Biesterfeld International GmbHLiquidiert

20095 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 73209
Vorher
Biesterfeld Siemsglüss International GmbH
Eingetragen
5.11.1999
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenGroßhandel mit pharmazeutischen ErzeugnissenGroßhandel mit Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln
Gegenstand
der Handel mit Chemikalien, insbesondere der internationale Handel mit Industriechemikalien, Salz, Agrarchemikalien, Spezialdüngemitteln und pharmazeutischen Rohstoffen, und die Fortführung des diesbezüglich von Wilhelm E. H. Biesterfeld, Hamburg, und von Siemsglüss & Sohn GmbH & Co., Hamburg, durch in- und ausländische Niederlassungen - auch rechtlich selbständige - jeweils betriebenen internationalen Handelsgeschäft, sowie der Handel mit Tierarzneimitteln.

Finanzübersicht

Historie

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Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Biesterfeld AG

Hamburg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020

1. Grundlagen des Unternehmens

Die Biesterfeld AG ist die strategische Holding-Gesellschaft des Biesterfeld-Konzerns, der in über 40 Ländern mit eigenen operativen Niederlassungen oder Repräsentationsbüros vertreten ist. Der Chemie- und Kunststoffdistributeur betreut Kunden in über 120 Ländern der Welt. Seinen Kunden sowie Lieferanten bietet Biesterfeld ein breit gefächertes Angebot an Dienstleistungen rund um das Produktportfolio inklusive einer individuellen anwendungstechnischen Beratung. Neben ihrer starken lokalen Präsenz und ihrer internationalen Marktpositionierung weist die Unternehmensgruppe als renommierter und verlässlicher Partner hervorragende Marktkenntnisse auf.

Die Organisation des Biesterfeld-Konzerns gliedert sich in vier operative Geschäftsbereiche, eine administrative Gesellschaft und zwei Servicegesellschaften:

Distribution von Kunststoffen Biesterfeld Plastic
Distribution von Spezialchemikalien Biesterfeld Spezialchemie
Distribution von Synthesekautschuk und Additiven Biesterfeld Performance Rubber
Internationales Handelsgeschäft Biesterfeld International
Holding-Gesellschaft ausgewählter Auslandsgesellschaften Biesterfeld Internationale Beteiligungen GmbH
IT-Dienstleistungen BIT-SERV GmbH
Dienstleistungen im Chemikalienmanagement Biesterfeld ChemLogS GmbH

Die vier operativen Geschäftsbereiche agieren weltweit unter der Führung der deutschen Gesellschaften Biesterfeld Plastic GmbH, Biesterfeld Spezialchemie GmbH, Biesterfeld Performance Rubber GmbH und Biesterfeld International GmbH. Alle deutschen Gesellschaften greifen auf die administrativen Servicefunktionen der Biesterfeld AG zu, um die Synergien im Konzernverbund optimal zu nutzen. Darüber hinaus übernimmt die Biesterfeld AG für die deutschen Gesellschaften sowie für einige ausländische Konzerngesellschaften die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel.

Der Geschäftsbereich Biesterfeld Plastic ist ein führender internationaler Distributeur für Kunststoffe. Basierend auf langjährigen Vertriebspartnerschaften mit weltweit führenden Herstellern bietet der Geschäftsbereich seinen Kunden in Europa, den GUS Staaten, Nordafrika und Brasilien ein umfassendes, sehr homogenes Lieferprogramm in technischen Kunststoffen, Styrol Polymerisaten, Acrylaten, Standardkunststoffen und Thermoplastischen Elastomeren. Der Geschäftsbereich Biesterfeld Plastic zeichnet sich durch ein hohes Maß an Kundenorientierung, einer flächendeckenden, dezentralen Vertriebsstruktur und lokal integrierten Dienstleistungen in den Bereichen Technischer Beratung, Projektbegleitung durch Anwendungstechnik, Lagerhaltung und Logistik aus. Der Geschäftsbereich betreut Kunden weltweit, zum überwiegenden Teil mit eigenen Niederlassungen vor Ort.

Der Geschäftsbereich Biesterfeld Spezialchemie ist als einer der führenden europäischen Distributeure für Spezialchemikalien national wie auch international tätig und bietet - basierend auf langjährigen Vertriebspartnerschaften mit weltweit führenden Herstellern - seinen Kunden ein umfassendes Lieferprogramm. Der Geschäftsbereich gliedert sich in sechs Abteilungen: LifeScience (Kosmetik- und Waschmittel-Inhaltsstoffe, Organische-Synthese-Zwischenprodukte und Zwischenprodukte für Haushaltschemieprodukte), Healthcare (Medizin- und Pharmaprodukte, Nutraceuticals), Nutrition (Nahrungsmittelzusatzstoffe), CASE (Additive für Lacke / Farben, Klebstoffe, Dichtungsmassen und Elastomere), Polymer Additve ( Additive für Kunststoffe und Schmierstoffe) und Performance Products (Formulierte Klebstoffe, Gießharze, Vergussmassen sowie Verbundwerkstoffe für technisch industrielle Anwendungen). Der Geschäftsbereich Biesterfeld Spezialchemie ist europaweit tätig und darüber hinaus mit Niederlassungen aktiv.

Der Geschäftsbereich Biesterfeld Performance Rubber ist als internationaler Distributeur für die kautschukverarbeitende Industrie tätig. Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit steht die Distribution sowie die anwendungstechnische Beratung und Entwicklung von innovativen Kundenlösungen vor Ort. Auf Basis langjähriger Partnerschaften mit Marktführern aus der Kautschukbranche bietet Biesterfeld Performance Rubber ein vollständiges Lieferprogramm in Europa, Lateinamerika und Nordafrika an. Das Produktportfolio umfasst neben Synthesekautschuken, Compounds hochwertiger Silikon- oder Fluorsilikonkautschuke und Rußen auch Hochleistungspolymere sowie das komplette Portfolio korrespondierender Additive.

Der Geschäftsbereich Biesterfeld International ist im weltweiten Chemikalienhandel tätig. Die Geschäftstätigkeiten sind international ausgerichtet, wobei ein besonderer Fokus auf den sogenannten Emerging Markets liegt. In den wichtigsten Beschaffungs- und Absatzmärkten unterhält die Biesterfeld International GmbH eigene selbständige Tochtergesellschaften oder unselbständige Repräsentanzbüros, die Märkte, Kunden und Lieferanten vor Ort betreuen. Die Geschäftstätigkeiten sind in folgende Abteilungen gegliedert: Pharmarohstoffhandel, Handel mit anorganischen und organischen Industriechemikalien und Chemiespezialitäten. Elementare Bestandteile der Handelstätigkeiten sind in allen Bereichen des Geschäftsbereichs Biesterfeld International komplementär angebotene Dienstleistungen vor allem in den Bereichen Finanzierung, Logistik und Qualitätsmanagement. Der Geschäftsbereich Biesterfeld International ist in vielen Ländern aktiv.

Die Biesterfeld ChemLogS GmbH erbringt Beratungsdienstleistungen für Unternehmen im Zusammenhang mit Qualitäts- und Sicherheitsmanagement (QSHE). Neben der Einführung und Betreuung von Managementsystemen wie ISO- oder Responsible Care-Standards erstellt Biesterfeld ChemLogS Sicherheitsdatenblätter. Das Unternehmen berät und unterstützt darüber hinaus bei der Einführung und Umsetzung von Legal Compliance-Systemen (beispielsweise REACH, CLP). Diese Dienstleistungen werden sowohl von Unternehmen der Biesterfeld-Gruppe als auch externen Dritten erbracht.

Die BIT-SERV GmbH ist in den Bereichen der Entwicklung von Software, der IT-Beratung, dem Betrieb von Rechenzentren sowie dem Vertrieb von Hard- und Software für alle Gesellschaften der Biesterfeld-Gruppe tätig.

Die Biesterfeld Internationale Beteiligungen GmbH fungiert als Holdinggesellschaft, in der die Anteile einiger ausländischer Tochtergesellschaften der Biesterfeld AG gehalten werden.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Weltwirtschaft

Das Kalenderjahr 2020 war durch die Auswirkungen der COVID-19-PANDEMIE geprägt. Um die Pandemie einzudämmen, wurde das weltweite Wirtschaftsleben größtenteils heruntergefahren. Dies führte zu einer der schwersten Rezessionen seit der Weltwirtschaftskrise 1930. Gemäß dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wird das Weltwirtschaftswachstum für 2020 auf -3,5% geschätzt, wohingegen das globale Wachstum 2019 noch 2,8 % betrug (IWF, Januar 2021).

Nach Einschätzungen des IWF wird sich im Jahr 2020 die Wachstumsrate der Industriestaaten auf -4,9 % belaufen. Das bedeutet im Einzelnen einen Rückgang für die Staaten der Europäischen Union (um -7,2%), Großbritannien (um -10,0%), Kanada (um -5,5%) und den USA (um -3,5%) (IWF, Januar 2021).

Nach Schätzungen des IWF werden die Wachstumsraten 2020 für die Schwellen- und Entwicklungsländer geringer sinken (-2,4%) als die der Industriestaaten. Die Volkswirtschaft in China verzeichnet für 2020 ein leichtes Wachstum von 2,3%. Weitere Staaten bzw. Regionen der Schwellen- und Entwicklungsländer verzeichnen für 2020 einen Rückgang des Wirtschaftswachstums. Im Einzelnen bedeutet das einen Rückgang für Asien um -1,1%, Lateinamerika / Karibik um -7,4% und des Mittleren und Nahen Ostens um -3,2% (IWF, Januar 2021).

Für die kommenden Jahre prognostiziert der IWF eine Erholung des weltweiten Wirtschaftswachstums von 5,5% in 2021 und 4,2% in 2022. Voraussetzung ist, dass die Verfügbarkeit von Impfstoffen sowie verbesserte Therapien und Tests erreicht werden. In Abhängigkeit der länderspezifischen Umstände, können einige Regionen und Länder dies schneller erreichen (IWF, Januar 2021).

Währungspolitisch war das Jahr 2020 von einer gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhten Volatilität des Währungspaares USD/EUR ebenso wie die vieler anderer Währungsrelationen geprägt. Der USD startete im Januar mit 1,1052 USD/EUR und schloss am 31.12.2020 mit 1,2271 USD/EUR. Im Verlauf des Jahres pendelte dieser Wechselkurs zwischen 1,2271 USD/EUR (Höchststand 31.12.2020) und 1,0876 USD/EUR (Tiefststand 30.04.2020). Der EUR-Kurs zum Pfund Sterling (GBP) war von spürbaren Ausschlägen des EU-Austritts Großbritanniens geprägt. Ein Höchststand wurde am 31.10.2020 mit 0,90208 EUR/GBP erreicht, ein Tiefststand mit 0,84175 EUR/GBP am 31.01.2020.

Branchenentwicklung

Die weltweite konjunkturelle Dynamik hat sich im Jahr 2020 deutlich reduziert. Davon war auch die chemisch-pharmazeutische Industrie betroffen. Unter dem COVID-19 bedingten Auftragsmangel litt das Auslandsgeschäft in nahezu allen Exportmärkten (-6,5 %) ebenso wie der Umsatz im Inland (-5,5 %).

Der Branchenumsatz im Jahr 2020 verringerte sich zum Vorjahr um -6,0% und betrug 186,4 Milliarden Euro. Infolge der schwächeren Nachfrage ging die Produktion 2020 insgesamt um -3,5% zurück. Dabei mussten sämtliche Sparten Einbußen hinnehmen. Die Spannweite reichte von einem nur geringen Produktionsrückgang bei Pharma (-0,5 %) bis zu einem Minus von 6,5% bei Polymeren. Für die einzelnen Sparten zeigen sich folgende Produktionsrückgänge: Anorganische Grundchemikalien (-6,0%), Fein- und Spezialchemikalien (-5,5%), Chemieproduktion ohne Pharma (-4,0%), Wasch- und Körperpflegemittel (-2,5%), Petrochemikalien und Derivate (-1,5%) (Verband der Chemischen Industrie, Januar 2021).

Trotz der schwachen Chemiekonjunktur blieb in Deutschland die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stabil bei 464.000 (Verband der Chemischen Industrie, Januar 2021).

Preise

Der bereits ab Mitte 2019 begonnene Aufwärtstrend des Rohölpreises in USD (WTI) führte zu einem Startkurs von 61,18 USD/Barrel in 2020. Der Tiefststand wurde am 20. April 2020 mit 37,63 USD/Barrel dotiert. Der Tiefstand war auf die stark rückläufige Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie bei gleichbleibendem Angebot sowie auslaufende Terminkontrakte zurückzuführen. Seit dem Tiefststand im April befand sich der Rohölpreis in einem stetigen Aufwärtstrend und stieg zum Jahresende auf einen Schlusskurs von 47,62 USD/Barrel (28.12.2020) (Finanzen.net, Januar 2021).

Die Preisentwicklung von chemischen Grundstoffen und Kunststoffen, besonders jener mit geringer Verarbeitungstiefe, ist stark von der Entwicklung des Rohölpreises und der Energiepreise abhängig, während die Preise für Spezialchemikalien in der Regel eine höhere Unabhängigkeit von der Rohölpreisentwicklung aufweisen. Die Gesamtbranche der Chemisch-pharmazeutischen Industrie verzeichnete eine Preisreduzierung in Höhe von -1,8%, wobei insbesondere die Preise für Petrochemikalien und Derivate (-7,9%) gesunken sind. Sowohl bei den Anorganischen Grundchemikalien (-1,5%) als auch bei den Polymeren (-4,7%) entwickelte sich das Preisniveau negativ, während die Preise für Wasch- und Körperpflegemittel (+0,1%) und Pharmazeutika (+1,2%) auf einem relativ stabilen Niveau verblieben (Verband der Chemischen Industrie, Januar 2021).

2.2 Beschaffungsmarktentwicklung

Das Geschäftsjahr 2020 war - sowie wie die Vorjahre - auf der Beschaffungsseite von uneinheitlichen Preisbewegungen der gehandelten Produkte geprägt. Während die rohölnahen Sparten dem Preisrückgang beim Rohöl folgten, waren in den Sparten aus dem Bereich der Spezialchemikalien die Preise relativ stabil.

Biesterfeld Plastic

Der Kunststoffmarkt war im Geschäftsjahr 2020 von einem sehr volatilen Nachfrageverlauf geprägt. Nach planmäßigem Verlauf im ersten Quartal setzte durch die Pandemie im zweiten Quartal schlagartig ein erheblicher Nachfragerückgang in einigen Kernsegmenten der Biesterfeld Plastic ein. Lieferzuflüsse und Abflüsse wurden durch proaktives Management aktiv gesteuert. Hierbei erwies sich die sehr partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden gleichermaßen als Vorteil. Lagerbestandsrisiken wurden umgehend in enger Zusammenarbeit mit allen Niederlassungen abgebaut. Bereits fest vereinbarte Materialzuflüsse konnten durch rechtzeitige Kommunikation bei unseren Lieferanten storniert werden. Insbesondere im Automobilsektor, aber auch in anderen Segmenten, kam es ab dem zweiten Quartal zu erheblichen Volumen- und Preisrückgängen, die zu einer deutlichen Umsatzeinbuße im zweiten und dritten Quartal führten.

Eine sehr dynamische und nachhaltige Erholung der Nachfrage in allen Segmenten stellte sich ab August ein. Diese bis heute anhaltende Erholung resultiert aus der Wiederbefüllung der gesamten Wertschöpfungspipeline sowie der Konjunkturerholung und dem dadurch weltweit stark steigenden Konsumbedarf. Hierdurch stiegen Volumen und Umsatz im dritten und vierten Quartal insbesondere für technische Kunststoffe und Spezialitäten deutlich an. Die Lagerbestände wurden auf diese Situation angepasst, allerdings übertraf die Nachfrage die Erwartungen unserer Lieferanten und Kunden, so dass es in der Folge zu Engpässen in der Wertschöpfungskette aller Marktteilnehmer kam.

Biesterfeld Spezialchemie

Der Geschäftsbereich Biesterfeld Spezialchemie bezieht seine Waren von internationalen Lieferanten. In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung Asiens als Beschaffungsmarkt in allen Segmenten zugenommen. Aufgrund der langjährigen Partnerschaften und des intensiven Austauschs mit den Lieferanten verfügt Biesterfeld Spezialchemie über eine sehr gute Position im Wettbewerb. Gegenüber dem Vorjahr war die Einkaufssituation von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt, dies führte vereinzelt zu Engpässen.

Biesterfeld Performance Rubber

Biesterfeld Performance Rubber bezieht Synthesekautschuke und Füllstoffe größtenteils von amerikanischen Unternehmen mit Produktionsstätten in Europa. Die Einkaufspreise sind an Öl- und Wechselkursentwicklungen gekoppelt und ließen sich daher transparent an Kunden weitergeben. Kautschukadditive werden vornehmlich aus Asien bezogen. Neben einer funktionierenden Supply Chain ist die Wahl der strategischen Lieferanten mit REACH-Zulassung eine der Hauptaufgaben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Produktverfügbarkeit aufgrund des pandemiebedingten Nachfragerückgangs gut und von fallenden Einkaufspreisen geprägt.

Biesterfeld International

Die meisten der von Biesterfeld International gehandelten Produkte sind spezifizierte Industrie- und Agrarchemikalien sowie pharmazeutische Roh- und Wirkstoffe, für die es weltweit diverse Produzenten gibt. Die Preise bilden sich in der Regel frei durch Angebot und Nachfrage. Da die Gesellschaft einerseits zu klein ist, um im Preisbildungsprozess eine entscheidende Rolle zu spielen, und andererseits kaum über feste Distributionsverträge verfügt, können die Preisentwicklungen weitestgehend als extern vorgegeben betrachtet werden. Andererseits können Preisveränderungen im Regelfall problemlos am Markt durchgesetzt werden, da die Preisbildung transparent ist. Der Geschäftsbereich hatte im Geschäftsjahr 2020 keine Probleme, die gehandelten Produkte zu beschaffen, die Preissituation war dabei eher nachgebend.

2.3 Geschäftsentwicklung

Die Geschäftsentwicklung des Biesterfeld-Konzerns verlief in 2020 insgesamt leicht rückläufig. Der Umsatz reduzierte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Rohgewinn und das operative Ergebnis verliefen auf einem niedrigeren Niveau gegenüber dem Vorjahr. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die dadurch anhaltende Verunsicherung auf den europäischen und internationalen Märkten führten zu Produktions- als auch Nachfragerückgängen insbesondere in den Monaten April bis Juli. Zum Jahresende zog die Nachfrage auf den internationalen Märkten wieder deutlich an, von der auch Biesterfeld profitieren konnte.

Der im Geschäftsjahr 2020 erzielte Umsatz in Höhe von 1.034 Mio. EUR lag aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie und der sich dadurch ergebenden Konjunkturabkühlung sowie des infolgedessen eintretenden Nachfragerückganges deutlich unter dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von 1.149 Mio. EUR. Aufgrund dieser rückläufigen Geschäftsentwicklung reduzierte sich das EBIT von 48,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 42,8 Mio. EUR im Berichtsjahr und der Jahresüberschuss (nach Anteilen Dritter) von 28,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 25,8 Mio. EUR im Berichtsjahr. Während sich im Geschäftsbereich Biesterfeld Spezialchemie der Umsatz (-20,7 Mio. EUR) und das EBIT (-7,0 Mio. EUR) im Vorjahresvergleich reduzierten, erzielte der Geschäftsbereich Biesterfeld Plastic trotz Umsatzrückgang (-37,7 Mio. EUR) ein höheres EBIT (+1,6 Mio. EUR) im Vorjahresvergleich. Insgesamt wurden dennoch unsere Erwartungen an die Geschäftsentwicklung in 2020 leicht übertroffen.

Biesterfeld Plastic

In einem durch die Corona-Pandemie geprägtem Marktumfeld mit hoher Unsicherheit und damit verbunden extrem hoher Volatilität ist es dem Geschäftsbereich Biesterfeld Plastic im Jahr 2020 gut gelungen, umgehend operative Maßnahmen zu ergreifen sowie vorausschauend zukunftsorientierte Impulse in der Organisationsstruktur umzusetzen. Der Geschäftsbereich konnte durch neue Mandate und den Ausbau bestehender Partnerschaften insbesondere in den Wachstumsregionen UK, Skandinavien und Türkei seine Marktposition stärken. Insgesamt konnte der Geschäftsbereich trotz eines insgesamt leichten Nachfragerückgangs seine Marktposition mit einem Volumenwachstum von über 10% deutlich ausbauen. Der erwirtschaftete Rohgewinn und das operative Ergebnis lagen über dem Niveau des Vorjahres, der Plan konnte durch ein starkes viertes Quartal nahezu erreicht werden.

Biesterfeld Spezialchemie

Die Geschäftsentwicklung im Bereich Biesterfeld Spezialchemie wurde ebenfalls durch die Einflüsse der Corona-Pandemie geprägt. Während die Segmente mit großer Nähe zur "klassischen" Industrie, wie Lacke, Farben, Automobil und Elektronik Nachfragerückgänge erfuhren, entwickelten sich konjunkturunabhängige Segmente wie Kosmetik, Pharma und Nutrition sehr positiv.

Neben der Diversifikation des Produktportfolios und der Erweiterung der Zusammenarbeit mit bestehenden und neuen Lieferanten, stand die Integration der in 2019 akquirierte Unternehmensgruppe in Skandinavien ebenso im Fokus wie die weitere Konzentration auf ausgewählte Kernbereiche der Spezialchemie. Im Geschäftsjahr 2020 lagen Umsatz und Rohgewinn der Biesterfeld Spezialchemie unter dem Vorjahreswert. Hierbei beeinflusste der Wegfall eines Distributionsmandats das Ergebnis negativ. Das operative Ergebnis für 2020 liegt über Plan.

Biesterfeld Performance Rubber

Trotz des spürbaren Nachfragerückgangs aufgrund von COVID-19 ist es dem Geschäftsbereich Biesterfeld Performance Rubber gelungen, zahlreiche neue Kontakte zu Lieferanten und Kunden zu knüpfen sowie langfristige Lieferverträge in zahlreichen Regionen zu schließen. Obwohl der Vorjahresumsatz nicht erreicht wurde, hat das operative Ergebnis das Vorjahresniveau übertroffen. Damit ist die Etablierung am internationalen Kautschukmarkt weiter vorangetrieben und eine Basis für zukünftiges Wachstum durch die Ausweitung der Geschäftsbeziehungen und die strategische Ausrichtung gelegt.

Biesterfeld International

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat Biesterfeld International erst verspätet zu spüren bekommen. Die pandemiebedingte schwache Nachfrage sowie ein schwieriges Geschäftsumfeld in Ostasien und Südamerika haben das Ergebnis negativ beeinflusst. Der Umsatz und das operative Ergebnis lagen unter den Vorjahreswerten und den Erwartungen, zum Teil allerdings aufgrund strategischer Entscheidungen. Dank starkem Engagement und Know-How der Mitarbeiter wurden bestehende Kontakte zu Kunden und Lieferanten gefestigt sowie neue Beziehungen aufgebaut.

2.4 Lage des Biesterfeld-Konzerns

a) Ertragslage

Ertragslage

Ertragslage 2020 Vorjahr Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR %
Umsatzerlöse 1.033.691 98% 1.148.609 99% -114.918 -10%
Gesamtleistung 1.033.691 98% 1.148.609 99% -114.918 -10%
Sonstige betriebliche Erträge 23.963 2% 17.418 1% 6.545 38%
Betriebsleistung 1.057.654 100% 1.166.027 100% -108.373 -9%
Materialaufwand -867.923 -82% -971.955 -83% 104.032 11%
Personalaufwand -65.805 -6% -65.353 -6% -452 -1%
Abschreibungen -4.901 0% -4.385 0% -516 -12%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -76.181 -7% -76.309 -7% 129 0%
Sonstige Steuern -210 0% -250 0% 40 16%
Betriebsaufwand -1.015.019 -96% -1.118.253 -96% 103.233 9%
Betriebsergebnis 42.635 4% 47.774 4% -5.140 -11%
Finanzergebnis -4.480 0% -5.656 0% 1.176 21%
Ergebnis vor Ertragsteuern 38.155 4% 42.118 4% -3.964 -9%
Ertragsteuern -10.596 -1% -12.745 -1% 2.149 17%
Konzernjahresüberschuss 27.559 3% 29.374 3% -1.814 -6%

Abweichungen beruhen auf Rundungsdifferenzen

Der Biesterfeld-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von 1.034 Mio. EUR (-10% gegenüber Vorjahr). Der Rückgang ist auf die oben erläuterten Gründe zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich im Wesentlichen aus Erträgen aus Kursdifferenzen, Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen sowie Erträgen aus Wertberichtigungen zusammen.

Die Reduzierung des Materialaufwands geht mit dem Rückgang der Umsatzerlöse einher.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Geschäftsjahr 2020 nahezu unverändert und belaufen sich auf 76,2 Mio. EUR (Vorjahr 76,3 Mio. EUR). Diese Kostenposition enthält neben den Aufwendungen für Logistikdienstleistungen im Wesentlichen Aufwendungen aus Kursdifferenzen, Raumkosten, Reise- und Fahrzeugkosten, Aufwendungen für Beratung und Dienstleistungen sowie Aufwendungen für Kommunikation und IT.

Der Personalaufwand ist im vergangenen Jahr um 0,5 Mio. EUR auf einen Wert von 65,8 Mio. EUR angestiegen (Vorjahr 65,4 Mio. EUR). Die Entwicklung ist neben den jährlichen Gehaltserhöhungen auch auf die unterjährige Akquisition im Vorjahr zurückzuführen.

Die Abschreibungen umfassen vor allem die planmäßigen Abschreibungen auf das Anlagevermögen. Im Geschäftsjahr 2020 lag deren Summe mit 4,9 Mio. EUR um 0,5 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau (4,4 Mio. EUR). Der Anstieg resultiert weitgehend aus den Zugängen bei den Geschäfts- oder Firmenwerten aus dem Vorjahr und deren planmäßiger Abschreibung.

Das Betriebsergebnis beläuft sich im Geschäftsjahr 2020 auf 42,6 Mio. EUR, so dass der Vorjahreswert (47,8 Mio. EUR) um 5,1 Mio. EUR bzw. 11% unterschritten wurde.

Das Finanzergebnis des Biesterfeld-Konzerns hat sich mit -4,5 Mio. EUR bei einem weiterhin günstigen Kapitalmarkt gegenüber dem Vorjahr (-5,7 Mio. EUR) um 1,2 Mio. EUR verbessert; hierzu trug auch die verbesserte Eigenfinanzierung sowie die geringere Working Capital Finanzierung bei.

Der Biesterfeld-Konzern erwirtschaftete insgesamt ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 38,2 Mio. EUR und unterschritt den Vorjahreswert (42,1 Mio. EUR) somit um 4,0 Mio. EUR. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrugen 10,6 Mio. EUR (Vorjahr 12,7 Mio. EUR), die Steuerquote lag aufgrund von einmaligen Sondereffekten im Vorjahr mit 27,8% (Vorjahr 30,3%) unter dem Vorjahresniveau.

Der Jahresüberschuss vor Anteilen Dritter reduzierte sich im Geschäftsjahr 2020 auf 27,6 Mio. EUR (Vorjahr 29,4 Mio. EUR). Nach Ergebnisanteilen fremder Dritter resultierte ein Nettojahresüberschuss von 25,8 Mio. EUR (Vorjahr 28,0 Mio. EUR).

b) Finanzlage

Die Biesterfeld AG sieht ihre Zielsetzung des Finanzmanagements in der Sicherstellung der Liquidität für alle Aktivitäten der Unternehmensgruppe, der Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken sowie der Minimierung der Kapitalkosten durch eine adäquate Kapitalstruktur. Die Ausgestaltung der finanzwirtschaftlichen Aktivitäten ist stets mit der operativen Geschäftstätigkeit sowie der strategischen Ausrichtung der Unternehmensgruppe abgestimmt.

Der Biesterfeld-Konzern nutzt ein breites Spektrum der am Markt angebotenen Finanzierungsinstrumente. Die Eigenkapitalbasis wird durch Mezzanine-Kapital in Form von Genussrechten gestärkt. Dazu wurden zum 1. Juli 2015 erneut Genussrechte mit einer Laufzeit von sieben Jahren emittiert. Der Fremdkapitalbedarf wird durch die Inanspruchnahme von bilateralen Banklinien sowie durch Schuldscheindarlehen gedeckt.

Zur Finanzierung der Biesterfeld AG tragen daneben Forderungsverkäufe über eine Asset-Backed-Securities Transaktion (ABS) bei, die im Berichtsjahr erneuert und optimiert wurde. Durch den Abschluss von Kreditversicherungen reduziert der Biesterfeld-Konzern die Ausfallrisiken im Forderungsbereich. Zinsrisiken wird gegebenenfalls mit Hilfe von Zinssicherungsgeschäften begegnet und bestehende Wechselkursrisiken werden durch Devisensicherungsgeschäfte reduziert.

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit beläuft sich auf 73,6 Mio. EUR. Hierzu trugen im Wesentlichen der Jahresüberschuss und die Abnahme des Netto-Umlaufvermögens bei. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit beträgt -2,3 Mio. EUR. Die Entwicklung ist im Wesentlichen auf den Erwerb von immateriellen Vermögensgegenständen zurückzuführen. Der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit liegt bei -25,5 Mio. EUR und ergibt sich vor allem aus Dividendenzahlungen und gezahlten Zinsen sowie der Tilgung von Fremdkapital.

Per Stichtag 31. Dezember 2020 betrug die Bruttoverschuldung des Biesterfeld-Konzerns 100,0 Mio. EUR und die Nettoverschuldung belief sich auf 17,2 Mio. EUR.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass der Biesterfeld-Konzern seinen Zahlungsverpflichtungen aufgrund der Liquiditätssituation und der Finanzierungsstruktur jederzeit nachkommen kann.

c) Vermögens- und Kapitalstruktur

Im Einzelnen stellt sich die Vermögens- und Kapitalstruktur wie folgt dar:

Vermögensstruktur 31.12.2020 Vorjahr Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR %
Immaterielle Vermögensgegenstände 32.494 8% 33.501 8% -1.007 -3%
Sachanlagen 5.501 1% 5.808 1% -307 -5%
Finanzanlagen 175 0% 179 0% -4 -2%
Langfristig gebundenes Vermögen 38.170 10% 39.489 10% -1.318 -3%
Vorräte 152.065 39% 178.566 45% -26.501 -15%
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 115.764 30% 136.768 34% -21.004 -15%
Flüssige Mittel 82.330 21% 42.117 11% 40.213 95%
Rechnungsabgrenzungsposten 1.210 0% 1.222 0% -13 -1%
Latente Steuern 18 0% 18 0% 0 0%
Kurzfristig gebundenes Vermögen 351.387 90% 358.692 90% -7.305 -2%
Gesamtvermögen 389.557 100% 398.180 100% -8.624 -2%

Abweichungen beruhen auf Rundungsdifferenzen

Die Bilanzsumme des Biesterfeld-Konzerns sank im Geschäftsjahr 2020 auf 389,6 Mio. EUR und reduzierte sich damit im Vergleich zum Vorjahr (398,2 Mio. EUR) um 2,1%.

Das langfristig gebundene Vermögen lag per 31. Dezember 2020 bei 38,2 Mio. EUR und damit 1,3 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 39,5 Mio. EUR. Die immateriellen Vermögensgegenstände verringerten sich im Wesentlichen aufgrund von planmäßigen Abschreibungen der aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte um 1,0 Mio. EUR auf 32,5 Mio. EUR im Vorjahresvergleich.

Das kurzfristig gebundene Vermögen minderte sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Mio. EUR auf 351,4 Mio. EUR. Die Vorräte und Forderungen reduzierten sich infolge der nachgebenden Produktpreise und der geringeren Umsätze.

Kapitalstruktur 31.12.2020 Vorjahr Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR %
Gezeichnetes Kapital 2.842 1% 2.842 1% 0 0%
Kapitalrücklage 6.259 2% 6.259 2% 0 0%
Gewinnrücklage 15.853 4% 14.716 4% 1.137 8%
Ausgleichsposten
Kapitalkonsolidierung 8 0% 8 0% 0 0%
Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung -7.565 -2% -3.249 -1% -4.317 133%
Anteile anderer Gesellschafter 4.191 1% 4.022 1% 169 4%
Bilanzgewinn 111.611 29% 101.588 26% 10.023 10%
Genussrechtskapital 20.000 5% 20.000 5% 0 0%
Eigenkapital 153.199 39% 146.185 37% 7.013 5%
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 12.321 3% 12.996 3% -675 -5%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.800 4% 58.000 15% -44.200 -76%
Sonstige Verbindlichkeiten 27 0% 44 0% -18 -40%
Langfristiges Fremdkapital 26.148 7% 71.040 18% -44.892 -63%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 60.120 15% 34.000 9% 26.120 77%
Sonstige Verbindlichkeiten 127 0% 183 0% -55 -30%
Mittelfristiges Fremdkapital 60.247 15% 34.183 9% 26.064 7%
Rückstellungen 14.796 4% 13.093 3% 1.703 13%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 25.585 7% 19.460 5% 6.125 31%
Erhaltene Anzahlungen 1.672 0% 1.121 0% 551 49%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 83.613 21% 83.959 21% -346 0%
Sonstige Verbindlichkeiten 23.841 6% 28.677 7% -4.836 -17%
Rechnungsabgrenzungsposten 159 0% 133 0% 26 20%
Latente Steuern 297 0% 329 0% -32 -10%
Kurzfristiges Fremdkapital 149.963 38% 146.772 37% 3.191 2%
Fremdkapital insgesamt 236.358 61% 251.995 63% -15.637 -6%
Gesamtkapital 389.557 100% 398.180 100% -8.624 -2%

Abweichungen beruhen auf Rundungsdifferenzen

Das Eigenkapital des Biesterfeld-Konzerns erhöhte sich zum 31. Dezember 2020 um 7,0 Mio. EUR auf 153,2 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag 39,3% und hat sich damit im Vorjahresvergleich (36,7%) verbessert.

Die Biesterfeld AG hat in 2015 Genussrechtskapital in Höhe von 20 Mio. EUR emittiert. Die Genussrechte gewähren einen jährlichen Gewinnausschüttungsanspruch und einen Rückzahlungsanspruch bei Fälligkeit der Genussrechte. Sie nehmen gegebenenfalls an einem Verlust des Biesterfeld-Konzerns teil. Die Genussrechte haben eine ordentliche Laufzeit bis zum 30. Juni 2022.

Das langfristige Fremdkapital ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken und beläuft sich per 31. Dezember 2020 auf 26,1 Mio. EUR. Die Reduzierung um 44,9 Mio. EUR im Vorjahresvergleich reflektiert im Wesentlichen die Veränderung der Fristigkeit mehrerer Schuldscheintranchen sowie die reguläre Tilgung eines langfristigen Darlehens.

Das mittelfristige Fremdkapital erhöhte sich von 34,2 Mio. EUR im Vorjahr auf 60,2 Mio. EUR per 31. Dezember 2020. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf die beschriebene Veränderung der Fristigkeit mehrerer Schuldscheintranchen.

Das kurzfristige Fremdkapital lag mit 150,0 Mio. EUR leicht über dem Vorjahresniveau von 146,8 Mio. EUR. Während die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Vorjahresvergleich um 6,1 Mio. EUR angestiegen sind, verringerten sich gegenläufig die sonstigen Verbindlichkeiten im Vorjahresvergleich um 4,8 Mio. EUR.

3. Mitarbeiter und Organisation

Im Biesterfeld-Konzern waren 902 Mitarbeiter per 31. Dezember 2020 beschäftigt (Vorjahr 877), davon 386 Mitarbeiter in Deutschland und 516 Mitarbeiter im Ausland.

Als Distributions- und Handelsunternehmen basierte auch im Geschäftsjahr 2020 unser Unternehmenserfolg wesentlich auf dem hohen Engagement und der hervorragenden Qualifikation unserer Mitarbeiter. Um diesen Erfolg langfristig abzusichern, setzen wir auf gezielte Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen zur fortlaufenden Weiterqualifizierung unserer Mitarbeiter.

4. Chancen- und Risikobericht

4.1 Risikomanagement

Im Rahmen ihrer internationalen Geschäftsaktivitäten bestehen für die Biesterfeld-Gruppe unterschiedliche Risiken, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln und dem Geschäftsmodell verbunden sind. Das Risikomanagement ist im Biesterfeld-Konzern als integraler Bestandteil der Unternehmensführung in unseren Geschäftsprozessen fest eingebunden. Das Ziel unseres Risikomanagements ist die Sicherstellung der betrieblichen Prozesse (Operations), die Ordnungsmäßigkeit der Finanzdaten (Financial Reporting), die Einhaltung von Gesetzen und Normen (Compliance) sowie die Vermeidung von finanziellen Verlusten. Operative Risiken werden weitgehend dezentral überwacht. Das Management von übergreifenden Risiken im Zusammenhang mit Sicherheitsstandards, Finanzierung und Wertentwicklung erfolgt zentral im Biesterfeld-Konzern.

Systemgestützt erfolgt die Erfassung, Bewertung und Steuerung von Risiken. Maßnahmen zur Risikominderung werden bei Notwendigkeit eingeleitet, begleitet und in der Umsetzung überwacht.

Ein zielorientiertes betriebswirtschaftliches Controlling mit detaillierten Planungs- und Steuerungsprozessen sowie eine regelmäßige Strategieabstimmung sorgen dafür, dass bei unternehmerischen Entscheidungen Chancen und Risiken in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und frühzeitig erkannt werden. Identifizierten wirtschaftlichen Risiken wird grundsätzlich durch die Bildung entsprechender Rückstellungen oder durch entsprechende Wertberichtigungen bilanziell Rechnung getragen.

Um mögliche finanzielle Folgen eintretender Risiken zu begrenzen bzw. vollständig zu vermeiden, haben wir versicherbare Risiken, beispielsweise Haftungsrisiken, - dem Risiko angemessen und soweit wirtschaftlich sinnvoll - auf Versicherungsunternehmen transferiert.

4.2 Wesentliche Risiken und Maßnahmen

Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken, mit denen sich der Biesterfeld-Konzern konfrontiert sieht, erläutert und die Maßnahmen zum Umgang mit diesen Risiken dargestellt.

Absatzmarkt- und Wettbewerbsrisiken

Die strategische und operative Weiterentwicklung des Unternehmens hängt von aktuellen globalen, regionalen und marktspezifischen Faktoren ab. Das Volumen unserer Geschäftstätigkeit ist mit der gesamtwirtschaftlichen Lage der einzelnen Länder und ihrer Handelsbeziehungen verknüpft. Die wirtschaftliche und politische Situation im In- und Ausland birgt - teilweise länderspezifische - Risiken für unsere Geschäftsentwicklung.

Wir erweitern ständig unser Produktportfolio, um auch in Nischenmärkte vorzudringen und individuellen Kundenwünschen gerecht zu werden. Dieser hohe Diversifikationsgrad ermöglicht es uns, Marktrisiken in einzelnen Absatzsegmenten durch Chancen in anderen Bereichen zu kompensieren und branchenspezifische Risiken zu minimieren.

Beschaffungsmarkt- und Lieferantenrisiken

Durch die kontinuierliche Beobachtung der Märkte, eine sorgfältige Lieferantenauswahl sowie langfristig ausgerichtete Rahmenvereinbarungen minimieren wir unsere Beschaffungsrisiken hinsichtlich Liefertreue und Kosten bei Rohstoffen und Waren. Um uns gegen Lieferengpässe abzusichern, Mengenvorteile wahrzunehmen und den Effekt eventuell steigender Einkaufspreise abzuschwächen, erhöhen wir gegebenenfalls kurz- bis mittelfristig die Lagerbestände. Preiserhöhungen der Rohstoffe werden nach Möglichkeit an die Kunden weitergegeben.

Um unseren hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden, ist eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten unerlässlich. Um das Risiko zu umgehen, von einigen wenigen Lieferanten abhängig zu werden, sind wir stets auf der Suche nach neuen Vertretungen. Transport- und Lagerrisiken haben wir zudem auf Versicherungsunternehmen übertragen.

Bonitäts- und Ausfallrisiken

Zur Reduzierung der Ausfallrisiken im Forderungsbestand werden die Bonität und das Zahlungsverhalten der Kunden laufend überwacht sowie entsprechende Kreditlimits festgelegt. Die Kreditgewährung an Kunden ist schriftlich in unserer Credit & Collection Policy geregelt. Risiken im Forderungsbereich werden durch Kreditversicherungen oder spezielle Zahlungsmodalitäten (Vorkasse, Akkreditive, usw.) sowie durch regresslose Forderungsverkäufe reduziert. Eine enge Zusammenarbeit mit Kreditversicherern, von denen wir fundierte Bonitätsbewertungen über unsere Kunden erhalten, sichert das Risiko des Forderungsausfalls bis auf den zu tragenden Selbstbehalt ab.

Finanzrisiken

Unser Unternehmen ist aufgrund seiner operativen Geschäftstätigkeit Risiken ausgesetzt, die aus der Veränderung von Wechselkursen, Rohstoff- und Energiepreisen sowie Zinssätzen herrühren.

Währungsrisiken entstehen überwiegend aus unserer internationalen Geschäftstätigkeit. In Deutschland werden Geschäfte nur in geringem Umfang in Fremdwährung - im Wesentlichen auf USD-Basis - abgewickelt. Gesellschaften in Ländern, die nicht zur EU-Währungsunion gehören, tätigen einen Großteil ihrer Einkäufe in EUR, während Verkäufe überwiegend in lokaler Währung erfolgen. Währungsrisiken werden teilweise durch Devisentermingeschäfte gesichert, teilweise durch Preisgleitklauseln gegenüber Kunden abgedeckt. Das Volumen der Sicherungsgeschäfte übersteigt jenes der Grundgeschäfte nicht. Zinsänderungsrisiken werden zentral von der Biesterfeld AG aus Hamburg gesteuert und überwacht.

Die mit unseren Kreditinstituten vereinbarten Zinsen berechnen sich i.d.R. auf Basis des EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) bzw. des LIBOR (London Interbank Offered Rate). Hier besteht allgemein ein Risiko bei steigenden Zinsen ebenso wie die Chance, von Zinssenkungen zu profitieren.

Gesamtwirtschaftliche und politische Risiken

Risiken hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sehen wir insbesondere in schwankenden Rohstoff- und Energiepreisen, daraus resultierenden Inflations- und Deflationstendenzen sowie in anhaltenden außenwirtschaftlichen Ungleichgewichten. Die Corona-Virus-Pandemie wird die weltweiten Handelsaktivitäten weiterhin beeinflussen, die Geschäftsentwicklung des Biesterfeld Konzerns hat sich im vergangenen Jahr als ausgesprochen robust erwiesen. Daher rechnen wir aufgrund der Corona-Virus-Pandemie aus heutiger Sicht nicht mit außergewöhnlichen Risiken. Die Entwicklung unserer Märkte wird sehr engmaschig und intensiv beobachtet, damit gegebenenfalls mit Maßnahmen operativ wie administrativ rasch auf Veränderungen reagiert werden kann.

Die beschriebenen Faktoren können Auswirkungen auf den Produktabsatz haben oder zu stärkeren Wechselkursänderungen führen. Politische Unsicherheiten und Spannungen können - besonders in den betroffenen Ländern, aber auch darüber hinaus - ebenfalls Einfluss auf unsere Geschäftsaktivitäten haben. Außerdem können sich Änderungen in der Gesetzgebung und bei Steuern oder Zöllen einzelner Länder negativ auf unsere Geschäftstätigkeit auswirken.

Aus den genannten Risiken könnten sich erhebliche Belastungen für die Biesterfeld-Gruppe ergeben. Um möglichst frühzeitig auf Veränderungen im Markt reagieren zu können, beobachten wir die Märkte, in denen wir agieren, die dortigen Gesetzgebungsmaßnahmen für Steuern und Zölle sowie die politische und wirtschaftliche Lage genau.

IT-Risiken

Für unsere IT-Systeme ist die ISO 9001-zertifizierte und IDW PS 951-geprüfte BIT-SERV GmbH, eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Biesterfeld AG, zuständig.

IT-Risiken entstehen durch die zunehmende Vernetzung unserer Systeme und durch unberechtigte Zugriffe von außen. Wir begegnen durch solche Angriffe verursachten Ausfallrisiken und möglichen Systemfehlern durch die Absicherung mit Firewall-Systemen, Datensicherungsmaßnahmen und Virenscannern sowie eingeschränkten Zugangs- und Zugriffsberechtigungen. Unsere Mitarbeiter werden regelmäßig über Risiken informiert und entsprechend geschult. Wir ergreifen weitreichende Maßnahmen, um den Datenschutz bezüglich interner Informationen und unserer Mitarbeiter zu gewährleisten. Im Rahmen unserer globalen IT-Strategie werden diese Risiken überwacht und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Liquiditätsrisiken

Der Biesterfeld AG als Konzernmuttergesellschaft und den einzelnen operativen Tochtergesellschaften stehen - neben dem Eigenkapital, Mitteln aus der Innenfinanzierung und finanziellen Mitteln von Investoren - ausreichende Kreditlinien bei den finanzierenden Banken zur Verfügung, die derzeit nicht annähernd ausgeschöpft werden. Insofern ist das Liquiditätsrisiko unter der Annahme eines erwarteten positiven und regulären Geschäftsverlaufs als sehr gering einzustufen.

Personalrisiken

Das Wissen und die Kompetenz unserer Mitarbeiter sind ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Entwicklung der Biesterfeld-Gruppe.

Dem Risiko der Mitarbeiterfluktuation begegnen wir durch eine vorausschauende Personal- und Nachfolgeplanung, um wichtiges Know-how über Märkte, Kunden und Produkte nicht zu verlieren. Weiterhin kann der zunehmende Fachkräftemangel ein Risiko für unser Unternehmen sein. Wir begegnen diesen Risiken durch die permanente Weiterbildung unseres Stammpersonals sowie durch Investitionen in neue hochqualifizierte Mitarbeiter und unsere zahlreichen Auszubildenden in verschiedenen Fachrichtungen.

Die Biesterfeld-Gruppe ist bestrebt, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, individuell auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter einzugehen und diese langfristig an das Unternehmen zu binden.

Qualitäts-, Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltrisiken

Aus der Distribution und dem Handel von Chemikalien und Kunststoffen ergeben sich Risiken, denen wir durch enge Sicherheitsvorkehrungen und die Einhaltung von Vorschriften und Gesetzen begegnen.

Um qualitätsrelevante Risiken von Beginn an zu minimieren, setzen wir auf namenhafte Lieferanten, die Mindeststandards erfüllen und ein Qualitätsmanagement, beispielsweise nach den anerkannten EN ISO 9000 ff.-Normen für Qualitätsmanagement, gewährleisten. Eine regelmäßige Bewertung unserer Lieferanten erfolgt im Rahmen der ISO-Normen. Neben der Produktqualität ist auch die Prozessqualität eine wesentliche Voraussetzung für die Kundenzufriedenheit. Wir sind daher stets bestrebt, die internen Abläufe weiter zu optimieren, diese bei Bedarf anzupassen und die Kostenstruktur effizient zu gestalten.

Rechtliche Risiken

Rechtliche Risiken können sich aus Klagen und Ansprüchen gegen die Biesterfeld-Gruppe ergeben. Hierzu zählen insbesondere Risiken aus Rechtstreitigkeiten mit Wettbewerbern, Lieferanten und Kunden sowie steuerrechtliche Risiken. Durch den Einsatz interner Fachexperten als auch die Inanspruchnahme externer Beratungsdienstleistungen soll ein möglicher Schaden für unser Unternehmen frühzeitig identifiziert und abgewehrt bzw. minimiert werden.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Auf der Basis der derzeit verfügbaren Informationen erwarten wir gegenwärtig und in absehbarer Zukunft weder gravierende Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage noch bestandsgefährdende Risiken für die Biesterfeld-Gruppe. Darüber hinaus sind wir überzeugt, den Herausforderungen, die sich aus den potenziellen Risiken ergeben, weiterhin erfolgreich begegnen zu können.

4.3 Darstellung der Chancen

Den oben genannten Risiken stehen zahlreiche Chancen und Entwicklungspotenziale entgegen. Auf unseren internationalen Absatzmärkten eröffnen sich stetig neue Chancen, beispielsweise durch Veränderungen in den Märkten, dem Produktportfolio von Lieferanten oder dem wachsenden Qualitäts- und Produktanspruch. Die Biesterfeld AG mit ihren Tochtergesellschaften räumt der sorgfältigen Auswahl ihrer Lieferanten und ihrer qualitativ hochwertigen Produkte eine hohe Priorität ein. In den meist langfristigen Lieferantenbeziehungen, seinem hohen Qualitätsanspruch und den individuell auf seine Kunden zugeschnittenen Leistungen sieht der Biesterfeld-Konzern die Basis für seinen Erfolg und für sein nachhaltiges Geschäftswachstum.

Die Biesterfeld-Gruppe ist durch ihre Zukunftsorientierung, ihre Flexibilität, ihre Erfahrungen während der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie durch ihr Risikomanagement- und Controlling-System auf mögliche negative Marktentwicklungen gut vorbereitet. Die internationale Präsenz der Unternehmensgruppe und die enge Vernetzung mit Lieferanten und Kunden ermöglichen ebenfalls eine frühzeitige Reaktion auf neue Herausforderungen sowie das Ergreifen neuer Chancen.

5. Prognosebericht

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts erwarten wir eine positive wirtschaftliche Entwicklung, sowohl gesamtwirtschaftlich als auch in unserem branchenspezifischen Umfeld. Obwohl das Jahr 2020 durch die noch anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt war, gehen wir für das laufende Geschäftsjahr 2021 von einer Zunahme unserer Geschäftsaktivitäten aus und rechnen weiterhin mit moderaten Wachstumsraten gegenüber dem Vorjahr.

Für das Geschäftsjahr 2021 sind wir insgesamt vorsichtig optimistisch. Konjunkturexperten erwarten in Deutschland ein starkes Wirtschaftswachstum nach dem Konjunktureinbruch infolge der Corona-Pandemie im Jahr 2020. Ob das Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 wieder Fahrt aufnimmt, ist abhängig von einer Vielzahl an Faktoren, wie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, Währungsschwankungen in Schwellenländern sowie von der wirtschaftlichen Stabilisierung größerer Volkswirtschaften, beispielsweise Brasilien, Indien und den Staaten des Nahen und Mittleren Ostens, die Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit unserer Lieferanten und das Kaufinteresse auf Seiten unserer Kunden haben kann.

Die Prognosen bleiben mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet. Die andauernde Wirtschaftsschwäche in einigen Schwellen- und Entwicklungsländern trägt ebenso wie die politische Situation, beispielsweise in Indien, einigen südamerikanischen Ländern und den Staaten des Mittleren und Nahen Ostens, zur Verunsicherung von Unternehmen und Konsumenten bei. Auch der Einfluss des Brexit und die damit verbundenen wirtschaftlichen und fiskalpolitischen Effekte könnten die gesamtwirtschaftliche Entwicklung nachhaltig beeinflussen. Fraglich bleiben auch jene Auswirkungen, die aus globalen Machtverschiebungen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und China, möglichen protektionistischen Maßnahmen sowie neuen Freihandelsabkommen resultieren könnten. Ebenso könnten branchenspezifische Marktveränderungen, insbesondere aufgrund der durchgeführten und angekündigten Fusionen im Chemiebereich, die unternehmerische Wirtschaftsleistung beeinflussen.

Insgesamt wird für die deutsche Inlandskonjunktur für das Jahr 2021 ein Wachstum von 3,5% (IWF; Januar 2021) erwartet.

Weltweit rechnet der Internationale Währungsfonds für das Jahr 2021 mit einem Wirtschaftswachstum von 5,5%. Die Prognosen für den Euroraum gehen von einem Wachstum in Höhe von 4,2% aus, für die Schwellen- und Entwicklungsländer wird ein Zuwachs von 6,3% prognostiziert (IWF, Januar 2021).

Das Wachstum der Vereinigten Staaten wird im Jahr 2021 mit geschätzten 5,1% über dem Vorjahreswert liegen (IWF, Januar 2021).

Der größte Risikofaktor für das weltweite Wachstum sind weiterhin die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit unterbrochenen Lieferketten und damit verbundenen Produktionsrückgängen, Nachfragerückgängen, Ausgangsbeschränkungen und Teil-Lockdowns.

Daneben zählen zu den wesentlichen Risikofaktoren für das Wachstum geopolitische Spannungen, insbesondere zwischen den USA und dem Iran beziehungsweise der Volksrepublik China. Diese könnten auch zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und seinen weiteren Handelspartnern führen und somit das globale Wachstum negativ beeinträchtigen. (IWF, Januar 2021).

Nachdem die Wachstumsraten nahezu aller europäischen Staaten im Jahr 2020 negativ waren, wird in diesen Ländern mit einem positiv stabilen Wachstum in den Jahren 2021 und 2022 gerechnet. Ebenso wird erwartet, dass das Wirtschaftswachstum zahlreicher Schwellen- und Entwicklungsländer im Jahr 2021 neuen Antrieb erhält und wieder positiver ausfallen wird: Indien 11,5%, Brasilien 3,6%, Mexiko 4,3% sowie die Staaten des Mittleren und Nahen Ostens 3,0%. Chinas Wachstum wird sich wieder beschleunigen und im Jahr 2021 auf 8,1% steigen. Insgesamt wird das weltweite Wachstum wieder zunehmen, jedoch verbunden mit einer Abschwächung der Steigerungsraten im Folgejahr (IWF, Januar 2021).

Der Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2021 - trotz der anhaltenden Unsicherheit auf den internationalen Märkten, die sich negativ auf das Geschäftswachstum auswirken kann - eine positive Unternehmens- und Geschäftsentwicklung. Aufgrund des nachhaltigen Geschäftsmodells und der Zukunftsorientierung sieht sich die Biesterfeld-Gruppe für künftige Herausforderungen gerüstet. Die Stärken der Unternehmensgruppe liegen neben dem stetigen Ausbau der internationalen Präsenz, der hohen Qualifikation ihrer Mitarbeiter und dem umfangreichen Markt-Know-how auch in der engen Vernetzung mit Lieferanten und Kunden in Industrie- und aufstrebenden Schwellenländern.

Der Biesterfeld-Konzern unterlegt seine rollierende Fünf-Jahres-Planung mit detaillierten Überlegungen und Einschätzungen zu den einzelnen Märkten und deren Entwicklungen. Unterstützt vom bereits erläuterten Wirtschaftswachstum in 2021 gehen wir in unserer Planung davon aus, dass die Weltwirtschaft sich weiter im Aufwärtstrend befinden wird und es in der Produktverfügbarkeit nur temporär zu Engpässen und damit verbundenen Preisanstiegen kommt.

Auf Basis unserer bisherigen Annahmen plant der Biesterfeld-Konzern in 2021 einen Umsatz von ca. 1.071 Mio. EUR zu erzielen. Im Folgejahr soll der Umsatz weiter auf 1.128 Mio. EUR ausgebaut werden. Zudem erwartet der Biesterfeld-Konzern im Geschäftsjahr 2021 ein EBIT in Höhe von etwa 39,8 Mio. EUR, im darauffolgenden Geschäftsjahr soll das EBIT auf 44,1 Mio. EUR gesteigert werden.

Die Finanzplanung für das Jahr 2021 erwartet Forderungsverkäufe mit einem Volumen von ca. 70 Mio. EUR, die im Rahmen des ABS-Programms getätigt werden. Diese Nutzung wird in den folgenden Jahren voraussichtlich auf einem stabilen Niveau verbleiben. Die Mittelfristplanung sieht als Folge des geplanten Umsatzwachstums eine Ausweitung des Working Capital vor. Weiterhin erwartet die Finanzplanung ein leicht ansteigendes Zinsniveau im Planungszeitraum.

Mit der Fokussierung auf unsere vier operativen Geschäftsbereiche zielen wir auf ein nachhaltiges und profitables Wachstum und damit die langfristige Steigerung des Unternehmenswertes. Wir generieren weiteres Wachstum über unsere internationale Präsenz, den stetigen Ausbau unseres Produktportfolios, die Übertragung weiterer Vertriebsmöglichkeiten sowie gegebenenfalls Akquisitionen und Kooperationen in neuen Bereichen und Märkten.

Das Wachstum der Geschäftsaktivitäten der Biesterfeld Plastic wird von einem regionalen wie internationalen Ausbau der Lieferanten, Kunden und des Produktportfolios sowie der Expansion auf international neue, sich nachhaltig spezialisierende, Absatzmärkte getragen. Eine konstante Nachfrageentwicklung in den Kernsegmenten, getragen von einer stabilen regionalen und globalen Konjunktur, unterstützt das angestrebte Wachstum. Mit der starken Unterstützung der Kernlieferanten, die ihre Marktanteile in den Kernmärkten zukünftig ausweiten, sowie dem Abschluss neuer Lieferantenverträge plant der Geschäftsbereich weitere Marktanteile hinzuzugewinnen und damit zukünftig ein nachhaltig überdurchschnittliches Wachstum im Vergleich zum Branchendurchschnitt zu generieren. Dabei profitiert der Geschäftsbereich weiterhin von der Konsolidierung der Distributionslandschaft in den Schlüsselmärkten und hebt damit weiteres Wachstumspotential. Der für den Geschäftsbereich Biesterfeld Plastic geplante Umsatz für das Jahr 2021 beträgt 632,9 Mio. EUR.

Für den Geschäftsbereich Biesterfeld Spezialchemie eröffnen sich stetig neue Chancen auf den Absatzmärkten, etwa durch Veränderungen in den Märkten oder dem Produktportfolio von Lieferanten. Dank des gesamteuropäischen Netzwerks sowie des breiten Produktportfolios ist Biesterfeld Spezialchemie gut im Wettbewerb aufgestellt und kann die zunehmend komplexen Lieferanten- und Kundenanforderungen meistern. Für 2021 erwartet der Geschäftsbereich ein nachhaltiges Wachstum der Geschäftsaktivitäten, welches durch das 2020 eröffnete Lab and Innovation Center unterstützt wird. Aufgrund der dargelegten Entwicklung plant der Geschäftsbereich Biesterfeld Spezialchemie für das Jahr 2021 einen Umsatz von 265,0 Mio. EUR.

Im Geschäftsbereich Biesterfeld Performance Rubber sollen bestehende Lieferbeziehungen verstärkt und Partnerschaften zu neuen Lieferanten aufgebaut werden, um ein profitables Wachstum auf bestehenden und neuen Märkten und mit neuen Produkten zu erzielen. Synergien innerhalb der Biesterfeld-Gruppe sollen dazu ebenso genutzt werden wie die vorliegenden Wachstumschancen auf den internationalen Kautschukmärkten. Aufbauend auf einer starken technischen Kompetenz und dem Know-how der Mitarbeiter soll das Produkt- und Länderportfolio weiter verfeinert werden und ein Fokus auf Großkunden und Volumenprodukte gelegt werden. Der für den Geschäftsbereich Biesterfeld Performance Rubber geplante Umsatz für das Jahr 2021 beträgt 46,1 Mio. EUR.

Der Geschäftsbereich Biesterfeld International sieht vor, sein gestrafftes internationales Unternehmensnetz zu nutzen und die bestehenden Synergien mit den weiteren Tochtergesellschaften der Biesterfeld-Gruppe in Zukunft zu verstärken. Nach wie vor strebt der Geschäftsbereich an, seine globale Präsenz gewinnbringend zu nutzen. Bei erwarteten nur moderaten Wachstumsraten in den Hauptabnehmerländern und mit einem stärker fokussierten Produktportfolio wird für das Geschäftsjahr 2021 ein Umsatz von 127,7 Mio. EUR erwartet.

Zusammenfassend liegen unserer Planung die folgenden Annahmen zugrunde:

moderates Wachstum der Wirtschaft in den nächsten Jahren

nur geringfügige Beeinflussung regionaler Aktivitäten durch negative politische Entwicklungen sowie durch bestehende und neue Freihandelsabkommen und Handelsallianzen

stabile Gemeinschaftswährung im Euro-Raum

mittelfristig nur leicht steigendes Zinsniveau im USD- und Euro-Raum

Erhebliche Abweichungen von diesen Annahmen hätten einen entsprechenden Einfluss auf die Geschäftsentwicklung des Biesterfeld Konzerns, ohne dass hierdurch - auf Basis der derzeit verfügbaren Informationen - existenzgefährdende Risiken zu erwarten sind.

 

Hamburg, den 19. März 2021

Biesterfeld AG

Thomas Arnold, Vorstandsvorsitzender

Carsten Harms, Vorstand

Kai Froböse, Vorstand

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020

AKTIVSEITE

31.12.2020 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.723.084,74 2.502.778,60
2. Geschäfts- oder Firmenwert 28.092.986,11 30.331.389,24
3. geleistete Anzahlungen 677.629,21 666.611,81
32.493.700,06 33.500.779,65
II. Sachanlagevermögen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.754.162,75 1.843.156,14
2. Technische Anlagen und Maschinen 158.992,18 174.728,85
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.580.219,98 3.763.395,54
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.020,58 26.963,65
5.501.395,49 5.808.244,18
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 11.633,92 15.718,88
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 30.827,68 30.792,10
3. Sonstige Ausleihungen 132.774,00 132.979,00
175.235,60 179.489,98
38.170.331,15 39.488.513,81
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Fertige Erzeugnisse und Waren 145.568.574,87 175.573.428,24
2. Geleistete Anzahlungen 6.495.900,90 2.992.711,27
152.064.475,77 178.566.139,51
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 104.615.414,58 122.587.279,83
2. Sonstige Vermögensgegenstände 11.148.951,88 14.180.789,91
115.764.366,46 136.768.069,74
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 82.329.613,85 42.116.823,64
350.158.456,08 357.451.032,89
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 1.209.588,53 1.222.383,97
D. LATENTE STEUERN 18.295,86 18.295,86
389.556.671,62 398.180.226,53

PASSIVSEITE

31.12.2020 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 2.841.670,00 2.841.670,00
II. Kapitalrücklage 6.259.253,00 6.259.253,00
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 284.167,00 284.167,00
2. Satzungsmäßige Rücklagen 25.529,40 25.529,40
3. Andere Gewinnrücklagen 15.543.509,10 14.406.305,09
15.853.205,50 14.716.001,49
IV. Ausgleichsposten aus der Kapitalkonsolidierung 7.500,00 7.500,00
V. Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung (7.565.293,60) (3.249.667,93)
VI. Nicht beherrschende Anteile 4.191.047,06 4.022.147,26
VII. Konzernbilanzgewinn 111.611.221,60 101.588.306,15
133.198.603,56 126.185.209,97
VIII. Genussrechtskapital 20.000.000,00 20.000.000,00
153.198.603,56 146.185.209,97
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 12.321.124,54 12.995.834,62
2. Steuerrückstellungen 3.114.749,83 1.986.897,45
3. Sonstige Rückstellungen 11.681.507,78 11.106.076,60
27.117.382,15 26.088.808,67
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 99.504.518,92 111.460.433,52
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.672.295,72 1.121.304,21
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 83.612.905,56 83.958.752,01
4. Sonstige Verbindlichkeiten 23.994.962,22 28.904.023,59
208.784.682,42 225.444.513,33
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 159.268,12 132.971,36
E. LATENTE STEUERN 296.735,37 328.723,20
389.556.671,62 398.180.226,53

Konzerngewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

2020 Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 1.033.690.664,79 1.148.608.987,99
2. sonstige betriebliche Erträge 23.963.283,44 17.418.105,86
1.057.653.948,23 1.166.027.093,85
3. Materialaufwand
Aufwand für bezogene Waren (867.922.746,88) (971.955.038,37)
189.731.201,35 194.072.055,48
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter (54.784.868,10) (53.952.414,12)
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersvorsorge (11.020.503,21) (11.400.787,75)
- davon für Altersversorgung: EUR 1.774.616,42 (Vorjahr: EUR 2.374.111,91)
(65.805.371,31) (65.353.201,87)
5. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (4.900.547,17) (4.384.909,17)
6. sonstige betriebliche Aufwendungen (76.180.576,20) (76.309.361,85)
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 598.324,71 688.944,02
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (5.078.333,26) (6.344.951,70)
(4.480.008,55) (5.656.007,68)
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (10.595.653,22) (12.744.867,60)
- davon Ertrag aus latenten Steuern EUR 31.987,83 (Vorjahr Ertrag : EUR 33.401,67)
10. Ergebnis nach Steuern 27.769.044,90 29.623.707,31
11. sonstige Steuern (209.993,26) (250.189,80)
12. Konzernjahresüberschuss 27.559.051,64 29.373.517,51
13. Gewinnvortrag 101.588.306,15 91.499.455,61
14. Ergebnisanteil Dritter (1.711.135,79) (1.358.488,86)
15. Gewinnausschüttung (13.233.468,95) (19.891.689,99)
16. Entnahme aus/Einstellung in die anderen Gewinrücklagen (2.591.531,45) 1.965.511,88
17. Konzernbilanzgewinn 111.611.221,60 101.588.306,15

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

1. Allgemeine Angaben und Grundlagen der Rechnungslegung

Die Biesterfeld AG, Hamburg, ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg unter HRB 90396 eingetragen.

Der Konzernabschluss und die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse der Einzelgesellschaften werden nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Der Anhang enthält die erforderlichen Einzelangaben bzw. entsprechenden Erläuterungen. Sofern nicht ausdrücklich anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Tausend EUR (TEUR).

Die Offenlegungen des Konzernabschlusses und des Einzelabschlusses der Biesterfeld AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 erfolgen im Bundesanzeiger. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes ist Bestandteil des Anhangs.

2. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden die Biesterfeld AG und ihre Tochterunternehmen einbezogen. Tochterunternehmen sind Gesellschaften, bei denen die Biesterfeld AG mittelbar oder unmittelbar die Stimmrechtsmehrheit hält oder die einheitliche Leitung ausübt.

Gemeinschaftsunternehmen werden quotal in den Konzernabschluss einbezogen.

Der Konsolidierungskreis ist der nachfolgenden Aufstellung zu entnehmen.

Aufstellung des Anteilsbesitzes

Verbundene Unternehmen Sitz % Anteil am Kapital
A. Tochtergesellschaften
Kapitalgesellschaften mit Ergebnisabführungsvertrag
Biesterfeld Plastic GmbH Hamburg 100,00
Biesterfeld Spezialchemie GmbH Hamburg 100,00
Biesterfeld International GmbH Hamburg 100,00
BIT-SERV GmbH Hamburg 100,00
Biesterfeld Internationale Beteiligungen GmbH Hamburg 100,00
Biesterfeld Performance Rubber GmbH Hamburg 100,00
Biesterfeld ChemLogS GmbH Hamburg 100,00
Kapitalgesellschaften ohne Ergebnisabführungsvertrag
Biesterfeld Spezialchemie Verwaltung GmbH ****) Hamburg 100,00
B. Enkelgesellschaften
zu Biesterfeld Plastic GmbH
Biesterfeld Polska Sp. z o.o. Warschau 100,00
Biesterfeld Plastic Benelux B.V. Culemborg 100,00
Biesterfeld Interowa GmbH Wien 100,00
Biesterfeld Interowa GmbH & Co. KG Wien 100,00
Biesterfeld Petroplas Ltd. Abingdon 51,00
Biesterfeld Plastic Suisse AG Liestal 60,00
Biesterfeld Nordic AB **) Malmö 100,00
zu Biesterfeld Interowa GmbH & Co. KG
Biesterfeld Plastic Hellas A.E. Athen 100,00
zu Biesterfeld Spezialchemie GmbH
Biesterfeld Spezialchemie d.o.o. Zagreb 100,00
Biesterfeld Speciális Kemikáliák Magyarország Kft. Budapest 100,00
Biesterfeld Silcom s.r.o. Prag 51,00
Biesterfeld Chemia Specjalna Sp. z o.o. Warschau 100,00
LLC Biesterfeld Spezialchemie Ukraine Kiew 100,00
Biesterfeld Spezialchemie Austria GmbH Wien 100,00
Biesterfeld Spezialchemie Austria GmbH & Co. KG Wien 100,00
Biesterfeld Helvetia AG Liestal 100,00
000 Biesterfeld Spezialchemie Rus Moskau 100,00
MILAR Sp. z o.o. Grodzisk Mazow 85,00
zu Biesterfeld Silcom s.r.o.
Biesterfeld Silcom Slovakia s.r.o. Bratislava 100,00
zu Biesterfeld International GmbH
Biesterfeld Asia Pacific Ltd. Hong Kong 100,00
Biesterfeld U.S. Inc. Fort Lauderdale 100,00
Biesterfeld do Brasil Ltda. Sao Paulo 99,94
CHEMPRO Chemikalien-Exportgesellschaft mbH Hamburg 100,00
Alfredo F.B. Kladt GmbH Hamburg 100,00
Chemische Produkten Gesellschaft mbH Hamburg 100,00
Biesterfeld International Kimya San.Tic.Ltd.Sti. Istanbul 70,00
Biesterfeld International Polska Sp. z o.o. Warschau 100,00
Biesterfeld International (Thailand) Ltd. *) Bangkok 48,99
zu Biesterfeld US Inc.
Biesterfeld Centro America S.A. Guatemala 99,00
Importadora Y Exportadora Biesterfeld Boliviana S.A. La Paz 98,57
zu Biesterfeld Internationale Beteiligungen GmbH ***)
Biesterfeld France S.ä.r.L. Rueil-Malmaison 100,00
Biesterfeld Iberica S.L.U. Sant Just Desvern 100,00
Lindberg & Lund AS Vestby 100,00
Biesterfeld Shanghai Co. Ltd. Shanghai 100,00
zu Lindberg & Lund AS
Lindberg & Lund Oy AB Parainen 100,00
ABIC Kemi AB Norrköping 100,00

* Stimmrechtsmehrheit
** Die Biesterfeld Nordic Oy, Finnland, ist in 2020 als übertragender Rechtsträger mit der Biesterfeld Nordic AB verschmolzen.
*** Die ORBIS Chemikalien-Exportgesellschaft mbH ist in 2020 als übertragender Rechtsträger mit der Biesterfeld Internationale Beteiligungen GmbH verschmolzen.
**** Die Biesterfeld Spezialchemie Verwaltung GmbH wurde in 2020 an die Biesterfeld AG verkauft; im Geschäftsjahr 2021 erfolgte die Umfirmierung in b.yond ventures GmbH
***** Die Rohphosphat H. Huckfeldt GmbH & Co. KG ist in 2020 gelöscht worden.

Wesentliche Beteiligungen Sitz % Anteil am Kapital
zu Biesterfeld Plastic GmbH
Biesterfeld Polybass Spa *) Mailand 50,00
Biesterfeld Plastik Ticaret A.S. *) Istanbul 50,00
Biesterfeld Simko Distribuicao S.A. *) Sao Paulo 50,00
zu Biesterfeld Spezialchemie GmbH
Biesterfeld Özel Kimyasallar Ticaret A.S. *) Istanbul 50,00
Biesterfeld Polychem S.r.l. *) Mailand 50,00

*) quotale Einbeziehung

3. Konsolidierungsmethoden

Stichtag des Konzernabschlusses und der einbezogenen Einzelabschlüsse

Der Konzernabschluss basiert auf den Einzelabschlüssen der Biesterfeld AG und der einbezogenen Tochterunternehmen. Sie sind auf den Stichtag 31. Dezember 2020 erstellt.

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für alle Erstkonsolidierungen vor dem 1. Januar 2010 nach der Buchwertmethode. Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem Buchwert des anteiligen Eigenkapitals des Tochterunternehmens grundsätzlich zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung verrechnet. Unterschiedsbeträge aus dieser Verrechnung werden den Bilanzposten der Tochterunternehmen unter Beachtung der im Konzern geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze bis zur Höhe ihrer Zeitwerte zugeordnet. Danach verbleibende aktivische Unterschiedsbeträge werden aktiviert und im Allgemeinen über eine Zeitdauer von 15 Jahren erfolgsneutral mit den Rücklagen verrechnet. Gemeinschaftsunternehmen werden anteilsmäßig konsolidiert. Für alle Erwerbe ab dem 1. Januar 2010 wird die Neubewertungsmethode angewendet. Dabei wird das Eigenkapital mit dem Betrag angesetzt, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entspricht, der zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss maßgebend ist. Ein nach Verrechnung verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Es erfolgt eine erfolgswirksame Erfassung der Abschreibung auf aktivische Unterschiedsbeträge. Die quotal konsolidierten Unternehmen werden mit dem Anteil der Stimmrechte konsolidiert.

Für nicht dem Mutterunternehmen gehörende Anteile an den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurde innerhalb des Eigenkapitals ein Ausgleichsposten "Nicht beherrschende Anteile" gebildet.

Werden nach Erlangung des beherrschenden Einflusses weitere Anteile an einem Tochterunternehmen erworben, ohne dass der Status als Tochterunternehmen verloren geht, werden die diese Transaktionen als Kapitalvorgang abgebildet. Dabei werden die Anschaffungskosten der weiteren Anteile mit dem hierauf entfallenden Anteil anderer Gesellschafter am Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile verrechnet und ein gegebenenfalls entstehender Unterschiedsbetrag erfolgsneutral mit dem Konzerneigenkapital verrechnet.

Schuldenkonsolidierung

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert. In Einzelabschlüssen vorgenommene Wertberichtigungen und Abschreibungen auf diese Forderungen werden zugunsten des konsolidierten Jahresüberschusses zurückgenommen oder, wenn aus Konzernsicht Risiken bestehen, in die Rückstellung umgestellt. Die Forderungen und Verbindlichkeiten der quotal konsolidierten Unternehmen wurden mit den entsprechenden Quoten eliminiert.

Behandlung von Zwischenergebnissen

Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen, die noch nicht durch Umsätze mit Dritten realisiert sind, werden im Konzernabschluss grundsätzlich eliminiert, wenn es sich um wesentliche Beträge handelt.

Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Umsatzerlöse aus Innenlieferungen und sonstige konzerninterne Erträge werden mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet.

Währungsumrechnung

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Im Konzernabschluss werden deshalb die Aufwendungen und Erträge aus Abschlüssen von Tochtergesellschaften, die in fremder Währung erstellt sind, zum Jahresdurchschnittskurs, Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs umgerechnet. Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird mit dem Eigenkapital verrechnet. Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn- und Verlustrechnung resultieren, werden erfolgswirksam erfasst.

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung entstehende wechselkursbedingte Aufrechnungsdifferenzen haben keine Auswirkung auf das Konzernergebnis und werden erfolgsneutral im Posten Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung ausgewiesen.

In den Einzelabschlüssen werden gemäß § 256 a HGB auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit kleiner als ein Jahr zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

Speziell gesicherte Forderungen oder Verbindlichkeiten werden zum Sicherungskurs angesetzt. Geldbestände und Bankguthaben in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

Eine Konzerngesellschaft hat zur Absicherung gegen Fremdwährungsrisiken abgeschlossene Devisentermingeschäfte mit den Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst.

Um Fremdwährungsrisiken zu vermeiden, hat die Gesellschaft im Jahr 2020 diverse Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Die USD-Forderungen der Gesellschaft in Höhe von 42,5 Mio. USD werden in Form von Makro-Hedges mit den zur Verhinderung von Währungsrisiken abgeschlossenen Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die zukünftigen positiven und negativen Zahlungsströme und Marktwertveränderungen der Grund- sowie der Sicherungsgeschäfte werden sich innerhalb der nächsten acht Monate in voller Höhe ausgleichen, da die wesentlichen Parameter der Sicherungsgeschäfte (u.a. Betrag, Fälligkeit und Währung) mit den Forderungen übereinstimmen.

Alle übrigen Bilanzpositionen dieser Gesellschaften in Fremdwährungen werden mit dem Stichtagskurs für das Jahr 2020 bewertet. Entsprechende EUR-Abweichungen werden im Jahresabschluss berücksichtigt.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen stellen sich im Verhältnis zu 1 Euro wie folgt dar:

ISO Code Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.12.2020 Vorjahr 2020 Vorjahr
US Dollar USD 1,228 1,119 1,142 1,120
Hongkong Dollar HKD 9,521 8,713 8,858 8,773
Ungarischer Forint HUF 364,590 330,710 351,120 325,302
Kroatische Kuna HRK 7,546 7,449 7,538 7,418
Tschechische Krone CZK 26,250 25,460 26,444 25,671
Ukrainische Griwna UAH 34,638 26,422 30,779 28,953
Polnischer Zloty PLN 4,527 4,259 4,442 4,299
Schweizer Franken CHF 1,086 1,087 1,071 1,113
Türkische Lire TRY 9,032 6,657 8,049 6,353
Britisches Pfund GBP 0,903 0,852 0,889 0,878
Brasilianischer Real BRL 6,357 4,513 5,885 4,412
Chinesischer Renminbi Yuan CNY 8,013 7,818 7,874 7,735
Norwegische Krone NOK 10,547 9,846 10,720 9,851
Russische Rubel RUB 91,885 69,278 82,673 72,494
Thailändische Baht THB 36,769 33,472 35,699 34,771
Schwedische Krone SEK 10,057 10,440 10,486 10,587

4. Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der Biesterfeld AG wenden wir auch für den Konzernabschluss an. Wertansätze aus Abschlüssen einbezogener Tochterunternehmen, die wesentlich von den konzerneinheitlichen Grundsätzen abweichen, werden entsprechend angepasst.

Von dem Wahlrecht zum Ansatz aktiver latenter Steuern aufgrund sich ergebender Steuerentlastungen wird grundsätzlich kein Gebrauch gemacht. Um die Ausübung dieses Wahlrechts im Konzern einheitlich auszuüben, wurde auf den Ansatz der aktiven latenten Steuern bei den Tochtergesellschaften verzichtet.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Für erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte wird eine Nutzungsdauer von 15 Jahren angesetzt. Eine Abschreibung dieser Werte über diesem Zeitraum spiegelt auch weiterhin die Nachhaltigkeit wider, da die erworbenen Geschäfts- und Firmenwerte grundsätzlich durch den Eintritt bzw. die Ausweitung in Marktsegmente entstehen. Sofern hiervon im Einzelfall abgewichen wird, ist dies ausdrücklich vermerkt.

Software-Lizenzen werden über drei bis fünf Jahre abgeschrieben.

Verschiedene Vertriebsrechte werden über fünf Jahre abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Abschreibungen des Sachanlagevermögens erfolgen nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Dabei wurden auf Zugänge im Geschäftsjahr im Inland als Grundlage für die Einschätzung der Nutzungsdauer die aktuellen AfA-Tabellen angewendet. Soweit steuerlich zulässig, wird für bewegliche Anlagegüter, die vor dem 1. Januar 2008 angeschafft wurden, die degressive Abschreibungsmethode angewandt. Alle übrigen Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Bei degressiv abgeschriebenen beweglichen Anlagegütern wird auf die lineare Abschreibung übergegangen, wenn diese zu höheren Abschreibungen führt.

Im Ausland wird überwiegend linear abgeschrieben. Eine Anpassung nach deutschem Recht erfolgte nicht, da die Sachanlagen im Ausland eine untergeordnete Bedeutung haben. Wenn eine Wertminderung von Dauer ist, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Für die abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten über EUR 250,00 liegen und den Betrag von EUR 1.000,00 nicht überschreiten, wird nach § 6 Abs. 2 a EStG ein Sammelposten gebildet, der über 5 Jahre mit jeweils 20 % linear abgeschrieben wird. Falls ein Wirtschaftsgut aus dem Unternehmen ausscheidet, wird der Sammelposten nicht vermindert.

Die Finanzanlagen sind mit dem Nennwert bilanziert.

Vorräte sind zu Anschaffungskosten nach der Durchschnittsmethode bewertet. Niedrigere Wiederbeschaffungskosten oder realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Abschreibungen auf den niedrigsten Wert berücksichtigt. Abwertungen werden für Bestandsrisiken, die sich aus erhöhter Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben vorgenommen.

In den Vorräten sind drei Grundstücke und diverse Gebäudeteile enthalten, die nicht mehr zum notwendigen Betriebsvermögen gehören und aus dem Anlagevermögen ausgegliedert wurden. Bei der Bewertung der Grundstücke wird darauf geachtet, dass die erzielbaren Bodenrichtwerte nicht überschritten werden. Es besteht die Absicht, diese Grundstücke zu verkaufen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind im Wesentlichen zum Nennwert angesetzt. Die Bewertung erfolgt durch anerkannte Methoden. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch eine pauschale Wertberichtigung Rechnung getragen.

Für sieben vollkonsolidierte Unternehmen wurden Rahmenverträge über Asset-Backed-Securities (ABS)-Transaktionen abgeschlossen. Diese sehen vor, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über die Biesterfeld AG an eine Ankaufsgesellschaft der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zum ausstehenden Nominalbetrag abzüglich eines Abschlags veräußert werden. Es bestehen zwei Kaufverträge (einer für die in USD denominierten Forderungen und einer für die in EUR denominierten Forderungen).

Einer der wichtigsten Vorteile von ABS ist die Freisetzung liquider Mittel durch den Forderungsverkauf und die Übertragung aller Forderungsausfallrisiken auf die Ankaufsgesellschaft. Gleichzeitig kann das Liquiditätsrisiko gesenkt werden, weil die liquiden Mittel dem Unternehmen unabhängig von möglichen Zahlungsverzögerungen seiner Kreditnehmer zufließen. Die Rückführung von Verbindlichkeiten verringert den Verschuldungsgrad. Ferner lässt sich die Bilanz- und Kapitalstruktur verbessern. Allerdings erfordern ABS-Transaktionen komplexe ablauforganisatorische Prozesse und ein intensives Monitoring und Reporting. Hierdurch wird implizit eine qualitative Verbesserung des Forderungsmanagements erreicht.

Wertaufholungen im Bereich des Anlage- und Umlaufvermögens nehmen wir vor, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bewertet.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden mit ihrem Nominalwert bewertet.

Die Rückstellungen werden auf der Grundlage des § 253 HGB ermittelt. Anzusetzen ist hierbei der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendige Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 HGB. Alle Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst (§ 253 Abs. 2 HGB). Dabei wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei den langfristigen Personalrückstellungen pauschal eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen erfolgte nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der sog. "Projected-Unit-Credit-Methode" (Anwartschaftsbarwertverfahren). Der Rückstellungsbetrag gemäß der Projected-Unit-Credit-Methode ist definiert als der versicherungsmathematische Barwert der Pensionsverpflichtungen, der von den Mitarbeitern bis zu diesem Zeitpunkt gemäß Rentenformel und Unverfallbarkeitsregelung aufgrund ihrer in der Vergangenheit abgeleisteten Dienstzeiten erdient worden ist. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Dr. Klaus Heubeck angewandt. Der Gehalts- und Rententrend wurde mit jeweils 1,75 % p.a. angenommen. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt und dafür der von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 2,31 % angesetzt (im Vorjahr: 2,71 %).

Die handelsrechtliche Bewertung von Verpflichtungen aus Jubiläumszusagen erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB). Bewertungstechnisch stellt der notwendige Erfüllungsbetrag den Erwartungswert der Jubiläumsleistung unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag vorliegenden Erkenntnisse dar. Als versicherungsmathematisches Bewertungsverfahren wird das Anwartschaftsbarwertverfahren verwendet. Der zugrunde liegende Rechnungszinssatz wurde gemäß den Vorschriften der Rückstellungsabzinsungsverordnung ermittelt und beträgt 1,60 % (im Vorjahr: 1,96 %). Es wurden die "Richttafeln 2018 G" von Dr. Klaus Heubeck angewandt.

Verbindlichkeiten sind gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die aktiven und passiven latenten Steuern ergeben sich, bedingt durch unterschiedliche Wertansätze in der Steuerbilanz und Handelsbilanz, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Die Bewertung erfolgt anhand der unternehmensindividuellen Steuersätze.

Die ausgewiesenen latenten Steuern resultieren aus den HBII-Anpassungen. Darüber hinaus wurden im Jahr 2013 im Rahmen der Erstkonsolidierung der Küttner GmbH, Römerberg, passive latente Steuer (TEUR 636) auf erworbene immaterielle Vermögensgegenstände gebildet, welche seitdem über einen Zeitraum von 15 Jahren aufgelöst werden.

5. Erläuterungen zur Konzernbilanz

Immaterielle Vermögensgegenstände

Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Geschäfts-/ Firmenwert geleistete Anzahlungen Gesamt
in TEUR
Anschaffungskosten
Anfangsbestand 01.01.2020 8.576 62.056 667 71.298
Zugänge 1.418 1.201 669 3.288
Abgänge 47 311 1 359
Umbuchungen 657 0 -657 0
Währungsveränderungen -160 -24 0 -184
Endstand 31.12.2020 10.444 62.922 678 74.044
Abschreibungen
Anfangsbestand 01.01.2020 6.073 31.724 0 37.798
Zugänge 847 3.127 0 3.974
Abgänge 46 6 0 52
Umbuchungen 0 0 0 0
Währungsveränderungen -153 -16 0 -169
Endstand 31.12.2020 6.721 34.829 0 41.550
Bilanzwert 31.12.2020 3.723 28.093 678 32.494
Bilanzwert 31.12.2019 2.503 30.331 667 33.501

Sachanlagen

in TEUR Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungskosten
Anfangsbestand 01.01.2020 10.113 4.221 14.476 27 28.836
Zugänge 3 5 1.117 8 1.133
Abgänge 0 2 311 0 313
Umbuchungen 0 0 27 -27 0
Währungsveränderungen -10 -2 -227 0 -240
Endstand 31.12.2020 10.106 4.222 15.081 8 29.416
Abschreibungen
Anfangsbestand 01.01.2020 8.270 4.046 10.712 0 23.028
Zugänge 85 19 824 0 927
Abgänge 0 2 283 0 285
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsveränderungen -3 0 247 0 245
Endstand 31.12.2020 8.352 4.063 11.500 0 23.915
Bilanzwert 31.12.2020 1.754 159 3.580 8 5.501
Bilanzwert 31.12.2019 1.843 174 3.763 27 5.808

Finanzanlagen

in TEUR Beteiligungen an sonstigen Unternehmen Wertpapiere des Anlagevermögens Sonstige Ausleihungen Gesamt
Anschaffungskosten
Anfangsbestand 01.01.2020 16 31 149 196
Zugänge 0 0 0 0
Abgänge 4 0 0 4
Umbuchungen 0 0 0 0
Konzernkreisveränderungen 0 0 0 0
Währungsveränderungen 0 0 0 0
Endstand 31.12.2020 12 31 149 192
Abschreibungen
Anfangsbestand 01.01.2020 0 0 17 17
Zugänge 0 0 0 0
Abgänge 0 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0 0
Konzernkreisveränderungen 0 0 0 0
Währungsveränderungen 0 0 0 0
Endstand 31.12.2020 0 0 17 17
Bilanzwert 31.12.2020 12 31 133 175
Bilanzwert 31.12.2019 16 31 133 179

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände weisen in Höhe von TEUR 114 (Vorjahr: TEUR 92) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.

Latente Steuern

Die Berechnung der latenten Steuern beruht auf den temporären Unterschieden zwischen den Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise gemäß § 274 HGB. Bei der Berechnung der latenten Steuern wurde ein Gesamtsteuersatz von 29,2 % zugrunde gelegt.

Die ausgewiesenen latenten Steuern resultieren im Wesentlichen auf Konsolidierungsmaßnahmen in Höhe von TEUR 18 (aktive) und TEUR 297 (passive).

Eigenkapital

Bezüglich der Veränderungen verweisen wir auf den Konzerneigenkapitalspiegel. Der am Stichtag zur Ausschüttung an die Gesellschafter zur Verfügung stehende Betrag entspricht aufgrund gesellschaftsrechtlicher Bestimmungen dem durch den Vorstand unterbreiteten Gewinnverwendungsvorschlag in Höhe von EUR 14.208.350,00.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt EUR 2.841.670,00, welches in 2.841.670 auf den Namen lautende Stückaktien ohne Nennwert eingeteilt ist.

Genussrechte

Die Biesterfeld AG hat per 1. Juli 2015 insgesamt 400 auf den Namen lautende Genussrechte im Gesamtnennbetrag von EUR 20.000.000,00 emittiert. Der Nennbetrag des einzelnen Genussrechts beträgt EUR 50.000. Es handelt sich um nicht verbriefte Genussrechte, die nicht an einem etwaigen Liquidationserlös teilhaben.

Die Genussrechte gewähren einen jährlichen Gewinnausschüttungsanspruch und einen Rückzahlungsanspruch bei Fälligkeit der Genussrechte. Sie sind vom Einzahlungstermin an ausschüttungsberechtigt; die ordentliche Laufzeit endet am 30. Juni 2022. Die Genussrechte nehmen an einem Verlust des Biesterfeld-Konzerns teil. Sie gewähren Gläubigerrechte, jedoch keine Teilnahme-, Mitwirkungs- und Stimmrechte in der Hauptversammlung. Im Falle der Insolvenz oder der Liquidation der Gesellschaft werden die Ansprüche der Inhaber der Genussrechte vorrangig vor den Gesellschaftern, jedoch nachrangig nach allen anderen Gläubigern der Gesellschaft bedient.

Als Gewinnausschüttungsanspruch ist für jedes volle Jahr ein fester Prozentsatz des ursprünglichen, d.h. des nicht um eine Verlustteilnahme geminderten Nennbetrags des Genussrechts vereinbart. Ist das Konzernergebnis vor Genüssen negativ, so entfällt der Gewinnausschüttungsanspruch für das betreffende Jahr. Es ist jedoch in den folgenden Jahren nachzuzahlen, wenn und soweit in diesen Geschäftsjahren das Konzernergebnis vor Genüssen und nach Bedienung etwaiger Wiederauffüllungsansprüche den Betrag des unverminderten Gewinnausschüttungsanspruchs übersteigt und das Eigenkapital der Gesellschaft infolge der Ausschüttung den Nennwert des Grundkapitals nicht unterschreiten würde. Der Nachzahlungsanspruch wird ebenfalls verzinst.

Die laufende Vergütung dieses Genussrechts und ein vorheriges Genussrechts wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen erfasst und beträgt im Geschäftsjahr 2020 EUR 1,5 Mio.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Verpflichtungen aus Pensionszusagen sind teilweise durch Vermögensgegenstände gesichert. Die Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Nach den BilMoG-Bestimmungen (§ 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wird eine Verrechnung vorgenommen. Der Zeitwert der Vermögensgegenstände beträgt TEUR 3.196. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf TEUR 2.639 (Vorjahr TEUR 2.597). Die Bewertung erfolgt nach allgemein anerkannten Bewertungsverfahren.

In TEUR Verpflichtungs-Sollwert Deckungsvermögen Verbrauch Auflösung Zuführung Netto-Bilanzausweis
Stand am 01.01.2020 17.452 -3.179 -4.949 -643 4.315 12.996
1) Aufwendung aus Altersversorgung -29 399 370
2) Zinsaufwand 381 381
3) Zinsaufwand Änderung aus der Abzinsung 420 420
4) Wertänderung
Deckungsvermögen 28 28
5) Zuf./Entnahme Deckungsvermögen -42 -42
6) Zahlung von Versorgungsleistungen -1.513 -1.513
7) Verstorbene -319 -319
Stand am 31.12.2020 17.451 -3.193 -6.462 -991 5.515 12.321

Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 809. Dieser Unterschiedsbetrag ist für die Ausschüttung gesperrt.

Andere Rückstellungen

TEUR 31.12.2020 Vorjahr
Steuerrückstellungen 3.115 1.987
Sonstige Rückstellungen 11.682 11.106
14.797 13.093

Die Sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalverpflichtungen sowie ausstehende Rechnungen.

Verbindlichkeiten

31.12.2020 davon Restlaufzeit Vorjahr davon Restlaufzeit
TEUR Gesamt bis 1 Jahr zwischen 1 und 5 Jahren mehr als 5 Jahre Gesamt bis 1 Jahr zwischen 1 und 5 Jahren mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 99.505 25.585 60.120 13.800 111.460 19.460 34.000 58.000
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.672 1.672 0 0 1.121 1.121 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 83.613 83.613 83.959 83.959 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 23.995 23.841 127 27 28.904 28.677 183 44
davon aus Steuern 8.950 8.950 0 0 7.033 7.033 0 0
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 638 638 0 0 673 673 0 0
208.785 134.711 60.247 13.827 225.444 133.217 34.183 58.044

6. Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Segment Aufteilung Umsatz des Konzerns
inTEUR 2020 Vorjahr
Kunststoffe 607.760 58,8% 645.441 56,2%
Spezialchemie 261.882 25,3% 282.898 24,6%
Kautschuk 41.855 4,0% 46.981 4,1%
Internationaler Handel 122.680 11,9 160.915 14,0%
Sonstige -486 0,0 12.374 1,1%
Konzernumsatz 1.033.691 100,0% 1.148.609 100,0%
Geographische Aufteilung Umsatz des Konzerns
inTEUR 2020 Vorjahr
Inland 266.571 25,8% 262.250 22,8%
Europäisches Ausland 665.092 64,3% 743.780 64,8%
Sonstiges Ausland 102.028 9,9% 142.578 12,4%
Konzernumsatz 1.033.691 100,0% 1.148.608 100,0%

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen Kursgewinne im Sinne von § 277 Abs. 5 HGB in Höhe von TEUR 17.273 (Vorjahr TEUR 10.399).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen Kursverluste im Sinne von § 277 Abs. 5 HGB in Höhe von TEUR 18.967 (Vorjahr TEUR 11.514).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 802 (Vorjahr TEUR 997) enthalten, die mit Zinserträge aus der Verzinsung des Deckungsvermögens für Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 40 (Vorjahr TEUR 44) saldiert dargestellt werden.

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind weiterhin Aufwendungen aus der Verzinsung von Jubiläumsrückstellungen in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr TEUR 5) enthalten.

7. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Miet-, Pacht- und Leasingverträge in TEUR 2020 Vorjahr
Summe Ausgaben im Folgejahr 4.182 4.537
Summe Ausgaben im 2.-5. Jahr 9.798 12.704
13.980 17.242

Haftungsverhältnisse

Der seit Mai 2008 laufende Rahmenvertrag über eine Asset-Backed-Securities (ABS)-Transaktion wurde im Jahre 2020 um die Tochtergesellschaft Biesterfeld Iberica S.L.U. erweitert, die Biesterfeld U.S. Inc. ist aus der Transaktion ausgeschieden. Weiterhin verkaufen noch die Tochtergesellschaften Biesterfeld International GmbH, Biesterfeld Plastic GmbH, Biesterfeld Spezialchemie GmbH, Biesterfeld Interowa GmbH & Co. KG, Biesterfeld Spezialchemie Austria GmbH & Co. KG und Biesterfeld France S.á.r.l. sowie in 2020 beginnend die Biesterfeld Performance Rubber GmbH im Rahmen dieser konzernweiten Finanzierung Forderungen aus Lieferung und Leistung an die Biesterfeld AG, die diese ihrerseits an eine Ankaufsgesellschaft veräußert. Durch Verbriefung dieser Forderungen werden günstige Refinanzierungsmöglichkeiten am Kapitalmarkt genutzt.

Im Rahmen der ABS-Transaktion besteht eine potentielle Nachschusspflicht von maximal 2% der verkauften Forderungen.

Nach unserer Einschätzung bestehen aufgrund der derzeit allgemeinen wirtschaftlichen Lage keine Anhaltspunkte für Risiken, dass wir aus den oben genannten Haftungsverhältnissen und Verpflichtungen in Anspruch genommen werden.

Finanzinstrumente

Zur Sicherung von Währungspositionen aus dem operativen Geschäft werden Instrumente wie Devisentermingeschäfte eingesetzt. Die Ermittlung der beizulegenden Werte erfolgt nach anerkannten Bewertungsmodellen.

Die Laufzeiten der Devisentermingeschäfte liegen im Bereich von bis zu 14 Monaten Restlaufzeit.

Zum Bilanzstichtag bestanden die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Devisentermingeschäfte, die mit den bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten zur Eliminierung von Wechselkursrisiken zu Bewertungseinheiten zusammengefasst wurden, da sich zukünftige positive und negative Zahlungsströme bis August 2021 ausgleichen werden.

Transaktionswährung (TW) Anzahl Volumen in Mio. TW Marktwert TEUR
USD 15 42,50 1.319
GBP 1 4,50 -53

Zur Absicherung mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteter Geschäfte bestanden zum Bilanzstichtag die in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Devisentermingeschäfte.

Transaktionswährung (TW) Anzahl Volumen in Mio. TW Marktwert TEUR
USD 21 1,25 44,2
USD 44 5,38 -82,2

Diese Geschäfte wurden aufgrund ihres antizipativen Charakters bilanziell nicht berücksichtigt.

Des Weiteren bestanden die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Devisentermingeschäfte, deren beizulegende negative Werte durch die Bildung von Drohverlustrückstellungen in der Bilanz abgebildet worden sind.

Transaktionswährung (TW) Anzahl Volumen in Mio. TW Marktwert TEUR
USD 2 0,15 15,5
USD 41 1,22 -24,2
GBP 13 0,52 4,4
GBP 22 0,99 -11,2

Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Finanzmittelfonds umfasst liquide Mittel und Bankguthaben (TEUR 82.330; Vorjahr TEUR 42.117) sowie jederzeit fällig Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 8.832; Vorjahr TEUR 14.388).

Auf Gesellschaften, die quotal in den Abschluss einbezogen werden, entfällt ein Anteil von TEUR 3.846 am Finanzmittelfonds.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

2020 Vorjahr
Arbeitnehmer 789 768
Auszubildende 16 16
Mitarbeiter bei vollkonsolidierten Unternehmen 805 784
Mitarbeiter bei quotenkonsolidierten Unternehmen 93 89
Gesamt 898 873

Offenlegung der Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen

Folgende Gesellschaften nehmen Befreiungen gem. § 264 Abs. 3 HGB oder § 264b HGB in Anspruch.

Der Konzernabschluss hat diesbezüglich befreiende Wirkung für:

Biesterfeld Plastic GmbH, Hamburg

Biesterfeld Spezialchemie GmbH, Hamburg

Biesterfeld International GmbH, Hamburg

Biesterfeld Performance Rubber GmbH, Hamburg

Biesterfeld Internationale Beteiligungen GmbH, Hamburg

BIT-SERV GmbH, Hamburg

Biesterfeld ChemLogS GmbH, Hamburg

Alfredo F.B. Kladt GmbH, Hamburg

Chemische Produkten GmbH, Hamburg

CHEMPRO Chemikalien-Exportgesellschaft m.b.H, Hamburg

Konzernabschluss

Die Biesterfeld AG, Hamburg stellt für den kleinsten Teil der Unternehmensgruppe einen Konzernabschluss aufstellt. Der Konzernabschluss der Biesterfeld AG wird im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.

Für den größten Teil der Unternehmensgruppe stellt die Biesterfeld Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG, Hamburg, einen Konzernabschluss auf.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand der Biesterfeld AG schlägt der ordentlichen Hauptversammlung vor, von dem Bilanzgewinn der Biesterfeld AG folgende Verwendung zu beschließen:

Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns EUR
Dividende EUR 5,00 für 2.841.670 Aktien 14.208.350,00
Vortrag auf neue Rechnung 80.581.574,03

Gesamtvergütung Abschlussprüfer 2020

TEUR
Abschlussprüfung 259
Sonstige Leistungen 10
Gesamt 269

Angaben zu Aufsichtsrat und Vorstand der Biesterfeld AG

Vorstand

Mitglieder des Vorstandes sind bzw. waren die Herren:

Thomas Arnold, (Diplom-Betriebswirt), Jesteburg (Vorsitzender)

Carsten Harms, (Kaufmann), Hamburg

Christian Wolfsohn (Diplom-Kaufmann), Hamburg (bis 31. Mai 2020)

Kai Froböse (Diplom-Betriebswirt), Seevetal (seit 01. Juli 2020)

Von einer Angabe der Vorstandsbezüge wird mit Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB abgesehen.

Darlehen und Haftungsverhältnisse zugunsten des Vorstands bestehen nicht.

Für frühere Mitglieder des Geschäftsführungsorgans der Rechtsvorgängerin der Gesellschaft wurden Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen in Höhe von EUR 3.778.695,00 gebildet. Pensionszahlungen an ehemalige Organmitglieder wurden im Geschäftsjahr in Höhe von EUR 368.057,64 geleistet.

Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrates sind:

Dirk J. Biesterfeld, Hamburg Kaufmann (Vorsitzender)
Carola Weger, Hamburg Diplom-Kauffrau (Stellvertretende Vorsitzende)
Thomas Borst, Niederstetten Diplom-Kaufmann
Dr. Jens J. Kruse, Braak Diplom-Kaufmann
Christoph Schopp, Hannover Diplom-Kaufmann
Jürgen von Wendorff, Hannover Diplom-Ingenieur

Der Aufsichtsrat erhielt in 2020 eine Vergütung von EUR 240.000,00.

Es bestehen keine Darlehen und Haftungsverhältnisse gegenüber dem Aufsichtsrat.

 

Hamburg, den 19. März 2021

Biesterfeld AG

Thomas Arnold, Vorstandsvorsitzender

Carsten Harms, Vorstand

Kai Froböse, Vorstand

Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

in TEUR 2020 2019
Konzern-Jahresüberschuss 27.559 29.373
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 4.901 4.387
- Abnahme der Rückstellungen 613 -2.726
- sonstige zahlungsunwirksame Erträge -3.816 -362
+ Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 47.518 20.866
-/+ Abnahme / Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind. -10.671 6.513
+ Zinsaufwendungen / Zinserträge 4.480 5.656
+ Ertragsteueraufwand 10.596 12.745
- Ertragsteuerzahlung -7.582 -12.534
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 73.598 63.918
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens (inkl. Währungsdifferenz) 307 294
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -2.087 -1.025
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens (inkl. Währungsdifferenz) 28 238
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -1.133 -1.411
- Auszahlung für Zugänge aus dem Konsolidierungskreis 0 -15.592
+ Einzahlung aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 4 0
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 -31
+ erhaltene Zinsen 598 689
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -2.283 -16.838
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 0 15.730
- Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -6.401 -12.500
- gezahlte Zinsen -4.201 -5.502
- gezahlte Dividenen an Gesellschafter des Mutterunternehmens -13.233 -19.892
- gezahlte Dividenen an andere Gesellschafter -1.711 -1.248
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -25.546 -23.412
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 45.769 23.668
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 27.729 4.061
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 73.498 27.729

Konzerneigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2020

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gewinnrücklagen
Gezeichnetes Kapital Stammaktien Kapitalrücklage Gesetzliche Rücklagen Andere Rücklagen Konzernbilanzgewinn
EUR EUR EUR EUR EUR
Stand am 31.12.2018 2.841.670,00 6.259.253,00 284.167,00 19.070.456,21 91.499.455,61
Gezahlte Dividende / Ausschüttung -19.891.690,00
Einstellung in Gewinnrücklagen
Abschreibung Geschäfts- und Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung -758.162,05
Einstellungen in / Entnahmen aus Rücklagen -3.459.176,70 1.965.511,89
sonstige Veränderungen -421.282,97
Konzern - Jahresüberschuss 28.015.028,65
Stand am 31.12.2019 2.841.670,00 6.259.253,00 284.167,00 14.431.834,49 101.588.306,15
Gezahlte Dividende / Ausschüttung -13.233.468,95
Einstellung in Gewinnrücklagen
Abschreibung Geschäfts- und Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung -758.162,05
Einstellungen in / Entnahmen aus Rücklagen 1.895.366,06 -2.591.531,45
sonstige Veränderungen
Konzern - Jahresüberschuss 25.847.915,85
Stand am 31.12.2020 2.841.670,00 6.259.253,00 284.167,00 15.569.038,50 111.611.221,60
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Ausgleichsposten aus der Kapitalkonsolidierung Unterschieds-betrag aus der Währungsumrechnung Genussrechtskapital Summe
EUR EUR
Stand am 31.12.2018 7.500,00 -3.659.663,78 20.000.000,00 136.302.838,04
Gezahlte Dividende / Ausschüttung -19.891.690,00
Einstellung in Gewinnrücklagen
Abschreibung Geschäfts- und Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung -758.162,05
Einstellungen in / Entnahmen aus Rücklagen -1.493.664,81
sonstige Veränderungen 409.995,85 -11.287,12
Konzern - Jahresüberschuss 28.015.028,65
Stand am 31.12.2019 7.500,00 -3.249.667,93 20.000.000,00 142.163.062,71
Gezahlte Dividende / Ausschüttung -13.233.468,95
Einstellung in Gewinnrücklagen 0,00
Abschreibung Geschäfts- und Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung -758.162,05
Einstellungen in / Entnahmen aus Rücklagen -696.165,39
sonstige Veränderungen -4.315.625,67 -4.315.625,67
Konzern - Jahresüberschuss 25.847.915,85
Stand am 31.12.2020 7.500,00 -7.565.293,60 20.000.000,00 149.007.556,50
Nicht beherrschende Anteile
Nicht beherrschende Anteile vor Währungsumrechnung und Jahresergebnis Auf Nicht beherrschende Anteile entfallende Eigenkapital-differenz aus Währungsumrechnung Auf Nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne
EUR EUR
Stand am 31.12.2018 2.495.973,92 -186.503,88 1.509.687,85
Gezahlte Dividende / Ausschüttung -1.248.278,68
Einstellung in Gewinnrücklagen 1.509.687,85 -1.509.687,85
Abschreibung Geschäfts- und Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung
Einstellungen in / Entnahmen aus Rücklagen
sonstige Veränderungen 92.779,14
Konzern - Jahresüberschuss 1.358.488,86
Stand am 31.12.2019 2.757.383,14 -93.724,74 1.358.488,86
Gezahlte Dividende / Ausschüttung -1.370.708,54
Einstellung in Gewinnrücklagen 1.358.488,86 -1.358.488,86
Abschreibung Geschäfts- und Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung
Einstellungen in / Entnahmen aus Rücklagen -171.527,45
sonstige Veränderungen
Konzern - Jahresüberschuss 1.711.135,79
Stand am 31.12.2020 2.745.163,46 -265.252,19 1.711.135,79
Nicht beherrschende Anteile Konzern-
eigenkapital
Summe
EUR EUR
Stand am 31.12.2018 3.819.157,89 140.121.995,93
Gezahlte Dividende / Ausschüttung -1.248.278,63 -21.139.968,63
Einstellung in Gewinnrücklagen 0,00
Abschreibung Geschäfts- und Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung -758.162,05
Einstellungen in / Entnahmen aus Rücklagen -1.493.664,81
sonstige Veränderungen 92.779,14 81.492,02
Konzern - Jahresüberschuss 1.358.488,86 29.373.517,51
Stand am 31.12.2019 4.022.147,26 146.185.209,97
Gezahlte Dividende / Ausschüttung -1.370.708,54 -14.604.177,49
Einstellung in Gewinnrücklagen 0,00 0,00
Abschreibung Geschäfts- und Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung -758.162,05
Einstellungen in / Entnahmen aus Rücklagen -171.527,45 -867.692,84
sonstige Veränderungen -4.315.625,67
Konzern - Jahresüberschuss 1.711.135,79 27.559.051,64
Stand am 31.12.2020 4.191.047,061 153.198.603,56

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Biesterfeld AG, Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Biesterfeld AG, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Biesterfeld AG, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 19. März 2021

Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Wehke, Wirtschaftsprüfer

Schöne, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

der Biesterfeld AG

Bericht von Aufsichtsrat und Vorstand

Die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats der Biesterfeld AG ist im Geschäftsjahr 2020 unverändert geblieben. Herr Dirk J. Biesterfeld fungiert weiterhin als Aufsichtsratsvorsitzender, die Rolle der Stellvertretung wird von Frau Carola Weger wahrgenommen.

Im Vorstand der Biesterfeld AG gab es im Geschäftsjahr 2020 personelle Veränderungen. Herr Christian Wolfsohn hat seine Funktion als Finanzvorstand befristet zum 31. Mai 2020 beendet. Mit Wirkung vom 1. Juli 2020 übernahm Herr Kai Froböse die Funktion des Finanzvorstandes.

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2020 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Wir haben die Tätigkeiten des Vorstands überwacht und ihn regelmäßig bei der Leitung des Unternehmens beraten. Bei Entscheidungen von grundlegender Bedeutung waren wir unmittelbar und rechtzeitig eingebunden. Der Vorstand informierte uns regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Rentabilität, die strategische Weiterentwicklung sowie über die aktuelle Lage der Biesterfeld Gruppe. Auch über die Risikosituation einschließlich des Risikomanagements, die Unternehmensplanung und Abweichungen vom geplanten Geschäftsverlauf war der Aufsichtsrat stets unterrichtet.

Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung sowie die strategische Ausrichtung der Biesterfeld Gruppe wurden vom Vorstand aufgezeigt, mit uns diskutiert und abgestimmt. Die für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge erörterten wir auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich.

Allen Beschlussvorschlägen des Vorstands in den insgesamt fünf Gremiensitzungen im Geschäftsjahr 2020 haben wir nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt.

Schwerpunkt der Beratungen

In der ersten Aufsichtsratssitzung des Geschäftsjahres am 20. Februar 2020 stellte der Vorstand dem Aufsichtsrat eine erste Hochrechnung zum Ergebnis für das Geschäftsjahr 2019 vor. Hierbei wurde Bezug auf die aktuelle Situation in der Biesterfeld Gruppe und deren einzelne Herausforderungen und die Etablierung weitestgehend einheitlicher und zentral verwalteter Geschäftsprozesse genommen und eine standardisierte Prozessdokumentation im Biesterfeld Konzern vorgestellt.

Im Fokus der Aufsichtsratssitzung am 23. April 2020 stand die Feststellung des Jahresabschlusses 2020 der Biesterfeld AG, die Billigung des Konzernjahresabschlusses 2020 sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung, dem der Aufsichtsrat zustimmte. Darüber hinaus legten die Wirtschaftsprüfer der Rödl & Partner GmbH dem Aufsichtsrat die Schwerpunkte und Ergebnisse der Prüfung der Jahresabschlüsse und des Konzernabschlusses dar. Der Aufsichtsrat beschloss einstimmig, der Hauptversammlung die Vorschläge des Vorstands zur Gewinnverwendung und zur Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2020 zu unterbreiten. Der Vorstand stellte anschließend das Ergebnis des ersten Quartals 2020 vor und erläuterte den Finanzbericht per 31. März 2020 sowie die Kapitalstruktur innerhalb des Konzerns.

In der Aufsichtsratssitzung am 18. August 2020 wurde die strategische Ausrichtung im Geschäftsbereich Plastic vorgestellt, diskutiert und einstimmig verabschiedet. Die Sitzung fand in den neuen Räumlichkeiten in der Schnackenburgallee 41 in Hamburg statt Anschließend wurde über das Ergebnis im Juli 2020 informiert.

In der vierten Sitzung des Jahres am 24. September 2020 diskutierten Vorstand und Aufsichtsrat das Ergebnis für die Biesterfeld Gruppe und die operativen Geschäftsbereiche per Ende August 2020 sowie eine Hochrechnung des zu erwartenden Konzernergebnisses 2020. Des Weiteren wurde ein Update zu dem Akquisitionstarget GME in Südostasien vorgestellt und die weiteren Verhandlungsschritte aufgezeigt.

Die letzte Aufsichtsratssitzung des Jahres am 8. Dezember 2020 legte ihren thematischen Schwerpunkt auf die detaillierte Erörterung der Planung für die Geschäftsjahre 2021-2025. Es wurde die rollierende Fünf-Jahres-Planung sowohl für die Unternehmensgruppe als auch die der Geschäftsbereiche vorgestellt und diskutiert. Der Aufsichtsrat verabschiedete einstimmig die Mittelfristplanung für die Jahre 2021-2025. Des Weiteren wurde eine aktuelle Hochrechnung für das zu erwartende Jahresergebnis vorgestellt.

Prüfung des Jahresabschlusses der Biesterfeld AG und des Konzernabschlusses

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der Biesterfeld AG und der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 sowie die dazugehörigen Lageberichte sind durch den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, die Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Nürnberg, geprüft worden. Die Abschlussprüfer erteilten einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk für den Jahresabschluss der Biesterfeld AG sowie für den Konzernabschluss am 16. bzw. 19. März 2020.

Jahresabschluss und Lagebericht der Gesellschaft sowie Konzernabschluss und Konzernlagebericht mit den Prüfungsberichten der Abschlussprüfer wurden dem Aufsichtsrat unmittelbar nach Fertigstellung zur Verfügung gestellt. Alle vorgelegten Abschlüsse und Berichte wurden vom Aufsichtsrat eingehend geprüft. Der Aufsichtsrat stimmt dem Ergebnis der Prüfung der Abschlussprüfer zu.

Die Abschlussprüfer nahmen an der Aufsichtsratssitzung am 22. April 2021 teil, bei der der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss 2020 der Gesellschaft und der Konzernabschluss 2020 diskutiert wurden. Die Prüfer berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung. Der Jahresabschluss 2020 der Gesellschaft und der Konzernabschluss 2020 wurden vom Aufsichtsrat gebilligt. Der Jahresabschluss der Biesterfeld AG ist damit festgestellt.

 

Hamburg, den 22. April 2021

Der Aufsichtsrat

Dirk Biesterfeld, Vorsitzender

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