N26 Bank AGLiquidiert

10179 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 247466
Eingetragen
11.11.2022
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsBeteiligungsgesellschaftenKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Das Betreiben von Bankgeschäften gemäß § 1 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 KWG (Einlagengeschäft) und § 1 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 KWG (Kreditgeschäft), das Erbringen von Finanzdienstleistungen gemäß § 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 1 KWG (Anlagevermittlung) und § 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 2 KWG (Abschlussvermittlung) sowie das Betreiben des Eigengeschäfts im Sinne von § 32 Abs. 1a KWG.

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NameAnteil
100.00%

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Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

N26 Bank AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Inhalt

Jahresbilanz der N26 Bank AG

Gewinn- und Verlustrechnung der N26 Bank AG

Anhang zum Jahresabschluss

1. Allgemeine Informationen

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

3. Erläuterungen zur Bilanz

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5. Ergänzende Angaben

Jahresbilanz

der N26 Bank AG

Aktivseite in TEUR

31. Dezember
2022 2021
1. Barreserve
a) Guthaben bei Zentralnotenbanken 86.479,2 2.060.233,4
darunter bei der Deutschen Bundesbank 61.293,7 2.038.810,4
86.479,2 2.060.233,4
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) Täglich fällig 42.094,2 13.278,0
b) Andere Forderungen 1.608.992,6 740.497,9
1.651.086,8 753.775,9
3. Forderungen an Kunden
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 585.564,2 576.942,2
Kommunalkredite 1.878.041,0 1.296.216,4
2.768.603,4 2.132.375,7
4. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Anleihen und Schuldverschreibungen
aa) von öffentlichen Emittenten 1.041.550,2 505.432,3
darunter beleihbar bei der deutschen Bundesbank TEUR 1.014.732,9 (Vorjahr: TEUR 501.028,8)
ab) von anderen Emittenten 2.238.801,5 1.247.159,8
darunter beleihbar bei der deutschen Bundesbank TEUR 925.557,7 (Vorjahr: TEUR 376.387,5)
3.280.351,7 1.752.592,1
5. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 127.409,0 89.778,4
6. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.045,0 1.025,0
7. Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3,5 10,4
8. Sachanlagen 279,3 2.063,9
9. Sonstige Vermögensgegenstände 44.003,7 28.020,7
10. Rechnungsabgrenzungsposten 427,2 2.027,8
Summe der Aktiva 7.961.688,6 6.821.903,3

Passivseite in TEUR

31. Dezember
2022 2021
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Täglich fällig 7.340.463,3 6.072.317,5
ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 130.000,0 300.000,0
7.470.463,3 6.372.317,5
2. Sonstige Verbindlichkeiten 39.488,5 9.981,7
3. Rechnungsabgrenzungsposten 6.726,5 3.536,2
4. Rückstellungen
a) Steuerrückstellungen 10,2 0,0
b) andere Rückstellungen 17.020,5 8.131,6
17.030,7 8.131,6
5. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 303.119,6 303.076,4
aa) Grundkapital 120,0 26,0
ab) Einlagen stiller Gesellschafter 302.999,6 303.050,4
b) Kapitalrücklage 124.860,0 124.860,0
c) Bilanzgewinn 0,0 0,0
427.979,6 427.936,4
Summe der Passiva 7.961.688,6 6.821.903,3
1) Andere Verpflichtungen
a) Unwiderrufliche Kreditzusagen 14.982,8 38.579,7

Gewinn- und Verlustrechnung

der N26 Bank AG

in TEUR Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember
2022 2021
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 41.401,5 24.536,9
Abzüglich negative Zinsen aus Geldmarktgeschäften -1.512,8 -3.914,5
39.888,7 20.622,5
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 24.520,2 10.397,1
24.520,2 10.397,1
64.408,9 31.019,6
2. Zinsaufwendungen -367,6 0,0
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 2.173,6 417,3
4. Provisionserträge 165.377,1 141.315,8
5. Provisionsaufwand -42.558,1 -43.474,4
6. Sonstige betriebliche Erträge 6.467,9 15.557,3
7.Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -9.496,5 -5.644,3
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -3.250,0 -1.614,2
-12.746,5 -7.258,6
b) andere Verwaltungsaufwendungen -140.418,3 -116.309,5
-153.164,8 -123.568,0
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -1.815,9 -2.728,7
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen -11.892,6 -3.565,4
10. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft -28.682,6 -15.674,1
11. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbunden Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere 54,8 566,0
12. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 0,7 -134,7
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -65,8 -85,1
14. Erträge aus Verlustübernahme 65,1 219,8
15. Jahresüberschuss 0,0 0,0
16. Bilanzgewinn 0,0 0,0

Anhang zum Jahresabschluss

1. Allgemeine Informationen

1.1. Allgemeine Informationen zum Unternehmen

Die N26 Bank AG ist eine deutsche Aktiengesellschaft mit Sitz in der Voltairestraße 8, 10179 Berlin. Die Gesellschaft ist unter der Registernummer HRB 247466 B beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen. Die Gesellschaft wurde als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gegründet und am 11. November 2022 in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt.

1.2. Grundlagen der Rechnungslegung

Der Jahresabschluss der N26 Bank AG für das Geschäftsjahr 2022 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), rechtsformspezifischen Vorschriften des Aktienrechts sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute ("RechKredV") aufgestellt worden. Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag als große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB einzustufen.

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Staffelform gewählt.

Alle Beträge sind, soweit nicht gesondert darauf hingewiesen wird, in Tausend Euro angegeben. Währungspositionen bestanden zum Bilanzstichtag lediglich in Form von Bankguthaben.

Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2022. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bei der Bewertung der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden werden die allgemeinen Bewertungsgrundsätze (§§ 252 ff. HGB), die besonderen Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie die ergänzenden Vorschriften für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (§§ 340 ff. HGB) beachtet.

2.1. Barreserve

In dem Posten Barreserve wird das Guthaben bei Zentralbanken ausgewiesen. Die Barreserve ist zum Nennwert bilanziert.

2.2. Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden werden zu Nennwerten einschließlich abgegrenzter Zinsen vermindert um gebildete Wertberichtigungen ausgewiesen.

Durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen wurde allen erkennbaren Kreditrisiken Rechnung getragen. Darüber hinaus bestehen für latent vorhandene Kreditrisiken Pauschalwertberichtigungen.

Zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung nach HGB hat die N26 in Einklang mit den Regelungen des IDW RS BFA 7 die Impairment-Methodik nach IFRS 9 angewendet (Stufen 1 und 2 des IFRS 9-Stufenmodells mit der Bildung einer Risikovorsorge in Höhe des über 12-Monate erwarteten Verlusts bzw. sofern eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos vorliegt, in Höhe des über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Verlusts). Diese Methodik wurde auf die gesamten Retail- und Non-Retail-Kredite einschließlich widerruflicher Kreditzusagen angewendet. Das Unternehmen wendet die Stufenzuordnung auf Finanzinstrumente-Ebene an. Auf der Grundlage definierter Kriterien für eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos und / oder Ausfallrisikos wird die Stufenzuordnung angewendet. Im ersten Schritt werden Kredite beim erstmaligen Ansatz der Stufe 1 zugeordnet. Die N26 hat keine angekauften oder ausgereichten Kredite, die im Zugangszeitpunkt wertgemindert sind. Alle Folgebewertungen unterliegen dem Verfahren unter Berücksichtigung von Ausfall-Ereignissen, internen Ratingklasse, quantitativen und qualitativen Kriterien zur Feststellung, ob eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos vorliegt und zur Bildung einer erhöhten Risikovorsorge führt.

Die auf den außerbilanziellen Exposures erfassten Wertberichtigungen werden als Teil der Rückstellungen in der Bilanz ausgewiesen.

Der kreditrisikoinduzierte erwartete Verlust für unbesicherte Kredite wird unter Berücksichtigung der Bonität, des Ratings und der Einkommenssituation des jeweiligen Kreditnehmers, der gesamtwirtschaftlichen Situation, des erwarteten Exposures sowie der erwarteten Rückzahlungsflüsse nach Ausfall berechnet. Bei Hypotheken basiert das erwartete Kreditrisiko auf einem internen Ratingsystem, das die individuelle Kreditwürdigkeit und das Zahlungsverhalten des Kunden, Zwangsvollstreckungsquoten, den Wert der Sicherheiten sowie makroökonomische Faktoren berücksichtigt.

Die Erstanwendung des IDW RS BFA 7 führte zu einem zusätzlichen Risikovorsorgeaufwand in Höhe von TEUR 1.292.

Von der gemäß § 340f Absatz 3 HGB zulässigen Verrechnung wird Gebrauch gemacht.

2.3. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere werden nicht mit der Absicht erworben, kurzfristig Gewinne aus Marktpreisschwankungen zu erzielen, sondern werden mit der allgemeinen Absicht erworben, sie auf unbestimmte Zeit zu halten. Entsprechend werden Wertpapiere, die dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen, als Finanzanlagen dem Anlagebestand zugeordnet und nach dem gemilderten Niederstwertprinzip entsprechend § 253 Absatz 1 und 3 HGB zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung wird berücksichtigt. Von dem Bewertungswahlrecht nach § 253 Abs. 3 S. 6 HGB wurde nicht Gebrauch gemacht.

Zum 31. Dezember 2021 verfügte die N26 Bank AG über eine Liquiditätsreserve in der Bilanz. Wertpapiere der Liquiditätsreserve wurden nach den Vorschriften des § 253 Abs. 4 HGB zum strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Das Portfolio mit Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere soll wiederkehrende Erträge generieren, daher wurde die Liquiditätsreserve mit Wirkung zum 1. Januar 2022 in das Anlagevermögen umgewidmet. Zum 31. Dezember 2022 waren keine Wertpapiere der Liquiditätsreserve zugeordnet.

Von der gemäß § 340c Absatz 2 HGB sowie § 340f Absatz 3 HGB zulässigen Verrechnung wird Gebrauch gemacht.

2.4. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, bestehen größtenteils in Form von Anteilen an Publikumsfonds und werden grundsätzlich nicht mit kurzfristiger Gewinnerzielungsabsicht aus Marktpreisbewegungen erworben. Die Änderungen in der Investitionsstrategie führten zu der Umwidmung der Anteile an den Publikumsfonds aus der Liquiditätsreserve in das Anlagevermögen mit Wirkung zum 1. Januar 2022.

Zum 31. Dezember 2022 waren keine Wertpapiere der Liquiditätsreserve zugeordnet.

Von der gemäß § 340c Absatz 2 HGB sowie § 340f Absatz 3 HGB zulässigen Verrechnung wird Gebrauch gemacht.

2.5. Anteile an verbundenen Unternehmen

Anteile an verbundenen Unternehmen sind gemäß den für das Anlagevermögen geltenden Regelungen zu Anschaffungskosten bilanziert. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sofern die Gründe, die zu einer Abschreibung geführt haben, nicht mehr bestehen, erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zur Höhe der Anschaffungskosten.

2.6. Immaterielle Anlagewerte

Immaterielle Anlagewerte in Form von Softwarelizenzen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Planmäßigen Abschreibungen werden die wirtschaftlichen Nutzungsdauern zugrunde gelegt. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen.

2.7. Sachanlagen

Gegenstände des Sachanlagevermögens sind zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Planmäßigen Abschreibungen werden die wirtschaftlichen Nutzungsdauern zugrunde gelegt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis EUR 250,00 wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen.

2.8. Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennbetrag angesetzt.

2.9. Rechnungsabgrenzungsposten

Rechnungsabgrenzungsposten werden nach den Vorschriften des § 250 HGB für Erträge und Aufwendungen gebildet, die zukünftigen Abrechnungszeiträumen zuzuordnen sind.

2.10. Verbindlichkeiten und Rückstellungen

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die anderen Rückstellungen sind in Höhe ihres notwendigen Erfüllungsbetrags bemessen, der sich in Übereinstimmung mit § 253 Absatz 1 HGB gemäß den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ergibt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ergibt, abgezinst.

2.11. Unwiderrufliche Kreditzusagen

Unwiderrufliche Kreditzusagen werden mit dem Betrag der Kreditzusage abzüglich erfolgter Inanspruchnahme ausgewiesen.

2.12. Verlustfreie Bewertung von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs

Die zinsbezogenen Aktiva und Passiva des Bankbuchs werden jährlich in ihrer Gesamtheit auf einen Verpflichtungsüberschuss untersucht. Die N26 Bank AG nutzt hierfür den barwertorientierten Ansatz. Hierbei werden die beizulegenden Zeitwerte gemäß IDW RS BFA 3 n.F. um Risikokosten (expected losses) und Verwaltungskosten adjustiert und der Residualwert mit dem handelsrechtlichen Eigenkapital verglichen. Zum Bilanzstichtag ergibt sich kein Rückstellungsbedarf.

2.13. Ausweis negativer Zinsen

Negative Zinsen (Zinserträge aus Verbindlichkeiten oder Zinsaufwendungen aus Forderungen) werden im Zinsaufwand bzw. Zinsertrag sofern vorhanden offen ausgewiesen. Die negativen Zinsen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften resultieren aus den über das Mindestreservesoll der N26 Bank AG hinausgehenden Reserveguthaben bei der Bundesbank sowie aus vergebenen Kommunalkrediten.

2.14. Währungsumrechnung

Unterjährig anfallende Erträge und Aufwendungen gehen mit den jeweiligen Tageskursen in die Gewinn- und Verlustrechnung ein. Fremdwährungspositionen werden gemäß § 256a HGB i.V.m § 340h HGB sowie nach IDW RS BFA 4 bewertet, um zum Bilanzstichtag mit den EZB-Devisenkassamittelkurs in Euro umgerechnet. Einzelne Bestände werden dabei zu einer Währungsposition zusammengefasst und gesteuert. Sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge aus der Währungsumrechnung werden daher erfolgswirksam im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst.

2.15. Änderungen der Bewertungsmethoden

Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen erstmals nach den Grundsätzen des IDW RS BFA 7. Insoweit liegt eine Durchbrechung der Bewertungsstetigkeit vor.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1. Barreserve

Die Barreserve besteht aus Guthaben bei Zentralbanken in Höhe von TEUR 86.479,2 (Vorjahr: TEUR 2.060.233,4).

3.2. Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute bestehen aus täglich fälligen Bankguthaben in Höhe von TEUR 42.094,2 (Vorjahr: TEUR 13.278) sowie aus sonstigen Forderungen in Höhe von TEUR 1.608.992,6 (Vorjahr: TEUR 740.497,9). Der Anstieg der Forderungen an Kreditinstitute ist im Wesentlichen auf auf die Anlage in Übernachtguthaben im Rahmen der Ein Lagefazilität bei der Deutschen Bundesbank sowie Termineinlagen bei anderen Banken zurückzuführen.

3.3. Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden belaufen sich auf insgesamt TEUR 2.768.603,4 (Vorjahr: TEUR 2.132.375,7) und enthalten Forderungen an Kommunen in Höhe von TEUR 1.878.041,0 (Vorjahr: TEUR 1.296.216,4) und grundpfandrechtlich besicherte Forderungen in Höhe von TEUR 585.564,2 (Vorjahr: TEUR 576.942,2). Die grundpfandrechtlich gesicherten Forderungen resultieren aus Transaktionen im Rahmen unseres Treasurygeschäfts.

3.4. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Die dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienenden Schuldverschreibungen und anderen festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von TEUR 3.280.351,7 (Vorjahr: TEUR 1.752.592,1) sind vollständig börsenfähig und börsennotiert. Im Folgejahr werden Wertpapiere in Höhe von TEUR 230.970,7 fällig. Zum Bilanzstichtag bestehen zinsinduzierte stille Lasten in Höhe von TEUR 316.911,8 (Vorjahr: TEUR 8.772,7) und zinsinduzierte stille Reserven in Höhe von TEUR 791,6 (Vorjahr: TEUR 11.338,2).

Bei Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 3.005.006,5 (Vorjahr: TEUR 45.958,2.) wurde auf eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von TEUR 316.911,7 nach §253 Abs. 3 Satz 6 HGB verzichtet, da die zinsinduzierte Wertminderung voraussichtlich nicht von Dauer ist.

3.5. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Die Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere die dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen und betragen TEUR 127.409,0 (Vorjahr: TEUR 89.778,4) und sind größtenteils (TEUR 96.637,0) börsenfähig und börsennotiert. Zum Bilanzstichtag bestehen zinsinduzierte stille Lasten in Höhe von TEUR 3.208,4 (Vorjahr: TEUR 626,4) und zinsinduzierte stille Reserven in Höhe von TEUR 5.497,9 (Vorjahr: TEUR 1.273,4).

Bei den Aktien und anderen nicht festverzinsliche Wertpapiere mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 40.987,2 wurde auf eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von TEUR 3.208,4 nach §253 Abs. 3 Satz 6 HGB verzichtet, da die Wertminderung voraussichtlich nicht von Dauer ist.

3.6. Entwicklung des Anlagevermögens

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem nachfolgenden Anlagenspiegel ersichtlich.

in TEUR Anschaffungs- oder Herstellungskosten Stand 01.01.2022 Umwidmungen
Sachanlagen 6.367,0 0
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.025,0 0
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 1.596.877,7 155.714,4
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0,0 89.778,4
Immaterielle Anlagewerte 19,6 0,0
Gesamt 1.604.289,3 245.492,8
in TEUR Zugang Abgang Umbuchung Anschaffungs- oder Herstellungskosten Stand 31.12.2022
Sachanlagen 24,4 0,0 0,0 6.391,4
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.020,0 0,0 0,0 3.045,0
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 2.032.758,4 504.998,8 0,0 3.280.351,7
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 37.630,6 0,0 0,0 127.409,0
Immaterielle Anlagewerte 0,0 0,0 0,0 19,6
Gesamt 2.072.433,4 504.998,8 0,0 3.417.216,7
in TEUR Kumulierte Abschreibungen Stand 01.01.2022 Abschreibungen 2022 Kumulierte Abschreibungen Abgang
Sachanlagen 4.303,1 1.809,0 0,0
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,0 0,0 0,0
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 0,0 0,0 0,0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0,0 0,0 0,0
Immaterielle Anlagewerte 9,1 6,9 0,0
Gesamt 4.312,2 1.815,9 0,0
in TEUR Kumulierte Abschreibungen Stand 31.12.2022 Restbuchwert Stand 31.12.2021 Restbuchwert Stand 31.12.2022
Sachanlagen 6.112,1 2.063,9 279,3
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,0 1.025,0 3.045,0
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 0,0 1.596.877,7 3.280.351,7
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0,0 0,0 127.409,0
Immaterielle Anlagewerte 16,0 10,5 3,6
Gesamt 6.128,1 1.599.977,1 3.411.088,6

Die in den Sachanlagen enthaltenen Betriebs- und Geschäftsausstattungen betragen TEUR 279,3 (Vorjahr: TEUR 2.063,9) und werden ausschließlich für Bankgeschäfte genutzt.

3.7. Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 44.003,7 (Vorjahr: TEUR 28.020,7) bestehen im Wesentlichen aus Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 31.384,9 (Vorjahr: TEUR 10.240,2), sonstigen Forderungen aus dem Hypothekengeschäft in Höhe von TEUR 6.872,7 (Vorjahr: TEUR 13.843,5) und Forderungen aus den Kooperationen in Höhe von TEUR 3.998,5 (Vorjahr: TEUR 2.658,2).

3.8. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 427,2 (Vorjahr: TEUR 2.027,8) resultiert im Wesentlichen aus Vorauszahlungsrechnungen.

3.9. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von TEUR 7.470.463,3 (Vorjahr: TEUR 6.372.317,5) bestehen aus täglich fälligen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 7.340.463,3 (Vorjahr: TEUR 6.072.317,5) und aus Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit in Höhe von TEUR 130.000,0 (Vorjahr: TEUR 300.000,0).

3.10. Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 39.488,5 (Vorjahr. TEUR 9.981,7) resultieren im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 34.318,9 (Vorjahr. TEUR 4.553,6) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4.278,2 (Vorjahr: TEUR 4.769,2).

3.11. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

In den passiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 6.726,5 (Vorjahr: TEUR 3.536,2) werden erhaltene Gebühren aus Premiumprodukten von Kunden ausgewiesen, die über die Laufzeit aufgelöst werden.

3.12. Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen in Höhe von TEUR 17.030,7 (Vorjahr: TEUR 8.131,6) resultieren im Wesentlichen aus Rückstellungen für ein Ordnungswidrigkeitsverfahren in Höhe von TEUR 10.000,0 (Vorjahr: TEUR 0), Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von TEUR 1.296,2 (Vorjahr: TEUR 1.703,9), Rückstellungen für erwartete Rechnungen in Höhe von TEUR 1.986,7 (Vorjahr: TEUR 3.536,2), und aus Rückstellungen für außerbilanzielle Engagements in Höhe von TEUR 1.609,1 (Vorjahr: TEUR 0)

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat uns im November 2022 über die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahren informiert. Eine Anhörung der N26 Bank AG ist bislang nicht erfolgt. Hinsichtlich einer möglichen Bußgeldzahlung liegen uns keine Hinweise seitens der Behörde vor.

Auf Basis des jetzigen Sachstands spricht eine überwiegende Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich eine Inanspruchnahme im Rahmen des derzeit geführten Bußgeldverfahrens nicht vermeiden lassen wird. Die Höhe einer möglichen Inanspruchnahme ist nach dem jetzigen Stand des Verfahrens hinreichend unsicher. Bereits Mitte 2022 haben wir wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der GWG-Compliance eingeleitet. Unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens des GWG sowie den Vorschriften OWiG wurde eine Rückstellung in Höhe von TEUR 10.000,0 (Vorjahr: TEUR 0) gebildet.

3.13. Fristengliederung

Für die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und Verbindlichkeiten ohne anteilige Zinsen oder Agios und vor Risikovorsorge gelten folgende Restlaufzeiten:

In TEUR bis 3 Monate 3 Monate bis 1 Jahr 1 Jahr bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Forderungen an Kreditinstitute 542.094,7 98.403,1 673.790,1 280.000,0
Forderungen an Kunden -Kommunalkredite 12.000,0 71.399,5 417.533,0 1.295.300,3
Forderungen an Kunden - grundpfandrechtlich gesichert 0,0 0,0 3.800,0 581.764,2
Forderungen an Kunden 9.271,8 56.185,0 56.696,4 274,1
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit 0,0 130.000,0 0,0 0,0
563.366,5 355.987,6 1.151.819,5 2.157.338,6

In den Forderungen an Kunden sind Forderungen mit unbestimmter Laufzeit in Höhe von TEUR 113.410,6 aus Dispositionskrediten (Vorjahr: TEUR 101.090,0) enthalten.

3.14. Eigenkapital

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Eigenkapitals im Geschäftsjahr 2022.

in TEUR 01.01.2022 Verlustverteilung Korrektur Umrechnungsdifferenz Kapitalerhöhung 31.12.2022
Grundkapital 26,0 - - 94,0 120,0
Einlagen atypisch stille Gesellschaft 437.130,0 - - 437.130,0
Verlustvortrag atypische stille Gesellschaft -134.079,6 -65,1 14,3 - -134.130,4
Gezeichnetes Kapital 303.076,4 -65,1 14,3 94,0 303.119,6
Kapitalrücklage 124.860,0 - - 124.860,0
Verlustvortrag 0,0 - - - 0,0
Gesamt 427.936,4 -65,1 14,3 94,0 427.979,6

Im Geschäftsjahr erhöhte sich das Grundkapital um TEUR 94,0. Die Verlustverteilung für das Geschäftsjahr betrug TEUR 50,8. Nach IDW RS HFA 6 wurde eine Korrektur in Laufender Rechnung einer 2021 im Eigenkapital berücksichtigten Umrechnungsdifferenz auf Fremdwährung in Höhe von TEUR 14,1 vorgenommen. Das Eigenkapital beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 427.979,6 (Vorjahr: TEUR 427.936,4).

Das Grundkapital in Höhe von TEUR 120 besteht aus 120.000 Namensaktien im rechnerischen Wert von EUR 1 je Aktie. Die zusätzlichen Aktien wurden im Zuge der Umwandlung der Gesellschaft von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung in eine Aktiengesellschaft ausgegeben.

Zum 31. Dezember 2022 besteht kein genehmigtes Kapital. Die N26 AG ist alleinige Gesellschafterin der N26 Bank AG und hält 100% der Anteile der Gesellschaft.

3.15. Andere Verpflichtungen

Die unwiderruflichen Kreditzusagen in Höhe von TEUR 14.982,8 (Vorjahr: TEUR 38.579,7) resultieren aus Verpflichtungen im Zusammenhang mit unserer Treasury-Tätigkeit. Das Risiko der Inanspruchnahme wird als moderat eingeschätzt.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1. Zinsergebnis

Die Zinserträge in Höhe von TEUR 64.408,9 (Vorjahr: TEUR 31.019,6) resultieren im Wesentlichen aus dem Treasury-Geschäft in Höhe von TEUR 52.623,7 (Vorjahr: TEUR 27.012,1) und Zinsen auf das Retail-Kreditgeschäft in Höhe von TEUR 12.988,4 (Vorjahr: TEUR 7.924,6). Negative Zinsen auf das Guthaben bei der Deutschen Bundesbank und bei der Betriebsbank werden in Höhe von TEUR 1.512,8 (Vorjahr: TEUR 3.739,0) im Zinsergebnis ausgewiesen. Der Zinsaufwand in Höhe von TEUR 367,6 (Vorjahr: TEUR 0,0) betrifft den Zinsaufwand für kurzfristige Darlehen bei der Deutschen Bundesbank.

4.2. Provisionsergebnis

Die Provisionserträge in Höhe von TEUR 165.377,1 (Vorjahr: TEUR 141.315,8) sowie die Provisionsaufwendungen in Höhe von TEUR 42.558,1 (Vorjahr: TEUR 43.474,4) resultieren insbesondere aus dem Premiumkontengeschäft sowie Gebühren aus Konto- und ZahlungsverkehrsdienstLeistungen und führen zu einem Provisionsergebnis in Höhe von TEUR 122.819,0 (Vorjahr: TEUR 97.841,4).

4.3. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 6.467,9 (Vorjahr: TEUR 15.557,3) resultieren im Wesentlichen aus Umsatzbeteiligung in Höhe von TEUR 1.519,7 (Vorjahr: TEUR 1.420,1), Erträgen aus dem Transferpricing Vertrag mit verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 625,6 (Vorjahr: TEUR 11.116,1), Entschädigungszahlungen nach dem Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz in Höhe von TEUR 653,2 (Vorjahr: TEUR 1.395,4) sowie Bonuszahlungen von Kooperationspartnern in Höhe von TEUR 1.022,7 (Vorjahr: TEUR 641,0). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 9,9 (TEUR 4,7) enthalten.

4.4. Erträge nach geographischen Märkten

Der Gesamtbetrag der Zinserträge und Provisionserträge verteilt sich gemäß § 34 RechKredV auf nachfolgende Regionen.

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Deutschland 222.391,4 177.687,4
Europäische Union 16.090,9 11.188,6

4.5. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen in Höhe von TEUR 153.164,8 (Vorjahr: TEUR 123.568,0) resultieren im Wesentlichen aus anderen Verwaltungsaufwendungen Höhe von TEUR 140.418,3 (Vorjahr: TEUR 116.309,5) und aus Personalaufwendung in Höhe von TEUR 12.746,5 (Vorjahr: TEUR 7.258,6). Die anderen Verwaltungsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus Auslagerungsvereinbarungen mit der N26 AG und der N26 Operations GmbH in Höhe von TEUR 107.574,2 (Vorjahr: TEUR 89.899,1) sowie aus Fremdleistungen in Höhe von TEUR 14.661,7 (Vorjahr: TEUR 10.756,6).

4.6. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 11.892,6 (Vorjahr: TEUR 3.565,4) resultieren im Wesentlichen aus Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 11.052,7 (Vorjahr: TEUR 2.490,1). Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 27,9 (Vorjahr: TEUR 51,9) ausgewiesen.

4.7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft in Höhe von TEUR 28.682,6 (Vorjahr: TEUR 15.674,1) resultieren im Wesentlichen aus Abschreibungen auf Kreditforderungen gegenüber N26 Kunden in Höhe von TEUR 27.931,1 (Vorjahr: TEUR 25.237,7). Wertberichtigungen auf Wertpapiere der Liquiditätsreserve beliefen sich auf TEUR 0,0 (Vorjahr: TEUR 203,4).

4.8. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbunden Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere

Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und Wertpapieren des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 54,8 (Vorjahr: TEUR 566,0) entfallen wie im Vorjahr vollständig auf Veräußerungserlöse von wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren.

5. Ergänzende Angaben

5.1. Konzernabschluss

Die N26 Bank AG ist von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit. Das oberste Konzernunternehmen (größter und kleinster Konsolidierungskreis) ist die N26 AG mit Sitz in Berlin. Die Offenlegung des Konzernabschlusses erfolgt im Bundesanzeiger.

5.2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen bei der N26 Bank AG im Wesentlichen aus der langfristig geschlossenen Auslagerungsvereinbarung mit der N26 AG, der N26 Operations GmbH und der N26 Product & Tech GmbH, diese betragen basierend auf der Unternehmensplanung über die verbleibende Laufzeit der Auslagerungsvereinbarungen voraussichtlich TEUR 197.714,3 (Vorjahr: TEUR 415.893,9). Darüber hinaus bestehen Investitionszusagen aus dem Treasurygeschäft in Höhe von TEUR 9.228,0 (Vorjahr: TEUR 0).

5.3. Anteile an verbundenen Unternehmen

Die folgende Tabelle zeigt die Liste der Anteile an verbundenen Unternehmen:

Name und Sitz Höhe des Anteils am Kapital (%) Anteile in TEUR Ergebnis des Geschäftsjahres in TEUR
N26 B.V., Amsterdam 100% 2.225,0 -964,30
N26 Operations GmbH, Berlin 100% 775,0 0,0 *
N26 DutchCo B N.V., Amsterdam 100% 45,0 0,0

nach Ergebnisabführungsvertrag mit der N26 AG

Das Geschäftsjahr der Gesellschaften entspricht dem Kalenderjahr. Der Bilanzstichtag ist der 31.12.2022.

5.4. Als Sicherheit übertragene Vermögensgegenstände

Im Rahmen des "CoLateral Management Access Portal" (CAP)-Prozesses "Mobilization and Administration of Credit Claims" (MACCs) hat die N26 Bank AG finanzielle Vermögensgegenstände als Sicherheiten bei der Deutschen Bundesbank sowie bei Korrespondenzbanken gestellt. Die folgende Übersicht zeigt den Nominalwert der gestellten Sicherheiten ohne anteilige Zinsen und die Bilanzposten, in denen sie ausgewiesen werden:

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen an Kreditinstitute 2.500,0 2.500,0
Forderungen an Kunden 45.000,0 90.000,0
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 554.580,0 46.600,0
Gesamt 602.080,0 139.100,0

5.5. Vermögensgegenstände und Schulden in Fremdwährung

Zum 31. Dezember 2022 beträgt der Gesamtbetrag der Vermögensgegenstände in Fremdwährung TEUR 26,8 (Vorjahr: TEUR 44,9) und der Gesamtbetrag der Schulden in Fremdwährung beträgt TEUR 163,6 (Vorjahr: TEUR 53,1).

5.6. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl der N26 Bank AG in den zurückliegenden vier Quartalen des Geschäftsjahres 2022 betrug 111 Mitarbeiter (Vorjahr: 75). Zum Ende des Geschäftsjahres waren vier (Vorjahr: zwei) Mitarbeiter in Teilzeit und 123 (Vorjahr: 73) Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt. Die N26 Bank AG zeichnet sich durch Internationalität aus. Die Mitarbeiter stammen aus insgesamt 14 Ländern: 116 Mitarbeiter stammen aus verschiedenen europäischen Ländern und 19 Mitarbeiter stammen aus Ländern in Südamerika, Nordamerika, Afrika und Asien.

5.7. Kredite an Organmitglieder

Zum Abschlussstichtag bestehen Organkredite in Form von Dispositionskrediten zu einem nominalen Zinssatz in Höhe von 8,9% p.a. über dem jeweils anwendbaren Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte der Europäischen Zentralbank., und zwar in zugesagter Höhe von je bis zu TEUR 10,0 an die Vorstände der Bank sowie an die Mitglieder des Aufsichtsrats und ein Ratendarlehen an einen Prokuristen mit einem Anfangsbetrag von weniger als TEUR 0,5 mit nominalem Zinssatz von 7,24 % p.a.. Alle Kreditkonditionen sind fremdüblich und entsprechen standardisierten N26 Kreditprodukten für Privatkunden.

5.8. Abschlussprüferhonorar

Die Angabe zum Abschlussprüferhonorar erfolgt im Konzernabschluss der N26 AG. Im Geschäftsjahr erfolgten neben Abschlussprüfungsleistungen andere Bestätigungsleistungen im Rahmen des MACC's Verfahrens der Deutschen Bundesbank sowie prüferische Begleitungen bei der Umsetzung aufsichtsrechtlicher Maßnahmen.

5.9. Umwandlung von der GmbH in die AG

Am 11. November 2022 wurde die N26 Bank von einer GmbH in eine AG umgewandelt. Die Umwandlung wurde von der Hauptversammlung am 14. Oktober 2022 genehmigt und am 11. November 2022 bei den zuständigen Behörden eingetragen.

Die Umwandlung der Gesellschaft in die Rechtsform einer Aktiengesellschaft erfolgte durch Formwechsel nach Maßgabe des UmwG, insbesondere §§ 190 ff., 226 ff., 238 ff. UmwG. Der Name der Aktiengesellschaft lautet N26 Bank AG.

Die Umwandlung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Die Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten der GmbH gingen zum Zeitpunkt der Umwandlung zu Buchwerten auf die AG über. Das Eigenkapital der GmbH wurde in Eigenkapital der AG umgewandelt, wobei die Gesellschafter der GmbH Aktionäre der AG wurden.

5.10. Vorstand

Herr Maximilian Tayenthal

Beruf: Kaufmann

Vorstandsvorsitzender (Finanzen, Controlling, Business Development & Produkte)

Herr Thomas Grosse (bis 1. März 2023)

Beruf: Kaufmann, Chief Risk Officer

Chief Risk Officer

Herr Jan Stechele (seit dem 29, März 2023)

Beruf: Kaufmann

Chief Risk Officer

Auf die Angabe der Bezüge für das Geschäftsjahr 2022 wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

5.11. Beirat

Die N26 Bank AG hatte bis zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft einen Beirat mit Aufsichtsfunktion. Der Beirat war bis zum 14. Oktober 2022 tätig und bestand aus folgenden Mitgliedern:

Dr. Jan Böhm, Direktor Public Affairs und Unternehmensentwicklung, N26 AG, Vorsitzender des Beirats (bis 15. August 2022);

Valentin Stalf, Vorstand N26 AG, Vorsitzender des Beirats (seit dem 16. August 2022)

Marcus Mosen, Geschäftsführer, Mosen Advisory & Invest GmbH, stellvertretender Vorsitzender des Beirats;

Dr. Jan Kemper, Professor an der RWTH Aachen University (bis 1. April 2022)

Dr. Robert Kilian, Rechtsanwalt;

5.12. Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat wurde am 14. Oktober 2022 gebildet und besteht aus folgenden Mitgliedern:

Marcus Mosen, Geschäftsführer, Mosen Advisory & Invest GmbH, Vorsitzender (seit 14.10.2022);

Dr. Robert Kilian, Rechtsanwalt (seit 14.10.2022), stellvertretender Vorsitzender;

Valentin Stalf, Vorstandsvorsitzender der N26 AG, (seit 14. Oktober 2022 bis 5. Januar 2023);

Deborah Carson-Burkart, Rechtsanwältin, (seit 5. Januar 2023).

Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im Jahr 2022 auf TEUR 13,8 (Vorjahr: TEUR 0,0). Darüber hinaus übernimmt die N26 Bank AG die Reisekosten der Aufsichtsratsmitglieder.

 

Berlin, 23. Mai 2023

N26 Bank AG

Der Vorstand

Maximilian Tayenthal

Jan Stechele

Lagebericht 2022

N26 Bank AG

Voltairestrasse 8

10179 Berlin

www.n26.com

Registergericht Amtsgericht Charlottenburg

Handelsregister-Nummer: HRB 247466 B

Inhalt

1. Grundlagen der N26 Bank AG

2. Produkte und Dienstleistungen

3. Ziele und Strategien

4. Wirtschaftsbericht

5. Geschäftsverlauf

6. Ertragslage

7. Vermögenslage

8. Finanzlage

9. Risikobericht

10. Chancen- und Prognosebericht

1. Grundlagen der N26 Bank AG

1.1. Organisatorische Aufbau

Die N26 Bank AG (N26 Bank) mit Sitz in Berlin ist eine Aktiengesellschaft innerhalb der N26 Konzern, deren Anteil vollständig von der N26 AG gehalten werden. Zwischen der N26 Bank AG und der N26 AG besteht ein Beherrschungsvertrag. Die N26 Bank wurde vormals als eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet und am 11. November 2022 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Mit einem Team von 127 Mitarbeitern zum Jahresende aus mehr als 25 Nationalitäten an 4 Standorten in ganz Europa hat die N26 Bank den Anspruch, die erste mobile Bank zu sein, die die Welt gerne nutzt. Im Jahr 2022 stärkte die N26 Bank ihre Marktpositionierung in ihren 24 europäischen Märkten weiter, indem sie ein Krypto Produkt in Österreich und eine Instant-Peer-To-Peer mobile Zahlungslösung Bizum in Spanien einführte.

Zum 31. Dezember 2022 setzt sich der Vorstand der N26 Bank AG aus zwei Mitgliedern zusammen. Die Aufsichtsfunktion wurde bis zum 14. Oktober 2022 durch den aus fünf Mitgliedern bestehenden Beirat wahrgenommen. Mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft wurde ein Aufsichtsrat gebildet, der aus drei Mitgliedern besteht. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Marcus Mosen.

Die Ressorts zwischen der Geschäftsleitung sind zum 31.Dezember 2022 wie folgt aufgeteilt:

Maximilian Tayenthal

(Sprecher des Vorstands, CEO)

Product

Tech

Growth

People

Operations

Finance

Legal

Internal Audit

Treasury

Thomas Grosse

(CRO) 1

Risk Management

Program and Outsourcing Management

Compliance & Licensing

MLRO and Fraud Prevention

CISO

Anti Financial Crime (seit Oktober 2022)

1.2. Geschäftstätigkeit

Die N26 Bank verfügt über die Lizenz zum Betreiben von Bankgeschäften gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Kreditwesengesetz (Einlagengeschäft) und § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 Kreditwesengesetz (Kreditgeschäft) sowie für das Erbringen von Finanzdienstleistungen gemäß § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1 Kreditwesengesetz (Anlagevermittlung) und § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 2 Kreditwesengesetz (Abschlussvermittlung) und das Eigengeschäft im Sinne von § 32 Abs. 1a Satz 1 Kreditwesengesetz.

Kern des Geschäftsmodells ist die Erbringung von Bankdienstleistungen beziehungsweise die Vermittlung von Finanzdienstleistungen für gewonnene Neu- sowie Bestandskunden der N26 Bank.

1 Bis 1. März 2023

Die N26 Bank ist Mitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB).

1.3. Standorte

Der Geschäftssitz der N26 Bank ist Berlin. Zum 31. Dezember 2022 wurden Dienstleistungen der N26 Bank in 24 europäischen Märkten via EU-Passporting angeboten. Zum Bilanzstichtag bestanden Niederlassungen in Madrid (Spanien), Mailand (Italien) und Paris (Frankreich).

2. Produkte und Dienstleistungen

2.1. Produkteinführungen

Im Geschäftsjahr 2022 wurde das Produktangebot durch neue Funktionen und Produkte in den europäischen Märkten weiter ausgebaut.

Um die Abwicklung von Bankgeschäften für die spanischen Kunden mit einer spanischen IBAN zu vereinfachen, hat N26 eine Integration mit Bizum S.L. eingeführt, die das N26-Bankkonto mit der Telefonnummer des Kunden verbindet, und Geld sofort zwischen Kunden verschiedener spanischer Banken unter Nutzung der Telefonnummer gesendet und empfangen werden kann. Darüber hinaus reicht N26 nun auch in Spanien transaktionsbasierte Ratenkredite aus.

Damit die Kunden der N26 ihre Finanzen proaktiv verwalten können, hat N26 unter anderem den Einkommensverteiler eingeführt, durch den die Einnahmen eines Kunden automatisch regelbasiert den verschiedenen Unterkonten des Kunden, den sogenannten "Spaces", zugeordnet werden. Darüber hinaus hat N26 das Produktangebot der Spaces erweitert, in dem Karten und IBANs einem Space zugeordnet werden können, sowie Transaktionsübersichten für Spaces eingeführt wurden, die es den Kunden erleichtern sollen, ihre finanziellen Ziele schneller zu erreichen und ihr Ausgabeverhalten besser zu verstehen. Zudem hat N26 auch eine Funktion "Geplante Zahlungen" eingeführt, die den Kunden einen Überblick über ihre bevorstehenden Geldabflüsse gibt.

2.2. Übergeordnete Produktstrategie

Das Produktangebot von N26 folgt der Entwicklung der finanziellen Bedürfnisse der Kunden . Dabei geht N26 davon aus, dass Kunden ein Produktangebot fordern, das alltägliche bargeldlose Zahlungen und Transaktionen zu geringen Kosten ermöglicht. Mit Beginn des Studiums, des Berufs oder der Familie steigt nach Einschätzung der N26 der finanzielle Bedarf der Kunden, z. B. für ein Auto oder eine Wohnung. Bei anderen besteht das Bedürfnis nach nachhaltiger finanzieller Absicherung oder Vermögensbildung.

Aus der Positionierung entlang der Kundenbedürfnisse Leben, Konsumieren, Absichern, Vermehren Leiten sich die Geschäftsfelder der N26 Bank ab. Im Mittelpunkt des Angebotes, sozusagen als Fundament des Produktportfolios, stehen die Produkte rund um das Konto und die Karte. Darauf bauen sukzessive die weiteren Geschäftsfelder Finanzieren, Anlegen und Absichern auf. Die N26 Bank arbeitet unter anderem mit Kooperationspartnern zusammen und erweitert damit ihr Produktangebot.

2.3. Zahlungsverkehrsdienstleistungen

Aus Sicht der N26 Bank bilden die angebotenen Konten, Karten und Zahlungsverkehrsdienstleistungen das strategische Fundament der Produktpalette. Wir glauben, dass das digitale Haushaltsbuch, die neu eingeführten Features wie der Einkommensverteiler und die Übersicht über die anstehenden Zahlungen gepaart mit individuellen Statistiken und Analysen die Nutzer dazu motivieren, ihre Einnahmen und Ausgaben über das N26 Bankkonto zu führen und es aufgrund seiner einfachen Verwendung häufiger zu nutzen. Darüber hinaus helfen (gemeinsame) Unterkonten (Spaces und Shared Spaces) dem Kunden, einen strukturierten Überblick über seine verfügbaren finanziellen Ressourcen zu haben und verschiedene Transaktionen Unterkonten zuzuordnen, was es den Kunden erleichtert, ihre finanziellen Ziele zu erreichen.

2.4. Finanzieren

Das Geschäftsfeld Finanzierung umfasst die Produkte Dispositionskredit, transaktionsbasierter Konsumentenkredit sowie Konsumentenkredit in verschiedenen Ausprägungsarten. Die Konsumentenkredite werden sowohl auf die eigenen Bücher genommen als auch an Kooperationspartner vermittelt.

2.5. Absichern

Im Geschäftsfeld Absichern werden diverse Versicherungsservices angeboten. Hierzu zählen zum Beispiel Versicherungsleistungen im Rahmen der N26 You und N26 Metal Mitgliedschaft sowie eigenständige Versicherungsprodukte, die bei Bedarf innerhalb der App erworben werden können, wobei die N26 Bank als Vermittler fungiert.

2.6. Anlegen

In 2022 hat N26 zusammen mit einem Kooperationspartner ein Krypto Produkt in Österreich eingeführt, über das die Kunden Kryptowährungen handeln können. Damit legt N26 den Grundstein für den weiteren Ausbau dieses Produkts in verschiedenen Märkten in der Zukunft.

3. Ziele und Strategien

Der Vorstand der N26 Bank hat die Unternehmensstrategie in einem Strategiepapier dargelegt. Die darin dargelegte Geschäftsstrategie bildet das strategische Rahmenwerk für die Geschäftstätigkeit der Bank. Aus der Analyse der Branche, der Kunden, der Wettbewerber und des Marktpotenzials wurde die folgende strategische Positionierung der N26 Bank abgeleitet:

Die N26 Bank positioniert sich als digitale Bank in Deutschland und Europa. Die Ausgestaltung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen liegt primär auf mobilen Endgeräten (sogenannter "Mobile First" Ansatz).

Die N26 Bank fokussiert sich auf die Bedürfnisse digital-affiner Privatkunden. Zur Zielgruppe gehören all jene Kunden, die über ein internetfähiges Mobiltelefon verfügen und Bankgeschäfte bevorzugt über das Mobiltelefon abwickeln möchten.

Das Marktpotenzial von Smartphone-affinen Kunden wächst nach Einschätzung der N26 nach in Europa kontinuierlich an und ist mit Hilfe von sozialen Medien bzw. durch Onlinemarketing zielgerichtet und vergleichsweise kostengünstig ansprechbar.

3.1. Steuerungssystem

Basis für die geschäftspolitische Steuerung der N26 Bank bildet der jährliche Strategie- und Planungsprozess. Die Einhaltung der regulatorischen Vorgaben und der Risikotragfähigkeit sowie die vom Vorstand verabschiedete Risikostrategie bilden dabei den strategischen Handlungsrahmen.

Das Steuerungssystem der N26 Bank bildet einen kontinuierlichen Kreislauf aus Planung, Umsetzung, Analyse und Anpassung. Als zentrale Steuerungsinstrumente nutzt der N26 Bank die nach handelsrechtlichen Grundsätzen erstellten Abschlüsse, Geschäfts-/Produktplanungen, Risikoberichte sowie diverse Reports zur Liquiditätssteuerung und zur geschäftlichen Entwicklung in Bezug auf Neukunden, Deckungsbeitrag und Umsätze. Plan-Ist-Vergleiche bilden die Grundlagen für Abweichungsanalysen und die Erarbeitung von Gegensteuerungsmaßnahmen auf Basis der festgestellten Ursachen. Ferner werden die risikogewichtete Kapitalquote, die Leverage Ratio (LR) , die Liquidity Coverage Ratio (LCR) und die Net Stable Funding Ratio (NSFR) in die Steuerung der N26 Bank einbezogen.

3.2. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die N26 Bank steuert nach folgenden finanziellen Leistungsindikatoren:

Zins- und Provisionsüberschuss

Harte Kernkapitalquote: Verhältnis der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel zu den anrechnungspflichtigen risikotragenden Aktiva sowie

Kapital- und Liquiditätsquoten im Allgemeinen,

Leverage Ratio (LR)

Liquidity Coverage Ratio (LCR)

3.3. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Bestandteil der Steuerungsphilosophie der N26 Bank sind auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren:

Kundengewinnung

Erschließung neuer Märkte oder Marktsegmente

Entwicklung neuer Produkte

Die kontinuierliche Steigerung der Kundenzahl in den etablierten Märkten und über den Markteintritt in neue Länder ist ein strategisches Ziel und wird entsprechend überwacht. Als Neukunde wird ein Nutzer definiert, der sämtliche Phasen des Kontoeröffnungsprozesses abgeschlossen hat. Als neue Märkte werden all jene Länder definiert, welche über das EU-Passporting erschlossen werden können. Als neue Produkte werden sowohl neue Bankprodukte also auch neue Features der App definiert.

4. Wirtschaftsbericht

4.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Jahr 2022 trübte sich die Weltwirtschaft ein, da Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine einen externen Schock mit weitreichenden Folgen darstellte. Infolgedessen sind die Preise im Laufe des Jahres 2022 deutlich gestiegen, insbesondere für Energie, was den bereits bestehenden Inflationsdruck erhöhte. Um die Inflation zu bekämpfen, haben die Zentralbanken auf der ganzen Welt die Zinssätze erhöht und damit die Geldmenge reduziert, wodurch sich die finanziellen Bedingungen verschlechtert haben. Infolgedessen hat das Vertrauen der Anleger in die Aktienmärkte abgenommen, was sich insbesondere durch einen über das Jahr stark erhöhten VIX ausdrückte. Die Unsicherheit bleibt derzeit hoch. Energiemärkte und potenzielle Engpässe sowie wichtige geldpolitische Entscheidungen bleiben im Mittelpunkt der zukünftigen makroökonomischen Entwicklung. Das globale BIP-Wachstum hat im Jahr 2022 3,2 % erreicht, etwa halb so viel wie 2021 während der Erholung von der Pandemie, und wird sich 2023 weiter auf 2,6 % verlangsamen, weit unter der vor dem Krieg prognostizierten Wachstumsrate 2.

Deutschlands Wirtschaft ist um 1,8 % im Jahr 2022 gegenüber 2,6 % im Jahr 2021 gewachsen. Die Wirtschaft, die stark von russischen Gasimporten abhängig ist, ist größerer Unsicherheit ausgesetzt und ist weiterhin mit hohen Risiken von Energieknappheit konfrontiert, die die Wirtschaftsleistung beeinträchtigen könnten 3.

4.2. Geldpolitik

Angesichts der Rekord Inflation in der Eurozone, die im Jahr 2022 einen Durchschnitt von 9.2 % 4 (Deutschland: +8,6 %5) erreichte, erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen bis Ende 2022 vier Mal um insgesamt 250 Basispunkte. Mit diesen Entscheidungen wurden der Zinssatz für die Einlagefazilität - derzeit der wichtigste Zinssatz für Geldmarktsätze - auf 2,0 % und die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und die Spitzenrefinanzierungsfazilität auf 2,5 % bzw. 2,75 % angehoben 6. Der EZB-Rat hat angedeutet, dass weitere Zinserhöhungen notwendig sein werden, um die Inflation auf das mittelfristige Ziel von 2 % zu senken'. Die EZB wird den künftigen Leitzins auf der Grundlage der sich entwickelnden Inflations- und Wirtschaftsaussichten festlegen 6.

Laut Monatsbericht der Deutschen Bundesbank zur aktuellen wirtschaftlichen Lage in Deutschland beschloss der EZB-Rat darüber hinaus im Oktober, die Bedingungen der dritten Serie der gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO-III) angesichts des unerwarteten und außerordentlichen Inflationsanstiegs zu ändern 8.

2 OECD Economic Outlook März 2023 Zwischenbericht, (Link)
3 BIP-Prognose der OECD, abgerufen am 19. Dezember 2022 (Link)
4 Eurostat (Link)
5 Statistische Bundesamt (Link)
6 Europäische Zentralbank (2022), Leitzinsen der EZB (Link)
7 Europäische Zentralbank (2022), Geldpolitische Entscheidungen (Link)
8 Bundesbank (2022), Monatsbericht: Geldpolitik und Bankgeschäft - November (Link)

Die Kalibrierung wurde vorgenommen, um die Konsistenz mit dem breiteren geldpolitischen Normalisierungsprozess zu gewährleisten und die Übertragung der Leitzinsen auf die Kreditvergabebedingungen der Banken zu verstärken. Darüber hinaus hat der EZB-Rat die Verzinsung der von Kreditinstituten beim Eurosystem gehaltenen Mindestreserven angepasst und die Verzinsung der Mindestreserven auf den Zinssatz der EZB für die Einlagefazilität festgelegt, um sie stärker an den Geldmarktbedingungen auszurichten 9.

Diese Änderungen haben insbesondere bei Nicht-Finanzinstituten zu höheren kurzfristigen Termineinlagen als täglich fällige Einlagen geführt. Die Deutsche Bundesbank argumentiert, dass diese Umschichtungen aus Rendite-Überlegungen motiviert seien, und weist darauf hin, dass diese Entwicklungen wohl eine Folge der Leitzinserhöhungen im Juli und September seien, wodurch kein Anlass mehr für die Anwendung von Negativzinsen bestehe bis hin zu großen Sichteinlage-Bestände 10.

Da die Verzinsung kurzfristiger Termineinlagen für private Haushalte nicht mehr so attraktiv wurde wie für Unternehmen, waren die beobachteten Verschiebungen im Sektor der privaten Haushalte nicht so stark ausgeprägt10. Die privaten Haushalte häuften per Saldo sowohl täglich fällige Einlagen als auch kurzfristige Spareinlagen an und bauten - erstmals seit Jahren - einen nennenswerten Bestand an kurzfristigen Termineinlagen auf 10.

Auch das Einlageverhalten der Kunden im Euroraum und in Deutschland hat sich durch die Leitzinserhöhungen verändert 10. Die inländischen kurzfristigen Termineinlagen und täglich fälligen Einlagen stiegen, während der Rückgang der langfristigen Bankeinlagen schwächer ausfiel als in vielen vorigen Quartalen 8. Allerdings weist die Deutsche Bundesbank darauf hin, dass Bankkunden liquide Anlageformen angesichts der angespannten Wirtschaftslage und der Ungewissheit über die weiteren Folgen des Krieges gegen die Ukraine bevorzugen 10.

Darüber hinaus hat der EZB-Rat bei seiner letzten Sitzung im Dezember 2022 beschlossen, die geldpolitischen Wertpapierbestände des Eurosystems zu normalisieren 9. Ab Anfang März 2023 werden die Bestände aus dem Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Programme - APP) in einem maßvollen und vorhersehbaren Tempo reduziert, da das Eurosystem die Tilgungsbeträge von Wertpapieren bei Fälligkeit nicht mehr vollumfänglich wieder anlegen wird. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2023 werden die Bestände monatlich im Durchschnitt um 15 Mrd € reduziert. Das Tempo danach wird im Zeitverlauf festgelegt 9.

9 Europäische Zentralbank (2022), Geldpolitische Entscheidungen (Link)
10 Bundesbank (2022), Monatsbericht: Geldpolitik und Bankgeschäft - November (Link)

4.3. Regulatorische Entwicklungen

Im Jahr 2022 lag der Fokus weiterhin auf CRR II und CRD V. Darüber hinaus wurde die neue Zahlungsverkehrsstatistik in Europa eingeführt. Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg wurden auf europäischer und nationaler Ebene mehrere Finanzsanktionen eingeführt. Darüber hinaus hat die BaFin im Rahmen der Umstellung der ESG-Anforderungen eine Konsultation zu den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) gestartet. Mit DORA (Digital Operational Resilience Act) hat der europäische Gesetzgeber eine Richtlinie erlassen, die sich mit Verbesserungen der Cyber-Resilience befasst. Die Umsetzung der EU-Whistleblowing-Richtlinie in nationales Recht steht in Deutschland weiterhin aus. Die N26 Bank verfügt jedoch bereits über eine konforme Lösung.

4.4. Das branchenspezifische Umfeld

Eine straffere Geldpolitik und höhere Leitzinsen wirkten sich positiv auf den Bankensektor aus, da Erträge und Margen stiegen11. Die globale Bankenrentabilität erreichte 2022 ein 14-Jahres-Hoch 11. Das stärkste Wachstum war in der Vermögensverwaltung zu verzeichnen, was in den Jahren 2021-2022 ein Wachstum von 8 % erreichte, weitaus über den 4 % in den Jahren 2019-2021 11. Die größte Trendwende war im alltäglichen Bankgeschäft zu verzeichnen - Girokonten, Einlagen und Zahlungsverkehr -, das in den Jahren 2021-2022 aufgrund hoher Geldmarktzinsen ein Wachstum von 7 % verzeichnete, verglichen mit einem durchschnittlichen jährlichen Rückgang von 4 % in den Jahren 2019-2021 11.

Trotz der positiven Auswirkungen der makroökonomischen Veränderungen auf den Bankensektor bleibt die globale Marktkapitalisierung von Banken verhalten 11. Die gesamte globale Marktkapitalisierung erreichte 2021 mit 16 Billionen US-Dollar ihren Höhepunkt und fiel bis Mai 2022 auf 14,5 Billionen US-Dollar zurück 11. Die Hälfte dieser Bewertung wird von traditionellen Bankinstituten repräsentiert, während Spezialinstitute und Fintechs die andere Hälfte ausmachen - gegenüber einem Anteil von 30 % vor fünf Jahren 11.

Die Bewertungslücke zwischen traditionellen Banken und Fintechs bleibt groß, auch wenn der Abschwung von Krypto und Buy-Now-Pay-Later (BNPL) im Jahr 2022 die Bewertung der Fintechs von ihren Höchstständen fallen Ließ und der Zugang zu Finanzierungen schwieriger wurde 11. Die makroökonomischen Veränderungen wirkten sich anders auf Fintechs als auf Banken aus, da Fintechs in der Regel noch nicht profitabel sind, daher empfindlicher auf Kostenschocks reagieren und stärker auf externe Finanzierung angewiesen sind 11. Infolgedessen werden Fintechs im aktuellen Umfeld ermutigt, die Unternehmen auf Rentabilität auszurichten, weniger auf Wachstum. Darüber hinaus haben niedrigere Bewertungen M&A-Aktivitäten in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 gefördert, was es etablierten Banken ermöglicht, Fintechs zu erwerben 12.

Dennoch haben Fintechs im Jahr 2022 für Kunden und die Wirtschaft Europas weiter an Relevanz gewonnen 13.

11 McKinsey (2022), Global Annual Banking Review 2022, Dezember
12 Goldman Sachs (2022), Anpassung an Fintech 2.0, September
13 McKinsey (2022), Europe's Fintech Opportunity, Dezember

Tatsächlich gehört in jeder der sieben größten europäischen Volkswirtschaften nach BIP - Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich - mindestens ein Fintech heute zu den fünf führenden Finanzdienstleistungsinstituten, gemessen am Marktwert 14. Im Juni 2022 repräsentierten Fintechs in Europa aus Wertschöpfungsperspektive eine Gesamtbewertung von fast 430 Mrd. EUR. Das ist mehr als die kombinierte Marktkapitalisierung der sieben größten börsennotierten Banken Europas zum 30. Juni 2022 14.

Innerhalb des Fintech-Sektors setzte Neobanking seine positive Entwicklung weltweit und in Deutschland im Jahr 2022 fort, nachdem die COVID-19-Pandemie die Verlagerung hin zu einer stärkeren Nutzung von Online-Diensten beschleunigt hatte 15. Es wird prognostiziert, dass die Benutzerakzeptanz in diesem Jahr weiter gestiegen ist. Weltweit wird eine Durchdringungsrate von 3,0 % und in Deutschland von 2,5 % erwartet, was 2,55 Millionen Nutzern entspricht 15. Dies steht im Vergleich zu 2,04 Millionen Nutzern ein Jahr zuvor bei einer Durchdringungsrate von 1,9 % im Jahr 2021 15. Die Auswirkungen der zunehmenden Akzeptanz der Neobanken zeigen sich auch im Anstieg des Transaktionsvolumen der Neobankenkunden 15. Weltweit soll das Transaktionsvolumen um 40 % auf 2.910,1 Mrd. EUR gestiegen sein und in Deutschland 58,8 Mrd. EUR erreichen, gegenüber 42,3 Mrd. EUR im Jahr 2021 15.

Infolge der gestiegenen Zinsen fingen Anfang des Jahres 2023 zunehmend Banken im Privatkundengeschäft an, positive Zinsen auf Kundeneinlagen zu zahlen. Nicht nur Banken, wie die ING oder die DKB, die bereits etablierte Marktteilnehmer sind, unterbreiten ihren Bestands- oder Neukunden ein solches Angebot, sondern auch neuere Marktteilnehmer, die dem Fintech-Umfeld zugehörig sind.. Es ist daraus zu schließen, dass die Zinswende von unterschiedlichen Marktteilnehmern genutzt wird, um entweder Kunden zu binden oder Neukunden zu gewinnen.

14 McKinsey (2022) Europe's Fintech Opportunity. Dezember
15 Statista (2022), FinTech - Detaillierte Markteinblicke und Datenanalyse, November

5. Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2022 der N26 Bank war von Veränderungen geprägt. Nicht nur in der geopolitischen Landschaft, sondern auch auf den Finanzmärkten, in der Geldpolitik der Zentralbanken und auch im Ausgabeverhalten der Kunden haben sich Veränderungen ergeben, die sich auf die N26 Bank ausgewirkt haben.

Auf Unternehmensebene war das Geschäftsjahr 2022 der N26 Bank von weiteren Produkteinführungen geprägt, von denen viele dazu dienten, Kunden die Nutzung von N26 als Hauptbank zu erleichtern, wie z. B. Bizum, die spanische Person-zu-Person Sofortüberweisung. Die N26 Bank hat zusammen mit einem Kooperationspartner ein Krypto-Handelsprodukt in Österreich eingeführt, während die Plattform weiter ausgebaut wird, um den Kunden ein ganzheitliches Banking-Erlebnis zu bieten.

Darüber hinaus baute die N26 Bank ihren Kundenstamm weiter aus. Die ertragsrelevanten Kunden stiegen von 3,7 Millionen im Vorjahr auf 4,0 Millionen zum Ende des Geschäftsjahres 2022. Das Kundenwachstum wurde durch die Ende 2021 ergangene Anordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) begrenzt. In diesem Zusammenhang hat die N26 Bank erhebliche Fortschritte bei der Verbesserung seiner internen Kontrollen, Prozesse und Systeme erzielt, um die Feststellungen zu beheben, die zu der Anordnung der BaFin geführt haben.

Aufgrund neuer Kunden, die sich für N26 entschieden haben und wegen steigender Einlagen bestehender Kunden, wuchsen Kundeneinlagen zum Jahresende 2022 um 1,1 Mrd. EUR auf 7,5 Mrd. EUR. Das Einlagenwachstum ermöglichte es, die, Treasury-Aktivitäten weiter zu steigern, die zusätzlich von den schnellen Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 von -0,5 % auf 2,0 % zum Jahresende profitieren. Damit einher ging allerdings auch ein Anstieg der zinsinduzierten Stillen Lasten im Bestandsportfolio der Wertpapiere, welcher jedoch vollständig im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Zinsbuchs nach IDW RS BFA3 abgedeckt ist.

Höhere Treasury-Einnahmen trugen zum starken Anstieg des Zinsergebnisses bei. Außerdem war N26 in der Lage, zunehmend von den verschiedenen Premium-Produkten zu profitieren, da sich mehr Kunden für ein kostenpflichtiges Angebot haben entscheiden als im Vorjahr. Durch die steigenden Kundenzahlen und durch den starken Anstieg der Inflation, wuchs das gesamte von N26 verarbeitete Transaktionsvolumen über 22 % auf 97,9 Mrd. EUR in 2022.

Wir haben außerdem höhere Umsatz-Wiederholungsraten bei den Kunden Kohorten der vergangenen Jahre beobachtet, da bestehende Kunden ihre Nutzung von N26 weiter ausbauen.

Vor dem Hintergrund der makroökonomischen Unsicherheiten, ist der Geschäftsverlauf in 2022 aus Sicht der Geschäftsleitung als zufriedenstellend und im Rahmen der Erwartungen einzustufen.

Aufgrund des stetigen Kundenwachstums im Rahmen der Unternehmensplanung und der anhaltend hohen Investitionen in neue Produkte ergibt sich nach wie vor eine durch Wachstumsverluste geprägte Ertragslage.

Sowohl beim Zinsergebnis als auch beim Provisionsergebnis erzielte die N26 Bank wie erwartet ein deutliches Wachstum auf insgesamt TEUR 186.860,3 (Vorjahr: TEUR 128.861,0).

Insgesamt lag das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge im Jahr 2022 bei TEUR 0,7 (Vorjahr: TEUR -134,7).

6. Ertragslage

Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember
in TEUR 2022 2021 Veränderung
Zins- und Provisionsüberschuss 186.860,3 128.861,0 57.999,3
Zinsüberschuss 64.041,3 31.019,6 33.021,7
Provisionsüberschuss 122.819,0 97.841,4 24.977,6
Verwaltungsaufwand -153.164,8 -123.568,0 -29.596,8
Personalaufwendungen -12.746,5 -7.258,6 -5.487,9
Andere Verwaltungsaufwendungen -140.418,3 -116.309,5 -24.108,8
Abschreibungen auf Sachanlagen -1.815,9 -2.728,7 912,8
Sonstiger ordentlicher Aufwand/Ertrag -3.251,1 12.409,1 -15.660,2
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge 28.628,5 14.973,4 13.655,1
Bewertungsergebnis des Kreditgeschäfts -28.682,6 -15.674,1 -13.008,5
Bewertungsergebnis Wertpapiere 54,8 566,0 -511,2
Risikovorsorge -28.627,8 -15.108,1 -13.519,7
Betriebsergebnis nach Risikovorsorge 0,7 -134,7 135,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -65,8 -85,1 19,3
Erträge aus Verlustübernahme 65,1 219,8 -154,7
Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag 0,0 0,0 0,0
Cost-Income-Ratio * 0,8 1,0
Revenue-Ratio ** 0,8 0,7

Verwaltungsaufwand zu Zins- und Provisionsüberschuss
** Provisionsaufwand zu Zins- und Provisionsüberschuss

Das Geschäftsjahr des N26 Bank war durch die Erweiterung des Produktangebots, die Optimierung bankbetrieblicher Prozesse sowie das sich gegen Ende ändernde Zinsumfeld 2022 geprägt.

Aufgrund der neuen Produktangebote und der Ausweitung der Treasury-Aktivitäten konnten im Geschäftsjahr 2022 sowohl beim Zins- und Provisionsüberschuss deutliches Wachstum erzielt werden. Die gestiegenen Verwaltungskosten spiegeln die Betriebskosten für den teilweise ausgelagerten Bankbetrieb sowie Kosten für weitere Investitionen zur Verbesserung der Prozesse in verschiedenen Bereichen des Unternehmens wider. Der Rückgang des Bewertungsergebnisses aus dem Kreditgeschäft erklärt sich im Wesentlichen mit den im Vergleich zum Vorjahr eingestellten Verkäufen von Wertpapieren der Liquiditätsreserve.

6.1. Zinsüberschuss durch Kreditgeschäft und Treasury geprägt

Im ersten Halbjahr 2022 wurde erwartungsgemäß die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank fortgesetzt, wonach gegen Ende des Jahres 2022 die rasante Anhebung der Zinsen folgte. Durch diese Veränderungen und die Ausweitung der Treasuryaktivitäten im Geschäftsjahr 2022 erzielte die N26 Bank mit TEUR 64.041,3 (Vorjahr: TEUR 31.019,6) einen doppelt so hohen Zinsüberschuss wie 2021. Die Zinserträge beliefen sich auf TEUR 64.408,9, und entfallen mit TEUR 12.988,4 auf das Retail-Kreditgeschäft (Vorjahr: TEUR 7.924,6), mit TEUR 52.228,4 auf das Treasury-Geschäft (Vorjahr: TEUR 27.009,4), sowie mit TEUR 704,9 (Vorjahr: TEUR 0,0) auf Zinserträge aus Guthaben bei der Deutsche Bundesbank. Negativzinsen haben die Zinserträge mit TEUR 1.512,8 (Vorjahr: TEUR 3.739,0) belastet. Der Zinsaufwand betrug TEUR 367,6 (Vorjahr: TEUR 0,0). Der Zinsüberschuss lag aufgrund der höheren Investitionen in Kredit- und Geldmarktgeschäfte sowie in festverzinsliche Wertpapiere über den Erwartungen.

6.2. Provisionsüberschuss durch Debitkartengeschäft geprägt

Wesentliche Treiber für den im Rahmen der Erwartungen liegenden Provisionsüberschuss in Höhe von TEUR 122.819,0 (Vorjahr: TEUR 97.841,4) sind die Erbringung von Zahlungsverkehrsdiensten und das Premiumkontengeschäft. Provisionserträge aus Zahlungsverkehrsdienstleistungen beliefen sich auf TEUR 98.225,6 (Vorjahr: TEUR 73.914,7), denen Provisionsaufwendungen aus Zahlungsverkehrsdiensten in Höhe von TEUR 41.629,4 (Vorjahr: TEUR 34.110,6) entgegenstanden. Im Geschäftsjahr wurden Kontoführungsgebühren für Prämienkonten in Höhe von TEUR 60.294,9 (Vorjahr: TEUR 58.174,0) vereinnahmt.

6.3. Verwaltungsaufwand durch Auslagerungen geprägt

Der Verwaltungsaufwand, bestehend aus Personalaufwendungen und anderen Verwaltungsaufwendungen, betrug TEUR 153.164,8 (Vorjahr: TEUR 123.568,0) und lag damit deutlich über den Erwartungen. Wie in den Vorjahren resultierte der größte Anteil der anderen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von TEUR 107.574,2 (Vorjahr: TEUR 89.899,1) aus den Auslagerungsverträgen mit der N26 Operations GmbH und der N26 AG. TEUR 12.746,5 entfallen auf den Personalaufwand (Vorjahr:. TEUR 7.258,6), TEUR 14.661,7 auf Fremdleistungen (Vorjahr: TEUR 10.756,6) und TEUR 7.796,3 auf die Bankenabgaben (Vorjahr: TEUR 6.156,7).

Der gestiegene Personalaufwand in Höhe von TEUR 12.746,5 (Vorjahr: TEUR 7.258,6) ist auf die gestiegene Mitarbeiterzahl, zurückzuführen.

6.4. Erhöhte Abschreibungen und Auflösung von Wertberichtigungen

Insgesamt betragen die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf die Forderungen aus dem Kreditgeschäft und auf bestimmte Wertpapiere TEUR 28.682,6 und Liegen damit deutlich über dem Vorjahr (TEUR 15.674,1).

Dennoch waren die Abschreibungen auf das Kreditgeschäft nur geringfügig über den Erwartungen und beliefen sich auf TEUR 27.931,1 (Vorjahr: TEUR 25.237,7). Der Anstieg der Risikovorsorge fiel mit TEUR 5.797,1 Leicht geringer aus als im Vorjahr (TEUR 6.974,0). Es wurden TEUR 961,6 (Vorjahr: TEUR 1.557,9) an Risikovorsorge aufgelöst.

7. Vermögenslage

Stand 31. Dezember
in EUR Mio. 2022 2021 Veränderung in %
Barreserve 86,5 2.060,2 -1.973,7 95,8%
Forderungen an Kreditinstitute 1.651,1 753,8 897,3 119,0%
Forderungen an Kunden 2.768,0 2.132,0 636,0 29,8%
- aus Hypothekendarlehen 585,6 576,9 8,7 1,5%
- aus Kommunaldarlehen 1.878,0 1.296,2 581,8 44,9%
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 3.280,4 1.752,6 1.527,8 87,2%
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 7.470,5 6.372,3 1.098,2 17,2%
Eigenkapital 428,0 427,9 0,1 0,0%

Die Bilanzsumme der N26 Bank AG belief sich zum Bilanzstichtag auf 7.961,6 Mio. EUR (Vorjahr: 6.821,9 Mio. EUR).

Die Forderungen an Kunden betrugen 2.768,0 Mio. EUR (Vorjahr: 2.132,0 Mio. EUR). Davon entfielen 1.878,0 Mio. EUR (Vorjahr: 1.296,2 Mio. EUR) auf Kommunaldarlehen und 585,6 Mio. EUR (Vorjahr: 576,9 Mio. EUR) auf Hypothekendarlehen, die die N26 Bank im Rahmen der Anlagepolitik ihres Einlagenüberschusses gewährt hat, sowie 254,3 Mio. EUR (Vorjahr: 183,0 Mio. EUR) auf die zum Bilanzstichtag gewährten Kontokorrentkredite und Ratenkredite. Der Rückgang der Barreserve erklärt sich aus den Anlagen in Forderungen an Kreditinstitute und Kunden.

Die sonstigen Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von 1.608,9 Mio. EUR (Vorjahr: 740,5 Mio. EUR) sowie Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 3.280,4 Mio. EUR (Vorjahr: 1.752,6 Mio. EUR) dienen ebenfalls der Anlage des bestehenden Einlagenüberschusses. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere der Liquiditätsreserve wurden im Geschäftsjahr vollständig in den Anlagebestand umgewidmet.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden lagen zum Bilanzstichtag mit 7.470,5 Mio. EUR geringfügig unter Plan (Vorjahr: 6.372,3 Mio. EUR).

7.1. Eigenkapital

Das gesamte bilanzielle Eigenkapital belief sich zum Jahresende 2022 auf 428,0 Mio. EUR (Vorjahr: 427,9 Mio. EUR), die Eigenmittel beliefen sich nach Genehmigung der BaFin gemäß Artikel 26 CRR auf 428,0 Mio. EUR (Vorjahr: 227,0 Mio. EUR). Das Eigenkapital setzt sich zusammen aus dem Grundkapital in Höhe von 0,1 Mio. EUR, einer atypischen stillen Einlage in Höhe von 303,1 Mio. EUR und einer Kapitalrücklage in Höhe von 124,9 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr 2022 betrug die Verlustverteilung TEUR 50,8.

Die N26 Bank ermittelt die aufsichtsrechtliche Kapitalausstattung mit Hilfe des Kreditrisikostandardansatzes, des Marktrisiko-Standardansatzes sowie des Basisindikatoransatzes für operationelle Risiken. Die unterlegungspflichtigen Risiken betreffen das Adressenausfall- das Marktpreisrisiko sowie die operationellen Risiken. Die Anforderungen bezüglich der harten Kernkapitalquote wurden im Geschäftsjahr eingehalten.

Nach Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2022 liegt das harte Kernkapital bei 428,0 Mio. EUR (Vorjahr: 227,9 Mio. EUR). Weitere Kapitalbestandteile bestehen bei der N26 Bank nicht. Der Gesamtrisikobetrag liegt per 31. Dezember 2022 bei 1.467,0 Mio. EUR (Vorjahr: 967,0 Mio. EUR); somit ergab sich ein im Rahmen der Erwartungen liegende Kernkapitalquote (CET1-Ratio) in Höhe von 29,2 % (Vorjahr: 23,5 %). Der Anstieg des Gesamtrisikobetrags im Vergleich zum Vorjahr ist neben dem weiteren Ausbau des Retail-Geschäftes primär auf Treasury Aktivitäten zurückzuführen.

Aufsichtsrechtliche Kennzahlen Stand 31. Dezember
2022 2021 Veränderung in %
Eigenmittel (Mio. €) 428,0 227,4 200,6 88,2%
Gesamtrisikobetrag (Mio. €) 1.466,8 966,8 500,0 51,7%
Gesamtkapitalquote (%) 29,2 23,5 5,7 24,2%
Leverage Ratio (%) 5,4 3,3 2,1 63,3%
Liquidity coverage ratio (%) 224,0 489,0 -265,0 -54,2%

8. Finanzlage

Die Barreserve in Höhe von 86,5 Mio. EUR (Vorjahr: 2.060,2 Mio. EUR) macht mit ca. 1,09 % einen kleineren Teil der Bilanzsumme aus, verglichen mit 30,2 % im Vorjahr. Zur Reduzierung des in der ersten Jahreshälfte geltenden negativen Einlagezinses bei der EZB werden Treasury Investitionen überwiegend mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren abgeschlossen und können größtenteils bei der Deutschen Bundesbank als Sicherheit hinterlegt werden. Zum 31. Dezember 2022 beträgt die Liquidity Coverage Ratio 224 % (Vorjahr 489 %).

Die Liquidität war jederzeit ausreichend gegeben.

Die Refinanzierung erfolgte über Kundeneinlagen, eine Termineinlage der N26 AG und Eigenmittel.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 bestand eine Patronatserklärung der N26 AG zugunsten der N26 Bank.

Unwiderrufliche Kreditzusagen bestanden in Höhe von 14,9 Mio. EUR(Vorjahr: 38,6 Mio. EUR).

9. Risikobericht

9.1. Aufbau-/Ablauforganisation und Gremien

Die Aufbau-und Ablauforganisation der N26 Bank AG stellt gemäß AT 4.3.1 Tz 1 der MaRisk sicher, dass miteinander unvereinbare Tätigkeiten durch unterschiedliche Mitarbeiter durchgeführt werden (Funktionstrennung). Ferner sind Aufgaben, Kompetenzen, Verantwortlichkeiten, Kontrollen sowie Kommunikationswege in der N26 Bank klar definiert und zugewiesen (vgl. AT 4.3.1 Tz 2 der MaRisk).

Die getroffenen Kompetenzregelungen werden durch die interne Revision gemäß risikoorientierter Prüfungsplanung in Abstimmung mit dem Vorstand turnusmäßig überprüft. Wesentliche IT-Berechtigungen und Zeichnungsberechtigungen in Verbindung mit Zahlungsverkehrskonten werden regelmäßig, mindestens jährlich, überprüft. Besonders kritische IT-Berechtigungen werden mindestens halbjährlich überprüft. Sonstige eingeräumte Kompetenzen werden regelmäßig sowie bei Funktionswechseln von Mitarbeitern und Firmenaustritt durch die verantwortlichen Leitungsfunktionsträger geprüft.

Bei der N26 Bank ist das 3 Lines of Defense Model (3LoD) etabliert, ein Modell für einen systematischen Umgang mit Risiken, die in Unternehmen und Organisationen auftreten können. Das 3LoD bietet eine einfache und effektive Möglichkeit, die Kommunikation zu Risikomanagement und -kontrolle durch die Klärung wesentlicher Rollen und Pflichten zu verbessern und ermöglicht dem Unternehmen einen systematischen Umgang mit Risiken. Es bietet einen neuen Blick auf den Betrieb und trägt dazu bei, den anhaltenden Erfolg von Risikomanagementinitiativen sicherzustellen.

Im Folgenden sind die Komponenten des 3LoD-Modells aufgeführt:

1.

Die 1. LoD besteht aus den Fachbereichen mit dem operativen Management. Sie hat als "Risiko-Eigentümer" die Verantwortung für die Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Reduktion von Risiken.

2.

Die Backoffice- und Kontrollfunktionen: Die 2. LoD der N26 Bank hat die Risikoüberwachung zwischen dedizierten Kontrollfunktionen und dem zentralen NFR-Team aufgeteilt

3.

Die 3. LoD ist der Internen Revision zugeordnet

9.2. Management Board

Das Management Board besteht aus den Vorstandsmitgliedern der N26 Bank AG und trägt unabhängig von der internen Zuständigkeitsverteilung die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement der N26 Bank AG nach AT 3 MaRisk. In Abstimmung mit dem Beirat (bis Oktober 2022) und Aufsichtsrat (ab Oktober 2022) legt der Vorstand die Geschäfts- und Risikostrategie fest und beschließt nachgelagerte Richtlinien und Arbeitsanweisungen. Zudem gehört die Festlegung einer angemessenen Aufbau- und Ablauforganisation zu seinen Aufgaben.

9.3. Beirat und Aufsichtsrat

Der Beirat der N26 Bank AG fungierte bis zum 14. Oktober 2022 als Aufsichtsorgan für die Geschäftsleitung und wurde ab dem 14. Oktober durch den Aufsichtsrat ersetzt und überwacht als solcher die Ordnungsmäßigkeit des Geschäftsbetriebs. Der Aufsichtsrat bespricht mit der Geschäftsleitung die Geschäfts- und Risikostrategie und überwacht die Einhaltung der Risikotragfähigkeit und weiterer bankaufsichtsrechtlicher Vorschriften. Der Aufsichtsrat wird quartalsweise bzw. anlassbezogen von der Geschäftsleitung über die Risikosituation sowie über Wechsel der Leitung des Risikocontrollings, des Compliance-Beauftragten oder der Internen Revision informiert. Darüber hinaus besteht seit 2021 ein Prüfungsausschuss.

9.4. Risikomanagement-Funktion

Das Risikomanagement ist direkt dem Vorstand der Marktfolge unterstellt. Das Risikomanagement ist verantwortlich für die Laufende Überwachung der Gesamtrisikoposition, die Risikoinventur, die Risikoanalyse, die Unterstützung der Geschäftsleitung beim Strategieprozess sowie für die Risikoberichterstattung und fachgerechte Dokumentation.

Die Mitarbeiter des Risikomanagements sind für die operative Risikoidentifikation, -messung, -Überwachung und -berichterstattung zuständig. Dies beinhaltet die in den entsprechenden Richtlinien festgelegten Risiko- und Limitüberwachungen sowie die stetige Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und Controllingprozesse. Die für das Risikomanagement zuständigen Mitarbeiter überwachen die Risiken auf der operativen Ebene mittels regelmäßiger Berichte und Auswertungen, Ad-Hoc-Auswertungen, d.h. auf Anfrage oder bei besonderen Anlässen.

9.5. Compliance-Funktion

Der Chief Compliance Officer der N26 Bank berichtet direkt an den Chief Risk Officer. Die Compliance- und Lizenzabteilung unterstützt als zweite Kontrollfunktion (§25a I 3 Lit. c KWG) den Vorstand bei der Steuerung des Compliance-Risikos der N26 Bank. Die Compliance-Funktion besteht aus einem Regulatory- und Corporate-Compliance-Team sowie einem Produkt- und Plattform-Compliance-Team. Die CompLiance-Funktion steLLt die ErfüLLung der PfLichten aus dem Kreditwesengesetz, MaRisk AT 4.4.2 (MaRisk-CompLiance-Funktion) sicher und ist für die Gestaltung und Umsetzung des Compliance-Management-Systems der N26 Bank verantwortlich. Die Compliance-Funktion führt unabhängige Kontrollen nach einem risikobasierten Ansatz durch und berichtet sowohl anlassbezogen als auch regelmäßig an den Vorstand und den Aufsichtsrat über die Entwicklung des Compliance-Risikos und die Ergebnisse ihrer Compliance-Kontrollaktivitäten.

9.6. Interne Revision

Die interne Revisionsfunktion bildet die dritte LoD.

Die Interne Revision dient als Steuerungsinstrument und ist entsprechend der Komplexität und Unternehmensgröße der N26 Bank AG strukturiert. Die Interne Revision unterstützt den Vorstand und den Aufsichtsrat in ihrer Kontroll-, Leitungs- und Steuerungsfunktion. Als prozessunabhängiger Bestandteil des internen Überwachungssystems obliegt der Internen Revision die regelmäßige Prüfung aller Geschäftsprozesse unter Berücksichtigung des Umfangs und des Risikogehalts der Geschäftstätigkeit.

Die Interne Revision führt ihre Prüfungen gemäß AT 4.4.3 Nr. 3 MaRisk unabhängig und objektiv durch. Darüber hinaus unterstützt die Interne Revision die Organisation bei der Erreichung ihrer Ziele, indem sie systematische und zielorientierte Ansätze zur Beurteilung der Wirksamkeit des Risikomanagements, der Risikokontrollen und der etablierten Führungs- und Überwachungsprozesse anwendet.

9.7. Grundlegende Rahmenbedingungen und Risikomanagementsystem

Das übergeordnete Ziel der N26 Bank AG ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes durch Ausbau des Produktangebotes und durch profitables Kundenwachstum. Aufgrund dieser Zielsetzung und der damit verbundenen Geschäftstätigkeit ist die N26 Bank den branchenüblichen Risiken ausgesetzt.

Die kontinuierliche Identifikation, Messung, Überwachung und Steuerung dieser Risiken stellt ein Kernelement des Risikomanagements dar. Gemäß den Anforderungen der MaRisk hat die N26 Bank Prozesse implementiert, die die Identifikation, angemessene Messung, Berichterstattung und Steuerung von Risiken sowie die damit verbundene Planung und Anrechnung auf Risikolimite ermöglichen. Der gezielte Umgang mit besonderen Risiken im Einklang mit der Risikostrategie sowie den verfügbaren Risikodeckungsmassen ist ein integraler Bestandteil des Geschäftsmodells der N26 Bank AG.

Durch einen integrierten und dynamischen Allokationsprozess erfolgt eine unterjährige Steuerung der Kapitalausstattung, Liquidität und weiterer (insbesondere regulatorischer) Anforderungen, um eine effiziente Nutzung unter Berücksichtigung von Risiko und Ertrag sicherzustellen.

Ziel des Risikomanagements ist es, Risiken von wesentlicher Bedeutung zu erkennen und angemessene Risikodeckungsmassen zur Aufrechterhaltung der internen Kapitaladäquanz sicherzustellen sowie Minderungsmaßnahmen einzuleiten.

Die Risikostrategie beinhaltet neben der strategischen Leitlinie die Dokumentation aller wesentlichen Risiken, die in allen Unternehmensbereichen identifiziert wurden (Risikoinventur), einschließlich der Darstellung aller wesentlichen Maßnahmen zur Analyse, Bewertung, Steuerung und Begrenzung von Risiken.

9.7.1. Risikoinventur

Risiken, die die Vermögens-, Liquiditäts- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen können, werden mindestens jährlich im Rahmen einer Risikoinventur und bei Bedarf auch anlassbezogen überprüft. Eine solche Risikoinventur wird durchgeführt, um:

alle wesentlichen Risiken und damit verbundenen Risikofaktoren ermitteln

Erstellen eines aktuellen Gesamtrisikoprofils (als Basismodell zur Steuerung und Überwachung von Risiken)

Wesentliche Risiken für das Risikomanagement umfassend überwachen

Dokumentieren, wie alle Instrumente und Methoden des Risikomanagements umgesetzt werden

Die Ergebnisse der Risikoinventur werden mindestens jährlich im Rahmen von Geschäftsleitersitzungen diskutiert und die als wesentlich identifizierten Risikoarten monatlich sowie im Rahmen des vierteljährlichen Risikoberichts an das Management berichtet. In der Risikoinventur werden Risiken systematisch identifiziert und unter Berücksichtigung der Werttreiber der unterschiedlichen Geschäftseinheiten analysiert.

9.7.2. Risikotragfähigkeit

Zur Überwachung und Steuerung von Risiken hat die N26 Bank einen internen Prozess zur Sicherstellung ihrer internen Risikotragfähigkeit gemäß AT 4.1 der MaRisk etabliert.

Damit ist sichergestellt, dass die wesentlichen Risiken stets durch das Risikodeckungspotenzial des Unternehmens gedeckt sind und somit jederzeit eine angemessene Eigenmittelausstattung gegeben ist. Bei der Festlegung der Geschäfts- und Risikostrategie wird die interne Risikotragfähigkeit umfassend berücksichtigt.

Das Risikomanagement der N26 Bank AG misst die interne Risikotragfähigkeit gemäß der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vom 24. Mai 2018 veröffentlichten Leitfaden sowohl aus normativer als auch aus ökonomischer Perspektive.

Die normative und ökonomische Perspektive stellen dabei gleichwertige Steuerungskreise dar. Die normative Perspektive hat das Ziel, alle regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen und -kennzahlen über einen mehrjährigen Planungshorizont einzuhalten.

In der ökonomischen Perspektive wird zur Ermittlung der internen Kapitaladäquanz das Risikopotenzial. der wesentlichen Risiken dem vorhandenen bzw. allokierten Risikodeckungspotenzial gegenübergestellt. Das Gesamtrisiko ergibt sich aus der Summe der wesentlichen Risikoarten ohne Berücksichtigung von Diversifikationseffekten. Eine angemessene Risikotragfähigkeit der N26 Bank AG liegt dann vor, wenn das maximale Risikopotenzial aus wesentlichen Risiken ihr vorhandenes Risikodeckungspotenzial nicht übersteigt. In der ökonomischen Perspektive gilt ein einheitlicher Betrachtungshorizont von Risiken von einem Jahr und ein Konfidenzniveau von 99,9 %.

Die Risikotragfähigkeitsrechnung wird durch das Risikomanagement grundsätzlich vierteljährlich im Rahmen der Erstellung des Risikoberichts durchgeführt und dort dargestellt In dem Risikobericht werden zudem die Stresstests sowie deren potenzielle Auswirkungen auf die Risikosituation und das Risikodeckungspotenzial der N26 Bank AG gemäß MaRisk AT 4.3.2 Tz. 4 explizit dargestellt.

9.7.3. Stresstesting

Mit jedem internen Risikotragfähigkeitslauf simuliert die N26 Bank auch die Auswirkungen eines schweren konjunkturellen Abschwungs und integriert die Ergebnisse in die jeweiligen Risikoberichte. Dabei werden unwahrscheinliche, aber dennoch plausible Ereignisse berücksichtigt (vgl. AT 4.3.3 der MaRisk). Darüber hinaus werden mindestens einmal jährlich weitere plausible Stresstests berücksichtigt. Hierzu zählen insbesondere der inverse Stresstest (AT 4.3.3 Tz. 4) sowie der adverse Stresstest zur kontinuierlichen Sicherstellung der internen Kapitaladäquanz auch bei Planabweichungen (AT 4.1. Tz. 11). Die relevanten Stressszenarien werden vom Management auf Empfehlung der Risikomanagementfunktion festgelegt.

9.8. Gesamtrisikoprofil

Basierend auf der Geschäftsstrategie und dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell ergeben sich für die N26 Bank die folgenden finanziellen und nichtfinanziellen Risiken. Diese werden mindestens einmal jährlich im Rahmen der Risikoinventur auf ihre Wesentlichkeit überprüft. Um angemessene Steuerungs- und Controllingprozesse, insbesondere zur Identifizierung, Bewertung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation nichtfinanzieller Risiken, sicherzustellen, besteht eine konzernweit einheitliche Risikotaxonomie und Risikolandschaft.

9.8.1. Finanzielle Risiken

9.8.1.1. Kreditrisiko

Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko eines unerwarteten Verlustes einer Forderung - bilanziell oder außerbilanziell - gegenüber einem Geschäftspartner oder einem Emittenten. Die N26 Bank unterteilt Kreditrisiken weiter in Adressenausfallrisiko, Migrationsrisiko und Länderrisiko. Mögliche Konzentrationen innerhalb jeder dieser Risikoarten werden durch Strukturlimite gesteuert und wirksam begrenzt.

Das Kreditrisiko ergibt sich für die N26 Bank aus ihrem Geschäftsmodell (i) für alle Forderungen gegenüber Kunden aus dem Kreditgeschäft durch die Vergabe von a) Dispositions-, Raten- und Rahmenkrediten, grundpfandrechtlich besicherten Darlehen, sowie sonstigen Kreditzusagen und geduldeten Überziehungen sowie und b) aus provisionsbezogenen Mitgliedschaften Mitgliedschaften mit Laufzeitbindung, (ii) für alle Forderungen gegenüber Kreditinstituten in Form von getätigten Einlagen, Termineinlagen, Krediten und Schuldscheindarlehen, (iii) für alle Forderungen gegenüber Unternehmen in Form von Darlehen einschließlich Rahmendarlehen und Schuldscheindarlehen, (iv) aus dem Erwerb von verzinslichen Wertpapieren und Investmentfondsanteilen und deren Abwicklung sowie (v) für Forderungen aus sonstigen Vermögensgegenständen, geleistete Anzahlungen und Rechnungsabgrenzungsposten. Die N26 Bank wendet einen integrierten Ansatz zum Management von Ausfallrisiken an. Das Ausfallrisiko wird als wesentlich eingestuft und im Rahmen der internen Risikotragfähigkeit mittels eines CVaR (asymptotisches Single-Risk-Factor-Modell nach Gordy) berücksichtigt.

Im Retailgeschäft hat die N26 Bank ein automatisiertes, mehrstufiges Kreditentscheidungs- und Überwachungsmodell implementiert. Diese steuert die Kreditlimitvergabe und -überwachung in Abhängigkeit von der Bonitäts- und Einkommenssituation des jeweiligen Kreditnehmers, der gesamtwirtschaftlichen Lage sowie weiteren Entscheidungsregeln. Im Rahmen des Monitorings werden die Einhaltung definierter Regeln und Frühwarnindikatoren laufend beobachtet und bei Bedarf Anpassungen (einschließlich Limitaufhebungen) vorgenommen.

Für das Hypothekenportfolio wurde die Kreditvergabe nach niederländischem Recht durchgeführt. Für das Immobilienkreditportfolio werden keine Ratings erstellt. Die Steuerung und Bewertung der Adressenausfallrisiken erfolgt insbesondere anhand des LTV (Loan-to-Value) und des DTI (Debt-to-Income)-Verhältnisses. Die Überwachung und Vorsorge des Portfolios basiert auf einem internen Ratingsystem, das die individuelle Bonität und das Zahlungsverhalten der Kunden, Zwangsvollstreckungsquoten, den Wert der Sicherheiten sowie volkswirtschaftliche Faktoren berücksichtigt. Die Wartung erfolgt durch einen spezialisierten externen Dienstleister in den Niederlanden.

Das Treasury-Geschäft wird gemäß den festgelegten Anlagerichtlinien für die Asset Allocation sowie den individuellen Limiten der jeweiligen Kreditentscheidungen überwacht. Darüber hinaus wurden spezifische Frühwarnsignale eingeführt, um die Entwicklung einzelner Vermögenswerte im Treasury-Portfolio zu überwachen.

N26 berücksichtigt das Kreditrisiko in seinen Wertberichtigungen nach HGB durch die Berechnung der erwarteten Kreditverluste (ECL) auf seine Kreditrisikopositionen. Gemäß den Anforderungen des IDW RS BFA 7 wurde die Methodik zur Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen geändert, um die 12-Monats-Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) und die Ausfallwahrscheinlichkeit über die Gesamtlaufzeit (Lifetime PDs) zu berücksichtigen, die mit aktuellen Informationen ergänzt wird. Darüber hinaus wurden Wertberichtigungen auf die außerbilanziellen Engagements erfasst, die als Teil der Rückstellungen in der Bilanz ausgewiesen werden. Die außerbilanziellen Engagements wurden auf Basis des Credit Conversion Factor, CCF abgeleitet.

Adressenausfallrisiko

Die N26 Bank definiert als Adressenausfallrisiko die Gefahr des Forderungsausfalls durch teilweise bzw. vollständige Nichterfüllung des Rückzahlungsanspruchs von Forderungspositionen. Als Ausfallschwelle gilt dabei ein Zahlungsausfall > 90 Tage oder Konkurs- bzw. Insolvenzantrag des Kreditnehmers.

Migrationsrisiko

Das Migrationsrisiko beinhaltet das Risiko einer Bonitätsverschlechterung (d. h. einer Herabstufung des Ratings/Scorings) und damit einer Erhöhung der Ausfallwahrscheinlichkeit, die zu einem Bedarf an ökonomischem Kapital und damit verbundenen steigenden kalkulatorischen Risikokosten führt. Migrationsrisiken bestehen bei der Bank grundsätzlich im Kredit- und Wertpapierbereich. Migrationsrisiken werden bei der N26 Bank AG durch regelmäßige Überprüfungsprozesse, Frühwarnindikatoren und die proaktive Anpassung von Kreditlimits gesteuert.

Im Mengengeschäft hat die N26 Bank ein automatisiertes, mehrstufiges Kreditentscheidungsmodell implementiert. Dieses steuert die Einräumung der Kreditlimite in Abhängigkeit der jeweiligen Bonität bzw. Rating-Klasse und Einkommenssituation sowie weiterer Entscheidungsregeln. Im Rahmen des Monitorings werden die Einhaltung der definierten Regeln und Frühwarnindikatoren laufend überwacht und im Bedarfsfall Anpassungen, inkl. Limitstreichungen vorgenommen. Die Risikovorsorge für akute Kreditrisiken bei den Forderungen an Kunden wird pauschaliert auf Einzelgeschäftsebene gebildet. Für latente Kreditrisiken wird eine Pauschalwertberichtigung gebildet. Das latente Risiko wird unter Verwendung des Ratingsystems auf Basis der dort hinterlegten Ein-Jahres-Ausfallwahrscheinlichkeiten ermittelt. Für das Immobilienkreditportfolio werden keine Ratings erstellt. Die Steuerung und Bewertung der Adressenausfallrisiken erfolgt anhand des LTV (loan-to-value) und der Debt-to-Income Ratio. Das Servicing erfolgt durch einen spezialisierten Drittanbieter in den Niederlanden.

Über das Retailgeschäft hinaus bestehen Migrationsrisiken insbesondere bei Treasury-Anlagen. Aufgrund der Umsetzung der Treasury-Strategie und der Fokussierung auf gute bis sehr gute Bonitäten mit maximal mittleren Laufzeiten sowie auf Sektoren mit hoher systemischer Bedeutung besteht für die N26 Bank derzeit ein relativ geringes Migrationsrisiko. Die besondere systemische Ausprägung dieses Risikos zeigt sich bei der Messung des Marktpreisrisikos durch die Auswirkung von Veränderungen der Credit Spreads von Wertpapieren und Kreditindizes auf den VaR. Darüber hinaus werden regelmäßig Stresstests für das Gesamtportfolio durchgeführt, um zu untersuchen, wie sich eine systematische Erhöhung der PDs auf die Kapitalunterlegung und damit den Kapitalbedarf auswirkt.

Länderrisiko

Das Länderrisiko bezeichnet die Gefahr, dass Fremdwährungspositionen nicht oder nicht mehr vollständig in Euro konvertiert werden können oder Geldtransfers in das betreffende Ausland von Staaten eingeschränkt werden (Transferrisiko). Die N26 Bank begrenzt das Transferrisiko, indem sie die Länderlimite beachtet und sich weitestgehend auf Kreditnehmer aus Industrieländern, insbesondere EU-Staaten, beschränkt und nur Positionen in wichtigen internationalen Währungen eingeht. Unerwartete Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der politischen Rahmenbedingungen sowie sonstige negative Einflüsse auf ausländische Privatkunden werden bereits im Rahmen der länderspezifischen Risikoanalyseverfahren (Scoring, Entscheidungsregeln) ausreichend berücksichtigt, sodass keine gesonderte Analyse erforderlich ist Der im Jahr 2022 ausgebrochene Krieg in der Ukraine hat die Risikosituation in Bezug auf das Engagement in den wichtigsten internationalen Währungen nicht verändert. Für die N26 Bank ergeben sich daher keine direkten Risiken. Die N26 Bank stuft das Länderrisiko daher weiterhin als unwesentlich ein.

9.8.1.2. Marktpreisrisiko

Das Marktpreisrisiko beschreibt einen potenziellen Verlust aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern. Das Marktpreisrisiko wird durch die folgenden drei Risikounterarten definiert.

Das Zinsänderungsrisiko ist das Risiko, wirtschaftliche Risiken aufgrund nachteiliger Änderungen der allgemeinen Marktzinssätze einzugehen.

Das Credit-Spread-Risiko ist das Risiko, wirtschaftliche Verluste aufgrund nachteiliger Veränderungen der Credit-Spreads der Wertpapiere zu erleiden.

Das Fremdwährungsrisiko ist das Risiko, aufgrund ungünstiger Fremdwährungsrisiko wirtschaftliche Verluste zu erleiden.

Für die N26 Bank AG besteht aufgrund des Geschäftsmodells ein potenzielles Zinsänderungsrisiko primär aufgrund der Fristeninkongruenz von variablen oder festverzinslichen Privatkundenkrediten und Treasury-Anlagen (inklusive Zentralbankguthaben) auf der Aktivseite im Gegensatz zu (bis auf weiteres) unverzinslichen und unterminierten Einlagen der Passivseite.

Zur Messung dieses Risikos werden Zinssätze für variabel verzinsliche Positionen adäquat modelliert, wobei sowohl interne als auch externe Daten verwendet werden. N26 misst das Zinsrisiko zusammen mit dem Credit-Spread-Risiko innerhalb der ökonomischen ICAAP-Perspektive mit einem einjährigen VaR von 99,9 %, der auf einer historischen Simulation basiert. Andere marktpreisbezogene Risiken, wie z. B. das Credit-Spread-induzierte Risiko, werden im Rahmen des ICAAP-Ansatzes im Bankbuch berücksichtigt. Das Wechselkursrisiko als Teil der Marktpreisrisiken ist aufgrund des derzeit geringen Fremdwährungsvolumens als unwesentlich einzustufen.

9.8.1.3. Liquiditätsrisiko

Beim Liquiditätsrisiko wird zwischen den folgenden drei Unterarten von Risiken unterschieden.

Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko oder Liquiditätsrisiko im engeren Sinne ist das Risiko, nicht allen Zahlungsverpflichtungen zum erforderlichen Zeitpunkt und in der erforderlichen Währung vollständig nachkommen zu können.

Das Refinanzierungskostenrisiko bezeichnet das Risiko, dass zusätzliche Refinanzierungsmittel nur zu höheren Marktzinsen - und damit höheren Refinanzierungskosten - beschafft werden können. Ein Refinanzierungskostenrisiko entsteht bei einer nicht fristenkongruenten Aktivseite.

Das Marktliquiditätsrisiko ist das Risiko, dass Vermögenswerte nicht im gewünschten Umfang oder nur mit einem Abschlag innerhalb des gewünschten Zeitraums am Markt verkauft werden können.

Zahlungsunfähigkeitsrisiken entstehen durch unterschiedliche Zahlungsprofile für Refinanzierungs- und Kreditgeschäfte in Bezug auf die erwarteten Zahlungsströme und unerwartete Abweichungen von den erwarteten Zahlungsprofilen, auch in außerordentlichem Ausmaß, insbesondere bei erhöhten Zahlungsabflüssen oder verringerten Zahlungseingängen. Dies gilt insbesondere für Produkte mit unbestimmter Laufzeit sowie Produkte mit flexiblen Verlängerungs- sowie Kündigungsoptionen, bei denen Cashflow-Volumen und -Termin nicht feststehen, sondern nur durch geeignete Modelle geschätzt werden können. Wesentliche Produkte mit unbestimmter Laufzeit sind Kundeneinlagen auf der Passivseite sowie das Kreditlimit und der Kontokorrentkredit auf der Aktivseite.

Für einen einzelnen Kunden hat die N26 Bank nur ein geringes durchschnittliches Einlagevolumen, so dass für diesen kein hoher unerwarteter Zahlungsabfluss entstehen kann. Die N26 Bank ist zudem auf Retailkunden über insgesamt 24 Länder in der Europäischen Union fokussiert, was eine sehr diversifizierte Kundenbasis und somit äußerst granuläre Verteilung der Einlagen sicherstellt. Darüber hinaus ist aufgrund der geringen durchschnittlichen Einlagevolumina der deutlich überwiegende Anteil der Einlagen über den Einlagensicherungsfonds innerhalb des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. versichert, so dass das Risiko plötzlicher unerwarteter Mittelabflüsse als gering einzuschätzen ist.

Aufgrund des sehr hohen Anteils an notenbankfähigen Wertpapieren auf der Aktivseite der N26 Bank besteht zudem die Möglichkeit, bei Bedarf kurzfristig über die Hauptrefinanzierungsgeschäfte der EZB zusätzliche Liquidität aufzunehmen und somit die Zahlungsfähigkeit auch im Falle unerwarteter Mittelabflüsse sicherzustellen. Darüber hinaus sichert N26 das Zahlungsunfähigkeitsrisiko ab, indem es einen Mindestliquiditätspuffer von mindestens 30 Tagen sicherstellt, um etwaige Nettomittelabflüsse im Falle von marktweiten Störungen abzudecken. Darüber hinaus wird die Qualität und Werthaltigkeit von Vermögensgegenständen als Voraussetzung für eine stabile Finanzierung im Rahmen des Kredit- und Marktrisikos betrachtet.

Ein Refinanzierungskostenrisiko entsteht bei einer nicht fristenkongruenten Aktivseite.. Refinanzierungsquellen bestehen derzeit aus unverzinslichen Kundeneinlagen. Eine Refinanzierung über die Finanz- und Kapitalmärkte ist derzeit nicht relevant, könnte aber zukünftig in Erwägung gezogen werden. Angesichts der Fokussierung auf transaktionsbasierte, garantierte Privatkundeneinlagen mit starker Wachstumsdynamik sowie liquide und/oder zentralbankbesicherte Treasury-Anlagen und Refinanzierungsmöglichkeiten, die von der EZB mit einem Zinssatz von 3,5 % angeboten werden (2,5 % zum 31. Dezember 2022), wird das Refinanzierungskostenrisiko gegenwärtig als unwesentlich betrachtet und nicht in der Risikotragfähigkeit berücksichtigt.

Das Marktliquiditätsrisiko ist für N26 im Rahmen von Treasury-Anlagen relevant. Gemäß der Geschäfts- und Risikostrategie von N26 sowie unter Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen werden Mindestliquiditätspuffer überwiegend in Form von Barreserven und hochliquiden Anleihen gehalten, weshalb Marktliquiditätsrisiken als marginal einzuschätzen sind.

9.8.1.4. Konzentrationsrisiko

Unter Konzentrationsrisiken versteht N26 die Gefahr eines erheblichen Verlustes durch Ausfall oder Bonitätsverschlechterung einzelner oder risikobeurteilungsrelevanter Kontrahenten, die miteinander verbunden sind. Dies betrifft Konzentrationen gegenüber einzelnen Kreditnehmern oder Regionen

das Volumen eines Einzelrisikoposition (Klumpenrisiken) und

die Korrelation von Risikopositionen innerhalb einer Risikokategorie (Intrakonzentrationsrisiko) und zwischen Risikokategorien (Interkonzentrationsrisiko).

Der Begriff "Exposure" umfasst Ausfallrisiken, Marktpreisrisiken, Liquiditätsrisiken, operationelle Risiken und sonstige Geschäftsrisiken (z. B. Erlöskonzentrationen). Im Privatkundengeschäft vermeidet die N26 Bank grundsätzlich Konzentrationsrisiken. Das Geschäftsmodell ist explizit auf ein diversifiziertes Verbrauchergeschäft über Kunden und Regionen hinweg ausgerichtet. Die derzeitige Höchstgrenze für unbesicherte Privatkunden liegt bei 50.000 Euro und bei grundpfandrechtlicher Besicherung bei 1 Mio. EUR. Der Vertrieb über Mobiltelefone reduziert zudem regionale Konzentrationen, wie sie beispielsweise bei klassischen Banken durch regionale Filialnetze entstehen können.

9.8.2. Nicht-finanzielle Risiken

Nichtfinanzielle Risiken resultieren aus Unzulänglichkeiten oder unerwartetem Versagen von Menschen, internen Prozessen oder IT-Systemen sowie aus externen Einflüssen. Eingeschlossen sind Rechtsrisiken, Geschäftsrisiken, Reputationsrisiken und Risiken aus Auslagerungen.

Die N26 Bank stuft operationelle Risiken als wesentlich ein und berücksichtigt diese im Rahmen des ICAAP. Unter Säule 1 wird dies anhand des Basisindikatoransatz gemessen. Um zu überwachen, dass die tatsächlich eintretenden operationellen Risiken unterhalb des im Basisindikatoransatz definierten unerwarteten Verlusts bleiben, erfasst die N26 Bank Schäden in einer Schadensfalldatenbank.

Die Bank verfolgt einen proaktiven Ansatz beim Management nichtfinanzieller Risiken, insbesondere in Bezug auf die erheblichen Technologie- und Outsourcing-Risiken, die dem Geschäftsmodell innewohnen.

Zur Überwachung der angemessenen internen Sicherungsmaßnahmen zur Einhaltung der Allgemeinen Sorgfaltspflichten zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht im Mai 2021 einen Sonderbeauftragten für die N26 Bank bestellt.

9.8.2.1. Allgemeines Geschäftsrisiko

Das Geschäftsrisiko bezeichnet allgemein die Gefahr unerwarteter Gewinn- oder Ergebnisschwankungen und hat damit direkten Einfluss auf den normativen ICAAP-Ansatz. Die N26 Bank unterteilt die Geschäftsrisiken in Strategie-, Innovations-, Wettbewerbs- und Unternehmensrisiken. Im Übrigen treten die nachfolgend vorgestellten Maßnahmen in Kraft.

Die strategischen Risiken resultieren aus Managemententscheidungen hinsichtlich der geschäftspolitischen Ausrichtung der N26 Bank AG. Zur Begrenzung strategischer Risiken konzentriert sich die Geschäftsstrategie auf ein wenig komplexes Produktportfolio.

Unter Innovationsrisiko wird die Gefahr der Fehlentwicklung neuer und bestehender Produkte sowie der Einführung neuer Prozesse, Verwaltungsstrukturen und/oder Vertragsformen verstanden. Aus dem Geschäftsmodell der N26 Bank AG, die sich als technologisch versiertes Finanzunternehmen definiert, ergibt sich ein als wesentlich bewertetes Innovationsrisiko. Aus Sicht der N26 Bank AG wirken sich insbesondere Innovationsrisiken auf die geplante Kostenstruktur aus.

Ein intensiver Wettbewerb mit klassischen Banken, Finanzdienstleistern oder eine sich verschärfende Wettbewerbssituation bei Fintech-Unternehmen könnte die geplanten Gewinnmargen unter Druck setzen und die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens negativ beeinflussen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus der Gefahr volatiler Erträge. Durch die stärkere Einbindung von Kooperationspartnern und die Erleichterung von Geschäftsabschlüssen werden Provisionserträge generiert, die bei schwankendem Geschäftsvolumen zu einer deutlichen Ergebnisveränderung führen können. Darüber hinaus entsteht bei Bankprodukten ein Ertragsrisiko durch schwankende Geschäftsvolumen und Marktveränderungen.

Dieses Risiko wird durch entsprechende Steuerungsprozesse (laufender Soll-Ist-Abgleich, Beschluss von Maßnahmen auf der Kosten- oder Ertragsseite) eng gesteuert mit dem Ziel, Ergebnisschwankungen zu vermeiden bzw. abzumildern. Die Geschäftsbeschränkungen der BaFin wurden in der Kapitalplanung berücksichtigt.

9.8.2.2. Nachhaltigkeitsrisiken

Nachhaltigkeitsrisiken werden unter der Definition von Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken (ESG) betrachtet und es wird zwischen physischen und transitorischen Risiken unterschieden. Während Nachhaltigkeitsrisiken nicht als separate, zusätzliche Risikoart kategorisiert werden, berücksichtigt die N26 Bank ESG-bezogene Risiken, die sich in seinen bestehenden Risikokategorien (gemäß der N26-Risikotaxonomie) entfalten, sowie transitorische Nachhaltigkeitsrisiken.

Aufgrund des auf Digital- und Retailkunden fokussierten Geschäftsmodells sind Nachhaltigkeitsrisiken als eher gering einzustufen und werden nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigt.

9.8.2.3. Sonstige Risiken

Die sonstigen Risiken umfassen im Wesentlichen ModeLlrisiken sowie sonstige unwesentliche Risiken. Das Modellrisiko ist definiert als das Risiko potenzieller Verluste, die aufgrund fehlerhafter oder eingeschränkter finanzmathematischer Modelle und der daraus resultierenden Entscheidungen eintreten. Modellrisiken können auch aus unzureichenden oder fehlerhaften Datensätzen sowie der Abhängigkeit von historischen Daten und Modellannahmen resultieren. Aufgrund der relativ geringen Komplexität der finanzmathematischen Modelle wird das sonstige Risiko als nicht wesentlich eingestuft.

9.9. Gesamtaussage zur Risikolage

Die Risikotragfähigkeit war während des gesamten Geschäftsjahres 2022, auch unter Stressbedingungen, sichergestellt. Die Gesamtkapitalquote wurde im Geschäftsjahr 2022 jederzeit eingehalten.

Die Zahlungsfähigkeit der N26 Bank AG war im Berichtszeitraum jederzeit gewährleistet. Die Verfahren und Prozesse des Risikomanagements wurden kontinuierlich weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst, die sich aus der Weiterentwicklung der Produktpalette und der zunehmenden regionalen Diversifizierung aufgrund der Internationalisierung des Geschäftsmodells ergeben.

Übersicht Risikotragfähigkeit

in EUR Mio. Wert (2022) Limit (2022) Nutzung (2022) Wert (2021)
Adjustierte Risikodeckungsmasse 566,0 N/A N/A 292,3
Risikopotenzial 192,5 424,5 45.0% 100,2
Davon Kreditrisiko (Retail) 18,9 56,6 33.0% 9,9
Davon Kreditrisiko (Treasury) 68,0 141,5 48.0% 53,5
Davon Marktrisiko 85,1 169,8 50.0% 29,2
Davon Operationelles Risiko 20,5 56,6 36.0% 7,6
Freie Risikodeckungsmasse 373,5 N/A N/A 192,1

Im Vergleich zum Vorjahr sind das Risikopotenzial, und die Risikodeckungsmasse entsprechend dem Wachstum der Bilanzsumme und der damit verbundenen Geschäftstätigkeit gestiegen. Der deutliche Anstieg des Kredit- und Marktrisikos resultiert aus den Investitionen in das Treasury-Portfolio und dem sich ändernden Zinsumfeld.

10. Chancen- und Prognosebericht

10.1. Annahmen zur Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Branche

10.1.1. Makroökonomisches Umfeld

Der europäischen Wirtschaft stehen, ähnlich wie der Weltwirtschaft, schwierige Zeiten bevor. Während die Preise nach der schnellen Erholung von der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen in der Lieferkette bereits stiegen, verstärkte Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine die globale Wachstumsverlangsamung und den zunehmenden Inflationsdruck 16.

Prognosen und Erwartungen beinhalten ein erhebliches Maß an Unsicherheit. Die Prognosen hängen von einer erfolgreichen Geldpolitik ab, um die Inflation zu reduzieren, zusätzliche Energie- und Lebensmittelversorgungsschocks zu vermeiden und einen weiteren Ausbruch von COVID-19 oder anderen globalen Pandemien zu verhindern 15.

Die OECD prognostiziert für das Jahr 2023 eine anhaltende Wachstumsverlangsamung, verbunden mit einer hohen, aber rückläufigen Inflation auf dem gesamten europäischen Kontinent15. Unter den Faktoren, die zur Wachstumsverlangsamung beitragen, können die folgenden als Hauptursachen identifiziert werden, von denen die meisten seit 2022 bestehen bleiben: gestiegene Zinssätze, höhere Energiepreise, sinkendes Wachstum der Haushaltseinkommen und sinkendes Verbrauchervertrauen im Hinblick auf finanzielle, allgemeine wirtschaftliche und größere Anschaffungen in den nächsten 12 Monaten15. Diese Faktoren sowie die Erwartung eines anhaltenden Krieges in der Ukraine führen dazu, dass die OECD das BIP-Wachstum in Europa in 2023 auf 2,6 % prognostiziert 15.

In Europa wird erwartet, dass auch die Nachfrage nach Wirtschaftsgütern aus der EU seitens des Weltmarktes in den kommenden Monaten schwach bleiben wird, wobei die Produktion von Wirtschaftsgütern auch im Winter voraussichtlich zurückgehen wird. Einerseits soll der Next Generation EU-Plan Investitionen auf dem Kontinent unterstützen. Andererseits wird erwartet, dass die Inflation weiterhin über dem Ziel liegt, da die Energiepreise hoch bleiben und der Arbeitsmarkt angespannt ist und die sichtbare Wachstumsverlangsamung immer noch übertrifft. Insgesamt sollte die Kombination von Faktoren den Rückgang der Inflation auf 5,3 % im Jahr 2023 unterstützen 17.

Deutschland steht vor ähnlichen Herausforderungen wie Europa, insbesondere angesichts seiner hohen Abhängigkeit von russischem Gas vor dem Krieg. Nach einem schnellen Energiediversifizierungsplan musste Deutschland auch seinen Zielenergieverbrauch reduzieren. Im Jahr 2023 wird Deutschland angesichts der gestiegenen Energiepreise und der insgesamt hohen Inflation voraussichtlich weiterhin mit hohen Unsicherheiten konfrontiert sein. Das Land erwartet, dass der Export im kommenden Jahr von der Entspannung von Lieferkettenengpässen profitieren wird, die es ermöglichen, einen hohen Auftragsbestand abzuarbeiten. Angesichts der aktuellen Situation erwartet die OECD, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 um 0,3 % wachsen wird 18.

16 OECD Interim Economic Prognose - March 2023 - (Link)
17 Europäische Zentralbank (2022), Geldpolitische Entscheidungen (Link)
18 OECD Prognose 2023 (Link)

Die Deutsche Bundesbank geht in ihrem Monatsbericht Dezember davon aus, dass die Inflationsrate in Deutschland im Jahr 2023 auf 7,2 % sinken wird, unterstützt durch den staatlichen Strom- und Gaspreismechanismus. Um Haushalte und Unternehmen in Deutschland zu unterstützen, wird das Defizit des Landes voraussichtlich im Laufe des Jahres 2023 steigen, hauptsächlich aufgrund der Energiepreisstützungsmaßnahmen, die 2024 auslaufen sollen. Ein erhebliches Abwärtsrisiko für die Prognosen besteht, wenn Deutschland eine Gasrationierung einführen müsste in den nächsten beiden Wintern. Dies wäre für den Fall erforderlich, dass die steuerlichen Maßnahmen kein erfolgreicher Anreiz für Aktivitäten zur Gaseinsparung wären. Auf der positiven Seite würde Deutschland von einem schneller als erwarteten Ende des Krieges in Form niedrigerer Energiepreise und eines verbesserten Vertrauens von Investoren und Verbrauchern profitieren 19.

10.1.2. Geldpolitik

In Anbetracht des InfLationsanstiegs auf ein nicht nachhaltiges Niveau, beobachtet die Europäische Zentralbank (EZB) "die aktuellen Marktspannungen genau und ist bereit, bei Bedarf zu reagieren, um die Preisstabilität und die Finanzstabilität im Euroraum zu wahren". Angesichts der erwarteten Wachstumsverlangsamung im Jahr 2023 in Europa wird erwartet, dass der Hauptrefinanzierungssatz im dritten und vierten Quartal 2023 auf 4,00 % steigt, bevor er 2024 und 2025 wieder teils gelockert und auf 3,0 % gesenkt wird.

10.1.3. Regulatorische Entwicklungen

Im Jahr 2023 erwarten wir im Rahmen des EBA-Jahresarbeitsprogramms eine Weiterentwicklung der Digital Finance-Vorschriften in der Europäischen Union. Im kommenden Jahr werden die politischen Mandate MiCa und DORA in Kraft treten, wobei das Datum der Anwendung für den 1. Januar 2025 vorgesehen ist. In der Zwischenzeit wird eine breit angelegte politische Arbeit die Regulierung und Überwachung von Krypto-Asset-Aktivitäten weiterentwickeln (MiCa) und Verbesserung des Regulierungsrahmens für digitale operative Resilienz (DORA).

Im Hinblick auf Nachhaltigkeit (ESG) wird erwartet, dass die Europäische Kommission im Laufe des Jahres 2023 weitere delegierte Rechtsakte erlassen wird, um die vier verbleibenden Umweltziele der EU-Taxonomie abzudecken:

a)

die nachhaltige Nutzung und der Schutz von Wasser- und Meeresressourcen;

b)

der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft;

c)

Vermeidung und Kontrolle der Umweltverschmutzung;

d)

der Schutz und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme.

Darüber hinaus wird erwartet, dass die Beratung der MaRisk neben der Überführung der ESG-Anforderungen in nationale Richtlinien auch eine Regulierung für den Handel von zu Hause sowie die Überführung der EBA-Richtlinien für das Kreditgeschäft mit sich bringen wird.

Ab dem 1. Januar 2024 ist N26 verpflichtet, die Green Asset Ratio (GAR) und zusätzliche KPIs gemäß Artikel 8 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2020/852 gemäß den Anhängen V und XI der Verordnung offenzulegen.

19 Deutsche Bundesbank - Monatsbericht, April 2023 (Link)

10.1.4. Industrie

Aus sektorspezifischer Sicht war 2022 ein Wendepunkt für den Fintech-Sektor, an dem Finanzierungen und Bewertungen auf Rekordhöhen lagen, aber nun voraussichtlich deutlich niedriger bleiben werden. Es ist zu erwarten, dass sich die bereits bestehende Verschiebung der Finanzierungs- und Bewertungsdynamik des Fintech-Sektors im Jahr 2023 noch verstärken wird20.

Nach acht Jahren Negativzinsen dürften sich die Einnahmequellen von Fintechs auf Grund der positiven Zinsen verbessern und schaffen gleichzeitig Beschränkungen für neue Wettbewerber beim Zugang zu frischem Kapital 16. Von kapitalintensiven Fintechs, die in dem Negativzinsumfeld erfolgreich waren, wird nun erwartet, dass sie ihre Wachstumsstrategien anpassen und Kostensenkungsmaßnahmen umsetzen, während sie sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren 16.

Die Umkehr der Zinspolitik hatte bereits weitreichende Folgen im Bankensektor. Banken, die infolge der gestiegenen Zinsen und der gleichzeitig gefallenen Rendite von Anleihen unter großem Druck ihre Anlagen verkaufen mussten und auf frisches Kapital angewiesen waren, um sogenanannte. "hidden losses" abzufedern, sind gescheitert. So brach im März 2023 die Silicon Valley Bank (SVB) infolge eines Bankenansturms zusammen, die über einen besonders hohen Anteil an Unternehmenseinlagen verfügte, die großteils nicht durch staatliche Programme abgesichert sind und deshalb besonders schnell abgezogen werden. Zur gleichen Zeit erlitt die Credit Suisse (CS) schwerwiegende Einbrüche des Aktienkurses, ausgelöst durch die Besorgnis der Anleger und der Spannungen in der Branche, u.a. als Reaktion auf den plötzlichen Zusammenbruch der SVB. Letztendlich wurde die Credit Suisse durch die UBS übernommen, was zur Folge hatte, dass 17 Mrd EUR, die die CS in Form von Anleihen ausgegeben hatte, über Nacht wertlos wurden. Dies hat insbesondere schwerwiegende Folgen auf den Markt für Additional-Tier-1-Capital (AT1) Anleihen, deren sich Banken oft bedienen, um Ihre Kapitalquoten zu erfüllen. Es wird allgemein erwartet, dass der Investoren als Reaktion auf diese Vorkommnisse in vorhersehbarer Zukunft weniger Interesse an diesen Papieren haben werden.

Betrachtet man speziell Neobanken, das Fintech-Segment, das das Angebot von N26 am ehesten repräsentiert, so ist das Geschäft in den letzten Jahren stetig gewachsen und erwartet einen weiteren Sprung im Jahr 2023. Laut Statista-Schätzungen vom November 2022 sollen Neobanking-Transaktionen weltweit im Jahresvergleich weiter um 42,2 % auf 4,629,0 Billionen wachsen.

20 Goldman Sachs - Europäische Banken - Anpassung an Fintech 2.0, 6. September 2022

Es wird erwartet, dass Europa in den kommenden Jahren die größte Region für Neobanken in Bezug auf die kumulierten Transaktionswerte bleiben wird. Statista prognostiziert bis 2023 ein Wachstum des Transaktionswerts der europäischen Neobanken um 49,4 % im Jahresvergleich auf 2,2 Billionen US-Dollar 21.

21 Statista - FinTech - Ausführliche Markteinblicke und Datenanalyse, November 2022

10.2. Geschäftsentwicklung

Die N26 Bank sieht sich in dem anhaltend schwierigen makroökonomischen Umfeld nach wie vor in einer starken Position. Der eingeschlagene Weg zum Ausbau einer international skalierbaren Infrastruktur verbunden mit der Internationalisierung des Geschäftsmodells wird zusätzliche Chancen aufgrund attraktiver Geschäftsperspektiven innerhalb Europas, insbesondere über die deutschsprachigen Märkte hinaus bieten. Aufgrund der effizienten kontinuierlichen Erweiterung des Produkt- und Dienstleistungsangebots bei gleichzeitig wachsendem Marktpotenzial bei Smartphone-affinen Nutzern von Finanzdienstleistungen geht die N26 Bank davon aus, dass die Provisions- und Zinserträge, die Bilanzsumme und die Neukundenzahlen der N26 Bank auch im Jahr 2023 weiter wachsen werden, insbesondere nach dem in 2023 erwarteten Ende der Wachstumsbeschränkungen.

Im Jahr 2023 soll der Zinsüberschuss auf über 100,0 Mio. EUR und der Provisionsüberschuss auf über 145,0 Mio. EUR wachsen.

Für 2023 rechnet N26 nach dem Wegfall der Wachstumsbegrenzungen mit leicht steigenden Neukundenzahlen. Künftig will die N26 sich auf die Kernmärkte konzentrieren. Auch den weiteren Ausbau der digitalen Produkte wird N26 vorantreiben. In diesem Zusammenhang beabsichtigen N26, das bestehende Angebot um weitere Funktionalitäten (z. B. Trading) zu erweitern.

Frei verfügbare liquide Mittel werden weiterhin im Rahmen der Treasury-Aktivitäten eingesetzt, um von den sich aus der EZB-Politik ergebenden steigenden Zinsen zu profitieren.

N26 geht davon aus, dass das Kreditvolumen deutlich steigen wird, was zu einem entsprechenden Anstieg der Zinserträge führen wird. Dieser Anstieg wird hauptsächlich durch Treasury-Aktivitäten getrieben, wobei das Volumen der Retail-Kundenkredite voraussichtlich leicht steigen wird. N26 erwartet Zinsaufwendungen, die sich aus zinstragenden Angeboten für die Kunden ergeben.

N26 erwartet für 2023 eine etwas niedrigere Risikovorsorge als im Jahr 2022. Der Verwaltungsaufwand wird vor allem durch Kosten für Prozessoptimierungen und Investitionen in Compliance und Regulierung geprägt sein.

Die Leverage Ratio erwartet N26 für 2023 Leicht rückläufig, die Liquidity Coverage Ratio wird derzeit nicht geplant.

Die Eigenkapitalausstattung ist aus Sicht der N26 Bank ausreichend dimensioniert. Alle aufsichtlichen Anforderungen an eine angemessene Eigenmittelausstattung und die Erfüllung aufsichtsrechtlicher Kennzahlen sind gemäß der Planung 2023 gewährleistet. Für 2023 erwartet N26 eine harte Kernkapitalquote auf dem Niveau von 2022.

Country by Country Reporting gemäß § 26a KWG zum 31.12.2022 der N26 Bank GmbH

Einleitung

In § 26a Absatz 1 Satz 2 KWG wurde die Anforderung der EU Richtlinie 2013/36/EU Capital Requirements Directive (CRD IV) in deutsches Recht umgesetzt. Demnach haben CRR-Institute in einem Country by Country Reporting folgende Informationen zu veröffentlichen:

die Firmenbezeichnungen, die Art der Tätigkeiten und die geografische Lage der Niederlassungen

den Umsatz

die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten

Gewinn oder Verlust vor Steuern

Steuern auf Gewinn oder Verlust

Erhaltene öffentliche Beihilfen

Als Umsatz wird das in den Einzelabschluss nach HGB einbezogene Zinsergebnis und Provisionsergebnis vor Risikovorsorge sowie Verwaltungsaufwendungen angegeben. Als Verlust vor Steuern wird das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Verlustübernahme angegeben.

Die Anzahl der Beschäftigten wird auf Basis der Anzahl der Angestellten zum Stichtag angegeben.

Land Umsatz Anzahl der Beschäftigten Gewinn(+)/Verlust (-)vor Steuern Steuern auf Verlust Erhaltene öffentliche Beihilfen
(in TEuro) (in TEuro) (in TEuro) (in TEuro)
Deutschland 174.904,4 78 54,7 - -
Spanien 5.314,6 17 - - -
Italien 7.216,7 16 0,1 - -
Frankreich -18,8 15 - - -
Name der Gesellschaft Art der Tätigkeit Sitz/Ort Land
N26 Bank GmbH, Deutschland Kreditinstitut Berlin Deutschland
N26 Bank GmbH, Sucursal en Espana Kreditinstitut Madrid Spanien
N26 Bank GmbH, Filiale Italiana Kreditinstitut Mailand Italien
N26 Bank GmbH, Succursale France Kreditinstitut Paris Frankreich

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die N26 Bank AG, Berlin

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der N26 Bank AG, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der N26 Bank AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1.

Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft

2.

Provisionsergebnis

3.

Rückstellung für das Risiko aus Ordnungswidrigkeitsverfahren

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

1.

Sachverhalt und Problemstellung

2.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3.

Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

(1) Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft

1 Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Posten "Forderungen an Kunden" Kreditforderungen in Höhe von € 2.768,6 Mio (34,8 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Für das Kreditportfolio hat die Gesellschaft eine bilanzielle Risikovorsorge bestehend aus Einzel- und Pauschalwertberichtigungen gebildet Die Bemessung der Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft wird insbesondere durch die Struktur und Qualität der Kreditportfolien, gesamtwirtschaftliche Einflussfaktoren und die Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich zukünftiger Kreditausfälle bestimmt. Die Höhe der Einzelwertberichtigungen bei den Kundenforderungen entspricht der Differenz zwischen dem noch ausstehenden Kreditbetrag und dem niedrigeren Wert, der ihm am Abschlussstichtag beizulegen ist. Bestehende Sicherheiten werden berücksichtigt. Pauschalwertberichtigungen werden für vorhersehbare, aber noch nicht bei einzelnen Kreditnehmern konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft von Kreditinstituten gebildet. Dazu wird für nicht einzelwertberichtigte Kredite eine Pauschalwertberichtigung in Höhe des erwarteten Verlusts für einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten gebildet, es sei denn das Kreditausfallrisiko hat sich seit Zugang signifikant erhöht. Bei einer signifikanten Erhöhung des Kreditausfallrisikos seit Zugang wird für nicht einzelwertberichtigte Kredite eine Pauschalwertberichtigung für die über die Restlaufzeit erwarteten Verluste der betreffenden Kredite gebildet. Die Wertberichtigungen im Kundenkreditgeschäft sind zum einen betragsmäßig für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft von hoher Bedeutung und zum anderen mit erheblichen Ermessenspielräumen der gesetzlichen Vertreter verbunden. Darüber hinaus haben die angewandten, mit wesentlichen Unsicherheiten behafteten Bewertungsparameter einen bedeutsamen Einfluss auf die Bildung bzw. die Höhe gegebenenfalls erforderlicher Wertberichtigungen. Vor diesem Hintergrund war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir zunächst die Ausgestaltung des relevanten internen Kontrollsystems der Gesellschaft beurteilt und darauf aufbauend die Funktionsfähigkeit der Kontrollen getestet. Dabei haben wir die Geschäftsorganisation, die IT Systeme und die relevanten Bewertungsmodelle berücksichtigt. Darüber hinaus haben wir die Bewertung der Kundenforderungen, einschließlich der Angemessenheit geschätzter Werte, beurteilt. Ferner haben wir zur Beurteilung der Einzel- und Pauschalwertberichtigungen die von der Gesellschaft angewandten Berechnungsmethoden sowie die zugrundeliegenden Annahmen und Parameter gewürdigt. Auf Basis der von uns durchgeführten Prüfungshandlungen konnten wir uns insgesamt von der Vertretbarkeit der bei der Überprüfung der Werthaltigkeit des Kreditportfolios von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen sowie der Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Kontrollen der Gesellschaft überzeugen.

3 Die Angaben der Gesellschaft zur Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft sind in den Abschnitten "2.2 Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden" und "4.7 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft" des Anhangs enthalten.

2 Provisionsergebnis

1 Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Posten "Provisionserträge" Erträge in Höhe von € 165,4 Mio (69,4 % der Erträge vor Verlustübernahme) sowie unter dem Posten "Provisionsaufwand" Aufwendungen in Höhe von € 42,6 Mio (17,8 % der Aufwendungen) ausgewiesen. Das Provisionsergebnis der Gesellschaft ist mit einem positiven Beitrag von € 122,8 Mio zum Jahresergebnis betragsmäßig bedeutend für die Ertragslage der Gesellschaft. Aufgrund der Komplexität der für die zutreffende Erfassung und Abgrenzung der Provisionserträge und des Provisionsaufwands erforderlichen IT-Systeme sowie der zugrundeliegenden Verträge und der relativen Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft war das Provisionsergebnis im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir zunächst die Ausgestaltung des relevanten internen Kontrollsystems sowie die automatisierten Prozesse der Gesellschaft beurteilt und darauf aufbauend die Funktionsfähigkeit der Kontrollen getestet. Dabei haben wir die Geschäftsorganisation und die IT Systeme berücksichtigt. Ferner haben wir die zugrundeliegenden wesentlichen Verträge sowie einzelne Bestandteile der Provisionserträge und des Provisionsaufwands in Stichproben untersucht und die zutreffende Erfassung und Abgrenzung der Provisionserträge und des Provisionsaufwands nachvollzogen. Auf Basis der von uns durchgeführten Prüfungshandlungen konnten wir uns insgesamt von der Angemessenheit der zur Ermittlung des Provisionsergebnisses maßgeblichen Prozesse und Methoden sowie der Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Kontrollen der Gesellschaft überzeugen.

3 Die Angaben der Gesellschaft zum Provisionsergebnis sind im Abschnitt "4.2 Provisionsergebnis" des Anhangs enthalten.

3 Rückstellung für das Risiko aus Ordnungswidrigkeitsverfahren

1 Im Jahresabschluss der Gesellschaft wird unter dem Posten "sonstige Rückstellungen" eine Rückstellung für ein Ordnungswidrigkeitsverfahren in Höhe von € 10 Mio ausgewiesen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat im Jahr 2022 im Zusammenhang mit nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig bearbeiteten Verdachtsfällen nach § 56 Abs. 1 S. 1 Nr. 69 GwG ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die N26 Bank AG eingeleitet. Die Bemessung der Rückstellung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Die Einschätzung, ob und ggf. in welcher Höhe die Passivierung einer Rückstellung zur Abdeckung des Risikos aus Rechtsstreitigkeiten erforderlich ist, ist dabei in hohem Maße durch Unsicherheiten geprägt. Das von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gegen die N26 Bank AG geführte Verfahren war vor allem aufgrund der Höhe des potenziellen Bußgeldes aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das von der Gesellschaft angewandte Vorgehen, das die Erfassung, die Risikoeinschätzung, die Bewertung sowie die bilanzielle Darstellung des Ordnungswidrigkeitsverfahrens umfasst, beurteilt. Die Ermittlung der Rückstellung haben wir nachvollzogen. Unsere Beurteilung berücksichtigte die im Rahmen unserer regelmäßigen Gespräche mit dem Vorstand und der Finanzabteilung der Gesellschaft erlangten Erkenntnisse sowie die uns schriftlich zur Verfügung gestellte Einschätzung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft zum Verfahrensausgang. Zum laufenden Ordnungswidrigkeitsverfahren haben wir darüber hinaus eine externe Rechtsanwaltsbestätigung zum Bilanzstichtag eingeholt, die die von der Gesellschaft getroffene Risikoeinschätzung stützt. Auf Basis der von uns durchgeführten Prüfungshandlungen konnten wir uns insgesamt von der Angemessenheit des Vorgehens zur Bemessung der Rückstellung überzeugen.

• Die Angaben der Gesellschaft zur Rückstellung für das Risiko aus Ordnungswidrigkeitsverfahren sind in den Abschnitten "2.10 Verbindlichkeiten und Rückstellungen" und "3.12 Rückstellungen" des Anhangs enthalten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von den Gesellschaftern am 14. Oktober 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 12. Dezember 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2016 als Abschlussprüfer der N26 Bank AG, Berlin, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Quade.

 

Berlin, den 31. Mai 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Quade, Wirtschaftsprüfer

ppa. Andi Brüggemann, Wirtschaftsprüfer

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 24. August 2023 festgestellt.

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Aufsichtsrat der N26 AG hat seine Aufgaben seit Ende 2022 aufgenommen. Mit der vorherigen Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und ihrer gegebenen Governance-Struktur hatte die N26 GmbH einen Beirat mit Vertretern, die von wichtigen N26 Gesellschaftern ernannt wurden. Auf der Tochterunternehmensebene hatte auch die N26 Bank GmbH seit Erhalt ihrer Banklizenz im Jahr 2016 einen Beirat.

Der neue Aufsichtsrat der N26 AG (der "Aufsichtsrat") wurde im Oktober 2022 konstituiert in Erwartung der Umwandlung der Rechtsform von N26 von einer GmbH in eine Aktiengesellschaft (AG), was den Weg für N26 ebnete, in Zukunft ein Europäisches Unternehmen (SE) zu werden.

Im Juni 2022 wurde N26 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als eines der ersten Finanztechnologieunternehmen in Deutschland eine Lizenz als Finanzholdinggesellschaft erteilt. Dies stellte nicht nur einen wichtigen Schritt für das gesamte Unternehmen dar, sondern erforderte auch die Implementierung einer neuen Governance-Struktur für die Holding und das Banktochterunternehmen. Dies war ein deutlicher Meilenstein für N26.

Der neue Aufsichtsrat besteht aus fünf Mitgliedern mit sehr unterschiedlichen Hintergründen. Die Mitglieder haben verschiedene akademische und berufliche Hintergründe. Jeder von ihnen verfügt über langjährige Erfahrung und relevantes Management-Know-how in leitenden Positionen in verschiedenen Branchen, einschließlich Finanzdienstleistungen und Banken. Darüber hinaus wurde sichergestellt, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats Erfahrung in Beratungs- und Aufsichtsratsfunktionen haben und die Dynamik und Herausforderungen von Start- oder Scale-up-Umgebungen verstehen, die durch eine Kombination aus Regeln, Vorschriften und Innovationen beeinflusst werden. Alle Mitglieder haben zuvor einen Fit-&-Proper-Prozess mit der BaFin durchlaufen.

Der neue Aufsichtsrat übernahm ursprünglich seine Verantwortung mit sofortiger Wirkung im Oktober 2022. Die formale Arbeit des Aufsichtsrats der N26 AG begann mit seiner Wahl am 14. Oktober 2022. Der Aufsichtsrat wählte auf seiner konstituierenden Sitzung Marcus W. Mosen zum Vorsitzenden und Jörg Gerbig zum stellvertretenden Vorsitzenden. Weitere Aufsichtsratsmitglieder waren Dr. Barbara Roth, Dr. Julian Deutz und Dr. Robert Kilian. Der Aufsichtsrat der N26 Bank AG, der ebenfalls im Oktober 2022 gewählt wurde, bestand aus drei Personen: Valentin Stalf (Vorsitzender), Marcus W. Mosen (stellvertretender Vorsitzender) und Dr. Robert Kilian. Am 9. Januar 2023 wurde Marcus W. Mosen zum neuen Vorsitzenden gewählt und Deborah Carlson-Burkart wurde als neuestes Mitglied in den Aufsichtsrat der N26 Bank AG gewählt. Im Mai 2023 wurde Dr. Barbara Roth ebenfalls ernannt, um den Aufsichtsrat der N26 Bank AG zu verstärken.

Als eine seiner ersten Aufgaben bildete der Aufsichtsrat einen Gemeinsamen Risiko- und Prüfungsausschuss einen Nominierungsausschuss, einen Vergütungskontrollausschuss und einen Regulierungsausschuss (siehe unten). Der Regulierungsausschuss wurde als Konsequenz der Prioritätensetzung des Vorstands gebildet, wobei die Bedeutung aller regulatorischen und Compliance-Aspekte von N26 als Bank betont wurden. Alle regulatorischen Anforderungen und Probleme haben für den Aufsichtsrat äußerst hohe Priorität. Dies wurde der BaFin von Seiten des Aufsichtsrats bereits mehrfach direkt mitgeteilt.

Der Aufsichtsrat war in der Lage, schnell Verfahren zur Überwachung und Unterstützung des Vorstands bei seinen laufenden Herausforderungen und strategischen Initiativen einzurichten. Die konstituierenden Sitzungen des Vergütungs-, Nominierungs- und Regulierungsausschusses fanden am 15. November 2023 statt. Die konstituierende Sitzung des Gemeinsamen Risiko- und Prüfungsausschusses fand am 8. Dezember 2023 statt. Die erste Sitzung des gesamten Aufsichtsrats fand als persönliche Sitzung am 15. November 2022 in Berlin statt. Einige der Hauptthemen, die bei der Sitzung diskutiert wurden, waren die finanzielle Leistung und der Vorschlag eines neuen Geschäftsplans, mit dem N26 auf ein Break-even-Szenario abzielt, ohne eine weitere Finanzierungsrunde durchführen zu müssen. Darüber hinaus gaben der Vorstand und das Executive Leadership Team ein umfassendes Geschäftsupdate. Jede der Funktionen für Regulierung, Compliance und interne Revision gab ebenfalls Updates bei der Sitzung.

Neben den formellen Vorstands- und Ausschusssitzungen haben der Vorsitzende des Aufsichtsrats und die Vorsitzenden der Ausschüsse einen regelmäßigen Informationsaustausch mit dem Vorstand außerhalb von Sitzungen etabliert, um aktuelle Entwicklungen, Risikomanagement und Compliance oder strategische Projekte zu besprechen und - bei Bedarf - auch ad-hoc Themen. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat direkte Kommunikationskanäle - auch wie gesetzlich vorgeschrieben - mit dem Leiter der Internen Revision und dem Geldwäschebeauftragten sowie dem Leiter der Compliance etabliert.

Die ersten drei Monate der Arbeit des Aufsichtsrats, bis Ende 2022, waren stark darauf ausgerichtet, einen Überblick über alle laufenden regulatorischen Gespräche und Themen zu erhalten. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats und des Regulierungsausschusses traten in diesem Zusammenhang auch in einen Dialog mit dem Sonderbeauftragten, den die BaFin für die N26 bestellt hat, um den Fortschritt bei allen Compliance- und Geldwäscheangelegenheiten zu überwachen. Darüber hinaus bleiben Änderungen im Vorstand ein prioritäres Thema, bei dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Nominierungsausschuss eng und effektiv mit dem N26 Vorstand zusammenarbeiten, um Lösungen zu erarbeiten. Darüber hinaus bietet der Aufsichtsrat weiterhin Beratung zu den meisten Themen rund um strategische Geschäftsentwicklung und zur weiteren Stärkung der Governance-Strukturen im Unternehmen an.

Was die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Jahr 2022 betrifft:

Der Vorstand der N26 AG hat die Jahresabschlüsse, die Konzernabschlüsse und den zusammengefassten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 gemäß den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Darüber hinaus hat der Vorstand der N26 Bank AG die Jahresabschlüsse und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 gemäß den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs, des Aktiengesetzes und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute aufgestellt.

Die von der Hauptversammlung gewählte Prüfungsgesellschaft, PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Berlin, hat die Jahresabschlüsse und den Lagebericht geprüft und ein uneingeschränktes Testat ausgestellt. Der Prüfer führte die Prüfung gemäß den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Prüfung durch, die vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgelegt wurden.

Der Aufsichtsrat hat die oben genannten Dokumente eingehend geprüft. Alle Jahresabschlussdokumente und Prüfberichte wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Die Jahresabschlussdokumente wurden vom Aufsichtsrat in Anwesenheit des verantwortlichen Prüfers eingehend diskutiert. Der Prüfer berichtete über die wichtigsten Ergebnisse der Prüfung. Der Prüfer ging auch auf den Umfang und den Schwerpunkt der Prüfung ein. Der Aufsichtsrat nahm das Prüfungsergebnis zur Kenntnis, genehmigte es und stellte nach Abschluss seiner eigenen Prüfung fest, dass keine Einwände erhoben wurden.

Die von der Geschäftsleitung aufgestellten und vom Jahresabschlussprüfer geprüften Jahres- und Konzernabschlüsse sowie der zusammengefasste Konzernlagebericht und der Lagebericht der N26 Bank AG wurden vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 7. Juni 2023 genehmigt. Die Jahresabschlüsse werden somit angenommen. Der Aufsichtsrat stimmt dem Vorschlag des Vorstands zu, das Jahresergebnis für 2022 vorzutragen.

Ich möchte allen meinen Kolleginnen und Kollegen im Aufsichtsrat für ihre pragmatische und kooperative Arbeitsweise danken. Ich schätze weiterhin unsere offene Kommunikation und den Informationsaustausch. Dies gilt auch für den Vorstand der N26 AG und das gesamte Executive Leadership Team sowie die vielen anderen Mitarbeiter von N26, die die wichtige Arbeit des Aufsichtsrats täglich unterstützen.

Im Namen des Aufsichtsrats

 

Berlin, 7. Juni 2023

Marcus W. Mosen

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