Stammdaten

Register
Amtsgericht Hannover HRB 61051
Vorher
VHV Holding AG
Eingetragen
19.5.2003
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
die Gründung, der Erwerb, die Veräußerung und die Verwaltung von Unternehmen aller Rechtsformen und Wirtschaftszweige, von Grundstücken und sonstigen Vermögensgegenständen sowie die Vornahme aller damit zusammenhängenden Rechtsgeschäfte. Die Gesellschaft ist berechtigt, vermittelnd und beratend in diesem Bereich tätig zu werden.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Alexandra Seidler
seit 27.10.2025
Prokura
Prokura
Prokura
Arndt Bickhoff
seit 11.6.2024
Vorstandsmitglied
Ulrich Schneider
seit 11.6.2024
Vorstandsmitglied
Sebastian Stark
seit 11.6.2024
Vorstandsmitglied
Thomas Voigt
seit 11.6.2024
Vorsitzender des Vorstands
Nancy Hetzke
seit 24.11.2021
Prokura
Prokura
Prokura
Christian Dorka
seit 26.2.2020
Prokura
Henrik Metzlaff
seit 30.5.2016
Prokura
Frank Hoffmeyer
seit 21.2.2012
Prokura
Prokura

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

VHV Holding SE (vormals: VHV Holding AG)

Hannover

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

AG Aktiengesellschaft
AktG Aktiengesetz
ALM Asset-Liability-Management
BIP Bruttoinlandsprodukt
CRO Chief Risk Officer
DeckRV Verordnung über Rechnungsgrundlagen für die Deckungsrückstellungen (Deckungsrückstellungsverordnung)
EDV Elektronische Datenverarbeitung
ESG Nachhaltigkeitskriterien (Environment, Social, Governance)
EU Europäische Union
Eucon GmbH Eucon GmbH, Münster
Fed Federal Reserve System
GDV Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., Berlin
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
HC Hannoversche-Consult GmbH, Hannover
HDV Hannoversche Direktvertriebs-GmbH, Hannover
HGB Handelsgesetzbuch
HL Hannoversche Lebensversicherung AG, Hannover
HRB Handelsregister Abteilung B
IDW Institut der Wirtschaftsprüfer
IKS Internes Kontrollsystem
IT Informationstechnik
NRV Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG, Mannheim
ORSA Own Risk and Solvency Assessment
RfB Rückstellung für Beitragsrückerstattung
Securess Versicherungsmakler Securess Versicherungsmakler GmbH, Essen
TEUR Tausend Euro
URCF Unabhängige Risikocontrollingfunktion
US United States
USA United States of America
VAV VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft, Wien / Österreich
VHV a.G. VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung a.G., Hannover
VHV Allgemeine VHV Allgemeine Versicherung AG, Hannover
VHV digital services VHV digital services AG, Hannover
VHV Holding VHV Holding AG, Hannover
VHV Konzern VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung a.G. / Konzern, Hannover
VHV solutions VHV solutions GmbH, Hannover
VVH VVH Versicherungsvermittlung Hannover GmbH, Hannover
WAVE WAVE Management AG, Hannover

GLOSSAR *)

A

Abgewickelte / bilanzielle Schadenquote

Die abgewickelte / bilanzielle Schadenquote ist der in Prozent ausgewiesene Anteil der im Geschäftsjahr angefallenen Aufwendungen für Versicherungsfälle, einschließlich der Aufwendungen aus der Abwicklung der in den Vorjahren angefallenen Versicherungsfälle, an dem verdienten Beitrag.

Abwicklung

Die Abwicklung ist die Differenz aus in den Vorjahren gebildeten Schadenrückstellungen und den daraus im Berichtsjahr geleisteten Schadenzahlungen sowie den im Berichtsjahr neu gebildeten Schadenrückstellungen.

Anwartschaftsbarwertverfahren

Es handelt sich um ein versicherungsmathematisches Bewertungsverfahren für Verpflichtungen aus betrieblicher Altersversorgung, bei dem zu jedem Bewertungsstichtag nur der Teil der Verpflichtung bewertet wird, der bereits erdient ist.

B

Beiträge

Die gebuchten Beiträge stellen den Bruttoumsatz im Prämiengeschäft dar und beinhalten die Beiträge der Kunden zu den entsprechenden Versicherungsprodukten. Der verdiente Beitrag beinhaltet die auf das Geschäftsjahr entfallenden Beiträge, zuzüglich der Überträge des Vorjahres und abzüglich der Überträge in Folgejahre.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandsprodukt gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen an, die in einem Jahr innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Bei der Berechnung werden Güter, die nicht direkt weiterverwendet, sondern auf Lager gestellt werden, als Vorratsveränderung berücksichtigt.

C

Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote)

Die Combined Ratio ist der Quotient aus Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb und Schadenaufwendungen (einschließlich Abwicklung) zu den verdienten Beiträgen.

D

Deckungsrückstellung

Deckungsrückstellungen sind die aus dem Lebensversicherungsvertrag oder einem anderen Vertrag mit lang andauerndem Versicherungsschutz resultierenden Verpflichtungen.

E

Eigenmittel

Gesamtheit des freien, unbelasteten Vermögens, welches zur Bedeckung der Solvenzkapital- und Mindestkapitalanforderung dient.

G

Gewinnzerlegung

In der Gewinnzerlegung wird der Rohüberschuss nach seinen Quellen aufgeteilt. Somit gibt die Gewinnzerlegung im Rahmen der Nachkalkulation Auskunft darüber, woher der Überschuss stammt. Dabei wird für jede Ergebnisquelle der tatsächliche Geschäftsverlauf den bei der Beitragsfestsetzung zugrunde gelegten Rechengrößen gegenübergestellt.

N

Nettoergebnis aus Kapitalanlagen

Die Erträge aus Kapitalanlagen abzüglich der Aufwendungen für Kapitalanlagen ergeben das Nettoergebnis.

Nettoverzinsung

Die Nettoverzinsung ist definiert als Quotient aus sämtlichen Erträgen der Kapitalanlagen abzüglich der Aufwendungen für Kapitalanlagen und dem mittleren Bestand der Kapitalanlagen zum Jahresanfang und zum Jahresende.

P

Produktivität

Die Produktivität entspricht dem Verhältnis der bearbeiteten Verträge zu den internen und externen Beschäftigungsgraden.

R

Rechnungszins

Der Rechnungszins ist eine Rechnungsgrundlage für die Berechnung der Beiträge und der Deckungsrückstellungen in der Lebensversicherung. Der höchstzulässige Rechnungszins für Deckungsrückstellungen im Neugeschäft wird in der DeckRV festgelegt.

Risikotragfähigkeit

Die Risikotragfähigkeit ist die Fähigkeit eines Unternehmens, die aus den eingegangenen Risiken resultierenden unerwarteten Verluste mit dem definierten Sicherheitsniveau abdecken zu können. Übersteigen die Eigenmittel den Risikokapitalbedarf, so ist die Risikotragfähigkeit gegeben. Die Risikotragfähigkeit wird definiert über die Bedeckung des Risikokapitalbedarfs durch die Eigenmittel.

Rohüberschuss

Mehrbetrag der Erträge über den Aufwendungen vor Dotierung der Rückstellung für Beitragsrückerstattung und der Direktgutschriften sowie der Rücklagen und der Dividenden in der Lebensversicherung.

Rückstellung für Beitragsrückerstattung

Es handelt sich um eine versicherungstechnische Rückstellung, die den Anspruch der Versicherungsnehmer auf zukünftige Überschussbeteiligungen abbildet, soweit er aufgrund ausgewiesener Überschüsse bereits entstanden ist oder durch rechtliche Verpflichtungen unabhängig davon besteht.

Rückversicherung

Vertrag oder Verträge, die den Transfer von versicherungstechnischem Risiko zum Gegenstand haben und die ein (Erst-)Versicherungsunternehmen mit einem anderen Versicherungsunternehmen schließt.

S

Schadenquote

Quotient aus Aufwendungen für Versicherungsfälle und verdienten Beiträgen.

Schwankungsrückstellung

Versicherungstechnische Rückstellung in der Schaden- und Unfallversicherung sowie in der Rückversicherung, die zum Ausgleich der Volatilitäten im Schadenverlauf im handelsrechtlichen Jahresabschluss gebildet wird.

Solvabilität

Solvabilität ist die Ausstattung eines Versicherungsunternehmens mit Eigenmitteln, die dazu dienen, Risiken des Versicherungsgeschäfts abzudecken und somit die Ansprüche der Versicherungsnehmer auch bei ungünstigen Entwicklungen zu sichern.

Solvency II

Solvency II ist das aktuell gültige Aufsichtsregime, das u. a. weiterentwickelte Solvabilitätsanforderungen für Versicherungsunternehmen/-gruppen definiert, denen eine ganzheitliche Risikobetrachtung zugrunde liegt. Ausgangsbasis ist die Solvabilitätsübersicht, in der die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu Marktwerten anzusetzen sind. Zusätzlich umfasst Solvency II umfangreiche qualitative Anforderungen an das Governance-System sowie erweiterte Berichtspflichten von Versicherungsunternehmen/-gruppen.

Stornoquote

Die Stornoquote gibt den Prozentsatz der vor Vertragsablauf gekündigten oder beitragsfrei gestellten Verträge von Versicherungen an.

Strategische Kapitalanlageallokation

Unter der strategischen Kapitalanlageallokation wird die Zielgewichtung der einzelnen Anlagekategorien verstanden. Die strategische Kapitalanlageallokation stellt sicher, dass die langfristigen Zielsetzungen bei der konkreten Ausgestaltung des Portfolios ausreichend berücksichtigt werden.

Stückkosten

Die Stückkosten entsprechen dem Verhältnis der angefallenen Personal- und Sachkosten zu den bearbeiteten Verträgen.

U

Unisex

Versicherungstarif, der das Geschlecht des Versicherungsnehmers in der Risikobewertung außer Acht lässt.

V

Value at Risk (VaR)

Spezifisches Risikomaß mit Anwendungen im Bereich der Finanzrisiken (Risiko), insbesondere der versicherungswirtschaftlichen Risiken. Ausgehend von einem fixierten Zeitintervall und einer vorgegebenen Ausfallwahrscheinlichkeit (Konfidenzniveau) ist der VaR einer Finanzposition diejenige Ausprägung der Verlusthöhe, die mit der vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.

Verwaltungskostenquote

Die Verwaltungskostenquote ist das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zu den verdienten Bruttobeiträgen.

LAGEBERICHT

VHV HOLDING AG

GESCHÄFTSMODELL

Das Geschäftsmodell der VHV Holding besteht in der Konzernplanung und operativen Steuerung der Tochtergesellschaften der VHV Gruppe sowie der Verwaltung diverser Beteiligungen.

Die Gesellschaft ist in Hannover ansässig.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Jahr 2023 im Spannungsfeld zwischen weiterhin hohen, aber rückläufigen Inflationsraten und einer nachlassenden konjunkturellen Dynamik. Die Wachstumsrate des globalen BIP verlangsamte sich im Jahr 2023 auf 3,1 % nach 3,5 % im Vorjahr. Das BIP der USA legte im Jahr 2023 um 2,5 % zu, jenes der Eurozone um 0,1 %. In Deutschland kam es hingegen zu einer Rezession. Die Wirtschaftsleistung hierzulande schrumpfte um 0,3 % und entwickelte sich damit deutlich schwächer als die Wirtschaftsleistung Frankreichs (+0,7 %), Italiens (+0,5 %) und Spaniens (+2,0 %). Die türkische Wirtschaft stand unter dem Einfluss hoher Inflation und einer schwachen Landeswährung.

Die beiden führenden asiatischen Volkswirtschaften, Japan und China, vermeldeten für das Jahr 2023 ein BIP-Wachstum in Höhe von 1,9 % bzw. 5,2 %.

Die Inflationsraten bewegten sich im Jahr 2023 weiterhin auf erhöhten Niveaus, entwickelten sich insgesamt jedoch rückläufig. Sinkende Energiepreise trugen zu dieser Entwicklung maßgeblich bei. Die Eurozone wies für das Gesamtjahr eine Inflationsrate in Höhe von 5,4 % aus, in Deutschland betrug die Teuerungsrate im Jahresdurchschnitt 5,9 %. Vergleichbar entwickelten sich die Preise in Frankreich (+5,7 %), Italien (+5,7 %) und Spanien (+3,4 %). Die US-Inflationsrate sank auf 3,4 %. Die Kerninflationsrate in der Eurozone - ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln - lag zum Jahresultimo im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 3,4 %.

Versicherungswirtschaftliches Umfeld

Gemäß der mit Stand November veröffentlichten Hochrechnung des GDV kann für das Geschäftsjahr 2023 im direkt abgeschlossenen inländischen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft mit einem Beitragswachstum von 6,7 % bei einer Zunahme der Geschäftsjahresschadenaufwendungen von 12,7 % gerechnet werden.

Die Combined Ratio wird im Geschäftsjahr 2023 bei ca. 98 % und damit über dem Vorjahresniveau erwartet.

In der Kraftfahrtversicherung zeichnet sich laut Prognose des GDV eine Zunahme der Beitragseinnahmen um 4,1 % bei einer erheblichen Zunahme der Geschäftsjahresschadenaufwendungen um 13,6 % ab. Die signifikante Zunahme des Schadenaufwands ist sowohl auf die Kraftfahrt-Haftpflicht- als auch insbesondere auf die Kaskosparten zurückzuführen (Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung: +11,5 %, Vollkasko-Versicherung: +16,5 %, Teilkasko-Versicherung: +16,5 %). Die Zunahme resultiert laut GDV, neben einer im Vergleich zum Vorjahr angestiegenen Schadenhäufigkeit, aus einem deutlichen Anstieg des Schadendurchschnitts, insbesondere bedingt durch die hohe Inflation, die weiterhin äußerst dynamische Entwicklung der Kraftfahrzeug-Ersatzteilpreise sowie die Engpässe in Werkstätten und bei Mietwagen. Infolge der Hagelereignisse aus August 2023 wird zudem von einem überdurchschnittlichen Elementarschadenjahr ausgegangen. Ein nahezu unverändertes Abwicklungsergebnis und eine nahezu unveränderte Kostenquote unterstellt, würde laut GDV für die Kraftfahrtversicherung insgesamt ein versicherungstechnisches Ergebnis von ca. EUR -2,9 Mrd. (Vorjahr: ca. EUR -400 Mio.) und eine Combined Ratio von 110 % (Vorjahr: 101,2 %) resultieren.

Gemäß den vorläufigen Angaben des GDV aus dem Januar 2024 verringerten sich die gebuchten Bruttobeiträge der Lebensversicherung im Geschäftsjahr 2023. Es zeichnet sich der Trend eines sinkenden Bestands gemessen an den Verträgen für 2023 ab, die laufenden Beiträge für ein Jahr blieben hingegen konstant.

Die beschriebenen Rahmenbedingungen beeinflussen über die Entwicklung der Dienstleistungsempfänger der VHV Gruppe den nachfolgend beschriebenen Geschäftsverlauf der VHV Holding.

Geschäftsentwicklung der VHV Holding und ihrer Tochtergesellschaften

Leicht über der Planung liegendes Ergebnis der VHV Holding.

In der Schaden-/Unfallversicherung eine steigende Beitragsentwicklung und ein gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhter Schadenaufwand, bedingt durch höhere Schadenstückzahlen, einem größeren Schadenaufwand aus Elementarschadenereignissen sowie ein inflationsbedingter Anstieg der Durchschnittsschäden.

In der Lebensversicherung beim Neugeschäft unter dem Vorjahr liegende Vertragszahlen und laufende Beiträge sowie im Bestand über Vorjahresniveau liegende Vertragszahlen und laufende Beiträge auf Vorjahresniveau.

Nettoertragsentwicklung der Kapitalanlagen über der Prognose.

Weitestgehend plangemäße Entwicklung bei den Digitalisierungsprojekten sowie der weiteren Großprojekte.

Schaden- und Unfallversicherung

Die VHV Allgemeine erzielte gemessen an der Hochrechnung des GDV von November 2023 unter Berücksichtigung ihrer Bestandszusammensetzung ein leicht unterdurchschnittliches Bestandswachstum bei leicht überdurchschnittlichem Beitragswachstum. Die Anzahl der Versicherungsverträge ist gegenüber dem Vorjahr um 0,6 % auf 10.947.610 Stück angestiegen. Der verdiente Bruttobeitrag erhöhte sich aufgrund des Bestandswachstums auf EUR 2.656,1 Mio. (Vorjahr: EUR 2.487,2 Mio.). Die Geschäftsjahresschadenquote im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft lag bei einem Geschäftsjahresschadenaufwand von EUR 2.145,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1.994,5 Mio.) mit 85,6 % über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 84,3 %). Die Zunahme des Schadenaufwands entsprach unseren Prognosen, lag aufgrund eines deutlichen Anstiegs der Schadenstückzahlen jedoch in der Höhe über unseren Erwartungen. Für die Erhöhung der Geschäftsjahresschadenquote waren neben höherer Schadenstückzahlen auch ein größerer Schadenaufwand aus Elementarschadenereignissen sowie ein inflationsbedingter Anstieg der Durchschnittsschäden ausschlaggebend. Die bilanzielle Schadenquote im selbst abgeschlossenen Geschäft verbesserte sich aufgrund eines erhöhten Abwicklungsergebnisses leicht von 74,8 % im Vorjahr auf 74,7 % im Geschäftsjahr. Die Combined Ratio im selbst abgeschlossenen Geschäft ist von 96,3 % im Vorjahr auf 96,6 % im Geschäftsjahr gestiegen.

Im in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft sind die verdienten Beiträge erwartungsgemäß von EUR 119,7 Mio. im Vorjahr auf EUR 149,7 Mio. im Geschäftsjahr gestiegen. Demgegenüber sind die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden im Vergleich zum Vorjahr um 94,0 % gestiegen, was ist im Wesentlichen auf Elementarschäden aus einem Erdbebenereignis in der Türkei im Geschäftsjahr zurückzuführen war. Die Geschäftsjahresschadenquote betrug 109,4 % (Vorjahr: 70,5 %). Unter Berücksichtigung eines positiven Abwicklungsergebnisses unter Vorjahresniveau und einer leicht gestiegenen Betriebskostenquote ergab sich eine Combined Ratio von 140,7 % (Vorjahr: 98,6 %). Nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen in Höhe von EUR 15,5 Mio. (Vorjahr: EUR 15,5 Mio.) ergab sich ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung von EUR -35,2 Mio. (Vorjahr: EUR -22,0 Mio.).

Der Gewinn nach Steuern von EUR 232,1 Mio. (Vorjahr: EUR 226,8 Mio.), der den Erwartungen entsprach, wurde im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrags vollständig an die VHV Holding abgeführt.

Ein starkes Wachstum an Neuverträgen und Kundenbeziehungen kennzeichneten einerseits das Geschäftsjahr 2023 der österreichischen VAV. Die verdienten Beiträge sind im Jahr 2023 um 21,2 % auf EUR 185,8 Mio. angestiegen. Andererseits führte insbesondere das hochinflationäre Umfeld (7,8 % im Jahr 2023) zu einem deutlichen Anstieg des durchschnittlichen Schadenaufwandes und in Kombination mit einer hohen Elementarschadenbelastung und Großschäden zu einem Rückgang des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von im Vorjahr EUR 10,8 Mio. auf EUR 1,3 Mio. und damit zu einem Ergebnis unterhalb der Unternehmensziele.

Lebensversicherung

Bei der HL sind die gebuchten Bruttobeiträge um 1,0 % von EUR 1.047,6 Mio. auf EUR 1.036,7 Mio. leicht gesunken. Entgegen dem Markttrend stieg der Versicherungsbestand von 1.113.935 Verträgen um 12.633 Verträge auf 1.126.568 Verträge. Die Stornoquote bezogen auf den Mittelwert des laufenden Beitrags ist mit 2,4 % (Vorjahr: 2,5 %) gesunken und liegt damit immer noch deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 4,7 % im Jahr 2023. Die Verwaltungskosten, bezogen auf die verdienten Bruttobeiträge, liegen mit 1,29 % auf Vorjahresniveau und voraussichtlich - auf Basis des Marktdurchschnitts 2022 und der Hochrechnung 2023 - deutlich unter dem Marktdurchschnitt von 2,40 %. Die Abschlusskosten, bezogen auf die Beitragssumme des Neugeschäfts, liegen mit 5,29 % deutlich über dem Vorjahr (4,80 %). Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen (ohne fondsgebundene Versicherungen) belief sich auf EUR 212,7 Mio. (Vorjahr: EUR 247,6 Mio.) und ergab damit eine Nettoverzinsung von 2,1 % (Vorjahr: 2,4 %). Der Rohüberschuss nach Steuern betrug EUR 388,0 Mio. (Vorjahr: EUR 420,3 Mio.). Davon führte die HL EUR 145,5 Mio. (Vorjahr: EUR 187,7 Mio.) der RfB zu und EUR 190,9 Mio. (Vorjahr: EUR 188,3 Mio.) wurden als Direktgutschrift ausgeschüttet. Auf den Jahresüberschuss entfielen EUR 52,2 Mio. (Vorjahr: EUR 44,3 Mio.).

WAVE

Die Kapitalanlagegesellschaft WAVE erreichte im Jahr 2023 ein Ergebnis, welches über dem Vorjahr lag. Ohne Berücksichtigung der performanceabhängigen Vergütung ist das Ergebnis ebenfalls gestiegen. In einigen Mandaten konnten performanceabhängige Vergütungen erreicht werden, die die Höhe des Geschäftsergebnisses 2023 positiv beeinflussten. Das Volumen der Assets under Management im institutionellen Drittkundengeschäft inkl. Publikumsfonds entwickelte sich 2023 positiv über Plan auf EUR 293 Mio. (Vorjahr: EUR 263 Mio.). Der Grund hierfür ist die Entwicklung der Anlagen in den Publikumsfonds. Im Geschäftsjahr ergaben sich im Wesentlichen Provisionserträge aus den Dienstleistungen mit verbundenen Unternehmen von EUR 23,2 Mio. (Vorjahr: EUR 20,8 Mio.). Analog zu den gestiegenen Assets under Management stiegen die Erträge aus Beratungs- und Dienstleistungen für Dritte von EUR 2,1 Mio. im Vorjahr auf EUR 2,2 Mio. im Geschäftsjahr infolge höherer Erträge aus Folgeprovisionen und Fondssteuerung. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen ergaben sich mit EUR 11,5 Mio. auf Vorjahresniveau (Vorjahr: EUR 11,5 Mio.). Per Saldo ergab sich für das Geschäftsjahr 2023 ein überplanmäßiges Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 14,3 Mio. (Vorjahr: EUR 11,4 Mio.), welches aufgrund der höheren performanceabhängigen Vergütung über dem Vorjahr lag. Dies entspricht dem Jahresergebnis, das im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrags an die VHV Holding abgeführt wird.

VHV Holding

Wesentliche Ergebnisquellen des Jahresüberschusses der VHV Holding in Höhe von EUR 156,0 Mio. (Vorjahr: EUR 39,1 Mio.) sind die Erträge aus den Gewinnabführungen der VHV Allgemeine mit EUR 232,1 Mio. (Vorjahr: EUR 226,8 Mio.) und der WAVE mit EUR 14,3 Mio. (Vorjahr: EUR 11,4 Mio.). Weitere Ergebnisquellen sind die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von EUR 2,0 Mio. (Vorjahr: EUR 2,0 Mio.) und der auf die konzernintern erbrachten Dienstleistungen anfallende Dienstleistungszuschlag in Höhe von EUR 1,0 Mio. (Vorjahr: EUR 1,0 Mio.). Den dargestellten Erträgen stehen unter anderem Aufwendungen aus der Abschreibung auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen in Höhe von EUR 1,6 Mio. (Vorjahr: EUR 79,1 Mio.) gegenüber.

ERTRAGSLAGE

Im Jahr 2023 betrugen die Umsatzerlöse aus Dienstleistungsverrechnungen EUR 193,6 Mio. (Vorjahr: EUR 198,5 Mio.). Weiterhin wurden Erträge aus der Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen in Höhe von EUR 13,0 Mio. (Vorjahr: EUR 9 Mio.) und sonstige betriebliche Erträge in Höhe von EUR 2,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1,1 Mio.) erzielt.

Der Materialaufwand betrug EUR 8,3 Mio. (Vorjahr: EUR 4,2 Mio.). Der Personalaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr von EUR 75,6 Mio. auf EUR 72,4 Mio. reduziert. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen betrugen EUR 11,0 Mio. (Vorjahr: EUR 12,0 Mio.). Weiterhin sind sonstige betriebliche Aufwendungen von EUR 152,4 Mio. (Vorjahr: EUR 160,7 Mio.) im Wesentlichen zur Erfüllung der Dienstleistungsverpflichtung angefallen.

Die Erträge aus Beteiligungen betrugen EUR 2,0 Mio. (Vorjahr: EUR 2,0 Mio.). Erträge aus Gewinnabführungsverträgen konnten in Höhe von EUR 247,2 Mio. (Vorjahr: EUR 238,8 Mio.) erzielt werden, was im Rahmen der Erwartungen lag. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens ergaben sich in Höhe von EUR 1,1 Mio. (Vorjahr: EUR 0,3 Mio.). Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge betrugen EUR 4,0 Mio. (Vorjahr: EUR 0,1 Mio.).

Nach Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von EUR 1,6 Mio. (Vorjahr: EUR 79,1 Mio.), Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von EUR 6,3 Mio. (Vorjahr: EUR 4,2 Mio.) und Berücksichtigung des Steueraufwands von insgesamt EUR 55,1 Mio. (Vorjahr: EUR 75,0 Mio.) wies die VHV Holding einen Jahresüberschuss von EUR 156,0 Mio. (Vorjahr: EUR 39,1 Mio.) aus, der über der vom Vorstand erwarteten Größenordnung lag.

VERMÖGENSLAGE

Die Bilanzsumme der VHV Holding betrug zum 31. Dezember 2023 EUR 2.241,4 Mio. (Vorjahr: EUR 2.058,8 Mio.).

Aktiva

Auf der Aktivseite erhöhten sich die Anteile und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen im Wesentlichen durch die Einzahlung in die Kapitalrücklage bei der VHV Allgemeine sowie durch eine Darlehensgewährung an die Eucon GmbH.

Eigenkapital

Das Eigenkapital der VHV Holding ist aufgrund des Jahresüberschusses 2023 von EUR 156,0 Mio. auf EUR 1.977,1 Mio. angestiegen.

Neben dem Eigenkapital erhöhten sich auf der Passivseite im Wesentlichen die Pensionsrückstellungen um EUR 11,5 Mio. auf EUR 159,2 Mio.

FINANZLAGE

Die Finanzlage der VHV Holding wird überwiegend durch die konzerninterne Dienstleistungs- und Finanzierungstätigkeit, durch das Projekt- und Beteiligungsgeschäft bestimmt.

Die Entwicklung der Cashflows wird laufend analysiert und auf Basis einer rollierenden Liquiditätsplanung überwacht. Darauf aufbauend werden ausreichende liquide Mittel in Form von laufenden Guthaben bei Kreditinstituten zur Erfüllung der laufenden Verpflichtungen vorgehalten. Im Rahmen einer Finanzierungsvereinbarung mit verbundenen Unternehmen räumen sich die Parteien zusätzlich die Möglichkeit ein, Liquiditätsausgleiche innerhalb der kurzfristigen Liquiditätssteuerung durchzuführen.

PERSONALBERICHT

Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt betrug im Geschäftsjahr 605 Personen (Vorjahr: 588 Personen).

Die Schwerpunkte der Personalarbeit im Geschäftsjahr 2023 lagen - wie bei den übrigen Konzernunternehmen - in den Themen Rekrutierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Mitarbeiterbindung. Weitere Themen waren die Begleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in strategischen Veränderungsprozessen, Weiterentwicklung der Führungskräftequalifikation sowie laufende fachliche und methodische Weiterqualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Arbeitsunfähigkeitsquote ist auf 4,2 % gesunken (Vorjahr: 4,6 %). Sie befindet sich weiterhin unter vergleichbaren Werten des Versicherungsmarkts (ca. 6,3 %). Die Quote an Mitarbeiterkündigungen liegt mit 4,3 % über dem Vorjahr (Vorjahr: 2,9 %).

Unser Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem persönlichen Einsatz, ihrem Wissen und ihren Erfahrungen die Herausforderungen des Jahres 2023 erfolgreich bewältigt haben. Dem Sprecherausschuss der leitenden Angestellten, dem Gesamtbetriebsrat und den örtlichen Betriebsräten dankt der Vorstand für die konstruktive, vertrauensvolle Zusammenarbeit.

ANGABEN ZUR FRAUENQUOTE

Aufgrund des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst ist die VHV Holding verpflichtet, Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils und Fristen zu deren Erreichung festzulegen. Für den Aufsichtsrat wurde eine Zielgröße von 11,1 % und den Vorstand eine Zielgröße von 0,0 % bestimmt. Der Aufsichtsrat wird sich intensiv bemühen, im Fall einer zukünftigen Neubesetzung im Vorstand geeignete weibliche Kandidatinnen zu berücksichtigen, um die Geschlechterproportionalität und Diversität im Vorstand zu erhöhen. Auf Ebene der Leitenden Angestellten (erste Führungsebene unterhalb des Vorstands) wurde eine Zielgröße von 14,0 % festgelegt. Auf Gruppenleiterebene (zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands) wurden 27,0 % beschlossen. Frist zur Erreichung der Zielgrößen ist der 30.06.2027. Die bisherige Zielquote für den Aufsichtsrat wurde im Geschäftsjahr 2023 mit 11,1 % erreicht. Für den Vorstand wurde die Zielquote erreicht und bei den leitenden Angestellten mit 17,7 % übertroffen. Bei den Gruppenleitern wurde die Zielquote mit 17,5 % jedoch nicht erreicht. Die strategischen Überlegungen zur Förderung weiblicher Führungskräfte sind in der nichtfinanziellen Erklärung des Konzernlageberichts der VHV Gruppe dargestellt.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS

Das Ergebnis vor Steuern der VHV Holding konnte erwartungsgemäß erheblich gesteigert werden, was bei einer den Erwartungen entsprechenden Ergebnisabführung der VHV Allgemeine im Wesentlichen aus deutlich geringeren Abschreibungen auf Finanzanlagen resultierte. Die Digitalisierungsprojekte sowie die weiteren Großprojekte verliefen im Wesentlichen planmäßig.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
RISIKOBERICHT

Das Geschäftsjahr war wie in der vorangegangenen Periode von inflationären Entwicklungen geprägt. Diese finden ihren Ursprung in den Auswirkungen der unterschiedlichen Kriegs- und Krisensituationen und veranlassten die EZB, ihre Geldpolitik kontinuierlich weiter zu straffen, während sich das Wirtschaftswachstum im Euroraum und in Deutschland immer weiter abschwächte. Die unterjährige Erhöhung des Renditeniveaus führte zunächst zu weiteren Kursverlusten bei festverzinslichen Wertpapieren. Ein spürbarer Renditerückgang an den Rentenmärkten in der zweiten Jahreshälfte führte zu einer Rückkehr zum Jahresanfangsniveau. Die erhöhten Inflationsraten hatten zugleich Auswirkungen auf den Schadenaufwand in der Schaden-/Unfallversicherung sowie auf das Neugeschäft.

Auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse bestehen keine entwicklungs- und bestandsgefährdenden Risiken. Aufgrund des andauernden Ukrainekriegs und den aktuellen Entwicklungen im Nahostkonflikt sind die Ausführungen zur Risikolage mit Unsicherheit behaftet.

Zielsetzung

Die VHV Holding misst dem Risikomanagement größte Bedeutung bei. Die Risikomanagementmethoden werden kontinuierlich weiterentwickelt. Das Risikomanagement dient der Sicherstellung der angemessenen Risikotragfähigkeit und damit der dauerhaften und nachhaltigen Existenzsicherung der VHV Holding. Ziele des Risikomanagements sind vor allem:

konsequente Etablierung der Risikokultur innerhalb der VHV Holding,

Unterstützung und Absicherung der Geschäftsstrategie,

Herstellung von Transparenz zu allen wesentlichen Risiken und angemessene Risikosteuerung,

Erfüllung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Risikomanagement.

Der Prognosezeitraum des Chancen- und Risikoberichts beträgt ein Jahr.

Risikostrategie

Die strategischen Vorgaben zum Risikomanagement sind in der Risikostrategie formuliert. Die Risikostrategie leitet sich aus der Geschäftsstrategie ab und regelt den Umgang mit den sich daraus ergebenden Risiken. Die Risikostrategie wird jährlich durch den Vorstand überprüft und verabschiedet. Die Risikostrategie dokumentiert, welche Risiken in der Verfolgung der Geschäftsstrategie bewusst eingegangen werden und wie diese zu steuern sind. Sie dient weiterhin der Schaffung eines übergreifenden Risikoverständnisses und der Etablierung einer konzernweiten Risikokultur. Das wichtigste Element einer gelebten Risikokultur ist der offene unternehmensinterne Austausch über die Risikolage. Durch eine eindeutige Zuordnung von Risikoverantwortung wird durch den Vorstand das Ziel verfolgt, die Risikokultur zu fördern, das Engagement der benannten Personen zu erhöhen und insgesamt die Transparenz durch klare Ansprechpartner sicherzustellen.

Organisation

Die Gesamtverantwortung für ein gruppenweit funktionierendes Risikomanagement liegt beim Vorstand der VHV a.G. sowie den jeweiligen Vorständen der Einzelgesellschaften, die eine aktive Rolle im Zuge des ORSA-Prozesses einnehmen. Die Verantwortung liegt insbesondere in

der Genehmigung der verwendeten Methoden,

der Diskussion und kritischen Durchsicht der Ergebnisse des ORSA-Prozesses,

der Genehmigung der Gesellschaftsrichtlinie zum Risikomanagement und des ORSA-Berichts.

Das Risk Committee ist als gesellschaftsübergreifendes Risikomanagementgremium in der VHV Gruppe eingerichtet. Die Hauptaufgabe des Risk Committees besteht darin, im Auftrag der Vorstandsorgane die konzerneinheitliche Weiterentwicklung der Risikomanagementsysteme, -methoden und -verfahren sicherzustellen. Das Risk Committee bietet zudem eine Plattform für die gesellschaftsübergreifende Diskussion der Risikolage und kann Entscheidungen initiieren. Dem Risk Committee gehören die Vorstände der VHV a.G., der VHV Holding, Vertreter der Tochtergesellschaften sowie die verantwortlichen Personen der URCF, der Compliance-Funktion und der internen Revision an.

Zusätzlich ist ein Unterausschuss des Risk Committees eingerichtet, der Hilfestellungen in technischen und operativen Fragestellungen zu den Risikomodellen gibt.

Die VHV Gruppe hat das ESG Committee eingerichtet, das die Etablierung eines gruppenweit einheitlichen Nachhaltigkeitsmanagements unter Berücksichtigung der regulatorischen Anforderungen steuert.

Nach dem Prinzip der Funktionstrennung wird innerhalb der VHV Holding die Verantwortung für die Steuerung von Risiken und deren unabhängige Überwachung aufbauorganisatorisch auf Ebene der Vorstandsressorts getrennt. Wenn eine Funktionstrennung unverhältnismäßig ist, werden stattdessen flankierende Maßnahmen (z. B. gesonderte Berichtswege) ergriffen.

In den Unternehmenseinheiten sind Risikoverantwortliche in strenger Funktionstrennung zur URCF benannt, die für die operative Steuerung der Risiken und die Einhaltung von Limiten verantwortlich sind. Durch eine eindeutige interne Zuordnung der Risikoverantwortung wird insbesondere das Ziel verfolgt, die Risikokultur im Unternehmen zu fördern.

Der Risikoausschuss des Aufsichtsrats dient der Unterstützung des Aufsichtsrats bei der Kontrolle des Risikomanagements sowie sämtlicher Schlüsselfunktionen inklusive deren Berichterstattung. In den Sitzungen der Risikoausschüsse werden die Risikostrategie und die Berichte der Schlüsselfunktionen unter Solvency II (URCF, VMF, Compliance-Funktion und interne Revision) mit dem Vorstand und den verantwortlichen Personen der Schlüsselfunktionen erörtert. Dies beinhaltet vor allem die Erörterung des ORSA-Berichts, des Berichts über Solvabilität und Finanzlage und der Ergebnisse der internen Überprüfung der Geschäftsorganisation. Darüber hinaus werden die Methoden und Instrumente der Schlüsselfunktionen sowie Veränderungen in der Organisation behandelt.

Aufgabe der URCF ist die operative Umsetzung eines konsistenten und effizienten Risikomanagementsystems. Die URCF wird zentral in einer Organisationseinheit unter Leitung der verantwortlichen Person der URCF ausgeübt. Die verantwortliche Person der URCF berichtet direkt an den jeweiligen Gesamtvorstand der Versicherungsunternehmen.

Für die Gewährleistung der Einhaltung von gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften ist die Compliance-Funktion zuständig. Zu den vier Kernaufgaben der Compliance-Funktion zählen die Beratungs-, Risikokontroll-, Überwachungs- und Frühwarnaufgabe. Zur Compliance-Funktion zählen im weiteren Sinne neben dem Chief Compliance Officer als verantwortliche Person weitere Mitarbeiter sowie Unternehmensbeauftragte und deren Mitarbeiter, die insbesondere die Themengebiete Aufsichts- und Kartellrecht, Vertriebsrecht, Versicherungsvertragsrecht, Geldwäschegesetz, Finanzsanktionen und Embargo, Datenschutzrecht, Steuerrecht und Anti-Fraud-Management abdecken.

Das Tax Compliance Management System dient der vollständigen und zeitgerechten Erfüllung der steuerlichen Pflichten und trägt zur steuerlichen Risikofrüherkennung und Risikominimierung bei. Der Leiter Rechnungswesen ist für den Betrieb des Tax Compliance Management Systems zuständig. Die Gesellschaftsrichtlinie Steuern beschreibt die Organisation des Tax Compliance Management Systems, legt die Rollen und Verantwortlichkeiten aller involvierten Organisationseinheiten fest und regelt steuerlich relevante Prozesse einheitlich. Die Operationalisierung erfolgt durch spezifische Gesellschaftsrichtlinien.

Das Themengebiet Datenschutz wird gemeinsam mit dem Informationssicherheitsmanagementsystem in einer eigenen Organisationseinheit bearbeitet, in der der für die inländischen Versicherungsunternehmen der VHV Gruppe bestellte betriebliche Datenschutzbeauftragte angesiedelt ist.

Die Geldwäsche- und Wirtschaftskriminalitätsbekämpfung (inklusive Finanzsanktionen und Embargo, Anti-Fraud-Management) werden in einer eigenen Organisationseinheit unter Leitung des Geldwäschebeauftragten wahrgenommen.

Die interne Revision prüft selbstständig und prozessunabhängig alle Geschäftsbereiche, Prozesse, Verfahren und Systeme innerhalb der VHV Holding auf Basis eines jährlich fortzuschreibenden risikoorientierten Prüfungsplans. Die interne Revision untersteht lediglich den Weisungen des Vorstands, bleibt jedoch in Ausübung ihrer Funktion unabhängig und objektiv. Sie hat dabei die folgenden Rechte und Pflichten:

die interne Revision beurteilt die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Sicherheit und Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse

die interne Revision erhält unverzüglich Kenntnis, wenn wesentliche Mängel erkannt oder wesentliche finanzielle Schäden aufgetreten sind oder ein konkreter Verdacht auf sonstige Unregelmäßigkeiten besteht.

Risikomanagementprozess

Den Risikomanagementprozess verstehen wir als die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen von der Risikoidentifikation bis zur Risikosteuerung.

Ziel der Risikoidentifikation ist die Erfassung und Dokumentation aller wesentlichen Risiken. Hierzu werden regelmäßig Risikoinventuren durchgeführt. Stichtagsbezogen erfolgt eine unternehmensweite Risikoerhebung, bei der halbjährlich sämtliche Risiken bei den Risikoverantwortlichen in allen Unternehmensbereichen und Projekten systemgestützt abgefragt und aktualisiert werden. Identifizierte Einzelrisiken werden durch die URCF plausibilisiert. Darüber hinaus erfolgt eine Erhebung von prozessorientierten Risiken auf Basis einer systemgestützten Geschäftsprozessdokumentation.

Zur unterjährigen Identifikation von Risiken oder wesentlichen Veränderungen bestehen zudem weitreichende Ad-hoc-Meldepflichten. Zusätzlich werden anlassbezogene Risikoanalysen bei risikorelevanten Vorhaben erstellt, deren Ergebnisse bei der Entscheidung durch den Vorstand berücksichtigt werden.

Unter Risikobewertung werden alle Methoden und Prozesse verstanden, die der Messung und Bewertung von identifizierten Risiken dienen. Die Bewertung von operationellen und strategischen Risiken sowie Reputationsrisiken erfolgt in der halbjährlichen Risikoerhebung über eine Expertenschätzung der Risikoverantwortlichen nach den Kriterien Eintrittswahrscheinlichkeit und ökonomisches Verlustpotenzial. Zusätzlich zu dieser quantitativen Bewertung erfolgt eine Beurteilung gemäß qualitativer Kriterien (Ordnungsmäßigkeit und Reputation). Erkenntnisse aus der regelmäßigen Überprüfung des IKS werden bei der Bewertung operationeller Risiken ebenfalls berücksichtigt.

Die Risikoüberwachung wird auf aggregierter Ebene durch die URCF sichergestellt. Hierzu wurde ein umfangreiches Limitsystem zur operativen Umsetzung der Risikostrategie implementiert, das permanent weiterentwickelt und an umweltbedingte Veränderungen angepasst wird. Das Limitsystem stellt sicher, dass die im Risikotragfähigkeitskonzept definierten Risikotoleranzgrößen durch eine Vielzahl von Risikokennzahlen überwacht werden. Die VHV Holding wird im Limitsystem über die Limitkennzahlen auf Gruppenebene berücksichtigt. Unterschiedliche Eskalationsprozesse stellen sicher, dass im Falle einer wesentlichen Abweichung von Zielwerten eine unverzügliche Ad-hoc-Meldung ausgelöst und eine Frühwarnung an den Vorstand abgegeben wird.

Die Berichterstattung zur unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung erfolgt sowohl turnusmäßig als auch anlassbezogen. Die Regelberichterstattung erfolgt neben den quartalsweisen Meldungen im Rahmen der Modellberechnungen der Standardformel insbesondere über den jährlichen ORSA-Bericht sowie unterjährig über die monatlichen Limitberichte. Der ORSA-Bericht wird vom Vorstand genehmigt und den Mitgliedern der Risikoausschüsse der Aufsichtsräte sowie der Aufsichtsbehörde zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus umfasst die jährliche Regelberichterstattung der URCF den internen IKS-Bericht. Bei Bedarf werden zudem Ad-hoc-Risikoanalysen erstellt. Zusätzlich werden die Ergebnisse entscheidungsrelevanter anlassbezogener Risikoanalysen an den Vorstand berichtet.

Unter Risikosteuerung sind unter Berücksichtigung der risikostrategischen Vorgaben das Treffen von Entscheidungen und die Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung einer Risikosituation zu verstehen. Dazu zählen die bewusste Risikoakzeptanz, die Risikovermeidung, die Risikoreduzierung sowie der Risikotransfer. Insbesondere neue Geschäftsfelder, neue Kapitalmarkt- und Versicherungsprodukte sowie Auslagerungsvorhaben werden vor der Beschlussfassung einer Risikoprüfung durch die URCF bzw. weitere Schlüsselfunktionen unterzogen, sodass hierauf aufbauend risikoorientierte Vorstandsentscheidungen getroffen werden können.

Internes Kontrollsystem

Die VHV Holding hat in der Gesellschaftsrichtlinie für das interne Kontrollsystem einheitliche Mindestanforderungen verbindlich festgelegt, welche durch Gesellschaftsrichtlinien operationalisiert sind. Die Gesellschaftsrichtlinien sind sämtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugänglich. Das IKS der VHV Holding besteht aus der Gesamtheit der internen Vorgaben, organisatorischen Maßnahmen und Kontrollen.

Die wesentlichen Geschäftsprozesse, einschließlich der enthaltenen Risiken sowie die hiermit in Verbindung stehenden Kontrollen, werden nach einheitlichen Vorgaben durch die Risikoverantwortlichen der jeweiligen Organisationseinheiten beurteilt und dokumentiert. Die Bewertung der geschäftsprozessbezogenen Risiken erfolgt anhand von finanzwirtschaftlichen Kriterien (quantitative Risiken) und qualitativen Kriterien (qualitative Risiken).

Das IKS wird gruppenweit auf Basis eines Regelprozesses mindestens einmal jährlich nach einem einheitlichen Verfahren systematisch überprüft und bewertet (IKS-Regelprozess). Die Koordination des IKS-Regelprozesses erfolgt durch die URCF. Der IKS-Regelprozess ist dabei primär auf eine Beurteilung der Schlüsselkontrollen sowie eine ganzheitliche Bestätigung der Funktionsfähigkeit des IKS durch alle leitenden Angestellten der VHV Holding ausgerichtet. Zusätzlich werden Erkenntnisse der Schlüsselfunktionen, z. B. Prüfungsergebnisse der internen Revision, Risikoanalysen der URCF sowie Erkenntnisse aus den Compliance-Aktivitäten, bei der Beurteilung berücksichtigt. Die Ergebnisse des IKS-Regelprozesses werden durch die URCF mindestens jährlich an den Vorstand und den Risikoausschuss des Aufsichtsrats berichtet.

Das IKS stellt rechnungslegungsbezogen insbesondere die Vollständigkeit und Richtigkeit der Rechnungslegung und damit des Jahresabschlusses sicher.

Wesentliche Risiken

Im Folgenden werden die Risikokategorien beschrieben. Die Risikolage der VHV Holding ist maßgeblich durch die Wertentwicklung der von ihr unmittelbar und mittelbar gehaltenen Tochterunternehmen bestimmt. Somit ist das Risikoprofil der VHV Holding durch die Risiken in den Tochterunternehmen bestimmt. Im Folgenden wird das Risikoprofil auf Einzelgesellschaftsebene der VHV Holding dargestellt, welches durch das Beteiligungsrisiko als wesentliches Marktrisiko dominiert wird.

Marktrisiko

Das Marktrisiko der VHV Holding ist wesentlich und resultiert aus den gehaltenen Beteiligungen. Diese werden laufend im Rahmen des aktiven Beteiligungsmanagements und -controllings auf Ebene der VHV Holding, welches die wesentlichen Risiken erfasst, überwacht.

Das Marktrisiko der VHV Holding wird dabei vor allem von den versicherungstechnischen Risiken, dem Marktrisiko sowie dem Kredit-/ Ausfallrisiko der von der VHV Holding gehaltenen operativen Versicherungsunternehmen (im Wesentlichen VHV Allgemeine und HL) mittelbar geprägt. Bei der VHV Allgemeine entstammt das versicherungstechnische Risiko der Schaden-/ Unfallversicherung schwerpunktmäßig den gezeichneten Sparten Kraftfahrzeug-Haftpflicht, Allgemeine Haftpflicht und Kraftfahrt Kasko und wird in das Prämien-, Reserve- und Katastrophenrisiko unterteilt. Zum versicherungstechnischen Risiko in der Lebensversicherung der HL zählen die biometrischen Risiken sowie das Zinsgarantie-, das Storno-, das Kosten-, und das Katastrophenrisiko. Das Marktrisiko der VHV Allgemeine und der HL besteht insbesondere aus dem Aktien-, dem Immobilien- und dem Zinsänderungsrisiko.

Kredit-/Ausfallrisiko

Das Kredit-/Ausfallrisiko bezeichnet das Risiko eines Verlustes oder einer nachteiligen Veränderung der Vermögens- und Ertragslage, das sich aufgrund eines Ausfalls oder aufgrund einer Veränderung der Bonität oder der Bewertung der Bonität von Wertpapieremittenten, Gegenparteien und anderen Schuldnern ergibt, an die das Unternehmen Forderungen hat. Das Kreditrisiko ist aufgrund des geringen Exposures für die VHV Holding nicht wesentlich.

Die VHV Holding misst dem Konzentrationsrisikomanagement der Kapitalanlagen eine hohe Bedeutung bei. Gemäß dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht wird auf eine breite Mischung und Streuung der Kapitalanlagen geachtet.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, dass ein Unternehmen aufgrund zeitlicher Inkongruenzen in den Zahlungsströmen oder mangelnder Liquidierbarkeit von Vermögenswerten nicht in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachzukommen. Die VHV Holding war im Geschäftsjahr 2023 jederzeit in der Lage ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Die VHV Holding steuert das Liquiditätsrisiko durch ein aktives Liquiditätsmanagement.

In der VHV Holding fallen erhebliche zahlungswirksame Personal- und Steueraufwendungen an. Die VHV Holding unterliegt daher aufgrund der Abhängigkeit vom Ertrag der Beteiligungen, insbesondere der VHV Allgemeine, einem besonderen Liquiditätsrisiko. Dieses Risiko wird laufend überwacht und ist aufgrund von konzernintern eingeräumten Rahmenkreditvereinbarungen als unwesentlich einzustufen.

Operationelles Risiko

Das operationelle Risiko bezeichnet das Verlustrisiko, das sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen, Mitarbeitern oder Systemen oder durch externe Ereignisse ergibt. Die VHV Holding hat Teile ihrer Prozesse an interne und externe Dienstleister ausgelagert bzw. von Unternehmen der VHV Gruppe Dienstleistungstätigkeiten übernommen. Infolge der sorgfältigen Auswahl der Partner und entsprechender Kontrollmechanismen ist der Einfluss auf die Risikolage als gering einzuschätzen. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auch auf die Prozesse bei den Dienstleistern bzw. Tochtergesellschaften.

Die VHV Holding ist gegenüber den folgenden operationellen Risiken exponiert, die in der halbjährlichen Risikoerhebung identifiziert und bewertet werden.

Das Rechtsrisiko bezeichnet Risiken von Nachteilen aufgrund der unzureichenden Beachtung der aktuellen Rechtslage sowie der falschen Anwendung einer gegebenenfalls unklaren Rechtslage. Zu dem Rechtsrisiko zählt auch das Rechtsänderungsrisiko, das sich aufgrund einer Änderung der Rechtsgrundlagen ergibt. Das Rechtsrisiko wird durch den Einsatz von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie durch die bedarfsweise Einholung von externer Beratung beschränkt. Es ist sichergestellt, dass Änderungen der Rechtsgrundlagen und der Rechtsprechung zeitnah berücksichtigt werden. Zur Reduzierung des Rechtsrisikos ist ferner ein Compliance-Management-System eingerichtet, in dem die Beratungsaufgabe, die Frühwarnaufgabe, die Risikokontrollaufgabe und Überwachungsaufgabe zur Reduzierung des Rechtsrisikos wahrgenommen werden. Das Datenschutzrisiko wird zudem durch die Tätigkeit des Datenschutzbeauftragten im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten reduziert. Die Mitarbeiter der VHV Holding werden regelmäßig zu den Vorschriften des Datenschutzes geschult und es sind Verfahren zur Meldung und Behebung von datenschutzrechtlichen Risiken eingerichtet. Ergänzend werden das Geldwäscherisiko sowie das Fraudrisiko explizit im Risikomanagementsystem berücksichtigt und durch die im Compliance-Management-System eingerichteten Kontrollen reduziert. Hierzu sind die Rollen des Geldwäschebeauftragten und des Anti-Fraud-Managers in der VHV Holding etabliert. Die Mitarbeiter der aus dem Geldwäschegesetz verpflichteten Gesellschaften der VHV Gruppe erhalten jährlich bzw. beim Einstieg in das Unternehmen Schulungen zur Geldwäscheprävention. Zur internen und externen Meldung von geldwäschebezogenen Verdachtsfällen wurde ein Verfahren eingerichtet. Gleiches gilt für die interne Meldung und Verfolgung von strafbaren Handlungen.

Das Organisationsrisiko kann aus der Organisationsstruktur des Unternehmens entstehen, wie z. B. aus komplexen Geschäftsprozessen, hohem Abstimmungsaufwand oder unzureichend definierten Schnittstellen. Um dieses Risiko zu reduzieren, wird die Geschäftsorganisation regelmäßig überprüft. Ferner besteht ein internes Kontrollsystem, in dem alle wesentlichen Geschäftsprozesse einschließlich der enthaltenen Risiken und der hiermit in Verbindung stehenden Kontrollen in einer einheitlichen Prozessmodellierungssoftware abgebildet sind. Relevante Richtlinien werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugänglich gemacht.

Die Prozesse der Risikoselektion sind grundsätzlich mit operationellen Risiken behaftet. Diese beziehen sich insbesondere auf das Individualgeschäft der Schaden-/ Unfallversicherung sowie das Lebensversicherungsgeschäft. Dieses Risiko wird durch eine sorgfältige Risikoprüfung und entsprechende Zeichnungsrichtlinien gemindert. Die Einhaltung der Zeichnungsrichtlinien wird über ein Controllingsystem überwacht.

Das Risiko aus IT-Systemen bezeichnet die Gefahr der Realisierung von Verlusten, die infolge der Verletzung eines oder mehrerer Schutzziele (Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit, Authentizität) durch IT-Systeme entstehen können. IT-Risiken bestehen durch ständig steigende Anforderungen an die IT-Architektur und IT-Anwendungen durch sich verändernde Marktanforderungen sowie steigende regulatorische Anforderungen. Hierdurch erhöhen sich die Komplexität und die Fehleranfälligkeit der IT-Landschaft. Neben den operationellen Risiken im Falle einer nicht funktionsfähigen IT resultiert ferner ein Reputationsrisiko, falls unseren Kunden und Geschäftspartnern die IT nicht zur Verfügung steht. Zur Sicherstellung der nachhaltigen Zukunftsfähigkeit der IT-Anwendungslandschaft sowie der Modernisierung des IT-Betriebs wurde das Digitalisierungsprogramm "goDIGITAL" im Berichtsjahr mit weiterhin hoher Priorität fortgeführt. Das Programm "goDIGITAL" bildet die Grundlage künftiger Digitalisierungsinitiativen der VHV Gruppe. Sowohl in den Vorstands- als auch in den Aufsichtsratssitzungen wird regelmäßig über den Status der IT und des Programms "goDIGITAL" berichtet. Die bestehenden IT-Risiken werden intensiv überwacht. Ein wesentliches Risiko wird in einem Ransomware-Angriff mit weitreichenden Auswirkungen auf die Systemverfügbarkeit sowie einer Beeinträchtigung der Geschäftsprozesse gesehen. Zwecks Risikominderung ist insbesondere eine Online-Spiegelung der wichtigsten Systeme an zwei Standorten eingerichtet. Vor dem Hintergrund stetig wachsender technischer, gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen sowie zunehmender Cyberrisiken werden die IT-Risiken der VHV Holding laufend im Rahmen des IT-Risikomanagements überwacht und aktuelle Methoden und Anwendungen zur Erkennung und zur Abwehr von Angriffen verprobt und eingesetzt. Die Wirksamkeit von Sicherungsmaßnahmen wird regelmäßig im Rahmen von IT-Notfallübungen überprüft und dokumentiert. Die mit der Umsetzung des Programmes "goDIGITAL" und den Herausforderungen der anstehenden Transformation einhergehenden Risiken werden mittels einer programmübergreifenden Governance-Struktur entsprechend gesteuert. Das aus der Transformation resultierende Personalrisiko wird über ein Personalmanagement in der Informatik gesteuert. Neben der Prävention von Ausfällen der Datenverarbeitungssysteme, Dienstleister, Gebäude und des Personals spielt die Informationssicherheit und insbesondere der Schutz vor Angriffen auf IT-Systeme eine wichtige Rolle. Hierfür hat die VHV Holding entsprechende Vorsorgemaßnahmen implementiert und überwacht deren Wirksamkeit.

Das Risiko aus Auslagerungen bezeichnet Risiken von fehlerhaften Entscheidungen, Verträgen oder einer fehlerhaften Durchführung eines Auslagerungsprozesses sowie weitere operationelle Risiken, die aus einer Auslagerung resultieren können. Die VHV Holding hat Teile ihrer Prozesse an interne und externe Dienstleister ausgelagert. Wichtige Funktionen und Tätigkeiten sind ausschließlich konzernintern ausgegliedert. Diese Gesellschaften sind vollständig in die Steuerungsmechanismen der VHV Holding integriert. An den Auslagerungsprozess sind über die Gesellschaftsrichtlinie für den Auslagerungsprozess Mindestanforderungen verbindlich vorgegeben, welche durch Gesellschaftsrichtlinien operationalisiert sind. Für die wesentlichen Auslagerungen wurden Risikoanalysen erstellt, die bei wesentlichen Veränderungen überprüft und bei Bedarf aktualisiert werden. Infolge der sorgfältigen Auswahl der Partner bei externen Auslagerungen und entsprechender Kontrollmechanismen entsteht keine wesentliche Steigerung des operationellen Risikos.

Das Personalrisiko betrifft Risiken mit Bezug zu den Mitarbeiterkapazitäten der Unternehmensbereiche, der Mitarbeiterqualifikation, etwaigen Kopfmonopolen sowie der Mitarbeiterfluktuation. Um diesen Risiken zu begegnen, werden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt, die eine hohe fachliche Qualifikation der Mitarbeiter sicherstellen. Vertretungs- und Nachfolgeregelungen mindern das Risiko von Störungen in den Arbeitsabläufen.

Ergänzend zu den dargestellten operationellen Risiken werden das Datenqualitätsrisiko, das Risiko aus externen Ereignissen und Infrastruktur sowie das Projektrisiko systematisch identifiziert, bewertet, berichtet und gesteuert.

Die VHV Holding verfügt des Weiteren über umfassende Schutzbedarfsanalysen und führt regelmäßige Business Impact Analysen durch, in denen Extremszenarien, wie beispielsweise ein IT- oder Gebäudeausfall, modelliert werden, um das operationelle Risiko zu kontrollieren. Aus den Ergebnissen dieser Analysen werden Notfallpläne abgeleitet, die regelmäßig aktualisiert und an aktuelle Gegebenheiten angepasst werden. Sofern Ressourcen wie Mitarbeiter, Gebäude oder IT-Systeme nur eingeschränkt zur Verfügung stehen, bleibt die VHV Holding somit weiterhin handlungsfähig, sodass auch im Notfall der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden kann.

Strategisches Risiko

Das strategische Risiko ist das Risiko, das sich aus strategischen Geschäftsentscheidungen ergibt. Zu dem strategischen Risiko zählt auch das Risiko, das sich daraus ergibt, dass Geschäftsentscheidungen nicht einem geänderten Wirtschaftsumfeld angepasst werden.

Strategische Risiken resultieren im Wesentlichen aus den operativen Einzelversicherungsunternehmen und den von der VHV Gruppe gehaltenen Beteiligungen. Die VHV Holding steuert die strategischen Risiken der VHV Gruppe.

Das strategische Risiko der VHV Holding ist unwesentlich.

Reputationsrisiko

Das Reputationsrisiko ist das Risiko, das sich aus einer möglichen Schädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ergibt.

Die VHV Holding tritt selbst nicht in wesentlichem Umfang am Markt auf, sodass auf Einzelunternehmensebene kein unmittelbares Reputationsrisiko besteht.

Emerging Risks

Bei Emerging Risks handelt es sich um neuartige Risiken, deren Gefährdung sich gar nicht oder nur schwer einschätzen lässt (u. a. bedingt durch den Klimawandel oder die Entwicklung neuer Technologien). Sie zeichnen sich ferner durch ein hohes Potenzial für große Schäden aus, sodass einer frühzeitigen Risikoidentifizierung eine entscheidende Bedeutung beikommt. Daher werden Emerging Risks explizit im Rahmen der Risikoerhebung von den Risikoverantwortlichen identifiziert und bewertet, um durch eine frühzeitige Identifizierung das Zeitfenster zur Gegensteuerung zu erhöhen.

Risikotragfähigkeit

Die Beurteilung der Risikotragfähigkeit erfolgt insbesondere unter Einbeziehung der Tochterunternehmen auf der Ebene der VHV Gruppe. Die Risikotragfähigkeit der VHV Gruppe war während des gesamten Berichtszeitraums zu jeder Zeit in vollem Umfang und im Einklang mit den risikostrategischen Vorgaben gegeben.

Auch in diesem Berichtsjahr wurde das Nachhaltigkeitsrisikomanagement kontinuierlich weiterentwickelt. Hinsichtlich der Marktentwicklungen im Geschäftsjahr sowie der zu erwartenden Entwicklung im Jahr 2024 wird auf den Wirtschafts- sowie Prognosebericht verwiesen.

CHANCENBERICHT

Das Identifizieren von Chancen stellt einen wesentlichen Bestandteil einer zukunftsorientierten Unternehmensführung dar. Im Rahmen der strategischen Planung werden die aktuellen Rahmenbedingungen analysiert, um die sich hieraus bietenden Chancen frühzeitig zu identifizieren und entsprechend zu handeln. Aufgrund des andauernden Ukrainekriegs und den aktuellen Entwicklungen im Nahostkonflikt sind die Ausführungen zu den Chancen mit Unsicherheit behaftet.

Die Gesellschaftsstruktur der VHV Gruppe mit einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit als obersten Mutterunternehmen bietet im jetzigen Marktumfeld Chancen. In einem dynamischen Marktumfeld mit sich ändernden internen und externen Rahmenbedingungen kann die VHV Gruppe aufgrund ihrer Unternehmensstruktur schnell und effizient agieren und sich somit im Marktumfeld überdurchschnittlich behaupten.

Die voranschreitende Digitalisierung wird die Zukunft der Versicherungsbranche aufgrund des sich verändernden Kundenverhaltens und technischer Innovationen entscheidend beeinflussen. Gerade für einen mittelständischen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit langfristig ausgerichteter Strategie und der Aufstellung der VHV Gruppe bieten sich hier im Zuge der Umsetzung der ausgearbeiteten Digitalisierungsstrategie Chancen im künftigen Wettbewerb.

Mit Gründung der VHV International plant die VHV Gruppe, ihr Kompositgeschäft außerhalb Deutschlands zu bündeln und auszubauen. Ziel ist eine weitere regionale und portfolioseitige Diversifizierung sowie die Realisierung neuer Wachstumspotenziale. So kann die langjährige Expertise aus Deutschland, insbesondere im Bausegment, in neue internationale Märkte transferiert und eine Positionierung als anerkannter europäischer Kompositversicherer und Partner der Bauindustrie angestrebt werden.

ZUSAMMENFASSUNG

Die aktuellen Erkenntnisse und die Einschätzung der künftigen Entwicklung lassen auf Basis der verfügbaren Informationen derzeit keine nachhaltigen und wesentlichen Beeinträchtigungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der VHV Holding erwarten. Die Beurteilung erfolgt insbesondere unter Einbeziehung der Tochterunternehmen. In den durchgeführten Stresstests und Szenarioanalysen ist der Fortbestand der VHV Holding auch bei den betrachteten Extremereignissen nicht gefährdet. Alle wesentlichen Risiken werden frühzeitig erkannt, bewertet und gesteuert.

PROGNOSEBERICHT

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Für das Jahr 2024 wird von Ökonomen eine gebremste konjunkturelle Dynamik erwartet. Rückläufige Inflationszahlen, globalwirtschaftliche Abschwächung und erhöhte geopolitische Unsicherheit dürften die Entwicklung der Weltwirtschaft determinieren.

Eine nochmalige Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums ist unter diesen Rahmenbedingungen denkbar. Es wird erwartet, dass die Wachstumsraten in den USA weiterhin höher ausfallen werden als in Europa. Speziell das Wirtschaftswachstum Deutschlands dürfte aufgrund angekündigter fiskalischer Sparmaßnahmen im europaweiten Vergleich unterdurchschnittlich gering ausfallen. Geopoltische Risiken in der Ukraine, Nahost und Taiwan könnten sich im Falle einer Eskalation zusätzlich belastend auswirken. Der offene Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen im November erhöht die gesamtwirtschaftliche Prognoseunsicherheit.

Die Inflationsraten werden im Jahr 2024 mit voraussichtlich geringer Dynamik weiter sinken, in Deutschland und der Eurozone aber über der von der EZB angestrebten Zielmarke von 2,0 % verharren. Infolge der erwarteten wirtschaftlichen Abkühlung dürfte sich auch die Kerninflation ermäßigen.

Neben den genannten Faktoren wird die Entwicklung von Wirtschaft und Kapitalmärkten vor allem unter dem Einfluss der Geldpolitik stehen. Die Marktteilnehmer erwarten ein Ende des Zinserhöhungszyklus und rechnen im Jahresverlauf mit mehreren Zinssenkungen der EZB und der Fed.

Ein aufgrund der Rahmenbedingungen aus nachlassendem Inflationsdruck und gebremstem Wirtschaftswachstum erwartbarer Renditerückgang sollte die Wertentwicklung von Anleihen im Jahr 2024 grundsätzlich unterstützen. Die zahlreichen ökonomischen und insbesondere geopolitischen Risiken könnten hingegen negativ auf die Risikoneigung der Marktteilnehmer Einfluss nehmen. Ein Anstieg der Risikoaufschläge bei mit Bonitätsrisken behafteten Zinstiteln wäre die Folge.

In der erwarteten Gemengelage aus wirtschaftlicher Abschwächung, geopolitischen Risiken und niedrigeren Renditeniveaus dürften sich die Aktienmärkte volatil entwickeln.

Entwicklung der VHV Holding und der wesentlichen Tochtergesellschaften

Die VHV Allgemeine ist bezogen auf die Marktentwicklung in ihren Kerngeschäftsfeldern überdurchschnittlich aufgestellt und wird sich aus heutiger Sicht auch zukünftig in einem schwierigen Marktumfeld mit wettbewerbsfähigen Tarifen und Produkten behaupten können. Für die kommenden Jahre wird von einem positiven Bestands- und Beitragswachstum ausgegangen. Für das Jahr 2024 wird erwartet, dass der Schadenaufwand weiter insbesondere inflationsbedingt steigen wird. Bei einem im Jahr 2024 geplanten niedrigeren Vertragsbestand und gleichzeitig moderat steigenden Beitragseinnahmen werden Schadenmanagementmaßnahmen, vor allem im Kraftfahrtgeschäft, und Maßnahmen zur Senkung der Verwaltungskosten eine hohe Priorität haben, um die aktuelle Wettbewerbsposition auch zukünftig zu sichern. Nach einem Wachstum der verdienten Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft um 5,9 % im Jahr 2023 erwartet die VHV Allgemeine für das kommende Jahr 2024 nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung ein rückläufiges Ergebnis.

Mit dem Zinsanstieg der letzten beiden Jahre konnte die HL in größerem Umfang als die Branche deutliche Auflösungen aus der Zinszusatzreserve (ZZR) vornehmen. Bei einem anhaltenden Zinsniveau ist auch in dem kommenden Jahr mit weiteren Auflösungen zu rechnen. Im Rahmen der ZZR wurden seit 2011 Rückstellungen bei den Lebensversicherern gebildet, um im Niedrigzinsumfeld den Zinsverpflichtungen nachkommen zu können. Die HL sieht sich aufgrund der gezielten Durationssteuerung und des im Marktvergleich geringen Anteils von Rentenversicherungen im Portfolio im Marktumfeld wettbewerbsfähig aufgestellt. Weiterhin werden die Auswirkungen von hohen Zinsanstiegen sowie -rückgängen mittels ALM-Studien bei der HL laufend überprüft, um die Kapitalanlagepolitik auch in Zukunft entsprechend auf die Anforderungen der Passivseite ausrichten zu können.

In der Kapitalanlage ist für 2024 eine Anlage in langlaufende Titel mit guter Bonität (Investmentgrade) geplant. Es ist überdies eine Fortführung der Anlageklassen Immobilien, Private Equity und Infrastruktur geplant. Die HL erwartet für das Jahr 2024 einen leichten Rückgang des Buchwerts der Kapitalanlagen. Aufgrund der Anlagestruktur wird von einer Nettoverzinsung der Kapitalanlagen leicht unter dem Niveau von 2023 ausgegangen.

Im Jahr 2024 wird weiter auf den Ausbau von Biometrieprodukten gesetzt und insbesondere die Marktführerschaft im Neugeschäft bei Risikolebensversicherungen gemessen an den eingelösten Versicherungsscheinen wie auch am laufenden Beitrag wird verteidigt. Durch eine innovative und bedarfsgerechte Produktentwicklung, die fortlaufende Überprüfung und Adjustierung des bestehenden Produktportfolios sowie die hohe Vertriebs- und Servicequalität sieht sich die HL am Markt wettbewerbsfähig positioniert. So konnte der Marktanteil am Neugeschäft bei den Risikoversicherungen in den vergangenen Jahren auf einem hohen Niveau gehalten werden. Dieser Anteil soll in einem von zunehmender Wettbewerbsintensität geprägten Umfeld gehalten, zudem soll die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung insbesondere im Vermittlermarkt ausgebaut werden.

Die staatliche Rente wird auch 2024 weiter unter Druck stehen, weshalb mit einem zunehmenden Bedarf der Bürger in Bezug auf die eigenverantwortliche Vorsorge zu rechnen ist. Entsprechend hoch ist weiterhin das Potenzial, insbesondere bei geförderten Altersvorsorgeprodukten.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Verunsicherung bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ist die Haltung vieler Verbraucher geprägt durch ihre Abneigung gegenüber risikobehafteten Anlagen und gegen langfristige Kapitalbindung. Entsprechend ist bei den Einmalbeiträgen zu erwarten, dass das Geschäft durch die Nachfrage nach Produkten mit kurzen Laufzeiten dominiert wird.

Insgesamt erwartet die HL im kommenden Jahr Beitragseinnahmen über Vorjahresniveau. Erwartungsgemäß wird der Jahresüberschuss nach Steuern 2024 im Vergleich zu 2023 leicht zurückgehen.

Die WAVE wird weiterhin hauptsächlich als Asset-Management-Gesellschaft der VHV Gruppe agieren, die zusätzlich eine fokussierte Produktfamilie an Publikumsfonds anbieten wird. Durch den Fokus auf das Asset Management innerhalb der VHV Gruppe ist das Geschäftsergebnis der WAVE maßgeblich vom Kapitalanlagebestand der Konzerntöchter abhängig. Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass sich dieser Bestand leicht rückläufig entwickeln wird.

Die Planung der Gesellschaft geht nach den derzeitigen Annahmen von einer stabilen Geschäftsentwicklung in den kommenden beiden Geschäftsjahren aus. Durch Produktivitätssteigerungen können die rückläufig erwarteten Erträge aus Kapitalanlagebeständen der Konzernmandate (ohne Berücksichtigung der performanceabhängigen Vergütung) ausgeglichen werden.

Für das institutionelle Drittgeschäft inkl. Publikumsfonds wird für das Geschäftsjahr 2024 mit einem leicht sinkenden Ergebnis gerechnet. Der Grund hierfür sind niedriger erwartete Folgeprovisionen.

Für die Jahre 2024 und 2025 wird ohne Berücksichtigung von performanceabhängigen Vergütungen mit einem konstanten Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit gerechnet.

Die VHV Holding wird im kommenden Jahr weiterhin die planmäßigen Großprojekte steuern. Der Fokus liegt auch künftig auf der Fortführung des Digitalisierungsprogramms "goDIGITAL".

Für das Jahr 2024 rechnet die VHV Holding mit deutlich steigenden Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Es wird ein wesentlich geringeres Ergebnis vor Steuern erwartet, das weitestgehend auf eine geringere Ergebnisabführung der VHV Allgemeine zurückzuführen ist.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Der vorliegende Prognosebericht beinhaltet Einschätzungen für die kommende Entwicklung des Unternehmens. Unter Abwägung aller bekannten Chancen und Risiken und auf Basis von Planungen und Hochrechnungen wurden Annahmen getroffen, die aufgrund unbekannter Risiken und Unsicherheiten so nicht eintreten oder nicht vollständig eintreffen müssen.

Aufgrund der sich dynamisch verändernden Rahmenbedingungen können die nachhaltigen Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung, die Kapitalmärkte sowie die Geschäftsentwicklung der VHV Holding zum aktuellen Zeitpunkt weiterhin nicht abschließend beurteilt werden. Insofern sind die genannten prognostischen Aussagen mit höheren Unsicherheiten behaftet.

VERTRÄGE MIT VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Es bestehen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge mit der VHV Allgemeine, der WAVE, der HDV, der HC und der VVH.

Weiterhin besteht ein Beherrschungsvertrag mit der HL.

Es bestehen Verträge zur Ausgliederung von Funktionen und Versicherungstätigkeiten sowie Dienstleistungsverträge mit der überwiegenden Anzahl der verbundenen Unternehmen in unterschiedlichem Ausmaß.

Darüber hinaus existieren Schuldbeitrittsvereinbarungen der VHV Holding mit den wesentlichen verbundenen Unternehmen, in der sich die VHV Holding verpflichtet hat, den Zahlungsverpflichtungen aus sämtlichen bestehenden und künftigen Pensionszusagen der verbundenen Unternehmen als Gesamtschuldnerin beizutreten und die handelsbilanziellen Pensionsrückstellungen ausschließlich in ihrer Bilanz zu passivieren. Die jeweiligen Konzernunternehmen erstatten der VHV Holding die erforderlichen Aufwendungen.

BERICHT ÜBER DIE BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Gemäß § 312 AktG wurde ein Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) aufgestellt. Am Schluss dieses Berichts vom 28. Februar 2024 hat der Vorstand erklärt: "Wir stellen zusammenfassend fest, dass nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, die VHV Holding bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen wurden nicht vorgenommen oder unterlassen."

 

Hannover, den 28. Februar 2024

DER VORSTAND

Voigt

Bickhoff

Hilbert

Dr. Reddemann

Schneider

Stark

JAHRESBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2023

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023

VHV HOLDING AG

Aktivseite

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 43.892.888 36.545.313
2. geleistete Anzahlungen 0 9.737.562
43.892.888 46.282.875
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.782.520 14.336.769
2. geleistete Anzahlungen 86.139 134.828
16.868.659 14.471.597
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.663.581.032 1.612.985.810
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 26.731.109 13.731.109
3. Beteiligungen 44.362.149 41.926.040
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.000.000 0
1.737.674.289 1.668.642.959
1.798.435.836 1.729.397.432
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Betriebsstoffe 1.006.642 1.175.297
2. unfertige Leistungen 27.051.187 19.772.430
3. geleistete Anzahlungen 15.568.668 11.350.480
43.626.497 32.298.207
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.041 195.437
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 339.260.078 240.316.326
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 100.667 0
4. sonstige Vermögensgegenstände 54.196.082 47.483.511
393.561.867 287.995.274
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 832.378 2.991.536
438.020.742 323.285.017
C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.967.449 6.165.317
SUMME DER AKTIVA 2.241.424.027 2.058.847.766

Passivseite

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 310.000.000 310.000.000
II. Kapitalrücklage 337.917.787 337.917.787
III. Gewinnrücklage
1. andere Gewinnrücklagen 1.251.160.624 1.153.589.124
IV. Bilanzgewinn 78.000.000 19.571.500
1.977.078.411 1.821.078.411
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 159.156.080 147.692.865
2. Steuerrückstellungen 22.854.318 26.263.194
3. sonstige Rückstellungen 32.129.266 34.875.263
214.139.664 208.831.322
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.669.022 14.605.947
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 45.953.366 12.308.429
3. sonstige Verbindlichkeiten 1.583.564 2.023.656
davon aus Steuern: EUR 1.460.182 (Vorjahr: EUR 1.815.884) 50.205.951 28.938.033
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 2.164 (Vorjahr: EUR 2.146)
SUMME DER PASSIVA 2.241.424.027 2.058.847.766

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2023

VHV HOLDING AG

Posten 2023
EUR
2022
EUR
1. Umsatzerlöse 193.639.361 198.505.630
2. Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen 12.964.939 9.047.374
3. sonstige betriebliche Erträge 2.148.334 1.089.373
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für bezogene Leistungen -8.326.170 -4.191.292
-8.326.170 -4.191.292
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -57.243.287 -63.999.548
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -15.119.767 -11.559.851
davon für Altersversorgung: EUR 6.614.267 (Vorjahr: EUR 4.187.630) -72.363.054 -75.559.398
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -10.953.788 -12.009.275
7. sonstige betriebliche Aufwendungen -152.427.335 -160.652.484
8. Erträge aus Beteiligungen 2.001.122 1.963.798
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 558.000 (Vorjahr: EUR 558.000)
9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 247.231.072 238.793.868
10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1.144.738 268.762
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 1.044.072 (Vorjahr: EUR 268.762)
11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4.017.824 118.788
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 3.580.498 (Vorjahr: EUR 103.255)
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen -1.635.801 -79.086.891
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -6.270.688 -4.186.775
davon an verbundene Unternehmen: EUR 2.227.406 (Vorjahr: EUR 6.618)
14. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0 -7.455
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -55.101.012 -74.876.099
16. Ergebnis nach Steuern 156.069.542 39.217.925
17. sonstige Steuern -69.542 -74.925
18. Jahresüberschuss 156.000.000 39.143.000
19. Einstellung in andere Gewinnrücklagen -78.000.000 -19.571.500
20. BILANZGEWINN 78.000.000 19.571.500

ANHANG

VHV HOLDING AG

ALLGEMEINE ANGABEN

Sitz der VHV Holding AG ist Hannover. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 61051 im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Die Bilanzgliederung entspricht § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und nach § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

Die Posten wurden kaufmännisch gerundet veröffentlicht. Hierdurch können sich gegebenenfalls Rundungsdifferenzen ergeben.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen wurden mit den Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angesetzt. Die geleisteten Anzahlungen wurden zu Nennwerten bilanziert. Bei geringwertigen Wirtschaftsgütern mit Nettoanschaffungskosten von mehr als EUR 250, aber nicht mehr als EUR 1.000, wurden die Anschaffungskosten in einem Sammelposten erfasst, der im Jahr der Anschaffung sowie in den vier folgenden Wirtschaftsjahren mit jeweils 20 % gewinnmindernd aufgelöst wird.

Die Finanzanlagen wurden mit den Anschaffungskosten bzw. dem ihnen am Abschlussstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Das Wertaufholungsgebot nach § 253 Abs. 5 HGB wurde beachtet.

Die in den Vorräten enthaltenen Betriebsstoffe wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich eines Bewertungsabschlags bilanziert. Zum 31. Dezember 2023 wurde eine Vorratsinventur durchgeführt. Die unfertigen Leistungen wurden mit den Anschaffungs- und Nebenkosten angesetzt. Die geleisteten Anzahlungen auf die unfertigen Leistungen wurden zu Nennwerten bilanziert.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie die übrigen Aktiva wurden zu Nennwerten angesetzt.

Die VHV Holding ist ertragssteuerlicher Organträger für fünf Gesellschaften des VHV Konzerns. Entsprechend werden dort entstehende zukünftige Steuerent- und -belastungen bei der VHV Holding berücksichtigt. Zukünftige Steuerentlastungen (aktive latente Steuern) und zukünftige Steuerbelastungen (passive latente Steuern) ergeben sich aus Unterschiedsbeträgen zwischen der Handels- und Steuerbilanz. Der größte Anteil dieser Differenzen ergibt sich aus Unterschiedsbeträgen bei den Organgesellschaften. Per Saldo ergibt sich ein Aktivüberhang.

Das Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde nicht ausgeübt. Daher wurde auf einen Ansatz des Überhangs aktiver latenter Steuern in der Bilanz verzichtet. Für die Ermittlung der künftigen Steuerent- und -belastungen wurde für die VHV Holding ein Steuersatz von 32,52 % herangezogen.

Die Pensionsrückstellungen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren in Verbindung mit § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB auf der Grundlage der Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck berechnet. Dabei wurden die Einflussfaktoren Gehaltsdynamik 3,00 % (Vorjahr: 2,50 %) und Rentendynamik 2,50 % (Vorjahr: 2,00 %) berücksichtigt. Die Abzinsung erfolgte mit dem durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB in Höhe von 1,83 % (Vorjahr: 1,79 %).

Sofern die Pensionszusagen durch Rückdeckungsversicherungen rückgedeckt wurden, wurde entsprechend dem IDW Rechnungslegungshinweis - Handelsrechtliche Bewertung von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen (IDW RH FAB 1.021) - der rückgedeckte Teil der Pensionsrückstellung mit den fortgeführten Anschaffungskosten des korrespondierenden Rückdeckungsversicherungsanspruchs bewertet (Primat der Aktivseite).

Saldierungsfähige Vermögensgegenstände, die die Anforderungen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB erfüllen (Aktivwerte aus Rückdeckungsversicherungen), wurden mit den zugehörigen Versorgungsverpflichtungen verrechnet.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen wurden mit ihrem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei Rückstellungen mit Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr wurden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag vorgenommen. Die Abzinsung erfolgte mit den von der Bundesbank zum 30. November 2023 veröffentlichten durchschnittlichen Zinssätzen der letzten sieben Jahre.

Die Rückstellungen für Jubiläumsleistungen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Verwendung der Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem Rechnungszins von 1,75 % (Vorjahr: 1,45 %), einer Gehaltsentwicklung von 3,00 % (Vorjahr: 2,50 %) sowie einer Fluktuationsrate von 3,25 % (Vorjahr: 3,00 %) ermittelt. Die Abzinsung erfolgte dabei mit dem von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten sieben Jahre unter der Annahme einer pauschalen Restlaufzeit der Verpflichtungen von 15 Jahren.

Die Altersteilzeitverpflichtungen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Verwendung der Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Die Abzinsung dieser Rückstellungen erfolgte für jede Verpflichtung individuell mit den von der Bundesbank zum 30. September 2023 veröffentlichten durchschnittlichen Zinssätzen der letzten sieben Jahre. Die zur Besicherung der Altersteilzeitrückstellungen gehaltenen Investmentzertifikate wurden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet und mit den Altersteilzeitrückstellungen verrechnet. Die Zeitwerte der Investmentfonds sind hierzu mit den Rücknahmepreisen am Bilanzstichtag bewertet worden.

Die Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag ausgewiesen.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Erträge und Aufwendungen wurden mit dem Devisenkurs zum Entstehungszeitpunkt umgerechnet.

ZEITWERTERMITTLUNG

Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen wurden die Zeitwerte nach dem Ertragswertverfahren berechnet bzw. wurde deren jeweiliger Buchwert oder das anteilige Eigenkapital als Zeitwert angesetzt.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurden mit einem systemgestützten Zinskurvenbewertungsverfahren bewertet. Hierbei wurden den Wertpapieren risikogerechte Zinskurven mit marktgängigen Risikozuschlägen zugeordnet. Die Zuordnung und Unterscheidung der Zinskurven erfolgte anhand von Wertpapierkategorien, Bonitätsklassen (Rating) sowie der Unterscheidung in erstrangige und nachrangige Wertpapiere. Eventuell vorhandene Kündigungsrechte wurden hier explizit bewertet.

Die Ausleihung in Form eines Wandeldarlehens an ein Unternehmen, mit dem ein Beteiligungsverhältnis besteht, wurde mittels eines manuellen Zinskurvenbewertungsverfahrens unter Verwendung der PDE-Methode (Partial Differential Equation) bewertet, welche sowohl das Wandlungsrecht als auch die enthaltenen Kündigungsoptionen explizit berücksichtigt. Die Bewertung basiert auf Daten des unterliegenden Basiswerts (Aktienkurs, Volatilität) sowie einer Zinsstrukturkurve zuzüglich eines emittentenspezifischen Risikoaufschlags (Credit Spread).

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

AKTIVA

ZU A. ANLAGEVERMÖGEN

Über die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr gibt die folgende Darstellung Auskunft.

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

Anschaffungskosten
Vortrag 01.01.2023
TEUR
Zugänge
TEUR
Umbuchungen des Geschäftsjahrs
TEUR
Abgänge
TEUR
Stand 31.12.2023
TEUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 183.069 2.205 9.738 5 195.007
2. geleistete Anzahlungen 9.738 - -9.738 - -
II. SACHANLAGEN
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 82.378 8.679 135 1.030 90.162
2. geleistete Anzahlungen 135 86 -135 - 86
III. FINANZANLAGEN
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.690.640 52.231 - - 1.742.871
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 13.731 14.000 - 1.000 26.731
3. Beteiligungen 45.280 1.000 - - 46.280
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht - 3.000 - - 3.000
Insgesamt 2.024.970 81.201 - 2.170 2.104.136
Abschreibungen
Vortrag 01.01.2023
TEUR
Veränderungen i.Z.m. Zugängen
TEUR
Veränderungen i.Z.m. Abgängen
TEUR
Zuschreibungen des Geschäftsjahrs
TEUR
Abschreibungen des Geschäftsjahrs
TEUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 146.524 - 5 - 4.596
2. geleistete Anzahlungen - - - - -
II. SACHANLAGEN
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 68.041 - 1.020 - 6.358
2. geleistete Anzahlungen - - - - -
III. FINANZANLAGEN
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 77.654 - - - 1.636
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - - - -
3. Beteiligungen 3.354 - - 1.436 -
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht - - - - -
Insgesamt 295.573 - 1.025 1.436 12.590
Buchwerte
Stand 31.12.2023
TEUR
Stand 31.12.2023
TEUR
Stand 01.01.2023
TEUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 151.115 43.892 36.545
2. geleistete Anzahlungen - - 9.738
II. SACHANLAGEN
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 73.379 16.783 14.337
2. geleistete Anzahlungen - 86 135
III. FINANZANLAGEN
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 79.290 1.663.581 1.612.986
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen - 26.731 13.731
3. Beteiligungen 1.917 44.362 41.926
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht - 3.000 -
Insgesamt 305.701 1.798.435 1.729.398

ZU B.II. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

31.12.2023 davon Restlaufzeit 31.12.2022 davon Restlaufzeit
TEUR bis 1 Jahr TEUR> über 1 Jahr
TEUR
TEUR bis 1 Jahr
TEUR
über 1 Jahr
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5 5 - 195 195 -
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 339.260 335.133 4.127 240.316 236.254 4.063
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 101 101 - - - -
sonstige Vermögensgegenstände 54.196 49.086 5.110 47.484 42.469 5.015

ZU B.II.2. FORDERUNGEN GEGEN VERBUNDENE UNTERNEHMEN

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen Ansprüche aus der Ergebnisführung der VHV Allgemeine.

ANGABE GEMÄSS § 285 NR. 18 HGB

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buch- und Zeitwerte der Finanzinstrumente, deren Buchwerte über ihren jeweiligen Zeitwerten ausgewiesen wurden.

Buchwert
TEUR
Zeitwert
TEUR
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 24.000 23.373
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.000 2.476
Insgesamt 27.000 25.849

Die Ausleihungen sind nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften bewertet worden. Die Wertminderungen wurden aufgrund der Bonität der Emittenten als nicht dauerhaft angesehen.

ANGABE GEMÄSS § 285 NR. 20 HGB

Mit dem beizulegenden Zeitwert wurden Investmentzertifikate zur Besicherung der Altersteilzeitrückstellungen in Höhe von TEUR 90 (Vorjahr: TEUR 88) bewertet. Die Zeitwerte der Investmentfonds ergaben sich aus den Rücknahmepreisen am Bilanzstichtag.

ANGABE GEMÄSS § 285 NR. 23 HGB

Es wurde zwischen einem Rückdeckungsversicherungsvertrag mit einem Buchwert per 31. Dezember 2023 von TEUR 43 (Vorjahr: TEUR 80) und einer Zahlungsverpflichtung mit einem Buchwert per 31. Dezember 2023 von TEUR 43 (Vorjahr: TEUR 80) gegenüber einem ehemaligen Mitarbeiter mit einer garantierten Laufzeit bis zum 1. Februar 2025 eine Bewertungseinheit gebildet (Micro Hedge), mit der eine Zinsverpflichtung von 2,0 % p. a. abgesichert wurde. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wurde anhand der Critical-Term-Match-Methode ermittelt. Da sämtliche wertbestimmende Faktoren zwischen der Rückdeckungsversicherung und der Zahlungsverpflichtung übereinstimmen, liegt eine wirksame Bewertungseinheit vor (perfekter Micro Hedge). Im Rahmen der Bewertungseinheit wurden sonstige Vermögensgegenstände mit sonstigen Rückstellungen im oben aufgeführten Volumen saldiert.

PASSIVA

ZU A.I. GEZEICHNETES KAPITAL

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert TEUR 310.000 und ist in 310.000.000 Stückaktien (Namensaktien) eingeteilt.

ZU A.II. KAPITALRÜCKLAGE

Die Kapitalrücklage ist unverändert und betrifft die Rücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB in Höhe von TEUR 307.217 und nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von TEUR 30.700.

ZU A.III. GEWINNRÜCKLAGEN

ENTWICKLUNG Stand 31.12.2022
TEUR
Einstellungen aus dem Bilanzgewinn 2022
TEUR
Einstellungen aus dem Jahresüberschuss 2023
TEUR
Stand 31.12.2023
TEUR
1. andere Gewinnrücklagen 1.153.589 19.572 78.000 1.251.161

ZU B.1. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Die Rückstellungen betreffen arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierte Pensionszusagen.

Im Geschäftsjahr erfolgte eine Saldierung von Deckungsvermögen und zugehörigen Pensionsverpflichtungen nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB. Die Anschaffungskosten des verrechneten Deckungsvermögens betrugen TEUR 91.932 (Vorjahr: TEUR 89.099) und der beizulegende Zeitwert des verrechneten Deckungsvermögens betrug TEUR 84.110 (Vorjahr: TEUR 83.403). Der Erfüllungsbetrag vor Saldierung betrug TEUR 243.267 (Vorjahr: TEUR 231.095).

Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellung mit dem Zehn-Jahres-Durchschnittszinssatz und dem Sieben-Jahres-Durchschnittszinssatz gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB betrug TEUR 2.425 (Vorjahr: TEUR 9.933). In dieser Höhe besteht eine Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB.

ZU B.3. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

In den sonstigen Rückstellungen sind folgende wesentliche Beträge enthalten:

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Rückstellungen aus dem Personalbereich 12.124 15.518
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 11.680 10.887
Rückstellungen für Zinsaufwendungen 3.963 3.963
Rückstellungen für Aufbewahrungspflichten 1.937 2.011
Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen 1.816 1.800
Rückstellungen für Aufsichtsratvergütung 536 694
Rückstellungen für Altersteilzeit 73 246

Der Ausweis der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt abzüglich der zu deren Besicherung gehaltener Investmentzertifikate. Erträge aus den Investmentzertifikaten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Zinsaufwand aus den Altersteilzeitverpflichtungen saldiert. Im Geschäftsjahr sind Erträge in Höhe von TEUR 3 angefallen (Vorjahr: keine).

Die Investmentzertifikate zur Besicherung der Altersteilzeitrückstellungen wurden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Zeitwerte der Investmentfonds ergaben sich aus den Rücknahmepreisen am Bilanzstichtag.

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Erfüllungsbetrag aus Altersteilzeitverpflichtungen 164 334
Anschaffungskosten der Investmentzertifikate 89 89
Differenz zum Zeitwert 1 -1
Zeitwert der Investmentzertifikate 90 88
Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen 73 246

ZU C. VERBINDLICHKEITEN

VERBINDLICHKEITEN
31.12.2023 davon Restlaufzeit
TEUR bis 1 Jahr
TEUR
über 1 bis 5 Jahre
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.669 2.669 - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 45.953 45.953 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 1.584 1.584 - -
VERBINDLICHKEITEN
31.12.2022 davon Restlaufzeit
bis 1 Jahr
TEUR
über 1 bis 5 Jahre
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 14.606 14.606 - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.308 12.308 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 2.024 2.024 - -

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

ZU 1. UMSATZERLÖSE

Es handelt sich im Wesentlichen um Erträge aus Dienstleistungen mit verbundenen Unternehmen aufgrund bestehender Funktionsausgliederungs- und Dienstleistungsverträge.

ZU 3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Erträge aus der Währungsumrechnung sind im laufenden Geschäftsjahr nicht angefallen (Vorjahr: TEUR 15).

ZU 5. PERSONALAUFWAND

Es wurden Erträge und Aufwendungen in Höhe von TEUR 73 (Vorjahr: TEUR 78) saldiert, die mit der Verrechnung von Deckungsvermögen und von arbeitnehmerfinanzierten Pensionsverpflichtungen im Zusammenhang standen.

ZU 10. ERTRÄGE AUS ANDEREN WERTPAPIEREN UND AUSLEIHUNGEN DES FINANZANLAGEVERMÖGENS

Es handelt sich im Wesentlichen um Erträge aus Ausleihungen an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.044 (Vorjahr: TEUR 269) ausgewiesen.

ZU 11. ZINSEN UND ÄHNLICHE ERTRÄGE

Unter dieser Position sind Zinserträge aus kurzfristigen Darlehen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 1.458 (Vorjahr: TEUR 103), Konzernzinsen in Höhe von TEUR 2.122 (Vorjahr: TEUR 15) sowie zinsinduzierte Erträge aus der Veränderung von Pensionsrückstellungen sowie sonstiger Rückstellungen in Höhe von TEUR 351 (Vorjahr: TEUR 0) ausgewiesen.

ZU 13. ZINSEN UND ÄHNLICHE AUFWENDUNGEN

Es handelt sich im Wesentlichen um Zinsaufwendungen aus aufgenommen Krediten von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 547 (Vorjahr: TEUR 0), Konzernzinsen in Höhe von TEUR 1.680 (Vorjahr: TEUR 7) und Zinsaufwendungen für sämtliche diskontierte Rückstellungen in Höhe von TEUR 5.289 (Vorjahr: TEUR 5.330). Diese betreffen Pensions-, Altersteilzeit- und Jubiläumsrückstellungen in Höhe von TEUR 5.264 (Vorjahr: TEUR 5.317) sowie langfristigen sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 13). Reduziert werden die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen durch zu verrechnende Zinsen aus saldierungsfähigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 1.512 (Vorjahr: TEUR 1.774). In Summe sind in diesem Posten Aufwendungen aus der Aufzinsung in Höhe von TEUR 5.294 (Vorjahr: TEUR 5.336).

ZU 18. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen Aufwendungen für das Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 61.989 (Vorjahr: TEUR 67.936) sowie für Vorjahre in Höhe von TEUR -6.888 (Vorjahr: TEUR 6.940).

VORSCHLAG FÜR DIE VERWENDUNG DES BILANZGEWINNS

Unter Berücksichtigung der Einstellung in andere Gewinnrücklagen von TEUR 78.000 beträgt der Bilanzgewinn TEUR 78.000.000. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn vollständig in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.

SONSTIGE ANGABEN

AUFSICHTSRAT

VON DER HAUPTVERSAMMLUNG GEWÄHLTE MITGLIEDER:

Uwe H. Reuter

Vorsitzender (ab 5. Juli 2023)

Stellv. Vorsitzender (bis 5. Juli 2023)

Vorsitzender der Vorstände i. R. der VHV a.G. und der VHV Holding AG, Hannover;

Vorsitzender des Verwaltungsrats der PATRIZIA SE, Augsburg

Rechtsanwalt Fritz-Klaus Lange

Stellv. Vorsitzender

Vorsitzender des Vorstands i. R. der Gegenbauer Holding SE & Co. KG, Berlin; Vorsitzender der Geschäftsführung i. R. der RGM Facility Management GmbH, Berlin / Dortmund

Dr. Josef Adersberger (ab 5. Oktober 2023)

Geschäftsführer QAware GmbH, München;

Beirat TWIP Venture Studio GmbH & Co. KG, München

Dr. Thomas Birtel

Vorsitzender des Vorstands i. R. der STRABAG SE, Wien / Österreich;

Mitglied des Aufsichtsrats der Wienerberger AG, Wien / Österreich

Thomas Bürkle

Vorsitzender des Vorstands i. R. der NORD/LB

Norddeutsche Landesbank Girozentrale, Hannover; Senior Advisor Boston Consulting Group, Boston/USA

Sarah Rössler

Ehemaliges Mitglied des Vorstands der HUK-COBURG Versicherungsgruppe;

Vorsitzende des Aufsichtsrats der MLP SE, Wiesloch Vorsitzende des Aufsichtsrats der MLP Banking AG, Wiesloch

Dr. Peter Lütke-Bornefeld (bis 5. Juli 2023)

Vorsitzender

Vorsitzender des Vorstands i. R. der General Reinsurance AG, Köln

VON DEN ARBEITNEHMERN/-INNEN GEWÄHLTE MITGLIEDER:

Klaus Heinrich

Groß- und Außenhandelskaufmann,

Neustadt am Rübenberge

Andreas Hübner

Jurist, Hildesheim

Jens Rehpenning

Versicherungsfachwirt, Garbsen

VORSTAND

Thomas Voigt

Vorsitzender

Hannover

Arndt Bickhoff

Informatik,

Hamburg

Frank Hilbert

Geschäftsbereich Lebensversicherung,

Hannover

Dr. Sebastian Reddemann

Geschäftsbereich Schaden-/Unfallversicherung,

Hannover

Ulrich Schneider

Kapitalanlagen,

Hannover

Sebastian Stark

Finanzen und Risikomanagement,

Hannover

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Haftungsverhältnisse, Bürgschaften und Wechselverpflichtungen bestehen nicht.

Bei den Pensionszusagen wurden zum Zwecke der Insolvenzsicherung abgeschlossene Rückdeckungsversicherungen zugunsten der Versorgungsberechtigten in Höhe von TEUR 84.110 (Vorjahr: TEUR 83.403) verpfändet.

Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Besicherung von Altersteilzeitverpflichtungen wurden Investmentanteile mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 90 (Vorjahr: TEUR 88) zugunsten der Arbeitnehmer verpfändet. Davon wurden TEUR 90 (Vorjahr: TEUR 88) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem zugehörigen Erfüllungsbetrag saldiert.

Es besteht eine Short-Put-Option der VHV Holding über den Erwerb von 3,5 % der Anteile an der InterEurope Beteiligung GmbH, Hannover (Rechtsnachfolgerin der IE Finanzinvestment GmbH, Hannover), von der LBL GmbH, München. Die Verpflichtung steht unter der aufschiebenden Bedingung, dass eine Seite die Übertragung der Anteile einfordert.

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen belief sich bei der VHV Holding auf maximal TEUR 275.703 (Vorjahr: TEUR 307.943) und wird im Folgenden dargestellt:

Es bestanden finanzielle Verpflichtungen für das nicht eingezahlte gezeichnete Kapital gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 135.000 (Vorjahr: TEUR 135.000).

Aus zum Teil langfristigen Leasing-, Lizenz-, Wartungs- und Mietverträgen bestanden zukünftige Zahlungsverpflichtungen von TEUR 59.039 (Vorjahr: TEUR 72.943), davon gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 18.018 (Vorjahr: TEUR 19.534).

Im Rahmen einer Finanzierungsvereinbarung mit verbundenen Unternehmen räumen sich die Parteien untereinander die Möglichkeit ein, Liquiditätsausgleiche im Rahmen der kurzfristigen Liquiditätssteuerung in Höhe von maximal TEUR 100.000 (Vorjahr: TEUR 100.000) durchzuführen. Davon wurde per 31.12.2023 ein Betrag in Höhe von TEUR 80.950 (Vorjahr: TEUR 100.000) nicht in Anspruch genommen.

Darüber hinaus besteht ein Darlehensvertrag mit der InterEurope Beteiligung GmbH über einen Kreditrahmen in Höhe von maximal TEUR 3.000 (Vorjahr: TEUR 0). Davon wurde per 31.12.2023 ein Betrag in Höhe von TEUR 714 (Vorjahr: TEUR 0) nicht in Anspruch genommen.

ANZAHL DER MITARBEITER IM JAHRESDURCHSCHNITT

Die Anzahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt (ohne Vorstandsmitglieder, Mitarbeiter in der passiven Altersteilzeit, Arbeitnehmer in der Elternzeit) betrug im Geschäftsjahr 605 (Vorjahr: 588) Personen.

GESAMTBEZÜGE DES AUFSICHTSRATS UND VORSTANDS

Die Gesamtbezüge der Aufsichtsratsmitglieder betrugen TEUR 598 (Vorjahr: TEUR 669) und die der Vorstandsmitglieder TEUR 4.931 (Vorjahr: TEUR 6.418). Die gebildete Pensionsrückstellung für ehemalige Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrug zum Bilanzstichtag TEUR 22.698 (Vorjahr: TEUR 22.777).

HONORARE DER ABSCHLUSSPRÜFER

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar wird im Konzernabschluss der VHV a.G. angegeben.

ANGABE GEMÄSS § 285 NR. 30a HGB

Nach dem Gesetz zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz - MinStG) vom 21. Dezember 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 397), mit Geltung seit 28. Dezember 2023, gelten die Regelungen im Grundsatz erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen (vgl. § 101 MinStG). Die VHV Gruppe weist als multinationale Unternehmensgruppe einen Konzernumsatz von mehr als EUR 750 Mio. aus und ist somit von den Regelungen der Mindestbesteuerung betroffen. Als Gruppenträger fungiert die VHV a.G. Weitergehende Erläuterungen zur Anwendung und Betroffenheit finden sich im Einzelabschluss sowie im Konzernabschluss der VHV a.G.

AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM 31. DEZEMBER 2023

Name des Unternehmens Sitz des Unternehmens Anteil am Kapital Eigenkapital
TEUR
Jahresergebnis
TEUR
A. Inländische Unternehmen
Adveq Europe IV B Erste GmbH Frankfurt am Main Deutschland 37,88% 16.771 -3.236
Adveq Opportunity II Zweite GmbH Frankfurt am Main Deutschland 51,72% 1.395 -226
Caruso GmbH Ismaning Deutschland 0,56% 4.100 -1.048
Deutsche Makler Akademie (DMA) GmbH Bayreuth Deutschland 2,86% 599 16
digital broking GmbH Hannover Deutschland 100,00% 119 50
Elvaston Capital Fund II GmbH & Co. KG Berlin Deutschland 89,60% 260 -56
ESB GmbH Coburg Deutschland 18,32% 343.951 26.282
Eucon Digital GmbH Münster Deutschland 100,00% 13.197 -10.110
Eucon GmbH Münster Deutschland 90,00% 62.592 -4.738
EXTREMUS Versicherungs-Aktiengesellschaft Köln Deutschland 1,00% 61.746 -1.719
Ferrum Holding GmbH & Co. KG Düsseldorf Deutschland 86,87% 172 -12
GDV Dienstleistungs-GmbH Hamburg Deutschland 1,91% 30.866 1.213
GiPA GmbH Langenfeld Deutschland 100,00% 299 80
Hand schafft Wert GmbH Münster Deutschland 50,00% 341 -448
Hannover Marketing und Tourismus GmbH Hannover Deutschland 1,53% 863 51
Hannoversche Direktvertriebs-GmbH Hannover Deutschland 100,00% 25 Ergebnisabführung
Hannoversche Lebensversicherung AG Hannover Deutschland 100,00% 447.765 52.200
Hannoversche-Consult GmbH Hannover Deutschland 100,00% 53 Ergebnisabführung
InterEurope AG European Law Service Düsseldorf Deutschland 100,00% 5.420 Ergebnisabführung
InterEurope Beteiligung GmbH Hannover Deutschland 96,50% 16.890 -934
KTI Kraftfahrzeugtechnisches Institut und Karosseriewerkstätte GmbH & Co. KG Lohfelden Deutschland 6,94% 822 248
Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG Mannheim Deutschland 34,02% 26.638 2.537
Protektor Lebensversicherungs-AG Berlin Deutschland 1,74% 7.856 2
Roland Partner Beteiligungsverwaltung GmbH Köln Deutschland 12,57% 847 -7
Securess Mehrfachagentur GmbH Essen Deutschland 100,00% 25 Ergebnisabführung
Securess Versicherungsmakler GmbH Essen Deutschland 100,00% 1.581 224
Trustlog GmbH Hamburg Deutschland 50,00% 7.549 -2.326
VDG - Versicherungswirtschaftlicher Datendienst GmbH Dortmund Deutschland 8,55% 1.164 135
VHV Allgemeine Versicherung AG Hannover Deutschland 100,00% 1.170.454 Ergebnisabführung
VHV Dienstleistungen GmbH Hannover Deutschland 100,00% 1.244 92
VHV digital services AG Hannover Deutschland 100,00% 418 -1.630
VHV International SE Hannover Deutschland 100,00% 681 -1.439
VST Gesellschaft für Versicherungsstatistik mbH Hannover Deutschland 9,09% 537 0
VVH Versicherungsvermittlung Hannover GmbH Hannover Deutschland 100,00% 25 Ergebnisabführung
WAVE Management AG Hannover Deutschland 100,00% 6.000 Ergebnisabführung
B. Ausländische Unternehmen
Aftermarket Intelligence Consulting (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai China 90,00% 2.345 655
Assicuratrice Val Piave S.p.A. Belluno Italien 91,13% 36.214 -1.006
Aurelis Consulting Sp. z o.o. Warschau Polen 60,00% 764 393
Centrum Badań Marketingowych INDICATOR Sp. z o.o. Warschau Polen 49,60% 354 91
Deutsche Rückversicherung Schweiz AG Zürich Schweiz 23,75% 215.886 7.420
Eucon Americas LLC Atlanta USA 100,00% 6.497 1.586
Eucon Canada Ltd. Toronto Kanada 100,00% -86 26
Eucon LATAM S. de R.L. DE C.V. Mexiko City Mexiko 99,99% 37 32
Fieldwork Quality S.L. Madrid Spanien 100,00% 207 47
GiPA Argentina SA Buenos Aires Argentinien 99,00% 57 0
GiPA China Ltd. Shanghai China 100,00% -56 -272
GiPA dynamic SAS Paris Frankreich 70,76% 13.519 1.138
GiPA Ibérica S.L. Madrid Spanien 100,00% 3.115 380
GiPA Italia S.r.l. Mailand Italien 100,00% 761 326
GiPA LLC * Moskau Russland 99,00% -5 -38
GiPA SAS Paris Frankreich 99,99% 1.014 492
GiPA UK Ltd. London Großbritannien 100,00% 511 224
Grupo Interprofesional de Productos Automóviles S.A. de C.V. Naucalpan de Juárez Mexiko 90,00% 1.575 485
Grupo Interprofissional de Produtos e Servicos Automotivos Gipa do Brasil Ltda. Sao Caetano do Sul Brasilien 99,90% 208 45
Hannover Holding NL N.V. Amsterdam Niederlande 100,00% 45 0
IRS Quality SARL Rennes Frankreich 100,00% 316 100
Olimpia Managing General Agent S.r.l. Rom Italien 50,00% 265 12
Ourui Automotive Consulting Services Co., Ltd. Shanghai China 95,00% -3 -17
Telebelluno S.r.l. Belluno Italien 0,10% 2.320 294
"TopReport" Schadenbesichtigungs GmbH Wien Österreich 12,50% 283 0
Ufficio Centrale Italiano di Assistenza Assicurativa Automobilsti in Circolazione Internazionale U.C.I. Soc.Cons.A R.L. Mailand Italien 0,04% 1.793 199
VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft Wien Österreich 100,00% 37.798 572
VHV Allgemeine Sigorta A.S. Istanbul Türkei 100,00% 8.784 1.696
VHV Informatyka Sp. z o.o. Warschau Polen 100,00% 1.127 40
VHV Reasürans A.S. Istanbul Türkei 100,00% 25.495 -353
WAVE Private Equity SICAV-RAIF Luxemburg Luxemburg 99,27% 2.135.973 204.912

* Die Gesellschaft ist inaktiv und zur Liquidation vorgesehen.

Die Angaben beziehen sich auf das jeweils letzte Geschäftsjahr, für das der Jahresabschluss vorlag.

Abschlüsse in Fremdwährung wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag in Euro umgerechnet.

Die Hannover Holding NL N.V. hat die Geschäftstätigkeit erst im Geschäftsjahr 2023 aufgenommen. Es liegt noch kein endgültiger Jahresabschluss vor.

Die Angaben zur WAVE Private Equity SICAV-RAIF beziehen sich auf die Werte nach Umbewertung gemäß HGB.

KONZERNZUGEHÖRIGKEIT

Das gezeichnete Kapital der VHV Holding hält die VHV a. G. zu 100 %. Es besteht ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne des § 17 AktG. Die Mitteilung nach § 20 Abs. 1 und 4 AktG ist erfolgt.

Die VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung a. G., Hannover, erstellt als Konzernobergesellschaft einen Konzernabschluss gemäß §§ 341i und 341j HGB, in den die VHV Holding einbezogen wird. Dieser Konzernabschluss befreit die VHV Holding von der Verpflichtung, einen eigenen Konzernabschluss aufzustellen. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

NACHTRAGSBERICHT

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres 2023 sind nicht eingetreten.

 

Hannover, den 28. Februar 2024

DER VORSTAND

Voigt

Bickhoff

Hilbert

Dr. Reddemann

Schneider

Stark

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die VHV Holding AG

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der VHV Holding AG, Hannover - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der VHV Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Wir geben kein Prüfungsurteil zu der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung ab.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrates verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 341a HGB i.V.m. § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Ferner umfassen die sonstigen Informationen weitere für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere:

den Bericht des Aufsichtsrats,

aber nicht den Jahresabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Lageberichtsangaben und nicht unseren Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den

gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hannover, 27. März 2024

EY GMBH & CO. KG
WIRTSCHAFTSPRÜFUNGSGESELLSCHAFT

Zeitler, Wirtschaftsprüfer

Offizier, Wirtschaftsprüfer

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

VHV HOLDING AG

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2023 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die Geschäftsführung laufend überwacht und beratend begleitet.

Der Vorstand berichtete dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Lage der Gesellschaft und der Beteiligungen, grundsätzliche Fragen der Unternehmenssteuerung, die Unternehmensplanung, die Risikosituation und über die beabsichtigte Geschäftspolitik. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat in ständiger Verbindung zum Vorstandsvorsitzenden gestanden und ließ sich kontinuierlich und unverzüglich über alle Geschäftsvorfälle von besonderer Bedeutung in der Gesellschaft berichten. Er führte mit dem Vorstandsvorsitzenden regelmäßig Arbeitsgespräche im Interesse eines stetigen Informations- und Meinungsaustauschs zwischen Aufsichtsrat und Vorstand.

Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr dreimal getagt. Gegenstand dieser Sitzungen waren wichtige Grundsatz- und Einzelfragen, die Strategie der Gesellschaft und der Tochtergesellschaften, die wirtschaftliche Lage einschließlich der Risikosituation und des Risikomanagements sowie die Entwicklung des Projektes zur Erneuerung der IT-Anwendungssysteme Komposit, Leben und Finanzen.

WESENTLICHE THEMENSCHWERPUNKTE

Entwicklung der Gesellschaft

Der Vorstand berichtete in den Sitzungen laufend über die Entwicklung der Gesellschaft sowie über die Entwicklung der Kapitalanlagen und der versicherungstechnischen Entwicklung bei den Versicherungsunternehmen im In- und Ausland und über die Entwicklung der übrigen Tochterunternehmen der VHV Holding sowie der Beteiligungen. Die Entwicklungen in den wesentlichen Sparten des Schaden-/ Unfallversicherungsgeschäfts und in der Lebensversicherung wurden vom Vorstand genauso erläutert wie die Entwicklung der internen Produktivitäts- und Qualitätsparameter. Darüber hinaus wurden die Überlegungen des Vorstands zu Fusions-, Kooperations- und Akquisitionsbestrebungen erörtert.

Im Hinblick auf die anhaltenden Folgen der geopolitischen, demografischen, technologischen und wirtschaftlichen Verschiebungen, die starken Einfluss auf die Versicherungswirtschaft fanden Abstimmungen zu möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Geschäftsfelder statt.

Darüber hinaus wurde der Kapitalanlageausschuss des Aufsichtsrats monatlich über die Situation der Kapitalanlagen schriftlich informiert.

Weitere wesentliche Beratungspunkte

Internationalisierung der VHV Gruppe - Überlegungen zur Konzernstruktur

Geschäftsverlauf der VHV International

Auswirkungen der Erdbeben in der Türkei

Status der IT- und Digitalisierungsprojekte

Wettbewerbsposition VHV 2023

Wertentwicklung wesentlicher Beteiligungen

IT-Kostenprognose

Qualitative und quantitative Eckpunkte der Unternehmensplanung 2024

ARBEIT DER AUSSCHÜSSE

Von den aus Mitgliedern des Aufsichtsrats gebildeten Ausschüssen traten der IT-/Digitalisierungsausschuss und der Kapitalanlageausschuss dreimal, der Immobilienausschuss, der Personal- und Nominierungsausschuss, der Risiko- und Prüfungsausschuss jeweils zweimal zusammen. Über die Ergebnisse der Sitzungen wurde der Aufsichtsrat informiert.

VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT

Herr Dr. Peter Lütke-Bornefeld ist zum 5. Juli 2023 als Vorsitzender des Aufsichtsrats ausgeschieden. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Dr. Lütke-Bornefeld für die langjährige erfolgreiche Arbeit.

Zum 5. Juli 2023 ist Herr Uwe H. Reuter zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt worden. Wir wünschen Herrn Uwe H. Reuter viel Erfolg bei seinen Aufgaben.

Zum 5. Oktober 2023 ist Herr Dr. Josef Adersberger als ordentliches Mitglied in den Aufsichtsrat gewählt worden. Wir wünschen Herrn Dr. Adersberger viel Erfolg bei seinen Aufgaben und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ABHÄNGIGKEITSBERICHTS

Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 einschließlich der Buchführung wurden von der EY GmbH Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG (Abhängigkeitsbericht) sowie den hierzu vom Abschlussprüfer gemäß § 313 AktG erstatteten Prüfungsbericht vorgelegt, der mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen ist: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1.

die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2.

bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat den Jahresabschluss 2023 nebst Lagebericht mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer erörtert und geprüft. Einwendungen haben sich nicht ergeben. Der Ausschuss hat dem Aufsichtsrat über das Ergebnis berichtet. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 gebilligt, der damit festgestellt ist. Der Abhängigkeitsbericht des Vorstands wurde zustimmend zur Kenntnis genommen.

 

Hannover, den 17. April 2024

DER AUFSICHTSRAT

Uwe H. Reuter, Vorsitzender

Ergänzungen

Die Feststellung des Jahresabschlusses erfolgte am 17.04.2024

Es wurde am 19.6.2024 beschlossen, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 78.000.000 vollständig in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.

*) Das Glossar ist Bestandteil des Lageberichts der VHV Holding.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

15 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.