Golf 2 Acquisition GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Alexander Boldyreff seit 23.8.2024 | Geschäftsführer |
Arndt Böhme seit 3.5.2017 | Prokura |
Peter-Alexander Wankum seit 3.5.2017 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Wilh. Werhahn KGNeussKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022KONZERN-LAGEBERICHTGesamtwirtschaftliche Entwicklung Geschäftsentwicklung und Ertragslage Unternehmensbereiche Baustoffe Konsumgüter Finanzdienstleistungen Innovative Geschäftsmodelle Vermögens- und Finanzlage Personal Risikobericht Forschung und Entwicklung Nachhaltigkeit Prognose- und Chancenbericht Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Nach zwei Jahren, in denen die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen maßgeblich die globale ökonomische Entwicklung bestimmt haben, wurde die Weltwirtschaft in 2022 erheblich durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und dessen umfangreiche Folgen geprägt. Anhaltende Lieferengpässe, Teuerungen bei Rohstoffen, steigende Energiekosten und nachgelagert erhöhte Waren- und Lebensmittelpreise sorgten weltweit für eine steigende Inflation. Die globale Inflationsrate erhöhte sich nach Berechnung des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 4,7 % im Vorjahr auf 8,8 % im Jahr 2022. Diese Krisenlage und die Erhöhung der Subventionen zur Inflationsbekämpfung führten in vielen Ländern zu einem rasanten Anstieg der Staatsschulden: Diese haben dem IWF zufolge einen Rekordwert in sechs Jahrzehnten erreicht und betrugen 2022 nahezu 40 % der Gesamtverschuldung. In der unsicheren Weltwirtschaftslage wuchs dabei die Gefahr einer globalen Rezession. Die rasche Ausbreitung neuer Varianten des Corona-Virus vor allem in China trug ebenfalls zur Verlangsamung des Wirtschaftswachstums bei. Die vollständigen Lockdowns in chinesischen Wirtschaftszentren führten erneut zu einer massiven und langfristigen Störung der globalen Lieferketten mit negativen Auswirkungen auf die Handelsströme und die gesamte Weltwirtschaft. Da die Corona-Maßnahmen weltweit eher gelockert wurden, erholten sich viele Märkte im Verlauf des Jahres. Laut Statistischem Bundesamt hat sich das weltweite Bruttoinlandsprodukt 2022 im Vergleich zum Vorjahr um rund 4,5 Billionen auf insgesamt ca. 101,6 Billionen US-Dollar erhöht. Private Konsumausgaben stützten Wachstum in Deutschland Die Folgen des Krieges in der Ukraine, Lieferkettenengpässe, Fachkräftemangel sowie starke Erhöhungen der Energiepreise haben 2022 die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland geprägt. Laut Statistischem Bundesamt ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr lediglich um 1,9% gewachsen und damit weniger stark als im Vorjahr. Gestützt wurde das Wachstum laut Bundesregierung vor allem durch einen starken Anstieg des privaten Konsums von 4,6 %. Die Konsumausgaben stiegen damit fast wieder auf das Niveau der Zeit vor der Corona-Pandemie. Die deutschen Privathaushalte gaben ihr Geld wieder vermehrt in Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen sowie den Bereichen Freizeit, Unterhaltung und Kultur aus. Insgesamt überwogen die wirtschaftlichen Herausforderungen, denen die Bundesregierung mit milliardenschweren Unterstützungsprogrammen begegnete. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz stieg die Inflationsrate in Deutschland im Herbst 2022 über 10%. So hoch war dieser Wert seit den 1950er-Jahren nicht gewesen. Wesentliche Inflationstreiber waren der Anstieg der Energiepreise sowie Lieferengpässe infolge der Pandemie. Für das Gesamtjahr rechnete das Statistische Bundesamt mit einer Teuerungsrate von insgesamt 6,9 %. Die steigenden Energiepreise wirkten sich auch negativ auf die Produktionsleistung der Industrie aus, da es zu sinkenden Auftragseingängen und gedrosselten Produktionen energieintensiver Branchen kam. Bei den Bauinvestitionen gab es laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2022 einen Rückgang um 1,6 %. Laut Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. (ifo Institut) spürte zum Jahresende 2022 mehr als jedes zweite Bauunternehmen die Auswirkungen fehlender Baumaterialien, über 40 % der Unternehmen fehlten Fachkräfte. Fast jedes sechste Bauunternehmen war zum Jahresende zudem von Auftragsstornierungen infolge fortlaufend hoher Baupreise sowie steigender Bauzinsen betroffen. Positiv entwickelte sich hingegen der Außenhandel im Jahr 2022. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 3,2 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert. Insgesamt exportierte Deutschland Waren im Wert von knapp 1,6 Billionen €, bei einem Exportüberschuss von 80 Mrd. €. Die Zunahme der Importe um preisbereinigt 6,7 % sorgte allerdings für ein schwächeres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zufolge ist dies durch die schwächelnde Nachfrage nach deutschen Industriegütern wie Anlagen oder Maschinen sowie in einer gleichzeitig erhöhten Nachfrage nach Energieimporten begründet. Wichtigster Exportpartner Deutschlands blieben auch 2022 die USA, während China vor allem aufgrund der Corona-Restriktionen von Platz 2 auf 4 der wichtigsten Abnehmerstaaten abrutschte. Weitere wichtige Handelspartner im Jahr 2022 waren Frankreich (Platz 2) und die Niederlande (Platz 3). Die wichtigsten Exportgüter waren Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen und chemische Erzeugnisse. Importseitig bestanden die wichtigsten Güter vor allem aus Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen, optischen und chemischen Erzeugnissen sowie Erdöl und Erdgas. Im Jahr 2022 bezahlte Deutschland laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) im Vergleich zum Vorjahr knapp 80 Mrd. € mehr für Energie an das Ausland. Die staatlichen Konsumausgaben erhöhten sich dem Statistischen Bundesamt zufolge 2022 nur moderat um 1,1 %. Während die staatlichen Ausgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie deutlich sanken, investierte der Staat in Verpflegung und Unterbringung von zahlreichen Schutzsuchenden aus der Ukraine und anderen Staaten. Der Staatshaushalt schloss das Jahr 2022 laut der Statistikbehörde mit einem Finanzierungsdefizit von 101,6 Mrd. € ab. Das sind knapp 33 Mrd. € weniger als im Vorjahr. Europa: Bessere Entwicklung als erwartet Die konjunkturelle Lage in Europa war im Jahr 2022 stark durch die Folgen des Kriegs in der Ukraine, die Energiekrise und die daraus resultierende hohe Inflation geprägt. Die Inflationsrate der 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union schätzt das Statistische Bundesamt für das Jahr 2022 auf 9,2 %. Dennoch übertraf die jährliche Wachstumsrate sowohl in der EU als auch im ganzen Euroraum die Erwartungen. Laut Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Union stieg das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum um 3,5 % und in der EU um 3,6 %. Im Herbst 2022 war man noch von 3,3 % ausgegangen. Angesichts der drohenden Rezession in der Eurozone verabschiedeten die europäischen Länder umfassende Maßnahmenpakete. Die italienische Wirtschaft legte trotz der globalen Wirtschaftskrise zu. Nachdem Italien die Pandemie-Maßnahmen gelockert hatte, profitierte es von einem erstarkenden Tourismus und Luftverkehr. Im Jahr 2022 stieg das Bruttoinlandsprodukt in Italien laut EU-Kommission um 3,9 %, was unter anderem der hohen Inlandsnachfrage und Wohnungsbauinvestitionen zu verdanken ist. Spanien überstand das Krisenjahr 2022 ebenfalls dank des starken Aufschwungs beim Tourismus relativ gut und übertraf die wirtschaftlichen Erwartungen. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts verzeichnet ein Plus von 5,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Die EU-Kommission stellte fest, dass die Verlangsamung der Inflation ab Herbst 2022 die Verbraucher- und Unternehmensstimmung verbesserte. Dies resultierte in höherem Konsum und steigenden Investitionen zum Ende des Jahres. Das Bruttoinlandsprodukt Frankreichs verzeichnete 2022 ein Wachstum von 2,6 %, wobei diese Entwicklung laut EU-Kommission vor allem aus den wirtschaftlichen Verbesserungen des Vorjahres resultiert. 2021 hatte dieser Wert noch bei fast 7 % gelegen. Die osteuropäische Wirtschaft hatte mit teilweise enormen Inflationsraten zu kämpfen. Im Baltikum lagen die Höchstwerte dem Statistischen Bundesamt zufolge nur knapp unter 20 %. Die baltischen Staaten zeigten sich laut Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche aber weitestgehend robust, reduzierten beispielsweise ihren Gasverbrauch und damit ihre Abhängigkeit von russischen Energieimporten. Höhere Rüstungsausgaben beugten zudem der Rezession vor. Länder wie Tschechien stellten Rekordwerte beim bilateralen Handelsvolumen auf. Die tschechische Wirtschaft profitierte von einer starken Investitionstätigkeit, während sich der private Verbrauch gegenüber dem Vorjahr verlangsamte und ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,5 % verzeichnete. Deutlicher Ausreißer in der Region: Das ukrainische Bruttoinlandsprodukt brach 2022 kriegsbedingt um mehr als 30 % ein. Die polnische Wirtschaft zeigte sich 2022 sehr resilient gegenüber der globalen wirtschaftlichen Entwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt erreichte laut EU-Kommission ein Plus von 4,9 % und übertraf damit die Prognosen deutlich. Gründe dafür sieht die Kommission in dem expansiven finanzpolitischen Kurs des Landes, einer guten Arbeitsmarktlage und der Wirtschaftsleistung vertriebener Ukrainer, die in Polen Zuflucht gefunden haben. Die polnische Nationalbank stellte zudem ein starkes Wachstum bei den ausländischen Direktinvestitionen fest, ein Großteil davon stammt aus Deutschland. Mehr als 33 Mrd. € flossen 2022 laut der Santander Bank Polska aus dem Ausland nach Polen. In Großbritannien erholte sich die Wirtschaft 2022 weiter von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Das Bruttoinlandsprodukt legte laut Zahlen des britischen Parlaments um 4,1 % zu. Dennoch befindet sich die Wirtschaft in Großbritannien insgesamt in einer großen Krise. Laut Germany Trade and Invest lag die Wirtschaftsleistung des Landes im September 2022 sogar 0,2 % unter dem Vor-Corona-Niveau. Zum Jahresende deuteten viele Prognosen auf eine Rezession und einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts und der Wirtschaftsleistung in den kommenden Jahren hin. Grund hierfür war vor allem die stark gestiegene Inflation, die im Oktober 2022 mit 11,1 % den höchsten Stand seit 41 Jahren erreichte und die Kaufkraft der Briten hemmte. Großbritannien zählte 2022 erstmalig nicht mehr zu den zehn wichtigsten deutschen Handelspartnern. Auch die Folgen des Brexits 2021 machen sich immer mehr bemerkbar: Das britische Pfund hat seit dem Austritt aus der EU zwischen 10 und 15 % an Wert verloren, wodurch Importe verteuert und die Inflation angeheizt wurde. Gerade Lebensmittel haben sich seither erheblich verteuert. Solides Wachstum in den USA und in China Nach dem hohen Wirtschaftswachstum im Vorjahr erreichten die USA laut Handelsministerium in 2022 ein Wachstum mit einem Plus von 2,1 %. Trotz hoher Inflation und steigender Zinsen hat sich die US-Wirtschaft relativ stabil entwickelt. Während die US-Wirtschaft in den ersten beiden Quartalen leicht schrumpfte, entwickelte sich das zweite Halbjahr und insbesondere das vierte Quartal entgegen den Prognosen gut und das Bruttoinlandsprodukt stieg auf das Jahr hochgerechnet sogar leicht um 2,9 %. Dabei hatten die Leitzinserhöhungen der US-Notenbank Fed als Maßnahme gegen die hohe Inflation die wirtschaftliche Aktivität und Investitionen auf Unternehmensseite gedämpft. Insgesamt plagen die USA aufgrund der steigenden Zinsen und der hohen Inflation Rezessionssorgen. Das erkennbare Wachstum der US-Wirtschaft zum Ende des Jahres sorgt dagegen für vorsichtigen Optimismus, dass die größte Volkswirtschaft der Welt eine Rezession vermeiden könnte. Zuletzt stabilisierte sich der Arbeitsmarkt als wichtiger Indikator. Die Inflationsrate sank im Dezember 2022 auf 6,5 %, was auch durch niedrigere Energiepreise begünstigt wurde. Dazu hat beigetragen, dass die US-Bürger das Jahr über, trotz rückläufiger real verfügbarer Einkommen, Konsumausgaben tätigten. Laut Handelsministerium steigerten die Verbraucher ihre Ausgaben im vierten Quartal um 2,1 %, nach + 2,3 % im Sommer, wodurch der für die US-Wirtschaft wichtige Binnenkonsum relativ stabil blieb. Das Defizit im Außenhandel der USA ist am Jahresende auf Rekordniveau gestiegen. Es legte um 6,4 Mrd. auf 67,4 Mrd. US-Dollar zu. Das höhere Defizit ist auf rückläufige Exporte und zugleich steigende Importe zurückzuführen. Die Importe in die USA übertrafen die Exporte im letzten Jahr um 948 Mrd. US-Dollar. Chinas Wirtschaft wuchs in 2022 lediglich um 3 % und verfehlte damit das Wachstumsziel. Die Regierung hatte für 2022 ein Ziel von rund 5,5 % angestrebt. Grund dafür ist die strikte Null-COVID-Strategie der Regierung, die die zweitgrößte Volkswirtschaft in schwere Probleme gebracht hat. Neben ökonomischen Kosten zur Eindämmung der COVID-19-Infektionen hat die zeitweise Abriegelung ganzer Städte ihre Spuren bei den Unternehmensgewinnen hinterlassen. Neben der Corona-Situation bremsten auch andere wirtschaftliche Probleme die chinesische Wirtschaft, wie die schwere Immobilienkrise, eine hohe Verschuldung und eine geschwächte heimische Nachfrage. Aufgrund der Abkühlung der Weltwirtschaft war auch der Exportsektor belastet. Nach Daten des Nationalen Statistikamtes sind die Gewinne von Chinas Industrieunternehmen zunächst zwischen Januar und August um 2,1 % im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft. Nach einem schwachen zweiten Quartal konnte Chinas Wirtschaft ab August 2022 wieder etwas zulegen. Allerdings entwickelte sich der Außenhandel in 2022 mit einem Minus von 9,5 % schlechter als beim Einbruch zu Beginn der Corona-Pandemie im Mai 2020, als das Minus 9,3 % betrug. Laut einer Einschätzung der Weltbank büßte China damit zumindest zeitweise die Rolle als Wachstumsmotor Asiens ein. Aufgrund der Null-COVID-Strategie durften Millionen von Chinesen und Chinesinnen ihr Zuhause zeitweise nicht verlassen. Insgesamt ging im vergangenen Jahr der Konsum der chinesischen Haushalte zurück. Die Haushalte in China sitzen auf hohen Sparguthaben. Erst im Dezember vollzog die Regierung in Peking überraschend eine Kehrtwende in der Corona-Politik. Allerdings legte die folgende Corona-Welle im Land Chinas Wirtschaft im Dezember zeitweise lahm. Am stärksten waren der Handel, die Dienstleistungsbranche und der Exportsektor betroffen, deren Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schrumpften. Die Industrieproduktion legte hingegen leicht zu. Erholung in Japan und Einbußen in Russland Japan, die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, erholte sich 2021 nur langsam von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Diese Tendenz blieb auch im Jahr 2022 bestehen. Die Wirtschaft Japans entwickelte sich langsamer als erwartet und erreichte laut japanischer Regierung beim Bruttoinlandsprodukt ein Wachstum von 1,1 %. Mehr als die Hälfte des japanischen Bruttoinlandsprodukts macht der private Verbrauch aus, welcher im vierten Quartal um 0,5 % stieg. Es gelang Japan zwar, 2022 eine Rezession zu vermeiden, jedoch sorgte die steigende Inflation nur für eine langsame Erholung der Konjunktur. Die russische Wirtschaft litt 2022 unter den Kosten des Krieges gegen die Ukraine - sowohl im Hinblick auf die inländischen Ausgaben als auch auf die westlichen Sanktionen. Als Reaktion auf den Angriff Russlands gegen die Ukraine hatten unter anderem die USA, Kanada und die EU die seit dem Jahr 2014 bestehenden Wirtschaftssanktionen gegen Russland erheblich verschärft. Russlands Staatshaushalt verzeichnete im Jahr 2022 ein Defizit von 3,3 Billionen Rubel, was rund 44 Mrd. € entspricht. Der Hauptgrund dafür waren die Ausgaben für militärische Zwecke. 2022 sank das russische Bruttoinlandsprodukt laut Angaben des russischen Finanzministeriums um 2,1 %. Allerdings widersteht Russland den westlichen Sanktionen besser, als Ökonomen dies prognostiziert hatten. Der Herbstprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge hätte das Bruttoinlandsprodukt 2022 um 3,4 % zurückgehen sollen. Geschäftsentwicklung und Ertragslage Vielfalt ist ein prägendes Merkmal des Unternehmens Werhahn. Die operativen Aktivitäten der Gruppe sind in drei Unternehmensbereiche - Baustoffe, Konsumgüter und Finanzdienstleistungen - mit sechs Geschäftsbereichen sowie der Innovativen Geschäftsmodelle zusammengefasst. Wesentliche Steuerungsgrößen der Unternehmensbereiche sind die Kennzahlen Umsatz, operatives Ergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und nichtoperativen Abschreibungen 1 ) und das Ergebnis vor Steuern. Im Jahr 2022 erwirtschaftete die Werhahn-Gruppe einen konsolidierten Umsatz in Höhe von 4.282 Mio. € (i. Vj. 3.981 Mio. €). Das Umsatzwachstum betrug 8 % und lag somit leicht über dem Plan und spürbar über dem Vorjahr. Alle Unternehmensbereiche haben zu dem Umsatzwachstum beigetragen. Der Unternehmensbereich Baustoffe erzielte einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr, der Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen konnte die Umsätze des Vorjahres spürbar übertreffen und die Umsätze in dem Unternehmensbereich Konsumgüter stiegen leicht an. Die Umsätze im In- und Ausland erhöhten sich jeweils wahrnehmbar. Der Anteil des Auslandsumsatzes am konsolidierten Umsatz ist mit 35 % auf Vorjahresniveau. Die Entwicklung des Umsatzes in Euro ist neben signifikanten Preiseffekten durch Wechselkursänderungen positiv beeinflusst. Treiber dieser Entwicklung waren insbesondere der US-Dollar sowie der Renminbi. Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen
Ausgewählte Kennzahlen
Der Materialaufwand der Werhahn-Gruppe enthält Aufwendungen des Baustoffe- und Konsumgüterbereichs. Des Weiteren sind im Materialaufwand aus dem Finanzdienstleistungsbereich die Refinanzierungskosten, Restbuchwerte verkaufter Leasinggegenstände, Einstandskosten für Mietkaufobjekte sowie Vermittlungsprovisionen aus dem Bank- und Leasinggeschäft erfasst. Der Materialaufwand erhöhte sich aufgrund gestiegener Beschaffungs- und Rohstoffkosten im Vergleich zum Vorjahr um 9 % und lag bei 2.351 Mio. € (i. Vj. 2.148 Mio. €). Die Materialaufwandsquote 2 erhöhte sich leicht von 54 % auf 55 %. Insbesondere der Unternehmensbereich Baustoffe konnte dem Anstieg der Beschaffungs- und Rohstoffkosten mit einem aktiven Preismanagement entgegenwirken. Im Finanzdienstleistungsbereich konnten die höheren Erlöse die erheblich gestiegenen Refinanzierungskosten, den Anstieg der Beschaffungskosten für Mietkaufobjekte und den höheren Provisionsaufwand fast vollständig kompensieren, so dass sich ein geringfügiger Anstieg der Materialaufwandsquote ergab. Der Personalaufwand lag bei einer leicht erhöhten durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl mit 606 Mio. € spürbar über dem Vorjahr (564 Mio. €). Die Personalaufwandsquote 3 liegt mit 14% auf Höhe des Vorjahres. Die Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 165 Mio. € und lagen somit wesentlich über dem Vorjahreswert von 147 Mio. €. Hier wirkten sich zum einen die starke Investitionstätigkeit und zum anderen die Firmenwertabschreibungen für die Akquisitionen der Jahre 2021 und 2022 aus. Die Abschreibungen auf Leasinggegenstände sind im Zuge des Wachstums des Leasinggeschäfts leicht von 547 Mio. € auf 558 Mio. € gestiegen.
2 Die Materialaufwandsquote ergibt sich aus der
Division des Materialaufwandes durch die Umsatzerlöse.
Im Jahr 2022 lagen die Sonstigen betrieblichen Erträge bei 63 Mio. € und sind damit im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 4 % gesunken (i. Vj. 66 Mio. €). Der Rückgang beruht im Wesentlichen darauf, dass im Vorjahr ein einmaliger Ertrag aus einer nachträglichen Kaufpreisanpassung im Zusammenhang mit einem früheren Unternehmensverkauf realisiert wurde. Auch die Kursgewinne lagen über dem Vorjahr. Gegenläufig haben sich die Erträge aus dem Abgang des Anlagevermögens und aus der Auflösung von Rückstellungen entwickelt. Die wesentlichen Einzelpositionen innerhalb der Sonstigen betrieblichen Erträge sind Kursgewinne (16 Mio. €, i. Vj. 12 Mio. €), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (15 Mio. €, i. Vj. 17 Mio. €) sowie Erträge aus dem Abgang des Anlagevermögens (4 Mio. €, i. Vj. 9 Mio. €). Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind signifikant um 19 % auf 575 Mio. € (i. Vj. 483 Mio. €) gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind insbesondere die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzdienstleistungen (44 Mio. €, i. Vj. 29 Mio. €), die Kosten für externe Dienstleistungen (129 Mio. €, i. Vj. 109 Mio. €), die Aufwendungen für Rekultivierungsverpflichtungen (26 Mio. €, i. Vj. 8 Mio. €) sowie die Miet- und Leasingaufwendungen (55 Mio. €, i. Vj. 47 Mio. €) erheblich höher. Darüber hinaus sind die Instandhaltungsaufwendungen deutlich angestiegen (93 Mio. €, i. Vj. 85 Mio. €). Der starke Anstieg der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzdienstleistungen resultiert neben dem weiteren Wachstum des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen aus einem höheren Kreditausfallrisiko aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung. Die weiteren Positionen wie die Kosten für externe Dienstleistungen und die Aufwendungen für Rekultivierungsverpflichtungen waren erheblich durch den inflationsbedingten Preisanstieg beeinflusst. Im Geschäftsjahr ist das Beteiligungsergebnis um 2 Mio. € auf 32 Mio. € gestiegen. Dies resultierte im Wesentlichen aus höheren Ausschüttungen von Sonstigen Beteiligungen. Im Jahr 2022 lag das operative Ergebnis der Werhahn-Gruppe erheblich unter dem Vorjahr und spürbar unter den Erwartungen. Dies ist maßgeblich auf die Entwicklung im Unternehmensbereich Konsumgüter zurückzuführen, dessen operatives Ergebnis beträchtlich unter dem Vorjahr und dem Plan lag, da die steigenden Kosten nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben werden konnten. Das operative Ergebnis des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen lag zwar geringfügig unter dem geplanten Ergebnis, es blieb jedoch aufgrund gestiegener Risikoaufwendungen und höherer Refinanzierungskosten spürbar hinter dem Vorjahr zurück. Auch die innovativen Geschäftsmodelle erzielten erheblich höhere Anlaufverluste als geplant und im Vorjahr. Gegenläufig entwickelte sich der Unternehmensbereich Baustoffe, der aufgrund aktiver Preispolitik den Vorjahreswert des operativen Ergebnisses spürbar und den Planwert deutlich übertreffen konnte. Das Zinsergebnis inklusive der Erträge aus Wertpapieren des Anlage- und Umlaufvermögens lag bei - 11 Mio. € (i. Vj. - 9 Mio. €). Grund hierfür sind die höheren Bankverbindlichkeiten sowie das generell gestiegene Zinsniveau. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 156 Mio. € erheblich unter dem Ergebnis des Vorjahres (i. Vj. 212 Mio. €) und ebenfalls deutlich unter den Erwartungen. Insgesamt konnte die Werhahn-Gruppe in 2022 einen Konzernjahresüberschuss von 93 Mio. € erzielen, der um 47 Mio. € unter dem Ergebnis des Vorjahres lag. Der Vorstand dankt allen Mitarbeitenden in einem Jahr außerordentlicher Herausforderungen für ihren engagierten Einsatz und ihren Beitrag zum Erfolg der Werhahn-Gruppe. Baustoffe Zu dem Unternehmensbereich Baustoffe gehören die in Deutschland und weiteren europäischen Ländern tätigen Geschäftsbereiche Natursteine und Schiefer. Der Geschäftsbereich Natursteine gewinnt und verarbeitet mineralische Rohstoffe für die Bauindustrie. Als einer der führenden Produzenten von Schiefer in Premiumqualität vermarktet der Geschäftsbereich Schiefer hochwertige Gesteine für Dächer, Fassaden, Innenräume sowie die Landschaftsgestaltung. Natursteine Der Geschäftsbereich Natursteine bündelt unter Führung der Basalt-Actien-Gesellschaft (BAG) vier Geschäftsfelder: Mineralische Rohstoffe, Asphaltmischgut, Bauchemie sowie Baustoffrecycling/-deponie. Neben Deutschland, Schweden und den Benelux-Staaten ist der Geschäftsbereich in den mittel- und osteuropäischen Ländern Polen, Russland, Ukraine, Tschechien und Ungarn auch mit eigenen Produktionsstandorten tätig. Zu den Kunden zählen insbesondere Unternehmen des Verkehrswege-, Tief-, Hoch-, Wasser- und Gleisbaus, private und öffentliche Bauträger sowie Hersteller von Steinwolle und Betonproduzenten. Im Geschäftsfeld Mineralische Rohstoffe werden in 90 eigenen Steinbrüchen Hartgesteine gewonnen, aufbereitet und regional vermarktet. Ein wesentlicher Teil der Rohstoffe wird zudem für die Produktion von Asphaltmischgut in 164 eigenen Mischanlagen verwendet. Das Geschäftsfeld Bauchemie produziert und vertreibt überwiegend bituminöse Abdichtungsstoffe für den Straßen- und Hochbau. Im Geschäftsfeld Baustoffrecycling/-deponie werden unbelastete Baurestmassen bearbeitet, vermarktet und eingelagert. Abgeschwächte Nachfrage im öffentlichen Straßenbau Die Rahmenbedingungen des Geschäftsbereichs wurden durch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, die inflationäre Entwicklung von Energie- und Einsatzstoffpreisen sowie die Störungen bei den internationalen Lieferketten insbesondere bei der Maschinen- und Ersatzteilversorgung massiv beeinflusst. Das Bauhauptgewerbe in Deutschland wuchs nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie 2022 insgesamt nominal um hohe 10 %. Preisbereinigt bedeutete dies jedoch einen realen Umsatzrückgang von 5,8 %. Alle drei Bausparten, Wohnungsbau (+ 11,2 %), Wirtschaftsbau (+ 10,8 %) und öffentlicher Bau (+ 8 %), zeigten zwar preisbedingte Zuwächse, verzeichneten aber preisbereinigt ebenfalls eine rückläufige Entwicklung. In dem für den Geschäftsbereich besonders wichtigen Bereich des öffentlichen Straßenbaus blieb der Umsatz preisbereinigt um 5,2 % (nominal: + 10,1 %) unter dem Niveau des Vorjahres. Einen Rückgang verzeichnete der öffentliche Straßenbau auch beim Auftragseingang. Hier betrug der reale Rückgang 6,1 % (nominal: + 8 %). Ungeachtet hoher, teils nicht ausgeschöpfter Budgets der öffentlichen Hand schwächten sich sowohl die Nachfrage als auch die Auftragseingänge im öffentlichen Straßenbau damit weiter ab. Wesentliche Einflussfaktoren waren neben anhaltenden Problemen der Administration die stark gestiegenen Baupreise. Die festen Budgets auf Bund-, Landes- und Gemeindeebene ließen nur begrenzt kostenbedingte Überschreitungen der Projektkosten zu. Ein weiterer Grund waren personelle Engpässe, insbesondere aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels, in Planungs- und Genehmigungsbehörden, die zu Verzögerungen bei Planung, Ausschreibung und Vergabe von Aufträgen führten. Weiterhin kam es aufgrund der unzureichenden Digitalisierung der öffentlichen Bauverwaltungen bei anhaltenden Erschwernissen durch die Pandemie zu reduzierten bzw. verzögerten Ausschreibungstätigkeiten. Die oben genannten dämpfenden Faktoren führten zu einer unter den Erwartungen und Möglichkeiten liegenden Entwicklung der Marktvolumina, speziell im Asphaltstraßenbau. In den ausländischen Märkten, in denen der Geschäftsbereich vertreten ist, wurde die Entwicklung ebenfalls durch den Krieg in der Ukraine und die meist noch stärker ausgeprägten Inflationsauswirkungen geprägt. In Polen, dem wichtigsten Auslandsmarkt, fielen Investitionen kleiner aus als erwartet und Infrastrukturprojekte verzögerten sich. Wesentlicher Grund dafür war die kriegsbedingte Unsicherheit, neben fehlenden Transportkapazitäten, steigenden Energiekosten und der hohen Inflation. Die ungarische Wirtschaft blieb 2022 ungeachtet der widrigen Rahmenbedingungen infolge des Ukraine-Krieges und der steigenden Energiepreise auf Wachstumskurs. Die Bauwirtschaft entwickelte sich jedoch vor dem Hintergrund hoher Inflation und Zinsen schwächer als andere Sektoren. Weiterhin belastend für die Wirtschaft waren die ausbleibenden EU-Zahlungen aufgrund der anhaltenden politischen Spannungen. Das Wirtschaftswachstum von Tschechien stieg 2022, aber auch hier setzten die Folgen von Russlands Krieg gegen die Ukraine sowie die daraus resultierende hohe Inflation die Konjunktur unter Druck. Trotz dieser Entwicklung stockte die tschechische Regierung den staatlichen Fonds für Verkehrsinfrastruktur weiter auf. In Russland belasteten Krieg und Sanktionen immer mehr Branchen sowie die Wirtschaft insgesamt deutlich und dauerhaft. Die Investitionen in Bau- und Infrastrukturprojekte sind jedoch aufgrund von staatlichen Investitionen deutlich angestiegen. Der Krieg hat den positiven Wirtschaftstrend in der Ukraine abrupt gestoppt. Die Zerstörung wichtiger Infrastruktur, die Blockade der Seehäfen sowie der Verlust von Arbeitskräften durch Flucht und Einberufung lähmen das Geschäftsleben erheblich. In neue Infrastrukturprojekte wird erst nach Kriegsende investiert. Die Wachstumsaussichten in Schweden wurden durch die hohe Inflationsrate, steigende Zinsen, andauernde Lieferengpässe und die vergleichsweise hohen Energiepreise getrübt. Dennoch konnte ein Wirtschaftswachstum realisiert werden.
Die Preissteigerungen bei Energieträgern sowie Einsatzstoffen erfuhren durch den Krieg in der Ukraine einen weiteren Schub. Insbesondere die im ersten Halbjahr 2022 hohen Rohölnotierungen führten zu stark gestiegenen Bitumenpreisen und belasteten die Beschaffungskosten im Vorjahresvergleich deutlich. Die Kosten für fossile Energieträger, aber auch für eingekaufte Frachtleistungen und andere energieabhängige Einsatzfaktoren, stiegen merklich an. Der Aufwand für Ersatz- und Verschleißteile erhöhte sich vor allem durch inflationäre Preissteigerungen, begrenzte Lieferkapazitäten und unterbrochene Lieferketten ebenfalls erheblich. Starke Umsatzentwicklung trotz schwierigen Marktumfelds Der Umsatz des Geschäftsbereichs Natursteine stieg 2022 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 12,3 % auf 1.497 Mio. € und lag damit spürbar über den Erwartungen. Der Anstieg zum Vorjahr und zum Plan ist hauptsächlich auf die deutlich erhöhten Mischgut- und Rohmaterialerlöse zurückzuführen. Die drastisch gestiegenen Beschaffungskosten erforderten eine aktive und innovative Preispolitik, um die außergewöhnlich hohen Kostensteigerungen über höhere Erlöse zu kompensieren. Der nominalen Umsatzsteigerung lagen in Summe geringere Absatzmengen zugrunde. Der Rohmaterialabsatz lag im Inland spürbar unter Vorjahr und Plan. Die Mischgutabsätze entwickelten sich ebenfalls aufgrund geringerer Auftragsvergaben und steigender Preise bei gleichbleibenden Budgets der öffentlichen Haushalte unter den Vergleichswerten und lagen leicht unter dem Vorjahr und deutlich unter dem Plan. Der Auslandsabsatz von Rohmaterial lag moderat unter Vorjahr und Plan. Dieser Rückgang resultiert hauptsächlich aus dem kriegsbedingt stark reduzierten Betrieb des ukrainischen Steinbruchs. Ohne diese Einschränkungen übertrafen die ausländischen Aktivitäten sowohl das Vorjahr als auch den Plan erkennbar. Trotz des schwierigen Umfelds und geringerer Absatzmengen lag das operative Ergebnis deutlich über dem Vorjahr und wesentlich über dem Plan. Die gestiegenen Kosten für Einsatzstoffe konnten durch eine strikte Preispolitik und konsequentes Kostenmanagement mehr als aufgefangen werden. In den wesentlichen Auslandsmärkten verzeichnete der Geschäftsbereich Natursteine eine sehr gute Entwicklung. Hingegen wirkten sich die aufgrund des stark gestiegenen Baupreisindexes erheblich höheren Rückstellungen für die Rekultivierung vor allem von Steinbrüchen negativ aus. Die Bauchemieaktivitäten wurden neben den stark gestiegenen Bitumenkosten sowie den Kostensteigerungen anderer Einsatzstoffe durch die im Jahresverlauf deutlich abgeschwächte Entwicklung des Hochbaus belastet. Im Geschäftsfeld Bau- stoffrecycling/-deponie wurde das Ergebnis im Wesentlichen durch geringere Brechtonnagen, höhere Kosten für Betriebsstoffe sowie einen Rückgang im Sonderbau beeinträchtigt. Analog zum operativen Ergebnis lag das Ergebnis vor Steuern bedeutend über dem Vorjahresniveau und erheblich über dem Planansatz. Preissteigerungen bremsen die Bauwirtschaft Die Aussichten für die deutsche Bauwirtschaft sind aktuell von vielen verschiedenen Herausforderungen gekennzeichnet. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erwartet für 2023 in Deutschland einen realen Umsatzrückgang von insgesamt 6 %. Dabei wird im Wohnungs- und Wirtschaftsbau eine reale Minderung von 9 % bzw. 4 % prognostiziert. Der öffentliche Bau wird 2023 in Deutschland weiterhin darunter leiden, dass die nominalen Baubudgets nicht mit den Baupreissteigerungen Schritt halten werden. Daher wird in dem für den Geschäftsbereich Natursteine besonders relevanten öffentlichen Bau ein weiterer realer Rückgang von 5 % erwartet. Besonders problematisch ist die Entwicklung bei den Bundesfernstraßen, wo unverändert deutlicher Nachholbedarf bei Sanierung und Ausbau des Verkehrswegenetzes bei unzureichender Finanzausstattung besteht. Auch auf kommunaler Ebene wird der Investitionsrückstand im Bereich der Verkehrsinfrastruktur weiter zunehmen. Die Entwicklung der Auslandsmärkte ist in hohem Maße vom unsicheren Verlauf der geopolitischen Lage und der weltweiten inflationären Entwicklung geprägt. Es wird erwartet, dass die Wirtschaft in wesentlichen Märkten wie Polen deutlich an Schwung verlieren wird. Der Krieg in der Ukraine sorgt hier für starke Unsicherheiten. Impulse könnten von staatlichen Trägern ausgehen, speziell beim Ausbau des Autobahn- und Schnellstraßennetzes. Die meisten Vorhaben sind allerdings auf EU-Unterstützung angewiesen. Diese Mittel werden von der Europäischen Kommission jedoch erst freigegeben, wenn Polen sein Justizwesen reformiert hat. Russlands Wirtschaft wird in 2023 aufgrund des Angriffskriegs und der westlichen Sanktionen voraussichtlich schrumpfen. Gleichzeitig sollen Infrastrukturinvestitionen die Binnenkonjunktur ankurbeln. Für die Ukraine bleibt die Einschätzung schwierig. Neue Infrastrukturprojekte werden primär auf die Zeit nach Kriegsende verschoben. Für die ungarische Wirtschaft wird in der Folge des Ukraine-Kriegs und der dadurch ausgelösten Wirtschaftskrise ein Abrutschen in die Rezession befürchtet. Es ist zu erwarten, dass die staatlichen Investitionen im Infrastrukturbereich durch die ausbleibenden EU-Mittel sowie durch die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen im Staatshaushalt stark eingeschränkt werden. Tschechiens Wirtschaft wird voraussichtlich 2023 bestenfalls stagnieren. Bei möglichen Impulsen aus der neuen EU-Förderperiode 2021-2027 werden Infrastrukturinvestitionen weniger im Vordergrund stehen. Es wird damit gerechnet, dass Schwedens Wirtschaft, begleitet von einer negativen Investitionsentwicklung, schrumpfen wird. Der Geschäftsbereich Natursteine erwartet für 2023 in einem schwierigen inländischen Marktumfeld einen Absatz von Rohmaterial und Asphaltmischgut im Bereich des Vorjahresniveaus. Im Ausland werden insgesamt über alle Länder rückläufige Absatzmengen erwartet. Der Umsatz des Geschäftsbereichs soll das Niveau des Vorjahres nahezu erreichen. Auf der Kostenseite werden die starken, inflationsbedingten Preissteigerungen für Materialien und Leistungen im Markt, aber auch die Auswirkungen auf die Zuführungen zu den Rekultivierungsrückstellungen eine große Herausforderung sein. Das operative Ergebnis wird aus heutiger Sicht das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres aufgrund der Absatzmengen sowie hoher Kostenbelastungen erheblich unterschreiten. Das Ergebnis vor Steuern wird voraussichtlich ebenfalls stark unter dem Vorjahreswert liegen. Insgesamt ist die Prognose weiterhin vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds von deutlichen Unsicherheiten geprägt. Schiefer Der Geschäftsbereich Schiefer gewinnt und fertigt Schiefer in Premiumqualität und entwickelt Produkte zur ästhetischen Gestaltung von Wohn- und Lebensräumen. Das Sortiment umfasst ein breites Angebot an Deckarten für Dächer und Fassaden. Speziell für die moderne Architektur kreierte Systemlösungen, die auch Solarelemente in die Gesamtoptik integrieren, ermöglichen innovative Gebäudegestaltungen. Ergänzt wird das Produktangebot durch Werksteine für den Innenbereich sowie den Garten- und Landschaftsbau. Der Geschäftsbereich steuert seine sämtlichen globalen Aktivitäten inklusive Entwicklung, Einkauf und Vertrieb vom Stammsitz in Mayen, Deutschland. Die Gewinnung und Fertigung der Schieferprodukte erfolgt im spanischen Galicien von den dort ansässigen Gesellschaften Cafersa und Castrelos. Neben der eigenen Produktion bezieht der Geschäftsbereich auch Schiefer bei strategischen Partnern. Die Produkte werden in allen wesentlichen Schiefermärkten, insbesondere in West- und Mitteleuropa sowie in Nordamerika vertrieben. Positive Ergebnisentwicklung trotz rückläufiger Baukonjunktur Für den Wohnungsbau verzeichnete der Zentralverband der Deutschen Bauindustrie im Jahr 2022 einen Rückgang des Umsatzes von 4,5 %. Die Abkühlung der Hochbaukonjunktur im Geschäftsjahr 2022 hatte einen Rückgang des Steildachmarktes zur Folge. Probleme bei der Baumaterialversorgung durch gestörte Lieferketten führten vereinzelt zu Stilllegung von Produktionen und Auftragsstopps. Die Baukosten stiegen teilweise drastisch. Zusätzlich belasteten schlechtere Finanzierungs- und Förderbedingungen, stark gestiegene Energiekosten sowie allgemeine inflationäre Entwicklungen die Bautätigkeit. Entsprechend nahm die Verunsicherung bei Bauherren ab der zweiten Jahreshälfte zu. Bauprojekte wurden zeitlich verschoben oder sogar storniert. Die Auslastung der Dachdeckerbetriebe lag weiterhin auf einem hohen Niveau, der Auftragsvorlauf verringerte sich allerdings im Jahresverlauf sukzessive. Im Ausland stagnierte die Nachfrage nach Schiefer in 2022. Die begrenzte Verfügbarkeit von Baumaterialien führte dazu, dass Projekte nicht begonnen oder fortgeführt wurden. Zudem trübten höhere Preise die Konjunktur und bremsten die Nachfrage. Der Geschäftsbereich Schiefer konnte sich in dem herausfordernden Umfeld sehr erfolgreich behaupten und erreichte 2022 einen Umsatz von 85 Mio. €, der deutlich über dem Niveau des Vorjahres und spürbar über den Erwartungen lag. Dabei war die Auftragslage in den ausländischen Märkten, insbesondere in Frankreich, Großbritannien und den Benelux-Staaten erneut sehr gut, sie wurde jedoch von längeren Lieferzeiten und Materialengpässen beeinträchtigt. Im Inland verzeichnete der Geschäftsbereich einen Nachfragerückgang. Den steigenden Produktions- und Beschaffungskosten konnte durch eine gezielte Preisstrategie und ein straffes Kostenmanagement entgegengewirkt werden. Folglich übertrafen sowohl das operative Ergebnis als auch das Ergebnis vor Steuern das Niveau des Vorjahres und die Erwartung erheblich. Auslandsnachfrage stützt Schiefermarkt in einem schwierigen bauwirtschaftlichen Umfeld Nach guten Entwicklungen in den Vorjahren schrumpfte die deutsche Bauwirtschaft im Jahr 2022 in allen wichtigen Teilsektoren. Dieser Trend wird sich aufgrund der anhaltenden Probleme in den Lieferketten, der gestiegenen Zinsen sowie der hohen Energie- und Rohstoffpreise wahrscheinlich auch in 2023 fortsetzen. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ist nach wie vor ein zentrales Problem und höhere Lohnkosten belasten die Bauunternehmen. Deshalb wird der Neubaubereich weiterhin rückläufig bleiben. Die dadurch freiwerdenden Personalkapazitäten werden sich positiv auf die Sanierungstätigkeiten auswirken. Der Bausektor wird sich perspektivisch erst 2024 erholen. Die Bautätigkeiten werden durch die Knappheit an Wohnungen und einen großen Bedarf an energetischen Sanierungen zukünftig gestützt werden. In den für den Geschäftsbereich Schiefer wichtigen Auslandsmärkten Frankreich, Belgien und Großbritannien ist von einer stabilen Nachfrage auszugehen, die allerdings aufgrund limitierter Verfügbarkeiten nicht vollständig gedeckt werden kann. Vor diesem Hintergrund erwartet der Geschäftsbereich Schiefer für 2023 einen spürbaren Umsatzrückgang durch geringere Absätze im In- und Ausland. Das operative Ergebnis wie auch das Ergebnis vor Steuern werden aufgrund der erwarteten schwachen Konjunkturaussichten, mit steigenden Kosten, erheblich unter dem Vorjahresniveau liegen. Insgesamt ist die Prognose weiterhin vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds von deutlichen Unsicherheiten geprägt. Konsumgüter Der Unternehmensbereich Konsumgüter umfasst die beiden Geschäftsbereiche Zwilling Küche und Zwilling Beauty Group. Sie produzieren hochwertige Markenartikel für Küche und Körperpflege und sind mit ihren Sortimenten weltweit auf allen wichtigen Märkten vertreten. Zwilling Küche Der Geschäftsbereich Zwilling Küche bietet Premiumprodukte für die moderne Wohnküche sowie für den Bereich Outdoor Kitchen an. Das Sortiment umfasst unter den Marken ZWILLING, STAUB, BALLARINI, MIYABI, DEMEYERE, SANTOS und FLAMMKRAFT vor allem Messer, Kochgeschirr, Bestecke, Scheren, Küchenhelfer, Vakuumiersysteme, elektrische Küchenkleingeräte sowie Grills und Grillzubehör. Die wichtigsten Absatzmärkte für den Geschäftsbereich sind neben Deutschland und anderen Ländern in Europa China, Nordamerika und Japan. Verändertes Konsumverhalten Die für die Geschäftsentwicklung entscheidende Konsumneigung der Verbraucher wurde 2022 insbesondere durch den Krieg in der Ukraine sowie die hohen Inflationsraten gedämpft. Vor allem die gestiegenen Lebenshaltungskosten, aber auch der Wegfall der Corona-Restriktionen sorgten für ein geändertes Konsumverhalten. Die Ausgaben für den gedeckten Tisch und die Küche gingen entsprechend zurück. Dies spiegelte sich in der Entwicklung der Warenhausgeschäfte wider, die zum Teil 2022 in finanzielle Schieflagen gerieten. Aufgrund der Disruption in den Lieferketten wurden zudem Reservebestände aufgebaut, die zu rückläufigen Produktionsmengen in den Werken führten. Im Gegensatz zu anderen Ländern gab es in China noch lange regionsübergreifende Lockdown-Phasen, die die chinesische Geschäftstätigkeit beeinträchtigten. In Shanghai waren in den Monaten April und Mai kaum Auslieferungen aus dem Zentrallager und eine nur sehr eingeschränkte Produktion möglich. Erfreulich entwickelte sich hingegen das Online-Geschäft. Anteil des Online-Geschäfts wächst weiter Der Umsatz des Geschäftsbereichs Zwilling Küche übertraf mit 902 Mio. € geringfügig den Vorjahres- und den Planwert. Akquisitions- und wechselkursbereinigt war der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht rückläufig. Im Vergleich zum Plan wirkte sich insbesondere die Wechselkursentwicklung positiv auf den Umsatz aus. Das Kerngeschäft bewegte sich geringfügig unter dem Vorjahresniveau, das Sondergeschäft mit Kundenbindungsprogrammen konnte nicht an das außergewöhnlich starke Vorjahr anknüpfen. Während der Anteil des Online-Geschäfts am Kerngeschäftsumsatz auf jetzt 45 % gesteigert werden konnte, wurden schwächere Umsätze insbesondere im Premium Retail, Geschenkartikelgeschäft sowie im stationären Handel verzeichnet. Treiber hierfür waren vor allem die gebremste Konsumlaune der Verbraucher und der hohe Lagerbestand im Handel. Der mit Abstand umsatzstärkste Markt in den USA konnte nicht an die überproportionalen Wachstumsraten der Vorjahre anknüpfen. Der Umsatz war leicht rückläufig und verfehlte spürbar den Plan. Die positiven Entwicklungen des Umsatzes durch die Eröffnungen neuer Shops und über Online-Kanäle konnten die Umsatzrückgänge im stationären Handel nicht kompensieren. Hier waren insbesondere Umsatzeinbußen im Zuge der Insolvenz eines Großkunden spürbar. Der Umsatz in Kanada war stark rückläufig. Von diesem Rückgang waren mit Ausnahme der eigenen Shops alle wesentlichen Vertriebskanäle betroffen. Auch in China waren in Summe erhebliche Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Diese resultierten vor allem im stationären Handel aus der strikten Lockdown-Politik im April und Mai 2022 in Shanghai sowie immer wieder verhängten Lockdowns in verschiedenen Regionen während des gesamten Jahres. Von dieser Situation profitierte das Online-Geschäft, welches einen weiteren Umsatzanstieg verzeichnete. In Japan erzielte Zwilling Küche insbesondere im stationären Handel und auch im Online-Geschäft ein spürbares Wachstum. In Deutschland wurde der Vorjahresumsatz bereinigt um den Effekt der Akquisitionen im Barbecue-Segment auch im Plan spürbar verfehlt. Nach dem coronabedingten starken Wachstum in den Vorjahren war der Umsatz der Online-Vertriebskanäle erheblich rückläufig. Das stationäre Handelsgeschäft vor allem mit Einrichtungshäusern und den eigenen Shops erholte sich nach den Lockdown-Phasen im Vorjahr merklich. In den übrigen europäischen Ländern konnte der akquisitionsbereinigte Umsatz moderat gesteigert werden. Die größten Zuwächse konnten in Großbritannien, Spanien und in der Türkei realisiert werden.
Das operative Ergebnis lag deutlich unter dem Vorjahr und dem Plan. Treiber waren insbesondere Kostensteigerungen, die nur zeitverzögert an den Markt weitergegeben werden konnten. Neben dem daraus resultierenden leichten Rückgang der Rohertragsmarge stiegen vor allem die Personalkosten signifikant an. Darüber hinaus führten der fortgesetzte digitale Transformationsprozess sowie der Ausbau der Shops und des Online-Geschäfts zu einem Anstieg der betrieblichen Aufwendungen. Dementsprechend fiel auch das Ergebnis vor Steuern erheblich geringer aus als im Vorjahr und in der Planung vorgesehen. Leichtes Umsatzwachstum bei herausforderndem Umfeld Der Geschäftsbereich Zwilling Küche erwartet unter den aktuellen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für 2023 ein leichtes Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere in dem Kerngeschäft wird ein deutliches Umsatzwachstum prognostiziert. Impulse werden dabei vor allem durch starke Zuwächse in den neuen Geschäftsfeldern Barbecue sowie in den Produktgruppen Vakuum und Electrics erwartet. Das Wachstum wird im Wesentlichen in den Kernmärkten Deutschland, USA und China erzielt werden, wobei in China der Fokus auf das Online-Geschäft und den eigenen stationären Handel gelegt wird. Das Sondergeschäft wird dagegen erwartungsgemäß stark rückläufig sein. Die anhaltend angespannte geopolitische Lage, die Inflation und die damit verbundenen Kostensteigerungen stellen für den Geschäftsbereich Zwilling Küche auch weiterhin eine Herausforderung dar, welche die Entwicklung des Geschäftsbereichs beeinträchtigen werden. Dennoch wird erwartet, dass das operative Ergebnis leicht und das Ergebnis vor Steuern spürbar über Vorjahresniveau liegen. Insgesamt ist die Prognose weiterhin vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds von deutlichen Unsicherheiten geprägt. Zwilling Beauty Group Der Geschäftsbereich Zwilling Beauty Group produziert und vertreibt unter den Marken ZWILLING und TWEEZERMAN hochwertige Pinzetten sowie Instrumente zur Maniküre und Pediküre. Ergänzt wird das Angebot durch Produkte der QVS-Gruppe, die Beauty-Tools unter den Marken TruYu und QVS sowie Handels- und Exklusivmarken vertreibt. Die wichtigsten Absatzmärkte für die Zwilling Beauty Group sind neben den USA und Deutschland Großbritannien sowie China. Darüber hinaus hat der Geschäftsbereich seine Vertriebstätigkeiten in den vergangenen Jahren in Australien, Kanada, den Niederlanden und Österreich verstärkt. Erfreuliches operatives Ergebnis bestätigt Ähnlich wie der Geschäftsbereich Zwilling Küche ist auch die Entwicklung des Geschäftsbereichs Zwilling Beauty Group von der Konsumstimmung in den jeweiligen Märkten geprägt. Der Umsatz des Geschäftsbereichs übertraf vor allem aufgrund der vorteilhaften Entwicklung der Wechselkurse mit 106 Mio. € den Vorjahreswert spürbar sowie den Plan deutlich. Die positive Wechselkursentwicklung machte sich insbesondere in den USA, dem mit Abstand wichtigsten Markt, bemerkbar. In lokaler Währung bewegte sich der Umsatz trotz einer sich insbesondere im zweiten Halbjahr abzeichnenden Konsumschwäche in etwa auf Vorjahresniveau. Der Online-Handel konnte den Trend der Vorjahre nicht fortsetzen und lag leicht unter dem Niveau des Jahres 2021. Dagegen setzte sich der positive Umsatztrend bei den Premium Retailern sichtbar fort. In Deutschland verzeichnete der Geschäftsbereich Zwilling Beauty Group einen signifikanten Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr. Er blieb jedoch merklich unter dem Plan. Analog zu den USA konnten die Online-Händler in Deutschland ihren Wachstumstrend nicht fortsetzen. Insbesondere erfreute sich der stationäre Handel mit den Premium Retailern einer merklichen Geschäftsbelebung. Hier wirkte sich die Erholung des Tourismus positiv aus. In Großbritannien lag der Umsatz etwa auf Vorjahresniveau, aber deutlich über dem Plan. Im Frühjahr erfolgte hier der Markenrelaunch von QVS zu TruYu. Der chinesische Markt war geprägt von den wiederkehrenden Lockdowns. Der Umsatz lag daher signifikant unter dem Vorjahr und dem Plan. Ein Wachstumstreiber im Jahr 2022 waren die Märkte in Lateinamerika, in denen die Umsätze immens gestiegen sind. Getrieben von der Wechselkursentwicklung lagen sowohl das operative Ergebnis als auch das Ergebnis vor Steuern deutlich über dem Planniveau. Das erfreuliche operative Ergebnis des Vorjahres konnte damit im Jahr 2022 bestätigt werden. Das Ergebnis vor Steuern war im Jahr 2022 beträchtlich niedriger als in 2021, da das Ergebnis vor Steuern im Vorjahr durch einen Sondereffekt positiv beeinflusst war. Hohe Inflation drückt Verbraucherstimmung Auch im Jahr 2023 wird die Geschäftsentwicklung der Zwilling Beauty Group stark davon abhängen, wie sich der private Konsum im Kernmarkt USA, in Deutschland und in den übrigen relevanten Märkten entwickelt. Nach den Jahren der Corona-Pandemie werden die wesentlichen negativen Einflussfaktoren des Ukraine-Kriegs und die daraus resultierenden anhaltend hohen Energiekosten sein. Zudem verharrt die Inflation seit 2022 auf einem durchgehend höheren Niveau. In den USA entwickelt sich darüber hinaus der für den Geschäftsbereich wichtige Vertriebskanal mit lokalen Drogeriemarktketten leicht rückläufig. Positive Einflussfaktoren sind die Beendigung der Lockdowns in China und die damit einhergehende Normalisierung der Lieferketten sowie der lokalen Nachfrage. Die dargestellten Rahmenbedingungen werden die Geschäftsentwicklung der Zwilling Beauty Group in 2023 erheblich beeinflussen. Der Geschäftsbereich erwartet eine Erholung im chinesischen Markt sowie eine Belebung des Geschäfts mit dem Geschäftsbereich Zwilling Küche in Europa. Es wird daher für das Jahr 2023 ein leicht höherer Umsatz sowie ein leicht unter dem Vorjahresniveau liegendes operatives Ergebnis erwartet. Das Ergebnis vor Steuern wird aufgrund des höheren Zinsniveaus deutlich sinken. Insgesamt ist die Prognose weiterhin vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds von deutlichen Unsicherheiten geprägt. Finanzdienstleistungen Zum Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen gehört der Geschäftsbereich abcfinance zusammen mit der abcbank als Leasing- und Factoringanbieter sowie der auf Kfz-Finanzierung spezialisierte Geschäftsbereich Bankll. abcfinance abcfinance bietet maßgeschneiderte Finanzdienstleistungen für mehr als 80.000 überwiegend mittelständische Unternehmen in Deutschland, den Niederlanden sowie in Österreich an. Im Geschäftsfeld Leasing finanziert abcfinance mobile Wirtschaftsgüter, einschließlich gebrauchter, geringwertiger und immaterieller Objekte wie Software oder Lizenzen. Im Geschäftsfeld Factoring kauft abcfinance Forderungen an und schafft so finanzielle Freiräume für seine Geschäftspartner. Im Geschäftsfeld Absatzfinanzierung unterstützt abcfinance mit speziellen Branchenteams die Vertriebsaktivitäten von Herstellern und Händlern mit kundengerechten und auf den Bedarf abgestimmten Finanzierungslösungen. Die mit der abcfinance verbundene abcbank refinanziert Forderungen des Leasing- und Factoringgeschäfts und tätigt Verbriefungstransaktionen für den Geschäftsbereich. Die Bank bietet darüber hinaus Anlageprodukte für private, gewerbliche und institutionelle Kunden an. Die Anlageprodukte umfassen Tagesgeld bis hin zu Sparprodukten mit mehreren Jahren Laufzeit und werden ausschließlich online angeboten. Leasingmarkt resilient in dynamischem Umfeld Der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) ging gemäß seiner Trendmeldung für das Jahr 2022 davon aus, dass das gesamte Leasinggeschäft zu Anschaffungskosten im Vergleich zum Vorjahr moderat um 4 % auf 72,2 Mrd. € gewachsen ist. Dabei wurden 28,3 % der Ausrüstungsinvestitionen (i. Vj. 30 %) mittels Leasing und Mietkauf finanziert. Auf das Neugeschäft im Mietkauf entfiel ein deutliches Plus von über 19,3 % und das Leasinggeschäft wies ein leichtes Wachstum von 1 % auf. Die Anzahl neu kontrahierter Leasingverträge nahm leicht um 1,4 % zu, die der Mietkaufverträge moderat um 2,2 %
ab. Ein Teil des Anstiegs der Anschaffungskosten war als Effekt auf den Wegfall von Rabattierungen seitens der Hersteller und die Überwälzung des Inflationsdrucks auf die Preise in bestimmten Objektgruppen zurückzuführen. In den einzelnen Objektgruppen zeigte sich ein sehr differenziertes Bild. Ursächlich für die positive Entwicklung im Leasingneugeschäft waren verstärkte Abschlüsse von kleinteiligem Geschäft, allem voran von E-Rollern und Fahrrädern, deren Bedeutung mit einem Volumen von über 1,8 Mrd. € und einem Anteil von 3 % am Mobilienneugeschäft deutlich stieg. Die für die Leasingbranche mit einem Anteil von 62 % bedeutendste Objektgruppe Pkw konnte im Jahr 2022 ein leichtes Wachstum von 2 % bei einem deutlichen Rückgang der Anzahl der Verträge von 5,5 % im Neugeschäft erzielen. Durch den Wegfall von Rabattierungen seitens der Hersteller, die Überwälzung des Inflationsdrucks auf die Preise sowie die - im Vergleich zu den Pkw mit Verbrennermotoren - höheren Erwerbskosten für E-Fahrzeuge war ein Teil des Anstiegs der Anschaffungskosten auf diesen Effekt zurückzuführen. Auch nutzten die Kunden verstärkt die Möglichkeit zur Vertragsverlängerung. Nachholeffekte aus unterbliebenen Anschaffungen während der Corona-Pandemie sorgten in der Objektgruppe Luft-, Schienen- und Wasserfahrzeuge für einen Zuwachs von 31 %. Ebenfalls entwickelte sich, bedingt durch Investitionen in die Digitalisierung, das Segment IT, Software und Cloudanwendungen mit einer merklichen Steigerung von 14 % erfreulich. Darüber hinaus verzeichneten Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien mit über 80 % einen beträchtlichen Zuwachs. Die Objektgruppen Produktion, Nutzfahrzeuge, Baumaschinen und Agrartechnik wiesen insgesamt ein Wachstum von 7 % gegenüber dem Vorjahr auf. Zunehmend Sorgen bereiteten dem Branchenverband die insbesondere seit dem Jahr 2020 durch die diversen Krisen verursachten Investitionsdefizite, die auch im Jahr 2022 die dringend erforderlichen Unternehmensinvestitionen in den digitalen und nachhaltigen Transformationsprozessen hemmten. Der Anteil der Unternehmensinvestitionen hat sich seit dem Jahr 2008 von 13,1 % auf 12,4 % im Jahr 2022 rückläufig entwickelt. Auch im Jahr 2022 erwies sich Factoring als Stabilitätsanker sowie Liquiditätsbringer und unterstrich die Rolle der abcfinance als stabiler Finanzierungspartner in ökonomischen Krisenzeiten. Gemessen am Gesamtumsatz und mit rund 16 % Marktanteil entwickelte sich der deutsche Factoringmarkt mittlerweile zum zweitgrößten in Europa. Bis zur Jahresmitte 2022 profitierte das Factoringgeschäft insbesondere von Nachholeffekten der Corona-Pandemie. Jedoch konstatierte die Factoringbranche bereits zum Halbjahr 2022, dass sich die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und der Lieferkettenproblematik voraussichtlich im Geschäft für das Gesamtjahr niederschlagen werden. Bis zum ersten Halbjahr 2022 stieg der Factoringumsatz nach Aussage des Deutschen Factoring-Verbands e. V. nach 146,5 Mrd. € im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 182,4 Mrd. €. Dies zeigte sich auch in der Aktivität der deutschen Kreditversicherer, die im Jahr 2022 ihr Volumen zur Deckung von Warenkrediten und Kautionen erstmalig auf 588 Mrd. € steigerten. Jedoch mussten die deutschen Kreditversicherer im Zuge der unterjährigen Eintrübung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Zahlungsausfälle von insgesamt 700 Mio. € und damit ein Plus von 50 % gegenüber dem Vorjahr übernehmen. Die Refinanzierungskosten der auf Leasing und Factoring spezialisierten Finanzdienstleister verteuerten sich infolge des spürbaren Anstiegs der Kapitalmarkt- und Kreditzinsen in 2022 wesentlich. Deutliches Neugeschäftswachstum im Leasing und Factoring Der Geschäftsbereich abcfinance erzielte 2022 im Geschäftsfeld Leasing ein deutliches Neugeschäftswachstum von 9,8 %. Im Geschäftsfeld Factoring konnte ein merkliches Plus von 9,7 % erreicht werden. Im Geschäftsfeld Leasing zeigte sich unterjährig ein starker Margenrückgang, der durch das Volumenwachstum nicht ausgeglichen werden konnte. Hier wurde allerdings bereits zum Jahresende eine positive Trendumkehr verzeichnet. Im Geschäftsfeld Factoring konnte ein leichter Margenrückgang durch das höhere Volumen überkompensiert werden. Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr moderat gesteigert werden und lag leicht über der Planung. Das wirtschaftliche Ergebnis EBITA - wie vom Branchenverband BDL definiert - verfehlte sowohl das Vorjahresergebnis als auch die Prognose erheblich. Ursächlich dafür war insbesondere ein stark angestiegenes Marktzinsniveau. Aufgrund der positiven Entwicklung des Rohergebnisses aus dem Leasingportfolio schlug sich das Umsatzwachstum auch im Ergebnis vor Steuern nieder. Dieses übertraf das Vorjahr beträchtlich. Auch die Prognose wurde stark übertroffen, was im Vergleich zu den Erwartungen insbesondere auf das erheblich geringere Risikoniveau und den entsprechend geringeren Bedarf an Risikovorsorge zurückzuführen war. Branche mit verhaltenem Optimismus für 2023 Der Branchenverband BDL rechnet für das Jahr 2023 bei moderat positiver Investitionstätigkeit mit steigenden Finanzierungskosten für Investitionen, rückläufigen Orderbeständen und höheren Energiekosten. Erforderliche Zukunftsinvestitionen, mit den Schwerpunkten Digitalisierung und Nachhaltigkeit, werden mit gedrosseltem Tempo voranschreiten. Großes Potenzial für die Leasingbranche wird in den Finanzierungsvorhaben zur Steigerung der Energieeffizienz gesehen. Die realen Ausrüstungsinvestitionen werden mit einem rückläufigen Leasinganteil laut Prognose des ifo Instituts voraussichtlich leicht steigen. Vor diesem Hintergrund sind die Erwartungen für dasn Jahr 2023, abhängig von fiskalischen Anreizen, dem Abbau bürokratischer Hürden und erhöhter Planungssicherheit für die Unternehmen, verhalten optimistisch. Die Entwicklung des krisenfesten Factoringmarktes ist abhängig von der zunehmenden Unsicherheit aufgrund des Ukraine-Kriegs sowie der anhaltenden Lieferkettenproblematik und deren negativen wirtschaftlichen Effekten. Die Finanzierung mittels Factoring wird dabei weiterhin insbesondere für den Mittelstand als verlässliche und attraktive Alternative nachgefragt werden. Der Geschäftsbereich abcfinance plant für 2023 das Neugeschäftsvolumen im Leasing und im Factoring sichtbar auszubauen. Dazu sollen neben neuen Kundengruppen auch neue Produkte sowie digitale Lösungen beitragen. Der Geschäftsbereich abcfinance erwartet einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Das wirtschaftliche Ergebnis EBITA wird voraussichtlich erheblich über dem Vorjahr liegen. Verantwortlich dafür ist, neben dem Anstieg des Neugeschäftsvolumens, insbesondere die prognostizierte Entwicklung des Marktzinsniveaus. Das Ergebnis vor Steuern wird 2023 aufgrund der Nachlaufeffekte aus der Marktzinsentwicklung im Jahr 2022 und der geplanten Risikokosten den Vorjahreswert erheblich verfehlen. Insgesamt ist die Prognose weiterhin vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds von deutlichen Unsicherheiten geprägt. Bank11 Bank11 ist ein Spezialist für Absatz- und Einkaufsfinanzierungen sowie Konsumentenkredite. Sie bietet dem mittelständischen Kfz-Handel einfache und günstig kalkulierte Finanzierungen und Versicherungen für dessen Kunden an. Über die Einkaufsfinanzierung eröffnet Bank11 Handelspartnern zusätzlich die Möglichkeit, ihren Lagerbestand an neuen und gebrauchten Fahrzeugen zu finanzieren. Darüber hinaus betreibt sie die Plattform smive, bei der die Kunden flexibel ein Auto-Abo abschließen können. Über Partnerbanken bietet Bank11 auch Konsumentenkredite an. Zur Refinanzierung ihres operativen Geschäfts offeriert sie privaten und institutionellen Anlegern Sparbriefe und Tagesgelder sowie Termin- und Kündigungsgelder und tätigt Verbriefungstransaktionen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Bank11 zur effektiveren Begrenzung und Steuerung von Zinsänderungsrisiken erstmals standardisierte Zinsswaps abgeschlossen. Deutscher Kfz-Markt weiter unter Druck Der deutsche Kfz-Markt verzeichnete 2022 ein leichtes Wachstum. Dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge wurden in der Jahresbilanz insgesamt 2,65 Mio. Neuwagen zugelassen, das sind 1,1 % mehr im Vergleich zu 2021. Wie im Jahr zuvor führten die Lieferengpässe bei Neuwagen auch in 2022 zu erheblichen Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenmarkt. Die Verbraucherpreise für Gebrauchtwagen erreichten einen historisch hohen Wert. Viele Autohersteller erhöhten im Laufe des Jahres mehrfach die Preise und verteuerten oder strichen komplett günstigere Basisversionen der Autos. Hauptgründe dafür sind durch die Corona-Pandemie bedingte Produktionsausfälle und gestörte Lieferketten, welche der Krieg in der Ukraine und die dadurch verursachte Energiekrise verschärften. Mit 5,64 Mio. Besitzumschreibungen in 2022 lag der Gebrauchtwagenmarkt folglich um 15,9 % unter dem Niveau des Jahres 2021. Im vergangenen Jahr profitierte das Geschäft der auf Pkw-Finanzierungen spezialisierten Banken wieder davon, dass ein großer Teil der privat genutzten Neu- und Gebrauchtwagen finanziert wurde. Nach einer Befragung des Bankenfachverbandes wurden im letzten Jahr rund 35 % aller privaten Pkw in Deutschland per Kredit oder Leasing finanziert. Bei Neuwagen betrug der Finanzierungsanteil etwa 47 %, bei Gebrauchtwagen waren es ca. 27 %. Erneuter Anstieg von Neugeschäft und Kundenkreditvolumen Bank 11 wuchs in diesem herausfordernden Umfeld auch 2022 deutlich stärker als der Branchendurchschnitt. Dabei profitierte sie von einem weiter ausgebauten Online-Vertrieb und steigerte das Neugeschäft auf 3,8 Mrd. €. Das Kundenkreditvolumen wuchs um 22 %. Die Zahl der Handelspartner erhöhte sich um etwa 1.700 auf 17.900. Dabei wurde unter anderem die seit Langem erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Verbänden des Kfz-Gewerbes und des Kfz-Handels weiter ausgebaut. Impulse lieferte weiterhin auch die Kooperation mit dem ADAC im Bereich der Fahrzeugfinanzierung. Zudem profitierte Bankll von ihrer Innovationskraft sowie der schnellen und kompetenten Betreuung von Kfz-Händlern und deren Kunden. Im Zuge der erfreulichen Neugeschäftsentwicklung erzielte Bank11 einen Umsatz erheblich über dem Vorjahr und der Erwartung. Das operative Ergebnis verfehlte jedoch das Vorjahres- und Planniveau deutlich. Maßgeblich dafür sind vor allem ein niedrigeres Provisionsergebnis und höhere Risikoaufwendungen, die das deutlich bessere Zinsergebnis nicht ausgleichen konnte. Das Provisionsergebnis wurde durch einen signifikant höheren Provisionsaufwand negativ beeinflusst. Dieser ist vor allem durch das starke Neugeschäft und durch Sonderaktionen zur Stärkung des Händlergeschäfts begründet. Durch das starke Neugeschäft erhöhte sich, in einem zugleich wirtschaftlich schwierigeren Umfeld, der Kreditrisikoaufwand gegenüber dem von positiven Sondereffekten geprägten Vorjahr spürbar. Aufgrund zielgerichteter Anpassungen der Risikoallokation und laufender Prozessoptimierungen im Kreditrisiko- und Forderungsmanagement wurde der prognostizierte und budgetierte Rahmen jedoch nur leicht überschritten. Auf der Refinanzierungsseite konnte trotz des schwierigen Marktumfeldes eine Verbriefungstransaktion mit einem Volumen von 500 Mio. € abgeschlossen werden. Aufgrund dieser Entwicklungen wurden Vorjahreswert und Prognose für das Ergebnis vor Steuern stark unterschritten. Verhaltener deutscher Kfz-Markt Laut dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe sind die Aussichten für den deutschen Kfz-Markt für 2023 sehr verhalten. Kunden werden bei der Anschaffung eines Fahrzeugs aufgrund der wirtschaftlichen Lage mit den allgemeinen Preissteigerungen, hohen Fahrzeugpreisen sowie deutlich gestiegenen Energie- und Kraftstoffkosten zurückhaltend agieren. Bank11 geht bei derzeit planmäßigem Bestandsaufbau und der erwarteten Margenentwicklung von einem leicht sinkenden Rohertrag aus. Trotz anhaltender Kostendisziplin wird ein spürbar steigender Wert der Cost-Income-Ratio erwartet. Aus diesen Gründen und aufgrund der als Vorsichtsmaßnahme geplanten erhöhten Risikokosten wird ein erheblicher Rückgang des operativen Ergebnisses sowie des Ergebnisses vor Steuern erwartet. Insgesamt ist die Prognose weiterhin vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds von deutlichen Unsicherheiten geprägt. Innovative Geschäftsmodelle Die Werhahn-Gruppe investiert zusätzlich zu den sechs wesentlichen Geschäftsbereichen in innovative Geschäftsmodelle, die die Zukunftsorientierung der Werhahn-Gruppe sicherstellen und weitere Geschäftschancen öffnen sollen. Yareto Yareto ist seit seinem Start 2016 das marktführende Kreditvergleichsportal für den deutschen Autohandel. Das Portal ermöglicht dem Kfz-Händler, aus einer Vielzahl von Finanzierungsalternativen schnell das passende Angebot für seine Kunden auszuwählen. In einer klar strukturierten Übersicht zeigt das Portal das tagesaktuell beste Angebot der Partnerbanken. Zum sechsjährigen Bestehen wurde die Optik und die Navigation des Yareto-Portals überarbeitet und so der Nutzerkomfort weiter verbessert. Der Händler hat sofort alle relevanten Kreditdetails im Blick und weniger Aufwand bei der Bearbeitung. Jede Anfrage geht automatisch an mehrere Banken, damit erhöht sich die Genehmigungsquote. Auf vielfachen Wunsch wurde zudem mit der variablen Ballonrate ein neues Feature eingeführt. Damit kann der Händler die Monatsraten des Kunden über die Anzahlung oder Schlussrate bedarfsgerecht gestalten. abcfinlab abcfinlab, 2018 gegründet, entwickelt digitale Produkte für die Abwicklung von Finanzdienstleistungsgeschäften im Bereich Leasing und Factoring für Geschäftskunden. In enger Zusammenarbeit mit abcfinance entwickelte abcfinlab insbesondere die seit 2020 erfolgreich am Markt platzierte digitale Leasinglösung Lease Seven (L7). L7 ist eine webbasierte Applikation, die es Vertriebspartnern möglich macht, einen Leasingvertrag innerhalb weniger Minuten rechtsgültig und im Rahmen aller notwendigen regulatorischen Anforderungen online abzuschließen. Im vergangenen Jahr konnte die Skalierung der digitalen Leasinganwendung L7 erfolgreich ausgebaut werden. Der Anteil der digitalen L7-Verträge im Gesamtportfolio der abcfinance stieg signifikant an. L7 steht inzwischen neben dem Eigenvertrieb auch Maklern der abcfinance zur Verfügung, die Leasingverträge mit ihrem eigenen Firmenlogo individualisieren können. Insbesondere die Automatisierungsquote zur Abrechnung der Verträge erhöhte sich im vergangenen Jahr deutlich. FiberLean Technologies Mit FiberLean Technologies, 2016 gegründet, übernahm die Werhahn-Gruppe 2021 einen der weltweit führenden Hersteller von innovativen Verbundwerkstoffen aus mikrofibrillierter Cellulose (MFC). Der Einsatz von MFC in der Papier- und Verpackungsindustrie führt aufgrund ihrer Materialeigenschaften zu Kosten- und Qualitätsvorteilen bei der Herstellung von Druck- und Schreibpapieren sowie Verpackungen für Transport und Handel. Zudem ermöglichen die hohe Stabilität des Werkstoffs sowie die hervorragenden Barriereeigenschaften die Substitution von konventionellen Zusatzstoffen auf Mineralölbasis in verschiedenen Anwendungsbereichen. Neben der Papier- und Verpackungsindustrie kann der biologisch abbaubare Werkstoff auch in der Baustoff- und Möbelindustrie eingesetzt werden. Biobasierte Werkstoffe von FiberLean Technologies sind somit in der Lage, den Einsatz umweltschädlicher Chemikalien oder Kunststoffe zu ersetzen oder zumindest zu reduzieren. Neben dem ursprünglichen Tätigkeitsfeld von FiberLean Technologies, MFC-Produkte für die Papier- und Verpackungsindustrie zu entwickeln, werden kontinuierlich weitere industrielle Anwendungsfelder erforscht. Die Technologieplattform umfasst rund 650 Patente in mehr als 40 Ländern. Nach den coronabedingten Einschränkungen intensivierte FiberLean Technologies seine Vertriebsaktivitäten im zweiten Halbjahr 2022. Es wurde eine Vielzahl von Tests zur Anwendung von MFC auf Anlagen von Kunden vor Ort durchgeführt. Auch in der Baustoff- und Möbelindustrie wurde der Einsatz von MFC bei der Herstellung von Deckenplatten und mitteldichten Faserplatten mit Kunden erfolgreich getestet. Neben Kostenvorteilen leistet der Einsatz von biologisch abbaubarer und recyclingfähiger MFC einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Denn konventionell hergestellte, formaldehydbasierte MDF-Platten sind gesundheitsschädlich und nur eingeschränkt recyclingfähig. Zudem entwickelte FiberLean Technologies ein patentiertes Verfahren zur Erzeugung weißer Oberflächen für Verpackungen im Handel. Mithilfe dieses neuartigen Verfahrens können Kunden hohe Investitionen zur Umstellung der Papiermaschine vermeiden, Einsparungen bei der Produktion erzielen sowie ein verbessertes Druckbild erzeugen. Hohe Anlaufverluste Die innovativen Geschäftsmodelle haben den Break-even im Jahr 2022 erwartungsgemäß noch nicht erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr fielen die Umsätze aufgrund der erstmaligen Einbeziehung eines vollen Geschäftsjahres der FiberLean Technologies spürbar höher aus. Die Planwerte wurden jedoch erheblich verfehlt. Auch das operative Ergebnis und das Ergebnis vor Steuern waren im Vorjahresvergleich maßgeblich durch den Geschäftsjahreseffekt von FiberLean Technologies beeinflusst. Für das Jahr 2022 waren hohe Anlaufverluste erwartet worden. Da bei einem unter Plan liegenden Umsatz die Kosten stark über dem Planniveau lagen, fielen die Anlaufverluste beträchtlich höher aus als prognostiziert. Für das Jahr 2023 erwarten wir für die innovativen Geschäftsmodelle Verluste in ähnlicher Größenordnung wie im Jahr 2022. Insgesamt ist die Prognose weiterhin vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds von deutlichen Unsicherheiten geprägt. Vermögens- und Finanzlage Die konsolidierte Bilanzsumme stieg im Jahr 2022 um 1.067 Mio. € von 11.452 Mio. € auf 12.519 Mio. €. Dabei veränderten sich die einzelnen Bilanzposten wie folgt: Aktiva
Passiva
Das Anlagevermögen der Werhahn-Gruppe stieg von 2.828 Mio. € im Vorjahr auf 2.844 Mio. € zum Bilanzstichtag. Es umfasste 889 Mio. € Sachanlagevermögen (i. Vj. 870 Mio. €), 164 Mio. € Immaterielle Vermögensgegenstände (i. Vj. 191 Mio. €), 108 Mio. € Finanzanlagen (i. Vj. 107 Mio. €) sowie Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen von 1.682 Mio. € (i. Vj. 1.660 Mio. €). Insgesamt verminderte sich das Anlagevermögen ohne Leasinggegenstände gegenüber dem Vorjahr um 6 Mio. €. Die Abschreibungen und Nettoabgänge des laufenden Jahres überstiegen dabei die Investitionen des Geschäftsjahres geringfügig. Der Rückgang der Immateriellen Vermögensgegenstände um 27 Mio. € war insbesondere auf die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres von 53 Mio. € zurückzuführen, die die laufenden Investitionen von 23 Mio. € und die Zugänge aus den Akquisitionen von 5 Mio. € überstiegen. In den laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres waren 22 Mio. € planmäßige Firmenwertabschreibungen enthalten. Das Sachanlagevermögen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 20 Mio. €. Den Investitionen des Geschäftsjahres von 136 Mio. € standen hauptsächlich Abschreibungen von 113 Mio. € gegenüber. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1 Mio. €. Den Investitionen in Beteiligungsgesellschaften von 9 Mio. € standen Nettoabgänge von 7 Mio. € gegenüber. Im Folgenden sind die Investitionen in das Sachanlagevermögen, in Immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Firmenwerte) sowie die Nettoinvestitionen aus Akquisitionen den planmäßigen Abschreibungen des jeweiligen Geschäftsjahres gegenübergestellt:
In 2022 wurden insgesamt Investitionen in das Sachanlagevermögen, in Immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Firmenwerte) zuzüglich Nettoinvestitionen aus Akquisitionen von 160 Mio. € (i. Vj. 188 Mio. €) getätigt. Die Investitionen lagen über den Abschreibungen. Der wesentliche Teil der Investitionen entfiel auf den anlageintensiven Geschäftsbereich Natursteine. Während die Investitionen im Geschäftsbereich Natursteine und im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen unter dem Vorjahresniveau lagen, stiegen die Investitionen im Unternehmensbereich Konsumgüter an. Im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen erhöhten sich die Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen um 22 Mio. €. Im Berichtsjahr wurden bei Abschreibungen von 558 Mio. € und Nettoabgängen von 143 Mio. € zusätzlich 722 Mio. € investiert. Der Anstieg der Forderungen aus Finanzdienstleistungen um 1.337 Mio. € auf 7.853 Mio. € resultierte aus dem weiteren Wachstum des Neugeschäfts im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen. Die Vorräte betrugen zum 31. Dezember 2022 652 Mio. € (i. Vj. 564 Mio. €). Der starke Anstieg ist überwiegend auf den Unternehmensbereich Konsumgüter zurückzuführen. Die Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände inklusive Rechnungsabgrenzungsposten betrugen insgesamt 386 Mio. € (i. Vj. 420 Mio. €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 253 Mio. € auf dem Vorjahresniveau (i. Vj. 253 Mio. €). In den Geschäftsbereichen Natursteine, Zwilling Beauty Group und Schiefer stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an. Dagegen lagen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in dem Geschäftsbereich Zwilling Küche unter dem Vorjahr. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, stiegen um 1 Mio. € auf 28 Mio. € an. Der Anstieg betraf insbesondere den Geschäftsbereich Natursteine. Die Sonstigen Vermögensgegenstände verringerten sich vor allem aufgrund niedrigerer Forderungen gegen Finanzbehörden um 38 Mio. € auf 89 Mio. €. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag mit - 300 Mio. € wesentlich unter dem des Vorjahres (i. Vj. 391 Mio. €). Er ist maßgeblich beeinflusst durch die signifikante Erhöhung der Forderungen aus Finanzdienstleistungen. Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen konnte diese Erhöhung nicht vollständig kompensieren. Zudem ergaben sich negative Effekte aus dem weiteren Bestandsaufbau, dem Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie dem niedrigeren Periodenergebnis. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit (- 117 Mio. €, i. Vj. - 223 Mio. €) war insbesondere von Investitionen in das Sachanlagevermögen geprägt. Der Vorjahreswert ist wesentlich durch Auszahlungen für Akquisitionen im Unternehmensbereich Konsumgüter und der FiberLean Technologies beeinflusst. Die Auszahlungen für Investitionen in Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen waren mit 132 Mio. € höher als im Vorjahr (i. Vj. 126 Mio. €). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag mit - 76 Mio. € unter dem Vorjahreswert von - 57 Mio. €. Dieser Rückgang resultierte vor allem aus höheren Dividendenzahlungen. Der Finanzmittelfonds am Ende der Periode betrug 441 Mio. € (i. Vj. 937 Mio. €) und war somit signifikant niedriger als zum 31. Dezember 2021. Die Wertpapiere und Flüssigen Mittel verminderten sich kräftig um 340 Mio. € auf 783 Mio. €. Hiervon sind 664 Mio. € in Finanzdienstleistungsinstituten gebunden. Der Rückgang ist hauptsächlich auf eine Umschichtung von Anlagen der Finanzdienstleistungsinstitute von der Zentralbank zu Kreditinstituten zurückzuführen, die im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit zu berücksichtigen sind. Das Guthaben der anderen Gesellschaften bei Kreditinstituten erhöhte sich im Jahr 2022 leicht. Aufgrund der Regelungen des DRS 21 zur Darstellung der Finanzierung des Geschäftsbereichs Finanzdienstleistungen hat die Kapitalflussrechnung der Werhahn-Gruppe nur eine begrenzte Aussagekraft. Die Nettoliquidität6 betrug zum 31. Dezember 2022 429 Mio. € und verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 492 Mio. €. Zum Stichtag ergab sich ein Aktivüberhang bei den latenten Steuern von 1 Mio. € (i. Vj. 1 Mio. €). Die Werhahn-Gruppe verzichtet unverändert auf die Bilanzierung aktiver latenter Steuern aus Einzelgesellschaften im Rahmen des Wahlrechts. Das Eigenkapital der Gruppe betrug 2.063 Mio. € (i. Vj.2.035 Mio. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 16 % (i. Vj.18 %). Ohne Konsolidierung der Finanzdienstleistungsgesellschaften belief sich die Eigenkapitalquote auf 58% (i. Vj.61 %). Der Anteil der Minderheitsgesellschafter am Eigenkapital betrug am Stichtag 67 Mio. € (i. Vj.67 Mio. €). Dieser Betrag der Anteile enthält in geringem Umfang positive Währungsumrechnungsdifferenzen. Die Veränderungen im Eigenkapital werden im Eigenkapitalspiegel detailliert dargestellt. Die Rückstellungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 31 Mio. € auf 497 Mio. €. Sie umfassten im Wesentlichen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen von 129 Mio. € (i. Vj. 124 Mio. €), Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen im Unternehmensbereich Baustoffe von 108 Mio. € (i. Vj. 86 Mio. €), sonstige Personalrückstellungen von 77 Mio. € (i. Vj. 76 Mio. €) sowie Rückstellungen für Rabatte und Boni von 47 Mio. € (i. Vj. 45 Mio. €) und Steuerrückstellungen von 45 Mio. € (i. Vj. 42 Mio. €). In den Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen werden die Refinanzierung des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen sowie die Verbindlichkeiten der Bankhaus Werhahn GmbH aus dem Bankgeschäft ausgewiesen. Der Anstieg der Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen um 930 Mio. € auf 9.323 Mio. € resultierte vor allem aus der weiteren Ausweitung des Neugeschäfts im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen. Die Verbindlichkeiten inklusive Rechnungsabgrenzungsposten der Werhahn-Gruppe lagen mit 636 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 558 Mio. €. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich dabei um 152 Mio. € auf 354 Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 121 Mio. € um 16 Mio. € unter dem Vorjahresniveau. Die Sonstigen Verbindlichkeiten von 99 Mio. € verringerten sich insbesondere aufgrund der niedrigeren Verbindlichkeiten gegenüber Finanzbehörden und niedrigeren Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern um 43 Mio. €. Personal Im Berichtsjahr erhöhte sich die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden in der Werhahn-Gruppe um insgesamt 123 Mitarbeitende auf 10.351. In den operativen Unternehmensbereichen verlief die Entwicklung der durchschnittlichen Anzahl der Mitarbeitenden unterschiedlich. Während im Unternehmensbereich Konsumgüter die durchschnittliche Anzahl anstieg, sank die Anzahl der Mitarbeitenden des Unternehmensbereichs Baustoffe. Der Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen verzeichnete ebenfalls einen Rückgang. Im Bereich Sonstige wirkte sich FiberLean Technologies erhöhend auf die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden aus. Die Entwicklung der durchschnittlichen Anzahl der Mitarbeitenden spiegelt sich grundsätzlich, mit Ausnahme des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen, auch in der Veränderung der Anzahl der Mitarbeitenden zum Stichtag wider. Dabei waren zum Stichtag die Beschäftigtenzahlen in den Unternehmensbereichen Konsumgüter und Finanzdienstleistungen sowie im Bereich Sonstige höher als die durchschnittliche Anzahl im Geschäftsjahr. Die Anzahl der Mitarbeitenden verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Unternehmensbereiche:
Am Bilanzstichtag waren mit 5.506 Personen rund 53 % (i. Vj. 53 %) der Mitarbeitenden der Werhahn-Gruppe in Deutschland beschäftigt.
Um ihren Erfolg langfristig zu sichern, baut die Werhahn-Gruppe auf die Kompetenz, das Engagement und die Identifikation ihrer Mitarbeitenden mit dem Unternehmen. Eckpunkte ihrer vorausschauenden Personalplanung sind eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung, die gezielte Identifizierung und Förderung von Leistungsträgern sowie die Gewinnung und Bindung von Talenten. An diesen Prinzipien hielt die Werhahn-Gruppe auch 2022 fest. Aus- und Weiterbildung Die Werhahn-Gruppe beschäftigte zum Jahresende 215 Auszubildende. Das waren 34 Auszubildende weniger als zum gleichen Zeitpunkt 2021, als 249 junge Menschen eine Ausbildung absolvierten. Größter Ausbilder war erneut der Geschäftsbereich Natursteine mit 103 Auszubildenden. Im Geschäftsbereich Zwilling Küche sank die Zahl der Auszubildenden von 73 auf 55. In den anderen Geschäftsbereichen bewegte sich die Zahl der Auszubildenden 2022 in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Ausgebildet wurde in 26 Berufsbildern, einschließlich dualer Studiengänge. Das spiegelt die Vielfalt der in der Werhahn-Gruppe benötigten Qualifikationen wider. Die Berufsbilder, in denen ausgebildet wurde, veränderten sich nur geringfügig. Zum Standardangebot gehören duale Studiengänge, sowohl mit kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen als auch mit technisch-ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkten. Dabei kann das Studium entweder parallel zu einer beruflichen Erstausbildung erfolgen oder es kann so angelegt sein, dass die Studierenden längere Praxisphasen in den Unternehmen verbringen. Die ständige Aktualisierung von Wissen und Fähigkeiten ist unabdingbar. Deshalb qualifiziert die Werhahn-Gruppe ihre Mitarbeitenden kontinuierlich weiter und bereitet sie auf neue Anforderungen vor. Im Mittelpunkt stehen dabei produkt-, fach- und technologiebezogene Weiterbildungsmaßnahmen. Diese werden ergänzt durch das seit Jahren bewährte Werhahn-Exzellenz-Programm in Form von Seminaren zu Themen wie Führung, Kommunikation und Arbeitstechniken. Zielgruppe sind alle Führungskräfte und Mitarbeitenden der Gruppe in Deutschland. Aufgrund wechselnder Beschränkungen infolge der Pandemie war auch 2022 Flexibilität in der Organisation erforderlich. Inzwischen haben sich Seminare sowohl in Präsenz- als auch in Remote-Formaten etabliert. Ausgewählte Inhalte sind so gestaltet, dass die Teilnehmenden zwischen Präsenz- und Remote-Formaten wählen können. Vergütung In den tarifgebundenen Unternehmen der Werhahn-Gruppe gelten die jeweiligen branchenspezifischen Tarifverträge. Unabhängig davon werden Fach- und Führungskräfte leistungsorientiert vergütet. Dazu gehören sowohl feste Entgeltanteile als auch Entgeltanteile, die an die Erreichung jährlicher Ziele gebunden sind. In den zur Werhahn-Gruppe gehörenden Kreditinstituten bildet die Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV) die Grundlage für die Vergütung von Mitarbeitenden und Geschäftsleitern. Mehrere Geschäftsbereiche bieten zusätzliche Nebenleistungen wie Essensgutscheine, eine betriebliche Krankenversicherung oder die Möglichkeit, E-Bikes zu leasen. Zunehmend werden auch unternehmensspezifisch gestaltete Portale implementiert, über die Mitarbeitende beim Kauf verschiedener Produkte und Dienstleistungen von Firmenrabatten und Sonderkonditionen profitieren können. Nahezu alle Geschäftsbereiche reagierten auf die 2022 stark gestiegene Inflation mit Einmalzahlungen an die Beschäftigten. Aufgrund einer neuen gesetzlichen Regelung können diese in Deutschland seit Oktober 2022 bis zu 3.000 € pro Mitarbeiter als Nettoprämie gewährt werden. Talentmanagement Die Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Mitarbeitenden auf allen Ebenen hat in der Werhahn-Gruppe unverändert hohe Priorität. Gerade in Zeiten sich schnell ändernder Rahmenbedingungen erweist sich die Qualität der Führungskräfte als ein zentraler Erfolgsfaktor. Im vergangenen Geschäftsjahr leisteten Führungskräfteprogramme in den Geschäftsbereichen sowie ein auf die aktuellen Herausforderungen zugeschnittenes Angebot für Führungskräfte im Werhahn-Exzellenz-Programm wichtige Beiträge zur kontinuierlichen Entwicklung der Führungskräfte auf allen Ebenen. Attraktiver Arbeitgeber Die Werhahn-Gruppe setzte auch 2022 verstärkt Social Media ein, um Mitarbeitende aller Qualifikationsgrade zu gewinnen. Dabei wurden auch Auszubildende eingebunden, indem diese ihre eigenen Social-Media-Kanäle verwendeten, um mögliche neue Kollegen und Kolleginnen anzusprechen. Die Implementierung und Modernisierung der Karriere-Websites trugen zu einer weiteren Professionalisierung im Recruiting bei. Seit dem Entfall der Corona-Kontaktbeschränkungen nutzte die Werhahn-Gruppe auch wieder Karrieremessen und Berufsparcours für Auszubildende, um für sich als Arbeitgeber zu werben. Beim Karrieretag Familienunternehmen, einer Veranstaltung, die sich an Young Professionals richtet, präsentierten sich Vertreter und Vertreterinnen der Geschäftsbereiche und der Zentrale gemeinsam als Werhahn-Gruppe. Bewährte Konzepte, die auf eine möglichst frühe Bindung von Mitarbeitenden an ihren Arbeitgeber setzen, etwa in Form von Ausbildung, dualem Studium, Praktika oder einer Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten, wurden fortgesetzt. Auch nach dem Abschwächen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr hatte die Gesundheit der Mitarbeitenden für die Werhahn-Gruppe unverändert oberste Priorität. Durch gezielte Maßnahmen werden die Sicherheit am Arbeitsplatz sowie die Arbeitsbedingungen kontinuierlich verbessert. Dazu werden nicht nur regelmäßige Schulungen zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden durchgeführt, sondern auch konkrete Maßnahmen zur Gefahrenvermeidung umgesetzt. Eine kontinuierliche Analyse und Optimierung der Arbeitsabläufe sowie regelmäßige Wartungs- und Inspektionsarbeiten an Maschinen und Geräten sind nur einige Beispiele dafür. Zudem wurde das bereits seit mehreren Jahren etablierte Employee Assistance Programm (EAP) in weiteren Geschäftsbereichen implementiert. Das EAP bietet allen Mitarbeitenden, Führungskräften und deren Familienangehörigen bei Bedarf eine kostenlose, professionelle Beratung durch externe Experten: telefonisch, in einem persönlichen Gespräch oder auch online. Anlass für eine Beratung können akute berufliche oder persönliche Krisensituationen oder auch andere Fragen sein, etwa zu Pflege- und Rechtsthemen. Lösungen werden entweder unmittelbar entwickelt oder die Berater vermitteln Kontakte zu spezialisierten Hilfesystemen. Die seit der Pandemie häufig im Rahmen des Gesundheitsschutzes etablierten Maßnahmen zur Arbeitszeitflexibilisierung und zu mobilem Arbeiten wurden 2022 in vielen Fällen in Regelkonzepte überführt. Gesellschaftliches Engagement gehört zu den Grundpfeilern des Werhahn- Wertesystems und ist gruppenweit in der Unternehmenskultur verankert. Mit einer Fülle von Initiativen und Projekten übernehmen die Geschäftsbereiche und Gesellschafter Verantwortung jenseits betriebswirtschaftlicher Kennzahlen. Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zeigten die Werhahn-Gruppe und ihre Gesellschaften in besonderer Weise, wie ernst sie ihre Verantwortung als Arbeitgeber nehmen. Der Geschäftsbereich Natursteine engagierte sich unmittelbar bei der Evakuierung und weiteren Versorgung seiner Beschäftigten in der Ukraine und führte mit großem Erfolg eine Spendenaktion unter den Mitarbeitenden durch. Hilfsangebote für aus der Ukraine geflüchtete Menschen bildeten auch den Schwerpunkt sozialer Aktivitäten der weiteren Geschäftsbereiche sowie der Zentrale der Werhahn-Gruppe. So unterstützte die Werhahn-Gruppe die Online-Spendenaktion des Medikamentenhilfswerks action medeor, indem sie einen Sockelbetrag von 250.000 € zur Verfügung stellte und diesen für jeden weiteren gespendeten Euro um jeweils einen Euro um insgesamt weitere 50.000 € aufstockte. Dank der Spendenbereitschaft vieler Mitarbeitenden aus der Werhahn-Gruppe und der Gesellschafter summierte sich die Unterstützung für action medeor auf rund 360.000 €. Risikobericht Das Handeln der Werhahn-Gruppe ist darauf ausgerichtet, nachhaltig zu wachsen und Werte zu erhalten und zu erschaffen. Aufgrund ihrer nach Branchen und Regionen diversifizierten Struktur ist die Werhahn-Gruppe dabei unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Eine aktive Steuerung der Risiken erfolgt durch das Risikomanagementsystem der Werhahn-Gruppe und ist ein integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung und -Strategie sowie der Corporate Governance in der Werhahn-Gruppe. Risikomanagementsystem Zielsetzung des Risikomanagementsystems Ziel des Risikomanagements in der Werhahn-Gruppe ist es, Risiken im Hinblick auf die langfristigen Unternehmensziele vorausschauend zu beurteilen. Zu diesem Zweck sollen die Risiken frühzeitig erkannt, zutreffend bewertet sowie effektiv und effizient gesteuert werden. Risiken sind alle Ereignisse und möglichen Entwicklungen, die das Erreichen der Unternehmensziele beeinträchtigen oder die sich aus einer nicht genutzten Entwicklungsmöglichkeit und Chance ergeben können. Die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Ausmaßes zukünftiger Ereignisse und Entwicklungen unterliegt naturgemäß Unsicherheiten. Zielsetzung des Risikomanagementsystems ist die Förderung der Risikokultur und die Erstellung und Bewertung gruppenweiter Risikoberichte. Neben den Geschäftsbereichen werden auch die Zentralfunktionen, wie zum Beispiel die Revision und das Compliance-Committee, in das Risikomanagement eingebunden, um ein effizientes Risikomanagement in der Werhahn-Gruppe zu gewährleisten. Organisation des Risikomanagements Das Risikomanagement erstreckt sich über die gesamte Werhahn-Gruppe. Die Finanzdienstleistungsunternehmen berücksichtigen zudem die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) veröffentlichten Mindestanforderungen für das Risikomanagement (MaRisk). Durch gruppenweit verbindliche Regelungen und die regelmäßige Einbindung der obersten Leitungsgremien der Werhahn-Gruppe wird sichergestellt, dass die Anforderungen des Risikomanagementsystems eingehalten und zielgerecht angewendet werden. Die aktuelle Risikolage sowie wesentliche Einzelrisiken werden regelmäßig in Vorstands- und Verwaltungsratssitzungen besprochen. Neu erworbene Gesellschaften werden zügig an die gesetzten Standards herangeführt. Die Richtlinie des finanziellen Risikomanagements regelt die Rahmenbedingungen sowie die Vorgehensweise im Umgang mit finanziellen Risiken. Diese umfassen Liquiditätsrisiken, Währungsrisiken sowie Zins- und Rohstoffpreisrisiken. Ziel ist es, die Risiken auf ein Ausmaß zu begrenzen, welches auch bei wesentlich negativen Entwicklungen die Gruppe nicht gefährdet. Die Compliance-Systeme der Werhahn-Gruppe werden laufend aktualisiert. Das Compliance-Committee der Werhahn-Gruppe ist für die gruppenweite Einhaltung von Gesetzen und Regeln verantwortlich. Die Aktivitäten der Gruppe unterliegen national und international wirkenden rechtlichen Vorgaben sowie selbst gesetzten Werten und Regeln. Die Unternehmenswerte und sich daraus ableitende Grundsätze für ein moralisch, ethisch und rechtlich korrektes Verhalten sind in einem gruppenweit gültigen Verhaltenskodex zusammengefasst. Der Verhaltenskodex wird unter anderem durch einen speziellen Leitfaden zum Kartellrecht ergänzt und durch elektronische Schulungstools zum Verhaltenskodex insgesamt sowie zu weiteren compliance- relevanten Themen konkretisiert. Die insgesamt 35 Compliance-Beauftragten in den Geschäftsbereichen unterstützen den zentralen Compliance-Beauftragten bei der Weiterentwicklung des Compliance-Systems und sorgen für die Umsetzung von Maßnahmen in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich. Zudem kommen sie mit dem zuständigen Vorstand, dem zentralen Compliance-Beauftragten und der Revision zu regelmäßigen Sitzungen zusammen. Die Mitarbeitenden können bei Fragen zu Compliance-Themen entweder den jeweiligen lokalen Compliance-Beauftragten oder den zentralen Compliance-Beauftragten der Werhahn-Gruppe ansprechen. Weiterhin können weltweit kostenlos und anonym über das bestehende in allen gängigen Sprachen verfügbare Hinweisgebersystem relevante Vorgänge oder Verstöße an die jeweilige Gruppengesellschaft gemeldet werden. Als weitere Instanz überwacht der Zentralbereich Revision gemeinsam mit den Revisionsabteilungen der Geschäftsbereiche durch unabhängige Prüfungen die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und interner Richtlinien. Im Rahmen der Prüfungen werden zudem die Geschäftsprozesse und das interne Kontrollsystem der geprüften Gesellschaften evaluiert. Der Prüfungsumfang umfasst je nach Bedarf die Beurteilung der Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Prozesse und Systeme zum Risikomanagement. Die interne Revision führt ihre Prüfungen auf Basis eines risikoorientierten Prüfungsansatzes durch, der den Umfang der Prüfungshandlungen an der Risikoeinschätzung des jeweiligen Prüffeldes ausrichtet. Der Verwaltungsrat beschäftigt sich außerhalb der Beratung zum Jahres- und Konzernabschluss vertiefend in einer Sitzung mit dem Risikomanagementsystem und der Risikobewertung unter Einbeziehung der Erkenntnisse aus den Bereichen Revision, Compliance, Datenschutz und Informationssicherheit durch schriftliche und persönliche Berichterstattung der Verantwortlichen. Die Überwachung des Konzernrechnungslegungsprozesses erfolgt über interne Kontrollsysteme. Der für die Abschlusserstellung maßgebliche rechnungslegungsbezogene Teil des internen Kontrollsystems umfasst dabei Maßnahmen, die gewährleisten sollen, dass Informationen, die für die Aufstellung des Konzernabschlusses sowie des Konzernlageberichts notwendig sind, vollständig, richtig und zeitgerecht übermittelt werden. Systemseitige und manuelle Maßnahmen sollen das Risiko einer materiellen Falschaussage im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht minimieren. Die Accounting-Richtlinie der Werhahn-Gruppe ist die Grundlage für eine gesetzeskonforme und konzerneinheitliche Bilanzierung und Konsolidierung. Sie wird stetig aktualisiert, vom Vorstand freigegeben und ist verbindlich von allen konsolidierten Unternehmen der Werhahn-Gruppe anzuwenden. Grundlage für die Aktualisierung der Accounting-Richtlinie ist die Analyse der Entwicklungen des Handelsrechts und der Deutschen Rechnungslegungs Standards im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht. Hierzu findet ein regelmäßiger Austausch mit dem Vorstand und den Finanzabteilungen der Geschäftsbereiche statt. Weitere wesentliche Bestandteile des Konzernrechnungslegungsprozesses sind der einheitliche Konzernkontenplan und der verbindliche Konzernabschlussterminplan. Die Erstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts erfolgt mithilfe einheitlicher IT-Systeme zur Konsolidierung und zur Erstellung von Konzernanhang und Konzernlagebericht. Die Systeme sind in die IT-Sicherheitsstrategie der Werhahn-Gruppe eingebunden, insbesondere gibt es ein detailliertes Berechtigungskonzept und festgelegte Change-Management-Verfahren. Unterstützt wird die Überwachung des Konzernrechnungslegungsprozesses durch die interne Revision. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Prüfungen ist die Qualität des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems. Auch die Wirtschaftsprüfer der Werhahn-Gruppe berichten über die Ergebnisse ihrer Prüfung und etwaige Feststellungen zum internen Kontrollsystem der konsolidierten Gesellschaften. Wo notwendig, werden zudem externe Experten hinzugezogen, zum Beispiel bei der Bewertung von Pensions- und Rekultivierungsrückstellungen oder bei der Erstellung von Kaufpreisallokationen bei Unternehmenserwerben. Ablauf des Risikomanagements Im ersten Schritt erfolgt bei einer jährlichen Inventur die Risiko- und Chancenerhebung auf Ebene der Geschäftsbereiche im Rahmen der Unternehmensplanung. Die Bewertung der identifizierten Risiken erfolgt anhand ihrer maximalen Schadenshöhe und prozentualen Eintrittswahrscheinlichkeit. Die erhobenen Risiken werden im Anschluss auf Gruppenebene unter Beteiligung des Vorstands der Wilh. Werhahn KG diskutiert und auf zusätzlichen Handlungsbedarf zur Risikosteuerung geprüft. Auf dieser Basis wird jährlich ein Konzern-Risikobericht erstellt. Dieser beinhaltet die Risikosituation der Werhahn-Gruppe insgesamt, wesentliche Einzelrisiken sowie Maßnahmen zu deren Begrenzung. In Planungsrunden werden neben der Planung von finanzwirtschaftlichen Zahlen die wesentlichen Risiken und Maßnahmen zu deren Begrenzung besprochen und aktualisiert. Bei Bedarf erfolgt eine Neubewertung der Risiken und Maßnahmen unter Einbeziehung des Vorstands der Wilh. Werhahn KG und eine Anpassung der jeweiligen Planung des Geschäftsbereichs. Das Ergebnis des Risikomanagementprozesses wird in einer Risikokontrollmatrix ausgewiesen. In dieser wird der summierte Schadenserwartungswert der einzelnen Risiken hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe ihrer Wirkung in Bandbreiten eingeordnet. Sowohl bei der Bewertung als auch bei der Zuordnung der einzelnen Risiken zu den Bandbreiten sind risikominimierende Maßnahmen berücksichtigt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird dabei in den Bandbreiten unwahrscheinlich, möglich und wahrscheinlich unterteilt. Der Schadenserwartungswert wird in spürbar, erheblich und schwerwiegend unterschieden. Durch die Verknüpfung der Kriterien Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenserwartungswert werden die Risiken in Risikokategorien eingestuft. In der folgenden grafischen Darstellung wird die Beurteilung der Risikokategorien der Werhahn-Gruppe dargestellt.
Die Entwicklung der Einzelrisiken wird laufend von den Geschäftsbereichen beobachtet und hierüber zu festgelegten Terminen in den verschiedenen Gremien der Geschäftsbereiche sowie dem Vorstand der Wilh. Werhahn KG berichtet. Auch außerhalb der festgelegten Termine werden neue wesentliche Risiken im Rahmen des laufenden Berichtswesens oder durch Ad-hoc-Berichte an die zuständigen Gremien gemeldet. Die Effektivität des Risikomanagements wird regelmäßig überprüft. Bei Bedarf wird das Risikomanagementsystem weiterentwickelt und verbessert. Aktuelle Risikosituation Nachfolgend sind die identifizierten zentralen Risiken der Werhahn-Gruppe aufgeführt, die wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Reputation der Werhahn-Gruppe haben können. Dabei handelt es sich um die Risiken, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines schwerwiegenden Schadens als möglich oder wahrscheinlich eingestuft wird, sowie um Risiken, bei denen ein erheblicher Schaden wahrscheinlich ist. Für alle berichteten Risiken werden geeignete Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen. Zusätzliche Risiken, die derzeit noch nicht bekannt sind, oder Risiken, die derzeit als unwesentlich erachtet werden, können sich ebenfalls negativ auf die Geschäftstätigkeiten und -ziele auswirken. Externe Risiken Die wirtschaftliche Lage der Werhahn-Gruppe ist maßgeblich von den mikro- und makroökonomischen Rahmenbedingungen beeinflusst. Im Geschäftsbereich Natursteine spielen Investitionen in öffentliche Infrastruktur eine wichtige Rolle. Insbesondere ist der Geschäftsbereich der Gefahr ausgesetzt, dass geplante Infrastrukturinvestitionen aufgrund der wirtschaftlichen Lage verschoben, aufgegeben oder mit einer reduzierten Mittelausstattung durchgeführt werden. Auch der Krieg in der Ukraine beeinflusst die Geschäftstätigkeit unmittelbar an den Standorten in Russland und der Ukraine. Dort besteht das Risiko, dass die Geschäftstätigkeit eingeschränkt, verhindert oder der Standort in der Ukraine durch Kriegshandlungen zerstört wird. Ein weiteres wesentliches Risiko ergibt sich indirekt über höhere Energiepreise bzw. mögliche Energieengpässe insbesondere bei der Versorgung mit Öl und Gas. Einige Produktionsstandorte der Werhahn-Gruppe sind im Produktionsprozess auf einen hohen Energiebedarf angewiesen. Für die Herstellung von Asphalt und für die Verarbeitung von Stahl sind hohe Temperaturen notwendig, was mit einem hohen Energiebedarf verbunden ist. Die Geschäftsbereiche prüfen daher laufend Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu optimieren und die Abhängigkeit der Produktionsprozesse von fossilen Brennstoffen zu verringern. Die hohe Inflation in den westlichen Industrienationen, die auch im Zusammenhang mit den gestiegenen Energiepreisen steht, kann sich spürbar auf die Nachfrage nach hochwertigen Küchen- und Körperpflegeartikeln aus dem Unternehmensbereich Konsumgüter auswirken, da die Kaufkraft der Verbraucher insgesamt nachlässt. Im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen wirkt sich die hohe Inflation auf das Adressenausfallrisiko aus. Das Adressenausfallrisiko umfasst das Kreditrisiko, dass Vertragspartner nicht in der Lage sind, ihren vertraglichen Verpflichtungen teilweise oder vollständig nachzukommen. So kann im Zuge der hohen Inflation die Anzahl an Kreditausfällen bei Geschäfts- und Privatkunden zunehmen. Die Gesellschaften des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen wirken diesem Risiko durch ein aktives Kreditrisikomanagement, was auch die Bonitätsanalyse sowie ein effektives Mahnwesen umfasst, entgegen. Dennoch besteht die Gefahr, dass die bilanziell getroffene Risikovorsorge zukünftig nicht ausreicht. Darüber hinaus sehen sich die Finanzdienstleister dem Risiko verschärfter regulatorischer Eingriffe ausgesetzt. Die Erfüllung höherer Eigenkapitalanforderungen für Finanzdienstleistungsinstitute kann erhebliche finanzielle Mittel langfristig binden. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie stellen unverändert eine Herausforderung dar. Auch wenn sich die Risikosituation diesbezüglich im Laufe des Geschäftsjahres 2022 deutlich verbessert hat, besteht unverändert das Risiko, dass Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie die Fähigkeit zur Produktion oder Lieferung der durch die Geschäftsbereiche angebotenen Produkte und Dienstleistungen erheblich beeinträchtigen. Die wirtschaftlichen Kosten der von staatlichen Stellen veranlassten Maßnahmen können sich vor allem in Form verschobener oder stornierter Aufträge bzw. Investitionen unserer Kunden sowie erhöhter Ausfallrisiken zeigen. Auch die mit der Corona-Pandemie gestiegene öffentliche und private Schuldenlast könnte die branchenspezifische Nachfrage besonders der öffentlichen Hand negativ beeinflussen. Die Ausbreitung des Corona-Virus und seiner Mutanten stellen weiterhin ein Risiko für die Gesundheit und die Verfügbarkeit der Mitarbeitenden der Werhahn-Gruppe dar. Die Werhahn-Gruppe hat zur Begrenzung dieses Risikos Krisenstäbe eingerichtet, um die unterschiedlichen Auswirkungen von COVID-19 sorgfältig zu überwachen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Der Schwerpunkt dieser Maßnahmen liegt auf der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden und der Kontinuität der geschäftlichen Aktivitäten. Die Maßnahmen werden auf Konzernebene koordiniert, wobei vorrangig das verantwortliche Management in den einzelnen Geschäften und Ländern befähigt wird, den individuellen Umständen entsprechend angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Beispiele für wesentliche Maßnahmen zur Abmilderung der beschriebenen Folgen sind die Nutzung des mobilen Arbeitens sowie mitarbeiterorientierte Gesundheitsmaßnahmen. Naturgemäß ist die Werhahn-Gruppe dem Wettbewerb ausgesetzt. So kann ein intensiver Preiswettbewerb der Marktteilnehmer oder der Markteintritt neuer, disruptiver Wettbewerber wesentliche Auswirkungen auf die Profitabilität der Geschäftsbereiche der Werhahn-Gruppe haben. Insbesondere bei neuen Technologien oder innovativen Geschäftsmodellen besteht das Risiko, dass diese die Kundenerwartungen nicht erfüllen und daher nicht erfolgreich am Markt platziert oder im Zuge der sich stetig ändernden Marktverhältnisse obsolet werden können. Die Herausforderung besteht darin, der Marktdynamik durch Flexibilität und Anpassungsfähigkeit zu begegnen. Die kontinuierliche Optimierung von Geschäftsmodellen und Technologien ist unabdingbar, um die Marktposition zu stärken. Gerade in diesem Zusammenhang ist es von großer Bedeutung, den Technologievorsprung über Patente abzusichern. Laufen Patente ab oder kann ein Patentschutz nicht wirksam gewährleistet werden, können die Markteintrittshürden für Wettbewerber niedriger sein, als ursprünglich erwartet. Die Diversifikation der Geschäftsbereiche in der Werhahn-Gruppe vermindert die Abhängigkeit von einzelnen Markt- und Branchenentwicklungen signifikant und wirkt sich damit wesentlich risikomindernd aus. Leistungswirtschaftliche Risiken Die leistungswirtschaftlichen Risiken umfassen Risiken aus den Bereichen Beschaffung, Produktion und Absatz. Im Bereich Beschaffung bestehen in allen Geschäftsbereichen die größten Risiken in Form möglicher Verteuerung und Verknappung von Einsatzstoffen wie Energie, Treibstoff und Bitumen sowie von Refinanzierungsmitteln. Die höheren Kosten können sich wesentlich negativ auf die Ertragslage der Werhahn-Gruppe auswirken, da sie nicht, nur teilweise oder mit Verzögerung weitergegeben werden können. Für den Geschäftsbereich Natursteine und dessen Produktion von Asphaltmischgut für den Verkehrswegebau ist vor allem Bitumen ein äußerst bedeutsamer Einsatzstoff. Dem wird durch risikoreduzierende Maßnahmen hinsichtlich der Preisentwicklung wie zum Beispiel durch Bitumen-Festpreiskontingente Rechnung getragen. Im Konsumgüterbereich besteht neben den Risiken der Verteuerung und Verfügbarkeit das Risiko des Ausfalls von Lieferanten, was zu einem Produktionsstillstand führen könnte. Dem wird durch alternative Bezugsquellen entgegengewirkt. Im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen resultieren die Beschaffungsrisiken maßgeblich aus der Refinanzierung. Die Zinswende und das Auslaufen der längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte der Europäischen Zentralbank führen zu einem erheblichen Risiko der Verteuerung der Refinanzierung. Darüber hinaus besteht die Gefahr der Verschlechterung von Konditionen oder des Wegfalls von Kreditlinien. Diesen Marktpreisrisiken begegnet der Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen mit einer stetigen Überprüfung der Refinanzierungskonditionen und -arten und der Identifikation neuer Refinanzierungsquellen. Produktionsrisiken wird mit vorbeugenden Instandhaltungs- und Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie einer vorausschauenden Investitionsplanung begegnet. Dieses Vorgehen gewährleistet, dass Produktionskapazitäten zuverlässig zur Verfügung stehen und Schäden aus Produktionsausfällen vermieden werden können. Dabei haben auch die Belange des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert. Absatzrisiken sind vor allem durch eine schwächere konjunkturelle Entwicklung, aber auch durch ein sich änderndes Kundenverhalten bedingt. Hierdurch kann die Nachfrage in den einzelnen Branchen und Märkten schwanken oder dauerhaft zurückgehen. Eine schwächere Nachfrageentwicklung birgt zusätzlich das Risiko für das Entstehen eines starken Wettbewerbs- und Preisdrucks. Im Geschäftsbereich Natursteine besteht das größte Risiko in einer rückläufigen Nachfrage der öffentlichen Haushalte nach Produkten für den Verkehrswegebau. Eventuell hierdurch entstehende regionale Überkapazitäten könnten zu einem intensiven Preiswettbewerb führen. Neben einer möglichen konjunkturbedingten schwächeren Nachfrage besteht im Unternehmensbereich Konsumgüter die Herausforderung, den Kundenanforderungen durch den Vertrieb über die richtigen Absatzkanäle gerecht zu werden. Die Erschließung neuer Absatzkanäle kann zu dauerhaft niedrigeren Margen führen. Zudem besteht das Risiko, dass sich traditionelle Vertriebswege am Markt nicht mehr dauerhaft durchsetzen können. Die Werhahn-Gruppe begegnet diesem Risiko durch eine intensive Beobachtung des Markt- und Kundenverhaltens und die kontinuierliche Überprüfung der Erschließung neuer Absatzwege. Im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen ist das Neugeschäft neben dem allgemeinen Wettbewerbs- und Preisdruck auch stark von der Verfügbarkeit für die zu finanzierenden Vermögensgegenstände abhängig. Eine mangelnde Verfügbarkeit durch gestörte Lieferketten kann das Marktvolumen erheblich beeinflussen. Generell besteht aufgrund des dynamischen Umfelds in allen Geschäftsbereichen das Risiko von Kundeninsolvenzen, zum Beispiel im stationären Handel oder im Automobilhandel. Zur Risikobegrenzung werden unter anderem Kreditversicherungen abgeschlossen, ein aktives Forderungsmanagement wird betrieben und im Finanzdienstleistungsbereich ein besonderer Fokus auf die Risikoentwicklung, -überwachung und -vorsorge gelegt. Darüber hinaus ist spürbar wahrzunehmen, dass vor allem das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle beim Kaufverhalten spielt. Diesem Risiko wird durch vielfältige gruppenweite Maßnahmen Rechnung getragen, die im Abschnitt zur Nachhaltigkeit näher beschrieben werden. Interne Risiken Zu den internen Risiken zählen insbesondere Risiken aus den Bereichen IT, Personal und Compliance. Um die zur reibungslosen Abwicklung der Geschäftsprozesse notwendigen IT-Systeme vor unberechtigten Zugriffen und Datenverlusten sowie der immer größer werdenden Gefahr durch Cyber-Angriffe zu schützen, werden gruppenweit zahlreiche technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen und durch externe Audits überprüft. Darüber hinaus werden die IT-Strukturen der einzelnen Bereiche laufend dem Stand der Technik angepasst und die Mitarbeitenden durch regelmäßige Schulungen und Informationen sensibilisiert. Besonderes Augenmerk liegt auch auf der Einhaltung der Datenschutzbestimmungen. Zudem werden stetig umfassende Maßnahmen zur Einhaltung der EU-Datenschutz-Grundverordnung ergriffen. Die Mitarbeitenden der Werhahn-Gruppe sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Es ist deswegen ein zentrales Anliegen der Werhahn-Gruppe, qualifizierte Beschäftigte zu gewinnen, sie beruflich und persönlich weiterzuentwickeln und Mitarbeitende dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Neben einer leistungsorientierten Vergütung von Fach- und Führungskräften investiert die Werhahn-Gruppe kontinuierlich in die flächendeckende Weiterbildung und Qualifikation sowie in Maßnahmen zum allgemeinen Schutz der Mitarbeitenden. Durch regelmäßige Schulungen zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden zum Thema Arbeitssicherheit sowie durch die Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung von Risiken und Gefahren werden Unfälle vermieden und die Arbeitsbedingungen verbessert. Die kontinuierliche Analyse und Optimierung von Arbeitsabläufen sowie die regelmäßige Wartung und Inspektion von Geräten und Maschinen gehören beispielsweise zu den Maßnahmen zur Reduzierung der Risiken am Arbeitsplatz. Darüber hinaus werden diverse Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Werhahn-Gruppe als Arbeitgeber ergriffen. Hervorzuheben ist das Employee Assistance Programm (EAP). Hierbei handelt es sich um einen unabhängigen Beratungsdienst für berufliche sowie persönliche, familiäre und finanzielle Fragen der Werhahn-Mitarbeitenden. Auch wenn die Werhahn-Gruppe ein globales Compliance-Management-System implementiert hat, lassen sich Compliance-Risiken nicht vollständig vermeiden. Im Rahmen der geschäftlichen Aktivitäten ergeben sich unter Umständen Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und -verfahren. Hierzu gehören beispielsweise Risiken in Bezug auf das Patentrecht, Gewährleistungen und Produkthaftung, das Steuerrecht, das Vertragsrecht sowie das Wettbewerbsrecht. Derartige Risiken werden soweit möglich im Vorfeld durch umfassende rechtliche Beratung und die Implementierung interner Richtlinien begrenzt. Weiterhin bestehen für verschiedene rechtliche Risiken entsprechende Versicherungen. Bei schwebenden Verfahren wird, sofern eine Versicherungsdeckung nicht oder nicht in vollem Umfang besteht, finanzielle Vorsorge im Rahmen kaufmännischer Vorsicht vorgenommen. Die Steuererklärungen werden mit großer Sorgfalt erstellt. Gleichwohl kann es im Rahmen von Betriebsprüfungen zu Risiken durch Steuernachforderungen kommen. Finanzielle Risiken Die Werhahn-Gruppe ist einer Vielzahl finanzieller Risiken ausgesetzt. Diese bestehen insbesondere in Form von Liquiditäts-, Währungs- sowie Zins- und Rohstoffpreisrisiken. Wie bereits ausgeführt, sind das Liquiditäts- und Zinsänderungsrisiko für den Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen in der Kategorie Beschaffung erfasst, da die Refinanzierung bei Finanzdienstleistungsunternehmen ein originärer Geschäftsprozess ist. Zur Begrenzung von Liquiditätsrisiken erfolgt eine fortwährende gruppenweite Überwachung der verfügbaren Liquidität. Es ist zudem ein Monitoring zur Einhaltung von in Kreditverträgen enthaltenen Finanzkennzahlen installiert, um zeitnah eventuell mögliche Gegensteuerungsmaßnahmen ergreifen zu können. Im Zuge der gruppeninternen Darlehensvergabe sind Kreditlimits festgelegt, um die Konzentration von Liquiditätsrisiken zu vermeiden. Währungsrisiken werden durch die vollständige Sicherung von kontrahierten Verträgen und geplanten Cashflows eines festgelegten Zeitraums reduziert. Gegebenenfalls festgelegte Limits für ungesicherte Währungspositionen werden laufend überwacht und über externe Sicherungsgeschäfte gesteuert, wobei ausschließlich konservative Finanzinstrumente zum Einsatz kommen. Zinsrisiken können in Form von Cashflow- und Barwert-Risiken bestehen. Da diese beiden Risikoarten nicht ausgeschlossen oder vollständig gesichert werden können, wird in Abhängigkeit vom Grundgeschäft entschieden, welches Risiko am ehesten getragen und gegebenenfalls durch die Weitergabe an Dritte kompensiert werden kann. Die im Rahmen der Finanzstrategie festgelegten Limits werden kontinuierlich überwacht und durch externe Sicherungsgeschäfte gesteuert. Zur Begrenzung der Rohstoffpreisrisiken verweisen wir auf die unter den leistungswirtschaftlichen Risiken beschriebenen Ausführungen. Beurteilung des Gesamtrisikos Im Zuge der allgemein unsicheren wirtschaftlichen Lage hat sich das Gesamtrisiko für die Werhahn-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Die Einzelrisiken, die nach derzeitiger Einschätzung die höchsten Schadenserwartungswerte aufweisen, sind: Erstens das Risiko steigender Zinssätze für die Refinanzierung im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen, zweitens der Anstieg der Rohstoffkosten für die Unternehmensbereiche Baustoffe und Konsumgüter, drittens geringere Investitionen in die Infrastruktur durch die öffentliche Hand im Geschäftsbereich Natursteine sowie viertens eine weitere Abschwächung der Konsumstimmung in den für die Werhahn-Gruppe relevanten Märkten, die sich auf alle Unternehmensbereiche auswirken kann. Trotz des Anstiegs des Gesamtrisikos sehen wir nach derzeitigem Kenntnisstand keine bestandsgefährdenden Risiken für die Werhahn-Gruppe. Die Diversifikation der Werhahn-Gruppe trägt maßgeblich zu einer Verringerung der Auswirkungen des Eintritts von einzelnen Risiken auf die Gruppe bei. Ein Großteil der Risiken betrifft nur einzelne Geschäftsbereiche oder Regionen. Diese Risiken sind somit zwar für den Geschäftsbereich wesentlich, in der Gesamtbetrachtung für die Werhahn-Gruppe insgesamt jedoch von geringerer Bedeutung. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelnes Risiko mit hoher Schadenswirkung alle Geschäftsbereiche gleichermaßen betrifft, schätzen wir daher als sehr gering ein. Zudem können Risiken, die einen Geschäftsbereich betreffen, auch Chancen in einem anderen Geschäftsbereich darstellen. Forschung und Entwicklung Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind Treiber des technologischen Fortschritts und besitzen in den Unternehmen der Werhahn-Gruppe einen hohen Stellenwert. Die Mitarbeitenden in der Forschung antizipieren Kundenwünsche, die in den Entwicklungsabteilungen in marktreife Produkte umgesetzt werden. Darüber hinaus arbeiten die Beschäftigten in der Entwicklung daran, Produktionsprozesse weiter zu optimieren und die Digitalisierung voranzutreiben. Der Geschäftsbereich Natursteine fokussiert seine Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung vor allem auf die Verbesserung der Nachhaltigkeit der Asphaltprodukte. So werden die Erprobung und Entwicklung temperaturreduzierter Bauweisen weiter vorangetrieben. Im Jahr 2022 erprobte der Geschäftsbereich gemeinsam mit Kunden und Auftraggebern eine Reihe von Maßnahmen, bei denen die Temperatur des Asphaltmischguts bei der Herstellung um bis zu 30 Grad Celsius gegenüber den konventionellen Asphaltmischguttemperaturen gesenkt wurde. Die Umsetzung und Auswertung dieser Erprobungsstrecken erfolgte durch das TechnologieCentrum der BAG in Köln-Porz in enger Zusammenarbeit mit externen Partnern und Verbänden. Die daraus gewonnenen Erfahrungen ermöglichen es dem Geschäftsbereich Natursteine, Asphalte auszuliefern, welche die zukünftigen strengeren Anforderungen des Arbeitsschutzes an Dämpfe und Aerosole bei der Heißverarbeitung von Asphalt erfüllen. Bei dieser Art der Herstellung des Asphalts wird zudem weniger CO 2 freigesetzt. Auch maschinentechnisch werden im Geschäftsbereich Natursteine Verfahren erprobt, Asphalt zukünftig mit abgesenkten Temperaturen herzustellen. So wurde 2022 im neu errichteten Mischwerkstandort Dortmund ein Modul zur Schaumbitumenherstellung installiert. Durch das Aufschäumen des Bitumens wird das Volumen des Bindemittels so vergrößert, dass die notwendige Verdichtung des Asphalts auf der Baustelle bei niedrigeren Asphaltmischguttemperaturen erzielt werden kann. Diese Technologie wurde im Berichtsjahr vorab im Labor des TechnologieCentrums erprobt und wird 2023 an der Mischanlage Dortmund in die Praxis überführt. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt des Geschäftsbereichs Natursteine lag im Berichtsjahr auf der Anwendung alternativer Bindemittel, die Bitumen ganz oder teilweise ersetzen können. Dabei werden biobasierte Stoffe, wie zum Beispiel Lignin, verwendet, welches als Abfall- bzw. Kuppelprodukt bei der Papierherstellung anfällt und aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Als Teilersatz dient beispielsweise auch Naturasphalt, der keinen Raffinerieprozess durchläuft. Zudem erfolgen Untersuchungen, inwieweit sich bestimmte Abfallkunststoffe als Teilersatz für Bitumen eignen und als Sekundärkunststoffe zur Verbesserung der Ökobilanz in den Wertstoffkreislauf wieder zurückgeführt werden können. Der Geschäftsbereich Schiefer schloss 2022 im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie das Projekt zur Modellierung von Bauwerksdaten (kurz: BIM, Building Information Modeling) ab. BIM steht für eine Arbeitsmethode, bei der alle für ein Bauwerk relevanten Daten digital modelliert, kombiniert und erfasst werden. Das Bauwerk kann als virtuelles Modell auch geometrisch visualisiert werden. Alle wesentlichen Rathscheck-Produkte wurden digitalisiert und so aufbereitet, dass sie bei künftigen BIM-Prozessen in der Bauplanung eingesetzt werden können. Neben der Parametrisierung der wichtigsten Schieferdeckarten spielte die Visualisierung der Produkte eine zentrale Bedeutung. Um Bauherren und Architekten einen besseren Eindruck von der Optik eines Schieferdaches oder einer Schieferfassade zu vermitteln, launchte der Geschäftsbereich im Berichtsjahr einen Konfigurator zur Visualisierung von Schieferdeckarten an unterschiedlichen Gebäudetypen auf der Rathscheck-Website. Das Tool ermöglicht die anschauliche Darstellung von Schiefer in digitaler Form. Zum Einsatz kommen hier erstmals die für das BIM-Projekt entstandenen 3D-Produktvisualisierungen. Der Schiefer-Konfigurator ist ein wichtiger Bestandteil der digitalen Transformation und ein zentrales Element zur Interaktion mit dem Kunden und der zukunftsorientierten Positionierung am Markt. Der Geschäftsbereich Zwilling Küche trägt mit seinen Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung insbesondere der Digitalisierung und der Individualisierung von Produkten in der modernen Wohnküche Rechnung. Im Mittelpunkt der Produktentwicklung steht dabei stets der Kundennutzen. So wurde im vergangenen Jahr das Angebot elektrischer Küchenkleingeräte durch die ZWILLING ENFINIGY digitale Küchenwaage mit induktiver Ladefunktion sowie die ZWILLING Heißluftfritteuse erweitert. Das Sortiment der Marke BALLARINI wurde ergänzt um farbige, gusseiserne Bräter der Serie Ballarini Bellamonte. An den Produktionsstandorten Solingen und Merville ergriff der Geschäftsbereich Zwilling Küche durch die Umrüstung und Erarbeitung alternativer Prozessrouten Maßnahmen, um die Produktion auch bei Erdgas- und Stromengpässen zu sichern. Zudem wurde die Digitalisierung der Standorte weiter fortgesetzt. Zum Jahresende 2022 ist am Produktionsstandort in Italien die MES-Software (Manufacturing Execution System) in Betrieb genommen worden, die Maschinendaten digital erfasst und an die Schnittstelle zum ERP-System übermittelt. Am Standort Solingen wurde die Implementierung der MES-Software durch die Anbindung weiterer Anlagen und die Erweiterung der Softwarefunktion weiter vorangetrieben. Um die hohe Nachfrage nach in Japan gefertigten Messern zu bedienen, wurde am Standort Seki in Japan ein umfassendes Supply-Chain-Verbesserungsprojekt zur optimalen Planung der Fertigungskapazitäten umgesetzt. Im Werk in Frankreich wurde eine weitere Emaillierstraße in Betrieb genommen, um den Markt mit den dort produzierten, stark gefragten STAUB Cocottes weiterhin bedienen zu können. Wie der Geschäftsbereich Zwilling Küche entwickelt auch der Geschäftsbereich Zwilling Beauty Group sein Sortiment ständig weiter, greift Trends auf und setzt mit Innovationen Akzente. Im vergangenen Jahr entwickelte der Geschäftsbereich für die Marke ZWILLING mehrere neue Premium-Produkte zur Hand-, Fuß- und Gesichtspflege. Entwickelt wurde ein Premium Gesichtshaar-Rasierer aus Edelstahl mit wechselbaren Präzisionsklingen und Präzisionskappe zur Entfernung von Gesichtsflaum, ein Premium Nagelknipser mit Nagelfang, eine Classic Saphir-Nagelfeile sowie ein Premium Hornhauthobel mit wechselbaren Präzisionsklingen und integriertem Reinigungsbürstchen. Zudem wurden einige hochwertige, stark gefragte Nagel- und Hautscheren erstmals auch in Gold und Schwarz angeboten. Hier setzte der Geschäftsbereich auf eine verschleißmindernde und kratzbeständige Beschichtung mit PVD-Technik (Physical Vapour Deposition). Für die Marke TWEEZERMAN wurde ein Brauenrasierer mit auswechselbaren Klingen sowie ein extrastarker Nagelknipser entwickelt. abcfinance hat im vergangenen Jahr den Ausbau der digitalen Prozesse weiter fortgesetzt. Viele strategische Partner, das sind sowohl bedeutende Hersteller als auch Handelsplattformen, wünschen sich, dass die Leasingprozesse von abcfinance in ihre Herstellungs- und Kundenprozesse integriert und vollautomatisiert werden. Hierzu hat der Geschäftsbereich abcfinance die IT-Architektur zu einer sehr schnell anpassungsfähigen IT-Landschaft mit einem modernen API-Management (Programmierschnittstellen-Management) entwickelt und 2022 um schlanke Java-Services ergänzt. Java-Services sind einzelne Programme, die neue Funktionalitäten abbilden (zum Beispiel Geldwäscheprozess) oder direkt Prozessschritte im ERP-System anstoßen (zum Beispiel Anlage von Verträgen), ohne alle vorherigen Prozessschritte im ERP-System erneut zu durchlaufen, weil sie zum Beispiel bereits im Kundenportal durchlaufen wurden. Besonders größere Partner wünschen sich zudem das eigene Frontend zu nutzen, um über dieses dann auf das digitale Backend der abcfinance zugreifen zu können. Über das eingesetzte API-Management lassen sich die Java-Services individuell für jeden Partner zusammenstellen. Erste API-Anbindungen zu Partnern werden aktuell vollzogen. Bank11 weitete 2022 die Übertragung der erprobten digitalen Prozesse auf andere Geschäftsfelder aus und rollte die digitale Kreditantragstrecke Vitus bei einer weiteren Partnerbank aus. Als sogenannte White-Label-Lösung lässt sich Vitus dem Unternehmensdesign jedes Kooperationspartners anpassen. Dieser kann dann seinen Kunden über diese Antragstrecke Konsumentenkredite anbieten. Zudem modernisierte Bank11 im vergangenen Jahr das etablierte Online-Tool Victor. Mit EvoFix wurde entsprechend den Kundenbedürfnissen ein weiteres Versicherungsprodukt entwickelt, das alle Fahrzeugtypen im Reparaturfall absichert. Nachhaltigkeit Verantwortungsvolles und nachhaltiges Wirtschaften gehört zu den grundlegenden Werten der Werhahn-Gruppe. Unser Nachhaltigkeitskonzept verfolgt das Ziel, langfristig einen positiven Beitrag für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu leisten. Dazu gehört es, die Ressourcen zu schonen, Umweltbelastungen zu reduzieren und soziale Verantwortung zu übernehmen. Durch das dynamische regulatorische Umfeld werden von Unternehmen verstärkt nichtfinanzielle Offenlegungen und Maßnahmen zur Transparenzschaffung im Nachhaltigkeitskontext gefordert. Die Werhahn-Gruppe erarbeitet derzeit ein einheitliches Verständnis zum gewünschten Ambitionsniveau und zu der Nachhaltigkeitsstrategie. Diese Strategie muss die regulatorische Compliance sicherstellen, den internen Wandel der Gruppe forcieren, aber auch unternehmerische Chancen aus Nachhaltigkeit würdigen. Das Nachhaltigkeitskonzept der Werhahn-Gruppe beinhaltet die fünf Handlungsfelder Umwelt- und Klimaschutz, Gesellschaft, Mitarbeitende, Sortiment und Kunde sowie Lieferanten und Partner. Zusammen bilden diese Handlungsfelder die Grundlage für eine nachhaltige Geschäftspraxis und eine Verantwortungsübernahme gegenüber der Umwelt sowie den Stakeholdern der Werhahn-Gruppe. Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist der Klimawandel. Die Werhahn-Gruppe fokussiert sich im Rahmen des Handlungsfeldes Umwelt- und Klimaschutz darauf, die Belastungen für die Umwelt und das Klima zu reduzieren. So werden kontinuierlich Maßnahmen und Initiativen zur Verbesserung der ökologischen Effizienz der Wertschöpfungsprozesse entwickelt. Dadurch werden die CO 2 -Emissionen, die bei der Produktion und der Erbringung von Dienstleistungen anfallen, reduziert. Das Forcieren des Einsatzes erneuerbarer Energiequellen ist dabei ein Ansatz, den die Werhahn-Gruppe verfolgt. Auch der verantwortungsvolle und sparsame Einsatz von fossilen Brennstoffen und natürlichen Ressourcen ist wesentlich für einen schonenden Umgang mit der Umwelt. Durch den Einsatz von nachhaltigen Produkten und Produktionsverfahren, die Rückführung von wertvollen Rohstoffen in den Wertstoffkreislauf und den Schutz von natürlichen Lebensräumen wird ebenso dazu beigetragen, dass Ressourcen langfristig erhalten bleiben. Gesellschaftliches Engagement ist ein wichtiger Bestandteil unserer Werte. Die Werhahn-Gruppe übernimmt Verantwortung und leistet einen positiven Beitrag für die Gesellschaft. Dazu gehören lokales Engagement, die Förderung von Bildung und die Unterstützung von sozialen Projekten. In allen Geschäftsbereichen der Werhahn-Gruppe werden Initiativen und Projekte initiiert und durchgeführt, die Menschen in Not- und auch Krisensituationen unterstützen und Chancen für eine bessere Zukunft ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise die Hilfs- und Spendenaktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, aber auch die Tätigkeiten und Förderprojekte der Werhahn Stiftung und der ZWILLING Foundation. Für die Mitarbeitenden ist es wichtig, dass sie in einer sicheren und gesunden Arbeitsumgebung arbeiten. Hierzu leistet die Werhahn-Gruppe durch sichere und angemessene Arbeitsbedingungen und faire Entlohnung einen Beitrag. Auch die berufliche Weiterentwicklung der Mitarbeitenden wird gefördert. Dadurch soll die Werhahn-Gruppe langfristig Entwicklungs- und Karriereperspektiven für die unterschiedlichen Lebensphasen ihrer Mitarbeitenden bieten. Durch die Weiterentwicklung und das Erlangen neuer Kompetenzen sollen die Mitarbeitenden motiviert und an das Unternehmen gebunden werden. Maßnahmen wie regelmäßige Schulungen zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, das Bereitstellen ergonomischer Ausstattung und regelmäßige Beurteilungen des Arbeitsumfelds werden durch eine Kultur flankiert, welche die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden unterstützt. Das Handlungsfeld Sortiment und Kunde beinhaltet die Verantwortung der Werhahn-Gruppe gegenüber ihren Kunden und zielt unter anderem darauf ab, dass die Herstellung von Produkten und Sortimentsbestandteilen unter fairen Arbeitsbedingungen erfolgt. Dies umfasst nicht nur die Aspekte wie Arbeitssicherheit und die Vermeidung von Umweltverschmutzung, sondern auch die Einhaltung von grundlegenden Menschenrechten wie die Vermeidung von Kinderarbeit oder Diskriminierung. Auch gilt es, die Produkte selbst nachhaltig zu gestalten, beispielsweise durch die Verwendung von nachhaltigen Verpackungsmaterialien. Darüber hinaus werden die Kunden bezüglich der Möglichkeiten umweltbewusster Konsumentscheidungen sensibilisiert und über die Vorteile nachhaltiger Produkte informiert. Nachhaltigkeit bezieht sich auch auf die Beziehungen der Werhahn-Gruppe zu ihren Lieferanten und Partnern. Dazu zählen die Überwachung und Bewertung der nachhaltigen Praktiken dieser Unternehmen, einschließlich deren Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen. Dies kann durch die Einführung von Umwelt- und Sozialstandards für Lieferanten, die Förderung von fairem Handel und die Unterstützung von Lieferanten bei der Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitspraktiken erreicht werden. Die Geschäftsbereiche haben sich intensiv mit den Nachhaltigkeitsanforderungen sowie der Berichterstattung über Nachhaltigkeitsthemen auseinandergesetzt. Ziel ist es, die aufgrund der Diversifikation der Werhahn-Gruppe heterogene Nachhaltigkeitslandschaft in eine konzerneinheitliche Berichterstattung zu überführen. Ein wichtiger Schritt dabei ist, Standards zu etablieren, die für alle Geschäftsbereiche gelten, und geschäftsbereichsübergreifende Nachhaltigkeitsindikatoren zu definieren. So kann in Zukunft ein ganzheitliches Bild der Nachhaltigkeitsleistung der Werhahn-Gruppe berichtet werden. Von diesem Startpunkt ausgehend wird die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Werhahn-Gruppe in den nächsten Jahren in Breite und Tiefe weiterentwickelt, insbesondere um für das Geschäftsjahr 2025 die Berichtsanforderungen im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) zu erfüllen. Mit Erreichen dieser regulatorischen Vorgaben durch strategische Initiativen, unternehmerisches Denken und nachhaltiges Wirtschaften leistet die Werhahn-Gruppe einen positiven Beitrag zu den Pariser Klimazielen und den Ambitionen des Bundesklimaschutzgesetzes, mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2045. Der Geschäftsbereich Natursteine veröffentlichte im Jahr 2022 erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht. Im Zuge dessen wurden, ausgehend vom Ziel der ökologischen Marktführerschaft, Nachhaltigkeitsinitiativen definiert und gestartet. So ist der Geschäftsbereich als Baustoffproduzent unmittelbar auf die Ressourcen der Natur angewiesen. Denn die Gewinnung wertvoller Natursteine ist immer mit temporären Eingriffen in die Ökologie und das Landschaftsbild verbunden. Deshalb arbeitet der Geschäftsbereich bei der Renaturierung von Steinbrüchen unter anderem auch mit Naturschutzverbänden und Artenschutzexperten zusammen. So bilden Steinbrüche Refugien für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Der Geschäftsbereich verzeichnete im Bereich des Rohmaterials weitere Fortschritte auf dem Weg, CO 2 -neutrale Steinbrüche zu etablieren. So konnten die CO 2 -Emissionen in den Steinbrüchen durch einen optimierten Strommix und die Inbetriebnahme von Photovoltaikanlagen reduziert werden. Zudem wurden standortbezogene CO 2 -Bilanzen für deutsche Steinbrüche erstellt. Vorangekommen ist der Geschäftsbereich auch mit der Erhöhung der Verwertungsquote und der gezielten Vermarktung von Beiprodukten. Gesteinsmehle, die bei der Zerkleinerung des Gesteins anfallen (sogenannte Füller), lassen sich neben etablierten Kundensegmenten wie Asphalt, Beton oder der Landwirtschaft auch in neuen Branchen höherwertig verwenden. Im Bereich Asphalt arbeitet der Geschäftsbereich Natursteine intensiv an der Etablierung einer CO 2 -neutralen Mischanlage. Die Substitution des Primärbrennstoffs Braunkohlestaub durch alternative Brennstoffe steht hierbei im Fokus. Im vergangenen Jahr wurden mehrere Forschungsprojekte aufgesetzt, die darauf abzielen, die Verarbeitungstemperatur des Asphalts zu senken und neue Brennstoffe zu verproben. Darüber hinaus ist es Ziel des Geschäftsbereichs, die Recyclingquote weiter zu erhöhen. Für die deutschen Produktionsbetriebe wurden zudem 2022 ebenfalls erstmals standortbezogene CO 2 -Bilanzen erstellt. Der Geschäftsbereich Schiefer hat 2022 mit der Entwicklung eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzepts begonnen. Für den gesamten Geschäftsbereich wurde eine Klimabilanz nach dem "Greenhouse Gas Protocol" erstellt, die neben direkt und indirekt verursachten Emissionen auch sonstige indirekte Emissionen aus vor- oder nachgelagerten Aktivitäten berücksichtigt. Wesentliche Treiber der Emissionen sind der Betrieb der Maschinen in der Gewinnung und Förderung sowie der Transport der Fertigwaren zu den Abnehmern. Künftig ist ein Abgleich der regelmäßig erstellten Klimabilanzen mit den noch zu definierenden strategischen Nachhaltigkeitszielen vorgesehen. Auch in den Bereichen Arbeitssicherheit und Energieverbrauch legt der Geschäftsbereich Schiefer hohe Standards an. 2022 erfolgte eine Bestandsaufnahme aller Maßnahmen an den Standorten in Spanien und Deutschland. Um die Konzentration von Staub in den Fertigungshallen zu minimieren, werden die Entstaubungsanlagen, die Fertigungsverfahren sowie die Arbeitsorganisation regelmäßig gezielt optimiert. Verkürzte Transportwege für Rohschiefer sowie eine standortnahe Deponierung von Schieferresten reduzieren zudem Kosten und Emissionen. Für die Standorte O Barco de Valdeorras in Spanien und Mayen in Deutschland wurden Photovoltaikanlagen beauftragt beziehungsweise werden bereits installiert. Ihr Betrieb wird zu einer deutlichen Reduzierung des externen Strombezugs führen. Der Geschäftsbereich Zwilling Küche hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 an allen Produktionsstandorten klimaneutral zu arbeiten. Für jedes Handlungsfeld des Nachhaltigkeitskonzepts setzte der Geschäftsbereich im vergangenen Jahr Etappenziele bis 2030 und formulierte entsprechende Projekte. So wurden beispielsweise für die Produktionswerke konkrete Energieeinspar- und Dekarbonisierungsziele festgelegt. Wo immer möglich, werden unnötige Verpackungen vermieden oder durch vollständig recyclingfähige und biobasierte Verpackungen ersetzt. Durch den Verzicht auf Kunststoff bei Besteck- und Messerverpackungen können so pro Jahr etwa 13 Mio. Plastikhüllen eingespart werden. Der Geschäftsbereich Zwilling Küche setzt auch in der Lieferkette hohe Umweltstandards und ist deshalb im Jahr 2022 zusätzlich zur Mitgliedschaft bei den Sozialstandards der amfori Business Social Compliance Initiative (BSCI) der amfori Business Environmental Performance Initiative (BEPI) beigetreten. Damit werden ökologische Prinzipien noch stärker in der Lieferkette verankert. Auch soziales Engagement zählt für den Geschäftsbereich Zwilling Küche zur Nachhaltigkeit. Über die ShareTheMeal-Community wurden schon rund 30.000 Mahlzeiten an bedürftige Menschen in Deutschland gespendet. Der Geschäftsbereich Zwilling Beauty Group setzte 2022 das im Jahr zuvor gestartete gruppenweite Nachhaltigkeitsprojekt intensiv und mit großem Erfolg fort. Im vergangenen Jahr wurden die CO 2 -Fußabdrücke der Unternehmensstandorte, der sogenannte Corporate Carbon Footprint, in den USA, Deutschland, Großbritannien, China sowie Indien ermittelt und Projekte zu ihrer Verbesserung gestartet. Im Fokus steht auch die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Verpackungen. In den USA schloss die Marke TWEEZERMAN den letzten Teil eines Projekts zum Verzicht auf Plastikhüllen bei Verpackungen ab. Die noch entstehenden CO 2 -Emissionen für TWEEZERMAN-Produkte werden über die Förderung von zwei Nachhaltigkeitsprojekten, der "Plastic Bank" zur Reinigung der Ozeane von Plastik und Förderung des Plastikrecyclings sowie einem Wiederaufforstungsprogramm in Indien, ausgeglichen. Der für die Marke ZWILLING eingeleitete Relaunch der Verpackungen wurde im ersten Quartal 2023 abgeschlossen. Die neue Verpackung ist plastikfrei und trägt somit zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele des Geschäftsbereichs Zwilling Beauty Group bei. Anstelle von Kunststoff-Inlays in den Verpackungen dienen Stoffsäckchen als Produktschutz in der Verpackung. Gefertigt werden die Beutel von der ZWILLING Foundation India, einer Substiftung der Werhahn Stiftung, die sich dafür einsetzt, die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung und in akuten Notlagen nachhaltig und dauerhaft zu verbessern. Dabei gehen die Aktivitäten über die kurzfristige humanitäre Unterstützung hinaus und beruhen auf dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. abcfinance hat neben der bereits etablierten Finanzierungslösung für umweltfreundliche Energietechnologien - die Branchenlösung green energy solutions - im zweiten Halbjahr 2022 wertvolle Grundlagen zur Erfüllung der bevorstehenden regulatorischen Anforderungen, wie beispielsweise die Durchführung einer Wesentlichkeitsanalyse, geschaffen. Vor diesem Hintergrund wird der Geschäftsbereich 2023 weitere nachhaltigkeitsbezogene Projekte starten. Bank11 betrachtet die Nachhaltigkeit sowohl aus Kunden- als auch aus eigener Perspektive. Ein Schwerpunkt auf Kundenseite sind dabei die zahlreichen Sonderkonditionen für Elektromobilität für den Kfz-Handel, zum Beispiel über den Kooperationspartner ADAC. Auch im eigenen Fuhrpark setzt Bank11 auf E-Mobilität und schafft Anreize für die Nutzung von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Prognose- und Chancenbericht Gesamtwirtschaftliche Prognose Der IWF rechnet in seiner Prognose aus dem Januar 2023 für die Weltkonjunktur mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,9 % und hat damit seine Prognose vom Oktober 2022 von 2,7 % leicht angehoben. Die verhalten optimistischen Aussichten sind vor allem auf die Öffnung der Wirtschaft in China nach der Pandemie zurückzuführen. Für China wird ein Wachstum von 5,2 % für das kommende Jahr prognostiziert. Chinas Abkehr von der Null-COVID-Strategie kann dem IWF zufolge einen deutlichen Beitrag zur Erholung der weltweiten wirtschaftlichen Lage leisten. Im Euroraum rechnet der IWF für 2023 mit einem Anstieg der Konjunktur von 0,7 %, während für die USA ein Rückgang des Wirtschaftswachstums von 2 % im Jahr 2022 auf 1,4 % im jahr 2023 erwartet wird. In den sogenannten "emerging markets and developing economies" ist ein Anstieg des BIP auf dem Niveau von 2022 (+ 4%) zu erwarten. Deutschland könnte im Jahr 2023 laut den Angaben des IWF und der EU-Kommission die befürchtete Rezession vermeiden. Der Grund dafür ist laut der Kommission die gut gemeisterte Energiekrise bzw. die erfolgreichen Maßnahmen wie Diversifizierung der Versorgungsquellen für Erdgas sowie der stark gesenkte Verbrauch. Der IWF rechnet mit 0,1 % Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland, die EU-Kommission sogar mit einem Wachstum von 0,2 %. Der IWF erklärt die Prognose für das geringe Wachstum im Jahr 2023 durch die Zinsanhebung der Zentralbanken im Kampf gegen die Inflation - insbesondere in den Industrieländern - sowie durch den Krieg in der Ukraine. Ein Wachstumsrückgang wird im Jahr 2023 für ca. 90 % der Industrieländer prognostiziert. Die Inflationsraten erreichten 2022 dem IWF zufolge den Höhepunkt und sollen ab 2023 zurückgehen. Im Jahr 2022 stiegen die Verbraucherpreise um 8,8 % im Vergleich zum Vorjahr an, für 2023 rechnet der IWF mit einer Inflationsrate von 6,6 %. Die sinkenden Inflationsraten sind auf die weltwirtschaftliche Abkühlung sowie auf fallende Energie- und Rohstoffpreise zurückzuführen. Chancen der zukünftigen Entwicklung Die Werhahn-Gruppe ist bestrebt, den Wert und die Attraktivität des Unternehmens für nachfolgende Generationen zu erhalten und zu steigern. Um den langfristigen Erfolg der Werhahn-Gruppe zu sichern, müssen Potenziale und Entwicklungsperspektiven als Chancen frühzeitig identifiziert, analysiert und ergriffen werden. Neben dem Ergreifen der Chancen in den Geschäftsbereichen spielen dabei auch die innovativen Geschäftsmodelle eine Rolle. Auch das Engagement im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Geschäftsaktivitäten ist ein wesentlicher Faktor für die Sicherstellung der langfristigen Wertsteigerung. Dem Nachhaltigkeitskonzept der Werhahn-Gruppe liegt die Annahme zugrunde, dass langfristiges und nachhaltiges Wachstum nur möglich ist, wenn natürliche Ressourcen geschont und Umweltbelastungen reduziert werden sowie soziale Verantwortung übernommen wird. Ein weiteres wesentliches Zukunftsthema ist die fortschreitende Digitalisierung. Hierbei sieht die Werhahn-Gruppe große Marktpotenziale bei der Erschließung digitaler Kundengruppen, bei der effizienteren Gestaltung von Produktions-, Vertriebs-, Einkaufs- und weiteren Unternehmensprozessen sowie der Nutzung von umfangreichen Datenmengen. Auf Ebene der Geschäftsbereiche ergeben sich darüber hinaus noch weitere spezifische Chancen, die im Folgenden erläutert werden. Für den Geschäftsbereich Natursteine bieten unverändert der Zustand des deutschen Straßennetzes sowie das steigende Verkehrsaufkommen die Chance, dass Bund, Länder und Kommunen zusätzliche Investitionen in die Verkehrswege tätigen. Auch kann sich die Durchführung großer Infrastrukturprojekte in den osteuropäischen Ländern positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Die Investitionen in die Modernisierung der Werke, die hohe Marktdurchdringung sowie die moderne Logistik ermöglichen weitere Wachstumschancen. Für den Geschäftsbereich Schiefer bestehen Chancen in der Erschließung neuer Zielgruppen insbesondere im Neubausegment und in dem Wachstum des Sanierungsmarktes für Dächer. Auch die Einbindung von Photovoltaiktechnik in das Rathscheck-Schiefersystem bietet ein erhebliches Wachstumspotenzial. Die Innovationsstärke des Unternehmensbereichs Konsumgüter bietet erhebliche Chancen, über Produktinnovationen weitere Märkte und Kunden zu erreichen. Hierfür investiert der Unternehmensbereich signifikante Beträge in Forschung und Entwicklung. Weitere Chancen bestehen in der Optimierung der Vertriebskanäle im Online- und stationären Handel sowie einer kontinuierlichen Verbesserung und Erweiterung des Sortiments für die moderne Wohnküche. Großvolumige Projektgeschäfte können sich ebenfalls positiv auf die Ertragslage auswirken. Außerdem bestehen Chancen durch eine für den Unternehmensbereich günstige Entwicklung der Währungskurse und der Beschaffungspreise. Wachstumsperspektiven ergeben sich im Finanzdienstleistungsbereich über die konsequente Ausrichtung des Produktportfolios an die Kundenbedürfnisse, zum Beispiel bei den Auto-Abo-Angeboten oder beim Leasing von Firmenfahrrädern. Zudem verfolgt der Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen eine kontinuierliche Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung bei der Vertragsabwicklung durch den Einsatz digitaler Prozesse und automatisierter Entscheidungsfindung. Darüber hinaus setzt der Unternehmensbereich auf strategische Kooperationen und akquisitorisches Wachstum, um seine Geschäftsfelder zu erweitern und somit weitere Wachstumspotenziale zu erschließen. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist das Liquiditätsmanagement für Kunden zunehmend von Bedeutung, was dem Produkt Factoring gute Chancen bietet. Zusätzliche Chancen können sich ergeben, wenn Kreditrisiken geringer ausfallen als erwartet oder sich die dynamische Zinslandschaft beruhigt. Ausblick 2023 Die Geschäftsentwicklung der Werhahn-Gruppe wird traditionell in den ersten Monaten des Jahres besonders von dem jahreszeit- und witterungsabhängigen Baustoffbereich beeinflusst. Die Entwicklung zum Jahresauftakt lag dort leicht unter dem Vorjahr. Die Unternehmensbereiche Konsumgüter und Finanzdienstleistungen konnten das Vorjahresniveau bei Weitem nicht erreichen. Die Aussagekraft der ersten Monate für das Gesamtjahr ist jedoch begrenzt. Aus heutiger Sicht wird für die Werhahn-Gruppe bei einem leichten Anstieg des Umsatzes ein operatives Ergebnis und ein Ergebnis vor Steuern erheblich unter dem Niveau des Jahres 2022 erwartet. Alle Geschäftsbereiche gehen 2023 von einer anhaltend schwachen Konjunkturlage aus, wobei sich die Auswirkungen in den einzelnen Unternehmensbereichen unterschiedlich abbilden. Der Unternehmensbereich Baustoffe rechnet mit einem deutlich unter Vorjahr liegenden Ergebnis. Bei anhaltend schwacher Baukonjunktur können trotz guter Verkaufserlöse die steigenden Beschaffungskosten voraussichtlich nicht voll kompensiert werden. Aufgrund politischer Unsicherheiten wird mit einer erneuten Belastung der Ergebnisse im Ausland gerechnet. Im Unternehmensbereich Konsumgüter wird von einem Ergebnis auf Vorjahresniveau ausgegangen. Für das Kerngeschäft des Geschäftsbereichs Zwilling Küche wird vor allem Wachstum in den Regionen China und Nordamerika und bei den Produktgruppen Barbecue, Electrics und Vakuum erwartet, während das Sondergeschäft 2023 erheblich zurückgehen wird. Bereits eingeleitete Kostensenkungsmaßnahmen sollen zur Verbesserung des operativen Ergebnisses beitragen. Der Finanzdienstleistungsbereich geht trotz der weiteren Abschwächung der Konjunktur von einem stabilen Neugeschäft bei steigenden Risiko- und zum Teil erheblich höheren Refinanzierungskosten aus. In Summe wird der Finanzdienstleistungsbereich damit ein deutlich rückläufiges Ergebnis erwirtschaften. Die im Jahr 2021 erworbene Geschäftsaktivität FiberLean Technologies wird im zweiten vollen Geschäftsjahr etwas geringere Anlaufverluste verbuchen. Die vorstehend beschriebene Einschätzung über die erwartete Entwicklung der Werhahn-Gruppe wurde aufgrund volatiler und schwer einzuschätzender politischer und volkswirtschaftlicher Rahmenbedingungen unter erhöhter Planungsunsicherheit getroffen. KONZERNABSCHLUSS Konzernbilanz Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns Anlagenspiegel des Konzerns Kapitalflussrechnung des Konzerns Eigenkapitalspiegel des Konzerns Konzernanhang Erläuterungen zur Bilanz Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Anteilsbesitzliste zum 31.12.2022 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Sonstige Angaben Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers Bei gerechneten Werten können sich geringfügige Rundungsdifferenzen ergeben. KonzernbilanzAktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns
Anlagenspiegel des Konzerns (Anlage zum Anhang)
Kapitalflussrechnung des Konzerns
Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den folgenden Posten zusammen:
Eigenkapitalspiegel des Konzerns
KonzernanhangAllgemeine Angaben Der Konzernabschluss der Wilh. Werhahn KG, mit Sitz in Neuss, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Neuss unter der Nummer HRA 4096, ist nach den Vorschriften der §§ 13 ff. Publizitätsgesetz (PubIG) - unter Verzicht auf die Erleichterungen nach § 13 Abs. 3 Satz 1 und 2 PubIG - in Verbindung mit den §§ 294 ff. Handelsgesetzbuch (HGB) aufgestellt und wird im Unternehmensregister veröffentlicht. Gemäß § 297 Abs. 1 HGB besteht der Konzernabschluss aus der Konzernbilanz, der Konzerngewinn- und -verlustrechnung, dem Konzernanhang, der Kapitalflussrechnung sowie dem Eigenkapitalspiegel. Die Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) wurden angewendet, sofern gesetzliche Anforderungen an die Rechnungslegung durch einen DRS konkretisiert werden und es sich dabei um Auslegung der allgemeinen gesetzlichen Grundsätze handelt. Der Konzernabschluss wurde in Tausend Euro aufgestellt. Zur besseren Übersicht sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung verschiedene Posten zusammengefasst und im Anhang erläutert. Darüber hinaus wurde die Bilanz wie in den Vorjahren um gesonderte Posten des Finanzdienstleistungsgeschäfts erweitert. Konsolidierungskreis Der Anteilsbesitz ist auf den Seiten 142 bis 151 aufgeführt. In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 werden sämtliche dort unter 1. Verbundene konsolidierte Unternehmen ausgewiesene Gesellschaften einbezogen. Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Wilh. Werhahn KG 94 inländische (i. Vj. 93) sowie 51 ausländische (i. Vj. 50) Gesellschaften. Im Berichtsjahr wurden sechs Gesellschaften erstmals einbezogen. Dabei wurden drei Unternehmen neu gegründet und zwei Unternehmen akquiriert. Ein ehemals verbundenes nicht konsolidiertes Unternehmen wurde aufgrund der Überschreitung der Größenkriterien für eine Vollkonsolidierung in diesem Jahr in den Konsolidierungskreis einbezogen. Von den insgesamt vier Abgängen wurden drei Unternehmen verschmolzen und ein Unternehmen wurde wegen untergeordneter Bedeutung entkonsolidiert. Gemäß § 296 Abs. 2 HGB werden 69 Verbundene Unternehmen nicht konsolidiert, da deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auch insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist. Auf eine Equity-Bewertung wird ebenfalls wegen untergeordneter Bedeutung verzichtet. Der Umsatz dieser Gesellschaften beträgt zusammen weniger als 4 % des Konzernumsatzes und die Vermögensgegenstände betragen zusammen weniger als 2 % der Konzernbilanzsumme. In den rechtlichen und geschäftlichen Beziehungen zu diesen Unternehmen ergeben sich keine Besonderheiten. Alle 14 unter 2. Assoziierte at-equity Unternehmen aufgeführten Gesellschaften werden nach der Equity-Methode bewertet. Weitere Assoziierte Unternehmen sind in Bezug auf Umsatz und Bilanzsumme und in Bezug auf deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wegen ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung nicht at-equity in den Abschluss einbezogen. Konsolidierungsgrundsätze Die Verbundenen konsolidierten Unternehmen werden zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung, ihrer Gründung oder bei Überschreitung von Größenkriterien, sofern bisher auf eine Einbeziehung wegen untergeordneter Bedeutung verzichtet wurde, in den Konzernabschluss einbezogen. Die Kapitalkonsolidierung der Gesellschaften erfolgt nach der Neubewertungsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Konzernanteil an deren neubewertetem Eigenkapital. Ein nach der Aufdeckung stiller Reserven verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt linear über ihre individuelle betriebliche Nutzungsdauer. Die Abschreibungsdauern der wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte des Konzerns werden in der folgenden Tabelle in Gruppen zusammengefasst und erläutert: Nutzungsdauer der Geschäfts- oder Firmenwerte
Werden nach Erlangung der Beherrschung weitere Anteile an Verbundenen konsolidierten Unternehmen ohne Statusveränderung erworben oder veräußert, werden diese Transaktionen nach der Erwerbsmethode konsolidiert. Assoziierte Unternehmen werden nach der Buchwertmethode at-equity bewertet. Die Ermittlung des Unterschiedsbetrags aus der Equity-Bilanzierung erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen assoziiertes Unternehmen geworden ist bzw. zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung, sofern bisher wegen untergeordneter Bedeutung auf eine Einbeziehung verzichtet wurde. Ein bei erstmaliger Equity-Bewertung entstehender Geschäfts- oder Firmenwert wird innerhalb der Anteile an Assoziierten at-equity Unternehmen geführt und planmäßig über 15 Jahre abgeschrieben. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung betrugen zum Bilanzstichtag 203 T €, bei Abschreibungen von 40 T €. Vor Durchführung der Equity-Bewertung bestand eine Differenz zwischen den Beteiligungsbuchwerten und dem anteiligen Eigenkapital der Assoziierten at-equity Unternehmen von 9.144 T € bzw. -2.120 T €. Die vollkonsolidierten einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Tochtergesellschaften werden nach den in der Werhahn Accounting-Richtlinie vorgegebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden einheitlich aufgestellt. Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Bei den nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen werden ebenfalls Zwischenergebnisse im Anlage- und Umlaufvermögen eliminiert. Währungsumrechnung Die Berichtswährung der Werhahn-Gruppe ist der Euro. Bei Abschlüssen konsolidierter Tochterunternehmen, die in fremder Währung aufgestellt sind, werden die Bilanzposten zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags in Euro bewertet. Ausnahme ist das Eigenkapital, das zum historischen Kurs angesetzt wird. Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum Jahresdurchschnittskurs in Euro umgerechnet. Durch die Währungsumrechnung bedingte Differenzen werden erfolgsneutral innerhalb des Konzerneigenkapitals in der Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung ausgewiesen. Nach den Kriterien der DRS und den Verlautbarungen der International Practices Task Force (IPTF) gilt die Türkei als Hochinflationsland. Dies betrifft in der Werhahn-Gruppe die ZWILLING J A Henckels MUTFAK VE GÜZELLIK ÜRÜNLERI LIMITED ȘIRKETI. Die Inflationsbereinigung erfolgt durch die Aufstellung eines Hartwährungsabschlusses. Umstellungszeitpunkt ist der 31. Dezember 2022. Die für die Werhahn-Gruppe wichtigsten Wechselkurse sind:
Befreiung von Offenlegungspflichten Für folgende Tochtergesellschaften wird von der Befreiung durch die Einbeziehung in den vorliegenden Konzernabschluss gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 264 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht:
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der Wilh. Werhahn KG gelten auch für den Konzernabschluss. Abschlüsse einbezogener Tochterunternehmen, die nach abweichenden Grundsätzen bilanzieren, werden angepasst. Nur in unwesentlichen Fällen unterbleibt eine Anpassung. Aktivierungswahlrechte werden überwiegend nicht in Anspruch genommen. Immaterielle Vermögensgegenstände einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen erfolgen nach der linearen Methode pro rata temporis über Nutzungsdauern von 5 bis 15 Jahren. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 248 Abs. 2 HGB seit 2020 aktiviert. Diese umfassen selbst erstellte Software, die aufgrund ihrer besonderen Bedeutung auf die tatsächlichen Verhältnisse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bilanziell erfasst werden. In den Herstellungskosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden neben dem Werteverzehr des Anlagevermögens und den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht berücksichtigt. Die Entwicklungskosten werden ab dem Zeitpunkt der Erfüllung der Ansatzkriterien in die Herstellungskosten einbezogen. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, bei abnutzbaren Gegenständen abzüglich planmäßiger Abschreibungen auf Basis der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 2 bis 50 Jahren. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände, die vor dem 1. Januar 2010 angeschafft wurden, werden - soweit im Konzernabschluss zulässig - auf der Grundlage der steuerlich zulässigen Höchstbeträge vorgenommen. Danach erworbene Vermögensgegenstände werden linear pro rata temporis abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Sofern der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist, erfolgen Zuschreibungen bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten. Zinsen für die Aufnahme von Fremdkapital finden keine Berücksichtigung in den Herstellungskosten. Anteile an Verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen, Sonstigen assoziierten Unternehmen und Sonstigen Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten bzw. fortgeführten niedrigeren Buchwerten bilanziert. Wesentliche Beteiligungen an Assoziierten Unternehmen werden at-equity nach der Buchwertmethode in den Konzernabschluss einbezogen. Ausleihungen sind mit dem Nennbetrag oder dem niedrigeren Barwert angesetzt. Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt. Leasinggegenstände werden nach der linearen Methode über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibung von vor 2015 angeschafften Leasinggegenständen erfolgt über die Vertragslaufzeit. Forderungen aus Finanzdienstleistungen werden mit ihren Nennbeträgen angesetzt. Sowohl Einzelrisiken als auch das allgemeine Kreditrisiko werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Bei den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten bestehen aus den Material- und Fertigungseinzelkosten sowie den Sondereinzelkosten der Fertigung. Daneben werden auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie der Werteverzehr von Anlagevermögen, soweit dies durch die Herstellung des Wirtschaftsguts veranlasst ist, einbezogen. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, finden durch angemessene Wertabschläge Berücksichtigung. Der verlustfreien Bewertung wird Rechnung getragen. Der Ansatz der Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu den jeweiligen Nennbeträgen. Möglichen Risiken wird durch individuelle Abschreibungen und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Umrechnung der langfristigen Fremdwährungsforderungen erfolgt zum Einbuchungs- bzw. zum ungünstigeren Kurs des Bilanzstichtags. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Kassen- und Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks werden mit dem Nominalwert angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten gebildet. Zusätzlich werden latente Steuern auf steuerliche Verlust- und Zinsvorträge, die voraussichtlich innerhalb der nächsten fünf Jahre genutzt werden können, aktiviert. Von dem Wahlrecht zur Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern wird Gebrauch gemacht. Verbleibt anschließend ein Aktivüberhang aus dem Einzelabschluss, so wird dieser im Konzernabschluss nicht gebucht. Soweit sich ein Passivüberhang ergibt und weitere aufrechnungsfähige und unbeschränkt vortragsfähige Verlust- und Zinsvorträge bestehen, werden darauf bis zur Höhe des passiven Überhangs weitere latente Steuern aktiviert. Auf Geschäfts- oder Firmenwerte, die erst durch die Kapitalkonsolidierung entstehen, werden keine latenten Steuern passiviert. Nicht erfasst werden ebenfalls Latenzen auf Differenzen aus dem steuerlichen Wertansatz an einem Verbundenen konsolidierten oder Assoziierten at-equity Unternehmen und dem handelsrechtlichen Wert des im Konzernabschluss angesetzten Nettovermögens. Latente Steuern gemäß § 306 HGB werden mit denen aus Einzelabschlüssen gemäß § 274 HGB zusammengefasst. Es kommen die unternehmensindividuellen Steuersätze zur Anwendung, die zum Zeitpunkt der Auflösung der zeitlichen Differenzen voraussichtlich gelten. Die Steuersätze liegen zwischen 9,0 % und 34,5 %. Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrag angesetzt und bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr mit dem von der Deutschen Bundesbank für die jeweilige Laufzeit ermittelten Marktzinssatz abgezinst. Der Erfüllungsbetrag von Pensionsrückstellungen wird, soweit vorhanden, mittels zukünftig zu erwartender Gehalts und Rententrends von 0,0 % bis 5,0 % sowie Annahmen über zukünftige Mitarbeiterfluktuationen errechnet. Soweit zulässig, wird das Teilwertverfahren auf Basis der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck angewendet. Zur Abzinsung der Pensionsrückstellungen wird der von der Deutschen Bundesbank ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten 10 Jahre angewendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen wurde zum 31. Dezember 2022 ein Zinssatz von 1,78 % herangezogen. Effekte aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen sowie aus der Änderung des Zinssatzes für die Abzinsung wurden im Zinsergebnis berücksichtigt. Bei Vorliegen von Vermögensgegenständen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen (Deckungsvermögen), erfolgte eine Verrechnung mit den Rückstellungen. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens wird mittels externer Bewertungsgutachten oder kursnotierter Marktpreise ermittelt. In der Position Pensionsrückstellungen werden außerdem die Verpflichtungen der US-Tochtergesellschaften für die Krankenversicherung der Mitarbeitenden nach Eintritt in den Ruhestand berücksichtigt. In dem gesondert ausgewiesenen Posten Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen werden die Verbindlichkeiten der Finanzdienstleistungsgesellschaften mit den jeweiligen Erfüllungsbeträgen bilanziert. Daneben werden Abgrenzungen aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft erfasst. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert. Langfristige Verbindlichkeiten in fremden Währungen werden zum Kurs des Einbuchungs- bzw. zum ungünstigeren Kurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Abweichend davon werden kurzfristige Verbindlichkeiten grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags bewertet. Stichtag der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen Die in den Konzernabschluss einbezogenen vollkonsolidierten Tochterunternehmen bilanzieren grundsätzlich zum 31. Dezember. Ausnahmen sind die Gesellschaften Tweezerman (India) Pvt. Ltd., Ital Beauty Nippers (India) Pvt. Ltd., ZWILLING Kitchen India Pvt. Ltd. sowie FiberLean Technologies India Pvt. Ltd., deren Abschlussstichtag der 31. März ist. Diese Gesellschaften werden mit einem Zwischenabschluss in den Konzernabschluss der Werhahn-Gruppe einbezogen. Stichtag der Assoziierten at-equity Unternehmen ist der 31. Dezember. Erläuterungen zur Bilanz 1 Anlagevermögen Die Aufgliederung und Entwicklung des Immateriellen und des Sachanlagevermögens, der Finanzanlagen sowie der Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen sind auf den Seiten 120/121 dargestellt. Insgesamt fielen im Geschäftsjahr Forschungs- und Entwicklungskosten von 19.215 T € an. Davon wurden 4.693 T € als Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert. Die Geschäfts- oder Firmenwerte stammen überwiegend aus der Kapitalkonsolidierung. Aus den Akquisitionen des Geschäftsjahres resultieren Zugänge bei den Geschäfts- oder Firmenwerten in Höhe von 4.851 T €. Das Anlagevermögen beinhaltet Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen von 1.681.962 T € (i. Vj. 1.660.315 T €). In den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen von 72.670 T € (i. Vj. 69.785 T €) enthalten. Davon entfallen 70.246 T € auf Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen. 2 Forderungen aus Finanzdienstleistungen
3 Vorräte
4 Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände
Aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen resultieren 385 T € der Forderungen gegen Verbundene Unternehmen und 2.012 T € der Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. 5 Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks Von dem Bestand an Kassen- und Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks in Höhe von 783.471 T € unterliegen 1.073 T € einer Verfügungsbeschränkung. In dieser Position sind Kassen- und Bundesbankguthaben des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen und der Bankhaus Werhahn GmbH von 664.281 T € enthalten. 6 Aktive latente Steuern Nach Saldierung mit Passiven latenten Steuern ergab sich im Konzernabschluss ein Überhang an Aktiven latenten Steuern von 1.186 T €. Passivüberhänge aus den Tochtergesellschaften in Höhe von 4.098 T € wurden von den Aktiven latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen überkompensiert. Unsaldiert ergeben sich Passive latente Steuern von 13.589 T € sowie Aktive latente Steuern von 14.775 T €. Dabei haben sich im Geschäftsjahr die Aktiven latenten Steuern um 622 T € und die Passiven latenten Steuern um 970 T € verringert. Die Passiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus Sachanlagen und Immateriellen Vermögensgegenständen, wohingegen die Aktiven latenten Steuern im Wesentlichen bei Vorräten und Forderungen aus Finanzdienstleistungen entstanden sind. Latente Steuern auf Verlustvorträge sind nur in geringem Umfang enthalten. Aktivüberhänge aus den Einzelgesellschaften werden nicht angesetzt. Aus der Aktivierung Selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände resultieren Passive latente Steuern von 2.421 T €. 7 Eigenkapital Das Eigenkapital im Konzernabschluss beinhaltet neben dem ausgewiesenen Eigenkapital der Wilh. Werhahn KG und dem Gewinnvortrag im Konzern den Konzernjahresüberschuss und die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Der Gewinnvortrag des Konzerns setzt sich aus anderen Gewinnrücklagen und dem Konzerngewinn- und -verlustvortrag zusammen. Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital betreffen überwiegend außenstehende Gesellschafter in den Unternehmensbereichen Baustoffe und Konsumgüter. Die Anteile von nicht beherrschenden Gesellschaftern am Gewinn und Verlust betrugen 24.907 T € bzw. 1.266T€ Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals ist im Eigenkapitalspiegel dargestellt. Zum Bilanzstichtag lagen Ausschüttungssperren nach deutschem Recht in Höhe von 16.327 T € und nach lokalem Recht in Höhe von 2.449 T € vor. 8 Rückstellungen
Mit den Pensionsrückstellungen und mit den Rückstellungen für Personalkosten sind Vermögensgegenstände zur Deckung von Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen mit Zeitwerten von insgesamt 1.063 T € bzw. 617 T € verrechnet worden. Die historischen Anschaffungskosten des Deckungsvermögens beziffern sich auf 761 T € bzw. 768 T €. Ohne Verrechnung hätten die Pensionsrückstellungen 129.666 T € und die Rückstellungen für Personalkosten 78.009 T € betragen. Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem 10-Jahres-Durchschnittszinssatz und dem 7-Jahres-Durchschnittszinssatz beträgt zum Bilanzstichtag 5.198 T €. 9 Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen
Die Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen dienen der Refinanzierung der Gesellschaften des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen. Bei den Abgrenzungen handelt es sich vorwiegend um Rechnungsabgrenzungsposten für noch nicht fällige Einnahmen im Leasinggeschäft. Zum Stichtag lagen Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren in Höhe von 161.327 T€ (i.Vj. 293.139 T€) vor. 10 Verbindlichkeiten
Zum Stichtag lagen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren in Höhe von 5.957 T € (i. Vj. 6.790 T €) vor. Für Verbindlichkeiten in Höhe von 10.891 T € sind Sicherheiten in Form von Grundpfandrechten, Sicherungsübereignungen und sonstigen Rechten bestellt. Ursächlich für 1.754 T € der Verbindlichkeiten gegenüber Verbundenen Unternehmen und 7.627 T € der Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, waren Lieferungs- und Leistungsbeziehungen. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. 11 Umsatzerlöse Der Umsatz enthält Erlöse aus dem Verkauf von Produkten, vermindert um Skonti und Preisnachlässe, sowie aus der Vermietung oder Verpachtung und der Erbringung von Dienstleistungen. Des Weiteren wird in dieser Position der Umsatz aus dem Bank- und Leasinggeschäft ausgewiesen. Nach Unternehmensbereichen
© Sonstige betriebliche Erträge In diesem Posten sind im Wesentlichen die aperiodischen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (15.104 T €), Erträge aus Eingängen von bereits ausgebuchten Forderungen (5.216 T €), Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen (4.184 T €) sowie Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen (1.536 T €) und Zuschreibungen im Anlage- und Umlaufvermögen (266 T €) enthalten. Die Sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten zudem unter anderem Kursgewinne (15.809 T €, i. Vj. 11.536 T €). 13 Materialaufwand Der Materialaufwand betrug 2.350.920 T € (i. Vj. 2.148.294 T €), wovon 1.001.155 T € (i. Vj. 911.090 T €) für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Waren und 501.464 T € (i. Vj. 453.725 T €) für bezogene Leistungen aufgewandt wurden. Zusätzlich enthält der Materialaufwand insbesondere Refinanzierungskosten aus dem Bank- und Leasinggeschäft, Einstandskosten für Mietkaufobjekte, abgegangene Restbuchwerte von verkauften Leasinggegenständen sowie Vermittlungsprovisionen aus dem Bank- und Leasinggeschäft. © Personalaufwand
Durchschnittlich waren während des Geschäftsjahres an Mitarbeitenden beschäftigt:
Die Organbezüge für den Verwaltungsrat betrugen im Berichtsjahr 0,9 Mio. € (i. Vj. 0,9 Mio. €). Die Rückstellungen für Pensionen ehemaliger Vorstände bzw. deren Hinterbliebener beliefen sich auf 59,9 Mio. € (i. Vj. 55,0 Mio. €). Für Bezüge und Pensionen wurden an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene 2,2 Mio. € (i. Vj. 1,9 Mio. €) gezahlt. Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wird gemäß § 314 Abs. 3 i. V. m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. 15 Sonstige betriebliche Aufwendungen Der Posten Sonstige betriebliche Aufwendungen umfasst unter anderem externe Dienstleistungen (129.074 T €), Instandhaltungsaufwendungen (93.336 T €), Marketingaufwendungen (66.969 T €) sowie Leasing- und Mietaufwendungen (55.348 T €). Darüber hinaus sind Aufwendungen aus Wertberichtigungen auf Forderungen (48.567 T €), Aufwendungen für Rekultivierungsverpflichtungen (26.464 T €), Kursverluste (14.723 T €, i. Vj. 12.571 T €) und Versicherungsaufwendungen (13.208 T €) enthalten. Außerdem werden in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sonstige Steuern in Höhe von 6.542 T € (i. Vj. 6.351 T €) ausgewiesen. Die aperiodischen Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände sowie für Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen betrugen insgesamt 49.257 T €. Das inländische Gesamthonorar an den Konzernabschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betrug im Berichtsjahr 2.636 T €. Davon betrafen das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen 2.351 T €, für andere Bestätigungsleistungen 138 T €, für Steuerberatungsleistungen 9 T € und für sonstige Leistungen 138 T €. Beteiligungsergebnis Diese Position enthält Ergebnisse aus Verbundenen Unternehmen (380 T €, i. Vj. 722 T €), Ergebnisse aus Assoziierten at-equity Unternehmen (15.268 T €, i. Vj. 15.791 T €) sowie Ergebnisse aus Sonstigen assoziierten Unternehmen und Sonstigen Beteiligungen (16.491 T €, i. Vj. 13.589 T €). Das Ergebnis aus Assoziierten at-equity Unternehmen entspricht grundsätzlich dem Konzernanteil am Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag dieser Unternehmen. Hierin ist auch die Eliminierung von Zwischenergebnissen berücksichtigt. 17 Zinsergebnis
Im Zinsergebnis sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 3.302 T € (i. Vj. 8.021 T €) sowie Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 1.217 T € (i. Vj. 265 T €) enthalten. Zinserträge (26 T €) aus Deckungsvermögen wurden mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung verrechnet. 18 Steuern vom Einkommen und Ertrag Bei den Steuern vom Einkommen und Ertrag handelt es sich im Wesentlichen um in- und ausländische Körperschaftsteuer sowie inländische Gewerbeertragsteuer. Darüber hinaus ist in der Position ein latenter Steuerertrag in Höhe von 1.124 T € (i. Vj. 3.305 T €) enthalten. 19 Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung Im Geschäftsjahr sind keine Geschäftsvorfälle von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung entstanden, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hatten. Anteilsbesitzliste zum 31.12.2022 1. Verbundene konsolidierte Unternehmen
1 Bei diesen Gesellschaften handelt es sich um
Zweckgesellschaften.
1 Bei diesen Gesellschaften handelt es sich um
Zweckgesellschaften.
2. Assoziierte at-equity Unternehmen
3. Verbundene nicht konsolidierte Unternehmen
4. Sonstige assoziierte Unternehmen
5. Sonstige Beteiligungen
Für weitere Gesellschaften wurde die Befreiungsvorschrift des § 313 Abs. 3 S. 1 HGB in Anspruch genommen. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung wird nach DRS 21 erstellt und zeigt, wie sich der Finanzmittelbestand der Werhahn-Gruppe während des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert hat. Das Mindestgliederungsschema ist um Positionen des Finanzdienstleistungsgeschäfts erweitert. Zu den Verfügungsbeschränkungen innerhalb des Finanzmittelfonds verweisen wir auf Tz. 5 des Konzernanhangs. Nachfolgend eine Kurzdarstellung der Kapitalflussrechnung:
Sonstige Angaben Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen grundsätzlich zu marktüblichen Bedingungen. Für Mitarbeitende und Gesellschafter bestehen in wenigen Geschäftsbereichen standardisierte Rabatte auf spezifische Werhahn-Produkte. Die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch. Nachtragsbericht Im März 2023 wurde ein weiteres Schiefervorkommen in Spanien und ein dort ansässiges Produktionsunternehmen gekauft. Damit sichert sich die Werhahn-Gruppe langfristig die Gewinnung von Schiefer in hochwertiger Premiumqualität und entsprechende Produktionskapazitäten durch den Geschäftsbereich Schiefer. Der Vollzug der Transaktion ist für April 2023 geplant. Nach dem Bilanzstichtag sind in den Unternehmen der Werhahn-Gruppe keine weiteren Ereignisse eingetreten, von denen eine wesentliche Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Werhahn-Gruppe erwartet wird. Nicht in der Konzernbilanz enthaltene Geschäfte
Über die dargestellten Haftungsverhältnisse und Sonstigen finanziellen Verpflichtungen hinausgehende außerbilanzielle Geschäfte, die für die Beurteilung der Finanzlage des Konzerns erforderlich sind, bestehen nicht. Für alle erkennbaren Risiken aus Inanspruchnahme von Bürgschaften sind ausreichend Rückstellungen gebildet worden. Darüber hinaus wird keine Inanspruchnahme erwartet, da mit einem Ausfall des Schuldners nicht gerechnet wird. Derivative Finanzinstrumente Die Werhahn-Gruppe bildet Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB. Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäften werden unter Anwendung der Einfrierungsmethode nicht bilanziert. Die Beurteilung der Effektivität der Bewertungseinheiten erfolgt über die Critical-Terms-Match-Methode und wird zu jedem Bilanzstichtag prospektiv festgestellt. Derivative Finanzinstrumente werden nach der Mark-to-Market-Methode bewertet. Zur Refinanzierung ausländischer Tochtergesellschaften werden Fremdwährungsdarlehen in lokaler Währung vergeben. Das aus Konzernsicht resultierende Währungsrisiko aus Tilgungs- und Zinszahlungen wird über Devisentermingeschäfte abgesichert. Die routinemäßige Beschaffung von Waren des operativen Geschäfts in Fremdwährung wird für einen bestimmten Zeitraum im Voraus geplant. Die sich aus diesen mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen ergebende Nettofremdwährungsposition wird im Rahmen von Portfolio-Hedges ebenfalls gegen Währungsrisiken abgesichert. Für den Produktionsprozess benötigte Rohstoffe für abgeschlossene Absatzgeschäfte werden über physische Lieferkontrakte auf Termin beschafft. Soweit die Lieferkontrakte variable Preise aufweisen, werden zur Vermeidung von Preisrisiken aus diesen Geschäften Commodity Swaps eingesetzt. Dabei handelt es sich überwiegend um Portfolio- Hedges mit Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. Im Rahmen von Verbriefungstransaktionen emittierten Zweckgesellschaften variabel verzinste Anleihen zur Refinanzierung eines festverzinslichen Kreditportfolios. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos wurden amortisierende Zinsswaps mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Jahren als Micro-Hedge abgeschlossen. Zinsswaps werden zudem zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken im Rahmen der Bankbuchsteuerung eingesetzt. Dabei handelt es sich um Portfolio-Hedges mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Jahren. Sowohl bei den Micro- als auch Portfolio-Hedges werden die Grundgeschäfte überwiegend zu 100 % abgesichert. Bei der Bankbuchsteuerung erfolgt lediglich eine anteilige Absicherung. Die nachfolgend genannten Grundgeschäfte sind in Bewertungseinheiten einbezogen:
Neuss, 18. April 2023 Wilh. Werhahn KG Paolo Dell'Antonio Alexander Boldyreff Stephan Kühne Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Wilh. Werhahn KG, Neuss Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Wilh. Werhahn KG, Neuss, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Wilh. Werhahn KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 14 PubIG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PubIG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 14 PubIG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 18. April 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Uwe Rittmann, Wirtschaftsprüfer ppa. Christa Mommsen, Wirtschaftsprüferin |
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