AMIT Services GmbH
Selbe AdresseErbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sebastian Dr. Knoll seit 19.2.2024 | Geschäftsführer |
Andreas Dr. Richter seit 19.11.2019 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Omnicare Investment GmbHMünchenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Inhaltsverzeichnis Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers Rechnungslegung Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt Allgemeine Auftragsbedingungen Hinweis: Den nachfolgenden Bestätigungsvermerk haben wir, unter Beachtung der gesetzlichen und berufsständischen Bestimmungen, nach Maßgabe der in der Anlage "Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt" beschriebenen Bedingungen erteilt. Falls das vorliegende Dokument in elektronischer Fassung für Zwecke der Offenlegung im Bundesanzeiger verwendet wird, sind für diesen Zweck daraus nur die Dateien zur Rechnungslegung und im Falle gesetzlicher Prüfungspflicht der Bestätigungsvermerk resp. die diesbezüglich erteilte Bescheinigung bestimmt. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Omnicare Investment GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Omnicare Investment GmbH, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und dem Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Omnicare Investment GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 28. April 2023 Ernst
& Young GmbH
Stummer-Jovanovic, Wirtschaftsprüfer Gössl, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Zur Durchführung der beschlossenen Kapitalerhöhung geforderte Einlagen* Die Kapitalerhöhung wurde am 2. Februar 2022 in das Handelsregister der Omnicare Investment GmbH eingetragen. Konzern Gewinn- und Verlustrechnung 01. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung zum 31. Dezember 2022
Konzern-Eigenkapitalspiegel 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 01.01.-31.12.2022Allgemeine Hinweise Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. Handelsgesetzbuch ("HGB") aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Das Mutterunternehmen ist unter der Firma Omnicare Investment GmbH, München, im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 250002 eingetragen. Die Geschäftsanschrift ist Feringastr. 7, 85774 Unterföhring. Konsolidierungskreis Der Konzernabschluss umfasst neben der Muttergesellschaft Omnicare Investment GmbH folgende 9 inländische Tochtergesellschaften:
Die folgenden Gesellschaften
werden zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen. Für das MVZ für Onkologie und Hämatologie Rhein-Kreis GmbH wird die Erleichterung des §296 (1) 2 HGB in Anspruch genommen, da hier die notwendigen Informationen nicht innerhalb des Erstellungszeitraums des Konzernabschlusses vorliegen. Die operative Struktur und Geschäftsfelder der Gesellschaften stellen sich wie folgt dar:
Konsolidierungsgrundsätze Bei allen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen entspricht der Stichtag des Einzelabschlusses dem Stichtag des Mutterunternehmens und damit des Konzernabschlusses. Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung für Unternehmen, die aufgrund eines Erwerbs erstmals konsolidiert wurden, wurde nach der Erwerbsmethode gemäß § 301 HGB zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, vorgenommen. Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Der für die Bestimmung des Zeitwerts der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten und der für die Kapitalkonsolidierung maßgebliche Zeitpunkt ist grundsätzlich der, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Für die Omnicare IT Services GmbH liegt bei wirtschaftlicher Betrachtung die Mehrheit der Risiken und Chancen des Unternehmens und damit mittelbarer beherrschender Einfluss durch das Mutterunternehmen vor. Die Gesellschaft wurde daher nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen. Der Anteil Konzernfremder am Eigenkapital bzw. am Ergebnis der im Mehrheitsbesitz befindlicher Tochtergesellschaft wird im Posten "Nicht beherrschende Anteile" gesondert im Eigenkapital bzw. im Posten "Ergebnisanteil nicht beherrschende Anteile" in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Schuldenkonsolidierung Sämtliche Schuldverhältnisse zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gemäß § 303 HGB eliminiert. Aufwands- und Ertragskonsolidierung Umsatzerlöse und andere Erträge aus dem Liefer- und Leistungsverkehr und Gewährung von Darlehen zwischen einbezogenen Unternehmen werden mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind die Aufwendungen und Erträge nach Verrechnung von konzerninternen Vorgängen gemäß § 305 HGB ausgewiesen. Zwischengewinneliminierung Die Eliminierung von Zwischenergebnissen erfolgt gemäß § 304 HGB. Aufgrund der Geringfügigkeit von in zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Vorräten enthaltenen Zwischenergebnisse aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr wird in Einklang mit § 304 Absatz 2 HGB auf eine erfolgswirksame Eliminierung verzichtet, da diese für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist. Soweit bei konzerninternen Verkäufen von Sachanlagegegenständen Buchgewinne oder Buchverluste entstanden sind, werden diese eliminiert. Mangels konzerninterner Verkäufe von Sachanlagengegenstände wurden zum 31. Dezember 2022 keine Zwischenergebnisse im Anlagevermögen eliminiert. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der Omnicare Investment GmbH einbezogenen Unternehmen wurden analog § 308 HGB nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten angesetzt und - soweit abnutzbar - um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände vorgenommen. Das Wahlrecht zur Sofortabschreibung für Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 800,00 € wird ausgeübt. Die Nutzungsdauer von immateriellen Vermögensgegenstände aus Kaufpreisallokation ist wie folgt
Die Nutzungsdauer der Kundenbeziehungen orientiert sich an historischen Erfahrungswerten bzw. Geschäftsanalysen bezüglich der erwarteten Verbleibensdauer eines Kunden. Der aktivierte Geschäfts- oder Firmenwert wird über 10 bzw. 15 Jahre abgeschrieben. Die Nutzungsdauer orientiert sich an den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzungspotentialen der immateriellen Vermögensgegenständen aus Kaufpreisallokation, insbesondere der Kundenbeziehungen. Bei den Finanzanlagen werden Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigerem beizulegenden Werten angesetzt. Ausleihungen werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Die Vorräte werden gem. § 255 Abs. 1 HGB zu Anschaffungskosten angesetzt. Gemäß dem strengen Niederstwertprinzip werden auf die Vorräte wegen ablaufender Haltbarkeitsdaten bzw. mangelnder Veräußerungsaussichten Abwertungen vorgenommen. Teilweise sind Festwerte gebildet. Letzte Ermittlung dieser Festwerte für die nächsten drei Geschäftsjahre erfolgte zum 31. Dezember 2021. Forderungen sowie sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Flüssige Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen und Steuerrückstellungen werden in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bilanziert und berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und erkennbaren Risiken. Die Verbindlichkeiten aus Finanzierung, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung. Aktive und passive Steuerlatenzen werden unsaldiert ausgewiesen. Als Umsatzerlöse gelten Erlöse aus dem Verkauf von Produkten und der Erbringung von Dienstleistungen. Die Erfassung erfolgt entsprechend dem Realisationsprinzip bei Gefahrübergang beziehungsweise bei Erbringung der Leistung. Erlösschmälerungen wurden von den Umsatzerlösen abgezogen. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ Anlagevermögen Die entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten in Höhe von 268.865 Tsd. € (Vorj. 294.494 Tsd. €) bestehen aus Kundenbeziehungen in Höhe von 226.691 Tsd. € (Vorj. 248.554 Tsd. €), Rechten an Markennamen in Höhe von 41.348 Tsd. € (Vorj. 44.882 Tsd. €), Software in Höhe von 781 Tsd. € (Vorj. 1.013 Tsd. €) und Vertragsarztsitzen in Höhe von 45 Tsd. € (Vorj. 45 Tsd. €). Im Rahmen der zum 01. November 2019 erworbenen Anteile ergab sich neben oben genannten Kundenbeziehungen und Rechten an Markennamen ein als Geschäfts- oder Firmenwert aktivierter Unterschiedsbetrag in Höhe von 19.693 Tsd. € im Zeitpunkt der Erstkonsolidierung. Durch weitere Erwerbe ergab sich ein Zugang des Geschäfts- oder Firmenwertes in 2021 um 3.891 Tsd. € und in 2022 um 1.230 Tsd. € Die Gliederung zum 31. Dezember 2022 und die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022 sind in dem nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt. Entwicklung des Anlagevermögens 2022
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von 100 Tsd. € (Vorj. 1.000 Tsd. €) resultieren aus einer am 08. Dezember 2022 beschlossenen Erhöhung des Stammkapitals in Höhe von 59,00 €. Die Einzahlung erfolgte zum 13. Dezember 2022. In diesem Zusammenhang wurde ebenfalls eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage, gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB, in Höhe von 99.941 Tsd. € vereinbart. Die Einzahlung ist zum 31. Dezember 2022 noch nicht erfolgt. Rechnungsabgrenzungsposten In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ist ein Disagio in Höhe von 3.331 Tsd. € enthalten. Kapital Das Kapital in Höhe von 25 Tsd. € entspricht dem bei der Muttergesellschaft ausgewiesenen Bilanzposten. Das gezeichnete Kapital ist vollständig eingezahlt. Die Kapitalrücklage resultiert in Höhe von 147.872 Tsd. € (Vorj. 147.772 Tsd. €) dem bei der Muttergesellschaft ausgewiesenen Bilanzposten. Die Veränderung resultiert aus im Geschäftsjahr beschlossenen Kapitalerhöhung in Verbindung mit zusätzlicher Einzahlung in die Kapitalrücklage (siehe hierzu auch Forderungen gegen Gesellschafter). Die nicht beherrschenden Anteile entsprechen der Beteiligung des Minderheitsgesellschafters an der Omnicare IT Services GmbH. Rückstellungen Die Sonstigen Rückstellungen in Höhe von 6.260 Tsd. € (Vorj. 6.567 Tsd. €) setzen sich wie folgt zusammen: Rückstellungsspiegel zum 31.12.2022
Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten aus Finanzierung resultieren aus der Inanspruchnahme eines Kredits durch das Tochterunternehmen der Omnicare Investment GmbH der Omnicare Holding GmbH und hat eine Restlaufzeit von bis 5 Jahren. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme von dem Tochterunternehmen der Omnicare Investment GmbH der Dr. Römer Kliniken GmbH in Höhe von 1.677 Tsd. € (Vorj. 1.775 Tsd. €) ausgenutzten Kreditlinien einer Bank mit einer Restlaufzeit von über 5 Jahren. Zudem besteht die Möglichkeit der Inanspruchnahme einer Kreditlinie in Höhe von maximal 27.500 Tsd. € durch die Omnicare Pharma GmbH. Zum 31. Dezember 2022 wurde diese Kreditlinie nicht in Anspruch genommen. Hinsichtlich der Absicherung der Verbindlichkeiten aus Finanzierung und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird auf die Haftungsverhältnisse unter den Sonstigen Angaben verwiesen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit bis 1 Jahr. Besicherungen bestehen keine. Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 4.312 Tsd. € (Vorj. 6.612 Tsd. €) resultieren überwiegend aus Verbindlichkeiten aus zusätzlichen Kaufpreiszahlungen. Sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 2.102 Tsd. € haben eine Restlaufzeit bis 1 Jahr und in Höhe von 2.210 Tsd. € eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren. Temporäre Differenzen, die zu passiven latenten Steuern in Höhe von 96.505 Tsd. €. führen, resultieren aus der Neubewertung von Tochterunternehmen bei Erstkonsolidierung zum 01.11.2019 (93.603 Tsd. €) und im Geschäftsjahr 2021 (2.902 Tsd. €). Bei der Berechnung der latenten Steuern wurde zum Stichtag ein Steuersatz von 28,5 % verwendet. Die passiven latenten Steuern werden nach Veränderung um 7.003 Tsd. € mit 76.384 Tsd. € (Vorj. 83.387 Tsd. €) zum Stichtag ausgewiesen. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN- GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Die Umsatzerlöse teilen sich wie folgt auf:
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 385 Tsd. € (Vorj. 962 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 102 Tsd. € (Vorj. 439 Tsd. €), sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 34 Tsd. € (Vorj. 49 Tsd. €), Versicherungsentschädigungen in Höhe von 122 Tsd. € (Vorj. 146 Tsd. €) und zudem Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigung in Höhe von 2 Tsd. € (Vorj. 82 Tsd.€) und periodenfremden Erträgen in Höhe von 114 Tsd. € (Vorj. 134 Tsd. €). Der Personalaufwand beläuft sich auf 19.855 Tsd. € (Vorj. 15.071 Tsd. €). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 15.232 Tsd. € (Vorj. 10.208 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen Beratungskosten 5.069 Tsd. € (Vorj. 3.668 Tsd. €), Kosten der Warenabgabe 1.889 Tsd. € (Vorj. 1.593 Tsd. €), Werbekosten Tsd. € 1.073 (Vorj. 766 Tsd. €), Kosten des Geldverkehrs 935 Tsd. € (Vorj. 923 Tsd. €), Kosten für Versicherungen 673 Tsd. € (Vorj. 555 Tsd. €), sonstige Aufwendungen 995 Tsd. € (Vorj. 555 Tsd. €), Miete und sonstige Raumkosten 861 Tsd. € (Vorj. 598 Tsd. €), Abschlusserstellung und -prüfung 486 Tsd. € (Vorj. 375 Tsd. €), Fahrzeugkosten 444 Tsd. € (Vorj. 261 Tsd. €), Reisekosten 340 Tsd. € (Vorj. 198 Tsd. €), Kosten der Personalvermittlung und Überlassung 1.247 Tsd. € (Vorj. 425 Tsd. €), Porto und Telekommunikation 71 Tsd. € (Vorj. 55 Tsd. €) sowie periodenfremde Aufwendungen 164 Tsd. € (Vorj. 12 Tsd. €). Die Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von -264 Tsd. € (Vorj. 4.503 Tsd. €) enthalten Steuererträge aus latenten Steuern in Höhe von 7.003 Tsd. € (Vorj. 5.016 Tsd. €). Diese resultieren überwiegend aus der Abschreibung von bei Erstkonsolidierung zum 01.11.2019 ermittelten Werten für Kundenbeziehungen und Rechte an Markennamen in Höhe von 20.931 Tsd. €. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG Der Finanzmittelfond setzt sich aus dem Bilanzposten Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks zusammen. Aufgrund des insgesamt positiven Cash Flow in Höhe von 8.201 Tsd. € erhöht sich der Finanzmittelfond auf 25.470 Tsd. €. Bedeutende zahlungsunwirksame Geschäftsvorfälle waren im Rahmen der Finanzierung angefallene und einbehaltene Gebühren in Höhe von 886 Tsd. € und Erträge aus der Bewertung der Vorräte in Höhe von 991 Tsd. € sowie aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 102 Tsd. €. Der negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 2.223 Tsd. € (Vorj. 6.726 Tsd. €) resultiert im Wesentlichen aus dem Erwerb der Laborgemeinschaft für Hämatologie und Onkologie GmbH und der Erweiterung des MVZ für Hämatologie und Onkologie Passau GmbH. Des Weiteren ist der Cashflow aus der Investitionstätigkeit mit 785 Tsd. € (Vorj. 1.684 Tsd. €) belastet, die aus Auszahlungen im Rahmen des Beteiligungserwerbs an medizinischen Versorgungszentren resultieren. Der negative Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert überwiegend aus Zinszahlungen für bestehende Kredite. ANTEILSBESITZLISTEOmnicare Investment GmbH, MünchenAnteilsbesitz zum 31. Dezember 20221. Konsolidierungskreis
2. Übrige Anteile 3)
1) Gemäß der Satzung der Omnicare IT
Services GmbH erhält der Minderheitsgesellschafter
abweichend von seinem Kapitalanteil i. H. v. 30%
Stimmrechte i. H. v. 50%.
Sonstige Angaben Haftungsverhältnisse Haftungsverhältnisse i. S. d. § 251 HGB bestehen in Form einer Buchgrundschuld der Dr. Römer Kliniken GmbH zu Gunsten der Vereinigte Volksbank eG. Dies dient zu Absicherung eines in 2019 mit der Vereinige Volksbank eG abgeschlossenen Kreditvertrag, mit dem der Dr. Römer Kliniken GmbH ein Kreditrahmen in Höhe von maximal 2.000 Tsd. € zur Verfügung steht. Zusätzlich besteht die Verpfändung:
Dies dient zu Absicherung eines in 2019 zugunsten der Omnicare Holding GmbH mit diversen Kreditgebern abgeschlossenen Kreditvertrag mit einem Festkredit in Höhe von 180.000 Tsd. € und einem zur Verfügung stehenden Kreditrahmen in Höhe von maximal 27.500 Tsd. €. Des Weiteren bestehen Avalkredite der Stadtsparkasse München in Form von Bürgschaften in Höhe von 65 Tsd. € (Kaution für angemietete Büroräume) und in Höhe von 755 Tsd. € (Absicherung von Kaufpreiszahlungen im Rahmen des Erwerbs von Beteiligung an MVZ Gesellschaften). Das Risiko einer Inanspruchnahme aus dem Kreditverträgen wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betreffenden Gesellschaften als gering eingeschätzt. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum 31. Dezember 2022 bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen von Bedeutung im Sinne von § 314 Nr. 2a HGB in folgender Höhe: Sonstige finanzielle Verpflichtungen in Tsd. €
Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2023 und 2031. Die Einkaufsverpflichtungen resultieren aus laufenden Bestellungen im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs, welche auf Basis des hohen Lagerumschlags im Wesentlichen innerhalb von 8 Wochen abverkauft sind. Zwischen der Dr. Römer Kliniken GmbH und mehreren medizinischen Versorgungszentren (MVZ) an denen sich die Dr. Römer Kliniken GmbH beteiligt hat, bestehen vertraglich zugesicherte Kaufoptionen. Nach diesen Optionen kann jeder Gesellschafter der MVZ Gesellschaften nach Ablauf von 3 Jahren ab dem Einbringungszeitpunkt (Mindestzeitraum) verlangen, dass die Dr. Römer Kliniken GmbH sämtliche seiner Geschäftsanteile an der MVZ Gesellschaft erwirbt. Außerbilanzielle Geschäfte/ Forderungsverbriefung (Asset Backed Commercial Paper) Zur Beschaffung liquider Mittel zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit werden laufend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft. Zum Stichtag war ein Forderungsbestand im Nominalwert von 17.812 Tsd. € verkauft, der in voller Höhe noch nicht fällig war. Risiken für die Omnicare bestehen hieraus keine, jedoch wird die laufende Liquidität verbessert. Gesamtbezüge der Geschäftsführung Geschäftsführer des Mutterunternehmen Omnicare Investment GmbH für das Geschäftsjahr 2022 waren
Die Geschäftsführer und Geschäftsführer von Tochterunternehmen erhielten Vergütungen gem. § 285 Nr. 9 HGB in Höhe von 2.207 Tsd. €. Mitarbeiter Durchschnittliche Zahl der im Geschäftsjahr 2022 beschäftigten Arbeitnehmer:
Prüfungs- und Beratungsgebühren Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers beläuft sich auf 314 Tsd. €. Es handelt sich um Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von 276 Tsd. € und sonstige Leistungen in Höhe von 39 Tsd. €. Die Steuerberatungskosten betragen 26 Tsd. €. Befreiender Konzernabschluss gemäß § 264 Abs. 3 HGB Von den Befreiungsvorschriften gemäß § 264 Abs. 3 HGB macht die Omnicare Pharma GmbH, Feringastraße 7, 85774 Unterföhring, Dr. Römer Kliniken GmbH, Altburger Weg 2, 75365 Calw- Hirsau, Laborgemeinschaft für Hämatologie und Onkologie GmbH LGHO GmbH, Lützner Str. 164, 04179 Leipzig, Omnicare Beteiligungen GmbH, Feringastraße 7, 85774 Unterföhring und Omnicare Holding GmbH, München, welche in den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis der Unternehmen der Omnicare Investment GmbH, München, einbezogen wird, Gebrauch. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Ergebnisverwendung der Muttergesellschaft Omnicare Investment GmbH Der Vorschlag der Ergebnisverwendung der Muttergesellschaft Omnicare Investment GmbH ist, den Jahresfehlbetrag der Gesellschaft auf neue Rechnung vorzutragen. NACHTRAGSBERICHT Die Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 99.541,00 € aus der Kapitalerhöhung vom 08. Dezember 2022 ist am 3. Januar 2023 erfolgt. Ansonsten sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist.
Unterföhring, den 28. April 2023 Oliver Tamimi Andreas Richter Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20221. GESCHÄFTS- UND RAHMENBEDINGUNGEN Die Omnicare Gruppe (im Folgenden kurz Omnicare) ist ein vertikal integriertes Gesundheitsunternehmen mit Schwerpunkt in der Onkologie. Mit den Zielen der bestmöglichen Patientenversorgung sowie einer hochqualitativen und zuverlässigen Arzneimittelversorgung verfügt Omnicare über eine bundesweite Struktur, welche eine Klinik mit ambulanten medizinischen Versorgungszentren, ein flächendeckendes Apothekennetzwerk sowie den marktführenden Spezialgroßhandel beinhaltet. Omnicare arbeitet gemeinsam jeden Tag daran, dem an Krebs erkrankten Menschen eine zugewandte, hochqualitative Behandlung an seinem Wohnort zu ermöglichen. Neben der Absicherung der Arzneimittelversorgung versteht sich Omnicare als Mitinitiator und wichtiger Teil zukünftiger onkologischer Netzwerke. Hierfür gestalten wir ganzheitliche und wirtschaftliche Versorgungskonzepte. Vor dem Hintergrund der immer restriktiver werdenden gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen und der Konfrontation mit dem zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Krankenhäuser, welche ihre medizinische und pharmazeutische Leistungserbringung immer stärker in den ambulanten Bereich ausweiten, bietet Omnicare freiberuflichen Apothekern, Onkologen und anderen an der ambulanten Versorgung beteiligten Personen ein gesamtheitliches Konzept zur Zukunftssicherung der ambulanten onkologischen Versorgung. Die Integration entlang der Wertschöpfungskette wurde in den letzten Jahren konsequent vorangetrieben. Durch den Erwerb weiterer Beteiligungen an medizinischen Versorgungszentren erstreckt sich das Leistungsspektrum des einzigartigen Ökosystems über sämtliche Wertschöpfungsstufen der ambulanten onkologischen Versorgung. Diese sind:
Beteiligung an medizinischen Versorgungszentren und Aufbau der Marke "Deutsches Onkologisches Netzwerk (DON)". 2. RECHTLICHE UND WIRTSCHAFTLICHE EINFLUSSFAKTOREN Angesichts der Bedeutung, die unsere lebensrettenden und lebenserhaltenden Produkte sowie die entsprechenden Therapien für Menschen haben, sind die Märkte der Omnicare grundsätzlich stabil und unabhängig von Wirtschaftszyklen. Die Märkte für unsere Produkte und die Dienstleistungen wachsen aus vier Gründen:
Neben der stabilen Nachfrage schafft unsere Gesellschafterstruktur zusätzliche Stabilität für das Unternehmen. 3. STRATEGIE Zur Erhaltung der Zukunftsfähigkeit der ambulanten onkologischen Versorgung von Krebspatienten ist es aus Sicht von Omnicare notwendig, die vertikale Prozessintegration sämtlicher Wertschöpfungsstufen zu erreichen. Dabei werden auch zukünftig die lokale Herstellung und Vernetzung mit Apothekern und Onkologen wichtige Erfolgsfaktoren bleiben, um die qualitativ bestmögliche, patientennahe Therapie sicherzustellen. Als ein führender, integrierter Lösungspartner in der ambulanten Onkologie ist Omnicare strategisch gut aufgestellt, um die erwarteten Marktentwicklungen und regulatorischen Veränderungen positiv mitzugestalten. Die langfristige Strategie der vollständigen Integration aller Wertschöpfungsstufen werden wir weiterhin konsequent verfolgen. Die zukünftige Wachstumsstrategie basiert auf fünf miteinander verzahnten Elementen:
Das Management der Omnicare ist davon überzeugt, dass durch die vertikale Integration wechselseitig verstärkende positive Effekte auf Umsatz und Profitabilität entstehen. 4. UNTERNEHMENSSTEUERUNG Die Geschäftsführung steuert das Unternehmen anhand von strategischen und operativen Vorgaben verschiedener finanzieller Kenngrößen. So sind im Rahmen der Wachstumsstrategie der Rohertrag sowie das operative Ergebnis (EBITDA = earnings before interest, taxes, depreciation and amortization) geeignete Parameter, um die Ertragskraft des Unternehmens zu bewerten. Die Zielgrößen, an denen die Geschäftsführung die operativen Abteilungen misst, sind so gewählt, dass sie alle Erträge und Aufwendungen beinhalten, die im Entscheidungsbereich der Geschäftsbereiche liegen. Die Kapitalbeschaffung ist eine zentrale Aufgabe, die nicht dem Einfluss der operativen Abteilungen unterliegt. Daher gehen Zinsaufwendungen für die Finanzierung nicht in deren Zielgrößen ein. Das Gleiche gilt für Steueraufwendungen. 5. ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN Der Gesundheitssektor gehört zu den weltweit bedeutendsten Wirtschaftszweigen. Er ist im Vergleich zu anderen Branchen weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen und konnte in den zurückliegenden Jahren überdurchschnittlich wachsen. Dieses Wachstum setzte sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 fort. Wesentliche Wachstumsfaktoren sind
Der onkologische Markt in Deutschland gilt als Wachstumstreiber der forschenden Pharmaunternehmen. So ist der ambulante onkologische Markt als Omnicares Kernmarkt mit 2,5% p.a. im Jahr 2022 gewachsen. Das Management der Omnicare ist davon überzeugt, dass durch das aufgebaute Ökosystem Omnicare auch zukünftig von dieser Entwicklung profitieren wird. Wettbewerbssituation Das Wettbewerbsumfeld bleibt auch in den nächsten Jahren herausfordernd, da der vollsortierte Großhandel, kleinere onkologische Spezialgroßhandlungen sowie Apothekengroßhandlungen in diesem attraktiven Markt aktiv sind. Durch das aufgebaute Ökosystem ist die Omnicare jedoch gut positioniert, um sich auch zukünftig auf der Einkaufs- wie der Absatzseite spezifische Vorteile zu erarbeiten. 6. ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE ERTRAGSLAGE UMSATZENTWICKLUNG Im Geschäftsjahr betrug der Umsatz 909,4 Mio. € gegenüber 819,9 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg der Umsätze um 89,5 Mio. € liegt über den Erwartungen und deutlich über Vorjahr. Der höhere Umsatz resultiert im Wesentlichen aus deutlich höheren Handelsmengen der Arzneimittel Darzalex und Keytruda, da hier insbesondere durch Indikationserweiterungen hohe Nachfrage bestand. Das operative Geschäft umfasst folgende Bereiche:
Aufgliederung der Umsatzerlöse:
SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Berichtsjahr mit 385 Tsd. € (2021: 963 Tsd. €) um 578 Tsd. € zurückgegangen aber haben sich dennoch signifikant über der Erwartung entwickelt. Im Wesentlichen setzten sich diese zusammen aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 102 Tsd. € (2021: 439 Tsd. €), Erträgen aus Versicherungsentschädigungen in Höhe von 122 Tsd. € (2021: 146 Tsd. €), Erträgen aus der Auflösung von Wertberichtigungen in Höhe von 2 Tsd. € (2021: 82 Tsd. €) und sonstigen betriebliche Erträge in Höhe von 34 Tsd. € (2021: 49 Tsd. €). MATERIALAUFWAND Der Materialaufwand betrug im Geschäftsjahr 839,9 Mio. € (2021: 752,1 Mio. €). Der deutliche Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert aus den vorgenannten höheren Umsatzvolumina der Arzneimittel Darzalex und Keytruda. ROHERTRAG Der Rohertrag erhöhte sich um 1,7 Mio. € auf 69,4 Mio. € (2021: 67,7 Mio. €), liegt damit aber signifikant unter der Vorjahresprognose von 15 % bis 20 %. Der prozentuale Rohertrag in Höhe von 7,6 % (2021: 8,3 %) liegt unter dem budgetierten Wert. Der niedrigere als erwartete Rohertrag resultiert aus einer Margenverringerung im Handel mit biosimilaren Substanzen und einigen Generika infolge zweier regulatorischer Maßnahmen im Jahr 2022. Zum einen fiel die Anpassung der Hilfstaxenabschläge ("HT3") während des Jahres 2022 deutlich stärker aus als erwartet. Zum anderen wurde im Herbst 2022 das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz durch den deutschen Gesetzgeber verabschiedet. Beide Effekte zusammen resultierten in einer Verringerung der Rohertragsmarge, da die geringeren Verkaufspreise nach der Hilfstaxenanpassung nicht oder nur unterdurchschnittlich durch geringere Einkaufskosten aufgefangen werden konnten. PERSONALAUFWAND Der Personalaufwand stieg im Geschäftsjahr um 4,8 Mio. € auf 19,9 Mio. € (2021: 15,1 Mio. €). Der Anstieg des Personalaufwand resultiert wiederum überwiegend aus dem Erwerb der Laborgemeinschaft für Hämatologie und Onkologie GmbH zum 30. Dezember 2021, die sich jedoch aufgrund des Zeitpunkts des Erwerbs noch nicht auf den Personalaufwand 2021 ausgewirkt hatte. ABSCHREIBUNGEN Die Abschreibungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf 28,4 Mio. € (2021: 27,1 Mio. €) und resultieren überwiegend aus planmäßiger Abschreibung der aktivierten Kundenbeziehungen, der Rechte an Markennamen und des Geschäfts- oder Firmenwertes, die im Rahmen der Neubewertung der im November 2019 erworbenen und erstmalig konsolidierten Gesellschaften aktiviert wurden. Der Anstieg um 1,3 Mio. € resultiert aus der Akquisition der Laborgemeinschaft für Hämatologie und Onkologie GmbH LGHO GmbH im Jahr 2021. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 15,2 Mio. € (2021: 10,2 Mio. €) mit 5,0 Mio. € über dem Vorjahr. Wesentliche Erhöhungen der Aufwendungen ergaben sich insbesondere bei den Beratungskosten. Die detaillierte Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Anhang aufgeführt. ERGEBNIS VOR ZINSEN UND STEUERN (EBIT) UND VOR ZINSEN, STEUERN UND ABSCHREIBUNGEN (EBITDA) Das EBIT liegt mit 6,3 Mio. € um 10,0 Mio. € (2021: 16,3 Mio. €) und das EBITDA mit 34,7 Mio. € um 8,7 Mio. € (2021: 43,4 Mio. €) unter dem Vorjahr und damit signifikant unter den Erwartungen. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem signifikant unter den Erwartungen liegenden Rohertrag. Der wesentliche Unterschied des EBITDA zu EBIT ergibt sich aus der normalen Abschreibung der aktivierten Kundenbeziehungen, der Rechte an Markennamen und des Geschäfts- oder Firmenwertes, die im Rahmen der Neubewertung der im November 2019 erworbenen und erstmalig konsolidierten Gesellschaften aktiviert wurden. ERGEBNIS VOR STEUERN Das Ergebnis vor Steuern (EBT) hat sich mit -4,5 Mio. € (2021: 5,6 Mio. €) signifikant unter unserer Planung entwickelt. STEUERN Die Steuern vom Einkommen und Ertrag belaufen sich im Jahr 2022 auf -0,3 Mio. € (2021: 4,5 Mio. €). Der signifikante Rückgang entspricht der Entwicklung des Ergebnisses vor Steuern (EBT). Die Sonstigen Steuern betragen 9 Tsd. € (2021: 7 Tsd. €). JAHRESFEHLBETRAG Der Jahresfehlbetrag nach Steuern beläuft sich auf -4,2 Mio. € (2021: Jahresüberschuss 1,1 Mio. €) und liegt signifikant unter den Erwartungen. Der Konzernjahresüberschuss nach Anteilen außenstehender Gesellschafter in Höhe von 57 Tsd. € (2021: -6 Tsd. €) beträgt -4.258 Tsd. € (2021: 1.151 Tsd. €). FINANZLAGE Die Finanzierungsstrategie der Omnicare hat folgende wesentliche Ziele:
Die Finanzierung basierte im Berichtsjahr unverändert zum Vorjahr sowohl auf Eigenmitteln als auch auf Fremdmitteln. Die Fremdmittel bestehen aus einem langfristigen Kredit in Höhe von 180,0 Mio. € und von Banken eingeräumten Kreditlinien in Höhe von maximal 27,5 Mio. €. Sie sind besichert in Form (i) einer Verpfändung sämtlicher Geschäftsanteile an der Omnicare Holding GmbH, Omnicare Beteiligungen GmbH und wiederum an deren Tochtergesellschaften Omnicare Pharma GmbH und Dr. Römer Kliniken GmbH, (ii) einer Sicherungszession gegenwärtiger und zukünftiger Forderungen sowie Verpfändung von Bankkonten der Omnicare Investment GmbH, Omnicare Holding GmbH, Omnicare Beteiligungen GmbH, Omnicare Pharma GmbH und Dr. Römer Kliniken GmbH und (iii) einer Verpfändung bestimmter gewerblicher Schutzrechte der Omnicare Beteiligungen GmbH, Omnicare Pharma GmbH und der Dr. Römer Kliniken GmbH. Für eine Hypothek in Höhe von 2,0 Mio. € besteht eine Buchgrundschuld durch die Dr. Römer Kliniken GmbH. Zudem werden zur Verbesserung der laufenden Liquidität laufend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft (Asset Backed Commercial Paper). Die Finanzmittel erhöhten sich zum Stichtag um 8,2 Mio. € auf 25,5 Mio. €. Der positive operative Cashflow in Höhe von 23,0 Mio. € wurde zum Teil für negative Cashflows aus Investitionen in Höhe von -3,9 Mio. € und für Finanzierungscashflow in Höhe von -10,9 Mio. € verwendet. Der Cashflow aus Investitionen ergab sich im Wesentlich aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen. Der Cashflow aus Finanzierung ergab sich überwiegend aus Zinszahlungen. Mit dem Bestand an liquiden Mitteln sowie den ungenutzten Finanzierungsfazilitäten verfügt die Omnicare über eine gute Liquiditätssituation. Der Verschuldungsgrad misst das Verhältnis der Netto-Finanzverbindlichkeiten 1 zum vertraglich definierten bereinigten EBITDA. Er gibt darüber Aufschluss, inwieweit ein Unternehmen in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Omnicare ist in wachsenden und größtenteils nichtzyklischen Märkten aktiv. Sie zeichnen sich durch stabile, planbare und nachhaltige Cashflows aus, da unsere Kunden mehrheitlich über eine hohe Bonität verfügen. Damit weist der Verschuldungsgrad abseits regulatorischer Einflüsse eine nur geringe Fluktuation auf. Zum Jahresende lag der Verschuldungsgrad bei 3,99 (Verhältnis der Netto-Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 160,2 Mio. € zum bereinigten EBITDA in Höhe von 40,1 Mio. €) und damit über Vorjahr, er liegt jedoch unverändert innerhalb der vertraglich vereinbarten Bandbreite. Der Anstieg war nicht geplant, resultiert jedoch aus dem geringer als erwarteten EBITDA als Folge der regulatorischen Maßnahmen, wodurch entsprechend auch der Rückgang der Nettoverbindlichkeiten kleiner ausfiel. VERMÖGENSLAGE Die Bilanzsumme der Omnicare reduziert sich um 26,1 Mio. € auf 442,5 Mio. €. Der Rückgang der Bilanzsumme ist überwiegend auf die immateriellen Vermögensgegenstände und der erfolgten Abschreibung der aktivierten Kundenbeziehungen, der Rechte an Markennamen und des Geschäfts- oder Firmenwertes, die im Rahmen der Neubewertung der im November 2019 und 2021 erworbenen und erstmalig konsolidierten Gesellschaften aktiviert wurden, zurückzuführen. Auf der Aktivseite sind die langfristigen Vermögensgegenstände mit 301,3 Mio. € (2021: 327,4 Mio. €) ausgewiesen. Die immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von 289,1 Mio. € (2021: 315,2 Mio. €) resultieren überwiegend aus den im Rahmen der Erstkonsolidierung der in 2019 und 2021 erworbenen und erstmalig konsolidierten Gesellschaften und setzen sich aus Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 20,2 Mio. € (2021: 20,7 Mio. €), aus Kundenbeziehungen in Höhe von 226,7 Mio. € (2021: 248,6 Mio. €), Rechte an Markennamen und Vertragsarztsitzen in Höhe von 41,3 Mio. € (2021: 44,9 Mio. €) und zudem Software in Höhe von 0,8 Mio. € (2021: 1,0 Mio. €) zusammen. Die Sachanlagen reduzieren sich im Geschäftsjahr um 0,7 Mio. € auf 4,4 Mio. € (2021: 5,1 Mio. €), überwiegend aufgrund des Abgangs von Anzahlungen und Anlagen im Bau. Die Finanzanlagen erhöhen sich auf 7,8 Mio. € (2021: 7,0 Mio. €) aufgrund Investitionen in Beteiligungen an mehreren medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Die kurzfristigen Vermögensgegenstände zuzüglich des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens betrugen 141,2 Mio. € (2021: 141,2 Mio. €). Diese setzten sich überwiegend aus dem Vorratsbestand in Höhe von 42,4 Mio. € (2021: 47,4 Mio. €), den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 51,9 Mio. € (2021: 57,3 Mio. €) und Finanzmittel in Höhe von 25,5 Mio. € (2021: 17,3 Mio. €) zusammen. Die durchschnittliche Forderungslaufzeit liegt mit 24 Tagen (2021: 23 Tagen) auf dem Vorjahresniveau, die Vorratsreichweite entspricht 11 Tagen (2021: 17 Tagen). Der Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme beträgt 9,6 % (2021: 10,1 %). Auf der Passivseite der Bilanz liegt das Eigenkapital bei 148,4 Mio. € (2021: 152,6 Mio. €). Dieses setzt sich aus dem gezeichneten Kapital der Gesellschaft in Höhe von 25,2 Tsd. € (2021: 25,1 Tsd. €), Kapitalrücklage der Gesellschaft in Höhe von 147,9 Mio. € (2021: 147,8 Mio. €), Konzernbilanzgewinn in Höhe von 0,2 Mio. € (2021: 4,5 Mio. €) und nicht beherrschenden Anteilen in Höhe von 0,3 Mio. € (2021: 0,3 Mio. €) zusammen. Die Eigenkapitalquote lag somit am 31. Dezember 2021 bei 33,5 % (2021: 32,6 %). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betrugen 37,6 Mio. € (2021: 55,5 Mio. €) und setzen sich überwiegend aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 24,1 Mio. € (2021: 36,9 Mio. €), Sonstigen Verbindlichkeiten 4,3 Mio. € (2021: 6,6 Mio. €) sowie sonstigen Rückstellungen 6,3 Mio. € (2021: 6,6 Mio. €) zusammen. GESAMTAUSSAGE ZUR LAGE DER OMNICARE GRUPPE Das Jahr 2022 war geprägt durch ein herausforderndes gesamtwirtschaftliches und regulatorisches Umfeld (z.B. steigende Inflation, Einführung des Finanzstabilisierungsgesetzes, sowie speziellen Faktoren im Großhandel (z.B. Lieferkontingentierungen, zunehmende Lieferengpässe bei Medikamenten, Preissenkungen)). Operativ konnte Omnicare daher im Geschäftsjahr 2022 die gesteckten Ziele nicht erreichen. Das EBITDA liegt mit 34,7 Mio. €, aufgrund des signifikant unter den Erwartungen befindlichen Rohertrags, ebenfalls signifikant unter den Erwartungen. Das EBIT beläuft sich im Geschäftsjahr auf 6,3 Mio. € nach 16,3 Mio. € im Vorjahr. Durch die vertikale Integration sowie die Lokalität und Vernetzung mit Apothekern und Onkologen ist die Omnicare Gruppe in ihrem weitestgehend konjunkturunabhängigen Marktumfeld jedoch weiterhin gut positioniert, um auf den Wachstumspfad zurückzukehren und positive Umsatz- und Ertragsentwicklungen in den künftigen Jahren durch konsequente Fortsetzung der Strategie zu realisieren. 7. NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN BESCHAFFUNG Bedeutend für die Profitabilität von Omnicare ist eine effiziente Gestaltung der Wertschöpfungskette. Ein zentraler Bestandteil ist dabei das Beschaffungsmanagement, das die Verfügbarkeit und die Einkaufskonditionen gewährleistet. Gerade in einem Umfeld, das von andauernden Einsparbemühungen der Kostenträger im Gesundheitswesen und von Preisdruck in den Absatzmärkten gekennzeichnet ist, spielt dies eine bedeutsame Rolle. Die Beschaffungs- und Logistikprozesse sowie die Lagerhaltung werden durch einen zentralen Einkauf organisiert und abgewickelt. Omnicare legt Wert auf ein Netz von Lieferanten, um nicht von einzelnen Lieferanten abhängig und damit unflexibel zu werden. Die Bezugsquellen werden grundsätzlich nach drei Kriterien ausgewählt: Qualität, Preis und Verfügbarkeit. Auch in diesem Berichtsjahr kam der Beschaffung in Zeiten von Kontingentierungen und Lieferengpässen besondere Bedeutung zu. So wurden Lieferkonditionen laufend optimiert, und für Generikalieferungen mussten aufgrund des Ausfalls eines Hauptlieferanten neue Alternativen gefunden werden. Durch laufende Optimierung auch der internen Bestellprozesse konnten wir so eine hohe Lieferfähigkeit sicherstellen. MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Motivierte, gut ausgebildete sowie erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine wichtige Voraussetzung für unseren Unternehmenserfolg. Ihre Leistungen, ihre Fähigkeiten und ihr engagierter Einsatz tragen erheblich dazu bei, dass wir auch weiterhin eine positive Unternehmensentwicklung erreichen. Ein gutes Betriebsklima und eine leistungsorientierte Vergütung sind die Basis für eine motivierte und loyale Belegschaft. Daher ist gerade die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter von enormer Bedeutung, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Am Ende des Geschäftsjahres 2022 beschäftigte die Omnicare 265 Mitarbeiter (Vorjahr: 268 Mitarbeiter). KUNDENBEZIEHUNGEN Durch unsere bundesweite Struktur generieren wir Vorteile, welche auch einen zusätzlichen Nutzen für unsere Kunden darstellen. Dadurch ist es im Jahr 2022 gelungen, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kundenbeziehungen auszubauen. Auch im Jahr 2023 wollen wir im Großhandel jetzigen und neuen Kunden einen Mehrwert durch Differenzierung schaffen, indem wir (i) durch qualitätsgesicherte, schnelle und verlässliche Beschaffung, (ii) mit einem preislich attraktiven Angebot aus einem großen Sortiment mit (iii) effizienter, einfacher und schneller Abwicklung überzeugen. Zu diesem Zweck haben wir im Jahr 2022 unsere Operationsprozesse weiterentwickelt und optimieren diese auch laufend weiter. Zudem treiben wir hier, wie auch bei anderen Kundensegmenten, die Digitalisierung voran, um künftig noch schneller und einfacher miteinander interagieren zu können. 8. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Durch die Komplexität und Dynamik der Geschäfte ist Omnicare einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Diese Risiken sind die zwangsläufige Konsequenz aktiven unternehmerischen Handelns. Die Bereitschaft, Risiken einzugehen, ist eine Voraussetzung dafür, Chancen nutzen zu können. CHANCENMANAGEMENT Das Management von Chancen ist eine fortwährende Aufgabe unternehmerischer Tätigkeit, um den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern. Damit schaffen wir Neues, sichern und verbessern Bestehendes. Durch Marktbeobachtung, enge Vernetzung in den Märkten und unsere Managementstruktur können wir frühzeitig Trends, Anforderungen und die Chancen der Märkte erkennen, analysieren und gezielt agieren. Darüber hinaus diskutieren wir kontinuierlich mit Institutionen und führen intensive Markt- sowie Wettbewerbsbeobachtungen durch, um Potentiale aufzuspüren. Zukünftige Chancen für die Gesellschaft sieht die Geschäftsführung insbesondere
RISIKOMANAGEMENT Ebenso wie das Chancenmanagement ist das Management von Risiken eine fortwährende Aufgabe. Die Fähigkeit, Risiken zu erfassen, zu kontrollieren und zu steuern, ist ein wichtiges Element solider Unternehmensführung. Die für die Geschäftstätigkeit der Omnicare maßgeblichen Risikofelder stellen sich wie folgt dar: GESAMTWIRTSCHAFTLICHES RISIKO Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sieht sich seit 2022 mit vielen negativ wirkenden Faktoren wie kriegerische Auseinandersetzungen, hohen Inflationsraten und Lieferengpässen konfrontiert. Für Omnicare besteht hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung grundsätzlich kein wesentliches Risiko, da sie von allgemeinen Konjunkturschwankungen nur in geringem Maße betroffen ist. Wir erwarten auch weiterhin eine wachsende Nachfrage nach unseren Produkten. Globale Lieferkettenstörungen, die auch Auswirkungen auf den Bezug von Wirkstoffen und Medikamenten haben können, haben bislang nur geringe Auswirkungen auf Omnicare durch allgemein geringere Verfügbarkeiten vereinzelter onkologische Wirkstoffe. Die durch die Inflation steigenden Kosten, insbesondere für Energie und Personal, haben bislang ebenfalls nur geringe Auswirkungen auf Omnicare. BRANCHENRISIKO Von wesentlicher Bedeutung für die Omnicare sind Risiken, die im Zusammenhang mit Veränderungen im Gesundheitsmarkt und dessen regulatorischem Umfeld stehen. Dabei handelt es sich vor allem um die Entwicklung neuer Produkte und Therapien, die Finanzierung der Gesundheitssysteme, die Preisgestaltung und Kostenerstattung im Gesundheitssektor sowie regulatorische Vorgaben hinsichtlich M&A Tätigkeit. In unserem zum großen Teil reglementierten Geschäftsumfeld können Gesetzesänderungen, auch in Bezug auf Preisgestaltung, Kostenerstattungen oder Eigentumsverhältnissen bei Institutionen des Gesundheitswesens, einschneidende Auswirkungen auf unseren Geschäftserfolg haben. Neben der intensiven Beobachtung gesetzgeberischer Aktivitäten stehen wir auch mit den staatlichen Gesundheitsorganisationen fortlaufend in Kontakt. RISIKEN DER PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN Die Einhaltung von Produktspezifikationen und Produktionsvorschriften wird durch unsere Qualitätsmanagementsysteme gemäß den anerkannten Qualitätsnormen DIN ISO 9001 sichergestellt. Diese sind in Qualitätshandbüchern und Verfahrensanweisungen festgelegt. Der TÜV Hessen führt regelmäßig Audits in Bezug auf die Umsetzung der DIN ISO 9001 durch. FINANZRISIKEN Das Risiko von Zahlungsverzögerungen bzw. -ausfällen von Kunden begrenzen wir, indem wir in der Regel die Kreditwürdigkeit von Neukunden bewerten und das Engagement größerer Kunden über eine Warenkreditversicherung absichern. Wir überwachen die Außenstände bestehender Kunden und bewerten das Ausfallrisiko der Forderungen. Ein wesentlicher Finanzierungsbaustein ist ein Kreditvertrag, welcher im Zuge des Investorenprozesses 2019 abgeschlossen wurde. Basis für die Fortführung des Kreditvertrages ist die Einhaltung eines im Vertrag definierten Covenant, welcher sich auf das Verhältnis der Netto- Finanzverbindlichkeiten zum bereinigten EBITDA der Gesellschaft bezieht. Sollte sich diese Kennzahl signifikant verschlechtern, besteht das Risiko der Kündigung des Kreditvertrages durch die finanzierenden Banken. RECHTSRISIKEN Risiken, die sich im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten ergeben, werden innerhalb des Unternehmens fortlaufend identifiziert, bewertet und kommuniziert. Unternehmen in der Gesundheitsbranche sind regelmäßig Klagen wegen Sorgfaltspflichtverletzungen, Verletzung ihrer Gewährleistungsverpflichtungen und anderen Ansprüchen ausgesetzt. Derzeit ist Omnicare in keine Rechtsstreitigkeiten involviert, die sich nachteilig auf unsere Geschäftstätigkeit auswirken würden. EINSCHÄTZUNG DES MANAGEMENTS ZUR GESAMTRISIKOSITUATION Die Risiken werden laufend beobachtet und soweit möglich reduziert. Für die Omnicare bestehen weder zum Bilanzstichtag noch zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bestandsgefährdende Risiken. 9. VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DER OMNICARE Die Geschäftsführung beurteilt die mittel- und langfristige Geschäftsentwicklung der Omnicare zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts unverändert positiv. Die Strategie des vertikalen Gesundheitsunternehmens wird als unverändert richtig und zielführend erachtet, um eine positive Unternehmensentwicklung zu erreichen. Die gesamtwirtschaftliche Abhängigkeit ist gering und wir erwarten unverändert eine dauerhafte Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen. Zusätzlich führen Marktveränderungen (bspw. durch Änderungen in der Gesundheitspolitik) unseres Erachtens zu einer weiteren Marktkonsolidierung. Daher gehen wir auch weiterhin davon aus, dass wir mittel- und langfristig von dieser Entwicklung profitieren. Im wachsenden Markt erwarten wir durch organisches Wachstum und die Realisierung von Wachstumsoptionen auch im laufenden Geschäftsjahr 2023 einen um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigenden Umsatz. Durch die regulatorischen Maßnahmen ist jedoch kurzfristig noch mit einem weiteren Rückgang der Profitabilität zu rechnen. Das Budget des Geschäftsjahrs 2023 sieht einen um 10-15% sinkenden Rohertrag vor. Durch den Rückgang des Rohertrags und geplante, das Wachstum unterstützende, selektive Investitionen in Personalressourcen erwarten wir gegenüber 2022 ein um 20-25% geringeres EBITDA. Mit dem geringeren EBITDA erwarten wir zwar einen steigenden Verschuldungsgrad, dieser wird jedoch weiterhin innerhalb der vertraglichen Bandbreiten liegen. Für die beiden folgenden Teilstrategien sind spezifische Aussagen zur Prognose hervorzuheben: GROSSHANDEL Durch steigende Volumina insbesondere mit hochpreisigen Originalen erwarten wir im Geschäftsjahr 2023 einen Anstieg des Großhandelsumsatzes um einen mittleren einstelligen Prozentsatz. Als Auswirkung der regulatorischen Maßnahmen und der Preisanpassungen im Herbst 2022 wird die Profitabilität des Großhandels im Jahr 2023 allerdings unter dem Vorjahr liegen. Der Markt für den Arzneimittelgroßhandel im onkologischen Bereich dürfte mittel- und langfristig vor allem infolge zahlreicher Innovationen nicht nur bei den Wirkstoffmengen, sondern auch auf der Umsatzseite weiterwachsen, sodass wir für die nächsten Jahre weiter steigende Umsätze sowie wieder eine wachsende Ertragsentwicklung erwarten. MVZ STRUKTUR Der Erwerb der Kliniken Dr. Römer diente als Grundpfeiler für den Aufbau eines ärztlichen Qualitätsnetzwerks, welches die Omnicare in den nächsten Jahren erweitern möchte. Dieses Netzwerk mit bisher 9 Beteiligungen an MVZ Gesellschaften dient der weiteren Vernetzung von Apotheke und Onkologe zur Optimierung der qualitativen Versorgung von Patienten sowie dem Ausbau der lokalen Marktpräsenz von Omnicare mit ihren Marken und Qualitätskonzepten. Für das Geschäftsjahr 2023 planen wir weitere Beteiligungen an MVZ GmbHs zu erwerben.
Unterföhring, den 28. April 2023 Oliver Tamimi Andreas Richter |
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