsbereichen nimmt die Bedeutung von elektronisch verarbeiteten Informationen und der Verfügbarkeit der IT-Strukturen durch den stetig wachsenden Einsatz der Informationstechnologie weiter zu. Als Entwicklungsdienstleister sind wir in hohem Maße auf eine funktionsfähige IT und sichere Datenanbindungen zu unseren Kunden angewiesen. Störungen und Angriffe auf die IT-Systeme und Netzwerke können jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Ein Ausfall der IT-Systeme oder Datenverluste könnten EDAG folgenschwer beeinträchtigen. Das Risiko besteht vor allem darin, dass streng vertrauliche Informationen, insbesondere im Hinblick auf neue technologische Erkenntnisse oder Partnerschaften im Forschungs- und Entwicklungsbereich, unberechtigterweise zu Dritten gelangen. Dies könnte sich negativ auf unsere gute Position am Markt auswirken; hinzu kommt der damit mögliche verbundene Reputationsverlust. Um einen unterbrechungs- sowie störungsfreien Ablauf zu garantieren, legen wir auf die Verfügbarkeit der IT-Ressourcen und -Dienste großen Wert. Unsere IT-Strukturen sind weitestgehend standardisiert. Zum Schutz vertraulicher Informationen haben wir die relevanten Sicherheitsstandards im Einsatz, die regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Geltende Sicherheitsrichtlinien werden kontinuierlich aktualisiert und so an die neuesten technischen Veränderungen angepasst; Informationsveranstaltungen und Schulungen zur IT-Sicherheit sorgen für die erforderlichen Kenntnisse bei den Mitarbeitenden. Auf dem EDL-Markt rechnen wir mit einer Verschiebung der Kundennachfrage hin zu innovativen ganzheitlichen Lösungen im Bereich Software, Embedded Systems, alternative Antriebstechnologien und Elektromobilität. Dies setzt voraus, dass wir uns diesen Themen stellen und entsprechende Kompetenzen weiter ausbauen. Ein wichtiger Aspekt ist die Stärkung und der Ausbau des bestehenden Wissens. In enger Zusammenarbeit mit anderen Technologiepartnern und Forschungseinrichtungen erweitern wir fortlaufend unsere Kompetenzen für zukunftsrelevante Themen. Damit stellen wir sicher, dass wir an Neuerungen im Markt und technischen Innovationen partizipieren. Nach unserer Einschätzung steigt insbesondere hier der Bedarf an Know-how. Unter Beachtung der getroffenen Vorkehrungen stufen wir im operativen Geschäft die Risiken in die Klasse C ein (2022: Chancen Kategorie A); die Eintrittswahrscheinlichkeit wird unverändert als mittel eingestuft. Die Verschlechterung unseres Risiko- und Chancenprofils gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus reduzierten Projektchancen. 3.1.3.4. Personalrisiken und -chancen Der Erfolg der EDAG Group und somit auch der EDAG GmbH hängt maßgeblich von engagierten und gut qualifizierten Beschäftigten ab. Es besteht das Risiko, solche Beschäftigte nicht bzw. nicht in vollem Umfang für offene Stellen zu finden. Auch der Verlust kompetenter Beschäftigter an den Wettbewerb oder an einen Kunden kann risikobehaftet sein. Die Wiederbesetzung solcher Positionen ist für die EDAG GmbH häufig mit erhöhten Rekrutierungs- und Einarbeitungskosten verbunden. Wir begegnen diesen Risiken, indem wir uns weltweit als attraktiver Arbeitgeber positionieren, unser internationales Netzwerk zur Gewinnung von Talenten einsetzen und eine Bindung der Beschäftigten an EDAG fördern. Eine Reihe von Maßnahmen, wie z. B. eine vorausschauende Personalplanung, das kontinuierliche Anpassen unserer Rekrutierungsaktivitäten an den Bedarf, die stetige Weiterbildung unseres Personals, Initiativen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Förderung junger Nachwuchskräfte durch ein Talentprogramm sowie ein umfassendes Ausbildungsangebot helfen uns dabei, die Verfügbarkeit des benötigten Know-hows für die Zukunft zu sichern. Des Weiteren führt EDAG im Rahmen des HR-Projekts "beEDAG" neue Methoden und Tools ein, zum Beispiel zur Unterstützung neuer Formen der Mitarbeitergespräche sowie der Performance- und Potenzialbewertung, um die Kommunikation und die Mitarbeiterbindung zu erhöhen. Im Unternehmen wurde zusätzlich eine Experten-Fachlaufbahn eingeführt, um den Know-how-Vorsprung der EDAG für Zukunftsthemen zu sichern. Ein Schwerpunkt und eines der größten Personalprojekte im Rahmen von "beEDAG" ist die Einführung eines Stellensystems. Hier haben wir unter Beachtung der Mitbestimmung Jobfamilien beschrieben und haben alle vorhandenen Stellen in einem transparenten System abgebildet. All dies erlebt der Beschäftigte mithilfe einer modernen HR-Software. Die Employer Value Proposition (EVP) steht für die Arbeitgeberpositionierung von EDAG. Dabei haben wir ermittelt, wofür wir als EDAG heute schon stehen und was unsere Arbeitgeberpersönlichkeit in Zukunft ausmacht. Auch die Anforderungen und Trends des Marktes sind in die Bewertung mit eingeflossen. Das Ergebnis, die EVP, ist sozusagen das Werteversprechen, das EDAG ihren aktuellen und auch zukünftigen Beschäftigten gibt. Daran anknüpfend ist hervorzuheben, dass wir durch das unabhängige internationale Top Employer Institute erneut zu einem der besten Arbeitgeber in Deutschland gekürt wurden und somit unsere Attraktivität als Arbeitgeber gesteigert wird. Die Personalrisiken schätzen wir unverändert als A-Risiko mit einer gleichbleibenden mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit ein. 3.1.3.5. Finanzwirtschaftliche Risiken Im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit sind wir finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen Ausfallrisiken für Kundenforderungen, Liquiditätsrisiken sowie die Veränderung von Wechselkursen und Zinssätzen. Identifizierte Risikopotenziale werden durch definierte Richtlinien und Sicherungsmaßnahmen gesteuert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden überwiegend im Rahmen vereinbarter Zahlungsziele von den Kunden beglichen. Zur Minimierung des Risikos von Zahlungsausfällen werden, insbesondere bei Neukunden, Bonitätsprüfungen durchgeführt. Einzelne überfällige Forderungen werden entsprechend festgelegter Regeln bilanziell wertberichtigt, sofern sich das Risiko von Zahlungsausfällen objektiv nachvollziehbar erhöht. Die Finanzierung des Unternehmens stützt sich im Wesentlichen auf langfristige Schuldscheindarlehen sowie Kreditlinien bei Hausbanken und Kautionsversicherern. Dadurch und unter Berücksichtigung der auch in 2023 stabilen Entwicklung der Finanzlage verfügt die EDAG GmbH auch weiterhin über einen hinreichenden finanziellen Spielraum. Wir sehen hier aktuell keine wesentlichen Risiken. Das Risiko aus Währungsschwankungen für Fremdwährungsforderungen bzw. geplanter Cash-Flows wird zum Teil über Devisentermingeschäfte abgesichert, ist jedoch für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens von insgesamt untergeordneter Bedeutung. Zum Bilanzstichtag werden zur Risikovermeidung eingesetzte derivative Finanzinstrumente ausschließlich zu Sicherungszwecken und nicht für spekulative Zwecke genutzt. Die Finanzlage des Unternehmens ist aufgrund einer soliden Liquiditätsvorschau und durch die vorhandenen Finanzierungsvolumina (Schuldscheindarlehen und nur gering ausgenutzte Kreditlinien) weiterhin positiv. Sie wird regelmäßig überwacht und birgt derzeit keine wesentlichen Risiken. Die Liquidität war im Berichtsjahr jederzeit gewährleistet. Dieses Risiko schätzen wir für das abgelaufene Geschäftsjahr unverändert als C-Risiko mit einer gleichgebliebenen niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit ein. 3.1.3.6. Juristische Risiken Als weltweit tätiges Unternehmen unterliegen wir im Rahmen unserer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit einer Reihe von Risiken im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten , behördlichen Verfahren und Inanspruchnahme durch Kunden, Geschäftspartner oder weitere Dritte. Im Hinblick auf das operative Geschäft betrifft dies insbesondere die folgenden Rechtsbereiche: Vertragsrecht, Produkthaftung, Wettbewerbsrecht, das Recht des geistigen Eigentums oder auch allgemeines Zivilrecht. Soweit sich die Risiken verwirklichen, könnte ein finanzieller Schaden drohen und die Reputation von EDAG beschädigt werden. Dies würde sich letztlich nachteilig auf unseren Unternehmenserfolg auswirken. Um diesen Risiken zu begegnen, hat die Rechtsabteilung unternehmensweite Standards - beispielsweise für allgemeine Geschäftsbedingungen, Vertragsmuster für verschiedene Anwendungsfälle oder Handlungsvorgaben in Form von Richtlinien - eingeführt; die Rechtsabteilung entwickelt diese fortlaufend weiter, um für die Gesellschaften der EDAG die bestehenden Risiken zu minimieren und neue Risiken zu verhindern. Darüber hinaus führt die Rechtsabteilung Schulungen durch, um die Beschäftigten der EDAG entsprechend für Risiken zu sensibilisieren und dadurch zur Risikovermeidung beizutragen. Für den Fall, dass sich Risiken zu verwirklichen drohen, berät die Rechtsabteilung auch hinsichtlich der Vermeidung von Rechtsstreitigkeiten oder organisiert, so erforderlich, die geeigneten Maßnahmen zur gerichtlichen oder schiedsgerichtlichen Auseinandersetzung. Für Sachverhalte, die sich außerhalb der für das Tagesgeschäft entwickelten Standards bewegen, zieht die Rechtsabteilung auch externe Fachanwälte regelmäßig zu Rate. Dem Trend der steigenden Bußgeldrahmen für Unternehmen in verschiedenen regulatorischen Bereichen begegnen wir, indem die Rechtsabteilung verstärkt sowohl das Group Executive Management als auch möglicherweise betroffene Abteilungen oder Tochtergesellschaften auf die sich ändernden Regelungen hinweist, Schulungen abhält, Handlungsvorgaben in Form von Richtlinien entwickelt und Kontakt zu externen Fachanwälten im In- und Ausland herstellt, um die Einhaltung der entsprechenden Regularien im jeweiligen Land zu ermöglichen. Als Beispiel seien die Vorgaben aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) genannt. Hier wurde ein Prozess sowie eine Richtlinie entwickelt und ein IT-Tool qualifiziert, um die Lieferanten zu prüfen und damit die Sorgfaltspflichten aus dem LkSG umzusetzen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwarten wir aus den hier klassifizierten Risiken keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Demzufolge schätzen wir dieses Risiko unverändert als C-Risiko mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit ein. 3.1.3.7. Steuerliche Risiken Als international tätiges Unternehmen agiert die EDAG GmbH weltweit und unterliegt vielfältigen lokalen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Deren Änderungen können zu höherem Steueraufwand und zu höheren Steuerzahlungen führen. Wir sind auch in Ländern mit komplexen steuerlichen Regelungen tätig, die unterschiedlich ausgelegt werden könnten. Künftige Auslegungen bzw. Entwicklungen des Steuersystems könnten die Steuerverbindlichkeiten, die Rentabilität und die Geschäftstätigkeit beeinflussen. Wir lassen uns umfassend rechtlich beraten, sowohl von unseren eigenen Fachleuten als auch fallbezogen von ausgewiesenen externen Spezialisten. Schulungen unterstützen die diesbezügliche Sensibilisierung der Beschäftigten. Für den Berichtszeitraum sind EDAG keine darüber hinausgehenden Steuerrisiken bekannt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage darstellen. Aggregiert haben wir die Risiken, aufgrund länderspezifischer Entwicklungen, für das abgelaufene Geschäftsjahr der Kategorie A zugeordnet (2022: C-Risiko). Im Hinblick auf die zahlreichen präventiven Regelungen wird die Eintrittswahrscheinlichkeit unverändert als niedrig angesehen 3.1.3.8. Compliance relevante Risiken Ziel des EDAG Compliancemanagement-Systems ist es, Schaden vom Unternehmen und jedem einzelnen Beschäftigten abzuwenden, der sich aus Verstößen gegen geltendes Recht sowie interne Richtlinien ergeben kann. Dabei setzen wir den Schwerpunkt auf Prävention, indem wir mit unserer Compliance-Organisation derartigen Verstößen vorbeugen und die Beschäftigten in ihrer Verantwortung beraten und unterstützen. Aufgrund unseres existierenden EDAG Compliancemanagement-Systems halten wir den Eintritt von Compliance relevanten Risiken für unwahrscheinlich, können jedoch negative Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung nicht vollständig ausschließen. Das Risiko stufen wir unverändert gegenüber dem Vorjahr in der Kategorie C mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit ein. 3.1.3.9. Risiken in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten Die wesentlichen durch das Unternehmen verwendeten finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Die EDAG GmbH verfügt über Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus ihrer Geschäftstätigkeit resultieren. Die EDAG GmbH ist Kredit- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Die Steuerung dieser Risiken obliegt dem Management. Das Management stellt sicher, dass die mit Finanzrisiken verbundenen Tätigkeiten des Unternehmens in Übereinstimmung mit den entsprechenden Handlungsanweisungen durchgeführt und dass Finanzrisiken entsprechend diesen Richtlinien und unter Berücksichtigung der Risikobereitschaft des Unternehmens identifiziert, bewertet und gesteuert werden. Beim EDAG Risikomanagement werden auch Risikokonzentrationen über einzelne Geschäftsvorfälle oder Gruppenunternehmen berücksichtigt. Mit dem weit überwiegenden Teil der Schuldscheindarlehen und dem Darlehen der VKE-Versorgungskasse EDAG-Firmengruppe e.V. unterliegt ein Großteil der Finanzierung aktuell einer festen Verzinsung. Die variabel verzinslichen Kontokorrentkreditlinien wurden im abgelaufenen Berichtsjahr nur moderat in Anspruch genommen. Das Risiko aus Schwankungen der Marktzinssätze erachten wir daher als gering. Aufgrund der Schuldscheindarlehen (mehrere Tranchen mit Restlaufzeiten zum Berichtsstichtag zwischen 1,5 und 6,5 Jahren), der Kontokorrentlinien sowie des Darlehens der VKE-Versorgungskasse EDAG-Firmengruppe e.V. ist die Finanzierung sowohl langfristig als auch kurzfristig gesichert. Damit schätzen wir Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken für das Unternehmen ebenfalls als gering ein. Die Fristigkeit der Verbindlichkeiten ist im Anhang dargestellt. Die Geschäftsführung analysiert die Laufzeit bestimmter Finanzierungsinstrumente und sorgt für eine rechtzeitige Verlängerung, soweit diese Mittel auch weiterhin benötigt werden. Die Währungskursrisiken des Unternehmens resultieren aus Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Risiken aus Fremdwährungen werden grundsätzlich gesichert, soweit sie die Cash-Flows wesentlich beeinflussen. Fremdwährungsrisiken im Finanzierungsbereich resultieren aus finanziellen Verbindlichkeiten in Fremdwährung und aus Darlehen in Fremdwährung. Das Treasury sichert diese Risiken ab. Zur Umwandlung von auf fremde Währung lautenden finanziellen Verpflichtungen und konzerninternen Darlehen in die funktionalen Währungen der Konzernunternehmen werden Devisenderivate eingesetzt. Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzernunternehmen der EDAG Group ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen funktionalen Währung ab. Deshalb wird das Währungskursrisiko aus der laufenden operativen Tätigkeit als moderat eingeschätzt. Einige Konzernunternehmen sind jedoch Fremdwährungsrisiken im Zusammenhang mit geplanten Zahlungen außerhalb ihrer funktionalen Währung ausgesetzt. Auch hier setzt EDAG Devisenderivate zur Sicherung ein. Die EDAG GmbH war aufgrund dieser Sicherungsaktivitäten zum Abschlussstichtag keinen wesentlichen Währungskursrisiken im operativen Bereich ausgesetzt. 3.1.3.10. Sonstige Chancen und Risiken Haftungsrisiken bestehen nach Gesetz für jeglichen Schaden, den das Unternehmen beim Kunden aufgrund mangelhafter oder verspäteter Leistung verursacht. Dies kann im Extremfall, zum Beispiel bei großangelegten Rückrufaktionen von Automobilherstellern, die auf eine fehlerhafte Konstruktion oder Leistung von Gesellschaften der EDAG GmbH zurückzuführen sind, existenzbedrohend sein. Ferner gehen im Zusammenhang mit Bürgschaften Haftungsrisiken einher. Bei internationalen Projekten gelten häufig die - in Deutschland weitgehend unbekannten - nationalen Rechtsnormen am Sitz des ausländischen Kunden. Ferner erhöhen vertragliche Garantierisiken aus getätigten Unternehmensverkäufen sowie kundenindividuelle Haftungsbeschränkungen, die nicht immer vollständig an Unterlieferanten weitergegeben werden können, das Risiko. Diesen Risiken begegnet das Unternehmen durch die Sicherstellung einer hohen Qualität ihrer Leistungen, die Einschaltung international erfahrener Rechtsanwälte sowie ergänzend durch den Rückgriff auf die abgeschlossene Haftpflichtversicherung. Durch die Zunahme von Vernetzung, Digitalisierung sowie dem wachsenden Einsatz von Informationstechnologien erweitert sich die Angriffsfläche und das Risiko für Cyber-Bedrohungen. Dieser Gefährdung begegnet EDAG durch eine umfangreiche und unternehmensweit implementierte Cyber Security, welche alle relevanten Sicherheitsstandards beinhaltet. Im Fall eines Cyber-Angriffs greift das EDAG Notfallprotokoll mit umfangreichen Maßnahmen zur Abwehr, unter Einbezug des CERT (Computer Emergency Response Team) und Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorgaben. Es finden stetig Ermittlungen zur Wirksamkeit aller Sicherheitsmaßnahmen statt, und etwaige Verbesserungen auf die neuesten technischen Standards werden umgesetzt. Ferner können sich klimabezogene Chancen und Risiken ergeben und sich damit einhergehend Klimaveränderungen auch auf das EDAG Geschäftsmodell auswirken. Deshalb analysiert das Unternehmen unterschiedliche klimabezogene Risiken und Chancen und ergreift, falls erforderlich, entsprechende Maßnahmen. Kurz- und mittelfristig kommen hierbei, wenn überhaupt, transitorische klimabezogene Risiken und Chancen in Betracht. Transitorische Klimarisiken und -chancen entstehen aus der für die Begrenzung des Klimawandels notwendigen Transformation hin zu einer emissionsarmen Wirtschaft über alle Sektoren hinweg. Sie sind insbesondere dann spürbar, wenn sich Rahmenbedingungen schneller und/oder anders verändern als erwartet. Die Rahmenbedingungen aus wesentlichen kurzfristigen klimabezogenen Risiken und Chancen zeigen mögliche Herausforderungen für EDAG auf. EDAG setzt sich mit diesen Risiken sowie den entsprechenden Chancen aktiv auseinander und berücksichtigt diese, wenn wesentliche Sachverhalte identifiziert wurden, in den Entscheidungs- und Planungsprozessen. Durch geschäftliche Tätigkeiten können in allen Bereichen unerwartete Chancen für das Unternehmen entstehen. Durch das implementierte Risikomanagement werden sich ergebende Chancen in der Entstehung frühzeitig erkannt und können somit effizienter genutzt werden. Wir haben die Risiken gleichbleibend der Kategorie A zugeordnet, verbunden mit einer unverändert niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit. 3.1.4. Gesamteinschätzung Das implementierte Risikomanagement-System bildet die Grundlage für die Einschätzung unseres Gesamtrisikos. Es fasst alle wesentlichen Risiken und Chancen zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den Tochtergesellschaften und den administrativen Bereichen gemeldet werden. Es wird regelmäßig vom Group Executive Management sowie vom Verwaltungsrat auf Ebene der EDAG Group AG überprüft. Die Weltwirtschaft geht robust in das Jahr 2024. Die Bekämpfung der Inflation durch restriktive Geldpolitik zeigt Erfolge, und die Aussichten auf die weltwirtschaftliche Entwicklung zeichnen eine weiche Landung als plausibles Szenario. Risiken aus geopolitischen Konflikten wie in der Ukraine oder Nahost sowie aus Unterbrechungen der Lieferketten verbleiben. Ebenfalls liegen die Wachstumsaussichten für Deutschland und Europa deutlich unter der globalen Prognose. In der Automobilbranche ist die prognostizierte Entwicklung weniger positiv als für die Gesamtwirtschaft, und auch hier liegt der Wirtschaftsstandort Deutschland nochmals unterhalb der globalen Erwartungen. Die prognostizierte weltweite gesamtwirtschaftliche Erholung bietet unserem Geschäft grundsätzlich Chancen. Da jedoch vor allem der Ausblick in der Automobilbranche mit einigen Herausforderungen versehen ist und darüber hinaus auch die Entwicklung Deutschlands deutliche Defizite im globalen Vergleich aufweist, ist grundlegend ein Anstieg der Risiken und eine Verschlechterung des Risiko- und Chancenprofils festzustellen. Als bestandsgefährdend sieht die Geschäftsleitung derzeit allerdings keines der in diesem Risikobericht aufgeführten und bewerteten Risiken an. Wir erachten sowohl unsere strategische und finanzielle Ausrichtung als auch unsere Marktpositionierung und die getroffenen Maßnahmen als gute Grundlage, um die bestehenden Risiken und deren Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können. 3.2. Prognose Für Deutschland wird nach letzter Schätzung des IWF vom 30. Januar 2024 mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung für 2024 von 0,5 Prozent gerechnet; in 2025 soll der Anstieg mit einer Wachstumsrate von 1,6 Prozent fortgesetzt werden. Innerhalb der Eurozone geht der IWF in 2024 von einem Wachstum um 0,9 Prozent und in 2024 um 1,7 Prozent aus. Das Wachstum der US-Wirtschaft wird sich in 2024 voraussichtlich auf 2,1 Prozent belaufen, während in 2025 mit einem Wachstum von 1,7 Prozent gerechnet wird. Nach letzter Schätzung bleibt China weiterhin einer der Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft mit einem prognostizierten Anstieg der Wirtschaftsleistung um 4,6 Prozent in 2024 und 4,1 Prozent in 2025 und ist damit weiterhin einer der Staaten mit der am stärksten wachsenden Wirtschaftsleistung sowohl in 2024 als auch in 2025. Nach dem deutlichen Wachstum der Neuzulassungszahlen in 2023 in den großen internationalen Automärkten ist das Geschäftsumfeld der Automobilbranche für das Jahr 2024 herausfordernd. Geopolitische und gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten sowie weiterhin hohe Energie- und Verbrauchspreise belasten die zukünftige Entwicklung. Der VDA geht daher in seiner Prognose vom 21. März 2024 von einer Wachstumsverlangsamung der Zulassungszahlen auf den Pkw-/Light-Vehicle-Märkten in Europa (4 Prozent) und den USA (2 Prozent) für 2024 aus. Dieses reduzierte Wachstum fällt allerdings in den einzelnen Teilmärkten in Europa höchst unterschiedlich aus. Laut Prognosen des VDA liegt die Wachstumsrate des chinesischen Marktes in 2024 mit 1 Prozent unter dem Zuwachs des Berichtsjahres (5 Prozent). Die abnehmende Dynamik ist unter anderem damit zu begründen, dass 2023 bereits ein historisch hohes Marktvolumen erreicht wurde. Unter Berücksichtigung der obigen Ausführungen geht Morgan Stanley in seiner Prognose vom 11. Dezember 2023 von einem Anstieg der weltweit verkauften Einheiten (Pkw ohne leichte Nutzfahrzeuge) auf 74,8 Mio. im Jahr 2024 aus, was gegenüber 2023 einem Zuwachs von 4 Prozent entspricht. Damit liegt die Prognose 2024 für die Anzahl der abgesetzten Pkw zwar über dem Berichtsjahr von 71,9 Mio. Einheiten, jedoch weiterhin unter dem Vorkrisenjahr 2019 mit über 78 Mio. verkauften Einheiten. Neben den Absatzzahlen haben jedoch technologische und digitale Trends einen enormen Einfluss sowohl auf unser Geschäftsmodell als auch auf das der OEMs. Insbesondere viele Automotive Start-ups sehen eine Chance, die Mobilität der Zukunft neu zu gestalten. Die aktuellen Emissionsvorschriften und weitreichenden Regularien im Hinblick auf Nachhaltigkeit forcieren die Weiterentwicklung klassischer Antriebsarten und fördern die Integration alternativer Antriebe. Eine zunehmende Bedeutung liegt auf den BEV/PHEV 3 Technologien. Zusätzlich bieten aber auch E-Fuels und die wasserstoffbasierte Brennstoffzelle vielfältige Chancen für hochtechnologische Entwicklungsdienstleister. Zusätzliche Herausforderungen für alle Marktteilnehmer entstehen durch die Zukunftsthemen Software, Sensorik sowie autonomes, vernetztes Fahren und die Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Die Erschließung neuer digitaler Geschäftsfelder und Mobilitätsdienstleistungen erfordert zusätzliche Entwicklungs- und Kapazitätsbedarfe, woraus sich weiterhin neue Wachstumsmöglichkeiten für den Engineering-Dienstleistungsmarkt ergeben können. Eine weitere Konsolidierung der EDL-Anbieter sowie veränderte Verantwortungsmodelle bei der Werkvertragsgestaltung führen ebenso zu einer nachhaltigen Veränderung innerhalb des Sektors. Als Partner unserer Kunden auf globaler Ebene wollen wir als EDAG erfolgreich agieren und wieder profitabel wachsen. Innerhalb des Automotive-Sektors gehört EDAG zu den Top-Entwicklungsdienstleistern und ist gut positioniert für die Veränderungen im Markt hin zu immer größeren und komplexeren Projekten mit steigender Entwicklungsverantwortung. Unsere internationale Marktstellung für ganzheitliche Fahrzeugentwicklungen und größer werdende Modulpakete konnte durch gezielte Investitionen und klaren Fokus auf unser Leistungs- und Technologiespektrum gefestigt werden. Durch das Zusammenspiel eines flexiblen und mobilen Know-how-Einsatzes, einer Einbindung unserer konzerninternen Best-Cost-Country-Ressourcen sowie eines internationalen Projektmanagements sind wir bestrebt, die Erwartungen unserer Kunden auf weltweiter Ebene zu erfüllen. Essenziell für die Umsetzung unserer Strategie sind qualifizierte und engagierte Beschäftigte. EDAG bietet gezielte Weiterbildungsmaßnahmen und eine auf hohem Niveau stattfindende Ausbildung zur Abdeckung der hohen Kundenanforderungen und zur Erreichung unseres angestrebten Wachstumspfades. Maßnahmen und Weiterbildungen existieren sowohl für erfahrene Fachkräfte als auch berufliche Neueinsteiger. Der Markt für Engineering-Dienstleistungen ist weiterhin von einer hohen Dynamik geprägt. Mit einem wachsenden Fokus auf eine CO 2 -Reduzierung wird die Entwicklung alternativer Antriebsformen massiv beschleunigt. Trendthemen wie hochautomatisiertes Fahren und datenbasierte Geschäftsmodelle machen vollkommen neue Fahrzeugarchitekturen erforderlich und führen vermehrt zu einer Trennung von Hard- und Software in der Entwicklung. Die Vielzahl an Antriebsvarianten wird flexible und vernetzte Smart Factorys unabdingbar machen. All diese Entwicklungen treiben die Nachfrage nach Entwicklungsdienstleistungen und führen mittel- und langfristig zu erheblichen Chancen. Der VDA geht von einem Investitionsvolumen in Höhe von 280 Mrd. EUR in Forschung und Entwicklung im Zeitraum von 2024 bis 2028 in der Automobilindustrie aus; hinzu kommen noch Ausgaben in Höhe von etwa 130 Mrd. EUR für den Um- und Neubau von Werken. Zum momentanen Zeitpunkt sehen wir in den geopolitischen Konflikten, den auf einem hohen Niveau befindlichen Kosten für Energie und Personal und der Verfügbarkeit von geeignetem Personal kein bestandsgefährdendes, jedoch ein entwicklungsbeeinträchtigendes Risiko. Die weiterhin dynamische Situation im Zusammenhang mit dem andauernden Ukraine-Krieg und weiteren geopolitischen Auseinandersetzungen birgt Unsicherheiten, deren Entwicklung nicht absehbar ist. Ein verlässlicher Ausblick im Hinblick auf die damit einhergehenden Konsequenzen auf Lieferketten und die Verfügbarkeiten von Vorprodukten und Rohstoffen in der Automobilindustrie ist schwierig. Die daraus resultierenden außergewöhnlichen Unsicherheiten stellen Unternehmen bei der Vorhersage der wirtschaftlichen Entwicklung und der Herleitung einer verlässlichen und belastbaren quantitativen Prognose branchenübergreifend vor erhebliche Herausforderungen. Zum Berichtsstichtag bestehen in der Gruppe bei Kreditinstituten derzeit nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 100,5 Mio. EUR. Damit sehen wir uns finanziell sehr gut aufgestellt, um die Herausforderungen des Geschäftsjahres 2024 zu bewältigen.
3 Battery Electric Vehicle (BEV)/ Plug-In-Hybrid
Electric Vehicle (PHEV)
Verzögerungen in der Auftragsvergabe, Projektstornierungen, eine heterogene Auslastung in unterschiedlichen Bereichen und Standorten sowie ein anhaltender Preisdruck stellen weiterhin wesentliche Risiken für die Entwicklungsdienstleister dar. Die EDAG GmbH, als global operierendes Unternehmen, beobachtet die wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen in all ihren Ausprägungen sehr aufmerksam und ist vorbereitet, notwendige Maßnahmen zur Gegensteuerung zeitnah zu ergreifen. Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet die EDAG GmbH weiterhin Wachstum und eine positive Entwicklung in wesentlichen Leistungsindikatoren und prognostiziert darauf aufbauend eine Umsatzsteigerung, die sich in einer Bandbreite von rund 4 Prozent bis rund 6 Prozent bewegen wird. Ferner prognostizieren wir nach den aktuellen Einschätzungen eine Marge des adjusted EBIT in einer Bandbreite von rund 5 Prozent bis rund 6 Prozent. Die dargestellten Einschätzungen hängen jedoch weiterhin maßgeblich von den oben dargestellten Unsicherheiten ab. 4. Erklärung zur Unternehmensführung Hinsichtlich der Erklärung gem. § 289 f (2) Nr. 4 HGB gilt das Folgende im Hinblick auf die Zielgrößen für die Gleichbehandlung von Frauen und Männern in Führungspositionen in Anlehnung an die §§ 76 (4) und 111 (5) AktG sowie die §§ 36 und 52 (2) GmbHG in Bezug auf die EDAG GmbH: Zum Jahresende 2023 lag der Anteil unserer weiblichen Führungskräfte auf der ersten Ebene unterhalb der Geschäftsführung der EDAG GmbH bei 0 Prozent bzw. 0 Personen. Auf der zweiten Ebene unterhalb der Geschäftsführung lag der Anteil bei 8,2 Prozent bzw. 49 Personen. Mit Beschluss der Geschäftsführung vom 29. August 2023 wurde gemäß § 36 GmbHG festgelegt, den Anteil bis zum Jahr 2027 auszubauen. Für Deutschland ist eine Quote von weiblichen Führungskräften in Höhe von 7 Prozent bzw. 3 Personen auf der ersten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung und 10 Prozent bzw. 61 Personen auf der zweiten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung beschlossen worden, wobei sich die Angabe der absoluten Zahlen auf die Anzahl der Führungskräfte zum Jahresende 2023 bezieht. Die angestrebte Quote auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung konnte bis zum 31. Dezember 2023 bislang noch nicht erreicht werden, da der Anteil der studierenden Frauen in den für die operativen Bereiche der EDAG GmbH unerlässlichen MINT-Fächern immer noch erheblich hinter dem Männeranteil zurücksteht und es bislang nicht gelungen ist, Frauen mit Berufs- und Führungserfahrung in Deutschland im Bereich Automotive-Engineering für eine Führungsposition gewinnen zu können. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass unsere bisher umgesetzten Maßnahmen zu Bindung und Förderung von weiblichen Führungskräften nicht ausreichend waren, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Dennoch haben wir uns entschlossen, diese Bemühungen zu intensivieren und Quoten festzulegen, welche nochmals leicht über den bisherigen Quoten liegen. Uns ist bewusst, dass die gesteckten Quotenziele mit 7 Prozent bzw. 10 Prozent in unserer Branche sicherlich ambitioniert erscheinen, letztendlich werden wir aber alle Bemühungen unternehmen, um diese Ziele im angestrebten Zeitraum zu erreichen. Mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 15. Dezember 2023 wurde festgelegt, den Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder bis zum 31. Dezember 2027 auf 16,67 Prozent bzw. 2 Personen auszubauen. Zum 31. Dezember 2023 unterschreitet der Aufsichtsrat diese Quote. Das liegt unter anderem daran, dass aufgrund der Neuwahl der Arbeitnehmervertreter mit Wirkung zum 7. Juli 2023 ausschließlich Männer die erforderlichen Listenplätze belegten und somit als Arbeitnehmervertreter gewählt wurden. Die Quote liegt daher unverändert bei nur 8,33 Prozent bzw. 1 Person. Der Anteil weiblicher Geschäftsführer der EDAG GmbH liegt bis zum 31. Dezember 2023 unverändert bei der am 15. Dezember 2023 beschlossenen Zielgröße von 0 Prozent bzw. 0 Personen. Die Zielgröße der weiblichen Geschäftsführer wurde mit 0 Prozent bzw. 0 Personen festgelegt, da davon ausgegangen wird, dass die drei bestellten Geschäftsführer weiterhin für die EDAG GmbH tätig sein werden und eine Erweiterung der Geschäftsführung nicht geplant ist. 5. Disclaimer Der Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen über erwartete Entwicklungen. Diese Aussagen basieren auf aktuellen Einschätzungen und sind naturgemäß mit Risiken und Unsicherheiten behaftet. Die tatsächlich eintretenden Ergebnisse können von den hier formulierten Aussagen abweichen. 1. Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
2. Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
3. Anhang für das Geschäftsjahr 20233.1. Allgemeine Angaben Die EDAG Engineering GmbH, Wiesbaden (kurz: EDAG GmbH) ist unter der Handelsregisternummer HRB 28257 am Registergericht des Amtsgerichts Wiesbaden eingetragen. Der Sitz der Gesellschaft ist: Kreuzberger Ring 40, 65205 Wiesbaden. Die Gesellschaft ist zum Stichtag 31. Dezember 2023 eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) sowie der Regelungen der Satzung der Gesellschaft aufgestellt. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Soweit aus Gründen der Klarheit und Übersichtlichkeit erforderlich, werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, im Anhang aufgeführt. Zudem werden die mit arabischen Zahlen versehenen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst ausgewiesen und im Anhang gesondert erläutert. Der Jahresabschluss wird in der Berichtswährung Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, sofern nicht anders dargestellt, in tausend Euro (TEUR) angegeben. Bei Prozentangaben und Zahlen können Rundungsdifferenzen auftreten. Seit dem 22. Januar 2015 (Eintragung: 9. Februar 2015) besteht, mit Wirkung zum 1. Januar 2015, ein Beherrschungs- und ein Gewinnabführungsvertrag mit der EDAG Engineering Holding GmbH, München. 3.2. Angaben zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden 3.2.1. Allgemeine Angaben Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Der Jahresabschluss wird unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt. Die Liquidität der EDAG GmbH war im Berichtsjahr stets gewährleistet. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Jahresabschluss 31. Dezember 2022 nicht verändert. 3.2.2. Bilanzierung und Bewertung der Aktivposten Von dem Wahlrecht nach § 248 Abs. 2 HGB, selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte zu aktivieren, wird kein Gebrauch gemacht. Die aus den im Jahr 2019 erfolgten Verschmelzungen mit der BFFT Gesellschaft für Fahrzeugtechnik mbH und der BFFT Holding GmbH entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von insgesamt 19.293 TEUR werden über zehn Jahre abgeschrieben. Hier liegen Einschätzungen der Geschäftsführung über die im Geschäfts- oder Firmenwert enthaltenen Werttreiber, insbesondere der langfristigen Kundenbeziehungen, sowie der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu Grunde. Der Buchwert zum 31. Dezember 2023 beträgt 9.646 TEUR (Vorjahr: 11.576 TEUR). Der aus der Verschmelzung mit der Rücker GmbH entstandene Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 112.109 TEUR wurde mit Ablauf des Berichtjahres vollständig abgeschrieben (Vorjahr: 11.211 TEUR). Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Dabei werden entgeltlich erworbene EDV-Programme über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei bis sechs Jahren abgeschrieben. Eine Ausnahme bilden die EDV-Programme mit Anschaffungskosten unter 250 EUR; diese werden sofort in voller Höhe aufwandswirksam erfasst. Sachanlagen sind mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Neben der linearen findet auch die degressive Abschreibungsmethode Anwendung. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie notwendige Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu zählen die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie die anteiligen Kosten des sozialen Bereichs. Fremdkapitalkosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Reparaturkosten werden sofort als Aufwand erfasst. Dem Abschreibungsplan liegen überwiegend folgende geschätzte Nutzungsdauern zugrunde:
In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Vermögensgegenstände wird aus Vereinfachungsgründen handelsrechtlich die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2 EStG angewendet, da der Posten insgesamt für die Gesellschaft von untergeordneter Bedeutung ist. Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, die zu einer selbständigen Nutzung fähig sind, werden im Geschäftsjahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage in voller Höhe als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für den einzelnen Vermögensgegenstand 800 EUR nicht übersteigen. Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen zu Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Abschreibungen werden nur bei dauernder Wertminderung vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für die Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Ausleihungen sind grundsätzlich zum Nominalwert bilanziert. Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Ermittlung der Anschaffungskosten bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren erfolgt anhand des gewogenen Durchschnittswertverfahrens. Die unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen werden zu Herstellungskosten angesetzt, in die neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen eingerechnet sind. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. soweit die voraussichtlichen Verkaufspreise abzüglich der bis zum Verkauf anfallenden Kosten zu einem niedrigeren beizulegenden Wert führen, wurden entsprechende Abwertungen vorgenommen. Die erhaltenen Anzahlungen werden von den Vorräten offen abgesetzt und sind zum Nennwert bewertet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos wird eine Pauschalwertberichtigung von 1 Prozent auf die nicht einzelwertberichtigten Nettoforderungen gebildet. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. 3.2.3. Bilanzierung und Bewertung der Passivposten Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Jubiläumsrückstellungen wurden mit einem Zinssatz von 1,74 Prozent (Vorjahr: 1,44 Prozent) abgezinst. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck und unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 1,82 Prozent (Vorjahr: 1,78 Prozent) bewertet. Der Zinssatz entspricht dem von der Deutschen Bundesbank bekannt gegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre bei einer Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen von 15 Jahren. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden Rentensteigerungen von jährlich 2,00 Prozent (Vorjahr: 2,00 Prozent) zugrunde gelegt. Für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurden versicherungsmathematische Gutachten erstellt. Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus Zins- und Wechselkursrisiken wurden Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte und mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen mit Finanzinstrumenten zusammengefasst (Bewertungseinheit). Soweit die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten mit den jeweiligen Grundgeschäften nicht erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen. Dementsprechend wird die Effektivität der Sicherungsbeziehung mittels der Critical Terms Match Methode bestimmt. Sich gegenläufig neutralisierende Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft werden anhand der Einfrierungsmethode erfasst. Latente Steuern werden auf Ebene des Organträgers, der EDAG Engineering Holding GmbH, München, berücksichtigt. 3.2.4. Fremdwährungsumrechnung Dem Jahresabschluss liegen folgende Währungsumrechnungskurse zu Grunde:
3.3. Erläuterungen zu Bilanzposten 3.3.1. Anlagevermögen (A1) Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Der Anlagenspiegel ist dem Anhang als Anlage beigefügt. 3.3.2. Vorräte (A2)
3.3.3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (A3)
Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. 3.3.4. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten (A4) In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen abgegrenzte Vorauszahlungen für Wartungen 2.424 TEUR (Vorjahr: 2.653 TEUR) und für Mieten 10.716 TEUR (Vorjahr: 10.760 TEUR) enthalten. Bei den Mieten handelt es sich insbesondere um Mieten für Software. 3.3.5. Gezeichnetes Kapital (A5) Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert in Höhe von 20.000 TEUR bilanziert. 3.3.6. Kapitalrücklage (A6) Die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB beträgt 147.300 TEUR. 3.3.7. Andere Gewinnrücklagen (A7) Aufgrund des Formwechsels zum 18. März 2015 wurde die gesetzliche Rücklage in Höhe von 2.000 TEUR im Geschäftsjahr 2015 mit den anderen Gewinnrücklagen verrechnet. 3.3.8. Rückstellungen (A8)
Für mittelbare Pensionsverpflichtungen in Höhe von 34.319 TEUR (Vorjahr: 33.879 TEUR) wird gemäß Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB keine Rückstellung gebildet. Diese Verpflichtungen sind durch das Vermögen der VKE-Versorgungskasse EDAG-Firmengruppe e.V. (kurz: VKE) in Höhe von 13.643 TEUR (Vorjahr: 14.381 TEUR) gedeckt. Somit ergibt sich gemäß Aritkel 28 Abs. 2 EGHGB eine Unterdeckung in Höhe von 20.676 TEUR (Vorjahr: 19.498 TEUR). Das Vermögen der VKE besteht aus festverzinslichen Darlehen, die zum Teil wieder ins jeweilige Trägerunternehmen investiert wurden und zu Anschaffungskosten bewertet sind. Für unmittelbare Pensionsverpflichtungen besteht ein Erfüllungsbetrag in Höhe von 9.801 TEUR (Vorjahr: 10.044 TEUR). Verpfändete, wertpapiergebundene Rückdeckungsversicherungen, die in Abzug gebracht werden, liegen zum Bilanzstichtag nicht vor. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren (1,82 Prozent; Vorjahr: 1,78 Prozent) und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (1,74 Prozent; Vorjahr: 1,44 Prozent) beträgt 105 TEUR (Vorjahr: 486 TEUR) und unterliegt grundsätzlich gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre. Eine korrespondierende Abführungssperre bei Gewinnabführungsverträgen wurde ausdrücklich nicht geregelt. Der § 301 AktG (bestimmt den Höchstbetrag der Gewinnabführung) ist unverändert geblieben. Die nach § 14 Abs. 1 Satz 1 KStG i.V.m. § 301 AktG notwendige Abführung des gesamten Gewinns setzt daher voraus, dass auch Gewinne, die auf der Anwendung des § 253 HGB beruhen, vollständig an den Organträger abgeführt werden. Eine analoge Anwendung der Ausschüttungssperre kommt nicht in Betracht. Rückstellungspflichtige Zeitwertkonten bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von 15.581 TEUR (Vorjahr: 13.831 TEUR). Diese wurden gemäß § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert des Deckungsvermögens in Höhe von 15.581 TEUR (Vorjahr: 13.831 TEUR) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet. Als Deckungsvermögen wurden wertpapiergebundene Zusagen in Form von fremd verwalteten Investmentfonds - bestehend aus Aktien-, Renten-, und Geldmarktfonds - unterlegt, die gegen die Insolvenz des Unternehmens geschützt sind (doppelseitige Treuhand). Das Guthaben auf dem Wertekonto stellt ein Wertguthaben im Sinne des Gesetzes zur sozialrechtlichen Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen ("Flexi-Gesetz") dar, sodass insbesondere die §§ 7ff. des Vierten Buches des Sozialgesetzbuches (SGB IV) Anwendung finden. Gemäß § 255 Abs. 4 Satz 3 HGB gelten die fortgeführten Anschaffungskosten, die vom Treuhänder zum 31. Dezember 2023 bestätigt worden sind, als beizulegender Zeitwert. Die historischen Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände betragen 15.375 TEUR (Vorjahr: 13.635 TEUR). Die Erträge aus dem Deckungsvermögen in Höhe von 9 TEUR (Vorjahr: Erträge 55 TEUR) wurden mit Zuführungen zum Wertekonto in gleicher Höhe gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert. Die sonstigen Rückstellungen wurden hauptsächlich für Verpflichtungen aus dem Personalbereich (33.822 TEUR; Vorjahr: 23.938 TEUR), noch ausstehende Rechnungen (5.673 TEUR; Vorjahr: 5.565 TEUR), drohende Verluste (11.579 TEUR; Vorjahr: 12.979 TEUR), Nacharbeiten (6.179 TEUR; Vorjahr: 6.050 TEUR), Abschluss- und Prüfungskosten (252 TEUR; Vorjahr: 240 TEUR) sowie Garantien (781 TEUR; Vorjahr: 2.334 TEUR) gebildet. Die Personalrückstellungen bestehen im Wesentlichen aus der Rückstellung für Überstunden und Urlaub in Höhe von 10.321 TEUR (Vorjahr: 9.460 TEUR), der Rückstellung für Abfindungen und Freistellungen in Höhe von 2.480 TEUR (Vorjahr: 2.878 TEUR), Rückstellungen für Gratifikationen und Sonderzahlungen in Höhe von 17.636 TEUR (Vorjahr: 8.188 TEUR), der Jubiläumsrückstellung in Höhe von 1.094 TEUR (Vorjahr: 1.150 TEUR) und der Rückstellung für die Ausgleichsabgabe in Höhe von 354 TEUR (Vorjahr: 346 TEUR). 3.3.9. Verbindlichkeiten (A9)
In den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin EDAG Engineering Holding GmbH, München, in Höhe von 34.124 TEUR (Vorjahr: 30.872 TEUR) enthalten, die vollständig die Verpflichtung zur Gewinnabführung für das Geschäftsjahr 2023 betreffen. Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen betreffen zum Bilanzstichtag wie im Vorjahr im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber der VKE. Die Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr erhöhen sich im Wesentlichen aufgrund des Neuabschlusses eines Schuldscheindarlehens mit langfristigen Laufzeiten in Höhe von 100 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit kleiner ein Jahr reduzieren sich um 98,4 Mio. EUR auf 102,8 Mio. EUR (31.12.2022: 201,2 Mio. EUR). Dies ist im Wesentlichen auf die Rückzahlung einer fälligen Tranche des ursprünglichen Schuldscheindarlehens in Höhe von 80,5 Mio. EUR zurückzuführen. 3.4. Derivative Finanzinstrumente Die Gesellschaft ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt. Deren Absicherung erfolgt im Wesentlichen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Es handelt sich meist um außerhalb der Börse gehandelte (sogenannte OTC-) Instrumente. Dazu gehören insbesondere Devisentermingeschäfte. Ihr Einsatz erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, unterliegt strengen internen Kontrollen und bleibt auf die Absicherung des operativen Geschäfts der Gesellschaft sowie der damit verbundenen Geldanlagen und Finanzierungsvorgänge beschränkt. Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Fluktuationen zu reduzieren, die auf Veränderungen von Wechselkursen zurückgehen. 3.4.1. Nicht in Bewertungseinheiten enthalten
Das Nominalvolumen bei Devisentermingeschäften ist die unsaldierte Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge, bewertet zum jeweiligen Erfüllungskurs. Der Zeitwert der derivativen Finanzinstrumente ergibt sich aus der Bewertung des gesicherten Fremdwährungsbetrages mit der Kursdifferenz zwischen dem Kurs bei Abschluss des Termingeschäfts und dem Kurs zum Bilanzstichtag. Die Zeitwerte werden durch finanzmathematische Modelle von Banken ermittelt. Geschäfte, die zum Bilanzstichtag einen negativen Zeitwert ausweisen, werden im Rahmen von Drohverlustrückstellungen entsprechend berücksichtigt. Die Geschäfte werden ausschließlich mit bonitätsmäßig einwandfreien Banken abgeschlossen. 3.4.2. In Bewertungseinheiten gem. § 254 HGB enthalten Sofern die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, werden Bewertungseinheiten i.S.d. § 254 HGB gebildet.
Das aus der Vergabe bzw. Aufnahme von Darlehen in Fremdwährung entstehende Währungsrisiko wird grundsätzlich durch den Abschluss von Devisentermingeschäften eliminiert (Mikro Hedge). Bei der Vergabe wird am Tag der Darlehensausreichung der entsprechende Fremdwährungsbetrag bei einer Bank angeschafft (gegen EUR gekauft) und gleichzeitig per Termin gegen EUR verkauft. Bei der Aufnahme wird am Tag der Darlehensvergabe der entsprechende Fremdwährungsbetrag bei einer Bank verkauft (gegen EUR verkauft) und gleichzeitig per Termin gegen EUR gekauft. Aus der Rückführung des Darlehens zum Fälligkeitstermin wird das Devisentermingeschäft dann gegenüber der Bank ausgeglichen. Aus vorzeitigen Darlehensrückzahlungen erhaltene bzw. abgeführte Zahlungsmittel in Fremdwährung werden zur Erfüllung der Lieferverpflichtung gegenüber der Bank erst später, d.h. zum Fälligkeitstermin des zur Absicherung des Darlehens fälligen Devisentermingeschäftes benötigt. Sie unterliegen daher - ließe man sie auf dem Fremdwährungskonto bis zum Fälligkeitstermin stehen - als Zahlungsmittelbestand in Fremdwährung einem Währungsrisiko. Um das Währungsrisiko auch hier auszuschließen, werden vorzeitige Darlehensrückzahlungen in Fremdwährung ebenfalls durch den Abschluss von Devisentermingeschäften abgesichert. Konkret wird der Fremdwährungsbetrag gleichtägig gegen EUR verkauft bzw. gekauft und per Termin (Fälligkeit des Darlehens) wieder gegen EUR gekauft bzw. verkauft. Zur bilanziellen Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheiten wird die sog. Einfrierungsmethode (kompensatorische Bewertung) angewendet. Eine getrennte Buchung von Grund- und Sicherungsgeschäft erfolgt nicht (Nettomethode). Grundlage für die Ermittlung der Wirksamkeit (Effektivität) der Bewertungseinheit ist die Übereinstimmung der bewertungsrelevanten Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft. Die Effektivität wird prospektiv und retrospektiv mit der Critical Terms Match-Methode festgestellt. Verlustspitzen werden imparitätisch im Aufwand erfasst. Die Wechselkursrisiken sind für die Laufzeit der vergebenen Darlehen (Fälligkeit in 2024) abgesichert. 3.5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 3.5.1. Umsatzerlöse (A10) Die erzielten Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt auf:
1 einschließlich der aus Deutschland
gesteuerten internationalen Projekte
In den Umsatzerlösen sind übrige Umsatzerlöse, d.h. Erträge aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von 4.031 TEUR (Vorjahr: 4.551 TEUR), Erträge aus Konzernleistungen in Höhe von 3.998 TEUR (Vorjahr: 4.110 TEUR) und Erträge aus Verschrottung/Recycling in Höhe von 81 TEUR (Vorjahr: 134 TEUR) enthalten. Im Gegensatz zum Vorjahr sind im Berichtsjahr keine Erträge aus Catering (Vorjahr: 48 TEUR) angefallen. Von den übrigen Umsatzerlösen entfallen 6.410 TEUR auf verbundene Unternehmen (Vorjahr: 6.399 TEUR). 3.5.2. Bestandsveränderung (A11) Hierunter wird die Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen ausgewiesen. Der Bestand an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen erhöhte sich um 3.022 TEUR (Vorjahr Verminderung: 3.381 TEUR), der Bestand an Fertigerzeugnissen verminderte sich um 14 TEUR (Vorjahr Verminderung: 2 TEUR). 3.5.3. Sonstige betriebliche Erträge (A12) Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (3.991 TEUR, Vorjahr: 4.714 TEUR), Gewinne aus der Veräußerung von Anlagevermögen (435 TEUR, Vorjahr: 109 TEUR) sowie Erträge aus der Auflösung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen (995 TEUR, Vorjahr: 1.195 TEUR). Die Erträge aus der Auflösung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen entfallen im Berichtsjahr zu 916 TEUR (Vorjahr: 845 TEUR) auf einzelwertberichtigte Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. 3.5.4. Materialaufwand (A13) Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
In den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren sind vorwiegend Aufwendungen für den Zukauf von Materialien und Werkzeugen erfasst. Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um die Kosten für Subunternehmer und sonstige empfangene Leistungen. 3.5.5. Personalaufwand (A14) Der Personalaufwand gliedert sich wie folgt:
3.5.6. Abschreibungen (A15) Die Abschreibungen wurden auf immaterielle Vermögensgegenstände und auf Sachanlagen vorgenommen. 3.5.7. Sonstige betriebliche Aufwendungen (A16) Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten:
Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Kfz-Treibstoffkosten, Bewachungskosten, Werkzeugkosten, Kosten für Umzüge, Aufwendungen aus Schadensfällen, Aufsichtsratsvergütungen sowie Aufwendungen für Entsorgung. Wesentliche periodenfremde Aufwendungen sind im Berichtsjahr für Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.416 TEUR (Vorjahr: 474 TEUR) angefallen. 3.5.8. Beteiligungsergebnis (A17)
3.5.9. Zinsergebnis (A18)
3.5.10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (A19)
Der Ertragsteueraufwand für Vorjahre betrifft abgeschlossene Betriebsprüfungen. 3.5.11. Sonstige Steuern (A20) Die sonstigen Steuern in Höhe von 81 TEUR (Vorjahr: 90 TEUR) setzen sich zusammen aus 38 TEUR Grundsteuer (Vorjahr: 38 TEUR) und aus 44 TEUR Kfz-Steuern (Vorjahr: 52 TEUR). 3.5.12. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne (A21) Der Gewinn des Berichtjahres in Höhe von 34.124 TEUR (Vorjahr: 30.872 TEUR) wird entsprechend dem mit der EDAG Engineering Holding GmbH, München, bestehenden Gewinnabführungsvertrag an die Gesellschafterin abgeführt. 3.6. Sonstige Angaben 3.6.1. Mitarbeitende Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich beschäftigt:
Zur Berechnung der durchschnittlichen Beschäftigtenzahlen wird das arithmetische Mittel der Monatsendbestände verwendet. Zum Bilanzstichtag ergibt sich folgendes Bild:
3.6.2. Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB Folgende Haftungsverhältnisse werden unter Angabe der gewährten Pfandrechte und sonstigen Sicherheiten gesondert angegeben:
Für die angeführten zu Nominalwerten angesetzten Haftungsverhältnisse wurden keine Rückstellungen gebildet, weil mit einer Inanspruchnahme oder Belastung der Gesellschaft nicht gerechnet wird. 3.6.3. Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen Außerbilanzielle Geschäfte Es bestehen Miet- und Leasingverträge für Verwaltungs- und Produktionsgebäude in einigen deutschen Niederlassungen, den Fuhrpark und bestimmte Büro- und Geschäftsausstattungen (Kopierer, Drucker). In allen Fällen handelt es sich um sog. Operating-Lease Verträge, die zu keiner Bilanzierung der Objekte bei der Gesellschaft führen. Der Vorteil dieser Verträge liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden könnten, wozu es derzeit keine Anzeichen gibt. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich wie folgt:
Soweit es sich um befristete Verträge handelt, wurde der für die Gesamtlaufzeit anfallende Aufwand berücksichtigt; bei unbefristeten Verträgen wurde der Aufwand des auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahres in die Bewertung einbezogen. Die übrigen sonstigen Verpflichtungen entfallen wie im Vorjahr in voller Höhe auf Wartungsverträge. 3.6.4. Gesamthonorar des Abschlussprüfers Die Angaben über das Abschlussprüferhonorar entfallen, da diese im Konzernabschluss der EDAG Engineering Group AG, Arbon, Schweiz, enthalten sind, der im Unternehmensregister offenzulegen ist. 3.6.5. Angaben zu Organen der Gesellschaft Die Geschäftsführer vertreten die Gesellschaft gemeinsam mit einem weiteren Geschäftsführer oder zusammen mit einem Prokuristen. Die Geschäftsführung setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
Die Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung betrugen im Berichtsjahr 2.202 TEUR (Vorjahr: 2.264 TEUR). Die Vergütungen der Geschäftsführung beinhalten die etwaigen geldwerten Vorteile. Nicht hingegen enthalten sind die Aufwendungen für Unfall-, Rechtsschutz- und D&O-Haftpflichtversicherungen in Höhe von 113 TEUR (Vorjahr: 110 TEUR). Es wurden keine Vorschüsse oder Kredite an Mitglieder der Geschäftsführung der EDAG GmbH gewährt. Für frühere Mitglieder der Geschäftsführung und ihre Hinterbliebenen bestehen Rückstellungen für Pensionen von 3.471 TEUR (Vorjahr: 3.629 TEUR). Für diesen Personenkreis hat die Gesellschaft im Berichtsjahr Auszahlungen in Höhe von 224 TEUR (Vorjahr: 221 TEUR) vorgenommen. Dem Aufsichtsrat der EDAG Engineering GmbH gehören folgende Damen und Herren an:
Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist in § 12 des Gesellschaftsvertrags der EDAG GmbH geregelt. Die Höhe der Vergütung wird in der Gesellschafterversammlung festgesetzt. Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen im Berichtsjahr 57 TEUR (Vorjahr: 44 TEUR). Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Gremientätigkeiten ausschließlich kurzfristig fällige Leistungen. Ab dem 18. April 2016 steht den Mitgliedern des Aufsichtsrats ausschließlich Sitzungsgeld in Höhe von 1 TEUR je Termin zu. Ausgenommen davon sind die Vergütungen und sonstigen Leistungen der betrieblichen Arbeitnehmervertreter aus ihren Arbeitsverträgen. Vergütungen für persönlich erbrachte Leistungen außerhalb der Gremientätigkeiten der Mitglieder des Aufsichtsrats, insbesondere für Beratungs- und Vermietungsleistungen, wurden zu marktüblichen Preisen abgerechnet. Es wurden keine Vorschüsse oder Kredite an Aufsichtsratsmitglieder der EDAG GmbH gewährt. Die Aufsichtsratsmitglieder sind im Rahmen der Firmenpolice für Rechtschutz und D&O Haftpflichtversicherung abgesichert. 3.6.6. Nachtragsbericht Es haben sich keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ergeben. 3.6.7. Konzernverhältnisse Das gezeichnete Kapital der EDAG Engineering GmbH, Wiesbaden, befindet sich zu 100 Prozent im Eigentum der EDAG Engineering Holding GmbH, München, mit der in 2015 ein Beherrschungsvertrag sowie ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen wurden. Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der EDAG Engineering Group AG, Schlossgasse 2, 9320 Arbon (Schweiz), einbezogen, die den Konzernabschluss für den kleinsten Konsolidierungskreis aufstellt. Dieser basiert auf den International Financial Reporting Standards, wie sie in der Europäischen Union angewandt werden. Der Konzernabschluss und -lagebericht des Mutterunternehmens ist unter dieser Adresse erhältlich, kann darüber hinaus im Internet unter: https://www.edag.com/de/edag-group/investor-relations/finanzberichte abgerufen werden und wird beim Unternehmensregister in Deutschland eingereicht. Dieser Konzernabschluss dient der Befreiung nach § 292 Abs. 1 i.V.m. § 291 Abs. 1 HGB. Die EDAG Engineering Group AG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der ATON GmbH, München, welche wiederum von der ATON 2 GmbH, München, gehalten wird. Die Obergesellschaft ATON 2 GmbH, München, stellt einen Konzernabschluss nach den Vorschriften der von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) (kleinster und größter Kreis) auf. Der Konzernabschluss der ATON 2 GmbH, München, wird beim Unternehmensregister elektronisch eingereicht und über die Publikations-Plattform (gemeinsames Portal von Bundesanzeiger und Unternehmensregister) veröffentlicht.
Wiesbaden, den 26. März 2024 Cosimo De Carlo, CEO Harald Keller, COO Holger Merz, CFO 3.7. Anlagen 3.7.1. Anlagenspiegel
3.7.2. Anteilsbesitzliste
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die EDAG Engineering GmbH, Wiesbaden Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der EDAG Engineering GmbH, Wiesbaden, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der EDAG Engineering GmbH, Wiesbaden, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die in Abschnitt 4 des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 26. März 2024 Deloitte
GmbH
Andreas Fischer, Wirtschaftsprüfer Yvonne Ronis, Wirtschaftsprüferin Bericht des Aufsichtsrates (Geschäftsjahr 2023)Sehr geehrte Gesellschafterin, der Aufsichtsrat ist gemäß § 52 Abs. 1 GmbHG i.V.m. § 171 Abs. 2 AktG verpflichtet, den Jahresabschluss und den Lagebericht zu prüfen und über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung, insbesondere wesentliche Schwächen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, zu berichten. Überblick Der Aufsichtsrat der EDAG Engineering GmbH hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2023 wahrgenommen und auf die Einhaltung der gesetzlichen und satzungsmäßigen Regelungen geachtet. Der Aufsichtsrat hat die Leitung des Unternehmens kontrolliert und beraten. Grundsätzliche Fragen der Unternehmenspolitik bzw. der strategischen Ausrichtung wurden mit der Geschäftsführung erörtert. Der Vorsitzende, der stellvertretende Vorsitzende sowie weitere Aufsichtsratsmitglieder zogen von der Geschäftsführung im Rahmen von Regelterminen, durch Berichtsanforderungen und Gespräche Informationen ein, von welchen die übrigen Aufsichtsratsmitglieder Kenntnis nehmen konnten. Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der EDAG Engineering Group AG, Schlossgasse 2, 9320 Arbon (Schweiz), einbezogen, die den Konzernabschluss (kleinster Konsolidierungskreis) erstellt. Dieser basiert auf den International Financial Reporting Standards, wie sie in der Europäischen Union angewandt werden. Der Konzernabschluss und der Lagebericht des Mutterunternehmens sind unter dieser Adresse erhältlich. Diese können darüber hinaus im Internet unter https://www.edag.com/de/edag-group/investor-relations/finanzberichte abgerufen werden und werden beim Unternehmensregister elektronisch eingereicht. Dieser Konzernabschluss dient der Befreiung nach § 292 Abs. 1 i.V.m. § 291 Abs. 1 HGB. Die Obergesellschaft ATON 2 GmbH, München, erstellt einen Konzernabschluss nach den Vorschriften der von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (kleinster und größter Kreis). Der Konzernabschluss der ATON 2 GmbH, München, wird beim Unternehmensregister elektronisch eingereicht und über die Publikations-Plattform (gemeinsames Portal von Bundesanzeiger und Unternehmensregister) veröffentlicht. Besetzung von Aufsichtsrat und Geschäftsführung Im Geschäftsjahr 2023 gab es bei den Vertretern der Anteilseigner keine Änderungen. Somit waren im Geschäftsjahr 2023 Vertreter der Anteilseigner wie folgt: Georg Denoke als Vorsitzender, Manfred Hahl, Werner Kropsbauer, Clemens Prändl, Sylvia Schorr sowie Adalbert Orth. Die Vertreter der Arbeitnehmerseite wurden im Jahre 2023 neu gewählt; zudem wurde in der Sitzung vom 7. Juli 2023 Herr Markus Noll zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Somit waren im Geschäftsjahr 2023 Vertreter der Arbeitnehmerseite wie folgt: Markus Noll (stellvertretender Vorsitzender), Michael von Beckerath, Oliver Dierolf (bis 6. Juli 2023), Martin Koppelt (ab 7. Juli 2023), Christoph Leibold, Dr. Andreas Quanz (bis 6. Juli 2023), Dr. Lars Röhrig (ab 7. Juli 2023) und Stefan Wolf. Der Aufsichtsrat erfüllte mithin die selbstgesetzte Quote von 16,7 % Frauenanteil nicht. Auf Ebene der Geschäftsleitung gab es im Geschäftsjahr 2023 keine Änderungen. Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2023 waren Cosimo De Carlo (CEO), Harald Keller (COO) und Holger Merz (CFO). Die Geschäftsleitung erfüllte mithin die selbstgesetzte Frauenquote von 0,0 % in der Geschäftsleitung. Die Arbeit des Aufsichtsrates Der Aufsichtsrat der Gesellschaft tagte im Geschäftsjahr 2023 fünf Mal: am 27. Januar 2023, am 29. März 2023, am 7. Juli 2023, am 29. September 2023 sowie am 15. Dezember 2023. Vier Sitzungen fanden in München, Frankfurter Ring 77 am Sitz der Niederlassung der Gesellschaft statt. Die Sitzung am 7. Juli 2023 erfolgte virtuell per Microsoft-Teams. Die Teilnahme lag in allen Sitzungen bei mindestens elf teilnehmenden Mitgliedern des Aufsichtsrates; der Aufsichtsrat war somit in allen Sitzungen beschlussfähig. Wie auch in den Vorjahren wurden im Aufsichtsrat regelmäßig die aktuelle Geschäftsentwicklung, aber auch die mittelfristige Investitions-, Personal- und Ergebnisplanung wie auch die Finanzierung des Unternehmens besprochen. Ergänzend zu den regelmäßig besprochenen Themen wurden in den Aufsichtsratssitzungen folgende Schwerpunkte erörtert: In der Sitzung des 27. Januar 2023 wurde das vorläufige Ergebnis des Geschäftsjahres 2022 vorgestellt und die darauf basierende Planung für das Geschäftsjahr 2023 verabschiedet. Der Aufsichtsrat tagte am 29. März 2023, um den Jahresabschluss und Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2022, der seitens Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen war, zu prüfen. Die Wirtschaftsprüfer nahmen an der Sitzung per Microsoft Teams teil. In dieser Sitzung wurden alle Fragen von der Geschäftsführung und den Abschlussprüfern erschöpfend beantwortet. Der Aufsichtsrat hatte nach eigener Prüfung und Diskussion des Jahresabschlusses und des Lageberichts keinen Anlass, Einwendungen zu erheben. Er stimmte daher dem Jahresabschluss der EDAG Engineering GmbH zu, der damit festgestellt wurde. Der Aufsichtsrat genehmigte in der Sitzung zudem den Bericht des Aufsichtsrates sowie die Entlastung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat. Des Weiteren ließ sich der Aufsichtsrat von der Geschäftsführung die ESG-Ziele der Gesellschaft vorstellen (ESG steht für Environment, Social and Governance). Der Aufsichtsrat tagte innerhalb dieser Sitzung überdies unter Ausschluss der Geschäftsführung, um die Vergütung der Geschäftsführung hinsichtlich der Bonuszahlungen 2022 zu besprechen. In der Sitzung am 7. Juli 2023 wurde der neu gewählte Aufsichtsrat konstituiert. Die Vertreter der Arbeitnehmerseite wurden im Jahre 2023 neu gewählt. Herr Markus Noll wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Zudem beschloss der Aufsichtsrat in der Sitzung über eine Refinanzierung der Gesellschaft mittels eines Schuldscheindarlehens. In der Sitzung des 29. September 2023 berichtete Holger Merz zum Schwerpunktthema dieser Sitzung, dem Thema "Personal". In der letzten ordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates am 15. Dezember 2023 informierte sich der Aufsichtsrat bei den Leitern der Abteilungen Controlling, Compliance sowie Interne Revision über die Themen Risikomanagement, Compliance und Revision. Die Abteilungsleiter gaben jeweils einen Überblick in ihrem Fachgebiet über den Status im Jahr 2023 sowie einen Ausblick für das Jahr 2024. Jahresabschlussprüfung Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, hat den von der Geschäftsführung nach den Regelungen des HGB aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der EDAG Engineering GmbH für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Aus dem Prüfungsbericht der Wirtschaftsprüfer ergaben sich keine Hinweise auf wesentliche Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems oder des Rechnungslegungsprozesses. Die genannten Unterlagen und der Prüfungsbericht der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig übermittelt worden waren, wurden in der Aufsichtsratssitzung am 28. März 2024 umfassend behandelt. In dieser Sitzung wurden alle Fragen von der Geschäftsführung und den Abschlussprüfern vollumfänglich beantwortet. Der Aufsichtsrat hatte nach eigener Prüfung und Diskussion des Jahresabschlusses und des Lageberichts keinen Anlass, Einwendungen zu erheben. Er stimmte daher dem Jahresabschluss der EDAG Engineering GmbH zu, der damit festgestellt wurde. Der Aufsichtsrat dankt der Geschäftsführung und allen Mitarbeitern der EDAG Engineering GmbH sowie dem Betriebsrat für ihren Einsatz und die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit.
München, den 28. März 2024 Für den Aufsichtsrat Georg Denoke, Vorsitzender des Aufsichtsrates |
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