Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 197575
Eingetragen
27.6.2018
Branche
Betrieb von Bahnhöfen für den Personenverkehr einschließlich OmnibusbahnhöfenIngenieurbüros für Fachplanung von technischer GebäudeausrüstungVermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels Carsharing
Gegenstand
Planung, Entwicklung, Betrieb und Vermarktung von Produkten für die Digitalisierung der Kundenschnittstelle im Mobilitätsbereich; ferner die Erledigung aller damit unmittelbar und mittelbar zusammenhängender Geschäfte.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Dirk Dr. Rothenstein
seit 18.7.2025
Geschäftsführer
Kai Peter
seit 27.6.2018
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Bundesrepublik Deutschland (Bundeseisenbahnvermögen)
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Deutsche Bahn Aktiengesellschaft
Germany
31.250 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Mobimeo GmbH

Berlin

Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

LAGEBERICHT

Überblick

Rahmenbedingungen

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Nicht-finanzielle Kennzahlen

Nachhaltigkeit

Strategie

Weitere Informationen

Nachtragsbericht

Chancen- und Risikobericht

Prognosebericht

Überblick

Wesentliche Ereignisse im Berichtsjahr

Einführung Deutschland-Ticket

Das bundesweit im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gültige Deutschland-Ticket wurde zum 1. Mai 2023 zum Preis von 49 € pro Monat eingeführt. Das Ticket ist in digitaler Form erhältlich und wird in einem monatlich kündbaren Abonnement angeboten. Das Deutschland-Ticket kann deutschlandweit in allen Nahverkehrszügen wie z.B. RB-, RE-, S-Bahn-Zügen und zusätzlich in den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen etc. der teilnehmenden Landestarife, Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen gem. Geltungsbereich und gem. deren Bedingungen für beliebig viele Fahrten genutzt werden. Eine erste Zwischenbilanz zum Deutschland-Ticket zeigt eine hohe Akzeptanz bei den Kund:innen und eine intensive Nutzung: DB Regio verzeichnete seit Einführung des Deutschland-Tickets zwischen Mai und Dezember 2023 einen monatlichen durchschnittlichen Reisendenzuwachs von rund 16% im Vergleich zu den beiden Monaten vor Einführung des Deutschland-Tickets.

Neuausrichtung der Mobimeo GmbH

Ein übergeordnetes Ziel von Mobimeo war bisher die Entwicklung einer MaaS-Plattform für die Alltagsmobilität, um den ÖPNV mit Sharing- und On-demand-Angeboten in einer App zu verbinden. Dieses Produkt sollte im Innenverhältnis der DB AG eine eigenständige Lösung für die Nutzer:innen von Alltagsmobilität in Abgrenzung zu den Angeboten im Fernverkehr sein. Als Ergebnis eines Projekts "Digitalisierung Vertrieb Nahverkehr" (DIVE) der DB Regio AG wurde im Mai 2023 empfohlen, in Zukunft innerhalb der DB AG nur noch eine einheitliche Plattform für die Alltagsmobilität und den Fernverkehr weiterzuentwickeln. Diese Empfehlung ist in eine Entscheidung der Gesellschafterin von Mobimeo gemündet, die Apps, die Mobimeo bisher für DB Regio entwickelt und betrieben hat, einzustellen. Damit verliert das Unternehmen seinen wichtigsten Kunden für die umfassende MaaS-Plattform und steht vor der Aufgabe, sein Geschäftsmodell neu auszurichten.

Direkte Folge ist die Verringerung der Zahl der Mitarbeiter:innen (- 21 Beschäftigte per 31.12.2023 und weiterer Abbau in der Zukunft). Gleichzeitig wird das Potential neuer Produkte, die auf die bestehende Plattform aufbauen, im Markt überprüft, um ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln. Im weiterwachsenden Mobilitätsmarkt und vor dem Hintergrund des unverändert hohen Tempos der Digitalisierung der Mobilitätsbranche sieht die Geschäftsführung von Mobimeo die Chance, die vorhandene Expertise und Technologie zu nutzen und weiter auszubauen, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Durch die Bereitstellung von modularen Lösungen wird angestrebt, neue B2B-Kunden zu gewinnen und das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen. Um die notwendige Transformation der Gesellschaft finanziell zu ermöglichen, hat die Gesellschafterin im Juli 2023 eine entsprechende Zuzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 12 Mio. EUR geleistet.

Angaben zur Gesellschaft

1. Gesellschafter und Einordnung in den DB-Konzern

Mobimeo ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der DB AG und innerhalb des DB-Konzerns dem Bereich "Beteiligungen/ Sonstige" zugeordnet. Die Organisationsstruktur des DB-Konzerns besteht im Wesentlichen aus acht Geschäftsfeldern, die von der konzernleitenden Managementholding DB AG geführt werden. Die Anteile der DB AG befinden sich vollständig im Besitz der Bundesrepublik Deutschland.

Das Geschäftsfeld DB Fernverkehr wird durch das Vorstandsressort Personenfernverkehr und das Geschäftsfeld DB Regio durch das Vorstandsressort Regionalverkehr geführt. Das Geschäftsfeld DB Cargo ist dem Vorstandsressort Güterverkehr zugeordnet. Seit dem 1. Januar 2024 werden die bisherigen Geschäftsfelder DB Netze Fahrweg und DB Netze Personenbahnhöfe im neuen Geschäftsfeld DB InfraGO zusammengefasst. Das Geschäftsfeld DB Netze Energie wurde in DB Energie umbenannt. Die Geschäftsfelder DB InfraGO und DB Energie werden durch das Vorstandsressort Infrastruktur geführt. Die Geschäftsfelder DB Schenker und DB Arriva sind dem Vorstandsressort Finanzen&Logistik zugeordnet. Die DB AG und I Squared Capital haben im Berichtsjahr eine Vereinbarung über den Verkauf der Arriva Group und aller verbleibenden Arriva-Landesgesellschaften an I Squared Capital unterzeichnet. Die Transaktion wurde 2024 abgeschlossen. DB Arriva wird aufgrund des fortgeschrittenen Verkaufsprozesses nicht mehr als Segment im Berichtswesen des DB-Konzerns geführt.

2. Geschäftstätigkeit und Geschäftsmodell

Mobimeo wurde am 27. Juni 2018 mit dem Ziel gegründet, urbane Mobilität möglichst einfach und umweltfreundlich zu machen. Mit Standorten Berlin und Hamburg ist Mobimeo ein wesentlicher Plattformentwickler für Mobility-as-a-Service-Anwendungen (MaaS) und damit für digitale Lösungen für die urbane Mobilität von morgen in Deutschland.

Mobimeo sollte Mobilitätsanbieter mit leistungsfähigen digitalen Produkten unterstützen, die durch ihr Design und ihre Benutzerfreundlichkeit überzeugen. Zu diesem Zweck entwickelte das Unternehmen eine einheitliche digitale Plattform, auf der die Angebote des ÖPNV und privater Mobilitätsunternehmen integriert und durch Apps für die Nutzer:innen zugänglich gemacht werden. Zur Anpassung des Geschäftsmodells siehe die Absätze Neuausrichtung der Mobimeo GmbH im Kapitel Überblick und Nachtragsbericht.

Als Technologie-Unternehmen kombiniert Mobimeo die Branchenkenntnisse und die Leistungsfähigkeit eines großen Mobilitätsunternehmens mit dem Know-how eines agilen Start-ups.

3. Wirtschaftliche Entwicklung im Berichtsjahr

Im Berichtsjahr konnte Mobimeo die positive Entwicklung aus dem Vorjahr nicht fortsetzen. Insbesondere durch den Rückgang der Umsatzerlöse um 7,3 Mio. € auf 8,3 Mio. €, lag der Jahresfehlbetrag mit -10,3 Mio. € unter dem bereinigten Vorjahresergebnis von -6,1 Mio. € (ohne negativer Sondereffekte aus außerplanmäßigen Abschreibungen von immateriellen Vermögensgegenständen). Aufwandsseitig wurden Einsparungen durch Prozess- und Personaloptimierungen erzielt.

Angaben zur Unternehmensführung

Mobimeo ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) nach deutschem Recht. Die Geschäftsführer führen die Geschäfte von Mobimeo nach den Weisungen der Gesellschafterversammlung und im Rahmen von Gesetz und Satzung beziehungsweise Gesellschaftsvertrag.

Rahmenbedingungen

Wirtschaftliches Umfeld

Der Erfolg Mobimeos Aktivitäten hängt neben den unternehmerischen Maßnahmen von den sozioökonomischen Bedingungen in unserem Heimatmarkt Deutschland ab.

Auch 2023 blieb der deutsche Personenverkehrsmarkt von einem infolge der Corona-Pandemie nachhaltig veränderten Mobilitätsverhalten geprägt. In den von der Corona-Pandemie betroffenen Jahren bevorzugten Menschen tendenziell Individualverkehre zulasten öffentlicher Verkehrsmittel. Diese Tendenz schwächte sich 2023 spürbar ab. Zu Jahresbeginn 2023 war die Verkehrsnachfrage weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau. Im weiteren Verlauf des Jahres stieg die Verkehrsleistung jedoch spürbar an. Maßgeblichen Einfluss auf diese Entwicklung hatten politische Initiativen wie das bundesweit gültige Deutschland-Ticket, das im Mai 2023 eingeführt wurde. Insgesamt verzeichnet der deutsche Personenverkehrsmarkt 2023 im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Zunahme der Verkehrsleistung.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland war 2023 geprägt von Stagnation, verbunden mit einer hohen Inflationsrate, die allerdings im Jahresverlauf deutlich zurück ging. Gründe für die deutlich schwächer als erwartete Entwicklung lagen u.a. in den Nachwirkungen der hohen Energiepreise im Vorjahr, die die Kaufkraft der Konsumenten reduzierte. Die straffe Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit deutlich steigenden Zinsen unterstützte diese Entwicklung und belastete insbesondere den deutschen Bausektor massiv. Auch die im Jahresverlauf 2023 zunächst positive Entwicklung der Investitionen kehrte sich angesichts sinkender Aufträge und fallender Industrieproduktion im vierten Quartal 2023 um. Ein steigender Fachkräftemangel, v.a. im Handwerk, im Dienstleistungsbereich und in der Logistik führte dazu, dass bestehende Aufträge nicht fristgerecht bearbeitet und neue Aufträge teilweise abgelehnt wurden. Sinkende Exporte aus Deutschland infolge einer eingeschränkten Wachstumsdynamik in der Weltwirtschaft wirkten sich zusätzlich dämpfend aus.

Die Inflationsrate ist im Jahresverlauf 2023 deutlich zurückgegangen. Sie lag in den ersten Monaten 2023 noch bei rund 8%; im November 2023 betrug sie rund 3%, der niedrigste Wert seit Juni 2021. Während Energiepreise rückläufig waren, verteuerten sich die Ausgaben für Lebensmittel überproportional. Neben der sinkenden Inflationsrate und der auch infolge guter Lohnabschlüsse wieder ansteigenden Realeinkommen privater Haushalte zeigten wirtschaftliche Frühindikatoren zum Jahresende 2023 eine leicht verbesserte Stimmung. Allerdings ergaben sich neue Unsicherheiten aus den fiskalischen Implikationen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) im November 2023 über die künftige Ausgestaltung der öffentlichen Haushalte.

Entwicklung auf den relevanten Märkten

Schienenpersonenverkehr in Deutschland mit steigendem Marktanteil

Der deutsche Personenverkehr verzeichnete 2023 im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Anstieg der Verkehrsleistung, war allerdings weiterhin von einem veränderten Mobilitätsverhalten der Bevölkerung infolge der Corona-Pandemie geprägt. Die Verkehrsnachfrage blieb trotz politischer Maßnahmen, wie der Einführung des Deutschland-Tickets insgesamt unter dem Vor-Corona-Niveau. Ausmaß und Dynamik der Entwicklung fielen in den einzelnen Marktsegmenten unterschiedlich aus:

Der motorisierte Individualverkehr setzte 2023 seinen Erholungskurs fort. Wie im Vorjahr stieg die Verkehrsleistung leicht an. Er profitierte dabei von einer gesteigerten Mobilitätsnachfrage im Vergleich zu den Vorjahren, die stärker durch die Folgen der Corona-Pandemie beeinflusst waren.

Der Schienenpersonenverkehr verzeichnete 2023 einen starken Verkehrsleistungszuwachs.

Der Schienenpersonennahverkehr profitierte besonders von der Einführung des Deutschland-Tickets ab Mai 2023.

Die Nachfrage im Schienenpersonenfernverkehr war weiterhin geprägt durch zurückkehrende Privat- und Geschäftsreisende. Die Verkehrsleistung im Schienenpersonenfernverkehrsmarkt lag insbesondere im ersten Quartal 2023 deutlich über dem entsprechenden Vorjahresquartal, dass noch stark durch Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie beeinflusst war. Im weiteren Jahresverlauf legte die Verkehrsleistung weiter zu und übertraf insgesamt die bisherigen Höchstwerte aus 2019. Neben anhaltenden Nachholeffekten im Privatreisesegment wirkten insbesondere weitreichende Angebotsausweitungen von DB Fernverkehr sowie DB-konzernexterner Bahnen. FlixTrain erweiterte sein Streckennetz und bot Fahrten zu insgesamt rund 70 Zielen an. Die Schienenpersonenfernverkehrsanbieter reagieren damit angebotsseitig auf die steigende Nachfrage und den gesellschaftlichen Wunsch nach einer nachhaltigen Mobilität.

Der Marktanteil des Schienenpersonenverkehrs stieg entsprechend an.

IT/Digitalisierung für Personennahverkehr

Die Nachfrage nach digitalen Mobilitätsangeboten wie ioki, Call a Bike und Carsharing stieg 2023 weiter an. Das Interesse der Verkehrsunternehmen an On-Demand-Ergänzungen ihres bestehenden Angebots war hoch und führte zu einer anhaltenden Ausschreibungsaktivität. Durch die Erholung der Nachfrage im öffentlichen Personennahverkehr entwickelte sich auch die Nutzung der Nahverkehrs-Apps wieder positiv um Informationen vor und während der Fahrt, Buchung und Bezahlung zu ermöglichen. Unterstützt wurde diese erfolgreiche Entwicklung der Nutzerzahlen noch durch die Einführung des Deutschland-Tickets.

Mobimeo war mit seinen Produkten unmittelbar Teil dieser Entwicklung. Nach dem Ausbau der eigenen Mobilitätsplattform in den Vorjahren - u. a. aufgrund der Integration der Technologie und des Know-how nach der Übernahme des B2B/B2B-Geschäfts der moovel GmbH - war das Jahr 2023 durch den Go-live weiterer Features und den Marktstart weiterer regionaler Apps in Kooperation mit Mobility inside (Mi) geprägt. Ein wesentliches Angebot war der Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung der DB Streckenagent App von DB Regio.

Nach wie vor ist zu beobachten, dass der Mobilitätsmarkt in hohem Maß auch für branchenfremde Akteure attraktiv ist. Die Bindung bestehender und Gewinnung neuer Nutzer:innen durch ein attraktives digitales Angebot als Zugang zur urbanen Mobilität ist dabei ein Faktor für zukünftigen Erfolg.

Mobimeo entwickelt in diesem Marktumfeld die eigene technologischen Plattform weiter fort. Dabei setzt das Unternehmen auf seine Expertise und seine starke Vernetzung im Bereich des ÖPNV. In einem partnerschaftlichen Ansatz wird die Plattform zusammen mit Anbietern im Bereich des ÖPNV und neuer Mobilitätsformen wie Sharing oder On-Demand weiter ausgebaut.

Politisches Umfeld

Verfahren zum Bundeshaushalt 2024

Am 5. Juli 2023 hat die Bundesregierung den Entwurf für den Bundeshaushalt 2024 und den Finanzplan bis 2027 beschlossen. Im Etat des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) sind für die Schiene im Zeitraum von 2024 bis 2027 rund 11,5 Mrd. € mehr als bisher vorgesehen. Die Zusatzmittel betreffen sowohl die Schieneninfrastruktur als auch die weiteren Förderprogramme für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationen der Eisenbahnverkehrsunternehmen im Schienengüterverkehr, darunter zukünftig auch die Förderung des Einzelwagenverkehrs.

Am 9. August 2023 hat die Bundesregierung den Wirtschaftsplan 2024 des Sondervermögens Klima- und Transformationsfonds (KTF) sowie den Finanzplan bis 2027 beschlossen. Für die Förderung von Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur der EIU des Bundes wird dort ein neuer Titel geschaffen und 2024 mit 4 Mrd. € dotiert. Im Finanzplan bis 2027 sind insgesamt 12,5 Mrd. € für diesen Titel vorgesehen.

Am 15. November 2023 hat das Bundesverfassungsgericht verkündet, dass das Zweite Nachtragshaushaltsgesetz 2021 mit dem Grundgesetz unvereinbar und nichtig ist. In Folge des Urteils hat die Bundesregierung angekündigt, einen neuen Wirtschaftsplan für den Klima- und Transformationsfonds (KTF) für die Jahre ab 2024 zu erstellen, in dem für die Förderung von Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur der Eisenbahninfrastrukturunternehmen ein neuer Titel geschaffen worden war.

Im Dezember 2023 verständigte sich die Bundesregierung auf die Eckpunkte für einen überarbeiteten KTF sowie auf Anpassungen am Kernhaushalt zur Schließung der in Folge des KTF-Urteils entstandenen Deckungslücke. Die Einigung sieht u.a. vor, dass die im Regierungsentwurf zum KTF für die Schieneninfrastruktur vorgesehenen Mittel entfallen und stattdessen zusätzliche Mittel über Eigenkapitalerhöhungen bereitgestellt werden sollen. Geplant sind Zuführungen von insgesamt 20 Mrd. € im Zeitraum von 2024 bis 2029, davon je 5,5 Mrd. € in 2024 und 2025. Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung sieht die Verständigung der Bundesregierung zudem vor, dass im Etat des BMDV Einsparungen i.H.v. 380 Mio. € vorgenommen werden.

Am 2. Februar 2024 wurde der Bundeshaushalt 2024 von Bundestag und Bundesrat verabschiedet.

Beschluss Klimaschutzprogramm 2023

Am 4. Oktober 2023 hat die Bundesregierung das Klimaschutzprogramm 2023 beschlossen, mit dem die Einhaltung der Klimaschutzziele 2030 sichergestellt werden soll. Es beinhaltet Maßnahmen in allen Sektoren.

Für den Sektor Verkehr sind neben den Themenfeldern verstärkte Nutzung des Potenzials synthetischer Kraftstoffe, Antriebswechsel Lkw und schwere Nutzfahrzeuge, Beschleunigung Klimaneutralität Pkw, erneuerbare Energien und Elektrifizierung Luft- und Seeverkehr, Digitalisierung, Raum- und Verkehrsplanung sowie Mobilitätsmanagement auch das Themenfeld Schienenverkehr und Stärkung des Stadt- und Regionalverkehrs adressiert.

Mit Blick auf die Schiene bekräftigt die Bundesregierung die Absicht, in den kommenden Jahren erhebliche Mittel bereitzustellen, um das Schienennetz zu modernisieren und zu erweitern. Priorität wird dabei der Steigerung der Kapazität des Kernnetzes zugeschrieben. Der zusätzliche Investitionsbedarf bis 2027 wird mit rund 45 Mrd. € beziffert. Dieser soll, soweit finanziell darstellbar, u.a. mit dem Einsatz von anteiligen Einnahmen aus dem CO2-Zuschlag der Lkw-Maut gedeckt werden. Neben der Stärkung des Investitionshochlaufs für die Schiene sind u.a. auch die Stärkung und Digitalisierung des Bestandsnetzes, die Stärkung des Schienengüterverkehrs sowie ein Digitalisierungspaket Schiene als Maßnahmen benannt.

Einführung Deutschland Ticket

Das bundesweit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gültige Deutschland-Ticket wurde zum 1. Mai 2023 zum Preis von 49 € pro Monat eingeführt. Eine erste Zwischenbilanz zeigt eine hohe Akzeptanz bei den Kund:innen und eine intensive Nutzung: im Dezember 2023 besaßen rund 10 Millionen Nutzer:innen ein Deutschland-Ticket. Rund 4% der Nutzer:innen sind Neukund:innen. DB Regio verzeichnete einen Fahrgast-Zuwachs von rund 16% verglichen mit dem Monat vor der Einführung des Tickets.

Die bisher gültige Finanzierung des Deutschland-Tickets bis 2025 wurde im Rahmen des Neunten Gesetzes zur Änderung des Regionalisierungsgesetzes im März 2023 beschlossen. Bund und Länder tragen die Kosten für das Ticket demnach je zur Hälfte mit 1,5 Mrd. € pro Jahr im Zeitraum 2023 bis 2025. Etwaige Mehrkosten, die den Verkehrsunternehmen bei der Einführung des Tickets 2023 entstanden sind, werden ebenfalls hälftig von Bund und Ländern ausgeglichen. Neben der Erhöhung der Regionalisierungsmittel wurde mit dieser Gesetzesnovelle beschlossen, dass die Erhöhung der Trassen- und Stationsentgelte im Schienenpersonennahverkehr bis 2025 auf 1,8% pro Jahr festgelegt wird. Dadurch erfolgt eine Abweichung von der bisherigen Regelung im Eisenbahnregulierungsgesetz, nach der die Entgelte im Schienenpersonennahverkehr an die Dynamisierung der Regionalisierungsmittel gekoppelt sind, die ab 2023 von 1,8% auf 3,0% erhöht wurde.

Bund und Länder haben sich am 6. November 2023 in der Ministerpräsident:innen-Konferenz auf die Finanzierung für 2024 verständigt, verbunden mit der Erwartung, dass das Ticket weiterentwickelt werden soll. Dafür soll das Regionalisierungsgesetz geändert und die 2023 nicht abgerufenen Haushaltsmittel in das Folgejahr übertragen werden.

Gesetzgebungsvorschlag Multimodal Digital-Mobility-Services

Die Europäische Kommission hat einen Gesetzgebungsvorschlag zu Multimodal Digital Mobility Services (MDMS) angekündigt, der datentechnische Aspekte des Vertriebs (z.B. Weitergabe von Echtzeit- und Prognosedaten) und auch rein kommerzielle Punkte regeln soll (z.B. Verpflichtung zum Eingehen von Vertragsbeziehungen unter bestimmten Umständen). Die Kommission strebt an, den Zugang zu bestehenden Verkaufskanälen sowie zu Echtzeitdaten zu lockern. Zudem soll u.a. die Weiterreise bei Störungen verbessert werden (Journey Continuation). Die Vorlage des Gesetzgebungsentwurfs der Kommission ist mehrfach verschoben worden. Auch der letzte Vorlagetermin im Oktober 2023 ist bis auf weiteres verschoben worden. Voraussichtlich wird die Kommission ihren Vorschlag nun erst in der nächsten EU-Legislatur, die in 2024 beginnt, vorlegen.

Aktuell richtet der DB-Konzern den internationalen Vertrieb anhand der im September 2021 beschlossenen sog. Ticketing Roadmap des europäischen Dachverbands Community of European Railway and Infrastructure Companies (CER) noch stärker auf Europa aus. Im Zentrum der Roadmap stehen eine Implementierung der wichtigsten Meilensteine mit Fokus auf die Schiene bis 2025 und eine Ausweitung auf multimodale Anwendungen bis 2030. Zentraler Baustein ist u.a. eine europaweite Implementierung des Open Sales and Distribution Models (OSDM), einer gemeinsamen technischen Schnittstelle zur Verbindung der Ticketingsysteme des Bahn- und Vertriebssektors in Europa.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ergebnisentwicklung

1. Umsatz

Der Umsatz fiel im Berichtsjahr auf 8.383 T€ (im Vorjahr: 15.641 T€). Die Akquise neuer Kunden hat sich in diesem Zusammenhang als eine wesentliche Herausforderung erwiesen. Im Berichtsjahr wurden 6.656 T€ (im Vorjahr: 12.698 T€) mit Gesellschaften des DB-Konzerns erzielt.

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge entfallen unter anderem auf Weiterbelastungen von Aufwendungen an die DB AG in Höhe von 316 T€ (im Vorjahr: 364 T€), Buchgewinne aus dem Verkauf von Software in Höhe von 394 T€ (im Vorjahr: 0 T€) und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 252 T€ (im Vorjahr: 21 T€).

3. Materialaufwand

Mit 615 T€ reduzierte sich der Materialaufwand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 370 T€. Hierzu trug insbesondere der reduzierte Bedarf von Freelancer-Leistungen bei.

4. Personalaufwand

Der Personalaufwand lag im Jahr 2023 mit 15.085 T€ über dem Vorjahresniveau von 14.676 T€. Der Anstieg ist unter anderem auf Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von 329 T€ zurückzuführen.

5. Sonstiger betrieblicher Aufwand

Im Vergleich zum Vorjahr reduzierten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 323 T€ auf 3.986 T€. Dies ist im Wesentlichen auf eine gesunkene Inanspruchnahme von Datendiensten und bezogenen IT-Leistungen gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen.

6. Abschreibungen

Die hohen Abschreibungen im Vorjahr resultierten insbesondere aus der Neubewertung zweier Posten: der selbst geschaffenen Software und des Geschäfts- oder Firmenwertes. Beide Posten wurden im Geschäftsjahr 2022 aufgrund der geänderter Zukunftserwartungen vollständig abgeschrieben.

7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die sonstigen Zinsen und Erträge resultieren im Geschäftsjahr im Wesentlichen aus der unterjährigen Verzinsung der Cash-Pool Guthaben.

8. Jahresfehlbetrag

Das Ergebnis nach Steuern fiel mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 10.314 T€ erwartungsgemäß negativ aus und verbesserte sich um 8.379 T€ gegenüber dem Vorjahr.

Abweichungen von der prognostizierten Ertragslage

Die Entwicklung von Mobimeo im Berichtsjahr entspricht der im Lagebericht zum Geschäftsjahr 2022 abgegebenen Prognose für die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis.

Finanzlage

Durch die Einbindung in den DB-Konzern kann Mobimeo die Refinanzierungsmöglichkeiten des DB-Konzerns nutzen. Das Finanzmanagement-System des DB-Konzerns ist im Konzernlagebericht des DB-Konzerns ausführlich beschrieben.

Das Treasury-Zentrum für den DB-Konzern ist in der DB AG angesiedelt. Vor der DB-konzernexternen Beschaffung von Finanzmitteln wird ein Finanzmittelausgleich innerhalb des DB-Konzerns vorgenommen. Für den DB-Konzern sowie Mobimeo liegen die Vorteile in der Bündelung von Know-how, der Realisierung von Synergieeffekten sowie in der Minimierung der Refinanzierungskosten.

Die Kreditwürdigkeit des DB-Konzerns wird von den Rating-Agenturen S&P Global Ratings (S&P) und Moody's laufend überprüft und beurteilt. S&P und Moody's haben im Berichtsjahr keine Veränderungen der Rating-Einschätzungen und der Ausblicke der DB AG vorgenommen. Details zu den Rating-Einstufungen der DB AG sind online verfügbar.

Mobimeo ist kurz- bis mittelfristig auf die finanzielle Unterstützung durch die Gesellschafterin angewiesen.

Die Gesellschaft war während des Geschäftsjahres jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Investitionen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Wesentlichen Investitionen getätigt.

Bilanzstruktur

1. Die Bilanzsumme beträgt 10.894 T€ und hat ist im Vergleich zum Vorjahr um 200 T€ gestiegen.

2. Das Anlagevermögen reduzierte sich um 116 T€ auf 184 T€, was insbesondere auf die planmäßige Abschreibung der Betriebs- und Geschäftsausstattung zurückzuführen ist.

3. Das Umlaufvermögen in Höhe von 10.588 T€ und einem Anteil von 97,2 Prozent an der Bilanzsumme besteht im Wesentlichen aus Forderungen gegen die Gesellschafterin aufgrund des Cash-Pooling in Höhe von 10.060 T€ sowie Forderungen aus Lieferung und Leistungen in Höhe von 178 T€.

4. Das Eigenkapital erhöhte sich in Folge einer Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 12.000 T€ und des Jahresfehlbetrages in Höhe von 10.314 T€ auf 9.598 T€ und beträgt nun 88,1 Prozent der Bilanzsumme.

Bilanzstruktur in % der Bilanzsumme 31.12.2023 31.12.2022
Aktiva
Anlagevermögen 1,7 2,8
Umlaufvermögen 97,2 94,3
Rechnungsabgrenzungsposten 1,1 2,9
100,0 100,0
Passiva
Eigenkapital 88,1 74,0
Rückstellungen 8,6 9,7
Verbindlichkeiten 3,3 16,3
100,0 100,0
Bilanzsumme in T€ 10.894 10.694

Nicht-finanzielle Kennzahlen

Qualität

Kundenzufriedenheit

Aufgrund der Größe und der Struktur des Kundenstamms von Mobimeo im Berichtsjahr wurde die Kundenzufriedenheit ausschließlich durch qualitative Erhebungen ermittelt. Im Verlauf und zum Abschluss der Projektphasen wurde dazu im Rahmen von Feedback-Gesprächen die Zufriedenheit der Kunden u. a. in den Bereichen Projektmanagement, Innovationskraft, Produktqualität und Nutzen abgefragt. Hervorgehoben wird im Rahmen von Feedback-Gesprächen die Marktkenntnis, die ausgeprägte Nutzerzentrierung bei der Produktentwicklung durch den Einsatz von Marktforschung und die attraktive Gestaltung der Frontends (User Interface/UI und User Experience/UX).

Monthly Active User

Ein internes Kriterium für die Qualität der von Mobimeo erbrachten Leistungen ist die Nutzung der von den Nutzer:innen eingesetzten Apps. Es wird anhand der Anzahl der Monthly Active User (MAU) auf der Plattform überprüft. MAU sind Nutzer:innen, die eine der Apps mindestens einmal im Erhebungszeitraum geöffnet haben, bezogen auf die Apps aller Kunden von Mobimeo. Die Anzahl der MAU wird maßgeblich durch Marketing-Maßnahmen der Kunden von Mobimeo für Akquisition, Aktivierung und Bindung der Nutzer:innen bestimmt. Die für das Jahr 2023 prognostizierten MAU-Zahlen lagen unter anderem aufgrund des Betriebs der DB Streckenagent App auf der Plattform von Mobimeo im vorhergesehenen Rahmen.

Mitarbeitende

Um eine bessere Vergleichbarkeit im Zeitablauf zu gewährleisten, rechnen wir die Zahl der Mitarbeiter:innen im DB-Konzern in Vollzeitpersonen (VZP) um. Teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter:innen werden dabei entsprechend ihrem Anteil an der regulären Jahresarbeitszeit berücksichtigt.

Zur Steuerung der Aufgaben in allen Unternehmensbereichen wird bei Mobimeo ein Priorisierungsprozess in Form von Objective Key Results (OKR) durchgeführt. Die Planung und Erfolgskontrolle anhand von OKRs wird auf Quartalsbasis in allen Unternehmensbereichen umgesetzt.

Die moderne IT-Infrastruktur von Mobimeo, inklusive Software-Tools zur Durchführung virtueller Meetings, ermöglichte es den Mitarbeiter:innen während der Corona Pandemie, ihre zuvor im Büro erbrachte Arbeitsleistung nahtlos fortzusetzen. Diese Erfahrung nahm Mobimeo zum Anlass, auch nach Beendigung der vorgegebenen Corona-Schutzmaßnahmen weiterhin mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Das hybride Arbeitsmodell sieht vor, dass Mitarbeiter:innen mindestens sechs Tage pro Quartal zusammen mit ihren Teams an den jeweiligen Büros an den Standorten Berlin oder Hamburg arbeiten. Die Tage im Büro sollen dabei unterstützen, die persönlichen Beziehungen zwischen den Kolleg:innen zu stärken und kreative Prozesse zu fördern. Die (IT-) Ausstattung der Meetingräume in den beiden Büros wurde der hybriden Arbeitsweise angepasst.

Eine interne Veranstaltung innerhalb des Produktbereichs, eine firmenweite gemeinsame Sommerfeier, sowie standortinterne Jahresabschlussfeiern führten zu einer positiven Tendenz in der Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen.

Zum 31. Dezember 2023 hatte die Gesellschaft 127 VZP. Diese Zahl ist im Jahresverlauf um 21 VZP gesunken. Im Jahresdurchschnitt 2023 waren 147 VZP bei Mobimeo beschäftigt.

Maßnahmen im Bereich Soziales

Wie in den beiden letzten Lageberichten dargestellt hat Mobimeo Maßnahmen etabliert, um die Mitarbeiter:innen in Bezug auf ihre individuellen Herausforderungen bestmöglich zu unterstützen. Durch die Einführung des mobilen Arbeitens wurde den Mitarbeiter:innen mehr Selbstbestimmung ermöglicht und zusammen mit den flexiblen Arbeitszeiten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert.

Zusätzlich ermöglicht Mobimeo allen Mitarbeiter:innen, für die Dauer von bis zu drei Monaten eine berufliche Auszeit in Form eines Sabbaticals zu nehmen. Dies bietet den Mitarbeiter:innen die Chance, z.B. aus persönlichen Gründen eine längere Erholungsphase zu haben, familiären Verpflichtungen nachzukommen oder sich fortzubilden.

Um der hinzukommenden Belastung der steigenden Inflation entgegenzuwirken, wurden zusätzliche Maßnahmen umgesetzt. Alle Mitarbeiter:Innen haben die Möglichkeit täglich ein durch Mobimeo finanziertes Mittagessen in den Büros zu erhalten.

Mitarbeiterzufriedenheit

Eine regelmäßige digitale Kurzbefragung wird alle vier Wochen an die Mitarbeiter:innen verschickt. Durch die Auswertung der Ergebnisse kann die Geschäftsführung trotz mobiler Arbeit die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen im Blick behalten und bei Bedarf gegensteuern. Die Beteiligungsquote lag im Jahr 2023 bei durchschnittlich 31 Prozent.

In der Befragung wird u. a. die allgemeine Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen, die Atmosphäre in den Teams sowie die Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance und dem Arbeitsvolumen erfragt.

Die Fluktuation bei den Mitarbeiter:innen lag im Jahr 2023 bei monatlich durchschnittlich 4,3 Prozent (im Vorjahr: 1,8 Prozent).

Ökologie

Klimaschutz

Der DB-Konzern will bis 2040 klimaneutral werden. Bei der Definition der Klimaneutralität hält sich der DB-Konzern an den NetZero-Standard der international anerkannten Science Based Targets initiative (SBTi) und folgt damit einem 1,5°C Pfad, zu dem sich der DB-Konzern 2022 bekannt hat. Zudem ist der DB-Konzern Teil der UN-Initiative Race to Zero. Um sein Klimaschutzziel zu erreichen, seine negativen Auswirkungen auf das Klima zu reduzieren und zukünftig ganz zu vermeiden, hat sich der DB-Konzern anspruchsvolle Etappenziele gesetzt:

Bis 2030 wird der DB-Konzern die spezifischen Treibhausgasemissionen - also die auf Leistungsgrößen wie die Verkehrsleistung bezogenen Emissionen - gegenüber 2006 weltweit mehr als halbieren. Die lange Laufzeit des Ziels hat der DB-Konzern aufgrund seiner sehr lang-lebigen Produktionsmittel gewählt, so finden die Effekte der vielfältigen Effizienzmaßnahmen eine bessere Berücksichtigung. Für die Zielerreichung 2030 und auf dem Weg zum klimaneutralen DB-Konzern sind die wesentlichen Maßnahmen die Anhebung des Anteils erneuerbarer Energien für die strombasierten Verkehre des DB-Konzerns, der Ausbau alternativer Antriebe und Kraftstoffe und somit der Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen, die Erhöhung der Energieeffizienz sowie die Einführung neuer Mobilitätsangebote, um auch den Verkehr jenseits der Schiene von der ersten bis zur letzten Meile klimafreundlich zu gestalten. Knapp 93% der Transporte des DB-Konzerns im Schienenpersonen- und -güterverkehr in Deutschland (basierend auf Leistungstonnenkilometer (Ltkm)) werden bereits elektrisch durchgeführt.

Der DB-Konzern plant, bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energien am DB-Bahnstrommix in Deutschland auf 80% zu erhöhen.

Bis spätestens 2038 will der DB-Konzern bei den DB-Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland vollständig auf Ökostrom umgestiegen sein.

Bei den Gebäuden und stationären Anlagen des DB-Konzerns wurde begonnen, die Stromversorgung auf regenerative Energiequellen umzustellen. Ab 2025 werden alle Werke, Bürogebäude und Bahnhöfe des DB-Konzerns in Deutschland vollständig mit Ökostrom versorgt.

Als Teil des DB-Konzerns trägt die Mobimeo GmbH zur Erreichung der DB-Klimaziele bei.

Strategie

Mit der Dachstrategie Starke Schiene des DB-Konzerns wurde ein größerer Rahmen geschaffen, der deutlich macht, wofür der DB-Konzern steht und welche Richtung verfolgt wird. Zudem werden zentrale verkehrs- und klimapolitische Ziele der Bundesregierung in Angriff genommen.

Der strategische Ansatz der Starken Schiene fußt darauf, dass Deutschland die selbst gesetzten Klimaziele nur erreichen wird, wenn es im kommenden Jahrzehnt gelingt, massiv Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Im Rahmen der Starken Schiene konzentriert sich der DB-Konzern auf dieses Unterfangen: Für das Klima. Für die Menschen. Für die Wirtschaft. Für Europa.

Ziel der Strategie Starke Schiene ist es, den DB-Konzern robuster, schlagkräftiger und moderner zu machen. Für jedes der drei Ausbaufelder wurden fünf zentrale Themen definiert. Hinzu kommt das Thema Grüne Transformation. Dies sind die sogenannten Ausbausteine. Zentrales Kriterium für die Auswahl der Ausbausteine ist ihre geschäftsfeldübergreifende Bedeutung für das DB-Konzernziel der Starken Schiene. In Summe ergeben sich daraus 16 für den DB-Konzern relevante Ausbausteine. Sie werden im Rahmen der Strategie noch durch geschäftsfeldspezifische Ausbausteine ergänzt.

Im Berichtsjahr wurde die Strategie Starke Schiene des DB-Konzerns weiterentwickelt. Zur weiteren Fokussierung wurden Anpassungen am Zielsystem vorgenommen. Zudem werden einzelne Ausbausteine neu aufgesetzt beziehungsweise Inhalte neu justiert.

Die zentralen Ziele der Starken Schiene sind:

Leistung eines wesentlichen Beitrags zur Erreichung von Deutschlands Klimazielen.

Konzentration auf das Kerngeschäft, den Systemverbund Bahn, zu dem auch Mobimeo gehört. Das Leitbild des DB-Konzerns ist die Starke Schiene in Deutschland und deren Umsetzung.

Erzielung einer deutlichen Verkehrsverlagerung auf die Schiene:

Im Schienenpersonenfernverkehr soll die Verkehrsleistung (gemessen in Pkm) im Vergleich zu 2015 auf mehr als 70 Milliarden Pkm jährlich verdoppelt werden.

Im öffentlichen Schienenpersonennahverkehr will der DB-Konzern im Vergleich zu 2015 mehr als 600 Millionen Reisende jährlich zusätzlich befördern.

Zusammen mit dem Bund will der DB-Konzern 30% mehr Kapazität in der Schieneninfrastruktur schaffen. Dies soll durch Ausbau, technologische Innovation und Digitalisierung sowie eine bessere Ausnutzung vorhandener Kapazitäten erreicht werden.

Zusammen mit dem Bund will der DB-Konzern zudem die Zustandsnote im Hochleistungsnetz auf eine Schulnote von mindestens 2,5 verbessern. Dies soll durch die Verstetigung der Instandhaltungsleistung und der Investitionen in der Schieneninfrastruktur, die Generalsanierung der Hochleistungskorridore sowie einer Umstellung des Instandhaltungsregimes erreicht werden.

Alles, was der DB-Konzern tut, wird am Beitrag zu einer Starken Schiene gemessen. Das hat auch Auswirkungen auf die Beteiligungen des DB-Konzerns. Beteiligungen mit strategischer Bedeutung für die Starke Schiene werden als Finanzbeteiligungen weitergeführt. Gemeinsame operative Initiativen werden sich auf die Erzielung von Synergien innerhalb des integrierten Netzwerks konzentrieren. Beteiligungen ohne strategische Relevanz für die Starke Schiene werden auf den Prüfstand gestellt.

Nachtragsbericht

Bundeshaushalt 2024 beschlossen

Am 2. Februar 2024 wurde der Bundeshaushalt 2024 von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Für die wesentlichen Schienentitel stehen in Summe Mittel i.H.v. über 17 Mrd. € und damit rund 7 Mrd. € mehr zur Verfügung als im Bundeshaushalt 2023 und knapp 7 Mrd. € mehr als in der alten Finanzplanung des Bundes vorgesehen.

Teil der Mittel für die Schiene ist eine Eigenkapitalerhöhung von 5,5 Mrd. €, die gegenüber dem Regierungsentwurf um 4,375 Mrd. € erhöht wurde. Die zusätzliche Eigenkapitalerhöhung dient der Kompensation für gegenüber dem Regierungsentwurf vom 9. August 2023 wegfallende Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds.

Mit einem Zuwachs von knapp 2,8 Mrd. € im Vergleich zu 2023 wurde die Dotierung des Haushaltstitels zur Sanierung des Bestandsnetzes (Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung) deutlich auf knapp 7,5 Mrd. € angehoben. Durch die Mittelausstattung im Bundeshaushalt 2024 ist der Finanzierungsbedarf für die Generalsanierung und den Erhalt des Bestandsnetzes im Jahr 2024 hinterlegt.

Der ERTMS-Titel zur Digitalisierung der Schiene ist 2024 mit knapp 1,1 Mrd. € dotiert, eine Zunahme um rund 0,45 Mrd. € gegenüber 2023.

Für den Neu- und Ausbau im Rahmen des Bedarfsplans sind knapp 1,7 Mrd. € und damit rund 0,3 Mrd. € weniger als 2023 verankert.

In beiden Titeln (ERTMS und Neu- und Ausbau) bestehen zusätzlich noch Ausgabereste aus vergangenen Jahren.

Im Bereich der Schienenverkehrsförderung gab es gegenüber dem Regierungsentwurf Abschmelzungen, um die durch die Haushaltskonsolidierung notwendige Plafonds-Absenkung im Etat des BMDV zu finanzieren. Die Kürzungen betreffen vor allem die Trassen- und Anlagenpreisförderung für den Schienengüterverkehr, die für 2024 nun 229 Mio. € (statt 350 Mio. €) bzw. 20 Mio. € (statt 85 Mio. €) betragen. Die Einzelwagenverkehrsförderung verbleibt unverändert bei knapp 300 Mio. € und damit auf einem deutlich höheren Niveau als 2023 (80 Mio. €).

Mit dem Bundeshaushalt 2024, dem aktuellen Finanzplan bis 2027 und dem DB-Eigenbeitrag sind für den Zeitraum von 2024 bis 2027 damit insgesamt Zusatzmittel von etwa 27 Mrd. € vorgesehen. Der identifizierte zusätzliche Finanzierungsbedarf für die Schiene bis 2027 beträgt insgesamt 45 Mrd. € und ist damit noch nicht vollständig gedeckt.

Neuausrichtung der Mobimeo GmbH

Ein übergeordnetes Ziel von Mobimeo war bisher die Entwicklung einer MaaS-Plattform für die Alltagsmobilität, die den ÖPNV mit Sharing- und On-demand-Angeboten in einer App verbindet. Dieses Produkt sollte im Innenverhältnis der DB AG als eigenständige Lösung für die Nutzer:innen von Alltagsmobilität positioniert werden, abgegrenzt von den Angeboten im Fernverkehr.Im Rahmen einer strategischen Neubewertung hat die Gesellschafterin von Mobimeo entschieden, die Apps, die Mobimeo bisher für DB Regio entwickelt und betrieben hat, einzustellen. Als Folge dieser Entscheidung verliert das Unternehmen seinen wichtigsten Kunden für die umfassende MaaS-Plattform und sieht sich gezwungen, das Geschäftsmodell grundlegend neu auszurichten.

Im Geschäftsjahr 2024 steht die Gesellschaft somit vor der Herausforderung, diese Neuausrichtung umzusetzen, was umfangreiche Anpassungen in Organisation und Geschäftsmodell erfordert. Die Gesellschafterin hat im November 2024 einer Neuausrichtung der Mobimeo zugestimmt. Dabei liegt der zukünftige Schwerpunkt auf der Integration und Weiterentwicklung urbaner Mobilitätsangebote in die bereits bestehenden digitalen Lösungen der DB AG unter Nutzung der vorhandenen Expertise und Technologie.

Um die Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen und das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen sind jedoch weitere erhebliche Kosteneinsparung, unter anderem durch die Verringerung der Zahl der Mitarbeiter:innen, notwendig. Zur Unterstützung der notwendigen Transformation der Gesellschaft, hat die Gesellschafterin im November 2024 eine Zuzahlung in Höhe von 3,5 Mio. EUR in die Kapitalrücklage in Aussicht gestellt, wovon bereits 2,5 Mio. EUR ausgezahlt wurden. Die erfolgreiche Neuausrichtung des operativen Geschäfts und die Finanzierung ist mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet, sodass ein bestandsgefährdendes Risiko besteht, da ansonsten die Gesellschaft möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf ihre Vermögensgegenstände zu realisieren sowie ihre Schulden zu begleichen.

Nach Schluss des Berichtsjahres sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

Chancen- und Risikobericht

Mit den Geschäftsaktivitäten von Mobimeo sind neben Chancen auch Risiken verbunden. Dabei zielt die Geschäftspolitik des DB-Konzerns sowohl auf die Wahrnehmung von Chancen als auch im Rahmen des Risikomanagements auf eine aktive Steuerung identifizierter Risiken. Die hierfür notwendige Informationsaufbereitung erfolgt bei Mobimeo im integrierten Risikomanagementsystem, das an den gesetzlichen Anforderungen ausgerichtet ist. Dieses System wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Chancen aus eigenen Maßnahmen oder verbesserten Markt- und Umfeldbedingungen

Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt im Bereich der Verbesserung der Leistungs- und Servicequalität für unsere Kund:innen. Wir sehen hierin Chancen für zusätzliche Verbesserungen des Zuspruchs der Kund:innen.

Das relevante gesamtwirtschaftliche Umfeld könnte sich insgesamt besser entwickeln als bisher erwartet. Daraus resultierende Abweichungen würden sich positiv auf den DB-Konzern und seine Geschäftsfelder auswirken. Unsere strategische Ausrichtung und unsere Marktposition eröffnen uns hier Chancen, von einer positiveren konjunkturellen Entwicklung zusätzlich zu profitieren.

Wesentliche Risiken und Maßnahmen zu ihrer Begrenzung

Risiken für Mobimeo liegen v.a. in den folgenden Bereichen :

Produktion und Technik:

Standards

Die von Verkehrsverbünden und -unternehmen eingesetzten digitalen Systeme sind in Deutschland in hohem Maß vielfältig und unterschiedlich. Aufgrund der parallelen Entwicklung in der Vergangenheit fehlt es bisher an Standards. Dies stellt besondere Herausforderungen an die technische Entwicklung einer übergreifenden Plattform, da u. a. stark voneinander abweichende Datenquellen eingebunden werden müssen. Dieser Umstand kann zu erhöhtem Entwicklungs- und Zeitaufwand führen.

Im Berichtszeitraum ist durch Mobimeo eine einheitliche, skalierbare Plattform fortentwickelt worden, die die Basis für die Apps bestehender und zukünftiger Kunden sein wird.

Digitalisierung

Die zunehmende Digitalisierung führt dazu, dass das Ausmaß der Abhängigkeit von rund um die Uhr verfügbarer und sicherer IT zunimmt. Daraus resultieren IT-, Telekommunikations- und Cyberrisiken wie die Unterbrechung der Verfügbarkeit von IT-Systemen, die zu schwerwiegenden Geschäftsunterbrechungen führen können, oder der unautorisierte Zugang Dritter zu Kundendaten.

Dem begegnet der DB-Konzern u.a. durch ein vorausblickendes Informationssicherheitsmanagement, das für die notwendige Absicherung der informationsgestützten Geschäftsprozesse sorgt. Ein hierfür wesentliches Instrument ist das Risikomanagement für Informationen, IT-Anwendungen und IT-Infrastrukturen/ -Services. Die relevanten Risiken werden identifiziert, analysiert, bewertet und reduziert. Die verbleibenden Risiken werden dokumentiert sowie ggf. an entsprechende Stellen gemeldet und überwacht. Das Informationssicherheitsmanagement des DB-Konzerns folgt internationalen Standards gem. ISO 27001/27002:2013 sowie dem NIST Cyber Security Framework.

Absatzmarkt:

In Deutschland betreiben große Verkehrsverbünde und -unternehmen als Vorreiter der Digitalisierung im Bereich des ÖPNV bereits Apps mit Basisfunktionalitäten wie Routing und Ticketing. Daneben sind erste multimodale Angebote entstanden, in den der ÖPNV mit neuen Formen der Mobilität wie Sharing-Fahrzeugen verbunden wird. Die große Fragmentierung des ÖPNV auf Anbieterseite in Deutschland, der Mangel an Standardisierung in Bezug auf digitale Schnittstellen, Datenformate und -austausch sowie Defizite bei der Einschätzung des Stellenwerts der digitalen Kundenschnittstelle kann dazu führen, dass sich digitale Lösungen langsamer im Markt etablieren, als notwendig ist und durch Mobimeo prognostiziert wird.

Aufgrund der Attraktivität des Mobilitätsmarktes ist in Zukunft mit zunehmendem Wettbewerb auch durch branchenfremde Anbieter im Bereich der digitalen Lösungen für die Alltagsmobilität zu rechnen. Mobimeo begegnet dieser Entwicklung, indem bestehende Partnerschaften weiter ausgebaut und die Produktenentwicklung forciert wird.

Im Rahmen der aktuellen EU-weiten Ausschreibungen von Verkehrsverbünden und -unternehmen für MaaS-Lösungen werden in der Regel sehr spezifische und lokale Anforderungen gestellt. Vor allem IT-Service-Unternehmen können in diesem Umfeld mit geringen Preisen Zuschläge erhalten. Auf der anderen Seite müssen Produkt-Unternehmen wie Mobimeo neben den Kosten für die Produktentwicklung hohe Aufwendungen für die Anpassung an spezifische Anforderungen antizipieren. Insofern besteht für Mobimeo das Risiko, sich mit Vorteilen des angebotenen digitalen Produktes nicht durchsetzen zu können. Darüber hinaus sind relevante Märkte und Kunden nach erfolgter Vergabe in Folge von Ausschreibungen in der Regel über Jahre versperrt.

Vor dem Hintergrund der Sparbemühungen der öffentlichen Haushalte ergibt sich das Risiko, dass das Niveau der Bestellerentgelte für zukünftige Vergaben oder bestehende Leistungen im ÖPNV auch bezogen auf den digitalen Vertrieb gekürzt wird. Mobimeo begegnet diesem Risiko, indem eine einheitliche und bundesweite Lösung anstrebt wird, die zu Optimierungspotential der Kostenstrukturen von Einzelvergaben führen kann.

Zum aktuellen Stand bezogen auf die Neuausrichtung im DB Konzern siehe im Abschnitt Nachtragsbericht unter "Neuausrichtung der Mobimeo GmbH".

Zusätzlich gibt es für Mobimeo die folgenden Risiken:

Personalrisiken: Trotz Entlassungen in der IT-Branche Ende 2022 steht Mobimeo nach wie vor in einem starken Wettbewerb um Fachkräfte. Grund ist, dass es in Deutschland und weltweit nach wie vor eine erhebliche Zahl an unbesetzten Stellen für IT-Experten u. a. in öffentlichen Organisatoren und in kleinen und mittleren Unternehmen gibt.

IT-/Telekommunikations-/Cyberrisiken zum Beispiel in Form eines unzureichenden IT-Managements, das zu schwerwiegenden Geschäftsunterbrechungen führen kann. Mobimeo setzt eine Vielzahl von Methoden und Mitteln ein, um diese Risiken zu minimieren.

Klimabedingte Risiken im Zusammenhang mit Extremwetterereignissen, die sich aus dem Klimawandel ergeben.

Übrige Risiken, zum Beispiel rechtliche Risiken (unter anderem Schadenersatzansprüche oder Rechtsstreitigkeiten).

Finanzierung:

Der mit der DB AG bestehende Ergebnisabführungsvertrag (EAV) vom 19. November 2018 ist durch Kündigung zum 30. November 2020 beendet worden. Die Eintragung der Kündigung des EAV in das Handelsregister erfolgte am 7. Dezember 2020. Mobimeo verfügt derzeit nicht über freie Kreditlinien zur Abdeckung eines potenziellen zukünftigen Liquiditätsbedarfs. In Abhängigkeit vom Erfolg der operativen Neuausrichtung der Gesellschaft, vor allem dem rechtzeitigen Abschluss von Leistungsvereinbarungen insbesondere mit den konzerninternen Kunden DB Regio AG und DB Fernverkehr AG, ist daher nicht auszuschließen, dass zur Sicherung des Fortbestands eine weitere finanzielle Unterstützung durch den Gesellschafter erforderlich sein wird. Deren Gewährung bzw. die erfolgreiche Neuausrichtung des operativen Geschäfts sind mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet, sodass ein bestandsgefährdendes Risiko besteht, da ansonsten die Gesellschaft möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf ihre Vermögensgegenstände zu realisieren sowie ihre Schulden zu begleichen. Aufgrund der bewussten Beendigung des EAV durch die DB AG bei gleichzeitiger Hervorhebung der strategischen Bedeutung von Mobimeo in Form der Aufnahme der Gesellschaft in die Konzernstrategie Starke Schiene ist jedoch wie bisher von einer weiter bestehenden Bereitschaft der DB AG zur Finanzierung von Mobimeo auszugehen. Die Geschäftsführung von Mobimeo sieht die folgenden Möglichkeiten zur weiteren Sicherstellung der Finanzierung:

Abschluss wesentlicher Leistungsvereinbarungen mit DB-konzerninternen Kunden, die zu signifikanten Einnahmeerhöhungen bei unterproportionalen Ausgabensteigerungen führen

Einzahlung der DB AG in die Kapitalrücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB

Kapitalerhöhung gem. § 55 GmbHG

Einräumung einer Kreditlinie durch die DB AG im Rahmen des Cashpooling oder Ausgabe eines Wandeldarlehens

Abschluss eines Beherrschung- und Ergebnisabführungsvertrages

Die finanzielle Stabilität der Gesellschaft wird in Folge einer Zuzahlung der Gesellschafterin (siehe im Abschnitt Nachtragsbericht unter "Neuausrichtung der Mobimeo GmbH") in die Kapitalrücklage vorerst gesichert sein. Eine weitere Voraussetzung für die Umsetzung des Restrukturierungsplans und der Neuausrichtung ist der tatsächliche Abschluss der Leistungsvereinbarungen, insbesondere mit der DB Regio AG und der DB Fernverkehr AG, jeweils Frankfurt am Main, um die im Restrukturierungsplan unterstellten Einnahmen zu untersetzen. Gegenwärtig sind die Vereinbarungen in der Umsetzung.

Da wir von der Umsetzung des Gesellschafterbeschlusses vom 12. November 2024 und des Restrukturierungsplans ausgehen, wurde der Jahresabschluss unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Umfassendes Risikomanagementsystem

Die Grundsätze des Risikomanagements werden von der Konzernleitung des DB-Konzerns vorgegeben und durch Mobimeo umgesetzt. Im Rahmen des Risikofrüherkennungssystems wird der Gesellschafterin von Mobimeo dreimal jährlich berichtet. Für außerhalb des Berichtsturnus auftretende Risiken und Fehlentwicklungen besteht eine unmittelbare Berichtspflicht, Akquisitionsvorhaben unterliegen zusätzlich einer besonderen Überwachung.

Im Risikomanagementsystem des DB-Konzerns wird die Gesamtheit der Risiken unter Berücksichtigung von Wesentlichkeitsgrenzen in einem Risikoportfolio sowie einer detaillierten Einzelaufstellung abgebildet. Die im Risikobericht erfassten Risiken sind kategorisiert und nach Eintrittswahrscheinlichkeiten klassifiziert. Die Analyse umfasst neben den möglichen Auswirkungen zugleich die Ansatzpunkte und die Kosten von Gegenmaßnahmen.

Bewertung der derzeitigen Risikoposition

Per 31. Dezember 2023 lagen die Risiko-Schwerpunkte von Mobimeo für die Entwicklung im Folgejahr unverändert in den Bereichen der Plattformentwicklung, der weiteren Gewinnung von Kunden sowie der Mitarbeiterbindung. Wie im Vorjahr ist die Gesellschaft voraussichtlich von künftigen Finanzierungsrunden durch die Gesellschafter abhängig. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtrisikoposition zum Bilanzstichtag stabil.

Zum aktuellen Stand bezogen auf die Finanzierungssituation der Mobimeo GmbH siehe im Abschnitt Nachtragsbericht unter "Neuausrichtung der Mobimeo GmbH".

Als Ergebnis unserer Analyse von Risiken, Gegenmaßnahmen, Absicherungen und Vorsorgen sind auf Basis der gegenwärtigen Risikobewertung bis auf die langfristige Finanzierungssicherheit der Gesellschaft keine weiteren bestandsgefährdenden Risiken vorhanden.

Prognosebericht

Die deutsche Wirtschaft sieht sich auch 2024 mit großen Herausforderungen konfrontiert. Die Energiepreise werden 2024 voraussichtlich steigen, da staatliche Zuschüsse für Strom-Netzentgelte wegfallen, die CO 2 -Steuer steigt und die Mehrwertsteuer für Gas ab März 2024 wieder angehoben wird. Es wird für 2024 von einer stagnierenden deutschen Wirtschaftsleistung ausgegangen. Nachhaltige Veränderungen von Arbeitsformen (z.B. anhaltende Nutzung von mobilem Arbeiten) sowie die Substitution von Präsenzveranstaltungen durch Online-Formate haben sich während der Corona-Pandemie etabliert. Im Personenverkehr ist daher insgesamt noch nicht wieder von einer Rückkehr auf das Vor-Corona-Niveau auszugehen. Im Güterverkehr wird mit einer Stagnation gerechnet.

Es wird davon ausgegangen, dass mittel- und langfristig die Treiber des Wachstums des öffentlichen Verkehrs weiter bestehen bleiben. Die klimapolitischen Ziele Europas und Deutschlands sind ohne eine Verkehrswende zugunsten des öffentlichen Verkehrs nicht erreichbar. Nachteile, die der straßengebundene Güter- und Personenverkehr mit sich bringen (z.B. Schadstoffbelastungen, hoher Flächenbedarf für PKW, den viele Städte nicht mehr bereitstellen wollen), werden nach Überwindung der schwierigen Umfeldbedingungen auf der politischen Agenda wieder stärker an Bedeutung gewinnen. Beleg für den politischen Gestaltungswillen zugunsten klimafreundlicherer Verkehre ist u.a. die Fortführung des bundesweit gültigen Deutschland-Ticket sowie die angekündigten, sehr umfangreichen zusätzlichen Mittel des Bundes für die Schieneninfrastruktur zur Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit trotz einer angespannten Haushaltslage.

Darum setzt der DB-Konzern die zur Umsetzung der Wachstumsziele der Strategie Starke Schiene erforderlichen Investitionen auch 2024 fort. Dies gilt insbesondere im Bereich der Infrastruktur.

Konjunkturelle Aussichten

Für Deutschland wird 2024 insgesamt eine Stagnation der Wirtschaftsleistung erwartet. Ein wesentlicher Treiber für diese auch im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Prognose ist die Erwartung, dass der Welthandel nur moderat steigen wird. Davon wird Deutschland infolge der hohen Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft besonders betroffen sein. Zudem begrenzt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Herbst 2023 zur Nutzung der Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds die fiskalischen Spielräume. Die deutliche Reduzierung staatlicher Ausgaben wird die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Leistung 2024 deutlich dämpfen. Außerdem sind Haushalte und Unternehmen mit großen Unsicherheiten konfrontiert, was zu einer Verschiebung von Ausgaben und Investitionen führen wird.

Die Nachfrage nach deutschen Exporten wird sich 2024 nicht wesentlich beleben. Auch die 2023 stagnierende Baubranche wird sich 2024 nicht merklich erholen. Es wird jedoch erwartet, dass der private Konsum die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland infolge von relativ guten Lohnabschlüssen bei einem robusten Arbeitsmarkt sowie einer deutlich zurückgehenden Inflation im Jahresverlauf stimuliert.

Voraussichtliche Entwicklung der relevanten Märkte

Personenverkehr

Für den Schienenpersonenverkehr ist 2024 mit einem weiteren Verkehrsleistungszuwachs im Nah- und Fernverkehr zu rechnen. Der Fernverkehr dürfte dabei von Zugewinnen aus dem Luft- und Buslinienfernverkehr sowie einem ausgebauten Angebot und der Nahverkehr insbesondere von der erstmalig ganzjährigen Wirkung des Deutschland-Tickets profitieren.

Wir gehen davon aus, dass umweltfreundliche Verkehrsträger mit gezielten Maßnahmen zusätzlich gefördert werden. Unser Fokus liegt daher weiterhin auf dem Ausbau der Kapazitäten und somit auf der Verteidigung unserer starken Marktstellung sowie der Marktanteilssteigerung des Schienenverkehrs im intermodalen Wettbewerb.

Für den Fernverkehr gehen wir auch zukünftig von einer starken Nachfrage im Freizeit- und Urlaubsverkehr aus. Zusätzlich legen Unternehmen verstärkt Wert auf klimafreundliches Reisen. Gezielte Förderungsmaßnahmen für Geschäftsreisende können weitere Anreize setzen, um vom motorisierten Individualverkehr oder Flugzeug auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Im europäischen Personenverkehr wird die Entwicklung 2024 verkehrsträgerspezifisch und regional differenziert ausfallen. Eine progressive Klimapolitik der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten wird jedoch langfristig Motor für die Entwicklung klimafreundlicher, öffentlicher Mobilität, insbesondere des Schienenpersonenverkehrs bleiben.

IT/ Digitalisierung für Personennahverkehr

Durch die Erholung der Nachfrage im öffentlichen Personennahverkehr, das steigende Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung sowie die gestiegene Attraktivität von On-Demand- und Last-Mile-Angeboten ist auch 2024 von einer steigenden Mobilitäts-App-Nutzung auszugehen. Zusätzliche Impulse sind durch die Fortführung des Deutschland-Tickets zu erwarten. Digitale Angebote werden bei zukünftigen Ausschreibungen im Nahverkehr eine immer wichtigere Rolle einnehmen und die klassischen Verkehre auf Schiene und Straße ergänzen.

Voraussichtliche Entwicklung wesentlicher Rahmenbedingungen

Eine zentrale Rahmenbedingung für den Güter- und Personenverkehr ist die weltwirtschaftliche Entwicklung. Für 2024 ist hier eine leichte Dynamik im Vergleich zum Vorjahr zu erwarten.

Zudem sind für 2024 Veränderungen der Rahmenbedingungen für die Schiene in Deutschland infolge der Fortführung sowie Intensivierung der verkehrs- und klimapolitischen Ziele und Maßnahmen der Bundesregierung (wie z.B. dem Deutschland-Ticket, zusätzliche Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur) zu erwarten.

Voraussichtliche Entwicklung von Mobimeo im Geschäftsjahr 2024 und Folgejahren

Mobimeo wird sich darauf konzentrieren neue modulare Produkte zu vermarkten und die Integration urbaner Mobilität in das App-Angebot der DB zu ermöglichen. Die Beschleunigung der Digitalisierung der Mobilität bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen, denen die Gesellschaft begegnen muss. Dabei liegt der Fokus im Geschäftsjahr 2024 auf dem Aufbau von Strukturen zur Zusammenarbeit innerhalb der DB AG und dem Etablieren passender Produkte, um eine solide Grundlage für zukünftige Erlöse zu schaffen.

Die Neuausrichtung des Geschäftsmodells von der Entwicklung und dem Betrieb einer MaaS-Plattform hin zu Modulen für den digitalen Zugang zu Mobilität führt kurzfristig zu einem signifikanten Rückgang der Erlöse und einer moderaten Verringerung des Jahresfehlbetrags im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Berichtsjahr. Dies soll durch Maßnahmen erreicht werden, die die Kosten reduzieren und die finanzielle Performance verbessern. Andererseits belasten Restrukturierungsaufwendungen das Ergebnis 2024. Die finanzielle Stabilität der Gesellschaft wird in Folge einer Zuzahlung der Gesellschafterin (siehe im Abschnitt Nachtragsbericht unter "Neuausrichtung der Mobimeo GmbH") in die Kapitalrücklage gesichert sein.

In den Folgejahren plant die Geschäftsführung perspektivisch ein ausgeglichenes Ergebnis durch organisches Umsatzwachstum zu erreichen. Mittelfristig wird das Ergebnis jedoch noch durch Restrukturierungskosten beeinflusst sein, weshalb in den Geschäftsjahren 2026 und 2027 weiterer Zahlungen der Gesellschafterin in die Kapitalrücklage notwendig sind.

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Lagebericht enthält Aussagen und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung von Mobimeo beziehen. Diese Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde liegenden Annahmen nicht eintreffen oder Risiken - wie sie beispielsweise im Risikobericht genannt werden - eintreten, können die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse von den derzeitigen Erwartungen abweichen.

Mobimeo übernimmt keine Verpflichtung, die hierin enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
Anhangpos. T€ % T€ %
A. Anlagevermögen (2)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene Software 0 0,0 0 0,0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0,0 0 0,0
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 184 1,7 300 2,8
184 1,7 300 2,8
B. Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3)
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 178 1,6 389 3,6
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 10.176 93,4 9.690 90,6
- davon ggü. Gesellschafter 10.060 T€ (im Vorjahr 9.683 T€) -
3. Sonstige Vermögensgegenstände 234 2,1 8 0,1
10.588 97,2 10.087 94,3
C. Rechnungsabgrenzungsposten 122 1,1 307 2,9
10.894 100,0 10.694 100,0

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
Anhangpos. T € % T€ %
A. Eigenkapital (4)
I. Gezeichnetes Kapital 31 0,3 31 0,3
II. Kapitalrücklage 60.000 550,8 48.000 448,8
III. Verlustvortrag -40.119 -368,3 -21.426 -200,4
IV. Jahresfehlbetrag -10.314 -94,7 -18.693 -174,8
9.598 88,1 7.912 74,0
B. Rückstellungen (5)
1. Steuerrückstellungen 54 0,5 50 0,5
2. Sonstige Rückstellungen 878 8,1 986 9,2
932 8,6 1.036 9,7
C. Verbindlichkeiten (6)
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0,0 280 2,6
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 74 0,7 294 2,7
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0,0 42 0,4
- davon ggü. Gesellschafter 0 T€ (im Vorjahr 31 T€) -
4. Sonstige Verbindlichkeiten 290 2,7 1.130 10,6
- davon aus Steuern 287 T€ (im Vorjahr 1.130 T€) -
364 3,3 1.746 16,3
10.894 100,0 10.694 100,0

Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Lfd Nr. Anhangpos. 2023
T€
2022
T€
1. Umsatzerlöse (8) 8.383 15.641
2. Sonstige betriebliche Erträge (9) 904 536
davon Erträge aus der Währungsumrechnung 1 T€ (im Vorjahr 4 T€)
3. Materialaufwand (10)
a) Aufwendungen für bezogene Waren -19 0
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -596 -985
-615 -985
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -12.936 -12.644
b) Soziale Abgaben -2.149 -2.032
-15.085 -14.676
5. Abschreibungen (11) -213 -14.831
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen (12) -3.986 -4.309
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 2 T€ (im Vorjahr 6 T€)
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (13) 300 14
davon aus verbundenen Unternehmen 300 T€ (im Vorjahr 14 T€)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2 -83
davon an verbundene Unternehmen 0 T€ (im Vorjahr 82 T€)
9. Jahresfehlbetrag -10.314 -18.693

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Die Gesellschaft unterliegt dem deutschen Handelsrecht. Sie ist wie folgt im Handelsregister eingetragen:

Firma: Mobimeo GmbH
Sitz: Berlin
Registergericht: Berlin-Charlottenburg
Handelsregister-Nummer: HRB 197575 B

Der Jahresabschluss der Mobimeo GmbH ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des GmbH Gesetzes in der jeweils aktuell gültigen Fassung aufgestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind gesetzlich vorgesehene Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) teilweise zusammengefasst und im Anhang aufgegliedert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Der Anhang enthält die erforderlichen Einzelangaben und Erläuterungen.

Das Geschäftsjahr der Gesellschaft entspricht dem Kalenderjahr.

Der mit der Deutsche Bahn AG (DB AG) bestehende EAV vom 19. November 2018 ist durch Kündigung zum 30. November 2020 beendet worden. Die Eintragung der Kündigung des EAV in das Handelsregister erfolgte am 7. Dezember 2020. Dies löste bestandsgefährdende Risiken für die Gesellschaft aus. Mobimeo verfügt derzeit nicht über freie Kreditlinien zur Abdeckung eines potenziellen Liquiditätsbedarfs. In Abhängigkeit von der künftigen Entwicklung der Gesellschaft ist daher nicht auszuschließen, dass zur Sicherung des Fortbestands weitere finanzielle Unterstützung durch den Gesellschafter erforderlich sein wird. Im Juli 2023 erfolgte eine Einzahlung der DB AG in die Kapitalrücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB. Zusätzlich hat die Gesellschafterin im November 2024 einer Neuausrichtung des Geschäftsmodells zugestimmt sowie eine weiteren Einzahlung in die Kapitalrücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB getätigt. Siehe dazu auch unter "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag", sodass bis auf Weiteres die Finanzierung gesichert erscheint. Mittelfristig können auch weitere Unterstützungsmaßnahmen durch die Gesellschafterin erforderlich werden. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass diese Unterstützung weiterhin erfolgt.

Folglich wurde der Jahresabschluss unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

(1) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert.

Aufgrund wesentlicher Projekte im Zusammenhang mit den Digitalisierungsaktivitäten wird im DB Konzern einheitlich das Wahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 HGB zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände ausgeübt. Die Bewertung erfolgt zu Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen. Die immateriellen Vermögensgegenstände wurden im Geschäftsjahr 2022 vollständig abgeschrieben und in 2024 ausgebucht.

Entgeltlich erworbene Software, mit Ausnahme geringwertiger Software, sind mit ihren Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen angesetzt. Erworbene, im Einzelfall geringwertige Software wird im Anschaffungsjahr vollständig als Aufwand verrechnet.

Der bei der Mobimeo GmbH aktivierte und planmäßig abgeschriebene Geschäfts- oder Firmenwert weist eine Nutzungsdauer von fünf Jahren auf, die durch den voraussichtlichen Zeitraum der Nutzung eines erworbenen Mitarbeiterstamms bestimmt wird. In 2024 wurde der bereits im Vorjahr voll abgeschriebene Betrag ausgebucht.

Geleistete Anzahlungen werden mit dem Nennbetrag bilanziert.

Das Sachanlagevermögen ist mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf niedrigere beizulegende Werte werden gegebenenfalls vorgenommen

Die Herstellungskosten umfassen neben den Einzelkosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie planmäßige Abschreibungen, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind. Gemeinkosten und Abschreibungen sind auf Basis, der bei normaler Beschäftigung und unter wirtschaftlichen Bedingungen anfallenden Kosten ermittelt.

Anschaffungspreisminderungen, die dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können, werden von den Anschaffungskosten abgesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern linear "pro rata temporis". Die Nutzungsdauern der wesentlichen Gruppen sind folgender Tabelle zu entnehmen:

Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-15

Geringwertige Anlagegegenstände im Einzelwert bis 800 € werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und im Anlagespiegel als Abgang ausgewiesen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nennbetrag angesetzt, soweit nicht in Einzelfällen ein niedrigerer Wertansatz geboten ist. Erkennbaren insolvenz- oder bonitätsbedingten Risiken wird durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Nettoforderungsbestände werden um auf Erfahrungswerten der Vergangenheit basierende Prozentsätze wertberichtigt. Diese Prozentsätze beliefen sich zum 31. Dezember 2023 für die zum Geschäftsfeld Beteiligungen/Sonstige gehörende Mobimeo GmbH im Bereich der Lieferungen und Leistungen auf 6,31 % für überfällige Forderungen und 0,49 % für nicht überfällige Forderungen. Für den Bereich der sonstigen Vermögensgegenstände belief sich dieser Prozentsatz auf 0,19 %.

Das Eigenkapital wird mit dem Nennwert ausgewiesen.

Die Rückstellungen für Sterbegeldverpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Berechnungsverfahren (Anwartschaftsbarwertmethode) sowie grundlegenden Annahmen der Berechnung gemäß den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Dabei wird ein fristenkongruenter durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre angewendet.

Die Bewertung der Steuerrückstellungen erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages.

Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages. Künftige Preis- und Kostensteigerungen wurden bei der Ermittlung der Rückstellungen berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen werden auf Vollkostenbasis ermittelt. Risiken für nicht abgeschlossene Schadensfälle und Prozesse werden grundsätzlich erst ab einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 50 % erfasst.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit dem fristenkongruenten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre der Deutschen Bundesbank abgezinst. Aufwendungen und Erträge aus Änderungen des Abzinsungssatzes und Zinseffekte geänderter Schätzungen der Restlaufzeit werden im Zinsergebnis ausgewiesen.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag ausgewiesen.

Vor dem Bilanzstichtag getätigte Ausgaben bzw. Einnahmen, die Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, werden als aktive bzw. passive Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Die Mobimeo GmbH hat gemäß den Vorschriften des § 274 HGB keine latenten Steuern bilanziert.

Nicht in Bewertungseinheiten zusammengefasste Fremdwährungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten, -Bankguthaben und -verbindlichkeiten mit Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr sowie Kassenbestände in Fremdwährung werden bei ihrem Zugang mit dem Devisenkassamittelkurs ihres jeweiligen Entstehungszeitpunktes und im Jahresabschluss mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Entsprechende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit längeren Restlaufzeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs ihres jeweiligen Entstehungszeitpunktes umgerechnet, soweit nicht ein gesunkener oder gestiegener Umrechnungskurs zum Bilanzstichtag eine Abwertung der Vermögensgegenstände oder Aufwertung der Verbindlichkeiten erforderlich gemacht hat.

Anfallende Aufwendungen für Abfindungszahlungen werden im Personalaufwand ausgewiesen, da es sich regelmäßig um Entgelte für im Rahmen des Beschäftigungsverhältnisses geleistete Dienste handelt.

Erläuterungen zur Bilanz

(2) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anlagespiegel zu entnehmen.

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen Forderungen gegen den Gesellschafter DB AG aus Cash-Pool Guthaben in Höhe von 10.060 T€ (im Vorjahr: 9.653 T€).

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

(4) Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr 31.250 €. Die DB AG hält seit Mai 2022 100 % der Anteile der Gesellschaft. Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte eine weitere Zuzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von € 12 Mio, sodass diese zum 31.12.2023 € 60 Mio beträgt.

(5) Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen in Höhe von 151 T€ (im Vorjahr: 369 T€) sowie für personalbezogene Verpflichtungen in Höhe von 722 T€ (im Vorjahr: 617 T€) zusammen.

Die Rückstellungen haben im Wesentlichen eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr und bedürfen daher keiner Abzinsung nach § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB.

Bei der DB AG ist zentral eine Rückstellung für Archivierungskosten sowie für Kosten künftiger Betriebsprüfungen gebildet.

(6) Verbindlichkeiten

Wie im Vorjahr haben alle Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

(7) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in T€ 31.12. 2023 31.12.2022
Bestellobligo für Investitionen 0 0
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0
Verpflichtungen aus Miet-, Leasing- und anderen Drittschuldverhältnissen 1.715 2.411
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1.665 1.885
Insgesamt 1.715 2.411

Die Verpflichtungen aus Mietschuldverhältnissen werden mit dem Nominalwert ausgewiesen.

Die zukünftigen Verpflichtungen aus Mietschuldverhältnissen werden wie folgt fällig:

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Fälligkeiten:
fällig bis 1 Jahr 897 1.290
fällig 1 bis 5 Jahre 818 1.121
fällig über 5 Jahre 0 0
Insgesamt 1.715 2.411

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(8) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse werden im Wesentlichen im Inland erzielt.

(9) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen die Weiterbelastung von Aufwendungen an die DB AG in Höhe von 316 T€, dem Verkauf von Software an die Deutsche Bahn Connect GmbH für 394 T€ und die Auflösung von Rückstellungen (periodenfremd) von 252 T€.

(10) Materialaufwand

Der Rückgang des Materialaufwandes gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf den reduzierten Einsatz von Freelancern zurückzuführen.

(11) Abschreibungen

Die Abschreibungen umfassen planmäßige Abschreibungen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung.

(12) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen auf die reduzierte Inanspruchnahme von Datendiensten zurückzuführen.

(13) Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die sonstigen Zinsen und Erträge resultieren im Geschäftsjahr im Wesentlichen aus der unterjährigen Verzinsung der Cash-Pool Guthaben.

Sonstige Angaben

(14) Konzernzugehörigkeit

Die Mobimeo GmbH ist Tochterunternehmen der DB AG und wird in den für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen aufgestellten Konzernabschluss der DB AG, Berlin, als oberstes Mutterunternehmen einbezogen, der entsprechend den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt wird.

Der Konzernabschluss der DB AG wird beim Bundesanzeiger bekannt gemacht und ist unter www.bundesanzeiger.de erhältlich.

(15) Beschäftigte

2023 2022
umgerechnet in Vollzeitbeschäftigte im Jahresdurchschnitt am Jahresende im Jahresdurchschnitt am Jahresende
Leitende Angestellte 4 3 3 4
Arbeitnehmende 143 124 144 144
Insgesamt 147 127 147 148

Die Zahl der Mitarbeitenden wird innerhalb des DB-Konzerns zur besseren Vergleichbarkeit in Vollzeit-Personen ausgewiesen. Teilzeitbeschäftigte Mitarbeitende werden demnach entsprechend ihrem Anteil an der tariflichen Jahresarbeitszeit in Vollzeitkräfte umgerechnet.

(16) Mitglieder der Geschäftsführung

Der Geschäftsführung gehörten/gehören an:

John David von Oertzen Vorsitzender der Geschäftsführung (bis 31.12.2023)
Hamburg, Deutschland
Dr. Christoph Hellmann Vorsitzender der Geschäftsführung (ab 01.01.2024)
Ratingen, Deutschland
Kai Peter Kaufmännischer Geschäftsführer
Berlin, Deutschland

Den Mitgliedern der Geschäftsführung wurden im Berichtsjahr keine Kredite und Vorschüsse gewährt. Ebenso wurden keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Mitgliedern der Geschäftsführung eingegangen. Die Gesellschaft verzichtet unter Bezugnahme auf § 286 Abs. 4 HGB auf die Angabe der Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung.

(17) Honorare des Abschlussprüfers

Auf die Angaben zu den Honoraren des Abschlussprüfers der Gesellschaft wurde verzichtet, da diese Angaben im Konzernabschluss der DB AG enthalten sind.

(18) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Neuausrichtung der Mobimeo GmbH

Ein übergeordnetes Ziel von Mobimeo war bisher die Entwicklung einer MaaS-Plattform für die Alltagsmobilität, die den ÖPNV mit Sharing- und On-demand-Angeboten in einer App verbindet. Dieses Produkt sollte im Innenverhältnis der DB AG als eigenständige Lösung für die Nutzer:innen von Alltagsmobilität positioniert werden, abgegrenzt von den Angeboten im Fernverkehr. Im Rahmen einer strategischen Neubewertung hat die Gesellschafterin von Mobimeo entschieden, die Apps, die Mobimeo bisher für DB Regio entwickelt und betrieben hat, einzustellen. Als Folge dieser Entscheidung verliert das Unternehmen seinen wichtigsten Kunden für die umfassende MaaS-Plattform und sieht sich gezwungen, das Geschäftsmodell grundlegend neu auszurichten.

Im Geschäftsjahr 2024 steht die Gesellschaft somit vor der Herausforderung, diese Neuausrichtung umzusetzen, was umfangreiche Anpassungen in Organisation und Geschäftsmodell erfordert. Die Gesellschafterin hat im November 2024 einer Neuausrichtung der Mobimeo zugestimmt. Dabei liegt der zukünftige Schwerpunkt auf der Integration und Weiterentwicklung urbaner Mobilitätsangebote in die bereits bestehenden digitalen Lösungen der DB AG unter Nutzung der vorhandenen Expertise und Technologie.

Um die Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen und das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen sind jedoch weitere erhebliche Kosteneinsparung, unter anderem durch die Verringerung der Zahl der Mitarbeiter:innen, notwendig. Zur Unterstützung der notwendigen Transformation der Gesellschaft, hat die Gesellschafterin im November 2024 eine Zuzahlung in Höhe von 3,5 Mio. EUR in die Kapitalrücklage in Aussicht gestellt, wovon bereits 2,5 Mio. EUR in 2024 ausgezahlt wurden.

Die finanzielle Stabilität der Gesellschaft wird in Folge einer Zuzahlung der Gesellschafterin die Kapitalrücklage vorerst gesichert sein. Eine weitere Voraussetzung für die Umsetzung des Restrukturierungsplans und der Neuausrichtung ist der tatsächliche Abschluss der Leistungsvereinbarungen, insbesondere mit der DB Regio AG und der DB Fernverkehr AG, jeweils Frankfurt am Main, um die im Restrukturierungsplan unterstellten Einnahmen zu untersetzen. Gegenwärtig sind die Vereinbarungen in der Umsetzung.

Da wir von der Umsetzung des Gesellschafterbeschlusses vom 12. November 2024 und des Restrukturierungsplans ausgehen, wurde der Jahresabschluss unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

In Abhängigkeit vom Erfolg der operativen Neuausrichtung der Gesellschaft, vor allem dem rechtzeitigen Abschluss von Leistungsvereinbarungen insbesondere mit den konzerninternen Kunden DB Regio AG und DB Fernverkehr AG, ist daher nicht auszuschließen, dass zur Sicherung des Fortbestands eine weitere finanzielle Unterstützung durch den Gesellschafter erforderlich sein wird. Deren Gewährung bzw. die erfolgreiche Neuausrichtung des operativen Geschäfts sind mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet, sodass ein bestandsgefährdendes Risiko besteht, da ansonsten die Gesellschaft möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf ihre Vermögensgegenstände zu realisieren sowie ihre Schulden zu begleichen.

(19) Vorschlag über die Ergebnisverwendung

Auf Vorschlag der Geschäftsführung soll der im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ausgewiesene Jahresfehlbetrag in Höhe von 10.314 T€ auf neue Rechnung vorgetragen werden.

 

Berlin, den 11. Februar 2025

Mobimeo GmbH

Die Geschäftsführung

Dr. Christoph Hellmann

Kai Peter

Entwicklung des Anlagevermögens

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in T€
Vortrag zum 01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene Software 14.609 0 0 0 14.609
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.521 0 0 0 2.521
17.130 0 0 0 17.130
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 640 97 0 -55 682
Anlagevermögen gesamt 17.770 97 0 -55 17.812
Abschreibungen
in T€
Vortrag zum 01.01.2023 Abschreibungen Geschäftsjahr Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene Software -14.609 0 0 0 -14.609
2. Geschäfts- oder Firmenwert -2.521 0 0 0 -2.521
-17.130 0 0 0 -17.130
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung -340 -213 0 55 -498
Anlagevermögen gesamt -17.470 -213 0 55 -17.628
Buchwert
in T€
Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene Software 0 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0
0 0
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 184 300
Anlagevermögen gesamt 184 300

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Mobimeo GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Mobimeo GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Mobimeo GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "(17) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" des Anhangs sowie in den Abschnitten "Chancen- und Risikobericht", Unterabschnitt "Finanzierung", und "Nachtragsbericht", Unterabschnitt "Neuausrichtung der Mobimeo GmbH", des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand der Gesellschaft von der erfolgreichen Neuausrichtung des operativen Geschäfts der Gesellschaft, vor allem dem rechtzeitigen Abschluss von Leistungsvereinbarungen insbesondere mit den konzerninternen Kunden DB Regio AG und DB Fernverkehr AG, bzw. der weiteren finanziellen Unterstützung durch die Gesellschafterin abhängig ist. Wie in Abschnitt "(17) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" des Anhangs sowie in den Abschnitten "Chancen- und Risikobericht", Unterabschnitt "Finanzierung", und "Nachtragsbericht", Unterabschnitt "Neuausrichtung der Mobimeo GmbH", des Lageberichts dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 11. Februar 2025

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steffen Heilmann, Wirtschaftsprüfer

ppa. Carolin Thiele, Wirtschaftsprüferin

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 20.03.2025 festgestellt.

Nachrichten & Medien

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65 nahegelegene Organisationen

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