Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagen
Opel Group GmbHLiquidiert
Bahnhofsplatz 1, 65428 Rüsselsheim am Main, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Philip Richard Kienle seit 22.4.2016 | Geschäftsführer |
Katherine L. Worthen seit 24.10.2014 | Geschäftsführer |
Johan Willems seit 22.8.2014 | Geschäftsführer |
Jost Ulrich Wilhelm Schumacher seit 22.8.2014 | Geschäftsführer |
Tina Müller seit 4.8.2014 | Geschäftsführer |
Michael Lohscheller seit 4.8.2014 | Geschäftsführer |
Peter Christian Küspert seit 4.8.2014 | Geschäftsführer |
Karl-Thomas Dr. Neumann seit 30.5.2014 | Geschäftsführer |
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Opel Group GmbHRüsselsheimJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015Lagebericht für das Geschäftsjahr 20151 Grundlagen der Gesellschaft1.1 GeschäftstätigkeitDie Opel Group GmbH (nachfolgend auch kurz "Opel Group" oder "Gesellschaft" genannt) mit Sitz in Rüsselsheim am Main gehört zu den größten europäischen Fahrzeugherstellern. Alleinige Gesellschafterin ist die General Motors Holdings LLC, Detroit, USA. Die Opel Group gehört somit als mittelbares Tochterunternehmen zum nordamerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM Konzern), dessen oberste Muttergesellschaft die General Motors Company, Detroit, USA (GM) ist. In Übereinstimmung mit der globalen strategischen Ausrichtung von GM und zur Unterstützung der Neuorganisation der Geschäftstätigkeiten des GM Konzerns in Europa wurde die Opel Group mit Gesellschaftsvertrag vom 11. März 2014 errichtet und am 30. Mai 2014 in das Handelsregister eingetragen. Die Gesellschaft hat mit Wirkung zum 1. Juli 2014 ihre operative Geschäftstätigkeit aufgenommen und übernimmt seit diesem Zeitpunkt die Funktion des alleinigen Original Equipment Manufacturers (OEM) des GM Konzerns in Europa. Sie trägt die unternehmerische Verantwortung für die Produktion und den Verkauf von Fahrzeugen, Teilen und Zubehör in Europa und diversen außereuropäischen Märkten. Die rechtliche Grundlage dieser Neuorganisation bildet das "GM Europe Business Restructuring Agreement", das am 18. Juli 2014 zwischen der General Motors LLC, Detroit, USA, der General Motors Holdings LLC, der Opel Group GmbH, der Adam Opel AG, Rüsselsheim am Main (Opel), der GM España S.L.U., Figueruelas, Saragossa, Spanien, und der General Motors UK Ltd., Luton, Großbritannien, geschlossen wurde. Die drei vormals in Europa als OEM agierenden Gesellschaften Adam Opel AG, GM España S.L.U. und General Motors UK Ltd. sind seit dem 1. Juli 2014 als Auftragsfertiger sowie Vertriebsorganisationen in ihren jeweiligen Ländern mit begrenztem Funktions- und Risikoprofil ausschließlich im Auftrag der Opel Group tätig. Für diese Tätigkeiten erhalten sie eine funktions- und risikoadäquate, marktübliche Vergütung. Darüber hinaus ist die Opel Group mit Wirkung zum 1. Juli 2014 in die Distributionsverträge der drei ehemaligen OEM in Europa, die mit den weiteren europäischen Vertriebsgesellschaften des GM Konzerns bestanden, eingetreten. Die europäischen Vertriebsgesellschaften beschafften seit diesem Zeitpunkt die von ihnen vertriebenen Fahrzeuge, Teile und Zubehör über die Opel Group und erzielen dabei eine funktions- und risikoadäquate, marktübliche Vergütung. Aufgrund der komplexen System- und Prozesslandschaft erfolgte die Umsetzung der Neuorganisation in Europa in mehreren Phasen. Bis Mitte August 2014 haben die drei ehemaligen OEM die von ihnen hergestellten bzw. von verbundenen Unternehmen oder Dritten bezogenen Fahrzeuge weiterhin direkt an die europäischen Vertriebsgesellschaften, unter Anwendung der Vergütungsregelung der Auftragsfertigungsverträge mit der Opel Group, geliefert und abgerechnet. Zum 1. Februar 2015 wurde der Verkauf von Fahrzeugen an außereuropäische Kunden, mit Ausnahme Israels, von der Adam Opel AG auf die Opel Group umgestellt. Ebenfalls zu diesem Zeitpunkt hat die Opel Group die Beschaffung von nicht durch die drei vormaligen OEM produzierten Fahrzeugen, mit Ausnahme eines Liefervertrags mit einem europäischen Automobilhersteller, von der Adam Opel AG übernommen. Beim innereuropäischen Teile- und Zubehörgeschäft haben die drei ehemaligen OEM die von ihnen hergestellten bzw. von verbundenen Unternehmen oder Dritten bezogenen Produkte, ebenfalls unter Anwendung der Vergütungsregelung der Auftragsfertigungsverträge mit der Opel Group, sowohl in 2014 als auch in 2015 direkt an die europäischen Vertriebsgesellschaften geliefert und abgerechnet. Gleiches gilt für die Teile- und Zubehörverkäufe an Kunden in außereuropäischen Märkten. Die Umstellung des innereuropäischen Teile- und Zubehörgeschäfts auf die Opel Group erfolgte mit Wirkung zum 1. Februar 2016. Den Zugang zu geistigem Eigentum und Technologien des GM Konzerns, die für die Ausübung ihrer Funktion als OEM notwendig sind, erhält die Opel Group auf Grundlage eines Lizenzvertrags mit der General Motors LLC ("Business System Royalty Agreement"). Das Lizenzentgelt bemisst sich am Nettoumsatz und am konsolidierten Ergebnis der europäischen Gesellschaften des GM Konzerns. Die Opel Group gewährt ihren Auftragsfertigern entsprechende Nutzungsrechte. Die Opel Group hat mit Wirkung zum 1. Juli 2014 einen Vertrag über die Nutzung der Marke "Opel" abgeschlossen. Markeninhaberin war zu diesem Zeitpunkt die Opel Special Vehicles GmbH, Rüsselsheim am Main, die rückwirkend zum 1. Januar 2015 auf die Adam Opel AG verschmolzen wurde. Infolgedessen ist die Adam Opel AG mit Wirkung zum 1. Januar 2015 Lizenzgeberin und erhält hierfür ein Lizenzentgelt, das auf Basis der Nettoumsatzerlöse der unter der Marke Opel verkauften Produkte ermittelt wird. Des Weiteren hat die Gesellschaft mit Wirkung zum 1. Juli 2014 einen Dienstleistungsvertrag mit der Adam Opel AG abgeschlossen, nach dem die Adam Opel AG Einkaufs- sowie zentrale Verwaltungs- und Marketingdienstleistungen für die Opel Group erbringt. Für diese Tätigkeiten erhält die Adam Opel AG eine funktions- und risikoadäquate, marktübliche Vergütung. Der Absatzmarkt der Opel Group konzentriert sich im Wesentlichen auf Europa mit Großbritannien, Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien als den größten Abnehmerländern. Das Produktangebot umfasst dabei Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet und Cadillac. Am 18. März 2015 hat die Geschäftsführung der Opel Group in Übereinstimmung mit GM entschieden, sich mit der Marke Opel zum Jahresende 2015 vollständig aus dem russischen Markt zurückzuziehen. GM wird künftig in Russland eine selektive Modellpolitik verfolgen und sich auf das Premium-Segment mit der Marke Cadillac sowie auf die Chevrolet-Modelle Corvette, Camaro und Tahoe konzentrieren. Die Marken Chevrolet und Cadillac gehören erst seit 2015 zum Produktportfolio der Opel Group. Im Vorjahr wurde die Marke Cadillac von General Motors Overseas Distribution LLC, Detroit, USA, und die Marke Chevrolet von dem operativen Geschäftssegment GM International Operations (GMIO) aus Shanghai gesteuert. In 2014 hat der GM Konzern damit begonnen, den Vertrieb von Fahrzeugen der Marke Chevrolet in Europa einzustellen und das entsprechende separate Chevrolet-Vertriebsnetz, außer in Russland, aufzulösen. Von der Opel Group werden weiterhin die Modellreihen Corvette, Tahoe und Camaro aus nordamerikanischer Produktion vertrieben. Da die Opel Group GmbH ihre operative Geschäftstätigkeit mit Wirkung zum 1. Juli 2014 aufgenommen hatte, liegt für den Zeitraum vom 30. Mai bis 31. Dezember 2014 ein Rumpfgeschäftsjahr vor. Aus diesem Grund sind die Zahlenangaben des Geschäftsjahres im vorliegenden Bericht nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar. 1.2 Grundlagen der RechnungslegungDer Jahresabschluss der Opel Group GmbH basiert auf den Rechnungslegungsvorschriften des deutschen Handelsrechts (HGB). Im Gegensatz dazu erfolgt die Steuerung, die konzerninterne Berichterstattung auf konsolidierter Ebene für die Region Europa (GM Europe) und die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Gesellschaften des GM Konzerns auf Basis der US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften (US GAAP). 1.3 Forschung und EntwicklungDie Opel Group GmbH betreibt keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Im Rahmen des "Business System Royalty Agreement" erhält die Opel Group Zugang zu den Forschungs- und Entwicklungsergebnissen des GM Konzerns. 2 Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenDie wirtschaftliche Erholung in Europa setzte sich 2015 mit leicht erhöhtem Tempo fort. Das Bruttoinlandsprodukt der EU-Länder wuchs im Durchschnitt real um 1,8% im Vergleich zum Vorjahr, nach 1,4% in 2014 1 . Im Laufe der ersten Jahreshälfte wurde die Eurozone durch die erneute Verschärfung der Griechenland-Krise erschüttert, was zu einer erhöhten Unsicherheit beigetragen hat. Auch war das Jahr 2015 geprägt von geopolitischen Ereignissen, welche das wirtschaftliche Umfeld in Europa maßgeblich beeinflusst haben bzw. noch beeinflussen. So erhöht der große Zustrom an Flüchtlingen zwar die Staatsausgaben, die entsprechenden Kosten führen jedoch voraussichtlich zu Kürzungen bei anderen Ausgaben sowie zu Steuererhöhungen. Darüber hinaus stellt er den politischen Zusammenhalt der Europäischen Länder auf die Probe und hat bereits zu massiven innenpolitischen Konflikten geführt. Durch den schwelenden Ukraine-Konflikt und die damit verbundenen Sanktionen befindet sich Russland inmitten einer Rezession. Verschärft wird diese durch einen weiter gesunkenen Ölpreis - ein Barrel Rohöl kostete 2015 mit im Durchschnitt USD 52,4 nur noch etwa halb so viel wie noch 2014 2 Für die anderen europäischen Länder, welche kein Öl fördern, wirkte sich dies jedoch positiv aus. Durch eine entsprechend niedrige Inflation und damit einhergehende Reallohnzuwächse konnte der private Konsum kräftig zulegen. So erreichten die Einzelhandelsumsätze im EU-Durchschnitt im November 2015 den höchsten Wert seit Beginn der Finanzkrise 3 . Hierzu beigetragen haben auch eine geringere Arbeitslosigkeit sowie ein gestiegenes Konsumentenvertrauen. Mit 9,0% 4 im EU-Durchschnitt lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2015 jedoch noch etwa 2 Prozentpunkte über Vorkrisenniveau. Der gestiegenen Inlandsnachfrage steht, bedingt durch die globale Wachstumsabschwächung, ein schwacher Außenhandel gegenüber. So lagen die Auftragseingänge der verarbeitenden Industrie in Deutschland aus Ländern außerhalb der Eurozone zwischen Juli und November 2015 etwa 6% unterhalb des Vorjahreszeitraums 5 . Im Gesamtjahr 2015 wuchs die deutsche Wirtschaft mit 1,5% 6 gegenüber Vorjahr etwas schwächer als im Jahr 2014. Haupttreiber war der private Konsum, während neben einem geringen Außenbeitrag vor allem das schwache Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen enttäuschte.
1 EUROSTAT / Haver Analytics
2.2 Branchenspezifische RahmenbedingungenDer Fahrzeugmarkt in Europa verzeichnete in 2015 einen Anstieg der Neuzulassungen um 3% gegenüber dem Vorjahr auf 19,3 Mio. Einheiten. In Westeuropa lag das gesamte Jahr 2015 um 9% über dem Vorjahresniveau. Insbesondere in Spanien (+23%), Italien (+16%), Großbritannien (+8%), Frankreich (+6%) und Deutschland (+5%) war ein Zuwachs zu verzeichnen. Im Gegensatz dazu war die Nachfrage in Osteuropa sehr schwach. Die Fahrzeugmärkte in Russland und in der Ukraine sind im Vergleich zum Vorjahr jeweils um 36% zurückgegangen. Ursächlich hierfür waren insbesondere die Währungsentwicklung und die Kaufzurückhaltung der Kunden infolge unbeständiger wirtschaftlicher Prognosen. 2.3 GeschäftsverlaufAufgrund der Neustrukturierung der Geschäftstätigkeiten des GM Konzerns in Europa trägt die Opel Group seit dem 1. Juli 2014 die unternehmerische Verantwortung für das europäische Geschäft von GM. Das gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Umfeld beeinflusst somit die wirtschaftliche Lage der Opel Group unmittelbar. Der europäische Fahrzeugmarkt ist zwar in 2015 insgesamt gewachsen. Er ist jedoch weiterhin von einem hohen Wettbewerbsdruck geprägt. Im Geschäftsjahr 2015 lagen die Neuzulassungen für Fahrzeuge des GM Konzerns in Europa bei 1.176.843 Einheiten (Vorjahr: 1.255.881 Einheiten). Der Marktanteil reduzierte sich um 0,61 Prozentpunkte auf 6,10%. Dies resultierte aus der in 2013 getroffenen Entscheidung, den Verkauf von Produkten der Marke Chevrolet in Europa - mit Ausnahme von Russland sowie von den Modellreihen Corvette, Tahoe und Camaro - einzustellen. Infolgedessen sank der Chevrolet-Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr um 0,63 Prozentpunkte auf 0,32%. Die Marken Opel und Vauxhall, die im Wesentlichen das Produktportfolio der Opel Group ausmachen, erhöhten hingegen trotz des strategischen Rückzugs der Marke Opel aus dem russischen Automobilmarkt im Jahresverlauf 2015 ihren Marktanteil am europäischen Pkw- und Nutzfahrzeugmarkt leicht um 0,02 Prozentpunkte auf 5,77%. Dabei erzielte die Marke Opel das beste Verkaufsergebnis in Deutschland seit 2011. Mit dem KARL, dem neuen Astra und der zweiten Generation des Vivaro sowie dem persönlichen Online- und Service-Assistenten Opel OnStar setzte die Opel Group ihre Produktoffensive in 2015 erfolgreich fort. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte die Opel Group GmbH einen Verlust in Höhe von EUR 548,3 Mio. Dies stellt eine Verschlechterung um EUR 120,0 Mio. gegenüber dem Rumpfgeschäftsjahr für den Zeitraum vom 30. Mai bis 31. Dezember 2014 dar.
Für das Geschäftsjahr 2015 wurde aufgrund des erstmalig vollen Geschäftsjahres mit mehr als einer Verdoppelung der Umsatzerlöse gerechnet. Mit einem Anstieg um EUR 9.268,5 Mio. auf EUR 13.924,0 Mio. konnten diese Erwartungen deutlich übertroffen werden, trotz der im Geschäftsjahr nicht erfolgten Übertragung des Teile- und Zubehörgeschäftes auf die Gesellschaft. Ursächlich für den Anstieg waren im Wesentlichen deutlich die Prognose übersteigende Umsatzerlöse aus dem Fahrzeuggeschäft gegenüber verbundenen Unternehmen im europäischen Ausland. Die prognostizierte leichte Verbesserung der Neuzulassungen der Marken Opel und Vauxhall auf dem europäischen Markt konnte mit einen Zuwachs in Höhe von 35.856 Einheiten gegenüber dem Vorjahr auf 1.112.209 Einheiten erfüllt werden. Dies entspricht einem Zuwachs von mehr als 3%, wodurch die Marken Opel und Vauxhall trotz des strategischen Rückzugs aus dem russischen Automobilmarkt etwas stärker zulegten als der europäische Gesamtmarkt. Deren Anteil am europäischen Fahrzeugmarkt wuchs damit im dritten Jahr in Folge. Damit erzielten die Marken in 2015 bei Absatzvolumen und Marktanteil die höchsten Werte seit dem Jahr 2011. 2.4 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage2.4.1 ErtragslageDie Umsatzerlöse der Opel Group betragen im Geschäftsjahr 2015 EUR 13.924,0 Mio. (Vorjahr: EUR 4.655,5 Mio.) und betreffen hauptsächlich Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Fahrzeugen. Bereinigt man die Umsatzerlöse um den zeitanteiligen Vorjahreseffekt haben sich diese überproportional gegenüber dem Vorjahr erhöht. Dies ist zum einen auf das Marktwachstum im europäischen Automobilmarkt bei einem leicht gestiegenen Marktanteil der Marken Opel und Vauxhall in Europa zurückzuführen. Zum anderen haben sich die Übernahme des Vertriebs von Fahrzeugen außerhalb von Europa ab Februar 2015 sowie der Vertrieb von Cadillac und Chevrolet Fahrzeugen aus nordamerikanischer Produktion seit Anfang 2015 ebenfalls positiv auf die Umsatzerlöse ausgewirkt. Im Geschäftsjahr 2015 hat die Opel Group 1.135.751 Fahrzeuge (Vorjahr: 391.895 Fahrzeuge) verkauft. Die Verkäufe an die beiden wichtigsten Abnehmer - die General Motors UK Ltd. in Großbritannien und die Adam Opel AG in Deutschland - erreichten dabei einen Anteil von 49,1% (Vorjahr: 51,1%). Modellreihe
Im Geschäftsjahr 2015 konnte die Gesellschaft eine um 6,1 Prozentpunkte auf 97,5% verbesserte Materialeinsatzquote bzw. einen positiven Rohertrag in Höhe von EUR 345,7 Mio. (Vorjahr: EUR -168,2 Mio.) erzielen, was maßgeblich auf dem zuvor beschriebenen überproportionalen Anstieg der Umsatzerlöse beruht. Demgegenüber steht ein Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von EUR 805,0 Mio. Ursächlich hierfür sind - bedingt durch die zum 1. April 2015 erfolgte europäische Zentralisierung der fahrzeugbezogenen Frachtabwicklung bei der Opel Group - vor allem die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Aufwendungen für Frachten (+EUR 282,1 Mio.). Darüber hinaus haben sich die Kostenbelastungen von verbundenen Unternehmen (+ EUR 254,0 Mio.), die Aufwendungen aus Währungsumrechnung (+ EUR 158,8 Mio.) und die Lizenzaufwendungen für die Nutzung der Marke "Opel" (+EUR 59,5 Mio.) aufgrund des Ganzjahreseffektes erhöht. Diese Effekte werden teilweise durch den Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von EUR 186,9 Mio., der größtenteils auf im Vergleich zum Vorjahr höhere Gewinne aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften zurückzuführen ist, kompensiert. Das Betriebsergebnis hat sich aufgrund der beschriebenen Ursachen insgesamt um EUR 113,8 Mio. auf EUR -541,1 Mio. vermindert. Das Finanzergebnis, das im Geschäftsjahr ausschließlich das Zinsergebnis reflektiert, hat sich um EUR 7,3 Mio. auf EUR -7,7 Mio. vermindert. Dies beruht hauptsächlich auf dem Anstieg der Aufwendungen für Zinsen im Rahmen der bestehenden Cashpoolvereinbarungen mit verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 6,2 Mio. Aufgrund der oben beschriebenen Veränderungen hat sich der Jahresfehlbetrag um EUR 120,0 Mio. auf EUR 548,3 Mio. erhöht. 2.4.2 VermögenslageDie Bilanzsumme verminderte sich um EUR 165,3 Mio. auf EUR 1.786,4 Mio. Ursächlich hierfür ist vor allem die Entwicklung der Forderungen gegen verbundenen Unternehmen. Diese haben sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 304,8 Mio. auf EUR 1.331,4 Mio. vermindert, was hauptsächlich auf dem Rückgang der Cashpoolforderungen gegen die GM Europe Treasury Company AB, Göteborg, Schweden, in Höhe von EUR 433,4 Mio. zurückzuführen ist. Demgegenüber steht ein Anstieg der Immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 62,6 Mio., die ausschließlich geleistete Anzahlungen auf Nutzungsrechte für die gemeinschaftliche Entwicklung und Produktion von zukünftigen Fahrzeugmodellen mit einem Kooperationspartner betreffen. Darüber hinaus haben sich die Vorräte um EUR 48,8 Mio. auf EUR 332,1 Mio. erhöht. Sie beinhalten ausschließlich von den Auftragsfertigern hergestellte, noch nicht versandte Fertigfahrzeuge und unterwegs befindliche Waren. Auf der Passivseite konnte die von der Gesellschafterin geleistete Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 400,0 Mio. den im Geschäftsjahr erzielten Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 548,3 Mio. nicht kompensieren, so dass sich das Eigenkapital von EUR 210,0 Mio. auf EUR 61,6 Mio. vermindert hat. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen weisen ebenfalls einen Rückgang von EUR 223,1 Mio. auf EUR 1.416,7 Mio. auf. Dies resultiert im Wesentlichen aus den verminderten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Adam Opel AG aus der Auftragsfertigung, da die Anpassungen der Auftragsfertigungsvergütung zum Jahresende geringer ausgefallen sind als im Vorjahr. Ferner hat innerhalb der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen eine Verschiebung der Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Fahrzeugen von der Adam Opel AG auf andere produzierende verbundenen Unternehmen stattgefunden, was auf eine Änderung des Einkaufsprozesses bei der Opel Group zurückzuführen ist. Aufgrund der komplexen Prozess- und Systemstrukturen hat die Adam Opel AG, im Auftrag der Opel Group, den Einkauf von Fahrzeugen - mit Ausnahme der von GM España S.L.U. und der General Motors UK Ltd. produzierten Fahrzeuge - vorgenommen. Im Februar 2015 wurde der gesamte Einkaufsprozess - mit Ausnahme des Einkaufs von Fahrzeugen eines europäischen Automobilherstellers - auf die Opel Group umgestellt, so dass sich die Verbindlichkeiten entsprechend verschoben haben. Gegenläufig hierzu haben sich die sonstigen Rückstellungen entwickelt. Sie haben sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 158,4 Mio. auf EUR 165,7 Mio. erhöht. Der Anstieg betrifft größtenteils die Rückstellungen für Vertragstrafen aufgrund von Minderabnahmen in Höhe von EUR 92,7 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) und die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von EUR 55,5 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.), was durch den Eintritt in einen Einkaufsvertrag für Nutzfahrzeuge und die europäische Zentralisierung der fahrzeugbezogenen Frachtabwicklung bei der Opel Group begründet ist. 2.4.3 FinanzlageNachfolgend werden die Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, aus der Investitionstätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit dargestellt:
Der Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich von EUR 204,7 Mio. auf EUR -843,1 verschlechtert, insbesondere aufgrund des Anstiegs der Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen und des Rückgangs der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist von EUR -433,2 Mio. auf EUR 395,8 Mio. gestiegen. Dieser resultiert aus der Rückzahlung eins Finanzkredites im Cashpool von der GM Europe Treasury AB in Höhe von EUR 433,4 Mio. Demgegenüber steht eine Auszahlung für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände von EUR 37,5 Mio. Die Sicherstellung der Liquidität erfolgte zum einen durch die Kapitaleinlage der Gesellschafterin, die zu einem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von EUR 400,0 Mio. geführt hat. Zum anderen fließen liquide Mittel aus der Teilnahme der Gesellschaft im Cashpool in den Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit. Dabei agierte in dem Zeitraum vom 1. Januar bis 15. Dezember 2015 die GM Europe Treasury Company AB als Cashpool-Führer. Mit Wirkung zum 16. Dezember 2016 übernahm die Adam Opel AG diese Funktion. Im Zuge dessen hat die Adam Opel AG ein "Cash Pooling and Revolving Loan Agreement" mit der Opel Group abgeschlossen, indem sie der Opel Group eine Kreditlinie in Höhe von EUR 1,0 Mrd. zur Verfügung stellt, wovon die Gesellschaft per 31. Dezember 2015 EUR 53,3 Mio. in Anspruch genommen hat. Die zuvor bestehende, von der General Motors Europe Ltd., Luton, Großbritannien, gewährte Kreditlinie, deren Finanzierungsrahmen in Höhe von EUR 1,4 Mrd. der Adam Opel AG und der Opel Group GmbH gemeinsam zur Verfügung stand, wurde zeitgleich mit Wirkung zum 16. Dezember 2015 gekündigt. 2.5 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageGM verzeichnete für das Geschäftsjahr 2015 in Europa einen bereinigten operativen Verlust in Höhe von USD 0,8 Mrd. nach US GAAP, was einer deutlichen Verbesserung in Höhe von USD 0,6 Mrd. gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon entfielen in 2014 USD 0,6 Mrd. Restrukturierungskosten auf die Beendigung der Fahrzeugproduktion am Standort Bochum. Das operative Ergebnis von GM in Europa ohne Restrukturierungskosten konnte leicht verbessert und die Verkaufszahlen und Marktanteile der Marken Opel und Vauxhall gesteigert werden. Aufgrund der im Vorjahr vorgenommen Neuorganisation der Geschäftstätigkeiten des GM-Konzerns in Europa ist die Opel Group seit 1. Juli 2014 alleiniger OEM in Europa und trägt im GM Konzern die unternehmerische Verantwortung für die Region Europa. Durch die bestehenden Verrechnungspreisvereinbarungen zwischen der Opel Group sowie den Auftragsfertigern und Vertriebsgesellschaften in Europa erhalten diese von der Opel Group eine funktions- und risikoadäquate, marktübliche Vergütung auf Basis der Rechnungslegung nach US GAAP. Im Jahresabschluss nach HGB hat die Opel Group im Geschäftsjahr erwartungsgemäß einen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 548,3 Mio. erzielt, welcher die weiterhin andauernde Verlustsituation von GM in Europa widerspiegelt. 3 Gesellschaft und Mitarbeiter3.1 Gesellschaftliches EngagementDie Gesellschaft übernimmt gesellschaftliche Verantwortung und engagiert sich in vielfältigen Projekten, die Bildung, Wissenschaft, Sport, Kultur und Gesundheit fördern. Ein Beispiel dafür ist die Initiative InCharge for the next generation (InCharge). Sie wurde im Jahr 2014 ins Leben gerufen und hat im Kern die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa zum Ziel. Der Initiative haben sich zahlreiche namhafte Unternehmen, Institutionen und Persönlichkeiten angeschlossen, die gewillt sind, pragmatisch und mit großem persönlichem Einsatz zu handeln. Die Gesellschaft ist Mitinitiator und hat gemeinsam mit der GM Espana S.L.U. im vergangenen Jahr die ersten Aktivitäten in Spanien unterstützt. So konnte im Rahmen des ersten InCharge Coaching Days in Saragossa insgesamt 420 Jugendlichen der Zugang zum InCharge Netzwerk ermöglicht und ein umfangreiches Coaching Angebot eröffnet werden. InCharge setzt auf vier Säulen: Orientierung, Qualifizierung, Mentoring und Evaluation. Diese grundlegende Philosophie läßt sich auch auf das Flüchtlingsthema übertragen. Vor diesem Hintergrund haben sich die Initiatoren entschieden, das InCharge-Netzwerk als Plattform zu nutzen, um auch in Deutschland aktiv zu werden und ein Mentoren-Programm für Flüchtlinge aufzulegen. An diesem Programm wirken in Rüsselsheim am Main rund 150 Opel-Mitarbeiter mit. 3.2 MitarbeiterUnsere Mitarbeiter sind der Motor unseres Unternehmens. Wir suchen und entwickeln die nächste Generation von Fachexperten und Führungskräften - inmitten des harten Kampfes um die besten Talente. Wir bauen kontinuierlich unser globales Team, das sein Können in den Dienst unserer Kunden stellt und in einer Atmosphäre von Kreativität und Teamgeist hervorragende Ergebnisse abliefert, aus. Am 31. Dezember 2015 beschäftigte die Opel Group GmbH 78 Mitarbeiter (Vorjahr 67 Mitarbeiter). WeiterbildungLebenslanges Lernen und die Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter sind uns wichtig. Daher fördern wir unsere Mitarbeiter durch eine Vielzahl von Weiterbildungsangeboten. Als Teil des weltweiten GM Konzerns werden die individuellen Entwicklungspläne der Mitarbeiter mit Schulungen, Seminaren und Coaching aus dem globalen, europäischen und nationalen Angebot umgesetzt. Mitarbeiter mit Personalverantwortung werden durch eine große Bandbreite an Führungsseminaren gefördert. Aus Vielfalt entsteht InnovationFür uns ist es selbstverständlich, dass sich die Belegschaft aus Mitarbeitern mit unterschiedlichen kulturellen und nationalen Hintergründen zusammensetzt. Wir fördern Vielfalt als Bestandteil unserer Unternehmenskultur, um den verschiedenen Bedürfnissen unserer Kunden besser gerecht zu werden. In der Geschäftsführung der Opel Group GmbH sind vier Nationen vertreten, zwei der Gremienmitglieder sind Frauen. In 2015 hat sich die Opel Group GmbH erstmals quantitative Ziele zur Erhöhung des Anteils weiblicher Führungskräfte im Rahmen der Umsetzung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen, das am 1. Mai 2015 in Kraft getreten ist, gesetzt. Diese liegen bei 20% für die Geschäftsführung und den Beirat sowie bei 15% für die drei Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung. Die Frist für die Erreichung dieser Ziele wurde auf den 31. Dezember 2017 gesetzt. Langfristig strebt die Opel Group GmbH einen Frauenanteil von 30% in der Geschäftsführung und im Beirat sowie von 20% auf den drei Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung an. Work-Life-BalanceFür uns ist es wichtig, den Mitarbeitern ein ausgeglichenes Berufs- und Privatleben zu ermöglichen und die dafür nötigen Freiräume zu schaffen. Die Gesellschaft verfügt über zahlreiche und flexible Arbeitszeitmodelle. Das Angebot umfasst unter anderem das Gleitzeitmodell, Teilzeit und mobiles Arbeiten. Führungskräften wird Arbeitszeitsouveränität gewährt. Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen, stehen für die Mitarbeiter am Standort Rüsselsheim am Main Betreuungsplätze in einem Kindergarten zur Verfügung. In dem betriebseigenen Gesundheitsstudio bietet die Opel Group den Mitarbeitern neben modernen Fitnessgeräten ein umfangreiches Programm mit zahlreichen Trainingskursen. Des Weiteren organisiert die Opel Group unterschiedliche Freizeit-Events, wie z. B. den jährlichen Opel-Firmenlauf. Betriebliche SozialleistungenDie soziale Absicherung der Mitarbeiter sowie deren Angehöriger ist ein wesentlicher Bestandteil der Firmenpolitik der Opel Group. Mit der betrieblichen Altersversorgung wurde für die Mitarbeiter ein modernes betriebliches Versorgungsmodell auf Kapitalbasis gewählt, das zusätzlich zur Altersabsicherung auch eine hohe Invaliditäts- und Hinterbliebenenabsicherung bietet. Die Wahl zwischen unterschiedlichen Auszahlungsmöglichkeiten sowie die Möglichkeit, bei Ausscheiden aus dem Unternehmen das Versorgungskapital auch ohne gesetzlichen Ruhestand (bereits ab Alter 60 bzw. Alter 62) abzurufen, bietet den Mitarbeitern eine hohe Flexibilität, die Versorgungsleistung den persönlichen Lebensumständen anzupassen. Die Mitarbeiter haben darüber hinaus die Möglichkeit, über die arbeitnehmerfinanzierte Altersversorgung für das Alter vorzusorgen. 4 NachtragsberichtSeit Beginn des Geschäftsjahres 2016 haben sich keine wesentlichen Vorgänge ereignet, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft beeinflussen. 5 PrognoseberichtDie interne Prognose für das BIP-Wachstum in Europa in 2016 beträgt 1,9% gegenüber dem Vorjahr. Zwar existieren mit der Krise in Osteuropa, dem großen Zustrom an Flüchtlingen sowie dem im Juni 2016 kommende Referendum in Großbritannien über den Verbleib in der Europäischen Union eine Reihe von Risiken, jedoch wird speziell die Euro-Zone voraussichtlich von einer weiterhin expansiven Geldpolitik, einer währungsbedingt hohen Exportnachfrage sowie einem niedrigen Ölpreis profitieren. Für die Eurozone insgesamt wird von einem Wachstum von 1,7% in 2016 gegenüber dem Vorjahr ausgegangen. 7 Die Länder Zentraleuropas sollten sich unter anderem durch ihre Handelsbeziehungen zu Westeuropa weiter erholen. Mit der derzeitigen Prognose von 19,5 Mio. Neuzulassungen wird der europäische Automobilmarkt in 2016 als Folge des wirtschaftlichen Aufwärtstrends in Westeuropa um 1,0% leicht steigen. Der Anstieg wird in Westeuropa im Wesentlichen in den Märkten Italien, Frankreich und Deutschland erwartet. In Zentraleuropa sowie den osteuropäischen Ländern rechnet man mit einer rückläufigen Marktentwicklung, größtenteils getragen von einem stärkeren Abwärtstrend in der Türkei sowie Russland. Die Marke Opel befindet sich in der größten Produktoffensive ihrer Geschichte und wird von 2016 bis 2020 insgesamt 29 neue Fahrzeuge auf den Markt bringen. Bereits in 2016 wird die Gesellschaft mit dem Astra Sports Tourer, dem Mokka X sowie dem Zafira drei bedeutende neue Modelle in den Markt einführen und damit wesentliche Impulse für die positive Entwicklung des Unternehmens setzen. Für das Jahr 2016 erwartet die Geschäftsführung einen deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse, welcher im Wesentlichen auf die direkte Übernahme des Teile- und Zubehörgeschäfts mit Wirkung zum 1. Februar 2016 zurückzuführen ist. Zudem wird eine leichte Verbesserung des Marktanteils gegenüber dem Vorjahr prognostiziert, welcher mit einem moderaten Anstieg der Absatzzahlen einhergeht. Aufgrund der erwarteten Marktlage in Europa wird in 2016 mit einem Jahresfehlbetrag im mittleren dreistelligen Millionenbereich gerechnet. Dieser wird - falls keine weiteren Eigenkapitaleinlagen der Muttergesellschaft erfolgen - das zum Bilanzstichtag vorhandene Eigenkapital übersteigen. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass Prognosen in der Automobilindustrie aufgrund der volatilen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin mit Schätzungsunsicherheiten behaftet bleiben. Insbesondere kann sich dieses Schätzungsrisiko verbunden mit den leistungs- und finanzwirtschaftlichen Abhängigkeiten im GM Konzern bei Änderungen der Basisannahmen künftig auf die Ertragslage der Gesellschaft auswirken. 6 Risiko- und Chancenbericht6.1 RisikomanagementsystemDie Geschäftstätigkeit der Opel Group ist einer Vielzahl von Risiken und Chancen ausgesetzt. Das Risikomanagementsystem hat zum Ziel, Risiken und Chancen frühzeitig zu definieren, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu steuern. Unter einem Risiko werden mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse verstanden, die zu einer für die Gesellschaft negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Als Chance werden mögliche künftige Erfolge erachtet, die über die definierten Ziele hinausgehen. Das Risikomanagement ist Aufgabe der Geschäftsführung der Opel Group GmbH und wird durch den European Risk Officer koordiniert. Die Geschäftsführung nimmt dabei eine Einteilung von Risiken in drei unterschiedliche Klassen vor. Auf dieser Basis wird festgelegt, in welcher Frequenz Risiken überwacht werden und welche Organe und Gremien im Unternehmen die Angemessenheit der getroffenen Einschätzungen und Maßnahmen kontrollieren. Die Identifikation, die Bewertung und die Steuerung von Risiken erfolgt zum einen auf Ebene der General Motors Company und zum anderen auf der Ebene der Opel Group GmbH. Jedes Risiko wird einem Mitglied der Geschäftsführung oder einem Direktor als Verantwortlichem zugeordnet. Für jedes Risiko werden die Auslöser des Risikos ermittelt und Maßnahmen zur Risikoeindämmung definiert. Des Weiteren werden Indikatoren bestimmt, anhand derer die Wirksamkeit der Risikoeindämmung gemessen werden kann. Es wird eine Einschätzung vorgenommen, wie hoch das inhärente Risiko für das Unternehmen vor Risikoeindämmung und wie hoch das verbleibende Restrisiko (finanzielles Risiko, strategisches Risiko und Reputationsrisiko) nach Durchführung der risikominimierenden Maßnahmen ist. Für die Durchführung der risikominierenden Maßnahmen werden Verantwortliche und Zeitpläne definiert. Die Geschäftsführung entscheidet für jedes identifizierte Risiko, ob nach Durchführung der risikominierenden Maßnahmen das verbleibende Restrisiko auf ein akzeptables Maß reduziert wurde. Diese Vorgehensweise liegt auch der Identifikation, der Bewertung und der Steuerung von Chancen zugrunde. 6.2 Risiken und ChancenIn diesem Abschnitt werden die Risiken und Chancen erläutert, die sich im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der Opel Group ergeben. In ihrer Funktion als OEM in Europa hat die Gesellschaft unmittelbar die damit verbundenen Risiken und Chancen von den ehemaligen OEM Adam Opel AG, General Motors UK Ltd. und GM Espana S.L.U. übernommen. Aufgrund der bestehenden vertraglichen Regelungen trägt sie unmittelbar oder mittelbar die originären Risiken der Auftragsfertiger sowie der Vertriebsgesellschaften. 6.2.1 Gesamtwirtschaftliche Risiken und ChancenWesentliche Risiken ergeben sich aus einer weiteren globalen Wachstumsabschwächung. Ein schnelles Übergreifen der derzeitigen Schwäche im industriellen Sektor auf die übrigen Teile der Wirtschaft, insbesondere des Konsumklimas, kann zu negativen Marktreaktionen führen. Zudem stellt das im Juni 2016 kommende Referendum in Großbritannien über den Verbleib in der Europäischen Union ("Brexit") einen weiteren wesentlichen Risikofaktor dar. Auch der große Zustrom an Flüchtlingen kann das Geschäftsklima und Konsumentenvertrauen eintrüben. Aufgrund zunehmender wirtschaftlicher Verflechtungen wirken sich zudem regionale geopolitische Spannungen und Konflikte wie beispielsweise die Syrien-Krise auf die Gesamtentwicklung Europas aus. Aus dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld können sich für die Opel Group GmbH auch Chancen bei einer positiven Entwicklung der Indikatoren ergeben. Dazu zählen insbesondere durch geringere Inflation stärker steigenden Reallöhne, eine Abschottung des Europäischen Binnenmarkts von der globalen Schwäche und eine schnelle Erholung der Weltkonjunktur. Des Weiteren können positive Effekte des Zustroms an Flüchtlingen die Kosten überwiegen und langfristig einer überalternden Bevölkerung entgegenwirken. 6.2.2 Branchenspezifische Risiken und ChancenBranchenspezifische Risiken und Chancen sind für die Opel Group insbesondere in Form von allgemeinen Marktentwicklungen und von Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen maßgeblich. Allgemeine Marktrisiken und -chancenVeränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage in Europa haben direkte Auswirkungen auf die Nachfrage nach Pkw und Nutzfahrzeugen und somit auf die Absatzentwicklung der Opel Group. Die Automobilbranche ist darüber hinaus durch einen steigenden Wettbewerbsdruck geprägt. Ein weiteres Risikofeld stellen die weltweit bestehenden Überkapazitäten in diesem Industriezweig dar. Diese Rahmenbedingungen können zu einem hohen Preisdruck führen. Daraus resultierende Rückgänge der Erträge werden möglicherweise nicht durch Kosteneinsparungsmaßnahmen vollständig kompensiert. Positive Marktentwicklungen in Europa bieten der Opel Group - wie der gesamten Automobilwirtschaft - die Chance, Absatzmengen und Preise der Fahrzeuge sowie das Produktionsvolumen zu steigern. Die dargestellten Marktrisiken haben eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit. Auch das mögliche Ausmaß ist als mittel einzustufen. Gleiches gilt für die entsprechenden Chancen. Risiken infolge gesetzlicher RahmenbedingungenFür die Automobilindustrie ist eine Vielzahl an gesetzlichen Vorschriften maßgeblich. Dazu zählen insbesondere Emissions- und Verbrauchsregulierungen. Für in der EU zugelassene Fahrzeuge sind seit einigen Jahren verbindliche CO 2 -Grenzwerte (Verordnung EU/443/2009) maßgeblich. Seit 2015 darf die Gesamtflotte aller Pkw-Zulassungen eines Kalenderjahres aller Hersteller maximal 130 Gramm CO 2 pro Kilometer ausstoßen. Für individuelle Hersteller weicht dieser Wert etwas ab, da die durchschnittliche Masse der Fahrzeuge dieses Herstellers in die Berechnung einbezogen wird. Der nächste Schritt im Sinne dieser Gesetzgebung erfolgt mit dem Jahr 2020, wenn die Gesamtflotte nur noch maximal 95 Gramm pro Kilometer ausstoßen darf. Die Erreichung dieses Ziels erfordert für die gesamte Automobilindustrie noch erhebliche Anstrengungen. Die Branche steht derzeit im besonderen Fokus. Infolge der Manipulationen eines Wettbewerbers bei der Erfüllung von Emissionsvorgaben wurde auch die Gesetzeskonformität anderer Automobilhersteller in Zweifel gezogen. In diesem Zusammenhang wurden Anfragen seitens deutscher Behörden an die Gesellschaft gerichtet, die überprüft und beantwortet wurden. Darüber hinaus erhielt die Gesellschaft Anfragen durch weitere europäische Regulatoren. Die Opel Group und ihre Auftragsfertiger haben keine Einrichtungen eingesetzt, die feststellen, ob ein Fahrzeug einem Prüfstandstest unterzogen wird. Die Ermittlung des Kraftstoffverbrauchs erfolgt auf akkreditierten Abgasprüfständen im Labor auf Grundlage des Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ). Da die Bedingungen im realen Fahrbetrieb in der Regel von denen im Labor abweichen, können sich Unterschiede zwischen den Realverbrauchswerten und den Normwerten ergeben. Nach Plänen der EU wird, beginnend mit dem Jahr 2017, der NEFZ durch den moderneren Standard Worldwide Harmonized Lights Vehicles Test Procedures (WLTP) ersetzt. Der WLTP - ebenfalls eine Messung unter Laborbedingungen - bildet den Kraftstoffverbrauch und die CO 2-Emissionen im realen Verkehr besser ab. Der WLTP ist wichtig, um auch weiterhin standardisierte, reproduzierbare und vergleichbare Ergebnisse zu erhalten. Ergänzt werden die Labormessungen künftig zudem durch den RDE (Real Driving Emissions)-Standard, der Fahrzeugemissionen direkt auf der Straße ermittelt. Die Opel Group arbeitet intensiv an zukünftigen Technologien zur Reduktion von Emissionen und Verbrauch. Eine interdisziplinäre Fachgruppe, die "CO 2 Workgroup", hat einen ausführlichen Plan zur Zielerreichung erarbeitet. Er wird regelmäßig überwacht und bei Änderungen der Rahmenbedingungen, beispielsweise verändertem Marktverhalten oder neuen Produkttechnologien, angepasst. Diese Arbeitsgruppe berichtet darüber hinaus turnusmäßig den Fortschritt an die Geschäftsführung im Rahmen des sogenannten "CO 2 Governance Boards". Dort werden grundlegende Entscheidungen zum Thema vorgestellt, diskutiert und genehmigt. Als Reaktion auf die Ereignisse der vergangenen Monate hat die Gesellschaft im Dezember eine Offensive für Transparenz, Glaubwürdigkeit und Effizienz angekündigt. Im März 2016 wurden erste Details zur Umsetzung bekanntgegeben. So wird Opel ab Juni 2016 beginnend mit dem neuen Opel Astra zusätzlich zu den offiziellen Angaben von Verbrauch und CO 2 auch den Verbrauch gemäß dem WLTP-Test-Zyklus veröffentlichen. Zudem wird ab August eine Initiative zur Verbesserung der NOx-Emissionen von Dieselanwendungen mit SCR (Selective Catalytic Reduction) in Neufahrzeugen starten. Die Initiative beinhaltet weiterhin eine freiwillige Serviceaktion für Fahrzeuge, welche in Europa bereits auf der Straße sind. Diese Aktion wird im Juni 2016 starten. Das ist ein freiwilliger und erster früher Zwischenschritt in Richtung der RDE-Gesetzgebung. Unsere freiwillige Aktion ist mit dem deutschen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) abgestimmt. Opel bietet den Zulassungsbehörden an, Kalibrierungs-Strategien der Motoren als Grundlage für einen vorausschauenden Dialog zur Verfügung zu stellen. Angesichts der aktuellen Diskussionen kann es in der Zukunft global zu einer weiteren Verschärfung der Emissions- und Verbrauchsregulierungen sowie der Überwachung durch die zuständigen Behörden kommen. Dies könnte zur Veränderungen in der Produktportfolioentwicklung mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf den Absatz führen sowie zu höheren Produktionskosten für Fahrzeuge. Aus der Verschärfung der Vorschriften und der Überprüfung ihrer Einhaltung könnten sich darüber hinaus Strafzahlungen, Reputationsverluste und gegebenenfalls Rückrufe ergeben. Es bleibt jedoch abzuwarten, inwiefern sich die Ereignisse der vergangenen Monate tatsächlich auf die Fahrzeug-Nachfrage und die Produktportfolio-Planungen der Automobilhersteller auswirken. Die dargestellten Risiken infolge gesetzlicher Rahmenbedingungen haben eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit. Auch bezogen auf das mögliche Ausmaß bewegen sie sich auf einem hohen Niveau. Gleiches gilt für die entsprechenden Chancen. 6.2.3 Produktoffensive und MarkenimageWesentliche Erfolgsfaktoren bei der Steigerung des Marktanteils sind ein breites und innovatives Produktportfolio sowie das Markenimage. Die Opel Group ist weltweit verantwortlich für die Marken Opel und Vauxhall sowie den Vertrieb der Marken der Chevrolet und Cadillac in Europa. Dabei machen die Marken Opel und Vauxhall im Wesentlichen das Produktportfolio der Gesellschaft aus. Sie befinden sich in der größten Modelloffensive ihrer Geschichte und werden in den Jahren 2016 bis 2020 insgesamt 29 neue Fahrzeuge auf den Markt bringen. Mit Autos wie dem kompakten SUV Mokka und dem Lifestyle-Kleinwagen ADAM wurden erfolgreich neue Segmente besetzt. Mit KARL, Corsa und ADAM bietet die Opel Group den Kunden das beste Kleinwagen-Portfolio aller Zeiten und das jüngste am Markt. Mit dem neuen Astra setzt die Gesellschaft ihre Produktoffensive erfolgreich fort. Risiken ergeben sich dabei im Zusammenhang mit der rechtzeitigen Markteinführung von neuen Modellen. Ein weiteres Risikofeld stellen Entscheidungen im Zusammenhang mit der Erweiterung und der Verbesserung des Produktportfolios der Opel Group dar. Sie beruhen auf umfangreichen Analyseaktivitäten, durch die frühzeitig Trends erkannt und die Relevanz für die Kunden sichergestellt wird. Da die anschließenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten durch den GM Konzern gesteuert werden, beeinflussen diese Entscheidungen direkt das Produktportfolio der Opel Group. Aus der Forschung und Entwicklung in den Bereichen der nachhaltigen Mobilität, des autonomen Fahrens und C2X, der Fahrer-Assistenz-Systeme, der digitalen Vernetzung sowie der Senkung der Emissionen und des Kraftstoffverbrauchs ergeben sich für die Opel Group vor allem Chancen, Technologien bereitzustellen, die die Attraktivität der Fahrzeuge für die Kunden erhöhen. Wesentlicher Bestandteil der Zukunfts- und Wachstumsstrategie "DRIVE!2022" ist es, die Marke Opel und Vauxhall weiter zu schärfen. Für die Opel Group ergeben sich vor allem Chancen, aufgrund neuer Produkte und eines verbesserten Markenimages den Marktanteil steigern zu können. Die dargestellten Risiken und Chancen bezogen auf die Produktoffensive und das Markenimage haben eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit. Auch das mögliche Ausmaß ist als mittel einzustufen. 6.2.4 AnlageninvestitionenAnlageninvestitionen tragen entscheidend dazu bei, das Produktportfolio weiterzuentwickeln sowie Regulierungsanforderungen zu erfüllen. Sie erfolgen grundsätzlich bei den Auftragsfertigern, wobei die Investitionsentscheidungen zentral durch die Opel Group gesteuert werden. Eine Ausnahme stellt dabei der Kauf von Lieferantenwerkzeugen, die im Anlagevermögen der Opel Group aktiviert werden, dar. Im Vorfeld unserer Entscheidungen über Art und Umfang von Investitionsprojekten erfolgen langfristige Analysen von Markttrends und dem regulatorischen Umfeld. Risiken und Chancen ergeben sich dann, wenn die tatsächlichen Entwicklungen von den der Beurteilung zugrunde liegenden Annahmen abweichen. Diesen Unsicherheiten begegnen wir durch eine kontinuierliche Überwachung und Analyse unseres Investitionsportfolios. Die genannten Risiken und Chancen aus Anlageninvestitionen haben eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit. Auch bezogen auf das mögliche Ausmaß bewegen sie sich auf einem mittleren Niveau. 6.2.5 Produktions- und BeschaffungsrisikenBei den ausschließlich für die Opel Group tätigen Auftragsfertigern auftretende Produktionsunterbrechungen und -ausfälle, beispielsweise durch den Ausfall von Anlagen- bzw. Steuerungstechnik, Störungen in Transport und Logistik sowie bei neu anlaufenden Fahrzeugen, stellen produktionsbezogene Risiken mit entsprechender Reduzierung des Fahrzeugabsatzes dar. Ihre Einschränkung wird durch regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen, flexible Arbeitszeitmodelle sowie die Fähigkeit, bestimmte Modelle in anderen Werken zu produzieren bzw. im GM-Konzernverbund zu beschaffen, sichergestellt. Die Fahrzeugherstellung unserer Auftragsfertiger ist auch abhängig von der Fähigkeit ihrer Zulieferer zur kontinuierlichen Bereitstellung der erforderlichen Systeme, Komponenten, Teile sowie Rohstoffe. Die vielfach auf eine "just in time"-Belieferung ausgerichteten Produktionsprozesse erlauben das Vorhalten geringerer Vorratsbestände, erfordern im Gegenzug jedoch eine zeitgerechte Zulieferung der benötigten Einsatzmaterialien. Insbesondere in den Fällen einer Belieferung nur durch einen Zulieferer erhöht sich das Versorgungsrisiko bei Produktionsproblemen oder Ausfall von Lieferanten mit der Folge möglicher Produktionsunterbrechungen mit entsprechender Reduzierung des Fahrzeugabsatzes. Daher werden die Zulieferer auf ihre technische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hin sowohl während der Entwicklungs- als auch Produktionsphasen der Fahrzeuge fortlaufend überprüft. Zudem kommen in der Fahrzeugherstellung diverse Rohstoffe wie Stahl, Aluminium, Kupfer und Palladium zum Einsatz, die in der Vergangenheit signifikanten Marktpreisschwankungen unterlagen und auch zukünftig unterliegen können. Wesentliche Preiserhöhungen können sich in entsprechenden Erhöhungen der Herstellungskosten der Fahrzeuge auswirken. Aufgrund ihrer Funktion als OEM in Europa und der bestehenden Verrechnungspreisvereinbarungen trägt die Opel Group des Weiteren mittelbar die Risiken aus Gewährleistungsfällen der Vertriebsgesellschaften. Die genannten Produktions- und Beschaffungsrisiken haben eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit. Auch bezogen auf das mögliche Ausmaß bewegen sie sich auf einem mittleren Niveau. 6.2.6 Informationstechnische Risiken und ChancenDie Opel Group und ihre Auftragsfertiger sind auf eine Vielzahl von IT-Systemen angewiesen. Deren Nichtverfügbarkeit als Folge von Störungen, die Verletzung von Regularien sowie unerwartete Veränderungen der IT-Landschaft aufgrund der Einstellung des Verkaufs oder der Wartung seitens der Hersteller können direkte Auswirkungen auf alle Geschäftsbereiche haben. Der unbefugte Zugriff auf sensible Unternehmensdaten, wie zum Beispiel Personal-, Kunden- und Designdaten sowie Entwicklungsergebnisse, kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen und unsere Wettbewerbsposition beeinträchtigen. Um derartige Risiken einzuschränken, verfügen die Opel Group und ihre Auftragsfertiger über weltweit innerhalb des GM Konzerns gültige Verfahren zur Gewährleistung der IT-Sicherheit. Dem Risiko einer mangelnden Verfügbarkeit von Rechenzentren und von kritischen IT-Applikationen, die im Störungsfall entsteht, begegnen wir mit redundant ausgelegten IT-Systemen und dem Vorhalten von Back-up-Versionen. Darüber hinaus haben fortlaufende interne Audits u. a. das Ziel, die Einhaltung von rechtlichen und regulatorischen Anforderungen zu gewährleisten. Die Kontinuität der Aktualisierung und Wartung von IT-Systemen stellen wir durch eine permanente Kommunikation mit den entsprechenden Herstellern sicher. Um das Risiko der Datenverluste oder -manipulationen durch einen unbefugten Zugriff auf Unternehmensdaten zu minimieren, setzten wir Verschlüsselungssysteme sowie eine restriktive Vergabe von Zugriffsberechtigungen ein. Die Digitalisierung als Megatrend und die Fahrzeugvernetzung sind zwei Kernaspekte, die die Automobilindustrie zunehmend prägen. Durch die systematische Erhebung und Analyse von internen und externen Daten ergeben sich zusätzliche Geschäftspotenziale für unser Unternehmen. Zugleich beinhaltet die vernetzte Interaktion mit unseren Kunden, Händlern, Infrastruktur und Fahrzeugen Chancen zur Verbesserung und Erweiterung unserer Produkte und Services. Im Rahmen dieser Möglichkeiten ergeben sich jedoch Grenzen im Hinblick auf datenschutzrechtliche Bestimmungen und die Bereitschaft unserer Geschäftspartner, der Verwendung der Daten zuzustimmen. In diesem Umfeld ist insbesondere die Sicherstellung der Übermittlung personenbezogener Daten in die USA gemäß den rechtlichen Anforderungen von zentraler Bedeutung. Seit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs im Oktober 2015 zur Angemessenheit des Safe Harbor-Abkommens verhandelt die EU mit den USA über abgeänderte Rahmenbedingungen zur Verarbeitung und Speicherung von Daten von EU Bürgern auf Servern in den USA. Auch die Opel Group verarbeitet Kunden- und Mitarbeiterdaten in den USA sowohl auf eigenen Servern als auch auf Servern von Drittanbietern. Die dazu notwendigen rechtlichen Voraussetzungen werden ständig geprüft und sind nach derzeitigem Stand weiterhin geeignet, um Daten in den USA verarbeiten zu dürfen. Die Opel Group arbeitet weiterhin an einem hohen Schutzniveau für Kunden und Mitarbeiterdaten, um auch zukünftig Daten in den USA verarbeiten zu können. Die genannten informationstechnischen Risiken und Chancen haben eine niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit. Das mögliche Ausmaß ist hingegen als hoch einzuschätzen. 6.2.7 PersonalrisikenDie Rekrutierung und die langfristige Bindung qualifizierter Mitarbeiter stellt eine Herausforderung dar. Zusätzlich wird das Risiko eines Fachkräftemangels durch die demografische Situation erhöht. Diesen Risiken begegnen wir durch unterschiedliche Programme und Initiativen. Dazu zählen flexible Arbeitszeitmodelle, Fach- und Führungskräfteentwicklung, Gesundheits- und Sportangebote sowie die Erhöhung der Attraktivität der Gesellschaft als Arbeitgeber ("Employer Branding Strategy"). Die genannten Personalrisiken haben eine niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit. Bezogen auf das mögliche Ausmaß bewegen sie sich auf einem mittleren Niveau. 6.2.8 Finanzwirtschaftliche Risiken und ChancenFinanzwirtschaftliche Risiken und Chancen bestehen für die Opel Group im Hinblick auf die Liquidität, die Volatilität von Wechselkursen sowie die Möglichkeit eines Ausfalls oder und einer Wertminderung von Vermögensgegenständen. LiquiditätsrisikenLiquiditätsrisiken entstehen aus einer möglichen Unfähigkeit der Gesellschaft, bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen aufgrund einer unzureichenden Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln zu erfüllen. Liquiditätsrisiken werden frühzeitig im Rahmen einer kurz- und mittelfristigen Liquiditätsplanung vom Bereich Treasury zentral für die im Cashpool der Adam Opel AG enthaltenen Konzerngesellschaften einschließlich der Opel Group identifiziert und gesteuert. Um sämtliche geplanten Zahlungsverpflichtungen zur jeweiligen Fälligkeit erfüllen zu können, werden entsprechende liquide Mittel bereitgehalten bzw. können über konzernintern bestehende Kreditlinien abgerufen werden. Die Liquiditätsplanung berücksichtigt entsprechende Reserven für unterjährige Schwankungen und ungeplante Mindereingänge oder Mehrausgänge. Die kurz- und mittelfristig erforderlichen Liquiditätsreserven werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf unter Einbeziehung der Konzernobergesellschaft den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Der Gesellschaft steht eine von der Adam Opel AG im Rahmen des Cashpools bereitgestellte Kreditlinie in Höhe von EUR 1,0 Mrd. zur Verfügung. Das bestehende Finanzierungskonzept deckt den Liquiditätsbedarf der Opel Group zumindest über das Jahresende 2017 hinaus ab. Nach Einschätzung der Geschäftsführung besteht daher -trotz der drohenden bilanziellen Überschuldung bei Ausbleiben weiterer Eigenkapitaleinlagen - keine Bestandsgefährdung der Opel Group. Volatilität von WechselkursenDie Gesellschaft erbringt und bezieht Lieferungen und Leistungen auch an und von Unternehmen außerhalb des Euro-Währungsraumes. Als wesentliche Lieferbeziehungen sind beispielhaft der Verkauf von Fahrzeugen von und nach Großbritannien, Australien und USA sowie Importe von Fahrzeugen, Motoren und Getrieben aus Korea, Japan und den USA zu nennen. Daher ist sie Risiken und Chancen aus Währungsschwankungen ausgesetzt. Diese bestehen gegenüber dem Euro und vor allem in den Währungen britisches Pfund, türkische Lira, US-Dollar und südkoreanischer Won. Ihre Steuerung liegt in der zentralen Verantwortung des Bereichs Treasury des GM Konzerns. Auf Ebene der Gesellschaft werden, mit folgender Ausnahme, keine Sicherungsbeziehungen eingegangen. Im Geschäftsjahr hat die Opel Group zur Begrenzung eines Teils des Fremdwährungsrisikos erwarteter Zahlungsströme aus der operativen Geschäftstätigkeit in den Währungen britisches Pfund und türkische Lira Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Die Gegenpartei dieser Sicherungsgeschäfte ist General Motors Treasury Center LLC, Wilmington, USA, die über eine Back-to-Back-Vereinbarung ihrerseits das Währungsrisiko mit Drittgesellschaften absichert. Die aus den Grundgeschäften resultieren Risiken sowie die zur Absicherung abgeschlossenen Derivate werden laufend überwacht. Hierzu werden die beizulegenden Zeitwerte der Grund- und der Sicherungsgeschäfte anhand von finanzmathematischer Modelle bzw. Marktnotierungen ermittelt und einander gegenübergestellt. Die durch Devisentermingeschäfte nicht abgedeckten Wechselkursrisiken haben eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit. Das mögliche Ausmaß ist hingegen als hoch einzuschätzen. Gleiches gilt für die entsprechenden Chancen. Ausfall- und WertminderungsrisikenDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unterliegen Risiken in Bezug auf Ausfall und Wertänderungen. Für diese Risiken werden angemessene Abschreibungen zur Berücksichtigung niedriger beizulegender Werte vorgenommen. Darüber hinaus werden die Ausfallrisiken durch ein entsprechendes Forderungsmanagement unter Festlegung eines kundenspezifischen Kreditlimits minimiert. Die genannten Ausfall- und Wertminderungsrisiken haben eine niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit. Das mögliche Ausmaß ist hingegen als hoch einzuschätzen. 6.3 Gesamtaussage zur Risikolage des UnternehmensDie Gesamtrisikosituation der Opel Group ergibt sich zum einen aus den dargestellten Einzelrisiken und -chancen. Zum anderen gibt es unvorhersehbare Ereignisse, die zur Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft führen können, beispielsweise Naturkatastrophen, politische Instabilität und Terroranschläge. Die Möglichkeiten der Opel Group, sich makroökonomischen externen Risiken zu entziehen, sind beschränkt. Die Gesellschaft trägt die unternehmerische Verantwortung für Produktion und Verkauf von Fahrzeugen, Teilen und Zubehör in Europa. Die damit verbundenen Risiken und Chancen werden im Rahmen des Risikomanagementsystems kontinuierlich überwacht und gesteuert. Nach Einschätzung der Geschäftsführung bestehen keine wesentlichen Einzelrisiken, die den Fortbestand der Opel Group gefährden. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der Gesamtrisikosituation.
Rüsselsheim am Main, 22. April 2016 DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG Dr. Karl-Thomas Neumann Peter C. Küspert Michael Lohscheller Tina Müller Ulrich Schumacher Philip Kienle Johan Willems Katherine L. Worthen Bilanz zum 31. Dezember 2015Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2015
Anhang für das Geschäftsjahr 20151 Allgemeine VorbemerkungenDer Jahresabschluss der Opel Group GmbH, Rüsselsheim am Main, wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und den ergänzenden Bestimmungen des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB. Am 23. Juli 2015 trat das Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetz (BilRUG) in Kraft. Die neuen Bilanzierungsregelungen sind verpflichtend ab dem 1. Januar 2016 anzuwenden. Von der Möglichkeit zur freiwilligen Anwendung einzelner Regelungen bereits zum 31. Dezember 2015 wurde kein Gebrauch gemacht. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Im Interesse einer größeren Klarheit und Übersichtlichkeit wurden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz oder Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, insgesamt im Anhang aufgeführt. Die Opel Group GmbH wurde am 30. Mai 2014 in das Handelsregister des Amtsgerichts Darmstadt eingetragen und hat ihre operative Geschäftstätigkeit mit Wirkung zum 1. Juli 2014 aufgenommen. Für den Zeitraum vom 30. Mai bis 31. Dezember 2014 lag ein Rumpfgeschäftsjahr vor. Aus diesem Grund sind die Zahlenangaben nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar. Der Jahresabschluss der Opel Group GmbH wird in den Konzernabschluss der General Motors Company, Detroit, USA, einbezogen, der nach US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften (US GAAP) aufgestellt ist. Dieser kann bei der US Securities and Exchange Commission (SEC) unter der Commission File Number 001-34960 eingesehen werden. Dieser Abschluss ist der Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen. 2 Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind unverändert zum Vorjahr angewendet worden. 2.1 FremdwährungLangfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit den Kursen zum Zeitpunkt der Buchung der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Zum Bilanzstichtag werden die langfristigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten bewertet und soweit zutreffend zum niedrigeren beizulegenden Wert bzw. zum höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses, angesetzt. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften in lokale Währung werden erfolgswirksam erfasst; die in den Posten "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" enthaltenen Erträge bzw. Aufwendungen aus der Währungsumrechnung werden durch entsprechende Aufgliederung der Posten im Anhang gesondert ausgewiesen. 2.2 Anlagevermögen2.2.1 Immaterielle VermögensgegenständeEntgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung einer planmäßigen Abschreibung nach der linearen Methode bewertet und, soweit aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderung erforderlich, außerplanmäßig abgeschrieben. Zum 31. Dezember 2015 enthalten die immateriellen Vermögensgegenstände lediglich geleistete Anzahlungen, so dass mit der planmäßigen Abschreibung noch nicht begonnen wurde. 2.2.2 FinanzanlagenDie Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Bei erwarteter dauerhafter Wertminderung werden diese auf Basis von Werthaltigkeitsanalysen auf den niedrigeren beizulegenden Wert außerplanmäßig abgeschrieben. Bei erfolgter Werterholung werden Zuschreibungen bis zur Obergrenze der historischen Anschaffungskosten der Finanzanlagen vorgenommen. 2.3 Umlaufvermögen2.3.1 VorräteDie Vorräte beinhalten von Auftragsfertigern hergestellte, noch nicht an Vertriebsgesellschaften versandte Fahrzeuge, sowie von verbundenen Unternehmen und Dritten bezogene, unterwegs befindliche Fahrzeuge. Die Bewertung erfolgt zu einzeln ermittelten Anschaffungskosten. Soweit die beizulegenden Werte der Fahrzeuge, basierend auf den erzielbaren Verkaufserlösen abzüglich etwaiger noch anfallender Aufwendungen im Zuge der Veräußerung, niedriger als die Anschaffungskosten sind, werden diese angesetzt. 2.3.2 Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zu ihren Anschaffungskosten angesetzt. Allen erkennbaren Ausfallrisiken bei Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen ist durch angemessene Wertberichtigung Rechnung getragen. 2.4 Rückstellungen2.4.1 PensionsrückstellungenAls Bewertungsmethode wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren verwendet. Die Bewertung der Verpflichtung erfolgt unter Berücksichtigung erwarteter zukünftiger Gehaltssteigerungen und Rentenanpassungen. Im Hinblick auf die biometrischen Wahrscheinlichkeiten liegen der versicherungsmathematischen Bewertung die Richttafeln Heubeck 2005G sowie hinsichtlich der Fluktuation die Towers Watson Standardtafeln zugrunde. Dabei wurden folgende Bewertungsannahmen verwendet:
* Betrifft Zeiträume, für die nach
§16 BetrAVG eine Anpassung zu erfolgen hat.
Bei der Ermittlung des Rechnungszinsfußes hat die Gesellschaft von dem Wahlrecht gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht und die Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren abgezinst. Die Erfolgswirkungen aus der Änderung des Abzinsungszinssatzes werden im Zinsaufwand ausgewiesen. 2.4.2 Sonstige RückstellungenSonstige Rückstellungen bestehen für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen ermittelten notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit fristadäquaten, durchschnittlichen Zinssätzen der vergangenen sieben Jahre abgezinst, die von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben werden. Drohverlustrückstellungen werden für Verpflichtungen aufgrund vertraglicher Zusagen, insbesondere für den Fall von Minderabnahmen aus Beschaffungsverträgen, gebildet. Die Bewertung wird hierbei auf Basis von Vollkosten vorgenommen. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Eine Zusammenfassung der Devisentermingeschäfte mit Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB erfolgt nicht, drohende Verluste aus diesen schwebenden Geschäften werden mittels Rückstellungsbildung aufwandswirksam erfasst. Für künftige Leistungen im Rahmen von Dienstjubiläen wurden die nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Beträge zurückgestellt. 2.5 VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. 2.6 Latente SteuernLatente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden ermittelt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt, soweit sie in den kommenden fünf Jahren genutzt werden können. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes der Gesellschaft von aktuell 30,53%. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Soweit sich ein Überhang an aktiven Unterschiedsbeträgen ergibt, unterbleibt eine Aktivierung latenter Steuern in Ausübung des bestehenden Ansatzwahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB. Im Berichtsjahr ergab sich insgesamt eine - nicht bilanzierte - aktive latente Steuer. 3 Erläuterungen zur Bilanz3.1 Aktiva3.1.1 AnlagevermögenDie Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagegitter - Anlage zum Anhang - dargestellt. I. Immaterielle VermögensgegenständeDie immateriellen Vermögensgegenstände betreffen ausschließlich geleistete Anzahlungen auf Nutzungsrechte in Zusammenhang mit der gemeinschaftlichen Entwicklung und Produktion von zukünftigen Fahrzeugmodellen mit einem Kooperationspartner. II. Anteile an verbundenen UnternehmenDie Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen 100% der Anteile an der im Geschäftsjahr 2015 gegründeten Cadillac Europe GmbH, Opfikon, Schweiz. Das Eigenkapital dieser Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2015 TEUR 91 und das Jahresergebnis für das Rumpfgeschäftsjahr 2015 beträgt TEUR 73. 3.1.2 Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stellen sich wie folgt dar:
Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden im Rahmen eines konzerneinheitlichen Netting-Verfahrens mit bestehenden Verbindlichkeiten verrechnet. Sofern zum Bilanzstichtag die Aufrechnungsvoraussetzungen gegeben sind, erfolgt ein saldierter Ausweis von Forderungen und Verbindlichkeiten. Die Verminderung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultiert hauptsächlich aus dem Rückgang der Cashpoolforderungen gegen die GM Europe Treasury Company AB, Göteborg, Schweden, in Höhe von EUR 433,4 Mio. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten zum 31. Dezember 2015 im Wesentlichen Forderungen aus ausländischer Umsatzsteuer in Höhe von EUR 35,2 Mio. (Vorjahr: EUR 32,0 Mio.). 3.2 Passiva3.2.1 EigenkapitalZum 31. Dezember 2015 wird das Stammkapital zu 100% von der General Motors Holdings LLC, Detroit, USA gehalten. Im Dezember 2015 hat die General Motors Holdings LLC eine Einzahlung in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von EUR 400,0 Mio. vorgenommen, sodass die Kapitalrücklage der Opel Group GmbH zum Bilanzstichtag EUR 1.028,3 Mio. beträgt. 3.2.2 RückstellungenDie Rückstellungen stellen sich wie folgt dar:
Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
3.2.3 VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden im Rahmen eines konzerneinheitlichen Netting-Verfahrens mit bestehenden Forderungen verrechnet. Sofern zum Bilanzstichtag die Aufrechnungsvoraussetzungen gegeben sind, erfolgt ein saldierter Ausweis von Forderungen und Verbindlichkeiten. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Cashpoolverbindlichkeiten in Höhe von EUR 53,3 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) gegenüber der Adam Opel AG, Rüsselsheim am Main, enthalten. Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beruht im Wesentlichen auf verminderten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Adam Opel AG (- EUR 1.245,1 Mio.). Der Rückgang wird zum Teil durch einen Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der GM Manufacturing Poland Sp. zo. o., Gliwice, Polen, (+EUR 364,0 Mio.), der GM Korea Company Incheon, Südkorea, (+EUR 267,9 Mio.), der IBC Vehicles Ltd. Luton, Großbritannien, (+EUR 162,1 Mio.) und der General Motors LLC (+EUR 134,2 Mio.) kompensiert. Die Verbindlichkeiten sind weder durch Pfandrechte noch durch ähnliche Rechte gesichert. 3.2.4 Passive latente SteuernDer Rückgang der passiven latenten Steuern um EUR 0,5 Mio. resultiert aus dem aktiven latenten Steuerüberhang zum 31. Dezember 2015, bei dem vom Aktivierungswahlrecht nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB kein Gebrauch gemacht wurde. 4 HaftungsverhältnisseDie Opel Group GmbH gab am 17. Dezember 2015 eine Bürgschaft in Höhe von EUR 0,5 Mio. gegenüber dem Nationalen Ministerium für Berufsausbildung von Ungarn für einen an die Opel Szentgotthard Automotive Manufacturing Ltd., Ungarn, (Opel Szentgotthard) gewährten Zuschuss ab. Die Opel Szentgotthard verwendet diesen Zuschuss für den Aufbau eines Ausbildungszentrums. Mit einer Inanspruchnahme der Opel Group GmbH ist derzeit nicht zu rechnen, da alle Bedingungen des Zuschussvertrages bis dato erfüllt worden sind. 5 Sonstige finanzielle VerpflichtungenZum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von EUR 190,6 Mio. aus langfristigen Fahrzeug-Entwicklungsprojekten mit Kooperationspartnern. Darüber hinaus bestehen produktions- und ergebnisabhängige Lizenzverpflichtungen aus langfristigen Verträgen gegenüber verbundenen Unternehmen sowie Abnahmeverpflichtungen aus langfristig geschlossenen Auftragsfertigungsvereinbarungen mit verbundenen Unternehmen. Hinsichtlich weiterführender Erläuterungen verweisen wir auf den Lagebericht, Abschnitt "Grundlagen der Gesellschaft". 6 Derivative FinanzinstrumenteAufgrund bestehender Grundgeschäfte und geplanter Transaktionen in Fremdwährungen sowohl beim Bezug als auch der Veräußerung von Fahrzeugen unterliegt die Gesellschaft Risiken aus der Änderung von Wechselkursen. Diese Risiken werden zum Teil durch derivative Finanzgeschäfte abgesichert. Im Geschäftsjahr hat die Opel Group GmbH ausschließlich zur Begrenzung des Fremdwährungsrisikos hochwahrscheinlich geplanter Zahlungsströme aus der operativen Geschäftstätigkeit Devisentermingeschäfte in den Währungen britisches Pfund und türkische Lira abgeschlossen. Die Gegenpartei dieser Sicherungsgeschäfte ist General Motors Treasury Center LLC, Wilmington, USA, die über Back-to-Back-Vereinbarungen ihrerseits das Währungsrisiko mit Drittgesellschaften absichert. In der folgenden Tabelle werden die Absicherungsvolumen (Nominalwerte) und die beizulegenden Zeitwerte der abgeschlossenen Devisentermingeschäfte dargestellt. Die beizulegenden Zeitwerte der Derivate sind positiv und werden anhand von Marktnotierungen ermittelt.
7 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung7.1 UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse entfallen auf folgende Regionen:
Die Umsatzerlöse betreffen fast ausschließlich Fahrzeugverkäufe an verbundene Unternehmen im In- und Ausland. 7.2 Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge betreffen folgende Posten:
7.3 MaterialaufwandDie Materialaufwendungen entfallen auf folgende Positionen:
Da bei den aus der Auftragsfertigung stammenden Fahrzeugen die Materialkomponente überwiegt, erfolgt der Ausweis insgesamt unter den Aufwendungen für bezogene Waren. Die Lizenzaufwendungen betreffen Aufwendungen für den von der General Motors LLC zur Verfügung gestellten Zugang zu geistigem Eigentum in den Bereichen globale Automobiltechnologien, Beschaffung, Produktplanung und Programmmanagement, IT sowie Geschäftsprozesse. 7.4 PersonalaufwandDer Personalaufwand enthält Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von EUR 1,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1,0 Mio.). 7.5 Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten folgende Posten:
Die Aufwendungen für Frachten haben sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 282,1 Mio. erhöht. Ursächlich hierfür ist die zum 1. April 2015 erfolgte europäische Zentralisierung der fahrzeugbezogenen Frachtabwicklung bei der Opel Group GmbH. 7.6 FinanzergebnisDas Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
Zinserträge wurden ausschließlich mit verbundenen Unternehmen erzielt. 7.7 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Der Steuerertrag resultiert mit EUR 0,5 Mio. im Wesentlichen aus der Auflösung der passiven latenten Steuern. 8 Sonstige Angaben8.1 Durchschnittliche Anzahl der ArbeitnehmerIm Geschäftsjahr 2015 waren durchschnittlich 75 (Vorjahr: 49) Arbeitnehmer bei der Gesellschaft beschäftigt. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Gehaltsempfänger. 8.2 Bezüge von OrganmitgliedernDie Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung belaufen sich im Geschäftsjahr 2015 auf EUR 9,1 Mio. Die Angabe der Gesamtbezüge der früheren Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen unterbleibt gemäß § 286 Abs. 4 HGB. Die Vergütungen an Mitglieder des Beirates belaufen sich auf EUR 0,2 Mio. 8.3 Honorar des AbschlussprüfersDas vom Abschlussprüfer Deloitte & Touche GmbH für das Geschäftsjahr 2015 berechnete Gesamthonorar beträgt EUR 0,2 Mio. und betrifft ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen. GeschäftsführungDr. Karl-Thomas Neumann Vorsitzender der Geschäftsführung Philip R. Kienle Fertigung (ab 1. März 2016) Peter C. Küspert Vertrieb und Aftersales Michael Lohscheller Finanzen Tina Müller Marketing Ulrich Schumacher Personal Peter Thom Fertigung (bis 1. März 2016) Johan Willems Kommunikation Katherine L. Worthen Einkauf und Logistik Beirat
Es handelt sich um einen gemäß Gesellschaftsvertrag zu bildenden Beirat, der eine beratende Funktion analog von § 90 Abs. 1 AktG ausübt.
Rüsselsheim am Main, 22. April 2016 DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG Dr. Karl-Thomas Neumann Philip R. Kienle Peter C. Küspert Michael Lohscheller Tina Müller Ulrich Schumacher Johan Willems Katherine L. Worthen Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2015
Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Opel Group GmbH, Rüsselsheim am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung gemäß § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss der Opel Group GmbH, Rüsselsheim am Main, den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Frankfurt am Main, 22. April 2016 Deloitte
& Touche GmbH
Giere, Wirtschaftsprüfer Witte, Wirtschaftsprüfer |
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