Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 48048
Vorher
Eurest Catering Service GmbH
Eingetragen
8.10.1999
Branche
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für Veranstaltungen nicht künstlerischer ArtSonstige Caterer und Erbringung sonstiger VerpflegungsdienstleistungenErbringung von allen anderen wirtschaftlichen Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen a. n. g.
Gegenstand
Dienstleistungen aller Art im Bereich der Betriebs- oder Gemeinschaftsverpflegung im In- und Ausland sowie infrastrukturelle, kaufmännische und technische Dienstleistungen im Bereich der Support Services und des Facility Managements sowie die Durchführung aller Geschäfte, die geeignet sind, diesen Zweck der Gesellschaft zu fördern.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Michael Fleischmann
seit 18.12.2023
Geschäftsführer
Peter Schmidt
seit 7.2.2019
Geschäftsführer
Musa Ciftci
seit 15.12.2017
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Compass Group Deutschland GmbH
Germany
26.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Compass Group Deutschland GmbH

Eschborn

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022

Konzernbilanz zum 30. September 2022

Aktiva

30.9.2022 30.9.2021
TEUR TEUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 9.228 7.016
2. Kundenstamm 1.280 2.031
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 5.343 13.297
4. Geleistete Anzahlungen 2.198 18.049 2.859 25.203
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 307 334
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 17.466 16.379
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 442 18.215 1.103 17.816
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 92 67
2. Aktivwert Rückdeckungsversicherung 483 575 474 541
36.839 43.560
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.810 2.231
2. Waren 8.553 10.363 5.676 7.907
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 80.856 56.526
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 299 1.613
3. Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 2 2
4. Sonstige Vermögensgegenstände 9.784 90.941 21.648 79.789
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 5.008 24.724
106.312 112.420
C. Rechnungsabgrenzungsposten 895 2.249
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 166 178
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 239.862 233.465
384.074 391.872

Passiva

30.9.2022
TEUR
30.9.2021
TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 40.000 40.000
II. Kapitalrücklage 75.000 75.000
III. Konzernbilanzverlust -354.862 -348.465
IV. Nicht beherrschende Anteile 0 0
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 239.862 233.465
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 12.317 11.277
2. Steuerrückstellungen 1.269 752
3. Sonstige Rückstellungen 43.811 61.018
57.397 73.047
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.092 8
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.243 4.890
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 54.346 36.806
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 251.307 251.840
5. Sonstige Verbindlichkeiten 11.569 21.906
324.557 315.450
D. Rechnungsabgrenzungsposten 757 1.594
E. Passive latente Steuern 1.363 1.781
384.074 391.872

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022

2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
1. Umsatzerlöse 488.417 369.384
2. Sonstige betriebliche Erträge 24.880 20.134
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 103.965 68.570
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 26.265 21.685
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 200.769 173.044
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 46.461 37.737
- davon für Altersversorgung TEUR 1.909 (i. Vj. TEUR 33) -
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegengegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 17.480 12.431
- davon außerplanmäßige Abschreibungen TEUR 5.486 (i. Vj. TEUR 256) -
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 116.394 110.759
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 37 128
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6.339 6.352
- davon an verbundene Unternehmen TEUR 5.491 (i. Vj. TEUR 5.168) -
- davon aus der Aufzinsung TEUR 833 (i. Vj. TEUR 1.140) -
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Aufwand; i. Vj. Ertrag) 2.460 -102
10. Ergebnis nach Steuern -6.799 -40.830
11. Sonstige Steuern Ertrag (i. Vj. Aufwand) -402 29
12. Konzernjahresfehlbetrag -6.397 -40.859
13. Verlustvortrag -348.465 -307.606
14. Konzernbilanzverlust -354.862 -348.465

Konzernkapitalflussrechnung

2021/2022
TEUR
2020/2021
TEUR
Konzernjahresergebnis -6.397 -40.859
+ Abschreibungen auf Anlagevermögen 17.480 12.431
- Abnahme/+ Zunahme der Rückstellungen -15.650 10.032
- Zunahme/+ Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -12.242 -8.547
+ Zunahme/- Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 3.673 -3.212
- Gewinn/+ Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -140 308
+ Zinsaufwendungen 6.301 6.224
+/- Ertragsteueraufwand/-ertrag 2.460 -102
-/+ Ertragsteuerzahlungen -588 1.566
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -5.103 -22.159
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 897 355
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -7.000 -5.269
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -4.480 -6.025
+ Einzahlungen für Abgänge im Konsolidierungskreis 0 916
+ Einzahlungen/- Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzmitteldisposition -34 0
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -10.617 -10.023
+ Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von Gesellschaftern des Mutterunternehmens 0 75.000
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 0 3.627
- Gezahlte Zinsen -5.514 -5.251
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -5.514 73.376
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -21.234 41.194
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 9.188 -32.006
Finanzmittelfonds am Ende der Periode (= liquide Mittel) -12.046 9.188
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 5.008 24.724
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -3.092 -8
Verbindlichkeiten aus dem Cash-Pool-System -13.962 -15.528
-12.046 9.188

Konzerneigenkapitalspiegel

Gezeichnetes Kapital des Mutterunternehmens
TEUR
Kapitalrücklage des Mutterunternehmens
TEUR
Konzernbilanzverlust
TEUR
Stand 30.9.2020/1.10.2020 40.000 0 -307.606
Kapitalerhöhung aus Bareinlage 0 75.000 0
Ausschüttung Dividende
Änderung Konsolidierungskreis
Konzernjahresfehlbetrag 0 0 -40.859
Stand 30.9.2021/1.10.2021 40.000 75.000 -348.465
Kapitalerhöhung aus Bareinlage
Ausschüttung Dividende
Änderung Konsolidierungskreis
Konzernjahresfehlbetrag 0 0 -6.397
Stand 30.9.2022 40.000 75.000 -354.862
Nicht beherrschende Anteile
TEUR
Konzerneigenkapital
TEUR
Stand 30.9.2020/1.10.2020 0 -267.606
Kapitalerhöhung aus Bareinlage 0 75.000
Ausschüttung Dividende 0
Änderung Konsolidierungskreis 0
Konzernjahresfehlbetrag 0 -40.859
Stand 30.9.2021/1.10.2021 0 -233.465
Kapitalerhöhung aus Bareinlage 0
Ausschüttung Dividende 0
Änderung Konsolidierungskreis 0
Konzernjahresfehlbetrag 0 -6.397
Stand 30.9.2022 0 -239.862

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022

(1) Angaben zur Identifikation der Gesellschaft

Firma: Compass Group Deutschland GmbH
Sitz: Eschborn
Registergericht: Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 38132

(2) Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Die Compass Group Deutschland GmbH, Eschborn, ist das Mutterunternehmen des Compass-Konzerns in Deutschland.

Das Geschäftsjahr des Mutterunternehmens beginnt am 1. Oktober eines Jahres und endet am 30. September des Folgejahres. Gemäß § 299 Abs. 1 HGB erfolgt die Aufstellung des Konzernabschlusses zum Bilanzstichtag des Mutterunternehmens, welcher auch der Bilanzstichtag aller in den Konzernabschluss im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogenen Unternehmen ist.

Der Konzernabschluss für den Zeitraum vom 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022 wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuches in der zum Bilanzstichtag aktuellen Fassung sowie der ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes erstellt.

Wesentliche Änderungen bei den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht ergeben.

Der Konzernabschluss ist unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

(3) Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst neben dem Mutterunternehmen unmittelbar und mittelbar 16 inländische Tochterunternehmen sowie zwei assoziierte Unternehmen, die zu Anschaffungskosten bewertet sind.

Nr. Name / Sitz Währung Anteilsbesitz
%
bei Nr.
Mutterunternehmen
1 Compass Group Deutschland GmbH, Eschborn EUR 100
Konsolidierte Tochterunternehmen
2 EUREST DEUTSCHLAND GmbH, Eschborn EUR 100 1
3 Medirest GmbH, Eschborn EUR 100 1
4 Eurest Services GmbH, Eschborn EUR 100 1
5 Food affairs GmbH, Eschborn EUR 100 1
6 S.B. Verwaltungs GmbH, Eschborn EUR 100 1
7 PLURAL servicepool GmbH, Laatzen EUR 100 4
8 PLURAL Personalservice GmbH, Laatzen EUR 100 4
9 LPS Event Gastronomie GmbH, Frankfurt am Main EUR 100 5
10 orgaMed Betriebsgesellschaft für Zentralsterilisationen GmbH, Laatzen EUR 100 7
11 PLURAL Gebäudemanagement GmbH, Laatzen EUR 100 7
12 Kanne Café GmbH, Eschborn EUR 100 3
13 Levy Restaurants GmbH, München (vormals: LEONARDI EPM GmbH) EUR 100 6
14 LEONARDI HPM GmbH, München EUR 100 6
15 LEONARDI SVM GmbH, München EUR 100 6
16 LEONARDI GmbH & Co. KG, München EUR 100 6
17 LEONARDI Kaffee neu entdecken GmbH & Co. KG, München EUR 100 6
Assoziierte Unternehmen
18 HSW Hauswirtschaftsdienste Süd-West GmbH i.L., Mainz EUR 49 7
19 Lubinus OrgaMed Sterilgut GmbH, Kiel EUR 49 7

Die Bewertung der assoziierten Unternehmen erfolgte nicht nach der Equity-Methode, da diese Beteiligungen für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns insgesamt von untergeordneter Bedeutung sind. Die Jahresergebnisse dieser Unternehmen belaufen sich einzeln und kumuliert auf weniger als TEUR 100 (i. Vj. TEUR 100), die Bilanzsumme dieser Unternehmen bzw. das Eigenkapital betragen kumuliert TEUR 355 (i. Vj. TEUR 371) bzw. TEUR 214 (i. Vj. TEUR 218). Die Anteile an den Stimmrechten der assoziierten Unternehmen entsprechen den vom Compass-Konzern gehaltenen Gesellschaftsanteilen.

Die Leonardi Vermögensverwaltungs GmbH sowie die Leonardi Betriebsverwaltungs GmbH wurden mit Wirkung zum 7. Januar 2022 rückwirkend per 1. Oktober 2021 auf die S.B. Verwaltungs GmbH verschmolzen.

Die Eurest Köln GmbH wurde mit Wirkung zum 2. Februar 2022 rückwirkend per 1. Oktober 2021 auf die Eurest Deutschland GmbH verschmolzen.

Die Medirest GmbH & Co. OHG wurde mit Wirkung zum 1. April 2022 auf die Menke Menue GmbH angewachsen. Die Menke Menue GmbH wurde mit Wirkung zum 21. September 2022 zur Medirest GmbH umfirmiert.

Die Eurest West GmbH & Co. KG ist mit Wirkung zum 1. Mai 2022 auf die PLURAL servicepool GmbH angewachsen.

(4) Grundsätze der Konsolidierung

Den Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Das Geschäftsjahr der einbezogenen Tochterunternehmen ist identisch mit dem Geschäftsjahr des Mutterunternehmens.

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung der seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 einbezogenen Unternehmen wurde nach der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 HGB) vorgenommen. Die Kapitalkonsolidierung der in den vorherigen Jahren erworbenen Unternehmen wurde nach der Buchwertmethode (§ 301 Abs. 1 Nr. 1 HGB a. F.) vorgenommen. Die Erstkonsolidierung der einbezogenen Unternehmen erfolgte im Jahre des Erwerbs oder der Gründung.

Die aktiven Unterschiedsbeträge wurden im Zeitpunkt der erstmaligen Erstellung eines Konzernabschlusses zum 30. September 1995 im Rahmen der Erstkonsolidierung mit den zu diesem Zeitpunkt bestehenden Kapitalrücklagen in Höhe von TEUR 30.917 verrechnet (§ 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a. F.). Im Falle der Anteilsaufstockung ohne Beherrschungswechsel wird der Vorgang als Kapitalvorgang analog der Vorgehensweise in der Vergangenheit verbucht.

Zum Bilanzstichtag 30. September 2022 werden Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 5.343 (i. Vj. TEUR 13.297) sowie Kundenstämme in Höhe von TEUR 1.280 (i. Vj. TEUR 2.031) ausgewiesen. In dem Geschäftsjahr wurde der Geschäfts- und Firmenwert an der LEONARDI-Gruppe in Höhe von TEUR 5.448 außerplanmäßig abgeschrieben.

Schuldenkonsolidierung

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Unternehmen wurden per 30. September 2022 (wie auch im Vorjahr) im Rahmen der Schuldenkonsolidierung eliminiert.

Eliminierung von Zwischenergebnissen

Zum 30. September 2022 wird gemäß § 304 Abs. 2 HGB auf die Zwischenergebniseliminierung aufgrund der untergeordneten Bedeutung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns verzichtet.

Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Neben den Erträgen und Aufwendungen aus den Gewinnabführungen bzw. Verlustübernahmen sowie Erträgen aus Beteiligungen wurden konzerninterne Umsatzerlöse, sonstige Erträge und Zinserträge mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet.

(5) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Fremdwährungspositionen bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode. Die Abschreibungssätze basieren auf erwarteten Nutzungsdauern zwischen 2 und 20 Jahren für immaterielle Vermögensgegenstände sowie zwischen 2 und 35 Jahren für Sachanlagen. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Für Geschäfts- oder Firmenwerte bestimmt sich die Abschreibungsdauer von 10 bzw. 12 Jahren auf Basis der durchschnittlichen Dauer der Kundenbeziehungen bzw. nach den Vorgaben des § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 150,00 werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten über EUR 150,00 bis maximal EUR 1.000,00 werden in einen jahresbezogenen Sammelposten eingestellt, der gleichmäßig über das Anschaffungsjahr und die vier folgenden Jahre abgeschrieben wird.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt, wenn die Wertminderung voraussichtlich dauerhaft ist. Zuschreibungen werden vorgenommen, soweit die Gründe für eine zuvor vorgenommene Abschreibung nicht mehr bestehen. Das Wahlrecht nach § 253 Abs. 3 HGB für Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei vorübergehender Wertminderung wird nicht ausgeübt.

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Aktivwerte aus Rückdeckungsversicherungen sind nicht an die Pensionäre verpfändet und stellen daher kein Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB dar. Die Bilanzierung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Für Pensionsverpflichtungen und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen existieren Deckungsvermögen in Form von Rückdeckungsversicherungen bzw. Treuhandvermögen.

Die Aktivwerte der Rückdeckungsversicherungen, welche zugunsten der Pensionäre verpfändet sind und ausschließlich dazu bestimmt sind, der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen zu dienen, werden mit den entsprechenden Pensionsverpflichtungen saldiert ausgewiesen. Die Verrechnung entsprechender Ansprüche und Verpflichtungen erfolgt getrennt für jeden einzelnen Pensionsplan. Die Bewertung erfolgte dabei gemäß § 255 Abs. 4 Satz 3 HGB mit den fortgeführten Anschaffungskosten, die als Zeitwerte gelten.

Die Treuhandvermögen sind dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen und dienen ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der mithilfe von anerkannten Bewertungsmethoden ermittelt wurde. Dieser wird mit den jeweils zugrunde liegenden Erfüllungsbeträgen verrechnet. Die Saldierung erfolgt jeweils getrennt für jede einzelne Zusage. Übersteigt der Erfüllungsbetrag den Zeitwert, erfolgt der Ausweis unter den Rückstellungen. Übersteigt der Wert der Wertpapiere den Erfüllungsbetrag, erfolgt der Ausweis als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz. Aufwendungen und Erträge aus diesen Vermögensgegenständen werden mit den Aufwendungen und Erträgen aus der Abzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Vorräte sind zum Bilanzstichtag körperlich aufgenommen worden; sie sind zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten werden durch Einzelbewertung ermittelt. Die grundsätzlich kurze Verwendungsdauer verderblicher Ware wird anhand des Mindesthaltbarkeitsdatums berücksichtigt. Vorräte mit überschrittener Mindesthaltbarkeit werden vollständig abgeschrieben und vernichtet. Vorräte ohne Mindesthaltbarkeit werden durch Inaugenscheinnahme im Rahmen der körperlichen Inventur beurteilt und ggf. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert gemäß § 253 Abs. 4 HGB bewertet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zu ihrem Nennwert aktiviert. Erkennbaren Risiken wurde durch entsprechende Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Dem allgemeinen Kreditrisiko im Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen wurde durch eine angemessene Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 hat der Compass Konzern Kurzarbeitergeld an die Mitarbeiter ausbezahlt. In Höhe der ausgezahlten Beträge erfolgt bis zur jeweiligen Erstattung monatlich die Einbuchung einer Forderung gegen die Bundesagentur für Arbeit. Die Erstattungen der Sozialversicherungsbeiträge werden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Personalaufwand saldiert.

Die flüssigen Mittel umfassen hauptsächlich die Bankguthaben sowie Kassenbestände und werden zum Nennwert bilanziert.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen werden Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Aktive bzw. passive latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie für körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Verlustvorträge ermittelt. Auf den Ansatz aktiver latenter Steuern aus den Einzelabschlüssen wird verzichtet. Die Bewertung latenter Steuern erfolgt unter Zugrundelegung der im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen erwarteten Steuersätze, die zum Bewertungszeitpunkt den aktuellen Steuersätzen entsprechen. Hierbei wurden für die Körperschaftsteuer ein Steuersatz von 15,0 % (i. Vj. 15,0 %), für den Solidaritätszuschlag von 5,5 % (i. Vj. 5,5 %) und für die Gewerbesteuer ein Steuersatz von 14,2 % (i. Vj. 14,2 %) zugrunde gelegt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit einem Zinsfuß von 1,78 % p. a. (i. Vj. 2,05 % p. a.) auf Basis der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Bei der Ermittlung sind Lohn- und Gehaltssteigerungen mit bis zu 2,00 % p. a. (i. Vj. 2,00 % p. a.), die jährlichen Steigerungen der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung mit bis zu 2,00 % p. a. (i. Vj. 2,00 % p. a.) sowie die jährlichen Rentenanpassungen mit bis zu 2,00 % p. a. (i. Vj. 2,00 % p. a.) berücksichtigt. Weiterhin wurde überwiegend eine erwartete Fluktuation von 4,50 % p. a. (i. Vj. 4,50 % p. a.) zugrunde gelegt. Als Rechnungszins wurde der durchschnittliche Marktzinssatz der letzten zehn Jahre verwendet (Bundesbankzins), der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.

Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen werden jeweils gesondert unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Bei der Bewertung werden zukünftige Preis- und Kostensteigerungen sowie Zinseffekte berücksichtigt.

Die Bewertung der in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Jubiläumsrückstellungen erfolgte nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels des Anwartschaftsbarwertverfahrens. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Bei der Ermittlung wurde ein Rechnungszinssatz von 1,38 % p. a. (i. Vj. 1,42 % p. a.) sowie überwiegend eine erwartete Fluktuation von bis zu 11,00 % p. a. (i. Vj. 11,00 % p. a.) berücksichtigt.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

(6) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem als Anlage zum Konzernanhang beiliegenden Anlagespiegel ersichtlich.

Die gesamten Abschreibungen auf das Anlagevermögen belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 17.480 (i. Vj. TEUR 12.431).

Die außerplanmäßigen Abschreibungen für die immateriellen Vermögensgegenstände betreffen den Geschäfts- und Firmenwert der LEONARDI-Gruppe in Höhe von TEUR 5.448.

Zu den nicht einbezogenen Unternehmen, an denen zum 30. September 2022 ein Anteilsbesitz von 20 % oder mehr besteht, werden folgende Angaben gemacht:

Nr. Name/Sitz Anteilsbesitz
%
Eigenkapital
TEUR
Jahresergebnis
TEUR
1 HSW Hauswirtschaftsdienste Süd-West GmbH i.L, Mainz 49,0 0 0 1
2 Lubinus OrgaMed Sterilgut GmbH, Kiel 49,0 198 -16 2

(7) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Fristigkeiten der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind wie folgt:

Stand 30.9.2022
TEUR
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr
TEUR
Stand 30.9.2021
TEUR
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 80.856 0 56.526 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 299 0 1.613 0
Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 2 0 2 0
Sonstige Vermögensgegenstände 9.784 1.128 21.648 1.146
90.941 1.128 79.789 1.146

Insgesamt bestehen aufgrund von Kurzarbeit Forderungen in Höhe von TEUR 1.879 (i. Vj. TEUR 3.524).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten insbesondere Forderungen aus kurzfristigen Finanzmitteltransfers inklusive Zinsen in Höhe von TEUR 30 (i. Vj. TEUR 30) gegen die Compass Group PLC, Chertsey/Surrey, Großbritannien. Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 269 (i. Vj. TEUR 1.583) sind den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mitzugehörig.

Die sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr beinhalten mit TEUR 1.002 (i. Vj. TEUR 916) einen Freistellungsanspruch für übernommene Pensionsverpflichtungen eines Kunden auf Basis entsprechender Vereinbarungen sowie sonstige und Kautionsforderungen gegen Kunden in Höhe von TEUR 126 (i. Vj. TEUR 113).

1 Liquidationsschlussbilanz zum 18. November 2022
2 Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020

(8) Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals wird im Konzern-Eigenkapitalspiegel dargestellt.

(9) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen betreffen zum Bilanzstichtag die Compass Group Deutschland GmbH, EUREST DEUTSCHLAND GmbH, Eurest Services GmbH, Food affairs GmbH, LPS Event Gastronomie GmbH, Medirest GmbH (vormals: Menke Menue GmbH), die PLURAL servicepool GmbH und die LEONARDI SVM GmbH.

Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB sind Treuhandvermögen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, mit den Verpflichtungen, die einen Erfüllungsbetrag von TEUR 1.522 (i. Vj. TEUR 1.464) haben, verrechnet worden. Die Anschaffungskosten betragen TEUR 1.039 (i. Vj. TEUR 1.039), die Zeitwerte belaufen sich auf TEUR 925 (i. Vj. TEUR 1.041). Es ergibt sich einerseits ein aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von TEUR 166 (i. Vj. TEUR 178), der in einem entsprechenden Posten auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen wird. Andererseits resultiert ein Passivüberhang in Höhe von TEUR 764 (i. Vj. TEUR 601) daraus, der unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen wird.

Des Weiteren sind Rückdeckungsversicherungen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, mit diesen Verpflichtungen verrechnet worden. Die Anschaffungskosten der verrechneten Vermögenswerte betragen TEUR 1.735 (Zeitwert TEUR 2.278/i. Vj. TEUR 2.357). Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt TEUR 2.278 (i. Vj. TEUR 2.357).

Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtung beträgt TEUR 820 (i. Vj. TEUR 1.064). Der Ertrag aus dem Pensionsvermögen beläuft sich auf TEUR 45 (i. Vj. TEUR 100). Daraus ergibt sich in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Zinsaufwand von TEUR 775 (i. Vj. TEUR 964). Darüber hinaus wird der Zuführungsbetrag zu den Pensionsrückstellungen aufgrund des Dienstzeitaufwands im Personalaufwand ausgewiesen.

Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 762 (i. Vj. TEUR 1.119), d. h., die Pensionsrückstellungen sind im Vergleich zur Verwendung eines 7-Jahres-Durchschnittszinssatzes um TEUR 762 (i. Vj. TEUR 1.119) niedriger bewertet.

Der Fehlbetrag wegen nicht bilanzierter Pensionsverpflichtungen aus mittelbaren Zusagen im Sinne von Artikel 28 Abs. 2 EGHGB beläuft sich auf TEUR 193 (i. Vj. TEUR 56).

(10) Latente Steuern

Differenzen zwischen der Handels- und Steuerbilanz bestehen insbesondere aus steuerlichen Firmenwerten und Pensionsrückstellungen. Weiterhin existieren körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Verlustvorträge. Die genannten Differenzen führen zu Aktivüberhängen latenter Steuern, welche auf Konzernebene nicht angesetzt werden. Durch die Bildung der latenten Steuern auf die Kaufpreisallokation der jüngst erworbenen Gesellschaften werden im Konzernabschluss nur passive latente Steuern in Höhe von TEUR 1.363 ausgewiesen.

(11) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere Restrukturierungen (TEUR 12.130; i. Vj. TEUR 27.458), Beträge für Urlaub und Überstunden (TEUR 5.858; i. Vj. TEUR 5.324), Prämien an Mitarbeiter (TEUR 4.472; i. Vj. TEUR 4.414), sonstige Personalkosten (TEUR 4.105; i. Vj. TEUR 1.157), Gratifikationen (TEUR 3.346; i. Vj. TEUR 3.270), Kostenbeteiligungen (TEUR 3.028; i. Vj. TEUR 3.714), Rückstellung für Instandhaltung (TEUR 1.353; i. Vj. TEUR 1.963), noch ausstehende Miet- und Nebenkostenabrechnungen (TEUR 972; i. Vj. TEUR 961), Jubiläum (TEUR 806; i. Vj. TEUR 881).

Der Zinsaufwand aus der Jubiläumsverpflichtung beträgt TEUR 13 (i. Vj. TEUR 71).

(12) Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten setzen sich folgt zusammen:

davon Restlaufzeit
Stand 30.9.2022
TEUR
bis zu 1 Jahr
TEUR
mehr als 1 Jahr
TEUR
mehr als 5 Jahre
TEUR
Stand 30.9.2021
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.092 3.092 0 0 8
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.243 4.243 0 0 4.890
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 54.346 54.346 0 0 36.806
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 251.307 17.880 233.427 0 251.840
davon gegenüber Gesellschafter (233.427) (0) (233.427) (0) (233.427)
Sonstige Verbindlichkeiten 11.569 11.569 0 0 21.906
davon aus Steuern (5.658) (5.658) (0) (0) (5.911)
im Rahmen der sozialen Sicherheit (458) (458) (0) (0) (8.396)
324.557 91.130 233.427 0 315.450
davon Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr
TEUR
mehr als 1 Jahr
TEUR
mehr als 5 Jahre
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8 0 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.890 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36.806 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 18.413 233.427 0
davon gegenüber Gesellschafter (0) (233.427) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 21.906 0 0
davon aus Steuern (5.911) (0) (0)
im Rahmen der sozialen Sicherheit (8.396) (0) (0)
82.023 233.427 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, die nicht gegenüber dem Gesellschafter bestehen, resultieren aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 3.918; i. Vj. TEUR 2.885) und Cash-Pool-Verbindlichkeiten (TEUR 13.962; i. Vj. TEUR 15.528).

Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter umfassen mit TEUR 233.427 (i. Vj. TEUR 233.427) vier (i. Vj. vier) verzinsliche Darlehen. Die Laufzeiten betragen für alle vier Darlehen bis zum 31. März 2026.

Die Verbindlichkeiten sind nicht durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert.

(13) Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelfonds umfasst die liquiden Mittel, bestehend aus Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, sowie kurzfristige Bankverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus dem Cash-Pool-System.

(14) Nicht in der Bilanz oder unter der Bilanz ausgewiesene Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestanden am Bilanzstichtag nicht.

(15) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen belaufen sich insgesamt auf:

30.9.2022
TEUR
30.9.2021
TEUR
Mietverträge Gebäude und Geschäftsräume 24.759 21.023
Leasingverträge Kraftfahrzeuge 1.806 2.234
Miet- u. Leasingverträge Betriebseinrichtungen, Kopierer, Fax etc. 1.854 2.694
28.419 25.951

Den obigen Verpflichtungen liegen Verträge mit Restlaufzeiten bis zu zehn Jahren zugrunde.

Im Folgejahr sind hiervon Verpflichtungen in Höhe von TEUR 6.734 fällig.

Mit der Compass Group Holdings PLC, Chertsey/Surrey, Großbritannien, besteht eine "Brand Licence and Business System Agreement Franchise"-Vereinbarung. Mit der Levy Food Service Limited Partnership, Chicago/USA, besteht eine Franchise-Vereinbarung betreffend die Marke "Levy". Diese Vereinbarungen sind umsatzgebunden und die Verpflichtungen hieraus daher variabel.

(16) Umsatz

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 488.417 (i. Vj. TEUR 369.384) werden ausschließlich im Inland erzielt.

Bei einer Darstellung nach Segmenten entfallen 51 % (i. Vj. 53 %) auf den Bereich Business & Industries/B&I, 24 % (i. Vj. 31 %) auf den Bereich Support Services, 5 % (i. Vj. 4 %) auf den Bereich Healthcare/HC, 11 % (i. Vj. 3 %) auf den Bereich Sports & Leisure/S&L und 9 % (i. Vj. 9 %) auf den Bereich Warenwirtschaft und Logistik, insbesondere aufgrund der Leistungen der Compass Group Deutschland GmbH.

(17) Periodenfremde und Erträge außerordentlicher Größenordnung

Das Jahresergebnis enthält Erträge außergewöhnlicher Größenordnung aus Überbrückungshilfe in Höhe von TEUR 5.803 (i. Vj. TEUR 10.010) sowie periodenfremde Erträge, primär aus der Auflösung von Personalrückstellungen, in Höhe von TEUR 8.998 (i. Vj. TEUR 2.464) sowie aus der Auflösung von Instandhaltungsaufwendungen in Höhe von T€ 2.014 (i. VJ. TEUR 35).

(18) Personalaufwand

Erstattungen der Bundesagentur für Arbeit und von Sozialversicherungsträgern werden als Ertrag erfasst und mit dem Personalaufwand saldiert. Der Personalaufwand enthält Erstattungen von der Bundesagentur für Arbeit und Sozialversicherungsträgern in Höhe von TEUR 5.989 (i. Vj. TEUR 28.990), davon entfallen TEUR 1.411 (i. Vj. TEUR 9.583) auf Sozialversicherungsträger.

(19) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen im Zusammenhang mit den gebildeten Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von TEUR 1.583 (Vorjahr TEUR 25.373).

(20) Zinsergebnis

Die Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 6.339 entfallen in Höhe von TEUR 5.491 auf die mit der Gesellschafterin, der Compass Group International B.V., Amsterdam, Niederlande, geschlossenen Darlehen.

(21) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten in Höhe von TEUR 929 Steueraufwand für Vorjahre sowie TEUR 418 Ertrag aus der Auflösung passiver latenter Steuern.

(22) Sonstige Angaben

Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter

Die Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter in Köpfen betrug 10.478 (i. Vj. 10.252).

Hiervon waren 10.478 (i. Vj. 10.252) Angestellte (davon Verwaltungsmitarbeiter 331 (i. Vj. 359) und operative Mitarbeiter 10.147 (i. Vj. 9.893)).

(23) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Wesentliche zum 30. September 2022 noch zu berücksichtigende Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind wie folgt zu benennen:

Die Leonardi EPM GmbH wurde mit Wirkung zum 24. März 2023 umfirmiert auf die Levy Restaurants GmbH. Mit Wirkung zum 1. Mai 2023 wurde das Stadia- und Event-Geschäft der Food affairs GmbH mittels Asset Deal an die Levy Restaurants GmbH verkauft.

(24) Organe und Bezüge der Organe

Organe der Gesellschaft und Aufwendungen für Organe Organe

Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr:

Herr Dr. Christian Funk - Vorsitzender der Geschäftsführung (seit 08. Dezember 2022)

Herr Robert Robertson - Geschäftsführer Bereich Operations (seit 08. Dezember 2022)

Herr Peter Schmidt - Geschäftsführer Bereich Personal

Herr Dr. Frank Höning - Geschäftsführer Bereich Sales & Client Development (seit 08. Dezember 2022)

Herr Gerhard Marschitz - Vorsitzender der Geschäftsführung (bis 08. Dezember 2022)

Frau Christina Poetzsch - Geschäftsführern Bereich Finanzen (bis 31. März 2023)

Dem Aufsichtsrat gehören an:

Herr Petros Parras (seit 24. Januar 2022), Aufsichtsratsvorsitzender (seit 27. Januar 2022) der Compass Group Deutschland GmbH, Geschäftsführer Compass Group GmbH Eschborn und Regional Finance-Director - Europe & Middle East, Compass Group PLC, Chertsey/ Surrey, Großbritannien

Herr Gerd-Joachim Langecker, - stellvertretender Vorsitzender - Referatsleiter Referat Arbeit der Zukunft/Arbeits- und Gesundheitsschutz, Hamburg

Herr Patrick von Arx, Head of Legal Compass Group Switzerland, Geschäftsführer Sevita Group GmbH

Herr Brendan Boucher (seit 1. Juli 2022), Group Treasurer at Compass Group PLC, Chertsey / Surrey, Großbritannien

Frau Dr. Heike Brockmann, Vorsitzende der Geschäftsführung, CEO der AEP GmbH, Alzenau

Herr Jörg Bullerdiek, Betriebsratsvorsitzender PLURAL servicepool GmbH, Werkschutzfachkraft, Laatzen

Herr Sebastian Ebel, Vorstandsvorsitzender CEO der TUI AG, Hannover

Frau Angelique Hart, Betriebsleiterin EUREST DEUTSCHLAND GmbH

Frau Simone Heuberger, stellv. Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates EUREST DEUTSCHLAND GmbH, Eschborn - freigestellte Betriebsleiterassistentin

Frau Clare Joyner (seit 1. Juli 2022), Director of Group Purchasing Strategy, Compass Group PLC, Chertsey / Surrey, Großbritannien

Frau Antonia Liebertz-Krämer, Mitglied des Betriebsrates Wintershall Dea in der EUREST Deutschland GmbH, Eschborn

Frau Annette Maier, Area Vice President für Zentral- und Osteuropa bei UiPath, München

Frau Dr. Sabine Riedel, Direktorin Human Resources bei der EUREST Restaurationsbetriebsgesellschaft m.b.H, Wien (Österreich)

Herr Hubert Riediger, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der EUREST DEUTSCHLAND GmbH, Eschborn, freigestellter Küchenleiter EUREST DEUTSCHLAND GmbH

Herr Eckhard Stoermer, Regionalleiter der IG Bau Region Niedersachsen, Hannover, Beiratsmitglied der ULAK Sozialkassen der Bauwirtschaft, Wiesbaden

Frau Stephanie Wlodarski, freigestellte Betriebsrätin PLURAL servicepool GmbH, Laatzen; ehrenamtl. Bezirksvorsitzenden bei der IG BAU Hannover; Vizepräsidentin Handwerkskammer Hannover

Aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden:

Frau Dr. Sandra Dembeck (am 31. Dezember 2021), Group Corporate Finance Director Compass Group Plc (bis 28. Februar 2022), Beraterin bei Talvik Trust Services AG, Chief Financial Officer, Zalando SE, Berlin (seit 1. März 2022)

Frau Dr. Jeanette Hron (am 30. Juni 2022), Geschäftsführerin Compass Group GmbH, Eschborn, und Regional HR-Director - Europe & Middle East, Compass Group PLC, Chertsey/ Surrey, Großbritannien

(25) Bezüge der Organe

Die Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung betrugen im Geschäftsjahr 2021/2022 TEUR 925 (i. Vj. TEUR 1.178).

Die Gesamtbezüge der Aufsichtsratsmitglieder betrugen im Berichtsjahr TEUR 36 (i. Vj. TEUR 33).

(26) Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers betrug TEUR 420 (i. Vj. TEUR 387). Dieses betrifft vollständig Prüfungsleistungen.

(27) Gewinnverwendung

Die Geschäftsführung der Muttergesellschaft (Compass Group Deutschland GmbH, Eschborn) schlägt vor, den Bilanzverlust zum 30. September 2022 in Höhe von EUR 17.126.602,75 auf neue Rechnung vorzutragen. Der Bilanzverlust setzt sich zusammen aus dem Jahresüberschuss in Höhe von EUR 3.107.423,85 sowie einem Verlustvortrag in Höhe von EUR 20.713.026,60.

(28) Befreiender Konzernabschluss

Die nachfolgend aufgeführten und in diesen Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen machen von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. im Falle der Medirest GmbH & Co. OHG, Eschborn, der Eurest West GmbH & Co. KG, Laatzen, der LEONARDI GmbH & Co. KG, München, sowie der LEONARDI Kaffee neu entdecken GmbH & Co. KG, München, gemäß § 264b HGB Gebrauch:

EUREST DEUTSCHLAND GmbH, Eschborn,

Medirest GmbH, Eschborn (vormals: Menke Menue GmbH, Eschborn),

Kanne Café GmbH, Eschborn,

Eurest Services GmbH, Eschborn,

Medirest GmbH & Co. OHG, Eschborn,

Food affairs GmbH, Eschborn,

LPS Event Gastronomie GmbH, Frankfurt am Main,

PLURAL servicepool GmbH, Laatzen,

PLURAL Gebäudemanagement GmbH, Laatzen,

PLURAL Personalservice GmbH, Laatzen,

orgaMed Betriebsgesellschaft für Zentralsterilisationen GmbH, Laatzen,

Eurest West GmbH & Co. KG, Laatzen,

S.B. Verwaltungs GmbH, Eschborn,

Levy Restaurants GmbH, München (vormals: LEONARDI EPM GmbH),

LEONARDI HPM GmbH, München,

LEONARDI SVM GmbH, München,

LEONARDI GmbH & Co. KG, München,

LEONARDI Kaffee neu entdecken GmbH & Co. KG, München

Dieser Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Compass Group PLC, Chertsey, Surrey, Großbritannien, einbezogen, der den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen darstellt. Der Konzernabschluss der Compass Group PLC, Chertsey, Surrey, Großbritannien, wird zum Registrar of Companies in England und Wales, London, Großbritannien, unter der Nummer 04083914 eingereicht und ist dort erhältlich.

 

Eschborn, den 9. Juni 2023

Die Geschäftsführung

Dr. Christian Funk

Robert Robertson

Peter Schmidt

Dr. Frank Höning

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022

Anschaffungskosten
1.10.2021
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
Umbuchungen
TEUR
30.9.2022
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 34.181 3.969 1.420 672 37.402
2. Kundenstamm 15.140 0 0 0 15.140
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 113.798 0 0 0 113.798
4. Geleistete Anzahlungen 2.859 511 500 -672 2.198
165.978 4.480 1.920 0 168.538
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 1.372 0 0 0 1.372
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 92.808 6.663 5.868 998 94.601
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.103 337 0 -998 442
95.283 7.000 5.868 0 96.415
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 79 25 0 0 104
2. Aktivwert Rückdeckungsversicherung 474 9 0 0 483
553 34 0 0 587
261.814 11.514 7.788 0 265.540
kumulierte Abschreibungen
1.10.2021
TEUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
TEUR
Abgänge
TEUR
30.9.2022
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 27.165 2.415 1.406 28.174
2. Kundenstamm 13.109 751 0 13.860
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 100.501 7.954 0 108.455
4. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0
140.775 11.120 1.406 150.489
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 1.038 27 0 1.065
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 76.429 6.333 5.627 77.135
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
77.467 6.360 5.627 78.200
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 12 0 0 12
2. Aktivwert Rückdeckungsversicherung 0 0 0 0
12 0 0 12
218.254 17.480 7.033 228.701
Buchwerte
30.9.2022
TEUR
30.9.2021
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 9.228 7.016
2. Kundenstamm 1.280 2.031
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 5.343 13.297
4. Geleistete Anzahlungen 2.198 2.859
18.049 25.203
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 307 334
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 17.466 16.379
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 442 1.103
18.215 17.816
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 92 67
2. Aktivwert Rückdeckungsversicherung 483 474
575 541
36.839 43.560

Konzernlagebericht Geschäftsjahr 2021/2022

I. Grundlagen des Konzerns

Die Compass Group Deutschland GmbH, Eschborn (im Folgenden: COMPASS Konzern oder COMPASS), erbringt über die operativen Tochtergesellschaften Catering-Dienstleistungen in der Gemeinschaftsverpflegung, Stadien und Arenen, Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen, Eventcatering sowie Support-Service-Dienstleistungen, wie z. B. Reinigungs- und Sicherheitsdienste rund um Gebäude und Grundstücke. Der COMPASS Konzern ist Teil der internationalen Compass Group PLC, Chertsey/Surrey, Vereinigtes Königreich.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr besteht der COMPASS Konzern aus 18 Beteiligungen (Vorjahr 23), davon sind fünf (Vorjahr sieben) direkte Beteiligungen und 13 indirekte Beteiligungen (Vorjahr 16) inkl. zwei Minderheitsbeteiligungen.

Die von dem Konzernmutterunternehmen angebotenen Dienstleistungen im Konzernverbund umfassen insbesondere die Funktionsbereiche Personal inkl. Aus- und Weiterbildung, Einkauf, Finanzen, IT, Qualitätsmanagement, Vertrieb und Unternehmensführung. Diese Leistungen werden teilweise auch an andere Gesellschaften innerhalb der Compass Group PLC, Chertsey/Surrey, Vereinigtes Königreich, erbracht. Diese Leistungen werden überwiegend durch eigene Mitarbeiter oder auch durch Entwicklung und Zurverfügungstellung zentraler Systeme und Infrastruktur erbracht.

II. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftliche Lage im Jahr 2022 in Deutschland war geprägt von den Folgen des Krieges in der Ukraine sowie den starken Preiserhöhungen. Hinzu kamen Material- und Lieferengpässe sowie ein Fachkräftemangel. Das preis- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt wuchs im Jahr 2022 um 2,0 % (i.V. +2,7 %), während es noch im Jahr 2020 um -4,1 % zum Vorjahr geringer ausfiel. Einige Branchen profitierten nach Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen von Nachholeffekten.

Auf der Seite der Nachfrage trugen die privaten Konsumausgaben im Jahr 2022 erheblich zum Wachstum bei und waren eine wichtige Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. Die private Nachfrage stieg preisbereinigt um 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr und erreichte fast das Vorkrisenniveau von 2019.

Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Jahr 2022 wieder auf 45,6 Millionen und damit auf den höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung an. Im Dienstleistungsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe stieg die Zahl der Erwerbstätigen ebenfalls an auf nun 10,1 Millionen und bleibt damit nur knapp unter dem Stand von 2019 vor Corona. Insbesondere der Dienstleistungsbereich zeigt einen überdurchschnittlichen Beschäftigungsaufbau.

Die monatlichen Inflationsraten waren im gesamten Jahr 2022 hoch und erreichten von September bis November Werte von über 10 %. Besonders Energie und Lebensmittel verteuerten sich für die Verbraucher. Im Jahresmittel betrug die Inflationsrate 7,9 % in 2022 gegenüber 2021. Im Jahr 2021 hatte der Wert im Durchschnitt in Deutschland noch bei 3,1 % gelegen. Im Jahresdurchschnitt 2022 verteuerten sich Energieprodukte um 34,7 % und Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich in 2022 gegenüber 2021 um 13,4 %.

Für Deutschland wird für das Jahr 2023 nach einer Prognose des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 % gerechnet. Für das Jahr 2024 ist ein Wert von 1,3 % prognostiziert. Bestimmungsfaktoren bleiben die Energiekrise, die Inflation sowie das außenwirtschaftliche Umfeld vor allem im Bereich Lieferketten, Nachfrage und geopolitische Spannungen.

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Food- bzw. Catering-Bereich des COMPASS-Konzerns ist in verschiedenen Wirtschaftszweigen vertreten, in denen es unterschiedliche Entwicklungen gibt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr mussten bzgl. der gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen viele sicher geglaubte Gewissheiten neu überdacht werden. Frieden in Europa ist keine Selbstverständlichkeit mehr, Lieferketten sind nicht mehr stabil genauso wenig wie die Verfügbarkeit von ausreichend Energie.

Der Betrieb von Gastronomiebetrieben im Food-Service-Bereich erlebte im abgelaufenen Geschäftsjahr langsam den Weg zurück zur neuen Normalität ohne staatliche Homeoffice-Regulierungen und Maskenpflicht. Bis 20. März 2022 des Geschäftsjahres galten noch Restriktionen durch behördliche Verordnungen im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes während der Coronapandemie, nach denen die Unternehmen ihren Mitarbeitern verpflichtend die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, einräumen mussten. Für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter hat es jedoch keine vollständige Rückkehr ins Büro gegeben, ein Zustand, der aller Voraussicht nach von Dauer sein wird und in der Cateringbranche zur neuen Realität geworden ist.

Der Umsatz im Gastgewerbe (Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés, Caterer und sonstige Verpflegungsdienstleistungen) ist inflationsbereinigt zwischen dem 1. Oktober 2021 und dem 30. September 2022 gemäß dem Statistischen Bundesamt um 8,2 % gestiegen (i. Vj. um 8,0 % gestiegen) und liegt somit nach wie vor mit rd. -15,7 % unter dem Wert aus Oktober 2019 vor dem Beginn der Pandemie. (Angaben sind kalender- und saisonbereinigt).

Ein weiterer wesentlicher bestimmender Einflussfaktor im abgelaufenen Geschäftsjahr waren steigende Energiepreise als Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Februar 2022 und der damit verbundene Einfluss auf das allgemeine Preisniveau. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Zeitraum Oktober 2021 bis Oktober 2022 um rd. 20 %, einzelne Bereiche wie Speisefette und Speiseöle sogar um über 50 %. Vergleicht man die Preise mit dem Niveau vor Corona, ist der Anstieg noch höher. Dies hat neben erheblichem Kostendruck auf Seiten der Gastronomiebetriebe zusätzlich zu zurückhaltendem Ausgabeverhalten der Konsumenten geführt, was wiederum die eintretende Erholung der Gastronomiebranche verlangsamt.

Zahlreiche Verhandlungen mit Lieferanten und Kunden wurden geführt, um den hohen Kostendruck auszugleichen. Das Abwandern der Mitarbeiter im Gastgewerbe führte zu zahlreichen offenen Stellen, die weiteres Wachstum und das Erschließen von Gästepotenzial erschwert haben.

Zusammenfassend ist die wirtschaftliche Situation für die Mehrheit der Unternehmen gegenüber dem Vorjahr verbessert. Die einsetzende Erholung ist jedoch durch die gegenläufigen Effekte Personalknappheit und hoher Kostendruck durch Inflation spürbar verlangsamt. Unternehmen reagierten mit Preiserhöhungen, Kostensenkungsprogrammen und Angebotsumstellungen.

III. Entwicklung im Geschäftsjahr

3.1 Gesellschaftsrechtliche Veränderungen

Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden Veränderungen bzgl. Gesellschaftsstruktur vorgenommen:

Verschmelzung der Eurest Köln GmbH auf die Eurest Deutschland GmbH

Anwachsung der Eurest West GmbH & Co. KG auf die Plural servicepool GmbH

Anwachsung der Leonardi Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG auf die S.B. Verwaltungs GmbH

Anwachsung der Leonardi Betriebsverwaltungs GmbH & Co. KG auf die S.B. Verwaltungs GmbH

Umfirmierung der Menke Menue GmbH in die Medirest GmbH

Anwachsung der Medirest GmbH & Co. OHG auf die Medirest GmbH

3.2 Finanzielle Leistungsindikatoren

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren des Konzerns sind die Umsatzerlöse sowie das operative Ergebnis, definiert als sog. EBITIG (Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und internationalen Aufwendungen). Die internationalen Aufwendungen sind Gebühren für Markenrechte, IT-Infrastruktur und Dienstleistungen, die vom Mutterkonzern Compass Group PLC, Chertsey/Surrey, Vereinigtes Königreich, erbracht und berechnet werden (sog. brand licence and business system agreement). Der im Vorjahr für das Geschäftsjahr 2021/2022 prognostizierte Umsatzanstieg von 35 % hat sich mit erreichten 32 % weitestgehend realisiert. Das im Vorjahr erwartete deutlich verbesserte EBITIG für das Geschäftsjahr 2021/2022 ist eingetroffen. Sowohl die Umsatz- als auch die Verbesserung des EBITIG sind weitestgehend durch das Ende der Einschränkungen der verordneten Maßnahmen in Zusammenhang mit der Coronapandemie begründet.

3.3 Umsatz- und Geschäftsentwicklung

Das Geschäftsjahr 2021/2022 war geprägt von dem Auslaufen der Auswirkungen der Coronapandemie, einer langersehnten Rückkehr der Gäste in die Betriebsrestaurants sowie Büros im Support-Services-Bereich und damit einhergehenden steigenden Umsätzen. Trotz der skizzierten gegenläufigen Effekte konnte eine deutliche Erholung des Geschäftsbetriebs verzeichnet werden. Mit Ausbruch des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Februar 2022 kamen auf den COMPASS Konzern neue Herausforderungen zu, wie beispielsweise steigende Nahrungsmittelpreise aufgrund von steigenden Energiekosten. Zahlreiche Verhandlungen mit Lieferanten und Kunden wurden geführt, um den hohen Kostendruck auszugleichen. Das Abwandern der Mitarbeiter im Gastgewerbe führte zu zahlreichen offenen Stellen, die weiteres Wachstum und das Erschließen von Gästepotenzial erschwert haben.

Die Umsatzerlöse haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um EUR 119,0 Mio auf EUR 488,4 Mio erhöht (i. Vj. EUR 369,4 Mio). Das EBITIG beträgt EUR 15,5 Mio und hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 39,8 Mio (i. Vj. EUR -24,3 Mio) verbessert.

Die Umsatz- und allgemeine Geschäftsentwicklung der jeweiligen Segmente stellt sich wie folgt dar:

Der Bereich Business & Industries (B&I) verzeichnete im Geschäftsjahr 2021/2022 einen Anstieg der Umsatzerlöse um EUR 51,8 Mio auf EUR 247,0 Mio (i. Vj. EUR 195,2 Mio). Das Geschäft war im Besonderen geprägt von dem Auslaufen der Auswirkungen der Coronapandemie, einer langersehnten Rückkehr der Gäste in die Betriebsrestaurants und damit einhergehenden steigenden Umsätzen. Während der Phase des Auslaufens der staatlichen Regulierungen in Verbindung mit in das Büro zurückkehrenden Mitarbeitern und den damit verbundenen wiederkehrenden Umsätzen bremste vor allem der Personalmangel im Gastgewerbe eine stärkere und schnellere Erholung. Zahlreiche Beschäftigte, sowohl geringfügig Beschäftigte als auch sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, haben während der Coronapandemie das Gastgewerbe verlassen, um in anderen Branchen und Berufen zu arbeiten bzw. in den Ruhestand zu gehen. Trotz der skizzierten gegenläufigen Effekte konnte eine deutliche Erholung des Geschäftsbetriebs verzeichnet werden mit steigenden Umsatzerlösen.

Im Bereich des Bestandsgeschäfts und des Neukundengeschäfts konnten im dritten Jahr in Folge sowohl mehr Verträge und damit auch mehr Umsatzvolumen im Neukundengeschäft geschlossen als auch die Vertragserhaltung bei Bestandskunden erneut erheblich verbessert werden.

Der Bereich Healthcare and Seniors (HC) verzeichnete einen Anstieg der Umsatzerlöse um EUR 6,8 Mio auf EUR 23,7 Mio (i. Vj. EUR 16,9 Mio). Der Umsatzanstieg ist im Wesentlichen durch eine Nachfrageerhöhung und Neugeschäft im Bereich Sozialcatering begründet. Die Patientenverpflegung sowie die Verpflegung der Mitarbeiter in Krankenhäusern erlebte im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls einen positiven Entwicklungstrend ist jedoch auch im Jahr 2023 von gesetzlichen Zutrittsbeschränkungen für Besucher betroffen. Der Bereich Healthcare and Seniors (HC) bleibt ein herausforderndes Geschäftsfeld mit wenigen Anbietern. Die Pandemie hat die Verpflegung der Patienten beeinträchtigt, Speisequalität und Hygiene sind noch mehr im Fokus gewesen. Die Gesamtsituation der Krankenhäuser und Kliniken ist in den letzten Jahren nahezu unverändert und geprägt durch Investitionsstau, Finanzierungslücken und den Trend zum Insourcing, z. B. durch eigene Servicegesellschaften. Gleichzeitig konnte Compass diese Marksituation nutzen und speziell Retailkonzepte über die Kanne Cafe GmbH im Healthcare-Bereich anbieten, die den Krankenhäusern helfen, deren Attraktivität bzgl. Catering im Eingangsbereich zu steigern und gleichzeitig Mieten zur Linderung deren Kostendrucks zu erzielen. Hier konnte Compass im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Pipeline an neuen Projekten aufbauen. Die Krankenhäuser bleiben wichtig für die Verpflegung anderer sozialer Einrichtungen. Im Zeitablauf nimmt dieser Trend kontinuierlich zu. Die für die Marktentwicklung notwendige umsatzsteuerliche Gleichbehandlung von Cateringleistungen durch Drittanbieter ist nicht gegeben. Die demographische Entwicklung mit einer alternden Bevölkerungsstruktur führt auf dem Markt für Seniorenverpflegung nicht zu einem Wachstumsimpuls für die Branche. Eine besondere Herausforderung für den Caterer ist es, eine Balance zwischen Gesundheit, Lebensqualität und Wirtschaftlichkeit herzustellen. Die Kosten bei der Verpflegung der Patienten steigen seit vielen Jahren an.

Der Bereich Sports & Events verzeichnete einen hohen Anstieg der Umsatzerlöse um EUR 45,0 Mio auf EUR 54,9 Mio (i. Vj. EUR 9,9 Mio). Der Bereich Sports & Events war im abgelaufenen Geschäftsjahr geprägt von der Rückkehr zur neuen Normalität. Der Anstieg der Umsatzerlöse ist im Wesentlichen auf den Wegfall der Zugangsbeschränkungen in Stadien und Multifunktionsarenen zurückzuführen, die während der Coronapandemie galten. Waren Konzerte oder Sportveranstaltungen in Multifunktionsarenen oder Fußballstadien nahezu vollständig ausgesetzt bzw. weitestgehend ohne Zuschauer durchgeführt während der Coronapandemie, erlebte der Bereich einen Zulauf wie vor der Pandemie. Das Catering spielt beim Besucher eine zentrale Rolle beim Gesamterlebnis in einem Stadion oder einer Arena. Im Laufe der Zeit sind Besucher immer anspruchsvoller geworden, was z. B. auf Ernährungstrends zurückzuführen ist. Heute konkurrieren Stadien und Arenen zunehmend mit umliegenden Restaurants. Der Bereich konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr Verträge mit langjährigen Kunden verlängern.

Der Bereich Support-Services verzeichnete einen Anstieg der Umsatzerlöse um EUR 3,2 Mio auf EUR 118,5 Mio (i. Vj. EUR 115,3 Mio) durch Neugeschäft, welches vom Volumen erfolgte Schließungen überkompensieren konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Markt im Support-Service-Bereich - infrastrukturelle Dienstleistungen bzw. Facility-Management-Dienstleistungen für Gebäude und Grundstücke - ist in den letzten Jahren kontinuierlich zwischen 1,5 % bis 2,0 % gewachsen. Vornehmliche Entwicklungstreiber waren integrierte Services (umfassende, gewerkeübergreifende Leistungen von einem Anbieter ggf. auch überregional), eine zunehmende Nachfrage nach digitalisierten Services und auch Nachhaltigkeit im Bereich Facility Services. Im Markt herrscht aktuell eine Zurückhaltung bei Vergabeentscheidungen bei gleichzeitig hoher Preissensitivität. Der allgemeine Kostendruck in Verbindung mit Personalmangel in dieser personalintensiven Branche forciert die Standardisierung von Prozessen. Auch Umweltschutz und Digitalisierung sind Fokusthemen, dem Facility Management kommt verstärkt eine Rolle zur Senkung der Energieverbräche beim Kunden zu. Organisches Wachstum ist in diesem Marktbereich vornehmlich durch Verdrängungswettbewerb möglich.

Der Bereich sonstige Dienstleistungen und Warenwirtschaft verzeichnete einen Anstieg der Umsatzerlöse um EUR 12,2 Mio auf EUR 44,3 Mio (i. Vj. EUR 32,1 Mio). Der Umsatzanstieg ist im Wesentlichen auf das allgemein höhere Geschäftsvolumen nach der Corona-pandemie zurückzuführen.

Zusammenfassend lässt sich für das abgelaufene Geschäftsjahr feststellen, dass sich die Geschäfts- und Umsatzentwicklung im Konzern gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert hat.

3.4 Ertragslage

Das Ergebnis vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag hat sich um EUR 36,6 Mio auf EUR -4,3 Mio verbessert (i. Vj. EUR -40,9 Mio).

Das EBIT (Jahresergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern) sowie das EBITDA (Jahresergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen) haben sich wie folgt entwickelt: Das EBIT beträgt EUR 2,0 Mio (i. Vj. EUR -34,7 Mio), das EBITDA beläuft sich auf EUR 19,4 Mio (i. Vj. EUR -22,3 Mio). Ohne Berücksichtigung von internationalen Intragroup-Aufwendungen in Höhe von EUR 13,5 Mio (i. Vj. EUR 10,4 Mio) ergibt sich ein EBITIG von EUR 15,5 Mio (i. Vj. EUR -24,3 Mio).

Die Verbesserung der Ertragslage zum Vorjahr resultiert aus dem ansteigenden Geschäftsvolumen nach dem Ausklingen der unmittelbaren Auswirkungen der Coronapandemie.

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich leicht erhöht im Vergleich zum Vorjahr und betragen EUR 24,9 Mio (i. Vj. EUR 20,1 Mio), und beinhalten neben der Auflösung von Rückstellungen auch staatliche Überbrückungshilfe infolge der rückläufigen Umsatzerlöse wie im Vorjahr.

Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand / Umsatzerlöse) ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,3%-Punkte auf 26,7 % gestiegen, da die Materialaufwendungen überproportional zum Umsatz gestiegen sind. Dies ergibt sich vorwiegend aufgrund des erhöhten Anteils von Food-Service-Dienstleistungen mit einer höheren Materialaufwandsquote im Vergleich zum Support-Service-Segment (i. W. sog. ,,Business-Mix"-Effekt) neben steigenden Kosten für Wareneinsätze.

Die Personalaufwendungen haben sich insgesamt um EUR 36,4 Mio auf EUR 247,2 Mio erhöht. Daneben ergab sich eine Reduzierung der Personalaufwandsquote (Personalaufwand/ Umsatzerlöse) von 57,1 % im Vorjahr auf 50,6 %, da die Umsatzerlöse überproportional zum Personalaufwand gestiegen sind, liegen jedoch über dem Stand vor Corona aus dem Jahr 2019 mit 43,8 %. Die Anzahl der im Geschäftsjahr im Durchschnitt beschäftigten Mitarbeiter beträgt 10.478.

Die Abschreibungen sind mit EUR 17,5 Mio (i. Vj. EUR 12,4 Mio) gestiegen und beinhalten neben regulären Abschreibungen im Bereich Geschäfts- oder Firmenwert, Kundenstamm sowie Sachanlagevermögen in Betrieben auch eine Abschreibung des Goodwills der Leonardi Gruppe von EUR 5,4 Mio.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um EUR 5,6 Mio auf EUR 116,4 Mio gestiegen.

Das Zinsergebnis ist mit EUR -6,3 Mio (i. Vj. EUR -6,2 Mio) nahezu unverändert. Die Zinsaufwendungen entfallen im Wesentlichen auf die mit der Gesellschafterin, der Compass Group International B.V., Amsterdam/Niederlande, geschlossenen Darlehen.

Unter Berücksichtigung der oben dargestellten Effekte sowie des Aufwands aus Steuern von EUR 2,5 Mio (i. Vj. Ertrag EUR 0,1 Mio) ergibt sich ein Konzernjahresfehlbetrag von EUR -6,4 Mio (i. Vj. EUR -40,9 Mio).

3.5 Finanzlage

Die Finanzierung des Konzerns ist durch das Cash-Pool-System über die Compass Group PLC, Chertsey/Surrey, Vereinigtes Königreich, und vier mittelfristige Darlehen der Muttergesellschaft geprägt und sichergestellt. Alle Darlehen haben eine Laufzeit bis zum 31. März 2026 (Zinssatz: 2,32 %). Die Darlehen lauten in Euro und belaufen sich auf insgesamt EUR 233,4 Mio.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 17,1 Mio auf EUR -5,1 Mio verbessert. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einer Verbesserung des Jahresergebnisses vor Abschreibungen von EUR 39,5 Mio, Reduzierung von Rückstellungen von EUR 15,7 Mio im Wesentlichen aufgrund der Reduzierung bzw. des Verbrauchs der Restrukturierungsrückstellung und einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund des Anstieges des Geschäftsvolumens von EUR 24,3 Mio.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um EUR 11,9 Mio reduziert im Wesentlichen aufgrund erhaltener Zahlungen aus der Überbrückungshilfe. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind angestiegen um EUR 17,5 Mio, während die Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten EUR -10,3 Mio beträgt im Wesentlichen aus dem regulären Ausgleich im Vorjahr gestundeter Krankenkassenbeiträge.

Der wie im Vorjahr negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt EUR -10,6 Mio (i. Vj. EUR -10,0 Mio) und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 0,6 Mio verringert. Dies resultiert insbesondere aus Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen in Höhe von EUR 7,0 Mio und immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 4,5 Mio im Rahmen des üblichen operativen Geschäfts.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist mit EUR 5,5 Mio insgesamt negativ und beinhaltet nur Zinszahlungen. Die Veränderung zum Vorjahr von EUR -78,9 Mio resultiert insbesondere aus der im Vorjahr durchgeführten Kapitalerhöhung von EUR 75,0 Mio in Form einer Bareinlage durch die Muttergesellschaft.

Der Zahlungsmittelbestand setzt sich zusammen aus flüssigen Mitteln, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten aus dem Cash-Pool-System und beträgt EUR -12,0 Mio.

3.6 Vermögenslage

Die Bilanzsumme beträgt EUR 384,1 Mio und hat sich gegenüber dem Vorjahr von EUR 391,9 Mio um EUR 7,8 Mio verringert.

Die Bilanzstruktur zum 30. September 2022 ist auf der Aktivseite wesentlich geprägt durch den Ausweis von Anlagevermögen in Höhe von EUR 36,8 Mio (i. Vj. EUR 43,6 Mio), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 80,9 Mio (i. Vj. EUR 56,5 Mio) sowie von sonstigen Vermögensgegenständen mit EUR 9,8 Mio (i. Vj. EUR 21,6 Mio). Daneben wird ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von EUR 239,9 Mio (i. Vj. EUR 233,5 Mio) ausgewiesen, der sich insbesondere durch die Verrechnung von in der Vergangenheit im Rahmen der Erstkonsolidierung entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerten mit dem Eigenkapital und durch erfolgte Dividendenzahlungen aus Gewinnen in Vorjahren sowie die Konzernjahresfehlbeträge vor allem in den durch Corona geprägten Jahren ergeben hat.

Die wesentlichen Veränderungen auf der Aktivseite ergaben sich durch den geringen Anstieg des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages um EUR 6,4 Mio auf EUR 239,9 Mio (i. Vj. EUR 233,5 Mio) und eine Reduzierung der liquiden Mittel um EUR 19,7 Mio von EUR 24,7 Mio im Vorjahr auf EUR 5,0 Mio im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um EUR 24,3 Mio gestiegen aufgrund des allgemeinen Anstieges des Geschäftsvolumens. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind um EUR 11,9 Mio gesunken aufgrund des Ausgleichs der Überbrückungshilfen im Rahmen der Corona-Unterstützungsprogramme.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte sind im Vergleich zum Vorjahr von EUR 13,3 Mio auf EUR 5,3 Mio gesunken im Wesentlichen durch reguläre Abschreibungen sowie durch eine außerplanmäßige Abschreibung des Goodwill der Leonardi Gruppe von EUR 5,4 Mio.

Die Bilanzstruktur auf der Passivseite ist zum 30. September 2022 wesentlich geprägt durch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von EUR 251,3 Mio, wovon der größte Teil auf die Darlehen mit der Muttergesellschaft entfällt mit EUR 233,4 Mio. Eine weitere wesentliche Position auf der Passivseite sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit EUR 54,3 Mio sowie die sonstigen Rückstellungen mit EUR 43,8 Mio.

Die wesentlichen Veränderungen auf der Passivseite ergeben sich aus der Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um EUR 17,5 Mio auf EUR 54,3 Mio (i.V. EUR 36,8 Mio) aufgrund des Anstiegs des Geschäftsvolumens, der Reduzierung der sonstigen Verbindlichkeiten um EUR 10,3 Mio auf EUR 11,6 Mio (i.V. EUR 21,9 Mio) wesentlich geprägt durch Auszahlungen von im Vorjahr gestundeten Beiträgen zur Sozialversicherung. Die Reduzierung der sonstigen Rückstellungen um EUR 17,2 Mio auf EUR 43,8 Mio (i. Vj. EUR 61,0 Mio) resultiert im Wesentlichen aus der Reduzierung der Rückstellung in Zusammenhang mit einem Restrukturierungsprogramm. Zusätzlich sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf EUR 3,1 Mio gestiegen (i.V. EUR 0,0 Mio).

Die bilanzielle Überschuldungsquote (Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag/Bilanzsumme) hat sich aufgrund des geringeren Jahresfehlbetrages von EUR 6,4 Mio unwesentlich verändert und beträgt 62,5 % (i.V. 59,6 %).

3.7 Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Verbesserung der Umsatz- und Ertragslage im abgelaufenen Geschäftsjahr ist geprägt durch das ansteigende Geschäftsvolumen nach der Coronapandemie. Die Maßnahmen zur Erhaltung der Liquidität einerseits durch staatliche Unterstützung wie Überbrückungshilfen sowie Projekte zur Effizienzsteigerung verliefen zufriedenstellend. Die Finanzlage war solide, die Liquidität über die Cash-Pool-Vereinbarung zu jeder Zeit sichergestellt.

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich gesunken. Der Wert der Verbindlichkeiten und Rückstellungen übersteigt in Summe den Wert der Vorräte, Forderungen und sonstigen Vermögengegenstände.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durch eine verbesserte Umsatz- und Ertragslage zum Vorjahr positiv entwickelt, insb. das EBITIG war wieder positiv. Insgesamt bleibt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage noch unter dem Niveau vor der Coronapandemie und wird trotz positiver Entwicklung daher als nicht zufriedenstellend angesehen.

IV. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen 1

Die Personalarbeit der Gesellschaften der Compass Group Deutschland Gruppe war im Geschäftsjahr 2021/2022 noch immer durch sehr herausfordernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen geprägt, verursacht insbesondere durch die abflachende Coronapandemie, den Krieg in der Ukraine und dadurch bedingte Probleme, u. a. durch die steigende Inflation und Probleme in den Lieferketten.

Die in der ersten Jahreshälfte 2020 abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen zu Kurzarbeit wurden in den verschiedenen Gesellschaften im Geschäftsjahr 2021/2022 verlängert, zum Teil zu verbesserten Konditionen mit einer Aufstockung auf bis zu 85 % des Nettogehalts bezogen auf den in Kurzarbeit befindlichen Zeitraum. Durch den daraus resultierenden erheblichen Arbeitsentfall befanden sich in diesem Zeitraum im Monatsschnitt 1.856 Mitarbeiterinnen zwischen 10-100 % ihrer Arbeitszeit in Kurzarbeit.

Weiter wurde im September 2022 der im zurückliegenden Geschäftsjahr in der EUREST DEUTSCHLAND GmbH abgeschlossene Interessenausgleich und Sozialplan über eine Restrukturierung im Umfang von bis zu 460 Vollzeitbeschäftigten bis zum 31.12.2022 verlängert.

Das Unternehmen hat in dieser Zeit die Kommunikation in die Belegschaft deutlich intensiviert und über die Entwicklung und Umsetzung neuer Entwicklungs- und Trainingsangebote auch deutlich in die (Weiter-) Qualifizierung der Mitarbeiterinnen investiert.

Die Förderung und Entwicklung unserer Mitarbeiter ist ein entscheidender Faktor, um deren Bindung an das Unternehmen und eine entsprechende Qualität unserer Dienstleistungen für unsere Kunden und Gäste sicherzustellen. Alle Initiativen zur Personal- und Führungskräfteentwicklung wurden daher weiter fortgeführt und ausgebaut. Dies betrifft im Bereich Food Services unter anderem die Intensivierung der EUREST Kochschule, die die zukünftigen Bedarfe an Köch:innen der Gesellschaft absichern hilft. Weitere Entwicklungsprogramme wie Trainings für Mitarbeiterinnen unterhalb der Betriebsleiterebene zu den Themen Führung, Betriebswirtschaft und Gastgebertum sowie Schulungen zur Steigerung der Servicequalität wurden verstärkt durchgeführt. Im Bereich Support Services sind die Entwicklungsprogramme ebenfalls weiter ausgebaut worden. Die in 2020/2021 entwickelten virtuellen Schulungsformate wurden dort weitergeführt, wo sinnvoll und effizienter als Präsenzveranstaltungen.

Zusätzlich wurde mit einer Video-Kampagne ein Fokus auf das Thema Anti-Diskriminierung und Diversity gelegt. Es wurden 4 Videos zu den Themen sexuelle Belästigung, Benachteiligung aufgrund der Herkunft, der sexuellen Orientierung sowie aufgrund von körperlichen Einschränkungen (Behinderung) gedreht. Begleitend zu dieser Videokampagne erfolgte eine intensive Kommunikation durch die Geschäftsführung, die Mitbestimmung und die Führungskräfte, dass jegliches Verhalten von Führungskräften und Mitarbeiterinnen, das einen der obigen Tatbestände erfüllt, nicht geduldet wird und konsequente arbeitsrechtliche Maßnahmen bis hin zu einer fristlosen Kündigung zur Folge hat.

1 Dieser Abschnitt wurde inhaltlich nicht geprüft

Mit dieser Kampagne konnten gute erste Diskussionen über Toleranz, Diversity und ein wertschätzendes respektvolles Miteinander geführt werden und durch die Bearbeitung einer steigenden Zahl von Beschwerden in diesen Betrieben die Arbeitsatmosphäre entscheidend verbessert werden.

Hierzu werden im kommenden Geschäftsjahr weitere Maßnahmen wie Durchführung von Mitarbeiterjahresgesprächen auch auf betrieblicher Ebene, Leadership-Workshops und zusätzlichen Kampagnen durchgeführt werden.

Zum 1. Oktober 2021 wurde im Bereich Food Service, gesellschaftsübergreifend, eine elektronische Zeitfassung in Form des Workforce Managementsystems Infor eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt wurde ebenfalls das Jahresarbeitszeitkonto und die damit einhergehende Flexibilisierungsmöglichkeit der Arbeitszeit auf betrieblicher aber auch Mitarbeiter:innenebene eingeführt. Flankiert wurde die Einführung von umfangreichen, intensiven Trainings, Learning Snacks und individuellen Einzelschulungen zur Nutzung des Systems Infor. Zur Unterstützung der Akzeptanz dieser Maßnahme wurde mit allen Führungskräften oberhalb der Betriebsleiter:innen / Teamleiter:innen-Ebene intensive Changemanagement-Workshops und Systemschulungen durchgeführt, die wesentlich dazu beigetragen haben, das System und das neue Arbeitszeitmodell erfolgreich einzuführen.

Im Rahmen der Digitalisierung, als Beitrag zur Umsetzung der weltweiten Nachhaltigkeitsziele und der Sustainabilitystrategie, wurde in der Compass Group Deutschland Januar 2022 sowie in allen nicht mitbestimmten Gesellschaften im Juli 2022 die elektronische Entgeltabrechnung eingeführt. Im September 2022 wurde mit dem Gesamtbetriebsrat der EUREST eine Gesamtbetriebsvereinbarung zur Einführung einer elektronischen Entgeltabrechnung abgeschlossen. Mit Beginn des Geschäftsjahres 2022/2023 wird die Entgeltabrechnung der Mitarbeitenden elektronisch zum Abruf über ein Portal zur Verfügung gestellt. In der Plural wird die elektronische Entgeltabrechnung im November 2022 aufgeschaltet werden.

Im Frühjahr 2022 erfolgten die turnusgemäßen Neuwahlen der Mitbestimmungsgremien.

Die sehr gute, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den Vertretern des Konzernbetriebsrats und allen weiteren Gremien der Arbeitnehmervertreter der Gesellschaften wie Gesamtbetriebsrat, Betriebsrat und dem Sprecherausschuss der leitenden Angestellten sowie den Vertretern der Gewerkschaften NGG und BAU ist ausdrücklich hervorzuheben.

Eine wesentliche Veränderung zeichnete sich in den letzten Monaten des Geschäftsjahres beim Thema Arbeitsmarktlage ab. Die aufgrund der Coronakrise eingetretene Verbesserung der Arbeitsmarktlage zur Rekrutierung von Mitarbeiterinnen hat sich aufgrund der massiven Abwanderung von Arbeitnehmer:innen in andere Branchen in ihr Gegenteil verkehrt und stellt eine Herausforderung dar, der wir mit einer Intensivierung unserer betrieblichen Aus- und Weiterbildungsprogramme begegnen.

Die Geschäftsführung dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Gesellschaften herzlich für ihr außerordentliches Engagement und ihren wertvollen Beitrag zum Unternehmenserfolg im zurückliegenden Geschäftsjahr, das wiederum durch die Coronakrise von besonderen Herausforderungen geprägt war.

Erklärung analog § 315d HGB

Das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" findet für den Compass Konzern als mitbestimmungspflichtiges Unternehmen unverändert Anwendung. Die Frist zur Erreichung der im Mai 2017 festgelegten Zielgrößen für Aufsichtsrat (31,3 %) und Geschäftsführung (33,3 %) sind für den Aufsichtsrat mit einem Frauenanteil von 37,5 % übertroffen worden. Die Umsetzung der Zielgröße für die Geschäftsführer wird bei zukünftigen Besetzungen berücksichtigt. Die Erreichung der von der Geschäftsführung festgelegten Quoten für die erste Führungsebene (25,0 %) und zweite Führungsebene (11,1 %) war bis 30. Juni 2020 geplant.

Per 30. September 2021 lag die Quote für die erste Führungsebene bei 36,4 % und für die zweite Führungsebene bei 26.9 %

V. Risikomanagement

Corporate Governance und Kontrollsystem

Der COMPASS-Konzern ist eingebettet in das konzernweite Risikomanagement, welches durch den Mutterkonzern (Compass Group PLC, Chertsey/Surrey, Vereinigtes Königreich) vorgegeben ist und permanent weiterentwickelt wird. Ziel ist es, die Interessen der Mitarbeiter, Konsumenten, Kunden und Lieferanten in einem sich ständig ändernden Umfeld zu sichern. Das bestehende Risiko-Management-System ist durch Richtlinien und Prozesse über die Konzernmutter vordefiniert. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Risiken rechtzeitig und umfassend identifiziert und in den entsprechenden Funktionsbereichen bewertet und durch Maßnahmen gemindert werden. Innerhalb der Dienstleistungsfunktion dieser Struktur übernimmt die COMPASS die Steuerungsfunktion für die Beteiligungen.

Die Identifizierung von Risiken und Chancen, Entwicklung von Maßnahmenplänen und die Überprüfung von deren Umsetzung (sog. Major Risk Assessment) sind integraler Bestandteil der Führungsprozesse des Unternehmens.

Die wesentlichen Risikobereiche sind in Gruppen strukturiert und werden regelmäßig über die entsprechenden Funktionsbereiche erhoben und bewertet. Die Geschäftsführung hat hierbei die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement.

Die identifizierten Fokusbereiche gliedern sich wie folgt:

CLIMATE CHANGE AND SUSTAINABILITY - Klimawandel und Nachhaltigkeit

HEALTH AND SAFETY - Gesundheit und Sicherheit

CLIENTS AND CONSUMERS - Kunden und Konsumenten

PEOPLE - Mitarbeiter

ECONOMIC AND POLITICAL ENVIRONMENT - Ökonomisches und politisches Umfeld

COMPLIANCE AND FRAUD - Compliance und Betrug

Der Bereich "Klimawandel und Nachhaltigkeit" gewinnt zunehmend an Bedeutung für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten. Das Geschäft der COMPASS ist dabei direkt von den Themen "Lebensmittelbeschaffung" und "Lieferketten" betroffen, deren Integrität bzgl. ethischer Prinzipien und Umweltverträglichkeit immer bedeutender wird. Zusätzlich rücken die Einhaltung der Menschenrechte und damit verbunden eine hohe soziale Verantwortung immer mehr in den Fokus der Gesellschaft. Das Geschäft der COMAPSS ist abhängig von Mitarbeitern, die qualitativ hochwertige Dienstleistungen an Kunden und Konsumenten erbringen. Soziale Standards, ethische Grundsätze und damit das Wohlergehen aller Beteiligten haben einen hohen Stellenwert. Das Lieferkettengesetz, das am 1. Januar 2023 in Kraft getreten ist, verdeutlicht die Bedeutung dieses Bereichs.

Um diesen Umständen gerecht zu werden, wurden konkrete Maßnahmen definiert, die gemeinsam mit Lieferanten und Kunden umgesetzt werden. Zwei Beispiele dafür sind NullTreibhausgasemissionen in der Lieferkette bis zum Jahr 2050 und die Halbierung von Lebensmittelabfällen.

Konzernweit einheitliche sog. Key-Financial-Controls ("KFC") stellen die Dokumentation und regelmäßige Kontrolle wesentlicher Prozesse in allen relevanten Funktionsbereichen des Unternehmens sicher. Die KFC dienen der Vermeidung bzw. frühzeitigen Erkennung potenzieller Risiken innerhalb aller Konzernbereiche (operative Leistungserstellungs- und Verwaltungsprozesse). Regelmäßig werden sowohl die Durchführung dieser Kontrollen als auch deren Einhaltung und Weiterentwicklung mit Handlungsempfehlungen durch die interne Revision des Mutterkonzerns sichergestellt.

Das interne Kontrollsystem der COMPASS wird von der Muttergesellschaft im Rahmen von regelmäßigen internen Audits überwacht und weiterentwickelt. Die wesentlichen Kontrollmaßnahmen sind hierbei insbesondere durch die folgenden Vorgaben definiert vorgegeben:

Group Approval Manual (Genehmigungsrichtlinie wesentlicher Geschäftsvorfälle);

Group Accounting and Procedures Manual (IFRS-Bilanzierungs- und Reportingrichtlinie);

Key Financial Controls Manual (Kontrollvorgaben für wesentliche Geschäftsvorfälle und -prozesse inkl. Cybersecurity Framework);

Treasury Policies for Operating Companies (Richtlinien und Kontrollen für den gesamten Treasury-Bereich)

Code of Business Conduct (Verhaltenskodex).

Die Digitalisierung bedingt zunehmende Risiken bei Ausfall von Infrastruktur und Software, dem Verlust von vertraulichen Daten und einem einhergehenden Reputationsverlust für das Unternehmen. Weitergehende Risiken sind Angriffe von Kriminellen durch Attacken mit Schadsoftware oder durch "Phishing". Um den Anforderungen in puncto Sicherheit bei zunehmender Nutzung von Technologie gerecht zu werden, wurde ein sog. "Cybersecurity Framework" eingeführt, mit definierten Standards und einem Zielzustand, dessen Einhaltung und Umsetzung regelmäßig überwacht wird. Das aus Mitgliedern der Geschäftsführung bestehende "Cyber Security & IT Risk"-Komitee hat zur Aufgabe, die Rahmenbedingungen für eine maximale Absicherung vor den oben genannten Risiken aktiv zu gestalten.

Im Code of Business Conduct (Verhaltenskodex) sind die allgemeinen Werte und Grundsätze sowie Antikorruptionsregeln im weltweiten COMPASS-Konzern beschrieben. Die entsprechenden Inhalte sind von allen COMPASS-Mitarbeitern zu berücksichtigen. Entsprechende Schulungen für Bestandsmitarbeiter haben stattgefunden bzw. werden regelmäßig für neue Mitarbeiter durchgeführt.

Operative Governance

Die operativen Einheiten (Beteiligungsgesellschaften der COMPASS bzw. deren Betriebe und Standorte) werden durch einen externen unabhängigen Dienstleister hinsichtlich von hygienischen und betriebswirtschaftlichen Abläufen überprüft. Entsprechende Qualitäts- und Prüfungsberichte werden von den Führungskräften ausgewertet und ermöglichen es, im Bedarfsfall korrigierende Maßnahmen einzuleiten. Dieses Vorgehen hat sich bereits in den vergangenen Jahren bewährt.

Die bestehenden Systeme für Controlling und Qualitätssicherung sorgen grundsätzlich für ein effektives Führungs-, Steuerungs- und Kontrollsystem. Schulungsmaßnahmen zur Weiterbildung der Mitarbeiter werden durch die Compass Group Deutschland GmbH durchgeführt. Zur Steuerung der Unternehmung tragen insbesondere regelmäßige Standortbestimmungen bei, eine funktionale Performance-Messung sowie ein Review-Programm in einer definierten Verantwortungsstruktur.

Die Abwicklung der Finanz- und Lohnbuchhaltung erfolgt in einem standardisierten SAPSystem. Dazu gehört ein web- und SAP-basiertes In-Unit-System, das für den Food-Service-Bereich alle notwendigen operativen Finanzbuchhaltungs- und Controllingprozesse abbildet. Zusätzlich beinhaltet das System operative Management-Anwendungen (insbesondere Menü-und Beschaffungsplanung). Das In-Unit-System leistet dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Gewährleistung des Kontrollumfelds sowie zur Effizienzsteigerung bei der Erstellung der laufenden Finanzbuchhaltungs- und Controllinginformationen im operativen Bereich.

VI. Risiken/Chancen aus der künftigen Geschäftstätigkeit

Risiken

Die aufgeführten Risiken sind vor risikomindernden Maßnahmen zu verstehen und in absteigender Reihenfolge nach Eintrittswahrscheinlichkeit dargestellt.

Branchenspezifische Risiken

Der Erfolg des COMPASS-Konzerns hängt vornehmlich von der Entwicklung der Gruppengesellschaften ab. Deshalb ist es bedeutsam, Strategien und Konzepte zu entwickeln, die eine Weiterentwicklung des gesamten Konzerns gewährleisten bzw. sicherstellen, dass die Gruppengesellschaften auf die sich ändernden Marktentwicklungen entsprechend reagieren können. Die Compass Group Deutschland GmbH als oberstes deutsches Gruppenunternehmen koordiniert diese Aktivitäten innerhalb des Konzerns.

Die wesentlichen Risiken ergeben sich im Food-Service-Bereich wie folgt:

Generell ist der Food-Service-Markt aktuell stark von inflationären Tendenzen im Lebensmittelbereich, aber auch im Logistikbereich durch die ansteigenden Öl-, Gas- und Benzinpreise beeinflusst. Die generelle Entwicklung der Gesellschaft hängt maßgeblich von einer nachhaltigen Stabilität der Gesamtwirtschaft ab. Für Deutschland wird nach einer Prognose der OECD mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2022 von 1,8 % gerechnet, für das Jahr 2023 mit -0,3 %, während für 2024 mit einem Wachstum von 1,5 % gerechnet wird. Die hohen Inflationsraten und Energiepreise führen zu einem Rückgang der Realeinkommen und entsprechenden Erwartungen bei Lohnanpassungen. Die Inflation lässt die realen Ersparnisse schrumpfen und kann zu einem Rückgang des privaten Konsumverhaltens führen. Diese Prognosen können sich aufgrund von Entwicklungen im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine stark verändern und sind von hoher Unsicherheit.

Die Großhandelspreise stiegen bereits im Jahr 2021 so stark wie seit der Ölkrise 1974 nicht mehr. Dieser Trend setzte sich unverändert im Jahr 2022 fort und die Veränderungsrate stieg auf 18,8 % im Kalenderjahr 2022. Zusätzlich wird in den kommenden Jahren aufgrund der wirtschaftlichen Erholung nach 2023 bei sinkender Arbeitslosigkeit und vergleichsweise hoher Inflation mit steigenden Lohnvereinbarungen zu rechnen sein. Auch der Fachkräftemangel wird sich in der Cateringbranche dahingehend bemerkbar machen, dass es zunehmend schwieriger werden dürfte, flächendeckend Personal zu finden. Auch die Anzahl der Auszubildenden sinkt seit 13 Jahren in den gastgewerblichen Berufen und verschärft die Problematik.

Der seit einigen Jahren stetig steigende Kostendruck im Bereich der Material-, Personal- und Gemeinkosten stellt daher weiterhin ein wesentliches Risiko für die Profitabilität der Beteiligungsgesellschaften dar, sollte es nicht gelingen, die erhöhten Aufwendungen durch Effizienzen und Angebotsumstellungen aufzufangen oder an Kunden und Konsumenten weiterzugeben. Gleichzeitig kann sich der Fachkräftemangel negativ auf das Wachstum im Bereich Neukundengeschäft auswirken.

Für die Entwicklung des COMPASS Konzerns kann dies bei Kunden und Konsumenten zur Zurückhaltung bei Ausgaben führen, was sich negativ auf den Umsatz und die Profitabilität auswirken kann.

Im Bereich Business & Industries (B&I) sind die Risiken grundsätzlich von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst sowie auch durch einzelne branchenspezifische Entwicklungen geprägt. Das bedeutet, dass z. B. die strukturellen oder vorübergehenden Schwierigkeiten wie Lieferengpässe einzelner Branchen in Deutschland sich punktuell ebenfalls auf den B&I-Bereich auswirken können. Die genaueren Auswirkungen der reduzierten Rückkehr der Gäste in die Betriebsrestaurants durch Nutzung von Home-Office und die damit einhergehende Veränderungen der Nachfrage bleiben abzuwarten und stellen eine Herausforderung dar. Während der Phase der Coronapandemie haben viele Kunden Ausschreibungsprozesse verzögert und Marktentwicklungen abgewartet. Dies könnte kurzfristig zu einem höheren Ausschreibungsvolumen führen.

Ein weiteres wesentliches Risiko resultiert weiterhin aus einer Reduzierung des Arbeitgeberzuschusses zur Mitarbeiterverpflegung und der damit verbundenen Reduzierung der erzielbaren Margen. Dieser Umstand kann sich im Rahmen der weiteren Auswirkung der Coronapandemie noch weiter verstärken. Zusätzlich stellt der seit Jahren stetig steigende Kostendruck im Bereich der Material-, Personal- und Gemeinkosten ein wesentliches Risiko für die Profitabilität der Beteiligungsgesellschaften dar.

Die wesentlichen Risiken im Bereich Healthcare & Seniors, die grundsätzlich nicht direkt konjunkturabhängig sind, ergeben sich aus dem Kostendruck der Gesundheitsbranche durch die finanzielle Situation der Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen. Hier hat sich die Gesamtsituation der Krankenhäuser und Kliniken in den letzten Jahren kaum verändert. Nach Ansicht der Geschäftsleitung werden Investitionsstaus und Finanzierungslücken sowie der Trend zum Insourcing z. B. durch eigene Servicegesellschaften weiterhin bestehen bleiben. Für den Caterer können Kündigungen von Verträgen und damit der Verlust von Geschäft die Folge sein. Kontinuierlich steigende Kosten bei der Verpflegung der Patienten je Beköstigungstag stellen hohe Anforderungen an das Preisniveau und die effizienten Prozesse bei der Speisenherstellung und Distribution im Krankenhaus. Dies kann sich negativ auf den Umsatz und die Profitabilität auswirken.

Im Bereich Sports & Events ergeben sich die wesentlichen Risiken aus der sportlichen Entwicklung der Heimmannschaften und den damit korrelierenden Zuschauerzahlen in den Stadien. Die Auslastung der bewirtschafteten Multifunktionsarenen bleibt weiterhin abhängig sowohl von der Anzahl von Veranstaltungen als auch von deren Attraktivität in Bezug auf Cateringdienstleistungen. Dabei stellt die Entwicklung im Bereich des Drittgeschäfts (Sonderveranstaltungen, Konferenzen, Kongresse, Tagungen etc.) eine wichtige Größe dar.

Im Bereich Support Services ist der Personalmangel und der damit einhergehende Wettbewerb um talentierte und qualifizierte Mitarbeiter sowie dabei gleichzeitig flexible und attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen einer der zentralen Aspekte. Personal zu gewinnen und langfristig zu binden wird zu einem Wettbewerbsfaktor werden. Das kann für die Branche steigende Personalkosten bedeuten. Der damit vorhandene Kostendruck kann zu mehr Standardisierung und Digitalisierung von Prozessen führen. Risiken für die Beteiligungsunternehmen ergeben sich insbesondere dadurch, dass bei nicht vorhandenem Personal Dienstleistungen nicht angeboten werden können und die Gesellschaften dadurch weniger Umsatz und Profitabilität erzielen.

Die Auswirkung des ,new normal' verbunden mit dem ,new work' wirkt sich auch auf den Support-Service-Bereich dahingehend aus, dass Dienstleistungen, die früher nicht dem Facility-Bereich zugeordnet werden konnten, wie Workplace Management, Hospitality und E-Mobility-Infrastruktur, unter den Aspekten flexiblere Arbeitsplatzkonzepte und ,War for Talents' in das Serviceportfolio aufgenommen werden müssen. Der nachgefragte Leistungsumfang potenzieller Kunden kann dadurch steigen und die Branche muss sich auf diese neuen Bedürfnisse einstellen. Im Zuge der Entwicklung zu mehr Transparenz und mehr Nachhaltigkeit kommt insbesondere dem Facility Management eine Schlüsselrolle zur Senkung der Energieverbräuche zu. Für die Beteiligungsunternehmen kann dies Investitionen in neue Bereiche bedeuten, was sich negativ auf die Profitabilität auswirken kann.

Risiken in Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine

Die aktuelle politische Situation birgt eine hohe Unsicherheit bzgl. der weiteren konjunkturellen Entwicklung, deren unmittelbare Auswirkung auf den COMPASS Konzern schwer vorhersehbar ist. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Ausblick verschlechtert. Die während der Coronapandemie bereits angespannte Situation hinsichtlich der Lieferketten kann zusätzlich beeinträchtigend wirken. Gleichzeitig belasten die stark gestiegenen Preise für Erdgas und Erdöl sowohl die steigenden Nahrungsmittelpreise als auch den privaten Konsum.

Die Folge für den COMPASS Konzern könnten sowohl Lieferengpässe für bestimmte Artikel sein als auch steigende Kosten für deren Beschaffung durch Preisanpassungen seitens der Lieferanten. Das Unternehmen reagiert im Rahmen der Dienstleistungen an die Tochterunternehmen darauf z. B. mit Anpassungen im Speiseplan durch Auswahl von Produkten, die verfügbar sind und weniger stark von Preissteigerungen betroffen sind.

Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und Qualität

Dem grundsätzlich bestehenden Risiko von Reputationsverlusten durch Vorkommnisse im Bereich "Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und Qualität" begegnet die Gesellschaft mit einer ausgeprägten Sicherheitskultur. Dabei unterstützt das Präventionskonzept "SAFETY FIRST", dass sich alle Mitarbeiter richtlinienkonform verhalten. Risiken für die COMPASS ergeben sich bei hygienischen Mängeln im Verlust von Kunden, Lieferanten und auch Mitarbeitern. Ein möglicher Reputationsverlust kann sich auf alle Kunden und Lieferantenbeziehungen auswirken, was eine Gefahr für die Profitabilität nach sich ziehen könnte.

Ein kontinuierliches Monitoring von Risiken aus dem Bereich "Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und Qualität" wird im Rahmen der Umsetzung und Auditierung von Anforderungen der Managementsysteme nach DIN EN ISO 9001, DIN EN ISO 14001 und DIN EN ISO 450001 vorgenommen. Für eventuell eintretende Notfälle gibt es vorabgestimmte Vorgehensweisen und Ansprechpartner (sog. Krisenstab), die situativ zusammenkommen, um über ein abgestimmtes Handeln zu entscheiden.

Gesetzliche Risiken

Das sog. Lieferkettengesetz ist am 1. Januar 2023 in Kraft getreten mit dem Ziel des Schutzes der grundlegenden Menschenrechtsstandards wie des Verbots von Kinderarbeit in globalen Lieferketten. In dem Gesetz werden den Unternehmen Sorgfaltspflichten für die gesamte Lieferkette - vom Rohstoff bis zum fertigen Verkaufsprodukt - auferlegt. Bei nicht korrekter Dokumentation, Umsetzung oder Beachtung der gesetzlichen Anforderungen könnten Bußgelder verhängt oder steuerliche Nachzahlungen angeordnet werden. Bei groben Verstößen können Unternehmen von der öffentlichen Beschaffung ausgeschlossen werden.

Der COMPASS-Konzern ist steuerlichen Risiken ausgesetzt. Die Identifizierung und systematische Prüfung und Bewertung von steuerlichen Risiken erfolgt fortlaufend im Rahmen des internen Kontrollsystems. Entsprechende fachliche Fragestellungen werden durch die zentrale Konzernsteuerabteilung der COMPASS selbst und durch Abstimmung mit der Compass Group PLC, Chertsey/Surrey, Vereinigtes Königreich, sowie in Zusammenarbeit mit externen Steuerberatern analysiert und bewertet. Nach derzeitigem Kenntnisstand sieht die Geschäftsführung keine wesentlichen Risiken.

Finanzierungsrisiken

Der COMPASS-Konzern ist in die Finanzierung und damit auch in die Finanzierungsstruktur der britischen Compass Group PLC, Chertsey/Surrey, Vereinigtes Königreich, eingebunden und ist damit auch in der Zahlungsfähigkeit mit ihr verbunden. Gemäß der Planung im Prognosezeitraum wird kein Liquiditätsbedarf erwartet. Kurzfristige Mittel können im Rahmen des Cash-Pools über die Muttergesellschaft innerhalb des weltweiten Compass-Konzerns kurzfristig beschafft werden.

Aufgrund von weltweit eingeführten Kontrollinstanzen und der wirtschaftlichen Situation der Konzernmutter sind die Ausfallrisiken der Forderungen gegen verbundene Unternehmen als sehr gering anzusehen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden hinsichtlich ihrer Altersstruktur permanent überwacht. Wesentliche Ausfallrisiken sind zurzeit nicht erkennbar.

Weitere Risiken aus Finanzinstrumenten im Sinne von § 289 Abs. 2 Nr. 1 HGB werden nicht gesehen.

Chancenbericht

Generelle wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die generelle Entwicklung des COMPASS Konzerns hängt maßgeblich von einer nachhaltigen Stabilität der Gesamtwirtschaft ab. Für Deutschland wird nach einer Prognose der OECD mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2022 von 1,8 % gerechnet, für das Jahr 2023 wird jedoch mit -0,3 % gerechnet, während für 2024 wieder mit einem Wachstum von 1,5 % gerechnet wird. Die Unsicherheit ist aufgrund der hohen Schwankungen der Energiepreise groß. Die hohen Inflationsraten führen zu einem Rückgang der Realeinkommen und hohen Erwartungen bei Lohnanpassungen. Die Inflation lässt die realen Ersparnisse schrumpfen und kann zu einem Rückgang des privaten Verbrauches führen. Diese Prognosen können sich aufgrund von Entwicklungen im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine stark verändern und sind von hoher Unsicherheit.

Für die Entwicklung des COMPASS Konzerns kann dies bei Kunden und Konsumenten zur Zurückhaltung bei Ausgaben führen, was sich negativ auf den Umsatz und die Profitabilität auswirken kann.

Neue Konzepte angepasst auf "New Work"

Bereits während der Coronakrise hat sich die Chance ergeben, gemeinsam mit Kunden und Lieferanten neue Konzepte zu etablieren, die eine räumliche und zeitliche Flexibilität für Gäste erlauben. Dabei spielen neue Arbeitskonzepte, das sog. "New Work" und die Digitalisierung, getrieben durch den Veränderungsdruck im Arbeitsumfeld, eine zentrale Rolle. Die traditionelle Mittagsverpflegung in der Unternehmenskantine wird ersetzt durch eine >24/7 Ganztagsverpflegung" und ergänzt durch Coffeeshops, Vending (Verkauf von Waren durch Automaten) und Micro-Markets (kleine Selbstbedienungs-Supermärkte). Diese Konzepte können weiter ausgebaut werden und somit das Dienstleistungsangebot erweitern und neue Gästepotenziale erschließen.

Nachhaltigkeit als Teil der Strategie

Großes Potenzial wird auch im Bereich Nachhaltigkeit gesehen. Neue gesetzliche Vorgaben und das verstärkte Einfordern unternehmensexterner Stakeholder führen dazu, dass sich Unternehmen künftig noch aktiver einbringen müssen, um den Auswirkungen des Klimawandels mit konkreten Zielen und Maßnahmen zu begegnen. Nachhaltige Prozesse sowie Transparenz bei eingesetzten Produkten und Dienstleistungsangeboten werden bereits heute von Kunden und Konsumenten erwartet. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie wurde bei der COMPASS bzw. den Beteiligungsunternehmen der "360° Für Morgen-Nachhaltigkeitsstandard" entwickelt. Betriebe haben dadurch die Möglichkeit, diesen ca. 50 Kriterien umfassenden Standard zu implementieren und sich durch Dritte zertifizieren zu lassen. Durch nachhaltige Aktivitäten bietet sich der COMPASS nicht nur die Möglichkeit, neue Kunden und Lieferanten zu gewinnen, sondern auch die bestehenden Kunden und Lieferanten in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zu unterstützen und somit die Kundenbindung zu erhöhen.

Digitalisierung von Prozessen

Um Effizienz- und Kostenpotenziale umzusetzen, ist die Automatisierung und Standardisierung von operativen und Verwaltungsprozessen ein fester Bestandteil der Digitalisierungsstrategie. Diese bietet die Chance zur Senkung insbesondere von Waren- und Personalkosten, um dem Wettbewerbsdruck und der Inflation zu begegnen.

Digitalisierung bietet jedoch auch im Bereich der Kundenbindung zahlreiche Möglichkeiten, beispielsweise durch den Einsatz von Apps zur umfassenden Verbesserung des Tischgasterlebnisses oder durch die Vernetzung von Kassen zur besseren Steuerung des Angebots im Betriebsrestaurant. Die COMPASS hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits erfolgreich in den Beteiligungsgesellschaften in verschiedenen Betrieben Kunden-Apps implementiert und wird das Thema Digitalisierung mit Hochdruck in den kommenden Jahren weiter vorantreiben.

Die Digitalisierung umfasst sowohl den operativen Bereich als auch Vereinfachungen und Automatisierungen im Verwaltungsbereich über Funktionsbereiche hinweg. Diese Kosten und Prozessoptimierungen bieten die Chance zur Senkung insb. von Waren- und Personalkosten, um dem Wettbewerbsdruck und der Inflation zu begegnen.

Die Geschäftsführung ist überzeugt, dass die COMPASS und ihre Beteiligungen trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen gestärkt und mit neuen zukunftsorientierten Konzepten aus der aktuellen Situation hervorgehen werden.

Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation

Die Einschätzung der gesamten Chancen und Risiken erfolgt in Verbindung mit dem beschriebenen Risikomanagements und Kontrollsystem. Die Beurteilung der Risiken erfolgt unabhängig von der Beurteilung der Chancen, die sich für den COMPASS Konzern ergeben könnten. Unter Berücksichtigung aller beschriebenen Chancen und Risiken sowie deren Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichen Auswirkungen stellen die Risiken bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts aus nach Ansicht der Geschäftsführung weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit eine Gefährdung des Fortbestands des COMPASS Konzerns dar.

VII. Ausblick/Prognose für das Geschäftsjahr 2022/2023

Ausblick

Es wird damit gerechnet, dass die direkten Auswirkungen der Coronapandemie zunehmend in den Hintergrund geraten werden und die Auswirkungen des New Normal mit ,New Work' für die Cateringbranche, aber auch im Bereich Support-Services, d. h. mit zeit- und ortsflexiblerem Arbeiten in einem Veränderungsklima, immer mehr in den Vordergrund rücken werden. Dies wird sich stabilisierend auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung auswirken. Die Geschäftsführung rechnet damit, dass zukünftig insbesondere die Themen Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit dauerhaft von Bedeutung bleiben. Die Bewältigung des Fachkräftemangels wird zukünftig eine wesentliche Rolle spielen. Dazu wurde im März 2023 ein neuer Entgelttarifvertrag in der Eurest Deutschland GmbH abgeschlossen, der die Attraktivität als Arbeitgeber erhöht und durch die Laufzeit bis 31.12.2024 zusätzlich Planungssicherheit bietet. Durch gezielte und flexible Maßnahmen für Mitarbeiter und auf der Angebots- wie Kostenseite wird der COMPASS Konzern weiterhin gezielt und situativ agieren.

Für das Geschäftsjahr 2022/2023 wird insgesamt mit einem Umsatzanstieg zum Vorjahr von rd. 24 % gerechnet. Insgesamt wird mit einem erneut deutlich verbesserten Ergebnis (EBITIG) gerechnet, das jedoch noch unter dem Niveau vor Corona liegen wird.

Die zum Ausdruck gebrachten Erwartungen beruhen auf der Annahme, dass es zu keiner wesentlichen Verschlechterung der gesamtwirtschlichen Rahmenbedingungen kommt, und der wachsende Kostendruck weitestgehend abgefangen werden kann.

 

Eschborn, den 9. Juni 2023

Die Geschäftsführung

Dr. Christian Funk

Dr. Frank Höning

Robert Robertson

Peter Schmidt

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Compass Group Deutschland GmbH, Eschborn

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Compass Group Deutschland GmbH, Eschborn, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Compass Group Deutschland GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft.

Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:

die Konzernerklärung zur Unternehmensführung, die in Abschnitt 4 des Konzernlageberichts enthalten ist, und

die im Konzernlagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerten können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 13. Juni 2023

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Brandenburg, Wirtschaftsprüfer

Berger, Wirtschaftsprüferin

Bericht des Aufsichtsrats zum Jahresabschluss 30. September 2022

der Compass Group Deutschland GmbH

Der Aufsichtsrat der

Compass Group Deutschland GmbH

hat im Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2021 bis 30. September 2022 zwei Aufsichtsratssitzungen und zwei Präsidiumssitzungen abgehalten und sich laufend über die Entwicklung und Lage der Gesellschaft sowie über wichtige Geschäftsvorgänge unterrichtet gehalten und sich mit der Geschäftsführung abgestimmt.

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main nahm die gesetzlich vorgeschriebene Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2021 bis 30. September 2022 vor und hat dem Aufsichtsrat im Rahmen einer Sitzung über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung berichtet. Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Hiergegen wurden vom Aufsichtsrat keinerlei Einwände erhoben.

Der Aufsichtsrat hat den ihm vorgelegten Einzel-Jahresabschluss und Einzel-Lagebericht sowie den vorgelegten Konzern-Jahresabschluss und Konzern-Lagebericht der Gesellschaft zum 30. September 2022 geprüft und erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keinerlei Einwendungen. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss der Gesellschaft.

 

Eschborn, 29. Juni 2023

Compass Group Deutschland GmbH

Der Aufsichtsrat

Petros Parras, Ph.D., Vorsitzender des Aufsichtsrats

Feststellung Jahresabschluss Compass Group Deutschland GmbH

Der Konzernjahresabschluss zum 30. September 2022 wurde durch Gesellschafterbeschluss am 30. Juni 2023 festgestellt und die KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für das Geschäftsjahr 01.10.2022 bis 30.09.2023 als Prüfer bestellt.

 

Die Gesellschafterin Compass Group International B.V.

Vertreten durch die Geschäftsführer

P.N. Frans

H.A.M. Troost-Bosboom

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

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