Otto Import Solutions GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit Textilien
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Otto (GmbH & Co KG)HamburgJahresabschlussKonzernabschluss Otto (GmbH & Co KG) zum 28 . Februar 2019 Konzern-Gesamtergebnisrechnung v om 1. März 2018 bis zum 28. Februar 2019
* Vorjahr angepasst Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung vom 1. März 2018 bis zum 28. Februar 2019
* Vorjahr angepasst Konzern-Bilanz zum 28. Februar 2019Aktiva
* Vorjahr angepasst Konzern-Kapitalflussrechnung vom 1. März 2018 bis zum 28. F ebruar 2019
* Vorjahr angepasst
* Vorjahr angepasst Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2018/19
Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2017/18
Segmentberichterstattung
* Vorjahr angepasst
* Vorjahr angepasst
* Vorjahr angepasst Konzern-Lagebericht zum 28. Februar 2019Otto (GmbH & Co KG)Grundlagen des Konzerns Konzernstruktur Die Otto Group ist eine weltweit agierende Handels- und Dienstleistungsgruppe mit durchschnittlich 52.558 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Umsatz von 13,4 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2018/19. Sie ist mit 30 wesentlichen Unternehmensgruppen in mehr als 30 Ländern Europas, Nord- und Südamerikas und Asiens präsent und ist in drei Segmente gegliedert: Multichannel-Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und Service. Die Otto Group gehört mit einem Onlineumsatz von rund 7,7 Mrd. EUR zu den weltweit größten Onlinehändlern. Das Segment Multichannel-Einzelhandel ist der Geschäftskern der Unternehmensgruppe. Es umfasst die in- und ausländischen Konzerngesellschaften der Otto Group, die ihre Produkte über die Kanäle E-Commerce, Katalog und stationärer Einzelhandel anbieten. Zum Sortiment gehören Mode, Schuhe und Lifestyle-Artikel, Möbel und Einrichtungsaccessoires, Spielwaren sowie Technik-, Sport- und Freizeitartikel. Das Segment Finanzdienstleistungen umfasst das Angebot an internationalen Finanzservices der Otto Group, wie beispielsweise das Forderungs- und Liquiditätsmanagement sowie innovative Finanzdienstleistungen. Die international aufgestellte EOS Gruppe prägt das Segment und bietet mit ihren zahlreichen Gesellschaften ein breites Angebotsportfolio handelsnaher Dienstleistungen mit dem Schwerpunkt Forderungsmanagement. Das Segment Service umfasst die Logistik- und Einkaufsgesellschaften der Otto Group. Diese erbringen ihre Leistungen sowohl gegenüber Kunden außerhalb der Unternehmensgruppe als auch für den Multichannel-Einzelhandel der Otto Group. Die Konzerngesellschaften der Hermes Gruppe bieten dabei alle Dienstleistungen entlang der logistischen Wertschöpfungskette an - von der Beschaffung über Qualitätsprüfung, Transport und Lagerung bis hin zur Zustellung an Privat- und Geschäftskunden - und prägen damit das Segment. Zum Portfolio der Otto Group gehören die folgenden wesentlichen Konzerngesellschaften und -gruppen: Die Otto (GmbH & Co KG) - nachfolgend OTTO - ist einer der führenden Onlinehändler in Deutschland. Sie betreibt den vielfach prämierten Onlineshop otto.de und weitere Online-Spezialshops. Bei OTTO steht derzeit der Wandel von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform im Fokus. Der Online-Anteil am Umsatz * liegt bei OTTO bei rund 94 %. ( * Der Online-Anteil am Umsatz bezieht sich in diesem Kapitel auf das Geschäftsjahr 2018/19.) Das Warensortiment der Baur-Gruppe besteht aus Mode, Schuhen, Möbeln und Einrichtungsaccessoires für Kunden mit hohem Anspruch an Qualität und Service. Die Gruppe ist mit ihren Tochtergesellschaften in mehreren europäischen Ländern aktiv. Der Online-Anteil am Umsatz liegt bei rund 93 %. Die bonprix-Gruppe ist in 30 Ländern weltweit vertreten. Das Unternehmen vertreibt über seine Eigenmarken Mode zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis und in einer großen Stil- und Größenvielfalt. Die Marke bonprix wird weiter zu einer starken Modemarke entwickelt. Der Online-Anteil am Umsatz liegt bei der bonprix-Gruppe bei rund 86 %. Die Crate and Barrel-Gruppe ist Anbieter von Möbeln, Haushaltswaren und Wohnaccessoires für gehobene Ansprüche auf dem nordamerikanischen Markt. Neben der Marke Crate and Barrel betreibt die Gruppe außerdem die Marke CB2. Mit Onlinehandel und Katalogen sowie über 100 Stores hat sich die Crate and Barrel-Gruppe als Multichannel-Händler in den USA und Kanada fest etabliert. Der Online-Anteil am Umsatz beträgt rund 48 %. Mit den Unternehmen der Freemans Grattan Gruppe ist die Otto Group auf dem britischen Markt im Geschäftsbereich E-Commerce vertreten und betreibt als Universalanbieter mehrere Marktplätze für unterschiedliche Zielgruppen. Der Online-Anteil am Umsatz liegt bei rund 84 %. Die Heinrich Heine GmbH bietet mit der Marke heine eine klassisch-moderne Modemarke für stilsichere, feminine Frauen. Der Online-Anteil am Umsatz liegt bei rund 67 %. Unter der Marke myToys betreibt die myToys.de GmbH den Nr. 1 Onlineshop in Deutschland für Spielzeug und Produkte rund ums Kind sowie 17 gleichnamige Filialen. Die myToys-Gruppe, zu der neben myToys die Shopping-Angebote von limango, mirapodo und yomonda gehören, zählt im Hinblick auf den Umsatz zu den größten deutschen E-Commerce-Unternehmen für die Zielgruppen Familien und Frauen. Der Online-Anteil am Umsatz liegt bei rund 96 %. Die SportScheck GmbH - nachfolgend SportScheck - ist einer der führenden Sportfachhändler Deutschlands und stationär mit 18 Filialen vertreten. Das Sortiment ist auch im Web, im Mobile Shop und via Shopping-App in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich. Mit der Tochtergesellschaft Fitfox GmbH ergänzt SportScheck den Sportfachhandel um eine Plattform für Sporterlebnisse und entwickelt auf dieser Basis ein Ökosystem für den aktiven und sportlichen Lebensstil. Der Online-Anteil am Umsatz liegt bei rund 42 %. Die UNITO-Gruppe vertreibt Textilien und Hartwaren unter den Marken OTTO, Universal und Quelle in Österreich, unter mehreren Marken in der Schweiz sowie unter der Marke Quelle in Deutschland. Der Online-Anteil am Umsatz liegt bei rund 92 %. Die Witt-Gruppe zählt zu den führenden textilen Multichannel-Unternehmen für die Zielgruppe 50plus. Sie erreicht ihre Kunden über Onlineshops, Kataloge und rund 130 Filialen. Der Online-Anteil am Umsatz liegt derzeit bei rund 21 %. Die EOS Gruppe ist einer der führenden internationalen Anbieter von individuellen Finanzdienstleistungen. Den Schwerpunkt bildet hierbei das Forderungsmanagement. Durch ein internationales Netzwerk von Partnerunternehmen verfügt die EOS Gruppe über Ressourcen in über 180 Ländern weltweit. Unter der Dachmarke Hermes operieren Gesellschaften, die alle relevanten handelsnahen Logistikdienstleistungen erbringen. Die Hermes Gruppe ist der einzige Cross-Country-Dienstleister mit eigenen Netzwerken in allen wichtigen Märkten in Europa. Der größte Teil des Geschäfts entfällt auf die Zusammenarbeit mit externen Kunden, daneben spielen aber auch Dienstleistungen innerhalb der Otto Group eine signifikante Rolle. Konzernstrategie Geschäftsauftrag und Leitbild Der Geschäftsauftrag der Gesellschafter konkretisiert, innerhalb welcher Rahmenbedingungen und Leitplanken nachhaltig profitable Geschäftsmodelle der Otto Group entwickelt und betrieben werden sollen. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2017/18 hat sich die Otto Group zudem ein gemeinsames Leitbild gegeben. Unter dem Leitsatz "Gemeinsam setzen wir Maßstäbe" konkretisiert die Otto Group den Anspruch an sich selbst in drei Themengebieten: Wir begeistern unsere Kunden - menschlich und technologisch. Wir öffnen und nutzen Gestaltungsräume - eigenverantwortlich und vernetzt. Wir entwickeln große Ideen für unsere Zukunft und die Gesellschaft - mutig und nachhaltig. Der Geschäftsauftrag und das Leitbild sind die Basis für die Weiterentwicklung und Operationalisierung des Otto Group Wegs sowie für die Portfolio- und Investitionssteuerung. Otto Group Weg Der Otto Group Weg beschreibt den Entwicklungspfad der Otto Group. Er steht im Einklang mit dem Geschäftsauftrag und dem Leitbild, steckt die strategischen Ziele ab, setzt Leitlinien auf Ebene der Otto Group und gibt den Rahmen für die Portfoliostrategie sowie für die Strategie zur Einhaltung der sozialen und ökologischen Verantwortung (Corporate Responsibility-Strategie 2020 - nachfolgend CR-Strategie 2020) vor. Übergeordnetes Ziel ist dabei ein Umsatz von 17 Mrd. EUR bis zum Geschäftsjahr 2022/23 * sowie eine Steigerung der Rentabilität. ( * Auf zum Konzernabschluss 2016/17 vergleichbarer Basis.) Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt die Unternehmensgruppe für ihre drei Segmente eine differenzierte Strategie: Es wird gezielt in marktrelevante Geschäftsmodelle und jene Konzerngesellschaften investiert, denen man ein besonders gutes Leistungsvermögen im Hinblick auf Rendite bei gleichzeitig hohem Wachstum zutraut. Darüber hinaus legt die Otto Group besondere Schwerpunkte auf die übergeordneten Leitlinien: Verbesserung der operativen Exzellenz; Nutzung der Chancen der Digitalisierung; Nutzung der Kraft der Unternehmensgruppe durch Vernetzung und Collaboration; Recruiting, Förderung und Bindung von Talenten sowie kraftvolles Weitertreiben des Kulturwandels 4.0. Die Portfoliostrategie deckt die strategischen Segmente der Otto Group - Multichannel-Einzelhandel (mit besonderem Fokus auf den Onlinehandel), Finanzdienstleistungen und Service (im Wesentlichen Logistik) ab. Gemeinsam mit der CR-Strategie 2020 dienen diese als Handlungsrahmen für die Konzerngesellschaften und werden durch das Portfoliomanagement und andere Steuerungsmechanismen auf die Konzerngesellschaften übertragen und sind so miteinander verknüpft. Auch der Konzernvorstand selbst ist sowohl auf die Erreichung der wirtschaftlichen als auch der CR-Ziele incentiviert. Portfoliostrategie Die Otto Group ist international ausgerichtet und deckt nahezu alle relevanten Wertschöpfungsstufen im Handel sowie in handelsnahen Finanzdienstleistungen und Services ab. Diese strategische Ausrichtung wird die Unternehmensgruppe fortführen. Das Portfoliomanagement zielt auf die Stärkung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Otto Group ab, die den dynamischen Verschuldungsgrad (Netto-Finanzverschuldung/EBITDA) und den Verschuldungskoeffizienten (Netto-Finanzverschuldung/Konzern-Eigenkapital) - auf der Basis der Darstellung der Otto Group "FDL at Equity" - als wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren beinhaltet. Der dynamische Verschuldungsgrad erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr, während der Verschuldungskoeffizient leicht gesenkt werden konnte. * ( * Für die Entwicklung dieser finanziellen Leistungsindikatoren im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2018/19 wird auf das Kapitel "Einbeziehung der Finanzdienstleister nach der Equity-Methode" verwiesen.) Zur Sicherstellung der langfristigen Leistungsfähigkeit überprüft die Otto Group laufend die Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit jeder einzelnen Konzerngesellschaft. Daneben stellt die Otto Group andererseits sicher, dass entlang der Strategien in den Segmenten gezielt in zukunftsfähige und zukunftsträchtige Geschäftsmodelle, Technologien und Kompetenzen investiert wird. Im Geschäftsjahr 2017/18 ist die Entscheidung gefallen, an der ABOUT YOU GmbH Investoren und strategische Partner zu beteiligen. Sie steht im Kontext der Öffnung des Ökosystems der Otto Group. Mit dieser Strategie wird das Ziel verfolgt, mit weiteren Kompetenzen das Wachstum dieses erfolgreichen Geschäftsmodells zu unterstützen. Im Geschäftsjahr 2018/19 ist Heartland A/S, Beteiligungsholding eines der größten europäischen Bekleidungsunternehmen, der Bestseller A/S, als neuer Investor bei der ABOUT YOU Holding GmbH eingestiegen. Diese Zusammenarbeit bildet die Basis für das zukünftige Wachstum des sehr erfolgreichen Geschäftsmodells. Der Einstieg des Investors ermöglicht es dem Unternehmen, die Kundenbasis noch weiter auszubauen, größere Marktanteile hinzuzugewinnen und neue Märkte sehr schnell zu erschließen. Die Otto Group bleibt dabei größter Anteilseigner. Das Fashion-Tech-Unternehmen ABOUT YOU GmbH wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogen. Damit die Marktposition der Otto Group auch langfristig gestärkt werden kann, sind kontinuierliche Investitionen in die IT-Infrastruktur notwendig, um diese zukunftsfähig und entsprechend den Wettbewerbsanforderungen auszurichten. Durch eine zentrale IT-Governance wird sichergestellt, dass übergreifende Zielsetzungen verfolgt und Synergien realisiert werden. Darüber hinaus werden weiterhin zukunftsweisende Kompetenzen, wie zum Beispiel in den Bereichen Business Intelligence, Mobile- und Conversational Commerce sowie Virtual Reality, auch zentral oder konzertiert aufgebaut, um die Entwicklungsarbeit effizient und effektiv über alle Konzerngesellschaften hinweg zu gestalten. Multichannel-Einzelhandel Im Segment Multichannel-Einzelhandel ist die Weiterentwicklung des E-Commerce, der wachstumsstärksten und bedeutendsten Vertriebsart der Otto Group, über Endgeräte und Interfaces aller Art das dominierende strategische Ziel. Die Otto Group setzt hier zwei Schwerpunkte: Zum einen haben der mit hohen Investitionen verbundene Geschäftsmodellwandel der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform und die Weiterentwicklung der großen Handelsplattform ABOUT YOU eine hohe Priorität, zum anderen werden weiterhin der Ausbau und das Wachstum der Markenkonzepte vorangetrieben. Hier sind vor allem die international vertretenen Marken bonprix, Witt sowie Crate and Barrel zu nennen. Durch diesen Fokus schärft die Unternehmensgruppe stetig ihr Profil in den thematischen Schwerpunktthemen Mode und Home & Living. Auch bei den weiteren Handelskonzepten liegt der Fokus auf der bereits laufenden Transformation der einzelnen Handelskonzepte hin zu noch stärkerer Digitalisierung. Dazu gehören unter anderem ein weiter intensivierter Ausbau von Business Intelligence zur stärkeren Personalisierung des Angebots und eine klare Ausrichtung auf die Customer Journey mit besonderem Blick auf den Handel über verschiedene Endgeräte. Auf das Segment Multichannel-Einzelhandel zielen auch die Venture- und Inkubations-Aktivitäten durch die bestehenden Beteiligungsunternehmen der Otto Group (Project A Ventures GmbH & Co. KG und EVC-Gruppe). Dadurch sichert sich die Unternehmensgruppe einen frühzeitigen Zugang zu innovativen Ideen, aussichtsreichen neuen Geschäftsmodellen und qualifizierten, unternehmerisch denkenden Talenten aus dem Business- und Technologiebereich. Darüber hinaus profitiert die Otto Group nicht nur von den eigenen Handelsaktivitäten, sondern über die Entwicklung digitaler handelsnaher Dienstleistungen auch vom Wachstum des externen Onlinehandels und verwandter Branchen. So werden beispielsweise Dienstleistungen in den Bereichen Data Analytics, Suchfunktionen und -algorithmen und Werbevermarktung bereits erfolgreich an Dritte vermarktet. Finanzdienstleistungen Die Strategie der Otto Group im Segment Finanzdienstleistungen setzt vor allem auf die verantwortungsvolle internationale Entwicklung des Forderungsmanagementgeschäfts. Hier ist die EOS Gruppe hervorzuheben, die ihre Services über die letzten Geschäftsjahre konsequent ausgebaut hat und inzwischen in über 25 Ländern erfolgreich anbietet. Daneben entwickelt die Otto Group auch in diesem Segment neue digitale Finanzdienstleistungen, wie zum Beispiel individualisiertes Mahnwesen und Betrugsprävention, und gestaltet somit auch in diesem Segment die fortschreitende Digitalisierung konsequent und aktiv mit. Service Services sind einer der bedeutendsten Faktoren im Endkundengeschäft. Einen weiteren Schwerpunkt der Strategie der Otto Group bilden daher B2C- und B2B-Services, die unter der Dachmarke Hermes gebündelt werden. Neben Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Transparenz der Lieferkette legt die Hermes Gruppe besonderen Wert auf die Servicequalität an allen Kontaktpunkten mit dem Endkunden. Hervorzuheben sind hier die Bereiche Paketdistribution, mit der in den größten europäischen E-Commerce-Märkten Deutschland, Frankreich und Großbritannien erfolgreich operiert wird, das Zwei-Mann-Handling, in dem in Deutschland die HERMES Einrichtungs Service GmbH & Co. KG klarer Marktführer ist, sowie Warehousing, das über die Hermes Fulfilment GmbH für die Handelsaktivitäten der Otto Group eine Schlüsselrolle spielt. CR-Strategie 2020 Der Vorstand der Otto Group ist davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit die Basis für langfristiges und ökonomisch erfolgreiches Wirtschaften ist. Daher ist die CR-Strategie 2020 fester Bestandteil der Konzernstrategie. Darüber hinaus ist die variable Vorstandsvergütung seit dem Geschäftsjahr 2014/15 auch an die Erreichung der in der CR-Strategie verankerten Ziele gekoppelt. Damit sind die Grundsätze nachhaltigen Wirtschaftens tief in der Konzernorganisation und in den Geschäftsprozessen verankert. Konkret beinhaltet die CR-Strategie 2020 fünf themenspezifische Teilstrategien. Diese umfassen wesentliche Bereiche innerhalb des Geschäftsmodells, auf die die Otto Group gezielt Einfluss nehmen kann: soziale Verantwortung in der Lieferkette, Klimaschutz an Standorten und bei Transporten sowie Umwelt- und Ressourcenschutz bei der Herstellung von Textilien, Möbelprodukten und Katalogpapier. Um in diesen Themenfeldern die ökologischen und sozialen Auswirkungen durch die Geschäftstätigkeit der Otto Group wirksam und messbar zu reduzieren, wurden für jede der fünf Teilstrategien konzernweite Ziele bis zum Jahr 2020 formuliert. * Derzeit erfolgt die Konzeption einer neuen CR-Strategie. Im Jahr 2020 wird diese konzernweit implementiert, um einen nahtlosen Übergang zwischen der aktuellen und der neuen CR-Strategie zu gewährleisten. ( * Eine weitergehende Darstellung der CR-Strategie 2020 mit ihren fünf Teilstrategien erfolgt im Kapitel "Unternehmerische Verantwortung".) Innovation Der Onlinehandel ist mit Abstand der größte Vertriebskanal der Otto Group und der wesentliche Zukunftstreiber für die Unternehmensgruppe. In diesem schnelllebigen Umfeld sind Innovationen für die Sicherung nachhaltigen Erfolges essenziell. Um Entwicklungen und Technologien frühzeitig zu erkennen und die Erkenntnisse in alle Konzerngesellschaften der Otto Group zu tragen, wurden in den vergangenen Jahren mehrere zentrale Abteilungen aufgebaut. Das Innovation Management als Teil des Bereichs Digital Excellence beobachtet und prüft mit dem sogenannten Innovation Radar neue Technologien auf ihre Wichtigkeit für den Einsatz in der Otto Group. Als besonders relevant erachtete Trends werden prototypisch umgesetzt und die gewonnenen Erkenntnisse für die gesamte Unternehmensgruppe bereitgestellt. Übergeordnete Ziele sind dabei die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und die Generierung von Wachstumsimpulsen für die Konzerngesellschaften. An dieser Stelle setzt auch das Team Business Intelligence an, das mit Spitzentechnologien die E-Commerce-Lösungen von morgen entwickelt. Das interdisziplinäre Team aus Strategen, Big-Data-Spezialisten und Data Scientists nutzt dafür Algorithmen aus der aktuellen wissenschaftlichen Forschung zu künstlicher Intelligenz, wie beispielsweise Deep Learning, und moderne Verfahren zum Natural Language Processing. Um das vielfältige Wissen dieser Experten in der Konzernzentrale und bei den Konzerngesellschaften besser nutzen zu können, organisiert das Team Knowledge Management die Vernetzung der Wissensträger auf den verschiedenen Ebenen und sorgt für einen effizienten und zügigen Know-how-Transfer. Im Folgenden werden beispielhafte Projekte aufgezeigt: Küchen in der virtuellen Realität Küchenplanung in modernen 3D-Tools gehört bereits lange zum Standard einer komplexen Küchenberatung. Die Planung und auch die Kaufentscheidung müssen gut überlegt sein. Zu diesem Zweck bietet Küche&Co den Kunden eine innovative Hilfe. Nach der gemeinsamen Planung der Wunschküche am 3D-Tool mit dem Berater im Küchenstudio lässt sich diese in der virtuellen Realität begutachten. Dazu stellt Küche&Co ein im Markendesign gestaltetes Google Cardboard zur Verfügung, mit dem sich aus fast jedem Smartphone mit wenigen Handgriffen eine Virtual Reality-Brille machen lässt. So können sich Kunden direkt im Studio oder auch später im eigenen Zuhause in 3D ein Bild ihrer neuen Küche machen, bevor sie sich zum Kauf entschließen. Voice Commerce Über 40 % der US-Amerikaner besitzen bereits mindestens einen Smart Speaker und auch in Deutschland hat die Verbreitung im vergangenen Jahr weiter stark zugenommen. Mit der zunehmenden Bedeutung der Stimme als Eingabeschnittstelle wächst gleichzeitig auch das Angebot intelligenter Lösungen, die sich auf diesen Smart Speakern oder über die Assistenten auf dem Smartphone nutzen lassen. Neben den klassischen Einsatzgebieten wie "Smart Home" ist für Händler dabei auch das "Voice-Shopping" ein spannendes Feld. Dem Team aus Mitarbeitern der Otto Group ist dabei eine Pionierleistung gelungen, denn die im September 2018 erschienene "OTTO-Action" auf dem Google Assistant ist die deutschlandweit erste Voice-Shopping Anwendung dieser Art, mit der sich ein kompletter Kaufprozess über einen Voice Assistant durchführen lässt. Augmented Reality beim Möbelkauf Basierend auf einigen Artikelfotos muss ein Onlinekunde eine Vorstellung entwickeln, wie ein Möbelstück in den eigenen vier Wänden aussehen könnte und ob es - mit Blick auf die Maße - überhaupt an die dafür vorgesehene Stelle passt. Seit letztem Jahr steht den Kunden des Onlinespezialshops "yourhome" mit einer Augmented Reality App für iPhone und Android Smartphones dafür die ideale Lösung zur Verfügung. Binnen weniger Sekunden erscheinen die Artikel über das Smartphone-Display virtuell in den eigenen vier Wänden. Die Anwendung ist dabei so praktisch und einfach zu bedienen, dass Apple diese nun auch weltweit auf den iPhones in den stationären Apple Stores vorinstalliert hat. Wirtschaftliches Umfeld Gesamtwirtschaftliches Umfeld Die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft hat im Verlauf des Jahres 2018 an Fahrt verloren, so dass der Anstieg des globalen Bruttoinlandsproduktes - nachfolgend BIP - in Höhe von preisbereinigt 3,7 % leicht unter dem Vorjahreswert von 3,9 % lag. Dazu beigetragen hat unter anderem ein hohes Maß an Verunsicherung durch handelspolitische Konflikte sowie eine Vielzahl an weiteren politischen Risikofaktoren. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zeigte sich die gesamtwirtschaftliche Expansion, die im Jahr 2017 in nahezu allen großen Volkswirtschaften ähnlich stark aufwärts gerichtet war, recht heterogen. Während sich die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum und in Japan verlangsamte, bedingten fiskalische Impulse ein erhöhtes Expansionstempo in den USA. In den Schwellenländern geriet die konjunkturelle Dynamik ins Stocken. Belastet wurde die Entwicklung dieser Ländergruppe unter anderem durch einen Rückgang der hohen gesamtwirtschaftlichen Expansionsraten in China. In Russland setzte sich die konjunkturelle Erholung fort, entfaltete aber wie in den Vorjahren eine ebenfalls ausgesprochen geringe Dynamik. Der Welthandel wies zu Beginn des Jahres 2018 eine hohe Dynamik auf, hat allerdings im Verlauf des Jahres an Schwung verloren und ging gegen Jahresende deutlich zurück. Infolgedessen fiel der Anstieg des Welthandelsvolumens mit einem Wert von 3,5 % (2017: 4,5 %) spürbar geringer aus als im Vorjahr. Die konjunkturelle Dynamik der deutschen Volkswirtschaft verlangsamte sich im Jahr 2018 und war durch eine Zuwachsrate des realen BIP in Höhe von 1,4 % (2017: 2,2 %) gekennzeichnet. Maßgeblich für diese Entwicklung war die Stagnation der Wirtschaftsleistung in der zweiten Jahreshälfte. Die Konsumausgaben der Privathaushalte legten langsamer zu als in den Vorjahren, was insbesondere durch eine steigende Sparquote der privaten Haushalte zu begründen ist. Positive Impulse gingen dagegen von der seit Jahren steigenden Erwerbstätigkeit aus. Dabei erreichte die Erwerbstätigenzahl abermals einen neuen Höchststand. Zusätzlich legten die Reallöhne nach dem Anstieg im Vorjahr ein weiteres Mal zu. Die Unternehmensinvestitionen weiteten sich in einem ähnlichen Tempo wie im Jahr 2017 aus. Der Außenhandel entwickelte sich insgesamt betrachtet verhalten. Die Ausfuhren expandierten deutlich langsamer als im Vorjahr und die Dynamik der Ausfuhren ließ gegenüber allen Absatzregionen nach, nicht zuletzt aufgrund einer konjunkturellen Verlangsamung in wichtigen Absatzmärkten. Die stagnative gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte war auch zu einem Teil durch temporär belastende Faktoren, wie die infolge des extrem heißen Sommers niedrigen Pegelstände des Rheins, bedingt. In der Eurozone zeigte sich die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2018 weniger dynamisch als im Vorjahr, was sich in einem Anstieg des realen BIP in Höhe von 1,8 % (2017: 2,5 %) widerspiegelte. Das Tempo der gesamtwirtschaftlichen Expansion hat im Vergleich zum Vorjahr insbesondere in den größeren Ländern der Eurozone nachgelassen. Länderspezifische temporäre Sonderfaktoren sowie die ausbleibenden Impulse aus dem internationalen Umfeld schwächten die Ausfuhren, was entscheidend zu der konjunkturellen Abschwächung beitrug. So haben sich die Exporte des Euroraums im Vergleich zum Welthandel, anders als in den Vorjahren, unterproportional entwickelt. Nichtsdestotrotz profitierten die Konsumausgaben der privaten Haushalte von steigenden Reallöhnen und einer Zunahme der Beschäftigung. Die seit der Jahresmitte 2013 anhaltend positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt setzte sich fort, so dass die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote auf 8,2 % (2017: 9,1 %) sank. In den nicht zur Eurozone gehörenden Ländern der Europäischen Union schwächte sich die konjunkturelle Entwicklung insgesamt betrachtet ebenfalls ab. Während in den Ländern Mittel- und Osteuropas, wie beispielsweise Polen, eine nach wie vor hohe Dynamik vorzufinden war, zeigte sich die konjunkturelle Expansion insbesondere in Großbritannien sehr verhalten. Dort wurde die gesamtwirtschaftliche Entwicklung durch die mit dem Brexit verbundenen Unsicherheiten sehr stark belastet. In den USA hat sich die gesamtwirtschaftliche Produktion im Jahr 2018 kräftig beschleunigt und war durch eine preisbereinigte Zunahme des BIP in Höhe von 2,9 % (2017: 2,3 %) gekennzeichnet. Ein derart starker Zuwachs wurde zuletzt im Jahr 2015 verzeichnet. Die privaten Konsumausgaben expandierten ähnlich schnell wie im Vorjahr, wohingegen die Unternehmensinvestitionen deutlich beschleunigt zunahmen und stützend auf die konjunkturelle Dynamik wirkten. Ein Grund dafür war unter anderem die im Vorjahr umgesetzte Steuerreform. Der US-amerikanische Arbeitsmarkt befand sich auch im Jahr 2018 in einer robusten Verfassung, so dass sich der Beschäftigungsaufbau fortsetzte und die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote auf 3,9 % (2017: 4,4 %) zurückging. Vom Außenhandel gingen im Jahr 2018 hingegen, insgesamt betrachtet, keine positiven Impulse aus, da die Einfuhren deutlich beschleunigter zulegten als die Ausfuhren.
Branchenspezifisches Umfeld Multichannel-Einzelhandel Der gesamte deutsche Einzelhandel verzeichnete im Jahr 2018 eine nominale Steigerung der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 2,9 % (2017: 4,3 %). Dies entspricht einem preisbereinigten Anstieg von 1,2 % (2017: 2,3 %). Damit konnten die deutschen Einzelhändler das neunte Jahr in Folge sowohl nominale als auch preisbereinigte Umsatzsteigerungen gegenüber dem jeweiligen Vorjahr erzielen. Die Zunahme der Einzelhandelsumsätze lässt sich mit der anhaltend guten Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft begründen. Der seit 13 Jahren erfolgende Anstieg der Erwerbstätigkeit setzte sich auch im Jahr 2018 dynamisch fort, so dass die Erwerbstätigenzahl einen erneuten Höchststand erreichte. Positive Impulse gingen ebenfalls vom niedrigen Zinsniveau aus. Die Reallöhne konnten nach dem Vorjahresanstieg in Höhe von 0,8 % ein weiteres Mal zulegen, wobei die Zunahme mit 1,3 % dynamischer ausfiel. Der Anstieg der Verbraucherpreise zeigte sich im Jahresdurchschnitt 2018 mit 1,9 % recht stark und lag über den Jahresteuerungsraten der Vorjahre. Insbesondere die Verteuerung von Energieprodukten wirkte sich spürbar inflationstreibend aus. Vor dem Hintergrund dieser gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erhöhten sich die Konsumausgaben der privaten Haushalte im zurückliegenden Jahr preisbereinigt um 1,0 % (2017: 1,8 %). Der deutsche Online- und Versandhandel konnte seine Umsätze mit Waren im Jahr 2018 um 9,6 % auf 68,1 Mrd. EUR (2017: 62,2 Mrd. EUR) steigern. Insbesondere im E-Commerce-Bereich zeigten sich überdurchschnittliche Umsatzsteigerungen in Höhe von 11,4 %, wodurch 65,1 Mrd. EUR (2017: 58,5 Mrd. EUR) mit Waren im reinen Onlinegeschäft umgesetzt wurden. Der warengetriebene E-Commerce in Deutschland ist damit seit dem Jahr 2014 um rund 52 % gewachsen. Bekleidung blieb auch im Jahr 2018 weiterhin die umsatzstärkste Warengruppe im E-Commerce-Bereich - gefolgt von Elektronik- und Telekommunikationsartikeln, Computerzubehör und -spielen sowie Softwareprodukten. Deutliche Umsatzsteigerungen in Höhe von 12,5 % konnte auch der Einrichtungsbereich verzeichnen, so dass mit Haushaltswaren und -geräten, Möbeln, Lampen und Dekoration sowie Haus- und Heimtextilien erstmals knapp 10 Mrd. EUR im Jahr 2018 umgesetzt wurden. Innerhalb des E-Commerce-Bereiches zeigten vor allem Multichannel-Einzelhändler, die ihre Waren über mehrere Vertriebskanäle anbieten, eine ausgesprochen dynamische Entwicklung. Die Internetnutzung über Smartphones und Tablets hat auch im Jahr 2018 weiter zugenommen. Der Umsatzanteil der Warenbestellungen im deutschen E-Commerce, der über das mobile Internet erfolgte, erhöhte sich im Jahr 2018 auf 29,5 % (2017: 26,6 %). Finanzdienstleistungen Die gute Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft im Jahr 2018 wirkte sich auf den deutschen Finanzdienstleistungssektor aus. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen verminderte sich im zurückliegenden Jahr zum neunten Mal in Folge und ging im Vorjahresvergleich um 3,9 % auf 19.302 Fälle (2017: 20.093 Fälle) zurück. Damit erreichte die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen den niedrigsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999. Die Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen sanken deutlich auf 21,0 Mrd. EUR (2017: 29,7 Mrd. EUR) und die durchschnittliche Forderungshöhe je Insolvenz betrug 1,1 Mio. EUR (2017: 1,5 Mio. EUR). Der überproportionale Rückgang der Forderungen in Vergleich zum Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen resultiert aus der Tatsache, dass im Jahr 2018 weniger wirtschaftlich bedeutende Unternehmen als im Vorjahr Insolvenz anmelden mussten. Das Zahlungsverhalten der Unternehmen in Deutschland hat sich im Jahr 2018 auf einem bereits sehr hohen Niveau noch einmal verbessert. Bei Unternehmen wurden als Gründe für das Nichtnachkommen von Zahlungsverpflichtungen insbesondere hohe Zahlungsausfälle bei eigenen Kunden, temporäre Liquiditätsengpässe und das Ausnutzen von Lieferantenkrediten genannt. Eine schlechte Auftragslage spielte hingegen eine untergeordnete Rolle. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2018 zeigte sich im Vorjahresvergleich ebenfalls stark rückläufig. Mit 67.597 Fällen lag sie um 6,0 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 71.896 Fällen. Einen Anstieg der Verbraucherinsolvenzen gab es zuletzt im Jahr 2010. Als Gründe für das Nichtnachkommen von Zahlungsverpflichtungen bei Verbrauchern wurden insbesondere das unkontrollierte Konsumverhalten, die private Überschuldung, vorsätzliches Nichtbezahlen sowie momentane Liquiditätsengpässe genannt. Vor dem Hintergrund der anhaltend guten Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft spielte der Verlust des Arbeitsplatzes hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Von einer schlechten Zahlungsmoral auf Verbraucherebene waren im Jahr 2018 insbesondere Unternehmen aus dem Online- und Versandhandel, der Energiebranche und dem Handwerk betroffen. Service Die deutsche Transport- und Logistikbranche war im Jahr 2018 dadurch gekennzeichnet, dass der Güterverkehr die anhaltend positive Entwicklung seit dem Jahr 2010 (bei einem leichten Rückgang im Jahr 2012), insgesamt betrachtet, fortsetzen konnte. Das gesamte Transportaufkommen stieg im Jahresdurchschnitt um 1,0 % (2017: 1,9 %). Die gute, wenngleich verhalten dynamische Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft im Jahr 2018 wirkte sich somit auch auf den verkehrswirtschaftlichen Bereich aus. Neben dem weiterhin sehr wettbewerbsintensiven Marktumfeld haben vor allem die Entwicklung der Lohnkosten und des Rohölpreises einen spürbaren Einfluss auf die deutsche Transport- und Logistikbranche. Das allgemeine Kostenniveau im deutschen Güterverkehr zeigte sich im Jahr 2018, insgesamt betrachtet, leicht aufwärts gerichtet. Neben höheren Personalaufwendungen infolge tariflicher Vereinbarungen sowie der notwendigen Lohnanpassungen aufgrund des sich stärker auswirkenden Fahrermangels in großen Ballungsgebieten lagen die Rohölpreise im Jahresverlauf 2018 leicht über Vorjahresniveau. Die Kraftstoffkostenentwicklung führte jedoch zu keinen signifikant negativen Effekten auf die deutsche Transport- und Logistikbranche. Aufgrund der dynamischen Entwicklung im Online- und Versandhandel und der anhaltend starken Volumenzuwächse bei Paketlieferungen an Privathaushalte haben die deutschen Paketdienstleister auch im Jahr 2018 hohe Investitionen in die logistische Infrastruktur und die weitere Digitalisierung getätigt, um die gestiegene Zahl an Sendungen bewältigen zu können. Gleichzeitig wurden neue Lösungsansätze konzipiert und erprobt, um den sich verändernden Kundenanforderungen, dem spürbaren Fahrermangel und den Herausforderungen der verkehrlichen Situation gerecht zu werden. Geschäftsverlauf Der in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung ersichtliche Geschäftsverlauf des Geschäftsjahres 2018/19 ist durch eine Reihe von Sachverhalten geprägt, die insbesondere dazu führen, dass der ausgewiesene Umsatz der Otto Group beeinflusst ist. Dazu zählen die Entkonsolidierung der ABOUT YOU GmbH, die letztjährige Harmonisierung des Geschäftsjahres etlicher Konzerngesellschaften, Währungskurseffekte sowie eine neue Systematik für Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15). Aufgrund dieser Sondersachverhalte lag der in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung ausgewiesene Umsatz der Otto Group für das Geschäftsjahr 2018/19 leicht unter dem des Geschäftsjahres 2017/18, so dass die Umsätze um 1,6 % von 13,7 Mrd. EUR auf 13,4 Mrd. EUR zurückgingen. Für eine Vergleichbarkeit zwischen den beiden Geschäftsjahren erfolgt daher nachfolgend eine Betrachtung nach Bereinigung der oben genannten Sachverhalte inklusive der Eliminierung von Währungskurseffekten. Bei einer Bezugnahme auf den ausgewiesenen Umsatz erfolgt im weiteren Verlauf ein entsprechender Hinweis. Die Otto Group hat im Geschäftsjahr 2018/19 ihre fokussierte Wachstumsstrategie fortgesetzt und konnte den Umsatz um 3,5 % auf 13,4 Mrd. EUR steigern. Die Umsätze entwickelten sich in allen drei Segmenten positiv. Die Online-Umsätze im Segment Multichannel-Einzelhandel sind um 4,5 % auf rund 7,7 Mrd. EUR, in Deutschland um 5,2 % auf 5,3 Mrd. EUR gestiegen. Das im Konzernlagebericht 2017/18 für das Geschäftsjahr 2018/19 prognostizierte Umsatzwachstum in Höhe von rund 5 % konnte nicht erreicht werden. Der ungewöhnlich lange und heiße Sommer in Europa, der sich auf den Handel im Allgemeinen ausgewirkt hat, hat auch die Textil- und Möbelumsätze der Otto Group und damit letztlich auch die Ertragslage insgesamt beeinflusst. Darüber hinaus belastete des Weiteren der bewusste Rückzug einzelner Konzepte aus dem russischen Markt das Umsatzwachstum. Ergebnisseitig haben sich des Weiteren die geplant hohen Investitionen in die Weiterentwicklung der Konzerngesellschaft OTTO und in die logistische Infrastruktur der gesamten Unternehmensgruppe ausgewirkt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 222,0 Mio. EUR ging gegenüber dem EBIT des Vorjahres in Höhe von 387,6 Mio. EUR zurück. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 277,6 Mio. EUR lag deutlich unter dem EBT des Vorjahres in Höhe von 622,4 Mio. EUR. Das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2018/19 ist im Wesentlichen aufgrund der Gewinne aus der Fair-Value-Bewertung einiger Beteiligungen der Venture Aktivitäten im Rahmen der erstmaligen Anwendung des IFRS 9 und aus der Entkonsolidierung der Zahnärztekasse AG positiv ausgefallen. Allerdings ist das Finanzergebnis des Vorjahres durch die hohen Effekte aus der Entkonsolidierung der Konzerngesellschaft ABOUT YOU GmbH nur bedingt vergleichbar. Die letztgenannte Entkonsolidierung hatte im Vorjahr einen überaus positiven Effekt auf das Finanzergebnis und damit auch auf das EBT. Das im Konzernlagebericht 2017/18 für das Geschäftsjahr 2018/19 prognostizierte EBT, das operativ, das heißt ohne Effekte aus der fortgesetzten Portfoliooptimierung, an die gute Ergebnissituation des Geschäftsjahres 2017/18 anknüpfen sollte, wurde im Wesentlichen aufgrund der oben genannten Effekte nicht voll erreicht. Die Otto Group bleibt auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen und einem herausfordernden Marktumfeld profitabel und investiert weiterhin in nachhaltige Geschäftskonzepte und Technologien. Nach einem Konzernjahresüberschuss von 516,0 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2017/18 erzielte die Otto Group nunmehr einen Konzernjahresüberschuss von 176,9 Mio. EUR. Ertragslage des Konzerns Die insgesamt betrachtete Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Otto Group wurde vorstehend bereits beschrieben. Die wesentlichen Kennzahlen der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Der durchschnittliche Umsatz je Mitarbeiter ging gegenüber dem Vorjahr leicht von 263,8 TEUR auf 255,8 TEUR zurück. Insgesamt wurden 75,6 % des ausgewiesenen Umsatzes der Otto Group mit dem Verkauf von Handelswaren (10.170,5 Mio. EUR, 2017/18: 76,7 %), 6,1 % mit Erlösen aus Finanzdienstleistungen (815,6 Mio. EUR, 2017/18: 6,1 %) und 18,3 % mit Erlösen aus übrigen Dienstleistungen (2.460,4 Mio. EUR, 2017/18: 17,1 %) erzielt. Der Verkauf von Handelswaren über die Kanäle Onlinehandel, Katalogversand und stationärer Einzelhandel prägte somit auch im Geschäftsjahr 2018/19 die umsatzseitige Entwicklung der Unternehmensgruppe. Mit einem leicht gestiegenen Anteil von 61,3 % (2017/18: 60,6 %) am ausgewiesenen Umsatz der Otto Group war Deutschland im Geschäftsjahr 2018/19 weiterhin der bedeutendste regionale Absatzmarkt für die Unternehmensgruppe. Während in Europa (ohne Deutschland und Russland) 21,7 % (2017/18: 21,6 %) der ausgewiesenen Umsatzerlöse realisiert wurden, trug die Region Nordamerika 13,8 % (2017/18: 13,9 %) zum ausgewiesenen Umsatz der Otto Group bei. Es folgten Russland mit 1,7 % (2017/18: 2,4 %) und Asien mit 1,3 % (2017/18: 1,4 %). Der ausgewiesene Umsatz nach Regionen stellt sich wie folgt dar:
Der ausgewiesene Umsatzrückgang in den einzelnen Absatzmärkten der Unternehmensgruppe wurde durch die bereits erwähnten Sachverhalte beeinflusst. Bereinigt um diese Sachverhalte hat sich für Deutschland und das übrige Europa (ohne Russland) ein Umsatzanstieg ergeben, der allerdings durch den ungewöhnlich langen und heißen Sommer gebremst wurde. In Deutschland betrug der Umsatzanstieg 2,9 %, im übrigen Europa (ohne Russland) 7,5 %. Nordamerika verzeichnete einen Umsatzanstieg von 3,7 %. Der Umsatzrückgang in Russland ist durch den Rückzug einzelner Konzepte der Otto Group aus dem russischen Markt geprägt. Hier wird sich die Otto Group zukünftig vor allem auf das Konzept bonprix fokussieren. Die Rohertragsquote der Unternehmensgruppe lag mit 47,0 % (2017/18: 48,3 %) unter dem Niveau des Vorjahres. Der Rohertrag ist, absolut betrachtet, um 277,9 Mio. EUR auf 6.324,0 Mio. EUR zurückgegangen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen um 173,8 Mio. EUR zurück. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die Entkonsolidierung der ABOUT YOU GmbH zum Ende des Geschäftsjahres 2017/18 zurückzuführen. Die hohen Investitionen ins Wachstum der ABOUT YOU GmbH, vor allem der hohe Werbeaufwand, belasten seit dem Geschäftsjahr 2018/19 nicht mehr alleine das Ergebnis der Otto Group, sondern sind durch die Einbeziehung nach der Equity-Methode nur noch anteilig im Beteiligungsergebnis enthalten. Das Beteiligungsergebnis weist im Geschäftsjahr 2018/19 einen Rückgang in Höhe von 69,0 Mio. EUR aus, der im Wesentlichen auf die ABOUT YOU GmbH entfällt. Darüber hinaus sind im Materialaufwand, in den Personalkosten und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen rund 100 Mio. EUR für den Geschäftsmodellwandel der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform enthalten. Durch den Umbau der Logistikinfrastruktur der Hermes Gruppe in Deutschland sind zudem auch im Geschäftsjahr 2018/19 wesentliche Belastungen sowohl im Personalaufwand als auch in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag, bedingt durch die vorstehend beschriebenen Effekte, im Geschäftsjahr 2018/19 mit 524,4 Mio. EUR unter dem sehr guten EBITDA des Vorjahres in Höhe von 732,6 Mio. EUR. Die Abschreibungen verringerten sich im zurückliegenden Geschäftsjahr um 42,7 Mio. EUR auf 302,3 Mio. EUR. Der Rückgang entfiel im Wesentlichen auf die außerplanmäßigen Abschreibungen. Sie lagen mit insgesamt 30,0 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert in Höhe von 62,3 Mio. EUR. Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen im Geschäftsjahr 2018/19 entfielen auf erworbene und selbst erstellte Software sowie Grundstücke und Bauten und betrafen im Wesentlichen eine russische Konzerngesellschaft aus dem Segment Service sowie in geringerem Maße zwei deutsche und einen japanischen Händler im Segment Multichannel-Einzelhandel. Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen gingen um 10,3 Mio. EUR zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich im Geschäftsjahr 2018/19 aufgrund der vorstehend dargestellten Effekte auf 222,1 Mio. EUR (2017/18: 387,6 Mio. EUR). Aufgrund des im Verhältnis zum Umsatz stärkeren EBIT-Rückgangs sank die EBIT-Marge auf 1,7 % nach 2,8 % im Vorjahr. Das Finanzergebnis der Unternehmensgruppe fiel im Geschäftsjahr 2018/19 mit 55,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 234,8 Mio. EUR deutlich geringer aus. Das Zinsergebnis lag mit -119,1 Mio. EUR (2017/18: -102,9 Mio. EUR) nahezu auf Vorjahresniveau, wohingegen das sonstige Finanzergebnis einen sehr deutlichen Rückgang aufweist. Es betrug 174,5 Mio. EUR nach 337,7 Mio. EUR im Vorjahr. Das sonstige Finanzergebnis beinhaltet im Geschäftsjahr 2018/19 im Wesentlichen Gewinne aus der Fair-Value-Bewertung einiger Beteiligungen der Venture Aktivitäten im Rahmen der erstmaligen Anwendung des IFRS 9 sowie positive Effekte aus der Entkonsolidierung der Zahnärztekasse AG sowie der assoziierten Unternehmen der Blue Yonder-Gruppe. Im Geschäftsjahr 2017/18 hatte im Wesentlichen die Entkonsolidierung der Konzerngesellschaft ABOUT YOU GmbH einen außerordentlich positiven Effekt auf das Finanzergebnis und damit auch auf das EBT. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) weist mit 277,6 Mio. EUR gegenüber dem entsprechenden Ergebnis des Vorjahres in Höhe von 622,4 Mio. EUR einen deutlichen Rückgang aus. Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag im Geschäftsjahr 2018/19 betrug 100,7 Mio. EUR und lag damit unter dem Ertragsteueraufwand des Vorjahres in Höhe von 106,4 Mio. EUR. Der Rückgang der Steueraufwendungen resultiert aus insbesondere im Ausland deutlich gesunkenen laufenden Steuern und einer gegenläufigen Entwicklung der latenten Steuern. Der Jahresüberschuss verzeichnete einen Rückgang von 339,2 Mio. EUR auf 176,9 Mio. EUR (2017/18: 516,0 Mio. EUR). Vom Jahresüberschuss entfielen auf die Anteile der Gesellschafter des Mutterunternehmens 100,7 Mio. EUR (2017/18: 437,0 Mio. EUR), auf die Anteile anderer Gesellschafter 64,3 Mio. EUR (2017/18: 73,7 Mio. EUR) und auf kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine 11,9 Mio. EUR (2017/18: 5,3 Mio. EUR). Ertragslage der Segmente
Multichannel-Einzelhandel Das Segment Multichannel-Einzelhandel realisierte im Geschäftsjahr 2018/19 einen ausgewiesenen Umsatz von 10.320,3 Mio. EUR (2017/18: 10.547,5 Mio. EUR) und trug einen Anteil von 76,8 % (2017/18: 77,2 %) zum Umsatz der Otto Group bei. Auf vergleichbarer Basis stieg der Umsatz in diesem Segment um 2,7 %. Hierzu trugen im Wesentlichen die Konzerngesellschaften bei, in die im Rahmen der fokussierten Wachstumsstrategie gezielt investiert wurde. Im Segment Multichannel-Einzelhandel sind das neben der Konzerngesellschaft OTTO die bonprix-Gruppe, die Crate and Barrel-Gruppe, die Witt-Gruppe und die myToys-Gruppe. Darüber hinaus zählt die ABOUT YOU GmbH zu den Fokusgesellschaften im Rahmen der Wachstumsstrategie, ist aber durch die Einbeziehung nach der Equity-Methode nicht in den Umsatzerlösen der Otto Group enthalten und daher auch kein Bestandteil der nachfolgenden Ausführungen. Im Konzernlagebericht 2017/18 wurde für das Segment Multichannel-Einzelhandel auf vergleichbarer Basis eine Umsatzsteigerung prognostiziert, die nahezu an das sehr gute, insgesamt bereinigte Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2017/18 anknüpfen kann. Vor allem durch die fehlenden Textil- und Möbelumsätze aufgrund des ungewöhnlich langen und heißen Sommers in Europa konnte dieses Ziel nicht erreicht werden. Der Onlinehandel prägte auch im zurückliegenden Geschäftsjahr als wachstumsstärkster Vertriebskanal die Segmententwicklung. Die E-Commerce-Umsätze konnten um 4,5 % auf 7.637,7 Mio. EUR spürbar zulegen. Der Anteil am Umsatz des Segments betrug 74,0 % und lag deutlich über dem entsprechenden Vorjahreswert von 69,3 %. Die Otto Group profitierte somit weiterhin spürbar vom sehr dynamisch wachsenden Onlinehandel. Die oben genannten Fokusgesellschaften aus dem Segment Multichannel-Einzelhandel weisen im Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt ein Umsatzwachstum von 5,4 % aus. Hierbei zeigte vor allem die Konzerngesellschaft OTTO eine ausgesprochen erfreuliche Entwicklung. Die Umsätze konnten deutlich um 8,3 % gesteigert werden. Das Wachstum wurde über alle Kategorien hinweg erzielt, unterstützt durch die erfolgreiche Zunahme der Anzahl der aktiven Kunden. Die bonprix-Gruppe hat die Umsätze um 3,4 % gesteigert. Insbesondere in den osteuropäischen Märkten verzeichnete diese Gruppe eine hervorragende Entwicklung. Die Witt-Gruppe hat ihren Umsatz stabil auf Vorjahresniveau gehalten. Die auf die Zielgruppen Familien und Frauen spezialisierte myToys-Gruppe konnte ihre Umsätze um 8,0 % steigern. Vor allem das Shoppingangebot von Limango hat sich dabei als Wachstumstreiber erwiesen und sich als zentrale Plattform für das Familienshopping entwickelt. Bei der in den USA und Kanada tätigen Einrichtungs- und Lifestylegruppe Crate and Barrel stiegen die Umsätze um 3,5 %. Der ausgewiesene Umsatzrückgang im Segment Multichannel-Einzelhandel, aber auch die im Materialaufwand enthaltenen Aufwendungen der Konzerngesellschaft OTTO für den Geschäftsmodellwandel von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform, führten zu einem deutlichen Rückgang des Rohertrags um 222,9 Mio. EUR. Die Rohertragsquote lag im Geschäftsjahr 2018/19 mit 47,7 % unter der des Vorjahres (2017/18: 48,8 %). Die Ertragslage des Segments wurde in Summe maßgeblich durch die veränderte Einbeziehungsart der ABOÙT YOU GmbH geprägt. Die hohen Werbeaufwendungen sind nur noch anteilig im Beteiligungsergebnis enthalten. Gleichzeitig haben, wie bereits erläutert, Aufwendungen der Konzerngesellschaft OTTO in Höhe von rund 100 Mio. EUR für den Geschäftsmodellwandel das Ergebnis beeinflusst. Die beschriebenen Faktoren führten im Wesentlichen zu dem Rückgang des EBIT im Segment Multichannel-Einzelhandel im Geschäftsjahr 2018/19 von 144,1 Mio. EUR auf 25,2 Mio. EUR. Finanzdienstleistungen Das Segment Finanzdienstleistungen, welches stark durch die Geschäftsaktivitäten der international tätigen EOS Gruppe geprägt wird, konnte im Geschäftsjahr 2018/19 einen Umsatzanstieg von 4,2 %, bei der EOS Gruppe sogar einen Umsatzanstieg von 9,6 % erreichen. Die ausgewiesenen Umsatzerlöse des Segments sanken hingegen geringfügig von 841,4 Mio. EUR auf 823,6 Mio. EUR. Die EOS Gruppe profitierte im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut von fortlaufenden Ankäufen von Forderungspaketen im Rahmen der Ausweitung der Forderungsmanagementtätigkeiten, die sich deutlich positiv auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt haben. Gegenläufig entwickelten sich die Umsatzerlöse der Konzerngesellschaft 3 SUISSES DE RE S.A., die aufgrund der rückläufigen Geschäftsentwicklung ursächlich für das gebremste Wachstum des gesamten Segments waren. Im Konzernlagebericht des Vorjahres wurde für das Geschäftsjahr 2018/19 ein insgesamt bereinigtes Umsatzniveau leicht über Vorjahresniveau prognostiziert. Mit einer Umsatzsteigerung von 4,2 % kann die Prognose als voll erfüllt angesehen werden. Der Anteil des Segments am ausgewiesenen Umsatz der Unternehmensgruppe lag mit 6,1 % leicht unter dem Vorjahr (2017/18: 6,2 %). Das EBIT des Segments Finanzdienstleistungen ging im Geschäftsjahr 2018/19 um 16,0 Mio. EUR auf 322,1 Mio. EUR zurück. Die EOS Gruppe trug mit hoher Profitabilität zum hervorragenden EBIT dieses Segments bei. Der Ergebnisrückgang in diesem Segment ist im Wesentlichen auf die Aktivitäten der Otto Group Digital Services GmbH zurückzuführen, deren Start-Up-Aktivitäten plangemäß Anlaufverluste verzeichnen. Service Im Segment Service konnte im Geschäftsjahr 2018/19 ein Anstieg des ausgewiesenen Außenumsatzes von 2.270,9 Mio. EUR auf 2.302,5 Mio. EUR verzeichnet werden, das entspricht einem Zuwachs von 1,4 %. Das Segment konnte bereinigt deutlich zulegen und erzielte eine Umsatzsteigerung von 7,1 %. Diese insgesamt erfreuliche Steigerung der Umsätze stimmt voll mit der im Konzernlagebericht 2017/18 vorgenommenen Prognose einer deutlichen, aber unter dem knapp zweistelligen Vorjahreswert liegenden Umsatzsteigerung im Geschäftsjahr 2018/19 überein. Der Anteil am ausgewiesenen Umsatz der Unternehmensgruppe stieg von 16,6 % auf 17,1 %. Der ausgewiesene Außenumsatz mit Kunden außerhalb der Unternehmensgruppe trägt im Segment Service 65,4 % zum Gesamtumsatz dieses Segments bei. Das Segment wird vor allem durch die international tätigen Konzerngesellschaften unter der Dachmarke Hermes geprägt. Diese profitierten von den steigenden E-Commerce-Umsätzen und der damit in Zusammenhang stehenden Zunahme der handelsnahen Dienstleistungen aus dem Servicebereich. Im Geschäftsjahr 2018/19 konnte die Hermes Gruppe daher ihre Umsatzerlöse in den drei großen E-Commerce-Märkten Deutschland, Frankreich und Großbritannien gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Mit der Umsatzausweitung der Hermes Gruppe gingen unter anderem gestiegene Personalaufwendungen einher. In Deutschland führte zudem ein hohes Paketaufkommen vor dem Hintergrund des, vor allem in urbanen Regionen, steigenden Fahrermangels zu signifikanten Steigerungen der Lohnkosten, insbesondere in der Endkundenzustellung. Darüber hinaus läuft die Neuausrichtung der logistischen Infrastruktur weiter, aus der sich außerordentliche Belastungen in Deutschland von 28,7 Mio. EUR ergaben, die im Personalaufwand und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten sind. Im Vorjahr war das Segment Service durch derartige Effekte in Deutschland in ähnlicher Höhe belastet. Das EBIT des Segments verminderte sich im Wesentlichen aufgrund der vorstehend beschriebenen Effekte im Geschäftsjahr 2018/19 von -5,9 Mio. EUR auf -33,3 Mio. EUR. Holding/Konsolidierung Neben den Effekten der intersegmentären Konsolidierung wurden bei der Holding/Konsolidierung übergreifende Kosten der Konzernfunktion in Höhe von 92,0 Mio. EUR (2017/18: 88,8 Mio. EUR) ausgewiesen, die den vorstehenden Segmenten nicht auf einer verlässlichen Basis zugeordnet werden konnten. Finanz- und Vermögenslage Konzern-Kapitalflussrechnung
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag im Geschäftsjahr 2018/19 mit -9,7 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von 167,6 Mio. EUR. Dabei ergab sich aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren EBIT ein rückläufiger Brutto-Cashflow. Zudem wirkte die erneute Ausweitung des Working Capital belastend. Die Working Capital-Entwicklung ist dabei insbesondere auf die fortlaufenden Ankäufe von Forderungspaketen bei der EOS Gruppe im Rahmen der Ausweitung der Forderungsmanagementtätigkeiten zurückzuführen. Darüber hinaus wirkte sich der Aufbau von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräten bei den großen Konzerngesellschaften aus dem Segment Multichannel-Einzelhandel aus, der weit überwiegend auf die Ausweitung der operativen Geschäftstätigkeit dieser Konzerngesellschaften zurückzuführen ist. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit wurde im Geschäftsjahr 2018/19 primär durch die anhaltend hohen Investitionen in die IT- und Logistikinfrastruktur unterschiedlicher Konzerngesellschaften aus den Segmenten Multichannel-Einzelhandel und Service geprägt. Dabei wirkten sich insbesondere der Ausbau der Logistikinfrastruktur bei der Hermes Gruppe (in Deutschland und Großbritannien), die Weiterentwicklung der Konzerngesellschaft OTTO zu einer E-Commerce-Plattform sowie die gute operative Geschäftsentwicklung der Crate and Barrel-Gruppe mit einhergehenden Investitionen in die IT-Infrastruktur und die Stationärstandorte aus. Zudem wurden weitere Beteiligungen bei der EVC-Gruppe erworben. Einen gegenläufigen positiven Effekt auf den Cashflow aus Investitionstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr bewirkte der Zahlungsmittelzufluss aus dem Verkauf der Zahnärztekasse AG mit Sitz in der Schweiz sowie der Ausgleich einer im Rahmen der Anteilsveräußerung an der ABOUT YOU GmbH entstandenen Kaufpreisforderung gegenüber der GFH Gesellschaft für Handelsbeteiligungen m.b.H. Im Vorjahr war im Cashflow aus Investitionstätigkeit eine hohe Einzahlung aus der beglichenen Kaufpreisforderung aus dem Verkauf von Cofidis-Geschäftsanteilen enthalten. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wurde im Geschäftsjahr 2018/19 sowohl durch die erfolgten Ausschüttungen, insbesondere an Minderheitsgesellschafter, als auch durch die Begebung einer Hybridanleihe mit einem Volumen von 300 Mio. EUR geprägt. Letztere wird in der Konzern-Bilanz als Eigenkapital ausgewiesen. Zudem wirkte sich der Anstieg der Nettofinanzverschuldung der Unternehmensgruppe auf den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit aus. Insgesamt betrachtet erfolgte im Geschäftsjahr 2018/19 eine Nettoaufnahme von Finanzmitteln durch die Otto Group. Eigenkapital und Finanzierung Die Konzern-Bilanz der Otto Group weist zum 28. Februar 2019 eine Bilanzsumme von 9.624,3 Mio. EUR aus. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 3,5 %. Aufgrund der Umgliederung aller Rückstellungen und Verbindlichkeiten der gemäß IFRS 5 dargestellten Veräußerungsgruppen zum 28.02.2019 in das kurzfristige Fremdkapital ("Zur Veräußerung gehaltene Schulden") ist die Vergleichbarkeit der Aufgliederung in lang- und kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten zum Vorjahr nur eingeschränkt gegeben.
Die deutliche Erhöhung des Eigenkapitals um 191,5 Mio. EUR liegt insbesondere in der Begebung einer Hybridanleihe mit einem Volumen von 300 Mio. EUR begründet. Die Ansprüche aus der Hybridanleihe sind nachrangig gegenüber sonstigen Verbindlichkeiten der Otto Group und die Zahlung der Verzinsung liegt im Ermessen des Emittenten. Dementsprechend wird die Hybridanleihe in der Konzern-Bilanz als Eigenkapital ausgewiesen. Zudem trug der im Geschäftsjahr 2018/19 erzielte Jahresüberschuss in Höhe von 176,9 Mio. EUR zum Anstieg des Eigenkapitals bei. Belastend auf die Entwicklung des Eigenkapitals wirkten Ausschüttungen, überwiegend an Minderheitsgesellschafter. Das langfristige Fremdkapital erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 75,2 Mio. EUR, entsprechend 2,0 %, auf 3.845,2 Mio. EUR. Vor dem Hintergrund langfristig laufender Investitionsprojekte wurden die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten deutlich ausgeweitet. Gegenläufig wirkte die Umgliederung von zwei im Geschäftsjahr 2019/20 fälligen Anleihen in das kurzfristige Fremdkapital. Darüber hinaus ergab sich ein Anstieg der Rückstellungen für Pensionen, der im Wesentlichen in erdienungsbedingten Rückstellungszuführungen begründet liegt. Das kurzfristige Fremdkapital ist im Geschäftsjahr 2018/19 leicht um 49,6 Mio. EUR, entsprechend 1,3 %, auf 3.977,4 Mio. EUR gestiegen. Erhöhend wirkte die Umgliederung von zwei im Geschäftsjahr 2019/20 fälligen Anleihen aus dem langfristigen Fremdkapital sowie die Umgliederung aller Rückstellungen und Verbindlichkeiten der gemäß IFRS 5 dargestellten Veräußerungsgruppen zum 28.02.2019 in das kurzfristige Fremdkapital. Gegenläufig wirkte der Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Kurzfristige Finanzierungen konnten mit Mittelzuflüssen aus langfristigen Darlehen und der Hybridanleihe zurückgeführt werden. Netto-Finanzverschuldung Die Netto-Finanzverschuldung der Otto Group erhöhte sich im Geschäftsjahr 2018/19 um 230,2 Mio. EUR auf 2.739,0 Mio. EUR. Dies entspricht einem Anstieg von 9,2 %. Die großen operativen Handelsaktivitäten konnten weiterhin erhebliche Liquiditätsbeiträge erwirtschaften. Eine Ausnahme hiervon stellt jedoch die Konzerngesellschaft OTTO dar, bei der der Wandel von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform plangemäß zu einem erhöhten Liquiditätsbedarf führte. Die wesentlichen Treiber für den Anstieg der Netto-Finanzverschuldung sind die signifikanten Forderungskäufe im Rahmen des Wachstums der EOS Gruppe sowie die hohen Investitionen in die Neuausrichtung der IT- und Logistikinfrastruktur bei der Hermes Gruppe. Zudem trugen Ausschüttungen, überwiegend an Minderheitsgesellschafter, zum Anstieg der Netto-Finanzverschuldung bei. Insgesamt entwickelte sich die Netto-Finanzverschuldung in den vergangenen zwei Geschäftsjahren wie folgt:
Vermögensstruktur Das Gesamtvermögen der Otto Group erhöhte sich im Geschäftsjahr 2018/19 um 327,4 Mio. EUR auf 9.624,3 Mio. EUR. Dies entspricht einem Anstieg in Höhe von 3,5 %. Aufgrund der Umgliederung aller Vermögenswerte der gemäß IFRS 5 dargestellten Veräußerungsgruppen zum 28.02.2019 in die kurzfristigen Vermögenswerte ("Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte") ist die Vergleichbarkeit der Aufgliederung in lang- und kurzfristige Vermögenswerte zum Vorjahr nur eingeschränkt gegeben.
Das langfristig gebundene Vermögen in Summe lag im Geschäftsjahr 2018/19 mit 4.723,6 Mio. EUR leicht über dem Vorjahreswert von 4.642,8 Mio. EUR und wird zu 117,5 % (2017/18: 113,8 %) durch langfristiges Kapital gedeckt. Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen legten zu, was insbesondere auf die anhaltend hohen Investitionen in die IT- und Logistikinfrastruktur unterschiedlicher Konzerngesellschaften aus den Segmenten Multichannel-Einzelhandel und Service zurückzuführen ist. Innerhalb des langfristig gebundenen Vermögens gab es zudem Verschiebungen zwischen dem Anlagevermögen und den übrigen langfristigen Vermögenswerten in Folge der Aufspaltung der Geschäftsanteile an der ABOUT YOU Holding GmbH in Stamm- und Vorzugsanteile (siehe hierzu auch Konzernanhang zum 28. Februar 2019, Ziffer (18) "Anteile an assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und sonstige Finanzanlagen"), so dass sich das Anlagevermögen insgesamt betrachtet deutlich um 440,9 Mio. EUR verminderte. Der Rückgang des Anlagevermögens ergab sich darüber hinaus aus der Umgliederung von Beteiligungen der gemäß IFRS 5 dargestellten Veräußerungsgruppen (betrifft hier zwei Konzerngesellschaften der EVC-Gruppe) in die kurzfristigen Vermögenswerte. Erhöhend auf die übrigen langfristigen Vermögenswerte wirkten auch die fortgesetzten Ankäufe von Forderungspaketen bei der EOS Gruppe. Das kurzfristig gebundene Vermögen ist im Geschäftsjahr 2018/19 um 263,3 Mio. EUR, entsprechend 5,8 %, gestiegen. Dabei haben die Vorräte bei den großen Konzerngesellschaften aus dem Segment Multichannel-Einzelhandel infolge der Ausweitung der operativen Geschäftstätigkeit zugelegt. Zudem wirkte die vorstehend genannte Umgliederung aller Vermögenswerte der gemäß IFRS 5 dargestellten Veräußerungsgruppen erhöhend auf das kurzfristig gebundene Vermögen. Investitionen Die im Geschäftsjahr 2018/19 getätigten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen umfassten 413,4 Mio. EUR und lagen damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Sie betrafen im Wesentlichen die IT- und Logistikinfrastruktur unterschiedlicher Konzerngesellschaften aus den Segmenten Multichannel-Einzelhandel und Service. Die Hermes Gruppe investierte sowohl in Deutschland (Hermes Germany GmbH) als auch in Großbritannien (Hermes Parcelnet Limited) fortlaufend in den Ausbau der logistischen Infrastruktur sowie in die Modernisierung der Softwarelandschaft, um die Zustellkapazitäten weiter zu erhöhen und an die kontinuierlich steigende Nachfrage anzupassen. Bei der Konzerngesellschaft OTTO stand im Geschäftsjahr 2018/19 der Wandel von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform im Fokus. Es wurden insbesondere hohe Investitionen in die IT-Landschaft vorgenommen, um diese an die sich verändernden Kundenbedürfnisse anzupassen und die Anbindung von Partnern an die Plattform zu automatisieren. Zudem wurden die umfassenden Modernisierungsmaßnahmen am Standort Hamburg-Bramfeld vorangetrieben. Die Crate and Barrel-Gruppe in den USA und Kanada investierte vor dem Hintergrund der guten operativen Geschäftsentwicklung sowohl in die IT-Infrastruktur als auch in bestehende und neue Stationärstandorte. Darüber hinaus nahmen weitere Konzerngesellschaften aus dem Segment Multichannel-Einzelhandel Investitionen in die weitere Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle vor. Auf Zugänge im Rahmen von finance lease entfielen 20,0 Mio. EUR (2017/18: 16,2 Mio. EUR).
Mittelbindung nach Segmenten Die Mittelbindung der Otto Group wurde im Geschäftsjahr 2018/19 weiterhin primär durch die Segmente Multichannel-Einzelhandel und Finanzdienstleistungen geprägt.
Einbeziehung der Finanzdienstleister nach der Equity-Methode Die nachfolgende Darstellung zeigt für die Otto Group die Bilanz zusätzlich auf der Grundlage der Einbeziehung der Konzerngesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen nach der Equity-Methode - nachfolgend "FDL at Equity" - statt einer Einbeziehung im Wege der Vollkonsolidierung, wie dies im Konzernabschluss zum 28. Februar 2019 erfolgt. Diese Betrachtungsweise stellt den Bereich Handel und Service der Otto Group dar, bereinigt um die bankenähnlichen Strukturen des Segments Finanzdienstleistungen. Die gewählte Darstellung ermöglicht einen validen Vergleich zu Handelsunternehmen ohne entsprechende Finanzdienstleistungsaktivitäten. Die Eckwerte und Kennzahlen der Darstellung "FDL at Equity" zeigen die weiterhin solide Finanzierungsstruktur des Handels- und Dienstleistungsbereiches der Otto Group. Die Bilanzsumme steigt leicht auf 8.060,8 Mio. EUR nach 7.907,6 Mio. EUR im Vorjahr. Dies entspricht einem Anstieg von 1,9%. Aufgrund der Umgliederung aller Vermögenswerte der gemäß IFRS 5 dargestellten Veräußerungsgruppen zum 28.02.2019 in die kurzfristigen Vermögenswerte ("Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte") ist die Vergleichbarkeit der Aufgliederung in lang- und kurzfristige Vermögenswerte zum Vorjahr nur eingeschränkt gegeben. Darüber hinaus erfolgte innerhalb des langfristig gebundenen Vermögens eine Verschiebung zwischen dem Anlagevermögen und den übrigen langfristigen Vermögenswerten in Folge der Aufspaltung der Geschäftsanteile an der ABOUT YOU Holding GmbH in Stamm- und Vorzugsanteile (siehe hierzu auch Konzernanhang zum 28. Februar 2019, Ziffer (18) "Anteile an assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und sonstige Finanzanlagen"). Bereinigt um die vorgenannten Effekte ist ein Anstieg des Anlagevermögens zu verzeichnen, der auch maßgeblich für den Anstieg der Bilanzsumme ist. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die anhaltend hohen Investitionen in die IT- und Logistikinfrastruktur unterschiedlicher Konzerngesellschaften aus den Segmenten Multichannel-Einzelhandel und Service. Die Quote des Konzern-Eigenkapitals beträgt 20,4 % nach 18,4 % im Vorjahr. Neben dem Jahresüberschuss in Höhe von 166,4 Mio. EUR ist der wesentliche Grund die Begebung einer nach IFRS als Eigenkapital auszuweisenden Hybridanleihe mit einem Volumen von 300 Mio. EUR. Dagegen haben Ausschüttungen, überwiegend an Minderheitsgesellschafter, das Eigenkapital belastet. In der Darstellungsform "FDL at Equity" ist die Netto-Finanzverschuldung gegenüber dem Vorjahr leicht um 59,1 Mio. EUR auf 1.653,0 Mio. EUR gestiegen. Die großen operativen Handelsaktivitäten konnten weiterhin erhebliche Liquiditätsbeiträge erwirtschaften. Demgegenüber kam es zu einem erhöhten Liquiditätsbedarf bei der Konzerngesellschaft OTTO aufgrund des Ausbaus zur E-Commerce-Plattform sowie der Hermes Gruppe bedingt durch die Investitionen in die Neuausrichtung der IT- und Logistikinfrastruktur. Zudem trugen Ausschüttungen, überwiegend an Minderheitsgesellschafter, zum Anstieg der Netto-Finanzverschuldung bei. Für die vollständige Rückführung der Netto-Finanzverschuldung aus dem operativen Ergebnis (EBITDA) wäre theoretisch ein Zeitraum von 3,5 Jahren erforderlich. Der Verschuldungskoeffizient ist leicht rückläufig und beträgt 1,0.
Chancen- und Risikobericht Die wertorientierte Steuerung von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie der Otto Group. Zielgerecht werden Wachstums- und Entwicklungschancen sowie wirtschaftliche Optimierungspotenziale im Rahmen der systematisierten strategischen Konzernplanung umfassend identifiziert und evaluiert. Sich ergebenden Risiken wird durch ein konzernweites Risikomanagementsystem - nachfolgend RMS - begegnet. Das RMS unterstützt die Entscheidungsträger dabei, Risiken rechtzeitig zu identifizieren und zu minimieren sowie Chancen zu nutzen. R isikomanagementsystem Alle Konzerngesellschaften, an denen die Otto Group unmittelbar oder mittelbar mit mehr als 50 % der Stimmrechte beteiligt ist oder über die sie einen beherrschenden Einfluss ausüben kann, sind über die konzernweit gültigen Richtlinien und Vorgaben in das RMS einbezogen. Die Durchführung der Risikoerhebung vollzieht sich bottom-up, von den einzelnen Konzerngesellschaften stufenweise über die Konzerngruppen bis zum Konzern. Durch diese Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die Risiken am Ort ihrer Wirksamkeit erfasst werden. Das RMS ermöglicht es, Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu kontrollieren und gegebenenfalls umgehend geeignete Maßnahmen zu treffen, um die möglichen Auswirkungen der Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Falle ihres Eintritts zu begrenzen. Der hierzu implementierte Prozess umfasst folgende Schritte: Identifizierung und Quantifizierung Der Bereich Konzern-Controlling Beteiligungen führt jährlich eine Risikoinventur im gesamten Konzern durch. Um die vollständige Identifizierung der relevanten Risiken sicherzustellen, erfolgt die Risikoinventur nach definierten operativen und funktionalen Risikokategorien und -feldern sowie über Checklisten. Die von den Konzerngesellschaften und den Konzernfunktionen gemeldeten Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher Auswirkungen im dreijährigen Planungszeitraum bewertet. Diese Bewertung erfolgt sowohl als Bruttobetrachtung vor Risikosteuerungsmaßnahmen als auch als Nettobetrachtung nach Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Gemäß individuell festgelegten Wesentlichkeitsgrenzen beziehungsweise von der Unternehmensgröße abhängigen Schadenshöhen fließen die Risiken in die Berichterstattung ein. Die in der jährlichen Risikoinventur gemeldeten Risiken werden unterjährig zu den Beiratssitzungen von den Konzerngesellschaften aktualisiert. Durch eine Ad-hoc-Risikoberichterstattung ist zudem sichergestellt, dass auch neben den genannten offiziellen Meldezeitpunkten neue wesentliche Risiken umgehend an den Konzernvorstand gemeldet werden. Steuerung und Kontrolle Die Ergebnisse der Risikoinventur werden in einer Risikomatrix dargestellt. Diese gliedert alle Risiken nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren finanziellen Auswirkungen und stellt somit die Transparenz der Risikolage der Otto Group sicher. Gegenmaßnahmen zur Vermeidung, Verminderung oder Übertragung der Risiken auf Dritte, zum Beispiel durch Abschluss eines Versicherungsvertrags, werden zeitnah durch die Konzerngesellschaften beziehungsweise Konzernfunktionen entwickelt, um den wirtschaftlichen Erfolg der Geschäftstätigkeit abzusichern. Risiken, die als relevant eingestuft werden, weil sie mindestens eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und einen wesentlichen Ergebnis- beziehungsweise Liquiditätseinfluss haben, sowie die für das Risiko relevanten Indikatoren werden verstärkt beobachtet. Der Konzernvorstand und der Aufsichtsrat werden über relevante Entwicklungen im Risikomanagement informiert. Die Verantwortung für das Risikomanagement liegt beim Konzernvorstand und den Geschäftsführern der Konzerngesellschaften. Die enge Verzahnung des RMS mit dem internen Kontrollsystem und dem Controlling/Berichtswesen sichert die Wirksamkeit des RMS ab. Darüber hinaus stellt die Umsetzung, die Einhaltung und das regelmäßige Überprüfen des Compliance-Management-Systems die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien sicher. Die koordinierte Unternehmenskommunikation ist bei der Otto Group ein zentraler Bestandteil des Risikomanagements. Es bestehen verbindliche Regelungen über einzuleitende Maßnahmen im Falle einer identifizierten Krise. Durch die kontinuierliche und vertrauensbildende Kommunikation der relevanten Themen beugt die Otto Group zudem potenziellen Reputationsrisiken in diesem Bereich vor. Das RMS wird von dem organisatorisch verantwortlichen Management in Zusammenarbeit mit dem Konzern-Controlling Beteiligungen fortlaufend weiterentwickelt und von der Konzern-Revision überprüft. Chancen und Risiken aus der Marktentwicklung Die Otto Group ist als weltweit agierende Handels- und Dienstleistungsgruppe von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den für sie relevanten Volkswirtschaften und den damit einhergehenden Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten abhängig. Der weltwirtschaftliche Ausblick für das Jahr 2019 ist dabei durch eine voraussichtlich deutliche Verringerung des gesamtwirtschaftlichen Expansionstempos geprägt. Es gibt nach wie vor eine Reihe von potenziellen Risikofaktoren und wirtschaftspolitischen Unwägbarkeiten für die weltwirtschaftliche Entwicklung, welche mit bereits getroffenen oder anstehenden wirtschafts-, handels- und geldpolitischen Entscheidungen, den Auswirkungen der Rohölpreisentwicklung und den weiter anhaltenden geopolitischen Krisen zusammenhängen. Insbesondere die von der US-Administration ausgehenden protektionistischen Maßnahmen und handelspolitischen Konflikte, die Risiken aus der nach wie vor bestehenden Möglichkeit eines ungeregelten Brexit sowie die Unsicherheit über das Ausmaß der konjunkturellen Abschwächung in China belasten den weltwirtschaftlichen Ausblick. Für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften (insbesondere Deutschland, Eurozone und USA) wird für das Jahr 2019 eine im Vorjahresvergleich weniger dynamische Konjunkturentwicklung erwartet, die sich in verminderten Zuwachsraten der gesamtwirtschaftlichen Produktion widerspiegeln dürfte. Für die deutsche Volkswirtschaft wird dennoch davon ausgegangen, dass die privaten Konsumausgaben weiter ausgeweitet werden, was insbesondere durch einen erneuten Zuwachs der Reallöhne sowie den anhaltenden Beschäftigungsaufbau begünstigt werden dürfte. Auch in der Eurozone dürfte sich die Beschäftigungssituation weiter beleben und damit trotz nachlassender konjunktureller Dynamik positiv auf die Konsumausgaben der privaten Haushalte wirken. In den USA wird ebenfalls eine weiterhin hohe Konsumdynamik erwartet, die durch steigende Realeinkommen und eine rückläufige Arbeitslosenquote gestützt wird. Für die Otto Group bietet sich insgesamt betrachtet somit die Chance, dass der Anstieg der privaten Konsumausgaben in wichtigen Absatzmärkten in Europa und in Nordamerika, trotz abgeschwächter konjunktureller Dynamik in diesen Ländern, positive Effekte auf die Geschäftsentwicklung haben wird. In den Schwellenländern wird die gesamtwirtschaftliche Produktion im Jahr 2019 langsamer expandieren als in den beiden Jahren zuvor. Auch wenn sich die seit mehreren Jahren zu beobachtende wirtschaftliche Schwächephase grundsätzlich nicht fortsetzt, bleibt eine spürbare Belebung des konjunkturellen Umfeldes in dieser Ländergruppe auch im Jahr 2019 aus. Hemmend auf die Entwicklung der Schwellenländer dürfte dabei insbesondere der anhaltende Rückgang an wirtschaftlicher Dynamik in China wirken. Für Russland wird erwartet, dass die sich die gesamtwirtschaftliche Erholung moderat fortsetzt. Eine nachhaltige Verstärkung der konjunkturellen Dynamik der russischen Volkswirtschaft gilt jedoch weiterhin als unwahrscheinlich. Der private Konsum dürfte durch eine deutlich verminderte Inflationsrate und steigende Reallöhne gestützt werden. Der sehr intensive Einzelhandelswettbewerb ist nach wie vor ein maßgeblicher Wettbewerbsfaktor für die Otto Group. Insbesondere die hohe Preissensitivität im europäischen und nordamerikanischen Einzelhandel hat einen spürbaren Einfluss auf die Entwicklung in diesen Absatzmärkten. Der langjährige und noch immer bestehende Wettbewerbsvorteil des Ratenkauf-/Kreditgeschäfts relativiert sich zunehmend durch entsprechende Angebote von Wettbewerbern. Es wird zudem erwartet, dass die anhaltend steigenden Baumwollpreise und die sich voraussichtlich auf dem derzeitigen Niveau mindestens stabilisierenden Rohölpreise einen insgesamt neutralen Effekt auf die Geschäftsentwicklung haben werden. Hingegen werden die Faktorkosten in den Herstellerländern, vor allem in Asien, langfristig weiter steigen. Die Entwicklungen werden kontinuierlich beobachtet und analysiert, um entsprechende Maßnahmen abzuleiten, wie zum Beispiel die potenzielle Verlagerung in andere Beschaffungsmärkte. Dieses wird auch im Rahmen der Weiterentwicklung der Konzernstrategie sowie der Erneuerung der Angebote für die Kunden berücksichtigt. Die Strategie der Otto Group trägt durch die internationale Ausrichtung und die Bedienung unterschiedlicher Marktsegmente über verschiedene Vertriebskanäle langfristig zur Risikostreuung bei und begegnet mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen den je nach regionaler Marktentwicklung entstehenden Anforderungen. Das aktive Portfoliomanagement unterstützt die erfolgreiche Umsetzung der strategischen Ziele. In der jährlichen Portfolioanalyse wird jede Konzerngesellschaft der Otto Group auf ihr Potenzial geprüft und das Portfolio gegebenenfalls verändert. Durch die bisherigen Bemühungen konnten bereits spürbare Verbesserungen erreicht werden. Einen wesentlichen Baustein der Portfoliooptimierung bildete der Verkauf von Anteilen an der ABOUT YOU GmbH und die daraus resultierende Entkonsolidierung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2017/18. Weitere Investoren sind im Geschäftsjahr 2018/19 eingestiegen, so dass die hohen Wachstumsinvestitionen künftig von mehreren Parteien getragen werden, um das hohe Potenzial der Gesellschaft voll entfalten zu können. Weitere Portfoliooptimierungen sollen auch in den kommenden Geschäftsjahren umgesetzt werden. Diese können sowohl Chancen als auch Risiken aufweisen. Risiken ergeben sich dabei insbesondere aus möglicherweise nicht erfolgreichen Turnarounds bei einzelnen Konzerngesellschaften beziehungsweise aus Liquiditäts- und Ergebnisbelastungen aus der Veräußerung von Konzerngesellschaften. Im Segment Multichannel-Einzelhandel sieht die Otto Group ausgeprägte Wachstumschancen in der stetigen Weiterentwicklung des E-Commerce. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Generierung von Wachstumschancen ist in diesem Zusammenhang die Digitalisierung. Für die Nutzung von digitalen Services oder die Durchführung von Transaktionen setzen Endkunden eine steigende Anzahl unterschiedlicher Endgeräte ein. In diesem Zusammenhang gewinnen insbesondere digitale Endgeräte mit Sprachsteuerung, wie zum Beispiel Smart Speaker, eine besondere Bedeutung. Die Herausforderung für Unternehmen ist es, über alle bereits bestehenden sowie neue Endgeräte adäquat vertreten zu sein, die angebotenen Services nutzbar zu machen und dabei eine optimale User Experience zu bieten. Daher werden in der Otto Group im Rahmen der Initiative "Beyond Touch" Lösungen entwickelt, welche zum einen die vorhandenen Services, wie zum Beispiel Serviceanfragen oder die Durchführung von Bestellungen, für Sprachsteuerung nutzbar machen und zum anderen ganz neue digitale Services, wie zum Beispiel Livechats, ermöglichen. Die Konzerngesellschaft OTTO gehört zu den führenden E-Commerce Unternehmen in Deutschland. Um diese Marktstellung nachhaltig zu festigen, stand das Geschäftsjahr 2018/19 im Zeichen des weiteren Geschäftsmodellwandels von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform. Das OTTO-Handelsgeschäft wird dabei durch den Marktplatz, das vielfältige Produkt- und Markenangebot für bestehende und neue Kunden und durch OTTO als Serviceprovider im B2B-Geschäft gestärkt und wettbewerbsfähig gehalten. Für OTTO ergeben sich aus dem Umbau zur E-Commerce-Plattform Chancen, vom stark steigenden E-Commerce-Umsatz in Deutschland zu profitieren. Im Zuge der Plattformtransformation wurden im vergangenen Geschäftsjahr bereits eine Vielzahl neuer Marken- und Produktanbieter aufgeschaltet und erforderliche Fähigkeiten und Prozesse in der Organisation etabliert. Daraus und durch den erfolgreichen Einsatz von Vertriebsaktionen konnte OTTO im Geschäftsjahr 2018/19 erneut ein deutliches Umsatz- und Kundenwachstum realisieren. Die im Jahr 2014 gestartete Erfolgsgeschichte des Onlineshops aboutyou.de der ABOUT YOU GmbH konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr fortgeschrieben werden. Das Fashion- und Technologieunternehmen konnte im Geschäftsjahr 2018/19 erneut ein hohes zweistelliges Umsatzwachstum erzielen und gilt weiterhin als eines der am schnellsten wachsenden Fashion-Tech-Start-Ups in Europa. Auch im Geschäftsjahr 2018/19 wurde die internationale Expansion fortgesetzt - Tschechien ist nunmehr der siebte europäische Markt, in dem ABOUT YOU online präsent ist. Zudem wird auch die Erschließung neuer Geschäftsfelder weiter vorangetrieben, zum Beispiel mit der Lizensierung der eigenen E-Commerce-Infrastruktur ABOUT YOU CLOUD. Im Rahmen einer erfolgreichen Finanzierungsrunde hat die ABOUT YOU GmbH zusätzliches Kapital für die weitere Expansion erhalten. Wesentlich hierfür ist die Investition der Heartland A/S, der Beteiligungsholding eines der größten europäischen Bekleidungsunternehmen. Die Otto Group bleibt größter Anteilseigner der ABOUT YOU GmbH und bezieht das Fashion-Tech-Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss ein. Die Otto Group sieht durch das stark steigende E-Commerce-Geschäft weiterhin ausgeprägte Wachstumschancen für dieses Unternehmen. Die Witt-Gruppe betreibt sehr erfolgreich das Geschäft mit einer bestehenden, ausgeprägt loyalen Kundschaft. Hohe Investitionen in IT, die Digitalisierung des Geschäftsmodells sowie die Logistik sind dabei wichtige Kernthemen, um dem eigenen Anspruch "Best in Mode 50+" zukünftig weiter gerecht zu werden. Daneben richtet sich die Witt-Gruppe derzeit auch zunehmend auf neue, jüngere Kundengruppen aus. Ziel ist es unter anderem, dem steigenden Durchschnittsalter der Kunden entgegenzuwirken. Dies geht einher mit dem Eintritt in Marktsegmente mit stärkerem Wettbewerb und anderem Kundenverhalten. Die Witt-Gruppe befindet sich daher auch in einem Wandel mit Fokus auf der Verlagerung vom Katalog- zum Onlinegeschäft. Durch diese Maßnahmen bietet sich der Witt-Gruppe die Chance, neue Kundengruppen zu gewinnen und weiteres Umsatzwachstum zu realisieren. Auch in der bonprix-Gruppe werden weitere Wachstumschancen gesehen. Ein Treiber ist die deutlich stärkere Ausrichtung der US-amerikanischen Tochtergesellschaft Venus Fashion, Inc. auf Onlinekunden und eine Verbesserung des Servicebereichs. In den europäischen Märkten ist die bonprix-Gruppe auf zunehmenden Wettbewerb eingestellt und fokussiert sich auf operative Exzellenz in allen Geschäftsbereichen. Diese Fokussierung geht derzeit insbesondere in Osteuropa auf, wo speziell im polnischen Markt ein hohes Umsatzwachstum verzeichnet wird. Eine positive Außenwirkung im Kernmarkt Deutschland wird zudem vom neuen, innovativen Stationärkonzept "Next Generation Retail" erwartet, dessen erster Store im Februar 2019 in Hamburgs Innenstadt eröffnet wurde. Das Geschäft der Crate and Barrel-Gruppe in den USA und in Kanada entwickelte sich im Geschäftsjahr 2018/19 erneut positiv. Dabei ist die Entwicklung der Marke CB2 hervorzuheben, welche ihren Umsatz sowohl im Onlinebereich als auch im Filialgeschäft sehr deutlich steigern konnte. Für das Geschäftsjahr 2019/20 wird eine Fortsetzung des Wachstumskurses erwartet. Um dieses zu erreichen, arbeitet die Crate and Barrel-Gruppe an vielfältigen Maßnahmen, wie zum Beispiel an der kontinuierlichen Optimierung des Sortimentes, an der Filialexpansion der Marke CB2 und an Projekten, welche sich positiv auf das Kundenerlebnis - online wie offline - auswirken werden. Dazu zählen insbesondere Investitionen in die IT-Infrastruktur und die Logistik. Chancen bestehen daher in der Steigerung der Anzahl aktiver Kunden und der durch sie bedingten Umsätze. Externe Risiken können sich aus der steigenden Wettbewerbsintensität, der Wirtschaftsentwicklung sowie durch die handelspolitischen Entscheidungen der US-Administration ergeben. In Großbritannien blieb das Marktumfeld im Distanzhandelsgeschäft auch im Geschäftsjahr 2018/19 anspruchsvoll. Dennoch gelang es Freemans Grattan Gruppe - nachfolgend FGH - im abgelaufenen Geschäftsjahr, vor allem aufgrund weiter gestiegener Onlineumsätze, den Wachstumskurs fortzusetzen. Ein wesentliches Risiko stellt die weiterhin ungeklärte zukünftige Beziehung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union dar. Für den Fall eines Austritts ohne Übergangsabkommen könnten vor allem Beeinträchtigungen im Warenverkehr, zum Beispiel Zölle und Verzögerungen durch Grenzkontrollen, eine sich deutlich abschwächende Nachfrage und eine weitere Abwertung des Britischen Pfunds zu Belastungen in den kommenden Geschäftsjahren führen. In einem bereichsübergreifenden Brexit-Projektteam wurden im Vorfeld vorbereitende Maßnahmen ergriffen, um die potenziell negativen Auswirkungen für FGH und die Otto Group zu begrenzen. Darüber hinaus werden diese Maßnahmen laufend auf notwendige Anpassungen überprüft. Dagegen wird erwartet, dass die Vereinbarung eines umfassenden Übergangsabkommens zwischen der Europäischen Union und Großbritannien die negativen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Otto Group begrenzen würde. Es bleibt aber auch dann ungewiss, welche Implikationen sich konkret aus der Ausgestaltung der langfristigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union nach Ablauf des Übergangszeitraums ergeben werden. In Russland ist die Geschäftsentwicklung aller Aktivitäten der Otto Group durch die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Entwicklung des Russischen Rubels beeinflusst. Den daraus resultierenden Risiken wird unter anderem mit strukturellen Maßnahmen entgegengewirkt, die mittlerweile auch den Rückzug einiger Konzepte der Otto Group aus dem russischen Markt umfassen. Zusätzlich entwickelt sich der Wettbewerb im russischen Versand- und Onlinehandel rasant und die Kundenanforderungen steigen stetig. Um diesen Herausforderungen standhalten zu können und die langfristigen Wachstumschancen in Russland nutzen zu können, wird sich die Otto Group Russia zukünftig vor allem auf das größte Konzept bonprix fokussieren. Im Segment Finanzdienstleistungen bestehen weiterhin Marktchancen für profitables Wachstum. Insbesondere für die EOS Gruppe wird erwartet, dass die sehr gute Entwicklung sowohl im In- als auch im Ausland fortgesetzt wird und das hohe Niveau der Investitionen in Forderungskäufe und Immobilien beibehalten werden kann. Zusätzlich wurde mit dem Ausbau des besicherten Forderungsankaufs ein weiteres Geschäftsfeld erschlossen, in dem weiteres Wachstum erwartet wird. Eine weitere Assetklasse stellen Immobilienportfolios dar, die aufgrund der Erfahrungen mit dem Be- und Verwerten von Immobilien Chancen für die EOS Gruppe bieten. Andererseits bestehen Risiken in einer möglichen Verschärfung der rechtlichen Rahmenbedingungen für das operative Geschäft. Zudem ist der Wettbewerbsdruck aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus in wichtigen Märkten der EOS Gruppe weiterhin hoch. Unter dem Dach der Otto Group Digital Solutions GmbH erfolgt neben der Bündelung bestehender auch die Schaffung neuer digitaler, handelsnaher B2B-Geschäftsmodelle, die durch konzerneigene Company Builder entwickelt werden. Damit verfolgt die Otto Group das Ziel, unter Nutzung von innovativen Technologien neue, marktfähige Konzepte entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Konzernportfolios zu entwickeln und damit die kontinuierlich wachsenden Möglichkeiten der Digitalisierung auszuschöpfen. So wird beispielsweise durch die collect Artificial Intelligence GmbH eine Lösung für Forderungsmanagement auf Basis von künstlicher Intelligenz weiter ausgebaut. Die jüngste Ausgründung ist die ondemandcommerce GmbH, ein Full-Service Dienstleister für Fulfillment- und Retourenlösungen im E-Commerce Markt. Mit den Entwicklungen in diesen Geschäftsmodellen wird die Otto Group die Ausschöpfung des in der Unternehmensgruppe vorhandenen Potenzials weiter vorantreiben und hat auch die Chance, vom externen Wachstum des E-Commerce zu profitieren. Im Segment Service hat sich die Hermes Gruppe - nachfolgend Hermes - als relevanter Marktteilnehmer des stark wachsenden Dienstleistungssegments in einem weiterhin sehr dynamischen E-Commerce-Umfeld etabliert. Mit der erreichten Position im Wettbewerbsumfeld kann Hermes vom Marktwachstum profitieren und muss gleichzeitig den unterschiedlichen Herausforderungen der einzelnen Märkte begegnen. Wie in den vergangenen Jahren ist auch zukünftig mit spürbaren Zuwachsraten in den wichtigen E-Commerce-Märkten zu rechnen, in denen Hermes seine Dienstleistungen anbietet. Dabei handelt es sich insbesondere um die großen europäischen Handelsmärkte Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Zusätzlich ist mit einem Anstieg des Cross-Border-Geschäfts zu rechnen. Hiervon kann Hermes durch seine Marktposition in den großen europäischen Handelsmärkten ebenfalls spürbar profitieren. Darüber hinaus bietet Hermes Services an mit dem Ziel, die steigenden transkontinentalen Warentransporte im E-Commerce aus und nach China beziehungsweise anderen Hersteller- und Konsumentenmärkten abzuwickeln. In diesem Zusammenhang birgt die Möglichkeit eines ungeregelten Brexit das Risiko einer Belastung der Cross-Border-Verkehre von und nach Großbritannien. In Großbritannien wird diesbezüglich langfristig eine belastende Wirkung erwartet, wenn es dort zu einer nachhaltigen Eintrübung der Gesamtwirtschaft und des Konsumklimas kommen sollte. Hermes steht, wie das Wettbewerbsumfeld in Gänze auch, vor spezifischen Herausforderungen. Diese bestehen insbesondere im steigenden Fahrermangel in der Distributionslogistik vor allem in urbanen Regionen. Der Fahrermangel führt zu einer erschwerten Gewinnung von Arbeitskräften, steigenden Löhnen und damit höheren Stückkosten auf der letzten Meile. Vor allem die Hermes Germany GmbH hat darauf bereits im Geschäftsjahr 2018/19 frühzeitig mit der Durchsetzung von spürbaren Preissteigerungen gegenüber Auftraggebern reagiert. Dieses erhöht das im Wettbewerb grundsätzlich bestehende Risiko von Kundenverlusten naturgemäß. Auch die Einhaltung der Sozialstandards ist ein wichtiger Faktor für die Otto Group. Hierzu hat sich Hermes dem Code of Conduct der Otto Group verpflichtet, seit 2011 existiert der ergänzende Hermes Verhaltenskodex. Er definiert die grundsätzlichen Anforderungen der Beschäftigung bei Hermes und regelt Themen wie Arbeitnehmerschutz, Arbeitsbedingungen und Mindestlöhne bei den Servicepartnern in der Sendungsdistribution der letzten Meile. Der Verhaltenskodex ist fester Vertragsbestandteil jeder Geschäftsbeziehung mit den Vertragspartnern. Auf der "Langen Strecke" hat sich Hermes 2016 auf die Einhaltung des FairTruck-Codex selbstverpflichtet, der faire Arbeitsbedingungen von Berufskraftfahrern zum Ziel hat. Hermes betreibt des Weiteren gemeinsam mit einem Prüfinstitut ein umfangreiches Auditierungssystem, das eine regelmäßige, wiederkehrende Überprüfung aller Servicepartner vorsieht. Kontrolliert werden dabei auch die Unternehmen, die ein Servicepartner seinerseits mit Transportleistungen beauftragt und die somit keinen direkten Vertrag mit Hermes haben. Kontrolliert werden in den Audits vor allem die Arbeitsbedingungen. Starker Wettbewerb und gesetzliche Rahmenbedingungen stellen hohe Anforderungen an die Bereiche Digitalisierung und Mobilität. Hermes reagiert fortlaufend darauf und entwickelt sich hier permanent weiter, optimiert und erweitert beispielsweise die digitalen Services für Endkunden sowie die Tourenplanung zur weiteren Effizienzsteigerung. Um aufgrund von Stickoxid- und Feinstaubbelastungen zunehmend drohenden Fahrverboten in Großstädten zu begegnen, investiert Hermes verstärkt in E-Mobilität. Finanzrisiken Aufgrund ihrer weltweiten Ausrichtung trifft die Otto Group auf eine Reihe finanzieller Risiken. Diese Risiken werden identifiziert und mit entsprechenden Gegenmaßnahmen gesteuert. Für die Otto Group sind insbesondere das Kontrahentenrisiko, das Liquiditätsrisiko und das Marktrisiko zu betrachten. Den Rahmen für den Umgang mit Finanzrisiken bildet eine konzernweit verbindliche Richtlinie ("Fachanweisung Finanzen"). Die Unternehmensgruppe ist einem Kontrahentenrisiko ausgesetzt, das durch Nichterfüllung von vertraglichen Vereinbarungen seitens der Kontrahenten entsteht. Im engeren Sinne wird darunter das Risiko verstanden, dass Kreditnehmer oder Kontrahenten aufgrund einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse Verbindlichkeiten gegenüber der Otto Group nicht oder nur zum Teil begleichen können. Die Kreditausfallrisiken werden durch adäquate Kreditsteuerungssysteme unter Berücksichtigung einer angemessenen Risikosegmentierung des Kundenportfolios begrenzt. Die Risikosegmentierung wird permanent angepasst. Darüber hinaus werden die Kreditaktivitäten im Rahmen des Risikomanagements regelmäßig auf die geschäftsmodellspezifischen Risiken aus der Veränderung von Umfeldfaktoren hin untersucht und die bestehenden Reaktionsmechanismen bei Bedarf modifiziert. Zudem arbeitet die Otto Group zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos grundsätzlich nur mit Geschäftsbanken zusammen, die über eine ausreichende Bonität verfügen. Sowohl durch diesen qualitativen Auswahlprozess als auch durch ein ausgewogenes Bankenportfolio wird das Ausfallrisiko auf ein vertretbares Maß reduziert. Die Bonität der Geschäftsbanken der Otto Group wird im regelmäßigen Turnus anhand verschiedener Instrumente vom Finanzrisikocontrolling überprüft. Das Liquiditätsrisiko für die Otto Group besteht darin, dass sie nicht über genügend Finanzierungsmittel verfügen könnte, um fixierten Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, oder benötigte Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann. Das Finanzierungsmanagement sichert die jederzeitige Aufrechterhaltung der Liquidität der Otto Group ab. So wird sichergestellt, dass für das operative Geschäft und für Investitionen jederzeit ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Als Refinanzierungsinstrumente kommen grundsätzlich sämtliche Geld- und Kapitalmarktprodukte, aber auch Leasing und Factoring in Frage. Durch das ausgewogene Bankenportfolio mit ausreichend freien Kreditlinien wäre die Liquidität der Otto Group auch in einem krisengeprägten gesamtwirtschaftlichen Umfeld jederzeit gewährleistet. Aufgrund der guten Bonität und langfristiger, enger Bankenbeziehungen ist die Otto Group auch in einem volatilen Finanzmarktumfeld zu jeder Zeit in der Lage, ihre Liquidität über zusätzliche Bankkreditlinien abzusichern. Dabei werden bei den im Rahmen der zentralen Konzernfinanzierung abgeschlossenen Verträgen keine Financial Covenants vereinbart. Ein Risiko ergibt sich jedoch aus der anhaltend starken Regulierung des Bankensektors, welche künftig zu einer rückläufigen Kreditvergabemöglichkeit und -bereitschaft der Banken führen könnte. Mit den begebenen Anleihen wurde diesem Risiko Rechnung getragen und die Kapitalmarktfähigkeit der Unternehmensgruppe unter Beweis gestellt. Mit einem Emissionsvolumen von mehr als 2,4 Mrd. EUR seit 2009 ist die Otto Group einer der größten Emittenten im Unrated-Bereich. Seit 2013 verfügt die Otto Group mit dem EMTN-Programm über eine Plattform zur flexiblen Begebung von Anleihen, mit der sie Opportunitäten am Kapitalmarkt optimal nutzen kann. Im Geschäftsjahr 2018/19 nutzte die Otto Group das günstige Kapitalmarktumfeld zur Begebung einer Hybridanleihe im Volumen von 300 Mio. EUR. Die Ansprüche aus der Hybridanleihe sind nachrangig gegenüber sonstigen Verbindlichkeiten der Otto Group, zudem liegt die Zahlung der Verzinsung im Ermessen des Emittenten. Entsprechend wird die Hybridanleihe in der Konzern-Bilanz der Otto Group als Eigenkapital ausgewiesen. Seit dem Geschäftsjahr 2016/17 verfügt die Otto Group zudem über ein Commercial Paper-Programm zur Begebung kurzfristiger Wertpapiere. Hiermit hat die Unternehmensgruppe die Möglichkeit, kurzfristigen Finanzierungsbedarf in Ergänzung zu den bestehenden Kreditlinien bei Banken auch über den Kapitalmarkt zu decken. Der Liquiditätsbedarf der Otto Group wird rollierend über eine monatliche Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von zwölf Monaten sowie eine tägliche Planung mit einem Horizont von mindestens vier Wochen ermittelt. Beide Planungen werden regelmäßigen Abweichungsanalysen unterzogen. Marktrisiken im Sinne der Kategorien des IFRS 7 beschränken sich in der Otto Group auf Währungen und Zinssätze. Währungsrisiken ergeben sich aus Zahlungseingängen in Fremdwährung aus dem Kundengeschäft sowie aus Zahlungsverpflichtungen gegenüber Lieferanten, die in einer Fremdwährung zu begleichen sind. Letztere entstehen zum großen Teil aus dem Wareneinkauf in US-Dollar beziehungsweise in Hongkong-Dollar und dem anschließenden Warenverkauf in Euro. Ein weiteres Risiko besteht in Russland, wo der Wareneinkauf teilweise in Euro erfolgt und die Waren in Russischem Rubel veräußert werden. Zinsänderungsrisiken entstehen aus der Veränderung von Zinssätzen, die zu Gewinnen beziehungsweise Verlusten der zinstragenden Positionen führen. Währungs- und Zinsänderungsrisiken werden durch eine währungs- und fristenkongruente Refinanzierung begrenzt. Verbleibende Risiken aus den offenen Währungs- und Zinspositionen werden mit adäquaten Risikomessmethoden bewertet. Bei Bedarf erfolgt eine weitere Risikoreduzierung vor allem durch den Einsatz von Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäften sowie von Zinsswaps. Grundsätzliches Ziel des Risikomanagements ist es, Auswirkungen von Marktpreisänderungen auf Cashflows auf ein vertretbares Maß zu begrenzen. Die unabhängige Risikoüberwachung überprüft die Angemessenheit und Wirksamkeit der Steuerungsmaßnahmen und die Einhaltung der Referenz- beziehungsweise internen Verrechnungskurse. Zur Sicherstellung einer unabhängigen, regelmäßigen Risikoberichterstattung an die jeweilige Geschäftsführung sind geeignete Reporting-Strukturen implementiert. Diese gewährleisten sowohl regelmäßige Informationen über die aktuelle Risikoposition als auch Ad-hoc-Meldungen. Zur finanziellen Risikokonzentration wird auf den Konzernanhang verwiesen (siehe hierzu Konzernanhang zum 28. Februar 2019, Ziffer (37) "Finanzinstrumente"). Chancen und Risiken aus Kernprozessen Aus den operativen Aufgabenbereichen ergeben sich Chancen und Risiken in den Bereichen Beschaffung und Logistik. Die Lieferbereitschaft in hoher Qualität ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Lieferausfälle, Lieferverzögerungen und Qualitätsmängel wirken sich auf das Vertrauen der Kunden in die Zuverlässigkeit der Bestellabwicklung aus und beeinträchtigen die E-Commerce-Umsätze. Diesen Risiken begegnet die Otto Group mit einem professionellen Beschaffungsmanagement, das besonderen Wert auf die Lieferantenauswahl legt. Potenzielle Qualitätsmängel werden durch eine enge Zusammenarbeit mit den Lieferanten und den Herstellern sowie durch ständige Qualitätskontrollen weitgehend begrenzt. Dieses konsequente Vorgehen wird sich auch positiv auf die verschärfte Gesetzgebung zum Inverkehrbringen von Textilien mit chemischen Substanzen auswirken, so dass hier die Risiken minimiert werden können. Ein besonderes Augenmerk legt die Otto Group auch auf die Absicherung sozial verträglicher Arbeitsbedingungen über das Sozialmanagementsystem und durch die Integration von Lieferanten von Eigen- und Lizenzmarken in das Sozialprogramm. Darüber hinaus unterstützen geeignete Systeme die Beschaffungsvorgänge. An der Systemunterstützung, wie auch an den Beschaffungsprozessen, wird kontinuierlich gearbeitet, um die rechtzeitige Warenverfügbarkeit auch in Zeiten einer temporären Ressourcenverknappung jederzeit zu gewährleisten. Es werden digitale Innovationen genutzt, um datengetriebene, agile und schnelle Prozesse zu entwickeln und anzuwenden. Der Bereich Logistik nimmt innerhalb der Otto Group eine Schlüsselposition ein. Hier wird auf hoch entwickelte Prozesse und Systeme zurückgegriffen - von der Abholung über den Warenumschlag bis zur intelligenten Tourenplanung der konzerneigenen Paketdienstleister. Ausgehend von der langjährigen Erfahrung im Bereich der Logistikdienstleistungen werden Personalressourcen bereitgehalten, die auch den üblichen saisonalen Spitzenbelastungen standhalten. Veränderte Geschäftsmodelle der konzerninternen Kunden führen jedoch zu neuen logistischen Herausforderungen. So müssen beispielsweise Next-Day-Laufzeiten und extreme Mengen-Peaks durch die Logistikgesellschaften der Otto Group gemanagt werden. Hierzu müssen logistische und IT-technische Änderungen an bestehenden Systemen vorgenommen werden und auch die Personaleinsatzplanung muss sich den neuen Herausforderungen stellen. Ein Risiko besteht unter anderem in dem sich zunehmend stärker auswirkenden Fahrermangel in der Distributionslogistik in urbanen Regionen. Um künftig die verschiedenartigen Geschäftsmodelle der konzerninternen Kunden erfolgreich zu unterstützen, wird die bisherige Konzernlagerlogistik aktuell auf firmenspezifische Logistikstandorte umgestellt. Außerdem führen Kapazitätserweiterungen und Kapazitätsneubauten in Deutschland dazu, die Laufzeiten und die Sortimentsbreite für die Endkunden weiter zu verbessern. Die Beobachtung der Entwicklungen auf dem Rohstoffmarkt und ein konsequentes Kostencontrolling in Form einer kontinuierlichen Evaluierung der Bestandsentwicklung mit Unterstützung digitaler Module sorgen für eine optimale Bestandsstruktur in allen Produktgruppen. Chancen und Risiken aus Unterstützungsprozessen Die IT-Systeme der Otto Group unterliegen einer laufenden Weiterentwicklung, um den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen und technischen Anforderungen der Geschäftsmodelle sowie der Märkte gerecht zu werden. Ziel hierbei ist die bestmögliche Unterstützung der Konzerngesellschaften bei der Digitalisierung durch die Otto Group IT. Durch die Professionalisierung der IT-Kundenbeziehungen und eine stärkere Marktausrichtung der IT-Services ermöglichen die IT-Bereiche der Otto Group den konzerninternen IT-Kunden eine Fokussierung auf das jeweilige Kerngeschäft. Die Otto Group sieht hierin Chancen, das zukünftige Onlinewachstum der Unternehmensgruppe auch weiterhin bestmöglich zu gewährleisten. Die spezielle IT-Funktionalität des Cross Selling (übergreifendes Angebot von Konzernware in Online-Shops und Katalogen anderer Konzerngesellschaften) wird im Verbund von OTTO, Baur Versand (Gmbh & Co KG) und SCHWAB VERSAND GmbH auch in der neuen IT-Umgebung realisiert. Vorteile in Mengenbündelung und Bestandsaussteuerung können damit auch künftig genutzt werden. Übrige Konzepte im inländischen Konzern werden in Richtung von Kooperationsmodellen entwickelt, um den teilweisen Wegfall des klassischen Cross Selling zu kompensieren. Aus der wachsenden strategischen Bedeutung des E-Commerce und zur Erhöhung der technologischen Schlagkraft wurde eine sogenannte Tech Strategie aufgesetzt, um die synergetische Zusammenarbeit innerhalb der Otto Group zu intensivieren. Diese umfasst eine stärkere Standardisierung sowohl der B2C-relevanten Systeme, wie Webshop, Customer Relationship Management und Funktionalitäten im Shop, als auch der entsprechenden Backend-Prozesse (Sales, Order Management, Einkauf, Abrechnung und Finanzen). Hieraus ergeben sich Chancen, noch stärker vom wachsenden E-Commerce zu profitieren. Der ausgeprägte Einsatz von Informationstechnologie, insbesondere in sensiblen Geschäftsprozessen wie dem E-Commerce und der logistischen Abwicklung, erhöht den Schutzbedarf vor unberechtigten Datenzugriffen und Datenmissbrauch (Cyberkriminalität). Gegen diese Risiken sichert sich die Otto Group durch umfassende Sicherheitskonzepte ab. Neben organisatorischen Maßnahmen bilden Firewall-Systeme auf unterschiedlichen Ebenen, der Einsatz von Virenscannern sowie Zugriffskontrollen auf Betriebssystem- und Anwendungsebene weitere Elemente der Sicherheitsstrategie. Darüber hinaus werden regelmäßig Sicherheitstests durch interne und externe Spezialisten durchgeführt und daraus abgeleitete Maßnahmen konsequent umgesetzt und nachgehalten. Seit zwei Jahren wird die Otto Group IT durch den TÜV Rheinland auditiert und erfüllt seitdem mit der Zertifizierung ISO 27001 höchste Anforderungen an die Informationssicherheit. Seit dem 25. Mai 2018 regelt die EU-Datenschutz-Grundverordnung - nachfolgend DSGVO - das Datenschutzrecht innerhalb der Europäischen Union einheitlich und unmittelbar. Zu den für die Otto Group relevanten Themengebieten, die negative, aber auch positive Auswirkungen auf einzelne Geschäftsmodelle haben können, gibt es bisher wenige bis keine Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs. Die Otto Group hat in ihren Konzerngesellschaften umfangreiche Handlungsempfehlungen ausgerollt und die Umsetzung der DSGVO in zahlreichen Vor-Ort-Workshops sowie mit regelmäßigen Self-Assessments begleitet. Ein intensives Risikocontrolling validiert und überwacht seit Mai 2018 die Implementierung der Umsetzungsmaßnahmen und berichtet hierzu monatlich an den Konzernvorstand. Mit dieser engen Überwachung kann die Otto Group etwaige Restrisiken zeitnah erkennen und angemessene Maßnahmen implementieren. Sich aufgrund der Umsetzung der DSGVO im operativen Geschäft ergebende erhöhte Restriktionen im Online-Marketing müssen hingenommen und durch geeignete Maßnahmen an anderer Stelle kompensiert werden. Die Funktionsfähigkeit der in Verantwortung der Otto Group selbst betriebenen, eigenen Rechenzentren wird durch Brandschutzanlagen und Notstromsysteme auch nach einem Brand oder bei Stromunterbrechungen sichergestellt. Die Netzwerkanbindung sowie die Stromversorgung erfolgen über jeweils zwei getrennte Hauseinführungen. Die geschäftskritischen Systeme werden in zwei Rechenzentren redundant gehalten. Das gilt auch für die wichtigen Datenbestände, die permanent über beide Rechenzentren gespiegelt werden. Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Sicherung der Datenbestände. Der Zugang zu den Rechenzentren ist mehrfach geschützt und erfolgt über ein Zutrittskontrollsystem. Zum Beginn des Geschäftsjahres 2019/20 wird die strategische Neuausrichtung der Rechenzentren abgeschlossen sein. Die Neuausrichtung hat den Aufbau einer extern betriebenen Co-Location als Primär-Rechenzentrum sowie die Modernisierung des Rechenzentrumbetriebs am Standort Hamburg-Bramfeld zur Nutzung als Sekundär-Rechenzentrum zum Inhalt. Ebenfalls sind sämtliche Backend-Netzwerkkomponenten und Infrastrukturen am Standort Hamburg-Bramfeld voll redundant neu errichtet worden. Die externe Co-Location sowie die neue Netzwerk-Backendinfrastruktur entsprechen damit höchsten Tier-3+-Standards. Der etablierte IT-Notfall-Managementprozess mit optionaler Integration in das Krisenmanagement sorgt zusätzlich für den permanenten Ausbau der IT-Notfall-Vorsorgemaßnahmen. Regelmäßige Notfallübungen werden durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen einzeln und im Verbund zu überprüfen. Bisherige Kommunikationswege wurden um SMS Ticker, einen cloud-basierten Incident-Blog sowie Kommunikation über O365 Teams erweitert. Unter Gesichtspunkten der Risikominimierung werden sämtliche Systementwicklungen grundsätzlich in separaten Umgebungen vorgenommen, vor der Übernahme in den Praxisbetrieb umfangreichen Tests unterzogen und erst nach Freigabe durch die verantwortlichen Führungskräfte aus dem Fach- und IT-Bereich in den laufenden Betrieb übernommen. Das Hosting eines Großteils der inländischen SAP-Systeme erfolgt in den Rechenzentren eines strategischen Partners, wobei dieser - sowie seine Prozesse und seine Leistungserbringung - regelmäßig unter definierten Kriterien geprüft wird. Dazu gehört auch die Prüfung durch die Konzern-Revision. Daneben ist die Otto Group IT als SAP Customer Center of Expertise (CCoE) zertifiziert, womit der Otto Group IT sowohl technische und funktionale Skills als auch prozessuale Exzellenz bestätigt werden. Vertragsrisiken Rechtliche Risiken, Compliance-Risiken entlang der Supply Chain (Einkauf und Logistik), wettbewerbsrechtliche Themenstellungen und IP-Recht werden durch eine umfassende Auseinandersetzung mit den einschlägigen Fragestellungen, zu der auch externe Experten herangezogen werden, geklärt und durch entsprechende Vertragsgestaltungen weitgehend ausgeschlossen. Gewährleistungsrisiken werden im Rahmen von vertraglichen Regelungen so weit wie möglich auf die Lieferanten übertragen. Durch den Abschluss von Versicherungen wird bei den verbleibenden Risiken die Schadenshöhe minimiert beziehungsweise eine Pflicht zum Schadensausgleich wirtschaftlich vollständig ausgeschlossen. Im Zusammenhang mit der operativen Tätigkeit sind regelmäßig Gerichtsverfahren gegen einzelne Konzerngesellschaften anhängig. Zur Begrenzung der Haftungsrisiken aus diesen Prozessen hat die Otto Group Versicherungen abgeschlossen. Über außergewöhnliche Rechtsstreitigkeiten ist nichts zu berichten. Sonstige Risiken Sonstige Risiken werden im Rahmen des zentralen Risikomanagementsystems identifiziert. Sie werden im Hinblick auf ihre Relevanz analysiert und bewertet sowie mit geeigneten Maßnahmen angemessen gesteuert. Das Geschäftsjahr 2018/19 hat gezeigt, dass extreme Wetterbedingungen, wie der lange heiße Sommer in Europa, einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Umsatzentwicklung haben können. Auch zukünftig haben extreme Wetterlagen das Potenzial, die Geschäftsentwicklung kurzfristig zu beeinflussen. Flexible Einkaufsprozesse und eine optimierte Zwischensaisonsteuerung tragen dazu bei, nicht planbaren Umsatzauswirkungen zu begegnen und Bestands- und Margenrisiken zu verringern. Kein erkennbares Gesamtrisiko In der Gesamtbeurteilung der Risikosituation der Unternehmensgruppe lässt sich auf Grundlage der heute bekannten Informationen feststellen, dass keine den Fortbestand der Otto Group gefährdenden Risiken bestehen und auch für die Zukunft keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar sind. Unternehmerische Verantwortung Mitarbeiter Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter * sind für die Otto Group einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren. Ihre vielfältigen Kompetenzen, ihre Erfahrungen, ihre Leistungsfähigkeit und ihr Engagement fördern die weitere Entwicklung der Unternehmensgruppe. ( * Überall dort, wo ausschließlich die männliche Personenbezeichnung verwendet wird, geschieht dies lediglich mit Blick auf die bessere Lesbarkeit des Textes. Alle Bezeichnungen gelten für Frauen und Männer gleichermaßen.) In der Otto Group waren im Geschäftsjahr 2018/19 - auf Vollzeitkräfte umgerechnet - durchschnittlich 52.558 Mitarbeiter beschäftigt (2017/18: 51.785).
Der kontinuierlichen Förderung und Qualifizierung der Belegschaft kommt in der Otto Group traditionell eine große Bedeutung zu. Vor dem Hintergrund des digitalen Wandels, der demographischen und gesellschaftlichen Entwicklung sowie des spürbaren Fachkräftemangels sind die Anforderungen an ein erfolgreiches Personalmanagement weiterhin hoch. Ein wesentliches Ziel der konzernweiten Personalstrategie ist es daher, die Entfaltung der vorhandenen Mitarbeiterpotenziale durch richtige Rahmenbedingungen und Angebote zu ermöglichen und konkret zu fördern. Als Unterzeichner der "Charta der Vielfalt" (charta-der-vielfalt.de) will die Otto Group jedem Mitarbeiter - unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität - gleiche Chancen bieten. Auch im Jahr 2018 ist die Otto Group wieder als Partner von Hamburg Pride öffentlich für Toleranz, Akzeptanz und Sichtbarkeit eingetreten. Vielfalt ist zudem wichtig, um die Komplexität des digitalen Wandels innovativ nutzen zu können. Deswegen setzt das konzernweite Diversity Management auf die entsprechenden individuellen Perspektiven und Fähigkeiten von allen Mitarbeitern. Um dies zu unterstützen, werden die unternehmensspezifischen Diversity-Ziele der Konzerngesellschaften durch ein konzernweites Diversity Controlling kontinuierlich begleitet und nachgehalten. Gerade in Zeiten der Digitalisierung wird Diversity in der Digitalbranche wichtiger denn je. Dabei gilt eine heterogene Teamzusammensetzung als Erfolgsfaktor - ein Thema, dem sich auch die Otto Group immer mehr zuwendet. Unternehmen und Gesellschaft haben dabei ein deutliches Interesse daran, die Frauenquote in Tech-Berufen zu erhöhen. Die digitale Transformation ist eine kulturelle Revolution, die Frauen beste Chancen in der Digitalbranche bietet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr beschäftigten sich verschiedene Initiativen fortlaufend mit der Fragestellung, wie es gelingen kann, mehr weibliche Talente für Tech- und Digitalberufe zu begeistern. Ferner wurde zur gezielten Karriereförderung für weiblichen Führungsnachwuchs das Programm "Boost Your Career" aus dem strategisch abgeleiteten Angebot an konzernweiten Entwicklungsprogrammen der Otto Group Academy im Jahr 2018 bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Im Zusammenhang mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen hat sich die Otto Group folgende Ziele gesetzt: Im Aufsichtsrat der Unternehmensgruppe soll bis zum 28.02.2023 eine Zielquote von mindestens 25 % erreicht werden. Für die Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH wurde zum 28.02.2023 eine Zielquote von mindestens 30 % festgelegt. In den Geschäftsführungen der vom Gesetz erfassten Konzerngesellschaften wird bis zum 31.12.2021 angestrebt, dass jeweils mindestens eine Position von einer Frau besetzt wird. Für die erste Führungsebene haben sich diese Konzerngesellschaften im Mittel das Ziel gesetzt, eine Quote von mindestens 23 % zu erreichen. Auf der zweiten Führungsebene wurde eine Zielquote von mindestens 33 % festgelegt. Das Erreichen der Zielquoten für die ersten beiden Führungsebenen wird bis zum 31.12.2021 angestrebt. Ganz entscheidend für die erfolgreiche Entwicklung der Unternehmensgruppe und die zukünftige Personalstrategie ist und bleibt zudem der seit 2015 sehr erfolgreich laufende Kulturwandel 4.0. Um diesen Wandel zu gestalten, ist die umfassende Einbindung und Diskussion mit allen Kollegen ein ganz entscheidender Treiber: Im August 2018 fand in diesem Kontext das Otto Group #Mut-Festival mit rund 200 Kollegen in Hamburg statt. Der Konzern rief das Geschäftsjahr 2018/19 zum "Jahr des Muts" aus und wird konzernintern an diesem gesellschaftlich relevanten Thema auch im Geschäftsjahr 2019/20 bewusst weiter arbeiten. Ziel ist es, die Mitarbeiter zu ermutigen, den digitalen Wandel der gesamten Unternehmensgruppe in ihrem Arbeitsalltag weiter voranzutreiben. Darüber hinaus ist die systematische Integration der Veränderungen in die Human Resources-Instrumente ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um eine nachhaltige Wirksamkeit sicherzustellen. Auf ihrer Jahrestagung im März 2018 verabschiedeten die Vorstände eine neue, übergeordnete Strategie für die digitale Personalarbeit in der Otto Group. Sie ist das strategische Zielbild für die Personalverantwortlichen in den Konzerngesellschaften, um den Anforderungen an eine digitalisierte Personalarbeit gerecht zu werden. Seitdem wird diese Strategie in einem kollaborativen Prozess von der Human Resources - nachfolgend HR - Community der Otto Group mit Leben gefüllt. Ausgangspunkt der Digitalen HR-Strategie ist das Otto Group Leitbild. In Kombination mit den externen Rahmenbedingungen ergeben sich drei Leitthemen: Customer Experience of HR, Skill-based Organization of Work und Workforce Analytics. Das konzernweite Angebot an grundlegenden Qualifizierungen sowie die systematisch an den Bedarfen der Unternehmensgruppe orientierten Entwicklungsprogramme für Führungskräfte und Professionals der Otto Group Academy bilden auch in diesem Kontext eine wesentliche Säule der gruppenweiten Personalstrategie. Hier werden im Rahmen verschiedener unternehmensübergreifender Formate auch verstärkt Mindset und Methoden in agilen Organisationen vermittelt und ein gemeinsames Verständnis zu den vielfältigen Dimensionen des Themas Digitalisierung gefördert. Die Kompaktausbildung zum Agile Coach ist beispielsweise ein Angebot der Otto Group Academy, in der die Teilnehmer lernen, agile Veränderungsprozesse anzustoßen und zu begleiten. Nachhaltigkeit Die Otto Group steuert Nachhaltigkeit als Verknüpfung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Anforderungen für die gesamte Wertschöpfungskette über den Managementprozess impACT. Die aus diesem Prozess resultierenden Maßnahmen werden unter dem Dach der verbindlichen CR-Strategie 2020 umgesetzt. CR-Strategie 2020 Als fester Bestandteil der Konzernstrategie umfasst die CR-Strategie 2020 fünf Teilstrategien. Diese fördern den Einsatz nachhaltig angebauter Baumwolle sowie von Holzprodukten aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft. Weiterhin zielen sie auf die Einhaltung von Sozialstandards in der Lieferkette und auf eine Reduktion der CO 2-Emissionen an Standorten und bei Transporten. Seit dem Geschäftsjahr 2014/15 ist die jährliche variable Vergütung der Mitglieder des Konzernvorstands an die Erreichung der Ziele der CR-Strategie 2020 geknüpft. Die CR-Strategie 2020 wird seit dem Jahr 2013 * von allen wesentlichen Konzerngesellschaften (Geschäftsjahresaußenumsatz von mehr als 100 Mio. EUR) mit Sitz in Deutschland und Österreich umgesetzt ** . Diese erwirtschaften rund 60 % des Konzernumsatzes (im Geschäftsjahr 2018/19) und sind dabei für annähernd 80 % der ökologischen Schadwirkungen verantwortlich. ( * Die Betrachtung der Kennzahlen erfolgt auf Basis des Kalenderjahres.) ( ** Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden zudem die wesentlichen Konzerngesellschaften der Freeman Grattan Holdings (Großbritannien) und der Crate and Barrel-Gruppe (USA und Kanada) sowie die ausländischen Konzerngesellschaften der bonprix-Gruppe (USA, Frankreich, Italien, Polen) neu in die CR-Strategie 2020 integriert. Für diese Konzerngesellschaften gelten separate Zielpfade ab dem Kalenderjahr 2017, so dass deren Zielerreichungswerte nicht in die Ermittlung der Kennzahlen aus der CR-Strategie 2020 einbezogen werden.) Zielerreichungsstand und Prognosen zu den Teilstrategien Sämtliche Kennzahlen der CR-Strategie 2020 haben sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Damit haben sich die einzelnen Prognosen für die Entwicklung im Jahr 2018 erfüllt. Für das Jahr 2019 rechnet die Otto Group mit einer Fortsetzung dieser positiven Gesamtentwicklung. Derzeit wird zudem davon ausgegangen, dass im Jahr 2020 die Ziele der einzelnen Teilstrategien vollständig beziehungsweise fast vollständig erreicht werden.
* Aufgrund einer nicht marktgerechten Verfügbarkeit von FSC-zertifizierten Holzwerkstoffen (Spanplatte/MDF) aus Deutschland wurde das Zieljahr in Abstimmung mit den relevanten NGOs und der Prüfgesellschaft PwC von 2020 auf 2025 geändert. ** Der Zielwert der Papierstrategie wurde auf 60 % erhöht. *** Das Ziel bezieht sich auf die bereinigten CO 2-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2006. **** Der Wert hat sich durch aktualisierte Standortdaten gegenüber dem Geschäftsbericht 2017/18 von -42 % auf -41 % verändert. ** *** Durch Veränderungen im Hermes Standort-Netzwerk steht eine finale Validierung der CO 2-Werte für die Distribution (1-Mann-Handling) für das Jahr 2018 noch aus, so dass bei diesen Daten auf die Vorjahreswerte aus dem Jahr 2017 zurückgegriffen wurde. Die Textilstrategie fördert den nachhaltigen Anbau von Baumwolle: Im Jahr 2020 soll bei den Eigen- und Lizenzmarken der Konzerngesellschaften ausschließlich Baumwolle aus nachhaltigem Anbau eingesetzt werden. Als nachhaltige Baumwolle wird neben Bio-Baumwolle und recycelter Baumwolle vor allem Baumwolle aus der Initiative Cotton made in Africa - nachfolgend CmiA - eingesetzt. Der Einsatz nachhaltiger Baumwolle stieg im Jahr 2018 auf 93 % (2017: 78 %). Dieser prognostizierte deutliche Anstieg ist überwiegend auf die konsequente Verfolgung des Ziels und die etablierten Beschaffungsprozesse von Baumwolle aus der CmiA-Initiative zurückzuführen. Dabei kommt den Konzerngesellschaften OTTO und bonprix Handelsgesellschaft mbH sowie den Konzerngesellschaften der Witt-Gruppe eine Schlüsselrolle zu. Infolge weiter steigender CmiA-Beschaffungsmengen wird für das Jahr 2019 mit einem weiterhin leicht wachsenden Anteil an nachhaltiger Baumwolle gerechnet. Mit der Möbelstrategie verfolgt die Otto Group bis 2025 das Ziel der vollständigen Umstellung ihres Angebots an Holzmöbeln auf Artikel aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft, die vom Forest Stewardship Council(r) - nachfolgend FSC(r) - zertifiziert wurden. Im Jahr 2018 betrug der Anteil an FSC-zertifiziertem Holz am gesamten Holzmöbelsortiment 59 % (2017: 52 %), somit wurde der prognostizierte leichte Anstieg übertroffen. Dieses Ergebnis resultiert aus den in Vorjahren getroffenen und langfristig gültigen Vereinbarungen der Konzerngesellschaften mit den wichtigsten Möbellieferanten. Für das Jahr 2019 wird ein deutlicher Anstieg des FSC-Anteils am Holzmöbelsortiment erwartet. Die Papierstrategie soll den Anteil an FSC-zertifiziertem Katalogpapier bis 2020 auf mindestens 60 % steigern. Dies bezieht sich auf Katalogpapier sowohl aus Tiefdruck- als auch aus Offsetdruckverfahren. Der FSC-Anteil konnte im Jahr 2018 auf 54 % (2017: 43 %) gesteigert werden. Ursächlich für den prognostizierten deutlichen Anstieg waren ausgehandelte langfristige Vereinbarungen mit Lieferanten durch die Konzerngesellschaft OTTO, die die Beschaffung eines Großteils des Katalogpapiers innerhalb der Otto Group koordiniert. Aufgrund der getroffenen Vereinbarungen wird für das Jahr 2019 mit einem weiter leicht steigenden FSC-Anteil bei Katalogpapier gerechnet. Mit dem Sozialprogramm hat die Otto Group sich zum Ziel gesetzt, mehr Transparenz über die Arbeitsbedingungen in den Fabriken ihrer Lieferanten zu erlangen und diese stetig zu verbessern. In das Programm sollen alle Lieferanten für Eigen- und Lizenzmarken der Konzerngesellschaften mit Produktionsstätten (Endfertigung) in Risikoländern * integriert werden. Als integriert gelten Lieferanten, die für alle aktiven Fabriken zum Zeitpunkt der Produktion gültige und akzeptierte Sozialaudits oder Zertifikate vorweisen können. Im Jahr 2018 traf dies auf 96 % der Lieferanten zu (2017: 91 %). Die Otto Group erwartet für das Jahr 2019 eine weitere leichte Steigerung der Integrationsquote. Die Prognose basiert auf der fortgeführten Optimierung von technischen sowie Managementprozessen und der weiteren konsequenten Beendigung der Zusammenarbeit mit Lieferanten, die unsere Anforderungen nicht erfüllen. ( * Die Klassifikation der Risikoländer erfolgt entsprechend amfori BSCI (Business Social Compliance Initiative. http://www.amfori.org/sites/default/files/amfori%20BSCI%20CRC%20V2018_HM_AD.pdf.) Die Klimastrategie zielt auf die Verringerung der CO 2-Emissionen in der Wertschöpfungsstufe Handel. Bis zum Jahr 2020 sollen die bereinigten * CO 2-Emissionen an den eigenen Standorten sowie bei Beschaffungs- und Distributionstransporten gegenüber dem Basisjahr 2006 halbiert werden. Im Jahr 2018 sind die absoluten (nicht bereinigten) CO 2-Emissionen im Vergleich zu 2017 von 222.386 t auf 202.231 t gesunken. Die bereinigten CO 2-Emissionen verringerten sich im gleichen Zeitraum von 174.925 t auf 155.827 t. Gegenüber dem Basisjahr 2006 beträgt die Reduktion damit 47 % (2017: -41 %). Die Entwicklung dieser Werte entspricht der prognostizierten deutlichen Reduktion für das Jahr 2018. Dies ist einerseits auf eine weitere Steigerung der Energieeffizienz sowie eine nochmal verstärkte Verlagerung von Luftfracht auf CO 2-ärmere See-, Straßen- und Schienentransporte bei der Warenbeschaffung aus den Produktionsländern zurückzuführen. Andererseits hat der erhöhte Zukauf von hochwertig zertifiziertem Ökostrom bei den deutschen Konzerngesellschaften (rund 40 % der Gesamtstrommenge) zur Verringerung der CO 2-Emissionen beigetragen. Auch für das Jahr 2019 wird eine leichte Reduktion der gesamten CO 2-Emissionen erwartet. ( * CO 2-Bereinigungsfaktoren siehe Nachhaltigkeitsbericht 2015, S. 48.) Derzeit erfolgt die Konzeption einer neuen CR-Strategie. Im Jahr 2020 wird diese konzernweit implementiert, um einen nahtlosen Übergang zwischen der aktuellen und der neuen CR-Strategie zu gewährleisten. Ausblick Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Nach Einschätzungen des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel dürfte die weltwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2019 durch einen preisbereinigten Anstieg des globalen BIP in Höhe von 3,3 % (2018: 3,7 %) gekennzeichnet sein. Das weltwirtschaftliche Expansionstempo wird sich demnach voraussichtlich weiter verlangsamen, da unter anderem die fortwährenden wirtschaftspolitischen Unsicherheiten die Weltwirtschaft spürbar belasten dürften. Ein grundsätzlicher Einbruch der Konjunktur wird jedoch nicht erwartet. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften dürfte sich der Produktionsanstieg im Jahr 2019 insgesamt betrachtet in einem moderaten Tempo fortsetzen. In der Eurozone wird die gesamtwirtschaftliche Produktion nach dem Wegfall der länderspezifischen temporären Sonderfaktoren, welche sich im Jahr 2018 negativ auf die konjunkturelle Entwicklung auswirkten, voraussichtlich gemäßigt expandieren. Die gesamtwirtschaftliche Produktion in den Schwellenländern expandiert im Prognosezeitraum voraussichtlich etwas langsamer als in den vorangegangenen zwei Jahren. Hemmend auf die Entwicklung dieser Ländergruppe dürfte wie im Vorjahr insbesondere der anhaltende Rückgang an wirtschaftlicher Dynamik in China wirken. Aufgrund des bedeutenden Anteils für die weltweite Produktion und der Bedeutung als Wachstumslokomotive wird sich eine weniger dynamische Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft unmittelbar auf die gesamtwirtschaftliche Expansion der übrigen Welt bremsend auswirken. Für den Anstieg des Welthandels wird ein erheblicher Rückgang prognostiziert. Dabei dürfte das Wachstum des Welthandelsvolumens mit einem Wert von lediglich 1,0 % deutlich unter dem Vorjahreswert von 3,5 % liegen. * ( * Quelle: Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel: "Weltkonjunktur im Frühjahr 2019".) Im Prognosezeitraum dürften sowohl die Entwicklung der weltweiten Produktion als auch die des globalen Handelsvolumens in hohem Maße anfällig für Störungen sein. Potenzielle Risikofaktoren für den Prognosezeitraum ergeben sich dabei vor allem aus den vielfältigen Unwägbarkeiten, die mit wirtschafts-, handels- und geldpolitischen Entscheidungen, den Auswirkungen der Rohölpreisentwicklung oder den weiterhin bestehenden geopolitischen Krisen zusammenhängen. Insbesondere die protektionistischen Maßnahmen der US-Administration und deren Folgewirkungen könnten die weltwirtschaftliche Dynamik kurz- bis mittelfristig weiter belasten. Enorme Risiken ergeben sich zudem aus der nach wie vor bestehenden Möglichkeit eines ungeregelten Brexit. * ( * Quelle: Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel: "Weltkonjunktur im Frühjahr 2019".) Der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion der deutschen Volkswirtschaft dürfte sich im Jahr 2019 weiter verlangsamen und das BIP preisbereinigt um 1,0 % (2018: 1,4 %) zulegen. Es ist dennoch zu erwarten, dass die privaten Konsumausgaben im Vorjahresvergleich wieder schneller ausgeweitet werden. Diese Entwicklung dürfte durch einen erneuten Zuwachs der Reallöhne sowie den anhaltenden Beschäftigungsaufbau begünstigt werden. Demgegenüber steht eine prognostizierte Verlangsamung des Anstiegs der Unternehmensinvestitionen. In den deutschen Exportmärkten dürfte die Konjunktur, die sich im Jahr 2018 verlangsamt entwickelte, teilweise wieder expandieren. Demnach dürften die Ausfuhren wieder stärkere Zuwachsraten verzeichnen, die jedoch aufgrund der prognostizierten Abkühlung der Weltwirtschaft voraussichtlich nicht an die Dynamik des Jahres 2017 heranreichen werden. Da die prognostizierten Einfuhren weiterhin stärker zunehmen als die Ausfuhren, wird der Außenhandel im Prognosezeitraum voraussichtlich keinen positiven Expansionsbeitrag leisten. Positiv auf die konjunkturelle Entwicklung dürfte das Auslaufen der temporären Belastungsfaktoren (beispielsweise niedrige Pegelstände des Rheins infolge des extrem heißen Sommers) wirken, welche in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2018 maßgeblich zur Stagnation der deutschen Wirtschaftsleistung beigetragen haben. * ( * Quelle: Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel: "Deutsche Konjunktur im Frühjahr 2019".) Für die Eurozone wird für das Jahr 2019 insgesamt betrachtet eine leichte Verlangsamung der konjunkturellen Expansionsdynamik des Vorjahres erwartet, so dass das preisbereinigte BIP um 1,2 % (2018: 1,8 %) zulegen dürfte. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Prognosezeitraum wird dabei voraussichtlich von dem Wegfall dämpfender Sonderfaktoren, beispielsweise in Deutschland oder Frankreich, profitieren. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte dürften von der weiteren Belebung am Arbeitsmarkt sowie vergleichsweise dynamischen Lohnsteigerungen profitieren und weiter expandieren. Die Beschäftigungssituation in der Eurozone wird sich im Prognosezeitraum voraussichtlich weiter verbessern und zu einem Rückgang der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquote auf 7,6 % (2018: 8,2 %) führen. Zudem dürften die Unternehmensinvestitionen vor dem Hintergrund eines anhaltend günstigen Finanzierungsumfeldes und einer nach wie vor hohen Auslastung der Produktionskapazitäten weiter zulegen und einen spürbaren Einfluss auf die Ausweitung der gesamtwirtschaftlichen Produktion haben. Es ist ferner davon auszugehen, dass die Finanzpolitik in den meisten Ländern der Eurozone wohl expansiv ausgerichtet bleiben wird. Spürbar dämpfende Faktoren ergeben sich hingegen aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld. Für die übrigen Länder der Europäischen Union wird im Prognosezeitraum eine Abschwächung der Expansion der gesamtwirtschaftlichen Produktion erwartet. Insbesondere in Großbritannien dürfte die Konjunktur im Jahr 2019 durch die mit dem Austrittsprozess nach wie vor bestehenden Unsicherheiten belastet werden. * ( * Quelle: Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel: "Konjunktur im Euroraum im Frühjahr 2019".) In den USA dürfte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2019 etwas weniger dynamisch zeigen als im Vorjahr, so dass für den Prognosezeitraum mit einem Anstieg des preisbereinigten BIP in Höhe von 2,1 % (2018: 2,9 %) gerechnet wird. Positive Impulse dürften dabei von der ausgeprägten Konsumdynamik ausgehen, welche durch steigende Einkommen und eine weiter steigende Beschäftigung gestützt werden. Für die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote wird erwartet, dass diese mit 3,8 % etwa auf dem Niveau des Vorjahres von 3,9 % liegt. Allerdings dürfte sich die Investitionstätigkeit der Unternehmen mit dem Auslaufen der fiskalpolitischen Impulse und aufgrund einer weniger expansiven Geldpolitik im Vergleich zum Vorjahr verlangsamen. Der Außenhandel wird, wie in den Vorjahren, voraussichtlich keinen positiven Einfluss auf die Ausweitung der gesamtwirtschaftlichen Produktion haben. * ( * Quelle: Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel: "Weltkonjunktur im Frühjahr 2019".)
Branchenentwicklung Multichannel-Einzelhandel Der gesamte deutsche Einzelhandel dürfte sich im Jahr 2019 mit einem erwarteten nominalen Anstieg der Umsätze in Höhe von 2,0 % * (2018: 2,9 %) weiterhin positiv entwickeln. Aufgrund des prognostizierten Zuwachses der Reallöhne und des weiter anhaltenden Beschäftigungsaufbaus werden die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2019 aller Voraussicht nach um nominal 2,7 % (2018: 2,6 %) steigen. Dies entspräche einem preisbereinigten Anstieg von 1,3 % (2017: 1,0 %) ** . Die konjunkturellen Rahmenbedingungen dürften trotz schwächerer Dynamik demnach dazu führen, dass die privaten Konsumausgaben, wie auch in den Vorjahren, expandieren werden. ( * Quelle: Pressemitteilung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) vom 31. Januar 2019.) ( ** Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: "Jahreswirtschaftsbericht 2019".) Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel * prognostiziert für den deutschen Online- und Versandhandel eine Fortsetzung der dynamischen Entwicklung der zurückliegenden Jahre. Hiernach steigen die Umsätze mit Waren im Jahr 2019 voraussichtlich auf 74,0 Mrd. EUR (2018: 68,1 Mrd. EUR), was einem Anstieg von 8,6 % (2018: 9,6 %) entspräche. ( * Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) vom 22.01.2019.) Insbesondere der E-Commerce-Bereich wird mit einer erwarteten, nur leicht unter Vorjahresniveau liegenden Umsatzsteigerung von 10,5 % (2018: 11,4 %) eine weiterhin hohe Dynamik im Prognosezeitraum aufweisen. Die Umsätze im reinen Onlinegeschäft werden demnach voraussichtlich auf ungefähr 71,9 Mrd. EUR (2018: 65,1 Mrd. EUR) steigen. Für das Jahr 2019 wird darüber hinaus erwartet, dass Warengruppen aus dem Einrichtungsbereich, wie Haushaltswaren und -geräte, Möbel, Lampen und Dekoration sowie Haus- und Heimtextilien, fortlaufend deutliche Umsatzzuwächse im E-Commerce-Bereich verzeichnen werden. Zudem dürften sich die Verschiebungen zwischen den Kanälen, insbesondere hin zu mehr Bestellungen über das mobile Internet via Smartphones und Tablets, weiter fortsetzen. Auch Sprachassistenten werden voraussichtlich zunehmend an Relevanz gewinnen. Finanzdienstleistungen Die prognostizierte Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft im Jahr 2019 wird sich auch auf den deutschen Finanzdienstleistungssektor auswirken. Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen * geht trotz des unsicheren und weniger dynamischen Konjunkturumfeldes dennoch davon aus, dass das Zahlungsverhalten von Unternehmen und Verbrauchern auf dem sehr guten Niveau der Vorjahre verbleiben wird, jedoch bestehen neben den Risiken im Zusammenhang mit der konjunkturellen Entwicklung weitere Risikofaktoren, wie beispielsweise rechtliche Änderungen im Zuge der Harmonisierung des Insolvenzrechts innerhalb der Europäischen Union. Es wird erwartet, dass sich der seit dem Jahr 2010 anhaltende Rückgang der Unternehmensinsolvenzen im Prognosezeitraum fortsetzen wird. Der Markt für Forderungsmanagement dürfte dennoch auch im Jahr 2019 attraktiv bleiben. Vor diesem Hintergrund haben die in diesem Bereich marktführenden Unternehmen in den letzten Jahren hohe Investitionen getätigt und sind stark gewachsen. ( * Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) vom 22.11.2018.) Service Nach der Mittelfristprognose des Bundesamtes für Güterverkehr * wird für die deutsche Transport- und Logistikbranche für das Jahr 2019 in allen transportintensiven Branchen eine aufwärts gerichtete Entwicklung erwartet. Der gesamte Güterverkehr wird im Prognosezeitraum voraussichtlich um 1,7 % (2018: 1,0 %) zunehmen. Sowohl die sich verlangsamende konjunkturelle Entwicklung in Deutschland als auch der nur sehr geringe Anstieg des Welthandelsvolumens dürften demnach nur einen begrenzt negativen Effekt auf die deutsche Transport- und Logistikbranche haben. ( * Quelle: Bundesamt für Güterverkehr: "Gleitende Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr - Winter 2018/19".) Neben der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung werden insbesondere auch die Rohölpreise und die Lohnkosten einen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Transport- und Logistikbranche in Deutschland haben. Angesichts der im Jahresverlauf 2018 vereinbarten und der für das Jahr 2019 erwarteten Tarifabschlüsse dürften die Lohnkosten zulegen. Hier dürfte sich auch der anhaltende Fahrermangel in den großen Ballungsgebieten auswirken, der zu einer erschwerten Gewinnung von neuen Mitarbeitern und folglich auch zu steigenden Löhnen führen wird. Für den Rohölpreis wird erwartet, dass sich das Rohölpreisniveau im Prognosezeitraum leicht vermindert, jedoch mindestens stabilisiert und die deutsche Transport- und Logistikbranche demnach keine Steigerungen der Kraftstoffkosten verzeichnen dürfte. Angesichts der für das Jahr 2019 erwarteten weiterhin spürbaren Umsatzsteigerungen im Online- und Versandhandel werden die deutschen Paketdienstleister auch im Prognosezeitraum vor der großen Herausforderung stehen, eine steigende Zahl an Sendungen von Unternehmen an Privathaushalte zu verschicken. Dies erfordert ein anhaltend hohes Investitionsniveau, insbesondere für den Ausbau der logistischen Infrastruktur sowie der weiteren Digitalisierung. Parallel dazu wird im Jahr 2019 weiter an neuen (digitalen) Lösungsansätzen gearbeitet, um die steigende Zahl an Sendungen, trotz sich verändernder Kundenanforderungen, des anhaltenden Fahrermangels und der sich zuspitzenden verkehrlichen Situation, bewältigen zu können. Entwicklung der Otto Group Der Kulturwandel 4.0 bleibt auch in den kommenden Jahren ein bestimmendes Element für die Entwicklung der Otto Group. Der digitale Wandel in den Arbeitswelten inner- und außerhalb der Unternehmensgruppe erfordert ein Umdenken in den klassischen Arbeits- und Verhaltensweisen und hier ist die Otto Group bereits auf einem sehr guten Weg. Kundenorientierung und Effizienz sind bei allen Anstrengungen der Gradmesser für das Handeln im Rahmen des Kulturwandels. Neben dem aktiven Vorantreiben des Kulturwandels ist und bleibt die Otto Group auch ein werteorientierter Konzern, der auf ein respektvolles Miteinander untereinander sowie gegenüber Umwelt und Natur achtet. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2019/20 hat die Otto Group beispielsweise erstmalig einen sogenannten Nachhaltigkeitsbond aufgelegt. Diese Anleihe spricht gezielt Investoren und Privatanleger an, die auf zertifizierte Nachhaltigkeitspapiere Wert legen. Die Otto Group finanziert mit dem Erlös aus diesen Anleihen den Einkauf nachhaltiger Baumwolle aus der Initiative Cotton made in Africa sowie von FSC(r)-zertifizierten Möbeln. Die Emission dieser Anleihe ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Nachhaltigkeitsstrategie der Otto Group. Die fokussierte Wachstumsstrategie wird in den kommenden Geschäftsjahren segmentübergreifend fortgesetzt. Auch wenn das bereinigte Umsatzwachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 leicht unter den ambitionierten Zielen zurückgeblieben ist, strebt die Otto Group weiterhin einen Umsatz von 17 Mrd. EUR bis zum Geschäftsjahr 2022/23 - auf zum Konzernabschluss 2016/17 vergleichbarer Basis - an. Gezielte Investitionen in erfolgversprechende Geschäftsmodelle, ein breiter Ausbau der Kundenbasis sowie die Öffnung der Unternehmensgruppe für externe Partner sind einige der relevanten Maßnahmen im Prognosejahr und in den nachfolgenden Geschäftsjahren. Ausgangspunkt für die Prognose der Entwicklung der Otto Group und ihrer Segmente für das Geschäftsjahr 2019/20 sind die Erwartungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und zur Branchenentwicklung. In den relevanten Absatzmärkten Deutschland, dem übrigen Europa und in den USA wirken die prognostizierten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufgrund der sich abschwächenden konjunkturellen Dynamik herausfordernd, wenngleich weiterhin ein Anstieg der privaten Konsumausgaben in diesen Absatzmärkten erwartet wird. Die erwartete Branchenentwicklung unterstützt hingegen die Prognose. Die Angaben und die Aussagen für die Otto Group und für die Segmente unterstellen ferner eine Geschäftsentwicklung, die nicht durch Währungskurseffekte beeinflusst wird. Der Umsatz des Segments Multichannel-Einzelhandel stieg im Geschäftsjahr 2018/19 bereinigt um 2,7 %. Für das Geschäftsjahr 2019/20 erwartet die Unternehmensgruppe eine Umsatzsteigerung, die deutlich über der Steigerungsrate des abgelaufenen Geschäftsjahres liegen dürfte. Die Konzerngesellschaft OTTO plant beispielsweise - wie schon in den vorherigen zwölf Monaten - enorme Investitionen in die Weiterentwicklung zur E-Commerce-Plattform, um die Produkt- und Artikelvielfalt erheblich zu steigern. Dabei steht insbesondere die Öffnung von otto.de für neue Partner und Marken im Fokus. Bis zum Jahr 2020 sollen die Kunden auf Produkte von bis zu 3.000 neuen Partnern zugreifen können. Mit der Konzerngesellschaft OTTO und den relevanten Markenkonzepten der bonprix-, der Crate and Barrel- und der Witt-Gruppe plant die Otto Group jeweils Umsatzzuwächse, die oberhalb des Segmentwachstums liegen. Das Segment Finanzdienstleistungen wird weitgehend durch die EOS Gruppe geprägt. In den kommenden Geschäftsjahren wird die EOS Gruppe weiterhin den Schwerpunkt im Bereich Forderungskäufe legen. Dabei nimmt der besicherte Forderungskauf gegenüber der Vergangenheit eine größere Bedeutung ein. Eine weitere Assetklasse stellen Immobilienportfolios dar, die aufgrund der Erfahrungen mit dem Be- und Verwerten von Immobilien Chancen für die EOS Gruppe bieten. Im Segment Finanzdienstleistungen werden darüber hinaus weitere handelsnahe Dienstleistungen innerhalb der Otto Group Digital Solutions-Gruppe gebündelt. Das Segment Finanzdienstleistungen verzeichnete im Geschäftsjahr 2018/19 ein bereinigtes Umsatzwachstum von 4,2 %. Für das Geschäftsjahr 2019/20 erwartet die Otto Group für dieses Segment auf vergleichbarer Basis ein leicht erhöhtes Umsatzniveau gegenüber Vorjahr. Das Segment Service konnte im Geschäftsjahr 2018/19 mit einem bereinigten Außenumsatzwachstum von 7,1 % erneut merklich zulegen. Ein deutliches Wachstum im Außenumsatz wird auch für das Prognosejahr 2019/20 erwartet, wenngleich der prognostizierte Anstieg nicht an das bereinigte Wachstum des Vorjahres heranreichen dürfte. Einen relevanten Beitrag zu diesem Wachstum werden insbesondere die Konzerngesellschaften Hermes Germany GmbH in Deutschland, Hermes Parcelnet Limited in Großbritannien sowie Mondial Relay S.A.S in Frankreich beisteuern. Die Hermes Gruppe, die das Segment Service im Wesentlichen prägt, legt künftig weiterhin ihren Schwerpunkt auf die Distribution. Hintergrund ist unter anderem die zunehmende Bedeutung der individuellen, passgenauen Zustelllösungen, zum Beispiel Next-Day- und Same-Day-Delivery oder Wunschzustellung, für die Kunden und die damit verbundenen anspruchsvolleren Dienstleistungen. Weitere Schwerpunkte liegen im Ausbau des internationalen, grenzüberschreitenden Paketgeschäfts, in der fortschreitenden Digitalisierung sowie dem Ausbau des europaweiten Hermes Paketshop-Netzwerks. Zudem investiert die Hermes Germany GmbH in den kommenden Jahren beträchtlich in Lohn- und Personalkosten in der Paketzustellung. Auf Konzernebene hat die Otto Group im Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt betrachtet ein bereinigtes Umsatzwachstum von 3,5 % erreicht. Für das Prognosejahr 2019/20 strebt die Unternehmensgruppe auf vergleichbarer Basis ein im Vergleich zum Vorjahr leicht höheres Umsatzwachstum an. Die international aufgestellten Markenkonzepte, allen voran die Witt-, die Crate and Barrel- und die bonprix-Gruppe, planen auch im Prognosejahr 2019/20 gute bis sehr gute EBT-Beiträge. Auch die EOS Gruppe wird erneut einen hohen Ergebnisbeitrag für die Otto Group leisten, wohingegen die Konzerngesellschaft OTTO ein weiterhin durch den Umbau zur E-Commerce-Plattform deutlich belastetes EBT erwartet. Die Otto Group Digital Solutions GmbH, die sich stark auf die Neugründung von Start-Ups im Logistik-, E-Commerce- und Fintech-Bereich fokussiert, wird das EBT der Otto Group planmäßig mindern. Innerhalb der Hermes Gruppe wird die Hermes Germany GmbH aufgrund der oben beschriebenen Aktivitäten das EBT im Prognosejahr ebenfalls belasten. Unter Berücksichtigung der vorstehenden Einflussfaktoren wird für das Geschäftsjahr 2019/20 auf Konzernebene ein EBT erwartet, das operativ gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert werden kann. Darüber hinaus können sich sowohl positive als auch negative EBT-Effekte aus der fortgesetzten Öffnung der Otto Group für Partner ergeben. Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung der Otto Group Mit der fokussierten Wachstumsstrategie wird auch in Zukunft gezielt in ausgewählte Konzerngesellschaften investiert. Die Strategie ist auf langfristiges Wachstum und Profitabilität angelegt. Im Segment Multichannel-Einzelhandel sind die ausgewählten Konzerngesellschaften OTTO, die bonprix-Gruppe, die Crate and Barrel-Gruppe, die Witt-Gruppe, die myToys-Gruppe und das Beteiligungsunternehmen ABOUT YOU GmbH. Im Segment Service steht die Hermes Europe und im Segment Finanzdienstleistungen die EOS Gruppe im Fokus der Wachstumsstrategie. Und auch Nachhaltigkeit bleibt ein zentraler Bestandteil der Ausrichtung der Otto Group über alle Segmente hinweg. Die Übernahme von Verantwortung für ihre Geschäftsaktivitäten, das heißt die gesamte Wertschöpfungskette im Blick zu behalten, bleibt auch in den kommenden Geschäftsjahren ein wichtiger Eckpfeiler für den Vorstand. Zudem wird der Kulturwandel weiter mit voller Kraft seitens des Vorstandes in der gesamten Organisation der Otto Group vorangetrieben. Der Vorstand sieht die Otto Group für das Prognosejahr und für die nachfolgenden Geschäftsjahre sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig auf einem guten Weg. Auch mit beträchtlichen Investitionen in den Segmenten wird die Otto Group profitabel wachsen. Die Vermögens- und Finanzlage der Otto Group ist solide. Der Vorstand beurteilt die wirtschaftliche Lage der Unternehmensgruppe positiv.
Hamburg, den 6. Mai 2019 Die Geschäftsführung Konzernanhang zum 28. Februar 2019Otto (GmbH & Co KG)Grundlagen und Methoden des Konzernabschlusses Die Otto (GmbH & Co KG), Werner-Otto-Straße 1-7, 22179 Hamburg, Deutschland (HRA 62024, Amtsgericht Hamburg), und ihre Tochterunternehmen (im Folgenden: "Otto Group") bilden einen Handels- und Dienstleistungskonzern, der im Wesentlichen in den drei Wirtschaftsräumen Europa, Nordamerika und Asien tätig ist. Die Tätigkeit des Konzerns umfasst den Multichannel-Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und weitere Dienstleistungen in den Bereichen Logistik und Service. Die Finanzdienstleistungen beinhalten im Wesentlichen Leistungen im Zusammenhang mit der Gewährung von Konsumentenkrediten und Inkassodienstleistungen. Die OTTO Aktiengesellschaft für Beteiligungen, Hamburg, ist Mutterunternehmen und zugleich oberstes Mutterunternehmen der Otto (GmbH & Co KG). Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der OTTO Aktiengesellschaft für Beteiligungen sowie der Otto (GmbH & Co KG) werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Geschäftsführung hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der Otto (GmbH & Co KG) am 6. Mai 2019 zur Veröffentlichung genehmigt. (1) Grundlagen Der Konzernabschluss zum 28. Februar 2019 der Otto (GmbH & Co KG) wurde in Anwendung der Regelungen der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 i.V.m. § 315e Abs. 3 HGB nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Zusätzlich wurden die gemäß § 315e Abs. 3 HGB i.V.m. § 315e Abs. 1 HGB geltenden ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Die Anforderungen der IFRS wurden vollständig erfüllt und führen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf der Basis einer Bilanzierung der Vermögenswerte und Schulden zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Davon ausgenommen sind originäre, zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente und derivative Finanzinstrumente, die jeweils zum am Bilanzstichtag geltenden Zeitwert angesetzt werden. Zudem werden die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Auf der Grundlage des in IAS 1 enthaltenen Wahlrechts werden die ergebniswirksam erfassten Erträge und Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt, während die Überleitung vom Periodenergebnis zum Gesamtergebnis über die erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen in einer separaten Gesamtergebnisrechnung gezeigt wird. Einzelne Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz sind zur Verbesserung der Übersichtlichkeit der Darstellung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. (2) Konsolidierung (a) Konsolidierungsgrundsätze In den Konzernabschluss der Otto Group sind alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Otto (GmbH & Co KG) die Möglichkeit zur Beherrschung dieser Gesellschaften gemäß IFRS 10 oder die gemeinsame Beherrschung zusammen mit anderen Parteien gemäß IFRS 11 und IAS 28 hat. Beherrschung gemäß IFRS 10 liegt vor, wenn die Otto (GmbH & Co KG) die Entscheidungsgewalt über die relevanten Prozesse besitzt, variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und infolge der Entscheidungsmacht die Höhe der variablen Rückflüsse beeinflussen kann. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt auf den Erwerbszeitpunkt nach der Erwerbsmethode. Der Erwerbszeitpunkt stellt den Zeitpunkt dar, an dem die Möglichkeit der Beherrschung des Reinvermögens und der finanziellen und operativen Aktivitäten des erworbenen Unternehmens auf die Otto Group übergeht. Bei der Erwerbsmethode werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile inklusive etwaiger bedingter Kaufpreisbestandteile mit dem anteiligen Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und Schulden und Eventualverbindlichkeiten des Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein aus der Verrechnung entstehender Unterschiedsbetrag wird als derivativer Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge, die aus der Kapitalkonsolidierung zum Erwerbszeitpunkt entstehen, werden sofort erfolgswirksam aufgelöst. Kosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile stehen, werden sofort ergebniswirksam erfasst. Die bei der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum Zeitwert im Rahmen der Erstkonsolidierung aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden in den Folgeperioden entsprechend der Entwicklung der Vermögenswerte und Schulden fortgeführt, abgeschrieben bzw. aufgelöst. Ein derivativer Geschäfts- oder Firmenwert wird in den Folgeperioden regelmäßig auf Werthaltigkeit überprüft und bei vorliegendem Wertminderungsbedarf auf den erzielbaren Betrag wertgemindert. Bei einem sukzessiven Erwerb von Anteilen an Unternehmen, in dessen Rahmen die Otto Group die Beherrschungsmöglichkeit über das Unternehmen erwirbt, werden die Regelungen des IFRS 3 hinsichtlich der vollständigen Neubewertung der Vermögenswerte und Schulden zum Zeitpunkt des Erwerbs der Beherrschungsmöglichkeit angewandt. In die Bemessung der Anschaffungskosten werden die bereits von der Otto Group gehaltenen Anteile zum Zeitwert einbezogen. Eventuell bestehende Differenzen zum bisherigen Ansatz dieser Anteile werden inklusive der bisher in den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen enthaltenen Beträge erfolgswirksam erfasst. Sukzessive Erwerbe bei Tochterunternehmen, bei denen der Otto (GmbH & Co KG) im Gegensatz zu dem vorstehend beschriebenen Sachverhalt bereits vor der Transaktion direkt oder indirekt die Beherrschungsmöglichkeit hinsichtlich der jeweiligen Gesellschaft zuzurechnen ist, werden als Transaktionen zwischen Gesellschaftern bilanziert. Ein aus diesem Erwerb resultierender Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und dem den außenstehenden Gesellschaftern bisher zuzurechnenden Anteil am Nettovermögen wird als "Ausgleichsposten aus sukzessiven Erwerben" im Konzern-Eigenkapital ausgewiesen. Eine Aufdeckung stiller Reserven und Lasten bzw. die Bilanzierung eines derivativen Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgt für derartige Transaktionen nicht. Bei einem Verlust der Beherrschung an Tochterunternehmen, bei denen die Otto (GmbH & Co KG) einen maßgeblichen Einfluss weiterhin behält, werden die Vermögenswerte und Schulden der Tochterunternehmen und alle etwaigen nicht beherrschenden Anteile an diesen Tochterunternehmen ausgebucht. Der beizulegende Zeitwert der verbleibenden Anteile stellt zugleich den Zugangswert für die nachfolgende Bilanzierung nach der Equity-Methode dar. Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Zwischenergebnisse sind, sofern wesentlich, herausgerechnet. Wesentliche assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen werden in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode einbezogen. Gemeinschaftliche Tätigkeiten sind mit ihren anteiligen Vermögenswerten und Schulden sowie mit anteiligen Erträgen und Aufwendungen zu bilanzieren. Eine gemeinsame Beherrschung an einer Gesellschaft gemäß IFRS 11 besteht, wenn eine vertraglich vereinbarte, gemeinsam ausgeübte Führung des Unternehmens vorliegt. Als assoziierte Unternehmen werden Unternehmen definiert, bei denen die Otto (GmbH & Co KG) - in der Regel aufgrund eines Stimmrechtsanteils zwischen 20 % und 50 % - einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann. Gemäß IFRS 11 werden - je nach Ausgestaltung der vertraglich vereinbarten Teilung von Kontrolle - gemeinsame Vereinbarungen (joint arrangements) in Gemeinschaftsunternehmen (joint ventures) und in gemeinschaftliche Tätigkeiten (joint operations) unterteilt. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist ein rechtlich selbstständiges Unternehmen, bei dem die gemeinschaftlich führenden Parteien Rechte am Nettovermögen der Gesellschaft besitzen. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit besteht, wenn die gemeinschaftlich herrschenden Parteien unmittelbare Rechte an den Vermögenswerten und unmittelbare Verpflichtung für die Verbindlichkeiten haben. In der Otto Group bestehen zurzeit keine gemeinschaftlichen Tätigkeiten, da die Otto Group bei allen Gesellschaften keinen Residualanspruch auf die in der gemeinschaftlichen Aktivität enthaltenen einzelnen Vermögenswerte und Schulden hat. Disquotale Kapitalerhöhungen gegen Einlage bei assoziierten Unternehmen, die ein Abschmelzen der Beteiligungsquote der Otto Group an diesen Unternehmen zur Folge hat, führen zu einer erfolgswirksamen Anpassung des Equity-Buchwerts. Hinsichtlich der Ermittlung von derivativen Geschäfts- oder Firmenwerten sowie der anteiligen Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden gelten die Grundsätze der Vollkonsolidierung. Verluste aus assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, die den Beteiligungsbuchwert bzw. sonstige langfristige Forderungen aus der Finanzierung dieser Unternehmen übersteigen, werden nicht erfasst, sofern keine Nachschusspflicht besteht. Kosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb dieser Anteile stehen, werden als Bestandteil der Anschaffungskosten aktiviert. Die Abschlüsse der Otto (GmbH & Co KG) sowie der einbezogenen Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Die Abschlüsse der im Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich auf den Stichtag der Konzernobergesellschaft erstellt. Konzerngesellschaften mit abweichendem Stichtag werden auf der Grundlage der auf ihren Abschlussstichtag aufgestellten Abschlüsse einbezogen, soweit der Abschlussstichtag höchstens drei Monate vor dem Konzernabschlussstichtag liegt. Vorgänge von besonderer Bedeutung zwischen den Abschlussstichtagen werden berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2017/18 erfolgte eine weitestgehend konzernweite Vereinheitlichung bislang abweichender Geschäftsjahre einzelner Konzerngesellschaften auf den Konzernabschlussstichtag. Hieraus ergaben sich im Geschäftsjahr 2017/18 einmalig umsatzerhöhende Effekte in einer Größenordnung von zweieinhalb Prozentpunkten. (b) Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Sofern nicht anderweitig angegeben, sind alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Die Vermögenswerte und Schulden von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum geltenden Währungskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Eine Umrechnung mit dem Stichtagskurs erfolgt ebenfalls für derivative Geschäfts- oder Firmenwerte sowie stille Reserven und Lasten, die im Rahmen der Erstkonsolidierung eines Tochterunternehmens bilanziert worden sind. Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum gewogenen Durchschnittskurs des jeweiligen Jahres umgerechnet. Eigenkapitalkomponenten der Tochterunternehmen werden zum entsprechenden historischen Kurs bei Entstehung umgerechnet. Die aus der Umrechnung resultierenden Währungsdifferenzen werden als Ausgleichsposten aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen innerhalb der kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen bzw. der Anteile anderer Gesellschafter erfasst. Für die Umrechnung relevanter Fremdwährungsabschlüsse in Euro wurden die folgenden Kurse verwendet:
(3) Erläuterung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (a) Immaterielle Vermögenswerte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden mit den Kosten angesetzt, die in der Entwicklungsphase nach dem Zeitpunkt der Feststellung der technologischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit bis zur Fertigstellung entstanden sind. Die aktivierten Herstellungskosten umfassen die direkt und indirekt der Entwicklungsphase zurechenbaren Kosten. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer liegen in der Otto Group mit Ausnahme der derivativen Geschäfts- oder Firmenwerte sowie der angesetzten Markenrechte und Domains im Segment Multichannel-Einzelhandel in Höhe von 26.197 TEUR (28. Februar 2018: 26.211 TEUR) nicht vor. Für diese Markenrechte werden entsprechende Unterhaltungsinvestitionen getätigt, um die dauerhafte Werthaltigkeit zu erhalten. Alle anderen selbst erstellten und erworbenen immateriellen Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt der Nutzung linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer wie folgt abgeschrieben:
(b) Sachanlagen Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und planmäßig linear entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Änderungen der Restwerte bzw. der Nutzungsdauern, die während der Nutzung der Vermögenswerte eintreten, werden in der Bemessung der Abschreibungsbeträge berücksichtigt. Die Kosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen alle Einzelkosten sowie alle Gemeinkosten, die im Zusammenhang mit dem Herstellungsvorgang anfallen. Nachträgliche Aufwendungen werden aktiviert, wenn diese zu einer Änderung des Nutzungszwecks bzw. zu einer Erhöhung des Nutzungswerts der Sachanlage führen. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen ausgewiesen. Gemietete oder geleaste Vermögenswerte, die im wirtschaftlichen Eigentum der Otto Group stehen (finance lease), werden mit dem Barwert der Miet- bzw. Leasingraten oder, sofern niedriger, mit dem Zeitwert des Miet- bzw. Leasingobjekts aktiviert und planmäßig linear abgeschrieben. Der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus den künftigen Miet- und Leasingraten wird als Verbindlichkeit passiviert. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen konzerneinheitlich über die folgenden Nutzungsdauern:
Bei Vermögenswerten in finance lease, bei denen der Eigentumsübergang auf Unternehmen der Otto Group am Ende des Miet- bzw. Leasingvertrages hinreichend sicher ist, erfolgt die planmäßige Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Vermögenswerte. (c) Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte inklusive derivativer Geschäfts- oder Firmenwerte sowie auf Sachanlagen werden vorgenommen, sofern die Buchwerte der Vermögenswerte nicht mehr durch die zu erwartenden Veräußerungserlöse bzw. die diskontierten Netto-Cashflows aus der weiteren Nutzung gedeckt sind. Wenn eine Ermittlung des erzielbaren Betrags für einzelne Vermögenswerte nicht möglich ist, wird der Cashflow für die nächsthöhere Gruppierung von Vermögenswerten bestimmt, für die ein derartiger Cashflow ermittelt werden kann. Die Zuordnung derivativer Geschäfts- oder Firmenwerte zu den entsprechenden Berichtseinheiten erfolgt auf Grundlage des internen Berichtssystems. Die Ermittlung der Netto-Cashflows aus der weiteren Nutzung erfolgt grundsätzlich auf der Grundlage der Konzernplanung mit einem Prognosehorizont von drei Jahren, auf deren Basis eine Trendermittlung der Netto-Cashflows für die nachfolgenden Perioden auf Grundlage eines Wachstumsfaktors von 0,75 % bis 1,00 % vorgenommen wird. Die Diskontierung der prognostizierten Netto-Cashflows wird unter Nutzung eines risikoadjustierten länderspezifischen Zinssatzes auf Nachsteuerbasis durchgeführt. Weitere Parameter werden standardisierten Branchenangaben entnommen. Für die Durchführung der Werthaltigkeitstests wurden Kapitalisierungszinssätze zwischen 5,88 % und 8,83 % (28. Februar 2018: 6,91 % bis 11,29 %) angewandt. Zuschreibungen werden vorgenommen, sofern in den Folgeperioden die Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen entfallen sind. Eine Zuschreibung erfolgt dabei höchstens auf den Betrag, der sich ohne die Vornahme der außerplanmäßigen Abschreibung ergeben hätte. Eine Zuschreibung auf außerplanmäßig abgeschriebene Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt nicht. (d) Finanzinstrumente In der Otto Group werden originäre und derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese umfassen flüssige Mittel, Forderungen, sonstige Finanzanlagen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten sowie Devisentermingeschäfte, Währungsswaps, Devisenoptionen und Zinsswaps. Finanzielle Vermögenswerte werden in der Otto Group grundsätzlich bei Lieferung, d.h. zum Erfüllungstag, bilanziert. Eine Ausnahme bilden derivative Finanzinstrumente, deren Bilanzierung zum Handelstag erfolgt. Die erstmalige Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt anhand seiner Einstufung in die drei Kategorien des IFRS 9: "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (AC)", "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI)" und "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVPL)". Bei der erstmaligen Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts wird dieser in der Otto Group zum Zeitwert zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst, sofern dieser nicht der Kategorie FVPL zuzuordnen ist. Eine Ausnahme bilden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponenten, welche zum Transaktionspreis bewertet werden. Die Folgebewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt nach IFRS 9 entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode oder erfolgsneutral bzw. erfolgswirksam jeweils zum beizulegenden Zeitwert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden im Zeitpunkt der Erstbilanzierung zum Zeitwert unter Berücksichtigung von Agien, Disagien und Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet. Bei finanziellen Verbindlichkeiten der Kategorie FVPL erfolgt sowohl in der Erst- als auch in der Folgebilanzierung eine Bewertung zum Zeitwert. Die Berechnung der Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten basiert gemäß IFRS 9 auf einem Modell der erwarteten Kreditausfälle. Dies erfordert Ermessensentscheidungen bezüglich der Beurteilung, inwieweit die erwarteten Kreditausfälle durch Veränderungen bei den wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden. Die Bewertung nach dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle ist immer für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und für Vertragsvermögenswerte ohne wesentliche Finanzierungskomponente anzuwenden sowie wenn das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts am Abschlussstichtag seit dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen ist. Die Otto Group verwendet für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen das vereinfachte Modell zur Abbildung der Risikovorsorge, wonach sich die Höhe der Wertberichtigung ab der erstmaligen Erfassung der Forderung anhand der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemisst. Für Forderungen aus Finanzdienstleistungen wird die Sondervorschrift für finanzielle Vermögenswerte mit objektivem Hinweis auf Wertminderungen bei Zugang verwendet. Diese sind mit ihrem um die für die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditverluste reduzierten Buchwert anzusetzen und entsprechend mit einem risikoadjustierten Effektivzinssatz zu amortisieren. Zum Abschlussstichtag sind nur die kumulierten Veränderungen der seit dem erstmaligen Ansatz über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste als Wertberichtigung zu erfassen. Finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, sofern entweder die Rechte auf die aus den Vermögenswerten generierbaren Zahlungsströme erloschen sind oder nahezu alle Risiken in einer Form auf einen Dritten übertragen wurden, so dass die Kriterien für eine Ausbuchung erfüllt sind. Die Otto Group veräußert im Rahmen von ABS-Transaktionen (asset-backed securities) Forderungen mit einer Laufzeit bis zu drei Jahren. Ungeachtet des rechtlichen Übergangs der Forderungen auf den Erwerber sind die Forderungen durch die Otto Group weiterhin zu bilanzieren, sofern aufgrund der vertraglichen Gestaltungen wesentliche Risiken und Chancen bei den Konzerngesellschaften verbleiben. Für die den Konzerngesellschaften aus der Veräußerung zufließenden liquiden Mittel wird, sofern die Forderungen weiterhin im Konzern bilanziert werden, bis zur Tilgung der Forderungen durch den Kunden eine Verbindlichkeit bilanziert. Ein weiterer Bestandteil der ABS-Transaktionen ist die Verpflichtung der Otto Group, für die veräußerten Forderungen die Verwaltung zu gewährleisten. Für diese Verpflichtungen werden zum Bilanzstichtag angemessene Rückstellungen in Höhe von 5.109 TEUR (28. Februar 2018: 5.241 TEUR) gebildet. Finanzielle Schulden werden ausgebucht, wenn die Verpflichtungen entweder erfüllt, aufgehoben oder abgelaufen sind sowie bei wesentlichen Änderungen der Vertragsbedingungen. Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Die flüssigen Mittel umfassen die Kassenbestände und Bankguthaben. Sie sind zum Nominalwert bilanziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus Finanzdienstleistungen und sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte werden bei erstmaliger Erfassung mit ihren Zeitwerten angesetzt. In den Forderungen aus Finanzdienstleistungen sind angekaufte Forderungen enthalten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Wertminderungen von Forderungen und sonstigen originären finanziellen Vermögenswerten werden auf einem Wertberichtigungskonto berücksichtigt. Wertberichtigungen werden gebildet, soweit nach objektiven Hinweisen ein Ausfallrisiko bei dem finanziellen Vermögenswert besteht bzw. zu erwarten ist. Ein finanzieller Vermögenswert gilt als ausfallgefährdet, wenn der Kreditnehmer seine Verpflichtungen gegenüber der Otto Group voraussichtlich nicht vollständig erfüllt bzw. der finanzielle Vermögenswert an ein Inkassounternehmen abgegeben wird. Zum Abschlussstichtag wird die Werthaltigkeit der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte im Konzern überprüft. Eine Wertminderung besteht, wenn mindestens ein Ereignis eintritt, welches sich nachteilig auf die geschätzten zukünftigen Cashflows des finanziellen Vermögenswerts auswirkt. Hinweise auf eine Wertminderung können beispielsweise Verzögerungen oder Ausfälle von Zins- oder Tilgungszahlungen, Verschlechterungen der Kreditwürdigkeit, eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Insolvenz eines Schuldners oder eingetretene oder erwartete Veränderungen politischer oder makroökonomischer Rahmenbedingungen sein. Die Höhe der Wertberichtigung basiert auf historischen Werten sowie auf Prognosen zukünftiger wirtschaftlicher Verhältnisse und Ereignisse bzw. individuellen Risikoeinschätzungen. Ist von einer Uneinbringlichkeit auszugehen, werden die Posten ausgebucht. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden keine Änderungen an signifikanten Annahmen zur Einschätzung von Wertberichtigungen vorgenommen. Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Convertible Notes, welche in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthalten sind, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, da diese nicht per se zu Zins- und Tilgungszahlungen führen und somit nicht zu einem Zahlungsstrom. Darüber hinaus beinhaltet diese Kategorie Earn-Out-Vereinbarungen, deren Zeitwert sich in Abhängigkeit von bestimmten Variablen verändert. Investitionen in Eigenkapitalinstrumente Anteile an Unternehmen, die nicht nach IFRS 10, IFRS 11 bzw. IAS 28 bilanziert werden, werden in den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesen. Für diese Investitionen in Eigenkapitalinstrumente sieht der IFRS 9 entweder eine erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vor oder die Möglichkeit einer Erfassung der Wertänderungen in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen. Die Entscheidung zur Klassifizierung ist auf Ebene des einzelnen Finanzinstruments zu treffen. Die Otto Group erfasst die Investitionen in Eigenkapitalinstrumente sowohl erfolgsneutral als auch erfolgswirksam. Investitionen, für die es nicht möglich ist, die Wertänderungen in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen zu berücksichtigen, sind erfolgswirksam bewertet. Dies ist der Fall, wenn die Anteile die in IAS 32 definierten Kriterien hinsichtlich der Eigenkapitalklassifizierung nicht erfüllen oder nicht zu strategischen Zwecken gehalten werden. Für alle anderen Beteiligungen ist grundsätzlich eine Bewertung zum Zeitwert erfolgsneutral möglich. Die Entscheidung für eine Klassifizierung zum FVOCI bzw. FVPL wird auf Einzelfallebene vorgenommen. Tochterunternehmen, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Für Investitionen in Eigenkapitalinstrumente erfolgt eine Bewertung zu Anschaffungskosten, wenn der Zeitwert weder aus Börsen- bzw. Referenztransaktionswerten abgeleitet noch aufgrund volatiler bzw. nicht verlässlich bestimmbarer Cashflows mittels geeigneter Bewertungsmodelle ermittelt werden kann. Werden Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral erfasst wurden, veräußert oder aufgrund einer dauerhaften Wertminderung abgeschrieben, werden die bis zu diesem Zeitpunkt nicht realisierten Gewinne und Verluste unter Berücksichtigung ihrer steuerlichen Auswirkungen erfolgsneutral in das erwirtschaftete Konzerneigenkapital umgegliedert. Bei erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Investitionen werden die aus der Veränderung des Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste direkt erfolgswirksam erfasst. Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen Derivative Finanzinstrumente werden in der Otto Group zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken eingesetzt. Der Ansatz der derivativen Finanzinstrumente erfolgt dabei zum Zeitwert. Die Bilanzierung von Zeitwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente hängt davon ab, ob diese Instrumente als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden und die Voraussetzungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 9 erfüllt sind. Sind diese Voraussetzungen trotz eines bestehenden wirtschaftlichen Sicherungszusammenhangs nicht gegeben, werden die Zeitwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Der effektive Teil der Zeitwertänderung eines derivativen Finanzinstruments, das als Sicherungsinstrument bestimmt wurde und die Voraussetzungen für die Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung für die Absicherung von Zahlungsströmen erfüllt (cash flow hedge), wird unter Berücksichtigung des darauf entfallenden steuerlichen Effekts unmittelbar in den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen bilanziert. Der ineffektive Teil wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der effektive Teil wird dann ergebniswirksam in die Umsatzerlöse bzw. direkt in die Anschaffungskosten der Vorräte einbezogen, wenn die erwarteten Zahlungsströme aus dem Grundgeschäft den Gewinn oder Verlust beeinflussen. Des Weiteren bestehen Optionen auf von der Otto Group gehaltene Anteile an assoziierten Unternehmen, insbesondere hinsichtlich der Anteile an der COFIDIS PARTICIPATIONS, Villeneuve-d´Ascq, Frankreich. Die Optionen werden entsprechend IFRS 9 mit dem Zeitwert bewertet. Änderungen der Zeitwerte werden erfolgswirksam im sonstigen Finanzergebnis erfasst. Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb Die Zeitwertänderung eines monetären Postens, der als Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb klassifiziert ist und auf Veränderungen des Fremdwährungskurses zurückgeht, wird in den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen bilanziert. Der Gewinn oder Verlust, der in den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst wurde, ist bei Veräußerung oder Liquidation des ausländischen Geschäftsbetriebs vom Konzern-Eigenkapital in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Der monetäre Posten stellt einen Bestandteil der Nettoinvestition in den ausländischen Geschäftsbetrieb dar, wenn dessen Abwicklung auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist. Zeitwerte der Finanzinstrumente Der beizulegende Zeitwert der Finanzinstrumente ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der dem Preis zugrunde liegende Geschäftsvorfall entweder auf dem Hauptmarkt oder dem vorteilhaftesten Markt, zu dem die Otto Group Zugang hat, stattfindet. Der Preis bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung zugrunde legen würden, und beinhaltet die Berücksichtigung des Kreditrisikos. Die Zeitwerte der Finanzinstrumente werden auf Basis entsprechender Marktwerte oder durch Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden bestimmt. Für flüssige Mittel und andere originäre kurzfristige Finanzinstrumente wird angenommen, dass der Zeitwert dem Buchwert entspricht. Bei langfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie langfristigen Verbindlichkeiten erfolgt die Bestimmung des Zeitwerts auf Grundlage der erwarteten Zahlungsströme unter Anwendung der zum Bilanzstichtag herrschenden Referenzzinssätze. Die Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden auf Grundlage der zum Bilanzstichtag bestehenden Fremdwährungsterminkurse sowie Referenzzinssätze ermittelt. Das Kreditausfallrisiko des jeweiligen Kontrahenten wird auf Basis des Add-On Verfahrens unter Berücksichtigung der kontrahentenspezifischen Ausfallwahrscheinlichkeit ermittelt. Dabei wird die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis von liquiden CDS-Spreads oder marktnotierten Bondpreisen ermittelt. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Put-Optionen berücksichtigt vertraglich vereinbarte Zahlungen. Sofern geplante Erfolgskomponenten für den beizulegenden Zeitwert relevant sind, werden diese auf Basis der Discounted Cashflow-Methode unter Berücksichtigung der jeweiligen Unternehmensplanungen ermittelt. Die Abzinsungssätze basieren auf gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten. Relevante nicht beobachtbare Inputfaktoren für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts sind geplante Erfolgskomponenten. Der Konzern führt eine regelmäßige Überprüfung der wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren sowie der Bewertungsanpassungen durch. Bei den Zinsswaps erfolgt die Bewertung durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze. Für die Ermittlung der Marktwerte von Devisentermingeschäften wird der kontrahierte Terminkurs mit dem Terminkurs des Bilanzstichtags für die Restlaufzeit verglichen. Der daraus resultierende Wert wird unter Berücksichtigung aktueller Marktzinssätze der entsprechenden Währung auf den Bilanzstichtag diskontiert. Die Bewertung der Devisenoptionen erfolgt mittels eines anerkannten finanzmathematischen Verfahrens (Black-Scholes-Modell) unter Berücksichtigung der am Bilanzstichtag geltenden Devisenkurse und Devisenvolatilitäten. Die Otto Group schließt Derivate ausschließlich mit Banken mit einem mindestens ausreichenden Bonitätsrating ab. Das eigene sowie das kontrahentenspezifische Ausfallrisiko werden regelmäßig überwacht und in die Ermittlung der Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente einbezogen. (e) Vorräte Die Bewertung der Vorräte zum Bilanzstichtag erfolgt zum jeweils niedrigeren Betrag aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert stellt dabei den voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten dar. Für die in den Vorräten enthaltenen Handelswaren sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt die Ermittlung der Anschaffungskosten auf der Grundlage eines gewichteten Durchschnittswerts bzw. unter Anwendung der Standardkostenmethode. Die Herstellungskosten der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen umfassen alle der Leistungserstellung zurechenbaren Einzelkosten und Gemeinkosten. (f) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Rückstellungen für Pensions- und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) unter Berücksichtigung von zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen errechnet. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt dabei auf Basis von Pensionsgutachten unter Einbeziehung der zur Deckung dieser Verpflichtungen bestehenden Vermögenswerte (Planvermögen). Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unmittelbar in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst. Die Neubewertung umfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, den Ertrag aus Planvermögen (ohne in den Nettozinsaufwendungen enthaltene Zinserträge) und die Auswirkungen einer etwaigen Vermögensobergrenze (ohne in den Nettozinsaufwendungen enthaltene Zinserträge). Der Konzern ermittelt die Nettozinsaufwendungen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen für die Berichtsperiode mittels Anwendung des Abzinsungssatzes, der für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung zu Beginn der jährlichen Periode verwendet wurde. Die Nettozinsaufwendungen sowie laufender und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. (g) Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle zum Abschlussstichtag bestehenden, auf vergangene Ereignisse zurückzuführenden rechtlichen und faktischen Verpflichtungen der Otto Group gegenüber Dritten, deren Erfüllung wahrscheinlich ist und deren Höhe zuverlässig ermittelt werden kann. Die Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bewertet. Dieser stellt die bestmögliche Schätzung der Ausgabe dar, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich ist. Langfristige Rückstellungen werden auf der Grundlage entsprechender Marktzinssätze mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert. Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen werden angesetzt, wenn zum Bilanzstichtag die Maßnahmen hinreichend konkretisiert sind und eine Kommunikation an die durch die Maßnahmen Betroffenen bzw. deren Interessenvertretung erfolgt ist. (h) Latente Steuern Latente Steuern werden zur Berücksichtigung zukünftiger steuerlicher Folgen von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Bemessungsgrundlagen der Vermögenswerte und Schulden und deren Wertansätzen im IFRS-Abschluss sowie auf steuerliche Verlustvorträge gebildet. Die Bemessung der latenten Steuern erfolgt dabei auf Grundlage der vom Gesetzgeber zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres erlassenen Regelungen für die Geschäftsjahre, in denen sich die Differenzen ausgleichen bzw. die Verlustvorträge wahrscheinlich genutzt werden. Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen und Verlust- bzw. Zinsvorträge werden nur dann angesetzt, sofern ihre Realisierbarkeit in näherer Zukunft hinreichend gesichert erscheint. Auf temporäre Unterschiede, die aus der Zeitwertbilanzierung von Vermögenswerten und Schulden im Rahmen von Unternehmenserwerben resultieren, werden latente Steuern bilanziert. Latente Steuern werden auf temporäre Unterschiede bei derivativen Geschäfts- oder Firmenwerten nur dann angesetzt, wenn die Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte steuerlich geltend gemacht werden können. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, sofern sich diese auf Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und die laufenden Steuern miteinander verrechnet werden können. (i) Ertrags- und Aufwandsrealisierung Umsatzerlöse werden entsprechend dem im laufenden Geschäftsjahrs erstmals anzuwendenden Standard IFRS 15 dann realisiert, wenn die Leistungsverpflichtung durch Übergang der Kontrolle über das Gut bzw. die Leistung an den Kunden erfüllt ist. Im Segment Multichannel-Einzelhandel erfolgt die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen. Somit wird der Umsatz realisiert, wenn die Verfügungsgewalt auf den Endkunden mit Übergabe des Gutes an diesen übergeht. Einen Teil der Umsätze generiert die Otto Group durch die Bereitstellung von Handelsplattformen an externe Verkäufer. Die hieraus resultierenden Vermittlungsleistungen werden zum Zeitpunkt des Kaufvertragsabschlusses mit dem Endkunden realisiert. Überwiegend erfolgen die Zahlungseingänge der Kunden vor Erreichen des Zahlungsziels. Die Zahlungsziele richten sich nach den geltenden Geschäftsbedingungen der jeweiligen Konzerngesellschaft. Der Anspruch auf Zahlung wird jedoch maximal 30 Tage nach Lieferung fällig. Finanzierungskäufe auf Basis marktüblicher Zinssätze werden mit einer Laufzeit von bis zu 68 Monaten angeboten. Bei Vereinnahmung der Zahlungen vor Erfüllung der vertraglichen Leistung werden diese als vertragliche Verbindlichkeit passiviert und resultieren im Wesentlichen aus von Kunden getätigten Anzahlungen, Kundenbindungsprogrammen, noch nicht eingelösten Kundengutscheinen und noch nicht in Anspruch genommene Garantieverlängerungen. Zinserlöse aus Kundenfinanzierungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung separat ausgewiesen. Der Transaktionspreis enthält variable Komponenten in Form von eingeräumten Rückgaberechten und Rabatten. Die prognostizierten Retouren werden auf Grundlage der Erwartungen für die einzelnen Produktkategorien bestimmt. Rücknahmeverpflichtungen für erwartete Erstattungen werden passivisch ausgewiesen. Ein Anspruch auf Rücklieferung der Ware wird als sonstiger Vermögenswert aktiviert. Umsätze im Segment Finanzdienstleistungen werden maßgeblich durch Treuhandinkasso zum Zeitpunkt der Leistungserbringung realisiert. Die Leistung gilt mit Zahlungseingang als erbracht. Die vereinbarte Provision wird von der Zahlung einbehalten und mindert den Auszahlungsbetrag an den Kunden. Erträge aus angekauften Forderungen werden bei Geldeingang in den Umsatzerlösen erfasst. Die Umsatzerlöse entsprechen den Geldeingängen aus den angekauften Forderungen vermindert um die nach der Effektivzinsmethode ermittelten Tilgungen. Im Segment Service wird der Umsatz vor allem durch Transport- und Fullfilmentleistungen generiert und zeitraumbezogen erfasst. Dem Kunden fließt der Nutzen aus der Dienstleistung zu, während diese erbracht wird. Die Umsatzerfassung richtet sich somit nach dem Leistungsfortschritt. Bei Transporterlösen entspricht dies z.B. dem Verhältnis von bereits gefahrener Strecke zur Gesamtstrecke. Bei Umsätzen mit privaten Endverbrauchern erfolgt der Zahlungseingang mit Aufgabe des Transportgutes. Die Zahlung wird in Abhängigkeit des Leistungsfortschritts als vertragliche Verbindlichkeit passiviert. Im B2B-Geschäft wird ein Zahlungsziel von bis zu 100 Tagen (2017/18: 120 Tage) gewährt. Der Zahlungseingang erfolgt überwiegend bis zu diesem Zeitpunkt. Vertraglich festgelegte Boni werden auf Basis von Erwartungswerten als variable Komponente in den Transaktionspreis einbezogen. In allen drei Segmenten unterteilt die Otto Group die vertraglichen Verbindlichkeiten in noch ausstehende Leistungsverpflichtungen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr bzw. mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Letztere beinhalten vor allem Kundenbindungsprogramme, Kundengutscheine und Garantieverlängerungen. Bei Kundenbindungsprogrammen und Kundengutscheinen wird der Umsatz zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme realisiert. Üblicherweise erfolgt die Inanspruchnahme zwischen 2 und 12 (2017/18: 3 und 9) Monaten nach Kauf des Gutscheins bzw. zwischen 1 und 12 (2017/18: 1 und 12) nach Erlangung der Bonuspunkte. Im Falle von Garantieverlängerungen wird der Umsatz im Zeitablauf linear realisiert. Weitere noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen weisen eine Laufzeit von bis einem Jahr auf und werden unter Anwendung der Vereinfachungsmöglichkeiten nicht gesondert ausgewiesen. Kosten der Vertragserlangung bei einer Nutzungsdauer von bis zu einem Jahr werden sofort aufwandswirksam erfasst. Die Erfassung von sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt zum Zeitpunkt der Leistungserbringung, sofern die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich zufließen wird. Erträge aus Sale-and-lease-back-Transaktionen werden sofort ergebniswirksam erfasst, sofern der Miet- bzw. Leasingvertrag als operating lease klassifiziert wird und der Verkaufspreis dem Zeitwert der Vermögenswerte entspricht. Zinserträge, die in der Otto Group aus der Kreditierung des Verkaufs von Handelswaren entstehen, werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode periodengerecht vereinnahmt. Gebühren aus Bankdienstleistungen und sonstigen Finanzdienstleistungen, wie dem Forderungsmanagement bzw. der Inkassotätigkeit, werden als Erträge aus Finanzdienstleistungen erfasst, sobald die entsprechende Leistung erbracht worden ist. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam. Aufwendungen im Rahmen von Miet- und Leasingverhältnissen, die als operating lease zu klassifizieren sind, werden im Zeitpunkt der Nutzung der Miet- bzw. Leasinggegenstände verursachungsgerecht erfasst. Die Kosten für Werbe- und Verkaufsförderungsmaßnahmen werden zu dem Zeitpunkt aufwandswirksam erfasst, an dem die Otto Group die Verfügungsmacht über die in dem Zusammenhang verwendeten Güter bzw. Dienstleistungen erlangt. Die Werbe- und Verkaufsförderungsmaßnahmen umfassen entsprechend dem IAS 38 auch die im Multichannel-Einzelhandel verwendeten Kataloge. Zinsen werden periodengerecht als Aufwand bzw. Ertrag erfasst. Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Anschaffung und Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten werden gemäß IAS 23 aktiviert. Ein qualifizierter Vermögenswert ist ein Vermögenswert, für den bei der Otto Group in der Regel ein Zeitraum von über einem Jahr für die Anschaffung bzw. Herstellung vorgesehen ist. Zinsvorteile aus unterverzinslichen Darlehen der öffentlichen Hand werden ergebniswirksam vereinnahmt und periodengerecht abgegrenzt, wobei der Anteil für zukünftige Geschäftsjahre in einen Abgrenzungsposten eingestellt wird. Dividenden werden grundsätzlich mit der Entstehung des Rechtsanspruchs als Ertrag realisiert. (j) Aktienbasierte Vergütungen Die bei einer Konzerngesellschaft in den USA bestehenden aktienbasierten Vergütungssysteme in Form von Aktienoptionen bzw. aktienbasierten Wertsteigerungsrechten für Führungskräfte werden gemäß IFRS 2 bilanziert. Die in Form von Aktienoptionen bzw. Aktien aufgelegten Programme räumen den Mitarbeitern das Recht ein, die nach Ausübung der gewährten Aktienoptionen erworbenen bzw. erhaltenen Aktien zum dann bestehenden Wert der Aktie anzudienen. Insofern werden diese Programme sowie die den Mitarbeitern gewährten Wertsteigerungsrechte in Höhe des Zeitwerts unter Berücksichtigung des Erdienungszeitraums aufwandswirksam unter den sonstigen Verbindlichkeiten erfasst. (k) Klassifizierung des Gesellschafterkapitals bei Personenhandelsgesellschaften Die Otto (GmbH & Co KG) als Konzernobergesellschaft ist in der Rechtsform einer Personenhandelsgesellschaft organisiert, bei der der Gesellschafter durch Ausübung eines gesetzlichen Kündigungsrechts, das durch den Gesellschaftsvertrag nicht ausgeschlossen werden kann, die Gesellschaft zur Auszahlung der Kapitaleinlagen und der auf sie entfallenden Gewinnanteile (Buchwertklausel) verpflichten kann. Gemäß IAS 32 sind kündbare Finanzinstrumente bei Erfüllung bestimmter Bedingungen als Eigenkapital zu klassifizieren. Zu diesen Bedingungen zählen u.a. die Qualifizierung des Finanzinstruments als nachrangigste Klasse und der Anspruch der Inhaber der Finanzinstrumente auf das anteilige Nettoreinvermögen im Falle der Liquidation sowie die Abhängigkeit der für das Finanzinstrument erwarteten Cashflows vom Ergebnis bzw. von Wertänderungen des Nettoreinvermögens. Diese Bedingungen sind für die Kommanditanteile bei der Otto (GmbH & Co KG) aufgrund der gesetzlichen und gesellschaftsvertraglichen Bestimmungen gegeben, so dass die Kommanditanteile im Konzern-Eigenkapital ausgewiesen werden. Die Gewinnzuweisungen an die Kommanditisten werden dementsprechend in der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals als Gesellschaftertransaktion außerhalb des Konzern-Gesamtergebnisses erfasst. Die Anteile außenstehender Gesellschafter an konsolidierten Personenhandelsgesellschaften, bei denen derartige Kündigungsrechte bestehen, sind als Fremdkapital zu klassifizieren und werden unter der Position "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" ausgewiesen, da diese Anteile die nach IAS 32 definierten Kriterien hinsichtlich der Eigenkapitalklassifikation nicht erfüllen. Die Wertänderungen und Zinsbestandteile der Verbindlichkeit werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand oder Ertrag erfasst. (l) Kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine Finanzinstrumente, die die Otto Group am Kapitalmarkt ausgibt, werden als Eigenkapital klassifiziert, sofern aufgrund fehlender Inhaberkündigungsrechte die Otto Group keine Verpflichtung zur Rückzahlung des durch die Inhaber eingezahlten Kapitals hat. Die Vergütung für derartige Instrumente wird dementsprechend nicht als Zinsaufwand, sondern als Zuweisung im Rahmen der Ergebnisverwendung bilanziert. Von der Otto Group ausgegebene Genussscheine sind Teil des Konzern-Eigenkapitals, sofern sich aufgrund der Ausgestaltung der Genussscheinbedingungen keine Verpflichtung der Otto Group zur Rückzahlung ergibt, deren Entstehung außerhalb des Ermessens der Otto Group steht. Die Vergütung auf diese Genussscheine wird dementsprechend im Rahmen der Ergebnisverwendung erfasst. Die Transaktionskosten werden als Abzug vom Eigenkapital bilanziert. (m) Genussrechte Genussrechte, die die Otto Group an Mitarbeiter ausgibt, werden gemäß IAS 32 als Fremdkapital klassifiziert, da nach Ablauf einer sechsjährigen Sperrfrist auf Verlangen des Genussrechtsinhabers eine Rücknahmeverpflichtung für die Otto Group entstehen kann und diese zur Klasse der puttable instruments zählenden Finanzinstrumente im Liquidationsfall vorrangig vor den Ansprüchen der Gesellschafter bedient werden. Die auf die ausgegebenen Genussrechte gewährten Firmenzuschüsse werden im Personalaufwand und die erfolgsabhängigen Gewinn- und Verlustbeteiligungen unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen bzw. Erträgen ausgewiesen. (n) Transaktionen in Fremdwährung Einkäufe und Verkäufe in Fremdwährungen werden mit dem zum Zeitpunkt der Lieferung geltenden Tageskurs umgerechnet. Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem geltenden Währungskurs am Bilanzstichtag in die funktionale Währung umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst. (o) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden unter den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten ausgewiesen, sofern eine Veräußerung der Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen innerhalb der nächsten zwölf Monate als sehr wahrscheinlich angesehen wird, sich die Vermögenswerte in einem veräußerungsbereiten Zustand befinden und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Diese Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Ein Wertminderungsaufwand einer Veräußerungsgruppe würde zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert und dann unter Berücksichtigung der Vorgaben des IFRS 5 den verbleibenden Vermögenswerten und Schulden anteilig zugeordnet werden, mit der Ausnahme, dass den Vorräten, finanziellen Vermögenswerten, latenten Steueransprüchen, Vermögenswerten im Zusammenhang mit Leistungen an Arbeitnehmern, die weiterhin gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns bewertet werden, kein Verlust zugeordnet wird. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Wertminderungsaufwendungen, die bei der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten entstehen, und spätere Gewinne und Verluste der Neubewertung bis zur Veräußerung werden ergebniswirksam erfasst. Sofern Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, die bisher nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wurden, aufgrund des Vorliegens der Kriterien des IFRS 5 in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte umgegliedert werden, wird die Bilanzierung nach der Equity-Methode nicht mehr fortgesetzt. Eine zur Veräußerung gehaltene Gruppe von Vermögenswerten wird als aufgegebener Geschäftsbereich im Sinne des IFRS 5 klassifiziert, wenn diese Gruppe hinsichtlich der Geschäftsaktivitäten und Zahlungsströme eindeutig von den restlichen Einheiten des Konzerns abgegrenzt werden kann und eine wesentliche Geschäftsaktivität darstellt. Sofern eine Geschäftsaktivität als aufgegebener Geschäftsbereich berichtet wird, erfolgt eine separate Darstellung der Geschäftsaktivitäten in der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Vergleichsinformationen in der Gewinn- und Verlustrechnung werden rückwirkend angepasst, als ob der Geschäftsbereich bereits zu Beginn der Vergleichsperiode als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert worden wäre. Unter den aufgegebenen Geschäftsaktivitäten werden auch Gruppen von Vermögenswerten dargestellt, deren Veräußerung im Zusammenhang mit einem Plan zur Aufgabe einer Geschäftsaktivität steht und die innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt der Designation veräußert werden. (p) Verwendung von Schätzungen und Annahmen Die Aufstellung des IFRS-Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die Einfluss auf den Ausweis von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von Eventualverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen haben. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Beträgen, die sich aus Schätzungen und Annahmen ergeben, abweichen. Wesentliche Schätzungen und Annahmen wurden insbesondere hinsichtlich der Festlegung der konzerneinheitlichen Abschreibungsdauern auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (siehe Ziffern (16) und (17)), der Bewertung von Investments im Rahmen von Venture-Aktivitäten (siehe Ziffer (18)), der Wertberichtigungen auf Handelswaren und Forderungen (siehe Ziffern (19) und (20)), der Festlegung der Retourenquoten für die Bemessung der Herausgabeansprüche aus erwarteten Retouren (siehe Ziffern (6) und (22)), der Parameter für die Bewertung der Pensionsrückstellungen (siehe Ziffer (25)), der Bestimmung des Zeitwerts der Verpflichtungen aus Put-/Call-Optionen und aktienbasierten Vergütungen (siehe Ziffer (31)) sowie der Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern (siehe Ziffer (15)) vorgenommen. Den Bewertungen der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen im Rahmen von Werthaltigkeitstests nach IAS 36 wurden Plandaten für die Ermittlung von Cashflows sowie standardisierte Branchenangaben für die Bestimmung der Kapitalisierungszinssätze zugrunde gelegt. Für Sensitivitätsanalysen im Rahmen der Angaben nach IFRS 7 in Ziffer (37)(c) wurden fiktive Währungs- und Zinskurven verwendet, die von den tatsächlichen Marktdaten am Bilanzstichtag abweichen können. (q) Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften des IASB Die im Geschäftsjahr 2018/19 erstmalig verpflichtend anzuwendenden Standards hatten bis auf den IFRS 9 und den IFRS 15 keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Die Auswirkungen durch die erstmalige Anwendung des IFRS 9 und des IFRS 15 werden in Ziffer (3)(r) erläutert. Die folgenden vom IASB veröffentlichten Standards mit möglichem Einfluss auf den IFRS-Konzernabschluss der Otto Group sind aufgrund der noch nicht erfolgten Anerkennung durch die EU bzw. des noch nicht eingetretenen Erstanwendungszeitpunkts noch nicht verpflichtend anzuwenden. Sofern eine Anerkennung durch die EU bereits vorliegt, hat die Otto Group eine vorzeitige Anwendung nicht durchgeführt. Die Standards bzw. Änderungen von bestehenden Standards sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem angegebenen Anwendungszeitpunkt beginnen.
* Der Standard oder die Standardänderungen wurden von der EU bisher nicht übernommen. Der IFRS 16, der die zukünftige Bilanzierung von Leasingverhältnissen beinhaltet, wird den IAS 17 sowie die dazugehörigen Interpretationen IFRIC 4, SIC 15 und SIC 27 ersetzen und führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, nach dem für Leasingnehmer zukünftig die Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasingverträgen entfällt. Mit Einführung des IFRS 16 erfasst der Leasingnehmer in seiner Bilanz grundsätzlich das aus Leasingverhältnissen resultierende Recht an der Nutzung des Vermögenswertes (right-of-use asset) sowie eine Schuld (Leasingverbindlichkeit), die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Davon ausgenommen sind die Ausnahmeregelungen für Leasingverträge über kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte. Für Leasinggeber bleiben die Regelungen aus IAS 17 weitgehend bestehen. Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen werden, werden beim Leasinggeber weiterhin als Finanzierungs-Leasingverhältnisse klassifiziert, alle anderen Leasingverträge als Operating-Leasingverhältnisse. Darüber hinaus enthält der IFRS 16 weitere Regelungen zum Ausweis und zu den Anhangangaben sowie zu Sale-and-lease-back-Transaktionen. Die Otto Group ist verpflichtet, den IFRS 16 erstmalig ab dem Geschäftsjahr 2019/20 einzuführen und wird diesen unter Anwendung der modifiziert retrospektiven Methode anwenden. Bei der modifiziert retrospektiven Methode erfolgt keine Anpassung der Vorjahresvergleichszahlen. Zudem wird der Konzern die Nutzungsrechte im Erstanwendungszeitpunkt auf Basis der entsprechenden Leasingverbindlichkeiten erfassen. Bei nach IAS 17 bereits bestehenden Finanzierungs-Leasingverträgen werden die bestehenden Restbuchwerte für den Vermögenswert und die Verbindlichkeit im Erstanwendungszeitpunkt übernommen. Die Otto Group hat die geschätzten Auswirkungen der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 beurteilt. Die tatsächlichen Auswirkungen aus der Anwendung dieses Standards können hiervon abweichen, da das konzernübergreifende Projekt zur Implementierung des IFRS 16 und die Einführung einer konzernweiten IT-Lösung zur Abbildung der Leasingverhältnisse noch nicht final abgeschlossen sind. Sachverhalte, die als wesentliche Leasingverhältnisse in der Otto Group identifiziert wurden, sind die Anmietung von Stationärflächen (Filialgeschäfte), insbesondere durch Konzerngesellschaften im Segment Multichannel-Einzelhandel in Deutschland, in den USA und in Japan sowie die Anmietung von Wechselaufbaubrücken, Transportfahrzeugen und LKW durch Konzerngesellschaften im Segment Service in Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Ebenfalls wesentliche Leasingverhältnisse ergeben sich aus der Anmietung von Büroflächen und -gebäuden durch eine Vielzahl von Konzerngesellschaften in allen drei Segmenten. Aufgrund der bestehenden Leasingverhältnisse geht die Otto Group davon aus, dass ein Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit in der Konzern-Bilanz zu erfassen sind. Der Konzern plant darüber hinaus, von den Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte Gebrauch zu machen. Auf Basis der gegenwärtig abgeschlossenen Leasingverträge erwartet die Otto Group aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 eine Erhöhung der Konzernbilanzsumme um rund 1,3 Mrd. EUR, welche mit einer Verminderung der Konzerneigenkapitalquote zum 1. März 2019 einhergehen wird. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt eine Ausweisänderung. Der Aufwand aus Operating-Leasingverträgen wird bislang in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen dargestellt. Zukünftig werden stattdessen Abschreibungen auf Nutzungsrechte sowie Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten ausgewiesen. Diese Ausweisänderung führt zu einer geringfügigen Belastung des Ergebnisses vor Steuern (EBT). Zudem wird sich in der Konzern-Kapitalflussrechnung eine Verschiebung zwischen dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ergeben, da die Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverträgen den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit nicht mehr belasten werden. (r) Anpassung von Vergleichsinformationen Die Otto Group hat im Geschäftsjahr 2018/19 erstmalig die neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 9 und IFRS 15 angewendet. Im Folgenden werden die Änderungen auf die ausgewiesenen Vorjahreswerte in der Konzern-Bilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung dargestellt. Für die Konzern-Kapitalflussrechnung ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf das Geschäftsjahr 2017/18. Entsprechend IAS 8 ergeben sich folgende Auswirkungen aus der rückwirkenden Anpassung auf die Konzern-Bilanz:
Für die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung ergeben sich folgende Anpassungen der Vergleichsinformationen:
Folgende Anpassungen der Vergleichsinformationen ergeben sich für die Konzern-Gesamtergebnisrechnung:
Aufgrund der erstmaligen Anwendung des IFRS 15 hat die Otto Group ihre Regelungen zur Erlöserfassung überprüft und übernimmt die Änderungen für den Konzernabschluss nach der vollständig retrospektiven Methode, so dass eine Anpassung der Vorjahreswerte erfolgte. Im Segment Multichannel-Einzelhandel erfolgt die Umsatzrealisierung nunmehr zeitpunktbezogen. Die Erstanwendung des IFRS 15 führt hierbei zu einer rückwirkenden Verminderung des erwirtschafteten Konzern-Eigenkapitals zum 1. März 2017 in Höhe von 15.025 TEUR, zu einem Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und zu einem Anstieg der Vorräte. Erwartete Forderungsstornierungen aufgrund von Retouren wurden bisher mit den Forderungen saldiert ausgewiesen. Rücknahmeverpflichtungen werden nun passivisch erfasst. Dies führt insgesamt zu einem Anstieg der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Mit der Einführung des IFRS 15 weist die Otto Group Zinserlöse aus Kundenfinanzierungen separat in der Gewinn- und Verlustrechnung aus. Im Segment Finanzdienstleistungen führt die Einführung des IFRS 15 zu keinen wesentlichen bilanziellen Veränderungen. Im Segment Service erfolgt die Umsatzrealisierung mit Anwendung des IFRS 15 zeitraumbezogen. Hieraus ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Otto Group. In allen drei Segmenten sind bei der Otto Group die vertraglichen Verbindlichkeiten in noch ausstehende Leistungsverpflichtungen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr bzw. mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr zu unterteilen. Letztere beinhalten vor allem Kundenbindungsprogramme, Kundengutscheine, erhaltene Anzahlungen und Garantieverlängerungen. Die Otto Group hat die Anpassungen des Konzernabschlusses an die Vorschriften des IFRS 9 modifiziert retrospektiv vorgenommen mit Ausnahme der Regelungen für das Hedge Accounting, die für Sicherungsbeziehungen mit Devisenoptionen eine vollständig retrospektive Anwendung vorsehen. Bis auf die Ausnahme im Hedge Accounting, die zu einer Vorjahresanpassung führte, erfolgte daher eine Anpassung der Eröffnungsbilanzwerte der Konzern-Bilanz zum 1. März 2018. Durch die neuen Anforderungen für die Einstufung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten hat die Otto Group die zum Umstellungszeitpunkt vorhandenen Investitionen in Eigenkapitalinstrumente auf Einzelfallebene hinsichtlich einer erfolgswirksamen Erfassung zum Zeitwert (FVPL) oder erfolgsneutralen Erfassung zum Zeitwert (FVOCI) geprüft. Eine Einstufung erfolgswirksam zum Zeitwert erfolgt zwingend für Investitionen, die der Definition eines Eigenkapitalinstruments gemäß IAS 32 nicht entsprechen, z.B. Anteile an Personenhandelsgesellschaften. Ebenso sind Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu strategischen Zwecken gehalten werden, erfolgswirksam zu erfassen. Für alle anderen Beteiligungen war grundsätzlich eine Bewertung erfolgswirksam oder erfolgsneutral zum Zeitwert möglich. Die Entscheidung für eine Klassifizierung wurde auf Einzelfallebene vorgenommen. Des Weiteren wurden Tochterunternehmen, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Hieraus ergaben sich im Umstellungszeitpunkt keine Buchwertänderungen. Verzinsliche Wertpapiere, die gemäß IAS 39 als zur Veräußerung verfügbar eingestuft und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, werden mit Umstellung auf den IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Hieraus ergaben sich keine Bewertungseffekte. Die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Convertible Notes sowie Earn-Out-Regelungen werden mit Erstanwendung des IFRS 9 separat ausgewiesen und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Auch hieraus ergaben sich keine Bewertungsänderungen. Durch die sonstigen Veränderungen in der Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten ergaben sich für die Otto Group keine wesentlichen Auswirkungen. Ebenfalls ergaben sich im Konzern hinsichtlich der Klassifikation finanzieller Verbindlichkeiten keine Veränderungen. Es erfolgte lediglich eine Anpassung der Bezeichnungen der Bewertungskategorien. Der IFRS 9 hat ein neues Wertminderungsmodell basierend auf erwarteten Kreditverlusten eingeführt, welches auf alle finanziellen Vermögenswerte anwendbar ist, die entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Während gemäß IAS 39 lediglich eingetretene Verluste als Wertminderung auf finanzielle Vermögenswerte erfasst wurden, bezieht der neue Ansatz zusätzlich zu den historischen Ausfallinformationen auch in die Zukunft gerichtete Informationen mit ein. Es werden Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste erfasst. Zu jedem Abschlussstichtag werden die erwarteten Kreditverluste basierend auf den verfügbaren Informationen aktualisiert. Aus der Umstellung ergaben sich für die Otto Group Anpassungen der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 1. März 2018 in Höhe von 400 TEUR, davon 60 TEUR auf latente Steuern entfallend. Vom Wahlrecht einer fortgesetzten Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen im Übergangszeitraum nach IAS 39 hat die Otto Group keinen Gebrauch gemacht. Der Konzern wendet für die Bilanzierung der Sicherungsgeschäfte die Vorschriften des IFRS 9 an. Für Sicherungsbeziehungen mit Devisenoptionen wurde die Wertkomponente des Zeitwerts mit Anwendung des neuen Standards als Kosten der Absicherung retrospektiv unter Anpassung der Vergleichsperiode in den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen erfasst und direkt in die Anschaffungskosten des nicht finanziellen Vermögenswerts bei seiner Erfassung einbezogen. Nach IAS 39 wurde diese Komponente in der Otto Group erfolgswirksam berücksichtigt. Für die Zinskomponente der Devisentermingeschäfte wurde das Wahlrecht in Anspruch genommen, diese entsprechend der designierten Spotkomponente in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen zu bilanzieren. Eine Überleitung der Kategorien und Buchwerte für die originären und derivativen Finanzinstrumente auf die Vorschriften des IFRS 9 ist im Folgenden aufgeführt:
Konsolidierungskreis (4) Konsolidierungskreis Eine Übersicht über die Zusammensetzung des Konsolidierungskreises der Otto Group gibt die folgende Aufstellung:
Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden in der Otto Group 9 (2017/18: 15) Gesellschaften verschmolzen. In den Konzernabschluss wurden 14 (28. Februar 2018: 14) Gesellschaften mit abweichendem Stichtag, der in der Regel dem 31. Dezember entspricht, einbezogen. Aus der Einbeziehung der Gesellschaften mit einem abweichenden Stichtag ergeben sich keine signifikanten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group, da wesentliche Ereignisse nach dem abweichenden Stichtag berücksichtigt wurden. Die Otto Group hält 49 % der Anteile an der Gesellschaft Baur Versand (GmbH & Co KG) und kann aufgrund gesellschaftsvertraglicher Regelungen die Beherrschung ausüben. Eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Otto (GmbH & Co KG) hält ein Prozent der Anteile an einer Tochtergesellschaft der FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H., Hamburg. Darüber hinaus hält die Otto Group keine Anteile an der FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H., Hamburg, kann jedoch aufgrund vertraglicher Gestaltungen die Beherrschung über die Gesellschaft und deren Tochtergesellschaften ausüben. Risiken aus Bürgschaften oder Garantien bestehen für die Otto Group nicht. Die Forum-Gruppe ist in das Konzern-Cashpooling eingebunden und verfügt darüber hinaus über konzerninterne Darlehen. (5) Veränderungen des Konsolidierungskreises (a) Erwerbsvorgänge Die Otto Group hat im März 2018 an der Otto International Scan-Thor ApS, Herning, Dänemark, 50 % der Anteile erworben. Diese wiederum hält sämtliche Anteile an diversen Tochterunternehmen in Europa und Afrika, deren Gegenstand der Einkauf von Mode, Heimtextilien und Möbeln ist. Aufgrund gesellschaftsvertraglicher Regelungen mit dem Verkäufer und Mitgesellschafter Scan-Thor Group A/S, Herning, Dänemark, besteht seitens der Otto Group Beherrschungsmöglichkeit an der Otto International Scan-Thor ApS. Aus dem Erwerb der vorgenannten Gesellschaften resultiert ein Goodwill in Höhe von 9.315 TEUR. Die Gesellschaften werden dem Segment Service zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden weitere Gesellschaften erstkonsolidiert, die in ihrer Gesamtheit für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group von untergeordneter Bedeutung sind. (b) Entkonsolidierungen Mit Vertrag vom 20. Dezember 2018 hat die Otto Group ihre Mehrheitsbeteiligung an der Zahnärztekasse AG, Wädenswil, Schweiz, sowie sämtliche Anteile an der EOS Health Honorarmanagement Aktiengesellschaft, Hamburg, Deutschland, an einen Investor veräußert. Der Kaufvertrag über die Anteile der EOS Health Honorarmanagement Aktiengesellschaft war zum Bilanzstichtag noch nicht wirksam, so dass diese Gesellschaft als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurde (siehe Ziffer (5)(c)). Die Zahnärztekasse AG wurde zum 28. Februar 2019 entkonsolidiert, da der Übergang der Anteile an den neuen Eigentümer zum Bilanzstichtag bereits erfolgt war. Die Gesellschaft war dem Segment Finanzdienstleistungen zugeordnet. Die im Rahmen der Entkonsolidierung aus der Konzern-Bilanz abgegangenen Vermögenswerte und Schulden der vorgenannten Gesellschaft ergaben sich wie folgt:
Die entkonsolidierte Gesellschaft erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr bis zur Entkonsolidierung Umsatzerlöse in Höhe von 13.456 TEUR, das Ergebnis vor Steuern betrug 3.919 TEUR. Aus der Entkonsolidierung vorgenannter Gesellschaft entstand ein Gewinn von 30.206 TEUR, der im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen wird. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden zudem weitere Gesellschaften entkonsolidiert, die in ihrer Gesamtheit für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group von untergeordneter Bedeutung sind. (c) Veräußerungsgruppen Mit Vertrag vom 20. Dezember 2018 wurden die Anteile an der EOS Health Honorarmanagement Aktiengesellschaft, Hamburg, Deutschland, veräußert. Für den Kontrollübergang der Anteile waren zum Abschlussstichtag aufsichtsrechtliche Genehmigungen im Rahmen des Eigentümerkontrollverfahrens ausstehend. Die Erteilung der aufsichtsrechtlichen Genehmigung erfolgte am 17. April 2019. Der Abgang der Vermögenswerte erfolgte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20. Die Gesellschaft sowie die zugehörige Refinanzierungsgesellschaft SPV Health Finanzierungs-GmbH, Berlin, Deutschland, werden zum Bilanzstichtag als Veräußerungsgruppe gemäß IFRS 5 dargestellt. Beide Gesellschaften sind dem Segment Finanzdienstleistungen zugeordnet. Die Veräußerungsgruppe weist zum 28. Februar 2019 die folgenden Vermögenswerte und Schulden aus:
Im Rahmen der Umklassifizierung als Veräußerungsgruppe ergaben sich keine Wertminderungen. Am 28. Februar 2019 wurde eine Vereinbarung über die Veräußerung von 51 % an der eVenture Fonds 2 GmbH & Co. KG, Hamburg, Deutschland, und der BV eVenture Fund II L.P., Wilmington, USA, geschlossen, die einen Übergang der Kontrolle an diesen Gesellschaften im Geschäftsjahr 2019/20 vorsieht. Für den Kontrollübergang der Anteile sind zum Abschlussstichtag aufsichtsrechtliche Genehmigungen ausstehend. Dementsprechend werden die Gesellschaften als Veräußerungsgruppe gemäß IFRS 5 dargestellt. Die Gesellschaften sind dem Segment Multichannel-Einzelhandel zugeordnet. Die zum 28. Februar 2019 zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden setzen sich wie folgt zusammen:
Im Rahmen der Umklassifizierung als Veräußerungsgruppe entstand ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 15.267 TEUR. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung (6) Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung Die Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung unterteilen sich wie folgt:
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der Otto Group werden die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15 und die sonstigen Umsatzerlöse gemäß IFRS 9 zusammengefasst als Umsatzerlöse in Höhe von 13.446.382 TEUR (2017/18: 13.659.807 TEUR) ausgewiesen. Die Erlöse aus Kundenfinanzierung in Höhe von 164.677 TEUR (2017/18: 128.605 TEUR) werden separat gezeigt und resultieren in voller Höhe aus Zinserlösen aus Ratenkreditgeschäften. Der E-Commerce-Anteil der Umsätze im Segment Multichannel-Einzelhandel beläuft sich auf 7.637.721 TEUR (2017/18: 7.682.811 TEUR), darin enthalten sind Umsätze aus Vermittlungsleistungen von 73.380 TEUR (2017/18: 56.753 TEUR). Die Umsätze im Segment Service stammen in Höhe von 2.103.931 TEUR (2017/18: 2.037.932 TEUR) aus Transportdienstleistungen und in Höhe von 148.106 TEUR (2017/18: 114.856 TEUR) aus Fullfilment. (7) Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich wie folgt:
Die übrigen betrieblichen Erträge enthalten u.a. Erträge aus Factoring-Abrechnungen mit der Hanseatic Bank GmbH & Co KG, Hamburg (siehe Ziffer (40)). (8) Materialaufwand Der Materialaufwand unterteilt sich wie folgt:
(9) Personalaufwand Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Die Aufwendungen für Löhne und Gehälter beinhalten Aufwendungen in Höhe von 22.194 TEUR (2017/18: 14.927 TEUR), die aus Aufhebungs- und Ausgleichsvereinbarungen im Rahmen von konzerninternen Reorganisationen, insbesondere im Segment Service, resultieren. Die Aufwendungen für Altersversorgung beinhalten die Leistungen der Otto Group aus beitrags- und leistungsorientierten Pensionszusagen sowie für pensionsähnliche Verpflichtungen. Der Zinsanteil in den Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Beiträge des Arbeitgebers an die gesetzliche Rentenversicherung sind in den sozialen Abgaben enthalten. Im Geschäftsjahr 2018/19 waren in der Otto Group, auf Vollzeitkräfte umgerechnet, durchschnittlich 52.558 Mitarbeiter (2017/18: 51.785 Mitarbeiter) beschäftigt. Für die Aufteilung der Mitarbeiter auf Segmente wird auf die Segmentberichterstattung verwiesen. (10) Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Miet- und Leasingaufwendungen betreffen Verträge zur Anmietung von Immobilien, Betriebsvorrichtungen, Gegenständen der Büro- und Geschäftsausstattung und Kraftfahrzeugen. (11) Beteiligungsergebnis Das Beteiligungsergebnis beinhaltet die anteiligen Ergebnisse der nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen. Des Weiteren werden unter dieser Position die Erträge und Aufwendungen in Zusammenhang mit Dividenden- und Gewinnansprüchen und Verlustübernahmen von nicht konsolidierten Tochterunternehmen ausgewiesen. Die im Beteiligungsergebnis der Otto Group ausgewiesenen anteiligen Ergebnisse der nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen betreffen im Wesentlichen mit 62.170 TEUR (2017/18: 64.740 TEUR) COFIDIS PARTICIPATIONS, Villeneuve-d'Ascq, Frankreich, sowie mit -63.311 TEUR (2017/18: 0 TEUR) ABOUT YOU Holding GmbH, Hamburg, bzw. ABOUT YOU GmbH, Hamburg. Die nicht erfassten Verluste bei ABOUT YOU Holding GmbH bzw. ABOUT YOU GmbH betragen -7.488 TEUR (2017/18: 0 TEUR). Auf 100 % basierend erzielte COFIDIS PARTICIPATIONS Umsatzerlöse in Höhe von 1.352.438 TEUR (2017/18: 1.317.112 TEUR), einen Jahresüberschuss in Höhe von 211.738 TEUR (2017/18: 220.488 TEUR) und erfolgsneutral erfasste Erträge und Aufwendungen in Höhe von -2.582 TEUR (2017/18: 3.093 TEUR). Die Umsatzerlöse der ABOUT YOU Holding GmbH bzw. der ABOUT YOU GmbH betragen auf 100 %-Basis 457.093 TEUR (2017/18: 283.240 TEUR). Bei deutlich gestiegenen Umsatzerlösen verringert sich der Jahresfehlbetrag des Start-up Unternehmens leicht auf -114.647 TEUR (2017/18: -115.319 TEUR). (12) Planmäßige Abschreibungen Die planmäßigen Abschreibungen entfallen auf:
(13) Außerplanmäßige Abschreibungen
Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte werden auf Basis der jährlich durchgeführten Werthaltigkeitstests vorgenommen. Für die Bestimmung des erzielbaren Betrags bei der Bemessung der außerplanmäßigen Abschreibungen wurden in der Regel die diskontierten Netto-Cashflows aus der weiteren Nutzung (value in use) verwendet. Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen des Geschäftsjahres 2018/19 entfallen im Wesentlichen auf selbst erstellte und erworbene Software sowie auf Grundstücke und Bauten. Sie betreffen insbesondere eine russische Konzerngesellschaft aus dem Segment Service sowie zwei deutsche Konzerngesellschaften und eine japanische Konzerngesellschaft aus dem Segment Multichannel-Einzelhandel. Das Vorjahr betreffende außerplanmäßige Abschreibungen entfielen im Wesentlichen auf selbst erstellte sowie erworbene Software, erworbene Kundenlisten sowie auf Geschäftsausstattung. Sie betrafen insbesondere zwei deutsche Konzerngesellschaften aus dem Segment Multichannel-Einzelhandel sowie einen französischen Versicherungsmakler. Bei den Abschreibungen aufgrund einer ungenügenden Ertragsentwicklung wurde der zukünftige Nutzungswert (value in use) zugrunde gelegt. (14) Finanzergebnis Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
Die Erträge aus Finanzanlagen und Wertpapieren sowie aus der Veräußerung von Anteilen an konsolidierten, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen resultieren zum einen aus der Entkonsolidierung von Tochterunternehmen (siehe Ziffer (5)(b)). Zudem sind im Berichtsjahr erstmalig Bewertungsänderungen bei zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Investitionen in Eigenkapitalinstrumente aufgrund der Erstanwendung des IFRS 9 erfolgswirksam erfasst worden. Die aus der Veränderung des Zeitwerts resultierenden Gewinne betreffen überwiegend Venture-Aktivitäten. (15) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuern erfasst. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich dabei aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und den entsprechenden ausländischen Einkommen- und Ertragsteuern zusammen. Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gliedert sich nach der Herkunft wie folgt auf:
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten Ertragsteuern für Vorjahre in Höhe von 5.010 TEUR (2017/18: 4.023 TEUR), die mit 3.827 TEUR (2017/18: 7.497 TEUR) aus laufenden Steuern für das Vorjahr resultieren, sowie latente Steuern für Vorjahre in Höhe von 1.183 TEUR (2017/18: -3.474 TEUR). In den Geschäftsjahren 2018/19 bzw. 2017/18 wurden bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 37.975 TEUR bzw. 143.935 TEUR in Anspruch genommen. Der fiktive Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, der sich bei Anwendung des Steuersatzes der Konzernobergesellschaft Otto (GmbH & Co KG) in Höhe von 15 % auf das IFRS-Konzernergebnis vor Steuern ergeben hätte, lässt sich wie folgt auf die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag überleiten:
Die Konzernobergesellschaft Otto (GmbH & Co KG) unterliegt als Personenhandelsgesellschaft in Deutschland nur der Gewerbesteuerpflicht. Der Steuersatz beträgt 15 %. Bei in Deutschland ansässigen Tochterunternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft fallen darüber hinaus noch Körperschaftsteuern in Höhe von 15 % sowie ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der geschuldeten Körperschaftsteuer an. Körperschaft- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge sind bei den inländischen Gesellschaften bei einer positiven steuerlichen Bemessungsgrundlage bis zu einer Höhe von 1 Mio. EUR unbeschränkt nutzbar. Darüber hinausgehende positive steuerliche Bemessungsgrundlagen sind nur bis zu maximal 60 % um einen vorhandenen Verlustvortrag kürzbar. Der Abzug von Zinsaufwendungen für steuerliche Zwecke ist in Deutschland ausgeschlossen, wenn der Zinsaufwand mehr als 3 Mio. EUR beträgt, die Netto-Zinsaufwendungen 30 % des steuerlichen Ergebnisses vor Zinsen und Abschreibungen übersteigen und bestimmte Ausnahmeregelungen nicht zur Anwendung kommen. Der steuerlich nicht abziehbare Zinsaufwand ist als Zinsvortrag unbegrenzt vortragsfähig und kann in zukünftigen Perioden mit positiven steuerlichen Zinsergebnissen verrechnet werden. Die Körperschaftsteuer und der Solidaritätszuschlag sowie die Auswirkungen abweichender Steuersätze für ausländische Steuern vom Einkommen und vom Ertrag vom Steuersatz der Konzernobergesellschaft Otto (GmbH & Co KG) sind in der Überleitungsrechnung unter den steuersatzbedingten Abweichungen im In- und Ausland ausgewiesen. Die Auswirkungen von nicht angesetzten bzw. Korrekturen von latenten Steuern betreffen im Wesentlichen latente Steuern auf Verlustvorträge bei inländischen und ausländischen Konzerngesellschaften. Die aktiven und passiven latenten Steuern ergeben sich aus den temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen wie folgt:
Die kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen enthalten Steueraufwendungen aus der Veränderung der temporären Differenzen bei Finanzinstrumenten der Kategorie Fair Value OCI in Höhe von -983 TEUR (2017/18: available-for-sale 307 TEUR), Steueraufwendungen aus der Veränderung der temporären Differenzen der Derivate in cash flow hedges in Höhe von 2.069 TEUR (2017/18: -3.814 TEUR) und Steueraufwendungen aus der Veränderung der temporären Differenzen bei den Rückstellungen für Pensionen in Höhe von -2.503 TEUR (2017/18: -18.308 TEUR). Aktive latente Steuern werden auf steuerliche Verlustvorträge angesetzt, sofern deren Realisierung in der näheren Zukunft hinreichend gesichert erscheint. In den Geschäftsjahren 2018/19 und 2017/18 wurden für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 3.355.877 TEUR bzw. 3.105.354 TEUR keine aktiven latenten Steuern bilanziert. Diese steuerlichen Verlustvorträge sind in Höhe von 3.311.727 TEUR bzw. 3.046.400 TEUR unbegrenzt vortragsfähig, in Höhe von 34.432 TEUR bzw. 53.767 TEUR zeitlich begrenzt auf eine Nutzungsdauer zwischen fünf bis zehn Jahren, sowie in Höhe von 9.718 TEUR bzw. 5.187 TEUR zeitlich begrenzt auf eine Nutzungsdauer bis zu fünf Jahren. Der Ansatz der aktiven Steuerlatenz für den Organkreis der Otto (GmbH & Co KG) erfolgt anteilig in Höhe von 84.192 TEUR und basiert auf einer spezifischen Planungsrechnung für den Organkreis. Der Überhang an aktiven Steuerlatenzen ist zum Stichtag insoweit angesetzt worden, wie von dessen Nutzbarkeit in den Folgejahren ausgegangen wird. Der latente Steueraufwand aus dem Entstehen bzw. der Auflösung von temporären Differenzen beträgt 24.338 TEUR (2017/18: -36.290 TEUR). Im Berichtsjahr besteht in Deutschland ein unbegrenzt vortragsfähiger Zinsvortrag im Sinne des § 4h EStG in Höhe von 73.837 TEUR (2017/18: 76.656 TEUR), auf den keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz (16) Immaterielle Vermögenswerte In den geleisteten Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in Höhe von 35.957 TEUR (28. Februar 2018: 37.201 TEUR) selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte enthalten, die sich noch in der Entwicklung befinden. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden gemäß IAS 23 auf qualifizierte Vermögenswerte keine Fremdkapitalkosten (28. Februar 2018: 88 TEUR) aktiviert. Der zugrunde liegende Finanzierungskostensatz zum 28. Februar 2018 lag bei 2,45 %. Die in den immateriellen Vermögenswerten bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte betreffen mit 180.303 TEUR (28. Februar 2018: 166.677 TEUR) Gesellschaften im Segment Multichannel-Einzelhandel, mit 113.534 TEUR (28. Februar 2018: 113.731 TEUR) Gesellschaften im Segment Finanzdienstleistungen und mit 29.114 TEUR (28. Februar 2018: 21.336 TEUR) Gesellschaften im Segment Service. Vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb immaterieller Vermögenswerte bestehen in Höhe von 22.034 TEUR (28. Februar 2018: 4.652 TEUR). (17) Sachanlagen Die Buchwerte der Sachanlagen finance lease unterteilen sich wie folgt:
Vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen (Bestellobligo) bestehen in Höhe von 19.355 TEUR (28. Februar 2018: 20.143 TEUR). (18) Anteile an assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und sonstige Finanzanlagen Das wesentliche assoziierte Unternehmen COFIDIS PARTICIPATIONS, Villeneuve-d'Ascq, Frankreich, und dessen Tochterunternehmen weisen die folgenden wesentlichen Kenngrößen (auf 100 % basierend) auf:
COFIDIS PARTICIPATIONS, Villeneuve-d'Ascq, Frankreich, und deren Tochterunternehmen werden mit einer unveränderten Anteilsquote von 29,36 % in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode einbezogen. Sie weisen einen abweichenden Stichtag zum 31. Dezember auf, der dem Stichtag des beherrschenden Unternehmens dieser assoziierten Unternehmen entspricht. Die Gesellschaften sind im Finanzdienstleistungssektor, insbesondere im Konsumentenkreditgeschäft, tätig. Zum Ende des Geschäftsjahres 2017/18 gab die Otto Group die Beherrschung über das vormals vollkonsolidierte Tochterunternehmen ABOUT YOU GmbH, Hamburg, ab, welches seit dem 28. Februar 2018 nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird. Im Rahmen der letztjährigen Übergangskonsolidierung wurden die Anteile der ABOUT YOU GmbH mit dem Zeitwert auf Basis einer Anteilsquote von 68,26 % angesetzt, der sich auf der Basis von erfolgten Anteilsveräußerungen sowie Finanzierungsrunden hinsichtlich des weiteren Wachstums der Gesellschaft ergab. Trotz des Mehrheitsanteils bestand keine Beherrschungsmöglichkeit, da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen die Beherrschung der Gesellschaft nur gemeinschaftlich mit mindestens einem weiteren Gesellschafter erfolgen kann. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden die Anteile an der ABOUT YOU GmbH im Wege einer Sacheinlage gegen die Ausgabe von neuen Anteilen in die ABOUT YOU Holding GmbH, Hamburg, eingebracht. Die ABOUT YOU Holding GmbH hat dabei mit den Stammanteilen und den Vorzugsanteilen zwei unterschiedliche Gattungen von Geschäftsanteilen. Für die Bilanzierung nach der Equity‐Methode sind die Stammanteile relevant, da die Vorzugsanteile keinen anteiligen Anspruch auf das Nettovermögen und die Ergebnisse der ABOUT YOU Holding GmbH begründen. Die Vorzugsanteile, die neben dem Stimmrecht mit einer festen und vorrangig zu bedienenden, jährlichen Verzinsung ausgestattet sind, werden nach IFRS 9 bilanziert und innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen. Der erstmalige Ansatz und die Folgebewertung erfolgten zum Zeitwert auf Basis der vorliegenden Unternehmensplanung. Zukünftige Wertänderungen werden in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen. Die Aufnahme eines weiteren, strategischen Investors führte neben weiteren Anteilstransaktionen nachfolgend zu einer Verwässerung der stimmrechtsfähigen (Gesamt-)Anteile der Otto Group auf 50,29 %. Die für die Bilanzierung nach der Equity‐Methode relevante Anteilsquote der Stammanteile beträgt 44,91 %. Die ABOUT YOU GmbH ist ein Online‐Versandhändler für Bekleidung, Schuhe und Accessoires, dessen Geschäftsmodell durch ein personalisiertes Angebot für die Käufer unter Nutzung von Social Media‐Kanälen und der Einbindung von Influencern charakterisiert ist. Es ergeben sich folgende wesentliche Kenngrößen der ABOUT YOU Holding GmbH und der ABOUT YOU GmbH (auf 100 % basierend) sowie Überleitung auf die im Konzernabschluss berücksichtigten Werte:
* Nach finaler Kaufpreisallokation ** Nach planmäßiger Abschreibung / Auflösung sowie der Aufspaltung in Stamm- und Vorzugsanteile verbleibt zum 28. Februar 2019 ein Betrag von 5.237 TEUR. Die übrigen nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, welche jeweils für sich genommen unwesentlich für den Konzern sind, weisen die folgenden wesentlichen Kenngrößen (auf 100 % basierend) auf:
Die Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen an nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen wird untersucht, sofern Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Übersteigt der Buchwert einer Beteiligung ihren erzielbaren Betrag, ist in Höhe des Unterschiedsbetrags ein Wertminderungsaufwand zu erfassen. Für die Anteile an Gesellschaften, die nicht konsolidiert bzw. nach der Equity-Methode einbezogen werden, und für die in den sonstigen Finanzanlagen enthaltenen Finanzinstrumente erfolgt der Wertansatz zum Bilanzstichtag gemäß IFRS 9 erfolgsneutral bzw. erfolgswirksam zum Zeitwert:
Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden Dividenden aus Anteilen an Gesellschaften, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 1.706 TEUR erfasst. Es sind keine Beteiligungen im aktuellen Geschäftsjahr veräußert worden. Zum Vergleichsstichtag wurden die Anteile an Gesellschaften, die nicht konsolidiert bzw. nach der Equity-Methode einbezogen wurden, und für die in den sonstigen Finanzanlagen enthaltenen Finanzinstrumente der im Geschäftsjahr 2017/18 noch vorhandenen Kategorie available-for-sale zum Zeitwert bzw., sofern dieser nicht verlässlich ermittelt werden konnte, zu Anschaffungskosten bewertet:
Bei den Sonstigen Finanzanlagen, die im Vorjahr nach IAS 39 der Kategorie available-for-sale zugeordnet waren und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, handelt es sich um Finanzinvestitionen in nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente, für die kein aktiver Markt bestand. Durch die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für diese Finanzinvestitionen hätten sich keine wesentlichen Zusatzinformationen ergeben. (19) Vorräte Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
Im Vorratsvermögen sind Wertberichtigungen aufgrund von Gängigkeitsabschlägen in Höhe von 207.227 TEUR (28. Februar 2018: 204.735 TEUR) enthalten. (20) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Finanzdienstleistungen Die Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:
Unter den Forderungen aus Finanzdienstleistungen werden auch von Dritten angekaufte Forderungen in Höhe von 1.409.907 TEUR (28. Februar 2018: 1.215.814 TEUR) ausgewiesen. Bei den Forderungen aus Finanzdienstleistungen wurden erstmals Zuschreibungen im Rahmen der Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und gemäß der Bewertungsvorschriften des IFRS 9 vorgenommen. Die Fristigkeit der Forderungen zum 28. Februar 2019 ergibt sich wie folgt:
Zum Vergleichsstichtag bestand folgende Fristigkeit der Forderungen:
Die für die bestehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebildeten Wertberichtigungen haben sich im Einzelnen wie folgt entwickelt:
Zum 28. Februar 2019 wurde erstmalig ein Ausfallrisiko gemäß IFRS 9 ermittelt. Eine Anpassung der Vorjahreswerte erfolgte nicht. Die für die bestehenden Forderungen aus Finanzdienstleistungen gebildeten Wertberichtigungen haben sich im Einzelnen wie folgt entwickelt:
Das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird im Wesentlichen auf Basis der Informationen zur Überfälligkeit beurteilt. Die Bruttobuchwerte dieser Forderungen verteilen sich auf die relevanten Überfälligkeitsbänder zum 28. Februar 2019 folgendermaßen:
Die Altersstruktur der nicht wertgeminderten, jedoch überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellte sich im Vorjahr wie folgt dar:
Aus der Überfälligkeit der Forderungen ergaben sich keine Auswirkungen auf die Werthaltigkeit. Die Forderungen waren nach Einschätzung des Ausfallrisikos trotz Überfälligkeit in voller Höhe einbringlich. (21) Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen Die Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Forderungen gegen assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen resultieren im Berichtsjahr im Wesentlichen aus Forderungen gegen die ABOUT YOU GmbH, Hamburg, aus der Verrechnung von Waren und Dienstleistungen. Im Vorjahr beinhalteten die Forderungen gegen sonstige nahestehende Personen und Unternehmen u.a. die Forderung an die GFH Gesellschaft für Handelsbeteiligungen m.b.H., Hamburg, aus dem Verkauf von Anteilen an der ABOUT YOU GmbH, Hamburg, sowie Forderungen aus Grundstücksverkäufen an die evoreal GmbH, Hamburg. Die für die bestehenden Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen gebildeten Wertberichtigungen haben sich im Einzelnen wie folgt entwickelt:
Die Fälligkeitsstruktur ergibt sich zum Bilanzstichtag wie folgt:
(22) Sonstige Vermögenswerte Die sonstigen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:
Der Herausgabeanspruch aus erwarteten Retouren in Höhe von 67.869 TEUR (28. Februar 2018: 77.714 TEUR) entspricht der Höhe der Anschaffungskosten der gelieferten Waren, bei denen eine Rücklieferung erwartet wird, abzüglich der für die Retourenabwicklung anfallenden Kosten und die bei der Verwertung entstehenden Verluste. In den übrigen finanziellen Vermögenswerten ist ein Betrag von 411.631 TEUR (28. Februar 2018: 0 TEUR) enthalten, der auf Vorzugsanteile an einer nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft entfällt (siehe Ziffer (18)). Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte haben die folgenden Fälligkeiten:
Für die sonstigen Vermögenwerte wurden Wertberichtigungen in Höhe von 1.202 TEUR gebildet (28. Februar 2018: 5.031 TEUR). (23) Eigenkapital Die nachhaltige Sicherung der langfristig zur Verfügung stehenden Kapitalbasis ist wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements der Otto Group. Als Steuerungsgröße wird dabei im Wesentlichen der Verschuldungskoeffizient (Netto-Finanzverschuldung im Verhältnis zum Konzern-Eigenkapital) genutzt. Der Koeffizient wird vor dem Hintergrund des unterschiedlichen Kapitalbedarfs von Finanzdienstleistungs- und Handelsaktivitäten für diese Aktivitäten differenziert ermittelt. Hierbei stützt sich das Management u.a. auf einen konsolidierten Abschluss, in den die Finanzdienstleistungsunternehmen nach der Equity-Methode einbezogen werden (siehe Ziffer (39)). Hinsichtlich der Ausprägung der Größen wird auf den Konzernlagebericht verwiesen. Die Veränderung des Konzern-Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. (a) Kommanditkapital Die Kommanditanteile an der Otto (GmbH & Co KG) sind gemäß IAS 32 als kündbare Finanzinstrumente zu klassifizieren. Auf diese Kommanditanteile entfallen aufgrund der gesellschaftsvertraglichen Regelungen derzeit die folgenden Beträge, die sich nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften bestimmen:
Aufgrund der herrschenden Gesellschafterverhältnisse, die durch eine mittelbare Zurechnung aller Anteile zu Mitgliedern der Familie Otto und der Michael Otto Stiftung, in die die Anteile an der Otto (GmbH & Co KG) mehrheitlich im Geschäftsjahr 2014/15 eingebracht wurden, gekennzeichnet sind, kann von einer annähernd unendlichen Haltedauer der kündbaren Finanzinstrumente ausgegangen werden. Eine Bestimmung des Zeitwerts der Anteile ist aufgrund fehlender Markttransaktionen und aufgrund des Stiftungszwecks, der den dauerhaften Verbleib der Anteile im Stiftungsvermögen vorsieht, zum Stichtag nicht verlässlich möglich. (b) Erwirtschaftetes Konzern-Eigenkapital Das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital umfasst die in den abgelaufenen Perioden erzielten Ergebnisse des Konzerns, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Mindernd wirken die im HGB-Konzernabschluss vorgenommenen Verrechnungen der derivativen Geschäfts- oder Firmenwerte bis zum 28. Februar 2002, die entsprechend IFRS 1 beibehalten wurden. Aufgrund gesetzlicher bzw. satzungsrechtlicher Bestimmungen sind zum 28. Februar 2019 36.872 TEUR (28. Februar 2018: 37.096 TEUR) des erwirtschafteten Konzern-Eigenkapitals nicht zur Ausschüttung verfügbar. (c) Ausgleichsposten aus sukzessiven Erwerben Der Ausgleichsposten enthält Unterschiedsbeträge, die aus dem sukzessiven Erwerb von Anteilen an Unternehmen, an denen die Otto Group bereits die Beherrschungsmöglichkeit hat, entstanden sind. Derartige Erwerbe sind als Transaktionen auf Gesellschafterebene zu behandeln. Die Auswirkungen aus Beteiligungsveränderungen an Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung sind im Folgenden aufgeführt:
(d) Kumuliertes sonstiges Eigenkapital Das kumulierte sonstige Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:
(e) Anteile anderer Gesellschafter Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen auf die außenstehenden Gesellschafter der ARGOSYN, Croix, Frankreich, und deren Tochtergesellschaften mit einem Anteil anderer Gesellschafter von 46,32 % (unter Berücksichtigung eigener Anteile) sowie auf die FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H., Hamburg, Deutschland, mit einem Anteil anderer Gesellschafter von 100 % und deren Tochtergesellschaften. Die für die Argosyn-Gruppe und Forum-Gruppe zusammengefassten Finanzinformationen (auf 100 % basierend; vor konzerninternen Aufrechnungen) sind im Folgenden aufgeführt:
* An einer Tochtergesellschaft der FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H. hält eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der Otto (GmbH & Co KG) 1 % der Anteile. (f) Kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine Das kapitalmarktnotierte Eigenkapital enthält die im Juli 2018 an der Luxemburger Börse platzierte nachrangige Anleihe in Höhe von 300.000 TEUR. Die EOS Holding GmbH, Hamburg, hat im Juni 2006 sowie im August 2009 Genussscheine in Höhe von insgesamt 55.000 TEUR ausgegeben. Nach Rückkauf von Anteilen verbleiben 45.000 TEUR im Bestand. Die bonprix Handelsgesellschaft mbH, Hamburg, hat im Februar 2016 Genussscheine in Höhe von insgesamt 70.000 TEUR ausgegeben. Die hier vorliegenden Genussscheintransaktionen sind aufgrund ihrer Ausgestaltung nach IAS 32 als Eigenkapital zu klassifizieren. Zum 28. Februar 2019 werden in dieser Position ebenfalls die noch nicht gezahlten Vergütungen auf die genannten Eigenkapitalbestandteile in Höhe von 7.984 TEUR (28. Februar 2018: 1.984 TEUR) ausgewiesen. (24) Genussrechte Für Mitarbeiter ausgewählter inländischer Unternehmen bietet die Otto Group ein Kapitalbeteiligungsmodell in Form von Genussrechten an. Jeder Mitarbeiter dieser Unternehmen hat dabei die Möglichkeit, jährlich ein Paket, das bis zu 20 Genussrechte im Nennwert von jeweils 250,00 EUR enthalten kann, zu erwerben. Die Genussrechte partizipieren auf Grundlage der gültigen Genussrechtsbedingungen vom 10. April 2007 am Konzerngewinn und -verlust der Otto Group auf Basis des IFRS-Konzernabschlusses der Otto (GmbH & Co KG). Bei bestimmten Genussrechten erfolgt jedoch eine Begrenzung der Verlustzuweisung auf 30 % des Nennwerts der Genussrechte. Grundsätzlich gilt eine Mindesthaltedauer der Pakete von sechs Jahren, so dass die als langfristig ausgewiesenen Genussrechte dem auf diesen Zeitraum entfallenden Anteil entsprechen. Zum 28. Februar 2019 waren 28.950 Pakete mit einem Wert von 26.190 TEUR (28. Februar 2018: 29.583 Pakete mit einem Wert von 27.561 TEUR) gezeichnet. (25) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die betriebliche Altersvorsorge erfolgt im Konzern sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Aufwendungen für die beitrags- und leistungsorientierten Versorgungszusagen sind, mit Ausnahme des Zinsergebnisses, im Personalaufwand enthalten. Die Aufzinsung der in den Vorjahren erworbenen Nettopensionsverpflichtung wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Ausgestaltung der Altersvorsorge richtet sich nach den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder. Bei den beitragsorientierten Versorgungssystemen leisten die Unternehmen der Otto Group Zahlungen an externe Versorgungseinrichtungen und haben keine weiteren Leistungsverpflichtungen gegenüber den Pensionsberechtigten. Der Aufwand für beitragsorientierte Versorgungssysteme ohne Berücksichtigung der Leistungen an gesetzliche Versorgungssysteme beträgt im Geschäftsjahr 2018/19 14.294 TEUR (2017/18: 12.866 TEUR). Rückstellungen für leistungsorientierte Versorgungspläne werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen gegenüber ehemaligen und aktiven Mitarbeitern der Otto Group sowie deren Hinterbliebenen gebildet. Die Plangestaltung basiert in der Regel auf Beschäftigungsdauer, Entgelt, Status sowie Eigenleistung der Mitarbeiter. Die wesentlichen leistungsorientierten Versorgungspläne entfallen auf die in Deutschland und Großbritannien ansässigen Gesellschaften der Otto Group. In Deutschland liegen in der Regel nicht kapitalgedeckte Versorgungspläne vor. Diese bestehen aus arbeitgeberfinanzierten Leistungszusagen und sowohl arbeitgeber- als auch arbeitnehmerfinanzierten beitragsorientierten Leistungszusagen. Ein Großteil der arbeitgeberfinanzierten Leistungszusagen wurde zum 1. Januar 2014 für Neueintritte geschlossen. Bei den in Großbritannien ansässigen Gesellschaften bestehen zumeist kapitalgedeckte Versorgungspläne. Diese Pläne basieren vorwiegend auf eingefrorenen Durchschnittsgehältern der Mitarbeiter. Die Pläne in Großbritannien wurden mit Wirkung zum 28. Februar 2009 für Neuzugänge geschlossen. Die Leistungen aus den Plänen in Deutschland und Großbritannien erfolgen überwiegend in der Form von Rentenzahlungen. Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Plänen ist die Otto Group verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken, wie dem Langlebigkeitsrisiko und dem Zinsänderungsrisiko, ist die Otto Group dem Währungsrisiko sowie dem Kapitalmarkt- bzw. Anlagerisiko ausgesetzt. Die Versorgungsleistungen in Deutschland sind gegen die Folgen einer Insolvenz nach Maßgabe des Betriebsrentengesetzes abgesichert. Hierfür werden jährliche Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein VVaG geleistet. Der wesentliche Teil des in der Otto Group vorhandenen Planvermögens entfällt auf die in Großbritannien ansässigen Unternehmen. Das Planvermögen dient ausschließlich der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen. Die Unterlegung dieser Leistungsverpflichtungen mit Finanzmitteln stellt eine Vorsorge für künftige Mittelabflüsse dar. Das Planvermögen wird von einem unabhängigen Treuhänder investiert und verwaltet. Die übergeordnete Anlagepolitik und Anlagestrategie basieren auf dem Ziel, mittelfristig eine Rendite auf das Planvermögen zu erwirtschaften, welche zusammen mit den Beiträgen ausreicht, den Versorgungsverpflichtungen nachzukommen. Aufgrund der derzeit bestehenden Unterdeckung hat sich das Unternehmen dazu verpflichtet, durch regelmäßige Dotierungen die Unterdeckung langfristig aufzulösen. Die Höhe der Dotierungen wird alle drei Jahre im Rahmen der Funding Discussions neu verhandelt. Die Versorgungsleistungen sind zu großen Teilen gegen die Folgen einer Insolvenz gesetzlich abgesichert. Hierfür werden jährliche Beiträge an den Pension Protection Fund geleistet. Für einen Teil des Pensionsplans in Großbritannien besteht seitens des Treuhänders ein Recht zur Ausfinanzierung. Die Wahrscheinlichkeit der Ausübung des Rechts wird als sehr gering eingestuft. Unter Berücksichtigung dieser Annahme wurde auf die Bilanzierung einer zusätzlichen Verbindlichkeit zum 28. Februar 2019 in Höhe von 38.096 TEUR (28. Februar 2018: 75.779 TEUR) verzichtet. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen für die leistungsorientierten Versorgungssysteme erfolgt nach IAS 19 auf der Grundlage versicherungsmathematischer Annahmen. Der Bewertung liegen folgende gewichtete Annahmen zugrunde:
Der Barwert der Pensionsverpflichtungen setzt sich wie folgt zusammen:
Die Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen hat sich wie folgt entwickelt:
Das zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen zur Verfügung stehende Planvermögen gliedert sich wie folgt auf:
Die Kosten für die Verwaltung des Planvermögens mindern den Ertrag aus Planvermögen. Die verbleibenden Verwaltungskosten werden nicht vom Ertrag aus Planvermögen abgezogen. Der Konzern erwartet, dass im Geschäftsjahr 2019/20 Beiträge in Höhe von 22.575 TEUR in die leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind sowie Auszahlungen in Höhe von 59.751 TEUR aus den leistungsorientierten Plänen erfolgen werden. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung beträgt 19,0 Jahre (28. Februar 2018: 19,5 Jahre). Die relative Auswirkung von singulären Parameteränderungen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird im Folgenden aufgezeigt:
Eine wesentliche Gehaltsabhängigkeit der Pläne liegt nicht vor. Zur Ermittlung der Sensitivitäten wurden ca. 98 % des Verpflichtungsumfanges berücksichtigt. Jede Änderung einer wesentlichen versicherungsmathematischen Annahme wurde separat analysiert. Interdependenzen wurden nicht berücksichtigt. (26) Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
In den personalbezogenen Rückstellungen sind im Wesentlichen die Aufstockungsbeträge für Altersteilzeitvereinbarungen sowie Jubiläumsansprüche enthalten. Erwartete Abfindungen sowie sonstige Personalkosten, die auf der Grundlage von Sozialplänen bzw. Betriebsvereinbarungen im Rahmen von eingeleiteten Restrukturierungen u.a. in Deutschland, Frankreich und England entstehen, werden in den Rückstellungen für Restrukturierungsverpflichtungen ausgewiesen. Zusätzlich sind in dieser Rückstellung die erwarteten Aufwendungen im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung von Miet- bzw. Leasingverträgen aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen enthalten. In den operativen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückbau- und Wiederherstellungsverpflichtungen sowie Rückstellungen für Garantie- und Kulanzansprüche enthalten. Für Rückbau- und Wiederherstellungsverpflichtungen, die insbesondere bei Mietereinbauten bestehen, wurden Rückstellungen in Höhe des Barwerts der erwarteten Kosten angesetzt. Korrespondierend wurden diese Kosten zum Zeitpunkt der Entstehung der Verpflichtung als Bestandteil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der Vermögenswerte aktiviert. Die Rückstellungen für Garantien und Kulanz wurden für gesetzliche, freiwillige und vertraglich vereinbarte Garantien und Gewährleistungsansprüche von Kunden aus Warenlieferungen in Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme gebildet. Verpflichtungen aus bereits anhängigen oder zu erwartenden Rechtsstreitigkeiten werden u.a. unter den vertraglichen Rückstellungen ausgewiesen. Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen, die in der Höhe des wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt werden. Es ergibt sich folgende Fälligkeitsstruktur der sonstigen Rückstellungen zum 28. Februar 2019:
(27) Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Fälligkeitsstruktur der Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ergibt sich zum 28. Februar 2019 wie folgt:
Zum Stichtag der Vergleichsperiode hat sich die Fälligkeitsstruktur der Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt dargestellt:
Die zum 28. Februar 2019 bestehenden wesentlichen Anleihen sind durch die folgenden Nominalbeträge, Zinssätze und Fälligkeiten gekennzeichnet:
Die Otto Group verfügt seit dem Geschäftsjahr 2013/14 über ein EMTN-Programm mit einem Gesamtvolumen von 2.000.000 TEUR an der Luxemburger Börse. Zum 28. Februar 2019 beträgt das Gesamtvolumen der im Rahmen des EMTN-Programms begebenen Anleihen 980.000 TEUR (28. Februar 2018: 980.000 TEUR). Zudem existiert seit dem Geschäftsjahr 2016/17 ein Commercial-Paper-Programm mit einem Rahmenvolumen von 1.000.000 TEUR. Zum 28. Februar 2019 beträgt das Gesamtvolumen der ausstehenden Commercial-Paper 166.000 TEUR (28. Februar 2018: 150.000 TEUR). Zum 28. Februar 2019 bestehen die folgenden, nach Fälligkeit sortierten, wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber diversen in- und ausländischen Kreditinstituten:
Die Aufteilung erfolgt auf Basis der Segmentzuordnung nach fester oder variabler Verzinsung sowie einer Endfälligkeit bis 5 Jahre (28. Februar 2024) bzw. über 5 Jahre (ab 1. März 2024). Für die Finanzverbindlichkeiten entspricht der ausgewiesene Zinssatz dem Effektivzinssatz. (28) Sonstige Finanzverbindlichkeiten Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die Fälligkeitsstruktur ergibt sich zum 28. Februar 2019 wie folgt:
Zum Stichtag der Vergleichsperiode hat sich die Fälligkeitsstruktur der sonstigen Finanzverbindlichkeiten wie folgt dargestellt:
Die Verbindlichkeiten aus finance lease zum 28. Februar 2019 lassen sich wie folgt überleiten:
Zum Stichtag der Vergleichsperiode ergab sich die Überleitung der Verbindlichkeiten aus finance lease wie folgt:
(29) Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Fälligkeitsstruktur ergibt sich wie folgt:
(30) Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Lohn und Gehalt, ausstehendem Urlaub bzw. Urlaubsgeld sowie Altersteilzeitvereinbarungen. Entsprechend IAS 32 ist die Verpflichtung bei Ausübung der bestimmten Anteilseignern von Tochtergesellschaften eingeräumten Optionen, deren Anteile zum anteiligen Wert des Eigenkapitals erwerben zu müssen, in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrags als Verbindlichkeit zum Erwerb von Anteilen zu bilanzieren. Sofern die Verpflichtungen im Rahmen eines Unternehmenserwerbs entstanden sind, in dem die Otto Group die Beherrschungsmöglichkeiten erworben hat, werden Beträge abzüglich der Verzinsung als variabler Kaufpreisbestandteil behandelt und gegebenenfalls im derivativen Geschäfts- oder Firmenwert berücksichtigt. Hinsichtlich der Fälligkeit ergibt sich folgende Zusammensetzung der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten:
Die vertraglichen Verbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:
Der Gesamtbetrag der noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen mit deren Erfüllung in voraussichtlich mehr als 12 Monaten gerechnet wird, beläuft sich zum 28. Februar 2019 auf 19.347 TEUR (28. Februar 2018: 13.245 TEUR). (31) Mitarbeiterbeteiligungsprogramme In den Geschäftsjahren 2006/07 und 2017/18 wurden bei einer Konzerngesellschaft in den USA virtuelle Anteilsprogramme zur langfristigen Mitarbeiterincentivierung aufgelegt. Diese Programme werden gemäß IFRS 2 als cash-settled share-based payment klassifiziert. Die Transaktionswährung für die Gewährung und den Rückkauf der Wertsteigerungsrechte ist der US-Dollar. Die im Rahmen dieser Pläne jährlich gewährten Wertsteigerungsrechte werden während einer Frist von 60 Monaten ratierlich unverfallbar. Am Ende dieses Erdienungszeitraums erfolgt die Auszahlung auf Basis der unverfallbar gewordenen Rechte. Für die Bestimmung der Wertsteigerung wird ein Unternehmenswert zugrunde gelegt, der sich aus einem EBIT-Multiplikator unter Berücksichtigung einer vertraglich definierten Nettofinanzposition ergibt. Im Rahmen des im Geschäftsjahr 2006/07 aufgelegten Plans können maximal 590.000 Wertsteigerungsrechte ausgegeben werden. Die letzte Ausgabe von Wertsteigerungsrechten erfolgte im Geschäftsjahr 2017/18. Die Veränderungen im Zusammenhang mit der Durchführung dieses Anteilsprogramms lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Im Rahmen des im Geschäftsjahr 2017/18 aufgelegten Plans können maximal 300.000 Wertsteigerungsrechte ausgegeben werden. Die Veränderungen im Zusammenhang mit der Durchführung dieses Anteilsprogramms lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Für beide Mitarbeiterbeteiligungsprogramme ist unter Berücksichtigung des Aufwandsverteilungszeitraums gemäß IFRS 2 und der Wertentwicklung zum Bilanzstichtag eine Verbindlichkeit in Höhe von 12.147 TEUR (2017/18: 16.309 TEUR) bilanziert worden. Es ergab sich im Berichtsjahr Aufwand in Höhe von 3.076 TEUR (2017/18: 8.201 TEUR). Auszahlungen für bereits unverfallbar gewordene Rechte ausgeschiedener Mitarbeiter beliefen sich im Geschäftsjahr 2018/19 auf 14.245 TEUR (2017/18: 6.104 TEUR). Bei einer deutschen Konzerngesellschaft sind zudem im Geschäftsjahr 2017/18 virtuelle Put-Optionen gegenüber leitenden Mitarbeitern gewährt worden. Diese Put-Optionen werden gemäß IFRS 2 als cash-settled share-based payment klassifiziert. Die Transaktionswährung für die Gewährung und den Rückkauf ist der Euro. Die Put-Optionen konnten an unterschiedlichen und vorab festgelegten Zeitpunkten ausgeübt werden. Die Ausübung erfolgte im Geschäftsjahr 2018/19. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung (32) Definitionen In der Otto Group ist der Brutto-Cashflow eine Kennzahl für den Liquiditätsbeitrag der Gesellschaften und der Segmente. Der Brutto-Cashflow entspricht dem um Gewinne, Verluste und Ausschüttungen von assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen sowie um wesentliche zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen angepassten Ergebnis vor Zinsen und Steuern. (33) Zusammensetzung des Finanzmittelfonds Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den folgenden Bestandteilen zusammen:
Aus dem in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Finanzmittelfonds wurden 4.098 TEUR (28. Februar 2018: 11.014 TEUR) als Sicherheit hinterlegt. Die eingeschränkte Verfügbarkeit resultiert im Wesentlichen aus vertraglichen Vereinbarungen aus ABS-Transaktionen. (34) Nicht zahlungswirksame Transaktionen Wesentliche nicht zahlungswirksame Vorgänge im Finanzierungs- und Investitionsbereich betreffen im Geschäftsjahr 2018/19 den Abschluss von finance lease mit 19.967 TEUR (2017/18: 16.247 TEUR). Erläuterungen zur Segmentberichterstattung (35) Grundlagen Die Segmentberichterstattung erfolgt entsprechend den Vorschriften des IFRS 8 nach dem management approach. Hiernach orientiert sich die Segmentberichterstattung an der internen Berichterstattung an die jeweiligen Hauptentscheidungsträger und beinhaltet die Informationen, die diesen Entscheidungsträgern im Rahmen einer regelmäßigen Berichterstattung vorgelegt und von diesen zur Ressourcenallokation für die einzelnen Bereiche des Konzerns verwendet werden. In Übereinstimmung mit der internen Steuerung des Konzerns ist die Segmentberichterstattung nach den Geschäftsfeldern des Konzerns gegliedert. In Ergänzung zu den Geschäftsfeldern erfolgen Zusatzinformationen zu den geographischen Regionen. (a) Geschäftsfelder In der Otto Group bestehen die folgenden Geschäftsfelder: Multichannel-Einzelhandel Das Segment Multichannel-Einzelhandel umfasst alle Aktivitäten des Konzerns, bei denen Konsumgüter an Endkunden verkauft werden. Die Geschäftsaktivitäten erfolgen dabei im Rahmen einer Multichannel-Strategie im Wege des Online-, Versand- und Stationärhandels, wobei der E-Commerce im Versandhandel den Schwerpunkt in diesem Segment bildet. Finanzdienstleistungen Das Segment Finanzdienstleistungen umfasst das Forderungs- und Liquiditätsmanagement. Service Das Segment Service der Otto Group beinhaltet Logistik- und Einkaufsdienstleistungen. Die Logistikdienstleistungen umfassen dabei einen breiten Bereich von der Warenbeschaffung über Transportdienstleistungen bis zur Sendungsverteilung an Endkunden sowie Serviceleistungen im Zusammenhang mit den gelieferten Waren. (b) Geographische Regionen Die Aktivitäten der Otto Group sind neben Deutschland und Russland insbesondere auf das übrige Europa und Nordamerika sowie Asien ausgerichtet. Die Sonstigen Regionen enthalten die Aktivitäten in den übrigen Regionen. (36) Segmentinformationen Die Segmentdaten werden mit Ausnahme der konzerninternen Miet- und Leasingbeziehungen, die als Operating-Leasingverhältnisse abgebildet werden, auf der Grundlage der im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ermittelt. Forderungen, Aufwendungen und Erträge, die aus Transaktionen zwischen den einzelnen Segmenten resultieren, werden in der Spalte Holding/Konsolidierung eliminiert. Derartige Transaktionen werden grundsätzlich zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Darüber hinaus enthält die Spalte Holding/Konsolidierung Aufwendungen der Konzernfunktionen, die den einzelnen Segmenten nicht auf einer verlässlichen Basis zugeordnet werden können. Die Umsatzerlöse mit Dritten repräsentieren den Umsatz aus dem Verkauf von Handelswaren sowie der Erbringung von Dienstleistungen, inklusive Finanzdienstleistungen. Die Innenumsatzerlöse resultieren aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen den einzelnen Segmenten. Die dargestellten Ergebnisgrößen stellen den jeweiligen Ergebnisbeitrag der Segmente dar. Das EBITDA entspricht dabei dem Ergebnis vor Berücksichtigung des Finanzergebnisses, der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie vor planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen und nach Zuschreibungen. Unter Einbeziehung der angefallenen Abschreibungen ergibt sich das EBIT als Ergebnis vor dem Finanzergebnis und vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. Das Segmentvermögen umfasst die langfristigen Vermögenswerte des jeweiligen Segments, d.h. die immateriellen Vermögenswerte inklusive derivativer Geschäfts- oder Firmenwerte, die Sachanlagen und die Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen sowie die kurzfristigen Vermögenswerte. Vom Segmentvermögen ausgenommen sind die sonstigen Beteiligungen, die Finanzforderungen, die Ansprüche aus laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, die aktiven latenten Steuern und die flüssigen Mittel. Nur im Segment Finanzdienstleistungen sind die Finanzforderungen im Segmentvermögen enthalten. Der Brutto-Cashflow der Segmente wird aus dem EBIT unter Eliminierung darin enthaltener nicht zahlungswirksamer Erträge und Aufwendungen abgeleitet. Das Segmentvermögen kann auf die Aktiva des Konzerns wie folgt übergeleitet werden:
Für die geographischen Informationen werden die Umsätze nach dem Standort der Konzerngesellschaft segmentiert, der in der Regel auch dem Standort der Kunden entspricht. Das Vermögen wird ebenfalls auf der Grundlage des Standortes der Konzerngesellschaft ermittelt und umfasst die langfristigen Vermögenswerte der geographischen Regionen und enthält somit immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen:
SONSTIGE ANGABEN (37) Finanzinstrumente (a) Originäre Finanzinstrumente Die Otto Group verwendet eine Vielzahl von Finanzinstrumenten in ihren unterschiedlichen Geschäftsfeldern. In den folgenden Tabellen sind finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechend den Kategorien der Finanzinstrumente nach IFRS 9 dargestellt. Cash flow hedges werden gesondert ausgewiesen. Alle Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert im Abschluss bilanziert werden, werden in die folgenden Hierarchiestufen gemäß IFRS 13 eingeordnet: Stufe 1: an aktiven, für das Unternehmen zugänglichen Märkten notierte (nicht angepasste) Preise für gleiche Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten; Stufe 2: Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die auf Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (d.h. als Preis) oder indirekt (d.h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen; Stufe 3: nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Faktoren für die Bewertung des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren). Reklassifizierungen zwischen den verschiedenen Hierarchiestufen werden zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist, erfasst. Im Geschäftsjahr 2018/19 haben keine Reklassifizierungen zwischen den verschiedenen Kategorien von Finanzinstrumenten stattgefunden. Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten verschiedene Put-Optionen. Diese werden der Stufe 3 in der Zeitwert Hierarchie zugeordnet, da die Bewertungsparameter auf nicht beobachtbaren Marktdaten beruhen. In den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen ist ein Betrag in Höhe von 970 TEUR (28. Februar 2018: 2.486 TEUR) aus der Währungsumrechnung enthalten. Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum 28. Februar 2019, einschließlich ihrer Einstufung in die Zeitwert Hierarchie. Sie enthält keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Die Verbindlichkeiten aus finance lease werden gemäß IAS 17 bewertet und sind folglich in der Tabelle keiner Bewertungskategorie gemäß IFRS 9 zugeordnet. Eine Angabe der Zeitwerte für Verbindlichkeiten aus finance lease erfolgt nicht, da sich keine wesentlichen Zusatzinformationen durch die Ermittlung der Zeitwerte ergeben würden. Aktiva
Aktiva
Passiva
Passiva
Zum Stichtag der Vergleichsperiode bestehen entsprechend IAS 39 folgende Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Einstufung in der Zeitwert Hierarchie: Aktiva
Aktiva
Passiva
Passiva
Die Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten teilen sich wie folgt auf die einzelnen Bewertungskategorien des IFRS 9 auf:
Die Nettoergebnisse enthalten dabei Effekte aus Wertberichtigungen, aus der Währungsumrechnung, aus der Bewertung zum Zeitwert und aus der Veräußerung von Finanzinstrumenten. Darüber hinaus wurden Umsatzerlöse mit Dritten des Segments Finanzdienstleistungen von 823.592 TEUR ausgewiesen. Die oben genannten Finanzinstrumente wurden hinsichtlich ihrer erfolgswirksamen Effekte in den Umsatzerlösen, sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen, im Beteiligungsergebnis und im sonstigen Finanzergebnis erfasst. Zum 28. Februar 2019 werden keine Vermögenswerte aus ABS-Transaktionen (28. Februar 2018: 104.177 TEUR) bilanziert. Im Vorjahr teilten sich die Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten gemäß den einzelnen Bewertungskategorien des IAS 39 folgendermaßen auf:
Die Nettoergebnisse im Vorjahr enthielten dabei Effekte aus Wertberichtigungen, aus der Währungsumrechnung, aus der Bewertung zum Zeitwert und aus der Veräußerung von Finanzinstrumenten. Darüber hinaus wurden Umsatzerlöse mit Dritten des Segments Finanzdienstleistungen von 841.406 TEUR ausgewiesen, die ebenfalls im Zusammenhang mit der Kategorie LAR standen. (b) Derivative Finanzinstrumente Die Otto Group ist aufgrund ihrer internationalen Aktivitäten insbesondere Risiken aus Währungskurs- und Zinsänderungen ausgesetzt. Zur Begrenzung dieser Risiken werden durch die Unternehmen der Otto Group derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist durch entsprechende Richtlinien in der Otto Group geregelt und erfolgt allein zur Absicherung bestehender Grundgeschäfte sowie geplanter Transaktionen mit hinreichend hoher Eintrittswahrscheinlichkeit. Durch diese Richtlinien werden die Verantwortlichkeiten, die Handlungsrahmen und die Berichterstattung sowie die strikte Trennung von Handel, Controlling und Abwicklung verbindlich festgelegt. Der Abschluss von Handelsgeschäften im Zusammenhang mit derivativen Finanzinstrumenten ist gemäß dieser Richtlinien nur mit Banken ausreichender Bonität erlaubt. Die Otto Group nutzt Devisentermingeschäfte, Währungsswaps und Devisenoptionen zur Absicherung abgeschlossener bzw. erwarteter Geschäfte. Im Rahmen der Zinssicherung werden die Risiken durch Zinsderivate in Form von Zinsswaps begrenzt. Die derivativen Geschäfte, welche die Otto Group nach dieser Maßgabe abschließt, werden gemäß den Vorschriften der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) an ein Transaktionsregister gemeldet. Die Compliance mit EMIR wird regelmäßig durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und bestätigt. Währungsrisiko In der Otto Group bestehen Risiken aus Fremdwährungstransaktionen aus Ein- und Auszahlungen in Währungen, die von der funktionalen Währung der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen abweichen. Dies betrifft variable Zahlungsströme aus zukünftig höchstwahrscheinlichen Transaktionen hauptsächlich aus Wareneinkauf und Umsatzerlösen sowie aus Refinanzierung. Bei den funktionalen Währungen handelt es sich in erster Linie um den Euro. Die genannten Transaktionen werden vorwiegend auf der Grundlage von Euro, US-Dollar, Schweizer Franken und Hongkong Dollar durchgeführt. Gemäß Konzernvorgabe werden fortlaufend bis zu 100 % der geschätzten Fremdwährungsrisiken aus zukünftig höchstwahrscheinlichen Transaktionen abgesichert. Zur Sicherung des Fremdwährungsrisikos werden Devisengeschäfte genutzt, die grundsätzlich als Absicherungen von Zahlungsströmen klassifiziert werden. Eine Übersicht zur Entwicklung der wesentlich auf den Konzernabschluss wirkenden Währungen findet sich in Ziffer (2)(b). Die Otto Group designiert die Spot-Komponente von qualifizierten Devisenderivaten zur Absicherung des Währungsrisikos und wendet ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an. Die Termin-Komponenten von Devisenderivaten sind von der Designation ausgeschlossen. Sie werden als Kosten der Absicherung gesondert bilanziert und im Konzern-Eigenkapital ausgewiesen. Das Bestehen einer wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft wird auf der Grundlage von Währung, Betrag und Zeitpunkt ihrer jeweiligen Zahlungsströme bestimmt. Der Konzern beurteilt mithilfe der hypothetischen Derivatemethode in Verbindung mit der Dollar-Offset-Methode, ob im Rahmen der designierten Hedgebeziehungen relevante Ineffektivitäten entstanden sind. Bei diesen Sicherungsbeziehungen werden keine Ineffektivitäten erwartet, da nicht davon ausgegangen wird, dass sich Währung, Betrag und Zeitpunkt der jeweiligen Zahlungsströme der Grundgeschäfte bis zur Fälligkeit ändern. Zinsänderungsrisiko Die Otto Group verfolgt für aufgenommene Darlehen eine Sicherungsstrategie, bei der sämtliche variabel verzinslichen Darlehen und Anleihen durch entsprechende Zinsderivate in fixe Zinszahlungen gewandelt werden. Der Konzern wendet hierfür ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an. Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird bei Abschluss unter Anwendung der Critical-Term-Match-Methode geprüft. Wichtige Geschäftsdaten (critical-terms) zur Überprüfung der Übereinstimmung von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument bei der Absicherung von Zinsänderungsrisiken sind u.a. Referenzzinssatz, Nominalbetrag, Zinskonvention sowie Zeitpunkt und Höhe der Zahlungsströme. Die Zinsrisiko-Exposures sind grundsätzlich bis zu 100 % gesichert. Der Konzern beurteilt mithilfe der hypothetischen Derivatemethode in Verbindung mit der Dollar-Offset-Methode, ob im Rahmen der designierten Hedgebeziehungen relevante Ineffektivitäten entstanden sind. Die Hauptursachen für Ineffektivitäten im Rahmen dieser Sicherungsbeziehungen sind die Berücksichtigung von Kreditausfallrisiken der jeweiligen Kontrahenten bei der Ermittlung der Zeitwerte der sich im Hedge befindlichen Swaps sowie die Zinsabsicherung variabel verzinslicher Darlehen mittels Zinsswaps, die bereits zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss über einen inneren Wert verfügt haben (late designation). Absicherung von Zahlungsströmen Die Fälligkeitsstruktur der Nominalwerte der von der Otto Group gehaltenen Instrumente zur Absicherung gegen Wechselkurs- und Zinssatzänderungen setzen sich zum Stichtag folgendermaßen zusammen:
Im Vorjahr setzten sich die Nominalwerte und Zeitwerte der Zins- und Devisenderivate wie folgt zusammen:
Die Otto Group bilanziert bestimmte Derivate, die die Kriterien des IFRS 9 hinsichtlich der Abbildung von Sicherungsbeziehungen erfüllen, als cash flow hedges. Es bestehen die folgenden Sicherungsinstrumente, die die Kriterien des IFRS 9 hinsichtlich der Abbildung als cash flow hedge erfüllen:
Positive Zeitwerte werden in den Sonstigen Vermögenswerten und Wertpapieren (siehe Ziffer (22)) bzw. negative Zeitwerte in den Sonstigen Verbindlichkeiten (siehe Ziffer (30)) ausgewiesen. Zum 28. Februar 2018 bestanden folgende Sicherungsinstrumente, die die Kriterien des IAS 39 erfüllt haben:
Die Beträge, die sich auf Posten beziehen, die als Sicherungsinstrumente designiert sind, und die Ineffektivitäten der Sicherungsbeziehungen stellen sich zum 28. Februar 2019 folgendermaßen dar:
Die erfolgswirksam umgegliederten Beträge aus Devisenderivaten werden in den Umsatzerlösen (siehe Ziffer (6)) bzw. im sonstigen Finanzergebnis (siehe Ziffer (14)) ausgewiesen. Die Ineffektivitäten der Sicherungsgeschäfte belaufen sich bei den Devisenderivaten auf -54 TEUR und beziehen sich alleinig auf die Refinanzierung. Diese werden im Sonstigen Finanzergebnis (siehe Ziffer (14)) berücksichtigt. Darüber hinaus bestehen Ineffektivitäten bei den Zinsderivaten in Höhe von 220 TEUR. Diese werden im Zinsergebnis (siehe Ziffer (14)) ausgewiesen. Zum 28. Februar 2019 besteht bei Devisenderivaten eine Wertänderung des gesicherten Grundgeschäfts in Höhe von 27.659 TEUR bzw. bei Zinsderivaten in Höhe von 16.981 TEUR. Das gesicherte Grundgeschäft dient als Grundlage für die Erfassung einer Unwirksamkeit der Sicherungsbeziehung. Die verbleibenden Salden in der cash flow hedge Rücklage aus Sicherungsbeziehungen bei Devisenderivaten, bei denen die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nicht mehr angewandt wird, betragen zum 28. Februar 2019 3.880 TEUR. Die folgende Tabelle enthält die Überleitung der Risikokategorien der Eigenkapitalkomponenten und der Analyse der Positionen in den erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen nach Steuern, die aus der Bilanzierung zur Absicherung von Zahlungsströmen resultieren:
Die Kosten der Absicherung betreffen transaktionsbezogene gesicherte Grundgeschäfte. Die gesicherten Grundgeschäfte treten in einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren bei Devisenderivaten und von bis zu 21 Jahren bei Zinsderivaten ein. Die voraussichtlichen Effekte auf die Zahlungsströme werden sich jeweils im gleichen Zeitraum einstellen. Den Nominalvolumina der Sicherungsgeschäfte stehen bereits bilanzierte Grundgeschäfte in Höhe von 72.697 TEUR (28. Februar 2018: 28.104 TEUR) bei den Devisenderivaten und in Höhe von 316.802 TEUR (28. Februar 2018: 388.395 TEUR) bei den Zinsderivaten sowie geplante Transaktionen gegenüber. Für bilanzierte Grundgeschäfte aus einer Sicherungsbeziehung mit Devisenderivaten werden 2.158 TEUR (28. Februar 2018: 190 TEUR) aus den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen in die Anschaffungskosten einbezogen. Davon entfallen 1.297 TEUR auf die designierte Risikokomponente und 861 TEUR auf die Kosten der Absicherung. Die Otto Group schließt innerhalb des bestehenden Deutschen Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte Derivategeschäfte ab. Bei Eintritt bestimmter Kreditereignisse, wie eines Verzugs von Zahlungen und einer Kündigung der unter diesem Vertrag abgeschlossenen Geschäfte, werden alle ausstehenden Transaktionen der in Verzug geratenen Derivategeschäfte beendet und der Wert zur Beendigung wird ermittelt. Hierfür ist ein einziger Nettobetrag zum Ausgleich aller Transaktionen zu verwenden. Da ein bestimmtes Kreditereignis wie ein Verzug eines Bankdarlehens zurzeit nicht gegeben ist und somit kein Rechtsanspruch auf Saldierung der erfassten Beträge besteht, erfüllen die abgeschlossenen Vereinbarungen nicht die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz. Es bestehen die folgenden Finanzinstrumente, die dem Deutschen Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte unterliegen:
(c) Finanzrisiken Aufgrund der internationalen Ausrichtung ist die Otto Group finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere die Auswirkungen aus Änderungen von Wechselkursen und Zinssätzen. Im Rahmen der bestehenden Treasury- und Risikomanagementprozesse werden diese Risiken reduziert. Grundsätzlich werden alle wesentlichen Zinsänderungs- und Währungsrisiken durch währungs- und fristenkongruente Refinanzierungen begrenzt. Verbleibende wesentliche Inkongruenzen werden durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente, wie beispielsweise Zinsswaps und Devisentermingeschäfte, weiter reduziert. Die Otto Group ist durch ihre Geschäftstätigkeit im Wesentlichen Währungsrisiken aus der Schwankung des USD, des HKD und des CHF ausgesetzt. Zur Ermittlung der nachfolgend dargestellten Sensitivitäten wird eine hypothetische Auf- bzw. Abwertung des Euro gegenüber diesen Währungen zum 28. Februar 2019 um 10 % angenommen. Alle anderen Variablen bleiben unverändert. Unter diesen Bedingungen hätten sich folgende wesentliche Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) und das Konzern-Eigenkapital der Otto Group ergeben:
Währungskurssicherungen werden in der Otto Group im größtmöglichen Umfang als cash flow hedge nach IFRS 9 bilanziert. Die dazugehörigen Marktwertschwankungen werden im Konzern-Eigenkapital gezeigt. Die ausgewiesenen Effekte auf das Ergebnis resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsschwankungen von Derivaten, die zur Sicherung operativer Cashflows abgeschlossen wurden, jedoch nicht nach Hedge Accounting bilanziert werden. Diesen Derivaten stehen hauptsächlich geplante, noch nicht kontrahierte Kontrakte gegenüber, deren Währungskursrisiko sich gegenläufig entwickelt. In die Berechnungen der Ergebniseffekte wurden diese Cashflows der operativen Grundgeschäfte nicht einbezogen. Das tatsächliche Risiko der Nettoposition ist somit deutlich geringer. Für die Otto Group ergeben sich weiterhin Zinsrisiken aus variabel verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten. Bei einer hypothetischen Erhöhung bzw. Senkung des Marktzinsniveaus für alle Währungen um jeweils 50 Basispunkte (Parallelverschiebung der Zinskurven) und gleichzeitig unveränderten sonstigen Variablen hätten sich folgende Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) und das Eigenkapital der Otto Group ergeben, die im Wesentlichen das Finanzergebnis beeinflussen:
Eine Risikokonzentration in Bezug auf die dargestellten Finanzrisiken besteht nicht. (d) Ausfallrisiko Für die Otto Group besteht das Risiko, dass Geschäftspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können. Ein finanzieller Vermögenswert gilt im Konzern als ausgefallen, wenn der Geschäftspartner seinen Verpflichtungen gegenüber der Otto Group voraussichtlich nicht vollständig erfüllen wird oder der finanzielle Vermögenswert an ein Inkassounternehmen abgegeben wird. Zur Verminderung des Ausfallrisikos, dessen Maximalbetrag den bei den jeweiligen finanziellen Vermögenswerten bilanzierten Buchwerten entspricht, werden Bonitätsprüfungen vorgenommen. Für erkennbare Ausfallrisiken, insbesondere bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Finanzdienstleistungen, werden angemessene Wertberichtigungen anhand des anzuwendenden Konzepts der erwarteten Kreditausfälle gemäß IFRS 9 gebildet. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften gemäß IFRS 9, der Wertminderungsaufwand ist jedoch unwesentlich. Für die in der Bilanz angesetzten Vermögenswerte entspricht der Buchwert dem maximalen Ausfallrisiko. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Finanzdienstleistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber privaten Endkunden und sind in der Regel mit Ausnahme branchenüblicher Eigentumsvorbehalte im Einzelhandel nicht durch spezielle Instrumente gesichert. Durch die sehr hohe Streuung der Forderungen entfallen auf den einzelnen Kunden nur geringe Beträge. Das Risiko eines maximalen Ausfalls ist unwahrscheinlich. Einlagen bei Banken und Finanzanlagen werden grundsätzlich nur bei Partnern unterhalten, die eine ausreichende Bonität nach dem Ranking einer anerkannten internationalen Ratingagentur aufweisen. Überfällige Kredite und Forderungen werden in den verschiedenen Geschäftsfeldern intensiv überwacht. Im Multichannel-Einzelhandel und bei den Finanzdienstleistungsgesellschaften ist das Debitorenmanagement ein wichtiger Baustein in den betrieblichen Prozessen. Die Festlegung, ob ein finanzieller Vermögenswert eine wesentliche Erhöhung des Ausfallrisikos erfahren hat, basiert auf einer regelmäßig durchgeführten Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeiten, welche sowohl externe Ratinginformationen als auch interne Informationen über die Kreditqualität des finanziellen Vermögenswerts berücksichtigen. Forderungen, die nur durch Nachverhandlung nicht wertgemindert oder überfällig sind, und überfällige Finanzinstrumente, die nicht wertgemindert sind, bestehen nur in sehr geringem Umfang mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr. Es liegen keine objektiven Hinweise vor, dass die Schuldner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können. Forderungen werden in einem standardisierten Verfahren automatisch wertberichtigt, sobald es zu einem Zahlungsverzug kommt. Der Konzern verwendet eine Wertberichtigungsmatrix, um die erwarteten Kreditverluste der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu messen. Die Ausfallraten werden überwiegend nach der Methode der Rollrate berechnet, die auf der Wahrscheinlichkeit basiert, dass eine Forderung durch aufeinanderfolgende Stufen in der Zahlungsverzögerung fortschreitet. Die erwarteten Ausfallraten basieren auf der Ausfallhistorie der letzten Jahre sowie auf Prognosen zukünftiger wirtschaftlicher Ereignisse. Das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird in Ziffer (20) erläutert. Im Segment Finanzdienstleistungen bestehen Forderungen im Wesentlichen aus Treuhandinkasso sowie aus angekauften Forderungen. Im Rahmen des Treuhandgeschäfts existieren keine wesentlichen finanziellen Vermögenswerte oder Finanzinstrumente, die überfällig, aber nicht wertgemindert sind. Bei den angekauften Forderungen handelt es sich grundsätzlich um bereits überfällige wertgeminderte Forderungen. Die wesentlichen Ausfallrisiken im Segment Finanzdienstleistungen ergeben sich aus dem Ankauf zahlungsgestörter Forderungen. Im Rahmen des Risikomanagements wurden deshalb Methoden entwickelt, um mit diesen Risiken systematisch umzugehen. Wesentliche Elemente bei der Handhabung der Risiken sind die vertragliche Gestaltung, Portfoliostruktur- und Zeitreihenanalysen und Investitionsrechnungen im Rahmen der Due Diligence sowie die regelmäßige Nachkalkulation. Hierzu wird das Zahlungsverhalten der Schuldner ständig überwacht, so dass strukturelle Veränderungen derselben frühzeitig festgestellt und berücksichtigt werden können. Durch die Nachkalkulation wird die Prognosequalität der Systeme zur Forderungsbewertung fortlaufend überprüft und weiterentwickelt. Darüber hinaus werden strukturelle Veränderungen im Zahlungsverhalten von der Inkassoabwicklung laufend überwacht und an das Risikomanagement gemeldet, so dass eine frühzeitige Anpassung der Bewertungsprämissen gewährleistet ist und diese Informationen in die Analyse zukünftiger Ankäufe fließen können. Durch die Anpassung von Bewertungsprämissen sind Ausfallrisiken im Rahmen der bestehenden Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien in den Buchwerten der angekauften Forderungen bereits berücksichtigt. Eine Abhängigkeit des Ausfallrisikos von wenigen Schuldnern ergibt sich aufgrund der Vielzahl der Einzelforderungen in den jeweiligen Portfolios zahlungsgestörter angekaufter Forderungen nicht. Teilweise sind zahlungsgestörte angekaufte Forderungen dinglich besichert. Eine Verwertung der Immobilien erfolgt durch freihändigen Verkauf oder Zwangsversteigerung, führt aber nicht in jedem Fall dazu, dass die jeweilige Gesamtforderung beglichen werden kann. Eine Verwertung der Immobilien im Wege der Zwangsversteigerung trägt zur Stützung des Forderungseinzugs bei. Der Buchwert der einzelnen angekauften Forderungspakete wird regelmäßig anhand eines standardisierten Bewertungsmodells überprüft. Diesem Bewertungsmodell liegen die geschätzten Netto-Geldeingänge des jeweiligen Forderungspakets über die zum Bewertungszeitpunkt noch verbleibende Restlaufzeit zugrunde. Die zukünftigen Netto-Geldeingänge werden mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz abgezinst. Die erwarteten Kreditausfälle werden auf der gleichen Portfolioebene ermittelt, wie sie sich beim Kauf ergeben hat. Insofern ergibt sich keine veränderte Zusammenfassung der Instrumente. (e) Liquiditätsrisiko Das Finanzierungsmanagement sichert die jederzeitige Aufrechterhaltung der Liquidität der Otto Group. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass für das operative Geschäft und für Investitionen immer ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Die Minimierung der Finanzierungskosten ist dabei eine wesentliche Nebenbedingung für ein effizientes Finanzierungsmanagement. Grundsätzlich gilt, offene Positionen fristenkongruent zu refinanzieren. Als Refinanzierungsinstrumente können Geld- und Kapitalmarktprodukte wie zum Beispiel Kredite, Anleihen oder ABS (asset-backed securities), aber auch Avale, Leasing, sale and lease back und Factoringverwendet werden. Die erforderlichen Basisdaten werden rollierend über eine monatliche Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von zwölf Monaten sowie eine tägliche Planung mit einem Horizont von mindestens vier Wochen ermittelt. Beide Planungen werden regelmäßigen Abweichungsanalysen unterzogen. Eine Risikokonzentration in Bezug auf die dargestellten Liquiditätsrisiken besteht nicht. Folgende Tabelle zeigt den zum 28. Februar 2019 bereits vertraglich fixierten Mittelabfluss aus finanziellen Verbindlichkeiten in Form von Tilgungs- und Zinszahlungen:
Zum 28. Februar 2018 bestand der nachfolgend dargestellte vertraglich fixierte Mittelabfluss aus finanziellen Verbindlichkeiten:
(38) Zahlungswirksame und zahlungsunwirksame Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten Die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten stellen sich zum Stichtag folgendermaßen dar:
(39) Konzernabschluss unter Einbeziehung des Segments Finanzdienstleistungen nach der Equity-Methode ("FDL at Equity") (a) Allgemeine Erläuterungen Die Geschäftstätigkeit der Konzernunternehmen aus dem Segment Finanzdienstleistungen unterscheidet sich grundlegend von den Handels- und Dienstleistungsaktivitäten der Otto Group. Um einen noch differenzierteren Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Handels- und Dienstleistungsaktivitäten der Otto Group mittels einer Eliminierung der Strukturen im Segment Finanzdienstleistungen zu vermitteln, wurde der IFRS-Konzernabschluss zum 28. Februar 2019 um eine zusätzliche Betrachtungsweise erweitert. Hierbei werden Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge der Konzernunternehmen des Segments Finanzdienstleistungen aus dem IFRS-Konzernabschluss eliminiert und stattdessen die Anteile an den Gesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen nach der Equity-Methode bilanziert. Die Bilanzierung der Anteile an den Konzerngesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen nach der Equity-Methode erfolgt dabei auf der Grundlage der durchgerechneten Kapitalanteile auf Ebene der jeweiligen Muttergesellschaften, die nicht dem Segment Finanzdienstleistungen zugeordnet sind. Insofern werden Anteile anderer Gesellschafter am anteiligen Ergebnis bzw. dem anteiligen Nettoreinvermögen der Konzerngesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen nur dann ausgewiesen, wenn diese Anteile durch außenstehende Gesellschafter an Muttergesellschaften in anderen Segmenten gehalten werden. Darüber hinaus werden für Zwecke der Bilanzdarstellung Finanzverbindlichkeiten mit Forderungen gegen Gesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen saldiert, die aus der zentralisierten Finanzierung des Segments Finanzdienstleistungen resultieren. Bei der hier beschriebenen Vorgehensweise wird insofern von den IFRS abgewichen, als auf die Vollkonsolidierung der Gesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen, wie sie aufgrund der Beherrschungsmöglichkeit der Otto Group nach IFRS 10 erfolgen müsste und im IFRS-Konzernabschluss abgebildet ist, verzichtet wird. Darüber hinaus werden Finanzverbindlichkeiten mit Forderungen gegen Gesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen saldiert, die aus der zentralisierten Finanzierung des Segments Finanzdienstleistungen resultieren. Die Darstellung aller übrigen Sachverhalte erfolgte in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten, am Abschlussstichtag verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegung durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC). Gewinn- und Verlustrechnung Konzern FDL at Equity vom 1. März 2018 bis zum 28 . Februar 2019
* Vorjahr angepasst Bilanz Konzern FDL at Equity zum 28 . Februar 2019AKTIVA
* Vorjahr angepasst Kapitalflussrechnung Konzern FDL at Equity vom 1. März 2018 bis zum 28 . Februar 2019
* Vorjahr angepasst
* Vorjahr angepasst (b) Erläuterungen zur Überleitungsrechnung der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung Als Ausgangspunkt der Überleitungsrechnung der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung enthält Spalte 1 die Daten der Otto Group einschließlich der im Wege der Vollkonsolidierung einbezogenen Gesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen. Spalte 2 zeigt die Gewinn- und Verlustrechnung des Segments Finanzdienstleistungen, die an dieser Stelle aus der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung herausgelöst wird. Die hier gezeigte Gewinn- und Verlustrechnung des Segments Finanzdienstleistungen enthält sämtliche Leistungsbeziehungen zu den Handels- und Servicegesellschaften der Otto Group. Mit der Spalte 3 leben die GuV-wirksamen Beziehungen zwischen den Handels- und Servicegesellschaften der Otto Group und dem Segment Finanzdienstleistungen, die beim Übergang in den Gesamtkonzern eliminiert worden sind, wieder auf. Mit der Spalte 4 wird das anteilige Periodenergebnis des Segments Finanzdienstleistungen zugefügt. Spalte 5 zeigt den Abschluss der Otto Group FDL at Equity. Überleitungsrechnung Gewinn- und Verlustrechnung (FDL at Equity)
(c) Erläuterungen zur Überleitungsrechnung Konzern-Bilanz Als Ausgangspunkt der Überleitungsrechnung der Konzern-Bilanz enthält Spalte 1 die Daten der Otto Group einschließlich der im Wege der Vollkonsolidierung einbezogenen Gesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen. Darüber hinaus werden Finanzverbindlichkeiten mit Forderungen gegen Gesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen saldiert, die aus der zentralisierten Finanzierung des Segments Finanzdienstleistungen resultieren. Spalte 2 zeigt die Bilanz des Segments Finanzdienstleistungen, die an dieser Stelle aus der Konzern-Bilanz herausgelöst wird. Die hier gezeigte Bilanz des Segments Finanzdienstleistungen enthält sämtliche Leistungsbeziehungen zu den Handels- und Servicegesellschaften der Otto Group. Mit der Spalte 3 leben die Beziehungen zwischen den Handels- und Servicegesellschaften der Otto Group und dem Segment Finanzdienstleistungen, die beim Übergang in den Gesamtkonzern eliminiert worden sind, wieder auf. In der Spalte 4 werden die nach der Equity-Methode bewerteten Anteile an den Gesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen ausgewiesen. Darüber hinaus werden Finanzverbindlichkeiten mit Forderungen gegen Gesellschaften des Segments Finanzdienstleistungen saldiert, die aus der zentralisierten Finanzierung des Segments Finanzdienstleistungen resultieren. Spalte 5 zeigt den Abschluss der Otto Group FDL at Equity. Überleitungsrechnung Bilanz (FDL at Equity) AKTIVA
(40) Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen Als nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für die Otto Group die Personen und Unternehmen, die die Otto Group beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diese ausüben oder durch die Otto Group beherrscht bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Dementsprechend werden die Mitglieder der Familie Otto und die Michael Otto Stiftung, die durch diese Familie und die Stiftung beherrschten bzw. maßgeblich beeinflussten Unternehmen, die Mitglieder der Geschäftsführung der Otto (GmbH & Co KG) sowie die Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen der Otto Group als nahestehende Personen und Unternehmen definiert. Neben den Geschäftsbeziehungen zu den in den Konzernabschluss im Wege der Vollkonsolidierung einbezogenen Tochterunternehmen bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen:
(a) Beziehungen zu assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen Die Umsatzerlöse mit assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen betragen im Geschäftsjahr 2018/19 162.210 TEUR (2017/18: 60.697 TEUR) und resultieren aus Umsatzerlösen mit der ABOUT YOU GmbH, Hamburg, in Höhe von 108.310 TEUR (2017/18: 0 TEUR) sowie aus Erträgen aus Factoring-Abrechnungen mit der Hanseatic Bank GmbH & Co KG in Höhe von 45.498 TEUR (2017/18: 50.127 TEUR). Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen im Geschäftsjahr 2018/19 17.974 TEUR (2017/18: 1.191 TEUR) und resultieren in Höhe von 14.862 TEUR (2017/18: 0 TEUR) aus Beziehungen mit der ABOUT YOU GmbH, Hamburg. An die Hanseatic Bank GmbH & Co KG, Hamburg, werden von verschiedenen Konzernunternehmen des Segments Multichannel-Einzelhandel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft. Die Forderungen werden zu unter Dritten üblichen Konditionen übertragen und gehen aus der Bilanz der verkaufenden Gesellschaften vollständig ab. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden Forderungen im Gesamtwert von 1.696.672 TEUR (2017/18: 1.607.409 TEUR) verkauft. Der Stichtagswert dieser Forderungen beträgt 1.353.390 TEUR (28. Februar 2018: 1.299.780 TEUR). Zum 28. Februar 2019 betragen die flüssigen Mittel bei der Hanseatic Bank GmbH & Co KG, Hamburg, 10.622 TEUR (28. Februar 2018: 8.217 TEUR). Hinsichtlich der Höhe der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen wird auf die Ziffern (21) und (29) verwiesen. Die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr zwischen Gesellschaften der Otto Group und assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen sowie kurzfristigen Kontokorrentfinanzierungen zwischen den Gesellschaften. (b) Beziehungen zu den Gesellschaftern Mit Gesellschaftern der Otto (GmbH & Co KG) bestanden weder zum 28. Februar 2019 noch zum 28. Februar 2018 Darlehensbeziehungen. (c) Beziehungen zu sonstigen nahestehenden Unternehmen Gesellschaften der Otto Group haben zu marktüblichen Konditionen diverse Verträge über die Anmietung von Immobilien und Grundstücken geschlossen, die sich im Eigentum von Tochtergesellschaften der ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG, Hamburg, sowie im Eigentum der Projektentwicklungsgesellschaft evoreal GmbH, Hamburg, befinden bzw. verwaltet werden. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden Grundstücke und Gebäude, die an Konzerngesellschaften vermietet sind, an die evoreal GmbH, Hamburg, verkauft. Der Kaufpreis betrug 23.895 TEUR. Im Vorjahr hat die GFH Gesellschaft für Handelsbeteiligungen m.b.H., Hamburg, die von Benjamin Otto beherrscht wird, Anteile an der ABOUT YOU GmbH, Hamburg, erworben. Die Otto Group gewährte der GFH Gesellschaft für Handelsbeteiligungen m.b.H. ein Darlehen in Höhe von 56.152 TEUR zu marktüblichen Konditionen. Zum 28. Februar 2019 war das Darlehen vollständig getilgt. Es bestanden im Geschäftsjahr keine weiteren wesentlichen Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen. (d) Beziehungen zu nahestehenden Personen Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung der Otto (GmbH & Co KG) betragen im Geschäftsjahr 2018/19 11.121 TEUR (2017/18: 8.294 TEUR) und sind mit 10.343 TEUR (2017/18: 8.294 TEUR) kurzfristig und mit 778 TEUR (2017/18: 0 TEUR) langfristig fällig. Die Gesamtbezüge entfallen mit 3.415 TEUR (2017/18: 3.516 TEUR) auf fixe Bestandteile sowie mit 7.706 TEUR (2017/18: 4.778 TEUR) auf variable Bestandteile. Für den Kreis der Geschäftsführer der Otto (GmbH & Co KG) wurde im Geschäftsjahr 2017/18 ein Vertrag über ein Long Term Incentive abgeschlossen. Dieser umfasst die Geschäftsjahre beginnend am 1. März 2018 und hat eine Dauer von drei Jahren und besteht aus einer Kombination von zwei variablen Komponenten. Die Komponenten setzen ab einem festgelegten Schwellenwert ein und steigen dann linear an. Bezugsgrößen sind der Umsatz und das ROCE der Otto Group. Die für den Long Term Incentive erfassten Bezüge betragen im Berichtsjahr 778 TEUR (2017/18: 0 TEUR). Zum Bilanzstichtag wurde hierfür eine Verbindlichkeit gebildet. Die Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitgliedern der Geschäftsführung belaufen sich auf 12.846 TEUR (28. Februar 2018: 11.365 TEUR). Die Zuführungen zu Pensionsrückstellungen betragen 1.194 TEUR (2017/18: 1.449 TEUR). Bezüge früherer Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 2.843 TEUR (2017/18: 3.219 TEUR). Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen sind 46.194 TEUR (28. Februar 2018: 46.818 TEUR) zurückgestellt. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats der Otto (GmbH & Co KG) beträgt im Geschäftsjahr 2018/19 280 TEUR (2017/18: 278 TEUR). (41) Eventualverbindlichkeiten Die Eventualverbindlichkeiten der Otto Group setzen sich aus Bürgschaften und sonstigen Verpflichtungen in Höhe von 2.639 TEUR (28. Februar 2018: 29.327 TEUR) zusammen. (42) Operating-Leasingverhältnisse Die im Berichtsjahr gezahlten Leasingraten aus Operating-Leasingverhältnissen in Höhe von 373.925 TEUR (2017/18: 364.726 TEUR) wurden erfolgswirksam erfasst. Davon entfallen 3.587 TEUR (2017/18: 3.425 TEUR) auf Eventualmietzahlungen. Die Verpflichtungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen betreffen im Wesentlichen Verträge zur Anmietung von Immobilien, Betriebsvorrichtungen, Gegenständen der Betriebs- und Geschäftsausstattung und Kraftfahrzeugen. Die zukünftigen Zahlungen für operating lease werden wie folgt fällig:
Aus Untermietverträgen werden 1.301 TEUR (2017/18: 398 TEUR) an Zahlungen erwartet. Zukünftige Leasingzahlungen für operating lease in Höhe von 1.487.574 TEUR (2017/18: 1.487.288 TEUR) entfallen auf die Anmietung von Immobilien. (43) Abschlussprüferhonorare Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers der Otto Group setzt sich wie folgt zusammen:
Im Berichtsjahr entfallen von den sonstigen Leistungen 10 TEUR (2017/18: 12 TEUR) auf das Vorjahr. (44) Anteilsbesitzliste Die folgende Darstellung enthält die Aufstellung des Anteilsbesitzes der Otto Group zum 28. Februar 2019. Die Otto (GmbH & Co KG) nutzt die Erleichterungen des § 264b HGB. Im Folgenden sind die Konzernunternehmen, die im Rahmen der Bestimmungen des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB u.a. von der Befreiung der Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse Gebrauch machen, mit (1) gekennzeichnet:
(1) Gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB befreite Konzerngesellschaften (2) Angaben beziehen sich auf den 31.12.2016 (3) Angaben beziehen sich auf den 31.12.2017 (4) Angaben beziehen sich auf den 28.02.2018 (45) Persönlich haftende Gesellschafterin Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Verwaltungsgesellschaft Otto mbH, Hamburg, mit einem gezeichneten Kapital von 50 TEUR. Die persönlich haftende Gesellschafterin hat die folgenden Organe: Aufsichtsrat Prof. Dr. Michael Otto, Hamburg Vorsitzender, Kaufmann Alexander Otto, Hamburg Vorsitzender der Geschäftsführung ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG Benjamin Otto, Hamburg Gesellschafter, Kaufmann Karl-Heinz Grussendorf, Hamburg * Stv. Vorsitzender, Betriebsratsmitglied, Otto (GmbH & Co KG), bis 28.02.2019 Annette Adam, Kahl/Main * Stv. Betriebsratsvorsitzende, SCHWAB VERSAND GmbH, bis 15.05.2018 Thomas Armbrust, Reinbek Geschäftsführer Kommanditgesellschaft CURA Vermögensverwaltung G.m.b.H. & Co. Frederic Arndts, Hamburg Vorstandsmitglied GSV Aktiengesellschaft für Beteiligungen, ab 01.03.2019 Anita Beermann, Ahrensburg Mitarbeiterin Kommanditgesellschaft CURA Vermögensverwaltung G.m.b.H. & Co. Horst Bergmann, Michelau * Betriebsratsvorsitzender Baur Versand (GmbH & Co KG) Olaf Brendel, Hamburg * Betriebsratsmitglied, Hermes Fulfilment GmbH Dr. Thomas Finne, Hamburg Geschäftsführer Kommanditgesellschaft CURA Vermögensverwaltung G.m.b.H. & Co., bis 28.02.2019 Petra Finnern, Jesteburg * Betriebsratsvorsitzende, EOS Region Deutschland Thorsten Furgol, Magdeburg * Fachsektretär Handel ver.di, Sachsen-Anhalt Nord, ab 15.05.2018 Michael Häberle, Karlsruhe * Stv. Betriebsratsvorsitzender Heinrich Heine GmbH, ab 15.05.2018 Heike Lattekamp, Hamburg * Landesfachbereichsleiterin ver.di Handel Dr. Wolfgang Linder, Hamburg Geschäftsführer i.R. Stefan Najda, Glienicke * Gewerkschaftssekretär ver.di Bundesverwaltung, bis 15.05.2018 Heinrich Reisen, Grevenbroich * Gesamtbetriebsratsvorsitzender Hermes Germany GmbH, ab 15.05.2018 Lars-Uwe Rieck, Hamburg * Landesfachbereichsleiter Postdienste und Logistik ver.di Birgit Rössig, Hittbergen * Konzernbetriebsratsvorsitzende Otto (GmbH & Co KG), ab 01.03.2019 Hans-Otto Schrader, Hamburg Geschäftsführer i.R. Dr. Winfried Steeger, Hamburg Rechtsanwalt Monika Vietheer-Grupe, Barsbüttel * Betriebsratsvorsitzende, bonprix Handelsgesellschaft mbH, bis 15.05.2018 Sandra Widmaier-Gebauer, Hamburg * Leitende Angestellte / Direktorin Konzern Personal Prof. Dr. Peer Witten, Hamburg Aufsichtsratsvorsitzender GSV Aktiengesellschaft für Beteiligungen * Vertreter der Arbeitnehmer Geschäftsführung Alexander Birken, Hamburg Vorstandsvorsitzender Dr. Rainer Hillebrand, Hamburg Stv. Vorstandsvorsitzender, Konzern-Vorstand Konzernstrategie, E-Commerce und Business Intelligence, bis 30.04.2019 Dr. Marcus Ackermann, Hamburg Konzern-Vorstand Multichannel Distanzhandel Sebastian Klauke, Reinbek Konzern-Vorstand E-Commerce, Technologie, Business Intelligence und Corporate Ventures, ab 01.05.2019 Petra Scharner-Wolff, Hamburg Konzern-Vorständin Finanzen, Controlling, Personal Kay Schiebur, Hamburg Konzern-Vorstand Service Sven Seidel, Talheim Konzern-Vorstand Multichannel-Retail (46) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Ereignisse, die für die Otto Group von wesentlicher Bedeutung sind, sind nach dem Bilanzstichtag zum 28. Februar 2019 nicht eingetreten.
Hamburg, den 6. Mai 2019 Die Geschäftsführung Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Otto (GmbH & Co KG), Hamburg Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Otto (GmbH & Co KG), Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 28. Februar 2019, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals und der Konzern-Kapitalflussrechnung sowie der Konzern-Segmentberichterstattung vom 1. März 2018 bis zum 28. Februar 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Otto (GmbH & Co KG) für das Geschäftsjahr vom 1. März 2018 bis zum 28. Februar 2019 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. März 2018 bis zum 28. Februar 2019 und - vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Informationen im Geschäftsbericht, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und Konzernlageberichts sowie unsers Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen - wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder - anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. - holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. - beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 9. Mai 2019 KPMG
AG
gez. Becker, Wirtschaftsprüfer gez. Prof. Dr. Zieger, Wirtschaftsprüfer |
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