Ingenieurbüros für Tragwerksplanung
PPRO Holding GmbH
Sankt-Martin-Straße 74, 81541 München, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Michelle Lynn Eischeid-Gabidullin seit 2.12.2025 | Geschäftsführer |
Mordechay Bring seit 31.10.2023 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Identifizierte Personen (10)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 6.18% | |
O***** R**** | 2.64% |
F***** R**** | 1.24% |
Ungelöste Beteiligungen (14)
GesellschafterBeta
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
24 Gesellschafter
GmbH-Struktur
5 von 24 angezeigt
BeteiligungenBeta
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
PPRO Holding GmbHMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Bilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
Anhang für das Geschäftsjahr 2021I. Allgemeine Angaben Die PPRO Holding GmbH (nachfolgend auch "PPRO Holding") hat ihren Sitz in München und ist beim Amtsgericht München unter HRB 198257 registriert. Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung von administrativen, informationstechnologischen, technischen und organisatorischen Dienstleistungen im Finanzbereich, ferner die Beteiligung an anderen Unternehmen. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 der PPRO Holding GmbH wird nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches, insbesondere nach den Vorschriften der §§ 242 ff. und 264 ff. Handelsgesetzbuch (HGB) sowie den relevanten Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Größenabhängige Erleichterungen des § 288 Abs. 2 HGB wurden teilweise in Anspruch genommen. Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB). Mit dem vorliegenden Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2021 wurden Korrekturen gemäß IDW RS HFA 6 Tz. 21 in laufender Rechnung vorgenommen. Bei den vorgenommenen Korrekturen handelt es sich teilweise um periodenfremde Aufwendungen. Sofern vor diesem Hintergrund bei einzelnen Posten Vorjahresbeträge nicht mit den Beträgen des Geschäftsjahres vergleichbar sind, wird dies im Anhang erläutert. Bei den Erläuterungen zur Bilanz (Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten; Geleistete Anzahlungen; Sonstige Vermögensgegenstände; Guthaben bei Kreditinstituten; Aktive Rechnungsabgrenzungsposten; Kapitalrücklage; Sonstige Rückstellungen) und zur Gewinn- und Verlustrechnung (Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen; Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögen, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten; Sonstige betriebliche Aufwendungen; Zinsen und ähnliche Aufwendungen) werden die Korrekturen entsprechend dargestellt. In Anwendung des § 265 Abs. 6 HGB wurde die Bezeichnung einzelner Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zur Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Jahresabschlusses geändert. Alle Beträge sind jeweils für sich kaufmännisch gerundet und daher kann es bei der Summierung zu geringfügigen Abweichungen kommen. II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Gesellschaft ist im Geschäftsjahr erstmalig eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i.S.d. § 267 Abs 2 HGB. Vor diesem Hintergrund fiel im Vergleich zum Vorjahr die größenabhängige Erleichterung des § 274a HGB weg. Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert zum Vorjahr die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen bilanziert. Die Abschreibungen werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen vorgenommen. Die Nutzungsdauer für immaterielle Vermögensgegenstände liegt zwischen 2 und 10 Jahren. Eine Ausnahme hiervon bilden die unter den ähnlichen Rechten und Werten bilanzierten Rechte an einer Domain, die als nicht abnutzbares Wirtschaftsgut keiner planmäßigen Abschreibung unterliegt. Die Nutzungsdauer für die Anderen Anlagen sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung liegt zwischen 1,3 und 13 Jahren. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Einzelwert größer EUR 250 bis EUR 800 werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben. Geringstwertige Wirtschaftsgüter mit einem Einzelwert bis EUR 250 werden sofort aufwandswirksam erfasst. Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt. Ausfallrisiken wird durch angemessene Wertberichtigungen im Rahmen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung Rechnung getragen. Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten in Euro sind zum Nominalwert angesetzt. Guthaben in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Ausgaben, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Diese werden über die Dauer des Leistungsverhältnisses aufgelöst. Das Eigenkapital wird zum Nennwert ausgewiesen. Die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und derivativen Finanzinstrumenten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Verbindlichkeiten sind zum jeweiligen Erfüllungsbetrag angesetzt. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag in Euro unter Beachtung des § 256a HGB umgerechnet. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Einnahmen, die Erträge für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Diese werden über die Dauer des Leistungsverhältnisses aufgelöst. Die PPRO Holding gewährt im Rahmen ihres Vergütungsprogramms virtuelle Aktienoptionen (virtual Employee Stock Option Plan bzw. vESOP) an die Geschäftsführung, Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter. Das Unternehmen legte bislang vier verschiedene Programme (vESOP 2015, 2019, 2020 und 2021) auf. Da die Geschäftsführung eine Auszahlung mittels Eigenkapital-Instrumenten (Kapitalerhöhung) am wahrscheinlichsten einschätzt, sind handelsrechtlich die Regelungen des Beck'schen Bilanzkommentars zu § 272 HGB Tz. 501 ff. einschlägig. Hierauf basierend besteht ein Wahlrecht, ob das hier genannte Vergütungsprogramm in der Bilanz anzusetzen ist oder nicht. Mit Verweis auf den Beck'schen Bilanzkommentar zu § 272 Tz. 503 macht PPRO von dem Wahlrecht Gebrauch, die Vergütungsprogramme (vESOP 2015, 2019, 2020, 2021) handelsrechtlich nicht anzusetzen. III. Erläuterungen zur Bilanz Bezüglich der Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf die Anlage zum Anhang (Anlagespiegel). Die Immateriellen Vermögensgegenstände von TEUR 1.056 (i.Vj. TEUR 1.339) bestehen im Wesentlichen aus Rechten für EDV-Anwendungen von TEUR 915 (i.Vj. TEUR 72). Die Zugänge bei den geleisteten Anzahlungen von TEUR 430 resultieren aus der Einführung eines neuen ERP-Systems und einer neuen Budgetierungsplattform. Die Abschreibungen betragen TEUR 586 (i.Vj. TEUR 191), hiervon entfallen TEUR 114 auf Korrekturen für in Vorjahren unterlassene Abschreibungen von Software-Komponenten, die seit 2019 (TEUR 26) bzw. 2020 (TEUR 88) in Betrieb sind und über eine Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben werden. Die entgeltlich erworbenen Rechte an einer Domain von TEUR 129 (i.Vj. TEUR 129) wurden im Vorjahr unter dem Posten "Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte" ausgewiesenen. Im Geschäftsjahr 2021 wurde der Ausweis geändert und erfolgt nun unter dem Posten "Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten". Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Die geleisteten Anzahlungen von TEUR 136 des Vorjahres wurden als Korrektur in laufender Rechnung erfolgswirksam ausgebucht, da die zugrundeliegenden Sachverhalte nicht aktivierungsfähig sind. Bei den Sachanlagen von TEUR 700 (i.Vj. TEUR 847) betragen die Zugänge TEUR 265 und betreffen im Wesentlichen Personal Computer. Die Finanzanlagen bestehen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen von TEUR 111.091 (i.Vj. TEUR 78.592) sowie einer Beteiligung von TEUR 1.348 (i.Vj. TEUR -). Für weitere Details zu den Finanzanlagen verweisen wir auf die Anlage zum Anhang (Anteilsbesitzliste gemäß § 285 Nr. 11 HGB). Die Anteile an verbundenen Unternehmen stellen sich wie folgt dar:
Die Beteiligung an der PPRO Financial Ltd. hat sich aufgrund einer Kapitalerhöhung von TEUR 28.200 auf TEUR 45.700 erhöht. Zudem wurde für die Beteiligung an der PPRO Payment Services S.A. eine Kapitalerhöhung von TEUR 4.200 auf TEUR 6.199 durchgeführt. Die Beteiligung an der PPRO Pte. Ltd. erhöhte sich durch eine Kapitalerhöhung von TEUR 582 (TSGD 900) auf TEUR 644. Zum Stichtag wurden auf Basis interner Analysen Werthaltigkeitstests durchgeführt, die zu keinem Abschreibungsbedarf führten. Das Tochterunternehmen PPRO Hong Kong Limited wurde zum 10. März 2022 in den Status einer ruhenden Gesellschaft versetzt und wird weiterhin zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Beteiligung an der Mr. Cash Wallet Solutions Limited von TEUR 483 wurde mangels Werthaltigkeit abgeschrieben. Die Gesellschaft wurde zum 6. Januar 2022 liquidiert. Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine strategische Partnerschaft mit Slimmer AI Sentinels B.V., Amsterdam, Niederlande, eingegangen. In diesem Rahmen wurde eine Beteiligung an der Gesellschaft erworben, die zum Stichtag mit TEUR 1.348 bilanziert wird. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen zum Stichtag keine (i.Vj. TEUR 73). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betragen TEUR 44.084 (i.Vj. TEUR 10.944) und enthalten im Wesentlichen Forderungen aufgrund des Cashpoolings von TEUR 41.230 (i.Vj. TEUR 10.040), bei dem die PPRO Holding GmbH der Cashpool-Führer ist. Im Jahr 2021 wurden weitere Tochterunternehmen in das Cashpooling einbezogen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus dem Cash-Pooling von TEUR 41.230 (i.Vj. TEUR 10.040) stellen sich wie folgt dar: Gesellschaft
Im Cashpooling sind Forderungen in Fremdwährungen von TPLN 1.396 (PPRO Payment Services S.A.), TUSD 206 (PPRO Inc.: TUSD 95, PPRO Financial Ltd.: TUSD 86, PPRO Payment Services S.A. TUSD 25) sowie TGBP 8 (PPRO Payment Services S.A.) enthalten. Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen aufgrund des Cashpoolings ist im Wesentlichen durch die im Geschäftsjahr 2021 in der PPRO Payment Services S.A. angelaufene operative Geschäftstätigkeit und dem damit verbundenen Kapitalbedarf zu begründen. Weiterhin enthalten die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund konzerninterner Verrechnungen von TEUR 2.303 (i.Vj. TEUR 904) und ein kurzfristiges Darlehen gegenüber einem Tochterunternehmen von TEUR 551 (i.Vj. TEUR -). Das kurzfristige Darlehen besteht gegenüber der PPRO Mexico Servicios de Pagos S.A. de C.V. von TMXN 12.777. Die Sonstigen Vermögensgegenstände von TEUR 659 (Vj. TEUR 757) bestehen im Wesentlichen aus Forderungen gegen das Finanzamt von TEUR 427 (i.Vj. TEUR 452) und gestellten Mietkautionen von TEUR 204 (i.Vj. TEUR 276). Der Vorjahresbetrag enthält eine Anpassung von TEUR 28. Es wurden Kreditkartenguthaben von dem Posten "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten" in den Posten "Sonstige Vermögensgegenstände" umgegliedert, da diese nicht die Definition von "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten" erfüllen. Mit Ausnahme der Mietkaution, die eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren aufweist, haben die Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr Auf eine Abzinsung wurde aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet. Unter den Sonstigen Wertpapieren werden börsengehandelte Wertpapierfonds (ISIN: LU0267388220) von TEUR 14.882 ausgewiesen, die im Geschäftsjahr 2021 zur kurzfristigen Kapitalanlage erworben wurden. Die erworbenen Wertpapiere von TEUR 15.004 wurden zum Bilanzstichtag um eine außerplanmäßige Abschreibung von TEUR 122 aufgrund des Kurses zum 31. Dezember 2021 abgeschrieben. Der Posten Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten beträgt TEUR 21.347 (i.Vj. TEUR 5.099). Hierin enthalten sind Guthaben in Fremdwährungen von TPLN 9.734 (i.Vj. TPLN -), TGBP 3.254 (i.Vj. TGBP -), TUSD 1.057 (i.Vj. TUSD -) und TSGD 311 (i.Vj. TSGD -). Der Vorjahresbetrag enthält eine Anpassung von TEUR 28. Es wurden Kreditkartenguthaben von dem Posten "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten" in den Posten "Sonstige Vermögensgegenstände umgegliedert, da diese nicht die Definition von "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten" erfüllen. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt TEUR 527 (i.Vj. TEUR 262) und enthält im Voraus gezahlte Versicherungsprämien von TEUR 145. Im Geschäftsjahr 2021 wurde als Korrektur in laufender Rechnung ein aktiver Rechnungsposten für die Rechte zur Wandelung von sieben Wandeldarlehen von TEUR 14.450 gebildet und in Höhe des Zinsaufwands für das Geschäftsjahr 2020 und 2021 von insgesamt TEUR 4.817 aufgelöst. Der verbleibende aktive Rechnungsabgrenzungsposten von TEUR 9 633 wurde aufwandsneutral ausgebucht und die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB entsprechend reduziert. Auf die Darstellung bei dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" wird verwiesen. Das Gezeichnete Kapital (Stammkapital) von TEUR 253 (i.Vj. TEUR 179) und die Kapitalrücklage von TEUR 230.430 (i.Vj. TEUR 51.650) stellen sich wie folgt dar:
Das Gezeichnete Kapital erhöhte sich um TEUR 74 auf TEUR 253 und besteht aus 252.650 (i.Vj. 178.831) Geschäftsanteilen von jeweils EUR 1,00 Das Gezeichnete Kapital setzt sich zusammen aus 106.308 (i.Vj. 160.918) Stammgeschäftsanteilen im Nennwert von jeweils 1,00 EUR, 73.563 (i.Vj. 17.913) Vorzugsgeschäftsanteilen der Serie A mit einem Nennwert von jeweils EUR 1,00 und 72.779 (i.Vj. -) Vorzugsgeschäftsanteilen der Serie B mit einem Nennwert von jeweils EUR 1,00. Sämtliche Anteile gewähren eine Stimme und sind dividendenberechtigt. Darüber hinaus sind die Vorzugsgeschäftsanteile der Serie A und der Serie B mit Vorzugsrechten ausgestattet. Bestimmte Gesellschafterbeschlüsse sind abhängig von der Zustimmung derjenigen Anteileigner, die Vorzugsgeschäftsanteile halten. Ferner ergibt sich eine Unterscheidung im Hinblick auf die Liquiditätspräferenz, d.h. die Bedienung im Veräußerungsfall. Im Geschäftsjahr 2021 hat sich das Gezeichnete Kapital (Stammkapital) wie folgt verändert:
Die Kapitalrücklage erhöhte sich um TEUR 178.780 auf TEUR 230.430:
Der Verlustvortrag 2021 beträgt TEUR 34.693 (i.Vj. TEUR 7.760), da der Jahresfehlbetrag 2020 von TEUR 26.933 auf neue Rechnung vorgetragen wurde. Die sonstigen Rückstellungen von TEUR 3.829 (i.Vj. TEUR 1.205) resultieren aus Drohverlustrückstellungen von TEUR 1.547 (i.Vj TEUR -), Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten von TEUR 714 (i.Vj. TEUR 111), Rückstellungen für Personalkosten von TEUR 508 (i.Vj. TEUR 361) sowie Beratungsleistungen von TEUR 290 (i.Vj. TEUR 733). Die Drohverlustrückstellung von TEUR 1.547 (i.Vj. TEUR -) betrifft die Optionsrechte von Harbert European Growth Capital Fund I, L.P. Die Drohverlustrückstellung resultiert aus einer Korrektur in laufender Rechnung zur Bildung einer Drohverlustrückstellung von TEUR 4.132, der Ausübung von 1.040 Optionen mit Schreiben vom 22. April 2021 von TEUR 2.662 und einer bewertungsbedingten Erhöhung um TEUR 77. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 648 (i.Vj. TEUR 24.654). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen des Vorjahres von TEUR 17.957 resultierten aus einem Beratungsvertrag mit Financial Technology Partners LP und FTP Securities LLC (FT Partners) sowie Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung von TEUR 6.000 Die Verbindlichkeit gegenüber FT Partners entstand durch eine Vertragsstrafe im Zuge der Auflösung des langfristig angelegten Beratungsvertrags. Die Verbindlichkeit wurde im Laufe des Geschäftsjahres 2021 durch die Ausgabe von 9.552 Vorzugsgeschäftsanteilen der Serie B beglichen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 10.752 (i.Vj. TEUR 4.317) resultieren hauptsächlich aus dem Cashpooling von TEUR 10.700 (i.Vj. TEUR 4.305). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus dem Cashpooling stellen sich wie folgt dar: Verbundene Unternehmen
Die Verbindlichkeiten aus dem Cashpooling enthalten Verbindlichkeiten in Fremdwährungen von TPLN 11.131 (PPRO Financial Ltd.), TUSD 4.006 (PPRO Latin America GmbH) und TGBP 436 (PPRO Financial Ltd.). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aufgrund konzerninterner Verrechnungen gegenüber verbundenen Unternehmen betragen TEUR 52 (i.Vj. TEUR 12). Die sonstigen Verbindlichkeiten von TEUR 250 (i.Vj. TEUR 50.601) beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten im Rahmen der Lohnabrechnung von TEUR 245 (i.Vj. TEUR 147) Der im Vorjahr ausgewiesene Posten "Zur Durchführung der beschlossenen Kapitalerhöhung geleistete Einlagen" von TEUR 44 wurde in den Posten "Sonstige Verbindlichkeiten" umgegliedert. Hierbei handelt es sich um Einlagen, die bereits im Dezember 2020 für eine im März 2021 durchgeführte Kapitalerhöhung geleistet wurden. Die zum Stichtag des Vorjahres bestehenden sonstigen Verbindlichkeiten aus sieben Wandeldarlehen von TEUR 44.612 (nominal TEUR 42.538 und abgegrenzte Zinsen von TEUR 2.074, vollumfänglich wandelbar inklusive Zinsen) wurden im März 2021 gegen die Ausgabe von Vorzugsgeschäftsanteilen der Serie B von TEUR 24 und einer Einstellung in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr 1 HGB von netto TEUR 34.955 (Wandelung des Darlehens von TEUR 44.588 und Auflösung des verbleibenden Rechnungsabgrenzungspostens von TEUR 9.633) gewandelt. Zudem wurden die Verbindlichkeiten aus einem Venture Darlehen gegenüber der Harbert European Growth Capital Fund I, L.P. von TEUR 5.791 im Geschäftsjahr 2021 getilgt. Sämtliche Verbindlichkeiten besitzen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und sind nicht besichert. Die passiven latenten Steuern betragen TEUR 22 (i.Vj. TEUR -). Zum Stichtag übersteigen künftige Belastungen erstmalig die Entlastungen und daher werden passive latente Steuern von TEUR 22 (i Vj. TEUR -) ausgewiesen. Die temporären Differenzen ergeben sich aus der abweichenden handels- und steuerrechtlichen Bewertung von Anteilen an der PPRO Latin America GmbH abzüglich verrechenbarer Verlustvorträge und wurden mit einem Steuersatz von 32,98% berechnet. IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse von TEUR 17.849 (i.Vj. TEUR 17.542) enthalten Erlöse aus der Erbringung von konzerninternen Funktionen gegenüber verbundenen Unternehmen:
Die Umsatzerlöse resultieren aus der Vergütung der Konzerngesellchaften anhand der geschäftsvorfallbezogenen Gewinnaufteilungsmethode ("Residual Revenue Split") für ihren Wertschöpfungsbeitrag, d.h. die externen Umsätze werden nach Berücksichtigung von Kostenarten an die in der Wertschöpfungskette eingebundenen Konzerngesellschaften verteilt. Die Umstellung auf die geschäftsvorfallbezogene Gewinnaufteilungsmethode erfolgte im Jahr 2020. Seit Beginn des Geschäftsjahres 2021 gilt das Verrechnungspreismodell für alle PPRO Gesellschaften einschließlich der lateinamerikanischen PPRO Gesellschaften mit Ausnahme der WKV prepaid GmbH. Die extern erzielten Kundenumsatzerlöse und einiger damit verbundenen direkten Kosten der PPRO Gesellschaften werden zunächst auf Ebene der PPRO Financial Ltd. gepoolt und anschließend anhand des gewählten Allokationsschlüssels (Verteilung nach Anzahl der "Full-Time Equivalents") zurück an die PPRO Gesellschaften verteilt. Der konkrete Wertschöpfungsbeitrag ermittelt sich anhand der Gewichtung der einzelnen Funktionen innerhalb der Wertschöpfungskette und des gewählten Allokationsschlüssels. Die Funktionen umfassen Produkt Management, Plattformentwicklung, Infrastruktur, Relationship-Management mit den Anbietern von Local Payment Methods (LPMs) und Payment-Service-Providers (PSPs), Risikobewertung und Back-Office Unterstützung. Darüber hinaus werden zwischen den Konzerngesellschaften Kosten direkt oder indirekt umverteilt. Die Umverteilung der Betriebsaufwendungen wird auf Basis des sog. "Benefit-Tests" ermittelt, d.h. wenn eine PPRO Gesellschaft Kosten für andere PPRO Gesellschaften übernimmt, werden diese direkt oder indirekt im Rahmen des Modells weiterverrechnet. Die Weiterverrechnung von Kosten ist der größte Werttreiber der gestiegenen Umsatzerlöse der PPRO Holding GmbH. Aus der Umsetzung des Verrechnungspreismodells und der Weiterverrechnung von Kosten resultiert für die PPRO Holding ein Aufwand von TEUR 893 (i.Vj. TEUR 235). Die sonstigen betrieblichen Erträge von TEUR 597 (i.Vj. TEUR 241) resultieren im Wesentlichen aus der Währungsumrechnung von TEUR 385 (i.Vj. TEUR 20), Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen von TEUR 111 (i.Vj. TEUR 145), Erträgen aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten von TEUR 67 (i.Vj. TEUR -) sowie Erträgen aus dem Aufwendungsausgleichsgesetz von TEUR 30 (i.Vj. TEUR 30) Der Personalaufwand von TEUR 8.375 (i.Vj. TEUR 5.587) ist im Wesentlichen aufgrund der höheren Anzahl an Mitarbeitern gestiegen. Die Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen betragen TEUR 1.133 (i.Vj. TEUR 669). Hierin enthalten sind in Vorjahren unterlassene Abschreibungen von TEUR 114 und die Ausbuchung geleisteter Anzahlungen von TEUR 136, die in laufender Rechnung korrigiert wurden. Die Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten betragen TEUR 116 (i.Vj. TEUR -) und resultieren mit TEUR 17 aus Abschreibungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen und einer Korrektur in laufender Rechnung von TEUR 99 Im Geschäftsjahr wurde eine sonstige Forderung gegenüber einem ehemaligen Anteilseigner auf Rückgewähr einer in 2017 vorgenommenen, unzulässigen Vorabgewinnausschüttung von TEUR 99 an den ehemaligen Anteilseigner gegen die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB erfasst, da die unzulässige Vorabgewinnausschüttung in 2017 gegen die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB vorgenommen wurde. Diese Forderung wurde unmittelbar nach ihrer Einbuchung mangels Werthaltigkeit vollumfänglich wertberechtigt. In den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen von TEUR 17.920 (i.Vj. TEUR 37.210) sind Aufwendungen für die Bildung einer Drohverlustrückstellung von TEUR 4.209 (i.Vj. TEUR -), Aufwendungen für Reparaturen und Instandhaltungen sowie IT-Dienstleistungen von TEUR 3.318 (i.Vj. TEUR 1.946), Rechts- und Beratungskosten von TEUR 2.739 (i.Vj. TEUR 9.560), externe Personalkosten von TEUR 1.732 (i.Vj. TEUR 2.770), Raumkosten von TEUR 1.616 (i.Vj. TEUR 1.028) und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von TEUR 344 (i.Vj. TEUR 20) enthalten. Darüber hinaus ergaben sich Aufwendungen aus konzerninternen Weiterbelastungen von TEUR 901 (i.Vj. TEUR 967). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus im Vorjahr einmalig angefallenen Kosten für die Auflösung eines Beratungsvertrages mit einer Investmentbank von TEUR 17.957. Darüber hinaus enthalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen periodenfremde Aufwendungen von TEUR 20 (i.Vj. TEUR 452). Die Aufwendungen (i.Vj. Erträge) aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags von TEUR -760 (i.Vj. TEUR 3.294) resultieren aus dem Gewinnabführungsvertrag mit dem Tochterunternehmen PPRO Latin America GmbH. Die Sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge betragen TEUR 20 (i.Vj. TEUR 11). Die Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens betragen TEUR 605 (i.Vj. TEUR -) und resultieren aus Abschreibungen auf Finanzanlagen von TEUR 483 (i.Vj. TEUR -) sowie der Stichtagsbewertung sonstiger Wertpapiere von TEUR 122 (i.Vj. TEUR-). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betragen TEUR 5.333 (i.Vj. TEUR 4.528). Die PPRO Holding hat im Juli 2020 von sieben Investoren Wandeldarlehen von insgesamt TEUR 42.538 erhalten. Die Darlehen hatten eine Laufzeit von 24 Monaten, eine Verzinsung von 11,0% p.a. und waren mit einem Wandlungsrecht in Vorzugsgeschäftsanteile der Serie A ausgestattet. Im Geschäftsjahr 2020 erfolgte keine Bilanzierung des Wandlungsrechts von TEUR 14.450 gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB. Die Bilanzierung des Wandlungsrecht wurde in laufender Rechnung korrigiert und erfolgsneutral unter Bildung eines aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erfasst. Durch die Laufzeit von zwei Jahren entfallen Zinsaufwendungen von TEUR 3.613 auf Korrekturen in laufender Rechnung für das Geschäftsjahr 2020 und Zinsaufwendungen von TEUR 1.204 auf das Geschäftsjahr 2021. Die Wandlungsrechte der Darlehensgeber wurden mit Gesellschafterbeschluss vom 17. Dezember 2020 ausgeübt und gegen das Eigenkapital ausgebucht. Im Rahmen des im Geschäftsjahr an die Harbert European Growth Capital Fund I, L.P. zurückgeführten Darlehens von TEUR 5.791 sind geringere Zinsaufwendungen von TEUR 320 (i.Vj. TEUR 2.418) angefallen. Für die gewandelte Verbindlichkeit aus sieben Wandeldarlehen von TEUR 44.612 sind keine Zinsen (i.Vj. TEUR 2.073) angefallen. Im Geschäftsjahr ergaben sich latente Steueraufwendungen von TEUR 22 (i.Vj. TEUR -), die sich aus zu versteuernden temporären Differenzen ergeben. Der Jahresfehlbetrag 2021 beträgt TEUR 15.798 (i.Vj. TEUR 26.932). Die gesetzlichen Vertreter schlagen vor, den Jahresfehlbetrag 2021 auf neue Rechnung vorzutragen. V. Sonstige Angaben Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betragen TEUR 9.143 (i.Vj. TEUR 10.451) und resultieren im Wesentlichen aus einem Mietvertrag für Büroräume in München:
Die Gesellschaft hat am 15. Dezember 2020 jeweils eine Patronatserklärung mit Laufzeit bis 30. Juni 2022 gegenüber ihren Tochterunternehmen, der PPRO Payment Services S.A. und der PPRO Financial Ltd., erteilt. Die Patronatserklärungen enthalten jeweils die Verpflichtung beide Tochterunternehmen jederzeit mit ausreichend liquiden Mitteln auszustatten, damit diese zu jedem Zeitpunkt ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen können. Ferner hat sich die PPRO Holding GmbH verpflichtet, sofern erforderlich eine Rangrücktrittserklärung in Bezug auf eigene Forderungen gegenüber der PPRO Payment Services S.A. bzw. der PPRO Financial Ltd. zu erteilen oder Kapitalerhöhungen durchzuführen, um eine Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit der PPRO Payment Services S.A. bzw. der PPRO Financial Ltd. zu vermeiden. Das Risiko der Inanspruchnahme kann nicht abschließend beurteilt werden. Im Falle der Inanspruchnahme wird die erforderliche Liquidität bereitgestellt. Der Geschäftsführung gehörten im Geschäftsjahr 2021 folgende Mitglieder an:
Der Geschäftsführung gehören gegenwärtig folgende Mitglieder an:
Im Geschäftsjahr 2021 haben nur die Geschäftsführer Stefan Merz und Dr. Götz Möller Bezüge für ihre Tätigkeit erhalten. Die Gesellschaft macht von der Befreiung des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch. Der Beirat bestand bzw. besteht aus den folgenden Mitgliedern:
Der Beirat hat in seiner Sitzung am 18. März 2021 einen Prüfungsausschuss ("Audit Committee") eingerichtet, dessen erste Sitzung am 7. Juni 2021 war. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts, des Prüfungsprozesses, des internen Kontrollsystems und die Einhaltung von Gesetzen und sonstigen Regelungen. Der Ausschuss hat sich eine Geschäftsordnung gegeben. Der Prüfungsausschuss hat sich in der Sitzung am 17. Februar 2023 in Prüfungs-, Risiko- und Complianceausschuss ("Board Audit Risk and Compliance Committee") umbenannt. Im Berichtsjahr 2021 waren gemäß der Ermittlungsmethode des § 267 Abs. 5 HGB durchschnittlich 71 (i.Vj. 48) Arbeitnehmer beschäftigt. Die Arbeitnehmer unterteilten sich in 11 leitende Mitarbeiter und 60 nicht- Die Gesellschaft erstellt nach § 290 Abs 1 i.V.m. § 315e Abs. 3 HGB einen Konzernabschluss nach IFRS. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister bekannt gemacht. Die im Geschäftsjahr als Aufwand gebuchten Honorare für den Abschlussprüfer betragen TEUR 693 (i.Vj. TEUR 111). Die Honorare des Abschlussprüfers im Geschäftsjahr entfallen ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen. Im Vorjahr waren Beratungsleistungen von TEUR 4 enthalten. Basierend auf dem Vertrag vom 27. Juni 2016 wurden im Rahmen eines Darlehens 1.040 Optionsrechte zum Erwerb von Eigenkapitalanteilen an die Harbert European Growth Capital Fund I, L.P., London, Vereinigtes Königreich, gewährt. Die 1.040 Optionsrechte wurden mit Schreiben vom 22. April 2021 ausgeübt. Basierend auf dem Vertrag vom 10. Juni 2019 wurden insgesamt weitere 728 Optionsrechte zum Erwerb von Eigenkapitalanteilen an die Harbert European Growth Capital Fund I, L.P., gewährt. Die 728 Optionsrechte können jederzeit ausgeübt werden. Die unter den Sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Optionen besitzen einen Nominalwert von TEUR 861. Der Buchwert zum Stichtag entspricht dem beizulegenden Zeitwert von TEUR 1.547 (i.Vj. TEUR-). Zur Bewertung der Optionen wurden neben den vertraglich vereinbarten Ausübungspreisen und dem verfügbaren Gegenwert der Anteile, die einschlägigen Marktdaten hinsichtlich Volatilitäten sowie risikoloser Zinssätze herangezogen. Der Gegenwert der Anteile zum Stichtag basiert auf den Bewertungen der letzten Kapitalrunden im Geschäftsjahr. Bei den Optionen handelt es sich um schwebend wirksame Verträge, für die gemäß § 249 HGB i.V.m. IDW RS HFA 4 Drohverlustrückstellungen zu bilden sind. Die Drohverlustrückstellungen werden zum 31. Dezember 2021 mit TEUR 1.547 (beizulegender Zeitwert der Verpflichtung) ausgewiesen Mangels eines aktiven Marktes der ausgegebenen Instrumente, wurde gemäß § 255 Abs. 4 Satz 2 HGB eine Bewertung mittels Monte-Carlo-Simulation unter Heranziehung nicht beobachtbarer Marktdaten durchgeführt. Die Verpflichtung resultiert aus dem Rahmenvertrag eines bereits abgelösten Darlehens und hat eine maximale Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Die PPRO Holding gewährt im Rahmen ihres Vergütungsprogramms virtuelle Aktienoptionen (virtual Employee Stock Option Plan, vESOP) an die Geschäftsführung, Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter. Das Unternehmen legte bislang vier verschiedene Programme (vESOP 2015, 2019, 2020 und 2021) mit insgesamt 35.141 Optionen auf. Die Anzahl der zum 31. Dezember 2021 für den PPRO Konzern ausgegebenen virtuellen Aktienoptionen betrug 32.459. Hiervon wurden 15.287 Stück an die Geschäftsführung, Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter der PPRO Holding GmbH ausgegeben. Der Wert der zum 31. Dezember 2021 für die PPRO Holding erdienten Anrechte beträgt TEUR 4.891. VI. Nachtragsbericht In der Gesellschafterversammlung am 7. März 2022 wurde die Erhöhung des Stammkapitals um TEUR 11 beschlossen. Darüber hinaus hat die Gesellschafterversammlung am 24. Januar 2023 die Schaffung eines Genehmigten Kapitals beschlossen sowie die Geschäftsführer ermächtigt das Stammkapital der Gesellschaft bis zum 22. Februar 2028 durch Ausgabe neuer Stammkapitalanteile gegen Bareinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu TEUR 1 zu erhöhen. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für die Durchführung weiterer Finanzierungsrunden, wodurch die Finanzierung des weiteren Wachstums der Gesellschaft und des PPRO Konzerns sichergestellt wird. Am 7. März 2022 hat die PPRO Holding die Alpha FinTech Group erworben. Durch diesen strategischen Zukauf im Bereich Payment Services soll das Produktportfolio des PPRO Konzerns erweitert sowie weitere Märkte erschlossen werden, um das Wachstum des PPRO Konzerns fortzuführen. Vor dem Hintergrund der Akquisition von Teilen der Alpha FinTech Group ist im Verlauf des Jahres 2023 ein Liquiditätsbedarf entstanden. Im April 2022 wurde die Beteiligung an der Slimmer AI Sentinels B.V., Amsterdam, Niederlande, von einer irischen Compliance Softwarefirma erworben, sodass das ursprünglich langfristig geplante Investment mit Gewinn veräußert wurde. Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 3. Juni 2022 wurden die Anteile an der WKV prepaid GmbH mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. März 2022 vollständig veräußert. Während die Corona-Pandemie insbesondere zu Beginn des Jahres 2022 noch zu Einschränkungen führte, entspannte sich die Situation ab Ende 2022 deutlich und zwischenzeitlich ergeben sich keine wesentlichen Beeinträchtigungen mehr durch die Pandemie. Der Geschäftsverlauf der PPRO Holding war zu keinem Zeitpunkt wesentlich negativ durch die Pandemie beeinflusst. Am 24. Februar 2022 startete Russland einen Angriffskrieg auf die Ukraine, welcher wesentliche Auswirkungen auf die geopolitische Situation und auch die Weltwirtschaft hat und bis heute andauert. Folge des Krieges sind u.a. Beeinträchtigungen weltweiter Lieferketten. Ab Ende 2023 haben die Spannungen in Israel und im Nahen Osten nach einem Anschlag in Israel zugenommen. Der Russland-Ukraine-Konflikt und die anhaltende Situation in Israel und im Nahen Osten haben jedoch keinen Einfluss auf das Geschäftsmodell der PPRO Holding. Vor allem durch die Folgen der Corona-Pandemie, durch den Ukraine-Krieg, die Energiekrise und globale Lieferengpässe stieg die Inflation in nahezu allen bedeutenden Industrienationen in den Jahren 2022 und 2023 signifikant an. PPRO ist von Natur aus gegen die Inflation abgesichert, da sich der Inflationsdruck (falls vorhanden) sowohl auf die Einnahmen als auch auf die Kosten des Unternehmens auswirkt. Am 22. Oktober 2022 hat die PPRO Holding mit Philipp Nieland eine Finanzierungszusage für den Zeitraum vom 15. November bis 31. Dezember 2022 für einen kurzfristigen Kreditvertrag ("Short Term Loan Agreement") über bis zu EUR 5,0 Mio abgeschlossen. Die Kreditzusage wurde nicht in Anspruch genommen. Am 1. Dezember 2022 sicherte sich die PPRO Holding Fremdkapital von Kreos Capital VII SCSp (Blackrock), Luxemburg, Luxemburg, um ihren Wachstumskurs fortzusetzen und die Übernahme der Alpha FinTech Group zu finanzieren. Die Finanzierung bestand aus zwei Tranchen:
Am 22. September 2022 hat die Gesellschaft jeweils eine Patronatserklärung gegenüber der PPRO Payment Services S.A. bzw. der PPRO Financial Ltd. erteilt, die jeweils die am 15. Dezember 2020 erteilte Patronatserklärung ersetzt hat. Am 20. Februar 2023 hat die Gesellschaft dann jeweils eine Patronatserklärung gegenüber der PPRO Payment Services S.A. bzw. der PPRO Financial Ltd. erteilt, die jeweils die am 22. September 2022 erteilte Patronatserklärung ersetzte. Die Patronatserklärungen gelten vom 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2024 und sind inhaltlich identisch mit den am 15. Dezember 2020 erteilten Patronatserklärungen (siehe Abschnitt V. Sonstige Angaben). Am 5. Februar 2024 platzierte PPRO eine Wandelanleihe von EUR 25,0 Mio bei bestehenden Investoren. Gleichzeitig restrukturierte die PPRO Holding die ausstehenden Blackrock-Kreditfazilitäten, indem die kurzfristigen Schuldendienstzahlungen reduziert, die Gesamtlaufzeit des Kredits verlängert und die Kreditauflagen im Gegenzug für einen Anstieg der Kreditzinsen gelockert wurden. Die PPRO Holding hat im Jahr 2022 das anteilsbasierte Vergütungsprogramm (vESOP 2022) mit der Berechtigung zur Ausgabe von 7.500 virtuellen Aktienoptionen aufgelegt. Darüber hinaus sind nach der Aufstellung des Jahresabschlusses keine berichtspflichtigen Vorgänge angefallen.
München, 14. Juni 2024 Mordechay Bring Rahul Raswant Bernard Richard Miles Anteilsbesitzliste gemäß § 285 Nr. 11 HGB zum 31. Dezember 2021
Das mittelbare Tochterunternehmen AP Servicios Distribution SpA, Santiago de Chile, Chile, wurde am 22. September 2021 liquidiert.
* Umrechnung in EUR sofern Abschlüsse in
Fremdwährung lautend.
Anlagespiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021A. Grundlagen der Gesellschaft 1. Geschäftsmodell und Organisation der Gesellschaft Die PPRO Holding GmbH (nachfolgend auch "PPRO Holding" oder "Gesellschaft"), München, ist das Mutterunternehmen des PPRO Konzerns und übt die folgenden Tätigkeiten aus: Beteiligungsholding Die PPRO Holding GmbH fungiert als Holdinggesellschaft des PPRO Konzerns. Die Gesellschaft steuert die Aktivitäten des PPRO Konzerns und gibt die Konzernstrategie vor, ist aber nicht am operativen Geschäft mit Kunden des PPRO Konzerns beteiligt. Die Umsatzerlöse der Gesellschaft ergeben sich ausschließlich aus dem konzernweiten Verrechnungspreissystem. Hierbei werden die einzelnen Konzerngesellschaften anhand der geschäftsvorfallbezogenen Gewinnaufteilungsmethode ("Residual Revenue Split") für ihren Wertschöpfungsbeitrag vergütet, d.h. die externen Umsätze werden nach Berücksichtigung von Kostenarten an die in der Wertschöpfungskette eingebundenen Konzerngesellschaften verteilt. Ferner profitiert die PPRO Holding GmbH von Beteiligungserträgen ihrer Tochterunternehmen und ist somit maßgeblich von der wirtschaftlichen Situation der PPRO Tochterunternehmen abhängig. Konzerndienstleistungen Die Gesellschaft erbringt zentrale Dienstleistungen (z.B. Personal, Finanzen und Administration) für die PPRO Tochterunternehmen. Konzernweite Finanzierung als wesentliche Dienstleistung Die wichtigste Dienstleistung stellt die Sicherstellung und Steuerung der konzernweiten Finanzierung und Liquidität dar. Die PPRO Holding hat mit 6 Konzernunternehmen Cash Pool-Vereinbarungen abgeschlossen und fungiert als Cashpool-Führer im konzernweiten Cashpooling. Des Weiteren ist die PPRO Holding für die Aufnahme von Darlehen und die damit zusammenhängende Weitergabe von Finanzmitteln innerhalb des PPRO Konzerns zuständig. Verrechnungspreismethode ("Residual Revenue Split") Die Verrechnungspreismethode des PPRO Konzerns wurde im Jahr 2020 auf die geschäftsvorfallbezogene Gewinnaufteilungsmethode ("Residual Revenue Split") umgestellt. Seit Beginn des Geschäftsjahres 2021 gilt das Verrechnungspreismodell für alle PPRO Gesellschaften einschließlich der lateinamerikanischen PPRO Gesellschaften mit Ausnahme der WKV prepaid GmbH ("WKV"), Maria Enzersdorf, Österreich. Die extern erzielten Kundenumsatzerlöse und einige der damit verbundenen direkten Kosten der PPRO Gesellschaften werden zunächst auf Ebene der PPRO Financial Ltd. gepoolt und anschließend anhand des gewählten Allokationsschlüssels (Verteilung nach Anzahl der "Full-Time Equivalents") zurück an die PPRO Gesellschaften verteilt. Der konkrete Wertschöpfungsbeitrag ermittelt sich anhand der Gewichtung der einzelnen Funktionen innerhalb der Wertschöpfungskette und des gewählten Allokationsschlüssels. Die Funktionen umfassen Produkt Management, Plattformentwicklung, Infrastruktur, Relationship-Management mit den Anbietern von Local Payment Methods (LPMs) und Payment-Service-Providers (PSPs), Risikobewertung und Back-Office Unterstützung. Darüber hinaus werden zwischen den Konzerngesellschaften Kosten direkt oder indirekt umverteilt. Die Umverteilung der Betriebsaufwendungen wird auf Basis des sog. "Benefit-Tests" ermittelt, d.h. wenn eine PPRO Gesellschaft Kosten für andere PPRO Gesellschaften übernimmt, werden diese direkt oder indirekt im Rahmen des Modells weiter verrechnet. Die Weiterverrechnung von Kosten ist der größte Werttreiber der gestiegenen Umsatzerlöse der PPRO Holding GmbH. Aus der Umsetzung des Verrechnungspreismodells und der Weiterverrechnung von Kosten resultiert für die PPRO Holding auch ein Aufwand. 2. PPRO Konzern Zum 31. Dezember 2021 hielt die PPRO Holding als Konzernobergesellschaft (Mutterunternehmen) direkt und indirekt Anteile an 14 Tochterunternehmen in 14 Ländern. Der PPRO Konzern ist ein multinationaler Anbieter von Infrastrukturdienstleistungen für den digitalen Zahlungsverkehr. Zahlungsdienstleister ("Payment Service Providers" bzw. "PSPs"), Banken und Unternehmen nutzen die Technologie und die Dienstleistungen des PPRO Konzerns, um Verkaufsvorgänge in E-Commerce-Märkten weltweit zu ermöglichen. Von untergeordneter Bedeutung betrieb der PPRO Konzern über sein Tochterunternehmen WKV das Online- Vertriebsgeschäft mit "Prepaid-Vouchern", die zur Bezahlung im Internet verwendet werden. Zum 31. Dezember 2021 hält die PPRO Holding direkt Anteile (100%) an den folgenden acht Tochterunternehmen: PPRO Latin America GmbH, Berlin, PPRO Financial Ltd., London, Vereinigtes Königreich, PPRO Payment Services S.A., Luxemburg, Luxemburg, PPRO Pte. Ltd , Singapur, Singapur, WKV prepaid GmbH, Maria Enzersdorf, Österreich, PPRO Hong Kong Limited, Hongkong, China, PPRO Inc., Atlanta, Vereinigte Staaten von Amerika, und Mr. Cash Wallet Solutions Limited, Irish Town, Gibraltar. Zum 31. Dezember 2021 hält die PPRO Holding über die PPRO Latin America GmbH mittelbar Anteile an den folgenden sechs Tochterunternehmen: PPRO Brazil Ltda., Sao Paulo, Brasilien, PPRO Mexico Servicios de Pagos S.A. de C.V., Mexiko City, Mexiko, PPRO Peru S.A.C., Lima, Peru, PPRO Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien, PPRO Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien und PPRO Chile SpA, Santiago de Chile, Chile. B. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Globale Wirtschaft Die globale wirtschaftliche Entwicklung war im Berichtszeitraum geprägt durch die COVID-19-Pandemie sowie durch globale Unsicherheiten im Zusammenhang mit geopolitischen Faktoren und Wachstumsschwankungen, welche sich volatil auf die weltweiten Finanzmärkte ausgewirkt haben Das globale reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erholte sich im Jahr 2021 mit einem Anstieg um 6% 1 nach einem Einbruch im Vorjahr von 3,1%. 2 Unterschiedliche Strategien und Herangehensweisen in den Ländern zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie (z.B. Impfkampagnen und die damit verbundenen Lockerungen der staatlichen COVID-19-Pandemie Restriktionen) führten zu einer heterogenen Entwicklung der Weltwirtschaft. Europa, Lateinamerika, Asien und Nordamerika Der PPRO Konzern ist vorrangig in vier Regionen tätig: Europa (Deutschland, Gibraltar, Luxemburg, Österreich, Vereinigtes Königreich), Lateinamerika (Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Peru), Asien (China, Singapur) und Nordamerika (Mexiko, Vereinigte Staaten von Amerika). Die Umsatzerlöse der beiden wichtigsten Regionen Europa und Lateinamerika haben 80% bzw. 11% betragen. Da die Umsatzerlöse der PPRO Holding über interne Verrechnungen, Beteiligungserträge und einen Gewinnabführungsvertrag von PPRO Konzerngesellschaften an die PPRO Holding allokiert werden, ist die Entwicklung des operativen Kernmarkts des PPRO Konzerns, dem Online-Handel, ausschlaggebend für die wirtschaftliche Situation der PPRO Holding. Das Wachstum des Online-Handels treibt das Wachstum des Zahlungsvolumens an, was letztlich die Nachfrage nach den Dienstleistungen des PPRO Konzerns schafft. Der Umsatz der weltweiten Zahlungsverkehrsbranche wuchs im Jahr 2021 um 11 % auf einen neuen Höchststand von USD 2,1 Bio. Das Wachstum war in allen Regionen stark, wobei sowohl der asiatisch-pazifische Raum als auch Europa, der Nahe Osten und Afrika (EMEA) zweistellige Zuwächse verzeichneten, während Lateinamerika im einstelligen Bereich wuchs. 3
1 Internationaler Währungsfonds, World
Economic Outlook: Countering the cost-of-living crisis,
October 2022, Washington DC, Seite 9.
Die Abschwächung in Europa im Jahr 2020 und die Erholung im Jahr 2021 spiegelte die Entwicklung der Weltwirtschaft (reales BIP) wider, allerdings mit unterschiedlichen Ausprägungen Das reale BIP in Europa 2020 reduzierte sich um 5,0% 4 (weltweit um 3,1%) und ist im Jahr 2021 um 5,9% s (weltweit um 6%) angestiegen. Die Wirtschaftsleistung Lateinamerikas hat sich im Jahr 2021 mit einem realen BIP- Wachstum von 6,9% 6 (i.Vj. BIP-Rückgang von 7,0% 7 ) im Vergleich zur Weltwirtschaft stärker erholt (i.Vj. stärker abgeschwächt). Online-Handel Für den Online-Handel erwies sich die COVID-19-Pandemie als Wachstumsbeschleuniger und damit einhergehend ebenso für Online-Zahlungsanbieter wie den PPRO Konzern. Nach Angaben der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung ("UNCTAD") stieg der durchschnittliche Anteil der Internetnutzer die online einkaufen in 66 Ländern von 53% vor der COVID-19-Pandemie (2019) auf 60% nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie (2020 / 2021). 8 Offizielle Statistiken für die sieben Länder, die zusammen etwa die Hälfte des weltweiten BIP ausmachen, zeigen, dass der Online-Einzelhandelsumsatz in diesen Ländern erheblich angestiegen ist. Der Online-Handelsumsatz ist von ca. USD 2,0 Bio im Jahr 2019, unmittelbar vor der COVID-19-Pandemie, auf ca. USD 2,5 Bio im Jahr 2020 und ca. USD 2,9 Bio im Jahr 2021 (16% mehr als 2020) während der COVID-19-Pandemie angestiegen. 9 Das Wachstum des Transaktionsvolumens von PPRO lag im Jahr 2021 deutlich über den IWF-Wachstumserwartungen des weltweiten Transaktionsvolumens und des durchschnittlichen weltweiten Wachstums im Online-Handel. Der PPRO Konzern wickelte im Jahr 2021 Zahlungen im Wert von EUR 14,7 Mrd ab, dies entspricht einem Anstieg von 62% gegenüber dem Jahr 2020 (EUR 9,1 Mrd).
4 Internationaler Währungsfonds, World
Economic Outlook: Recovery during a Pandemic-Health
Concerns, Supply Disruptions, Price Pressures, October
2021, Washington DC, Seite 37.
2. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Als für die Finanzierung verantwortliche Konzernobergesellschaft ist die Liquiditätslage der PPRO Holding der bedeutsamste Leistungsindikator. Vor dem Hintergrund des konzernweiten Cashpoolings ist eine wesentliche Aufgabe der PPRO Holding, ausreichend liquide Mittel zu beschaffen und für eine effiziente und bedarfsgerechte Verteilung der Liquidität innerhalb des PPRO Konzerns zu sorgen, um das angestrebte nachhaltige Wachstum weiter zu fördern. Die im Geschäftsjahr durchgeführten Kapitalmaßnahmen führten zu einer deutlichen Verbesserung der Liquiditätslage des PPRO Konzerns. Zur Gesamtbeurteilung der Liquiditätslage sind auch kurzfristig angelegte Mittel in Betracht zu ziehen, um ein vollständiges Bild zu erhalten. Die Liquiditätslage der PPRO Holding GmbH stellt sich wie folgt dar:
Die Geschäftsentwicklung der PPRO Holding als Beteiligungsholding des PPRO Konzerns ist im Wesentlichen von der Entwicklung der Beteiligungserträge und der Gewinnabführungen der Tochtergesellschaften abhängig. Somit partizipiert die PPRO Holding von den Chancen und Risiken der Konzerngesellschaften. Neben der Liquiditätslage der PPRO Holding sind die Beteiligungserträge bzw. die Erträge aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages die weiteren finanziellen Leistungsindikatoren.
Eine Steuerung nach nicht-finanziellen Leistungsindikatoren erfolgt nicht. 3. Geschäftsverlauf Das Geschäftsjahr 2021 war für die PPRO Holding als Holdinggesellschaft des PPRO Konzerns insbesondere durch drei Kernelemente geprägt: Erstens hat die PPRO Holding GmbH im Rahmen einer Finanzierungsrunde liquide Mittel von TEUR 108.258 von Investoren erhalten. Darüber hinaus konnte die Eigenkapitalposition gestärkt werden, indem eine im Geschäftsjahr 2020 erhaltene wandelbare Verbindlichkeit von TEUR 44.612 in Eigenkapital umgewandelt wurde. Diese Maßnahmen zur Verbesserung der Vermögenslage dienten dazu, das erwartete operative Wachstum und die geplante Erweiterung des Geschäfts zu finanzieren. Zweitens wurden strategische Entscheidungen getroffen, um sich in Zukunft stärker auf das Kerngeschäft des PPRO Konzerns zu konzentrieren. Dies betrifft das Merchant Acquiring (Akquisitionsgeschäft: Annahme und Abrechnung von Zahlungsaufträgen), welches Zahlungsdienstleistern (PSPs), Finanzinstituten und Banken sowie einzelnen großen Unternehmen internationale Zahlungsmethoden anbietet. Die Geschäftsführung der PPRO Holding hat die Entscheidung getroffen, das österreichische Tochterunternehmen WKV prepaid GmbH mit dem Geschäftsmodell des Vertriebs von "Prepaid Vouchers" zu verkaufen und dies im Juni 2022 umgesetzt. Darüber hinaus wurde eine strategische Partnerschaft inklusive einer Beteiligung an der Slimmer AI Sentinels B.V. ("Sentinels"), Amsterdam, Niederlande, eingegangen. Für weitere Details verweisen wir auf die Erläuterungen zur Finanzlage. Drittens haben die PPRO Holding und die PPRO Tochtergesellschaften den Personalbestand erhöht, um für die anstehende Wachstumsphase personell gut aufgestellt zu sein. Der deutliche Anstieg des Online-Handels führte in vielen Märkten zur Einführung umfassender staatlicher Regulierung, die den Schutz des Endkunden als Ziel hat. Im Geschäftsjahr 2021 hat die PPRO Holding deshalb verstärkt in Back-Office Funktionen wie beispielsweise die Abteilungen Legal, Compliance und Finance investiert sowie den Personalbestand erhöht. Der Personalbestand der PPRO Holding hat sich zum 31. Dezember 2021 auf 75 (i.Vj. 56) erhöht. Durch die im Abschnitt zum Geschäftsmodell beschriebene Verzahnung mit den PPRO Tochterunternehmen und die daraus resultierende Abhängigkeit vom operativen Geschäft der PPRO Tochterunternehmen, nimmt das operative Geschäft des PPRO Konzerns, der Online-Handel, eine zentrale, wenn auch indirekte Rolle für den Geschäftsverlauf der PPRO Holding ein. Das Geschäftsjahr 2021 war wie das Vorjahr durch wirtschaftliche Turbulenzen gekennzeichnet. Trotz intensiver globaler Bemühungen zur Bekämpfung von COVID-19 belastete die COVID-19-Pandemie weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung weltweit. Dies führte insbesondere in China zu Lockdowns und beeinträchtigte die globalen Liefer- und Logistikketten, die auch für den Online-Handel von erheblicher Bedeutung sind. Der PPRO Konzern konzentrierte sich darauf, dieses komplexe Umfeld zu meistern. Im Geschäftsjahr 2021 konnte der PPRO Konzern das Transaktionsvolumen des Kerngeschäfts Merchant Acquiring deutlich um 62% erhöhen. Das Kerngeschäft (Merchant Acquiring) wird auch in den kommenden Jahren Wachstumstreiber sein, wenngleich sich die Wachstumsraten nach Beendigung der COVID-19-Pandemie wieder normalisieren werden. Die Umsatzerlöse resultieren aus dem konzernweiten Verrechnungspreissystems und sind im Geschäftsjahr 2021 leicht um TEUR 307 auf TEUR 17.849 angestiegen. Der Personalaufwand ist um TEUR 2.788 auf TEUR 8.375 angestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind dagegen um TEUR 19.290 auf TEUR 17.920 zurückgegangen Das Ergebnis aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der PPRO Latin America GmbH beträgt im Geschäftsjahr 2021 TEUR - 760 (i.Vj. Ertrag von TEUR 3.294). Insgesamt hat sich der Jahresfehlbetrag um TEUR 11.134 auf TEUR -15.798 reduziert. Die Geschäftsführung bewertet den Geschäftsverlauf aufgrund des Wachstums der operativen Geschäftstätigkeit des PPRO Konzerns als positiv. 4. Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage 4.1 Ertragslage Die Umsatzerlöse aus dem konzernweiten Verrechnungspreissystem haben sich gegenüber dem Vorjahr leicht um TEUR 307 auf TEUR 17.849 erhöht. Die lateinamerikanischen PPRO Tochterunternehmen wurden im Jahr 2021 in das bestehende Verrechnungspreissystem aufgenommen. Die Sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um TEUR 356 auf TEUR 597 und resultieren im Wesentlichen aus Erträgen aus der Währungsumrechnung von TEUR 385 (i.Vj. TEUR 20) Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sanken um TEUR 34 auf TEUR 111, während sich die Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten auf TEUR 67 (i.Vj. TEUR -) belaufen. Der Personalaufwand stieg um TEUR 2.788 auf TEUR 8.375 aufgrund der Verstärkung der bestehenden Teams über alle Abteilungen hinweg. Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 71 (i.Vj. 48) Mitarbeitende beschäftigt. Die Abschreibungen stiegen um TEUR 579 auf TEUR 1.248 und entfallen mit TEUR 1.133 (i.Vj. TEUR 669) hauptsächlich auf Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen. Die Abschreibungen enthalten Korrekturen in laufender Rechnung von TEUR 348, davon entfallen TEUR 250 auf Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie TEUR 98 auf Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten. Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um TEUR 19.290 auf TEUR 17.920. Dieser Rückgang von 54% war hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr Aufwendungen von TEUR 17.957 für die Auflösung eines Beratungsvertrags mit Financial Technology Partners LP und FTP Securities LLC (FT Partners) enthalten waren. Darüber hinaus sanken die Aufwendungen für Beratungskosten um TEUR 6.134 auf TEUR 1.914 und die Aufwendungen für externe Personalkosten um TEUR 1.038 auf TEUR 1.732. Gegenläufig betragen die Aufwendungen für die Bildung einer Drohverlustrückstellung von TEUR 4.209 (i.Vj. TEUR -) für ausgegebene Optionsrechte an Harbert European Growth Capital Fund I, L.P., London, Vereinigtes Königreich und sind die Raumkosten um TEUR 588 auf TEUR 1.616 angestiegen. Die Aufwendungen für Reparaturen und Instandhaltungskosten sowie IT-Dienstleistungen erhöhten sich um TEUR 1.395 auf TEUR 3.318. Die Aufwendungen aus konzerninternen Weiterbelastungen von TEUR 901 (i.Vj. TEUR 962) sind im Wesentlichen auf Vorjahresniveau. Fehlerkorrektur im Zusammenhang mit den sonstigen betrieblichen Aufwendungen: Die Aufwendungen für die Bildung einer Drohverlustrückstellung für ausgegebene Optionsrechte stehen im Zusammenhang mit einer Korrektur in laufender Rechnung. Hintergrund der Korrektur ist, dass die bereits in Vorjahren erfolgte Ausgabe von Optionsrechten zur Wandlung von Darlehensverbindlichkeiten in Eigenkapital in den Vorjahresabschlüssen bilanziell nicht berücksichtigt war. Dies wurde in laufender Rechnung im Geschäftsjahr 2021 korrigiert. Aus der Fehlerkorrektur resultieren sonstige betriebliche Aufwendungen von TEUR 4.132. Davon betreffen TEUR 2.447 das Jahr 2020 sowie TEUR 1.685 die Jahre 2016 bis 2019. Die Aufwendungen (i.Vj. Erträge) aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages mit dem Tochterunternehmen PPRO Latin America GmbH betragen TEUR -760 (i.Vj. TEUR 3.294). Im Geschäftsjahr ergaben sich Abschreibungen auf Finanzanlagen von TEUR 605 (i.Vj. TEUR -) aus der Wertberichtigung der Beteiligung an der Mr. Cash Wallet Solutions Limited von TEUR 483 sowie aus der Abwertung von kurzfristig gehaltenen Wertpapieren von TEUR 122. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen stiegen um TEUR 806 auf TEUR 5.333. Hiervon entfielen TEUR 4.817 auf die Auflösung eines aktiven Rechnungsabgrenzungspostens. Darüber hinaus entstanden Zinsaufwendungen von TEUR 320 (i.Vj. TEUR 2.418) aus einem im Geschäftsjahr abgelösten Darlehen sowie Zinsaufwendungen von TEUR 190 (i.Vj. TEUR 31) auf Bankguthaben. Fehlerkorrektur im Zusammenhang mit den Zinsaufwendungen: Die zuvor beschriebene Auflösung eines aktiven Rechnungsabgrenzungspostens hängt mit einer Korrektur in laufender Rechnung zusammen. Im Juli 2020 nahm die Gesellschaft sieben Wandeldarlehen auf. In diesem Zuge hätte bereits im Jahr 2020 ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten von TEUR 14.450 für die Abgrenzung des Zinsvorteils aus der Begebung der Wandeldarlehen erfolgsneutral gegen die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr 2 HGB gebildet werden müssen. Der Rechnungsabgrenzungsposten wäre über die Laufzeit der zugrunde liegenden wandelbaren Verbindlichkeit aufzulösen gewesen. Der anteilige Zinsaufwand für das Jahr 2020 beträgt TEUR 3.613. Der Jahresfehlbetrag reduzierte sich um TEUR 11.134 auf TEUR -15.798. Während die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um TEUR 19.290 sanken, stiegen der Personalaufwand um TEUR 2.788 und die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen um TEUR 805. Darüber hinaus verschlechterte sich das Jahresergebnis aufgrund der Verlustübernahme gegenüber dem Vorjahr um TEUR 4.054. 4.2 Vermögenslage Entwicklung der Aktiva und Passiva Zum 31. Dezember 2021 hat sich die Bilanzsumme um TEUR 97.780 auf TEUR 195.693 erhöht. Für Erläuterungen zum Eigenkapital sowie den Finanzverbindlichkeiten wird auf die Finanzlage verwiesen. Anlagevermögen Das Anlagevermögen stieg um TEUR 33.416 auf TEUR 114.194 und enthält im Wesentlichen die Anteile an verbundenen Unternehmen von TEUR 111.090 (i.Vj. TEUR 78.592) und eine im Geschäftsjahr 2021 erworbene Beteiligung von TEUR 1.348. Neben den untenstehenden Erläuterungen verweisen wir zusätzlich auf den Anlagespiegel. Die Immateriellen Vermögensgegenstände reduzierten sich um TEUR 283 auf TEUR 1.056. Neben Zugängen von TEUR 439 und Abgängen von TEUR 136 wurden Abschreibungen von TEUR 586 (i.Vj. TEUR 191) vorgenommen. Die Abschreibungen enthalten planmäßige Abschreibungen von TEUR 471, Korrekturen in laufender Rechnung für in Vorjahren unterlassene Abschreibungen von TEUR 114 und der Abschreibung geleisteter Anzahlungen von TEUR 136. Die Gesamtentwicklung war wesentlich durch die Inbetriebnahme eines neuen ERP-Systems sowie weitere IT-Systeme geprägt. Dies führte zu Umbuchungen von TEUR 1.420 von dem Posten "Geleistete Anzahlungen" in den Posten "Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten". Die Sachanlagen reduzierten sich um TEUR 147 auf TEUR 700. Neben Zugängen von TEUR 265 und Abgängen von TEUR 5 wurden planmäßige Abschreibungen von TEUR 411 (i.Vj. TEUR 625) vorgenommen. Die Finanzanlagen sind um TEUR 33.846 auf TEUR 112.438 angestiegen. Die Anteile an verbundenen Unternehmen erhöhten sich durch Kapitalerhöhungen bei PPRO Tochterunternehmen von TEUR 32.982 sowie Wertminderungen von TEUR 483 auf TEUR 111.091. Darüber hinaus wurde im Rahmen einer strategisch angelegten Partnerschaft eine Beteiligung von TEUR 1.348 an der Slimmer Al Sentinels B.V. erworben. Umlaufvermögen Das Umlaufvermögen erhöhte sich um TEUR 64.099 auf TEUR 80.972. Das Umlaufvermögen enthält Forderungen gegen verbundene Unternehmen von TEUR 44.084 (i.Vj. TEUR 10.944), Sonstige Wertpapiere von TEUR 14.882 (i.Vj. TEUR -) sowie Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten von TEUR 21.347 (i.Vj. TEUR 5.099). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen von TEUR 44.084 (i.Vj. TEUR 10.944) enthalten Forderungen aus dem Cashpooling von TEUR 41.230 (i.Vj. TEUR 10.040), Forderungen aus konzerninternen Verrechnungen von TEUR 2.303 (i.Vj. TEUR 904) und ein kurzfristiges Darlehen gegenüber einem Tochterunternehmen von TEUR 551 (i.Vj. TEUR -). Weiterhin werden Sonstige Vermögensgegenstände von TEUR 659 (i.Vj. TEUR 757) ausgewiesen. Die im Rahmen der Kapitalerhöhungen erhaltenen liquiden Mittel wurden teilweise am Kapitalmarkt investiert, u.a. um Negativzinsen auf Geldanlagen zu vermeiden. Im Geschäftsjahr 2021 wurde in einen börsengehandelten Wertpapierfonds investiert, der nach Anpassungen an den beizulegenden Wert mit TEUR 14.882 ausgewiesen wird. Die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen um TEUR 16.248 auf TEUR 21.347. Der Zufluss an liquiden Mitteln resultiert im Wesentlichen aus der im Geschäftsjahr 2021 durchgeführten Kapitalerhöhung. Rechnungsabgrenzungsposten Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten stieg um TEUR 265 auf TEUR 527. Hierin enthalten waren im Wesentlichen Positionen für im Voraus bezahlte Softwaregebühren sowie Versicherungsprämien. Fehlerkorrektur im Zusammenhang mit dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten: Im Juli 2020 wurden sieben Wandeldarlehen aufgenommen. In diesem Zuge hätte bereits im Jahr 2020 ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten von TEUR 14.450 für die Abgrenzung des Zinsvorteils aus der Begebung dieser Wandeldarlehen erfolgsneutral gegen die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB gebildet werden müssen. Der Rechnungsabgrenzungsposten wäre über die Laufzeit der zugrunde liegenden wandelbaren Verbindlichkeit aufzulösen gewesen. Der anteilige Zinsaufwand für das Jahr 2020 beträgt TEUR 3.613. Zum 31. Dezember 2020 hätte somit ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten von TEUR 10.837 bilanziert werden müssen. Der Zinsaufwand bis zur Ausübung der Wandelungsrechte von TEUR 1.204 reduziert den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten auf TEUR 9.633. Im Rahmen der Wandlung der zugrunde liegenden Darlehen im März 2021 erfolgte eine vollständige Auflösung des verbleibenden aktiven Rechnungsabgrenzungspostens gegen die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB. Rückstellungen Die Rückstellungen stiegen um TEUR 2.624 auf TEUR 3.829 Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus der erstmaligen Bilanzierung einer Drohverlustrückstellung für ausgegebene Optionsrechte auf den Erhalt von Gesellschaftsanteilen. Darüber hinaus sind Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten von TEUR 693 (i.Vj. TEUR 111), Rückstellungen für Personalkosten von TEUR 508 (i.Vj. TEUR 361) sowie Sonstige Rückstellungen von TEUR 290 (i.Vj. TEUR 733) enthalten. Fehlerkorrektur im Zusammenhang mit den sonstigen Rückstellungen: Hintergrund der erstmaligen Bilanzierung der Drohverlustrückstellung für ausgegebene Optionen ist, dass die bereits in Vorjahren erfolgte Ausgabe von Optionsrechten auf den Erhalt von Vorzugsgeschäftsanteilen der Serie A an Harbert European Growth Capital Fund I, L P. bilanziell nicht berücksichtigt war. Dies wurde in laufender Rechnung im Geschäftsjahr 2021 korrigiert. Die erstmalige Bilanzierung der Drohverlustrückstellung zu Beginn des Geschäftsjahres erfolgte in Höhe von TEUR 4.132. Aufgrund einer Auflösung von TEUR 2.662 im Rahmen der Ausübung von 1.040 Optionsrechten im April 2021 sowie einer weiteren bewertungsbedingten Erhöhung um TEUR 77 valutiert die Rückstellung zum 31. Dezember 2021 mit TEUR 1.547 (i.Vj. TEUR -). Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind um TEUR 67.922 auf TEUR 11.650 zurückgegangen und beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 10.752 (i.Vj. TEUR 4.317). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um TEUR 24.006 auf TEUR 648. Dies resultiert im Wesentlichen daraus, dass Verbindlichkeiten von TEUR 17.957 durch die Ausgabe von Eigenkapitalanteilen beglichen wurden und Rechnungen für Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung von TEUR 6.000 bezahlt wurden. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind um TEUR 6.435 auf TEUR 10.752 angestiegen und bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus dem Cashpooling von TEUR 10.700 (i.Vj. TEUR 4.305). Darüber hinaus bestehen Verbindlichkeiten im Rahmen der konzerninternen Verrechnungen von TEUR 52 (i.Vj. TEUR 12). Die Sonstigen Verbindlichkeiten reduzierten sich um TEUR 50.351 auf TEUR 250. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus der Wandelung von sieben Wandeldarlehen von TEUR 44.612 in Eigenkapital sowie der vorzeitigen Rückführung eines Venture Darlehens, welches zum Zeitpunkt der Rückzahlung noch mit TEUR 4.427 valutierte (i.Vj. TEUR 5.791). Zum Stichtag bestehen die Verbindlichkeiten im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus der Lohnabrechnung von TEUR 245 (i.Vj. TEUR 148). 4.3 Finanzlage Kapitalstruktur Das Jahr 2021 war durch eine Finanzierungsrunde bestehender Investoren geprägt. Neben einer Kapitalerhöhung wurden sieben Wandeldarlehen in Eigenkapital gewandelt. Zudem übte ein ehemaliger Darlehensgeber eine bestehende Option auf den Erwerb von Stammkapital aus. Somit konnte die Eigenkapitalposition gestärkt und sämtliche Fremdfinanzierungen abgelöst werden, wodurch die PPRO Holding zum Abschlussstichtag vollständig eigenkapitalfinanziert ist. Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft beträgt zum Stichtag 93% (i.Vj. 18%). Eigenkapital Das Eigenkapital der PPRO Holding erhöhte sich um TEUR 163.055 auf TEUR 180.191. Die Veränderung des Eigenkapitals stellt sich wie folgt dar:
Das Gezeichnete Kapital beträgt TEUR 253 (i.Vj. TEUR 179) und resultiert aus dem Stammkapital eingeteilt in 252.650 Geschäftsanteile von jeweils EUR 1,00 (i.Vj. 178.831 Geschäftsanteile von jeweils EUR 1,00). Im Rahmen einer Kapitalerhöhung im Geschäftsjahr 2021 erfolgte eine Zuführung in das Gezeichnete Kapital durch ein Konsortium von Investoren von TEUR 49 in bar. Zudem erhöhte sich das Gezeichnete Kapital durch die Wandlung von sieben Wandeldarlehen um TEUR 24. Durch die Ausübung einer Option eines ehemaligen Darlehensgebers erhöhte sich das Gezeichnete Kapital darüber hinaus um TEUR 1. Die Kapitalrücklage beträgt TEUR 230.430 (i.Vj. TEUR 51.650). Im Rahmen der durchgeführten Kapitalerhöhung erfolgte eine Zuführung in die Kapitalrücklage durch ein Konsortium von bereits bestehenden Investoren von TEUR 126.215 gegen Ausgabe von Vorzugsgeschäftsanteilen der Serie B. Hiervon wurden TEUR 108.258 als liquide Mittel zugeführt, während TEUR 17.957 aus der Begleichung einer Verbindlichkeit (i.Vj. ausgewiesen unter Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) resultieren. Darüber hinaus erhöhte sich die Kapitalrücklage durch die Wandlung von sieben Wandeldarlehen inklusive aufgelaufener Zinsen um TEUR 44.588. Zudem wurde im Geschäftsjahr 2021 ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten von netto TEUR 4.817 (TEUR 14.450 minus TEUR 9.633) gegen die Kapitalrücklage eingebucht. Des Weiteren übte ein ehemaliger Darlehensgeber 1.040 Optionen aus, wodurch sich die Kapitalrücklage um TEUR 3.061 erhöhte. Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte im Zuge einer Fehlerkorrektur in laufender Rechnung die Einbuchung einer sonstigen Forderung gegenüber einem ehemaligen Anteilseigner, dessen Gesellschafter ein Beiratsmitglied war, auf Rückgewähr einer im Jahr 2017 vorgenommenen, unzulässigen Vorabgewinnausschüttung von TEUR 99 an den ehemaligen Anteilseigner gegen die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB, da die unzulässige Vorabgewinnausschüttung in 2017 gegen die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr 1 HGB vorgenommen wurde. Die Forderung wurde unmittelbar nach ihrer Einbuchung mangels Werthaltigkeit vollumfänglich gegen den Posten "Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten" wertberechtigt. Der Verlustvortrag erhöhte sich aufgrund des Jahresfehlbetrages 2020 von TEUR -26.933 auf TEUR -34.693. Fehlerkorrektur im Zusammenhang mit sieben Wandeldarlehen: Die zum Vorjahresstichtag unter den Sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten von TEUR 50.403 setzten sich zusammen aus sieben Wandeldarlehen von TEUR 44.612 und einem Venture-Darlehen von TEUR 5.792. Die wandelbare Verbindlichkeit wurde im Geschäftsjahr in Eigenkapital gewandelt, wodurch sich das Stammkapital um TEUR 24 und die Kapitalrücklage um TEUR 44.588 erhöhten. Das Venture-Darlehen wurde vollständig getilgt. Fehlerkorrektur im Zusammenhang Optionen: Im Geschäftsjahres 2021 stellte die Geschäftsführung fest, dass die im Zusammenhang mit in Vorjahren erhaltenen Darlehen ausgegebenen Optionen zur Wandelung in Eigenkapital im Vorjahresabschluss bilanziell nicht erfasst waren. Dies wurde in laufender Rechnung im Geschäftsjahr 2021 korrigiert. Die hieraus resultierende Drohverlustrückstellung wurde zu Beginn des Geschäftsjahres 2021 erstmalig mit TEUR 4.132 bilanziert. Nach der Ausübung von 1.040 Optionen werden die verbleibenden 728 Optionen mit TEUR 1.547 (i.Vj. TEUR -) ausgewiesen. Investitionen Im August 2021 ging die PPRO Holding eine strategische Partnerschaft inklusive einer 5%-igen Beteiligung an der Slimmer AI Sentinels B V. ein. Das Investment von TEUR 1.348 sollte dazu dienen, eine langfristige Partnerschaft zu etablieren und die Dienstleistungen mit Hilfe künstlicher Intelligenz für das Geldwäsche- und Transaktionsmonitoring für die Kunden der PPRO Tochterunternehmen zu nutzen. Im April 2022 wurde die Beteiligung von der irischen Compliance Softwarefirma Fenergo Ltd., Dublin, Irland, erworben, sodass das ursprünglich langfristig geplante Investment mit Gewinn veräußert wurde. Zur Vermeidung von negativen Einlagenzinsen wurden im Geschäftsjahr 2021 Anleihefonds (Fidelity Funds - Euro Short Term Bond Fund A (ISIN: LU0267388220)) von TEUR 15.004 erworben. Der beizulegende Zeitwert dieser Anlage betrug zum Stichtag TEUR 14.882. Das Investment wurde im Frühjahr des Jahres 2022 liquidiert, um die Mittel zur Deckung des Liquiditätsbedarfs für den Erwerb der Alpha FinTech Group zu verwenden. Liquidität Zum Stichtag bestehen Guthaben bei Kreditinstituten von TEUR 21.347 (i.Vj. TEUR 5.099) und sonstige Wertpapiere von TEUR 14.882 (i.Vj. TEUR -), die kurzfristiger Natur sind und jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können. Weiterhin bestehen Verbindlichkeiten aus dem konzernweiten Cashpooling von TEUR 10.700 (i.Vj. TEUR 4.305). Mit Hilfe einer von FT Partners organisierten externen Finanzierungsrunde im Geschäftsjahr 2021 konnte die finanzielle Lage des PPRO Konzerns für zukünftiges operatives Wachstum gestärkt werden. Durch einen konzerninternen Finanzausgleich mittels Cashpooling und Intercompany-Darlehen werden Liquiditätsüberschüsse der PPRO Holding genutzt, um den Finanzierungsbedarf von PPRO Konzerngesellschaften zu decken. Im Rahmen des Cashpoolings stellte die PPRO Holding einen wesentlichen Anteil der eingenommenen Gelder den PPRO Tochterunternehmen zur Verfügung. Vergütungsprogramm mit virtuellen Aktienoptionen Die PPRO Holding gewährt im Rahmen ihres Vergütungsprogramms virtuelle Aktienoptionen (virtual Employee Stock Option Plan bzw vESOP) an die Geschäftsführung, Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter. Das Unternehmen legte bislang vier verschiedene Programme (vESOP 2015, 2019, 2020, 2021 und 2022) auf. Da die Geschäftsführung eine Auszahlung mittels Eigenkapital-Instrumenten (Kapitalerhöhung) am wahrscheinlichsten einschätzt, sind handelsrechtlich die Regelungen des Beck'schen Bilanzkommentars zu § 272 HGB Tz. 501 ff. einschlägig. Hierauf basierend besteht ein Wahlrecht, ob das hier genannte Vergütungsprogramm in der Bilanz anzusetzen ist oder nicht. Mit Verweis auf den Beck'schen Bilanzkommentar zu § 272 Tz. 503 macht PPRO von dem Wahlrecht Gebrauch, die Vergütungsprogramme (vESOP 2015, 2019, 2020, 2021 und 2022) handelsrechtlich nicht anzusetzen. Gesamtaussage zur Liquidität Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der PPRO Holding ist geordnet und die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, ihre fälligen Verpflichtungen fristgerecht zu bedienen. Durch die positive Entwicklung der Liquidität stellt die PPRO Holding als Muttergesellschaft des PPRO Konzerns die Finanzierung des Konzerns sicher. 5. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage der Gesellschaft Der Geschäftsverlauf 2021 und die Lage der PPRO Holding werden insgesamt als positiv eingestuft. Die erfolgten Weichenstellungen in den Bereichen der Finanzierung, der strategischen Ausrichtung und der Personalentwicklung versetzen die Gesellschaft sowie den gesamten PPRO Konzern in eine gute Ausgangslage, um künftiges operatives Wachstum zu erzielen. C. Nachtragsbericht Bezüglich der Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2021 wird auf den Abschnitt "Nachtragsbericht" im Anhang verwiesen. D. Prognosebericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Entwicklung für 2022 Globale Wirtschaft Die weltwirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 wurde von drei wesentlichen Einflussfaktoren geprägt: Wirtschaftliche Abschwächung, Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie und Krieg in der Ukraine. Nach der seit Jahrzehnten tiefsten Rezession und dem schnellen Aufschwung in den Kalenderjahren 2020 und 2021 hat sich die globale Wirtschaftserholung im Geschäftsjahr 2022 deutlich verlangsamt und ist mit 3,5% 10 gewachsen. Dabei betrug das Wachstum in Europa 2,1% 11 und in Lateinamerika 3,5% 12. Nach einem dynamischen Start im Jahr 2022 schwächte sich die weltwirtschaftliche Entwicklung im Laufe des Jahres stark ab, was hauptsächlich auf den Krieg in der Ukraine, der am 14 Februar 2022 durch den Angriff Russlands auf die Ukraine begann, den schnellen Anstieg der Energiepreise und die sehr hohen Inflationsraten zurückzuführen war. Für mehrere Regionen wie bspw. USA und China wurde erwartet, dass sie hiervon stark betroffen sein würden und sich am Ende des Jahres 2022 bereits in oder kurz vor einer Rezession befinden würden. 13 Der breite Preisanstieg vor allem in den USA 14 und Europa führte zu einer starken Reaktion der Federal Reserve, die ihre Geldpolitik vor allem im Jahr 2022 massiv straffte, indem sie begann, die Geldmenge zu reduzieren, und ihren Leitzins von März bis September 2022 um 300 Basispunkte anhob. 15 Die Europäische Zentralbank ("EZB") hat ebenfalls begonnen, ihre Geldpolitik zu straffen, um die Inflation zu senken. Der Leitzins der EZB für Hauptrefinanzierungsgeschäfte wurde von Juli bis September 2022 um insgesamt 125 Basispunkte angehoben. 16 Die Inflation erreichte im Jahr 2022 in den USA 8,7% und in der Europäischen Union 9,2%. 17 Online-Handel Trotz eines zunehmend schwierigen makroökonomischen Umfeldes wird davon ausgegangen, dass der Online-Handel und damit digitale Zahlungen weiterhin zunehmen. Eine Studie der Boston Consulting Group ("BCG") aus dem Jahr 2021 prognostiziert, dass der weltweite Markt für digitale Zahlungen von USD 1,5 Bio im Jahr 2020 um durchschnittlich 7,3% pro Jahr auf USD 2,1 Bio im Jahr 2025 wachsen wird. 18 Darüber hinaus geht BCG davon aus, dass das Merchant Acquiring Business, also Dienstleistungen im Bereich der elektronischen Zahlungsabwicklung, einer der am schnellstenwachsenden Bereiche der Branche für Zahlungsverkehr sein wird: Die Studie prognostiziert zwischen 2020 und 2025 eine jährliche Wachstumsrate von 11,3%. 19
10 Internationaler Währungsfonds, World
Economic Outlook Update: Near-Term Resilience, Persistent
Challenges, Jul 2023, Washington DC, Seite 4.
2. Geschäftsverlauf 2022 Die PPRO Holding erwarb im 7. März 2022 die Alpha FinTech Group, einen in Singapur und Australien ansässigen Anbieter von cloudbasiertem Acquiring-Platform-as-a-Service ("APaaS") sowie von Produkten und Dienstleistungen für den digitalen Zahlungsverkehr. Die Übernahme erweitert das PPRO Beteiligungsportfolio und stärkt die Präsenz des PPRO Konzerns im asiatischen Raum Technologielösungen der Alpha FinTech Group werden auch dazu verwendet, um die Harmonisierung mit bereits bestehenden Plattformen fertigstellen zu können. Mit den Lösungen der Alpha FinTech Group kann der PPRO Konzern für seine Kunden die gesamte "Merchant Acquiring" Wertschöpfungskette optimieren und modernisieren. Durch die Lösungen im Bereich Software und Dienstleistungen erzielen PPRO Kunden größere Flexibilität und Effizienz. Die WKV prepaid GmbH wurde im Juni 2022 veräußert. Der von der WKV prepaid GmbH betriebene Vertrieb von Paysafecards wurde mit dem Verkauf eingestellt. Am 22. Oktober 2022 hat die PPRO Holding mit Philipp Nieland eine Finanzierungszusage für den Zeitraum vom 15. November bis 31. Dezember 2022 für einen kurzfristigen Kreditvertrag ("Short Term Loan Agreement") über bis zu EUR 5,0 Mio abgeschlossen. Die Kreditzusage wurde nicht in Anspruch genommen. Aufgrund der sich abzeichnenden globalen Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat die PPRO Holding Fremdkapital aufgenommen, um den Wachstumskurs fortsetzen zu können und um die für den Erwerb der Alpha FinTech Group aufgewendeten finanziellen Mittel zu kompensieren. Im Dezember 2022 hat die PPRO Holding GmbH die Fremdfinanzierung mit Kreos Capital VII SCSP, Luxemburg, Luxemburg, von bis zu TEUR 80.000 abgeschlossen. Die Fremdfinanzierung mit Kreos Capital VII SCSP besteht aus zwei Tranchen mit jeweils einem Laufzeit- und einem Wandeldarlehen. Davon ist Tranche A mit TEUR 60.000 sofort zugeflossen. Das Laufzeitdarlehen von TEUR 33.000 ist mit einem variablen Zinssatz jedoch mit mindestens 10% (jährlich) verzinst und die Zinsen sind monatlich zahlbar. Die Rückzahlung des Darlehensbetrages erfolgt ab 1. Juli 2024 in 36 monatlichen Raten. Das Wandeldarlehen von TEUR 27.000 ist mit einem fixen Zinssatz ausgestattet und die Zinsen werden auf den Darlehensbetrag passiviert und sind gemeinsam mit dem Darlehensbetrag zum 1. Juli 2027 endfällig. Darüber hinaus ist Tranche B mit TEUR 20.000 mit denselben Zinssätzen und Rückzahlungszeiträumen bis zum 31. Dezember 2023 unter bestimmten von der PPRO Holding zu erfüllenden Bedingungen abrufbar. Die Tranche B wurde nicht in Anspruch genommen. Mit Wirkung zum 13. Juni 2022 ist Herr Dr. Götz Möller von seiner Funktion als Geschäftsführer und Chief Financial Officer (CFO) der PPRO Holding und den Tochterunternehmen des PPRO Konzerns zurückgetreten. Zum gleichen Datum wurde Herr Rahul Raswant zum Geschäftsführer und CFO der PPRO Holding ernannt. Der Planung des operativen Geschäfts des PPRO Holding für das Geschäftsjahr 2022 wurden die oben genannten Erwartungen und Annahmen zur globalen Wirtschaftsentwicklung sowie die beschriebenen spezifischen Branchenentwicklungen zugrunde gelegt. Der nicht zu erwartende Krieg in der Ukraine, der im Februar 2022 begann, und die damit verbundenen weltwirtschaftlichen Auswirkungen haben auch das Geschäft des PPRO Konzerns und damit auch der PPRO Holding 2022 beeinflusst und wurden im Rahmen der Prognose der Planwerte entsprechend berücksichtigt.
19 Bosten Consulting Group 2021: All in for
Growth, Oktober 2021, Seite 10.
Zusammenfassende Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf 2022 Unter Einbezug der beschriebenen makroökonomischen Rahmenbedingungen ist die PPRO Holding mit dem Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2022 zufrieden. Vor allem die erfolgreich abgeschlossenen strategischen Projekte im Geschäftsjahr 2022 sind für das weitere Wachstum des PPRO Konzerns von Bedeutung. Die Übernahme der Alpha FinTech Group und die daraus resultierende Portfolio- und Ressourcenerweiterung wird es der PPRO Holding erlauben, sich zukünftigen Marktbedürfnissen als Infrastrukturdienstleister für den digitalen Zahlungsverkehr gezielt und marktgerecht anzupassen. 3. Finanzielle Leistungsindikatoren Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren der PPRO Holding stellen sich wie folgt dar:
Hinsichtlich der Beteiligungserträge als weiterer finanzieller Leistungsindikator ergibt sich für 2022 folgende Prognose:
Maßgebliche Annahmen für die Planwerte des Jahres 2022 sind jeweils die oben erwähnten wirtschaftlichen und branchenspezifischen Wachstumserwartungen und eine Bottom-up-Sicht auf das erwartete Wachstum des Transaktionsvolumens mit Kunden unter Berücksichtigung der erhöhten Verfügbarkeit von Zahlungsmethoden (Local Payment Methods bzw. "LPMs"), der Vertiefung der Kundenbeziehungen, des steigenden durchschnittlichen Transaktionsvolumens und der Aufnahme neuer Kunden. Der PPRO Konzern befindet sich nach wie vor in einer starken Wachstumsphase, in der für den Großteil der PPRO Tochterunternehmen trotz erwarteter positiver Geschäftsentwicklung mit negativen Jahresergebnissen gerechnet wird. Im Falle positiver Jahresergebnisse ist nach aktueller Planung keine Ausschüttung geplant. Basierend auf dem vorläufigen Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 der PPRO Latin America GmbH und aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrags wird von Aufwendungen aus Verlustübernahme von TEUR 3.218 für das Geschäftsjahr 2022 ausgegangen. E. Chancen- und Risikobericht 1. Risikobericht Das Risikomanagement der PPRO Holding GmbH unterstützt die Geschäftsführung und die operativen Führungskräfte, die dem Geschäft immanenten Risiken zu identifizieren, zu verstehen und zu steuern. Die Geschäftsführung der PPRO Holding geht nur Risiken ein, die Wertschöpfung generieren. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement liegt bei der Geschäftsführung. Die operative Koordination des Risikomanagements des PPRO Konzerns für alle Risikoarten hatte im Jahr 2021 der Leiter Risikomanagement in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen. Der Leiter Risikomanagement besitzt die fachliche Zuständigkeit und Verantwortung für die Methoden und Modelle der Risikomessung, -steuerung und -aggregation als Grundlage für die Berechnung risikorelevanter Parameter, sowohl für die interne Risikosteuerung als auch für das interne und externe Berichtswesen. Im Anschluss an die Risikoidentifikation erfolgt die Bewertung aller erfassten Einzelrisiken in einem Risikoregister für die Positionen "Bruttorisiko" (keine Kontrollen/risikomitigierende Maßnahmen vorhanden), "Nettorisiko" (Kontrollen/Maßnahmen vorhandenen) und "Zielrisiko" (nach Einführung neuer/verstärkter Kontrollen/Maßnahmen). Jedes Risiko wird hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher finanzieller Auswirkungen eingestuft. Die Risikobewertung erfolgt grundsätzlich auf Nettobasis, also unter Berücksichtigung von implementierten und wirksamen Steuerungs- und Überwachungsprozessen. Es wird dabei methodisch zwischen qualitativen und quantitativen Risiken unterschieden. Die Risikobewertung bildet so die Basis für die Konsolidierung gleichartiger Einzelrisiken zu einem aggregierten Risiko. Mit dem Ziel, die Risikoposition proaktiv zu begrenzen, werden geeignete Techniken - einschließlich des Kontrollumfelds - zur Risikosteuerung definiert. Abhängig vom Restrisiko und der individuellen Risikotoleranz wird eine Entscheidung über die weitere Behandlung des Risikos getroffen, d.h. Risikoakzeptanz, Risikominderung, Risikotransfer oder Risikovermeidung. Darüber hinaus werden wesentliche, kritische und schwerwiegende Risiken an das vierteljährlich tagende Board Audit, Risk & Compliance Committee ("BARCC") berichtet. Das BARCC hat die Aufgabe, die Finanzberichterstattung, den Abschlussprüfungsprozess, das interne Kontrollsystem des Unternehmens und die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften zu überwachen. Des Weiteren werden im BARCC die internen Risikomanagementprozesse überprüft und Verbesserungen initiiert. Weitere Entwicklungen Im September 2022 wurde die Rolle des Chief Risk Officers geschaffen, um den gesamten Risikorahmen und die Risikoabläufe des Unternehmens zu überwachen. Im Jahr 2023 begann der PPRO Konzern nach dem Three Lines of Defense-Modell zu arbeiten und initiierte Verbesserungen im Umgang mit dem unternehmensweiten Risikoregister, das dezentralisiert wurde, um mehr Verantwortung an die Fachbereiche zu übertragen. Das Three Lines of Defense-Modell beruht auf den folgenden Kontrollfunktionen: Die erste Verteidigungslinie besteht aus den von den Fachbereichen durchgeführten operativen Kontrollen. Sie sind die Risikoeigentümer und dafür zuständig, Risiken in ihrem operativen Geschäft frühzeitig zu erkennen, zu überwachen und zu reduzieren. Die im Konzern angewandten Kontrollen können betrieblicher, hierarchischer oder struktureller Natur sein und umfassen beispielsweise Handlungsanweisungen durch Richtlinien und Prinzipien, Automatisierung, Aufgabentrennung, 4-Augen-Prinzip, Berichterstattung an Individuen oder Gremien, Zugangskontrollen zu Systemen. Die zweite Verteidigungslinie umfasst alle Bereiche, die das operative Geschäft steuern und überwachen, wie beispielsweise die Funktionen Compliance, Risikomanagement, Informationssicherheit. Sie sind unter anderem verantwortlich für die Festlegung von Methoden und Verfahren für das Risikomanagement, die Vorgaben durch Leit- und Richtlinien sowie das Reporting an die Unternehmensleitung. Die dritte Verteidigungslinie bildet die Interne Revision. Sie prüft als objektive und unabhängige Prüfungsinstanz sowohl das operative Geschäft (1. Verteidigungslinie) als auch die Überwachungsinstanz (2. Verteidigungslinie). Gegenüber der Geschäftsführung und dem Beirat soll sie sicherstellen, dass die Risiken wirksam erkannt, bewertet und gesteuert werden. Seit dem Geschäftsjahr 2021 hat das Risikomanagementteam damit begonnen, die erste Verteidigungslinie bei der Bemessung der identifizierten Risiken zu unterstützen. Darüber hinaus wurde ein Risikomanagement-Ausschuss eingerichtet, um die Überwachung und Kontrolle zu gewährleisten. Den Vorsitz des Risikomanagement-Ausschusses hatte in 2021 der Geschäftsführer Simon Black inne. Des Weiteren sind der Leiter des Risikomanagements sowie das Senior Management Team Teil des Risikomanagement-Ausschusses. Das Risikoregister wird fortlaufend überprüft sowie erzielte Fortschritte verfolgt und überwacht. Risikokategorien und Risikoarten Die Risikokategorien und die Risikoarten stellen sich wie folgt dar:
Schwerwiegende Risiken Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass die aktuellen und künftigen Zahlungsverpflichtungen nicht zeitgerecht oder nicht in vollem Umfang erfüllt werden. Durch die Aufgabe der PPRO Holding, die Finanzierung des PPRO Konzerns sicherzustellen, erstreckt sich das Liquiditätsrisiko auch auf Verpflichtungen der PPRO Tochterunternehmen. Konkret besteht das Risiko, dass vor dem Hintergrund der weiterhin negativen operativen Cashflows keine weiteren externen Finanzierungen zustande kommen und der PPRO Konzern seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Zudem inkludiert das Risiko, dass sich die Refinanzierungskosten ändern und notwendige Anschlussfinanzierungen zu schlechteren Konditionen abgeschlossen werden. Das Liquiditätsrisiko wirkt sich vor allem auf den Cashflow aus. Aufgrund der Wachstumsstrategie des PPRO Konzerns und des damit verbundenen Kapitalbedarfs ist das Liquiditätsrisiko als schwerwiegend einzustufen, wobei im Berichtsjahr infolge der durchgeführten Kapitalerhöhungen die Zahlungsfähigkeit jederzeit sichergestellt war. Es haben sich wiederkehrende Verluste und negative Cashflows aus dem operativen Geschäft des PPRO Konzerns ergeben und gleiches wird auch bis einschließlich des Geschäftsjahres 2024 erwartet. Die Sicherung der Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung für Entwicklungsaktivitäten und den operativen Betrieb war eine kontinuierliche Aufgabe der PPRO Holding. Auch weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt ist die Finanzierung für die zukünftige Entwicklung des PPRO Konzerns. In den letzten Jahren hat die PPRO Holding ihre Geschäftstätigkeit hauptsächlich durch Kapitalerhöhungen und Wandelanleihen/Darlehen finanziert. Darüber hinaus bleiben auch weitere Eigenkapitaleinlagen bestehender Investoren eine Finanzierungsmöglichkeit. Adressenausfallrisiko von Kunden Das Adressenausfallrisiko von Kunden ist das Risiko des Ausfalls von Kunden infolgedessen vertragliche Verpflichtungen nicht oder nur eingeschränkt erfüllt werden können. Dabei handelt es sich ausschließlich um Forderungen aus konzerninternen Leistungsverrechnungen, die die PPRO Holding für PPRO Tochterunternehmen erbracht hat. Im Jahr 2021 wurden Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 17 (i.Vj. TEUR-) vorgenommen. Ausfälle von Kundenforderungen hätten eine Auswirkung auf den Cash Flow und den Ertrag. Folgende Mechanismen werden zur Steuerung des Risikos verwendet:
Adressenausfallrisiko von Banken und Wertpapieremittenten Das Adressenausfallrisiko von Banken und Wertpapieremittenten ist das Risiko eines unerwarteten wirtschaftlichen Verlustes aufgrund der Zahlungsunfähigkeit von Banken und Wertpapieremittenten. Um dieses Risiko zu minimieren überwacht das Treasury-Team die Bonität der Banken und Wertpapieremittenten, bei denen es sich primär um Banken mit einer Bonität oberhalb des Investment Grades (mindestens BBB-Rating von Standard & Poor's) handelt. Zum 31. Dezember 2021 hatte die PPRO Holding ein Adressenausfallrisiko von Banken und Wertpapieremittenten von insgesamt TEUR 36.229 (i.Vj. TEUR 5.099), wovon der gesamte Bestand bei Banken mit einem Bonitätsrating von Standard & Poor's BBB oder höher gehalten wurde. Aus einem Ausfall eines Bankpartners sind der PPRO Holding bisher keine Verluste entstanden. Ausfälle hätten eine Auswirkung auf den Cash Flow und den Ertrag. IT Risiko Das Geschäftsmodell des PPRO Konzerns ist stark abhängig von automatisierten Prozessen. Das IT-Risiko beinhaltet sowohl Fälle von Unterbrechungen als auch vollständige Systemausfälle im internen und externen Bereich. Zu den Risiken zählen u. a. Systemausfall, Ressourcenengpässe, Konnektivitätsprobleme (Fehlkonfiguration von Firewalls, Systemberechtigungen etc.), Verletzung der Sorgfaltspflicht durch verantwortliche Mitarbeiter (Zugangs- und Genehmigungsrechte), Informationsverlust bei Systemausfall und schlechtem IT-Architekturmanagement. Zusätzlich gibt es auch das Risiko von Hackerangriffen und Schadsoftware. Während ein über längere Zeit anhaltender Komplettausfall als schwerwiegend einzuordnen wäre, ist die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering. Ein einzelner Teilausfall ist als geringfügig einzustufen, jedoch liegt die Wahrscheinlichkeit dafür hoch. Im Dezember 2021 erreichte PPRO die erste Stufe der ISO 27001-Zertifizierung für das Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS). Die zweite Stufe erfolgte kurz darauf im Februar 2022. Die Zertifizierungen erfolgten durch die BSI Assurance UK Limited, Milton Keynes, Vereinigtes Königsreich. Das ISMS orientiert sich am Risikomanagement-Rahmenwerk ISO 31000 und umfasst einen Dreijahres-Auditplan, wobei die Informationssicherheit auf Stufe 2 und ein qualifizierter ISO 27001-Bewerter auf Stufe 3 tätig sind. Darüber hinaus hat PPRO Holding im Dezember 2022 ein Information Security Leadership Gremium gebildet, das sich mindestens vierteljährlich trifft, um eine Überprüfung durchzuführen. Das Gremium bewertet die Cybersicherheitslage des PPRO Konzerns, indem es Prüfberichte, Risikobewertungen, Pläne zur Risikobehandlung, Überwachung und Messgrößen einschließlich wichtiger Leistungsindikatoren (KPIs) sowie Sicherheitsziele prüft. Alle Sitzungen finden unter dem Vorsitz des Chief Information Security Officer (CISO) statt und werden protokolliert. Wesentliche Risiken Währungsrisiko Das Währungsrisiko bezeichnet das finanzielle Risiko, das sich aus Wertschwankungen einer Basiswährung gegenüber einer Fremdwährung ergibt, in der ein Unternehmen Vermögenswerte oder Verpflichtungen hat. Das Währungsrisiko bezieht sich auf Vermögenswerte und Schulden, die in einer anderen Währung als der funktionalen Währung der Gesellschaft gehalten werden. Das Risiko entsteht, wenn Beträge regelmäßig zu variablen Wechselkursen in die funktionale Währung konvertiert werden, bei der es sich bei dem PPRO Konzern um den Euro handelt. Die Tätigkeiten der PPRO Holding sind moderat dem Risiko von Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Im Jahr 2021 verzeichnete PPRO Holding einen Netto-Währungsgewinn von TEUR 41 (i.Vj. TEUR -). Die PPRO Holding nutzt keine derivativen Produkte zur Absicherung der Währungsrisiken. Zur Steuerung des Risikos werden etwaige Vereinbarungen möglichst zu optimalen Konditionen abgeschlossen, um die Auswirkungen des Währungsrisikos gering zu halten. Personalrisiko Die Expertise und das Engagement der PPRO-Mitarbeiter gehören zu den wesentlichen Grundlagen des Unternehmenserfolgs. Sollte es wegen des Wettbewerbs um Fach- und Führungskräfte nicht gelingen, entsprechend qualifiziertes Personal zu halten und neues Personal zu finden, könnte sich dies nachteilig auf den Umsatz und auf den Ertrag auswirken. Die PPRO Holding ist in einem wettbewerbsintensiven und komplexen Markt für technologiegestützte Zahlungen tätig. Das Wertversprechen beruht darauf, dass die Mitarbeiter in den Bereichen Vertrieb, Produkt, Technologie, Compliance, Finanzen und Kundenbetreuung über Fachwissen und Branchenerfahrung verfügen. Die Mitarbeiter spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Kunden davon zu überzeugen, ihren Zahlungsverkehr an den PPRO Konzern auszulagern, anstatt selbst Zahlungslösungen zu entwickeln. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Mitarbeiter der Schlüssel zur Bereitstellung, Innovation und zum Wachstum des gesamten Unternehmens sind. Die PPRO Holding hat im Jahr 2021 eine Fluktuationsrate von 21% (2020: 36%). In Kombination mit einer erheblichen Wachstumsrate führt dies zu einer hohen Nachfrage nach qualifizierten Talenten. Die Verfügbarkeit von erfahrenen Mitarbeitern und damit die Möglichkeit, die eigenen Kapazitäten dem Bedarf anzupassen, beeinflusst insbesondere auch die erfolgreiche Realisierung von Projekten. Die PPRO Holding überwacht regelmäßig die Mitarbeiterfluktuation und berichtet darüber an die Geschäftsführung und den Beirat. Die Geschäftsführung besteht aus Führungskräften, die für die einzelnen funktionalen und operativen Abteilungen verantwortlich sind. Der Zuständigkeitsbereich umfasst alle rechtlichen Einheiten und Niederlassungen weltweit. Die Geschäftsführung trifft in operativen und leistungsbezogenen Angelegenheiten Entscheidungen und überprüft diese. Das BARCC prüft Fragen hinsichtlich Finanzen, Compliance und Risikomanagement. Der Beirat wurde eingerichtet, um die Strategie, die Marktsituation und die Leistung des Unternehmens zu überprüfen und zu beurteilen. Zudem wird auch die Umsetzung von Anmerkungen des BARCCs überprüft. Die PPRO Holding widmet sich diesem Thema auf vielfältige Weise. Darunter fallen die wettbewerbsfähige Vergütung, umfangreiche Karrieremöglichkeiten sowie hochwertige Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Den Mitarbeitern stehen zahlreiche Ressourcen zum Thema Gesundheit und mentales Wohlbefinden zur Verfügung. Dadurch sollen neue Fach- und Führungskräfte gewonnen und die Beschäftigten stärker gebunden werden. Die PPRO Holding forciert darüber hinaus Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, wodurch ein Mangel an personellen Ressourcen reduziert werden kann. Die PPRO Holding gleicht verbleibende personelle Lücken durch kurzfristig eingestellte Dienstleister aus, die fachliche Expertise hauptsächlich in den Bereichen IT, Legal, Accounting, und Regulatorik einbringen. Reputationsrisiko Das Reputationsrisiko ist das Risiko möglicher Schäden der Marke, der Beziehung zu Geschäftspartnern und ganz allgemein der Reputation des PPRO Konzerns. Dies umfasst die Auswirkungen von unangemessenen, unmoralischen oder nicht mit den Werten und Überzeugungen des PPRO Konzerns vereinbaren Handlungen. Das Risiko kann sich durch bewusstes oder unbewusstes Handeln oder Unterlassen manifestieren, das sowohl von den Betroffenen als auch von den breiteren Branchenakteuren als unangemessen, unmoralisch oder im Widerspruch zu den Werten des PPRO Konzerns oder den gemeinsamen Werten der Marktteilnehmer wahrgenommen werden könnte. Die Bedeutung der Reputation in der Finanzbranche ist erheblich, daher betrachtet der PPRO Konzern das damit verbundene Reputationsrisiko als wichtig und strebt danach, das Geschäft jederzeit in Übereinstimmung sowohl mit rechtlichen Vorschriften als auch mit ethischen Grundsätzen zu führen. Zu diesem Zweck berücksichtigt der PPRO Konzern aktiv die Auswirkungen bestimmter Aktivitäten des Unternehmens auf die Reputation und die Marke. Der PPRO Konzern ist sich bewusst, dass Fehlverhalten oder Handlungen, die potenziell einen nachteiligen Einfluss auf die Reputation und die Marke haben könnten, nicht vollständig verhindert werden können. Darüber hinaus können Reaktionen der Medien negative Auswirkungen auf die Reputation haben. Diese Wirkung könnte durch unzureichende Krisenkommunikation verschärft werden. Zusätzlich kann eine Schädigung der Reputation des PPRO Konzerns aus den einzelnen Risiken resultieren, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit auftreten können. Ein nicht unerhebliches Reputationsrisiko besteht nicht nur aus den Aktivitäten des PPRO Konzerns, sondern auch aus dem Versäumnis, unangemessene Handlungen von verbundenen Unternehmen zu verhindern. Daher setzt der PPRO Konzern erhebliche Anstrengungen ein, um die Integrität sicherzustellen. Moderate Risiken Marktpreisrisiko Marktpreisrisiken sind (negative) Abweichungen von der geplanten oder erwarteten Leistung aufgrund von Marktpreisänderungen. Der beizulegende Zeitwert des Eigenkapitals der PPRO Holding wird als nicht beobachtbarer Inputparameter für die Bewertung von Finanzinstrumenten verwendet. Daher könnte eine Wertänderung des Eigenkapitals negative Auswirkungen auf die erwartete Wertentwicklung haben. Im Rahmen von Finanzierungsrunden wurden in Finanzinstrumente eingebettete Derivate ausgegeben, die an den Anteilswert der PPRO Holding gekoppelt sind. Eine Erhöhung oder Verringerung des Marktwerts der PPRO-Anteile führt zu höheren oder niedrigeren Finanzaufwendungen. Anlagen in nicht börsennotierte Eigenkapitaltitel unterliegen dem oben beschriebenen Marktpreisrisiko. Jegliche Fluktuation des Marktpreises würde den erzielten Wert verändern, wenn die PPRO Holding diese Investition monetarisieren würde. Eine Auswirkung wäre im künftigen Cashflow sichtbar, aber angesichts des relativ geringen Umfangs der ursprünglichen Investition ist die finanzielle Bedeutung moderat. Zur Steuerung des Risikos werden Verträge möglichst zu optimalen Renditesätzen abgeschlossen, um die Auswirkungen der finanziellen Volatilität auf den beizulegenden Zeitwert des Eigenkapitals und damit die Bewertungen zu mindern. Die Bewertungen werden zudem regelmäßig und jährlich überprüft, um Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Eigenkapitals zu beurteilen und die daraus folgende finanzielle Volatilität zu steuern. Zinsänderungsrisiko Unter Zinsänderungsrisiko versteht man das Risiko negativer Auswirkungen von Marktzinsschwankungen auf die finanziellen Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten der PPRO Holding. Im Jahr 2021 lag der offizielle Einlagensatz der Europäischen Zentralbank unverändert bei - 0,50 %, so dass die Auswirkungen der Zinsvolatilität geringfügig waren. Das Zinsrisiko wirkt sich auf den Cashflow und die Erträge aus. Das im Dezember 2022 aufgenommene Darlehen wird mit einem Zinssatz verzinst, der an den Referenzzinssatz der Europäischen Zentralbank gekoppelt ist. Steigende Zinsen führen entsprechend zu einem erhöhten Liquiditätsabfluss. Nach Abschluss der Darlehensaufnahme wurde eine Zinssensitivitätsanalyse durchgeführt und kam zu dem Schluss, dass es aufgrund von Zinserhöhungen oder -rückgängen bei der Anwendung auf die variabel verzinslichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nur ein sehr geringes Risiko negativer Auswirkungen auf finanzielle Vereinbarungen oder das Budget des laufenden Jahres gibt. 2. Wesentliche Chancen Die im Folgenden beschriebenen Chancen erstrecken sich im Wesentlichen auf operative Aktivitäten der PPRO Tochterunternehmen, die sich mittelbar auf die Lage der PPRO Holding als Mutterunternehmen auswirken. Makroökonomische Entwicklung Der PPRO Konzern ist in einem schnelllebigen Sektor tätig, der von den weltweiten Einzelhandelsumsätzen im Bereich E-Commerce angetrieben wird, die ihrerseits Teil der globalen Wirtschaftstrends sind. Im Jahr 2021 wuchs das globale BIP der fortgeschrittenen Volkswirtschaften um 5,2 % 20 nach einer aus der COVID-19-Pandemie resultierenden Rezession im Jahr 2020, die einen Rückgang von 4,5 % 21 verzeichnete. Während makroökonomische Entwicklungen häufig als Risiko angesehen werden, können diese auch als Chance für das Wachstum des PPRO Konzerns wirken, wodurch mittelbar (Beteiligungserträge und Erträge aus Gewinnabführung) auch die PPRO Holding profitiert. Insbesondere die erste Phase der COVID-19-Pandemie, die sich für viele Branchen deutlich negative auswirkte, führte für den Online-Handel und digitale Zahlungsdienstleister wie den PPRO Konzern zu einem starken Wachstum des Transaktionsvolumens und damit der Umsatzerlöse. Sollten sich ähnliche Dynamiken wiederholen, könnten diese zu positiven Wachstumseffekten führen. Darüber hinaus könnte der steigende Inflationsdruck und die Verteuerung von Kapital auch als Katalysator für den PPRO Konzern wirken. Eine mögliche Entwicklung wäre, dass die Kunden des PPRO Konzerns ihre knappen Ressourcen auf deren Kerngeschäft konzentrieren und es vorziehen, lokale Zahlungsmethoden (LPMs) über den PPRO Konzern zuzukaufen, anstatt diese selbst in die eigene Software zu integrieren. Digitalisierung Der digitale Wandel hat durch die Corona-Pandemie Fahrt aufgenommen und ist branchenübergreifend in vollem Gang. Der PPRO Konzern und damit mittelbar die PPRO Holding und seine Geschäftspartner haben durch den digitalen Wandel gute Wachstumschancen. Das entwickelte plattformbasierte digitale Geschäftsmodell bietet in diesem Marktumfeld viele Vorteile. Insbesondere der weitere Bedarf an Zahlungsdienstleistungen, die in bereits bestehende Prozesse eingebettet werden, schreitet weiter voran (z.B. Software-as-a-Service, Risikomanagement, Betrugsprävention). Neben einem einfachen Zugang für bestehende und künftige Partner zu einer Vielzahl von Produkt- und Servicemöglichkeiten mittels Application Programming Interface ("API") schafft der planmäßige Ausbau der Girogate-Plattform weiteres Geschäfts- und damit Umsatzpotenzial. Dies umfasst den Ausbau der bestehenden Produktpalette mit neuen technischen Features, die Erhöhgung der standardisierten Verwendbarkeit in einem breiten Kreis möglicher Partner und die Entwicklung weiterer Produkte bzw. die Internationalisierung. Darüber hinaus kam es durch die COVID-19-Pandemie zu einer höheren Akzeptanz für digitale Bezahlvorgänge durch die Verbraucher, die nachhaltig erhalten bleiben könnte.
20 Internationaler Währungsfonds, World
Economic Outlook: Countering the cost-of-living crisis;
October 2022, Washington DC, Seite 9.
Die steigende Inflation drängt Verbraucher zudem stärker dazu, die Preise für ihre Einkäufe zu vergleichen und somit nachhaltig auf online Käufe umzusteigen. Neue Kooperationen und neue Märkte Die PPRO Holding richtet sich zunehmend global aus und nimmt neue LPMs aus unterschiedlichen Ländern in das Produktportfolio auf. Diese Erweiterung des Angebots bedeutet, dass die PPRO Holding ständig neue LPMs prüft und strategisch in seine Plattform integriert. Je nach Dynamik in den Regionen können einige dieser LPMs schneller als erwartet wachsen. Daher stellt das Wachstum neuer LPMs eine Chance für den weiteren Geschäftsverlauf des PPRO Konzerns und damit eine Chance für die PPRO Holding dar. 3. Zusammenfassende Gesamtbetrachtung der Risikolage Die Einschätzung der gesamten Chancen- und Risikolage der PPRO Holding ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Chancen und Risiken. Für den PPRO Konzern hat sich die kurz- und mittelfristige Chancen- und Risikolage gegenüber dem Vorjahr aufgrund der makroökonomischen Entwicklungen leicht erhöht. Langfristig überwiegen für das Acquiring Geschäft nach wie vor die Chancen, da sich die Digitalisierung im Zahlungsverkehr fortsetzt und gleichermaßen auch der Online-Handel gegenüber dem stationären Handel zunehmen wird. Aufgrund der steigenden Komplexität im Zahlungsverkehr werden darüber hinaus die Zahlungsdienstleistungen des PPRO Konzerns gegenüber PSP Eigenentwicklungen kontinuierlich an Attraktivität gewinnen.
München, 14. Juni 2024 Mordechay Bring Rahul Raswant Bernard Richard Miles Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die PPRO Holding GmbH, München Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der PPRO Holding GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der PPRO Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 14. Juni 2024 KPMG
AG
Christian Bauer, Wirtschaftsprüfer Björn Bluhme, Wirtschaftsprüfer |
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