Rome HoldCo GmbHLiquidiert

85748 Garching bei München, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 238954
Vorher
Blitz 18-362 GmbH
Eingetragen
13.2.2018
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Erwerb, das Halten, Verwaltung und die Veräußerung von Beteiligungen und beteiligungsähnlichen Rechten an anderen inländischen und ausländischen Personenund Kapitalgesellschaften sowie die Erbringung von Dienstleistungen für Konzerngesellschaften.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Josef Wildgruber
seit 18.5.2018
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Rome HoldCo GmbH

München

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Rome HoldCo GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Rome HoldCo GmbH, Garching, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Rome HoldCo GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Wir haben die lageberichtsfremden Angaben im Abschnitt 1.1 Geschäftstätigkeit der BBS Automation Gruppe, die als solche im Konzernlagebericht bezeichnet und als nicht in die inhaltliche Prüfung einbezogen gekennzeichnet wurden, nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten im Konzernlagebericht als nicht in die inhaltliche Prüfung einbezogen gekennzeichneten lageberichtsfremden Angaben.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Konzernlagebericht als solche gekennzeichneten lageberichtsfremden Angaben.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 20. Mai 2022

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christ, Wirtschaftsprüfer

Timphaus-Möller, Wirtschaftsprüferin

Inhaltsverzeichnis

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER ROME HOLDCO GMBH, GARCHING,

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG DER ROME HOLDCO GMBH, GARCHING,

KONZERN-BILANZ DER ROME HOLDCO GMBH, GARCHING,

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG DER ROME HOLDCO GMBH, GARCHING,

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG DER ROME HOLDCO GMBH, GARCHING,

KONZERNANHANG ZUM 31. DEZEMBER 2021

I. ALLGEMEINE UNTERNEHMENSINFORMATIONEN

II. ERLÄUTERUNGEN ZU GRUNDLAGEN UND METHODEN DES KONZERNABSCHLUSSES

III. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. UMSATZERLÖSE

2. ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN

3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

4. MATERIALAUFWAND

5. PERSONALAUFWAND

6. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

7. ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNGEN

8. FINANZERGEBNIS

9. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG

V. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

10. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

I. GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT

II. SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE III. WERTMINDERUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTES UND IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE MIT UNBESTIMMTER NUTZUNGSDAUER

11. SACHANLAGEN

12. LEASING

13. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

14. ÜBRIGE FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

15. LATENTE STEUERANSPRÜCHE UND STEUERSCHULDEN

16. VORRÄTE

17. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

18. VERTRAGSVERMÖGENSWERTE UND VERTRAGSVERBINDLICHKEITEN

19. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

20. EIGENKAPITAL

21. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN (LANG- UND KURZFRISTIG)

22. DARLEHENSVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN

23. DARLEHENSVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER GESELLSCHAFTERN

24. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

25. ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN

26. ERTRAGSTEUERFORDERUNGEN UND ERTRAGSTEUERSCHULDEN

27. UNTERNEHMENSERWERBE

28. KAPITALFLUSSRECHNUNG

29. RISIKOMANAGEMENT UND EINSATZ VON DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTEN

VI. SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN

30. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

31. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

32. ORGANE DER GESELLSCHAFT

33. AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG

34. BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

35. RECHTSSTREITIGKEITEN UND SCHADENERSATZANSPRÜCHE

36. HONORARE FÜR DIE ABSCHLUSSPRÜFER

37. ANTEILSBESITZLISTE

38. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Abkürzungsverzeichnis

AG Aktiengesellschaft
CNY Renminbi Yuan
Co. Company
EBIT Earnings before interest and taxes (Ergebnis vor Zinsen und Steuern)
EBITDA Earnings before interest, taxes, depreciation and amortization (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen)
ECL Expected Credit Loss
EU Europäische Union
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
HGB Handelsgesetzbuch
IAS International Accounting Standard
IASB International Accounting Standards Board
IFRIC International Financial Reporting Interpretations Committee
IFRS International Financial Reporting Standards
Inc. Incorporated
INR Indische Rupie
Ltd. Limited
Mio. Millionen
MYR Malaysischer Ringgit
NAFTA North American Free Trade Agreement / Nordamerikanisches Freihandelsabkommen
Nr. Nummer
PLN Polnischer Zloty
Sdn. Sendirian Berhad (malaysische GmbH)
SIC Standing Interpretations Committee
S.r.l. Societä a responsabilitä limitata (italienische GmbH)
Sp.z.o.o. Spółka z ograniczoną odpowiedzialnością (polnische GmbH)
s.r.o. společnost s ručením omezeným (slowakische GmbH)
TEUR Tausend Euro
USA United States of America (Vereinigte Staaten von Amerika)
USD United States Dollar

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Anhang Nr. 01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Umsatzerlöse 1 145.351 137.571
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Leistungen 2.271 472
Andere aktivierte Eigenleistungen 2 1.318 1.444
Sonstige betriebliche Erträge 3 24.679 3.192
Materialaufwand 4 -85.045 -74.249
Personalaufwand 5 -52.269 -45.409
Sonstige betriebliche Aufwendungen 6 -21.271 -14.628
EBITDA 15.034 8.393
Abschreibungen 7/10/11/12 -12.953 -12.441
Wertminderungen 7 / 10 -897 0
EBIT 1.184 -4.048
Zinsen und ähnliche Erträge 8 95 166
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 8 -10.255 -9.525
Finanzergebnis 8 -10.160 -9.359
Ergebnis vor Steuern (EBT) -8.976 -13.407
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 9 1.431 2.773
Konzernjahresergebnis -7.545 -10.634
Anteile der Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH am Konzernjahresergebnis -7.545 -10.634

Konzern-Gesamtergebnisrechnung der Rome HoldCo GmbH, Garching, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Anhang Nr. 01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Konzernjahresergebnis 20 -7.545 -10.634
Sonstiges Ergebnis
Posten, die später in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 3.127 -1.610
Summe der Posten, die später in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 3.127 -1.610
Sonstiges Ergebnis 20 3.127 -1.610
Anteile der Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH am Sonstigen Ergebnis 3.127 -1.610
Konzerngesamtergebnis 20 -4.418 -12.224
Anteile der Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH am Konzerngesamtergebnis -4.418 -12.224

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2021

VERMÖGENSWERTE Anhang Nr. 31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwert 10 148.981 148.423
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 61.941 69.134
Sachanlagen 11 5.546 6.096
Leasingnutzungsrechte 12 9.459 10.698
Finanzielle Vermögenswerte 13 5 5
Latente Steueransprüche 15 29.375 25.681
Summe langfristige Vermögenswerte 255.307 260.037
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 16 12.087 8.402
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17 45.376 28.598
Vertragsvermögenswerte 18 48.893 41.965
Finanzielle Vermögenswerte 13 278 0
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 14 22.886 3.446
Ertragsteueransprüche 26 107 575
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 19 17.906 6.910
Summe kurzfristige Vermögenswerte 147.533 89.896
Summe VERMÖGENSWERTE 402.840 349.933
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN Anhang Nr. 31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
EIGENKAPITAL
Kapital und Rücklagen
Gezeichnetes Kapital 20 238 238
Kapitalrücklage 20 117.754 117.754
Eigenkapitalanteil des Gesellschafterdarlehens 20 9.811 9.811
Übriges kumuliertes Eigenkapital 20 1.988 -1.139
Bilanzverlust 20 -35.501 -27.956
94.290 98.708
Summe Eigenkapital 94.290 98.708
SCHULDEN
Langfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 21 373 216
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 22 58.658 58.308
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 23 107.218 102.838
Leasingverbindlichkeiten 12 6.812 7.780
Übrige Verbindlichkeiten 25 672 555
Latente Steuerschulden 15 32.713 32.670
Summe langfristige Schulden 206.446 202.367
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 21 5.151 2.013
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 22 25.341 2.437
Leasingverbindlichkeiten 12 3.177 3.043
Finanzielle Verbindlichkeiten 13 0 47
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24 32.804 18.228
Vertragsverbindlichkeiten 18 16.813 6.122
Übrige Verbindlichkeiten 25 18.238 16.163
Ertragssteuerschulden 26 580 805
Summe kurzfristige Schulden 102.104 48.858
Summe Schulden 308.550 251.225
Summe EIGENKAPITAL und SCHULDEN 402.840 349.933

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung der Rome HoldCo GmbH, Garching, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Anhang Nr. Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigenkapitalanteil des Gesellschafterdarlehens
TEUR TEUR TEUR
Stand am 01.01.2020 238 117.754 9.811
Konzernjahresergebnis 20 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 20 0 0 0
Konzerngesamtergebnis 0 0 0
Stand am 31.12.2020 238 117.754 9.811
Stand am 01.01.2021 238 117.754 9.811
Konzernjahresergebnis 20 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 20 0 0 0
Konzerngesamtergebnis 0 0 0
Stand am 31.12.2021 238 117.754 9.811
Übriges kumuliertes Eigenkapital Bilanzverlust Anteile der Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH Eigenkapital gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand am 01.01.2020 471 -17.322 110.952 110.952
Konzernjahresergebnis 0 -10.634 -10.634 -10.634
Sonstiges Ergebnis -1.610 0 -1.610 -1.610
Konzerngesamtergebnis -1.610 -10.634 -12.244 -12.244
Stand am 31.12.2020 -1.139 -27.956 98.708 98.708
Stand am 01.01.2021 -1.139 -27.956 98.708 98.708
Konzernjahresergebnis 0 -7.545 -7.545 -7.545
Sonstiges Ergebnis 3.127 0 3.127 3.127
Konzerngesamtergebnis 3.127 -7.545 -4.418 -4.418
Stand am 31.12.2021 1.988 -35.501 94.290 94.290

Konzern-Kapitalflussrechnung der Rome HoldCo GmbH, Garching, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

TEUR Anhang Nr. 01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Konzernjahresergebnis 28 -7.545 -10.634
Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Nutzungsrechte 7 13.850 12.441
Gewinn (-) / Verlust (+) aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten 58 57
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge (-) und Aufwendungen (+) 28 -12.723 2.330
Veränderung derivativer Finanzinstrumente -324 119
Finanzergebnis 8 10.160 9.359
Ertragsteuern 9 -1.431 -2.773
Zahlungen aus Ertragsteuern -1.826 -3.678
Zunahme (-) der Vorräte -3.085 -397
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte -18.032 12.821
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten 28.196 -7.007
Abnahme (-) der Sonstigen Rückstellungen 21 -449 -887
Veränderung der sonstigen Bilanzpositionen -2.310 407
Mittelzufluss (+) aus laufender Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 28 4.539 12.165
Auszahlungen für Investitionen des Anlagevermögens -2.325 -3.026
Einzahlungen aus dem Verkauf von Anlagevermögen 86 67
Auszahlungen für Unternehmenserwerbe (abzüglich erworbener Zahlungsmittel) 28 -4.000 0
Auszahlung Darlehen an nahestehende Unternehmen 14/34 -3.471 0
Veränderung von kurzfristigen Geldanlagen 0 3.849
Erhaltene Zinsen aus kurzfristigen Geldanlagen 85 166
Mittelabfluss (-) / Mittelzufluss (+) aus Investitionstätigkeit 28 -9.625 1.056
Free Cashflow -5.086 13.212
Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehensverbindlichkeiten (abzüglich Transaktionskosten) 28 12.172 311
Auszahlungen für die Rückführung von Darlehensverbindlichkeiten 28 -866 -4.180
Ein- / Auszahlungen aus kurzfristigen Finanzierungslinien 28 10.483 -13.250
Zinszahlung Gesellschafterdarlehen 28 0 -56
Rückführung von Leasingverbindlichkeiten -3.058 -2.916
Gezahlte Zinsen -3.845 -3.496
Mittelzufluss (+) / Mittelabfluss (-) aus Finanzierungstätigkeit 28 14.886 -23.586
Nettoabnahme (-)/-zunahme (+) von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 28 9.800 -10.374
Finanzmittelfonds am Beginn der Periode (zum Stichtagskurs des Vorjahres) 28 6.910 17.828
Veränderungen durch Wechselkursänderungen -1.196 544
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 28 17.906 6.910
Nettoabnahme (-) /-zunahme (+) von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 28 9.800 -10.374

Konzernanhang zum 31. Dezember 2021

I. Allgemeine Unternehmensinformationen

Die in Deutschland gegründete Rome HoldCo GmbH hat ihren Sitz in 85748 Garching bei München, Parkring 22, und ist dort beim Amtsgericht im Handelsregister seit dem 13. Februar 2018 anhand der Satzung vom 11. Mai 2018 unter der Nummer HRB 238954 eingetragen. Die Gesellschaft ist die oberste Muttergesellschaft der BBS Automation Gruppe. Die Rome HoldCo GmbH ist das höchste Unternehmen, welches einen Konzernabschluss für die BBS Automation Gruppe aufstellt. Die Gesellschafterstruktur stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Rome TopCo B.V. (63,58 %)

World Trading Innovation WTI GmbH (15,99 %)

Behr Holding GmbH (11,58 %)

BBS Managementbeteiligungs GmbH & Co. KG (8,85 %).

Gegenstand dieses Konzernabschlusses sind die Rome HoldCo GmbH und deren Tochterunternehmen. Die Rome HoldCo GmbH ist das Mutterunternehmen der BBS Automation Gruppe und stellt diesen IFRS Konzernabschluss auf.

Der Konzernabschluss wurde durch die Geschäftsführung am 20. Mai 2022 aufgestellt.

Die BBS Automation Gruppe ist eine international tätige Unternehmensgruppe in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau. Das operative Geschäft umfasst alle Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Planung, Konstruktion und dem Bau von Montage-, Prüf- und Fertigungsanlagen für Kunden aus den unterschiedlichsten Industriebereichen wie Automobil, Konsumgüter, Elektrik und Elektronik, Medizintechnik und Pharma.

II. Erläuterungen zu Grundlagen und Methoden des Konzernabschlusses

Grundlagen der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss der Rome HoldCo GmbH wurde nach den Vorschriften des International Accounting Standards Board (IASB), London, in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Die Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (vormals IFRIC und SIC) wurden dabei angewendet. Der Konzernabschluss steht im Einklang mit den Richtlinien der Europäischen Union zur Konzernrechnungslegung (Richtlinie 83/349/EWG). Zur Erzielung der Gleichwertigkeit mit einem nach dem Handelsgesetzbuch aufgestellten Konzernabschluss sind sämtliche über die Vorschriften des IASB hinausgehenden Angaben und Erläuterungen nach § 315e Handelsgesetzbuch (HGB) gemacht worden. Der Konzernabschluss entspricht in der vorliegenden Fassung der Vorschrift des § 315e HGB; diese Vorschrift bildet die Rechtsgrundlage für die Konzernrechnungslegung nach internationalen Standards in Deutschland zusammen mit der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002, betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards.

Es wurden diejenigen Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU zum 31. Dezember 2021 zwingend anzuwenden waren, angewandt. Von einer vorzeitigen Anwendung noch nicht verpflichtend per 31. Dezember 2021 anzuwendender Standards wurde abgesehen. Diese Vorgehensweise führt zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BBS Automation Gruppe.

Der Konzernabschluss ist in Euro (EUR) dargestellt, der funktionalen Währung der Muttergesellschaft Rome HoldCo GmbH. Aus Gründen der Übersichtlichkeit erfolgen die Zahlenangaben im Konzernabschluss, sofern nicht anders angegeben, in Tausend Euro (TEUR). Sämtliche Werte wurden entsprechend kaufmännischer Rundung auf TEUR auf- oder abgerundet, so dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe addieren müssen.

STANDARDS, INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN ZU VERÖFFENTLICHTEN STANDARDS, DIE IM GESCHÄFTSJAHR 2021 ERSTMALIG ANGEWENDET WURDEN

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2021 waren folgende durch das IASB überarbeitete bzw. neu herausgegebene Standards und Interpretationen verpflichtend neu anzuwenden:

IFRS 4

IFRS 4 findet innerhalb der BBS Automation Gruppe keine Anwendung.

Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 (IBOR-Reform Phase 2)

Die Änderungen sollen die Bilanzierenden dabei unterstützen, nützliche Informationen bei den anstehenden Umstellungen im Zusammenhang mit der IBOR-Reform zur Verfügung stellen zu können. Sie ergänzen die Vorgaben der ersten Phase des Projekts und setzen grundsätzlich bei dem Ersatz eines Referenzzinssatzes durch einen anderen Referenzzins an. Infolge der IBOR Benchmark Reform [EU Benchmark-Verordnung (BMV) 2016/1011] werden auf IBOR basierte Kreditverträge (und auch Derivate) auf sogenannte "risk free rates" (RFR) umgestellt. Der EURIBOR wurde bereits im November 2019 BMV-konform reformiert und wird zunächst weiterhin als Referenzzinssatz genutzt, so dass es bei entsprechenden EURIBOR Finanzierungen (und ggf. bestehenden Sicherungsinstrumenten) nicht zu Anpassungen kommt. Die auf EURIBOR lautenden Finanzierungen sind unter Anhangsangabe 22 aufgeführt. Die erstmalige Anwendung dieser Änderungen hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BBS Automation Gruppe.

Änderungen an IFRS 16

Infolge des Auftretens der COVID-19-Pandemie hat das IASB am 28. Mai 2020 Änderungen an IFRS 16 Leasingverhältnisse herausgegeben, um Leasingnehmern die Bilanzierung von Zugeständnissen, wie Stundung der Mietraten oder Mietpreisnachlässe, zu erleichtern, die im direkten Zusammenhang mit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie gewährt werden. Die Änderungen traten in Kraft für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Juni 2020 begannen. Zum aktuellen Zeitpunkt ist ein solcher Sachverhalt in der BBS Automation Gruppe nicht gegeben.

Folglich hatte die erstmalige Anwendung keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BBS Automation Gruppe.

Standards, Interpretationen und Änderungen zu veröffentlichten Standards, die noch nicht zwingend anwendbar sind

Folgende Standards, Änderungen zu Standards und Interpretationen wurden bereits verabschiedet, sind jedoch verpflichtend erst in Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen, anzuwenden. Die BBS Automation Gruppe wird diese ab dem 1. Januar 2022 oder einem eventuell später vorgeschriebenen Datum anwenden und hat die voraussichtlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der einzelnen Standards, Änderungen zu Standards und Interpretationen eingeschätzt, sofern diese Abschätzung bereits möglich war.

Standards Änderung betrifft Anwendungspflicht ab Übernahme durch EU-Kommission
IFRS 16 Verlängerung der COVID-19-Erleichterungen über den 30. Juni 2021 01.04.2021 Ja
Diverse Jährliches Verbesserungsprojekt 2018 - 2020 01.01.2022 Ja
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse
IAS 16 Sachanlagen 01.01.2022 Ja
IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2023 Ja
IAS 1 Klassifizierung von Schulden in kurz- und langfristig 01.01.2023 Nein
IAS 1 Angaben zu Rechnungslegungsmethoden 01.01.2023 Ja
IAS 8 Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 01.01.2023 Ja
IAS 12 Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen 01.01.2023 Nein

Als Reaktion auf die anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie hat das IASB im März 2021 IFRS 16 "Leasingverhältnisse" geändert, um eine einjährige Verlängerung der praktischen Erleichterung zu ermöglichen, die Leasingnehmer bei der Bilanzierung von COVID-19-bezogenen Mietkonzessionen unterstützt. Die Erleichterungen waren ursprünglich nur bis zum 30. Juni 2021 anwendbar. Zum aktuellen Zeitpunkt ist ein solcher Sachverhalt in der BBS Automation Gruppe nicht gegeben. Folglich wurde die Erleichterung nicht in Anspruch genommen.

Der IASB hat am 14. Mai 2020 Jährliche Verbesserungen an den IFRS 2018-2020 herausgegeben und folgende Standards geändert:

IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards mit besonderen Vorgaben für die Bilanzierung bei Tochterunternehmen.

IFRS 9 Finanzinstrumente mit Änderungen im '10 %-Test' in Bezug auf die Ausbuchung von finanziellen Verbindlichkeiten. Ein Unternehmen berücksichtig im '10 %-Test' nur Gebühren, die zwischen dem Unternehmen (dem Kreditnehmer) und dem Kreditgeber gezahlt oder erhalten wurden, einschließlich Gebühren, die entweder von dem Unternehmen oder dem Kreditgeber im Namen des anderen gezahlt oder erhalten wurden.

IFRS 16 mit Klarstellungen zur Bilanzierung von Leasinganreizen.

IAS 41 Landwirtschaft.

Aus der erstmaligen Anwendung dieser Änderungen erwartet die BBS Automation Gruppe keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Der IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse wird durch die Änderungen wird IFRS 3 dahingehend aktualisiert, dass sich die Verweise nunmehr auf das aktuelle Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung 2018 beziehen. Die Änderungen enthalten auch das Erfordernis, dass ein Erwerber bei Verpflichtungen, die in den Anwendungsbereich von IAS 37 fallen, IAS 37 anwendet, um festzustellen, ob zum Erwerbszeitpunkt eine gegenwärtige Verpflichtung aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit besteht. Bei einer Abgabe, die in den Anwendungsbereich von IFRIC 21 fällt, wendet der Erwerber IFRIC 21 an, um zu bestimmen, ob das verpflichtende Ereignis, das zu einer Verpflichtung zur Zahlung der Abgabe führt, bis zum Erwerbszeitpunkt eingetreten ist. Schließlich fügen die Änderungen eine ausdrückliche Klarstellung hinzu, dass ein Erwerber die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen Eventualforderungen nicht ansetzen darf.

Die Änderungen an IAS 16 Sachanlagen führen dazu, dass verboten wird, von den Kosten einer Sachanlage die Einnahmen abzuziehen, die aus der Veräußerung von Artikeln entstehen, die produziert werden, während diese an den Ort und in den Zustand gebracht wird, die notwendig sind, um sie in der von der Unternehmensführung beabsichtigen Weise zu nutzen. Stattdessen erfasst ein Unternehmen die Einnahmen aus derartigen Veräußerungen und die Kosten für die Produktion dieser Artikel im Betriebsergebnis.

Mit den Änderungen an IAS 37 Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen wird festgelegt, dass die "Kosten der Vertragserfüllung" sich aus den "Kosten, die sich direkt auf den Vertrag beziehen" zusammensetzen. Bei den Kosten, die sich direkt auf einen Vertrag beziehen, kann es sich entweder um zusätzliche Kosten für die Erfüllung dieses Vertrages handeln (Beispiele wären direkte Arbeitskosten, Materialien) oder um eine Zuweisung anderer Kosten, die sich direkt auf die Erfüllung von Verträgen beziehen (ein Beispiel wäre die Zuweisung der Abschreibungskosten für einen Posten des Sachanlagevermögens, der bei der Erfüllung des Vertrages verwendet wird).

Aus den Änderungen an IFRS 3, IAS 16 und IAS 37 ergeben sich voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der BBS Automation Gruppe.

IFRS 17 Versicherungsverträge ist für die BBS Automation Gruppe nicht relevant.

Die weiteren Änderungen an IAS 1 stellen klar, dass die Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig auf den Rechten basieren muss, die zum Bilanzstichtag vorliegen, und dass die Klassifizierung nicht von den Erwartungen in Bezug darauf abhängt, ob das Unternehmen von seinem Recht Gebrauch macht, die Erfüllung einer Verpflichtung aufzuschieben. Die Klarstellung wird voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Klassifizierung der Fristigkeiten von Schulden der BBS Automation Gruppe haben.

Im Februar 2021 hat das IASB weitere Änderungen an IAS 1 und IAS 8 herausgegeben. Die Änderungen an IAS 1 stellen klar, dass lediglich die "wesentlichen" und unternehmensspezifischen Rechnungslegungsmethoden im Anhang dargestellt werden sollen und nicht standardisierte Ausführungen gegeben werden müssen. Die Änderung an IAS 8 betrifft die Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und stellt klar, wie Unternehmen Änderungen von Rechnungslegungsmethoden besser von Schätzungsänderungen abgrenzen können. Beide Änderungen treten in Kraft für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Die Änderungen könnten den Umfang an rechnungslegungsbezogenen Ausführungen im Konzernanhang der BBS Automation Gruppe verkürzen. Die BBS wird sich rechtzeitig mit diesen Änderungen auseinandersetzen.

Die Änderungen an IAS 12 Ertragsteuern beseitigen die "initial recognition exemption" für solche Transaktionen, in denen beim erstmaligen Ansatz sowohl abziehbare als auch steuerbare temporäre Differenzen in gleicher Höhe entstehen, auch wenn die sonstigen bisher schon gültigen Voraussetzungen erfüllt sind. Es handelt sich somit um eine Rückausnahme von der "initial recognition exemption" für eng umrissene Fälle. Die BBS Automation Gruppe hat noch nicht untersucht, ob diese Änderung Auswirkungen auf die aktuelle Bilanzierung haben wird, und wird sich rechtzeitig damit auseinandersetzen.

Die im Folgenden dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden kamen bei der Erstellung des Konzernabschlusses zur Anwendung.

Konsolidierungskreis/Anteilsbesitz

In den Konzernabschluss sind neben der Rome HoldCo GmbH zwei inländische und elf ausländische Tochterunternehmen einbezogen, bei denen der Rome HoldCo GmbH unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht:

Name, Sitz Anteil am Kapital in % Währung Gezeichnetes Kapital in Landeswährung in Tausend
BBS Automation GmbH, Garching / Deutschland 100 / direkt EUR 25
BBS Automation Blaichach GmbH, Blaichach / Deutschland 100 / indirekt EUR 1.000
BBS Automation Chicago Inc., Bartlett / USA 100 / indirekt USD 0
BBS Automation Penang Sdn. Bhd., Penang / Malaysia 100 / indirekt MYR 16.130
BBS Automation (Suzhou) Co. Ltd., Suzhou / China 100 / indirekt CNY 34.627
BBS Automation Tianjin Co. Ltd., Tianjin / China 100 / indirekt CNY 10.000
ANT Sp. z.o.o., Krakau / Polen 100 / indirekt PLN 636
BBS Automation Lipany s.r.o., Lipany / Slowakei 100 / indirekt EUR 5
BBS Winding S.r.l., Poggibonsi / Italien 100 / indirekt EUR 46
BBS (China) Automation Co., Ltd., Kunshan / China 100 / indirekt CNY 194.481
BBS Automation (Kunshan) Co., Ltd., Kunshan / China 100 / indirekt CNY 34.800
ReaLead Intelligent Technology (Kunshan) Co., Ltd., Kunshan / China 100 / indirekt CNY 10.000
BBS Automation India Private Ltd., Pune / Indien 100 / indirekt INR 10.000

Die BBS Automation (Tianjin) Co. Ltd., Tianjin / China wurde im Geschäftsjahr 2021 liquidiert.

Die BBS Automation (Kunshan) Co., Ltd., die ReaLead Intelligent Technology (Kunshan) Co., Ltd. und die Kunshan ReaLead Software Technology Co., Ltd. wurden durch Erwerb am 14. Oktober 2019 in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 besaß die BBS-Gruppe rechtlich lediglich 51% an dem Unternehmen. Die Übertragung der restlichen Anteile erfolgte im ersten Halbjahr 2021. Die Kunshan ReaLead Software Technology Co., Ltd. wurde mit Wirkung zum 30. April 2021 auf die BBS Automation (Kunshan) Co. verschmolzen.

Die BBS Automation India Private Ltd., Pune / Indien wurde am 24. Mai 2020 durch die BBS Automation GmbH gegründet.

Die BBS (Kunshan) Investment Co., Ltd., Kunshan / China wurde im Geschäftsjahr 2021 umfirmiert in BBS (China) Automation Co., Ltd.

Konsolidierungsgrundsätze

Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, welche die Rome HoldCo GmbH mittelbar oder unmittelbar beherrscht. Die Rome HoldCo GmbH beherrscht ein Unternehmen dann, wenn sie schwankenden Renditen aus ihrem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Unternehmen beeinflussen kann. Tochterunternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen, zu welchem die Beherrschung auf den Konzern übergegangen ist (Vollkonsolidierung). Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, zu dem die Beherrschung endet.

Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden gemäß IFRS 10 nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsatzerlöse, Aufwendungen und Erträge sowie zwischen konsolidierten Tochterunternehmen bestehende Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert. Sofern die Voraussetzungen für eine Konsolidierung von Drittschuldverhältnissen vorliegen, wird hiervon Gebrauch gemacht. Zwischengewinne werden eliminiert. Auf temporäre Unterschiede aus Konsolidierungsmaßnahmen werden die nach IAS 12 (Ertragsteuern) erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung der Tochterunternehmen erfolgt nach IFRS 10 (Konzernabschlüsse) in Verbindung mit IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse) durch Verrechnung des Beteiligungsbuchwertes mit dem neu bewerteten Eigenkapital des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbes (Erwerbsmethode) bzw. mit dem satzungsmäßigen Eigenkapital bei Neugründungen.

Unternehmenserwerbe

Die BBS Automation Gruppe wendet die Erwerbsmethode zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen an. Die übertragene Gegenleistung entspricht dem beizulegenden Zeitwert der übertragenen Vermögenswerte, der übernommenen Schulden und den ausgegebenen Eigenkapitalanteilen im Erwerbszeitpunkt. Anschaffungsnebenkosten werden als Aufwand erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.

Der Überschuss der übertragenen Gegenleistung über den Saldo der zum Erwerbszeitpunkt bestehenden zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Ist die übertragene Gegenleistung geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag nach nochmaliger Überprüfung direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Währungsumrechnung

Die Aufstellungswährung und gleichzeitig die funktionale Währung der BBS Automation Gruppe ist der Euro (EUR). In den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen, die in Euro geführt werden, werden Geschäftsvorfälle in fremder Währung mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung bewertet. Bis zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne und Kursverluste aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten bzw. Schulden wird Rechnung getragen. Gewinne und Verluste aus Kursänderungen werden erfolgswirksam im sonstigen betrieblichen Ertrag bzw. Aufwand berücksichtigt.

Die Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften werden in die Berichtswährung der BBS Automation Gruppe umgerechnet. Ihre funktionale Währung ist die jeweilige Landeswährung. Vermögenswerte und Schulden ausländischer Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, rechnet die BBS Automation Gruppe zum Stichtagskurs (Devisenkassamittelkurs) am Periodenende um. Aufwendungen, Erträge und das Ergebnis werden hingegen zu Durchschnittskursen umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen wurden als eigener Posten im Eigenkapital erfasst. Die Posten der Konzern-Kapitalflussrechnung werden zu Durchschnittskursen, die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente hingegen zum Stichtagskurs (Devisenkassamittelkurs) am Ende der Periode umgerechnet.

Die für die Währungsumrechnung zu Grunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Stichtagskurs *) Durchschnittskurs *)
31.12.2021 31.12.2020 01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
USA USD 1,1334 1,2271 1,2109 1,1744
China CNY 7,2230 8,0225 7,7096 7,9936
Malaysia MYR 4,7336 4,9340 4,9346 4,7527
Polen PLN 4,5960 4,5597 4,9102 4,8375
Indien INR 84,2575 --- 78,1027 ---

* Gegenwert für EUR 1

III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden grundsätzlich stetig angewendet. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wird grundsätzlich von der Unternehmensfortführung ausgegangen.

Anlagevermögen und Abschreibungen

• Geschäfts- oder Firmenwert

Der im Rahmen eines Unternehmenserwerbs anfallende Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) stellt den Überschuss der Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs über den Anteil des Konzerns am beizulegenden Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden eines Tochterunternehmens dar. Die in der BBS Automation Gruppe bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse nicht planmäßig abgeschrieben. Stattdessen werden sie gemäß IAS 36 Wertminderungen von Vermögenswerten einem mindestens jährlichen (und zusätzlich auch bei Vorliegen eines entsprechenden Anhaltspunktes häufiger durchgeführten) Wertminderungstest unterzogen und gegebenenfalls auf ihren erzielbaren Betrag abgewertet. Jede Wertminderung wird sofort erfolgswirksam erfasst. Eine spätere Wertaufholung findet nicht statt. Der Goodwill wird zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten verteilt. Die Verteilung erfolgt auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, von welchen erwartet wird, dass sie aus dem zu Grunde liegenden Unternehmenszusammenschluss einen Nutzen ziehen werden.

• Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Sonstige immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt.

Für die Folgebewertung der immateriellen Vermögenswerte wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbegrenzter Nutzungsdauer unterschieden.

Alle immateriellen Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer werden planmäßig linear abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen liegen konzerneinheitlich folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde:

• Konzessionen, Rechte, Lizenzen: 3 bis 5 Jahre oder ggf. kürzere Vertragslaufzeit
• Software (inkl. selbst erstellte): 3 bis 5 Jahre
• Kundenstamm: 4 bis 8 Jahre
• Auftragsbestand: 1 bis 1,5 Jahre
• Technologien: 3 bis 5 Jahre
• Markenrechte: 5 Jahre / Unbestimmte Nutzungsdauer.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahin gehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbegrenzten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbegrenzten zu einer begrenzten Nutzungsdauer prospektiv vorgenommen. Im Berichtszeitraum bestehen immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer über Markenrechte.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte umfassen eigen entwickelte Software. Kosten, die mit dem Betrieb oder der Aufrechterhaltung von Software verbunden sind, werden im Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand erfasst. Kosten, die direkt mit der Herstellung identifizierbarer einzelner in der Verfügungsmacht des Konzerns stehender Softwareprodukte anfallen, werden als immaterieller Vermögenswert angesetzt, sofern es als wahrscheinlich betrachtet wird, dass der immaterielle Vermögenswert einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielt, technisch durchführbar ist und die Kosten verlässlich ermittelt werden können.

Die direkt zurechenbaren Kosten umfassen unter anderem die Personalkosten für die an der Entwicklung beteiligten Mitarbeiter sowie weitere der Softwareentwicklung direkt zurechenbare Kosten.

Finanzierungskosten werden als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert, wenn die Voraussetzungen für eine Aktivierung erfüllt sind.

Wird eine Wertminderung erkannt, die über die regelmäßige Abschreibung hinausgeht, wird auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben.

• Sachanlagen

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, sind mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Wesentliche Komponenten einer Sachanlage werden einzeln angesetzt und abgeschrieben. Nachträgliche Anschaffungskosten werden nur dann als Teil der Anschaffungskosten des Vermögenswertes berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass daraus dem Konzern zukünftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig ermittelt werden können. Alle anderen Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind. Finanzierungskosten werden als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert, wenn die Voraussetzungen für eine Aktivierung erfüllt sind.

Grundstücke werden nicht abgeschrieben. Bei allen weiteren Vermögenswerten erfolgt die Abschreibung linear, wobei die Anschaffungskosten über die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte wie folgt abgeschrieben werden:

• Gebäude: 25 bis 40 Jahre
• Betriebseinrichtungen, technische Anlagen und Maschinen: 5 bis 25 Jahre
• Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 bis 10 Jahre
• Fahrzeuge: 4 bis 6 Jahre.

Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswertes seinen geschätzten erzielbaren Betrag, so wird er sofort auf letzteren abgeschrieben. Gewinne und Verluste aus den Abgängen von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens werden als Unterschiedsbetrag zwischen den Veräußerungserlösen und dem Restbuchwert ermittelt und erfolgswirksam erfasst.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, sind als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts zu aktivieren. Andere Fremdkapitalkosten sind in der Periode ihres Anfalls als Aufwand zu erfassen. Bei der Bestimmung der zu aktivierenden Fremdkapitalkosten werden etwaige Anlageerträge aus der vorübergehenden Zwischenanlage dieser Mittel abgezogen. Im Betrachtungszeitraum kam es zu keiner zusätzlichen Aktivierung von Fremdkapitalkosten als Anschaffungskosten von Sachanlagen oder immateriellen Vermögenswerten. Andere Fremdkapitalkosten werden in der Periode ihres Anfalls als Aufwand erfasst.

Leasing

Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn dem Leasingnehmer vom Leasinggeber vertraglich das Recht zur Beherrschung eines identifizierten Vermögenswertes für einen festgelegten Zeitraum eingeräumt wird und der Leasinggeber im Gegenzug eine Gegenleistung vom Leasingnehmer erhält.

Grundsätzlich sind in der Bilanz des Leasingnehmers für alle Leasingverhältnisse Vermögenswerte für die erlangten Nutzungsrechte zu aktivieren und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu passivieren. Diese allgemeine Regel wendet die BBS Automation Gruppe nicht auf kurzfristige Leasingverhältnisse (bis zu zwölf Monate Laufzeit), Leasingverträge über Vermögenswerte mit geringerem Wert und Leasingverträge über immaterielle Vermögenswerte an. Diese werden in Ausübung eines Wahlrechtes weiterhin als Aufwand systematisch über die Leasingvertragslaufzeit erfasst. Als Vermögenswerte mit geringem Wert werden kleinere, vornehmlich arbeitsplatzgebundene IT-Geräte, wie Drucker und Kopierer, klassifiziert. Leasingverträge über immaterielle Vermögenswerte werden dahingehend untersucht, ob sich ggfs. eine Aktivierungspflicht nach IAS 38 ergeben könnte.

Als Leasingnehmer setzt die BBS Automation Gruppe die Leasingverbindlichkeiten mit dem Barwert der noch zu leistenden Leasingzahlungen an. Hierbei werden die folgenden Leasingzahlungen in die Berechnung des Barwerts einbezogen:

Fixe Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen, abzgl. etwaiger zu erhaltender Leasinganreize).

Variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind.

Wahrscheinlich zu leistende Zahlungen aus Restwertgarantien.

Wahrscheinlich zu leistende Zahlungen aus der Ausübung einer Kaufoption.

Wahrscheinlich zu leistende Zahlungen bei vorzeitiger Kündigung.

Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nichtausübung von Kündigungsoptionen bieten. Sich aus der Ausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen ergebende Laufzeitänderungen werden nur dann in die Vertragslaufzeit einbezogen, wenn eine Verlängerung oder Nichtausübung einer Kündigungsoption hinreichend sicher ist.

Das zu aktivierende Nutzungsrecht entspricht beim Erstansatz dem Barwert der noch zu leistenden Leasingzahlungen zuzüglich anfänglicher direkter Kosten, Vorauszahlungen und Rückbaukosten sowie abzüglich erhaltener Anreizzahlungen.

Die Leasingverbindlichkeit wird in der Folge nach der Effektivzinsmethode aufgezinst und durch die Leasingzahlungen gemindert. Die eigentlichen Leasingzahlungen werden in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt. Das Nutzungsrecht wird - sofern kein Eigentumsübergang vertraglich vereinbart oder geplant ist - linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben.

In der Bilanz werden die Leasingnutzungsrechte als separater Posten getrennt vom Sachanlagevermögen ausgewiesen.

Bei der Ermittlung der Leasingzahlungen werden Nicht-Leasingkomponenten nicht in die Ermittlung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen, sofern sich eine Separierung direkt aus dem Vertrag ergibt. Enthält der Vertrag keine Separierung dieser Komponenten, werden die Nicht-Leasingkomponenten wie die Leasingkomponenten behandelt.

Der Zinssatz für die Bewertung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten entspricht dem Grenzfremdkapitalzinssatz, soweit nicht implizit im Leasingverhältnis ein Zinssatz angegeben wurde. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes werden Referenzzinssätze aus laufzeitadäquaten risikolosen Zinssätzen, erhöht um Kreditrisikoaufschläge sowie angepasst um eine Länderrisikoprämie, abgeleitet.

Im Betrachtungszeitraum ist die BBS Automation Gruppe nicht als Leasinggeber aufgetreten.

Wertminderung nicht-monetärer Vermögenswerte

Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungsbedarf überprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwertes erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifiziert werden können (zahlungsmittelgenerierende Einheiten).

Bei anschließender Umkehrung einer Wertminderung wird der Buchwert des Vermögenswertes (der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) auf den neu geschätzten erzielbaren Betrag erhöht. Die Erhöhung des Buchwertes ist dabei auf den fortgeführten Wert beschränkt, der bestimmt worden wäre, wenn für den Vermögenswert (der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) in Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine Umkehrung des Wertminderungsaufwandes wird sofort erfolgswirksam erfasst.

Öffentliche Zuwendungen

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass die Zuwendung erfolgen wird und die Unternehmen der BBS Automation Gruppe die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendungen erfüllen. Öffentliche Zuschüsse für Kosten werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Kosten, für deren Kompensation sie gewährt wurden, anfallen. Wurden die Zuwendungen der öffentlichen Hand nicht direkt für entstandene Aufwendungen geleistet, erfolgt der Ausweis innerhalb der Sonstigen betrieblichen Erträge. Investitionszuschüsse wurden in den dargestellten Berichtsperioden nicht gewährt. Sollte es bei der Gewährung staatlich geförderter Darlehen an die BBS Automation Group zu einer Unterverzinslichkeit hinsichtlich der erhaltenen Darlehenskonditionen kommen, wird der Effekt aus der Unterverzinslichkeit barwertig als staatlicher Zuschuss behandelt und der sich daraus ergebende Unterschiedsbetrag des Darlehens wird effektivzinskonstant als Zinsaufwand verteilt.

Laufende Ertragsteuern/Ertragsteuerschulden

Der anzuwendende Ertragsteuersatz berechnet sich auf Basis der Steuergesetze, die am Bilanzstichtag für die Länder gelten, in denen die Tochterunternehmen der Gesellschaft operieren. Für die Ermittlung der laufenden Steuern in Deutschland wird auf ausgeschüttete und einbehaltene Gewinne ein einheitlicher Körperschaftsteuersatz von 15,0 % und darauf ein Solidaritätszuschlag von 5,5 % zu Grunde gelegt. Neben der Körperschaftsteuer wird für in Deutschland erzielte Gewinne eine Gewerbesteuer erhoben. Die Gewerbesteuerbelastung liegt unverändert zum Vorjahr zwischen 11,55 % und 12,97 %. Der von ausländischen Tochtergesellschaften erwirtschaftete Gewinn wird auf der Grundlage des jeweiligen nationalen Steuerrechts ermittelt und mit dem regionalen maßgeblichen Steuersatz versteuert. Der anzuwendende landesspezifische Ertragsteuersatz liegt zwischen 12,5 % und 29,0 % (Vorjahr: 12,5 % bis 27,0 %). Als Konzernsteuersatz wurde derjenige der Rome HoldCo GmbH mit 27,38 % (Vorjahr: 27,38 %) festgelegt. Auf Grundlage dieser Steuervorschriften wird erwarteten Steuerzahlungen durch angemessene und sachgerechte Bildung von Ertragsteuerschulden Rechnung getragen. Das Management der BBS Automation Gruppe überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen vor allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte und bildet, wenn angemessen, Ertragsteuerschulden basierend auf den Beträgen, die erwartungsgemäß an die jeweiligen Finanzbehörden abzuführen sind.

Latente Steuern

Latente Steuern werden gemäß IAS 12 für alle temporären Differenzen zwischen der Steuerbasis der Vermögenswerte/Verbindlichkeiten (tax base) und ihren Buchwerten im IFRS-Konzernabschluss angesetzt (sog. Verbindlichkeiten-Methode). Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Latente Steuerforderungen werden in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet werden kann. Ist der zukünftige steuerliche Vorteil aus Verlustvorträgen mit hinreichender Sicherheit in künftigen Perioden nutzbar, wird hierfür eine latente Steuer aktiviert.

Nach IAS 12.39 sind latente Steuern auf temporäre Unterschiede in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen ("outside basis differences") im Konzernabschluss nur dann anzusetzen, wenn die folgenden Kriterien nicht erfüllt sind:

das Mutterunternehmen, der Anteilseigner oder das Partnerunternehmen ist in der Lage, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenz zu steuern; und

es ist wahrscheinlich, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht auflösen wird.

Die temporäre Differenz löst sich in aller Regel erst bei Verkauf der Gesellschaft auf. Zum aktuellen Zeitpunkt plant die BBS Automation Gruppe keine Unternehmensverkäufe, wäre aber auch in der Lage, den Zeitpunkt des Verkaufs zu steuern. Im Konzernabschluss der BBS Automation werden keine latenten Steuern auf temporäre Unterschiede in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen gebildet.

Latente Steuern, die sich auf direkt im Eigenkapital erfasste Posten beziehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst. Die Veränderungen aller anderen latenten Steueransprüche und Steuerschulden werden erfolgswirksam erfasst. Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht besteht, die laufenden Steueransprüche gegen die laufenden Steuerschulden aufzurechnen, und wenn die latenten Steuern gegen dieselbe Steuerbehörde bestehen.

Vorräte

Die Vorräte umfassen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und Leistungen, fertige Erzeugnisse und geleistete Anzahlungen auf Vorräte. Die Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der notwendigen variablen Veräußerungskosten. Die Herstellungskosten beinhalten neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch alle direkt zurechenbaren Kosten und angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten und Abschreibungen. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden auf Basis der Durchschnittsmethode bestimmt. Sofern notwendig, werden Abwertungen für Überreichweiten, Überalterung sowie für verminderte Gängigkeit vorgenommen. Fremdkapitalkosten wurden nicht in den Anschaffungs- oder Herstellungskosten berücksichtigt, da keine qualifizierten Vermögenswerte vorlagen.

Finanzinstrumente

Innerhalb der BBS Automation Gruppe liegen im Berichtszeitraum die folgenden Kategorien finanzieller Vermögenswerte vor:

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (AC)

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)

Die Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" (AC) hat die größte Bedeutung für den Konzernabschluss der BBS Automation Gruppe. Der Konzern bewertet finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:

Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows zu halten, und

die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Cashflows, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Das Geschäftsmodell der Gruppe hinsichtlich der eingesetzten finanziellen Vermögenswerte ist grundsätzlich das Halten zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme.

Innerhalb der finanziellen Verbindlichkeiten sind die folgenden Kategorien enthalten:

Bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)

Finanzielle Vermögenswerte

Die unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Anteile an übrigen Beteiligungen gehören ausnahmslos der Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" an. Von der Möglichkeit, Beteiligungen erfolgsneutral zum Marktwert ohne späteres Recycling zu bilanzieren, wurde kein Gebrauch gemacht. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wird bei öffentlich notierten finanziellen Vermögenswerten der jeweilige Marktpreis herangezogen. Liegt kein aktiver Markt vor, wird der beizulegende Zeitwert mithilfe der Verwendung der jüngsten Marktgeschäfte oder mittels einer Bewertungsmethode (wie beispielsweise der Discounted-Cashflow-Methode) ermittelt. Sollten die Inputparameter für eine derartige Bewertung nicht mit einem für die Wesentlichkeit der Beteiligung angemessenen Aufwand verlässlich ermittelt werden können, geht die BBS Automation Gruppe davon aus, dass die Anschaffungskosten die bestmögliche Schätzung für den aktuellen beizulegenden Zeitwert darstellen.

• Derivative Finanzinstrumente

Einige Unternehmen der BBS Automation Gruppe verwenden Devisenterminkontrakte, um sich gegen Wechselkursrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden wiederum mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn dieser negativ ist. Derartige Handelsgeschäfte besitzen stets einen Bezug zum Grundgeschäft. Die Devisenterminkontrakte mit einem positiven beizulegenden Zeitwert werden in der Konzern-Bilanz der BBS Automation Gruppe als kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und solche mit einem negativen beizulegenden Zeitwert als kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die bilanziellen Regelungen des Hedge Accounting kamen für die Devisenterminkontrakte bislang nicht zur Anwendung.

• Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, werden mit dem angegebenen Transaktionspreis (entspricht in der Regel den Auftragserlösen nach IFRS 15) bewertet. Für die Folgebewertung werden sie der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Sie werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und werden um Wertminderungen für erwartete Verluste korrigiert.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird das vereinfachte Modell zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste angewendet. Zu jedem Bilanzstichtag wird eine Risikovorsorge auf der Basis des Gesamtlaufzeit-ECL erfasst. Dabei fließen bisherige Erfahrungen mit Kreditverlusten ein und zukunftsbezogene Annahmen als auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Kreditnehmer werden berücksichtigt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden regelmäßig überwacht.

Die Ermittlung der Wertberichtigungen für die Gesamtlaufzeit der Forderungen erfolgt durch Expertenschätzungen auf Einzelforderungs- bzw. Schuldnerebene unter Berücksichtigung dieser Annahmen und Sicherheiten. Im Rahmen der Schätzung werden mindestens zwei Szenarien berücksichtigt und mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet. Wenn durch ein sehr geringes Gewicht des negativen Szenarios der Wertberichtigungsbetrag zu vernachlässigen ist, wird aus Wesentlichkeitsgründen auf die Erfassung verzichtet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, modifiziert oder wertgemindert wird.

• Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte sind anfänglich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode - bei langfristigen Forderungen - sowie unter Abzug von Wertminderungen bewertet. Bei Zugang sind alle übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte der Impairment Stufe 1 zugeordnet. Ein Stufentransfer erfolgt, sobald wesentliche Hinweise auf eine Bonitätsverschlechterung vorliegen und nicht mehr von einem - absolut betrachtet - geringem Kreditrisiko ausgegangen werden kann. Soweit ein externes Rating des Schuldners vorliegt, wird davon ausgegangen, dass das Kreditrisiko nicht mehr gering ist, sobald er kein Investmentgrade Rating mehr hat. Ein Transfer in die Stufe 2 erfolgt spätestens bei einem Zahlungsverzug von 30 Tagen. Ein Transfer in Stufe 3 erfolgt, sobald von einem Ausfall des Schuldners ausgegangen werden muss. Typischerweise ist dies der Fall bei Übergabe der Forderung an ein Inkassobüro oder bei Mitteilung der Insolvenz des Schuldners.

Die Ermittlung der Wertberichtigungen für alle Stufen der übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte erfolgt durch Expertenschätzungen auf Einzelforderungs- bzw. Schuldnerebene. Im Rahmen der Schätzung werden mindestens zwei Szenarien berücksichtigt und mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet. Wenn durch ein sehr geringes Gewicht des negativen Szenarios der Wertberichtigungsbetrag zu vernachlässigen ist, wird aus Wesentlichkeitsgründen auf die Erfassung verzichtet.

Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte sind als finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten sowie Kontokorrentguthaben. In Anspruch genommene Kontokorrentkredite werden als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter den kurzfristigen Finanzschulden gezeigt.

Für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gelten grundsätzlich die gleichen Prinzipien zur Ermittlung von Wertberichtigungen, wie sie bereits für die übrigen finanziellen Forderungen beschrieben wurden. Da die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per Definition nur hochwertige und kurzfristige Anlagen umfassen, kommt darüber hinaus die Low-Credit-Risk-Ausnahme zur Anwendung, welche die Prüfung eines Transfers von Risikovorsorgestufe 1 nach Risikovorsorgestufe 2 obsolet macht. Aufgrund der kurzen ursprünglichen Laufzeit von unter drei Monaten könnte dies lediglich zu einem geänderten Ausweis, nicht jedoch zu einer geänderten Höhe der Wertberichtigung führen. Aufgrund der kurzen Laufzeiten und der hohen Bonitäten der betroffenen Kreditinstitute ist der rechnerische Wertberichtigungsbedarf zu vernachlässigen und von untergeordneter Bedeutung für die BBS Automation Gruppe.

Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten resultieren aus der Umsatzrealisierung über einen bestimmten Zeitraum im Zusammenhang mit der langfristigen Fertigung von kundenspezifischen Anlagen. Hat eine der beiden Vertragsparteien seine vertraglichen Verpflichtungen bereits erfüllt, wird in Abhängigkeit vom Verhältnis der bereits erfolgten Leistungserbringung von Seiten der BBS Automation Gruppe und der bereits geleisteten Zahlung des Kunden ein Vertragsvermögenswert oder eine Vertragsverbindlichkeit angesetzt.

Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten werden innerhalb der Konzern-Bilanz als kurzfristig ausgewiesen, da sie innerhalb des gewöhnlichen Geschäftszyklus angefallen sind und innerhalb der nächsten zwölf Monate realisiert werden. Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte für Bonitätsrisiken werden entsprechend dem Vorgehen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte) gebildet.

Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die in der Bilanz mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst wurden, erfolgte auf Grundlage der für die Bewertung verwendeten Daten bzw. Eingangsparameter nach einer dreistufigen Hierarchie gemäß den Vorgaben des IFRS 13:

Stufe 1: Börsen- oder Marktpreis auf einem aktiven Markt für ähnliche Finanzinstrumente.
Stufe 2: Andere Eingangsparameter als die in Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, die für die Finanzinstrumente direkt oder indirekt verfügbar sind.
Stufe 3: Eingangsparameter für die Finanzinstrumente sind nicht am Markt verfügbar.

Eigenkapital

Das Eigenkapital besteht aus Gezeichnetem Kapital, Kapitalrücklage, Eigenkapitalanteil des Gesellschafterdarlehens, dem übrigen kumulierten Eigenkapital und dem Bilanzgewinn bzw. Bilanzverlust. Das Gezeichnete Kapital stellt das nominelle Kapital der Muttergesellschaft dar. In der Kapitalrücklage sind alle der Gesellschaft von außen zugeführten Beträgen des Eigenkapitals, die nicht Gezeichnetes Kapital sind, enthalten.

Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn die BBS Automation Gruppe eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die aus einem vergangenen Ereignis resultiert, es wahrscheinlich ist, dass die Begleichung der Verpflichtung zu einer Vermögensbelastung führen wird, und die Höhe der Rückstellung verlässlich ermittelt werden kann. Wenn eine Anzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht, wird die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen bestimmt. Die Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller daraus erkennbaren Risiken zum Barwert der erwarteten Ausgaben angesetzt und nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet.

Langfristige Rückstellungen sind mit ihren auf den Bilanzstichtag abgezinsten erwarteten Ausgaben angesetzt, soweit der Zinsanteil wesentlich ist. Der dabei zum Ansatz kommende Zinssatz ist ein Zinssatz vor Steuern, welcher der momentanen wirtschaftlichen Situation des Marktumfeldes entspricht und das Risiko der Verpflichtung berücksichtigt, soweit dieses nicht bereits in den zukünftigen geschätzten Zahlungsmittelabflüssen abgebildet wurde.

Leistungen an Arbeitnehmer

• Pensionsverpflichtungen

In der BBS Automation Gruppe liegen lediglich beitragsorientierte Pläne im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Altersvorsorgepläne vor. Beitragsorientierte Pläne sind Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, bei denen das Unternehmen festgelegte Beiträge an eine eigenständige Einheit (etwa einen Fonds oder eine Versicherung) entrichtet und weder rechtlich noch faktisch zur Zahlung von darüber hinausgehenden Beiträgen verpflichtet ist, auch wenn der Fonds oder die Ansprüche aus dem abgeschlossenen Versicherungsvertrag nicht über ausreichende Vermögenswerte verfügt, um alle Leistungen in Bezug auf Arbeitsleistungen der Arbeitnehmer in der Berichtsperiode und früheren Perioden zu erbringen. Zahlungen an einen beitragsorientierten Versorgungsplan werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und innerhalb der operativen Personalaufwendungen dargestellt.

• Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden gewährt, wenn ein Mitarbeiter vor dem regulären Renteneintritt entlassen wird, oder wenn ein Mitarbeiter gegen eine Abfindungsleistung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Die BBS Automation Gruppe erfasst Abfindungsleistungen sofort, wenn die Gruppe nachweislich und unausweichlich verpflichtet ist, das Arbeitsverhältnis von gegenwärtigen Mitarbeitern entsprechend einem detaillierten formalen Plan, der nicht rückgängig gemacht werden kann, zu beenden, oder wenn die Gruppe nachweislich Abfindungen bei freiwilliger Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Mitarbeiter zu leisten hat. Leistungen, die nach mehr als zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden, werden auf ihren Barwert abgezinst. Die Ansprüche auf Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden unter den Sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

• Gewinnbeteiligungen und Bonuspläne

In der BBS Automation Gruppe wird eine Verbindlichkeit in den Fällen passiviert, in denen eine vertragliche Verpflichtung auf Gewinnbeteiligung oder sonstige ergebnisabhängige Mitarbeiterboni besteht oder sich für das Unternehmen auf Grund der Geschäftspraxis der Vergangenheit eine faktische Verpflichtung ergibt.

• Aktienorientierte Vergütungen

Als Entlohnung für die geleistete Arbeit erhalten die Führungskräfte der BBS Automation Gruppe auch eine anteilsbasierte Vergütung in Form von Eigenkapitalinstrumenten.

Die Kosten von Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden unter Anwendung eines geeigneten Bewertungsmodells mit dem beizulegenden Zeitwert zu dem Zeitpunkt bewertet, zu dem die Gewährung erfolgt (weitere Einzelheiten hierzu sind in Anhangsangabe 33 enthalten).

Diese Kosten werden, zusammen mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals (andere Kapitalrücklagen), über den Zeitraum, in dem die Dienst- und gegebenenfalls die Leistungsbedingungen erfüllt werden ("Erdienungszeitraum"), in den Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer erfasst. Der im Periodenergebnis erfasste Ertrag oder Aufwand entspricht der Entwicklung der zu Beginn und am Ende des Berichtszeitraums erfassten kumulierten Aufwendungen.

Schulden

• Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Darlehensverbindlichkeiten werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Soweit bei langfristigen Verbindlichkeiten Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag vorliegen, werden diese entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Der Erstansatz der Finanzschulden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, erfolgt zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung der Transaktionskosten.

Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristig klassifiziert, sofern die Rückzahlung innerhalb der nächsten zwölf Monate zu erfolgen hat.

Die Darlehensverbindlichkeiten sind der Kategorie "finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet.

• Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Gegebenenfalls entstehende Unterschiede zwischen beizulegendem Zeit- und Nominalwert werden als Transaktion zwischen Gesellschafter und Gesellschaft erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Transaktionskosten waren nicht zu berücksichtigen. Sie werden als kurzfristig klassifiziert, sofern die vertragliche Rückzahlung innerhalb der nächsten zwölf Monate zu erfolgen hat. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind der Kategorie "finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet.

• Leasingverbindlichkeiten

Die Leasingbilanzierung wird unter dem Abschnitt "Leasing" erläutert.

• Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Verbindlichkeiten sind anfänglich zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten und in weiterer Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode angesetzt. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten sind der Kategorie "finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige Verbindlichkeiten werden als kurzfristig klassifiziert, sofern die vertragsmäßige Zahlung innerhalb der nächsten zwölf Monate zu erfolgen hat.

Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche oder bestehende Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen, bei denen ein Ressourcenabfluss jedoch als nicht wahrscheinlich eingeschätzt wird. Solche Verpflichtungen sind nach IAS 37 nicht in der Bilanz zu erfassen, sondern im Anhang zu nennen.

Umsatzrealisierung

Die BBS Automation Gruppe erzielt Umsatzerlöse durch den Verkauf von automatisierten Montage- und Testsystemen für Industriekunden. Darüber hinaus werden Umsatzerlöse durch die Erbringung von Dienstleistungen und den Verkauf von Ersatzteilen, beides im Zusammenhang mit den hergestellten Anlagen, erzielt.

Die Umsatzrealisierung erfolgt generell dann, wenn die Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übergeht, das heißt, wenn der Kunde die Fähigkeit besitzt, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen daraus zieht. Voraussetzung dabei ist, dass ein Vertrag mit durchsetzbaren Rechten und Pflichten besteht und unter anderem der Erhalt der Gegenleistung - unter Berücksichtigung der Bonität des Kunden - wahrscheinlich ist. Die Umsatzerlöse entsprechen dem Transaktionspreis, zu dem die Unternehmen der BBS Automation Gruppe voraussichtlich berechtigt sind. Variable Gegenleistungen sind im Transaktionspreis enthalten, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es nicht zu einer signifikanten Rücknahme der Umsatzerlöse kommt, sobald die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht. Finanzierungskomponenten sind aufgrund der vertraglich vereinbarten kurzfristigen Zahlungsziele nicht zu berücksichtigen.

Die Ermittlung der Höhe des Umsatzes und des Zeitpunktes der Umsatzrealisierung stellt sich für diese Erlöskategorien unterschiedlich dar.

Verkauf von automatisierten Montage- und Testsystemen

Die Leistungsverpflichtung der BBS Automation Gruppe besteht in der Lieferung von automatisierten Montage- und Testsystemen an den Kunden gemäß den genau festgelegten spezifischen Eigenschaften der Anlagen. Aus den Verträgen mit Kunden ergibt sich in der Regel nur eine Leistungsverpflichtung. Die BBS Automation Gruppe übernimmt und organisiert die Transportleistung zum Kunden, daher gehört diese in der Regel zu den Kosten zur Erfüllung der Leistungsverpflichtung gegenüber dem Kunden (sog. "Fulfilment Costs").

Der Transaktionspreis ist pro Einheit des gelieferten Produktes vertraglich festgelegt. Aus dem Verkauf von automatisierten Montage- und Testsystemen erfolgt die Leistungserbringung und somit die Umsatzrealisierung über einen bestimmten Zeitraum unter Anwendung der "Percentage-of-Completion-Methode" (Methode der Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad). Der Fertigstellungsgrad wird nach dem Verhältnis der zum Stichtag bereits angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtkosten des Projektes ermittelt. Ein erwarteter Verlust aus einem Vertrag mit einem Kunden wird sofort als Aufwand und Rückstellung erfasst, wenn die BBS Automation Gruppe davon Kenntnis erlangt. Rechnungen werden gemäß den vertraglichen Vereinbarungen mit den Kunden mit einem gewöhnlichen Zahlungsziel zwischen 30 und 90 Tagen gestellt.

Bei der Anwendung der "Percentage-of-Completion-Methode" sind Ermessensentscheidungen zur Bemessung des Fertigstellungsgrades notwendig. Die wesentlichen Schätzungen liegen bei der Bestimmung der geschätzten Gesamtkosten für jedes Projekt vor. Hierbei sind neben Einkaufspreisen und Fertigungszeiten auch technische Risiken zu berücksichtigen (Auftragsrisiken). Nach der "Percentage-of-Completion-Methode" können Schätzungsänderungen die Umsatzerlöse erhöhen oder vermindern. Die geplanten Umsatzerlöse unterliegen in der Regel keinen wesentlichen Schätzungsannahmen, da diese vertraglich festgelegt sind. Es kann jedoch im Verlauf eines Projektes zu nachträglichen Änderungen des Auftragsvolumens kommen, sofern kundenseitig Erweiterungen gewünscht werden. Diese werden dann in der Bemessung des Auftragsvolumens berücksichtigt, wenn sich beide Parteien darüber einig sind. Solche Besonderheiten werden auf Einzelvertragsebene unter Einbezug sämtlicher Tatsachen und Umstände berücksichtigt.

Die an den Kunden verkauften Anlagen enthalten die Zusicherung, dass die Anlage den genauen vertraglich festgelegten Spezifikationen entspricht. Darüber hinaus werden keine weiteren Garantien gegeben. Basierend auf den Erfahrungen der Vergangenheit wird ein sehr geringer Betrag als Garantierückstellung für den maximalen Zeitraum von zwei Jahren angesetzt. Eine Berücksichtigung im Transaktionspreis bei der Bestimmung der Höhe der Umsatzerlöse erfolgt basierend auf den Erfahrungen der Vergangenheit nicht.

Verkauf von Ersatzteilen

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Ersatzteilen werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Verfügungsgewalt auf den Erwerber übergeht, im Regelfall bei Lieferung der Ersatzteile. Rechnungen werden zu diesem Zeitpunkt mit einem gewöhnlichen Zahlungsziel zwischen 30 und 90 Tagen ausgestellt. Es liegt in der Regel nur eine Leistungsverpflichtung vor und der Transaktionspreis enthält keine variablen Bestandteile.

Erbringung von Dienstleistungen

Dienstleistungsumsätze werden linear über einen bestimmten Zeitraum realisiert oder - sofern die Leistungserbringung nicht linear erfolgt - entsprechend der Erbringung der Dienstleistungen unter Anwendung der oben erläuterten "Percentage-of-Completion-Methode". Rechnungen werden gemäß den vertraglichen Vereinbarungen mit den Kunden mit einem gewöhnlichen Zahlungsziel zwischen 30 und 90 Tagen gestellt. Erfolgt die Umsatzrealisierung für Dienstleistungen anhand der "Percentage-of-Completion-Methode" gelten die gleichen Angaben zu Ermessensentscheidungen, wie oben bereits erläutert. Darüber hinaus waren keine signifikanten Ermessensentscheidungen zu treffen.

Aufwandsrealisierung

Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung als Aufwand erfasst.

Finanzergebnis

Zinserträge und Zinsaufwendungen werden periodengerecht unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Zinssatzes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Der anzuwendende Zinssatz entspricht dem Zinssatz, der die geschätzten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes auf den Nettobuchwert des Vermögenswertes abzinst.

Fremdkapitalkosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen, sofern es sich nicht um aktivierungspflichtige Fremdkapitalkosten für qualifizierte Vermögenswerte handelt.

Dividendenausschüttung

Die Ansprüche der Anteilseigner auf Dividendenausschüttungen werden in derjenigen Periode erfasst, in der die entsprechende Beschlussfassung erfolgt ist.

Rechtsstreitigkeiten und Schadensersatzansprüche

Die Gesellschaften der BBS Automation Gruppe sind im Rahmen des allgemeinen Geschäftsbetriebs an verschiedenen Prozessen und behördlichen Verfahren beteiligt oder es könnten in der Zukunft solche eingeleitet oder geltend gemacht werden. Auch wenn der Ausgang der einzelnen Verfahren im Hinblick auf die Unwägbarkeiten, mit denen Rechtsstreitigkeiten behaftet sind, nicht mit Bestimmtheit vorhergesagt werden kann, wird sich nach derzeitiger Einschätzung über die im Abschluss als Verbindlichkeiten oder Rückstellungen berücksichtigten Risiken hinaus kein erheblich nachteiliger Einfluss auf die Ertragslage des Konzerns ergeben.

Verwendung von Annahmen und Schätzungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet worden, die sich auf Ausweis und Höhe der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge, Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben. Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich neben den bereits erläuterten Schätzungen zur Ermittlung des Fertigstellungsgrades bei der Anwendung der "Percentage-of-Completion-Methode" im Wesentlichen auf die Beurteilung der Eintrittswahrscheinlichkeit und die Bewertung von Pönalen und Konventionalstrafen, die Bewertung von Rückstellungen, sowie die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen aus Verlustvorträgen. Die Durchführung von Wertminderungstests nach IAS 36 erfordert Schätzungen bezüglich der Prognose und der Diskontierung von künftigen Cashflows, die aus dem zu überprüfenden Vermögenswert erwartet werden. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis berücksichtigt.

Unsere Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

Pönale und Konventionalstrafen

Die BBS Automation Gruppe ist grundsätzlich dem Risiko von Pönalen und Konventionalstrafen bei der Herstellung der automatisierten Montage- und Testsysteme ausgesetzt. Insbesondere werden die automatisierten Montage- und Testsysteme für neue Produkte der Kunden oder genau spezifische neue Anwendungen entwickelt und hergestellt. Vielfach erfolgt die Entwicklung der automatisierten Montage- und Testsysteme parallel zur Produktentwicklung des Kunden oder teilweise auch Hand-in-Hand mit der Produktentwicklung des Kunden. Änderungen am Produkt erfordern damit auch entsprechende spezifische Änderungen an den automatisierten Montage- und Testsystemen.

Damit sind vertraglich vereinbarte Fertigstellungen und in diesem Zusammenhang festgelegte Pönale und Konventionalstrafen jeweils im Kontext zu den (Weiter-)Entwicklungen und im Herstellungsprozess laufenden Adaptionen zu sehen und werden bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des Eintritts als auch bei der Bewertung der Höhe von Pönalen und Konventionalstrafen, die auf einer bestmöglichen Schätzung basieren, berücksichtigt.

Ertragsteuern

Die BBS Automation Gruppe ist in verschiedenen Ländern zur Entrichtung von Ertragsteuern nach jeweils unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen verpflichtet. Die weltweite Steuerrückstellung wird auf Basis einer nach den lokalen Steuervorschriften vorgenommenen Gewinnermittlung und der anwendbaren lokalen Steuersätze gebildet.

Die Höhe der Steuerrückstellungen und -schulden basiert auf Schätzungen, ob und in welcher Höhe Ertragsteuern fällig werden. Etwaige Risiken aus einer abweichenden steuerlichen Behandlung werden, wenn nötig, in angemessener Höhe zurückgestellt.

Daneben sind Schätzungen vorzunehmen, um die Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern beurteilen zu können. Ausschlaggebend für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, ob künftig steuerliche Gewinne (zu versteuerndes Einkommen) zur Verfügung stehen. Treten diese Annahmen nicht ein und fallen die tatsächlichen zukünftigen steuerlichen Ergebnisse geringer aus, so kann es zu Abwertungen aktiver latenter Steuern kommen.

Im Übrigen bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Auslegung komplexer Steuervorschriften sowie der Höhe und des Zeitpunkts künftiger, zu versteuernder Einkünfte. Insbesondere vor dem Hintergrund der internationalen Verflechtungen können Unterschiede zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und unseren Annahmen oder künftige Änderungen dieser Annahmen Änderungen des Steuerergebnisses in künftigen Perioden zur Folge haben.

Rückstellungen

Bei der Ermittlung des Ansatzes von Rückstellungen sind Annahmen über die Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Ressourcenabflusses zu treffen. Diese Annahmen stellen die bestmögliche Einschätzung der dem Sachverhalt zu Grunde liegenden Situation dar, unterliegen jedoch durch die notwendige Verwendung von Annahmen einer gewissen Unsicherheit. Bei der Bemessung der Rückstellungen sind ebenfalls Annahmen über die Höhe des möglichen Ressourcenabflusses zu treffen. Eine Änderung der Annahmen kann somit zu einer abweichenden Höhe der Rückstellung führen. Demnach ergeben sich durch die Verwendung von Annahmen auch hier gewisse Unsicherheiten.

Werthaltigkeit Geschäfts- oder Firmenwerte, Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (mindestens jährlicher Impairment- Test)

Der Konzern überprüft jährlich und sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte, immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer oder der aktivierten Entwicklungskosten eingetreten ist. Die Durchführung erfordert Schätzungen bezüglich der Prognose und der Diskontierung von künftigen Cashflows. In den dargestellten Berichtsperioden wurden keine Anhaltspunkte für Wertminderungen identifiziert. Bezüglich der Einzelheiten zur Berechnung, der Annahmen und der Sensitivität der Annahmen verweisen wir auf die Anhangsangabe 10 "Immaterielle Vermögenswerte".

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden im Rahmen der zu Grunde gelegten Annahmen und Schätzungen alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die Rechnungslegung der BBS Automation Gruppe

Die mit Ausbruch der COVID-19-Pandemie aufgekommene Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen auf die Rechnungslegung hat mittlerweile abgenommen. Sie sind abhängig von der Entwicklung weiterer Virusvarianten und deren Auftreten, vom Fortschreiten der weltweiten Impfungen, von der Wirksamkeit der Impfstoffe sowie von den möglichen Effekten aus zunehmend auslaufenden finanziellen und nichtfinanziellen Maßnahmen, die von Regierungen und Organisationen weltweit ergriffen worden waren. Entsprechende Auswirkungen können beizulegende Zeitwerte und Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie Höhe und Zeitpunkt der Ergebnisrealisierung und der Zahlungsflüsse beeinflussen. Die Folgen unterscheiden sich je nach Region und Kundenbranche erheblich. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden alle aktuell verfügbaren Informationen und Wissensstände in die getroffenen Schätzungen sowie Annahmen einbezogen und berücksichtigt. Basierend auf diesen Annahmen geht die BBS Automation Gruppe davon aus, dass die Auswirkungen auf den Konzernabschluss nicht wesentlich sein werden. Insbesondere wurden erneut die folgenden Aspekte näher betrachtet:

Infolge von geändertem Zahlungsverhalten der Kunden könnte sich der Wertberichtigungsbedarf auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhen. Aktuell waren keine Anpassungen an den Zahlungsbedingungen für einzelne Kunden notwendig und es konnte auch kein verändertes Zahlungsverhalten festgestellt werden. Die gebildeten Wertberichtigungen ergaben sich infolge einzelfallbedingter Beurteilungen, welche nicht auf die COVID-19-Pandemie zurückgeführt werden konnten. Die Ermittlung der erwarteten Verluste beruht auf historischen Daten der BBS Automation Gruppe, bei denen in Abhängigkeit vom Alter der Forderungen die erwarteten Ausfallquoten und Wiedergewinnungsquoten ermittelt werden.

Soweit der aktuelle ökonomische Ausblick oder sonstige makroökonomische Parameter dies rechtfertigen, erfolgt eine entsprechende Anpassung der historisch ermittelten Ausfallquoten. Zum Berichtsstichtag hat die BBS Automation Gruppe keine Faktoren identifiziert, die eine Anpassung der historischen Quoten rechtfertigen. Sollten die Erwartungen nicht eintreffen, könnten sich zusätzlicher Wertberichtigungsbedarf auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergeben.

Die Durchführung von Wertminderungstests auf die bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte nach IAS 36 erfordert Schätzungen bezüglich der Prognose und der Diskontierung von künftigen Cashflows, die aus dem zu überprüfenden Vermögenswert bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit erwartet werden. Die Wertminderungstests des Geschäftsjahres 2021 haben zu keinen Wertminderungen geführt. Sollten die Erwartungen und Schätzungen nicht eintreffen und sich infolge der COVID-19 Pandemie stark negativ verändern, könnte sich ein Wertminderungsbedarf auf die bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine Indikatoren zur Durchführung eines Wertminderungstests auf Sachanlagen identifiziert und somit kam es zu keinen Berechnungen.

Die BBS Automation Gruppe war in Deutschland nicht von Kurzarbeit betroffen und hat mit weltweit TEUR 171 nur in sehr geringem Umfang und nur in zwei Ländern Zuschüsse aus länderspezifischen staatlichen Hilfsprogrammen bezogen und geht davon aus, dass dies auch bei annähernd gleichen wirtschaftlichen Bedingungen nicht notwendig ist.

Denkbare Auswirkungen auf den Konzernabschluss der BBS Automation Gruppe könnten sich bei einem anders als angenommen Verlauf der COVID-19 Pandemie neben den oben detailliert aufgeführten Sachverhalten aus folgenden Effekten ergeben: Zinsanpassungen, zunehmend größere Schwankungen der Währungskurse, Produktionsstopp bzw. Zugangssperren bei Kunden und Lieferanten, zunehmend größere Schwankungen auf den Rohstoffmärkten und gesperrte Transportwege. Die BBS Automation Gruppe geht davon aus, dass die getroffenen Annahmen die bestmögliche Schätzung der aktuellen Lage darstellen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass im nächsten Geschäftsjahr eine Anpassung der getroffenen Annahmen und Schätzungen notwendig wird und sich daraus Änderungen in den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden der BBS Automation Gruppe ergeben könnten.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die BBS Automation Gruppe erzielt Umsatzerlöse durch den Verkauf von automatisierten Montage- und Testsystemen für Industriekunden (Projektgeschäft). Darüber hinaus werden Umsatzerlöse durch die Erbringung von Dienstleistungen und den Verkauf von Ersatzteilen, beides im Zusammenhang mit den hergestellten Anlagen, erzielt. Diese Umsatzerlöse stellen sich, aufgeteilt auf diese Kategorien, wie folgt dar:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Umsätze aus Projektgeschäft 135.408 132.766
Umsätze aus Ersatzteilen 7.990 2.754
Umsätze aus Dienstleistungen 1.953 2.051
145.351 137.571

Die gesamten Umsatzerlöse verteilen sich geographisch wie folgt:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Deutschland 21.622 35.554
Asien 63.831 40.772
Europa 29.308 34.362
NAFTA 28.635 26.737
Südamerika 788 54
Rest der Welt 1.167 92
145.351 137.571

Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden führen zu Forderungen bzw. Vertragsvermögenswerten oder Vertragsverbindlichkeiten, die vollumfänglich in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Vertragsvermögenswerten oder Vertragsverbindlichkeiten enthalten sind. Die Eröffnungs- und Schlusssalden dieser Posten können zum jeweiligen Stichtag den gleichlautenden Bilanzposten entnommen werden. Die in der Berichtsperiode erfassten Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen können der Anhangsangabe 17 entnommen werden.

Im Berichtszeitraum wurden keine Erlöse erfasst, bei welchen die Leistungsverpflichtung bereits in der Vorperiode erfüllt wurde. In den Umsatzerlösen sind TEUR 6.122 (Vorjahr: TEUR 12.429) enthalten, die zum Bilanzstichtag des Vorjahres in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren.

Auf die Angabe zur Gesamthöhe der verbleibenden Leistungsverpflichtungen wird verzichtet, da es keine über ein Jahr laufenden Verträge mit Kunden gibt.

2. Andere aktivierte Eigenleistungen

Im Geschäftsjahr 2021 wurden eigene Entwicklungstätigkeiten für selbst erstellte Software in Höhe von TEUR 1.318 (Vorjahr: TEUR 1.444) aktiviert. Insgesamt wurden in der Berichtsperiode TEUR 2.715 (Vorjahr: TEUR 2.489) Forschungs- und Entwicklungskosten als Aufwand erfasst.

3. Sonstige betriebliche Erträge

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Ertrag aus Kostenübernahme eines Gesellschafters 17.000 0
Erträge aus Währungsumrechnung 2.459 1.192
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten 2.433 862
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen 1.811 581
Erträge aus Zuschüssen 554 206
Ertrag aus der Bewertung von Derivaten 325 0
Übrige sonstige Erträge 97 351
24.679 3.192

Im Geschäftsjahr 2021 hat sich die BBS Automation Gruppe mit einem der Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH (der "Gesellschafter") auf eine Kostenübernahme geeinigt. Die Kostenübernahme resultiert aus dem Einsatz einer bestimmten Software als Programmiersprache in den gefertigten Anlagen. Die Anwendung dieser Software als Programmiersprache stellte sich allerdings als problematisch und für die von der BBS gefertigten Anlagen als ungeeignet heraus. Durch permanente Nachbesserungen führte dies im Projektverlauf zu Verzögerungen in den Auslieferungen und wesentlich gestiegenen Projektkosten. Um den Einsatz in der BBS Automation Gruppe durchsetzen zu können, hatte sich der Gesellschafter im Vorfeld verpflichtet, unabhängig von seiner Gesellschafterstellung die BBS Automation Gruppe für jegliche über die üblicherweise zu erwartenden hinausgehenden Kosten im Zusammenhang mit dem Einsatz dieser Software schadlos zu stellen und dementsprechend eine Kostenübernahme vorzunehmen. Da die Kosten im Geschäftsjahr 2021 in wesentlichem Umfang eingetreten sind, wurde in einer notariellen Vereinbarung am 21. Februar 2022 die Höhe der Kostenübernahme festgelegt und die Forderung daraus sowie der zugehörige sonstige betriebliche Ertrag erfasst. Insgesamt beliefen sich die so ermittelten Kosten und die gleichlautende Kostenübernahmeforderung auf EUR 17,0 Mio.

Die Zuschüsse enthalten im Wesentlichen Forschungszuschüsse und Zuschüsse aus regionalen Corona-Hilfsprogrammen. Investitionszuschüsse wurden in beiden Berichtsperioden nicht gewährt. Für den Effekt der festgestellten Unterverzinslichkeit des im Geschäftsjahr 2021 ausbezahlten staatlich geförderten KfW Darlehens wurden TEUR 85 in den Erträgen aus Zuschüssen erfasst.

4. Materialaufwand

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, produktionsbezogenen Strom und bezogene Waren 82.110 62.861
Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.935 11.388
85.045 74.249

5. Personalaufwand

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Löhne und Gehälter 37.862 36.713
Sozialabgaben und Altersversorgung 6.968 5.164
Aufwendungen für Leiharbeiter 7.439 3.533
52.269 45.409

Der Ausweis von Aufwendungen für Leiharbeiter richtet sich je nach Beauftragung und Einsatz der Leiharbeiter. Bei einer Beauftragung von Leistungspaketen an Leiharbeitsfirmen werden die Kosten als Aufwendungen aus bezogenen Leistungen im Materialaufwand ausgewiesen. Bei einem direkten projektbezogenen Einsatz von Leiharbeiter, d. h. die Leiharbeiter arbeiten einzelfallbezogen auf den Projekten, erfolgt ein Ausweis im Personalaufwand.

Im Posten Sozialabgaben und Altersversorgung wurden laufende Beitragszahlungen für Arbeitgeberbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung in Höhe von TEUR 1.108 (Vorjahr: TEUR 610) erfasst. Aufwendungen für Leiharbeiter werden im Personalaufwand gezeigt. In einigen Ländern wurden im Rahmen von Corona-Hilfsprogrammen Personalkosten erstattet. Innerhalb der gesamten BBS Automation Gruppe wurden im Geschäftsjahr 2021 staatliche Personalkostenzuschüsse in Höhe von TEUR 13 (Vorjahr: TEUR 75) mit dem Personalaufwand saldiert.

Der Personalaufwand verteilt sich auf durchschnittlich 910 Mitarbeiter (Vorjahr: 914) und 120 Leiharbeiter (Vorjahr: 143).

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
Mitarbeiter Leiharbeiter Mitarbeiter Leiharbeiter
Produktion, Logistik 293 42 310 37
Engineering 384 60 381 90
Vertrieb 78 10 78 10
Verwaltung 155 8 145 6
Gesamt 910 120 914 143

Regional verteilt sich die Anzahl der Mitarbeiter und Leiharbeiter wie folgt:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
Mitarbeiter Leiharbeiter Mitarbeiter Leiharbeiter
Europa 347 77 350 109
Asien 477 41 459 31
Nordamerika 86 2 105 3
Gesamt 910 120 914 143

6. Sonstige betriebliche Aufwendungen

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Reisekosten 3.006 1.812
Zuführung Wertberichtigung auf Forderungen 2.534 1.994
Beratungs-, Gutachten- und Prüfungskosten 1.843 2.644
Aufwand aus Währungsumrechnung 1.806 2.225
Ausgangsfrachten 1.766 678
IT-Kosten 1.277 1.093
Sonstige Steuern 570 228
Marketing 525 545
Versicherungen 456 431
Instandhaltungen 268 341
Miete und Leasing 133 207
Übriger sonstiger Aufwand 7.087 2.430
21.271 14.628

Im übrigen sonstigen Aufwand sind Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 4.065 enthalten. Dies betrifft überwiegend Rückstellungen für drohende Verluste aus Verträgen mit Kunden und für Gewährleistungen. Zum Großteil wurden diese im Zusammenhang mit dem Einsatz der Software gebildet, in deren Folge die Kostenübernahmeforderung gegenüber einem Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH entstanden ist.

7. Abschreibungen und Wertminderungen

Planmäßige Abschreibungen wurden auf die folgenden Posten vorgenommen:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 8.111 7.961
- davon resultierend aus Kaufpreisallokation 6.960 7.232
Abschreibungen auf Sachanlagen 1.478 1.371
Abschreibungen auf Leasing-Nutzungsrechte 3.364 3.109
12.953 12.441

Die Details zu den planmäßigen Abschreibungen können dem Konzernanlagespiegel entnommen werden. Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine Wertminderung über TEUR 897 auf immaterielle Vermögenswerte vorgenommen, welche unter V.10. ii. Sonstige immaterielle Vermögenswerte erläutert sind. Im Vorjahr gab es keine Wertminderungen auf immaterielles Vermögen. Wertminderungen auf Sachanlagen wurden in beiden Berichtsperioden nicht vorgenommen.

8. Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich aus den folgenden Posten, unterteilt nach der Entstehung, wie folgt zusammen:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Zinsertrag
Forderungen gegenüber Kreditinstituten 77 148
Übriges 18 18
95 166
Zinsaufwand
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.347 3.510
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 2.117 2.117
Effektivzinseffekt Eigenkapitalanteil Gesellschafterdarlehen 2.263 2.094
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten 522 601
Übriges 2.006 1.203
10.255 9.525
Finanzergebnis -10.160 -9.359

Die Zinserträge gegenüber Kreditinstituten resultieren aus laufendem Kontokorrentguthaben und kurzfristigen Geldanlagen. Zinserträge aus Steuerguthaben und Zinsaufwendungen aus Steuernachzahlungen sind in den Berichtsperioden nicht enthalten. Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Verbindlichkeiten sind in Höhe von TEUR 116 (Vorjahr: TEUR 46) in den übrigen Zinsaufwendungen enthalten. Transaktionskosten für die Ausreichung von Darlehen gegenüber Kreditinstituten werden nach der Effektivzinsmethode über die entsprechende Laufzeit der Finanzierung verteilt. Die Auflösung abgegrenzter und der Aufwand nicht abgegrenzter Transaktionskosten ist in den übrigen Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 1.010 (Vorjahr: TEUR 545) enthalten. Der Effektivzinseffekt Eigenkapitalanteil Gesellschafterdarlehen resultiert aus dem Unterschied zwischen der tatsächlichen Verzinsung des Gesellschafterdarlehens und einer fiktiven an den Marktverhältnissen orientierten Verzinsung unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode.

Der Gesamtzinsertrag für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, oder finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betrug im Geschäftsjahr 2021 TEUR 77 (Vorjahr: TEUR 151). Der Gesamtzinsaufwand für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, oder finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lag im Geschäftsjahr 2021 bei TEUR 9.080 (Vorjahr: TEUR 8.485).

Alle Zinserträge und Zinsaufwendungen, die aus finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten resultieren, wurden nach der Effektivzinsmethode errechnet.

9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Tatsächlicher Steueraufwand -2.052 -1.323
davon periodenfremd -207 53
Latente Steuern 3.483 4.096
davon aus temporären Differenzen 1.700 -828
Steueraufwand (-) / Steuerertrag (+) 1.431 2.773

Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind die in den einzelnen Ländern gezahlten bzw. geschuldeten Ertragsteuern sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

Der Ermittlung der latenten Steuern liegen, die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde; diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen.

In der nachfolgenden Überleitungsrechnung werden die Unterschiede zwischen dem tatsächlich gebuchten Ertragsteueraufwand und dem erwarteten Ertragsteueraufwand ausgewiesen. Der erwartete Ertragsteueraufwand ergibt sich aus dem Ergebnis vor Ertragsteuern, multipliziert mit dem anzuwendenden Ertragsteuersatz für den Konzern.

Der hierfür angewendete Ertragsteuersatz von 27,38 % entspricht dem Steuersatz der Konzernmuttergesellschaft Rome HoldCo GmbH.

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Ergebnis vor Ertragsteuern -8.976 -13.407
Anzuwendender Ertragsteuersatz 27,38 % 27,38 %
Erwarteter Ertragsteuerertrag 2.458 3.671
Effekte aus abweichenden ausländischen Steuersätzen -490 175
Effekte aus abweichenden inländischen Steuersätzen 37 -26
Steuerauswirkungen
Steuerliche Hinzurechnungen 1.355 1.808
Steuerfreie Erträge -373 -329
Periodenfremde Steuererträge -299 -377
Periodenfremder Steueraufwand 265 324
Nichtansatz laufender steuerlicher Verluste 300 90
Erstansatz latenter Steuern 0 -929
Nutzung nicht angesetzter steuerlicher Verlustvorträge 0 -335
Mindestbesteuerung 223 181
Permanente Differenzen 16 127
Sonstige Abweichungen -7 189
Summe Steuerauswirkungen 1.480 749
Summe Steuerertrag 1.431 2.773
Effektive Steuerquote 15,94 % 20,74 %

V. Erläuterungen zur Bilanz

10. Immaterielle Vermögenswerte

i. Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert hat sich in der Berichtsperiode wie folgt entwickelt:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Stand am 01.01 148.423 149.154
Zugänge 0 0
Währungsumrechnung 558 -731
Stand am 31.12. 148.981 148.423

Die einzelnen Geschäfts- oder Firmenwerte resultieren aus den folgenden Unternehmenstransaktionen (entsprechend den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten):

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
BBS Automation Gruppe (Erwerb 2018) 131.149 131.149
ANT (Erwerb 2018) 8.168 8.234
BBS Winding (Erwerb 2019) 3.405 3.405
ReaLead Gruppe (Erwerb 2019) 6.259 5.636
148.981 148.423

Der Geschäfts- oder Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ANT beträgt in lokaler Währung PLN 37,5 Mio. und derjenige der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ReaLead Gruppe CNY 45,2 Mio. Beide Werte sind unverändert gegenüber dem Vorjahr.

ii. Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte beinhalten erworbene Lizenzen und ähnlich erworbene Rechte, selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte und übrige immaterielle Vermögenswerte.

Die Entwicklung der sonstigen immateriellen Vermögenswerte im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 und in der Vorjahresperiode stellt sich wie folgt dar:

Lizenzen und ähnliche Rechte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Übrige immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte in Herstellung Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungskosten 01.01.2021 4.625 4.861 79.926 20 89.432
Zugänge 144 141 0 1.301 1.586
Abgänge 0 0 0 0 0
Umgliederung 0 0 0 0 0
Währungsumrechnung 163 -28 422 -8 549
Stand am 31.12.2021 4.932 4.974 80.348 1.313 91.567
Abschreibungen 01.01.2021 4.259 754 15.285 0 20.299
Zugänge 190 962 6.960 0 8.111
Wertminderungen 0 897 0 0 897
Abgänge 0 0 0 0 0
Umgliederung 0 0 0 0 0
Währungsumrechnung 147 -11 184 0 320
Stand am 31.12.2021 4.596 2.602 22.429 0 29.627
Nettobuchwert 31.12.2020 366 4.107 64.641 20 69.134
Nettobuchwert 31.12.2021 336 2.372 57.919 1.313 61.941
Lizenzen und ähnliche Rechte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Übrige immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte in Herstellung Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungskosten 01.01.2020 4.585 2.423 80.249 1.167 88.424
Zugänge 198 417 0 1.050 1.665
Abgänge 0 0 0 0 0
Umgliederung -30 2.162 0 -2.132 0
Währungsumrechnung -129 -141 -323 -65 -657
Stand am 31.12.2020 4.625 4.861 79.926 20 89.432
Abschreibungen 01.01.2020 4.190 268 8.140 0 12.599
Zugänge 200 529 7.232 0 7.961
Abgänge 0 0 0 0 0
Umgliederung -9 9 0 0 0
Währungsumrechnung -122 -52 -87 0 -261
Stand am 31.12.2020 4.259 754 15.285 0 20.299
Nettobuchwert 31.12.2019 395 2.155 72.109 1.167 75.826
Nettobuchwert 31.12.2020 366 4.107 64.641 20 69.134

Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2021 betreffen eine bisher aktivierte selbst erstellte Software. Diese steht im Zusammenhang mit den unter IV.3. Sonstige betriebliche Erträge beschriebenen Kostenübernahmeansprüchen der BBS Automation Gruppe gegen einen Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH. Nachdem sich die Software als ungeeignet für den Einsatz in der BBS Automation Gruppe herausgestellt hat, wurde eine außerplanmäßige Wertminderung in Höhe von TEUR 897 erfasst. Die selbst erstellte Software wurde folglich auf den Nutzungswert von TEUR 0 vollständig abgewertet.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte enthalten weiterhin aktivierte Softwareentwicklungen. Sofern die Entwicklungstätigkeit noch nicht abgeschlossen wurde, werden die bis dahin aufgelaufenen Kosten als immaterielle Vermögenswerte in Herstellung ausgewiesen.

Die übrigen immateriellen Vermögenswerte enthalten die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen und im Wege der Kaufpreisallokation nach IFRS 3 identifizierten und bewerteten immateriellen Vermögenswerte und lassen sich mit ihren Buchwerten wie folgt aufteilen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Kundenstamm 28.892 34.844
Marken
- mit unbestimmter Nutzungsdauer 27.608 27.608
- mit bestimmter Nutzungsdauer 281 398
Sonstige 1.138 1.791
57.919 64.641

Die letzten Abschreibungen auf den Kundenstamm werden planmäßig im Geschäftsjahr 2026 erfasst. Der Marke "BBS" konnte keine bestimmte Nutzungsdauer zugeordnet werden. Die Nutzungsdauer unterliegt keiner rechtlichen Beschränkung noch gibt es von Seiten des Managements Bestrebungen zur zeitlich eingeschränkten Nutzbarkeit der Marke "BBS". Die Marke "BBS" ist im Markt etabliert und wird auch als solche wahrgenommen. Da aktuell kein zeitlicher Verschleiß der Marke bestimmt werden kann, wurde der Marke eine unbestimmte Nutzungsdauer zugewiesen.

iii. Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes und immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

Die BBS-Gruppe führt die jährlich verpflichtenden Werthaltigkeitstests jeweils im Dezember durch.

Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die Marke BBS mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden zur Überprüfung auf Wertminderung den nachfolgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugewiesen:

BBS Automation Gruppe

ANT

BBS Winding

ReaLead Gruppe

Die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten orientieren sich dabei an der historischen Entstehung der BBS-Gruppe und setzen sich wie folgt zusammen:

Die zahlungsmittelgenerierende Einheit BBS Automation Gruppe umfasst die Unternehmen, die im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses im August 2018 in die BBS-Gruppe aufgenommen wurden und alle weiteren Unternehmen, die keiner anderen zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurden.

Die zahlungsmittelgenerierende Einheit ANT umfasst die im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses im Dezember 2018 erworbene Gesellschaft ANT Sp. z.o.o., Krakau / Polen.

Die zahlungsmittelgenerierende Einheit BBS Winding umfasst die im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses im Juli 2019 erworbene Gesellschaft BBS Winding S.r.l., Poggibonsi / Italien.

Die zahlungsmittelgenerierende Einheit ReaLead Gruppe umfasst die Unternehmen, die im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses im Oktober 2019 in die BBS-Gruppe aufgenommen wurden.

Die Marke "BBS" mit unbestimmter Nutzungsdauer wird der zahlungsmittelgenerierenden Einheit BBS Automation Gruppe zugeordnet.

Für Zwecke des Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie der Marke mit unbestimmter Nutzungsdauer wird deren Buchwert mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert, abzüglich Veräußerungskosten, und dem Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Übersteigt einer dieser Werte den Buchwert, ist es nicht immer notwendig, beide Werte zu ermitteln.

Der erzielbare Betrag wird nach der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Zukünftige Zahlungsströme werden hierbei auf den aktuellen Berichtszeitpunkt abgezinst. Eine Wertminderung liegt vor, wenn der erzielbare Betrag kleiner ist als der Buchwert.

Cashflow Prognosen basieren auf vom Management für einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigten Finanzplänen. Cashflows nach dem Zeitraum von fünf Jahren werden unter Verwendung einer Wachstumsrate von 1,0 Prozent extrapoliert. Der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz nach Steuern stellt sich wie folgt dar:

31.12.2021 31.12.2020
BBS Automation Gruppe 7,55 % 8,84 %
ANT 9,98 % 10,59 %
BBS Winding 9,57 % 10,81 %
ReaLead Gruppe 8,46 % 9,27 %

Die Überprüfung zeigte, dass der Nutzungswert den Buchwert übersteigt. Wertminderungen waren folglich nicht zu erfassen.

Die BBS Automation Gruppe geht davon aus, dass auch im Rahmen von Sensitivitäten der für die Bewertung wesentlichen Parameter kein Wertminderungsbedarf für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und die Marke BBS besteht, da jeweils mehrere Faktoren zusammen eintreten müssen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür schätzt das Management als unwahrscheinlich ein.

11. Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 und in der Vorjahresperiode stellt sich wie folgt dar:

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Gebäude Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungskosten 01.01.2021 2.404 2.731 7.865 78 13.078
Zugänge 0 43 695 1 739
Abgänge 0 -2 -281 0 -283
Umgliederung -1 0 142 -79 62
Währungsumrechnung 99 106 397 0 602
Stand am 31.12.2021 2.502 2.878 8.818 0 14.198
Abschreibungen 01.01.2021 872 1.524 4.586 0 6.981
Zugänge 89 272 1.117 0 1.478
Abgänge 0 -1 -117 0 -118
Umgliederung -6 -38 21 0 -23
Währungsumrechnung 39 60 235 0 334
Stand am 31.12.2021 994 1.816 5.842 0 8.652
Nettobuchwert 31.12.2020 1.532 1.207 3.279 78 6.096
Nettobuchwert 31.12.2021 1.508 1.062 2.976 0 5.546
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Gebäude Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungskosten 01.01.2020 2.575 2.572 6.922 373 12.443
Zugänge 0 198 925 238 1.361
Abgänge 0 -18 -149 -4 -171
Umgliederung 0 76 477 -523 0
Währungsumrechnung -171 -97 -280 -7 -555
Stand am 31.12.2020 2.404 2.731 7.865 78 13.078
Abschreibungen 01.01.2020 846 1.318 3.735 0 5.899
Zugänge 86 273 1.012 0 1.371
Abgänge 0 -18 -27 0 -45
Umgliederung 0 0 0 0 0
Währungsumrechnung -60 -50 -134 0 -244
Stand am 31.12.2020 872 1.524 4.586 0 6.981
Nettobuchwert 31.12.2019 1.729 1.254 3.187 373 6.543
Nettobuchwert 31.12.2020 1.532 1.207 3.279 78 6.096

Wertminderungen auf Sachanlagen wurden in keiner dargestellten Berichtsperiode erfasst. Fremdkapitalkosten wurden in den Berichtsperioden nicht als Bestandteil der Herstellungskosten des Sachanlagevermögens aktiviert. Für lokale Kreditlinien erfolgten teilweise Besicherungen durch Anlagevermögen. Weitere Besicherungen für Verbindlichkeiten der BBS Automation Gruppe wurden aus dem Sachanlagevermögen nicht vergeben.

12. Leasing

Die BBS Automation Gruppe hat Leasingverhältnisse im Wesentlichen für Grundstücke und Gebäude, Maschinen und Kfz abgeschlossen. Leasingverhältnisse über kleinere, vornehmlich arbeitsplatzgebundene IT-Geräte, wie Drucker und Kopierer, werden als Leasingverträge mit geringerem Wert klassifiziert und nicht bilanziell erfasst. Ebenso werden Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten und solche über immaterielle Vermögenswerte nicht bilanziert. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Leasingnutzungsrechte untergliedert nach den für die BBS Automation Gruppe relevanten Klassen des Sachanlagevermögens:

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Gebäude Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungskosten 01.01.2021 14.583 238 835 15.655
Zugänge 1.987 0 194 2.180
Abgänge -569 0 -1 -570
Umgliederung 1 0 -142 -141
Währungsumrechnung 657 0 5 663
Stand am 31.12.2021 16.659 238 891 17.788
Abschreibungen 01.01.2021 4.535 35 386 4.957
Zugänge 3.045 114 205 3.364
Abgänge -203 0 0 -203
Umgliederung 6 0 -62 -56
Währungsumrechnung 265 1 2 267
Stand am 31.12.2021 7.648 150 531 8.329
Nettobuchwert 31.12.2020 10.048 203 449 10.698
Nettobuchwert 31.12.2021 9.011 88 360 9.459
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Gebäude Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungskosten 01.01.2020 10.752 245 815 11.812
Zugänge 4.697 0 174 4.872
Abgänge -391 -7 -120 -518
Umgliederung -69 0 -6 -75
Währungsumrechnung -408 0 -28 -436
Stand am 31.12.2020 14.583 238 835 15.655
Abschreibungen 01.01.2020 2.112 10 325 2.447
Zugänge 2.858 32 218 3.109
Abgänge -353 -7 -120 -481
Umgliederung 0 0 -23 -23
Währungsumrechnung -83 0 -14 -96
Stand am 31.12.2020 4.535 35 386 4.957
Nettobuchwert 31.12.2019 8.640 235 490 9.365
Nettobuchwert 31.12.2020 10.048 203 449 10.698

Die Buchwerte der Leasingverbindlichkeiten und die zukünftigen Auszahlungen aus diesen Leasingverbindlichkeiten stellen sich nach ihren Fristigkeiten wie folgt dar:

31.12.2021 Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Barwert der Leasingverbindlichkeiten 3.177 5.015 1.797 9.989
Auszahlungen aus den Leasingverbindlichkeiten 3.592 5.826 1.958 11.376
31.12.2020 Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Barwert der Leasingverbindlichkeiten 3.043 6.346 1.434 10.823
Auszahlungen aus den Leasingverbindlichkeiten 3.513 7.120 1.535 12.168

Innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die folgenden Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen erfasst:

GuV-Posten 01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Sonstige betriebliche Aufwendungen Leasingaufwendungen für kurzfristige Leasingverträge 10 8
Sonstige betriebliche Aufwendungen Leasingaufwendungen geringwertige Leasingverträge 123 199
Zinsen und ähnliche Aufwendungen Zinsaufwand für Leasingverbindlichkeiten 522 601
Abschreibungen Abschreibungen auf Nutzungsrechte 3.364 3.109
4.019 3.917

Variable Leasingzahlungen und Erträge aus Untervermietungen sind in den Berichtsperioden nicht angefallen und Sale-and-Lease-back-Transaktionen wurden nicht getätigt.

Für die aktuell bilanzierten Leasingnutzungsrechte bestehen keine wesentlichen in der Berechnung der Leasingverbindlichkeiten unberücksichtigten Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen, noch wurden Restwertgarantien zugesichert. Verpflichtungen aus bereits abgeschlossenen, aber zum Bilanzstichtag noch nicht begonnenen Leasingverhältnissen bestehen ebenso nicht. Die Leasingkonditionen werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Konditionen. Die Leasingverträge enthalten keine Kreditbedingungen, jedoch dürfen geleaste Vermögenswerte nicht als Sicherheit für Kreditaufnahmen verwendet werden. Die BBS Automation Gruppe least einige Gebäude in Deutschland, den USA und China von nahestehenden Personen der BBS Automation Gruppe. Die Leasingverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen sind in Anhangsangabe 34 aufgeführt.

13. Finanzielle Vermögenswerte und Finanzielle Verbindlichkeiten

Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte umfassen in vollem Umfang Anteile an übrigen Unternehmen und werden der Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet. Da für diese finanziellen Vermögenswerte keine beobachtbaren Marktwerte vorliegen und unter Berücksichtigung der insgesamt untergeordneten Bedeutung für die BBS Automation Gruppe auch keine verlässlichen Parameter für eine Modellbewertung mit angemessenem Aufwand ermittelt werden können, werden die Anschaffungskosten als beste verfügbare Indikation für den beizulegenden Zeitwert herangezogen. Zum aktuellen Zeitpunkt plant die BBS Automation Gruppe keine Veräußerung dieses finanziellen Vermögenswertes.

In den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten sind die jeweiligen Marktwerte der Fremdwährungsderivate abgebildet. In den Berichtsperioden waren die Voraussetzungen für eine Bilanzierung im Rahmen des Hedge Accounting nicht erfüllt. Die Wertänderungen im beizulegenden Zeitwert der offenen Devisentermingeschäfte wurden ergebniswirksam innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge und sonstigen betrieblichen Aufwendungen abgebildet.

Zum Bilanzstichtag bestanden die folgenden Fremdwährungsderivate zur Absicherung von zukünftigen Umsätzen:

31.12.2021 31.12.2020
Nominalvolumen Marktwert Nominalvolumen Marktwert
Aktiva TEUR TEUR TEUR TEUR
Währungsderivate 15.211 278 0 0
Gesamt 15.211 278 0 0
Passiva
Währungsderivate 0 0 6.850 47
Gesamt 0 0 6.850 47

Die Besicherungen bestehen zum 31. Dezember 2021 zwischen MYR und USD in einem Volumen von nominal USD 6,3 Mio. (Vorjahr: USD 3,2 Mio.), zwischen MYR und EUR in einem Volumen von nominal EUR 3,5 Mio. (Vorjahr: EUR 1,9 Mio.), zwischen MYR und CNY in einem Volumen von nominal CNY 0,3 Mio. (Vorjahr: CNY 18,8 Mio.), zwischen CNY und EUR in einem Volumen von nominal EUR 3,7 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) und zwischen CNY und USD in einem Volumen von nominal USD 11,7 Mio. (Vorjahr: USD 0,0 Mio.).

Für die zum Berichtsstichtag bestehenden Sicherungsgeschäfte werden die gesicherten Zahlungsströme allesamt im kommenden Jahr eintreffen. Weder im Berichtszeitraum noch im Vorjahr bestanden Devisentermingeschäfte mit einer Laufzeit von über einem Jahr.

14. Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Die langfristigen und kurzfristigen übrigen Forderungen sowie sonstigen Vermögenswerten setzen sich aus den folgenden finanziellen und nichtfinanziellen Vermögenswerten zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
Darin finanzielle Vermögenswerte
Mietkautionen 0 0
Gesamte langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 0
Darin nichtfinanzielle Vermögenswerte
Sonstiges 0 0
Gesamte langfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte 0 0
Gesamte langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 0 0
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
Darin finanzielle Vermögenswerte
Forderung aus Kostenübernahme gegenüber Gesellschafter 17.000 0
Darlehensforderung gegen nahestehendes Unternehmen / Personen 3.564 0
Sonstiges 82 260
Gesamte kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 20.646 260
Darin nichtfinanzielle Vermögenswerte
Steuerforderungen 335 1.396
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 863 919
Sonstiges 1.042 871
Gesamte kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte 2.240 3.186
Gesamte kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 22.886 3.446

Zum Inhalt der Forderungen aus Kostenübernahme gegenüber einem Gesellschafter verweisen wir auf die Anhangsangabe IV.3. Sonstige betriebliche Erträge. Diese Forderung ist in drei Raten bis zum 31. Dezember 2022 von dem nahestehenden Unternehmen in voller Höhe in EUR zu begleichen.

Die Darlehensforderungen gegen nahestehendes Unternehmen / Personen bestehen aus zwei einzelnen Posten:

Eine Forderung gegen ein nahestehendes Unternehmen in China in Höhe von TEUR 3.471 (CNY 25 Mio.); fällig am 31. Dezember 2022 inklusive Zinsen in Höhe von 3,00 %.

Eine Forderung gegen eine Person in Schlüsselposition in Deutschland in Höhe von TEUR 93; fällig am 15. März 2022 inklusive Zinsen in Höhe von 2,00 %.

Zu beiden Berichtsstichtagen waren keine Gelder mit einem Horizont von mehr als drei Monaten angelegt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten wurden im Wesentlichen für Vorausbezahlungen von Versicherungen und Wartungsverträgen gebildet.

Auf die oben aufgeführten langfristigen und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte wurden weder Wertberichtigungen gebildet, noch sind hierin überfällige Beträge enthalten. Zum Bilanzstichtag liegen keine Anhaltspunkte vor, dass die Zahlungen bei Fälligkeit dieser Posten nicht geleistet werden. In den hier abgebildeten kurz- und langfristigen finanziellen Vermögenswerten sind folgende Forderungen in Fremdwährung enthalten:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Gesamt 3.553 260
CNY 3.545 260
Sonstige (u.a. INR) 8 0

15. Latente Steueransprüche und Steuerschulden

Die latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden beziehen sich auf folgende Positionen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Latente Steueransprüche
Sachanlagen 4 3
Vorräte 10.201 11.074
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2.080 2.041
Rückstellungen 2.735 1.856
Verbindlichkeiten 6.093 4.394
Steuerliche Verlustvorträge 8.262 6.312
Summe latente Steueransprüche 29.375 25.681
Latente Steuerschulden
Immaterielle Vermögenswerte 9.857 11.511
Sachanlagen und Leasingnutzungsrechte 2.487 2.724
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 17.769 15.357
Gesellschafterdarlehen 1.680 2.300
Verbindlichkeiten 920 778
Summe latente Steuerschulden 32.713 32.670

Die Veränderungen der latenten Steuern gegenüber dem Vorjahr wurden in Höhe von TEUR 3.483 (Vorjahr: TEUR 4.096) ertragswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wie im Vorjahr wurden keine latenten Steuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.

Die hier aufgeführten aktiven latenten Steueransprüche auf ertragsteuerliche Verlustvorträge sind in Höhe von TEUR 5.366 (31. Dezember 2020: TEUR 4.376) inländischen und in Höhe von TEUR 2.896 (31. Dezember 2020: TEUR 1.936) ausländischen Gesellschaften zuzuordnen. Auf inländische Gewerbesteuer entfallen hiervon TEUR 2.237 (31. Dezember 2020: TEUR 1.945) und auf inländische Körperschaftsteuer TEUR 3.129 (31. Dezember 2020: TEUR 2.431). Im Berichtsjahr wurden auf TEUR 4.348 (31. Dezember 2020: TEUR 320) ausländische steuerliche Verlustvorträge keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da diese nicht unbegrenzt nutzbar sind und man nicht davon ausgeht, diese im erforderlichen Zeitrahmen nutzen zu können. Die weiteren bestehenden steuerlichen Verlustvorträge sind sämtlich unverfallbar. Im Berichtsjahr wurden auf TEUR 173 (Vorjahr: TEUR 63) inländische steuerliche Verlustvorträge keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Diese sind unverfallbar.

Im Übrigen verweisen wir auf die Ausführungen bei den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen und auf die Erläuterungen unter Abschnitt IV.

16. Vorräte

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 5.166 3.788
Unfertige Erzeugnisse / Leistungen 617 992
Fertige Erzeugnisse und Waren 183 170
Geleistete Anzahlungen 6.121 3.452
12.087 8.402

Aufgrund des im Verhältnis zum Produktionsvolumen sehr geringen Vorratsbestandes und des in der Regel kurzfristigen Verbrauchs in der Herstellung, waren in den Berichtsperioden keine Wertberichtigungen oder Wertaufholungen auf Vorräte zu erfassen. Der Gesamtbetrag der Vorräte, der im Geschäftsjahr als Aufwand erfasst wurde, beträgt TEUR 85.045 (Vorjahr: TEUR 74.249).

17. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Nominalwert 48.256 30.638
Wertberichtigung -2.880 -2.039
Bilanzansatz 45.376 28.598

Die Entwicklung der Wertberichtigungen in den Berichtsperioden stellt sich wie folgt dar:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Stand am Periodenanfang 2.039 942
Zuführung 2.534 1.994
Verbrauch 0 -8
Auflösung -1.811 -850
Fremdwährungseffekte 118 -39
Stand am Periodenende 2.880 2.039

Bei den Zuführungen des laufenden Geschäftsjahres handelt es sich im Wesentlichen um einen einzelnen spezifischen Sachverhalt in der deutschen Produktionsgesellschaft. Nach einer Einigung mit einem Kunden in China konnte im Geschäftsjahr 2021 ein wesentlicher Betrag in der entsprechenden Gesellschaft aufgelöst werden.

Bezogen auf die Fälligkeitsstruktur stellen sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:

31.12.2021 31.12.2020
Nominalvolumen Wertberichtigung Nominalvolumen Wertberichtigung
TEUR TEUR TEUR TEUR
Nicht fällig 31.157 152 23.971 0
Überfällig bis 30 Tage 2.030 0 5.144 1.712
Überfällig > 30 aber < 90 Tage 3.859 0 502 87
Überfällig über 90 Tage 11.210 2.728 1.021 240
Gesamt 48.256 2.880 30.638 2.039

Die BBS Automation Gruppe hat keine Besicherungen für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhalten. Bei den weder einzeln wertgeminderten noch überfälligen Forderungen liegen zum Bilanzstichtag keine Anhaltspunkte vor, dass die Zahlungen bei Fälligkeit nicht geleistet werden.

Auf Grund der internationalen Tätigkeit des Konzerns sind zu den Stichtagen in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen folgende in Konzernwährung Euro umgerechnete Fremdwährungsforderungen enthalten:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Gesamt 28.978 13.392
CNY 25.467 10.019
USD 2.574 2.610
MYR 468 522
PLN 242 241
Sonstige 227 0

18. Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Die Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten resultieren in voller Höhe aus Verträgen mit Kunden, bei denen die Umsatzrealisierung über einen Zeitraum erfolgt. Sie werden voraussichtlich innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag realisiert.

19. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Guthaben bei Kreditinstituten 17.897 6.903
Kassenbestand 9 7
17.906 6.910

Die BBS Automation GmbH, die BBS Automation Blaichach GmbH und die BBS Automation Chicago Inc. haben ein Pfandrecht an ihren jeweilig bestehenden Bankkonten (inklusive Tagesgeld, Termineinlagen und Festgeldguthaben) bestellt. Weitere Verfügungsbeschränkungen liegen nicht vor. Auf Grund der internationalen Tätigkeit des Konzerns sind zu den Stichtagen in den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten folgende in Konzernwährung Euro umgerechnete Fremdwährungsbeträge enthalten:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Gesamt 15.496 5.253
CNY 14.753 3.989
USD 565 1.036
MYR 109 49
PLN 69 179

20. Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Gezeichnete Kapital entspricht dem der Rome HoldCo GmbH. Das Gezeichnete Kapital ist im Berichtszeitraum unverändert bei TEUR 238. Es ist eingeteilt in 238.093 Geschäftsanteile zu je EUR 1,00.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage stellt diejenige der Rome HoldCo GmbH dar und beträgt zu beiden Berichtsstichtagen unverändert TEUR 117.754. Die Einzahlung in die Kapitalrücklage wurde im Wege einer Kapitalerhöhung im Geschäftsjahr 2018 durchgeführt.

Eigenkapitalanteil des Gesellschafterdarlehens

In diesem Posten wird der Unterschied zwischen der tatsächlichen Verzinsung des Gesellschafterdarlehens und einer fiktiven an den Marktverhältnissen orientierten Verzinsung unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode erfasst. Der Posten wird nach Endfälligkeit des Darlehens in den Bilanzgewinn/Bilanzverlust umgegliedert und wurde abzüglich latenter Steuern erfasst.

Übriges kumuliertes Eigenkapital

Im Übrigen kumulierten Eigenkapital werden solche Gewinne und Verluste ausgewiesen, die nicht über die Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im sonstigen Ergebnis erfasst werden. In der BBS Automation Gruppe umfasst dies im Betrachtungszeitraum lediglich den Unterschiedsbetrag aus den Umrechnungsdifferenzen von ausländischen Abschlüssen in die Berichtswährung. Die Entwicklung im Betrachtungszeitraum ist in der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Bilanzverlust

Der Bilanzverlust enthält die im Berichtsjahr und in den vorherigen Geschäftsjahren angesammelten Konzernjahresergebnisse. Ausschüttungen an die Gesellschafter haben im Betrachtungszeitraum nicht stattgefunden.

Kapitalsteuerung

Die Ziele der BBS Automation Gruppe im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der langfristigen Sicherstellung der Unternehmensfortführung und der Erwirtschaftung angemessener Renditen für die Gesellschafter, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer optimalen Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu reduzieren.

Die Kapitalstruktur wird dahingehend gesteuert, dass sie den Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie Risiken aus den zugrundeliegenden Vermögenswerten Rechnung trägt. Die Geschäftstätigkeit der Gruppe erfordert ein hohes Maß an variablen Finanzierungsmöglichkeiten, um auch Kundenprojekte mit einem hohen Umsatzvolumen flexibel finanzieren zu können. Folglich wird eine wesentliche Bedeutung auf eine den Projektlaufzeiten entsprechende Fristenkongruenz der Finanzierung gelegt. Grundsätzlich steht die BBS-Gruppe in permanentem Kontakt mit Banken und anderen Finanzierungsgesellschaften, um den Einsatz von Bankkrediten und anderen Finanzierungsmöglichkeiten zur Optimierung der Eigenkapitalrendite zu prüfen. Neben der Inanspruchnahme kurzfristiger Finanzierungen wird zur Optimierung der Kapitalstruktur auf Bürgschaften zur Absicherung von Kundenprojekten zurückgegriffen. Bei der Überwachung der Kapitalstruktur und weiteren daraus resultierenden Kennzahlen liegt der Fokus auf der Berücksichtigung und Einhaltung von vertraglich geregelten Abreden in Finanzierungsverträgen (Covenants). Die für die Gruppe relevanten Kennzahlen, die auf Ebene der BBS Automation GmbH ermittelt werden, sind:

"Gross Leverage Ratio"

"Minimum Pro Forma Consolidated EBITDA"

"Minimum Liquidity".

Die sich hieraus ergebende Kennzahl für das "Gross Leverage Ratio" betrug zum 31. Dezember 2021: 6,31 und zum 31. Dezember 2020: 6,04.

Mit Vertrag vom 27. Mai 2020 wurde ein Aussetzen der Abrede zu den Finanzierungsbedingungen (Covenants) bis einschließlich 31. Dezember 2020 vereinbart. Am 31. März 2021 wurde eine weitere Vertragsanpassung bezüglich der Finanzierungsbedingungen mit dem Bankenkonsortium beschlossen, die vorsieht, dass die "Gross Leverage Ratio" für ein weiteres Jahr bis einschließlich 31. Dezember 2021 ausgesetzt wird. Als Ersatz ist die Finanzkennzahl "Minimum Pro Forma Consolidated EBITDA" eingeführt worden, die quartalweise zu erfüllen ist und zu den relevanten Stichtagen im Geschäftsjahr 2021 erfüllt wurde.

Die "Minimum Liquidity" muss auf Monatsbasis mindestens TEUR 18.500 betragen, die Kennzahl wurde im Geschäftsjahr 2021 jeweils eingehalten.

Weitere Ausführungen und die Erläuterungen der einzelnen Kennzahlen siehe Abschnitt "Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten".

21. Sonstige Rückstellungen (lang- und kurzfristig)

Rückstellung für drohende Verluste aus Verträgen mit Kunden Rückstellung für Gewährleistung Übrige Rückstellungen Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand 01.01.2021 361 1.544 324 2.229
Zuführung 2.450 894 720 4.065
Inanspruchnahme -24 -352 -148 -524
Auflösung 0 -372 -77 -449
Umgliederung 0 0 0 0
Währungsumrechnung 22 146 36 203
Stand 31.12.2021 2.810 1.859 854 5.524
Langfristig 0 373 0 373
Kurzfristig 2.810 1.486 854 5.151
Stand 31.12.2021 2.810 1.859 854 5.524
Rückstellung für drohende Verluste aus Verträgen mit Kunden Rückstellung für Gewährleistung Übrige Rückstellungen Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand 01.01.2020 351 1.577 141 2.069
Zuführung 189 931 487 1.607
Inanspruchnahme -136 -427 -324 -887
Auflösung -37 -477 0 -514
Umgliederung 0 -5 19 14
Währungsumrechnung -6 -55 1 -60
Stand 31.12.2020 361 1.544 324 2.229
Langfristig 0 216 0 216
Kurzfristig 361 1.328 324 2.013
Stand 31.12.2020 361 1.544 324 2.229

Die Rückstellungen für drohende Verluste aus Verträgen mit Kunden resultieren aus solchen Projekten, bei denen die Gesellschaft im Laufe der Herstellung einen Gesamtverlust aus dem Projekt identifiziert hat. Einige davon stehen im Zusammenhang mit den Kostenübernahmeansprüchen gegen einen Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH - siehe dazu die Erläuterungen unter IV. 3. Sonstige betriebliche Erträge.

Die Rückstellungen für Gewährleistung werden basierend auf Erfahrungswerten gebildet. Der Ansatz wird jährlich geprüft und an die aktuelle Entwicklung angepasst.

22. Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Restlaufzeit zum Bilanzstichtag von unter einem Jahr 25.341 2.437
davon kurzfristiger Anteil der langfristigen Darlehensverbindlichkeiten 594 610
Restlaufzeit zum Bilanzstichtag von über einem Jahr 58.658 58.308
83.999 60.745

Aus dem staatlichen Corona-Förderprogramm der KfW-Bank in Deutschland sind der BBS Automation Gruppe im Geschäftsjahr 2021 EUR 12,5 Mio. als neues Darlehen zugeflossen. Die ursprüngliche Gewährung über EUR 25 Mio. musste somit nicht vollständig in Anspruch genommen werden. Das Darlehen ist am 31. Dezember 2022 rückzahlbar, Zinsen in Höhe von 2,12 % werden quartalsweise gezahlt.

Im Geschäftsjahr 2020 ist der BBS Automation Gruppe ein Darlehen über nominal EUR 1,0 Mio. zugeflossen, welches mit 1,64% plus 3 Monats-EURIBOR (aber mindestens 0% als Referenz) verzinst und mit vierteljährlichen Tilgungen bis 2025 zurückgeführt wird.

Im Geschäftsjahr 2019 erfolgte eine wesentliche Umfinanzierung der BBS Automation Gruppe. Im Rahmen dieser Umfinanzierung ist dem Unternehmen eine langfristige Finanzierung mit einem Nominalbetrag von EUR 60 Mio. zugeflossen. Diese langfristige Darlehensverbindlichkeit ist mit einem Zinssatz von aktuell 3,75 % (Vorjahr: 3,75%) verzinslich und endfällig im September 2026; Zinszahlungen fallen halbjährlich an. Der Zinssatz des Darlehens kann in Abhängigkeit des "Gross Leverage" der BBS Automation Gruppe zwischen 2,5 % und 3,75 % variieren. Neben diesem langfristigen Darlehen wurden im Rahmen der Umfinanzierung auch kurzfristige Kreditlinien zur Verfügung gestellt, welche je nach Bedarf in Anspruch genommen werden können. Diese sind am Ende der jeweiligen Zinsperiode rückzahlbar. Die kurzfristigen Kreditlinien sehen eine variable Verzinsung in Abhängigkeit vom EURIBOR als Referenzzinssatz und einer Marge vor, wobei die Mindestreferenz mit 0 % festgelegt wurde. Im Betrachtungszeitraum kam es daher lediglich zur Berechnung der Marge als Zinssatz.

Die Finanzierungsverträge der BBS Automation Gruppe enthalten vertraglich geregelte Finanzierungsbedingungen sowie Abreden zur Erfüllung bestimmter Kennzahlen (Covenants). Als wesentlichste Finanzierungsbedingung sind dabei die Kennzahlen "Gross Leverage Ratio", "Minimum Pro Forma Consolidated EBITDA" sowie "Minimum Liquidity" anzusehen. Das "Gross Leverage Ratio" ergibt sich als Verhältnis des nach bestimmten Kriterien definierten Fremdkapitals zu einem um nicht wiederkehrende Effekte bereinigten operativen Ergebnisses ("Pro Forma EBITDA") gemäß der Definition in den Finanzierungsverträgen der Gruppe. Das "Gross Leverage Ratio" ist dabei quartalsweise festgelegt und durfte zum 31. Dezember 2021 gemäß ursprünglicher Finanzierungsvereinbarungen aus dem Jahr 2019 den Wert von 3,75:1,00 nicht überschreiten.

Der tatsächliche Wert betrug zum 31. Dezember 2021 6,32:1,00. Mit Vertrag vom 27. Mai 2020 wurde beschlossen, dass die Finanzierungskennzahl "Gross Leverage Ratio" ausgesetzt wurde für den Zeitraum vom 30. Juni 2020 bis einschließlich 31. Dezember 2020 und damit ein Überschreiten keine Auswirkungen auf die Finanzierungsbedingungen sowie die Finanzierung hat. Am 31. März 2021 wurde eine weitere Vertragsanpassung bezüglich der Finanzierungsbedingungen mit dem Bankenkonsortium beschlossen, die vorsieht, dass die "Gross Leverage Ratio" für ein weiteres Jahr bis einschließlich 31. Dezember 2021 ausgesetzt wird und damit ein Überschreiten keine Auswirkungen auf die Finanzierungsbedingungen sowie die Finanzierung hat. Als Ersatz ist die Finanzkennzahl "Minimum Pro Forma Consolidated EBITDA" eingeführt worden, die quartalweise zu erfüllen ist und zu den relevanten Stichtagen im Geschäftsjahr 2021 erfüllt wurde.

Die "Minimum Liquidity" muss auf Monatsbasis mindestens TEUR 18.500 betragen. Sie berechnet sich als Zahlungsmittel zuzüglich frei verfügbarer Linien aus der globalen Finanzierungslinie, KfW- Linie und den lokalen Linien. Der tatsächliche Wert zum 31. Dezember 2021 betrug TEUR 52.938 und ist damit eingehalten.

Basierend auf den üblichen Zahlungsvereinbarungen mit den Kreditinstituten stellen sich die Fälligkeiten und damit der Mittelabfluss aus den kurzfristigen Darlehensverbindlichkeiten (ohne die Berücksichtigung der aufzulösenden Transaktionskosten) gegenüber Kreditinstituten wie folgt dar:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Buchwert 25.927 3.104
in den folgenden Zeitbändern fällig:
< 30 Tage 63 1.116
31 - 90 Tage 10.770 682
91 - 180 Tage 1.462 159
181 Tage - 1 Jahr 13.632 1.147

Zu den Sicherheiten für die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verweisen wir auf Anhangsangabe 29. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen in den folgenden Währungen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Gesamt 83.999 60.745
EUR 82.613 59.896
CNY 1.384 810
USD 0 38
PLN 1 0

23. Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern

Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen über die folgenden Nominalbeträge und Verzinsungen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Nominalbetrag 105.831 105.831
Kumulierte Zinsaufwendungen 7.525 5.407
Eigenkapitalanteil -13.510 -13.510
Kumulierte Effektivverzinsung 7.372 5.110
107.218 102.838

Die zu den beiden Stichtagen bestehenden Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern werden mit 2% verzinst und sind inklusive aufgelaufener Zinsen endfällig im September 2026 rückzahlbar. Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind unbesichert und nachrangig.

24. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Basierend auf den üblichen Zahlungsvereinbarungen mit Lieferanten und sonstigen Geschäftspartnern stellen sich die Fälligkeiten und damit der Mittelabfluss der kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Buchwert 32.804 18.228
davon in den folgenden Zeitbändern fällig:
< 30 Tage 11.724 7.977
30 - 90 Tage 12.608 5.312
90 - 180 Tage 6.705 4.185
180 Tage - 1 Jahr 1.767 754

Auf Grund der internationalen Tätigkeit des Konzerns sind zu den Stichtagen in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen folgende in Konzernwährung EUR umgerechnete Fremdwährungsverbindlichkeiten enthalten:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Gesamt 24.083 12.162
CNY 21.212 9.594
USD 1.286 1.281
MYR 1.263 1.207
PLN 113 73
Sonstige 209 7

Für die ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind bis auf den üblichen länderspezifischen Eigentumsvorbehalt keinerlei Sicherheiten hinterlegt.

25. Übrige Verbindlichkeiten

Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten stellen sich im Detail wie folgt dar:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Langfristige übrige Verbindlichkeiten
Darin finanzielle Verbindlichkeiten
Kaufpreisverbindlichkeit 672 555
Gesamte langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 672 555
Darin nichtfinanzielle Verbindlichkeiten
Sonstiges 0 0
Gesamte langfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 0 0
Gesamte langfristige übrige Verbindlichkeiten 672 555
Kurzfristige übrige Verbindlichkeiten
Darin finanzielle Verbindlichkeiten
Kaufpreisverbindlichkeit 3.000 7.381
Sonstiges 5.819 1.441
Gesamte kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 8.819 8.822
Darin nichtfinanzielle Verbindlichkeiten
Personalverbindlichkeiten 6.321 4.741
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 2.510 2.260
Sozialversicherungsträger 203 132
Sonstiges 385 208
Gesamte kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 9.419 7.341
Gesamte kurzfristige übrige Verbindlichkeiten 18.238 16.163

Die langfristige Kaufpreisverbindlichkeit aus dem Erwerb der BBS Winding hat sich im Geschäftsjahr 2021 aufgrund des Aufzinsungseffektes gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die kurzfristige Kaufpreisverbindlichkeit aus dem Erwerb der ReaLead Gruppe aus dem Geschäftsjahr 2019 hat sich durch Zahlung und eine Einigung auf den finalen Kaufpreis reduziert. Die restliche Zahlung erfolgt im März 2022. Der Ertrag aus der Anpassung der Kaufpreisverbindlichkeit wurde in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Die sonstigen übrigen finanziellen Verbindlichkeiten sind überwiegend Bankwechsel.

Die Fälligkeiten und damit der Mittelabfluss der kurzfristigen übrigen finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Buchwert 8.819 8.822
davon in den folgenden Zeitbändern fällig:
< 30 Tage 362 203
30 - 90 Tage 4.974 4.103
90 - 180 Tage 3.483 1.125
180 Tage - 1 Jahr 0 3.391

In den lang- und kurzfristigen übrigen finanziellen Verbindlichkeiten sind folgende in Euro umgerechnete Beträge in Fremdwährung enthalten:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Gesamt 8.819 8.822
CNY 8.018 8.822
MYR 801 0

26. Ertragsteuerforderungen und Ertragsteuerschulden

Die Ertragsteuerforderungen bestehen zu beiden Stichtagen in voller Höhe im Inland.

Die Ertragsteuerschulden beinhalten in Höhe von TEUR 265 (31. Dezember 2020: TEUR 96) inländische und TEUR 315 (31. Dezember 2020: TEUR 709) ausländische Ertragsteuerschulden.

27. Unternehmenserwerbe

In beiden dargestellten Berichtsperioden haben keine Unternehmenserwerbe stattgefunden.

28. Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Finanzmittelfonds der BBS Automation Gruppe im Berichtsjahr und im Vorjahr verändert hat. Der Finanzmittelfonds ist dabei als Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten abzüglich der Zahlungsmittel mit eingeschränkter Verfügbarkeit definiert.

Entsprechend IAS 7 werden die Zahlungsströme nach dem Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit, aus der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit gegliedert.

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Mittelzufluss (+) aus laufender Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 4.539 12.165
Mittelabfluss (-) / Mittelzufluss (+) / aus Investitionstätigkeit -9.625 1.056
Free Cashflow -5.086 13.212
Mittelzufluss (+) / Mittelabfluss (-) aus Finanzierungstätigkeit 14.886 -23.586
Nettozunahme (+) / -abnahme (-) von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 9.800 -10.374

Die Kapitalflussrechnung wird nach der indirekten Methode erstellt.

Der Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2021 beträgt TEUR 17.906 (31. Dezember 2020: TEUR 6.910) und umfasst sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks sowie Kassenbestände.

Die sonstigen nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen in Höhe von TEUR 12.723 (Vorjahr: TEUR 2.330) enthalten zum überwiegenden Teil den Ertrag aus den Kostenübernahmeansprüchen gegen einen Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH, welcher erst im Geschäftsjahr 2022 zahlungswirksam wird. Darüber hinaus sind hier im Wesentlichen die Zuführungen bzw. Auflösungen von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bzw. die Zuführungen und Auflösungen aus sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Darüber hinaus kam es zu keinen weiteren wesentlichen zahlungsunwirksamen Geschäftsvorfällen.

Die Auszahlungen für Unternehmenserwerbe betreffen die im Geschäftsjahr 2021 gezahlte Kaufpreisrate für den Erwerb der ReaLead Gruppe aus dem Geschäftsjahr 2019.

Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und Leasingverbindlichkeiten haben sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:

Kurzfristige Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Langfristige Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern Leasingverbindlichkeiten
TEUR TEUR TEUR TEUR
Im Zeitraum vom 01.01.-31.12.2020
Stand 01.01.2020 19.201 57.501 98.683 9.246
Zahlungsunwirksame Veränderung
Zinsabgrenzung / Effektivverzinsung 617 0 4.211 0
Neue Leasingverträge 4.493
Umgliederung -496 496 0 0
Auflösung Transaktionskosten 545 0 0 0
Zahlungswirksame Veränderung
Tilgung -17.431 0 -56 -2.916
Aufnahme 0 1.000 0 0
Transaktionskosten 0 -689 0 0
Stand 31.12.2020 2.437 58.308 102.838 10.823
Im Zeitraum vom 01.01.-31.12.2021
Stand 01.01.2021 2.437 58.308 102.838 10.823
Zahlungsunwirksame Veränderung
Zinsabgrenzung / Effektivverzinsung 484 0 4.380 0
Neue Leasingverträge 2.224
Umgliederung -678 678 0 0
Auflösung Transaktionskosten 981 0 0 0
Zahlungswirksame Veränderung
Tilgung -866 0 0 -3.058
Aufnahme 22.983 0 0 0
Transaktionskosten 0 -328 0 0
Stand 31.12.2021 25.341 58.658 107.218 9.989

29. Risikomanagement und Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten

Der Finanzbereich der BBS Automation GmbH überwacht und steuert die finanzwirtschaftlichen Risiken der gesamten BBS Automation Gruppe. Diese sind speziell:

Liquiditätsrisiken

Marktrisiken (Zins- und Währungsrisiken)

Bonitätsrisiken bzw. Kreditrisiken

Aufgrund ihrer Tätigkeit ist die BBS Automation Gruppe einer Vielzahl von finanziellen Risiken ausgesetzt. Unter Risiko verstehen wir unerwartete Ereignisse und mögliche Entwicklungen, die sich negativ auf das Erreichen gesetzter Ziele und Erwartungen auswirken. Relevant sind Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Das Risikomanagementsystem der BBS Automation Gruppe analysiert unterschiedliche Risiken und versucht, negative Effekte auf die finanzielle Lage der Gruppe zu minimieren. Das Risikomanagement wird im Bereich Finanzen unter Berücksichtigung bestehender Richtlinien durchgeführt.

Für die Messung und Steuerung wesentlicher Einzelrisiken unterscheidet der Konzern zwischen Liquiditäts-, Kredit- und Marktrisiken.

Liquiditätsrisiken

Unter Liquiditätsrisiko im engeren Sinn verstehen wir das Risiko, gegenwärtigen oder künftigen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur zu ungünstigen Bedingungen nachkommen zu können. Die BBS Automation Gruppe generiert finanzielle Mittel überwiegend durch das operative Geschäft.

Die BBS Automation GmbH fungiert für die Gesellschaften der BBS Automation Gruppe als finanzwirtschaftlicher Koordinator, um eine möglichst kostengünstige und betragsmäßig stets ausreichende Deckung des Finanzbedarfs für das operative Geschäft und für Investitionen sicherzustellen. Die erforderlichen Informationen werden über eine Finanzplanung mit zusätzlicher monatlich rollierender Liquiditätsplanung bereitgestellt und laufend analysiert.

Die langfristige Unternehmensfinanzierung der BBS Automation Gruppe wird durch den laufenden Zahlungsstrom aus dem operativen Geschäft und ausreichend zur Verfügung stehende kurz- und langfristige Fremdfinanzierungen sichergestellt.

Die kurz- und langfristige Finanzierung der BBS Automation Gruppe erfolgt durch einen Mix aus kurzfristiger Projektfinanzierung durch Inanspruchnahme von Barmittel- und Bürgschaftslinien und der langfristigen Wachstumsfinanzierung durch langfristige Bankdarlehen.

Seit dem Geschäftsjahr 2019 besteht eine mit einem Bankenkonsortium abgeschlossene Finanzierung über EUR 140 Mio. Diese Finanzierung wurde vollumfänglich durch die BBS Automation GmbH durchgeführt, welche somit die gruppenweite Finanzierungsfunktion übernimmt und die Liquidität der BBS Automation Gruppe steuert.

Bestandteil der Finanzierung sind ein langfristiges Darlehen über EUR 60 Mio., eine revolvierende Kreditlinie über EUR 40 Mio. und Bürgschaftslinien über weitere EUR 40 Mio. Im Geschäftsjahr 2020 konnte sich die BBS Automation GmbH im Rahmen das inländischen staatlichen Corona-Hilfsprogrammes eine weitere Finanzierungslinie über EUR 25 Mio. bei der KfW Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) sichern, welche im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von EUR 12,5 Mio. in Anspruch genommen wurde (die restlichen EUR 12,5 Mio. werden nicht in Anspruch genommen und stehen nicht mehr als Linie zur Verfügung). Darüber hinaus bestanden weitere lokale Linien über TEUR 8.850 (31. Dezember 2019: TEUR 6.236) in Deutschland, Malaysia, China und Italien, welche je nach Ausgestaltung als Bürgschaftslinie oder als Barmittellinie in Anspruch genommen werden können.

Die folgende Tabelle zeigt die Inanspruchnahme und frei verfügbaren Mittel zum 31. Dezember 2021:

Maximale Linie Inanspruchnahme Freie Verfügbarkeit
Als liquide Mittel Als Bürgschaft
TEUR TEUR TEUR TEUR
Globale Linie 140.000 70.605 14.263 55.132
KfW Linie 12.500 12.500 0 0
Lokale Linie 8.850 2.844 3.698 2.308
Gesamt 161.350 85.949 17.961 57.440

Die folgende Tabelle zeigt die Inanspruchnahme und frei verfügbaren Mittel zum 31. Dezember 2020:

Maximale Linie Inanspruchnahme Freie Verfügbarkeit
Als liquide Mittel Als Bürgschaft
TEUR TEUR TEUR TEUR
Globale Linie 140.000 60.984 12.430 66.586
KfW Linie 25.000 0 0 25.000
Lokale Linie 6.236 1.249 2.276 2.711
Gesamt 171.236 62.233 14.706 94.297

Neben der Finanzierung über die globale Linie, die KfW Linie und die lokalen Bürgschaftslinien bestanden zum 31. Dezember 2021 Bankdarlehen über TEUR 83 (31. Dezember 2020: TEUR 1.045).

Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten

Die folgende Tabelle zeigt die Fälligkeitsstruktur der vertraglichen, undiskontierten Zahlungsströme aus Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten:

31.12.2021 Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 27.583 69.000 0 96.583
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0 123.938 0 123.938
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32.804 0 0 32.804
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 8.819 928 0 9.747
Gesamt 69.206 193.866 0 263.072
31.12.2020 Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.744 9.000 62.250 75.994
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0 0 123.938 123.938
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18.228 0 0 18.228
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 8.822 800 0 9.622
Gesamt 31.795 9.800 186.188 227.783

Die BBS Automation Gruppe hat in beiden Berichtsperioden in Bezug auf ihre finanziellen Verbindlichkeiten nicht gegen Zahlungsvereinbarungen oder Abreden in Finanzierungsverträgen (Covenants) verstoßen.

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist.

Eine detailliertere Darstellung des Laufzeitbands "bis 1 Jahr" erfolgt für die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in der Anhangsangabe 22, zu den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in der Anhangsangabe 24 sowie zu den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten in der Anhangsangabe 25.

Vom Bestand der im Konzern ausgewiesenen originären finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2021 in Höhe von TEUR 233.512 (31. Dezember 2020: TEUR 191.190) sind TEUR 83.999 im Rahmen der globalen Finanzierungslinie besichert (31. Dezember 2020: TEUR 60.745) besichert. Außerhalb der globalen Linie sind Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 215 (Vorjahr: TEUR 113) durch Sachanlagen besichert.

Für die globale Finanzierungslinie über EUR 140 Mio. und die KfW Linie über EUR 12,5 Mio. wurden den finanzierenden Banken folgende Sicherheiten gewährt: Die Gesellschaften Rome HoldCo GmbH (als alleiniger Anteilseigner der BBS Automation GmbH), BBS Automation Blaichach GmbH, BBS Automation Chicago Inc. und BBS Automation GmbH haften gesamtschuldnerisch für die unter der Finanzierung gewährten Mittel. Die genannten Gesellschaften haben ihre bestehenden Forderungen aus Darlehen, die Sie an Unternehmen der BBS Automation Gruppe vergeben haben, als Sicherheit abgetreten. Zusätzlich haben die BBS Automation GmbH, die BBS Automation Blaichach GmbH und die BBS Automation Chicago Inc. ein Pfandrecht an ihren jeweilig bestehenden Bankkonten (inklusive Tagesgeld, Termineinlagen und Festgeldguthaben) bestellt. Darüber hinaus wurde ein Pfandrecht an den Geschäftsanteilen an der BBS Automation GmbH, der BBS Automation Blaichach GmbH und der BBS Automation Chicago Inc. als Sicherheit für die bestehende Finanzierung gewährt.

Zusätzlich wird der überwiegende Teil der Gesellschaften unter länderspezifischem Eigentumsvorbehalt beliefert.

Kreditrisiken

Bonitätsrisiken entstehen durch den vollständigen oder teilweisen Ausfall eines Kunden, beispielsweise durch Insolvenz, und im Rahmen von Geldanlagen. Das Ausfallrisiko beläuft sich maximal in Höhe der Buchwerte aller finanziellen Vermögenswerte. Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf übrige Forderungen und Vermögenswerte werden nach gruppenweit einheitlichen Regeln gebildet und decken alle erkennbaren Bonitätsrisiken ab. Generell unterliegt die BBS Automation Gruppe lediglich einem geringen Bonitätsrisiko. Die Kunden der BBS Automation Gruppe sind dem Unternehmen in der Regel durch eine jahrelange Partnerschaft bekannt und befinden sich in einer guten Bonitätsklassifizierung. Darüber hinaus wird bei Neukunden und Projekten mit einem wesentlichen Umsatzvolumen mit Anzahlungen gearbeitet. Auf Basis dieser Gegebenheiten und unter Berücksichtigung der nur minimalen historischen Ausfallquoten betrachtet die BBS Automation Gruppe das Bonitätsrisiko als von untergeordneter Bedeutung.

Die folgende Tabelle zeigt das maximale Ausfallrisiko und die gehaltenen Sicherheiten der BBS Automation Gruppe, aufgeteilt nach Bilanzposten und Bewertungskategorie zu den Stichtagen 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020:

31.12.2021
Bilanzposten/Bewertungskategorie Maximales Ausfallrisiko Gehaltene Sicherheiten Rechnerisches Risiko
TEUR TEUR % TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
- Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam 283 0 0% 283
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 20.646 0 0% 20.646
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 48.256 0 0% 48.256
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 17.906 0 0% 17.906
Summe finanzielle Vermögenswerte 87.091 0 0% 87.091
31.12.2020
Bilanzposten/Bewertungskategorie Maximales Ausfallrisiko Gehaltene Sicherheiten Rechnerisches Risiko
TEUR TEUR % TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
- Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam 5 0 0% 5
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 260 0 0% 260
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 30.638 0 0% 30.638
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 6.910 0 0% 6.910
Summe finanzielle Vermögenswerte 37.813 0 0% 37.813

Wie unter III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden geschildert, werden erkennbare Ausfallrisiken im Forderungsbestand grundsätzlich durch Bildung von Wertberichtigungen in ausreichender Höhe berücksichtigt. Die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist in der Anhangsangabe 17 dargestellt.

Die folgende Tabelle zeigt die Ausfallrisiko-Konzentration in den von der BBS Automation Gruppe überwachten Ausfallrisiko-Klassen der finanziellen Vermögenswerte, aufgeteilt nach Bilanzposten und Bewertungskategorie:

31.12.2021 Bruttobuchwert Nicht fällig Überfällig in den folgenden Zeitbändern
Bilanzposten/Bewertungskategorie 1 - 30 31 -90 > 90
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
- Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam 283 283 0 0 0
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 20.646 20.646 0 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 48.256 31.157 2.030 3.859 11.210
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 17.906 17.906 0 0 0
Summe finanzielle Vermögenswerte 87.091 69.992 2.030 3.859 11.210
31.12.2020 Bruttobuchwert Nicht fällig Überfällig in den folgenden Zeitbändern
Bilanzposten/Bewertungskategorie 1 - 30 31 - 90 > 90
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
- Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam 5 5 0 0 0
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 260 260 0 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 30.638 23.971 5.144 502 1.021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten 6.910 6.910 0 0 0
Summe finanzielle Vermögenswerte 37.813 31.146 5.144 502 1.021

Marktrisiken (Zins-, Währungs- und Preisrisiken)

Unter Marktrisiko verstehen wir das Risiko eines Verlusts, der infolge einer Veränderung bewertungsrelevanter Marktparameter (Währung, Zins, Preis) entstehen kann.

Währungsrisiken

Der Konzern ist international tätig und infolgedessen einem Fremdwährungsrisiko ausgesetzt, das auf den Wechselkursänderungen verschiedener Fremdwährungen basiert. Fremdwährungsrisiken können aus erwarteten zukünftigen Transaktionen, bilanzierten Vermögenswerten und Schulden sowie Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe entstehen.

In der Regel erfolgt die Absicherung über eine natürliche Hedging-Strategie, in dem die einzelnen Landesgesellschaften Umsätze und Einkäufe überwiegend in ihrer Landeswährung tätigen. Darüber hinaus setzt die BBS Automation Gruppe zur Absicherung der Währungsrisiken aus zukünftigen Transaktionen teilweise Sicherungsgeschäfte im Rahmen von Devisentermingeschäften. Eine Aufstellung der zum Stichtag offenen Devisentermingeschäfte ist in der Anhangsangabe 13 enthalten.

Von den im Konzern ausgewiesenen originären Finanzinstrumenten entfallen TEUR 48.018 (31. Dezember 2020: TEUR 18.906) auf finanzielle Vermögenswerte in Fremdwährung und TEUR 33.486 (31. Dezember 2020: TEUR 21.825) auf in Fremdwährung lautende finanzielle Verbindlichkeiten. Die auf Fremdwährung bezogene Risikokonzentration stellt sich wie folgt dar:

Finanzielle Vermögenswerte 31.12.2021 31.12.2020
TEUR % TEUR %
Gesamt 48.018 100 18.906 100
CNY 43.765 90 14.268 75
USD 3.139 7 3.646 19
MYR 577 1 572 3
PLN 311 1 420 3
Sonstige 226 < 1 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2021 31.12.2020
TEUR % TEUR %
Gesamt 33.486 100 21.825 100
CNY 30.615 91 19.226 88
USD 1.286 4 1.319 6
MYR 1.263 4 1.207 6
PLN 113 < 1 73 > 1
Sonstige 209 1 0 0

Zur Darstellung von Währungsrisiken wurden zu den Stichtagen Sensitivitätsanalysen durchgeführt, welche Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Zur Analyse der Währungssensitivitäten wurde lediglich auf die für die BBS Automation Gruppe wesentlichen Währungen CNY, USD, MYR und PLN abgestellt.

Zum Bilanzstichtag unterliegt die BBS Automation Gruppe Währungsrisiken, die im Wesentlichen in den Bilanzpositionen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und übrige Vermögenswerte und übrige Verbindlichkeiten reflektiert werden.

Wäre der Euro zum 31. Dezember 2021 gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen, in denen die BBS Automation Gruppe tätig ist, um 10 % aufgewertet bzw. abgewertet gewesen, hätte sich das ausgewiesene Eigenkapital in funktionaler Währung um TEUR -1.320 (31. Dezember 2020: TEUR 265) bzw. TEUR 1.613 (31. Dezember 2020: TEUR -324) verändert.

Die hypothetische Ergebnisauswirkung (vor Steuern) von TEUR -1.320 (31. Dezember 2020: TEUR 265) bzw. TEUR 1.613 (31. Dezember 2020: TEUR -324) ergibt sich im Einzelnen aus den folgenden Währungssensitivitäten:

31.12.2021 31.12.2020
+10 % -10 % +10 % -10 %
GuV gesamt
EUR/CNY -1.195 1.461 451 -551
EUR/USD -169 206 -212 259
EUR/MYR 62 -76 58 -71
EUR/PLN -18 22 -32 39
Effekt EK gesamt -1.320 1.613 265 -324

Zinsrisiken

Zinsänderungsrisiken können vorwiegend durch Änderungen der Marktzinssätze entstehen, die zu Veränderungen der erwarteten Zahlungsströme führen. Das im Geschäftsjahr 2019 abgeschlossene langfristige Darlehen über nominal TEUR 60.000 und das im Geschäftsjahr 2021 aufgenommene KfW Darlehen über TEUR 12.500 unterliegen durch die jeweils feste Verzinsung keinen Marktzinsänderungsrisiken. Für das im Geschäftsjahr 2020 aufgenommene Darlehen über nominal TEUR 1.000, die kurzfristigen Finanzierungslinien und die Bürgschaftslinien, welche die BBS Automation Gruppe je nach Bedarf in Anspruch nehmen können, gilt der EURIBOR bzw. LIBOR als Referenzzinssatz für die Basis des Risikoaufschlags (Margin). Diese Basis ist jedoch mindestens mit 0 % definiert, so dass im gesamten Berichtszeitraum lediglich die Margin für die Zinsberechnung herangezogen wurde. Für die Beurteilung der Zinsänderungsrisiken definiert die BBS Automation Gruppe eine Marktzinsänderung um +/- 0,25 % Punkte. Da die Referenzzinssätze im Betrachtungszeitraum jeweils unter - 0,25 % lagen, hätte eine Änderung des Referenzzinssatzes um +/- 0,25 % Punkte keine Auswirkung auf den Zinsaufwand gehabt, da auch in diesen Szenarien weiterhin die Mindestbasis von 0 % gelten würde.

Preisrisiken

Preisrisiken entstehen im Wesentlichen im Einkaufsbereich durch Marktpreisänderungen von Rohstoffen und Fertigteilen. Die Gesellschaften der BBS Automation Gruppe kaufen keine Rohstoffe im großen Rahmen ein und sind daher auf Rohstoffpreisänderungen nicht wesentlich sensitiv. Die Preisschwankungen für Fertigteile, die in der Herstellung verbaut werden, sind in der Regel nicht wesentlich bzw. die Preise werden zu Projektbeginn mit den Lieferanten festgelegt. Ein wesentliches Risiko aus Preisschwankungen liegt für die BBS Automation Gruppe nicht vor.

Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird. Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte je Bewertungskategorie nach IFRS 9 dar:

Zu fortgeführtenAnschaffungskosten Zum beizulegenden Zeitwert
31.12.2021 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertete finanzielle Vermögenswerte Gesamtsumme
Bilanzposten Buchwert Buchwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
TEUR TEUR TEUR TEUR
Finanzielle Vermögenswerte --- 283 283 283
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 20.646 --- 20.646 20.646
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 45.376 --- 45.376 45.376
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 17.906 17.906 17.906
Summe finanzielle Vermögenswerte 83.928 283 84.211 84.211
Zu fortgeführtenAnschaffungskosten Zum beizulegenden Zeitwert
31.12.2020 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertete finanzielle Vermögenswerte Gesamtsumme
Bilanzposten Buchwert Buchwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
TEUR TEUR TEUR TEUR
Finanzielle Vermögenswerte --- 5 5 5
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 260 --- 260 260
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28.598 --- 28.598 28.598
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.910 --- 6.910 6.910
Summe finanzielle Vermögenswerte 35.768 5 35.773 35.773

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten je Bewertungskategorie nach IFRS 9:

Zu fortgeführten Anschaffungskosten Zum beizulegenden Zeitwert Gesamtsumme
31.12.2021 Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten Zu handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten
Bilanzposition Buchwert Buchwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
TEUR TEUR TEUR TEUR
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 83.999 --- 83.999 92.190
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 107.218 --- 107.218 107.167
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32.804 --- 32.804 32.804
Finanzielle Verbindlichkeiten --- --- 0 0
Übrige Verbindlichkeiten 9.491 --- 9.491 9.491
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 233.512 0 233.512 241.652
31.12.2020 Zu fortgeführten Anschaffungskosten Zum beizulegenden Zeitwert Gesamtsumme
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten Zu handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten
Bilanzposition Buchwert Buchwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
TEUR TEUR TEUR TEUR
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 60.745 60.745 70.133
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 102.838 --- 102.838 102.773
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18.228 --- 18.228 18.228
Finanzielle Verbindlichkeiten --- 47 47 47
Übrige Verbindlichkeiten 9.379 --- 9.379 9.379
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 191.190 47 191.2173 200.560

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der finanziellen Vermögenswerte wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte näherungsweise den Buchwerten entsprechen.

Die Bilanzposten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige Verbindlichkeiten enthalten grundsätzlich Verbindlichkeiten mit regelmäßig kurzen Restlaufzeiten, so dass annahmegemäß die beizulegenden Zeitwerte näherungsweise den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten umfassen kurzfristige und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten und die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern umfassen lediglich langfristig fällige finanzielle Verbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten mit Restlaufzeiten größer als ein Jahr ergeben sich durch Diskontierung der mit den Verbindlichkeiten verbundenen Zahlungsströme unter Berücksichtigung der aktuellen am Markt beobachtbaren Zinsparameter. Dabei werden die individuellen Bonitäten der Gruppe in Form von marktüblichen Bonitäts- bzw. Liquiditätsspreads bei der barwertigen Ermittlung berücksichtigt. Diese Vorgehensweise entspricht in der Hierarchiestufe des IFRS 13 der Stufe 2.

Bestimmte finanzielle Vermögenswerte werden wiederkehrend zum beizulegenden Zeitwert bewertet und den entsprechenden Kategorien des IFRS 9 zugeordnet. Die folgende Tabelle zeigt diese finanziellen Vermögenswerte und deren Bewertungslevel nach IFRS 13:

31.12.2021
Vermögenswerte Stufe 2 Stufe 3 Summe
TEUR TEUR TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
- Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertet 278 5 283
Summe Vermögenswerte 278 5 283
Verbindlichkeiten Stufe 2 Stufe 3 Summe
TEUR TEUR TEUR
Finanzielle Verbindlichkeiten
- Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertet 0 0 0
Summe Verbindlichkeiten 0 0 0
31.12.2020
Vermögenswerte Stufe 2 Stufe 3 Summe
TEUR TEUR TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
- Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertet 0 5 5
Summe Vermögenswerte 0 5 5
Verbindlichkeiten Stufe 2 Stufe 3 Summe
TEUR TEUR TEUR
Finanzielle Verbindlichkeiten
- Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertet 47 0 47
Summe Verbindlichkeiten 47 0 47

Im Berichtszeitraum haben keine Umgliederungen zwischen den einzelnen Hierarchien zur Bestimmung von beizulegenden Zeitwerten stattgefunden.

Die BBS Automation Gruppe hält in der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" eine Beteiligung, deren Marktwert der Stufe 3 zuzurechnen ist. Veränderungen durch Zu- oder Abgänge haben sich in der Berichtsperiode nicht ergeben. Mangels verlässlicher Inputparameter für ein komplexeres Modell und aufgrund der untergeordneten Bedeutung dieser Beteiligungen für die BBS Automation Gruppe wurde der Marktwert auf Basis der Anschaffungskosten geschätzt. Eine Abweichung des tatsächlichen Marktwertes von diesem Schätzwert im Rahmen einer realistischen Bandbreite hätte keinen wesentlichen Einfluss auf die Bedeutung des Postens für die BBS Automation Gruppe oder auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BBS Automation Gruppe. In der Berichtsperiode wurden keine Erträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten erfasst.

Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien

Die folgenden Übersichten stellen die in der Gewinn- und Verlustrechnung und im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Nettogewinne oder -verluste von Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dar:

01.01.-31.12.2021 Zinsen Währungsumrechnungen Wertminderungen/ Wertaufholungen Zeitwertänderung von Derivaten Nettoergebnis
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 77 2.459 -722 0 1.814
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 325 325
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -9.080 -1.806 0 0 -10.887
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0
-9.003 653 -722 325 -8.748
01.01.-31.12.2020 Zinsen Währungsumrechnungen Wertminderungen/ Wertaufholungen Zeitwertänderung von Derivaten Nettoergebnis
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 151 1.192 -1.145 0 198
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 -114 -114
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -8.485 -2.034 0 0 -10.519
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0
-8.334 -842 -1.145 -114 -10.435

Im Berichtszeitraum wurden keine Zinserträge aus wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vereinnahmt.

VI. Sonstige Erläuterungen

30. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen der BBS Automation Gruppe bestehen für Instandhaltungs- und Serviceverträge für Maschinen und Anlagen, Software und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie für Bestellobligo. Diese stellen zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:

31.12.2021 Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Instandhaltungs- und Serviceverträge 151 225 108 484
31.12.2020 Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Instandhaltungs- und Serviceverträge 146 283 103 532

Bestellobligo bestanden zum 31. Dezember 2021 in Höhe von TEUR 3.527 (31. Dezember 2020: TEUR 4.799). Diese bestehen über Vorräte.

31. Haftungsverhältnisse

Neben der unter Anhangsangabe 29 beschriebenen gesamtschuldnerischen Haftung gegenüber den finanzierenden Kreditinstituten bestehen keine weiteren Haftungsverhältnisse.

32. Organe der Gesellschaft

Als Geschäftsführer der Rome HoldCo GmbH waren im Berichtszeitraum bestellt:

Josef Wildgruber

Uwe Behr (bis 21. Februar 2022).

Die beiden Geschäftsführer sind bzw. waren ebenfalls Geschäftsführer der BBS Automation GmbH. Die BBS Automation GmbH übernimmt innerhalb der BBS Automation Gruppe die Konzernsteuerungsfunktion und gilt als oberste operative Gesellschaft der Gruppe. In der BBS Automation GmbH waren im Berichtszeitraum zusätzlich Herr Dr. Alexander Blum (bis 04. Mai 2021) und Herr Christian Hammel (seit 04. Mai 2021) als Geschäftsführer bestellt. Da die Rome HoldCo GmbH keine operativen Tätigkeiten oder Funktionen innerhalb der BBS Automation Gruppe übernimmt, sind die Geschäftsführer der BBS Automation GmbH daher die Personen in Schlüsselpositionen der BBS Gruppe gemäß IAS 24. Des Weiteren erhalten die Geschäftsführer der Rome HoldCo GmbH keine Vergütung. Obwohl Herr Uwe Behr im Geschäftsjahr 2020 seine Geschäftsführertätigkeit in der BBS Automation GmbH niedergelegt hat, bleibt er durch seine Geschäftsführertätigkeit in der BBS Automation Blaichach GmbH und seine Gesellschafterstellung weiterhin eine Person in Schlüsselposition der BBS Automation Gruppe. Die Bezüge der genannten Geschäftsführer der BBS Automation GmbH beliefen sich im Berichtszeitraum auf insgesamt TEUR 1.498 (Vorjahr: TEUR 1.346).

Die Bezüge können wie folgt untergliedert werden:

01.01.-31.12.2021 01.01.- 31.12.2020
TEUR TEUR
Fixbezüge 1.350 1.300
Tantieme und Abfindungszahlungen 100 0
Sachbezüge/sonstige Bezüge 44 39
Direktversicherung 4 7
1.498 1.346

Hieraus stehen zum Bilanzstichtag keine Salden aus.

Die Tochtergesellschaft BBS Automation GmbH hat einen Beirat eingerichtet. Dieser besteht aus vier Mitgliedern, und ist im Berichtsjahr acht Mal (Vorjahr: neun Mal) zu einer ordentlichen Sitzung zusammengetroffen.

Im Berichtsjahr gehörten dem Beirat folgende Personen an:

Dr. Katrin Suder (Vorsitzende)

Dr. Ralf Cramer

Dr. Andreas Aschenbrenner

Dr. Markus Flik (seit 1. Januar 2021).

Aufgrund der dem Beirat zustehenden Aufgaben und Befugnisse sind die genannten Beiratsmitglieder ebenfalls Personen in Schlüsselpositionen der BBS Automation Gruppe gemäß IAS 24. Für ihre Tätigkeit haben die Mitglieder des Beirates in beiden Berichtsjahren keine Vergütung, sondern lediglich die Erstattung der Reisekosten erhalten.

33. Aktienbasierte Vergütung

Im November 2018 wurde ein Managementbeteiligungsprogramm ("Management Participation Program" / "MPP") für die Führungskräfte der Konzerngesellschaften eingeführt. Das MPP soll die Mitarbeiter an der Entwicklung des Konzerns und des Aktienkurses stärker beteiligen, Motivation und Leistungsbereitschaft des Managements fördern. Die teilnahmeberechtigten Mitarbeiter erhielten die Möglichkeit, eine bestimmte Anzahl von Aktien des Konzerns zum Marktpreis zu erwerben.

In Rahmen des MPP erwarben insgesamt neun berechtigte Mitarbeiter über die BBS Managementbeteiligungs GmbH & Co KG 2.915 Anteile an der Rome HoldCo GmbH. Da die Rome HoldCo GmbH die Muttergesellschaft des Konzerns ist, fällt der Erwerb dieser Anteile unter die Regelungen von IFRS 2 und gilt als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente.

Der beizulegende Zeitwert der Entlohnung wurde unter Anwendung eines IFRS 2 geeigneten Bewertungsmodells auf Basis von verschiedenen Entwicklungsszenarien ermittelt.

Unter allen wahrscheinlichen Szenarien ist der beizulegende Zeitwert zum Gewährungsdatum und zum Bilanzstichtag Null oder sehr nahe zu Null. Infolgedessen beträgt der beizulegende Zeitwert der gewährten Leistungen 0 EUR. Es wurden keine Aufwendungen im Konzernabschluss erfasst.

34. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Zu den nahestehenden Personen zählen die Personen in Schlüsselpositionen der BBS Automation Gruppe. Diese sind namentlich und mit ihren Bezügen in Anhangsangabe 32 aufgeführt.

Zwei Personen in Schlüsselpositionen haben durch eine von ihnen kontrollierte Immobilienbesitzgesellschaft Grundstücke und Gebäude am Standort in Blaichach und Chicago an die BBS Automation Gruppe langfristig vermietet. Eine weitere unter der Kontrolle einer Person in Schlüsselposition stehende Gesellschaft hat Gebäude am Produktionsstandort Kunshan an die BBS Automation Gruppe vermietet. Eine weitere unter der Kontrolle einer Person in Schlüsselposition stehende Gesellschaft hat Büroräume an die Holding-Gesellschaft der BBS Automation Gruppe in China vermietet.

Einer unter der Kontrolle einer Person in Schlüsselposition stehenden Gesellschaft in China wurde ein kurzfristiges Darlehen mit 3% Verzinsung ausgereicht.

In der BBS Automation Gruppe sind drei nahe Familienangehörige von zwei Personen in Schlüsselpositionen angestellt und beziehen Gehalt von der BBS Automation Gruppe.

Einer Person in Schlüsselposition wurde ein kurzfristiges Darlehen mit 2% Verzinsung in Deutschland in EUR gewährt.

Mit einem durch nahestehende Personen kontrollierten Unternehmen wurden im Vorjahr Umsatzerlöse erzielt und von insgesamt vier weiteren durch nahestehende Personen kontrollierten Unternehmen wurden Wareneinkäufe getätigt und Dienstleistungen bezogen.

Die BBS Automation Gruppe hat aus einer vertraglichen Vereinbarung einen Kostenübernahmeanspruch gegenüber einem Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH geltend gemacht. Hieraus bestehen zum Bilanzstichtag eine Forderung und ein sonstiger betrieblicher Ertrag in gleicher Höhe. Zur inhaltlichen Erläuterung verweisen wir auf die Ausführungen unter IV.3. Sonstige betriebliche Erträge.

Es bestehen unbesicherte Gesellschafterdarlehen, welche mit 2 % verzinst und aufwandswirksam erfasst werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Erlöse und Aufwendungen und offenen Salden der BBS Automation Gruppe mit nahestehenden Unternehmen und Personen:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Umsatzerlöse 0 9.500
Sonstiger betrieblicher Ertrag 17.000 0
Zinsertrag 10 0
17.010 9.500
Wareneinkäufe 1.525 159
Mietzahlungen 1.931 2.101
Erbringung von Dienstleistungen 313 482
Gehalt Familienangehörige 153 176
Zinsaufwand Gesellschafterdarlehen 2.117 2.117
6.039 5.035
Leasingverbindlichkeiten 6.044 5.900
Verbindlichkeit aus Mieten / Einkäufen 115 109
Verbindlichkeit Gesellschafterdarlehen 107.218 102.838
113.377 108.847
Forderung aus Kostenübernahme 17.000 0
Darlehensforderung 3.564 0
20.564 0

In der oberen Tabelle wurde eine Vorjahresanpassung vorgenommen. Von einem in der aktuellen Berichtsperiode als nahestehendes Unternehmen gemeldeten Unternehmen wurden auch im Vorjahr Dienstleistungen bezogen. Dies war in den Zahlen des Vorjahres nicht abgebildet. Dies bezieht sich auf die Position "Erbringung von Dienstleistungen" und "Verbindlichkeiten aus Mieten / Einkäufen". Beide enthielten im Vorjahr eine Angabe mit TEUR 0 und wurden in der oberen Tabelle entsprechend der korrigierten Rückmeldung angepasst. Diese Anpassung ist lediglich eine Ausweis-Anpassung und hatte keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der BBS Automation Gruppe.

Die in der Tabelle aufgeführten Verbindlichkeiten Gesellschafterdarlehen stellen den Bilanzansatz dar. Der Bilanzansatz ist gemindert um einen unterverzinslichen Anteil, welcher für die Dauer der Darlehensgewährung als Eigenkapital ausgewiesen wird und stellt somit nicht den tatsächlichen offenen Saldo der Verbindlichkeit dar. Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung von den Nominalverbindlichkeiten und Zinsverbindlichkeiten zum oben ausgewiesenen Bilanzansatz:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Nominalbetrag 105.831 105.831
Kumulierte Zinsaufwendungen 7.525 5.408
Eigenkapitalanteil -13.510 -13.510
Kumulierte Effektivverzinsung 7.372 5.110
Bilanzansatz 107.218 102.838

Die Nominalbeträge inklusive kumulierter Zinsaufwendungen sind im September 2026 zurückzuführen.

35. Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

Die BBS Automation Gruppe ist nicht an Gerichts- oder Schiedsverfahren mit erheblichem Einfluss auf die Lage des Konzerns beteiligt. Die bestehenden, insgesamt unwesentlichen Verfahren sind noch nicht abgeschlossen bzw. erwartet das Management hieraus keine wesentlichen Verpflichtungen. Generell lässt sich die genaue Höhe einer möglichen Verpflichtung bzw. der Ansprüche auf Grund der mit solchen Verfahren verbundenen hohen Unsicherheiten nicht verlässlich bestimmen.

36. Honorare für die Abschlussprüfer

Abschlussprüfer des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020 war die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München.

Für Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers im Sinne von § 318 HGB sind im Geschäftsjahr 2021 Honorare in einer Gesamthöhe von TEUR 420 (Vorjahr: TEUR 853) angefallen. Die Honorare verteilen sich auf Steuerberatungsleistungen in Höhe von TEUR 217 (Vorjahr: TEUR 570), Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von TEUR 194 (Vorjahr: TEUR 236), sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von TEUR 9 (Vorjahr: TEUR 34) und sonstige Leistungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 13).

Die Honorare für sonstige Leistungen im Vorjahr sind im Rahmen der Strukturierung und Vorbereitung von Unternehmenstransaktionen (Due Diligence) und Unternehmensreorganisationen angefallen. Die Steuerberatungsleistungen sind für Beratungen im Rahmen der Strukturierung von Unternehmensreorganisationen und Transferpreisgestaltungen angefallen.

37. Anteilsbesitzliste

Die Anteilsbesitzliste der Rome HoldCo GmbH nach § 313 Abs. 2 HGB stellt sich zum 31. Dezember 2021 wie folgt dar:

Name des Unternehmens Sitz Anteil am Kapital in %
Tochtergesellschaften
BBS Automation GmbH Garching / Deutschland 100
BBS Automation Blaichach GmbH Blaichach / Deutschland 100
BBS Automation Chicago Inc. Bartlett / USA 100
BBS Automation Penang Sdn. Bhd. Penang / Malaysia 100
BBS Automation (Suzhou) Co. Ltd. Suzhou / China 100
BBS Automation Tianjin Co. Ltd. Tianjin / China 100
ANT Sp. z.o.o. Krakau / Polen 100
BBS Automation Lipany s.r.o. Lipany / Slowakei 100
BBS Winding S.r.l Poggibonsi / Italien 100
BBS (China) Automation Co., Ltd. Kunshan / China 100
BBS Automation (Kunshan) Co., Ltd. Kunshan / China 100
ReaLead Intelligent Technology (Kunshan) Co., Ltd. Kunshan / China 100
BBS Automation India Private Ltd. Pune / Indien 100

Der Anteil am Kapital wurde nach § 16 AktG berechnet und beinhaltet somit mittelbar und unmittelbar gehaltene Anteile der Rome HoldCo GmbH.

38. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach Abschluss des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungszeitpunkt dieses Konzernabschlusses haben sich keine Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BBS Automation Gruppe ergeben.

Am 31. März 2022 wurde eine weitere Vertragsanpassung bezüglich der Finanzierungsbedingungen (Covenants) mit dem Bankenkonsortium beschlossen, die vorsieht, dass die "Gross Leverage Ratio" für ein weiteres Jahr bis einschließlich 31. Dezember 2022 ausgesetzt wird. Als Ersatz wird weiterhin die Finanzkennzahl "Minimum Pro Forma Consolidated EBITDA" herangezogen, die quartalsweise zu erfüllen ist und im Geschäftsjahr 2021 sowie für den ersten Stichtag zum 31. März 2022 erfüllt wurde.

Am 21. Februar 2022 hat die Behr Holding GmbH ihre Anteile (11,58 %) an der Rome HoldCo GmbH an die World Trading Innovation WTI GmbH veräußert. Nach dieser Transaktion ist der Anteilsbesitz der World Trading Innovation WTI GmbH an der Rome HoldCo GmbH nunmehr bei 27,57 %. Gleichlaufend mit dieser Transaktion hat Herr Uwe Behr sein Amt als Geschäftsführer der BBS Automation Blaichach GmbH niederlegt und ist aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Der Krieg in der Ukraine hatte keinen Einfluss auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021. Mögliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der BBS Automation Gruppe werden laufend überwacht. Aktuell wird davon ausgegangen, dass der Krieg in der Ukraine keine signifikante Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BBS Automation Gruppe haben wird. Die bekannten Abschätzungen und Annahmen für das Geschäftsjahr 2022 sind im Prognosebericht berücksichtigt und beschrieben. Eine deutliche Verschärfung der Sanktionen gegen Russland und eine Ausweitung der Konfliktsituation außerhalb der Ukraine sind im Ausblick allerdings nicht enthalten. Zudem sind zusätzliche signifikante Steigerungen der Energie- und Rohstoffpreise unter anderem durch den Krieg in der Ukraine bzw. bedingt durch die damit zusammenhängenden Sanktionen nicht berücksichtigt.

 

Garching, 20. Mai 2022

Rome HoldCo GmbH

Die Geschäftsführung

Josef Wildgruber

KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021

1 GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1 GESCHÄFTSTÄTIGKEIT DER BBS AUTOMATION GRUPPE

Die BBS Automation Gruppe ist ein international tätiger Konzern in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau. Das operative Geschäft umfasst alle Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Planung, Konstruktion und dem Bau von Montage-, Prüf- und Fertigungsanlagen für Kunden aus den unterschiedlichsten Industriebereichen wie Automobil, Konsumgüter, Elektrik und Elektronik, Medizintechnik und Pharma.

Für Kunden eröffneten sich ganz neue Perspektiven in der Zusammenarbeit mit der BBS Automation Gruppe als Hersteller komplexer Fertigungssysteme. Durch die eng vernetzten Standorte treten die häufig auftretenden Probleme wie Sprachbarrieren, Zeitverschiebung und kulturelle Differenzen stark in den Hintergrund. Die Stärke und der Anspruch der BBS Automation Gruppe liegen darin, den Kunden Komplettangebote liefern zu können - von der ersten Konzeption, über die Planung, Konstruktion, Bau (ggf. an verschiedenen Standorten) und Inbetriebnahme bis hin zur perfekt synchronisierten Lieferung an den Kundenstandort. 1

Mit dem polnischen Software-Entwickler ANT bietet die BBS-Gruppe auch die Kompetenz und das Produktportfolio im Bereich umfassende Industrie 4.0/ -Lösungen an.

Die BBS Automation Gruppe hat ihren Hauptsitz in Garching bei München. Dies ist auch der Sitz der Konzernmuttergesellschaft Rome HoldCo GmbH und der operativen Konzernsteuerungsgesellschaft BBS Automation GmbH. Die Rome HoldCo GmbH ist die oberste Konzernmuttergesellschaft der BBS Automation Gruppe, übernimmt allerdings keine Tätigkeiten oder Funktionen innerhalb des Konzerns, sondern hält lediglich 100% der Anteile an der BBS Automation GmbH. Die BBS Automation GmbH ist als Management-Holding für die strategische Ausrichtung der BBS Automation Gruppe sowie die Festlegung und Kontrolle der Unternehmensziele verantwortlich. Zudem ist sie für Führungs-, Steuerungs- und Controlling-Prozesse einschließlich des Risiko- und Chancenmanagements zuständig.

1 Der Absatz stellt eine lageberichtsfremde Angabe dar, keine Einbeziehung in die inhaltliche Prüfung.

Des Weiteren stellt sie als Finanzierungsgesellschaft die finanziellen Mittel zur Projektfinanzierung an die jeweiligen Tochtergesellschaften zur Verfügung und arbeitet mit Entwicklungsingenieuren für globale Projekte und globale Kunden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 besteht die BBS Automation Gruppe neben der Rome HoldCo GmbH aus den folgenden Gesellschaften weltweit:

Name der Gesellschaft Sitz Funktion / Tätigkeit
BBS Automation GmbH Garching / Deutschland Konzernsteuerung
BBS Automation Blaichach GmbH Blaichach / Deutschland Produktion
BBS Automation Chicago Inc Bartlett / USA Produktion
BBS Automation Penang Sdn. Bhd. Penang / Malaysia Produktion
BBS Automation (Suzhou) Co. Ltd. Suzhou / China Produktion
BBS Automation Tianjin Co. Ltd. Tianjin / China Produktion
BBS Automation Lipany s.r.o. Lipany / Slowakei Produktion
ANT Sp. z.o.o. Krakau / Polen Software-Dienstleistungen / Software-Entwicklungen
BBS Winding S.r.l. Poggibonsi / Italien Produktion
BBS Automation (Kunshan) Co., Ltd. Kunshan / China Produktion
ReaLead Intelligent Technology (Kunshan) Co., Ltd. Kunshan / China Produktion
BBS (China) Automation Co., Ltd. Kunshan / China Invest-Gesellschaft / Holdingfunktion
BBS Automation India Private Ltd. Pune / Indien Produktion / Vertrieb

Die BBS Automation (Tianjin) Co. Ltd., Tianjin / China wurde im Geschäftsjahr 2021 liquidiert.

Die BBS Automation (Kunshan) Co., Ltd., die ReaLead Intelligent Technology (Kunshan) Co., Ltd. und die Kunshan ReaLead Software Technology Co., Ltd. wurden durch Erwerb am 14. Oktober 2019 in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 besaß die BBS-Gruppe rechtlich lediglich 51% an dem Unternehmen. Die Übertragung der restlichen Anteile erfolgte im ersten Halbjahr 2021. Die Kunshan ReaLead Software Technology Co., Ltd. wurde mit Wirkung zum 30. April 2021 auf die BBS Automation (Kunshan) Co. verschmolzen.

Die BBS Automation India Private Ltd., Pune / Indien wurde am 24. Mai 2020 durch die BBS Automation GmbH gegründet.

Die BBS (Kunshan) Investment Co., Ltd., Kunshan / China wurde im Geschäftsjahr 2021 umfirmiert in BBS (China) Automation Co., Ltd.

1.2 INHALTE DIESES KONZERNLAGEBERICHTES

Die Gesellschaft hat sich unter Anwendung der Vorschriften des § 315e Abs. 3 HGB dazu entschlossen, den verpflichtenden Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 nach den Vorschriften der IFRS aufzustellen.

Die BBS Automation Gruppe ist historisch durch einen Unternehmenszusammenschluss entstanden und in der Folge durch weitere Unternehmenserwerbe gewachsen. Die bilanziellen Regeln zur Abbildung von Unternehmenszusammenschlüssen erfordern eine vollumfängliche Bilanzierung der erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert und es kommt zur Aktivierung bisher nicht bilanzierter immaterieller Vermögenswerte. Diese werden in der Folge abgeschrieben und beeinflussen die Vermögens- und Ertragslage der BBS Automation Gruppe wesentlich. Im Einzelnen wird über diesen Einfluss auf die Ertragslage berichtet.

In den Geschäftsjahren 2021 und 2020 kam es zu keinen weiteren Unternehmenszusammenschlüssen.

In diesem Konzernlagebericht berichten wir über die für die interne Steuerung verwendeten Finanzkennzahlen, die zum Teil deutlich von den im IFRS Konzernabschluss dargestellten Zahlen abweichen. Eine Überleitung der internen Steuerungsgrößen zu den im IFRS Konzernabschluss dargestellten Werten ist im Konzernlagebericht aufgeführt und enthalten.

1.3 WICHTIGE EREIGNISSE DES GESCHÄFTSJAHRES

1.3.1 Der Einfluss der COVID-19 Pandemie auf die BBS Automation Gruppe

Die COVID-19-Pandemie beschäftigte die BBS Automation Gruppe und deren Umfeld auch in 2021 erheblich, doch die Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen war nicht mehr so groß wie noch im Vorjahr. Gerade in den Sommermonaten war hier eine leichte Entspannung zu verzeichnen.

Dennoch lag eine wichtige Aufgabe der BBS Automation Gruppe darin, die Mitarbeiter und Partner vor einer Infektion zu schützen. So wurden und werden die Hygienevorschriften im Umgang der Mitarbeiter untereinander und mit Partnern des Unternehmens weiterhin strikt aufrechterhalten. Durch diese konsequente Umsetzung konnten Infektionen bisher weitgehend verhindert werden. So gab es zu keiner Zeit eine behördliche Schließung von Anlagen oder gar Standorten.

Mit zunehmenden Inzidenzzahlen in den jeweiligen Regionen wurden für jeden Standort separat erneut weiterführende Maßnahmen ergriffen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen und die Mitarbeiter zu schützen. Einzelbüros oder Trennwände, allgemeine Maskenpflicht, Bereitstellung von Masken und Test-Kits oder Unterstützung von Impfaktionen sind hier nur die wichtigsten zu nennenden Maßnahmen.

Auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die wirtschaftlichen Kennzahlen der BBS Automation Gruppe wird in den einzelnen Erläuterungen in diesem Konzernlagebericht detailliert eingegangen. Dabei wird auch der Einfluss von COVID-19 auf die Planung bzw. die Prognose erläutert. Ebenso wird im Risikobericht über die Auswirkungen der Pandemie berichtet.

Insgesamt hat die ganze Gruppe im Geschäftsjahr 2021 noch TEUR 171 an staatlichen Zuschüssen aus Corona-Hilfsmaßnahmen erhalten.

1.3.2 Kostenübernahme durch einen Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH

Für das Geschäftsjahr 2021 hat sich die BBS Automation Gruppe mit einem der Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH (der "Gesellschafter") auf eine Kostenübernahme geeinigt. Die Kostenübernahme resultiert aus dem Einsatz einer bestimmten Software als Programmiersprache in den gefertigten Anlagen. Die Anwendung dieser Software als Programmiersprache stellte sich allerdings als problematisch und für die von der BBS gefertigten Anlagen als ungeeignet heraus. Durch permanente Nachbesserungen führte dies im Projektverlauf zu Verzögerungen in den Auslieferungen und wesentlich gestiegenen Projektkosten. Um den Einsatz in der BBS Automation Gruppe durchsetzen zu können, hatte sich der Gesellschafter im Vorfeld verpflichtet, unabhängig von seiner Gesellschafterstellung die BBS Automation Gruppe für jegliche über die üblicherweise zu erwartenden hinausgehenden Kosten im Zusammenhang mit dem Einsatz dieser Software schadlos zu stellen und dementsprechend eine Kostenübernahme vorzunehmen. Da die Kosten im Geschäftsjahr 2021 in wesentlichem Umfang eingetreten sind, wurde in einer notariellen Vereinbarung am 21. Februar 2022 die Höhe der Kostenübernahme festgelegt und die Forderung daraus sowie der zugehörige sonstige betriebliche Ertrag erfasst. Die zusätzlich entstandenen Kosten in der BBS Automation Gruppe wurden unter Berücksichtigung wesentlich gestiegener Projektkosten, anfallenden Pönalen durch verzögerte Projektfertigstellungen, Wertberichtigungen auf Forderungen nach Kundenreklamationen und Wertminderung der aktivierten Software ermittelt. Insgesamt beliefen sich die so ermittelten Kosten, die gleichlautende Kostenübernahmeforderung und der sonstige betriebliche Ertrag auf EUR 17,0 Mio. Die angesetzte Forderung ist in drei Raten bis zum 31. Dezember 2022 von dem Gesellschafter zu begleichen. Die ersten zwei Raten waren bei Fertigstellung dieses Konzernlageberichtes bereits gezahlt.

1.3.3 Konzernstruktur, Neugründungen und Umstrukturierungen

Die BBS Automation Gruppe ist seit der Gründung im Geschäftsjahr 2018 wesentlich durch Unternehmensakquisitionen und Unternehmensneugründungen gewachsen.

Nachdem im Geschäftsjahr 2021 keine Unternehmensakquisition stattgefunden haben, lag die Aufmerksamkeit weiterhin mehr auf der Integration der 2019 erworbenen Unternehmen, der Aufnahme der operativen Tätigkeiten von Gesellschaften, die in 2019 gegründet wurden (BBS Lipany und BBS India) und auf der Optimierung und Verschlankung der Konzernstrukturen.

In chronologischer Reihenfolge stellen wir hier die seit Begründung des Konzerns bis zum 31. Dezember 2020 erfolgten Transaktionen dar:

Die folgenden Gesellschaften wurden am 31. August 2018 zur Begründung des Konzerns in den Konsolidierungskreis aufgenommen:

BBS Automation Blaichach GmbH, Blaichach / Deutschland

BBS International GmbH, München / Deutschland

BBS Automation Chicago Inc., Bartlett / USA

BBS Automation Penang Sdn. Bhd., Penang / Malaysia

BBS Automation (Suzhou) Co. Ltd., Suzhou / China

BBS Automation (Tianjin) Co. Ltd., Tianjin / China

Die ANT Sp. z.o.o., Krakau / Polen, wurde durch Erwerb erstmalig am 31. Dezember 2018 in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Die ANT ist ein Spezialist für Industriesoftware und Entwickler von hoch innovativen "Industrie 4.0" -Lösungen. Das Unternehmen hat eine Kernplattform ("AOS") entwickelt, die mit individuell angepassten Softwaremodulen kombiniert werden kann und so auf die spezifischen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten wird. ANT-Lösungen umfassen unter anderem digitale Dashboards zur Visualisierung von Produktionsabläufen, Datenanalysetools zur Optimierung der Maschineneffizienz, Assistenten für vorausschauende Wartung und Tools zur Digitalisierung von Prozessen wie Dokumentation und Qualitätskontrolle.

Die BBS Automation Lipany s.r.o., Lipany / Slowakei, wurde am 25. Mai 2019 gegründet. Im Geschäftsjahr 2020 konnte die operative Tätigkeit aufgenommen werden. Die Gesellschaft fertigt Schaltbauschränke für die deutsche Produktionsstätte in Blaichach.

Die BBS Automation Tianjin Co. Ltd., Tianjin / China, wurde am 14. Juni 2019 gegründet. Die Gesellschaft übernahm ab dem 1. Januar 2020 die geschäftlichen Aktivitäten der BBS Automation (Tianjin) Co. Ltd., Tianjin / China. Die BBS Automation (Tianjin) Co. Ltd., Tianjin / China befindet sich in Abwicklung und hat zum 31. Dezember 2021 keine operative Geschäftstätigkeit mehr.

Die BBS Winding S.r.l., Poggibonsi / Italien wurde durch Erwerb am 11. Juli 2019 in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Mit der Übernahme des italienischen Spezialisten für Wickeltechnik für Elektromotoren stellte die BBS Automation Gruppe ihr technologisches Profil auf eine breitere Basis. Die Spezialisten für Wickeltechnik verfügen über jahrzehnte an Erfahrung und bieten ausgereifte und robuste Wickelmaschinen für eine Vielzahl unterschiedlichster Wickeltechnologien an.

Die BBS (China) Automation Co., Ltd, Kunshan / China wurde am 10. Oktober 2019 als BBS (Kunshan) Investment Co., Ltd. gegründet und im Geschäftsjahr 2021 umfirmiert. Die Gesellschaft fungiert seitdem als chinesische Holding-Gesellschaft.

Die BBS Automation (Kunshan) Co., Ltd., die ReaLead Intelligent Technology (Kunshan) Co., Ltd., Kunshan / China und die Kunshan ReaLead Software Technology Co., Ltd., Kunshan, China wurden durch Erwerb am 14. Oktober 2019 in den Konsolidierungskreis aufgenommen (im Folgenden auch kurz "ReaLead" genannt). ReaLead ist ein schnell wachsender Anbieter von Automatisierungslösungen mit hervorragenden Referenzen, technischen Fähigkeiten und hoher Servicequalität. Das Unternehmen kann auf eine langjährige Erfahrung mit der Lieferung einer Vielzahl von Automatisierungslösungen zurückblicken, darunter Lösungen für die automatisierte Bearbeitung von Druckgussteilen und für Komponenten für Elektrofahrzeuge. Im Geschäftsjahr 2021 wurde die Verschlankung der ReaLead Unternehmen vorangetrieben. Die Kunshan ReaLead Software Technology Co., Ltd., wurde auf die BBS Automation (Kunshan) Co., Ltd verschmolzen. Die Übertragung der operativen Tätigkeiten der ReaLead Intelligent Technology (Kunshan) Co., Ltd auf die BBS Automation (Kunshan) Co., Ltd wurde im Geschäftsjahr 2021 vorangetrieben und soll im Geschäftsjahr 2022 abgeschlossen sein.

Zur Verschlankung der Holding-Struktur wurde die BBS International GmbH mit Wirkung zum 01. Januar 2020 auf die BBS Automation GmbH verschmolzen.

Im Geschäftsjahr 2020 wurde die BBS Automation India Private Ltd., Pune in Indien gegründet. Die Gesellschaft wird als Produktions- und Vertriebsgesellschaft die Aktivitäten der Gruppe in Indien vorantreiben. Im Geschäftsjahr 2021 konnten erste Auftragseingänge und Projektfertigstellungen erreicht werden.

1.4 UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND STEUERUNGSSYSTEM

1.4.1 Unternehmensführung

Für die strategische Ausrichtung der BBS Automation Gruppe sowie die Festlegung und Kontrolle der Unternehmensziele ist die BBS Automation GmbH als Management-Gesellschaft verantwortlich. Zudem ist sie für Führungs-, Steuerungs- und Controlling-Prozesse einschließlich des Risiko- und Chancenmanagements zuständig.

Darüber hinaus analysiert und definiert die BBS Automation GmbH für die BBS Automation Gruppe wesentliche Synergiepotentiale zwischen den Gruppengesellschaften und damit die Steigerung der Effizienz im Konzern. Dazu zählen die Bündelung der Aktivitäten in den Bereichen Einkauf und Finanzierung, eine zunehmend an Bedeutung gewinnende gemeinsame Nutzung von Auslandsstandorten im Zuge der Internationalisierung, Know-how- und Technologietransfer, Best-Practice-Vorgehensweisen und gezielte Kooperationen bei der Entwicklung neuer Lösungsansätze in einzelnen Projekten. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, die Wortschöpfung in der Gruppe durch die gezielte Steuerung von Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen den Gruppengesellschaften zu erhöhen.

Den jeweiligen Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften obliegt die operative Steuerung ihrer Unternehmensaktivitäten. Sie werden bei dieser Aufgabe von der Management-Holding unterstützt, sind rechtlich jedoch selbständig.

Begrenzt wird das eigenverantwortliche Handeln der einzelnen Tochtergesellschaften durch Rahmenrichtlinien und Regelungen, die vom Konzern und den einzelnen Gesellschaften festgelegt worden sind. Die Grundsätze zum regelkonformen Verhalten, einschließlich ethischer und moralischer Standards, werden unter anderem in einem Ethikmanagement und Werteprogramm für die Unternehmen der BBS Automation Gruppe definiert und von Unternehmensleitlinien sowie Führungsgrundsätzen für unsere Mitarbeiter flankiert. Die selbstverwaltende Struktur ist an ein zentrales Risikomanagement- und Kontrollsystem und an eine zentrale Konzernrechnungslegung gekoppelt.

Die BBS Automation Gruppe strebt konzernweit ein nachhaltiges, profitables Wachstum an, das insbesondere durch die Präsenz und die Nähe zu unseren internationalen Kunden auf allen geographischen Märkten getragen wird. Für die Sicherstellung der Kundenzufriedenheit und des finanziellen Erfolges liegt das Hauptaugenmerk auf einem effizienten Projektmanagement von der Angebotsphase bis zur finalen Übergabe der Anlagen an unsere Kunden.

Um die bestmögliche kundenspezifische Lösung zu erarbeiten, ist die BBS Automation Gruppe darauf angewiesen neue Technologie-Trends frühzeitig zu erkennen und diese in die Entwicklung eines jeden Projektes miteinfließen zu lassen.

1.4.2 Unternehmenssteuerung

Um den finanziellen und operativen Erfolg zu steuern, verwendet das Unternehmen die folgenden zentralen internen Steuerungsgrößen:

Pro Forma Operating Performance

das adjustierte operative Pro Forma Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted Pro Forma EBIT)

Diese Kennzahlen werden der Unternehmensführung und dem Gesellschafterkreis regelmäßig zur Verfügung gestellt und zur internen Steuerung eingesetzt.

Die Pro Forma Operating Performance ergibt sich durch den Konzernumsatz zuzüglich der Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Leistungen und zuzüglich der aktivierten Eigenleistungen. Sollte es zu Unternehmensakquisitionen kommen, wird der Wertbeitrag der im Geschäftsjahr erworbenen Unternehmen zu dieser Kennzahl bereits ab Beginn des Geschäftsjahres einbezogen. Somit wird die Kennzahl so abgebildet, als ob das erworbene Unternehmen bereits seit Beginn des Geschäftsjahres zu der BBS Automation Gruppe gehört hätte.

Das Adjusted Pro Forma EBIT unterscheidet sich vom Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im IFRS Konzernabschluss dahingehend, dass in das Pro Forma EBIT der Wertbeitrag der eventuell im Laufe des Geschäftsjahres erworbenen Unternehmen von Beginn des Jahres an einbezogen wird. Somit wird die Kennzahl so abgebildet, als ob das erworbene Unternehmen bereits seit Beginn des Geschäftsjahres zu der BBS Automation Gruppe gehört hätte. Darüber hinaus wird die Kennzahl um die folgenden nicht operativen Effekte bereinigt:

Effekte aus Unternehmenserwerben insbesondere Abschreibungen auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten und bilanzierten immateriellen Vermögenswerte

Einmalkosten, die durch besondere Gegebenheiten des Geschäftsjahres angefallen sind. Im Geschäftsjahr 2021 waren dies insbesondere Aufwendungen für Personal mit EUR 0,9 Mio., Aufwendungen für Rechtsberatung in Höhe von EUR 0,7 Mio. sowie Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von EUR 0,4 Mio.

Die Geschäftszahlen der Rome HoldCo GmbH.

Der Effekt aus der Kostenübernahme in Höhe von EUR 17,0 Mio. wurde nicht in die Bereinigungen aufgenommen. Der Kostenübernahme stehen tatsächlich entstandene Kosten in gleicher Höhe gegenüber und daher hätte die Bereinigung keinen ändernden Einfluss auf die beiden Kennzahlen.

Für das Geschäftsjahr 2021 wurden die Kennzahlen wie folgt ermittelt:

Pro Forma Operating Performance: TEUR 148.940 (Vorjahr: TEUR 139.487)

Adjusted Pro Forma EBIT: TEUR 10.562 (Vorjahr: TEUR 6.485).

Für das Geschäftsjahr 2021 stellt sich die Überleitung vom IFRS Konzernabschluss zur Pro Forma Operating Performance und zum Adjusted Pro Forma EBIT wie folgt dar:

Herleitung Pro Forma Operating Performance TEUR
Umsatzerlöse 145.351
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Leistungen 2.271
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.318
Summe laut IFRS Konzernabschluss 148.940
Herleitung Adjusted Pro Forma EBIT TEUR
EBIT laut IFRS Konzernabschluss 1.184
Bereinigung um Effekte aus Unternehmenserwerben 6.960
Bereinigung um Einmalkosten des Geschäftsjahres 2.377
Bereinigung um Wertbeitrag der Rome HoldCo GmbH 41
Adjusted Pro Forma EBIT 10.562

Die Einmalkosten des Geschäftsjahres 2021 resultieren im Wesentlichen aus speziellen Sondermaßnahmen im Personalbereich sowie Prozesskosten und einer gesellschaftsrechtlichen Reorganisation der BBS Automation Gruppe. Weitere Sondereffekte stehen in Zusammenhang mit Aufwendungen für M&A Aktivitäten.

Für das Geschäftsjahr 2020 stellt sich die Überleitung vom IFRS Konzernabschluss zur Pro Forma Operating Performance und zum Adjusted Pro Forma EBIT wie folgt dar:

Herleitung Pro Forma Operating Performance TEUR
Umsatzerlöse 137.571
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Leistungen 472
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.444
Summe laut IFRS Konzernabschluss 139.487
Herleitung Adjusted Pro Forma EBIT TEUR
EBIT laut IFRS Konzernabschluss -4.048
Bereinigung um Effekte aus Unternehmenserwerben 7.232
Bereinigung um Einmalkosten des Geschäftsjahres 3.264
Bereinigung um Wertbeitrag der Rome HoldCo GmbH 37
Adjusted Pro Forma EBIT 6.485

Die Einmalkosten des Geschäftsjahres 2020 resultieren im Wesentlichen aus Beratungs- & Restrukturierungskosten, sowie der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen bei den Gesellschaften BBS Chicago und BBS Blaichach. Weitere Sondereffekte stehen in Zusammenhang mit Aufwendungen für die rechtliche Reorganisation der BBS Automation Gruppe sowie für spezielle Sondermaßnahmen im Personalbereich.

1.5 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Viele Entwicklungstätigkeiten der BBS Automation Gruppe sind rein projektbezogene Tätigkeiten, bei denen es um die kundenspezifische Entwicklung und Optimierung von automatisierten Anlagen geht. Durch den Erwerb der auf Softwarelösungen spezialisierten ANT führt der Konzern mittlerweile auch Entwicklungstätigkeiten durch, die einen mehrfachen also wiederverwendbaren Nutzen haben. Das Unternehmen hat eine Kernplattform ("AOS") entwickelt, die mit individuell angepassten Softwaremodulen kombiniert werden kann und so auf die spezifischen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten wird. Am deutschen Standort in Blaichach wurden im Geschäftsjahr 2021 ebenfalls geringfügige Softwareentwicklungstätigkeiten an einem Datenbankmodell durchgeführt. Im Vorjahr wurde Software selbständig entwickelt, die in bestimmten Steuerungsmodulen erneut verwendet werden kann.

Für diese Entwicklungstätigkeiten entstanden entsprechende Aufwendungen. Insgesamt sind in der Berichtsperiode TEUR 4.033 (Vorjahr: TEUR 3.933) Forschungs- und Entwicklungskosten angefallen. Hiervon wurden im Geschäftsjahr 2021 TEUR 1.318 (Vorjahr: TEUR 1.444) als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte aktiviert, was einer Aktivierungsquote von 32,7 % (Vorjahr 36,7 %) entspricht. Im Geschäftsjahr 2021 wurden TEUR 962 (Vorjahr: TEUR 529) Abschreibungen und TEUR 897 (Vorjahr: TEUR 0) Wertminderungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen erfasst. Die Wertminderung steht im Zusammenhang mit den eingangs beschriebenen Kostenübernahmeansprüchen der BBS Automation Gruppe gegen einen Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH. Nachdem sich die Software als ungeeignet für den Einsatz in der BBS Automation Gruppe herausgestellt hat, wurde eine außerplanmäßige Wertminderung in Höhe von TEUR 897 erfasst. Die selbst erstellte Software wurde folglich auf den Nutzungswert von TEUR 0 vollständig abgewertet.

2 WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Regionale Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit von BBS sind vor allem Europa, insbesondere Westeuropa, Asien-Pazifik und die USA. Die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen und Rahmenbedingungen in den verschiedenen Regionen haben daher einen erheblichen Einfluss auf die Geschäftslage des Konzerns.

Die Weltwirtschaft hat im Kalenderjahr 2021 keinen einheitlichen Verlauf genommen. Während im ersten Halbjahr noch eine konjunkturelle Erholung und ein Wachstum zu verzeichnen waren, schwächte sich die gesamtwirtschaftliche Lage nach der Jahresmitte spürbar ab. Im Herbst führte das wieder ansteigende Infektionsgeschehen der COVID-19-Pandemie und später die neue Omikron-Mutation zu erneuter Unsicherheit in den Volkswirtschaften. Allerdings sind die wirtschaftlichen Auswirkungen in Ländern mit einer hohen Impfquote nicht mehr so gravierend, wie im Vorjahr oder in den asiatischen Ländern, wo vielerorts eine Null-COVID-Strategie verfolgt wird. Im zweiten Halbjahr bremsten globale Lieferengpässe sowie die erheblichen Anstiege in den Frachtraten und Rohstoffkosten den globalen Handel und die Industrieproduktion. Ein Rückgang der Nachfrage war dabei allerdings nicht erkennbar. Unter dem Einfluss der enorm steigenden Energiepreise lag die Inflation zum Ende des Kalenderjahres in vielen Ländern so hoch wie seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr.

Bezogen auf die Regionen, in denen die BBS Automation Gruppe global tätig ist, ergaben sich folgende Entwicklungen der Wirtschaftsleistung gemessen am Bruttoinlandsprodukt:

Region Entwicklung Bruttoinlandsprodukt in 2021
USA 5,7 %
Euroraum 5,3 %
China 8,1 %
Ostasien 3,5 %

Quelle: ifw Kiel - Institut für Weltwirtschaft: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Winter 2021 vom 15.12.2021 Nr. 85 (2021/Q4); ifw Kiel - Institut für Weltwirtschaft: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Frühjahr 2022 vom 17.03.2022 Nr. 87 (2021/Q1).

2.2 BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Der deutsche Maschinen- und Anlagenanbau hat gegenüber dem Krisenjahr 2020 ein erhebliches Wachstum hingelegt. Im Jahr 2021 wurden aus Deutschland Maschinen und Anlagen im Wert von 179,4 Milliarden Euro exportiert. Damit lagen Ausfuhren nominal 9,8 % über ihrem Vorjahreswert, jedoch noch etwa 1 % unter dem Vorkrisenniveau. Ein noch nie dagewesener Druck auf die Lieferketten sorgte schließlich dafür, dass die Maschinenexporte ihr Niveau aus dem Jahr 2019 trotz reger Bestellungen aus dem Ausland knapp verfehlten. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten, erneut wichtigster Exportmarkt, legten um 13,9 % zu. Nach China wurden 6,3% mehr als im Vorjahr geliefert und die Maschinenexporte in die EU stiegen im vergangenen Jahr um 10,8 %. Besonders dynamisch entwickelte sich auch das Exportgeschäft mit dem Vereinigten Königreich (UK). Die Ausfuhren legten um 22,8 %.

Die chinesischen Unternehmen haben allerdings ihren Vorsprung gegen den deutschen Unternehmen weiter ausgebaut - die Maschinenexporte aus China stiegen um mehr als 26 %.

Quellen: VDMA; Konjunkturlage im Maschinen- und Anlagenbau; März 2022. Pressemitteilung vom VDMA vom 17.03.2022 - China und Deutschland dominieren weltweites Exportgeschäft mit Maschinen.

2.3 ERTRAGS- VERMÖGENS- UND FINANZLAGE ROME HOLDCO GMBH - KONZERNABSCHLUSS

2.3.1 Ertragslage

Die BBS Automation Gruppe stellt die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren auf.

Die Umsatzerlöse sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 7.780 auf TEUR 145.351 gestiegen, was einem Anstieg um 6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Umsatzerlöse werden zum größten Teil im Projektgeschäft erzielt und gemäß ihrem Projektfortschritt, gemessen am kostenorientierten Verfahren, realisiert. Inhaltlich lassen sich die Umsatzerlöse wie folgt aufgliedern:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Umsätze aus Projektgeschäft 135.408 132.766
Umsätze aus Ersatzteilen 7.990 2.754
Umsätze aus Dienstleistungen 1.953 2.051
145.351 137.571

Die gesamten Umsatzerlöse verteilen sich geographisch wie folgt:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Deutschland 21.622 35.554
Asien 63.831 40.772
Europa 29.308 34.362
NAFTA 28.635 26.737
Südamerika 788 54
Rest der Welt 1.167 92
145.351 137.571

Das Geschäftsjahr 2021 war weiterhin durch Belastungen in Folge der COVID-19 Pandemie gekennzeichnet. Dennoch profitierte die BBS Automation Gruppe von einer Erholung der Märkte und konnte im Vergleich zum Vorjahr die Auftragseingänge in Höhe von TEUR 181.926 (Vorjahr: TEUR 122.420) stark steigern. Diese Entwicklung resultiert überwiegend auf einer gesteigerten Investitionstätigkeit im Segment "Mobility". Der Anteil des Segments "Mobility" am gesamten Auftragseingang der BBS Automation Gruppe hat sich im Vergleich zum Vorjahr absolut von TEUR 63.871 auf TEUR 113.137 erhöht.

Weiterhin strebt die BBS Automation Gruppe eine starke Diversifikation der Kundensegmente an und es konnte abseits von dem Segment "Mobility" ein Anstieg des Auftragseingangs von TEUR 58.549 auf TEUR 68.789 in den anderen Kundensegmenten, im Wesentlichen "Consumer" und "MedTech" verzeichnet werden.

Trotz der stark erholten Auftragslage von insgesamt TEUR 181.926 gilt es zu beachten, dass die Auftragseingänge in 2021 relativ gleichverteilt verbucht werden konnten. Für die Umsatzrealisierung auf Basis des Projektfortschrittes bedeutet dies, dass ein Großteil der Projekte, welche in der zweiten Jahreshälfte (speziell Q4-Aufträge mit einem Volumen von TEUR 43.031) gewonnen wurden, erst im Folgejahr umsatzseitig vollumfänglich realisiert werden. Ferner verzögerten in der zweiten Jahreshälfte 2021 die globalen Lieferengpässe, vor allem bei elektronischen Komponenten, die Umsatzrealisierung.

Die Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2021 von TEUR 145.351 bedeuten einen Anstieg von TEUR 7.780 gegenüber dem Vorjahr. Die größten Treiber für den Umsatzanstieg resultieren überwiegend aus den Gesellschaften in China (TEUR +19.297), in Malaysia (TEUR +6.747) und Italien (TEUR +3.466). In den Gesellschaften in Deutschland (TEUR -22.083) sowie USA (TEUR -1.363) waren andererseits Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Der Umsatzrückgang in Deutschland resultiert aus der Abarbeitung von Altprojekten, welche Ressourcen für die Bearbeitung neuer Projekte und deren Fertigstellungsgrad blockierte. Folglich konnte die Gesellschaft deutlich weniger Umsatzerlöse erzielen. Dabei handelt es sich nur um eine Verschiebung bei der Umsatzrealisierung in das Geschäftsjahr 2022, was sich in einem deutlich höheren Auftragsbestand der gesamten BBS Automation Gruppe zum 31. Dezember 2021 von TEUR 40.794 (Vorjahr: TEUR 21.624) niederschlägt.

Die BBS Gesellschaft in Chicago zeigt einen Umsatzrückgang von TEUR 1.363 auf. Der Umsatzrückgang basiert im Wesentlichen auf deutlich geringeren Auftragseingängen im Geschäftsjahr von TEUR 17.682 (Vorjahr: TEUR 26.998). Der Auftragsbestand zu Beginn des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 14.466 konnte einen höheren Umsatzrückgang verhindern. Grundsätzlich beruhen die niedrigen Auftragseingänge auf einer strategischen Neuausrichtung des Standortes in Chicago, indem margenträchtigere Projekte im Vergleich zum Segment "Mobility" vermehrt in den Segmenten "Consumer" und "MedTech" gewonnen werden sollen.

Sehr positiv entwickelten sich die drei chinesischen Gesellschaften mit einem Anstieg der Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 19.279 im Vergleich zum Vorjahr. Das beruht im Wesentlichen auf einer starken Erholung des Automationsmarktes in China und auf starken Auftragseingängen in Höhe von TEUR 78.601 (Vorjahr: TEUR 54.980). Die Gesellschaften konnten vor allem mit Kunden im Segment "Mobility" Auftragseingänge verzeichnen sowie Umsatzerlöse generieren.

Die im Geschäftsjahr 2019 begonnene Entwicklung von bestimmten Software- und Steuerungsmodulen, welche bei der Produktion der automatischen Maschinen- und Testsysteme mehrfach verwendet werden können, hat die Gesellschaft im laufenden Geschäftsjahr zunächst gestoppt. Entwicklungstätigkeiten wurden nur noch am Software-Standort der BBS Automation Gruppe in Polen durchgeführt. Dabei kam es zu weiteren Aktivierungen. Im Geschäftsjahr 2021 wurden TEUR 1.318 (Vorjahr: TEUR 1.444) als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte aktiviert, was einer Aktivierungsquote von 32,7 % (Vorjahr 36,7 %) entspricht.

Die Umsatzerlöse sind mit TEUR 7.780 der Haupttreiber für die Entwicklung der Pro Forma Operating Performance, welche im Geschäftsjahr um TEUR 9.453 (+7 %) auf TEUR 148.940 gestiegen ist.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im Geschäftsjahr 2021 TEUR 24.679 und sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 21.487 erheblich gestiegen. Der Anstieg resultiert überwiegend aus dem bereits beschriebenen Kostenübernahmeanspruch gegenüber einem Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH in Höhe von EUR 17,0 Mio. Des Weiteren ergab sich aus der finalen Einigung über den noch ausstehenden Kaufpreis aus dem Erwerb der ReaLead Gruppe in 2019 ein Ertrag in Höhe von TEUR 833. Als weiterer größter Einzelposten sind im Wesentlichen die Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 2.458 (Vorjahr: TEUR 1.192) zu nennen.

Der Materialaufwand lässt sich wie folgt aufteilen:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, produktionsbezogenen Strom und bezogene Waren 82.110 62.861
Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.935 11.388
85.045 74.249

Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 10.796 (oder 15%) gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Anstieg geht zunächst auf das Umsatzwachstum zurück, wobei jedoch der Anstieg im Materialaufwand überproportional war. Folglich hat sich die Materialaufwandsquote gegenüber dem Vorjahr von 54 % auf 59 % erhöht.

Der überproportionale Anstieg des Materialaufwands in 2021 bedingt sich im Wesentlichen mit dem starken Umsatzwachstum der chinesischen Gesellschaften und der zugrundeliegenden Projektstruktur. Im Geschäftsjahr 2021 wurden vornehmlich Projekte mit einem hohen Materialanteil an den Projektgesamtkosten bearbeitet und beendet. Das bedingt im Wesentlichen den Anstieg der Materialaufwendungen auf Gruppenebene in 2021 im Vergleich zum Vorjahr.

Die Personalaufwandsquote ist gegenüber dem Vorjahr von 33 % auf 36 % gestiegen. Der Personalaufwand liegt bei TEUR 52.269. Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Leiharbeiter in Höhe von TEUR 7.437 (Vorjahr: TEUR 3.533) enthalten. Im Geschäftsjahr waren die Hauptreiber der Personalaufwendungen, Aufwendungen für Löhne und Gehälter in Höhe von TEUR 42.551, Aufwendungen für Boni in Höhe von TEUR 2.281 sowie die bereits genannten Aufwendungen für Leiharbeiter in Höhe von TEUR 7.437. Der Anstieg im Personalaufwand ist im Wesentlichen aus der Beauftragung und dem Einsatz von Leiharbeitern begründet. Bei einer Beauftragung von Leistungspaketen an Leiharbeitsfirmen werden die Kosten als Aufwendungen aus bezogenen Leistungen im Materialaufwand ausgewiesen. Bei einem direkten projektbezogenen Einsatz von Leiharbeitern, werden die Aufwendungen als Personalaufwand erfasst und ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2021 ergab sich im Vergleich zum Vorjahr eine erhöhte Anzahl an direkt projektbezogenen Einsätze von Leiharbeitern und damit höhere Personalaufwendungen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020.

Der Personalaufwand verteilt sich auf durchschnittlich 910 Mitarbeiter (Vorjahr: 914) und 120 Leiharbeiter (Vorjahr: 143). Die Mitarbeiterzahlen teilen sich nach Funktionsbereichen wie folgt auf:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
Mitarbeiter Leiharbeiter Mitarbeiter Leiharbeiter
Produktion, Logistik 293 42 310 37
Engineering 384 60 381 90
Vertrieb 78 10 78 10
Verwaltung 155 8 145 6
Gesamt 910 120 914 143

Regional verteilt sich die Anzahl der Mitarbeiter und Leiharbeiter wie folgt:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
Mitarbeiter Leiharbeiter Mitarbeiter Leiharbeiter
Europa 347 77 350 109
Asien 477 41 459 31
Nordamerika 86 2 105 3
Gesamt 910 120 914 143

Innerhalb der gesamten BBS Automation Gruppe wurden im Geschäftsjahr 2021 staatliche Personalkostenzuschüsse in Höhe von TEUR 13 (Vorjahr: TEUR 75) mit dem Personalaufwand saldiert.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 6.643 gestiegen. Die Aufwendungen setzen sich inhaltlich wie folgt zusammen:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Reisekosten 3.006 1.812
Zuführung Wertberichtigung auf Forderungen 2.534 1.994
Beratungs-, Gutachten- und Prüfungskosten 1.843 2.644
Aufwand aus Währungsumrechnung 1.806 2.225
Ausgangsfrachten 1.766 678
IT-Kosten 1.277 1.093
Sonstige Steuern 570 228
Marketing 525 545
Versicherungen 456 431
Instandhaltungen 268 341
Miete und Leasing 133 207
Übriger sonstiger Aufwand 7.087 2.430
21.271 14.628

Die wesentlichen Treiber der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Reisekosten, die Zuführung zu Wertberichtigung auf Forderungen, die Beratungs- und Gutachtenkosten, der Aufwand aus der Währungsumrechnung sowie die Kosten für Ausgangsfrachten. Nachdem sich die Beschränkungen im Reiseverkehr etwas gelockert haben, stiegen die Reisekosten im Geschäftsjahr 2021 wieder an. In den Zuführungen zu Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum überwiegenden Teil Wertberichtigungen enthalten, die im Zusammenhang mit der Kostenübernahmeforderung gegen einen Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH gebildet wurden. Die Beratungs- und Gutachtenkosten sind gegenüber dem Vorjahr gesunken. Im Vorjahr waren hier noch wesentliche Beträge für gruppeninterne Umstrukturierungen und steuerliche Beratungen enthalten. Dies waren auch in diesem Jahr die wesentlichsten Treiber der Beratungskosten, wenn auch in reduziertem Umfang. Die positive Entwicklung auf den Währungsmärkten führte zu einem Rückgang in den Aufwendungen aus der Währungsumrechnung. Im übrigen sonstigen Aufwand sind Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 4.065 enthalten, die um TEUR 2.458 höher sind als im Vorjahr. Dies betrifft überwiegend Rückstellungen für drohende Verluste aus Verträgen mit Kunden und für Gewährleistungen. Zum Großteil wurden diese im Zusammenhang mit dem Einsatz der Software gebildet, in deren Folge die Kostenübernahmeforderung gegenüber einem Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH entstanden ist.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ist um TEUR 6.641 auf TEUR 15.034 gestiegen.

Die Abschreibungen sind im wesentlichen Maße beeinflusst durch die Abschreibungen der im Rahmen der Kaufpreisallokation bei den historischen Unternehmenserwerben identifizierten immateriellen Vermögenswerten. Diese Abschreibungen sind in den gesamten Abschreibungen der Periode in Höhe von TEUR 6.960 (Vorjahr: TEUR 7.232) enthalten. Im Rahmen der Kaufpreisallokation erworbene bzw. identifizierte immaterielle Vermögenswerte werden über einen Zeitraum von 4-8 Jahren abgeschrieben. Die planmäßigen übrigen Abschreibungen umfassen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von TEUR 2.630 (Vorjahr: TEUR 2.100) und aktivierte Leasing-Nutzungsrechte in Höhe von TEUR 3.364 (Vorjahr: TEUR 3.109). Der Anstieg betrifft im Wesentlichen die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte. Hier spiegelt sich die erhöhte Aktivierung auf selbst erstellte immaterielle Software der Vorjahre wider. Im Geschäftsjahr 2021 wurden TEUR 897 (Vorjahr: TEUR 0) Wertminderungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen erfasst. Diese steht im Zusammenhang mit den eingangs beschriebenen Kostenübernahmeansprüchen der BBS Automation Gruppe gegen einen Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH. Nachdem sich die Software als ungeeignet für den Einsatz in der BBS Automation Gruppe herausgestellt hat, wurde eine außerplanmäßige Wertminderung in Höhe von TEUR 897 erfasst. Die selbst erstellte Software wurde folglich auf den Nutzungswert von TEUR 0 vollständig abgewertet.

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist um TEUR 5.232 auf TEUR 1.184 gestiegen.

Ohne Berücksichtigung der oben beschriebenen Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen und unter Berücksichtigung von Bereinigungen für Einmalkosten und ohne Berücksichtigung des Ergebnisses der Rome HoldCo GmbH ergab sich ein Adjusted Pro Forma EBIT in Höhe von TEUR 10.562. Dies entspricht einem Anstieg um TEUR 4.077 (+ 62 %) gegenüber dem Vorjahr. Ursächlich für den Anstieg war im Wesentlichen das gegenüber dem Vorjahr stark verbesserte EBIT (+ TEUR 5.232), was den Effekt aus niedrigeren Bereinigungen überkompensieren konnte.

Das Finanzergebnis liegt bei TEUR -10.160 und damit um TEUR 801 unter dem Vorjahr. Die wesentlichen Treiber des Finanzergebnis waren wie im Vorjahr die Zinsaufwendungen aus lang- und kurzfristigen Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit TEUR 3.347 (Vorjahr: TEUR 3.510), die Zinsaufwendungen aus den Gesellschafterdarlehen mit TEUR 2.117 (Vorjahr: TEUR 2.117) und die Aufwendungen aus deren Effektivverzinsung mit TEUR 2.263 (Vorjahr: TEUR 2.094). Im Wesentlichen sind die Zinsaufwendungen somit stabil gegenüber dem Vorjahr geblieben. Die Aufwendungen aus der Effektivverzinsung des Gesellschafterdarlehens sind nach den Regelungen der IFRS für die Differenz zwischen der nominellen Verzinsung des Gesellschafterdarlehen (2 %) und einer fiktiven an den Marktverhältnissen orientierten Verzinsung zu erfassen.

Dieser Zinseffekt lag nur leicht über dem Vorjahresbetrag und wird nicht zu Zahlungsabflüssen führen. Für die ermittelte Unterverzinslichkeit des im Geschäftsjahr bezogenen KfW-Darlehens über EUR 12,5 Mio. wurde ein zusätzlicher Zinsaufwand in Höhe von TEUR 84 erfasst. Durch die Umfinanzierung im Geschäftsjahr 2019 und teilweise auch im Geschäftsjahr 2020 sind Transaktionskosten gezahlt worden, die über die Laufzeit der Finanzierung nach der Effektivzinsmethode verteilt werden. Insgesamt wurden TEUR 1.010 (Vorjahr: TEUR 545) aus der Auflösung abgegrenzter und der Zahlung nicht abgegrenzter Transaktionskosten im Finanzergebnis erfasst. Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten belasteten das Finanzergebnis mit TEUR 522 (Vorjahr: TEUR 601).

Das Ergebnis vor Steuern beträgt TEUR -8.976 und ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 4.431 gestiegen.

Insgesamt wurde in beiden Geschäftsjahren ein Steuerertrag erfasst, der insbesondere aus der Umkehrung von passiven latenten Steuern, welche im Rahmen der Kaufpreisallokation erfasst wurden, und aus der Aktivierung von latenten Steueransprüchen auf steuerliche Verlustvorträge resultiert. Die Ertragsteuern teilen sich auf tatsächliche und latente Steuern wie folgt auf:

01.01.-31.12.2021 01.01.-31.12.2020
TEUR TEUR
Tatsächlicher Steueraufwand -2.052 -1.323
Latente Steuern (Ertrag) 3.483 4.096
Steuerertrag 1.431 2.773

Insgesamt wurden TEUR 8.262 (Vorjahr: TEUR 6.312) latente Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge im In- und Ausland gebildet. Im Berichtsjahr wurden auf TEUR 4.348 (31. Dezember 2020: TEUR 320) ausländische steuerliche Verlustvorträge keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da diese nicht unbegrenzt nutzbar sind und man nicht davon ausgeht, diese im erforderlichen Zeitrahmen nutzen zu können. Die weiteren bestehenden steuerlichen Verlustvorträge sind sämtlich unverfallbar. Im Berichtsjahr wurden auf TEUR 173 (Vorjahr: TEUR 63) inländische steuerliche Verlustvorträge keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Diese sind unverfallbar.

Insgesamt ergibt sich für die BBS Automation Gruppe ein Konzernperiodenergebnis in Höhe von TEUR -7.545, welches sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 3.089 verbessert hat.

2.3.2 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der BBS Automation Gruppe ist gegenüber dem 31. Dezember 2021 um TEUR 52.907 auf TEUR 402.840 gestiegen.

Der wesentlichste Einzelposten ist der Geschäfts- oder Firmenwert, welcher zum 31. Dezember 2021 ca. 37 % (31. Dezember 2020: ca. 42 %) der Bilanzsumme darstellt. Im Geschäftsjahr 2021 hat sich der Geschäfts- oder Firmenwert lediglich durch Fremdwährungseffekte leicht verändert. In beiden Perioden waren keine Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert zu erfassen, planmäßige Abschreibungen werden nicht vorgenommen. Insgesamt stellen die immateriellen Vermögenswerte inklusive Geschäfts- oder Firmenwert 52 % (31. Dezember 2020: 62 %) der Bilanzsumme dar. Hierin sind zum 31. Dezember 2021 TEUR 57.919 (31. Dezember 2020: TEUR 64.641) immaterielle Vermögenswerte enthalten, die im Rahmen von Unternehmenserwerben erstmalig identifiziert und bilanziert wurden. Hiervon wird lediglich die Marke "BBS" mit TEUR 27.608 zu beiden Stichtagen nicht planmäßig abgeschrieben. Die letzten Abschreibungen auf diese immateriellen Vermögenswerte werden planmäßig im Geschäftsjahr 2026 erfasst.

Die Sachanlagen inklusive aktivierter Leasing-Nutzungsrechte belaufen sich auf TEUR 15.005, was einen Rückgang um TEUR 1.789 gegenüber dem Vorjahr darstellt. Die aktivierten Leasing-Nutzungsrechte umfassen im Wesentlichen langfristige Leasingverträge über Grundstücke und Gebäude. Der Rückgang ist im wesentlichen abschreibungsbedingt und ein Ergebnis der zurückhaltenden Investitionstätigkeit infolge der Corona Pandemie.

Der Anstieg der latenten Steueransprüche gegenüber dem Vorjahr um TEUR 3.694 resultiert überwiegend aus der Aktivierung von latenten Steueransprüchen auf steuerliche Verlustvorträge.

Insgesamt beträgt das langfristige Vermögen der BBS Automation Gruppe TEUR 255.307, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um TEUR 4.730 entspricht.

Das kurzfristige Vermögen besteht zum Großteil aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten, welche in Summe TEUR 94.269 (31. Dezember 2020: TEUR 70.563) bzw. 64 % (31. Dezember 2020: 79 %) des gesamten kurzfristigen Vermögens von TEUR 147.533 (31. Dezember 2020: TEUR 89.896) repräsentieren. Die Vertragsvermögenswerte resultieren aus der Umsatzrealisierung gemäß dem Projektfortschritt und sind immer dann zu erfassen, wenn der an den angefallen Projektkosten gemessene Projektfortschritt bereits höher ist als die vom Kunden erhaltene Anzahlung und stellen somit in Bezug auf liquide Mittel entsprechend die Vorleistung der BBS Automation Gruppe dar. Gegenüber dem Vorjahr sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 16.778 gestiegen.

Dies ist im Wesentlichen auf gestiegene Umsatzerlöse zurückzuführen, ist aber auch in einem gewissen Masse eine stichtagsbezogene Betrachtung. Die Vertragsvermögenswerte sind ebenfalls gestiegen. Hier konnten wir einen Anstieg um TEUR 6.928 verzeichnen. Ursächlich hierfür sind gegenüber dem Vorjahresstichtag höhere durchschnittliche Fertigstellungsgrade in laufenden Projekten.

Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte betragen TEUR 22.886 zum 31. Dezember 2021. Zum Stichtag sind hier die EUR 17,0 Mio. Kostenübernahmeforderung gegen einen Gesellschafter der Rome HoldCo enthalten, die in 2022 gezahlt werden. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr begründet sich im Wesentlichen in diesem Einzelposten.

Die liquiden Mittel sind im Geschäftsjahr um TEUR 10.996 gestiegen. Die Entwicklung kann der Konzernkapitalflussrechnung entnommen werden.

Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 94.290. Gegenüber dem Vorjahr stellt dies einen Rückgang um TEUR 4.418 dar. Im Geschäftsjahr wurden keine Kapitalerhöhungen oder Ausschüttungen durchgeführt. Der Rückgang resultiert lediglich aus den beeinflussenden Faktoren negatives Konzernperiodenergebnis und positive Währungseffekte im Übrigen kumulierten Eigenkapital. Im Eigenkapital wird der Posten Eigenkapitalanteil des Gesellschafterdarlehens ausgewiesen. In diesem Posten wird der Unterschied zwischen der tatsächlichen Verzinsung des Gesellschafterdarlehens (2 %) und einer fiktiven an den Marktverhältnissen orientierten Verzinsung unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode erfasst. Der Posten löst sich bei Rückführung des Gesellschafterdarlehens aus und wurde abzüglich latenter Steuern erfasst.

Die BBS Automation Gruppe bildet Rückstellungen im Wesentlichen für vertragliche Gewährleistungsansprüche aus den Kundenverträgen und für drohende Verluste aus laufenden Projekten. Insgesamt stellen die Rückstellungen mit TEUR 5.524 (31. Dezember 2020: TEUR 2.229) lediglich einen geringen Anteil der Schulden der BBS Automation Gruppe dar. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Verlustprojekten, die im Zusammenhang mit dem Einsatz der Software entstanden sind, für welche die die BBS Automation Gruppe den Kostenübernahmeanspruch gegen einen Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH angesetzt hat.

Die Verbindlichkeiten der BBS Automation Gruppe gegenüber Kreditinstituten betragen zum 31. Dezember 2021 TEUR 83.999 und sind gegenüber dem Vorjahresstichtag um TEUR 23.254 gestiegen. Der Anstieg lässt sich im Wesentlichen auf eine höhere Inanspruchnahme der kurzfristigen Finanzierungslinien zur Projektfinanzierung als auch in dem Zufluss des KfW Darlehens im Geschäftsjahr 2021 über EUR 12,5 Mio. zurückführen. Die langfristige Finanzierung der BBS Automation Gruppe erfolgt durch ein Darlehen über einen Nominalbetrag von EUR 60 Mio., welches der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2019 zugeflossen ist.

Diese langfristige Darlehensverbindlichkeit ist mit einem Zinssatz von aktuell 3,75 % fest verzinslich und endfällig im September 2026. Neben diesem langfristigen Darlehen bestehen auch kurzfristige Kreditlinien, welche je nach Bedarf in Anspruch genommen werden können. Die kurzfristigen Kreditlinien sehen eine variable Verzinsung in Abhängigkeit vom EURIBOR als Referenzzinssatz und einer Marge vor, wobei die Mindestreferenz mit 0 % festgelegt wurde. Aus dem staatlichen Corona-Förderprogramm der KfW Bank in Deutschland sind der BBS Automation Gruppe im Geschäftsjahr 2021 EUR 12,5 Mio. als neues Darlehen zugeflossen. Die ursprüngliche Gewährung über EUR 25,0 Mio. musste somit nicht vollständig in Anspruch genommen werden. Das Darlehen ist am 31. Dezember 2022 rückzahlbar, Zinsen in Höhe von 2,12 % werden quartalsweise gezahlt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern resultieren aus den Unternehmenserwerben im Geschäftsjahr 2018. Hierbei handelt es sich um Gesellschafterdarlehen, welches neben der geleisteten Eigenkapitalausstattung zur Finanzierung der Gesellschaft dient. Sie betragen zum 31. Dezember 2021 TEUR 107.218 und sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 4.380 gestiegen. Zu den Stichtagen setzt sich der bilanzierte Betrag wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Nominalbetrag 105.831 105.831
Kumulierte Zinsaufwendungen 7.525 5.407
Eigenkapitalanteil -13.510 -13.510
Kumulierte Effektivverzinsung 7.372 5.110
107.218 102.838

Im Geschäftsjahr 2021 führten TEUR 2.117 Zinsaufwendungen und TEUR 2.263 Effektivzinseffekt zur Erhöhung der Verbindlichkeit. Die Gesellschafterdarlehen werden mit 2 % verzinst und sind inklusive aufgelaufener Zinsen endfällig im September 2026 rückzahlbar.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die Vertragsverbindlichkeiten betragen zum 31. Dezember 2021 TEUR 49.617 und sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 25.267 gestiegen. Die Vertragsverbindlichkeiten resultieren aus der Umsatzrealisierung gemäß dem Projektfortschritt und sind immer dann zu erfassen, wenn der an den angefallen Projektkosten gemessene Projektfortschritt geringer ist als die vom Kunden erhaltene Anzahlung. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen war ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um TEUR 14.576 zu verzeichnen.

Dieser Anstieg bedingt sich im Wesentlichen aus den überproportional hohen Materialaufwendungen infolge der erheblichen Preisanstiege für Rohstoffe, Energie und Logistik im letzten Quartal des Geschäftsjahres und den daraus resultierenden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Ebenso sind die Vertragsverbindlichkeiten um TEUR 10.691 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten wurde hauptsächlich von den Standorten Deutschland (TEUR 2.499) sowie Suzhou (TEUR 6.901) getrieben und resultiert aus einem geringen Fortschritt bei neuen Projekten gepaart mit erhaltenen Anzahlungen.

Der leichte Rückgang der Leasingverbindlichkeiten um TEUR 833 ist auf leicht über den Neuabschlüssen liegenden planmäßigen Tilgungen zurückzuführen.

Insgesamt weist die BBS Automation Gruppe kurzfristige Schulden in Höhe von TEUR 102.104 (31. Dezember 2020: TEUR 48.858) und langfristige Schulden in Höhe von TEUR 206.446 (31. Dezember 2020: TEUR 202.367) aus.

2.3.3 Finanzlage

Das Management des Liquiditätsbedarfs erfolgt bei der BBS Automation Gruppe mittels einer kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsplanung. Dabei wird der Liquiditätsbedarf oder -überschuss von den Gesellschaften an die Konzernzentrale übermittelt und auf Basis dieser Meldungen wird die konzernweite Liquiditätsplanung erstellt.

Die Finanzierungspolitik verfolgt das Ziel, jederzeit über ausreichende Liquiditätsreserven in Form von liquiden Mitteln und von nicht genutzten, langfristig zugesagten Kreditlinien zu verfügen, um die operativen und strategischen Finanzbedarfe der Konzerngesellschaften sicherstellen zu können und darüber hinaus eine ausreichende Reserve zur Abfederung unvorhergesehener Ereignisse zur Verfügung zu haben. Innerhalb des Konzerns gilt der Grundsatz der internen Finanzierung. Der Finanzierungsbedarf von Tochtergesellschaften wird - soweit möglich bzw. wirtschaftlich sinnvoll - über interne Darlehensbeziehungen abgedeckt. Konzerngesellschaften werden mit Darlehen der BBS Automation GmbH ausgestattet. Ergänzend bestehen bei den einzelnen operativen Einheiten Finanzierungslinien mit lokalen Banken, um kurzfristige Liquiditätsschwankungen ausgleichen zu können.

Die kurz- und langfristige Finanzierung der BBS Automation Gruppe erfolgt durch einen Mix aus kurzfristiger Projektfinanzierung durch Inanspruchnahme von Barmittel- und Bürgschaftslinien und der langfristigen Wachstumsfinanzierung durch langfristige Bankdarlehen.

Seit dem Geschäftsjahr 2019 besteht eine mit einem Bankenkonsortium abgeschlossene Finanzierung über EUR 140 Mio. Diese Finanzierung wurde vollumfänglich durch die BBS Automation GmbH durchgeführt, welche somit die gruppenweite Finanzierungsfunktion übernimmt und die Liquidität der BBS Automation Gruppe steuert.

Bestandteil der Finanzierung sind ein langfristiges Darlehen über EUR 60 Mio., eine revolvierende Kreditlinie über EUR 40 Mio. und Bürgschaftslinien über weitere EUR 40 Mio. Im Geschäftsjahr 2020 konnte sich die BBS Automation GmbH im Rahmen das inländischen staatlichen Corona-Hilfsprogrammes eine weitere Finanzierungslinie über EUR 25 Mio. bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau sichern, welche im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von EUR 12,5 Mio. in Anspruch genommen wurde (die restlichen EUR 12,5 Mio. werden nicht in Anspruch genommen und stehen nicht mehr als Linie zur Verfügung). Darüber hinaus bestanden weitere lokale Linien über TEUR 8.850 (31. Dezember 2020: TEUR 6.236) in Deutschland, Malaysia, China und Italien, welche je nach Ausgestaltung als Bürgschaftslinie oder als Barmittellinie in Anspruch genommen werden können.

Die folgende Tabelle zeigt die Inanspruchnahme und frei verfügbaren Mittel zum 31. Dezember 2021:

Maximale Linie Inanspruchnahme Freie Verfügbarkeit
Als liquide Mittel Als Bürgschaft
TEUR TEUR TEUR TEUR
Globale Linie 140.000 70.605 14.263 55.132
KfW Linie 12.500 12.500 0 0
Lokale Linie 8.850 2.844 3.698 2.308
Gesamt 161.350 85.949 17.961 57.440

Die folgende Tabelle zeigt die Inanspruchnahme und frei verfügbaren Mittel zum 31. Dezember 2020:

Maximale Linie Inanspruchnahme Freie Verfügbarkeit
Als liquide Mittel Als Bürgschaft
TEUR TEUR TEUR TEUR
Globale Linie 140.000 60.984 12.430 66.586
KfW Linie 25.000 0 0 25.000
Lokale Linie 6.236 1.249 2.276 2.711
Gesamt 171.236 62.233 14.706 94.297

Neben der Finanzierung über die globale Linie, die KfW Linie und die lokalen Bürgschaftslinien bestanden zum 31. Dezember 2020 Bankdarlehen über TEUR 83 (31. Dezember 2020: TEUR 1.045).

Somit standen der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 als Barmittellinie für die Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit TEUR 30.823 und als Bürgschaftslinie TEUR 26.617 zur Verfügung.

Die Gesellschaft benötigt wenig Mittel zur internen Finanzierung, da es auf Ebene der Rome HoldCo GmbH keine operative Geschäftstätigkeit gibt. Die interne Finanzierung der BBS Automation Gruppe erfolgt durch die Gesellschafter einerseits mit einer Kapitaleinlage in Höhe von EUR 117,8 Mio. sowie mit den bereits erwähnten Gesellschafterdarlehen.

Zum 31. Dezember 2021 betrugen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten TEUR 83.999 (31. Dezember 2020: TEUR 60.745) bei insgesamt liquiden Mitteln in Höhe von TEUR 17.906 (31. Dezember 2020: TEUR 6.910). Daraus ergibt sich eine Nettoverschuldung von TEUR -66.093 (31. Dezember 2020: TEUR -53.835). Weiterhin ergibt sich damit zum 31. Dezember 2021 eine insgesamt zur Verfügung stehende Liquidität bestehend aus den liquiden Mitteln (TEUR 17.906) als auch der Barmittellinie (TEUR 30.823) in Höhe von insgesamt TEUR 48.729.

Die Höhe der Verschuldung ist im Konzern im Wesentlichen von der Höhe des Working Capital abhängig. Bedingt durch unser Geschäftsmodell und dem speziellen Markt für Spezialmaschinenbau, ist das Working Capital bei unserem Unternehmen naturgemäß relativ hoch. Unsere Projekte haben lange Laufzeiten zwischen 6 und 15 Monaten. Es ist uns nur teilweise möglich, Vorauszahlungen entsprechend dem Fertigstellungsgrad der einzelnen Projekte zu erhalten, so dass bei uns kein positiver oder ausgeglichener Cashflow während der laufenden Projektphase generiert wird. Die Abrechnung erfolgt vertragsbedingt in der Regel erst nach der erbrachten Leistung. Vorauszahlungen unserer Kunden sind in den meisten Fällen mit Anzahlungsgarantien zu hinterlegen, die wiederum unsere Aval- und Konsortialkreditlinien belasten.

In die Investitionstätigkeit sind der BBS Automation Gruppe im Geschäftsjahr 2021 Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 9.625 geflossen. Im Vorjahr wurde hier noch ein Zufluss in Höhe von TEUR 1.056 erzielt. Die Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen sind dabei um TEUR 701 zurückgegangen. Die Investitionen der dargestellten Periode bezogen sich auf kleinere Ersatz-, bzw. Erneuerungsinvestitionen. Auch für das Geschäftsjahr 2022 geht die Gesellschaft nicht von einer wesentlich veränderten Investitionstätigkeit in Sachanlagevermögen aus. Allgemein wird für die operative Tätigkeit des Unternehmens keine wesentliche Investitionstätigkeit in Sachanlagevermögen benötigt. Im Geschäftsjahr wurde eine weitere Kaufpreisrate über EUR 4,0 Mio. für den Erwerb der ReaLead Gruppe in 2019 gezahlt. Zusätzlich wurde einem nahe stehenden Unternehmen in China ein Darlehen über TEUR 3.471 (CNY 25 Mio.) gewährt, was ebenfalls den investiven Cashflow verringerte.

Zusammenfassend blicken wir auf ein solides Geschäftsjahr zurück und die Geschäftsführung ist mit der Entwicklung weitestgehend zufrieden. Beide für das interne Reporting wichtigen Kennzahlen konnten gesteigert werden, wenn auch einige Projektverzögerungen dazu geführt haben, dass die erwartete Pro Forma Operating Performance nicht vollumfänglich erreicht werden konnte. Auf der Kostenseite war das Geschäftsjahr geprägt durch die zusätzlichen Kosten durch den Einsatz der im Endeffekt nicht Erfolg bringenden Software. Da die BBS Automation Gruppe hierfür aber die Kostenübernahme erhalten konnte, hatte dies keinen Einfluss auf das Adjusted Pro Forma EBIT, welches somit im Rahmen der Erwartungen gestiegen ist.

Auch finanziell führten die zusätzlichen Kosten nicht zu Verwerfungen, da der BBS Automation Gruppe die liquiden Mitteln erstattet werden. Durch die positive Geschäftsentwicklung aber auch den Zufluss des KfW Darlehens hat die BBS Automation Gruppe auch im Geschäftsjahr 2021 eine gute Flexibilität in der Finanzierungsstruktur aufweisen können. Die Finanz- und Liquiditätslage der BBS Automation Gruppe war jederzeit gesichert.

3 PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

3.1 CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Als weltweit tätiger Konzern agiert die BBS Automation Gruppe in einem dynamischen Umfeld, in dem sich immer wieder neue Marktchancen eröffnen, welche insbesondere durch eine stärkere Nachfrage nach Automatisierungstechnik positiv beeinflusst werden. Zudem sehen wir aufgrund der aktuellen Eigentümerstruktur die Möglichkeit, gezielt spezialisierte Unternehmen in unserem Geschäftsbereich zu erwerben, um so unsere Marktpräsenz und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu erhöhen und zu stärken. Diese systematisch zu erkennen und effizient zu nutzen - und dabei Risiken richtig einzuschätzen - ist für das Unternehmen eine Voraussetzung, um nachhaltig profitabel wachsen zu können.

Dabei können Chancen und Risiken sowohl aus eigenem unternehmerischen Handeln als auch durch externe Faktoren bedingt sein. Die Risiko- und Chancenpolitik der BBS Automation Gruppe orientiert sich an dem Ziel, den Wert des Unternehmens stetig und nachhaltig zu steigern.

Das Risikomanagementsystem basiert auf einem unternehmensweiten Planungs-, Reporting- und Controllingsystem. Es basiert auf der Vorgabe von Zielen, die mit einem monatlichen Berichtswesen der einzelnen Gesellschaften überwacht werden.

Nachfolgend beschreiben wir Risiken, die geeignet sind, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich zu beeinträchtigen.

Das kundenspezifische Projektgeschäft birgt generell potentielle Risiken, da in der Regel jedes Montage- und Prüfsystem technologisch wie abwicklungstechnisch als ein Unikat betrachtet werden muss. Standardisierungs- und Wiederholungseffekte können nur in sehr eingeschränktem Umfang genutzt werden.

Potenzielle Risiken entstehen dabei in der mit Unsicherheiten behafteten Kalkulation der komplexen Projekte während der Ausschreibung. Dazu gehören unerwartete technische Probleme, Lieferengpässe bei Lieferanten wichtiger Komponenten, Verteuerungen von Komponenten, unvorhersehbare Entwicklungen bei der Montage vor Ort und Probleme mit Partnern oder Subunternehmern. Zum Management der Risiken im Anlagenbau wenden wir bereits in der Angebotsphase bewährte Methoden an, um den Einfluss möglicher Kostenabweichungen einzelner Komponenten gegenüber den Planwerten auf die Wirtschaftlichkeit eines Projektes abzuschätzen. Durch eine fortlaufende Kontrolle von Veränderungen der Parameter parallel zum Projektfortschritt lassen sich bereits im frühen Stadium mögliche Projektrisiken erkennen und erforderliche Maßnahmen einleiten.

Auf der Beschaffungsseite gibt es potenzielle Risiken bezüglich der Verfügbarkeit, der Qualität und der Preise von Rohstoffen, Energie, Vor- und Zwischenprodukten, die zu einer Beeinträchtigung der Profitabilität führen können. Der Krieg in der Ukraine hat die ohnehin stark angespannten Lieferketten weiter unter Druck gesetzt und es bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten durch mögliche Lieferengpässe entlang der gesamten Lieferkette hinsichtlich Verfügbarkeit und Preisentwicklung.

Der Umsatz einzelner Unternehmen der BBS Automation Gruppe setzt sich zum Teil aus Aufträgen von wesentlichen Kunden zusammen. Dabei entsteht jedoch nicht notwendigerweise eine Projektabhängigkeit, da durch die Anzahl der zu bearbeitenden Projekte der Ausfall bzw. negative Verläufe von Einzelprojekten durch andere Projekte kompensiert werden können. Die nicht unerhebliche Abhängigkeit von wesentlichen Einzelkunden könnte auch in Zukunft Umsatzprognosen beeinträchtigen und sich negativ auf die Ertragslage auswirken.

Wesentliche Risiken für die Entwicklung der BBS Automation Gruppe resultieren aus konjunkturellen Einflüssen auf den relevanten Märkten, die sich insbesondere aufgrund der aktuell bestehenden Unsicherheit über die Auswirkungen und Folgen der Ukraine-Krise noch weiter hinziehen können. Das wirtschaftliche Umfeld kann sich somit weiterhin negativ auf die Umsatzentwicklung der BBS Automation Gruppe auswirken. Der Krieg in der Ukraine hat erhebliche Auswirkungen auf die dortige Automobilzulieferindustrie, welche eine große Kundengruppe der BBS darstellt (wenn auch nicht regional). Diese Liefereinschränkungen führten bereits zu Produktionsanpassungen und -Unterbrechungen in der Automobilzulieferindustrie. Dies könnte wiederum negative Auswirkungen auf das aktuelle und zukünftige Bestellverhalten dieser Kundengruppe haben. Aktuell wird davon ausgegangen, dass der Krieg in der Ukraine keine signifikante Auswirkung auf die BBS Automation Gruppe haben wird. Sollte sich die Situation allerdings verschlechtern, könnte dies zu einer kurz- bis mittelfristigen konjunkturellen Eintrübung führen. Den bereits im Jahr 2020 eingeschlagen Weg zur stärkeren Kundendiversifikation mit Fokus auf "Consumer Products" und "Med-Tech" möchten wir weiter vorantreiben, um dadurch weiterhin die genannten Risiken stabil bewältigen zu können.

Aufgrund der natürlichen Dauer und Langfristigkeit der Projekte besteht ein reguläres Risiko aufgrund des erheblichen Zahlungsanteils bei Projektabnahme bzw. Auslieferung an den Kunden oder bei Inbetriebnahme bei den Kunden vor Ort. Potenzielle Schwierigkeiten eines verzögerten oder verschobenen Zahlungszuflusses stellen neben anderen Faktoren wie insbesondere eine Verzögerung oder Verschiebung der Projektabnahme oder der Auslieferung an den Kunden das größte Risiko im regulären Geschäftsbetrieb der BBS Automation Gruppe dar.

Wie bereits seit einigen Jahren vollzogen, begegnet die BBS Automation Gruppe diesem Risiko mit erhöhter Wachsamkeit und einem kontinuierlich geführten Austausch mit den Kunden durch zusätzliche Maßnahmen wie Videokonferenzen aufgrund der teilweise fehlenden physischen Zugangsmöglichkeit, um eine intensive Überwachung des Zahlungszuflusses und des Liquiditätsrisikos weiterhin zu gewährleisten.

Die BBS Automation Gruppe hat bei Finanzierungen mit Banken entsprechende vertragliche Finanzierungsbedingungen insbesondere auf Basis von bestimmten Kennzahlen (Covenants) vereinbart. Bei einer Nichteinhaltung dieser Finanzkennzahlen hätten die finanzierenden Banken das vertragliche Recht, die sofortige Rückzahlung der Finanzierungen einzufordern. Dementsprechend führt die BBS Automation Gruppe ein kontinuierliches Montoring dieser Finanzkennzahlen durch, um frühzeitig etwaige Risiken in Bezug auf die Einhaltung der Finanzkennzahlen zu identifizieren und mit den finanzierenden Banken Neuverhandlungen hierüber aufzunehmen. So hat die BBS-Gruppe zum 31. März 2021 eine Vertragsänderung mit den finanzierenden Banken vereinbart und die Anwendung von bestimmten Finanzkennzahlen für das Geschäftsjahr 2021 ausgesetzt. Am 31. März 2022 wurde eine weitere Vertragsanpassung bezüglich der Finanzierungsbedingungen mit dem Bankenkonsortium beschlossen, die ebenfalls die Anwendung bestimmter Finanzkennzahlen für ein weiteres Jahr bis einschließlich 31. Dezember 2022 aussetzt. Darüber hinaus könnte eine weitere Verschlechterung der globalen wirtschaftlichen Situation infolge einer konjunkturellen Verschlechterung etwa in Folge des Krieges in der Ukraine dazu führen, dass die BBS Automation Gruppe die mit den finanzierenden Banken vereinbarten angepassten Finanzkennzahlen für das Geschäftsjahr 2022 oder auch die gemäß den ursprünglichen Finanzierungsverträgen weiter gültigen Finanzkennzahlen für die Geschäftsjahre ab 2023 nicht erreicht. Vertraglich hätten die finanzierenden Banken dann weiterhin das grundsätzliche Recht, die sofortige Rückzahlung der Finanzierung einzufordern. Entsprechend wären weitere Verhandlung der Finanzierungsvereinbarungen mit den finanzierenden Banken oder der Abschluss von anderweitigen Finanzierungen erforderlich. Die Gesellschaft begegnet diesem Risiko mit einem kontinuierlichen Monitoring der Finanzkennzahlen sowie einer vorausschauenden Finanz- und Finanzierungsplanung.

Weiterhin wird von der Gesellschaft zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko und zur Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit ein fortlaufender Liquiditätsplan erstellt, der permanent an aktuelle Änderungen angepasst wird und als Basis für die Geldmitteldisposition dient. Unter Berücksichtigung der identifizierten Risiken aber auch Chancen sehen wir momentan keine für die BBS Automation Gruppe bestandsgefährdenden Risiken.

Die immer noch anhaltende COVID-19 Pandemie hat nicht mehr das Risikopotentials des Vorjahres. Die Unsicherheiten werden immer weniger und mittlerweile sind die Unternehmen auf die Pandemie eingestellt. Aktuell ist von einem weiteren Abflachen der Pandemie auszugehen. Allerdings stellt die Null-COVID-Strategie vor allem in China ein gewisses Risiko dar. Momentan können noch alle Standorte der BBS Automation Gruppe produzieren, wenn auch die Mitarbeiter am Standort in Kunshan im Lockdown sind und nur mit einer Ausnahmeregelung in die Produktionsstätte gelangen. Sollte sich die Lage hier verschärfen, ist ein Produktionsstopp nicht auszuschließen. Auch die erneute Schließung von chinesischen Häfen könnte die BBS Automation Gruppe vor weitere Herausforderungen stellen. Warenlieferungen sind während der Zeit des Lockdowns der Häfen nicht möglich. Diese Situation wird auch wieder einen Einfluss auf die Lieferketten für Rohstoffeinkäufe aus China haben, da die Häfen in China erneut mit erheblichem Rückstau rechnen muss. Die BBS Automation Gruppe begegnet diesen Risiken mit einer vorausschauenden Einkaufsstrategie inklusive erhöhter Vorratshaltung, könnte aber eine andauernde Unterbrechung der Lieferketten nicht kompensieren.

3.2 PROGNOSEBERICHT

Im Fokus der Strategie des Unternehmens steht nachhaltig profitables und organisches Wachstum. Änderungen des Geschäftsmodells beziehungsweise der strategischen Ausrichtung sind nicht vorgesehen.

3.2.1 Konjunktur- und Branchenausblick

Die zunächst positiven weltweiten Konjunkturaussichten wurden durch den Krieg in der Ukraine erheblich gebremst. Dies geschieht in einer Phase, in der die Inflation bereits stark gestiegen ist und die US-Notenbank das Ende der extrem expansiven Geldpolitik eingeläutet hat. Höhere Rohstoffpreise treiben die Inflation zusätzlich an und führen zusammen mit den Auswirkungen der Sanktionen auf Transportzeiten und Produktionsketten voraussichtlich dazu, dass Lieferengpässe die Produktion in den kommenden Monaten wieder stärker hemmen werden. Dennoch erwarten die Experten vom ifw ein konjunkturelles Wachstum in 2022. Die konjunkturellen Auftriebskräfte sind beträchtlich, da die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft in immer geringerem Maße beeinträchtigen wird. Covid-19 bleibt aber neben den Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit dem Ukrainekonflikt ein gewichtiges Risiko für die Weltwirtschaft, vor allem wenn Maßnahmen zur Eindämmung der Omikron-Variante die Produktion in China empfindlich beeinträchtigen sollten.

Bezogen auf die Regionen, in denen die BBS Automation Gruppe global tätig ist, gibt das Kieler Institut für Weltwirtschaft folgende Prognose für das Jahr 2022 bezüglich der Entwicklungen der Wirtschaftsleistung gemessen am Bruttoinlandsprodukt:

Region Prognose Bruttoinlandsprodukt 2022
USA 3,1 %
Euroraum 2,8 %
China 4,8 %
Ostasien 4,3 %
Welt 3,5 %

ifw Kiel - Institut für Weltwirtschaft: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Frühjahr 2022 vom 17.03.2022 Nr. 87 (2021/Q1).

Laut VDMA hatten die Maschinen- und Anlagenbauer zunächst einen erfreulichen Start ins Jahr 2022 geschafft: Im Januar erhöhten sich die Auftragseingänge um real 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings wurde diese Entwicklung ebenfalls durch den Kriegsausbruch in der Ukraine abgeschwächt. Der Krieg in der Ukraine wird sich im Maschinen- und Anlagenbau deutlich auswirken und die noch nicht überwundenen Schwierigkeiten in den Lieferketten abermals verschärfen. Laut einer Umfrage des VDMA unter seinen Mitgliedsfirmen aus dem März 2022, sehen 85 Prozent der knapp 550 Teilnehmer den Krieg als gravierendes oder merkliches Risiko für ihre Geschäfte. Hier stehen insbesondere die indirekten Auswirkungen im Fokus: Knapp 80 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer erwarten gravierende oder merkliche Folgen zum Beispiel durch eine weitere Energieverteuerung, die allgemeine Verunsicherung von Kunden oder die Rubel-Abwertung. Gefragt nach direkten Auswirkungen der russischen Aggression sprechen 45 Prozent der Firmen von gravierenden oder merklichen Auswirkungen durch die Sanktionen, die Verschiebung von Projekten oder generell weniger Umsatz in Russland oder in der Ukraine.

Als Konsequenz daraus korrigieren die VDMA-Volkswirte die bisherige Jahresprognose zum realen Produktionswachstum. Statt eines ursprünglich erwarteten Zuwachses von real 7 % wird nun für das laufende Jahr nur noch mit einem Produktionsplus von 4 %.

Quelle: Pressemitteilung VDMA vom 11.03.2022: Ukraine-Krieg schlägt auf Produktion im Maschinenbau durch.

3.2.2 Ausblick auf die Geschäftstätigkeit der BBS Automation Gruppe

Die Umsatzrealisierung nach dem Projektfortschritt führt zu einer steten Umsatzentwicklung aus bereits begonnenen Projekten. Aus den zum Bilanzstichtag bereits begonnenen Projekten und unter Berücksichtigung der bereits realisierten Umsatzerlöse für diese Projekte erwarten wir bei unterstelltem prognostizierten Projektverlauf hieraus einen Umsatz in Höhe von TEUR 95.718 (Vorjahr: TEUR 68.010), der sich im Geschäftsjahr 2022 realisieren sollte.

Der Auftragseingang lag in den ersten beiden Monaten des Geschäftsjahres 2022 bei EUR 43.0 Mio. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres konnte ein Auftragseingang von EUR 17,4 Mio. verzeichnet werden. Unter Berücksichtigung der Projektvorlaufzeit gehen wir davon aus, auch diesen Auftragseingang im Geschäftsjahr 2022 als Umsatz realisieren zu können. Generell besteht jedoch immer das Risiko, dass der Projektstart für einzelne bereits beauftragte Projekte eventuell in das Geschäftsjahr 2023 verschoben wird. Um dieses Risiko zu mindern, sind wir mit den Kunden in ständiger gemeinschaftlicher Abstimmung. Die BBS Automation Gruppe hat keine Kunden in der Ukraine oder Russland und hat seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine kein geändertes Bestellverhalten der Kunden registrieren können. Allerdings ist die Automobilzulieferindustrie zum Teil stark von den lokalen Einschränkungen betroffen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass diese Entwicklung das Bestellverhalten dieser Kundengruppe beeinflussen wird. In unserer aktuellen Umsatzprognose haben wir diese möglichen Auswirkungen nicht abgebildet, da dies aktuell nicht abzuschätzen ist.

Die allgemeinen Zahlungsvereinbarungen über die Projektlaufzeit sehen einen erheblichen Zahlungsanteil bei Projektabnahme durch bzw. Auslieferung an den Kunden und eine Schlusszahlung bei Inbetriebnahme bei den Kunden vor Ort vor. Weiterhin sehen wir durch die globalen Corona-Reisebeschränkungen, vor allem in China und Malaysia, ein Risiko von Verschiebungen in Projektabnahmen bedingt durch die eingeschränkte Reisetätigkeit der zuständigen Mitarbeiter der Kunden. Diesen versuchen wir durch Videokonferenzen oder detaillierte Checklisten der Kunden zu begegnen, können das Risiko von Verschiebungen jedoch nicht vollständig verhindern. Dies führt insbesondere zum Risiko einer Verschiebung der ursprünglich geplanten Rechnungsstellung an den Kunden und auch zum Risiko einer Auswirkung in der Liquiditätsplanung. Die zum 31. Dezember 2021 insgesamt zur Verfügung stehende Liquidität in Höhe von TEUR 48.729, welche sich aus den liquiden Mitteln in Höhe von TEUR 17.906 als auch der frei zur Verfügung stehenden Barmittellinie in Höhe von TEUR 30.823 zusammensetzt, beurteilt die BBS Automation Gruppe als gute Basis und entsprechenden Spielraum, um dem Risiko von potenziell verschobenen Kundenabnahmen und Projektverschiebungen zu begegnen.

Die BBS Automation Gruppe bezieht keine Warenlieferungen aus der Ukraine oder Russland. Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat allerdings die ohnehin angespannte Situation am Rohstoff-, Energie- und Logistikmarkt noch weiter verschärft. Den sich daraus ergebenden Unsicherheiten bezüglich Verfügbarkeit und Preisentwicklung begegnet die BBS Automation Gruppe mit unterschiedlichen Maßnahmen. So werden kritische Teile (wie Steuerungseinheiten) vorausschauend auf Lager gelegt, die Angebotsfristen gegenüber Kunden werden verkürzt, Preisgleitklauseln - wo möglich - in die Kundenverträge integriert und Pönalen aufgrund verspäteter Materiallieferungen vertraglich ausgeschlossen. In unserer aktuellen Prognose gehen wir von einer stabilen Verfügbarkeit und Preisentwicklung unserer Materialien aus und haben überdies noch keine weiteren Auswirkungen aufgrund des Krieges in der Ukraine abgebildet, da dies aktuell nicht abzuschätzen ist.

3.2.3 Vergleich der Prognose des Vorjahres mit der tatsächlichen Entwicklung

Im Konzernlagebericht des Vorjahres haben wir die folgende Prognose abgegeben:

leichter Anstieg der Pro Forma Operating Performance im tiefen zweistelligen Prozentbereich und

moderates Wachstum des Adjusted Pro Forma EBIT im mittleren zweistelligen Prozentbereich.

Die Pro Forma Operating Performance ist um 7 % gestiegen und hat somit die Prognose verfehlt. Hier führten Projektverzögerungen dazu, dass der prognostizierte Fertigstellungsgrad einzelner Projekte bis zum Jahresende nicht erreicht werden konnte und es somit zu Umsatzverschiebungen in das Geschäftsjahr 2022 kam.

Das Adjusted Pro Forma EBIT ist um 63 % gestiegen und somit konnte die Prognose übertroffen werden.

3.2.4 Prognose Konzernabschluss

Die Prognose in diesem Konzernlagebericht muss unter Berücksichtigung der beschriebenen gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen und unter besonderer Beachtung der aufgeführten Auswirkungen und Folgen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise erfolgen.

Trotz des hohen Auftragseingangs in 2021 und sichtbarer Anzeichen für eine Erholung der Märkte, steht die BBS Automation Gruppe auch im Jahr 2022 vor Herausforderungen. Zum einem geht die BBS Automation Gruppe weiterhin von herausfordernden Kundenverhandlungen infolge einer erhöhten Wettbewerbsintensität und längeren Zeitabläufen bei zukünftigen Projekt-Entscheidungen der Kunden aus. Zum anderen können globale Lieferengpässe bedingt durch Materialknappheiten sowie lokaler Lock-Downs und dadurch bedingter Unterbrechungen der Lieferketten zu Verzögerungen bei Projektabwicklungen führen. Die hier genannten Faktoren können die Pro Forma Operating Performance und das Pro Forma Adjusted EBIT der BBS Automation Gruppe im Geschäftsjahr 2022 beeinflussen. Auf Basis der bereits bestehenden, aktiv voran getriebenen Kundendiversifikation und einem hohen Auftragsbestand erwarten wir für das Geschäftsjahr 2022 einen Anstieg der Pro Forma Operating Performance im mittleren zweistelligen Prozentbereich sowie ein Wachstum im Pro Forma Adjusted EBIT ebenfalls im mittleren zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Geschäftsjahr 2021.

Nicht in dieser Prognose enthalten sind:

Eine deutliche Verschärfung der Sanktionen gegen Russland beziehungsweise eine veränderte Auslegung von bestehenden Sanktionen.

Eine Ausweitung der Konfliktsituation außerhalb der Ukraine.

Eine zusätzliche signifikante Steigerung der Energie- und Rohstoffpreise unter anderem durch den Krieg in der Ukraine beziehungsweise bedingt durch die damit zusammenhängenden Sanktionen

Unabhängig davon bleibt die Situation extrem dynamisch. Mögliche weitere längerfristige Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind derzeit nicht abschätzbar und damit nicht in der Prognose enthalten.

 

Garching bei München, den 20. Mai 2022

Josef Wildgruber, Geschäftsführer

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