ALBA Leipzig Real Estate Verwaltungs GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Alexander Tietz seit 23.2.2026 | Prokura |
Antje Langkabel seit 8.8.2025 | Prokura |
Marcel Stephan seit 14.3.2025 | Prokura |
Stefan Dr. Vetter seit 30.6.2020 | Geschäftsführer |
Eva Schultze seit 30.6.2020 | Geschäftsführer |
Michaela Vorreiter-Wahner seit 30.6.2020 | Geschäftsführer |
Johanna Fricke seit 14.6.2018 | Prokura |
Beate Petra Wolter-Lehmann seit 24.11.2009 | Geschäftsführer |
Beate Winkler seit 4.8.2004 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
ALBA plc & Co. KGEigenbeteiligung | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
ALBA Group plc & Co. KGBerlinKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
Konzerngewinn- und -verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzerneigenkapitalspiegel 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022Allgemeine Angaben Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Die Muttergesellschaft ALBA Group plc & Co. KG (nachfolgend auch kurz "ALBA Group KG") hat ihren Sitz in Berlin und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, HRA 36525 B. Im Geschäftsjahr 2022 haben die Eigentümer der ALBA Group KG, Dr. Axel Schweitzer und Dr. Eric Schweitzer, die im Vorjahr begonnene Neuordnung der Unternehmensgruppe abgeschlossen und die operative Verantwortung in den Eigentumsverhältnissen abgebildet. Der größte Teil der Maßnahmen wurde bereits im vergangenen Geschäftsjahr umgesetzt, in das Geschäftsjahr 2022 fiel im Wesentlichen die Begleichung einer Verpflichtung gegenüber einem nahestehenden Unternehmen. Konsolidierungskreis und Stichtag In den Konzernabschluss sind neben dem Mutterunternehmen alle direkt und indirekt gehaltenen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, sofern nicht wegen untergeordneter Bedeutung von einer Einbeziehung abgesehen wird. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Bilanzstichtag sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener und assoziierter Unternehmen ist der 31. Dezember 2022. Tochterunternehmen, bei denen die ALBA Group KG einen beherrschenden Einfluss im Sinne von § 290 Abs. 2 HGB ausübt, werden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen. Führt ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen eine andere Gesellschaft gemeinsam mit einem oder mehreren nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, so wird die Gesellschaft im Wege der Quotenkonsolidierung entsprechend dem Kapitalanteil des Mutterunternehmens einbezogen. Übt ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik eines nicht einbezogenen Unternehmens aus, an dem das Konzernunternehmen zu mindestens 20% beteiligt ist, wird zur Ermittlung des Beteiligungsbuchwerts des assoziierten Unternehmens die Equity-Methode angewendet. Gesellschaften ohne Geschäftstätigkeit oder mit geringem Geschäftsumfang wurden gemäß § 296 Abs. 2 und § 311 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da sie auch in der Gesamtheit für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind. Unter anderem beträgt die Gesamtheit der Umsatzerlöse und der Bilanzsumme der nicht einbezogenen verbundenen Unternehmen weniger als 2% der Konzernwerte. Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich folgende Veränderungen des Konsolidierungskreises:
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr erstkonsolidiert: - ALBA Wertstoffmanagement GmbH, Berlin - ESA Entsorgungsservice Ackermann GmbH & Co. KG, Nattheim - Keske Entsorgung GmbH, Braunschweig - Macherner Grünprofi GmbH, Machern. Im Geschäftsjahr wurden folgende vollkonsolidierten Leasingobjektgesellschaften entkonsolidiert, wobei das Vermögen der Gesellschaften im Vorfeld an Tochterunternehmen der ALBA Group KG übertragen wurde: - Akanthus Grundstücksverwaltungsges. mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz - Zamak Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz - Zamie Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz. Des Weiteren wurde das quotal konsolidierte Gemeinschaftsunternehmen ALBA Leipzig Real Estate GmbH & Co. KG, Berlin, entkonsolidiert. Der Kreis der in den Konzernabschluss der ALBA Group KG einbezogenen Unternehmen ist der Konzernanteilsbesitzliste (Anlage 2 zum Anhang) zu entnehmen, welche einen integralen Bestandteil dieses Konzernanhangs darstellt. In dieser Aufstellung sind auch die wegen untergeordneter Bedeutung nicht einbezogenen Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen angegeben. Konsolidierungsgrundsätze Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 HGB) durch Verrechnung der Buchwerte der Anteile mit dem auf den Konzern entfallenden Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag wird gemäß § 301 Abs. 3 HGB, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Die anteilmäßige Konsolidierung von den quotal einbezogenen Unternehmen erfolgt gemäß § 310 HGB. Forderungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden gegeneinander aufgerechnet. Gewinne und Verluste aus den konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen wurden ebenso eliminiert wie Beteiligungserträge aus einbezogenen Unternehmen. Konzerninterne Umsatzerlöse und Erträge wurden mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet, soweit sie nicht in andere aktivierte Eigenleistungen oder Bestandsveränderungen umzugliedern waren. Steuerabgrenzungen waren aufgrund der Anwendung von konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie der Durchführung von Konsolidierungsmaßnahmen vorzunehmen. Verbundene Unternehmen Sofern nach der Erlangung des beherrschenden Einflusses weitere Anteile an Tochterunternehmen erworben (Aufstockung) oder veräußert (Abstockung) werden, ohne dass sich der Status des Tochterunternehmens verändert, werden solche Transaktionen anteilig als Erwerbsvorgang bzw. erfolgswirksam als Veräußerungsvorgang abgebildet. Assoziierte Unternehmen Die für die assoziierten Unternehmen ermittelten Equity-Werte basieren auf der Buchwertmethode. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der assoziierten Unternehmen entsprechen grundsätzlich den dargestellten für vollkonsolidierte Unternehmen. In der Entwicklung des Anlagevermögens werden die Zugänge bzw. Abgänge zum anteiligen Eigenkapital der "at equity" bewerteten Unternehmen als Zugang bzw. Abgang innerhalb der Anschaffungskosten ausgewiesen, die Abschreibungen auf den bei der Erstkonsolidierung dieser Gesellschaften entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die stillen Reserven werden als Zugänge innerhalb der Abschreibungen dargestellt. Konzerninterne Ergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen wurden wegen geringer Bedeutung nicht eliminiert. Währungsumrechnung Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Einzelabschlüsse erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Dabei wurden alle Bilanzposten der einbezogenen ausländischen Konzernunternehmen mit Ausnahme des Eigenkapitals (gezeichnetes Kapital, Rücklagen, Ergebnisvortrag), das zu historischen Kursen umgerechnet wurde, mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags in Euro umgerechnet. Die aus der Veränderung der Devisenkurse entstehenden Differenzen aus der Umrechnung wurden erfolgsneutral in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung im Eigenkapital eingestellt. Die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge erfolgte mit dem Jahresdurchschnittskurs. Das Jahresergebnis der umgerechneten Gewinn- und Verlustrechnung wurde in die Bilanz übernommen und die Differenz erfolgsneutral in den Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung eingestellt. Für die Umrechnung der Währungen im Konzern wurden folgende Wechselkurse für einen Euro zu Grunde gelegt:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden in Übereinstimmung mit einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien erstellt. Gegebenenfalls wurden notwendige Anpassungen der Abschlüsse an die einheitlich in der ALBA Group geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften vorgenommen. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Sofern die Nutzungsdauer eines entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstands nicht bestimmbar ist (beispielsweise einer Dachmarke), wird eine unbegrenzte Nutzungsdauer unterstellt und dieser immaterielle Vermögensgegenstand nicht planmäßig abgeschrieben. Gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, wenn eine voraussichtlich dauernde Wertminderung vorliegt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Infolge der Kapitalkonsolidierung wurden im Geschäftsjahr Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen, die je nach Einzelfall über einen Zeitraum von 5 bis 20 Jahren linear abgeschrieben werden. Hinsichtlich der Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf die Anlage 1 zum Anhang (Anlagespiegel) verwiesen. Die Abschreibungsdauer für die Geschäfts- oder Firmenwerte wurde auf Basis der voraussichtlichen Bestandsdauer und Entwicklung der erworbenen Unternehmen sowie ihrer branchenspezifischen Absatz- und Beschaffungsmärkte bzw. sonstiger betriebsindividueller Umstände der einbezogenen Einheit bestimmt. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert (§ 253 Abs. 3 HGB). Diese erfolgen nach der linearen Methode. Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Die planmäßigen Abschreibungen auf Zugänge erfolgen zeitanteilig. In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Gemeinkosten gemäß § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB sowie Fremdkapitalkosten werden nicht angesetzt. Erhaltene Investitionszuschüsse und -zulagen werden auf der Passivseite als Sonderposten ausgewiesen und über die entsprechende Nutzungsdauer der geförderten Vermögensgegenstände ertragswirksam vereinnahmt. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von 250 Euro werden sofort im Aufwand erfasst, innerhalb der Wertgrenze von 250 Euro bis 800 Euro aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die geringwertigen Wirtschaftsgüter werden unter den entsprechenden Anlagenklassen ausgewiesen. Davon abweichend werden Behälter, die nicht der Ausstattung eines neuen Vertragsgebietes dienen, bis zu einem Wert von 60 Euro sofort aufwandswirksam erfasst, innerhalb der Wertgrenze von 60 Euro bis 800 Euro aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei der Neuausstattung eines Vertragsgebietes werden Behälter bis zu einem Wert von 800 Euro aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei den Finanzanlagen werden Anteile an assoziierten Unternehmen mit dem anteiligen Reinvermögen (Equity-Methode) nach der Buchwertmethode ausgewiesen. Der im Buchwert enthaltene Geschäfts- oder Firmenwert wird über einen Zeitraum von 20 Jahren linear abgeschrieben. Eine Abschreibungsdauer von 20 Jahren wurde auf Basis der voraussichtlichen Bestandsdauer und Entwicklung der assoziierten Unternehmen sowie ihrer branchenspezifischen Absatz- und Beschaffungsmärkte bestimmt. Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung, mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen sind mit dem Barwert, die übrigen Ausleihungen mit dem Nennwert bilanziert. Wurden in Vorjahren Wertberichtigungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens vorgenommen und sind die Gründe für die Wertminderung in der Zwischenzeit ganz oder teilweise entfallen, erfolgt eine Wertaufholung bis höchstens zu den Anschaffungskosten bzw. zu den um zwischenzeitlich vorzunehmende planmäßige Abschreibungen verminderten fortgeführten Anschaffungskosten. Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Für bestimmte Vorratsposten werden die Werte mit Hilfe zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren unter Beachtung des Niederstwertprinzips ermittelt. Erhaltene Anzahlungen auf Vorräte werden offen von den Vorräten abgesetzt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren beizulegenden Werten am Bilanzstichtag aktiviert. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen entsprechend dem handelsrechtlichen Mindestumfang berücksichtigt werden. Fremdkapitalkosten werden nicht angesetzt. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert. In allen Fällen wird gemäß § 253 Abs. 4 HGB verlustfrei bewertet. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Für drohende Verluste aus Liefer- und Abnahmeverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr sind - soweit sie un- oder niedrigverzinslich sind - mit dem abgezinsten Wert angesetzt. Flüssige Mittel werden zum Nennwert ausgewiesen. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Für die Ermittlung latenter Steuern gem. § 274 i.V.m. § 298 Abs. 1 und § 306 HGB aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen, oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Eine insgesamt nach Verrechnung der aktiven und passiven latenten Steuern verbleibende Steuerbelastung (passiver Überhang) auf Ebene des Organträgers, beziehungsweise einer nicht zum Organkreis gehörenden Gesellschaft, wird als passive latente Steuer angesetzt. Insofern sich für die nach § 274 HGB ermittelten latenten Steuern insgesamt eine Steuerentlastung (aktiver Überhang) ergibt, wird vom Wahlrecht gemäß § 274 HGB Gebrauch gemacht und auf die Aktivierung verzichtet. Aufwand oder Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen. Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung resultiert aus der Verrechnung von Vermögensgegenständen (Deckungsvermögen) im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB, die dem Zugriff aller Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen, mit den entsprechenden passivierten Verpflichtungen. Der aktivische Überhang des Deckungsvermögens ist gemäß § 266 Abs. 2 HGB gesondert ausgewiesen. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,78% (i.Vj. 1,87%) verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden mit 2,50% (i.Vj. 2,25%) und erwartete Rentensteigerungen mit 2,00% (i.Vj. 1,70%) berücksichtigt. Im Rahmen der Festlegung der Parameter wurden die bereits in 2022 vollzogenen Gehalts- und Rentensteigerungen berücksichtigt und zukünftige Steigerungen durch die Inflationserwartung angemessen abgebildet. Das Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurde mit dem beizulegenden Zeitwert der Versicherungen mit den Rückstellungen verrechnet. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen, die Effekte aus der Änderung des Diskontierungszinssatzes sowie die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der verrechneten Vermögensgegenstände, werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Alle übrigen Komponenten der Pensionsaufwendungen werden im Personalaufwand erfasst. Die sonstigen Rückstellungen sowie die Steuerrückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Unterschiedsbeträge zwischen dem Ausgabebetrag und dem höheren Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit werden als Disagio aktiviert und über die Laufzeit der Verbindlichkeit planmäßig abgeschrieben. Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten nach § 250 Abs. 2 HGB umfassen Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Auf Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Soweit die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt, erfolgt die Währungsumrechnung unter Berücksichtigung des Realisations- und Imparitätsprinzips sowie des Anschaffungskostenprinzips. Kassenbestände und Bankguthaben in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres in der Entwicklung des Konzernanlagevermögens (Anlage 1 zum Anhang) dargestellt. Auswirkungen aus Veränderungen des Konsolidierungskreises werden in gesonderten Spalten ausgewiesen. Die Erstkonsolidierung der im Berichtsjahr erworbenen Unternehmen führte zu einem Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 16.408. Zur Ermittlung des Geschäfts- oder Firmenwerts wurde das Eigenkapital der neu erworbenen Unternehmen neubewertet. Hierzu wurden insbesondere stille Reserven im Auftragswert (TEUR 2.583) und im Sachanlagevermögen (TEUR 3.388) identifiziert. Die Ermittlung erfolgte mittels eines DCF Verfahrens (für den Auftragswert) bzw. von Verkehrswerten (für Grundstücke und Gebäude) und der Depreciated Replacement Cost-Methode (für das restliche Sachanlagevermögen). Die aus Unternehmenserwerben im Geschäftsjahr 2022 entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren linear abgeschrieben. Bei der Ermittlung der Nutzungsdauer wurden die langjährigen Geschäftsbeziehungen in der Branche berücksichtigt. Neben den planmäßigen Abschreibungen wurden außerplanmäßige Abschreibungen (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB) auf Sachanlagen wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung in Höhe von TEUR 1.446 vorgenommen (i. Vj.: TEUR 4.484). Die außerplanmäßigen Abschreibungen betreffen Gebäude, Außenanlagen, technische Anlagen und Maschinen. Assoziierte Unternehmen Die an den assoziierten Unternehmen gehaltenen Kapitalanteile entsprechen den Stimmrechten. Zum 31. Dezember 2022 betragen die fortgeschriebenen Anschaffungskosten der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen TEUR 10.864. Der Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und dem anteiligen Eigenkapital beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 211. Der Unterschiedsbetrag entspricht den darin enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwerten. Die Summe der negativen Equity-Wertansätze beträgt TEUR 13.263 (auf Basis des letzten vorliegenden Konzernabschlusses zum 31.12.2021 des betroffenen assoziierten Unternehmens). Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 14 (i. Vj.: TEUR 6) umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 2; i. Vj.: TEUR 6) sowie sonstige Forderungen (TEUR 12; i. Vj.: TEUR 0). Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von TEUR 2.226 (i. Vj.: TEUR 974) betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 1.882; i. Vj.: TEUR 607) sowie sonstige Forderungen (TEUR 344; i. Vj.: TEUR 366). Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche (TEUR 11.275), Sicherheitseinbehalte im Rahmen des Factoring-Programms (TEUR 4.739), Darlehensforderungen (TEUR 3.778), debitorische Kreditoren (TEUR 2.304), gezahlte Kautionen (TEUR 1.504) sowie Forderungen aus Schadensersatz bzw. Gerichtsverfahren (TEUR 565). Die in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Forderungen gegen Gesellschafter betragen TEUR 3.202 (i. Vj.: TEUR 670) und betreffen Darlehensforderungen sowie daraus resultierende Zinsen. Dieser Posten enthält Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von TEUR 540 (i. Vj.: 666 TEUR). Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält vor allem vorausbezahlte Beträge für Dienstleistungsverträge, Bankgebühren und Sponsoring. Eigenkapital Die Entwicklung des Eigenkapitals einschließlich der nicht beherrschenden Anteile ist im Konzerneigenkapitalspiegel dargestellt. Die Kommanditanteile der ALBA Group KG betragen zum 31. Dezember 2022 unverändert TEUR 4.250 und werden durch die ALBA Strategy GmbH & Co. KGaA gehalten. Das Grundkapital der Komplementärin ALBA Group Verwaltungs plc, Dublin/Irland, beträgt EUR 25.000,00. Zudem war die Eibsee Ltd., Dublin/Irland, im Geschäftsjahr 2022 weitere Kommanditistin ohne Kommanditeinlage. Mit Ablauf des 31. Dezember 2022 ist die Eibsee Ltd., Dublin/Irland, als Kommanditist aus der Gesellschaft ausgeschieden und zum 1. Januar 2023 sind Dr. Eric Schweitzer, Patrick Schweitzer und Caroline Schweitzer als neue Kommanditisten ohne Einlage in die Gesellschaft eingetreten. Die aufschiebende Bedingung der Eintragung ins Handelsregister ist am 24. Februar 2023 wirksam geworden. Die Einlagen wurden geleistet. Der Jahresfehlbetrag der ALBA Group KG des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von TEUR 5.001 wird mit dem Gewinnvortrag verrechnet und auf neue Rechnung vorgetragen. Sonderposten Der Sonderposten beinhaltet Investitionszulagen und Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Pensionsrückstellungen decken die Versorgungsverpflichtungen gegenüber ehemaligen und noch tätigen Mitarbeitern ab. Die Anschaffungskosten der Rückdeckungsversicherungen entsprechen den beizulegenden Zeitwerten und wurden wie folgt bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bzw. des aktiven Unterschiedsbetrags aus der Vermögensverrechnung berücksichtigt:
Im Zinsergebnis wurden Erträge aus den Rückdeckungsversicherungen in Höhe von TEUR 37 im Zinsertrag ausgewiesen, während Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 532 im Zinsaufwand erhalten sind. Der Unterschiedsbetrag aus der Diskontierung der Pensionsverpflichtungen mit dem siebenjährigen und dem zehnjährigen durchschnittlichen Marktzinssatz gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung beträgt TEUR 725. Steuerrückstellungen Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 9.444 betreffen insbesondere Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Umsatzsteuer. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden insbesondere für ausstehende Rechnungen (TEUR 39.485), sonstige Verpflichtungen im Personalbereich (TEUR 17.728), Altlastensanierung, Rückbauverpflichtungen und Rekultivierung (TEUR 8.790) sowie Rechtsstreitigkeiten und Prozesskosten (TEUR 3.338) gebildet. Verbindlichkeiten Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich wie folgt:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von TEUR 224.562 (i. Vj. TEUR 129.323) sind in Höhe von TEUR 223.885 durch die Verpfändung von Geschäftsanteilen an verbundenen Unternehmen, Sicherungsübereignung von Anlage- und Umlaufvermögen sowie durch Grundpfandrechte besichert. In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind TEUR 122 abgegrenzte Zinsverpflichtungen enthalten. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 272 (i.Vj. TEUR 372) resultieren aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 11; i. Vj.: TEUR 8) sowie aus sonstigen Verbindlichkeiten (TEUR 261; i. Vj.: TEUR 364). Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betragen zum Bilanzstichtag TEUR 2.308 (i.Vj. TEUR 1.586) und betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 2.283; i. Vj.: TEUR 1.581) sowie sonstige Verbindlichkeiten (TEUR 25; i. Vj.: TEUR 5). Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 76.583 betreffen Darlehensverbindlichkeiten (TEUR 19.968), Verbindlichkeiten aus dem Factoring-Programm (TEUR 22.183), aus Mietkauf und Finanzierungsleasing (TEUR 17.960), aus Steuern (TEUR 6.096), im Rahmen der sozialen Sicherheit (TEUR 1.693) sowie kreditorische Debitoren (TEUR 1.576) enthalten. Die zum 31. Dezember 2021 bestehende Verpflichtung von TEUR 100.389 gegenüber einem nahestehenden Unternehmen wurde im Geschäftsjahr 2022 komplett getilgt. Die sonstigen Verbindlichkeiten sind in Höhe von TEUR 4.751 durch Eigentumsvorbehalte sowie Sicherungsübereignung von beweglichem Sachanlagevermögen besichert. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft die Abgrenzung von Mieterträgen im Rahmen eines Nießbrauchsrechts. Passive latente Steuern Insgesamt ergibt sich im Konzernabschluss der ALBA Group KG ein Passivüberhang an latenten Steuern, der insbesondere aus passiven latenten Steuern aus Konsolidierungsvorgängen nach § 306 HGB resultiert. Die passiven latenten Steuern betreffen vor allem Unterschiede in der Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen, Sachanlagen, Anteilen an Kapitalgesellschaften, sonstigen Vermögensgegenständen sowie Kapitalkonsolidierungsvorgänge. Der Passivüberhang an latenten Steuern wurde durch aktive latente Steuern gemindert. Ein Teil der aktiven latenten Steuern wird jedoch aufgrund eines sich ergebenden Aktivüberhangs und der Nutzung des Wahlrechts nach § 274 HGB in den Einzelabschlüssen in Einklang mit den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nicht bilanziert. Die aktiven latenten Steuern beruhen im Wesentlichen auf Verlustvorträgen zur Gewerbesteuer und zur Körperschaftsteuer. Es besteht die überwiegende Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Verlustvorträge innerhalb der nächsten fünf Jahre. Zudem resultieren aktive latente Steuern aus Unterschieden in der Bewertung von Grundstücken sowie immateriellen Vermögenswerten, Verbindlichkeiten aus Mietkauf/Leasing, Pensions- und sonstigen Rückstellungen. Für die Steuerberechnung wurden die in den jeweiligen Ländern relevanten Ertragsteuersätze verwendet. In Deutschland setzen sich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag zusammen. Für die Berechnung der latenten Steuern wurden ein Körperschaftsteuersatz von 15,0% zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5% sowie ein effektiver Gewerbesteuersatz von 8,40% bis 16,28% angewandt. Für die Ermittlung der latenten Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen wurde in Bezug auf die in einen ertragsteuerlichen Organkreis eingebundenen Unternehmen ein Steuersatz von 15,0% bzw. 30% (Organträger ist eine Kommandit- bzw. eine Kapitalgesellschaft), in Bezug auf die nicht in einen ertragsteuerlichen Organkreis eingebundenen Unternehmen ein kombinierter Ertragsteuersatz zwischen 10,0% und 30,0% zu Grunde gelegt. Tabellarisch stellt sich die Veränderung wie folgt dar:
Haftungsverhältnisse
Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den tabellarisch aufgeführten Haftungsverhältnissen wird als gering eingeschätzt. Folglich wurden sie nicht in der Bilanz passiviert. Die Sicherungsnehmer der Mieteintrittsgarantien verfügen über ausreichend Liquidität, sodass auch hier eine Inanspruchnahme der ALBA Group nicht erwartet wird. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag betragen die sonstigen finanziellen Verpflichtungen TEUR 150.936 (davon gegenüber assoziierten Unternehmen TEUR 348, i. Vj. TEUR 151). Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:
Factoring Zur Betriebsmittelfinanzierung und Übertragung von Ausfallrisiken nutzen ausgewählte Gesellschaften der ALBA Group ein revolvierendes Factoring-Programm. Im Rahmen dieses Programms veräußern die Gesellschaften (Forderungsverkäufer) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis eines einheitlichen Forderungskaufvertrages an eine Factoring-Gesellschaft (Factor). Der Kaufpreis der Forderungen entspricht deren Nennbetrag abzüglich Zinsen bis zum tatsächlichen Zahlungseingang der Forderung beim Factor bzw. bis zum Delkrederefall. Vom Kaufpreis wird für die veräußerten Forderungen ein Sicherheitseinbehalt von regelmäßig 7% des Forderungsnennbetrags einbehalten, der das Veritätsrisiko abdecken soll und bei Zahlungseingang durch den Kunden bzw. im Delkrederefall an den Forderungsverkäufer erstattet wird. Die Vorteile des Factorings liegen insbesondere in einer Verbesserung der Liquidität sowie in der Übertragung des Forderungsausfallrisikos auf den Factor. Im Zeitpunkt des Verkaufs und der Übertragung der Forderungen an den Factor werden die Forderungen ausgebucht und der Sicherheitseinbehalt unter den sonstigen Vermögensgeständen aktiviert. Zum Bilanzstichtag waren von den veräußerten Forderungen TEUR 47.488 durch die Kunden noch nicht beglichen, woraus der ALBA Group kein Ausfallrisiko droht. Derivative Finanzinstrumente Devisentermingeschäfte Im Konzern wurden zur Absicherung des Währungsrisikos aus in Fremdwährung fakturierten Lieferungen und Leistungen Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Zwischen den Fremdwährungsforderungen und den Devisentermingeschäften besteht eine ökonomische Sicherungsbeziehung, handelsrechtliche Bewertungseinheiten zwischen Sicherungs- und Grundgeschäft wurden nicht gebildet. Die Devisentermingeschäfte weisen zum Bilanzstichtag einen aggregierten positiven Marktwert von TEUR 34 auf. Warentermin- und Optionsgeschäfte Warentermingeschäfte werden in der ALBA Group zur Absicherung von Metallpreisänderungen abgeschlossen. Grundsätzlich befinden sich die für Metalle abgeschlossenen Warentermingeschäfte in einer ökonomischen Sicherungsbeziehung. Handelsrechtliche Bewertungseinheiten werden zwischen den Warentermingeschäften und den dazugehörigen Grundgeschäften nicht gebildet. Zum Bilanzstichtag bestanden in der ALBA Group Warentermingeschäfte mit einem positiven Marktwert von TEUR 13. Zinsswapgeschäfte Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken des variabel verzinslichen Konsortialkreditvertrages (Grundgeschäft) wurden im Geschäftsjahr 2022 Zinsswaps (Sicherungsgeschäfte) abgeschlossen. Im Rahmen der Absicherung zukünftiger Transaktionen bilden Grund- und Sicherungsgeschäfte eine handelsrechtliche Bewertungseinheit, deren wirksamer Sicherungszusammenhang mittels der Critical-Term-Match-Methode nachgewiesen und dokumentiert wurde. Der Referenzbetrag der Sicherungsgeschäfte beträgt TEUR 75.000, wobei die Laufzeit am 30. Juni 2023 beginnt und am 30. Juni 2025 endet. Zum Bilanzstichtag ergibt sich ein positiver Marktwert der Sicherungsgeschäfte in Höhe von TEUR 2.446. Erläuterungen zur Konzerngewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die erzielten Außenumsatzerlöse (nach Konsolidierung zwischen den Bereichen) entfallen nach Tätigkeitsbereichen wie folgt auf das In- und Ausland:
Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 3.644 (i. Vj.: TEUR 2.380) ausgewiesen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Der Posten enthält Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen in Höhe von TEUR 3.626 (i. Vj.: TEUR 2.474). Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 589 (i. Vj. TEUR 1.380) betreffen Pensionsverpflichtungen und andere langfristige Personalrückstellungen (TEUR 533; i. Vj.: TEUR 1.226), die zum Teil aktivisch unter dem Posten aktiver Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung ausgewiesen werden, sowie sonstige Rückstellungen (TEUR 56; i. Vj.: TEUR 154). Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betragen in der ALBA Group im Einklang mit der verbesserten Ergebnissituation TEUR 11.023, ein Anstieg von TEUR 6.982 gegenüber dem Vorjahr. Dabei wurden im Organkreis der ALBA Europe Holding plc & Co. KG für das Veranlagungsjahr 2021 keine Gewerbesteueraufwendungen berücksichtigt, da von der steuerlichen Sonderregelung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von einem Jahr für digitale Wirtschaftsgüter gemäß BMF-Schreiben vom 26. Februar 2021 (sog. "Digital-AfA") Gebrauch gemacht wird. Im Veranlagungsjahr 2022 resultiert aus der Digital-AfA eine deutlich geringere Steuerminderung. Außergewöhnliche Erträge und Aufwendungen Die in der ALBA Group im Geschäftsjahr 2022 angefallenen außergewöhnlichen Erträge und Aufwendungen sind in folgenden Posten der Konzerngewinn- und -verlustrechnung enthalten:
Die außergewöhnlichen Erträge des Geschäftsjahres 2022 betreffen die Veräußerung von Sachanlagen, die teilweise Auflösung der Risikovorsorge im Zusammenhang mit Anlagenschadensfällen eines nahestehenden Unternehmen, in vorherigen Geschäftsjahren eingeleitete Rückbaumaßnahmen sowie die Neuordnung der ALBA Group. Außergewöhnliche Aufwendungen sind insbesondere im Zusammenhang mit der Optimierung des Beteiligungsportfolios, für Brandschadensfälle, die Neuordnung der ALBA Group sowie für einen Kundenvertrag i.V.m. der Energiepreiskrise entstanden. Sonstige Angaben Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelbestand umfasst grundsätzlich die Posten Schecks, Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und die Wertpapiere des Umlaufvermögens. Im Berichtsjahr sowie im Vorjahr enthält der Finanzmittelbestand ausschließlich Schecks, den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Die Bestände des Finanzmittelfonds von quotal einbezogenen Unternehmen betragen TEUR 2.102 (i. Vj.: TEUR 1.864). Wie auch im Vorjahr unterlag der Finanzmittelbestand zum Bilanzstichtag keinen Verfügungsbeschränkungen. Geschäftsführung Die Geschäftsführung wird gemäß Ziffer 6 des Gesellschaftsvertrags der ALBA Group KG ausschließlich durch die persönlich haftende Gesellschafterin, die ALBA Group Verwaltungs plc, ausgeübt. Dem Vorstand ("Board of Directors") der persönlich haftenden Gesellschafterin gehörten im Geschäftsjahr 2022 folgende Mitglieder an: Dr. Eric Schweitzer, CEO, Dr. Axel Schweitzer, CEO (ausgeschieden zum 21. Juli 2022), Dirk Beuth, Commercial Manager (vom 21. Juli 2022 bis zum 31. Dezember 2022). Zum 31. Dezember 2022 sind folgende weiteren Mitglieder in den Vorstand aufgenommen worden: Thorsten Greb, COO Scrap and Metals, Krzysztof Andrzej Gruszczynski, COO Central and Eastern Europe, Rainer Kröger, COO Waste Operations, Alessandro Leonetti, CFO. Dr. Eric Schweitzer hat am 1. April 2023 die Leitung des Vorstands an Dr. Robert Arbter übertragen. Er gehört weiterhin dem Vorstand an. Gesamtbezüge des Vorstands Bezüglich der Angabe der Bezüge des Vorstands gem. § 314 Abs. 1 Nr. 6 a) und b) wird von der Schutzklausel des § 314 Abs. 3 HGB i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. Gesellschafterausschuss Die ALBA Group KG hat gemäß Ziffer 8.1 ihres Gesellschaftsvertrages einen Gesellschafterausschuss gebildet, dem die Komplementärin sowie die Kommanditistin Eibsee Ltd. angehören. Mit Eintragung ins Handelsregister am 24. Februar 2023 wurde die Zusammensetzung des Gesellschafterausschusses geändert (vgl. Erläuterungen zum Eigenkapital). Dem Gesellschafterausschuss gehören seit der Änderung neben der Komplementärin die Kommanditisten Dr. Eric Schweitzer, Patrick Schweitzer und Caroline Schweitzer an. Mitarbeiter*innen Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter*innen ergibt sich nach Köpfen wie folgt:
Unter Berücksichtigung der jeweiligen Beteiligungsquote entfallen 87 Mitarbeiter*innen auf Gemeinschaftsunternehmen. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter*innen gemäß Vollzeitäquivalent beträgt 5.260. Honorar des Konzernabschlussprüfers Das vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2022 berechnete Gesamthonorar im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB beträgt EUR 0,7 Mio. Davon entfallen auf Abschlussprüfungsleistungen EUR 0,7 Mio. Befreiung nach §§ 264 Abs. 3 und 264b HGB Die Gesellschaften, die die Befreiungsvorschriften nach §§ 264 Abs. 3 und 264 b HGB in Anspruch nehmen, sind aus der Konzernanteilsbesitzliste ersichtlich. Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG Die ALBA SE ist als börsennotiertes Tochterunternehmen der ALBA Group KG zur Abgabe einer Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG verpflichtet. Der Verwaltungsrat der ALBA SE hat zuletzt im März 2023 seine jährliche Erklärung zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft (https://www.alba.info/unternehmen/investor-relations-alba-se/corporate-governance/) veröffentlicht und damit öffentlich dauerhaft zugänglich gemacht.
Berlin, 31. Mai 2023 Dr. Robert Arbter, Director Thorsten Greb, Director Krzysztof Andrzej Gruszczynski, Director Rainer Kröger, Director Alessandro Leonetti, Director Dr. Eric Schweitzer, Director Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 / Entwicklung des Konzernanlagevermögens
Konzernanteilsbesitzliste zum 31. Dezember 2022I. In den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
II. Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
1) Inanspruchnahme der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB 2) Persönlich haftende Gesellschafterin der ALBA Heilbronn-Franken plc & Co. KG, Waiblingen 3) Persönlich haftende Geselschafterin der Nenn Entsorgung GmbH & Co. KG, Berlin 4) Persönlich haftende Gesellschafterin der ALBA Süd GmbH & Co.KG, Waiblingen 5) Persönlich haftende Gesellschafterin der ALBA Neckar-Alb GmbH & Co. KG, Metzingen Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022Inhalt A. Grundlagen des Konzerns A.1. Geschäftsaktivitäten und Organisationsstruktur A.2. Produkte und Dienstleistungen A.3. Steuerungssystem B. Wirtschaftsbericht B.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen B.2. Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen B.3. Geschäftsverlauf Waste and Metals B.4. Lage B.4.1 Ertragslage B.4.2 Vermögenslage B.4.3 Finanzlage B.5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der ALBA Group C. Chancen- und Risikobericht C.1. Chancenbericht C.1.1. Chancenmanagement C.1.2. Chancen C.2. Risikobericht C.2.1. Risikomanagementsystem C.2.2. Das interne Kontrollsystem in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess C.2.3. Risikobewertung C.2.4. Risiken C.2.5. Gesamtrisikoprofil D. Weitere Angaben D.1. Mitarbeiter*innen und soziale Verantwortung D.2. Umwelt und Nachhaltigkeit D.3. Forschung und Entwicklung E. Prognosebericht E.1. Entwicklung Waste and Metals E.2. Entwicklung des Konzerns A. Grundlagen des Konzerns A.1. Geschäftsaktivitäten und Organisationsstruktur Die ALBA Group leistet einen hohen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. ALBA spart mit Recycling jedes Jahr etwa 2,6 Millionen Tonnen Treibhausgase und 18,8 Millionen Tonnen Primärrohstoffe ein.( *) Der Recycling- und Umweltdienstleister sowie Rohstoffversorger war im Berichtsjahr vorwiegend in Deutschland und anderen europäischen Ländern aktiv. Die bisherigen Eigentümer und Vorstände der ALBA Group, Dr. Axel Schweitzer und Dr. Eric Schweitzer, hatten 2021 begonnen, die Unternehmensgruppe neu zu ordnen, um agile Einheiten zu schaffen, die auch die jeweilige operative Verantwortung der Gesellschafter in den Eigentumsverhältnissen abbilden. Die Neuordnung wurde 2022 abgeschlossen. Entsprechend ist Dr. Axel Schweitzer im Berichtsjahr als Vorstand der ALBA Group plc & Co. KG (ALBA Group KG) ausgeschieden. Am 1. April 2023 hat Dr. Eric Schweitzer die Leitung des Vorstands an Dr. Robert Arbter abgegeben. Er gehört jedoch dem Vorstand der ALBA Group weiterhin als Mitglied an. Mit Schreiben vom 30. Juni 2021 hatte die ALBA Europe Holding plc & Co. KG (ALBA Europe Holding KG) den zwischen ihr als herrschendem Unternehmen und der ALBA SE als abhängiger Gesellschaft seit 2011 bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) ordentlich gekündigt. Er endete mit Ablauf des 31. Dezember 2021. Außenstehende Aktionär*innen der ALBA SE erhielten im Nachgang zur Hauptversammlung 2022 für das Geschäftsjahr 2021 letztmals die Ausgleichszahlung in Höhe von 4,17 Euro (netto) je Aktie. Am 9. März 2022 wurde die ALBA SE von der ALBA Europe Holding KG darüber informiert, dass diese eine mögliche Veräußerung von Aktien an der ALBA SE und die Hereinnahme eines strategischen Investors prüft. Die ALBA Europe Holding KG sucht einen Investor, der zumindest eine Mehrheitsbeteiligung an der ALBA SE übernimmt, wobei aber auch ein vollständiger Verkauf, auch über die Börse, nicht ausgeschlossen wird. ( *) Die Angaben beziehen sich auf das Jahr 2021 und basieren auf einer Studie des Fraunhofer UMSICHT Instituts von August 2022 A.2. Produkte und Dienstleistungen Waste and Metals Der Geschäftsbereich Waste and Metals umfasst europäische Gesellschaften, die die Sammlung, Erfassung, Verarbeitung und Vermarktung sämtlicher Stoffströme, insbesondere Papier/Pappe/Kartonagen (PPK), Abfall zur Verwertung (AzV) und Holz sowie Stahl- und Metallschrott, anbieten. Der Geschäftsbereich teilt sich in die operativen Geschäftsfelder Waste Operations (WO) und Scrap and Metals (SaM) auf. Die Geschäftsfelder werden aus dem Bereich Strategy & Support Functions (SSF) mit gesellschaftsübergreifenden Dienstleistungen unterstützt. Waste Operations Das Geschäftsfeld Waste Operations beinhaltet die Erfassung/Sammlung, Sortierung und Behandlung sowie die Vermarktung und umweltgerechte Entsorgung sämtlicher Abfallarten. Die Logistik der Abfälle erfolgt hierbei mit eigenen Fahrzeugen und Containern. Die Gesellschaften agieren sowohl in Deutschland als auch in Central Eastern Europe (CEE), im Geschäftsjahr 2022 konkret in Polen und Bosnien-Herzegowina. Waste Operations ist in vier Bereiche untergliedert: Gewerbe-, System-, Kommunalgeschäft sowie Commodities Aktivitäten. Im Gewerbegeschäft werden sowohl in der Fläche als auch über eine Key Account-Betreuung insbesondere AzV-Mengen sowie mineralische Abfälle erfasst, umgeschlagen und verarbeitet. Neben klassischen Entsorgungsdienstleistungen werden je nach Region auch ergänzende Dienstleistungen wie bspw. die Bereitstellung von Abfallbilanzen und -wirtschaftskonzepten sowie die Realisierung kundeninterner Logistikkonzepte angeboten. Je nach Kundenbedürfnis werden die Verträge auf Dauer oder projektbezogen, z.B. für Messen oder Bauvorhaben, abgeschlossen. Im Systemgeschäft erfolgen die Erfassung und der Umschlag von Glas- sowie LVP (Leichtverpackungs)-Mengen im Auftrag der dualen Systeme. Im Kommunalgeschäft werden verschiedene Fraktionen (u.a. AzV, PPK, Bioabfälle, Sonderabfälle) erfasst und verwertet sowie zusätzliche Leistungen wie der Betrieb von Wertstoffhöfen erbracht. Die Aufbereitung gefährlicher Abfälle gewinnt infolge des Erwerbs eines auf die Verwertung von flüssigen Sonderabfällen spezialisierten Unternehmens Anfang 2022 weiter an Bedeutung. Die Entsorgung im kommunalen Umfeld und im Systemgeschäft erfolgt auf Basis langfristiger Verträge. Ergänzende Leistungen wie Winterdienst und Straßenreinigung werden sowohl im kommunalen als auch im gewerblichen Bereich angeboten. Das Geschäftsfeld WO verfügt über eigene zertifizierte Sortieranlagen und Mengenkapazitäten an Stoffströmen zur Vermarktung. Bei der PPK-Sortierung werden unterschiedliche Papierfraktionen aus haushaltsnaher Sammelware gewonnen. Mittels modernster Sortiertechnik, bspw. Nahinfrarottechnik, wird eine nahezu 100%ige Ressourceneffizienz erzielt. Es werden drei Hauptpapierfraktionen sortiert und vermarktet: Mischpapier, Kaufhausaltpapier und Deinkingware. Aus dem Stoffstrom AzV wird qualitativ hochwertiger Ersatzbrennstoff (EBS) mit verschiedener Kalorik in Form von Pellets oder Fluff gewonnen. Diese werden in Kraft- oder Zementwerken eingesetzt und substituieren dort fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Gas, was eine erhebliche Einsparung von klimaschädlichen Treibhausgasen bewirkt. Im Altholz-Recycling wird das Material, das u.a. aus Gewerbebetrieben und Kommunen stammt, nach kundenspezifischen Anforderungen aufbereitet und an die Holzwerkstoffindustrie bzw. Biomassekraftwerke vermarktet. Zu den vermarkteten Kunststoffen zählen vor allem PE/PP-Kunststoffe, diverse Folienfraktionen (LDPE/HDPE) sowie Nischenfraktionen wie Big Bags und Umreifungsbänder. Im Rahmen der Commodities Aktivitäten werden AzV- und PPK-Mengen vermarktet. Die Mengen werden sowohl von Gesellschaften des Geschäftsfelds Waste Operations als auch von externen Anbietern am Markt akquiriert. Zu den Abnehmern zählen die Papierindustrie bzw. Waste-to-Energy-Kraftwerke in ganz Deutschland, in Europa und Übersee. Darüber hinaus verstärkt das Geschäftsfeld seine Aktivitäten im Holzgeschäft. Scrap and Metals Die mit der Erfassung, Sammlung und Aufbereitung von Schrotten befassten Unternehmen sind im Geschäftsfeld SaM zusammengefasst. Nach der Aufbereitung werden Stahlwerke, Gießereien und Metallhütten mit Eisen- und Nichteisen-Metallen versorgt. Dabei steht Fe (lat.: ferrum) für alle Eisen- oder Stahlschrotte und NE für alle Nichteisen-Metallschrotte. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Fraktionen liegt neben den Materialeigenschaften in der unterschiedlichen Wertigkeit, die bei den NE-Metallen deutlich höher ist. Die Aufbereitung von Produktions-, Gewerbe- und Konsumschrott zu hochwertigem Shredder-, Scheren- und Paketierschrott für den internationalen Handel erfolgt in industriellen Anlagen und mit modernen Trenntechniken. Strategy & Support Functions Die SSF sind primär in der ALBA Group KG, der ALBA Europe Holding KG und der ALBA Management GmbH gebündelt und bieten Dienstleistungsfunktionen für die Geschäftsfelder des Geschäftsbereichs Waste and Metals an. Dazu gehören Dienstleistungen wie z.B. Einkauf, Personalabrechnung, Controlling und Buchhaltung sowie die Bereitstellung von Informationstechnik. A.3. Steuerungssystem Zur Steuerung der ALBA Group werden bestimmte Kennzahlen genutzt und auf Konzernebene ermittelt. Diese Kennzahlen werden dem Vorstand der ALBA Group grundsätzlich vierteljährlich vorgelegt. Steuerungsgrößen EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) Anhand dieser Kennzahl misst die ALBA Group Effizienz und Ertragskraft des operativen Geschäfts. Sie wird wie folgt ermittelt: Umsatzerlöse plus Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen, sonstige betriebliche Erträge und Beteiligungsergebnisse, abzüglich Material- und Personalaufwand, sonstige betriebliche Aufwendungen, sonstige Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen. Investitionen Die absolute Größe der getätigten Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen zeigt die langfristige Bindung finanzieller Mittel im Anlagevermögen ohne Finanzierungsleasing. Bei Investitionsentscheidungen steht die zielgerichtete Verwendung der Finanzmittel im Mittelpunkt. B. Wirtschaftsbericht B.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Waste Operations Das Berichtsjahr war von hohen Marktpreisvolatilitäten geprägt. Zudem blieb die Mengenverfügbarkeit bei den meisten Fraktionen knapp. Ursächlich für die Rahmenbedingungen in Deutschland waren die Nachwirkungen der Corona-Pandemie sowie der Ende Februar 2022 begonnene Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Die damit einhergehenden wirtschaftlichen Auswirkungen beeinflussten das Abfallaufkommen grundlegend. Das Gewerbegeschäft, mit bspw. den Bereichen Gastronomie/Hotellerie und Messe/Veranstaltungen, wies weiterhin ein vermindertes Mengenaufkommen aufgrund reduzierter Geschäfts-/Produktionsaktivitäten im Vergleich zum Vorkrisenzeitraum auf. Das Baugewerbe verzeichnete im Jahresverlauf rückläufige Auftragszahlen, insbesondere wegen der sich verschlechternden Konjunktur aufgrund steigender Inflationsraten und Rezessionstendenzen. In regional unterschiedlicher Ausprägung zeigte sich dies unter anderem in einem verringerten Mengenaufkommen im AzV-Bereich. Im Gegensatz hierzu ließ sich bei den Haushaltsabfällen keine eindeutige Tendenz feststellen. In anderen Bereichen, wie beispielsweise den PPK-Mengen, ergab sich im Jahresverlauf eine Trendumkehr im Mengenaufkommen und der Mengennachfrage mit den daraus folgenden Preisentwicklungen. Im historischen Vergleich beliefen sich die durchschnittlichen Papierpreise insgesamt auf hohem Niveau. Diese Entwicklung war in der ersten Jahreshälfte geprägt von einer starken Nachfrage bei gleichzeitig vollen Lagern und knappen Frachtkapazitäten. Somit stiegen im ersten Halbjahr die Preise für diverse Sorten an und verblieben bis August auf einem hohen Stand. Aufgrund der ab August gesunkenen Nachfrage kam es im weiteren Jahresverlauf zu deutlichen Preisabschlägen. Getrieben wurde diese Entwicklung zudem von der schlechteren Auftragslage in der Papierindustrie und zunehmenden Unsicherheiten bei der Energieversorgung. Ebenfalls preisbelastend wirkte der gestiegene Import von Mengen aus dem europäischen Ausland. Der Preis für die Sorte 1.02 (sortiertes, gemischtes Altpapier) lag Ende 2021 bei 110 Euro pro Tonne und stieg bis Juni 2022 in der Spitze auf 153 Euro pro Tonne. Im weiteren Jahresverlauf sanken die Preise kontinuierlich. Der niedrigste Preis pro Tonne wurde im Dezember mit einem Zuzahlungsbetrag von 3 Euro erreicht. Der Jahresdurchschnittspreis belief sich auf 88 Euro pro Tonne (i. Vj.: 100 Euro pro Tonne). Einen ähnlichen Preisverlauf wies die Sorte 1.04 (Kaufhausaltpapier) auf. Zum Jahresende 2021 lag der Preis bei 138 Euro pro Tonne. Dieser stieg bis Juni auf 181 Euro pro Tonne an und erreichte hier sein Maximum. Ab Juli setzte sich beim Kaufhausaltpapier ebenfalls ein stetiger Preisverfall durch und die Preise beendeten das Jahr bei 20 Euro pro Tonne. Im Zwölf-Monats-Mittel kostete die Tonne der Sorte 1.04 112 Euro (i. Vj.: 127 Euro). Die Altkunststoffpreise entwickelten sich im gleichen Zeitraum analog zu den Papierpreisen und erreichten im Juni ihre Jahreshöchstwerte mit anschließender rückläufiger Tendenz. Im Mittel lagen die Preise jedoch über Vorjahresniveau. Betrug der Preis für Folien der Qualitätsstufe 80/20 im Januar noch 220 Euro pro Tonne, so lag er zur Jahresmitte bei 275 Euro pro Tonne. Die anschließende negative Preisentwicklung mündete im Dezember in einem Preis von 115 Euro pro Tonne. Im Jahresmittel stieg der Preis von 129 Euro pro Tonne 2021 auf 190 Euro pro Tonne im Jahr 2022. Einen vergleichbaren Verlauf nahmen die Preise für bunte Folien und buntes PET. Im Zwölf-Monats-Durchschnitt stiegen die Preise für bunte Folien auf 145 Euro pro Tonne (i. Vj.: 104 Euro pro Tonne). Im letzten Quartal des Berichtsjahres wurden für bunte Folien mit 75 Euro pro Tonne die im Mittel niedrigsten Preise erzielt. Die gemittelten Zuzahlungen für buntes PET sanken von 133 Euro pro Tonne 2021 auf 113 Euro pro Tonne 2022. Für beide Sorten konnte eine Verschlechterung im zweiten Halbjahr festgestellt werden, in dem die Zuzahlungen für buntes PET mit 289 Euro pro Tonne im vierten Quartal ihren Höchstwert erreichten. Die Preise für Altholz erhöhten sich gegenüber 2021 über alle Sorten hinweg. Die im Jahresverlauf hohen Preise wurden durch geringe Verfügbarkeiten von Altholzmengen bei starker Nachfrage nach thermischen und stofflichen Qualitäten gestützt. Auslöser dieses Nachfrageüberhangs waren gesunkene gewerbliche Altholzmengen, geringere kommunale Mengen aus Sperrmüllsammlungen und auf Wertstoffhöfen sowie die deutlich gesunkenen Importmengen. Die verfügbaren Mengen bewegten sich um 15% bis 30% unter dem Vorjahresniveau. Bei Qualitäten, die primär aus dem Bausektor stammen, mussten vereinzelt noch stärkere Mengenrückgänge verzeichnet werden. Während bis Ende des dritten Quartals Preisanstiege mit regional unterschiedlichen Ausprägungen zu verzeichnen waren, stellte sich im vierten Quartal, unter anderem aufgrund der politisch gebremsten Strompreisentwicklung, erstmals eine Stabilisierung der Angebots-/Nachfragesituation bei hohen Preisen ein. Die Geschäftstätigkeit in Polen wurde stark von der inländischen Preisentwicklung geprägt. Polen gehört zu den Ländern mit den höchsten Inflationsraten in der Europäischen Union. Als Reaktion hob die polnische Nationalbank den Basiszinssatz im Jahresverlauf außergewöhnlich stark an, was unter anderem zu einer gehemmten Industrieproduktion und rückläufigem Konsum führte. Die konjunkturelle Abschwächung traf im Gewerbegeschäft auf einen weiterhin intensiven Wettbewerb. Scrap and Metals Gemäß World Steel Association verringerte sich die weltweite Rohstahlerzeugung 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 4,2% auf 1.878,5 Mio. Tonnen, in der Europäischen Union um 10,5% auf 136,7 Mio. Tonnen. In Deutschland sank die Rohstahlproduktion laut der Wirtschaftsvereinigung Stahl um rund 8% auf 36,8 Mio. Tonnen - mit Ausnahme des Coronajahrs 2020 (35,7 Mio. t) der niedrigste Jahreswert seit 2009 (32,7 Mio. t). Die Oxygenstahlproduktion sank um 8%, die Elektrostahlproduktion, bei der Stahlschrotte eingesetzt werden, um 9%. Das preisbereinigte deutsche Bruttoinlandsprodukt wuchs im Jahr 2022 um rund 2%. Laut Bundesregierung resultierten Wachstumsimpulse vor allem aus privatem Konsum sowie Investitionen. Wachstumsdämpfend wirkten sich hingegen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, die hohen Energiekosten, die Inflation sowie die Lieferkettenprobleme aus. Die verhängten Sanktionen gegen Russland als Folge des Krieges sorgten für eine Abkühlung des Welthandels. Die Weltwirtschaft verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 dennoch ein Wachstum in Höhe von 3,2%. Die Auftragslage vieler Stahlwerke bewegte sich Anfang des Jahres auf hohem Niveau. Infolge der oben genannten Faktoren reduzierte sich das Auftragspolster im weiteren Jahresverlauf jedoch und Hochöfen wurden vorübergehend stillgelegt. Demgegenüber stand eine noch immer eingeschränkte Verfügbarkeit an Neuschrotten. Im Hinblick auf die Logistik waren für das Berichtsjahr eine weitere Verknappung der zur Verfügung stehenden Ressourcen und somit ein weiterer Kostenanstieg festzustellen. Hierzu gehörten im Bereich des Lkw-Transports höhere Kraftstoffpreise, höhere Lohnkosten und ein struktureller Mangel an Lkw-Fahrer*innen. In den Bereichen des Zug- und Schiffstransports bestanden ebenfalls Kapazitätsengpässe. Die Stahlschrottpreise verzeichneten im Berichtsjahr teilweise hochvolatile Verläufe. Der Spread zwischen Maximal- und Minimalnotierung der Leitschrottsorte 2 betrug laut Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) 239 Euro pro Tonne. Zu Jahresbeginn stiegen die Preise noch kontinuierlich an, in der Spitze wurde für eine Tonne der Leitschrottsorte 2 im April ein historischer Rekordpreis von 568 Euro gezahlt. Im Mai war der Preis erstmals rückläufig, was sich im Folgemonat verstärkte. Das erste Halbjahr schloss mit einem Preis von 396 Euro pro Tonne. Das zweite Halbjahr war geprägt von einem deutlich niedrigeren Preisniveau mit Notierungen zwischen 329 Euro pro Tonne und 351 Euro pro Tonne. Das Zwölf-Monats-Mittel für die Schrottsorte 2 belief sich auf 414 Euro pro Tonne und lag damit um 15 Euro (4%) über dem durchschnittlichen Wert des Vorjahres von 399 Euro pro Tonne. Das Berichtsjahr war für NE-Metalle ein Ausnahmejahr. Die durch den Russland-Ukraine-Krieg erschwerte Beschaffung von Metallen traf auf eine vom Konjunkturaufschwung geprägte hohe Nachfrage. Das führte zu steigenden Preisen für die Basismetalle. Aufgrund von extremen Preissteigerungen bei Nickel sah sich die Londoner Metallbörse LME im März sogar dazu gezwungen, den Handel mit Nickel zeitweise auszusetzen. Im Jahresverlauf beruhigte sich der Markt und die Preisschwankungen nahmen ab. Die Nickel- und Kupferpreise erhöhten sich im Jahresvergleich und schlossen zum Jahresende mit 28.427 Euro für eine Tonne Nickel und 7.836 Euro für eine Tonne Kupfer. Durchschnittlich stieg der Preis für eine Tonne Kupfer um 6% auf 8.343 Euro. Den höchsten Aufschlag verzeichnete der Durchschnittspreis für Nickel mit 24.722 Euro pro Tonne und einem Plus von 58% gegenüber dem Vorjahr. Der Aluminiumpreis notierte zu Jahresbeginn 2022 noch mit einem Wert von 2.478 Euro pro Tonne, stieg in einer nahezu konstanten Aufwärtsbewegung und erreichte im März mit 3.520 Euro pro Tonne seinen Jahreshöchstwert. Der Preis verringerte sich zur Jahresmitte auf 2.320 Euro pro Tonne und bewegte sich im zweiten Halbjahr zwischen 2.440 Euro und 2.173 Euro pro Tonne. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Preis für Aluminium im Zwölf-Monats-Mittel um 22% auf 2.558 Euro pro Tonne. B.2. Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen Die seit 1. Juli 2018 auf allen Autobahnen und Bundesstraßen geltende Lkw-Maut sieht weiterhin keine Ausnahme nach § 1, Ziff. 2 Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) für Abfallsammelfahrzeuge vor. Die mautbedingten Kosten bewegen sich daher weiterhin auf hohem Niveau entsprechend der Nutzung mautpflichtiger Straßen und tragen somit zur Verteuerung von Transport und Logistik bei. Zum 1. Januar 2023 stiegen die Sätze für die Lkw-Maut. Hintergrund für die Erhöhung sind EU-Vorgaben und das neue Wegekostengutachten. Am 24. Dezember 2022 sind das Erdgas-Wärme-Preisbremsengesetz und das Strompreisbremsegesetz in Kraft getreten. Die Preisbremsen sollen die steigenden Energiekosten und die schweren Folgen für Verbraucher und Unternehmen abfedern, die durch den kriegerischen Überfall Russlands auf die Ukraine ausgelöst wurden. Entlastungen sollen von Januar bis Dezember 2023 gewährt werden. Aufgrund vieler Nachweispflichten besteht ein hoher bürokratischer Aufwand bei der Beantragung der hierfür vorgesehenen Hilfen. Das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) führte mit Beginn des Jahres 2021 eine Bepreisung für den CO 2 -Ausstoß ein, der bei der Verbrennung von Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel entsteht. Es wurde zunächst ein Preis von 25 Euro pro Tonne CO 2 festgelegt, der im Jahr 2022 auf 30 Euro pro Tonne CO 2 angehoben wurde. Der erhöhte Preis für Lkw-Kraftstoffe führt zu einer Verteuerung der Aufbereitung und Logistik. Stromkunden müssen seit dem 1. Juli 2022 keine EEG-Umlage mehr zahlen. Die Stromanbieter haben die Absenkung in vollem Umfang an die Endverbraucher weiterzugeben. Ein entsprechendes Gesetz zur Absenkung der Kostenbelastung durch die EEG-Umlage ist am 28. Mai 2022 in Kraft getreten. B.3. Geschäftsverlauf Waste and Metals Die Gesellschaften des Geschäftsfelds Waste Operations sind vor allem in Deutschland und Polen aktiv. Das Entsorgungsgeschäft in Deutschland verzeichnete in Abhängigkeit von der Sparte und dem Grad der Beeinflussung durch die Corona-Pandemie sowie den Russland-Ukraine-Krieg unterschiedliche Entwicklungen. Die Auswirkungen des Krieges wurden im Personalbereich mit einem verschärften Fachkräftemangel durch die Abwanderung von Berufskraftfahrer*innen spürbar. Darüber hinaus sorgten zeitweise drastisch gestiegene Treibstoff- und Energiepreise für einen signifikanten Kostendruck, der nicht vollumfänglich und lediglich zeitverzögert mittels Preisanpassungen an die Kund*innen weitergegeben werden konnte. Das Kommunal- und Systemgeschäft bestätigte erneut seine hohe Krisenresistenz. Bei den Haushaltsabfällen und beim Sperrmüll bewegten sich die Sammelleistungen im kommunalen Umfeld weiterhin auf hohem Niveau. Die PPK- und LVP-Mengen waren entsprechend den unter B.1. dargestellten Marktentwicklungen im Jahresverlauf rückläufig. Die relativ konstanten PPK-Mengen trafen zunächst auf eine hohe Nachfrage, die allerdings im zweiten Halbjahr deutlich abkühlte. Die LVP-Fraktion zeigte primär im zweiten Halbjahr ein geringeres Mengenaufkommen. Mengen und Umsätze im Gewerbegeschäft wurden überwiegend durch die weiterhin andauernden Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst. Nach dem Beginn des Russland-Ukraine-Krieges im Februar 2022 kamen deutlich gestiegene Energiekosten hinzu. Dementsprechend erholten sich im Vergleich zum Vorjahr die Mengen nur teilweise. Die gestiegenen Gas- und Rohölkosten sorgten für einen Nachfrageüberhang nach Altholz und deutliche Preissteigerungen. Die gewerbliche Sammelmenge an Altholz hingegen war rückläufig. Auch im kommunalen Umfeld wurden im Jahresverlauf geringere Mengen aus Sperrmüllsammlungen sowie auf Wertstoffhöfen festgestellt. Im kommunalen Umfeld konnten in Polen die im Berichtsjahr auslaufenden Verträge erneut gewonnen beziehungsweise durch Neuverträge in gleichem Maße ersetzt werden, so dass sich die Anzahl der Haushalte, für die ALBA die Entsorgung in Polen vornimmt, auf konstantem Niveau bewegt. Der zunehmende Wettbewerbsdruck sowie steigende Verwertungspreise für angenommene Abfälle erforderten eine kontinuierliche Verbesserung der internen Abläufe. Die polnischen Anlagen zur Verwertung von Haushaltsabfällen und von Kunststoffen waren im Geschäftsjahr 2022 gut ausgelastet. Der anhaltende Fokus auf der Optimierung des Kundenportfolios in der polnischen Kommunalsparte führte im Vergleich zum Vorjahr trotz inflationsgetriebener höherer Betriebskosten zu einer verbesserten Profitabilität. In der Gewerbesparte war die konjunkturelle Abschwächung vor allem in der zweiten Jahreshälfte zu spüren, insbesondere durch die im Vergleich zum Vorjahr rückläufige Produktion. Zudem sanken im zweiten Halbjahr auch in Polen die Altpapier- und Kunststoffpreise stark. Eine besondere Herausforderung ergab sich durch den andauernden Krieg. Vergleichbar mit der beschriebenen Entwicklung auf dem deutschen Markt, führte er zu einer Verschärfung des Personalmangels aufgrund der Abwanderung von ukrainischen Berufskraftfahrer*innen. Wie im Vorjahr lagen die Entsorgungskosten für AzV im Rahmen der Commodities Aktivitäten auf hohem Niveau. Durch eine insgesamt gute Anlagenverfügbarkeit gab es keine Absteuerungsprobleme. Die Gewerbemengen konnten das Vor-Corona-Niveau im Berichtsjahr erneut nicht erreichen. Vor allem im dritten Quartal mangelte es flächendeckend an EBS-Vormaterialen und zusätzlich an kommunalen Mengen. Zum Jahresende stabilisierte sich die Mengensituation, da einige Anbieter auf Substitute zurückgriffen. Die angebotenen PPK-Mengen trafen im Berichtsjahr zunächst auf eine sehr gute Nachfrage nach Papierprodukten. Insbesondere im ersten Halbjahr konnten bei den Commodities Aktivitäten die Mengen gegenüber dem Vorjahr bei gleichzeitig stabilen bis leicht steigenden Preisen gesteigert werden. Im Laufe des Geschäftsjahres 2022 traf das im Sommer saisonal rückläufige Sammelaufkommen auf reduzierte Absatzmöglichkeiten. Hochwertige Sorten und Deinking Ware blieben weiterhin knapp. Im zweiten Halbjahr reduzierten sich Nachfrage und Absatzpreise deutlich. Die schwindenden Absatzmöglichkeiten waren primär eine Folge temporärer Kapazitätsverknappungen sowie des Ausscheidens kleinerer Marktteilnehmer. Das Geschäftsfeld Scrap and Metals bewegte sich im Berichtsjahr aufgrund der unter B.1. dargestellten Rahmenbedingungen in einem Marktumfeld, das zunächst durch den konjunkturellen Aufschwung geprägt war, sich jedoch im weiteren Jahresverlauf zunehmend herausfordernd gestaltete. Im Fe-Bereich sorgten zu Jahresbeginn die gut gefüllten Auftragsbücher der Stahlwerke bei gleichzeitig eingeschränkter Verfügbarkeit von Stahlschrotten für einen Nachfrageüberhang sowie steigende Preise. Im NE-Bereich gestaltete sich der Markt sehr dynamisch und die bereits im Vorjahr spürbare, stark konjunkturbedingte Nachfrage nach Metallen setzte sich fort. Dem stand ein weiterhin knappes Angebot gegenüber. Die vermarktete Tonnage des Geschäftsfeldes im ersten Quartal 2022 lag über den jeweils in den Folgequartalen gehandelten Tonnagen. Im Zuge des Russland-Ukraine-Krieges veränderte sich das Marktumfeld des Geschäftsfeldes Scrap and Metals wesentlich. Die hohen Energiekosten sowie zunehmende Lieferkettenprobleme dämpften das Wachstum und erhöhten die Produktionskosten deutlich. In der Folge verringerten sich die Auftragseingänge der Industrieunternehmen und die schwache Produktionsentwicklung in der Automobilindustrie sowie die einsetzende Kaufzurückhaltung im Stahlhandel und -verbrauch drückten die Stahlnachfrage. Das Geschäftsfeld konnte von den makroökonomischen Entwicklungen zunächst profitieren. Maßgeblich waren hier die Verschärfung der Materialengpässe und der daraus resultierende Anstieg der Schrottpreise. Dann beeinträchtigten die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auch diesen Bereich, vor allem in Form von steigenden Energie- und Logistikkosten. Im zweiten Halbjahr 2022 führten die weiterhin steigenden Energiekosten sowie die abnehmende Stahlnachfrage bei einigen Stahlwerken zu einer reduzierten Produktion. Die Stahlwerke legten Hochöfen still oder reduzierten ihren Betrieb. In der Folge war der Schrottbedarf einiger Werke rückläufig. Die Gießereien verfügten dagegen über eine beständige Nachfrage sowie ein gutes Auftragspolster. Trotz der Produktionsdrosselung einiger Stahlhersteller gestaltete sich die Absatzsituation des Geschäftsfeldes im Bereich der Fe-Schrotte solide. Die hohen Energiekosten beeinflussten auch den NE-Bereich. Zusammen mit den steigenden Zinsen und den potenziellen Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit entstanden Unsicherheiten im Markt, die die Nachfrage nach Basismetallen belasteten. Infolgedessen reduzierten einige NE-Hersteller ihre Produktion oder stellten diese ein. Von den hohen Energiekosten besonders betroffen waren die Produzenten von Aluminium. Hier entfielen bereits vor der Kostenzunahme etwa 40% der Herstellungskosten auf Energie. Analysten gingen zwischenzeitlich davon aus, dass etwa 30% der Kapazitäten der europäischen Aluminiumproduktion stillgelegt wurden. In der Folge reduzierte sich der Absatz bei Scrap and Metals im Bereich der NE-Schrotte. Da sich die Konjunktur im Berichtsjahr insgesamt besser als erwartet darstellte und auch der Geschäftsbereich Waste and Metals eine sehr gute Entwicklung verzeichnete, bestand weitestgehend keine Notwendigkeit zur Einführung von Kurzarbeit oder vergleichbaren Maßnahmen durch die ALBA Group. Im Zuge der im Vorjahr beschlossenen Neuordnung der Unternehmensgruppe ist zum 31. März 2022 die ALBA Wertstoffmanagement GmbH, Berlin, vom ehemaligen Geschäftsbereich Services an den Geschäftsbereich Waste and Metals übergegangen. Die ALBA Wertstoffmanagement GmbH vermarktet die internen und extern am Markt akquirierten PPK-Mengen. Darüber hinaus wurden im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe weitere Gesellschaften erworben. Zum 31. Januar 2022 wurde die Akquisition der ESA Entsorgungsservice Ackermann GmbH & Co. KG erfolgreich abgeschlossen. Die in Baden-Württemberg ansässige Gesellschaft ist Verwertungsspezialist für flüssige Sonderabfälle. Zum 1. Juni 2022 wurde die Keske Entsorgung GmbH erworben. Die Gesellschaft besitzt ein vielfältiges Entsorgungsangebot für Gewerbekunden und stärkt die Präsenz in der Region Braunschweig. Zum 30. Juni 2022 wurden sämtliche Geschäftsanteile an der Macherner Grünprofi GmbH übernommen. Die Gesellschaft erweitert das bestehende Angebot in Sachsen um Spezialdienstleistungen in der Garten- und Landschaftspflege. B.4. Lage B.4.1 Ertragslage Die Umsatzerlöse der ALBA Group erreichten im Berichtsjahr 1.351,7 Mio. Euro und entfielen zu rund 70% auf das Geschäftsfeld Waste Operations bzw. zu 30% auf das Geschäftsfeld Scrap and Metals. Gegenüber dem Vorjahr konnte eine Steigerung um 13,7% (1.188,8 Mio. Euro) erzielt werden, die primär das Geschäftsfeld Waste Operations betrifft und hier überwiegend auf die Erweiterung des Konsolidierungskreises zurückzuführen ist. Der verbleibende Anstieg resultiert aus Preiseffekten bei Eisen- und Nichteisenmetallen im Geschäftsfeld Scrap and Metals. Während sich im Vorjahr ein erfolgswirksamer Bestandsaufbau bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen in Höhe von 11,8 Mio. Euro ergeben hat, fiel dieser 2022 mit einem Betrag von 0,4 Mio. Euro gering aus. Überwiegend bedingt durch die Konsolidierungskreisänderungen hat sich der Materialaufwand um 113,0 Mio. Euro auf 875,6 Mio. Euro erhöht. Der Rohertrag konnte um 8,8% gesteigert werden. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 27,1 Mio. Euro steht überwiegend im Zusammenhang mit einem Einmaleffekt aus dem Verkauf von Sachanlagevermögen. Die Personalaufwendungen haben sich um 8,9% von 204,4 Mio. Euro auf 222,5 Mio. Euro erhöht. Verantwortlich hierfür ist zum einen die positive Entwicklung der Belegschaft, zu der in etwa hälftig die erworbenen Gesellschaften beigetragen haben. Zum anderen haben sich Lohn- und Gehaltssteigerungen sowie die Zahlung einer Inflationsprämie ausgewirkt. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 19,8 Mio. Euro (10,3%) ist insbesondere auf inflationsbedingt höhere Betriebskosten für Fuhrpark und Standorte, Beraterunterstützung bei laufenden Projekten sowie auf Aufwendungen in Verbindung mit Brandschäden an drei Waste Operations Standorten zurückzuführen. Die Zunahme der Investitionen sowie die Erstkonsolidierung der erworbenen Tochterunternehmen sind ursächlich für die Erhöhung der Abschreibungen um 3,6 Mio. Euro. Die signifikante Reduzierung der Beteiligungserträge auf 3,3 Mio. Euro (i. Vj.: 20,9 Mio. Euro) ist vor allem auf die Neuordnung der Unternehmensgruppe zurückzuführen, da die anteiligen Ergebnisse der ehemaligen Geschäftsbereiche Services und AIR 2022 nicht mehr der ALBA Group zuzurechnen sind. Für das Geschäftsjahr 2022 hatte das Management ein EBIT auf dem Niveau des Vorjahres geplant. Mit einer Steigerung des EBIT um 4,3 Mio. Euro auf 63,3 Mio. Euro wurde die Erwartung übertroffen. Die Prognose basierte auf der Annahme, dass die durch die Neuordnung der ALBA Group resultierende Verminderung des Beteiligungsergebnisses um nahezu 18 Mio. Euro durch eine Steigerung des operativen Ergebnisses des Geschäftsbereichs Waste and Metals sowie auf Grund von Einmaleffekten kompensiert werden kann. Tatsächlich konnte dies im Wesentlichen durch Einmaleffekte in 2022, aber anteilig auch durch eine Steigerung des Ergebnisbeitrags des Geschäftsbereichs Waste and Metals erreicht werden. Das Finanzergebnis verschlechterte sich gegenüber 2021 um 2,5 Mio. Euro auf -12,9 Mio. Euro, primär verursacht durch zwei gegenläufige Effekte. Einerseits stiegen die Zinsaufwendungen aufgrund höherer Verschuldung und Zinssätze. Andererseits entfiel 2022 erstmalig die Garantiedividende für Minderheitsaktionäre der ALBA SE infolge der Beendigung des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zum 31. Dezember 2021. Infolge eines größeren Sachanlagenverkaufs sowie der im Jahr 2022 geringeren Entlastung durch die sogenannte "Digital-AfA" sind die Ertragsteueraufwendungen um 7,0 Mio. Euro auf 11,0 Mio. Euro gestiegen. Aus den dargestellten Entwicklungen resultiert per Saldo eine Verminderung des Konzernjahresüberschuss um 5,2 Mio. Euro auf 39,4 Mio. Euro. B.4.2 Vermögenslage Im Vergleich zum 31. Dezember 2021 ist die Bilanzsumme um 36,2 Mio. Euro auf 633,6 Mio. Euro gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf folgende Effekte zurückzuführen: Auf der Aktivseite der Bilanz hat sich der Buchwert des Anlagevermögens um 29,8 Mio. Euro auf 427,9 Mio. Euro erhöht. Dies resultiert in Höhe von 25,1 Mio. Euro aus der Veränderung des Konsolidierungskreises. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist überwiegend für die Erhöhung des Umlaufvermögens um 6,6 Mio. Euro verantwortlich. Auf der Passivseite hat der Konzernjahresüberschuss (39,4 Mio. Euro) maßgeblich zur Stärkung des Eigenkapitals beigetragen, das zum Bilanzstichtag 108,3 Mio. Euro beträgt. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um 5,2%-Punkte auf 17,1%. Die Verbindlichkeiten haben sich um 14,7 Mio. Euro verringert, was jedoch durch die Erhöhung der Rückstellungen um 13,0 Mio. Euro weitgehend kompensiert wurde. Die im Zuge der Neuordnung der Unternehmensgruppe entstandene und zum 31. Dezember 2021 mit 100,4 Mio. Euro unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesene Verpflichtung gegenüber einem nahestehenden Unternehmen wurde im Berichtsjahr zu Lasten der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beglichen. B.4.3 Finanzlage Finanzmanagement Wichtigstes Ziel des Finanzmanagements ist es, die Liquidität jedes einzelnen Geschäftsbereichs sowie der ALBA Group KG selbst sicherzustellen, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Die Geschäftsbereiche sind selbstständig finanziert. Die Unternehmen des Geschäftsbereichs Waste and Metals nehmen an einem eigenen Cashpooling-Verfahren teil. Die ALBA Group KG finanziert sich durch Ausschüttungen beziehungsweise Entnahmen aus den Geschäftsbereichen. Im Rahmen der Neuordnung der ALBA Group (vgl. Abschnitt A.1. Geschäftsaktivitäten und Organisationsstruktur) erfolgte 2021 eine Neuverhandlung des Konsortialkredites der ALBA Europe Holding KG, die im Wesentlichen eine Ausweitung der Kreditlinien und eine Verlängerung der Finanzierungslaufzeit bis zum 20. Dezember 2026 beinhaltet. Die Verzinsung des Konsortialkredits erfolgt auf Basis des EURIBOR zuzüglich einer Marge. Es bestehen bankenübliche Covenants. Die Besicherung erfolgt ausschließlich durch die Verpfändung von Geschäftsanteilen an einzelnen Unternehmen. Zusätzliche Informationen zur Steuerung der Kredit-, Liquiditäts-, Zins- und Währungsrisiken finden sich in Kapitel C. "Chancen- und Risikobericht". Zur Betriebsmittelfinanzierung und Übertragung von Ausfallrisiken nutzen ausgewählte Gesellschaften der ALBA Group ein revolvierendes Factoring-Programm. Im Rahmen dieses Programms veräußern die Gesellschaften (Forderungsverkäufer) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis eines einheitlichen Forderungskaufvertrages an eine Factoring-Gesellschaft (Factor). Der Kaufpreis der Forderungen entspricht deren Nennbetrag abzüglich Zinsen bis zum tatsächlichen Zahlungseingang der Forderung beim Factor beziehungsweise bis zum Delkrederefall. Vom Kaufpreis wird für die veräußerten Forderungen ein Sicherheitseinbehalt von regelmäßig 7% des Forderungsnennbetrags einbehalten, der das Veritätsrisiko abdecken soll und bei Zahlungseingang durch den Kunden beziehungsweise im Delkrederefall an den Forderungsverkäufer erstattet wird. Die Vorteile des Factorings liegen insbesondere in einer Verbesserung der Liquidität sowie in der Übertragung des Forderungsausfallrisikos auf den Factor. Im Zeitpunkt des Verkaufs und der Übertragung der Forderungen an den Factor werden die Forderungen ausgebucht und der Sicherheitseinbehalt unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert. Zum Bilanzstichtag waren von den veräußerten Forderungen 47,5 Mio. Euro (i. Vj.: 36,1 Mio. Euro) seitens der Kunden noch nicht beglichen. Cashflows Nachfolgend werden die in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellten Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit analysiert. Mit einem Betrag von 74,8 Mio. Euro liegt der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr über dem des Vorjahres in Höhe von 67,6 Mio. Euro. Grundlage für diese positive Entwicklung ist vornehmlich die abnehmende Kapitalbindung im Trade Working Capital (definiert als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zuzüglich der Vorräte, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen). Der Saldo aus Ein- und Auszahlungen im Rahmen der Investitionstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr -33,3 Mio. Euro (i. Vj.: -19,0 Mio. Euro). Die zahlungswirksamen Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen konnten erwartungsgemäß gegenüber dem Vorjahr (39,9 Mio. Euro) moderat gesteigert werden und beliefen sich auf 44,7 Mio. Euro. Des Weiteren haben sich im Berichtsjahr Auszahlungen im Zusammenhang mit Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von 28,0 Mio. Euro (i. Vj.: 0,7 Mio. Euro) sowie Einzahlungen aus Anlagenverkäufen in Höhe von 34,2 Mio. Euro (i. V.j.: 2,4 Mio. Euro) maßgeblich ausgewirkt. Die erhaltenen Dividenden von assoziierten Unternehmen beliefen sich auf 3,3 Mio. Euro (i. Vj.: 2,8 Mio. Euro). Aus der Finanzierungstätigkeit ergaben sich per Saldo Auszahlungen in Höhe von 39,7 Mio. Euro (i. Vj.: 55,4 Mio. Euro). In der Veränderung sonstiger Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von -108,5 Mio. Euro ist im Berichtsjahr aufgrund ihres Darlehenscharakters die Zahlung der Verpflichtung in Höhe von 100,4 Mio. Euro an ein nahestehendes Unternehmen enthalten. Die Finanzierung des Betrags erfolgte über den Konsortialkreditvertrag. Die Bankschulden haben sich per Saldo um 93,7 Mio. Euro zahlungswirksam erhöht. Daneben haben 2022 Zinszahlungen in Höhe von 11,2 Mio. Euro (i. Vj.: 10,5 Mio. Euro), die Tilgung von Mietkauf- und Finanzierungsleasingverträgen mit 5,3 Mio. Euro (i. Vj.: 4,5 Mio. Euro) sowie Dividendenzahlungen an Minderheitsgesellschafter in Höhe von 5,1 Mio. Euro (i. Vj.: 13,7 Mio. Euro) wesentlich zum Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beigetragen. Der Zahlungsmittelbestand umfasst in der Kapitalflussrechnung die in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel in Höhe von 20,1 Mio. Euro (i. Vj.: 18,4 Mio. Euro). B.5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der ALBA Group Das Geschäftsjahr 2022 war durch eine Vielzahl von Herausforderungen gekennzeichnet, die vor allem in den wirtschaftlichen Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges bestanden. In diesem schwierigen Umfeld hat das Management die Preisvolatilität bei Sekundärrohstoffen erfolgreich genutzt sowie mit wirksamen Maßnahmen auf die inflationsbedingten Kostensteigerungen reagiert. Hierdurch konnte die ALBA Group das EBIT von 59,0 Mio. Euro im Vorjahr auf 63,3 Mio. Euro im Berichtsjahr erhöhen. Damit wurde die Ergebnisprognose übertroffen, wobei hierzu maßgeblich Einmaleffekte beigetragen haben. Darüber hinaus wurden der operative Cashflow, die Investitionen sowie die Eigenkapitalquote gesteigert. Somit ist das Geschäftsjahr 2022 für die ALBA Group wirtschaftlich sehr zufriedenstellend verlaufen. C. Chancen- und Risikobericht C.1. Chancenbericht C.1.1. Chancenmanagement Die ALBA Group agiert in einem dynamischen Marktumfeld, in dem sich ständig neue Chancen eröffnen. Diese systematisch zu erkennen und zu nutzen - und dabei unnötige Risiken zu vermeiden - ist ein wesentlicher Faktor für die nachhaltige Geschäftsentwicklung der ALBA Group. Im Rahmen des Chancenmanagements werden Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie Umfeldszenarien ausgewertet. Des Weiteren befasst sich die ALBA Group mit der Ausrichtung des Produktportfolios, den Strukturkosten sowie den potenziellen Erfolgsfaktoren der Branche. Die ALBA Group verfügt über solide Steuerungsstrukturen. Diese stellen sicher, dass Chancen auf der Basis ihrer Potenziale, der notwendigen Investitionen und ihres Risikoprofils bewertet und verfolgt werden. Sofern es wahrscheinlich ist, dass Chancen eintreten, hat die ALBA Group dies bereits in ihre Geschäftspläne aufgenommen. Der nachfolgende Abschnitt konzentriert sich daher auf zukünftige Trends oder Ereignisse, die zu einer für die ALBA Group positiven Abweichung zum Ausblick für das laufende Geschäftsjahr führen können. C.1.2. Chancen Die positive Entwicklung der Fe- und NE-Märkte im ersten Halbjahr 2022 könnte sich im Laufe des Jahres 2023 wiederholen. In dem von der Bundesregierung vorgestellten Jahreswirtschaftsbericht wird für das Jahr 2023 entgegen der noch im Herbst veröffentlichten Erwartung keine Rezession mehr prognostiziert. Das Wirtschaftsministerium sagt derzeit ein geringfügiges Wirtschaftswachstum voraus. Auch die jüngsten Geschäftsklimaindizes deuten eine bessere Stimmung als zunächst erwartet an. Zur Produktion von Rohstahl wird im Hochofenverfahren der Primärrohstoff Eisenerz verwendet, während im Elektrostahlverfahren Stahlschrotte eingesetzt werden. Steigt der Preis für Eisenerz an, kommt es erfahrungsgemäß zu einer Verlagerung der Produktion zugunsten des Elektrostahlverfahrens. Infolgedessen würden die Nachfrage nach Stahlschrotten und damit auch die Preise ansteigen. Möglich ist zudem ein für die ALBA Group positives regulatorisches Umfeld. So ist es denkbar, dass die EU-Vorgaben zur Reduktion des klimaschädlichen CO 2 weiter verschärft werden, wie jüngst mit der beschlossenen Reform des Emissionshandels. Auch dies würde eine Produktion von Rohstahl im Elektrostahlverfahren begünstigen. Weiterhin sind die Stahlerzeuger bemüht, auch im Hochofenverfahren die Schrottanteile zu erhöhen, um CO 2 einzusparen. Beides könnte zu einer Nachfragesteigerung nach Stahlschrotten sowie zu höheren Preisen führen. Darüber hinaus könnte ein günstiges politisches Umfeld die Stimmung in der Wirtschaft positiv beeinflussen, was wiederum steigende Investitionsvolumina bewirken würde. Staatliche Initiativen und Subventionen (Infrastrukturinvestitionen mit positiver Wirkung auf das Baugewerbe und somit den Anstieg der Nachfrage nach Rohstahl) können zu höheren Staatsausgaben führen mit entsprechenden Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis der ALBA Group. Ein Ende des Russland-Ukraine-Krieges böte die Chance einer allgemeinen konjunkturellen Erholung. Die derzeitigen aus der Höhe der Energiekosten resultierenden Unsicherheiten der Verbraucher könnten sich dauerhaft reduzieren, was den Konsum stützen würde. Die Erholung des Maschinen- und Automobilbausektors würde Ertragschancen aufgrund einer zunehmenden Nachfrage nach Metallschrotten bieten. Das Ende des Krieges und damit die Chance auf nachhaltig sinkende Energiepreise würde für die ALBA Group zu einer Entlastung im Rahmen der Energiebeschaffung und zu geringeren Energiekosten führen. Mit dem letzten Regierungswechsel in den Vereinigten Staaten von Amerika ging die Perspektive einer Lockerung der seit Jahren anhaltenden protektionistischen Maßnahmen der USA auf dem Stahlmarkt einher. Erste Annäherungen in diese Richtung sind eingetreten, es besteht somit weiterhin die Chance einer kompletten Abschaffung der Zölle auf Stahl. Dies wird gestützt durch die Einschätzung der Welthandelsorganisation, die jüngst die im Jahr 2018 von den USA verhängten Zöllen auf Stahl und Aluminium für regelwidrig befand. Die ALBA Group könnte zudem indirekt von den Förderpaketen der EU im Rahmen der Elektrifizierungsstrategie profitieren. Im Rahmen dieser Strategie soll die EU als Batterieproduktionsstandort etabliert werden. Deutschland wird in den Investitionsprogrammen der Unternehmen als größter Industriestandort eine herausragende Rolle spielen. Die Sicherung von Rohstoffen wird für die künftigen Produzenten ein wesentlicher Faktor sein, da die aktuelle Batterietechnik auf Metallen wie Aluminium, Nickel und Kupfer basiert. Infolge einer höheren inländischen Nachfrage böten sich für die ALBA Group Chancen auf Umsatz- und Ertragssteigerungen. China hat vor dem Jahreswechsel Exportzölle auf Aluminium und Aluminiumlegierungen in Höhe von 15% bis 30% beschlossen, die am 1. Januar 2023 in Kraft traten. Da in der Vergangenheit mehr als 40% der chinesischen Aluminiumexporte nach Europa gingen, besteht die Möglichkeit, dass die Preise für chinesisches Aluminium stark steigen und damit die Nachfrage nach Recyclingaluminium begünstigt wird. Die vorgenannten Chancen, die zu einem Großteil das Geschäftsfeld Scrap and Metals betreffen, könnten sich auch durch den angestrebten Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der ALBA SE im Rahmen eines Einmaleffekts materialisieren. Das Geschäftsfeld "Waste Operations" wird von regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen im In- wie auch im Ausland stark beeinflusst. Änderungen in den Rahmenbedingungen können die Wirtschaftlichkeit bestehender Geschäftsmodelle verändern oder neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Dies ist somit Chance und Risiko zugleich. Eine konkrete Chance stellt die Ausweitung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes auf Müllverbrennungsanlagen dar. Die Novelle des Brennstoffemissionshandelsgesetzes trat am 16. November 2022 in Kraft. Ab 2023 wird der CO 2 -Preis auch für die Kohleverbrennung angesetzt. Ab 2024 findet dieses Gesetz auf die Müllverbrennung und damit auf alle "fossilen" Brennstoffe Anwendung. Auf den 1. Januar 2024 verschoben wurde die Erhöhung des CO 2 -Preises für die Treibstoffe Heizöl und Gas. Des Weiteren stellt der im Koalitionsvertrag 2021 bis 2025 festgehaltene Ausbau der Kreislaufwirtschaft mittels einer Kreislaufwirtschaftsstrategie eine Chance dar. Damit wird das Ziel geschlossener Stoffkreisläufe und die Senkung des primären Rohstoffverbrauchs verfolgt. Auch auf europäischer Ebene bestehen Möglichkeiten, im Rahmen des europäischen Green Deals von Projektinitiativen bzw. Förderpaketen zu profitieren. Im Handel mit anderen Recyclingrohstoffen, wie PPK und Kunststoffen, bestehen nach wie vor Risiken aufgrund der wirtschaftlichen Unwägbarkeiten, aber auch Chancen durch die Partizipation an volatilen Preisen. Preiserhöhungen für PPK-Fraktionen sowie für Kunststoffe stellen eine Chance dar. Beispielsweise kann ein konjunktureller Auftrieb für diese Fraktionen eine Erhöhung der Nachfrage und damit steigende Preise mit sich bringen. C.2. Risikobericht C.2.1. Risikomanagementsystem Grundsätze Als international agierende Unternehmensgruppe der Recyclingbranche ist die ALBA Group neben diversen Chancen auch einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Unter dem Begriff "Risiko" werden alle Ereignisse und Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Unternehmens verstanden, die sich im Rahmen eines vorgegebenen Betrachtungszeitraums nachteilig auf die prognostizierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können. Ziel ist nicht die Vermeidung aller Risiken, sondern die Schaffung von Handlungsspielräumen, die ein bewusstes Eingehen aufgrund umfassender Kenntnisse der Risiken und Risikozusammenhänge ermöglichen. Die Steuerung dieser Risiken ist unter Beachtung von Grenzen für die Risikobereitschaft Grundvoraussetzung für den Unternehmenserfolg. Unternehmerische Risiken werden nur eingegangen, wenn diese kalkulierbar sind und die ihnen gegenüberstehenden Chancen eine angemessene Wertsteigerung erwarten lassen. Risikomanagement Das Chancen- und Risikomanagement ist in der ALBA Group darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu gewährleisten. Zur frühzeitigen Erkennung, Bewertung und Steuerung relevanter Chancen und Risiken hat die ALBA Group ein Steuerungs- und Kontrollsystem in einem einheitlichen Risikomanagement festgelegt. Die Kernbereiche des Risikomanagements sind die strategische und operative Unternehmensplanung, das interne Berichtswesen, das interne Kontroll- und Compliance-System, das Treasury-Management sowie das Risikofrüherkennungssystem. Die strategische Unternehmensplanung soll unter anderem gewährleisten, langfristige Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren, um geeignete strukturelle Maßnahmen ergreifen zu können. Das interne Berichtswesen ist auf allen Unternehmensebenen darauf ausgelegt, aktuelle und relevante Informationen über die Entwicklung der wesentlichen Risiken und die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Risikobegrenzung zu liefern. Die gezielte Überwachung und Steuerung der Risiken stehen im Fokus des internen Kontrollsystems. Aufgabe des Compliance-Systems ist unter anderem die Unterstützung des Managements, um Risiken durch Compliance-Verstöße frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Treasury Als Bestandteil des Risikomanagements ist das Treasury-Management für die generelle Auswahl von Kontrahenten für Finanztransaktionen jeder Art sowie Ausstattung mit Limiten und deren laufende Überprüfung verantwortlich. Darüber hinaus erfolgt die Definition der Steuerung und Überwachung von Länder- und Kontrahentenlimiten zur Begrenzung des Gesamtrisikos. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nur zu Sicherungszwecken, unter anderem gegen Preisänderungsrisiken und Währungsrisiken. Eingesetzt werden nur solche Derivate, die vom Bereich Treasury abgebildet und überwacht werden können und deren buchhalterische Erfassung geklärt ist. Das Treasury-Berichtswesen trägt dazu bei, dass zukünftige Liquiditätsentwicklungen und finanzielle Risikopositionen frühzeitig erkannt werden. Risikofrüherkennung Das Risikofrüherkennungssystem der ALBA Group ist ein nachvollziehbares, alle Unternehmensaktivitäten umfassendes System, das ein systematisches und permanentes Vorgehen mit folgenden Prozesselementen umfasst: Identifikation, Bewertung, Dokumentation und Kommunikation von Risiken sowie die Überwachung dieser Prozesselemente. Es erstreckt sich integrativ auf alle Geschäftsbereiche der vollkonsolidierten Unternehmen und die Zentralbereiche. Die direkte Verantwortung für die Früherkennung, Steuerung und Kommunikation der Risiken liegt bei den jeweiligen Geschäftsbereichsleitungen und den Tochtergesellschaften. Das Management der ALBA Group legt die Grundsätze für die Risikopolitik fest. Die Risikoverantwortlichen in den zentralen und dezentralen Unternehmenseinheiten sichern die standardisierte Berichterstattung entsprechend der festgelegten Meldewege grundsätzlich unter Berücksichtigung der an die Unternehmensgröße angepassten Berichtsgrenzen. Durch die konzernweit standardisierte Vorgehensweise sind die Effizienz und Effektivität des Früherkennungssystems sichergestellt. Die gemeldeten Einzelrisiken der juristischen Einheiten werden innerhalb der Geschäftsbereiche aggregiert und überwacht. Die Koordination des Risikofrüherkennungssystems wurde im Geschäftsjahr 2022 aus dem Controlling in den Bereich Governance, Risk and Compliance (GRC) verlagert. Von dort wurden sowohl die Rahmenbedingungen, Richtlinien und Prozesse vorgegeben als auch die gemeldeten Einzelrisiken aggregiert, kommuniziert und überwacht. Im Organisationshandbuch sind alle verbindlichen Vorgaben für den Risikofrüherkennungsprozess definiert. Die identifizierten Risiken in den Gesellschaften und den Zentralbereichen werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Ergebnis, Liquidität und Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Im Rahmen des Risikofrüherkennungssystems werden grundsätzlich diejenigen Risiken betrachtet, bei denen die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schadenshöhe festgelegte Berichtsgrenzen übersteigen. Die Risikobetrachtung erfolgt nach der Nettomethode, was bedeutet, dass bereits ergriffene Maßnahmen berücksichtigt werden. Unter Berücksichtigung der Rechnungslegungsvorschriften werden entsprechende Rückstellungen und Wertminderungen im Jahresabschluss erfasst. Die Risikoanalyse erstreckt sich auf einen Zeitraum von einem Jahr. Das Risikoreporting erfolgt quartalsweise mit einer konzernweiten webbasierten Risikomanagementanwendung entlang der definierten Berichtsstruktur. Für plötzlich auftretende, schwerwiegende beziehungsweise existenzgefährdende Risiken besteht eine interne Ad-hoc-Meldepflicht. Das Risikofrüherkennungssystem wird periodisch im Rahmen von internen Prüfungen gemäß den gesetzlichen Vorschriften auf die Wirksamkeit zur frühzeitigen Erkennung bestandsgefährdender Risiken hin überprüft. Darüber hinaus war das Risikofrüherkennungssystem der ALBA Group zuletzt im Geschäftsjahr 2022 Bestandteil des Audits zum Qualitätsmanagementsystem durch den TÜV Süd. Es wurde insgesamt bestätigt, dass die Anforderungen der IS0 9001:2015 erfüllt sind. Die Grundsätze des Prüfungsstandards für das Risikofrüherkennungssystem, IDW PS 340, werden beachtet. Auch ein angemessenes und funktionsfähiges Risikofrüherkennungs- beziehungsweise Risikomanagementsystem kann keine absolute Sicherheit bezüglich der Vollständigkeit der identifizierten Risiken und der Wirksamkeit der eingesetzten Steuerungsinstrumente garantieren. Compliance Compliance-Verstöße können zu Strafen, Schadenersatzzahlungen, der Abschöpfung von Gewinnen, zum Ausschluss bestimmter Geschäfte, zum Verlust von Lizenzen und Konzessionen oder zu anderen empfindlichen Sanktionen führen. Solche Verstöße schaden der Reputation der ALBA Group und können nachteilige Auswirkungen auf die Auftragserteilung durch die Kundschaft des öffentlichen und des privaten Sektors haben. Dies kann sich auf die Fähigkeit, neue Geschäftspartner*innen zu finden, negativ auswirken. Um diesen Risiken zu begegnen, besitzt die ALBA Group ein Compliance-Programm. Das Compliance-Programm wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Detaillierte Informationen stehen den Mitarbeiter*innen im Intranet zur Verfügung. Durch ein im Intranet veröffentlichtes Compliance-Handbuch sowie Präsenzschulungen werden Führungskräfte und Angestellte der ALBA Group mit den relevanten Compliance-Anforderungen vertraut gemacht. Damit soll sichergestellt werden, dass Compliance-Risiken frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Die Einhaltung aller geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und internen Richtlinien ist verpflichtend. Handlungen, die darauf abzielen, den Wettbewerb zu Gunsten der ALBA Group oder zu Gunsten Dritter außer Kraft zu setzen, werden nicht toleriert. Die Ressortzuständigkeit für Compliance ist arbeitsteilig allen Zentralbereichen und den Geschäftsbereichsleitungen zugewiesen. Der Bereich GRC kümmert sich insbesondere um die Compliance-Teilrechtsgebiete Antikorruption sowie Geschäftspartner-Compliance. Ebenso steht der Bereich GRC den Geschäftsbereichen und Gruppenunternehmen beratend zur Seite. Die Beratung erfolgt vor dem Hintergrund der spezifischen Geschäftsprozesse der jeweiligen Tochterunternehmen. Es werden anlassunabhängig sowie bei Vorliegen von Verdachtsfällen Compliance-Prüfungen durch den Bereich GRC durchgeführt, um Prozessschwächen zu identifizieren und Empfehlungen zur Verbesserung der Prozesse auszusprechen. C.2.2. Das interne Kontrollsystem in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess Das übergeordnete Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems - als Teil des übergreifenden Kontroll- und Risikomanagementsystems - lautet, die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Sinne einer Übereinstimmung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der ALBA Group sowie des Jahresabschlusses der ALBA Group KG als Mutterunternehmen mit allen einschlägigen Vorschriften sicherzustellen. Der Vorstand versteht unter dem internen Kontrollsystem, bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess, alle Strukturen, Maßnahmen und Kontrollprozesse, die darauf ausgerichtet sind, eine zuverlässige Finanzberichterstattung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften beziehungsweise den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften zu gewährleisten. Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems der Gesellschaft im Hinblick auf die Rechnungslegung sind konzernweit einheitliche Bilanzierungsvorgaben und -prozesse, IT-Sicherheitsrichtlinien und -vorschriften, Organisationsprinzipien und -abläufe. Durch zentrale wie auch dezentrale Schulungen wird sichergestellt, dass die am Rechnungslegungsprozess Beteiligten über die für sie relevanten Kenntnisse verfügen. Die Kontrollmechanismen unterliegen einem ständigen Optimierungsprozess. Darüber hinaus sind hinsichtlich bestimmter Risiken im Rechnungslegungsprozess verschiedene Kontrollprinzipien wie beispielsweise die Funktionstrennung oder die konsequente Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips verankert. Unabhängig von Umfang und Ausrichtung der eingerichteten Kontrollstrukturen und -prozesse sind dem internen Kontrollsystem Grenzen gesetzt, da es fortlaufend an geänderte Anforderungen und Rahmenbedingungen angepasst werden muss. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt über eine standardisierte Konsolidierungssoftware. Der Großteil der Sachkonteninformationen der einbezogenen Gesellschaften wird nach dem Stichtag aus den jeweiligen Buchhaltungssystemen über eine Schnittstelle in die Konsolidierungssoftware importiert. Die Einzelabschlussdaten durchlaufen automatisierte und manuelle Plausibilisierungsprozesse. Im Rahmen der Konsolidierungsarbeiten zeigt die Konsolidierungssoftware den aktuellen Status für jede Art von Konsolidierung (Kapital, Aufwand und Ertrag, Schulden etc.) separat für jede Gesellschaft sowie für den gesamten Konzern an. Grundsätzlich ist eine Fortführung der Konsolidierungsarbeiten nur möglich, wenn das System im vorherigen Schritt keine Fehler festgestellt hat. Nach Beendigung der Konsolidierungsarbeiten werden verschiedene Plausibilitätsverprobungen mit den generierten Konzernabschlusszahlen vorgenommen. Abschließend erfolgen eine Analyse und eine Kommentierung des Zahlenwerkes. Zur Erstellung des Konzernlageberichts werden die dafür benötigten Informationen von den operativen Verantwortlichen und den Zentralbereichen schriftlich eingeholt, zusammengefasst und den Verantwortlichen zur Prüfung gegeben. Danach wird der Konzernlagebericht dem Vorstand vorgelegt. Zusätzliche Informationen zur Erstellung des Konzernanhangs erfassen die Gesellschaften über Layouts in einem in die IT-Systemlandschaft integrierten Tool. Der gesamte Konzernabschluss wird dem Vorstand vorgestellt und von diesem nach Prüfung freigegeben. C.2.3. Risikobewertung Um zu ermitteln, welche Risiken am ehesten bestandsgefährdenden Charakter für die ALBA Group aufweisen, werden die Risiken gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen bezogen auf die Geschäftsziele als "hoch", "mittel" oder "gering" klassifiziert. Die Skalen zur Messung dieser beiden Indikatoren sind in den nachfolgenden Tabellen dargestellt.
Gemäß dieser Einteilung wird ein sehr unwahrscheinliches Risiko definiert als eines, das nur unter außergewöhnlichen Umständen eintritt, ein sehr wahrscheinliches Risiko als eines, mit dessen Eintritt innerhalb des folgenden Geschäftsjahres zu rechnen ist.
Als Bezugsgröße für den Grad der Auswirkung wird das Konzerneigenkapital der ALBA Group zum 31. Dezember 2022 herangezogen. Gemäß ihren geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeiten und ihren Auswirkungen werden die Risiken als "hoch", "mittel" oder "gering" klassifiziert.
L = geringes Risiko M = mittleres Risiko H = hohes Risiko C.2.4. Risiken Im Folgenden werden die Risikofaktoren der ALBA Group aufgeführt. Sie werden in den nachfolgenden Beschreibungen stärker aggregiert, als sie zur internen Steuerung verwendet werden. Die Aufgliederung erfolgt in Anlehnung an das interne Risikomanagement-Berichtssystem. Wirtschaftliche Entwicklungen Hohe Inflationsbefürchtungen treiben die Sorge einer schwächeren Wirtschaft in Deutschland und Europa. Gleichzeitig bestehen in Deutschland aufgrund des andauernden Russland-Ukraine-Krieges Ängste vor unzureichender Energieversorgung. Sollte die Energieversorgung eingeschränkt werden, sind die Abnehmerindustrien (bspw. Stahlwerke und Schmelzbetriebe) der ALBA Group direkt betroffen. Die ALBA Group geht in einem solchen Fall von einer geringeren Nachfrage und somit sinkenden Umsätzen aus. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Zum einen wurden Ende des Jahres 2022 staatliche Maßnahmen für 2023 verabschiedet. Die Strom- und Gaspreisbremse ist ein zentrales Instrument, um die hohen Preise im Energiesektor zu kontrollieren. Gleichzeitig wird die Energieverfügbarkeit über hohe Gasspeicherstände und neue LNG-Terminals gesichert. Zum anderen zeigten die ersten Wochen im Jahr 2023 mit fallenden Energiepreisen einen positiveren Trend, als Ende des letzten Jahres befürchtet. Einem Risiko aus steigenden Treibstoff- bzw. Energiekosten wird zudem durch entsprechende Maßnahmen der Preisabsicherung entgegengewirkt. Ein direktes Risiko aus der Inflation entsteht, wenn die Kosten schneller steigen als die Erträge. Dieses Risiko ist für das Geschäftsfeld Waste Operations untergeordnet, da die Preissteigerungen in der Regel über Preiserhöhungen oder vertragliche Preisgleitklauseln weitergegeben werden können. Die Vergütung von Wertstoffen wie PPK ist in der Regel an Preisindizes gekoppelt. Ein indirektes Risiko aus der Inflation erwächst aus der negativen Wirkung auf die Konjunktur. Zusammen mit weiteren negativen Einflussfaktoren wie dem Russland-Ukraine-Krieg besteht die Möglichkeit rezessiver Tendenzen. Im Geschäftsfeld Waste Operations könnten sich diese in rückläufigen Mengen und Gewerbeumsätzen niederschlagen. Im Zuge einer Geschäftsentwicklungsanalyse wurden Maßnahmen definiert, die geeignet sind, im Falle des Eintritts des Szenarios dieses Risiko möglichst vollständig zu kompensieren. Diese Risiken wurden im Berichtsjahr erstmals separat dargestellt und insgesamt als gering eingestuft. Beschaffungs- und Absatzrisiken Im Geschäftsfeld Scrap and Metals werden Kontrakte in Abhängigkeit von den Bedarfen der Stahlwerke, Metallhütten und Gießereien kurzfristig geschlossen und erfüllt. Trotzdem resultiert hieraus in Kombination mit der Volatilität der Preise grundsätzlich ein Margenrisiko. Diesem wird durch ein entsprechendes Positionsmanagement, unter anderem mit dem Ziel einer hohen Lagerumschlagshäufigkeit, entgegengewirkt. Bei niedrigen Schrottpreisen, aber auch in Situationen, in denen aufgrund von externen Faktoren (geringe Verfügbarkeiten, Spekulationen oder Überkäufe) ein kontinuierlicher Warenzufluss erschwert wird, besteht ein Beschaffungsrisiko, da benötigte Vormaterialien nicht in ausreichender Qualität oder Menge zur Verfügung stehen. Geringe Mengenzuläufe führen zu einer geringeren Auslastung von Aggregaten. Höhere Mengenzuläufe und Aggregatsauslastungen sind nur durch höhere Einkaufspreise realisierbar, die abhängig von der Situation möglicherweise nicht in vollem Umfang an die Kund*innen weitergegeben werden können und somit die Kostenstruktur belasten. Zusätzlich können Lieferanten ausfallen, was sich ebenfalls negativ auf bestehende Lieferverpflichtungen auswirken könnte. Eine weitere Reduktion des Altpapierbedarfs der Papierindustrie könnte bei konstanten oder steigenden Altpapiermengen im Markt den Preisdruck verschärfen und dazu führen, dass sinkende Abnahmepreise nicht vollständig oder nur zeitversetzt im Ankauf umgesetzt werden können. Auch zusätzliche Mengen aus benachbarten Ländern könnten diese Entwicklung verstärken. Auf Basis der zuletzt stabileren Konjunkturprognosen und Energiepreise wird dies jedoch aktuell nicht erwartet. Durch negative konjunkturelle Einflüsse könnten neue Unsicherheiten sowohl auf der Sammel- als auch auf der Absteuerungsseite des Geschäftsfelds Waste Operations entstehen. Allerdings zeigte sich im Berichtsjahr eine gute Anlagenverfügbarkeit bei konstanten Entsorgungskosten, wenngleich auf hohem Niveau. Die Betreiber von Verbrennungsanlagen sind generell bestrebt, die Auslastung der Anlagen mit zusätzlichen Maßnahmen zu erhöhen. Dazu zählen auch die Reduktion von Kapazitäten und die Steigerung von Importen, was gegebenenfalls zu Preissteigerungen führen könnte. Mit der frühzeitigen Fixierung von Verträgen mit den Anlagenbetreibern wird potenziellen Risiken aus der Absteuerung von Ersatzbrennstoffen aus Abfall und von Abfall zur Verwertung entgegengewirkt. Eine mögliche Verschärfung der Pandemie-Lage, beispielsweise durch neue Virusvarianten, könnte die Geschäftstätigkeit der ALBA Group und somit ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erneut beeinträchtigen. Aufgrund der mittlerweile aufgehobenen Covid-Schutzmaßnahmen wird dies jedoch als unwahrscheinlich eingestuft. Darüber hinaus können Naturkatastrophen, politische Veränderungen beziehungsweise Unruhen, Terrorakte und kriegerische Handlungen Einfluss auf die künftige Geschäftsentwicklung nehmen. Die angeführten Branchen- und Marktrisiken können sich negativ auf das geplante Ergebnis auswirken. Um den Risiken zu begegnen, werden die Gesamtkonjunktur und die Absatzmärkte kontinuierlich beobachtet. Die Beschaffungs- und Absatzrisiken werden weiterhin als mittlere Risiken eingestuft. Risiken der betrieblichen Tätigkeit An den Anlagen und Maschinen kann es zu Sachschäden und/oder Betriebsunterbrechungen kommen. Insbesondere durch den Umgang mit sperrigem und schwerem Material kommt es zu einer hohen Inanspruchnahme und stärkeren Wartungsintensität vorhandener Umschlaggeräte und Aggregate. Der Ausfall von Produktionsanlagen kann zu Stillstandskosten führen, da mit langen Lieferzeiten bei Ersatzteilen zu rechnen ist. Folgende Auswirkungen sind zu berücksichtigen: steigendes Working Capital für lagerndes Vormaterial, Reparatur- und Ersatzteilaufwendungen, Dispositions- und Transportkosten. Sachschäden und Folgeschäden bei Bränden sind durch Versicherungen abzüglich eines Selbstbehalts abgedeckt. Dem Risiko von Anlagenausfällen wird durch eine laufende und bedarfsgerechte Steuerung der Instandhaltungsmaßnahmen beziehungsweise Investitionsmittel entgegengewirkt. Entsprechend liegen die Investitionen im Berichtsjahr oberhalb der Abschreibungen auf Anlagen und gegenüber dem Vorjahr auf nahezu gleichem Niveau. Bei Standorten mit beträchtlicher Anlagenintensität besteht das Risiko von Überkapazitäten insbesondere dann, wenn eine hohe Produktivität der Aggregate mangels fehlender Eingangsmengen nicht gewährleistet ist und Fixkosten somit nicht gedeckt werden können. Dieses Risiko wird durch die Überwachung von Mengenströmen sowie durch das vorgelagerte Positionsmanagement aktiv überwacht und abgemildert. Gesetzliche Entwicklungen spielen in der Entsorgungswirtschaft eine Schlüsselrolle. Die Rekommunalisierung der Entsorgungswirtschaft könnte ein Risiko für private Entsorgungsbetriebe darstellen. Sämtliche Standorte sind vollumfänglich als Entsorgungsfachbetriebe zertifiziert. Durch jährliche Auditierung wird gewährleistet, dass die Genehmigungslagen ein aktuelles Bild der tatsächlichen Verhältnisse widerspiegeln. Neu- oder Änderungsgenehmigungen könnten jedoch durch die Behörden mit Auflagen versehen werden, aus denen ungeplante Investitionen resultieren können. Diese Risiken sind wie im Vorjahr insgesamt als mittel einzustufen. Finanzwirtschaftliche Risiken Ein Liquiditätsrisiko ergibt sich durch Schwankungen der Zahlungsströme. Im Rahmen der täglichen Finanzdisposition werden die liquiden Mittel bedarfsgerecht gesteuert. Der Deckung des Finanzbedarfs dient der Konsortialkreditvertrag der ALBA Europe Holding KG. Darüber hinaus erleichtert das Factoring-Programm die Beschaffung kurzfristiger liquider Mittel zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit. Es besteht das Risiko, dass freie Kreditlinien durch das Ausbleiben prognostizierter Entwicklungen abschmelzen. Ein regelmäßiges Liquiditätsreporting soll dieses Risiko minimieren. Ein Forderungsausfallrisiko besteht für Forderungen, die nicht durch eine Warenkreditversicherung (WKV) abgesichert werden können. Bei unzureichender WKV und/oder einer fehlenden Ausstattung an Sicherheiten ist grundsätzlich kein Geschäft zu tätigen. Die finanzwirtschaftlichen Risiken werden auf Basis der Verhältnisse zum Bilanzstichtag insgesamt und unverändert als mittel eingestuft. Zinsrisiko Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Änderungen des Marktzinses oder der Zinsmargen. Ein Verstoß gegen eine oder mehrere relevante Vertragsbedingungen des Konsortialkreditvertrages könnte die Zinsmargen erhöhen. Das Marktzinsrisiko wird laufend überwacht und bei Bedarf werden strategische Zinssicherungen abgeschlossen, um auf abweichende Marktsituationen zu reagieren. Marktzins- und Zinsmargenrisiko werden wie im Vorjahr als gering eingestuft. Bewertungsrisiken Abwertungsrisiken im Umlaufvermögen durch konjunkturell bedingte Preisschwankungen beziehungsweise Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden monatlich überwacht. Durch die Vorgabe von Maximalpositionen und das Working Capital-Management wird das Risiko zusätzlich minimiert. Diese Risiken werden wie im Vorjahr als gering bewertet. Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass Vermögenswerte wie Geschäfts- oder Firmenwerte oder andere langfristige Vermögenswerte neu bewertet werden müssen. Entsprechend der Veränderung der Faktoren kann ein durchgeführter Impairment-Test zu außerplanmäßigen Abschreibungen führen und das Konzernergebnis belasten. Diese Risiken werden wie im Vorjahr als mittel eingestuft. Steuerrisiken Steuerliche Risiken ergeben sich insbesondere aus laufenden und noch ausstehenden Betriebsprüfungen. Kommt es zu Prüfungsfeststellungen, könnten Steuernachzahlungen, Strafen und Zinsen entstehen. In einem systematischen Prozess werden diese Risiken deshalb durch eine defensive Bewertung von Steuererstattungsansprüchen beziehungsweise durch die Bildung von Rückstellungen frühzeitig evaluiert und angemessen berücksichtigt. Diese Risiken sind wie auch im Vorjahr als mittel einzustufen. Personalrisiken Es besteht bei den operativen Gesellschaften, aber auch auf Ebene der Strategy & Support Functions, das Risiko, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu verlieren. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe wie altersbedingtes Ausscheiden oder persönliche Neuorientierung. Die ALBA Group wirkt diesem Risiko mit einer Reihe von Maßnahmen entgegen. In einem gruppenweiten Talente-Prozess werden besonders qualifizierte Mitarbeiter*innen identifiziert. Mit diesen werden weiterführende Personalgespräche geführt und bei Bedarf Personalentwicklungs- oder Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt. Dem Fachkräftemangel, insbesondere dem Fahrermangel in der Logistikbranche, wird mit gezielten Personalmaßnahmen wie beispielsweise der Erhöhung der Auszubildenden-Quote entgegengewirkt. Trotz eingerichteter Kontrollsysteme sind dolose Handlungen möglich, die dem Unternehmen schaden können. Auch die eingerichteten Systeme können keine absolute Sicherheit gewährleisten. Zielgruppenspezifische Maßnahmen sowie die systematische Nachwuchsförderung im kaufmännischen Bereich und die Qualitätssteigerung im Recruiting führen zu einer Verringerung des Personalrisikos. Die Personalrisiken werden weiterhin als mittel eingeschätzt. Informationstechnische Risiken Sowohl die komplexe Abwicklung der Geschäftsprozesse als auch die Verwaltungsprozesse werden durch moderne Informationstechnologie (IT) gestützt. Innerhalb der ALBA Group ist dies ein Bestandteil der Strategy & Support Functions. Dabei spielt die Verfügbarkeit von Daten und Informationen eine zentrale Rolle. Zum Schutz der Informationen müssen entsprechend gesicherte IT-Systeme und eine zuverlässige IT-Infrastruktur betrieben werden. Risiken, die im Schadensfall eine Unterbrechung der Geschäftsprozesse aufgrund von IT-Systemausfällen zur Folge haben oder den Verlust oder die Verfälschung von Daten verursachen können, werden deshalb über den gesamten Lebenszyklus der Applikationen und IT-Systeme hinweg identifiziert und bewertet. Den wachsenden Anforderungen an Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten wird mit vielfältigen präventiven und korrektiven Maßnahmen begegnet. So wurden geeignete Maßnahmen definiert, damit Risiken verringert oder mögliche Schäden begrenzt werden können. Diese Maßnahmen werden fortlaufend an die sich verändernden Umstände angepasst. Dazu gehört unter anderem, dass die bestehenden IT-Sicherheitssysteme sowie -Richtlinien und -Organisationsstrukturen regelmäßig optimiert und überprüft werden, um mögliche informationstechnologische Risiken wie den Ausfall des Rechenzentrums oder sonstiger IT-Systeme bereits im Vorfeld zu erkennen beziehungsweise zu minimieren. Dem stetig wachsenden Gefährdungspotenzial durch Cyber-Kriminalität und Hacker-Angriffe wird durch einen konsequenten Ausbau der IT-Sicherheit begegnet. Trotz aller Vorkehrungen können Störungen in der Informationstechnologie und dadurch negative Auswirkungen auf die Geschäfts- oder Verwaltungsprozesse nicht vollständig ausgeschlossen werden. Da sich die Bedrohungslage durch Cyberattacken in den vergangenen Monaten merklich verschärft hat, werden die IT-Risiken nicht mehr als gering, sondern als mittel eingestuft. Naturereignisse und Klimarisiken Es bestehen Risiken im Zusammenhang mit extremen Naturereignissen. Nach langen Perioden mit wenig Niederschlag kommt es immer öfter zu Niedrigwasser auf den wichtigsten Wasserstraßen Deutschlands, wie zum Beispiel dem Rhein. Der Transport von Rohstoffen, insbesondere von Schrotten, wird dadurch erschwert, deutlich teurer oder unmöglich. Extreme Regenmengen können zu Überflutungen wie im Jahr 2021 führen. Abhängig von der geographischen Lage kann die kritische Infrastruktur zerstört werden, wodurch die Geschäftstätigkeit beeinträchtigt würde, oder es können Betriebsstätten der ALBA Group direkt betroffen werden. Die Risiken werden wie auch im Vorjahr als mittel eingestuft. C.2.5. Gesamtrisikoprofil Die ALBA Group aggregiert sämtliche gemeldeten Risiken gemäß Risikofrüherkennungsrichtlinie. Die Zunahme von IT-Risiken führt zu einem leicht höheren Risikoniveau für die ALBA Group insgesamt. Die übrigen Einzelrisiken stellen sich im Vergleich zur vorangegangenen Berichterstattung teils anders dar, was sich jedoch per Saldo nicht wesentlich auswirkt. Insgesamt sind die zuvor beschriebenen Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit für die ALBA Group bestandsgefährdend. D. Weitere Angaben D.1. Mitarbeiter*innen und soziale Verantwortung Mitarbeiter*innen Die Zahl der Beschäftigten belief sich im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5.260 FTE (im Vorjahr 4.980 FTE). Personalentwicklung Im Rahmen der Personalentwicklung wurden die fachliche Qualifizierung und die individuelle Entwicklung der Mitarbeiter*innen der ALBA Group auch im Jahr 2022 fortgeführt. Hierzu gehörten unter anderem Weiterbildungen im Rahmen von Trainings und Workshops sowie Coaching-Angebote, die zum Erfolg und zur Leistungsfähigkeit der Unternehmensgruppe beitragen. Über das Learning Management System (LMS) und dem darin abgebildeten Weiterbildungskatalog wurden Schulungsangebote für alle Belegschaftsgruppen der ALBA Group offeriert. Schulungen, die aufgrund der pandemischen Lage der Vorjahre online angeboten wurden wie etwa MS-Office-Trainings, haben sich als Online-Angebote fest etabliert. Weitere Schulungen und Trainings zu Themen wie Führung, Kommunikation oder Projektmanagement wurden 2022 wieder vorrangig in Präsenz durchgeführt. In Summe wurden über 140 Veranstaltungen allein inhouse durchgeführt. Darüber hinaus bildete die ALBA Group ihre Mitarbeiter*innen auch über diverse externe Partner weiter. Die im Jahr 2020 erfolgreich pilotierten und im Jahr 2021 eingeführten Pulse-Befragungen wurden Anfang 2022 - auf Grundlage des Feedbacks von Mitarbeiter*innen - evaluiert. Darüber hinaus wurden die Befragungen weiteren gewerblichen Mitarbeiter*innen zugänglich gemacht, indem QR-Codes an kleineren Standorten ausgehängt wurden. Als direkte Ableitung aus den Pulse-Befragungen wurde im Dezember 2022 erstmals eine Online-Versammlung für die Mitarbeiter*innen der ALBA Group durchgeführt. Eigentümer sowie weitere Mitglieder des Vorstands informierten zu strategischen Entwicklungen und aktuellen Projekten. Die Online-Versammlung soll künftig zweimal im Jahr an variierenden Standorten durchgeführt und von dort übertragen werden. Ein weiteres Großprojekt der ALBA Group mit dem Thema "Werte und Kultur" startete im Juni 2022. Nach Involvierung des Vorstands und der oberen Führungsebenen wurden Interviews sowie Workshops mit Mitarbeiter*innen durchgeführt. Anschließend erfolgte eine Validierung mithilfe der Pulse-Befragungen sowohl durch den Vorstand als auch die oberen Führungsebenen. Durch diesen "Bottom-up-Ansatz" wurden alle Mitarbeiter*innen der ALBA Group aktiv am Projekt und der Ausarbeitung der gemeinsamen Kulturvision beteiligt. Planung und Umsetzung von ersten abgeleiteten Maßnahmen sind 2023 vorgesehen. Nachwuchsgewinnung Der Bereich Nachwuchs, der die Auszubildenden und dual Studierenden der ALBA Group umfasst, wurde im 2022 ebenfalls fokussiert. Im Berichtsjahr bildete die ALBA Group in Deutschland etwa 140 Auszubildende in vier kaufmännischen sowie sieben gewerblichen Berufen aus. Ziel ist es, innerhalb der gesamten Unternehmensgruppe eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Ausbildung zu gewährleisten. Im Berichtsjahr wurde ein standardisiertes Feedbackprogramm etabliert und 16 Azubi- und vier Ausbilder-Workshops durchgeführt. Das Angebot zur Inanspruchnahme eines Coachings zur persönlichen Entwicklung oder kurzfristigen Unterstützung in Akutsituationen für Ausbilder*innen blieb auch 2022 bestehen. Die 2021 beschlossene und eingeführte Prämie für Ausbilder*innen wurde 2022 erstmalig ausgezahlt. Wie bereits im Jahr 2020 konnten nahezu alle Auszubildenden der ALBA Group auch 2022 Feedback zur Ausbildung im Rahmen der Zertifizierung "Faire Ausbildung" durch ein unabhängiges Beratungs- und Marktforschungsunternehmen abgeben. Die Ergebnisse sollen erneut zur Ableitung von geeigneten Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Bereiches Nachwuchs genutzt werden. Die Auszubildenden der ALBA Group erhalten seit September 2021 Lernunterstützung durch eine App, die im Rahmen eines Pilotprojektes für ein Jahr genutzt und getestet wurde. Nach erfolgreichem Abschluss der einjährigen Evaluierung wurde die App 2022 standardmäßig als Lernunterstützung sowie -begleitung für die Auszubildenden der ALBA Group eingeführt. Zur weiteren Digitalisierung von Prozessen und um die Berichtsheftführung für Auszubildende zu vereinfachen, wird 2023 das Digitale Berichtsheft eingeführt. Bereits im Jahr 2022 wurde die Handhabung mit einer geringen Anzahl an Auszubildenden und Ausbilder*innen getestet. Darüber hinaus werden die Auszubildenden der ALBA Group künftig mit einem Tablet ausgestattet, um zum einen das digitale Lernen in der Berufsschule arbeitgeberseitig zu unterstützen und zum anderen die gewerblichen Auszubildenden zur Nutzung der digitalen Tools wie der Lernapp und des digitalen Berichtsheftes zu befähigen. Die traditionelle Willkommensveranstaltung für neue Auszubildende der gesamten ALBA Group - der Azubi-Kickoff - konnte 2022 erneut in Präsenz durchgeführt werden. Die fortlaufenden Kooperationen mit Schulen, Verbänden und gemeinnützigen Organisationen wurden auch im Berichtsjahr gepflegt und ausgebaut. Gesprächsrunden und Messen wurden online sowie in Präsenz durchgeführt. Neben Auszubildenden beschäftigte die ALBA Group Hochschulpraktikant*innen zu fairen Arbeitsbedingungen. Das Siegel "Fair Company" wurde ALBA deshalb erneut von der gleichnamigen Initiative erteilt. Damit wird auch zukünftig qualifizierter akademischer Nachwuchs angesprochen und an das Unternehmen gebunden. Soziale Verantwortung Auch im Berichtsjahr engagierten sich Einheiten der ALBA Group für soziale Projekte. Seit 1991 ist ALBA Hauptsponsor und Namensgeber des ALBA Berlin Basketballteams und fördert in diesem Zusammenhang auch die Jugendarbeit des Vereins, insbesondere in sozialen Brennpunkten der Hauptstadt Berlin. Im Berichtsjahr wurde beschlossen, dass ALBA 2023 die Special Olympics World Games (SOWG) in Berlin sponsern wird, die Organisation der weltweit größten, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. D.2. Umwelt und Nachhaltigkeit Umwelt und Nachhaltigkeit spielen in der ALBA Group eine zentrale Rolle. Alle deutschen operativ tätigen Einheiten der ALBA Group im Bereich Waste and Metals sind als Entsorgungsfachbetriebe zertifiziert. Das Qualitätsmanagementsystem der ALBA Europe Holding KG und ihrer an der Matrixzertifizierung beteiligten Tochtergesellschaften wurde im November 2022 einem Überwachungsaudit nach ISO 9001 (Qualitätsmanagement) unterzogen. Die ALBA Lausitz GmbH und die ALBA Cottbus GmbH wurden im Rahmen der Matrixzertifizierung erstmalig zertifiziert, bei allen anderen Gesellschaften wurde die Zertifizierung erneut bestätigt. Die ALBA Metall Nord GmbH, die ALBA Berlin GmbH und die BRAL Reststoff-Bearbeitungs GmbH sind nach ISO 14001 zertifiziert. Im Rahmen des Energiedienstleistungs-Gesetzes sind große Unternehmen und ihre Tochtergesellschaften zur Durchführung von Energieaudits oder zur Implementierung von Energiemanagementsystemen verpflichtet. Bereits seit 2015 sind alle relevanten deutschen Standorte der ALBA Group nach der internationalen Norm ISO 50001 zertifiziert. In jährlichen Managementreviews sowie in externen Audits durch die Zertifizierungsgesellschaft werden die gesteckten Ziele überprüft. Ausgehend von dem Ziel, den spezifischen Energieverbrauch von ALBA im Zeitraum 2020 bis 2024 um 8% zu senken, wurden bis auf Standortebene eigene Ziele definiert und eine Kennzahlensystematik aufgebaut. Sämtliche Energieeffizienzmaßnahmen werden innerhalb der ALBA Group in einem zentralen Tool erfasst sowie mit Aufgaben, zeitlicher Umsetzungsplanung und Verantwortlichkeiten versehen. Die Maßnahmen und Aufgaben für die Zeit bis zum Jahr 2024 umfassen sowohl organisatorische als auch technische Aspekte. Im Berichtszeitraum konnte nachgewiesen werden, dass die energetische Verbesserung in den Bereichen Erdgas und Diesel bei ca. 7% lag. In anderen technischen Bereichen kam es aufgrund der Corona-Pandemie zu keiner Verbesserung. Der Anteil von Grünstrom der ALBA Group lag 2022 bei ca. 34%. Um einen wesentlichen Beitrag zur Klimaneutralität des Landes Berlin zu leisten, hat die ALBA Group Ende 2020 eine Klima- und Umweltschutzvereinbarung mit dem Berliner Senat abgeschlossen. Darin verpflichtet sie sich, die CO 2 -Emissionen aller Unternehmenseinheiten in Berlin zu senken und den Ressourcenverbrauch kontinuierlich zu verringern. In diesem Rahmen hat ALBA im Geschäftsjahr 2022 ein Konzept zur Klimaneutralität erarbeitet. Der bereits zuvor vereinbarte Aufgabenkatalog umfasst konkrete Maßnahmen von der Umrüstung auf sparsame LED-Leuchten über den schrittweisen Umstieg auf Hybrid- und Elektrofahrzeuge, die Nutzung geeigneter Dachflächen für Photovoltaik bis zum Einbau energiesparender Druckluftsysteme in den Sortieranlagen. Die ALBA SE, börsennotierte Zwischenholding innerhalb der ALBA Group, berichtet in ihrem Geschäftsbericht freiwillig über Nachhaltigkeitsbelange. Im Jahr 2022 wurde ein Projekt zum Aufbau der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) aufgesetzt. Konzeption und Durchführung der Wesentlichkeitsanalyse wurden unter Berücksichtigung der Anforderungen bereits abgeschlossen. Das Projekt wird 2023 planmäßig fortgesetzt. D.3. Forschung und Entwicklung In der ALBA Group haben Innovationen angesichts der Tätigkeitsfelder einen hohen Stellenwert. Forschung und Entwicklung im üblichen Sinne betreibt die Gruppe regelmäßig nicht. E. Prognosebericht Die Einschätzung der Entwicklung der ALBA Group basiert auf derzeitigen Erwartungen und Annahmen bezüglich der Auswirkungen zukünftiger Ereignisse und wirtschaftlicher Bedingungen auf die operativ tätigen Gesellschaften. Die im Folgenden getroffenen Einschätzungen beziehen sich auf den Prognosezeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023. Auf die in Kapitel C. dargestellten Chancen und Risiken, die sich auf die prognostizierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können, wird verwiesen. Die Prognosefähigkeit wird durch die anhaltenden Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Folgen des Russland-Ukraine-Krieges erschwert. E.1. Entwicklung Waste and Metals Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die EU-Kommission geht davon aus, dass sich die konjunkturelle Lage in Deutschland im laufenden Geschäftsjahr besser entwickeln wird, als noch Ende 2022 angenommen. Statt eines Rückgangs des Bruttoinlandprodukts (BIP) wird mittlerweile ein geringes Wachstum in Höhe von 0,2% prognostiziert. Die Bundesregierung geht ebenfalls von einer Steigerung des BIP um 0,2% aus. Für Europa rechnet die EU-Kommission mit einem Wachstum in Höhe von 0,9% statt zuvor 0,3%. Als einen Grund nennt sie die gut gemeisterte Energiekrise in Deutschland und Europa. Versorgungsquellen für Erdgas wurden diversifiziert, außerdem sank der Verbrauch. Auch die Sorgen hinsichtlich der Inflation sind gesunken. Die EU-Kommission erwartet 2023 in Deutschland eine für den europäischen Vergleich berechnete Teuerungsrate (HVPI) in Höhe von 6,3%. Für die Euro-Zone veranschlagt sie eine Teuerungsrate von 5,6%. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März auf 93,3 Punkte gestiegen, nach 91,1 Punkten im Februar. Dies ist der fünfte Anstieg in Folge. Treiber der Aufwärtsentwicklung waren vor allem die Erwartungen der Unternehmen. Aber auch die laufenden Geschäfte beurteilten die Firmen etwas besser. Trotz der Turbulenzen bei einigen internationalen Banken stabilisiert sich die deutsche Konjunktur. Auftragsbestand Im Unterschied zu Produktionsbetrieben sind Angaben zu Auftragsbeständen in Unternehmen der Recyclingbranche nicht repräsentativ. Dies gilt auch für die Tochtergesellschaften der ALBA Group. In Bezug auf die gehandelten Rohstoffe werden Kontrakte etwa mit Papierfabriken, Kunststoffproduzenten, Stahlwerken, Metallhütten und Gießereien in Abhängigkeit von der Rohstoffnachfrage kurz- bzw. mittelfristig geschlossen und erfüllt. Entsprechend ist die Umschlagshäufigkeit der Lager hoch und es kann potenziellen Preisrückgängen entgegengewirkt werden. Waste Operations Im Geschäftsfeld Waste Operations erstrecken sich die mit Kommunen abgeschlossenen Verträge für Entsorgungsdienstleistungen häufig über einen befristeten Mehrjahreszeitraum. Gleiches gilt für Aufträge im Systemkundenbereich. Des Weiteren ist der Markt in beiden Kundensegmenten über Ausschreibungsgebiete und Lose definiert, so dass mit einer weitestgehend stabilen Entwicklung gerechnet werden kann. Die Auftragslage im Gewerbekundenbereich unterliegt sowohl saisonalen Zyklen als auch konjunkturell bedingten Schwankungen. Verträge in diesem Kundensegment werden häufig befristet vereinbart. Die Vertragsdauer ist dabei abhängig von der jeweiligen Auftragsart. Je nach Auftragsgröße sind die Ausschreibungen unterschiedlich stark durch Wettbewerb geprägt. Es ist von einem anhaltend hohen Wettbewerbsdruck durch kapitalstarke Mitbewerber sowie durch eine weitere Konzentration infolge von Unternehmenszusammenschlüssen auszugehen. Im Gewerbekundenbereich wird nach dem Wegfall sämtlicher Corona-Schutzmaßnahmen mit einer Erholung von Geschäftstätigkeit bzw. Mengenaufkommen gerechnet, gerade in den Bereichen Gastronomie, Hotellerie sowie Messen und Veranstaltungen. In Polen haben die infolge von gewonnenen Ausschreibungen abgeschlossenen Entsorgungsverträge eine Laufzeit zwischen sechs Monaten und vier Jahren. In einigen Gemeinden umfassen die Verträge sowohl die Haushaltsabfallentsorgung als auch die Abfallentsorgung bei Gewerbeimmobilien (Bürogebäude, industrielle Anlagen). Gewerbeverträge werden überwiegend unbefristet geschlossen. Die Preise folgen hier der Preisentwicklung der einzelnen Fraktionen und sind zunehmend an Indizes gekoppelt. Der Markt für Gewerbekunden bleibt weiterhin stark umkämpft. Im Bereich der PPK-Vermarktung gibt es derzeit keine Anzeichen für einen weiteren Preisverfall oder Mengenreduzierungen. Die angespannte Situation auf dem deutschen Altpapiermarkt könnte sich durch eine exportgestützte Nachfrage entspannen. Im Bereich der AzV-Vermarktung wird in Folge eines inflationsbedingten Konsumrückgangs und damit einer geringeren bis stagnierenden Restabfallmenge von leicht rückläufigen Entsorgungskosten ausgegangen. Daraus resultiert für die Commodities Aktivitäten eine stabile Geschäftsentwicklung. Die Fortdauer des Russland-Ukraine-Krieges kann zu einer weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage und zu Mengenstagnation bzw. -rückgang führen. Bei einem anhaltenden Konflikt würde sich voraussichtlich der Fachkräftemangel bei Berufskraftfahrer*innen weiter verschärfen sowie die Unsicherheit auf dem Energiemarkt bestehen bleiben. Bei der Preisentwicklung wurde für das Prognosejahr 2023 das Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres unterstellt. Einer etwaigen Verschärfung des Kostenniveaus soll durch Gegenmaßnahmen auf der Absatz- bzw. Einkaufsseite entgegengewirkt werden. Scrap and Metals Die Metall- und Elektroindustrie rechnet 2023 mit einer Seitwärtsbewegung der Branche. Unter dem Einfluss des Russland-Ukraine-Krieges und den daraus resultierenden Folgen für Energiepreise und Lieferengpässe mussten 2022 die Produktionskapazitäten teilweise gedrosselt werden. Erst durch die stabilisierte Lage im zweiten Halbjahr wurde ein Produktionsplus gegenüber dem Vorjahr von 1,8% erzielt. Zu Jahresbeginn konnten bei den Unternehmen trotz rückläufiger Neuauftragseingänge verbesserte Geschäftserwartungen festgestellt werden. Dennoch wird in der Branche davon ausgegangen, dass der Krieg in der Ukraine sowie die Energiekrise die Erholung der Metall- und Elektroindustrie weiter ausbremsen werden. Eurofer erwartet, dass die Stahlnachfrage in der Europäischen Union 2023 voraussichtlich um 1,6% sinken wird. Begründet wird dies mit Inflationsbefürchtungen, Problemen in der Lieferkette sowie den Kosten der Dekarbonisierung in Verbindung mit massiven Billigimporten aus Drittländern. Der Verband rechnet erst 2024 mit einer leichten Erholung (+1,6 %), die mit großer Unsicherheit behaftet ist. Basierend auf diesen branchenbezogenen Einschätzungen geht das Management des Geschäftsfelds Scrap and Metals für das Geschäftsjahr 2023 von einem durch Unsicherheiten geprägten Marktumfeld aus. Vor dem Hintergrund der umfangreichen und positiven Erfahrungswerte im Umgang mit volatilen Märkten sieht das Management die Scrap and Metals Aktivitäten für künftige Herausforderungen gut aufgestellt und in der Lage, erfolgreich auf unterschiedliche Marktentwicklungen reagieren zu können. Gleichzeitig registriert das Management die positiven makroökonomischen Entwicklungen zu Jahresbeginn und stellt die fortschreitende Zunahme der Bedeutung von Schrotten und Altmetallen im Zuge des Nachhaltigkeitstrends fest. Im Ergebnis blickt das Management verhalten optimistisch auf das Jahr 2023 und geht von einer konstanten Entwicklung der Geschäfte aus. E.2. Entwicklung des Konzerns Wie im vorangegangenen Abschnitt dargestellt, wird für das Jahr 2023 eine grundsätzlich positive Entwicklung der operativen Geschäftsfelder erwartet. Höhere planmäßige Abschreibungen aus der Kapitalkonsolidierung der 2022 erworbenen Gesellschaften sowie das Entfallen positiver Einmaleffekte werden jedoch zu einem deutlichen Rückgang des EBIT im Geschäftsjahr 2023 führen. Die Investitionsausgaben sollen auch 2023 moderat erhöht werden. Die planerischen Annahmen basieren auf einem im Vergleich zum Bilanzstichtag unveränderten Konsolidierungskreis.
Berlin, 31. Mai 2023 Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die ALBA Group plc & Co. KG, Berlin Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der ALBA Group plc & Co. KG, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ALBA Group plc & Co. KG, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und - vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. - holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. - beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, den 2. Juni 2023 Grant
Thornton AG
Niclas Rauscher, Wirtschaftsprüfer Sebastian Koch, Wirtschaftsprüfer |
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