Olympus Europa Holding SE

Wendenstraße 20, 20097 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 148350
Eingetragen
4.10.2017
Branche
BeteiligungsgesellschaftenErbringung von Dienstleistungen der diagnostischen BildgebungManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Leitung einer internationalen Unternehmensgruppe, die vorwiegend in den Bereichen Vertrieb und Service von medizinischen Endoskopen und anderer medizinischen Ausrüstung, Kameras, Mikroskopen, Audio Produkten, Industrieendoskopen und zerstörungsfreier Prüftechnik, sowie damit zusammenhängende Produkte und Dienstleistungen tätig ist.

Finanzübersicht

Historie

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Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Olympus Europa Holding SE

Hamburg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2023 bis zum 31.03.2024

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Olympus Europa Holding SE

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Olympus Europa Holding SE, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzerngesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024, der Konzernbilanz zum 31. März 2024, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Olympus Europa Holding SE für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. März 2024 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, 19. Dezember 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hantke, Wirtschaftsprüfer

Schnitger, Wirtschaftsprüferin

Konzerngesamtergebnisrechnung zum 31. März 2024

Anhang 2023/2024
TEUR
2022/2023 *
TEUR
Umsatzerlöse (7) 1.862.812 1.877.527
Umsatzkosten 945.041 991.385
Bruttoergebnis vom Umsatz 917.771 886.142
Sonstige betriebliche Erträge (8) 4.212 22.208
Vertriebskosten 560.586 537.874
Allgemeine Verwaltungskosten 45.991 30.334
Forschungs- und Entwicklungskosten 71.500 62.775
Sonstige betriebliche Aufwendungen (10) 30.374 40.760
Betriebsergebnis 213.532 236.607
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen (15) -8.649 -7.659
Finanzerträge 59.077 116.391
Finanzaufwendungen 60.547 110.695
Finanzergebnis (11) -10.119 -1.963
Ergebnis vor Ertragsteuern 203.413 234.644
Ertragsteueraufwand (12) 55.627 68.816
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 147.786 165.828
Nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Ergebnis nach Steuern aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich (5) -65.316 172.968
Jahresüberschuss ** 82.470 338.796
Erfolgsneutral erfasste Aufwendungen und Erträge
Positionen, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Währungsumrechnungsdifferenzen 2.323 -1.299
Positionen, die nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden können:
Aktuarische Gewinne und Verluste 3.397 -481
Sonstiges Ergebnis 5.720 -1.780
Gesamtergebnis * 88.190 337.016

* Der Jahresüberschuss und das Gesamtergebnis entfallen im abgelaufenen Geschäftsjahr wie im Vorjahr vollständig auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens. Demzufolge liegen wie im Vorjahr keine Anteile fremder Gesellschafter im abgelaufenen Geschäftsjahr vor.

** Mit dem Ausweis der Orthopedic Solutions Division als nicht fortgeführter Geschäftsbereich wurden die Werte für das Vorjahr angepasst. Weitere Erläuterungen dazu unter Textziffer 5.

Konzernbilanz zum 31. März 2024

Aktiva

Anhang 31.03.2024
TEUR
31.03.2023
TEUR
Sachanlagen (13) 540.034 552.478
Immaterielle Vermögenswerte (14) 563.703 580.815
At Equity bilanzierte Beteiligungen (15) 0 4.554
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (18) 77.414 78.910
Sonstige Finanzanlagen, inkl. derivativer Finanzinstrumente (16) 78.852 73.362
Aktive latente Steuern (12) 22.285 23.610
Langfristige Vermögenswerte 1.282.288 1.313.729
Vorräte (17) 329.086 325.881
Sonstige Finanzanlagen, inkl. derivativer Finanzinstrumente (16) 1.366 7.746
Steuerforderungen 13.904 16.556
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (18) 660.854 936.013
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 74.740 82.480
Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe (5) 14.504 4.504
Kurzfristige Vermögenswerte 1.094.454 1.373.180
Summe Vermögenswerte 2.376.742 2.686.909

Passiva

Anhang 31.03.2024
TEUR
31.03.2023
TEUR
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital (19) (A) 1.000 1.000
Kapitalrücklage (19) (B) 332.125 332.125
Währungsumrechnungsdifferenzen (19) (C) -1.574 -3.897
Gewinnrücklagen (19) (D) 914.857 1.164.190
Summe Eigenkapital 1.246.408 1.493.418
Schulden
Langfristige Darlehen und Bankverbindlichkeiten (20) 80.211 81.801
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten (22) 202.285 247.448
Langfristige sonstige Rückstellungen (23) 2.842 2.421
Rückstellungen für Pensionen (21) 25.943 25.281
Passive latente Steuern (12) 53.620 68.402
Summe langfristige Schulden 364.901 425.353
Kurzfristige Darlehen und Bankverbindlichkeiten (20) 1.380 1.439
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (24) 188.630 197.535
Steuerverbindlichkeiten 134.290 155.318
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (22) 381.051 391.763
Kurzfristige sonstige Rückstellungen (23) 46.185 21.142
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltener Vermögensgruppe (5) 13.897 941
Summe kurzfristige Schulden 765.433 768.138
Summe Schulden 1.130.334 1.193.491
Summe Eigenkapital und Schulden 2.376.742 2.686.909

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals zum 31. März 2024

Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
Anhang Gezeichnetes Kapital
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Stand zum 1. April 2022 1.000 332.125
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 0
Aktuarische Gewinne und Verluste 0 0
Konzerngewinn 0 0
Gesamtergebnis 0 0
Dividendenausschüttung 0 0
Stand zum 31. März 2023 (19) 1.000 332.125
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 0
Aktuarische Gewinne und Verluste 0 0
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse 0 0
Konzerngewinn 0 0
Gesamtergebnis 0 0
Dividendenausschüttung 0 0
Stand zum 31. März 2024 (19) 1.000 332.125
Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
Währungsumrechnungsdifferenzen
TEUR
Stand zum 1. April 2022 -2.598
Währungsumrechnungsdifferenzen -1.299
Aktuarische Gewinne und Verluste 0
Konzerngewinn 0
Gesamtergebnis -1.299
Dividendenausschüttung 0
Stand zum 31. März 2023 -3.897
Währungsumrechnungsdifferenzen 2.323
Aktuarische Gewinne und Verluste 0
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse 2.323
Konzerngewinn 0
Gesamtergebnis 2.323
Dividendenausschüttung 0
Stand zum 31. März 2024 -1.574
Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
Gewinnrücklagen / Bilanzgewinn
TEUR
Summe Eigenkapital
TEUR
Stand zum 1. April 2022 843.975 1.174.502
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 -1.299
Aktuarische Gewinne und Verluste -481 -481
Konzerngewinn 338.796 338.796
Gesamtergebnis 338.315 337.016
Dividendenausschüttung -18.100 -18.100
Stand zum 31. März 2023 1.164.190 1.493.418
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 2.323
Aktuarische Gewinne und Verluste 3.397 3.397
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse 3.397 5.720
Konzerngewinn 82.470 82.470
Gesamtergebnis 85.867 88.190
Dividendenausschüttung -335.200 -335.200
Stand zum 31. März 2024 914.857 1.246.408

Konzern-Kapitalflussrechnung zum 31. März 2024

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Anhang 2023/2024
TEUR
2022/2023
TEUR
Gewinn (nach Steuern) 82.470 338.796
Anpassungen für:
Abschreibungen Sachanlagen (13) 92.310 94.075
Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte (14) 21.332 20.365
Wertminderung (Wertaufholung) Sachanlagen (13) 612 1.722
Wertminderung (Wertaufholung) immaterielle Vermögenswerte (14) 0 26.287
Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen 8.649 7.659
Wertminderung zum Verkauf stehender Vermögenswerte (5) 64.739 0
Verluste (Gewinne) aus dem Verkauf oder der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von finanziellen Vermögenswerten und Schulden 8.439 -12.202
(Gewinn) Verlust aus dem Abgang von Sachanlagen und imm. Vermögenswerten 213 -695
Ertrag/Aufwendungen in Zusammenhang mit dem Verkauf aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen bzw. zur Veräußerung gehaltener Vermögensgruppen nach Steuern (5) -7.309 -186.573
Zinserträge (11) -18.653 -10.167
Zinsaufwendungen (11) 12.768 16.941
Aufwand Ertragsteuern (12) 55.627 67.217
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen -957 -254
320.240 363.171
Veränderung der Vorräte -37.713 -27.353
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen 6.003 -36.680
Veränderung der Schulden aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Schulden -54.606 21.089
Veränderung der Rückstellungen und Pensionsrückstellungen inkl. Planvermögen (23)/(21) 19.083 -14.128
Gezahlte Zinsen -5.840 -11.114
Gezahlte Ertragsteuern -90.353 -51.821
Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 156.814 243.164
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Erhaltene Erträge aus Zinsen (11) 18.653 11.073
Erlöse aus der Veräußerung von Sachanlagen 14.948 8.339
Erlöse aus der Veräußerung immaterieller Vermögenswerte 638 10.555
Ein- und Auszahlungen aus Finanzinstrumenten inkl. derivativer Finanzinstrumente -549 944
Zuflüsse aus dem Verkauf eines nicht fortgeführten Geschäftsbereichs (5) 26.258 291.095
Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel (4) 0 -27.377
Erwerb von Sachanlagen (13) -72.784 -84.630
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten (14) -4.384 -3.446
Veränderung der Finanzforderungen 2.206 -8.993
Einzahlungen/Auszahlung für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte 237.511 -396.216
Ausgaben für aktivierbare Entwicklungskosten (14) -21.188 -15.555
Netto-Cashflow aus der Investitionstätigkeit 201.309 -214.211
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (26) -27.364 -26.732
Tilgung von Darlehen (26) -1.441 -1.872
Gezahlte Dividenden (19) -335.200 -18.100
Netto-Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -364.005 -46.704
Nettozunahme (-abnahme) von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten -5.882 -17.751
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Anfang des Geschäftsjahres 82.480 101.225
Wechselkursbedingte Änderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1.858 -994
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende des Geschäftsjahres 74.740 82.480

KONZERN-ANHANG

(1) BERICHTENDES UNTERNEHMEN

Die Olympus Europa Holding SE ("OEHSE" oder die "Gesellschaft") ist eine Europäische Aktiengesellschaft ["Societas Europaea": SE] mit Sitz in Hamburg. Eingetragener Sitz der Gesellschaft ist Wendenstraße 20, 20097 Hamburg. Die Gesellschaft wird beim Amtsgericht Hamburg unter der Nummer HRB 148350 geführt. Die OEHSE wurde am 28. März 2014 gegründet und hat am selben Tag die Geschäfte aufgenommen. Der Konzernabschluss umfasst die Olympus Europa Holding SE und ihre 45 Tochtergesellschaften (zusammen als der "Konzern" oder die "Olympus-Europa-Gruppe" und einzeln als das "Unternehmen" bzw. die "Konzernunternehmen" bezeichnet). Die Tochtergesellschaften sind in Anhangangabe (28) aufgeführt.

Zum Tätigkeitsfeld der Olympus-Europa-Gruppe gehören der Vertrieb und Service im Geschäftsbereich Medical Systems mit den folgenden Produktbereichen:

Endoscopic Solutions: bestehend aus Investmentgütern für Gastrointestinale und chirurgische Endoskopie sowie Aufbereitungslösungen, Systemintegration und Service

Therapeutic Solutions: bestehend aus Produkten für Gastrointestinale und Atemwegs- Endotherapie sowie Bronchoskopie Energie und andere chirurgische Einweginstrumente, Urologie-, Gynäkologie- und HNO-Produkten

Orthopedic Solutions (nicht fortgeführter Geschäftsbereich): künstliche Knie-, Hüft- und Schulter-Implantate sowie Prothesen und Lösungen für den Einsatz bei minimalinvasiven Verfahren in der Bandreparatur, Fuß- und Sprunggelenkchirurgie sowie in der Unfallchirurgie.

Die Olympus Europa Holding SE wird zusammen mit ihren Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss der Olympus Corporation mit Sitz in Tokio, Japan, (Olympus Corporation) einbezogen, welche die oberste Muttergesellschaft des internationalen Gesamtkonzerns und das oberste beherrschende Unternehmen der OEHSE ist. Die Olympus Corporation ist die Muttergesellschaft des größten und kleinsten Kreises von Unternehmen, die in diesen Konzernabschluss zum 31. März 2024 einbezogen werden. Der Konzernabschluss der Olympus Corporation ist unter 2951 Ishikawa-machi, Hachioji-shi, Tokyo 192-8507, Japan, erhältlich.

(2) ALLGEMEINE GRUNDLAGEN

(A) Erklärung zur Übereinstimmung mit IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss der Olympus Europa Holding SE zum 31. März 2024 wurde gemäß den International Financial Reporting Standards ("IFRS") und deren Interpretationen, wie vom International Accounting Standards Board ("IASB") verabschiedet und von der Europäischen Union ("EU) übernommen, sowie den zusätzlichen Bestimmungen aus § 315e Abs. 1 HGB erstellt. Die Anforderungen der IFRS wurden vollständig erfüllt, sodass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Olympus-Europa-Konzerns vermittelt wird.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht wurden für die Olympus Europa Holding SE nach deutschem Recht im Sinne des § 315e Abs. 3 HGB freiwillig aufgestellt.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die folgenden in den Konzernabschluss einbezogenen deutschen Unternehmen machten im Geschäftsjahr von den Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB bzw. des § 264b HGB Gebrauch (Befreiung von bestimmten Pflichten bezüglich der Aufstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses):

Olympus Europa SE & Co. KG, Hamburg

Olympus Winter & Ibe GmbH, Hamburg

Olympus Deutschland GmbH, Hamburg

Olympus Winter & Ibe Properties GmbH & Co. KG, Hamburg

Olympus EMEA Holding GmbH, Hamburg

Der Konzernabschluss der Olympus Europa Holding SE und ihrer Tochtergesellschaften wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats am 19. Dezember 2024 gebilligt und zur Veröffentlichung freigegeben.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden im Unternehmensregister veröffentlicht.

(B) Grundlagen der Bewertung

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte unter der Annahme der Unternehmensfortführung auf Basis der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten; lediglich Finanzinstrumente, deren Zahlungsströme nicht ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen in Übereinstimmung mit den Zahlungsstrombedingungen des IFRS 9 darstellen, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

(C) Schätzungen und Annahmen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS muss die Unternehmensleitung Schätzungen vornehmen und Ermessensentscheidungen und Annahmen treffen, die Einfluss auf die Anwendung der Bilanzierungsregeln und die Höhe der ausgewiesenen Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen haben. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden laufend überprüft. Änderungen der Schätzungen werden in der Periode, in der die Änderungen vorgenommen werden, sowie in zukünftigen Perioden, die davon betroffen sind, erfasst.

Angaben zu den Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten und zu den wesentlichen Annahmen bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die den größten Einfluss auf die im Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge haben, sind in den folgenden Anhangangaben enthalten:

Anhangangabe (3)(D) und (25) - Leasingverhältnisse: Aktivierung von Nutzungsrechten und Passivierung von Leasingverbindlichkeiten inkl. der Bestimmung der Grenzfremdkapitalkosten und der Beurteilung der Leasingdauer aufgrund der Einschätzung hinreichend sicherer Verlängerungs- und Kündigungsoptionen

Anhangangabe (3)(E) und (12) - Bewertung von Steuern

Anhangangabe (3)(H)(ii) und (14) - Aktivierung von Entwicklungskosten

Anhangangaben (3)(K) und (17) - Bewertung des Nettoveräußerungswerts von Vorräten

Anhangangabe (3)(H)(i) und (14) - Bewertung der erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist

Anhangangaben (3)(L) und (21) - Bewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen

Anhangangabe (3)(M) und (23) - Rückstellungen

Anhangangabe (3)(A)(ii) und (4) - Die Annahmen und Parameter zur Bewertung der im Rahmen von Kaufpreisallokationen identifizierten immateriellen Vermögenswerte und der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der zum Erwerbszeitpunkt identifizierten erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

(D) Sonstiges

Um die Übersichtlichkeit der Darstellung zu verbessern, wurden einzelne Posten der Gesamtergebnisrechnung sowie der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten werden im Konzernanhang gesondert ausgewiesen und erläutert. In der Gesamtergebnisrechnung sind Aufwendungen nach ihrer Funktion gegliedert.

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt, der funktionalen Währung der Olympus Europa Holding SE. Alle Beträge werden, soweit nicht anders angegeben, in Tausend Euro (TEUR) ausgewiesen. Sämtliche Zahlen des Konzernabschlusses werden in der in Deutschland üblichen Schreibweise dargestellt, d. h. Dezimalstellen werden durch ein Komma, Tausenderstellen durch Punkte abgetrennt.

(3) WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Die nachfolgend aufgeführten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden bis auf die in Anmerkung (3)(Q) dargestellten Ausnahmen durchgängig für alle in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden angewandt. In gleicher Weise wurden sie auch von den Konzernunternehmen einheitlich angewandt.

(A) Konsolidierungsgrundsätze

(i) Tochtergesellschaften

Tochtergesellschaften sind Unternehmen, die der Konzern beherrscht. Ein Beherrschungsverhältnis im Sinne des IFRS 10 liegt vor, wenn dem Konzern durch die Verbindung mit dem Konzernunternehmen variable Rückflüsse aus dem Konzernunternehmen zustehen und der Konzern darüber hinaus die Möglichkeit besitzt, seine Entscheidungsmacht zur Beeinflussung der variablen Rückflüsse einzusetzen. Die Entscheidungsmacht liegt vor, wenn die Olympus-Europa-Gruppe aufgrund der bestehenden Rechte die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten des Konzernunternehmens zu bestimmen. Diese Voraussetzung ist im Regelfall gegeben, wenn die Olympus-Europa-Gruppe unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschaft verfügt oder ähnliche Rechte besitzt. Bei einem Stimmrechtsanteil von weniger als der Hälfte der Stimmrechte liegt eine Beherrschung vor, wenn der Olympus-Europa-Gruppe die wirtschaftliche und finanzielle Führung der Gesellschaft obliegt und ihr die Mehrheit der variablen Rückflüsse aus dem Unternehmen zustehen. Die Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden ab dem Beginn bis zum Ende des Beherrschungsverhältnisses in den Konzernabschluss einbezogen und wurden zum Bilanzstichtag des Konzerns erstellt. Eine Liste der Tochtergesellschaften des Konzerns ist in Anhangangabe (28) enthalten.

Aus konzerninternen Transaktionen stammende Erträge, Aufwendungen, Forderungen, Schulden und Eventualschulden sowie Zwischengewinne wurden eliminiert.

(ii) Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Der Erwerb von Tochtergesellschaften von Dritten oder von Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung, bei denen die gemeinsame Beherrschung vorübergehender Natur ist, wird mithilfe der Erwerbsmethode zum Erwerbszeitpunkt bilanziert. Der Erwerbszeitpunkt ist der Tag, an dem der Konzern eine wirksame Verfügungsmacht über das Nettovermögen und die Finanz- und Geschäftspolitik des erworbenen Unternehmens erlangt. Zum Erwerbszeitpunkt werden den identifizierbaren Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden beizulegende Zeitwerte zugeordnet.

Die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der vom Konzern für das erworbene Unternehmen gezahlten Gegenleistung. Anpassungen von als Schulden eingestuften bedingten Kaufpreisbestandteilen werden erfolgswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten werden ebenfalls ergebniswirksam erfasst.

Zum Erwerbszeitpunkt wird ein Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt, wenn die Anschaffungskosten den Anteil des Konzerns am beizulegenden Zeitwert der zum Erwerbszeitpunkt erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte abzüglich Schulden (Nettovermögenswerte) übersteigen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

Soweit der Anteil des Konzerns am beizulegenden Zeitwert des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens die Anschaffungskosten übersteigt, wird der entsprechende Unterschiedsbetrag zum Erwerbszeitpunkt, nach nochmaliger Überprüfung der Wertansätze, erfolgswirksam erfasst.

(iii) Erwerb von Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung

Der Erwerb von Anteilen an Unternehmen, die von der Olympus Corporation, der obersten Muttergesellschaft der Olympus Europa Holding SE, beherrscht werden, wird unter Anwendung der Methode der Interessenzusammenführung bilanziert. Dies wird dadurch begründet, dass eine solche Transaktion dem Gehalt nach einer Übertragung der sich zusammenschließenden Unternehmen vom Konzern der Olympus Corporation auf die Tochtergesellschaft Olympus Europa Holding SE darstellt. Die Vermögenswerte und Schulden der sich zusammenschließenden Unternehmen werden mit den Buchwerten erfasst, die gemäß IFRS im Konzernabschluss der Olympus Corporation ausgewiesen würden. Wenn also diese Unternehmen ursprünglich von der Olympus Corporation erworben wurden, entsprechen die im Konzernabschluss der Olympus Europa Holding SE konsolidierten Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden den beizulegenden Zeitwerten der zum Erwerbszeitpunkt durch die Olympus Corporation identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden sowie dem Geschäfts- oder Firmenwert zum Erwerbszeitpunkt abzüglich Abschreibungen und Wertminderungen. Der verbleibende Unterschiedsbetrag zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwerten) und Schulden einerseits und der gezahlten Gegenleistung (hier in Form ausgegebener Geschäftsanteile) andererseits wird im Konzernabschluss der Olympus Europa Holding SE in der Fusionsrücklage im Eigenkapital ausgewiesen. Daher erzeugt eine Transaktion zwischen Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung zum Transaktionszeitpunkt keinen neuen Geschäfts- oder Firmenwert.

(B) Fremdwährungen

(i) Fremdwährungsgeschäfte

Transaktionen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung eines Konzernunternehmens (Fremdwährungsgeschäfte) werden mit dem Kassakurs am Tag des Geschäftsvorfalls erfasst. Zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung der auf Fremdwährungen lautenden monetären Vermögenswerte und Schulden mit den entsprechenden Stichtagskursen. Hieraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden als Erträge bzw. Aufwendungen im Finanzergebnis ausgewiesen.

(ii) Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Geschäftsbetriebe

Vermögenswerte und Schulden sowie Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Zusammenhang mit dem Erwerb von Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, erfasst wurden, werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres, sofern dieser nicht wesentlich vom Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls abweicht, in Euro umgerechnet. Die Umrechnung der Eigenkapitalpositionen von Tochtergesellschaften erfolgt zu historischen Kursen. Die daraus resultierenden Währungsdifferenzen werden in der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis erfasst.

Für die aus Sicht des Konzerns wichtigsten Fremdwährungen wurden während des Geschäftsjahres für die Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen die folgenden Euro-Wechselkurse zugrunde gelegt:

Fremdwährung Durchschnittskurs Stichtagskurs
EUR 1 = 2023/2024 2022/2023 31. März 2024 31. März 2023
Dänische Krone 7,4543 7,4401 7,4580 7,4485
Norwegische Krone 11,5343 10,3708 11,6991 11,3941
Polnischer Zloty 4,4473 4,7077 4,3123 4,6700
Britische Pfund 0,8630 0,8645 0,8551 0,8792
Schwedische Krone 11,4999 10,8119 11,5250 11,2804
US Dollar 1,0845 1,0409 1,0811 1,0875
Tschechische Krone 24,3262 24,3463 25,3049 23,4902
Russische Rubel 97,3994 68,0596 100,8700 84,9979
Schweizer Franken 0,9608 0,9936 0,9766 0,9968

(C) Umsatzrealisierung

(i) Verkauf von Waren und Erzeugnissen

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen werden erfasst, wenn die vertragliche Leistungsverpflichtung gegenüber dem Kunden erfüllt wird und die Verfügungsgewalt über die Güter auf den Kunden übertragen wird.

Voraussetzungen sind, dass Nachweise für eine Verkaufsvereinbarung vorliegen, die mit dem Eigentum verbundenen maßgeblichen Risiken und Chancen auf den Käufer übertragen wurden, die Erfüllung der Gegenleistung wahrscheinlich ist, die mit der Transaktion zusammenhängenden Kosten und die möglichen Rücknahmen der Waren und Erzeugnisse verlässlich geschätzt werden können und die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann. Diese Kriterien werden im Allgemeinen bei Auslieferung der Waren und Erzeugnisse beim Kunden oder ggf. bei Abschluss der Installierung oder Abnahme durch den Kunden erfüllt.

In Einzelfällen, z. B. bei Projekten zur kompletten Einrichtung von Operationssälen, realisiert die Gruppe zeitraumbezogene Umsätze nach der Maßgabe des Leistungsfortschrittes. Voraussetzung dafür ist einerseits, dass der Kunde während der Leistungserbringung die Verfügungsmacht über den geschaffenen Vermögenswert erlangt oder es sich um einen kundenspezifischen Auftrag handelt und der geschaffene Vermögenswert keinen alternativen Nutzen besitzt. Zum anderen muss der Fertigstellungsgrad des Projektes verlässlich geschätzt werden können. In den frühen Phasen eines Projektes kann sein Ergebnis häufig nicht hinreichend verlässlich geschätzt werden. Wenn es aber wahrscheinlich ist, dass die Gruppe die angefallenen Auftragskosten zumindest decken wird, werden die Auftragserlöse insoweit erfasst, als die angefallenen Kosten erwartungsgemäß gedeckt werden können. Der Fertigstellungsgrad wird nach der inputorientieren (cost-to-cost) Methode bestimmt.

Eine Rückstellung für Produktgewährleistungen für die Behebung von Mängeln, die zum Zeitpunkt des Verkaufs vorlagen, wird zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung erfasst und spiegelt die geschätzten Aufwendungen für die Leistung von Ersatz und kostenlosen Dienstleistungen wider. Solche sogenannten "assurance-type warranties" werden gemäß IAS 37 in den Gewährleistungsrückstellungen erfasst. Sofern erweiterte Garantien in Kundenverträgen vereinbart werden, die über die reine Produktgewährleistung hinausgehen, werden solche erweitere Garantien als sogenannte "service-type warranties" als eigenständige Leistungsverpflichtung behandelt. Im Verkaufszeitpunkt wird der dieser Leistungsverpflichtung zuzuordnende Umsatzanteil abgegrenzt und über die vereinbarte Laufzeit der "service-type warranty" zeitraumbezogen als Umsatz realisiert.

(ii) Erbringung von Dienstleistungen

Umsatzerlöse aus Reparaturdienstleistungsverträgen werden zeitraumbezogen mit Erbringung der jeweiligen Dienstleistung zur Erfüllung der Leistungsverpflichtung erfasst. Der beizulegende Zeitwert von Umsatzerlösen aus Dienstleistungsverträgen wird gemäß dem erwarteten Reparaturkostenprofil des Vertrags ermittelt und über die Vertragslaufzeit verteilt. Bei kurzfristigen Verträgen oder Verträgen, bei denen keine größeren Schwankungen zu erwarten sind, werden die Umsatzerlöse zeitraumbezogen linear über die Vertragslaufzeit erfasst. Wenn aus einem Vertrag vor der Umsatzrealisierung Zahlungseingänge erfasst werden, werden die über die realisierten Umsatzerlöse hinausgehenden Beträge in der Bilanz als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen.

(iii) Mehrkomponentenverträge

Umsatzerlöse aus Kundenverträgen über die Vermietung von Geräten, die Lieferung von Verbrauchsgütern und die Erbringung von Wartungs- und Beratungsdienstleistungen ("Vollversorgungsverträge") werden den unterschiedlichen Komponenten auf Grundlage ihres jeweiligen beizulegenden Zeitwerts zugeordnet. Umsatzerlöse, die der Vermietungskomponente solcher Verträge zugeordnet sind, werden wie in der Anhangangabe (3)(D)(ii) beschrieben erfasst. Umsatzerlöse, die Dienstleistungskomponenten zugeordnet sind, werden mit Erbringung der Dienstleistungen erfasst. Verbrauchsgütern zugeordnete Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Kriterien für die Erfassung von Erlösen aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen erfüllt sind. Im Falle der Verbrauchsgüter ist dies mit dem Übergang der Verfügungsgewalt über die Güter auf den Kunden gegeben.

(iv) Sonstiges

Sämtliche Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer, Kundenrabatte und ähnliche Aufwendungen erfasst. Kosten der Vertragsanbahnung und -erfüllung werden als Aufwand erfasst, wenn der Abschreibungszeitraum nicht mehr als ein Jahr beträgt.

Vertragsvermögenswerte werden für den bedingten Anspruch auf Gegenleistung erfasst, wenn der Konzern seinen vertraglichen Verpflichtungen durch Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden nachkommt bevor der Kunde die Gegenleistung entrichtet oder die Zahlung fällig wird. Vertragsvermögenswerte ergeben sich somit als Differenz zwischen den realisierten Umsätzen aus dem Kundenauftrag abzüglich erhaltener Anzahlungen sowie Kundenfakturen. Dies betrifft die Zahlungsansprüche aus den Projektgeschäften mit einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung bevor die Rechnungsstellung erfolgt.

Erhaltene Anzahlungen werden als Vertragsverbindlichkeiten in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Vertragsverbindlichkeiten werden als Umsatzerlöse erfasst, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt worden sind.

(D) Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis nach IFRS 16 liegt vor, wenn dem Leasingnehmer vom Leasinggeber vertraglich das Recht zur Nutzung und Kontrolle eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts gewährt wird.

(i) Bilanzierung als Leasingnehmer

Ab dem 1. April 2019 werden Leasingverhältnisse im Einklang mit IFRS 16 bilanziert. Beim Leasingnehmer wird gemäß dem Nutzungsrechtsmodell ("right-of-use-model") zu Beginn der Nutzung und der Bereitstellung des Leasinggegenstands ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen in der Bilanz erfasst.

Die Leasingverbindlichkeit wird mit dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen erfasst. Die dabei zugrunde liegenden Leasingzahlungen umfassen alle fixen Zahlungen, variable Zahlungen basierend auf einem Index, Zahlungen aus einem vertraglich garantierten Restwert sowie Zahlungen aus hinreichend sicher eingeschätzten Ausübungen von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Bei der Barwertberechnung wird in der Regel der Grenzfremdkapitalkostensatz zugrunde gelegt, da der implizit vertragliche Zinssatz ("Interest Rate Implicit in the Lease") in aller Regel nicht ermittelbar ist. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die zahlungswirksamen Leasingraten werden dabei in einen aufwandswirksamen Zins- und einen ergebnisneutralen Tilgungsanteil aufgeteilt.

Das Nutzungsrecht wird beim erstmaligen Ansatz in Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten, Rückbauverpflichtungen und vor der Bereitstellung geleisteter Leasinganzahlungen und abzüglich erhaltener Leasinganreize erfasst. In der Folgebewertung wird das Nutzungsrecht über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear abgeschrieben und falls erforderlich um außerplanmäßige Wertminderungen angepasst. Vertragliche Änderungen, die eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit auslösen, werden ebenfalls im Nutzungsrecht berücksichtigt.

Die Laufzeit des Leasingverhältnisses umfasst grundsätzlich die unkündbare vertragliche Laufzeit, in der der Leasingnehmer zur Nutzung des Leasinggegenstandes berechtigt ist. Anpassungen erfolgen gegebenenfalls aufgrund von Optionen zur Verlängerung beziehungsweise Kündigungsmöglichkeiten, sofern die Einschätzung zur Ausübung hinreichend sicher ist. Zur Beurteilung der hinreichend sicheren Einschätzung von Verlängerungen über die unkündbare Laufzeit hinaus wird auf einen Zeithorizont von fünf Jahren zurückgegriffen. Dies entspricht auch der maximalen Vorausschau der Mittelfristplanung. Liegen Optionen zur Verlängerung oder Kündigung nicht in diesem Zeitraum, werden diese nicht mehr als hinreichend sicher beurteilt aufgrund der Überschreitung des vorausschauenden Zeithorizonts.

Die folgenden wesentlichen Wahlrechte und Erleichterungsmöglichkeiten werden wie folgt ausgeübt:

Nutzungsrechte werden in der Bilanzposition Sachanlagen und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie den langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Für Leasingverhältnisse von geringem Wert (Neuwert des Leasinggegenstands kleiner 5.000 EUR) und für kurzfristige Leasingvereinbarungen mit einer Leasingdauer von maximal 12 Monaten werden die Erleichterungen gemäß IFRS 16.5 in Anspruch genommen. In diesem Fall wird kein Nutzungsrecht und keine Leasingverbindlichkeit in der Bilanz erfasst und die Leasingzahlungen werden linear über die Leasinglaufzeit im Aufwand erfasst.

Bei Leasingvereinbarungen die Zahlungen sowohl für Leasingkomponenten als auch für Nicht-Leasingkomponenten vorsehen, erfolgt eine Trennung nur bei Immobilienleasingverträgen, wenn die Nicht-Leasingkomponente wesentlich ist gemäß dem Wahlrecht in IFRS 16.15.

Das Nutzungsrechtsmodell nach IFRS 16 wird nicht auf immaterielle Vermögenswerte angewendet.

In der Kapitalflussrechnung wird die Zinskomponente der Leasingzahlungen im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und der Tilgungsanteil im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Leasingzahlungen im Zusammenhang mit kurzfristigen Vereinbarungen, Vereinbarungen mit geringwertigen Vermögenswerten oder variable Leistungen werden im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen.

(ii) Bilanzierung als Leasinggeber

Für Leasingverhältnisse, in denen die Olympus-Europa-Gruppe Leasinggeber ist, wird gemäß IFRS 16 weiterhin zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasing unterschieden. Bei einem Finanzierungsleasing werden im Wesentlichen alle Chancen und Risiken am Leasingobjekt auf den Leasingnehmer übertragen, beim Operating Leasing verbleiben diese beim Leasinggeber.

Als Leasinggeber bei einem Operating-Leasingverhältnis wird das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in der Bilanz in den Sachanlagen dargestellt und über die Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Erträge aus Operating-Leasingverhältnissen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam in den Umsatzerlösen erfasst.

Als Leasinggeber bei einem Finanzierungsleasing wird zum Zeitpunkt der Bereitstellung des Leasingobjekts in der Bilanz eine Leasingforderung in Höhe der Nettoinvestition (Barwert der Bruttoinvestition) in das Leasingverhältnis erfasst und der zugrunde liegende Vermögenswert wird aus dem Anlagevermögen ausgebucht. Die Nettoinvestition in das Finanzierungsleasingverhältnis wird in der Bilanz unter "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" ausgewiesen. Sie wird mit dem Barwert der Bruttoinvestition in das Leasingverhältnis bewertet. Die zahlungswirksamen Leasingraten werden in der Folge in einen erfolgswirksamen Zins- und einen erfolgsneutralen Tilgungsanteil aufgeteilt. Die Folgebewertung der Nettoinvestition erfolgt nach der Effektivzinsmethode so, dass über die Perioden eine konstante Verzinsung der verbleibenden Nettoinvestition erzielt wird.

(E) Ertragsteuern

Die Ertragsteuern umfassen tatsächliche und latente Steuern. Ertragsteuern werden erfolgswirksam erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf einen Posten, der in derselben oder einer anderen Periode direkt im sonstigen Ergebnis erfasst wurde. In diesem Fall werden die auf jenen Posten entfallenen latenten Steuern ebenfalls direkt im sonstigen Ergebnis erfasst.

Latente Steueransprüche bzw. -schulden werden für die erwarteten steuerlichen Auswirkungen von temporären Differenzen zwischen dem Steuerwert von Vermögenswerten bzw. Schulden und ihrem Buchwert in der Bilanz erfasst. Für die folgenden temporären Differenzen werden keine latenten Steuern erfasst: zu versteuernde temporäre Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts und dem erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten und Schulden aus einem Geschäftsvorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der weder das handelsrechtliche noch das zu versteuernde Ergebnis berührt, sowie temporäre Differenzen in Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften, soweit der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen zu steuern und es nicht wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zukunft umkehren werden. Die Bewertung von latenten Steueransprüchen und -schulden erfolgt auf Grundlage der gültigen oder angekündigten Steuersätze, deren Anwendung für das zu versteuernde Ergebnis in den Jahren erwartet wird, in denen diese temporären Differenzen voraussichtlich ausgeglichen werden. Latente Steueransprüche und -schulden werden nicht abgezinst.

Latente Steueransprüche, einschließlich der Ansprüche aus Verlustvorträgen, werden nur soweit aktiviert, wie es wahrscheinlich ist, dass in der Zukunft ausreichende Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, um diese realisieren zu können.

Latente Steuerschulden für Quellensteuern werden für Tochterkapitalgesellschaften in Fällen erfasst, in denen erwartet wird, dass das Ergebnis in absehbarer Zukunft in Form von Dividenden ausgezahlt werden wird und dass diese Dividenden der Quellensteuer unterliegen werden.

Änderungen von Steuersätzen werden in der Periode berücksichtigt, in der die Änderungen zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind.

Tatsächliche Steuern sind die Steuern, die voraussichtlich für das am Bilanzstichtag abgeschlossene Geschäftsjahr zu entrichten sind. Sie berechnen sich auf Grundlage des steuerpflichtigen Jahresergebnisses unter Verwendung der zum Bilanzstichtag gültigen oder in Kürze geltenden Steuersätze und beinhalten auch Anpassungen von Steuern für Vorjahre.

(F) Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Dazu gehören originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen und -verbindlichkeiten. Darüber hinaus gehören hierzu auch derivative Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Risiken aus der Fremdwährungsumrechnung. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn die Olympus Europa-Gruppe Vertragspartner bei einem Finanzinstrument wird.

Die bestehenden Finanzinstrumente werden in Abhängigkeit vom Geschäftsmodell zur Steuerung der Vermögenswerte und basierend auf den Zahlungsstrombedingungen hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme (ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag) entweder als "zu fortgeführten Anschaffungskosten", als "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis" oder als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" klassifiziert und bewertet.

(i) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente

Die Finanzinstrumente der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" umfassen sämtliche finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, deren vertragliche Bestimmungen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag im Einklang mit den Zahlungsstrombedingungen des IFRS 9 darstellen.

Die Finanzinstrumente dieser Bewertungskategorie umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, gewährte und in Anspruch genommene Kredite sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Die Zugangsbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der in der Regel dem Transaktionspreis zum Zugangszeitpunkt entspricht. Die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt anhand der nachstehenden Grundsätze.

1. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände und Bankguthaben, deren ursprüngliche Laufzeit bis zu drei Monate beträgt, und stimmen mit den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in der Kapitalflussrechnung überein. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zum Nominalwert bewertet, der in der Regel nicht wesentlich vom beizulegenden Zeitwert abweicht, da eine Risikovorsorge für erwartete Kreditausfälle aufgrund der Bonität der Banken nicht notwendig ist.

2. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen inklusive Vertragsvermögenswerte

Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Vertragsvermögenswerte werden zu ihren Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Die Ermittlung erwarteter Forderungsausfälle erfolgt nach IFRS 9 unter Anwendung des vereinfachten Wertminderungsmodells. Dabei wird sowohl dem individuellen Ausfallrisiko als auch einem aus Erfahrungswerten abgeleiteten erwarteten Ausfallrisiko für eine Gruppe von Forderungen mit vergleichbaren Ausfallrisikoprofilen Rechnung getragen.

Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen für erwartete Ausfallrisiken bewertet.

Ein individuelles Ausfallrisiko besteht dann, wenn die vertraglichen Zahlungen 90 Tage überfällig sind. In bestimmten Fällen kann ein finanzieller Vermögenswert jedoch auch dann als ausgefallen betrachtet werden, wenn interne oder externe Informationen darauf hindeuten, dass es unwahrscheinlich ist, die ausstehenden vertraglichen Beträge in voller Höhe zu erhalten. Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine Erwartung besteht, die vertraglichen Zahlungsströme zu erhalten.

Das aus Erfahrungswerten abgeleitete erwartete Ausfallrisiko wurde mittels der vereinfachten Vorgehensweise basierend auf historischen Ausfallraten der letzten drei Jahre unter Berücksichtigung eines prospektiven Elements berechnet.

3. Gewährte und in Anspruch genommene Kredite

Gewährte und in Anspruch genommene Kredite werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten

Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bewertet.

Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Für alle Kategorien nicht-derivativer Finanzinstrumente gilt, dass ein üblicher Kauf oder Verkauf eines nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerts zum Erfüllungstag erfasst bzw. ausgebucht wird.

(ii) Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, umfassen sämtliche finanziellen Vermögenswerte, deren Zahlungsströme nicht ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen in Übereinstimmung mit den Zahlungsstrombedingungen des IFRS 9 darstellen. Hierzu gehören bei der Olympus-Europa-Gruppe insbesondere derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken. Derivate werden zunächst mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zurechenbare Transaktionskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, erfolgswirksam erfasst. Nach dem erst maligen Ansatz werden Derivate mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und alle Änderungen des beizulegenden Zeitwertes werden umgehend erfolgswirksam erfasst. Die Olympus-Europa-Gruppe wendet kein Hedge Accounting (Bilanzierung als Sicherungsgeschäft) an.

Ein üblicher Verkauf oder Kauf eines derivativen Finanzinstruments wird zum Handelstag erfasst bzw. ausgebucht.

Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden und deren Folgebewertung im sonstigen Ergebnis erfolgt, liegen derzeit nicht vor.

(G) Sachanlagen

Sachanlagen werden zu den historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen erfasst. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die aktivierten Kosten für selbst hergestellte Vermögenswerte beinhalten direkte Herstellungskosten und direkt zurechenbare Fertigungsgemeinkosten sowie für qualifizierte Vermögenswerte auch Zinsen.

Abschreibungen werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer der Vermögenswerte gemäß folgender Tabelle vorgenommen.

Nutzungsdauer
in Jahren
Gebäude einschl. Ein- und Umbauten 30-40
Maschinen und Anlagen 5-13
Vorführ- und Mietanlagen 2-7
Sonstige Anlagen 3-13

Auf die Bilanzierung und Bewertung von Nutzungsrechten, die im Rahmen von Leasingverträgen im Sachanlagevermögen bilanziert werden, wird unter (3)(D)(i) eingegangen.

Restwerte, Abschreibungsdauern und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft.

Reparatur- und Instandhaltungskosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen, es sei denn, sie verlängern die Nutzungsdauer oder erweitern die Kapazität des Vermögenswerts.

Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden unter "Sonstige betriebliche Erträge" oder "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Einzelheiten zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen, die die Olympus-Europa-Gruppe für Wertminderungen anwendet, sind Anmerkung (3)(I) zu entnehmen.

(H) Immaterielle Vermögenswerte

(i) Geschäfts- oder Firmenwert

Erwerbe vor dem 1. April 2007

Im Rahmen des Übergangs auf IFRS hatte sich der Konzern entschieden, nur bei denjenigen Unternehmenszusammenschlüssen die Bilanzierung anzupassen, die am oder seit dem 1. April 2007 erfolgt sind. In Bezug auf Erwerbe vor dem 1. April 2007 entspricht der Geschäfts- oder Firmenwert daher dem nach HGB erfassten Betrag; die einzige Anpassung betraf die gesonderte Darstellung von nach HGB im Geschäfts- oder Firmenwert subsumierten selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten.

Erwerbe am oder nach dem 1. April 2007

Ein sukzessiver Erwerb von Anteilen an Tochtergesellschaften, die die Olympus-Europa-Gruppe bereits vor dem Erwerb beherrscht hatte, wird als Eigenkapitaltransaktion betrachtet und demnach mit dem nach Ausbuchung der von Dritten erworbenen Anteile verbleibenden Wert direkt mit dem Eigenkapital verrechnet.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zu den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Weitere Einzelheiten zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen, die die Olympus-Europa-Gruppe für Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts anwendet, sind Anhangangabe (3)(J) zu entnehmen.

(ii) Forschungs- und Entwicklungskosten und sonstige immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte, wie z. B. Software, werden mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet.

Forschungskosten werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens als Aufwand erfasst. Aufwendungen für Entwicklungsaktivitäten, in deren Rahmen Forschungsergebnisse auf einen Plan oder Entwurf für die Produktion neuer oder wesentlich verbesserter Produkte und Verfahren angewendet werden, werden als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn Folgendes nachgewiesen wurde:

die Fertigstellung des Produkts oder Verfahrens ist technisch realisierbar,

der Konzern hat die Absicht, die Fähigkeit sowie ausreichende technische, finanzielle und sonstige Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und das Produkt bzw. Verfahren nutzen oder verkaufen zu können,

das Produkt oder Verfahren wird einen voraussichtlichen künftigen Nutzen erzeugen und

die dem Produkt oder Verfahren während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben können verlässlich bestimmt werden.

Für die Olympus-Europa-Gruppe existiert ein standardisierter Prozess, der die unterschiedlichen Stufen einer Produktentwicklung abbildet. Ab einer gewissen Stufe im Prozess sind die oben genannten Kriterien erfüllt und per Dokumentation formal nachgewiesen.

Aktivierte Entwicklungskosten beinhalten den Materialaufwand, Fertigungslöhne und direkt zurechenbare Gemeinkosten sowie für qualifizierte Vermögenswerte mit einem Anfangszeitpunkt der Aktivierung ab dem 1. April 2009 auch Zinsen. Aktivierte Entwicklungskosten werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen ausgewiesen.

Entwicklungskosten, die die vorgenannten Kriterien nicht erfüllen, werden bei ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst.

Aktivierte Entwicklungskosten und erworbene immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden linear über die folgenden voraussichtlichen Nutzungsdauern abgeschrieben:

Nutzungsdauer
in Jahren
Erworbene Kundenbeziehungen 3-12
Erworbene entwickelte Technologie 10-16
Markenrechte 15
Aktivierte eigene Entwicklungskosten 5-10
Software 3-5

Mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten verfügt die Olympus-Europa-Gruppe über keine immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer.

Einzelheiten zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen, die der Konzern für Wertminderungen anwendet, sind Anhangangabe (3)(J) zu entnehmen.

(I) At-equity bilanzierte Beteiligungen

Anteile an Unternehmen, bei denen die Olympus-Europa-Gruppe über einen maßgeblichen Einfluss verfügt, werden gemäß der Equity-Methode nach IAS 28 bewertet. Danach wird der ursprüngliche Beteiligungsbuchwert auf Basis der Anschaffungskosten fortgeschrieben mit den Anteilen an den Eigenkapitalveränderungen des Unternehmens, die den Anteilseignern zustehen. Anteile am Gewinn oder Verlust werden erfolgswirksam als Teil des Finanzergebnisses unter "Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen" erfasst, wohingegen Anteile am sonstigen Ergebnis erfolgsneutral verbucht werden. Nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen werden inklusive der im Beteiligungsbuchwert enthaltenen Firmenwerte außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet. Wertberichtigungen und Zuschreibungen auf den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsbuchwert erfolgen ebenfalls im "Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen".

(J) Wertminderungsaufwendungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Der Konzern überprüft seine langfristigen Vermögenswerte regelmäßig auf Wertminderung.

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten gelten als wertgemindert, wenn infolge bestimmter Ereignisse oder veränderter Umstände der Buchwert des Vermögenswerts den höheren Wert aus dem erwarteten beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem abgezinsten Netto-Cashflow aus der fortgesetzten Nutzung und der letztendlichen Veräußerung des Vermögenswerts übersteigt. In solchen Fällen wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Der Cashflow wird mit einem aus Marktzinssätzen abgeleiteten Kapitalkostensatz abgezinst (weitere Details in Anhangangabe (14)). Wenn der erzielbare Ertrag für einen einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden kann, wird er für die zahlungsmittelgenerierende Einheit bestimmt, zu der der Vermögenswert gehört, d. h. für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die den auf Wertminderung zu prüfenden Vermögenswert beinhaltet, die Mittelzuflüsse erzeugt, welche weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind, und für die solche Mittelzuflüsse bestimmt werden können.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Eine solche Prüfung wird darüber hinaus immer dann durchgeführt, wenn sich infolge bestimmter Ereignisse oder veränderter Umstände Hinweise auf eine mögliche Wertminderung ergeben. Für diesen Test wird der Geschäfts- oder Firmenwert derselben zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wie für unternehmensinterne Berichtszwecke. Diese zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen in der Regel den Produktlinien. Die Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden ebenfalls mit einem aus Marktzinssätzen abgeleiteten Kapitalkostensatz abgezinst. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der sich ergebende Barwert der Cashflows niedriger ist als der Buchwert der Vermögenswerte abzüglich zu berücksichtigender Schulden der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zuzüglich des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts.

Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn sich die Schätzungen, die zur Bestimmung des erzielbaren Betrags des Vermögenswerts herangezogen wurden, seit Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands geändert haben. Um einen Wertminderungsaufwand umzukehren, wird der Vermögenswert auf seinen neuen erzielbaren Betrag zugeschrieben, und zwar maximal bis zur Höhe des Buchwerts, der sich ergeben hätte, wenn der Wertminderungsaufwand in den Vorjahren nicht erfasst worden wäre. Auf Geschäfts- oder Firmenwerte erfasste Wertminderungsaufwendungen werden nicht durch Zuschreibungen aufgehoben.

(K) Vorräte

Vorräte werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten werden nach der Durchschnittsmethode bewertet und beinhalten Kosten für den Erwerb der Vorräte, Herstellungskosten sowie sonstige Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort zu bringen und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Bei selbst hergestellten Vorräten und unfertigen Erzeugnissen beinhalten die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einen angemessenen Teil der Fertigungsgemeinkosten (basierend auf der normalen Betriebskapazität) und der Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten.

Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten der Fertigstellung und der geschätzten Vertriebskosten.

(L) Pensionen und sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

In der Olympus-Europa-Gruppe bestehen für die KeyMed-Gruppe und die OEKG-Gruppe Altersversorgungsprogramme für die Beschäftigten.

Die KeyMed-Gruppe hat ein umfangreiches Altersversorgungsprogramm aufgelegt. Der Pensionsplan umfasst eine leistungsorientierte und eine beitragsorientierte Komponente. Der Plan ist Teil des staatlichen Versorgungsprogramms und wird alle drei Jahre durch einen qualifizierten unabhängigen Versicherungsmathematiker bewertet, der die Treuhänder bezüglich der Beitragshöhe berät. In den dazwischen liegenden Jahren überprüft der Versicherungsmathematiker, ob die jeweiligen Beitragssätze weiterhin angemessen sind.

Der Pensionsplan der OEKG-Gruppe umfasst eine leistungsorientierte und eine beitragsorientierte Komponente. Die Gruppe finanziert einen Teil ihrer leistungsorientierten Altersversorgungsverpflichtungen mithilfe von Versicherungsverträgen, die den Versicherer verpflichten, alle oder einen Teil der Ausgaben zur Erfüllung von leistungsorientierten Verpflichtungen zu erstatten. Ein solcher Erstattungsanspruch wird als gesonderter Vermögenswert bilanziert und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. In jeder anderen Hinsicht behandelt das Unternehmen den Erstattungsanspruch wie Planvermögen.

Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf die Abzinsungssätze, künftige Gehaltssteigerungen, die Sterblichkeit und die künftigen Rentensteigerungen. Aufgrund der Komplexität der Bewertung, der zugrunde liegenden Annahmen und der Langfristigkeit dieser Pläne unterliegen derartige Schätzungen erheblichen Unsicherheiten. Bei der Ermittlung des angemessenen Abzinsungssatzes orientiert sich die Geschäftsführung an den Zinssätzen von Unternehmensanleihen in der jeweiligen Währung mit einem Rating von mindestens AA, wobei diese durch Extrapolation an die erwartete Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung angepasst werden. Des Weiteren wird die Qualität der zugrunde liegenden Anleihen überprüft, und diejenigen, welche übermäßig hohe Kredit-Spreads aufweisen, werden aus dem Anleiheportfolio, aus dem der Abzinsungssatz abgeleitet wird, entfernt, da es sich bei diesen Anleihen nicht um erstklassige Anleihen handelt. Die Sterberate basiert auf öffentlich zugänglichen Sterbetafeln für das entsprechende Land. Künftige Gehalts- und Rentensteigerungen basieren auf den erwarteten künftigen Inflationsraten für das jeweilige Land.

Die in der Bilanz ausgewiesene Schuld bzw. der bilanzierte Vermögenswert aus leistungsorientierten Pensionsplänen umfasst für jeden Plan den Gesamtbarwert der leistungsorientierten Verpflichtung (unter Anwendung eines Abzinsungssatzes auf Basis von erstklassigen Unternehmensanleihen) abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens, aus dem die Verpflichtungen unmittelbar zu erfüllen sind. Der beizulegende Zeitwert basiert auf Informationen über den Marktpreis, im Falle von notierten Wertpapieren entspricht er dem veröffentlichten Ankaufskurs.

Beiträge werden in das Planvermögen eingezahlt, aus dem dann die Leistungen gezahlt werden, wenn der Versicherungsfall eintritt. Bei der OEKG werden die Vermögenswerte, einschließlich qualifizierter Versicherungspolicen, mehrheitlich in Unterstützungskassen oder Pensionsfonds gehalten. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung hängt vom beizulegenden Zeitwert des Planvermögens ab. Daher entspricht der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung genau dem beizulegenden Zeitwert der qualifizierten Versicherungspolicen.

Bei einigen Tochtergesellschaften der OEKG-Gruppe weicht der beizulegende Zeitwert des Planvermögens vom Barwert der entsprechenden Verpflichtung ab. Für Versorgungsansprüche, die nicht durch Rückversicherung abgedeckt sind, wurden Rückstellungen gebildet. Sofern Versorgungszusagen nicht vom Planvermögen gedeckt sind, ist der Arbeitgeber zur unmittelbaren Übernahme dieser Ansprüche verpflichtet.

Für einen Pensionsplan der OEKG-Gruppe wird der Erstattungsanspruch als separater Vermögenswert ausgewiesen. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung hängt in diesem Fall vom beizulegenden Zeitwert dieses Vermögenswerts ab. Daher entspricht der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung immer genau dem beizulegenden Zeitwert des Erstattungsanspruchs.

Die Kosten für die Versicherung in der beitragsorientierten Komponente der Pläne ergeben sich durch Prozentsätze angewandt auf die Gehaltssumme zuzüglich der Prozentsätze aus den persönlichen Eigenanteilen.

Die Kosten für Leistungsauszahlungen aus leistungsorientierten Plänen werden unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) für jeden Plan separat ermittelt. Dabei wird der Leistungsanspruch der laufenden Periode zugeordnet, um den laufenden Dienstzeitaufwand zu bestimmen, sowie der laufenden und früheren Perioden zugerechnet, um den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zu bestimmen. Dies basiert auf versicherungsmathematischen Gutachten.

Laufender Dienstzeitaufwand wird als Personalaufwand erfasst. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand, der der Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung aufgrund einer Abgeltung oder Kürzung eines Plans entspricht, wird erfolgswirksam erfasst.

Im Falle der Abgeltung (Eliminierung aller Verpflichtungen in Bezug auf bereits zugesagte Leistungen) oder Kürzung (Kürzung künftiger Verpflichtungen aufgrund einer erheblichen Beschränkung der Planteilnahme oder Verringerung der künftigen Ansprüche) eines Plans werden die Verpflichtung und das damit verbundene Planvermögen auf Grundlage aktueller versicherungsmathematischer Annahmen neu bewertet. Der daraus resultierende Gewinn oder Verlust wird in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der die Planabgeltung oder -kürzung eintritt.

Die Nettozinsen werden durch die Multiplikation der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen mit dem Abzinsungssatz ermittelt. Beide werden jeweils zu Beginn der jährlichen Berichtsperiode unter Berücksichtigung etwaiger Veränderungen ermittelt, die infolge der Beitrags- und Leistungszahlungen im Verlauf der Berichtsperiode in der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen eingetreten sind. Die Nettozinsen werden im Periodenergebnis als sonstige Finanzerträge oder -aufwendungen erfasst.

Neubewertungen, die sich auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die Auswirkungen der Vermögensobergrenze (ohne Zinserträge) und den Ertrag aus Planvermögen (ohne Zinserträge) beziehen, werden vollständig in der Periode, in der sie anfallen, im sonstigen Ergebnis erfasst. Neubewertungen in Bezug auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste resultieren aus erfahrungsbedingten Anpassungen der leistungsorientierten Verpflichtung (und stellen die Auswirkungen der Abweichungen zwischen den ursprünglichen versicherungsmathematischen Annahmen und den tatsächlich eingetretenen Beträgen dar) und Auswirkungen von Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen. Neubewertungen werden in Folgeperioden nicht in das Periodenergebnis umgegliedert.

Unter Berücksichtigung der Bedingungen der leistungsorientierten Pensionspläne und der gesetzlichen Anforderungen an Pensionspläne in den jeweiligen Ländern ist die Einschätzung der Olympus-Europa-Gruppe, dass der Barwert von Rückerstattungen oder Minderungen künftiger Beitragszahlungen den Saldo aus dem gesamten beizulegenden Zeitwert des Planvermögens und dem Gesamtbarwert der Planverpflichtungen nicht unterschreitet.

(M) Rückstellungen

Rückstellungen werden erfasst, wenn die Olympus-Europa-Gruppe aufgrund eines Ereignisses aus der Vergangenheit gegenwärtig eine rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die verlässlich geschätzt werden kann, und es wahrscheinlich ist, dass zur Erfüllung der Verpflichtung ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen erforderlich sein wird.

Rückstellungen werden zum Barwert der Ausgaben bewertet, die zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich erforderlich sind; dabei wird ein Abzinsungssatz vor Steuern verwendet, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und die mit der Verpflichtung verbundenen Risiken widerspiegelt. Der zeitlich bedingte Anstieg der Rückstellungen wird als Zinsaufwand erfasst.

Der Konzern haftet für verkaufte Produkte im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung und für darüber hinausgehende Garantiezusagen. Rückstellungen für die voraussichtlichen künftigen Kosten der Gewährleistungen und Garantien werden beim Verkauf der Produkte erfasst. Die Rückstellungen werden auf der Grundlage von Erfahrungswerten für die Kosten solcher Gewährleistungen und Garantien, zuzüglich voraussichtlicher Preissteigerungen bewertet. Der langfristige Teil der Gewährleistungsrückstellungen wird mit dem geltenden Marktzinssatz abgezinst.

Eine Rückstellung für Umstrukturierungen wird erfasst, wenn das Management einen detaillierten, formalen Umstrukturierungsplan genehmigt hat, die Umstrukturierung entweder bereits begonnen hat oder öffentlich angekündigt worden ist und die Höhe der Rückstellung verlässlich geschätzt werden kann. Für zukünftige Betriebskosten werden keine Rückstellungen gebildet.

(N) Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt. Cashflows in Fremdwährung wurden unter Zugrundelegung der gewichteten Durchschnittskurse der betroffenen Perioden in Euro umgerechnet.

(O) Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts

(i) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen

Der beizulegende Zeitwert von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen, der zum Zwecke der Offenlegung ermittelt wird, errechnet sich aus dem Barwert der künftigen Cashflows, die zum Stichtag mit dem marktgängigen Zinssatz abgezinst werden.

(ii) Derivate

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird auf Basis der Marktbedingungen zum Bilanzstichtag ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert von erworbenen Optionen wird mittels einer Monte-Carlo-Simulation unter Berücksichtigung der Marktvolatilität und Zinsdaten ermittelt.

(iii) Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten

Der beizulegende Zeitwert, der zum Zwecke der Offenlegung ermittelt wird, errechnet sich aus dem Barwert künftiger Zins- und Tilgungszahlungen, die zum Stichtag mit dem marktgängigen Zinssatz abgezinst werden.

(P) Im Geschäftsjahr erstmalig angewendete Standards und Interpretationen

Die folgenden für die Geschäftstätigkeit der Olympus-Europa-Gruppe relevanten Standards und Änderungen waren im Geschäftsjahr erstmalig anzuwenden:

Standard / Interpretation Inhalt der Neuerung Beschreibung der Änderung
Geänderte Standards / Interpretation
IAS 12 Ausnahme und Anhangangaben zur internationalen Steuerreform "Säule-2-Modellregeln" bzgl. einer 15% Mindestbesteuerung zur Umsetzung der Globalen Anti-Basis-Erosion (GloBE)-Regeln. Keine, da entsprechend des geänderten IAS 12 keine latenten Steuern im Zusammenhang mit den Leitlinien zur globalen Mindestbesteuerung der OECD ("Zwei-Säulen-Konzept") berücksichtigt werden.
IFRS 17 Versicherungsverträge einschließlich Änderungen. Keine.
IAS 12 Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus einem einzigen Geschäftsvorfall. Keine.
IAS 1 Darstellung des Abschlusses: Darstellung der Rechnungslegungsgrundsätze. Keine wesentlichen Auswirkungen auf die entsprechenden Anhangangaben.
IAS 8 Unterscheidung und Definition von Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogenen Schätzungen. Keine.

(Q) Noch nicht angewendete neue Standards und Interpretationen

Folgende Standards und Interpretationen sowie Änderungen von Standards sind vom IASB und vom IFRS IC veröffentlicht worden, aber für das zum 31. März 2024 endende Geschäftsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden:

Standard / Interpretation Inhalt der Neuerung Anwendungspflicht Voraussichtliche Auswirkungen
Neue Standards / Interpretation
IFRS 18 Ersetzt im Grundsatz den IAS 1, wesentliche Änderungen betreffen drei Aspekte: 1. die Mindestanforderung zwei Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung aufzunehmen und diese nach vorgegebenen Kategorien einzuteilen; 2. Angaben zu den von der Unternehmensleitung verwendeten Leistungskennzahlen; 3. Erweiterung der Anforderungen zur Zusammenfassung und Aufgliederung von Posten. 01.01.2027 * Die Darstellung der Gesamtergebnisrechnung wäre in einzelnen Punkten an den Anforderungen des IFRS 18 neu auszurichten. Gegebenenfalls könnten weitere Anhangangaben notwendig werden.
IFRS 19 Regelung einer Option zu reduzierten Anhangangaben nicht öffentlich rechenschaftspflichtiger Tochterunternehmen. 01.01.2027 * Anwendbarkeit der Option auf diesen Teilkonzernabschluss und daraus möglicherweise resultierende reduzierte Anhangangabepflichten werden geprüft.
Geänderte Standards / Interpretation
IAS 21 Definition für Mangel an Umtauschbarkeit einer Währung und Leitlinien für das Vorgehen in einem solchen Fall. 01.01.2025 * Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet, unter Umständen könnten bzgl. des RUB weitere Anhangangaben notwendig werden.
IAS 7, IFRS 7 Offenlegungspflichten zur Verbesserung der Transparenz von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen und deren Auswirkungen auf die Verbindlichkeiten, Cashflows und das Liquiditätsrisiko. 01.01.2024 Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet, da entsprechende Vereinbarungen im Konzern keine Bedeutung haben.
IAS 1 Darstellung des Abschlusses: Klarstellung der Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- und langfristig. 01.01.2024 Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet.
IFRS 16 Folgebewertung von Leasingverbindlichkeiten aus Sale-Lease-back-Vereinbarungen. 01.01.2024 Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet.
IFRS 9, IFRS 7 Verschiedene Änderungen, u. a. zur vorzeitigen Ausbuchung von Finanzverbindlichkeiten bei Ausgleich durch elektronische Überweisung, zur Klassifikation von finanziellen Vermögenswerten sowie Anhangangaben. 01.01.2026 Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet.
Jährliche Verbesserungen 11 Diverse kleinere Standardänderungen zur Klarstellung. 01.01.2026 Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet.

* Noch nicht in EU-Gemeinschaftsrecht übernommen

(4) AKQUISITIONEN MIT AUSWIRKUNGEN AUF DEN KONSOLIDIERUNGSKREIS

Im vorherigen Geschäftsjahr 2022/2023 wurde folgende Akquisition abgeschlossen:

Erwerb Odin Medical Ltd.

Die Olympus-Europa-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022/2023 mit Akquisitionsdatum 20. Dezember 2022 100 % der Anteile an Odin Medical Ltd. mit Sitz in London, Vereinigtes Königreich, (Odin) erworben. Odin ist ein Unternehmen im Bereich Cloud-KI-Endoskopie, das über ein umfassendes Portfolio an kommerziell verfügbaren, computergestützten Erkennungs-/ Diagnoselösungen sowie einer Innovations-Pipeline von Cloud-fähigen Anwendungen verfügt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Aufstellung der beizulegenden Zeitwerte der zum Erwerbszeitpunkt identifizierten erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie eine Herleitung des resultierenden Geschäfts- oder Firmenwertes.

Akquisition Odin Fair Value zum Erwerbszeitpunkt
T€
kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.057
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 8
langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 21
Immaterielle Vermögenswerte 28.239
kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 200
Kurzfristige Sonstige Rückstellungen 42
Sonstige kurzfristige Schulden 662
langfristige Schulden
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten 534
Passive Latente Steuern 7.041
Nettovermögen 20.846
Kaufpreis gemäß IFRS 3 57.673
Geschäfts- oder Firmenwert 36.827

Der Geschäfts- oder Firmenwert ist der zahlungsmittelgenerierenden Einheit für die Produktlinie Endoscopic Solutions zugeordnet und entfällt auf erwartete Synergien und Ertragspotentiale aus der Akquisition. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig.

Transaktionskosten für den Erwerb von Odin sind in Höhe TEUR 1.443 in den Allgemeinen Verwaltungskosten enthalten.

Die in den übernommenen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 0 entsprechen einem Bruttowert von TEUR 0. Die erwarteten Kreditausfälle belaufen sich auf EUR 0.

Vom Zeitpunkt der Erstkonsolidierung bis zum 31. März 2023 hat die erworbene Gesellschaft Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 6 und einen Verlust nach Steuern in Höhe von TEUR 1.488 beigetragen. Das negative Ergebnis resultiert insbesondere aus der abzugrenzenden Bonuszahlung (Bindungsprämie), die an die übernommenen Mitarbeiter geleistet werden muss, sowie deren Gehaltszahlungen. Eine Einbeziehung der Gesellschaft vom Beginn des Geschäftsjahres hätte in der Gewinn- und Verlustrechnung zu zusätzlichen Umsatzerlösen in Höhe von TEUR 23 und zu einer Verringerung des Konzernergebnisses um TEUR 5.953 geführt. In dem Pro-forma-Ergebnisbeitrag wurden Anpassungen für die abzugrenzenden Bonuszahlungen vorgenommen, als ob diese Anpassungen bereits am 1. April stattgefunden hätten. Diese Pro-forma-Zahlen zu Umsatzerlösen und Gewinn und Verlust wurden lediglich zu Vergleichszwecken ermittelt und geben weder zuverlässigen Aufschluss über die operativen Ergebnisse, wenn die Übernahme zu Beginn der Periode erfolgt wäre, noch über zukünftige Ergebnisse.

Der Kaufpreis enthält neben der Barkomponente in Höhe von TEUR 28.433 bedingte Kaufpreiskomponenten in Form von sechs Milestones, basierend auf festgeschriebenen Entwicklungen an den Algorithmen oder Zulassungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach dem Akquisitionsstichtag. Die bedingten Kaufpreiskomponenten wurden zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 29.240 zum Zeitpunkt der Akquisition angesetzt und sind begrenzt auf eine Zahlung von maximal TEUR 37.701. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 wurde der Milestone 6 erfolgreich abgeschlossen, gleichbedeutend mit einer Auszahlung von TEUR 10.356 (TGBP 9.000). Zusätzlich wurde der Milestone 4 aufgrund von Änderungen des regulatorischen Branchenumfelds angepasst und der Zeitraum der Zielerreichung verlängert. Hieraus ergeben sich Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Kaufpreiszahlungen. Per 31. März 2024 liegt der Wert der Verbindlichkeit bei TEUR 24.976. Die Bewertung erfolgt als Diskontierung (mit einem Diskontierungszinssatz von 17,1 %) der Auszahlungsbeträge zu den jeweiligen Auszahlungszeitpunkten, abgeleitet aus dem Kaufvertrag.

Kaufpreisallokation Odin Fair Value zum Erwerbszeitpunkt
T€
Erwartete Nutzungsdauer
in Jahren
Technologie (KI-Cloud Platform) 22.636 15
Vertragliches Wettbewerbsverbot 5.527 3

Auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten und zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Vermögenswerte entfallen latente Steuerschulden in Höhe von TEUR 7.041.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurde folgende Akquisitionen abgeschlossen:

Erwerb Medi-Tate Ltd.

Die Olympus-Europa-Gruppe hat mit Akquisitionsdatum 9. März 2021 16,7 % der Anteile und mit Akquisitionsdatum 27. Mai 2021 83,3 % der Anteile an Medi-Tate Ltd. mit Sitz in Hadera, Israel (Medi-Tate) erworben. Medi-Tate ist somit im Rahmen eines sukzessiven Unternehmenszusammenschlusses der Olympus-Europa-Gruppe zugegangen. Das Medi-Tate Flaggschiffprodukt iTind ist speziell auf die Urologie ausgerichtet und stellt eine alternative Methode zur Heilung gutartiger Prostatavergrößerungen dar. Mit dem Erwerb erweitert Olympus sein innovatives Produktportfolio und seine Vertriebskanäle für urologische Lösungen und baut das Geschäft für minimalinvasive Therapien und seine Position als globales Medizintechnikunternehmen weiter aus.

Der Kaufpreis enthält neben der Barkomponente in Höhe von TEUR 209.111 bedingte Kaufpreiskomponenten in Form zweier Earn-Outs, basierend auf der Aktivierung des CPT-Codes von der American Medical Association innerhalb bestimmter Zeiträume. Die bedingten Kaufpreiskomponenten wurden zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 16.046 zum Zeitpunkt der Akquisition angesetzt und sind begrenzt auf eine Zahlung von maximal TEUR 36.782 (TUSD 40.000). Während sich im Geschäftsjahr 2022/2023 die Einschätzung dahingehend geändert hatte, dass sich die maximale Auszahlungssumme auf TEUR 18.023 (TUSD 19.600) reduziert hat, konnte der Aktivierungsprozess im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich gestaltet werden, wodurch die maximale Auszahlungssumme von TUSD 19.600 bestätigt wird. Die Auszahlung der Earn-outs wurde vertraglich konkretisiert. Die erste Hälfte des gesamten Earn-outs von TUSD 19.600 war im März 2024 in Höhe von TEUR 9.065 (TUSD 9.800) abgeschlossen. Durch die erste Auszahlung und die terminliche Konkretisierung der zweiten Zahlung liegt deren beizulegender Zeitwert per 31. März 2024 bei TEUR 8.844. Die Bewertung erfolgt als Diskontierung (mit einem Diskontierungszinssatz von 5,1 %) des Auszahlungsbetrags zum Auszahlungszeitpunkt, abgeleitet aus dem Kaufvertrag.

(5) NICHT FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE UND ZUR VERÄUßERUNG GEHALTENE VERMÖGENSGRUPPE

(i) Nicht fortgeführter Geschäftsbereich Orthopedic Solutions

Am 27. Mai 2024 gab die Olympus Corporation bekannt, dass das gesamte weltweite Orthopädiegeschäft an die Polaris Capital Group verkauft wird.

Zum 31. März 2024 wurde der Verkauf bereits als hinreichend wahrscheinlich eingestuft und der Geschäftsbereich Orthopedic Solutions als Vermögensgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, dargestellt und als nicht fortgeführter Geschäftsbereich klassifiziert.

Das Periodenergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich Orthopedic Solutions beinhaltet folgende Bestandteile:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Umsatzerlöse 38.620 38.187
Gesamte Aufwendungen 40.793 43.205
Ergebnis vor Ertragsteuern -2.173 -5.018
Zurechenbarer Steuerertrag 1.596 1.599
Bewertungsergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereiches -64.739 0
Zurechenbarer Steueraufwand 0 0
Jahresergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich -65.316 -3.419

Das Jahresergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich ist vollständig den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen.

Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich Orthopedic Solutions hat mit folgenden Zahlungsströmen zur Kapitalflussrechnung der Olympus-Europa-Gruppe beigetragen:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 197 -2.070
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit -6.607 -5.278
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 6.118 7.275
-292 -73

Einhergehend mit der Klassifizierung des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions als nicht fortgeführter Geschäftsbereich, wurde zum 31. März 2024 eine Abschreibung i.H.v. TEUR 64.739 erfasst, um den Buchwert der Vermögenswerte in der Vermögensgruppe auf deren beizulegenden Zeitwert nach Abzug der Veräußerungskosten zu reduzieren. Dies wurde aus den Netto-Vermögenswerten i.H.v. TEUR 66.694 und dem erzielten antizipierten Verkaufspreis von TEUR 607 nach Anwendung der Kaufpreisanpassungs-Mechanismen zum 31. März 2024 abgeleitet. Hieraus ergibt sich eine Abschreibung von TEUR 66.087. Mit Abschreibung aller PPA relevanten Vermögenswerte wurde die entsprechende latente Steuerverbindlichkeit erfolgswirksam i.H.v. TEUR 1.348 dagegen aufgelöst. Die Abschreibung teilt sich zu TEUR 40.383 auf die langfristigen Vermögenswerte und zu TEUR 25.704 auf die kurzfristigen Vermögenswerte auf.

Die Hauptgruppen der Vermögenswerte und Schulden des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions, die als nicht fortgeführter Geschäftsbereich klassifiziert wurden, setzen sich zum 31. März 2024 nach Abschreibung wie folgt zusammen.

in Tausend Euro 31. März 2024
Vorräte 2.818
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 11.372
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 314
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 14.504
in Tausend Euro 31. März 2024
Langfristige Schulden 1.665
Kurzfristige Schulden 12.232
Zur Veräußerung gehaltene Schulden 13.897

(ii) Nicht fortgeführter Geschäftsbereich Scientific Solutions

Die Olympus Corporation gab am 17. Dezember 2021 den Transfer des Geschäftsbereichs Scientific Solutions in Form einer Unternehmensaufspaltung an die Evident Co. Ltd., einer neu gegründeten hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Olympus Corporation, zum 1. April 2022 bekannt.

Der Geschäftsbereich Scientific Solutions wurde daher zum 31. März 2022 als Vermögensgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, dargestellt und als nicht fortgeführter Geschäftsbereich klassifiziert. Zum 1. April 2022 erfolgte der Verkauf planmäßig.

Das Periodenergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich Scientific Solutions beinhaltet folgende Bestandteile:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Umsatzerlöse 0 1.383
Gesamte Aufwendungen 0 11.568
Ergebnis vor Ertragsteuern 0 -10.185
Zurechenbarer Steueraufwand 0 0
Bewertungs- / Veräußerungsgewinn des nicht fortgeführten Geschäftsbereiches 0 247.153
Zurechenbarer Steueraufwand 0 60.581
Jahresergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich 0 176.387

Das Jahresergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich ist vollständig den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen.

Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich Scientific Solutions hat mit folgenden Zahlungsströmen zur Kapitalflussrechnung der Olympus-Europa-Gruppe beigetragen:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 0 -746
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit * 0 291.095
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 0 4
0 290.353

* im Geschäftsjahr 2022/2023 enthielt der Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit ausschließlich den Netto-Cashflow aus Devestition.

Die Zusammensetzung der bei der Endkonsolidierung des Geschäftsbereiches Scientific Solutions endkonsolidierten Vermögenswerte und Schulden ergibt sich aus nachstehender Tabelle:

in Tausend Euro 1. April 2022
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.922
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 54.970
Langfristige Vermögenswerte 12.674
Kurzfristige Schulden 19.996
Langfristige Schulden 3.706

Durch die Übertragungsvereinbarungen bezüglich des Geschäftsbereiches Scientific Solutions wurden die in der folgenden Tabelle im oberen Teil dargestellten Kapitalflüsse ausgelöst. Zum 31. März 2023 waren alle vereinbarten Entgelte bereits zahlungswirksam. Im unteren Teil der Tabelle wird auf das Abgangsergebnis aus der Endkonsolidierung des Geschäftsbereiches Scientific Solutions übergeleitet.

in Tausend Euro
Für die Übertragungen erhaltenes Entgelt in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 296.017
Im Rahmen der Übertragungsvereinbarungen übertragene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.922
Nettoeinzahlung durch die Übertragungsvereinbarungen 291.095
Abgehendes Nettovermögen ohne abgehende Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 43.942
Zurechenbarer Steueraufwand 60.581
Abgangsergebnis nach Steuern 186.572

Das Abgangsergebnis ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich enthalten.

(iii) Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe

Am 21. April 2023 erfolgte der Verkauf der Gyrus Medical Limited (GML). Zum 31. März 2023 wurde der Verkauf als hinreichend wahrscheinlich eingestuft und die langfristigen Vermögenswerte und Schulden wurden als "zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe" klassifiziert.

Die Hauptgruppen der Vermögenswerte und Schulden der GML, die als "zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe" klassifiziert wurden, setzen sich zum 31. März 2023 wie folgt zusammen:

in Tausend Euro 31. März 2023
Immaterielle Vermögenswerte (14) 1.289
Sachanlagen (13) 3.215
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 4.504
in Tausend Euro 31. März 2023
Langfristige Schulden 941
Zur Veräußerung gehaltene Schulden 941

Die Zusammensetzung der bei der Endkonsolidierung der GML endkonsolidierten Vermögenswerte und Schulden ergibt sich aus nachstehender Tabelle:

in Tausend Euro 21. April 2023
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.260
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 15.031
Langfristige Vermögenswerte 4.661
Kurzfristige Schulden 4.645
Langfristige Schulden 594

Durch die Übertragungsvereinbarungen bezüglich GML wurden die in der folgenden Tabelle im oberen Teil dargestellten Kapitalflüsse ausgelöst. Zum 31. März 2024 waren alle vereinbarten Entgelte bereits zahlungswirksam. Im unteren Teil der Tabelle wird auf das Abgangsergebnis aus der Endkonsolidierung des Geschäftsbereiches Scientific Solutions übergeleitet.

in Tausend Euro
Für die Übertragungen erhaltenes Entgelt in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 28.519
Im Rahmen der Übertragungsvereinbarungen übertragene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.260
Nettoeinzahlung durch die Übertragungsvereinbarungen 26.259
Abgehendes Nettovermögen ohne abgehende Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 18.949
Zurechenbarer Aufwand 5.241
Abgangsergebnis nach Steuern 2.069

Das Abgangsergebnis ist in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.

(6) FINANZRISIKOMANAGEMENT UND FINANZINSTRUMENTE

(A) Überblick

Der Konzern ist durch die Verwendung von Finanzinstrumenten den folgenden Risiken ausgesetzt:

Kreditrisiken

Liquiditätsrisiken

Marktrisiken

Diese Anhangangabe enthält Informationen darüber, inwieweit der Konzern den oben genannten Risiken unterliegt, sowie Details zu den Zielen, Grundsätzen und Verfahren für die Messung und Steuerung der Risiken und zum Kapitalmanagement des Konzerns. Weitere quantitative Angaben finden sich an diversen anderen Stellen in diesem Konzernabschluss.

Die Geschäftsführung trägt die Gesamtverantwortung für die Entwicklung und Überwachung des Risikomanagementkonzepts des Konzerns. Geschäftsführung und Innenrevision berichten dem Verwaltungsrat regelmäßig über ihre diesbezüglichen Aktivitäten.

Die Grundsätze des Risikomanagements des Konzerns dienen dazu, die Risiken, denen der Konzern unterliegt, zu identifizieren und zu analysieren, geeignete Risikolimits und -kontrollen festzulegen sowie die Risiken und die Einhaltung der Limits zu überwachen. Die Grundsätze und Systeme des Risikomanagements werden regelmäßig überprüft, um auf Änderungen der Marktbedingungen und der Aktivitäten des Konzerns reagieren zu können. Durch Schulungsmaßnahmen und die Vorgabe von Managementstandards und -verfahren verfolgt der Konzern das Ziel, ein diszipliniertes, konstruktives Kontrollumfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeiter ihre jeweiligen Funktionen und Pflichten kennen und verstehen.

Die Geschäftsführung hat eine Innenrevision eingerichtet. Diese nimmt sowohl regelmäßige als auch Ad-hoc-Prüfungen der Risikomanagementkontrollen und -verfahren vor und berichtet der Geschäftsführung über die Ergebnisse dieser Prüfungen.

(B) Kreditrisiko

Als Kreditrisiko wird die Gefahr bezeichnet, dass ein Kunde oder Kontrahent eines Finanzinstruments dem Konzern finanzielle Verluste verursacht, indem er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Es entsteht hauptsächlich aus Forderungen des Konzerns gegenüber den Kunden aus Lieferungen und Leistungen und Finanzierungsleasing.

Das Kreditrisiko der Olympus-Europa-Gruppe besteht hauptsächlich aus dem Ausfallrisiko. Das Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenrahmenvertrags nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Der Konzern ist im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken (insbesondere bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit, einschließlich solcher aus Einlagen bei Banken und Finanzinstituten, Devisengeschäften und sonstigen Finanzinstrumenten, ausgesetzt.

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte (siehe Zusammenfassung in Anhangangabe (6)(D)(iii)) spiegelt die maximale Ausfallrisikoexposition wider. Sämtliche fälligen oder überfälligen Zahlungen werden kontinuierlich überwacht und ein Bericht hierzu wird der Geschäftsführung monatlich vorgelegt.

Die Olympus-Europa-Gruppe verringert das Kreditrisiko der Forderungen gegen Kunden im Allgemeinen dadurch, dass sie sich auf Kunden mit erstklassiger Bonität konzentriert. Zudem wird ein bedeutender Teil der Kundenforderungen des Konzerns in Europa durch eine Ausfallversicherung abgedeckt. Der Schwerpunkt hierbei liegt hauptsächlich auf Forderungen gegen nicht-staatliche Kunden. Als unterstützende Maßnahme zum Management des Kreditrisikos und auch zur Verringerung der Days Revenue Outstanding verwenden bestimmte Tochtergesellschaften Instrumente wie Factoring.

Die maximale Kreditrisikoexposition für Kredite und Forderungen sowie Vertragsvermögenswerte (mit Ausnahme von sonstigen Forderungen) betrug zum Stichtag per Geschäftsbereich:

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Endoscopic Solutions Division 323.247 360.017
Therapeutic Solutions Division 165.591 144.753
Orthopaedic Solutions Division 0 10.481
Scientific Solutions Division 1.497 9.050
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Leasingaktivitäten 490.335 524.301

Die Forderungen beziehen sich in den Geschäftsbereichen Endoscopic Solutions und Therapeutic Solutions hauptsächlich und im Geschäftsbereich Scientific Solutions teilweise auf Kunden des öffentlichen Sektors mit geringem oder begrenztem Kreditrisiko. In den Geschäftsbereichen Endoscopic Solutions und Therapeutic Solutions umfassen die Kunden neben Unternehmen aus dem öffentlichen Sektor auch private Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte. Die Kunden in der Scientific Solutions sind neben Kunden aus dem öffentlichen Bereich, wie Forschungseinrichtungen an Universitäten, hauptsächlich private Unternehmen aus diversen Industriebereichen.

In Deutschland und in einigen anderen europäischen Ländern behält der Konzern das formelle Eigentumsrecht an der verkauften Ware bis der Kunde vollständige Zahlung geleistet hat. Zudem wird, wie oben dargelegt, ein bedeutender Teil der Forderungen im Falle eines Ausfalls durch eine Ausfallversicherung abgedeckt.

Fälligkeit von Forderungen am Stichtag:

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Nicht überfällig 581.888 874.541
Überfällig <30 Tage 76.468 37.044
Überfällig 31 -60 Tage 16.780 31.916
Überfällig 61 - 90 Tage 7.958 9.225
Überfällig 91 - 180 Tage 6.473 8.903
Überfällig 181 -365 Tage 4.099 8.186
Mehr als ein Jahr überfällig 6.381 1.979
Summe Forderungen (nicht wertgemindert) 700.047 971.794
Wertgeminderte Forderungen (vor der Wertminderung) 14.257 17.099
Summe Forderungen (brutto) 714.304 988.893

Auf Grundlage der historischen Ausfallraten berücksichtigt der Konzern die notwendigen Wertberichtigungen bezüglich überfälliger Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von nicht staatlichen Unternehmen. Auf jeden Fall wird eine Wertberichtigung berücksichtigt, wenn die Umstände darauf hindeuten, dass bestimmte Forderungen uneinbringlich geworden sind. Diese Wertminderungen werden nur in den Forderungen erfasst, für die der Konzern das volle Kreditrisiko trägt, d. h. die Forderungen, die keinem Factoring unterliegen und nicht durch eine Ausfallversicherung, Akkreditive, Bürgschaften oder ähnliche Kreditverbesserungen gedeckt sind. Die Aufwendungen für Forderungsausfälle und Wertberichtigungen auf Forderungen werden als Vertriebskosten gezeigt.

Der wesentliche Rückgang ist auf die im Vorjahr erhöhte Liquidität infolge des Verkaufs des Geschäftsbereichs Scientific Solutions zurückzuführen (MEUR 291), die sich als Forderung gegen das Cash-Pooling Konto im Vorjahr niedergeschlagen hat.

Die Veränderungen in den Wertberichtigungen in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen während des Jahres stellen sich wie folgt dar:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Saldo zum 1. April 6.864 9.399
Zuführungen 2.572 992
Auflösungen -2.762 -1.654
Inanspruchnahmen 0 -1.840
Änderung Konsolidierungskreis -285 0
Währungsumrechnungseffekte 40 -33
Saldo zum 31. März 6.430 6.864

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen Nettoverluste von TEUR 232 (2022/2023: Nettogewinne TEUR 236) in den Vertriebskosten erfasst.

(C) Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, seine finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Das Ziel der Gruppe beim Management des Liquiditätsrisikos besteht darin, sicherzustellen, dass die Gruppe stets zahlungsfähig bleibt.

Das Liquiditätsrisikomanagement wird vom Central Treasury Management des Konzerns durchgeführt, welches die Vermögens- und Finanzlage der Olympus-Europa-Gruppe kontinuierlich überwacht. Der mittelfristige Liquiditätsbedarf wird mittels einer Liquiditätsreserve in Form von ungenutzten Kreditlinien bei einer Reihe von Banken gesichert. Die Liquiditätsanforderungen der Tochtergesellschaften der Olympus-Europa-Gruppe werden durch ein europaweites Cash-Pooling-System erfüllt.

Nachfolgend stehen die vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine der nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten (einschließlich geschätzter Zinszahlungen):

31. März 2024

in Tausend Euro Buchwert Vertragliche Cashflows ≤ 1 Jahr 1 -5 Jahre > 5 Jahre
Fremdkapitalaufnahme von Dritten und nahestehenden Unternehmen und Personen 81.591 96.439 2.856 13.046 80.537
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 172.383 196.249 29.084 66.447 100.718
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - Dritte und nahestehende Unternehmen 124.906 124.906 124.906 0 0
Abgegrenzte Schulden 63.724 63.724 63.724 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 37.054 37.054 37.054 0 0
Sonstige finanzielle Schulden 84.390 87.636 68.354 19.282 0
Summe 564.048 606.008 325.978 98.775 181.255

31. März 2023

in Tausend Euro Buchwert Vertragliche Cashflows ≤ 1 Jahr 1 -5 Jahre > 5 Jahre
Fremdkapitalaufnahme von Dritten und nahestehenden Unternehmen und Personen 82.947 99.287 2.856 13.047 83.384
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 293 303 89 209 5
Leasingverbindlichkeiten 166.638 191.267 27.752 56.156 107.359
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - Dritte und nahestehende Unternehmen 134.916 134.916 134.916 0 0
Abgegrenzte Schulden 62.619 62.619 62.619 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 77.971 77.971 77.971 0 0
Sonstige finanzielle Schulden 113.563 155.620 98.647 56.973 0
Summe 638.947 721.983 404.850 126.385 190.748

Fremdkapitalaufnahme von Dritten und nahestehenden Unternehmen und Personen sowie von Kreditinstituten bilden die Bilanzposition "Gewährte und in Anspruch genommene Kredite".

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten umfassten im Vorjahr im Wesentlichen Bankdarlehen des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions. Zum 31. März 2024 sind diese Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in dem Bilanzposten Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltener Vermögensgruppe ausgewiesen (Anhangangabe (5)(i)).

Die vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten sind essenziell für ein Verständnis der Zeitpunkte der entsprechenden Zahlungsströme, da die Gruppe, wie in Anhangangabe (6)(D)(i) dargestellt, diese Devisenterminkontrakte zur wirtschaftlichen Absicherung von erwarteten Fremdwährungszahlungsströmen verwendet und die vertraglichen Laufzeiten der Kontrakte den Zeitpunkten der erwarteten Zahlungsströme entsprechen.

Daher sind in der folgenden Übersicht die vertraglich vereinbarten Cashflows der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten dargestellt:

Devisenterminkontrakte

in Tausend Euro Buchwert Vertragliche Cashflows ≤ 1 Monat 1 -12 Monate 1-5 Jahre
31. März 2024 4.036 4.036 518 2.693 825
31. März 2023 2.588 2.588 832 1.480 276

(D) Marktrisiko

Das Marktrisiko ist das Risiko, dass Änderungen der Marktpreise, z. B. Wechselkurse und Zinssätze, die Erträge des Konzerns oder den Wert der von ihm gehaltenen Finanzinstrumente beeinträchtigen. Die wichtigsten Marktrisiken mit Auswirkung auf die Olympus-Europa-Gruppe sind das Wechselkursrisiko und mit weitaus untergeordneter Bedeutung das Zinsrisiko.

(i) Wechselkursrisiko

Das Wechselkursrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Wechselkursänderungen schwanken. Der Konzern verfolgt bei der Steuerung des Wechselkursrisikos das Ziel, die Auswirkung solcher Schwankungen auf den Nettoertrag zu minimieren.

Der Konzern unterliegt einem Wechselkursrisiko bei Verkaufstransaktionen, wenn diese auf eine andere als die funktionale Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft lauten. Die Geschäftspartner sind Drittkunden sowie verbundene Unternehmen und Konzerngesellschaften. Hierfür kommen insbesondere Transaktionen in Britischen Pfund (GBP), Amerikanischen Dollar (USD) oder Schweizer Franken (CHF) in Betracht. Um sich gegen Wechselkursrisiken abzusichern, prognostiziert die Olympus-Europa-Gruppe künftige Cash-Zuflüsse und -Abflüsse des Konzerns in jeder Währung und sichert das jeweilige Wechselkursrisiko durch den Einsatz von Devisenterminkontrakten (jährlich) und ggf. Devisenoptionen ab. Veränderungen der Wechselkursrisiken werden zeitnah analysiert und die erforderlichen Anpassungen regelmäßig vorgenommen.

Zum 31. März 2024 bestanden offene Devisenterminkontrakte mit einem Netto-Nennwert von TEUR 61.103 (31. März 2023: TEUR -11.323) und einem beizulegenden Zeitwert von TEUR -2.531 (31. März 2023: TEUR 5.908). Da der Konzern kein Hedge Accounting anwendet, wurden alle Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts dieser Derivate erfolgswirksam erfasst.

Der Konzern geht nicht davon aus, dass sich die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten nachteilig auf seine Finanzlage auswirken wird. Die Gruppe setzt keine Derivate für Handels- oder Spekulationszwecke ein.

Die zum Bilanzstichtag bestehenden wesentlichen Wechselkursrisiken des Konzerns sind in nachstehender Tabelle dargestellt. Bilanzielle Risiken sind zum Buchwert, Derivate zum Nennwert ausgewiesen. Prognostizierte Umsätze und Zahlungsmittelabflüsse, die sich zum Bilanzstichtag entsprechend noch nicht in den bilanziellen Risiken niederschlagen, sind für den Zeitraum nach Ablauf des Geschäftsjahres inbegriffen, für den Maßnahmen zur Steuerung des Wechselkursrisikos ergriffen wurden. Wie oben erwähnt, beinhalten diese Verfahren die Absicherung des Wechselkursrisikos für einen Teil dieser Umsätze. Die in der nachstehenden Tabelle gezeigten konzerninternen Transaktionen beziehen sich auf Transaktionen innerhalb der Olympus-Europa-Gruppe als auch mit dem übergeordneten Konzern und sind für die Bestimmung der Währungs-Exposition der Olympus-Europa-Gruppe von Bedeutung.

31. März 2024 31. März 2023
in TGBP TUSD TCHF TGBP TUSD TCHF
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11.054 8.651 1.798 6.359 1.953 748
Konzerninterne Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.819 66.857 4.220 25.127 26.636 3.431
Konzerninterne Euro-Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von Gesellschaften in jeweiliger funktionaler Fremdwährung -2.120 0 0 -2.029 0 0
Konzerninterne Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -1.088 -2.545 -727 -15.943 -64.577 -1.207
Konzerninterne Finanzforderungen bzw. -verbindlichkeiten -44.816 -972 -12.169 -96.611 -10.696 -15.076
Bilanzielle Risiken (brutto) -27.151 71.991 -6.878 -83.097 -46.684 -12.104
Prognostizierte Zahlungseingänge (nicht bilanziert), abzüglich prognostizierte Wareneinkäufe 16.020 146.520 19.906 21.023 154.326 21.848
Bruttorisiko -11.131 218.511 13.028 -62.074 107.642 9.744
Devisenterminkontrakte -4.600 -116.000 -15.600 -4.400 -118.500 -16.800
Währungs-Swaps 37.050 -1.540 11.100 81.852 13.736 14.286
Nettorisiko 21.319 100.971 8.528 15.378 2.878 7.230

Eine 10%ige Aufwertung ("+10 %") bzw. eine 10%ige Abwertung ("-10 %") des Euro gegenüber den folgenden Währungen zum 31. März 2024 hätte das Ergebnis um die unten angegebenen Beträge erhöht (-vermindert). Diese Analyse geht davon aus, dass alle anderen Variablen, insbesondere die Zinssätze, konstant bleiben. Die Analyse wird auf derselben Grundlage für das zum 31. März 2023 endende Geschäftsjahr durchgeführt.

31. März 2024 31. März 2023
in Tausend Euro +10
%
-10
%
+10
%
-10
%
GBP -563 689 584 -713
USD 3.830 -4.681 12.660 -15.474
CHF 1.059 -1.295 1.330 -1.630

(ii) Zinsrisiko

Das Zinsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinses schwanken.

Cashflow-Zinsrisiko von festverzinslichen Instrumenten

Es gibt zurzeit keine wesentlichen Bankfinanzierungen der Olympus-Europa-Gruppe, aus denen Cashflow-Zinsrisiken resultieren. Die zum Bilanzstichtag vorhandenen Bankverbindlichkeiten betreffen Immobiliendarlehen mit fester Verzinsung über die Laufzeit bis zur geplanten vollständigen Tilgung. Des Weiteren besteht ein langfristiges festverzinsliches Annuitätendarlehen mit einem Ausgabewert von TEUR 85.000 bei einem verbundenen Unternehmen. Die fixe Verzinsung bezieht sich auf einen Zeitraum von 15 Jahren. Daher resultieren hieraus keine unmittelbaren Cashflow-Risiken aus Zinsänderungen.

Zinsrisiko des beizulegenden Zeitwerts von festverzinslichen Instrumenten

Der Konzern erfasst keine seiner festverzinslichen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert und designiert auch keine Derivate (Zinsswaps) als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge-Accounting. Daher würde sich eine Veränderung der Zinssätze zum Bilanzstichtag weder auf die Gesamtergebnisrechnung noch auf das Eigenkapital in Zusammenhang mit diesen Instrumenten auswirken und somit stellen diese Instrumente kein Zinsrisiko dar.

Cashflow-Zinsrisiko von variabel verzinslichen Instrumenten

Die Gruppe hat eine Cashpool-Vereinbarung zur Liquiditätssteuerung mit einem verbundenen Unternehmen mit variabler Verzinsung auf den ausstehenden Saldo abgeschlossen. Die Zinssensitivität aus dieser variablen Zinsrisikoposition würde sich bei konstanten anderen Variablen wie folgt auf das Konzernergebnis vor Steuern niederschlagen. Eine Erhöhung um 25 Basispunkte würde das Konzernergebnis vor Steuern um TEUR 860 verbessern (2022/2023: Verbesserung um TEUR 856). Ein fallender Zins um 5 Basispunkte hätte das Konzernergebnis vor Steuern um TEUR 172 verschlechtert (2022/2023: Verschlechterung um TEUR 171).

Die Olympus-Europa-Gruppe hält zudem in geringfügigem Umfang Liquidität auf Tagesgeldkonten in verschiedenen Ländern in verschiedenen Währungen. Die vorgenannten Anlagen in Tagesgeldkonten sind teilweise variabel verzinslich. Auf die Darstellung von Zinssensitivitäten (Veränderung +25 Basispunkte / -5 Basispunkte) hieraus wird aufgrund der unwesentlichen Auswirkungen verzichtet, da diese im einstelligen TEUR-Bereich liegen.

(iii) Beizulegende Zeitwerte

Nachfolgend sind die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zusammen mit den in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerten dargestellt. Für kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie für den kurzfristig fälligen Anteil von Forderungen entsprechen die Buchwerte aufgrund der kurzen Laufzeit dieser Instrumente in etwa dem beizulegenden Zeitwert. Die Position Darlehen an nahestehende Unternehmen und Personen enthält zum wesentlichen Teil Cashpool-Forderungen gegen ein verbundenes Unternehmen. Der ausstehende Betrag hieraus unterliegt einem marktgerechten variablen Zinssatz. Daher bestehen keine wesentlichen Unterschiede zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert.

Die Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen entfallen zum Bilanzstichtag auf eine von einem verbundenen Unternehmen erhaltene langfristige Finanzierung als Annuitätendarlehen mit einer fixen Verzinsung und Laufzeit von 15 Jahren. Das Darlehen wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 gewährt.

31. März 2024
in Tausend Euro Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Fortgeführte Anschaffungskosten 74.740 74.740
Derivative finanzielle Vermögenswerte Beizulegender Zeitwert, erfolgswirksam 1.505 1.505
Darlehen an nahestehende Unternehmen und Personen Fortgeführte Anschaffungskosten 197.077 197.077
Forderungen aus Finanzierungsleasing Bewertung gemäß IFRS 16 94.479 90.044
Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte Beizulegender Zeitwert, erfolgswirksam 0 0
Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten - Dritte Fortgeführte Anschaffungskosten 1.653 1.653
Finanzverbindlichkeiten - nahestehende Unternehmen Fortgeführte Anschaffungskosten 79.939 55.617
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Fortgeführte Anschaffungskosten 0 0
Langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Beizulegender Zeitwert, erfolgswirksam 40.566 40.566
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten Beizulegender Zeitwert, erfolgswirksam 4.036 4.036
31. März 2023
in Tausend Euro Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 82.480 82.480
Derivative finanzielle Vermögenswerte 8.496 8.496
Darlehen an nahestehende Unternehmen und Personen 439.173 439.173
Forderungen aus Finanzierungsleasing 88.946 74.998
Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.407 2.407
Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten - Dritte 1.653 1.653
Finanzverbindlichkeiten - nahestehende Unternehmen 81.294 51.363
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 294 294
Langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 52.052 52.052
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 2.588 2.588

Die Grundlage zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts wird in Anhangangabe (3)(O)(3)(O) dargelegt.

(iv) Zeitwerthierarchie

Die nachfolgende Übersicht enthält eine Analyse der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente nach der Qualität der in die zugrunde liegenden Bewertungsmethoden einfließenden Bewertungsparameter. Die Niveaus definieren sich wie folgt:

Niveau 1: an aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte Preise ohne Anpassung

Niveau 2: Parameter (außer den in Niveau 1 enthaltenen notierten Preisen), die entweder direkt (d. h. als Preise) oder indirekt (d. h. von Preisen abgeleitet) für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit beobachtbar sind

Niveau 3: Parameter für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten fußen (nicht-beobachtbare Parameter).

Die Grundlage zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts wird in Anhangangabe (3)(O) dargelegt. Die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die dem Niveau 3 zugeordnet sind, betreffen Eigenkapitalinstrumente für sonstige Beteiligungen, für die kein notierter Marktpreis vorliegt. Im aktuellen Geschäftsjahr wurde ein Ertrag von TEUR 34 aus der Aufwertung der dem Niveau 3 zugeordneten Instrumente erfasst (im Vorjahr Aufwand von TEUR 884).

Bei den dem Niveau 3 zugeordneten sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten handelt es sich um bedingte Verbindlichkeiten. Deren beizulegender Zeitwert wird unter Berücksichtigung der erwarteten, zum Stichtag abgezinsten Zahlungsabflüsse bewertet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein sonstiger Aufwand in Höhe von TEUR 8.931 (Vorjahr: Ertrag TEUR 7.047) aus Bewertungseffekten der bedingten Verbindlichkeiten erfasst. Die zahlungswirksamen Abgänge teilen sich insbesondere auf die erreichten Ziele der bedingten Verbindlichkeiten bei Medi-Tate (TEUR 9.065) und Odin (TEUR 10.356) auf.

in Tausend Euro Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Buchwert zum 1. April 2023 52.052
Zugang 0
Abgang (zahlungswirksam) -20.417
Sonstiger Aufwand aus Bewertungseffekten 8.931
Buchwert zum 31. März 2024 40.566

Ein Wechsel zwischen den Fair Value-Niveaus hat weder im aktuellen noch im abgelaufenen Geschäftsjahr stattgefunden. Auf eine Sensitivitätsanalyse wird verzichtet, da sich die bedingten Verbindlichkeiten auf qualitative Ziele beziehen. Eine detaillierte Beschreibung der vereinbarten Ziele ist dem Kapitel 6 zu entnehmen.

31. März 2024 Bewertungshierarchie beizulegender Zeitwerte
in Tausend Euro Niveau 1 Niveau 2 Niveau 3 Gesamt
Derivative finanzielle Vermögenswerte 0 1.505 0 1.505
Darlehen an nahestehende Unternehmen und Personen 0 0 197.077 197.077
Forderungen aus Finanzierungsleasing 0 0 90.044 90.044
Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten Dritte 0 0 1.653 1.653
Finanzverbindlichkeiten nahestehende Unternehmen 0 0 55.617 55.617
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0 0
Langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 40.566 40.566
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 0 4.036 0 4.036
31. März 2023 Bewertungshierarchie beizulegender Zeitwerte
in Tausend Euro Niveau 1 Niveau 2 Niveau 3 Gesamt
Derivative finanzielle Vermögenswerte 0 8.496 0 8.496
Darlehen an nahestehende Unternehmen und Personen 0 0 439.173 439.173
Forderungen aus Finanzierungsleasing 0 0 74.998 74.998
Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0 2.407 2.407
Finanzverbindlichkeiten Dritte 0 0 1.653 1.653
Finanzverbindlichkeiten nahestehende Unternehmen 0 0 51.363 51.363
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 294 0 294
Langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 52.052 52.052
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 0 2.588 0 2.588

(E) Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorie

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Nettoergebnisse je Bewertungskategorie nach IFRS 9. In den Nettoergebnissen sind neben dem Zinsergebnis die Wertberichtigungen und Forderungsverluste sowie die Zeitwertänderungen von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten enthalten.

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Bewertungskategorie Nettoergebnis davon aus Zinsen Nettoergebnis davon aus Zinsen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 18.421 18.653 10.403 10.167
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -6.049 -6.049 -11.090 -11.090
Ergebniswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente -8.439 0 12.202 0
Summe 3.933 12.604 11.515 -923

(F) Kapitalmanagement

Das Kapital des Konzerns, wie für Managementzwecke definiert, umfasst sowohl das Eigenkapital in Höhe von TEUR 1.246.408 (Vorjahr: TEUR 1.493.418) als auch finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 564.048, vgl. Anhangangabe (6)(C) (Vorjahr: TEUR 638.947). Grundkapital und Kapitalrücklage werden im Wesentlichen von dem Alleingesellschafter der Olympus Europa Holding SE beeinflusst. Beim Management der übrigen Kapitalbestandteile verfolgt der Konzern das Ziel, externe finanzielle Verbindlichkeiten möglichst gering zu halten und gleichzeitig ihre finanzielle Flexibilität zu bewahren. Daher konzentriert sich das Management auf die Optimierung des Betriebskapitalbedarfs durch Reduzierung der Vorräte und Forderungen. Zu diesem Zweck überwacht die Geschäftsführung regelmäßig das Netto-Betriebsvermögen, die Vorräte und überfällige Forderungen.

Während des Geschäftsjahres hat sich der Ansatz, den der Konzern für das Kapitalmanagement praktiziert, nicht verändert.

Einige Tochtergesellschaften des Konzerns sind gesetzlich verpflichtet, einen bestimmten Anteil ihres Jahresgewinns (ermittelt auf nichtkonsolidierter Basis gemäß den lokalen Bilanzierungsvorschriften) in eine nicht ausschüttungsfähige Rücklage zu übertragen. Des Weiteren verlangen einige europäische Länder, dass Unternehmen über ein positives Eigenkapital verfügen (berechnet gemäß den lokalen Bilanzierungsvorschriften). Die Olympus-Europa-Gruppe hat beide dieser Auflagen erfüllt. Weder die Olympus Europa Holding SE noch ihre Tochterunternehmen unterliegen anderen externen Kapitalanforderungen.

(7) UMSATZERLÖSE

Die Umsatzerlöse teilen sich wie folgt auf:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023 *
Produkte und Ersatzteile - Dritte 1.170.002 1.208.709
Produkte und Ersatzteile - andere Unternehmen der Olympus Group 275.693 273.816
Produkte und Ersatzteile 1.445.695 1.482.525
Wartung - Dritte 398.107 379.227
Wartung - andere Unternehmen der Olympus Group 388 486
Service 398.495 379.713
Sonstige - Dritte 18.621 14.788
Sonstige - andere Unternehmen der Olympus Group 1 501
Sonstiges 18.622 15.289
Umsatzerlöse gesamt 1.862.812 1.877.527

* Mit dem Ausweis des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions als zur Veräußerung klassifiziertem Geschäft wurden die Werte für das Vorjahr angepasst. Weitere Erläuterungen dazu unter (5).

In den Umsatzerlösen sind Umsätze in Höhe von TEUR 129.477 (Vorjahr: TEUR 108.930) enthalten, die zu Beginn des Geschäftsjahres in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. Angaben zu den Vertragsverbindlichkeiten befinden sich in der Textziffer (22). Die Grundsätze der Umsatzrealisierung werden in Textziffer (3)(C) beschrieben.

(8) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Der Posten Sonstige betriebliche Erträge umfasst im Wesentlichen Erträge aus dem Verkauf der GML (TEUR 2.069), Erträge aus Auflösung von Steuerrückstellungen (TEUR 603) und Erträge aus Steuererstattungen (TEUR 401). Zusätzlich gab es noch kleinere sonstige betriebliche Erträge aus der Untervermietung oder dem Verkauf von Anlagevermögen (TEUR 1.139).

Der Vorjahreswert enthält im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Ausbuchung von Verbindlichkeiten (TEUR 17.686), Gewinne aus Verkäufen von Sachanlagen (TEUR 1.568) sowie Erträge aus Steuererstattungen (TEUR 800).

(9) PERSONALAUFWAND

Umsatzkosten, Vertriebs- und Verwaltungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten und sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten den nachstehend aufgeführten Personalaufwand:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Löhne und Gehälter 423.446 405.679
Sozialabgaben, Pensionsverpflichtungen und andere Leistungen 101.583 95.096
(Einschließlich Altersvorsorge in Höhe von) (15.574) (15.678)
Summe 525.029 500.775

Auf den nicht fortgeführten Geschäftsbereich entfallen Personalaufwendungen von TEUR 14.337 (Vorjahr: TEUR 600).

Die Mitarbeiterzahl betrug im Jahresdurchschnitt:

2023/2024 2022/2023
Vertrieb 4.299 4.174
Produktion 2.865 2.773
Summe 7.164 6.947

(10) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Sonstige betriebliche Aufwendungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen (TEUR 24.841), Abschreibung eines Nutzungsrechts für untervermietete Flächen (TEUR 955) sowie Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und Aufwendungen für die Zuführung zu den sonstigen Rückstellungen.

Der Vorjahreswert beinhaltet im Wesentlichen Aufwendungen aus der Abwertung von Firmen- und Geschäftswerten (TEUR 19.564) und Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs Scientific Solutions stehen, wie z. B. der Abgang des Geschäfts- und Firmenwerts (TEUR 6.723). Des Weiteren wurden Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen (TEUR 1.144), Aufwendungen für die Zuführung zu den sonstigen Rückstellungen (TEUR 6.600) sowie Weiterbelastungen des Mutterkonzerns Olympus Tokyo für globale Projekte (TEUR 3.233) erfasst.

(11) FINANZERTRÄGE UND FINANZAUFWENDUNGEN

Die folgenden Finanzerträge und Finanzaufwendungen inklusive des Ergebnisses aus at-equity bewerteten Beteiligungen wurden ergebniswirksam im Finanzergebnis erfasst:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023 *
Anteil am Verlust (Gewinn) von assoziierten Unternehmen -8.649 -7.659
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen -8.649 -7.659
Nettozinsertrag aus Pensionsverpflichtungen 2.435 1.519
Zinserträge aus Finanzierungsleasing und sonstige Zinserträge 18.653 9.888
Erträge aus der Zeitwertbewertung von Finanzinstrumenten 1.171 14.162
Nettoertrag (-aufwand) aus der Fremdwährungsumrechnung -1.350 -1.701
Aufwendungen aus der Zeitwertbewertung von Finanzinstrumenten -9.611 -1.960
Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen -12.768 -16.212
Finanzergebnis -10.119 -1.963

* Mit dem Ausweis des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions als nicht fortgeführter Geschäftsbereich, wurden die Werte für das Vorjahr angepasst (Anhangangabe (5)(i)).

(12) STEUERN

Die Ertragsteuern teilen sich wie folgt auf:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023 *
Tatsächlicher Steueraufwand
Berichtszeitraum 71.597 65.425
Vorperioden -269 -122
71.328 65.303
Latenter Steueraufwand
Entstehung und Umkehrung temporärer Differenzen -15.834 7.078
Änderungen von Steuersätzen 1.108 -976
Ansatz latenter Steueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen 125 -176
Anpassung in Bezug auf Vorperioden -1.100 -2.413
-15.701 3.513
Summe Ertragsteueraufwand 55.627 68.816

* Mit dem Ausweis des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions als nicht fortgeführter Geschäftsbereich, wurden die Werte für das Vorjahr angepasst (Anhangangabe (5)(i)).

In Deutschland unterliegen Kapitalgesellschaften im Wirtschaftsjahr 2023/2024 einem Körperschaftsteuersatz von 15,9 % einschließlich Solidaritätszuschlag. Zusätzlich unterliegen sie einem Gewerbesteuersatz, der abhängig davon ist, wo sich die Betriebsstätten des Konzerns in Deutschland befinden. Für die OEHSE mit Sitz in Hamburg gilt ein Gewerbesteuersatz von 16,5 %. Als Gesamtsteuersatz wird vereinfachend ein Steuersatz von 32,0 % verwendet.

Der erwartete Ertragsteueraufwand, berechnet durch Anwendung des gesetzlichen Ertragsteuersatzes des Mutterunternehmens auf das Ergebnis vor Ertragsteuern, lässt sich wie folgt auf den tatsächlichen Steueraufwand überleiten:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Ergebnis vor Ertragsteuern (aus fortgeführten und nicht fortgeführten Geschäftsbereichen) 136.501 466.593
Gesetzlicher Steuersatz der Muttergesellschaft 32,0% 32,0 %
Erwarteter Ertragsteueraufwand 43.680 149.310
Auswirkung von abweichenden Steuersätzen im Ausland -9.264 -15.910
Steuern aus Vorperioden inklusive Ergebnissen aus Verständigungsverfahren -1.369 -2.535
Nicht abzugsfähige Aufwendungen sowie nicht steuerpflichtige Erträge 714 -2.134
Änderungen von Steuersätzen 1.108 -976
Wertberichtigung auf latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen -2.265 -246
Outside Basis Differenzen auf zur Ausschüttung vorgesehene thesaurierte Gewinne von Tochtergesellschaften 1.365 -304
Sonstiges 757 593
Summe Ertragsteueraufwand 34.726 127.798
In der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesener Ertragsteueraufwand 55.627 68.816
Auf nicht fortgeführte Geschäftsbereiche entfallender Ertragsteueraufwand -20.901 58.982

Die erfassten latenten Steueransprüche und -schulden setzen sich wie folgt zusammen:

31. März 2024 31. März 2023
in Tausend Euro Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden
Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen 10.449 55.931 11.393 58.246
Vorräte 10.224 2.046 12.835 2.275
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 900 4.159 871 9.337
Sonstige langfristige Vermögenswerte 397 0 572 0
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 516 7.088 533 9.110
Anpassungen der Pensionen 3.977 20.206 3.381 23.665
Sonstige langfristige Schulden 2.414 0 4.793 0
Sonstige kurzfristige Schulden 21.637 270 16.612 1.158
Latente Steueransprüche/-schulden aus temporären Differenzen 50.514 89.700 50.990 103.791
Einbehaltene Gewinne 0 4.447 0 3.082
Latente Steueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen 12.298 0 11.091 0
Summe latente Steueransprüche/-schulden (brutto) 62.812 94.147 62.081 106.873
Verrechnung -40.527 -40.527 -38.471 -38.471
Latente Steueransprüche/-schul-den (netto) 22.285 53.620 23.610 68.402

Die folgenden Effekte in den latenten Steuern wurden direkt im sonstigen Ergebnis erfasst:

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Effekte aus Wechselkursänderungen -1.235 2.229
Gewinne und Verluste aus der Neubewertung -4.420 2.563

Die verbleibenden aus der vorhergehenden Tabelle erkennbaren Veränderungen bei den latenten Steuern auf temporäre Differenzen wurden im Periodenergebnis erfasst.

Zum 31. März 2024 betrugen die steuerlichen Verlustvorträge vor Wertberichtigung TEUR 52.042 (31. März 2023: TEUR 49.663). Davon wurden TEUR 51.510 (31. März 2023: TEUR 46.359) für die Berechnung latenter Steuern als werthaltig angesehen und führten zu folgenden latenten Steueransprüchen:

in Tausend Euro 31. März 2024 1 31. März 2023
Latente Steueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen 12.298 11.091

Wären die nicht angesetzten Verlustvorträge als werthaltig anzusehen, hätten sich die latenten Steueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen um TEUR 134 (31. März 2023: TEUR 716) erhöht. Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit der steuerlichen Verlustvorträge stellte sich wie folgt dar:

31. März 2024 1 31. März 2023
in Tausend Euro Basiswert (vor Wertberichtigung) Davon nicht angesetzt Basiswert (vor Wertberichtigung) Davon nicht angesetzt
Unbegrenzt 52.042 532 49.663 3.304
Steuerliche Verlustvorträge 52.042 532 49.663 3.304

1 Steuerliche Verlustvorträge im Zusammenhang mit Veräußerungsgruppen, die auf "zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe" umgegliedert wurden, sind nicht inkludiert.

Für zur Ausschüttung vorgesehene Gewinne von Tochtergesellschaften in Höhe von TEUR 111.946 (31. März 2023: TEUR 112.458) wurden zum 31. März 2024 passive latente Steuern in Höhe von TEUR 4.447 (31. März 2023: TEUR 3.082) angesetzt. Auf einbehaltene Gewinne in Höhe von TEUR 1.095.495 (31. März 2023: TEUR 1.047.720) wurden keine latenten Steuern gebildet, da die Umkehr dieser Outside Basis Differenzen in absehbarer Zukunft nicht wahrscheinlich ist oder weil keine Outside Basis Differenzen auf diese einbehaltenen Gewinne erwartet werden. Da die meisten Tochtergesellschaften solche der deutschen Olympus Europa SE & Co. KG sind, wären 95 % dieser Ausschüttungen in Deutschland steuerfrei. Zudem wären ggf. Teile der Dividenden als nicht steuerpflichtige Einlagenrückgewährungen zu behandeln. Eine weitere Gewinnrepatriierung dieser Dividenden im Wege einer Entnahme der OEHSE aus der Olympus Europa SE & Co. KG wäre zu 100 % steuerfrei.

Die Olympus-Europa-Gruppe hat die Änderungen an IAS 12 zur globalen Mindestbesteuerung (Pillar-Two) angewendet, die für das am 31. März 2024 endende Geschäftsjahr wirksam wurden. Diese Änderungen stellen klar, dass IAS 12 auf Ertragsteuern anwendbar ist, die aus Steuerregelungen resultieren, die zur Umsetzung der von der OECD veröffentlichten BEPS-Pillar-Two-GloBE-Regeln erlassen oder substanziell verabschiedet wurden, einschließlich Steuerregelungen, die eine QDMTT (Qualifizierte Inländische Mindeststeuer) umsetzen.

Der Standard enthält jedoch eine temporäre Ausnahme, die Unternehmen dazu verpflichtet, keine latenten Steueransprüche oder -verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Ertragsteuern aus den Regeln zur globalen Mindestbesteuerung anzuerkennen oder offenzulegen. Die Olympus-Europa-Gruppe hat diese Ausnahme gemäß IAS 12 angewendet und erkennt keine latenten Steueransprüche oder -verbindlichkeiten aus den Ertragsteuern der globalen Mindestbesteuerungsregeln an und legt diese auch nicht offen.

Die Pillar-Two-Gesetzgebung wurde in einigen der Länder, in denen die Olympus-Europa-Gruppe tätig ist, erlassen oder wesentlich verabschiedet. Die Gesetzgebung wird für das Geschäftsjahr der Gesellschaft, das am 1. April 2024 beginnt, wirksam. Die Olympus-Europa-Gruppe fällt unter den Anwendungsbereich der erlassenen oder wesentlich verabschiedeten Gesetzgebung und hat eine Bewertung der potenziellen Steuerbelastung durch Pillar-Two vorgenommen.

Diese Bewertung basiert auf den neuesten Steuererklärungen, dem länderbezogenen Berichtswesen (Country-by-Country Reporting) und den Finanzberichten der verbundenen Unternehmen innerhalb der Olympus-Europa-Gruppe. Die Analyse zeigt, dass die effektiven Steuersätze gemäß Pillar-Two in den meisten Ländern, in denen die Olympus-Europa-Gruppe tätig ist, über 15 % liegen. In einer begrenzten Anzahl von Ländern, in denen die Übergangsregelung (Safe Harbour) nicht anwendbar ist, nähert sich der effektive Steuersatz jedoch 15 %. Trotzdem erwartet die Olympus-Europa-Gruppe in diesen Ländern keine wesentliche zusätzliche Steuerbelastung durch Pillar-Two.

(13) SACHANLAGEN

Einzelheiten über Veränderungen in den Sachanlagen während des Geschäftsjahres sind im Anlagenspiegel aufgeführt.

Zum 31. März 2024 betrugen die vertraglichen Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen TEUR 0. Im Vorjahr (31. März 2023: TEUR 1.497), diese standen in Zusammenhang mit dem neuen Produktionsstandort in Portugal.

Die Position "Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten", einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken", enthielt zum 31. März 2023 in Höhe von TEUR 595 Vermögenswerte, die als Sicherheiten für Immobiliendarlehen verpfändet waren. Die entsprechenden Vermögenswerte wurden zum 31. März 2024 in die Position "Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe" umgegliedert (TEUR 578).

Sachanlagen zum 31. März 2024

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken
TEUR
Technische Anlagen
TEUR
Miet-, Demonstrations- und Leihgeräte
TEUR
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Stand zum 31. März 2022
Anschaffungs- und Herstellungskosten 410.264 105.069 329.355 198.168
Kumulierte Abschreibungen -108.881 -55.337 -231.616 -143.181
Wertberichtigungen -942 0 -434 -51
Buchwert 300.441 49.732 97.305 54.936
Änderungen des Geschäftsjahres
Zugänge 17.743 5.239 47.935 18.262
Zugang Konsolidierungskreis 0 0 0 21
Ausbuchungen und Verkäufe -1.408 -76 -4.228 -2.374
Abschreibungen -23.057 -8.723 -41.640 -20.655
Wertberichtigungen -1.111 -611 0 0
Währungsumrechnungsdifferenzen -233 1 -128 -190
Umbuchung 31.930 8.111 5.290 2.201
Zum Verkauf stehende Vermögenswerte -535 -1.953 0 -623
Summe der Änderungen 23.329 1.988 7.229 -3.358
Anfangsbestand zum 31. März 2023
Anschaffungs- und Herstellungskosten 449.298 107.533 344.904 177.339
Kumulierte Abschreibungen -124.414 -55.813 -240.069 -125.710
Wertberichtigungen -1.114 0 -301 -51
Buchwert 323.770 51.720 104.534 51.578
Änderungen des Geschäftsjahres
Zugänge 20.581 2.780 46.210 19.910
Ausbuchungen und Verkäufe -1.771 -197 -11.464 -1.571
Abschreibungen -23.721 -8.051 -41.274 -19.264
Wertberichtigungen 0 -612 0 0
Währungsumrechnungsdifferenzen -451 -40 -536 112
Abgang Konsolidierungskreis 0 560 0 -33
Umbuchung 2.370 3.826 7.682 1.550
Zum Verkauf stehende Vermögenswerte -1.922 -843 -7.919 -1.398
Summe der Änderungen -4.914 -2.577 -7.301 -694
Stand zum 31. März 2024
Anschaffungs- und Herstellungskosten 457.535 106.590 341.698 179.501
Kumulierte Abschreibungen -137.591 -57.447 -244.288 -128.566
Wertberichtigungen -1.088 0 -177 -51
Buchwert 318.856 49.143 97.233 50.884
Anlagen im Bau
TEUR
Summe
TEUR
Stand zum 31. März 2022
Anschaffungs- und Herstellungskosten 51.686 1.094.542
Kumulierte Abschreibungen 0 -539.015
Wertberichtigungen 0 -1.427
Buchwert 51.686 554.100
Änderungen des Geschäftsjahres
Zugänge 19.045 108.224
Zugang Konsolidierungskreis 0 21
Ausbuchungen und Verkäufe 145 -7.941
Abschreibungen 0 -94.075
Wertberichtigungen 0 -1.722
Währungsumrechnungsdifferenzen -21 -571
Umbuchung -49.875 -2.343
Zum Verkauf stehende Vermögenswerte -104 -3.215
Summe der Änderungen -30.810 -1.622
Anfangsbestand zum 31. März 2023
Anschaffungs- und Herstellungskosten 20.876 1.099.950
Kumulierte Abschreibungen 0 -546.006
Wertberichtigungen 0 -1.466
Buchwert 20.876 552.478
Änderungen des Geschäftsjahres
Zugänge 17.612 107.093
Ausbuchungen und Verkäufe 10 -14.993
Abschreibungen 0 -92.310
Wertberichtigungen 0 -612
Währungsumrechnungsdifferenzen -54 -969
Abgang Konsolidierungskreis -207 320
Umbuchung -14.319 1.109
Zum Verkauf stehende Vermögenswerte 0 -12.082
Summe der Änderungen 3.042 -12.444
Stand zum 31. März 2024
Anschaffungs- und Herstellungskosten 23.918 1.109.242
Kumulierte Abschreibungen 0 -567.892
Wertberichtigungen 0 -1.316
Buchwert 23.918 540.034

(14) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Einzelheiten über Veränderungen in den immateriellen Vermögenswerten während des Geschäftsjahres sind in der Übersicht über die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns aufgeführt.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte bestehen aus aktivierten Kosten, die bei der Entwicklung von neuen, innovativen Produkten entstanden sind. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern bei solchen aktivierten Entwicklungskosten liegen zwischen 3 und 10 Jahren und die Buchwerte dieser immateriellen Vermögenswerte belaufen sich auf TEUR 110.087 (31. März 2023: TEUR 96.977).

Während des Geschäftsjahres 2023/2024 hat die Gesellschaft einen Betrag von TEUR 71.500 für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (2022/2023: TEUR 62.775) erfolgswirksam angesetzt.

Der Abschreibungsaufwand im Zusammenhang mit immateriellen Vermögenswerten ist in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzkosten enthalten.

Zum Zwecke der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert den Produktlinien des Konzerns zugeordnet, die die niedrigste Ebene innerhalb des Konzerns darstellen, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Die Summe der Buchwerte des diesen Produktlinien zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes setzt sich wie folgt zusammen:

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Therapeutic Solutions 283.897 285.263
Endoscopic Solutions 77.835 84.759
Orthopedic Solutions 0 5.925

Im Rahmen der Veräußerung des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions mit Verkaufsdatum 12. Juli 2024 wurde der zugehörige Geschäfts- oder Firmenwert vollständig abgeschrieben (siehe auch Textziffer (5) für weitere Erläuterungen).

Die Werthaltigkeitsprüfungen für die angegebenen Produktlinien erfolgten auf der Basis ihrer Nutzungswerte. Der Nutzungswert wurde durch Abzinsung der zukünftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung der Produktlinie erwartet werden, berechnet und basiert auf den folgenden wesentlichen Annahmen hinsichtlich des Abzinsungssatzes:

Abzinsungssatz 2023/2024 2022/2023
nach Steuern vor Steuern nach Steuern vor Steuern
Therapeutic Solutions 8,13% 11,23% 9,30 % 12,87 %
Endoscopic Solutions 8,45% 11,76% 9,30 % 12,96 %
Orthopedic Solutions - - 9,10 % 11,14 %

Der Abzinsungssatz ergibt sich unter der Annahme, dass der Großteil der Umsätze in Europa erwirtschaftet wird. Zur Diskontierung der Cashflows werden Nach-Steuer-Diskontierungssätze zugrunde gelegt, aus denen anschließend auf Basis einer iterativen Berechnung die oben angegebenen Vor-Steuer-Diskontierungssätze ermittelt werden.

Für die Segmente Therapeutic Solutions und Endoscopic Solutions wurden die Cashflows für die Folgejahre des Geschäftsjahres 2022/2023 auf Basis des Prognoseprozesses des Konzerns prognostiziert. Als Ausgangsbasis dienten insbesondere die aktuellen Prognosen zum Geschäftsjahresende, das Budget für das Geschäftsjahr 2022/2023 und der jüngste strategische Fünf-Jahres-Plan des Konzerns. Die Pläne wurden von der Konzernleitung und der Olympus Corporation genehmigt. Die Zahlen des jüngsten strategischen Fünf-Jahres-Plans des Konzerns wurden an die Änderungen im aktuelleren genehmigten Budget für das Geschäftsjahr 2023/2024 angepasst. Cashflows für die diesem Fünf-Jahres-Horizont folgenden fünf Jahre wurden berücksichtigt durch Fortschreibung der Werte mit prognostizierten Wachstumsraten und Ergebnissen für Geschäftsjahre, die immer noch unter dem Einfluss bestimmter Wachstumstreiber stehen. Dies gilt besonders für das Segment Therapeutic Solutions. Jenseits dieses 10-Jahres-Zeitraums wurde für die Segmente Therapeutic Solutions und Endoscopic Solutions eine ewige Rente unter Verwendung des angeführten Abzinsungsfaktors kombiniert mit einer Wachstumsrate (Terminal Growth Rate) von 1,00 % angesetzt, die als langfristige Wachstumsrate der Segmente angenommen wird.

Für die oben genannten Geschäfts- oder Firmenwerte bzw. für die entsprechenden Produktlinien Therapeutic Solutions und Endoscopic Solutions ergeben sich erzielbare Beträge, die die Buchwerte dieser Einheiten deutlich überschreiten. Die Geschäftsführung hält es nicht für wahrscheinlich, dass eine der wesentlichen Annahmen zur Schätzung der erzielbaren Beträge sich so ändern wird, dass diese Überschussbeträge wegfallen.

Im Rahmen der Veräußerung des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions wurde der zugehörige Geschäfts- oder Firmenwert zum 31. März 2024 vollständig abgeschrieben. Der Wertminderungsbedarf in Höhe von TEUR 5.925 wird in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stellen die Einschätzungen der Geschäftsführung hinsichtlich der zukünftigen Entwicklungen in den Geschäftsbereichen des Konzerns dar und basieren sowohl auf externen als auch auf internen Quellen (historische Daten). Weitere Einzelheiten sind in Anhangangabe (3)(J) dargelegt.

Zu den letzten beiden Bilanzstichtagen bestanden keine wesentlichen vertraglichen Verpflichtungen zum Kauf von immateriellen Vermögenswerten.

Immaterielle Vermögenswerte zum 31. März 2024

Geschäfts- oder Firmenwert
TEUR
Entwicklungskosten
TEUR
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Summe
TEUR
Stand zum 31. März 2022 Anschaffungs- und Herstellungskosten 353.653 150.280 276.744 780.677
Kumulierte Abschreibungen 0 -68.362 -153.461 -221.823
Wertberichtigungen -3 266 -8.032 -7.769
Buchwert 353.650 82.184 115.251 551.085
Änderungen des Geschäftsjahres
Zugänge 44.973 15.555 3.446 63.974
Zugang Konsolidierungskreis 0 17.302 75 17.377
Ausbuchungen und Verkäufe 0 -8.835 -1.423 -10.258
Abschreibungen 0 -7.823 -12.542 -20.365
Wertberichtigungen -22.720 0 0 -22.720
Währungsumrechnungsdifferenzen 45 -581 1.204 668
Umbuchung 0 457 1.886 2.343
Zum Verkauf stehende Vermögenswerte 0 -1.282 -7 -1.289
Summe der Änderungen 22.298 14.793 -7.361 29.730
Stand zum 31. März 2023 Anschaffungs- und Herstellungskosten 402.222 152.370 204.299 758.891
Kumulierte Abschreibungen 0 -55.659 -88.377 -144.036
Wertberichtigungen -26.274 266 -8.032 -34.040
Buchwert 375.948 96.977 107.890 580.815
Änderungen des Geschäftsjahres
Zugänge 0 21.188 4.384 25.572
Zugang Konsolidierungskreis -8.110 5.311 5.503 2.704
Ausbuchungen und Verkäufe -4.496 -99 -707 -5.302
Abschreibungen 0 -6.882 -14.450 -21.332
Währungsumrechnungsdifferenzen 4.315 864 630 5.809
Zum Verkauf stehende Vermögenswerte -5.925 -7.272 -11.366 -24.563
Summe der Änderungen -14.216 13.110 -16.006 -17.112
Stand zum 31. März 2024
Anschaffungs- und Herstellungskosten 361.735 173.383 186.102 721.220
Kumulierte Abschreibungen 0 -63.562 -91.140 -154.702
Wertberichtigungen -3 266 -3.078 -2.815
Buchwert 361.732 110.087 91.884 563.703

(15) AT-EQUITY BILANZIERTE BETEILIGUNGEN

Zum 31. März 2024 bestand eine at-equity Beteiligung an der DistalMotion SA.

At-equity Beteiligung DistalMotion SA

Im Juni 2020 erwarb die Olympus-Europa-Gruppe 14,4 % der Eigentumsanteile und Stimmrechte an der DistalMotion SA, Epalinges, Schweiz (DistalMotion SA). Die Stimmrechte betrugen 14,4 %.

Im Dezember 2021 erwarb die Olympus-Europa-Gruppe weitere Anteile an der DistalMotion SA im Wege der Umwandlung von Wandelschuldverschreibungen, so dass die Eigentumsanteile nunmehr 16,6 % betragen. Durch Verwässerung und teilweise durch von der Olympus-Europa-Gruppe anderen überlassene Stimmrechte sank der Stimmrechtsanteil auf 12,3 %.

Das Unternehmen erforscht und entwickelt Robotik-Chirurgiesysteme. Die Gesellschaft wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Ein beizulegender Zeitwert wird nicht angegeben, da für DistalMotion SA kein notierter Marktpreis existiert.

Das Geschäftsjahr dieser Gesellschaft endete zum 31. Dezember 2023, weshalb das für den Zeitraum 1. April 2023 bis 31. März 2024 einzubeziehende Ergebnis aus dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und dem Zwischenabschluss zum 31. März 2024 abgeleitet wurde. Trotz eines Anteils der Olympus-Europa-Gruppe von weniger als 20 % an der DistalMotion SA wird ein wesentlicher Einfluss angenommen, da Olympus vertraglich berechtigt ist, einen der Geschäftsführer der Gesellschaft zu benennen.

Die folgenden beiden Tabellen zeigen zusammengefasste Finanzinformationen zur DistalMotion SA zum Stichtag 31. März 2024 bzw. zum 31. März 2023 sowie für das Geschäftsjahr bzw. für das Vorjahr für den Zeitraum der Einbeziehung:

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Kurzfristige Vermögenswerte 38.773 24.870
Davon: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 26.541 17.319
Langfristige Vermögenswerte 58.398 60.568
Kurzfristige Schulden 3.284 5.884
Davon: kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (ohne solche aus Lieferungen und Leistungen) 145 2.620
Langfristige Schulden 145.894 81.339
Davon: langfristige Finanzverbindlichkeiten (ohne solche aus Lieferungen und Leistungen) 142.369 76.720
Netto-Vermögenswerte (100 %) -52.006 -1.785
Erfasster Anteil des Konzerns am Nettovermögen: 16,6 % -8.633 -296
Geschäfts- oder Firmenwert aus der Akquisition der Beteiligung durch die Olympus-Europa-Gruppe 4.622 4.622
Sonstige Anpassungen 151 228
Als abgewertet erfasste andere Bestandteile (Forderungen aus Wandelschuldverschreibungen) am At-Equity-Unternehmen -3.860 0
Buchwert des Anteils des Konzerns am Nettovermögen 0 4.554

Die Position langfristige Vermögenswerte enthält auch Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation, nicht aber den Wert des Geschäfts- oder Firmenwertes, der aus der Akquisition der Beteiligung durch die Olympus-Europa-Gruppe resultiert.

In Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Umsatzerlöse 1.278 136
Verlust aus fortzuführenden Geschäftsbereichen -50.380 -43.247
Davon: Abschreibungen -3.898 -6.791
Gesamtergebnis (100 %) -50.380 -43.247
Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis: 16,6 % -8.363 -7.179

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Beteiligungsquote unverändert geblieben. Der Bruchteil des Gesamtergebnisses wurde entsprechend mit 16,6 % dem Konzern zugeordnet.

Nachfolgend die Überleitungsrechnung auf den Buchwert, der in die Konzernbilanz für die Beteiligung an DistalMotion SA einbezogen wurde:

in Tausend Euro
Netto-Vermögenswert 1. April 2022 11.075
Anteil am Jahresfehlbetrag -7.179
Währungsumrechnungseffekt 658
Netto-Vermögenswert 31. März 2023 4.554
Anteil am Jahresfehlbetrag, der auf die Beteiligung entfällt -4.788
Währungsumrechnungseffekt 234
Netto-Vermögenswert 31. März 2024 0

In der Konzernbilanz werden des Weiteren gegenüber DistalMotion SA bestehende Forderungen aus Wandelschuldverschreibungen über TEUR 6.172 ausgewiesen, da es sich um langfristige Vermögenswerte handelt, die dem wirtschaftlichen Gehalt nach der Nettoinvestition des Unternehmens in das assoziierte Unternehmen zuzuordnen sind. Diese Forderungen wurden im Rahmen der at-Equity Bewertung zum am 31. März 2024 endenden Geschäftsjahr erstmalig in Höhe von TEUR 3.860 auf den verbleibenden Wert von TEUR 2.312 abgewertet.

(16) SONSTIGE FINANZANLAGEN, INKLUSIVE DERIVATIVER FINANZINSTRUMENTE

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Aktivwerte Pensionspläne 76.758 72.312
Vermögenswerte aus Devisentermingeschäften 1.505 8.496
Abgrenzungen und sonstige Finanzanlagen 1.955 300
Summe 80.218 81.108

(17) VORRÄTE

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Fertigerzeugnisse und Handelswaren 241.238 234.149
Unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen 35.241 40.575
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 52.607 51.157
Summe 329.086 325.881

Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurden Vorräte in Höhe von TEUR 825.775 (2022/2023: TEUR 868.263) als Umsatzkosten gebucht.

Während des Geschäftsjahres 2023/2024 beliefen sich die Abschreibungen der Vorräte auf den Nettoveräußerungswert auf TEUR 10.912 (2022/2023: TEUR 7.695).

Zu den letzten beiden Bilanzstichtagen gab es keine wesentlichen als Sicherheit verpfändeten Vorräte.

(18) FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 367.847 408.443
Forderungen aus Leasingaktivitäten 94.479 88.946
Kurzfristige Darlehensforderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 197.077 439.173
Vorauszahlungen 26.549 26.901
Umsatzsteuerrückerstattung und sonstige Steueransprüche 3.845 5.993
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an nahestehende Unternehmen und Personen 28.009 26.912
Forderungen an Mitarbeiter 928 917
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 19.534 17.638
Summe 738.268 1.014.923

Vorauszahlungen beziehen sich auf Zahlungen für Beratung, Messen und Ausstellungen usw. Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte beinhalten Kautionen in Form von Bankgarantien und eine Wandelschuldverschreibung.

Informationen zu Fälligkeitsterminen und Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen sind in Anhangangabe (6)(B) enthalten.

Von den oben angeführten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen bestanden folgende gegen nahestehende Unternehmen und Personen:

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen 225.086 466.085
Summe 225.086 466.085

(19) EIGENKAPITAL

Die Veränderungen des Eigenkapitals werden in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung erläutert.

(A) Gezeichnetes Kapital

Zum 31. März 2024 hatte die Olympus Europa Holding SE stimmberechtigtes gezeichnetes Kapital in Form von 1.000.000 Aktien zu je EUR 1 im Nennwert von insgesamt TEUR 1.000 (31. März 2023: TEUR 1.000) genehmigt und ausgegeben. Es wurde in Höhe von TEUR 120 voll eingezahlt und in Höhe von TEUR 880 durch die Übertragung von Aktien im entsprechenden Nennwert vollständig als Sacheinlage eingebracht. Alle Anteile befinden sich im Besitz der Olympus Corporation, Tokio, Japan.

Die oben genannten Aktien verleihen das Recht zum Bezug von Dividenden und das Stimmrecht auf der Jahreshauptversammlung.

(B) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage verleiht weder das Recht zum Bezug von Dividenden noch das Stimmrecht auf der Jahreshauptversammlung. Die Kapitalrücklage darf nicht als Dividende ausgeschüttet werden. Die Kapitalrücklage beträgt zum 31. März 2024 TEUR 332.125 (31. März 2023: TEUR 332.125).

(C) Währungsumrechnungsdifferenzen

Die im Eigenkapital ausgewiesenen Währungsumrechnungsdifferenzen ergeben sich aus der Konsolidierung derjenigen Abschlüsse, deren funktionale Währung nicht der Euro ist.

(D) Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 914.857 (31. März 2023: TEUR 1.164.190) enthalten die in der Vergangenheit thesaurierten Konzernergebnisse seit der Gründung der OEHSE. Weiterhin ist in den Gewinnrücklagen die Fusionsrücklage, die durch die Erwerbe von Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung gebildet wurde, enthalten. Sie entspricht dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert des übertragenen Nettovermögens einerseits und dem gezeichneten Kapital und dem Ausgabeagio andererseits, die für die Transaktion nach der Methode der Interessenzusammenführung erfasst wurden und betrug TEUR 806.000 im Entstehungszeitpunkt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde eine Dividende von TEUR 335.200 aus den Gewinnrücklagen an das Mutterunternehmen beschlossen, was einer Dividende je Aktie von EUR 335,2 entspricht, und bis zum Geschäftsjahresende ausgezahlt. Im Vorjahr war eine Dividende in Höhe von TEUR 18.100 aus den Gewinnrücklagen an das Mutterunternehmen beschlossen worden. Dies entspricht einer Dividende je Aktie in Höhe von EUR 18,1 und war zum Vorjahresstichtag bereits vollständig ausgezahlt.

Ferner werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionsverpflichtungen nach IAS 19 vollständig erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst (siehe auch Textziffer (21) für weitere Erläuterungen). Die entsprechenden latenten Steuern werden ebenfalls erfolgsneutral erfasst.

(20) IN ANSPRUCH GENOMMENE KREDITE

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
In Anspruch genommene Kredite - verbundene Unternehmen 79.938 81.294
In Anspruch genommene Kredite - Banken 0 293
In Anspruch genommene Kredite - Dritte 1.653 1.653
Summe 81.591 83.240

Von verbundenen Unternehmen erhielt der Konzern eine langfristige Finanzierung in Form eines Annuitätendarlehens zur Immobilienfinanzierung mit einer fixen Verzinsung von 1,85 % für eine Laufzeit von 15 Jahren. Die Kreditverbindlichkeiten gegenüber Banken enthielten im Vorjahr Immobiliendarlehen in Höhe von TEUR 275, die grundpfandrechtlich besichert waren (siehe auch Textziffer (13)). Zum 31. März 2024 wurden diese Kreditverbindlichkeiten von TEUR 209 in die Position "Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe" umgegliedert.

(21) LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER

Der Konzern hat bestimmten Mitarbeitern Pensionsleistungen sowohl im Rahmen von leistungsorientierten als auch beitragsorientierten Plänen gewährt.

(A) Leistungsorientierte Pläne

Innerhalb der Olympus-Europa-Gruppe werden unter weitgehend ähnlichen regulatorischen Rahmenbedingungen leistungsorientierte Pensionspläne unterhalten. Für den Zweck dieser Angabe werden im Folgenden diese Pensionspläne getrennt betrachtet für die von der Olympus KeyMed (Medical & Industrial Equipment) Limited bilanzierten Pensionspläne (KeyMed-Gruppe) und diejenigen Pensionspläne, die von den kontinentaleuropäischen Gesellschaften bilanziert werden (OEKG-Gruppe). Alle leistungsorientierten Pläne sind leistungsorientierte Endgehaltspläne, bei denen die Leistungen an die Planteilnehmer entweder in Form einer lebenslangen Rente mit garantierter Höhe oder einer einmaligen Kapitalauszahlung ausgezahlt werden.

Die Mehrheit der Versorgungsleistungen stammt aus qualifizierten Versicherungspolicen (OEKG-Gruppe) und treuhänderisch verwalteten Fonds (KeyMed-Gruppe). Darüber hinaus bestehen nicht über einen Fonds finanzierte Pläne, bei denen die jeweilige Gesellschaft die Pensionsverpflichtungen bei Fälligkeit erfüllt. In Treuhandfonds oder qualifizierten Versicherungspolicen gehaltenes Planvermögen unterliegt den lokalen Vorschriften und Praktiken des jeweiligen Landes. Dasselbe gilt für die Art der Beziehung zwischen dem Konzern und den Treuhändern oder den Versicherungen sowie für deren anteiliges Verhältnis im Hinblick auf das Planvermögen. In Treuhandfonds gehaltenes Planvermögen wird in gesonderten, treuhänderisch verwalteten Fonds angelegt, um langfristige Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven und bereits ausgeschiedenen Mitarbeitern zu erfüllen. Die Treuhänder dieser Fonds müssen im besten Interesse der Begünstigten der Fonds handeln. Die Ernennung von Treuhändern für die Fonds erfolgt gemäß der Fondsdokumentation des jeweiligen Pensionsplans. Bei der KeyMed-Gruppe sollte einer Richtlinie zufolge ein Drittel der Treuhänder des Pensionsplans für Mitarbeiter von Teilnehmern des Fonds nominiert werden.

Die Treuhänder jedes Plans verfolgen eine Anlagestrategie, die größtenteils den Laufzeiten ihrer Schulden entspricht. Dadurch dürften sich die Auswirkungen verringern, die der Plan auf die Bilanz der Gesellschaft haben kann. Das Planvermögen enthält keine Aktien und setzte sich zum Bilanzstichtag fast ausschließlich aus Anleihen zusammen. Trotzdem besteht immer noch das Risiko, dass Änderungen der Annahmen zum Abzinsungssatz, zur Lebenserwartung oder zur Preissteigerungsrate zu einem größeren Plandefizit führen. Es gibt noch weitere unsichere Annahmen zur Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung, deren Auswirkungen jedoch nicht so wesentlich sind. Weiterhin besteht das Risiko, dass Maßnahmen von lokalen Aufsichtsbehörden oder Änderungen in der europäischen Gesetzgebung einen höheren Deckungsgrad der Pensionspläne in den einzelnen Ländern erforderlich machen. Dies könnte sich auf die Cashflows der Gesellschaft auswirken.

Für die Pläne der OEKG-Gruppe wird ein prozentualer Anteil der an die Mitarbeiter gezahlten Löhne und Gehälter als Beitrag zur Finanzierung der Leistungen verwendet. Die Beiträge werden hauptsächlich in eine qualifizierte Versicherung eingezahlt. Hierbei übernimmt der Arbeitgeber einen festen Beitrag. Die Mitarbeiter können freiwillig einen zusätzlichen variablen Beitrag leisten.

Die OEKG-Gruppe weist in der Bilanz Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 25.943 (31. März 2023: TEUR 25.281) und Erstattungsansprüche in Höhe von TEUR 14.195 (31. März 2023: TEUR 13.407) aus. Der Nettoeffekt der Erstattungsansprüche führt gemeinsam mit der Planüberdeckung und den Pensionsverpflichtungen zu einem Defizit von TEUR 11.748 (31. März 2023: TEUR 11.874). Die OEKG-Gruppe geht davon aus, dass sich das Defizit der Pensionspläne über die bis zum gesetzlichen Rentenalter der Mitarbeiter verbleibende Zeit verringern wird. Die OEKG-Gruppe ist der Ansicht, dass die Höhe der Beitragssätze angemessen ist, um das Defizit über diesen Zeitraum zu beseitigen und dass die regelmäßigen Einzahlungen, die auf dem Dienstzeitaufwand beruhen, nicht wesentlich steigen werden.

Die Finanzierung des Pensionsplans der KeyMed-Gruppe basiert auf einer gesonderten versicherungsmathematischen Bewertung für Finanzierungszwecke, deren Annahmen von den in den Pensionsplänen der OEKG-Gruppe festgelegten Annahmen abweichen können. Das Planvermögen der KeyMed-Gruppe wird in Kollektivlebensversicherungen sowie in gesonderten, treuhänderisch verwalteten Fonds angelegt, um langfristige Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven und bereits ausgeschiedenen Mitarbeitern zu erfüllen. Der Plan der KeyMed-Gruppe ist vollständig fondsfinanziert.

Die in der Bilanz erfassten Beträge aus den Verpflichtungen des Konzerns aus seinen leistungsorientierten Altersversorgungsplänen stellen sich wie folgt dar:

31. März 2024
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Barwert der fondsfinanzierten leistungsorientierten Verpflichtungen 91.894 24.953 66.941
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten leistungsorientierten Verpflichtungen 21.649 21.649 0
Leistungsorientierte Verpflichtungen als Zur Veräußerung gehalten klassifiziert -1.181 -1.181 0
Summe Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen 112.362 45.421 66.941
Abzug der leistungsorientierten Verpflichtungen, die durch Planvermögen gedeckt sind -86.419 -19.478 -66.941
Summe der in der Bilanz erfassten Schulden 25.943 25.943 0
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (Summe aller leistungsorientierten Pläne) 148.982 19.478 129.504
Abzug des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens in Höhe des Betrags zur Deckung der entsprechenden Verpflichtung -86.419 -19.478 -66.941
Summe Nettoüberdeckung aller Pensionspläne, die eine Überdeckung aufweisen 62.563 0 62.563
Erstattungsansprüche 14.195 14.195 0
Summe Vermögenswerte, die in der Bilanz für Pensionspläne einschließlich Erstattungsansprüchen erfasst wurden 76.758 14.195 62.563
31. März 2023
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Barwert der fondsfinanzierten leistungsorientierten Verpflichtungen 88.996 22.556 66.440
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten leistungsorientierten Verpflichtungen 19.435 19.435 0
Summe Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen 108.431 41.991 66.440
Abzug der leistungsorientierten Verpflichtungen, die durch Planvermögen gedeckt sind -83.149 -16.709 -66.440
Summe der in der Bilanz erfassten Schulden 25.281 25.281 0
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (Summe aller leistungsorientierten Pläne) 142.054 16.709 125.345
Abzug des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens in Höhe des Betrags zur Deckung der entsprechenden Verpflichtung -83.149 -16.709 -66.440
Summe Nettoüberdeckung aller Pensionspläne, die eine Überdeckung aufweisen 58.905 0 58.905
Erstattungsansprüche 13.407 13.407 0
Summe Vermögenswerte, die in der Bilanz für Pensionspläne einschließlich Erstattungsansprüchen erfasst wurden 72.312 13.407 58.905

Die leistungsorientierte Verpflichtung, das Planvermögen und die Erstattungsansprüche entwickelten sich während des Geschäftsjahres wie folgt:

31. März 2024
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31. März 2023 108.431 41.991 66.440
Laufender Dienstzeitaufwand 1.829 1.829 0
Zinsaufwand 4.199 1.032 3.167
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -52 -52 0
Beiträge der Teilnehmer des Plans 1.260 1.260 0
Versorgungsleistungen -3.885 -278 -3.607
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste aus Änderungen demografischer Annahmen 9 9 0
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste aus Änderungen finanzieller Annahmen -239 829 -1.068
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste aus Änderungen aus erfahrungsbedingten Anpassungen 355 206 149
Abgang der leistungsorientierten Verpflichtung durch Verkauf des Geschäftsbereiches Scientific Solutions -540 -540 0
Ergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich OSD 78 78 0
Leistungsorientierte Verpflichtungen als Zur Veräußerung gehalten klassifiziert -1.181 -1.181 0
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen 2.098 238 1.860
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31. März 2024 112.362 45.421 66.941
31. März 2023
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31. März 2022 148.615 44.832 103.783
Laufender Dienstzeitaufwand 1.819 1.819 0
Zinsaufwand 3.386 600 2.786
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 58 58 0
Beiträge der Teilnehmer des Plans 1.012 1.012 0
Versorgungsleistungen -7.966 -3.913 -4.053
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste aus Änderungen demografischer Annahmen -69 -69 0
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste aus Änderungen finanzieller Annahmen -38.582 -2.994 -35.588
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste aus Änderungen aus erfahrungsbedingten Anpassungen 3.913 1.050 2.863
Leistungsorientierte Verpflichtungen als Zur Veräußerung gehalten klassifiziert -879 -879 0
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen -2.876 475 -3.351
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31. März 2023 108.431 41.991 66.440
31. März 2024
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. März 2023 142.054 16.709 125.345
Zinserträge 6.359 330 6.029
Tatsächliche Erträge aus Planvermögen abzüglich Zinserträgen -1.210 16 -1.226
Beiträge der Teilnehmer des Plans 821 821 0
Beiträge des Arbeitgebers 839 839 0
(Auszahlungen von) / Einzahlungen für Versorgungsleistungen -3.216 567 -3.783
Verwaltungsaufwand -399 0 -399
Abgang des Planvermögens durch Verkauf des Geschäftsbereichs Scientific Solutions -24 -24 0
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen 3.758 220 3.538
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. März 2024 148.982 19.478 129.504
31. März 2023
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. März 2022 184.897 17.919 166.978
Zinserträge 4.693 182 4.511
Tatsächliche Erträge aus Planvermögen abzüglich Zinserträgen -35.802 24 -35.826
Beiträge der Teilnehmer des Plans 557 557 0
Beiträge des Arbeitgebers 646 646 0
(Auszahlungen von) / Einzahlungen für Versorgungsleistungen -5.334 -1.281 -4.053
Verwaltungsaufwand -560 0 -560
Abgang des Planvermögens durch Verkauf des Geschäftsbereichs Scientific Solutions -1.720 -1.720 0
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen -5.323 382 -5.705
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. März 2023 142.054 16.709 125.345
31. März 2024
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Erstattungsansprüche zum 31. März 2023 13.407 13.407 0
Zinserträge 275 275 0
Beiträge der Teilnehmer des Plans 443 443 0
Beiträge des Arbeitgebers 594 594 0
(Auszahlungen von)/Einzahlungen für Versorgungsleistungen -365 -365 0
Sonstige Veränderung -159 -159 0
Erstattungsansprüche zum 31. März 2024 14.195 14.195 0
31. März 2023
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Erstattungsansprüche zum 31. März 2022 12.263 12.263 0
Zinserträge 188 188 0
Beiträge der Teilnehmer des Plans 455 455 0
Beiträge des Arbeitgebers 639 639 0
(Auszahlungen von)/Einzahlungen für Versorgungsleistungen -238 -238 0
Sonstige Veränderung 100 100 0
Erstattungsansprüche zum 31. März 2023 13.407 13.407 0

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen:

31. März 2024
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Laufender Dienstzeitaufwand 1.829 1.829 0
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -52 -52 0
Aufwand aus leistungsorientierten Plänen im Personalaufwand 1.777 1.777 0
Zinsaufwendungen/(-erträge) aus der leistungsorientierten Verpflichtung 4.199 1.032 3.167
Zinsaufwendungen/(-erträge) aus dem Planvermögen -6.359 -330 -6.029
Zinsaufwendungen/(-erträge) aus Erstattungsansprüchen -275 -275 0
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne -658 2.204 -2.862
davon Dienstzeitaufwand 1.777 1.777 0
davon Nettozinsen -2.435 427 -2.862
31. März 2023
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Laufender Dienstzeitaufwand 1.819 1.819 0
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 58 58 0
Aufwand aus leistungsorientierten Plänen im Personalaufwand 1.877 1.877 0
Zinsaufwendungen/(-erträge) aus der leistungsorientierten Verpflichtung 3.386 600 2.786
Zinsaufwendungen/(-erträge) aus dem Planvermögen -4.693 -182 -4.511
Zinsaufwendungen/(-erträge) aus Erstattungsansprüchen -188 -188 0
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne 382 2.107 -1.725
davon Dienstzeitaufwand 1.877 1.877 0
davon Nettozinsen -1.495 230 -1.725

Im Geschäftsjahr 2023/2024 in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasster Betrag:

31. März 2024
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus leistungsorientierten Verpflichtungen -125 -1.044 919
Tatsächliche Erträge/(Aufwendungen) aus Planvermögen abzüglich Zinserträgen -1.210 16 -1.226
Mit dem Planvermögen verbundener Verwaltungsaufwand -399 0 -399
Summe Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen, die in der Gesamtergebnisrechnung erfasst wurden -1.734 -1.028 -706
31. März 2023
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus leistungsorientierten Verpflichtungen 34.738 2.013 32.725
Tatsächliche Erträge/(Aufwendungen) aus Planvermögen abzüglich Zinserträgen -35.802 24 -35.826
Mit dem Planvermögen verbundener Verwaltungsaufwand -560 0 -560
Summe Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen, die in der Gesamtergebnisrechnung erfasst wurden -1.624 2.037 -3.661

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens verteilt sich auf die folgenden Anlageklassen:

31. März 2024
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 58.810 0 58.810
Schuldinstrumente 3.753 0 3.753
Qualifizierte Versicherungspolicen 86.419 19.478 66.941
31. März 2023
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 55.087 0 55.087
Schuldinstrumente 3.818 0 3.818
Qualifizierte Versicherungspolicen 83.149 16.709 66.440

Das Planvermögen der OEKG-Gruppe umfasst qualifizierte Versicherungen. Die Vermögenswerte sind nicht frei verfügbar und können effektiv nur verwendet werden, um Leistungen an Arbeitnehmer zu bezahlen oder zu finanzieren.

Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Pläne werden anhand der Projected Unit Credit Method berechnet und basieren auf den folgenden versicherungsmathematischen Grundannahmen:

31. März 2024 31. März 2023
In % OEKG KeyMed OEKG KeyMed
Abzinsungssatz 1,5%-5,3% 4,9 % 2,1 % -4,9 % 4,8 %
Künftige Gehaltssteigerungen 1,5 %-4,0 % - 1,5 %-4,0 % -
Inflationsrate 1,5 %-2,35% 3,0% 1,5 %-2,4 % 3,1 %

Bei der Bewertung der Schulden des Pensionsfonds zum 31. März 2024 wurden die unten angegebenen Annahmen zur Lebenserwartung verwendet.

Bei der OEKG-Gruppe beruhen die Annahmen zur Lebenserwartung, die für die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen zum Geschäftsjahresende verwendet werden, auf den Standard-Sterbetafeln von Versicherungsmathematikern. Bei den Tochtergesellschaften der OEKG-Gruppe, deren Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen zum 31. März 2024 wesentlich ist, liegen den Annahmen folgende Sterbetafeln zugrunde:

Deutschland: Heubeck-Richttafeln 2018G

Schweiz: BVG 2020 GT

Frankreich: INSEE TH/TF 2017-2019

Diese drei Sterbetafeln verweisen auf die Standard-Sterblichkeitsraten, die in den einzelnen Ländern veröffentlicht und häufig zur versicherungsmathematischen Bewertung der Pensionsverpflichtungen sowie zur Berücksichtigung der aktuellen und künftigen durchschnittlichen Lebenserwartung der dortigen Bevölkerung verwendet werden.

Die gewichtete durchschnittliche Lebenserwartung, die bei der KeyMed aus den Sterbetafeln abgeleitet wurde, um die Pensionsverpflichtungen zu bestimmen, stellte sich wie folgt dar (in Jahren):

31. März 2024 31. März 2023
Männer Frauen Männer Frauen
Teilnehmer des Pensionsplans für Mitarbeiter im Alter von 65 Jahren 23,4 25,2 23,3 25,1
(aktuelle Lebenserwartung)
Teilnehmer des Pensionsplans für Mitarbeiter im Alter von 45 Jahren 24,6 26,7 24,5 26,6
(Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren)

Leistungsorientierte Verpflichtung - Sensitivitätsanalyse

Bei den Sensitivitätsanalysen wird angenommen, dass sich eine Annahme verändert, während alle übrigen Annahmen konstant bleiben. In der Realität ist dies jedoch eher unwahrscheinlich: Änderungen bei einer Annahme können mit Änderungen bei einer anderen Annahme korrelieren. Bei der Berechnung der Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung gegenüber wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen wurde die gleiche Methode angewendet wie bei der Berechnung der in der Bilanz erfassten Pensionsverpflichtung (Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung anhand der Projected Unit Credit Method zum Ende der Berichtsperiode).

Im Geschäftsjahr 2023/2024 werden die Abweichungen durch Schwankungen der leistungsorientierten Verpflichtung durch den Abzinsungssatz, die angenommene Inflationsrate, die Gehaltssteigerungsrate und die Lebenserwartung nach Renteneintritt quantifiziert.

Die Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung gegenüber Änderungen der Grundannahmen stellt sich wie folgt dar:

31. März 2024
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31. März 2024 112.362 45.421 66.941
Leistungsorientierte Verpflichtung mit dem berechneten Abzinsungssatz + 0,5 % 105.430 43.544 61.886
Leistungsorientierte Verpflichtung mit dem berechneten Abzinsungssatz - 0,5 % 119.598 47.024 72.574
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der angenommenen Inflationsrate + 0,5 % 115.750 46.127 69.623
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der angenommenen Inflationsrate - 0,5 % 109.057 44.775 64.282
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der angenommenen Gehaltssteigerungsrate + 0,5 % 113.089 46.148 66.941
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der angenommenen Gehaltssteigerungsrate - 0,5 % 111.660 44.719 66.941
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der zugrunde gelegten Lebenserwartung nach Renteneintritt + 1 Jahr 114.395 45.637 68.758
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der zugrunde gelegten Lebenserwartung nach Renteneintritt - 1 Jahr 110.322 45.199 65.123
31. März 2023
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31. März 2023 108.431 41.991 66.440
Leistungsorientierte Verpflichtung mit dem berechneten Abzinsungssatz + 0,5 % 101.629 40.606 61.023
Leistungsorientierte Verpflichtung mit dem berechneten Abzinsungssatz - 0,5 % 116.487 43.543 72.944
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der angenommenen Inflationsrate + 0,5 % 112.703 42.493 70.210
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der angenommenen Inflationsrate - 0,5 % 104.704 41.530 63.174
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der angenommenen Gehaltssteigerungsrate + 0,5 % 108.960 42.520 66.440
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der angenommenen Gehaltssteigerungsrate - 0,5 % 108.365 41.925 66.440
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der zugrunde gelegten Lebenserwartung nach Renteneintritt + 1 Jahr 110.523 42.146 68.377
Leistungsorientierte Verpflichtung mit der zugrunde gelegten Lebenserwartung nach Renteneintritt - 1 Jahr 106.333 41.828 64.505

Andere finanzielle oder demografische Annahmen sind nicht wesentlich und werden deshalb bei der Sensitivitätsanalyse nicht berücksichtigt.

Ein prozentualer Anteil der an die Mitarbeiter gezahlten Löhne und Gehälter wird als Beitrag zu den Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen verwendet.

Die bestmögliche Schätzung der Beiträge im Geschäftsjahr 2024/2025 gestaltet sich wie folgt:

31. März 2024 31. März 2023
in Tausend Euro Summe OEKG KeyMed Summe OEKG KeyMed
Beiträge des Arbeitgebers 1.621 1.621 0 1.356 1.356 0
Beiträge der Teilnehmer des Plans 1.466 1.466 0 1.107 1.107 0

Die Gesellschaft und die Treuhänder erhalten vom zuständigen Versicherungsmathematiker regelmäßige Statusberichte zur Finanzierung des leistungsorientierten Plans bei der KeyMed-Gruppe. Diese Berichte werden auf der für Finanzierungszwecke vereinbarten Grundlage erstellt und an Änderungen der Finanzlage bis zum Stichtag des Statusberichts angepasst. Die für diese Finanzierungsstatusberichte verwendeten Annahmen unterscheiden sich von den Annahmen, die für Bilanzierungszwecke gemäß IAS 19 vorgeschrieben sind.

Bei der OEKG-Gruppe beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung 10,49 Jahre (31. März 2023: 10,63 Jahre). Bei der KeyMed-Gruppe beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung 17,00 Jahre (31. März 2023: 18,00 Jahre).

(B) Beitragsorientierte Pläne

Die Olympus-Europa-Gruppe unterhält eine Reihe von beitragsorientierten Plänen. Darüber hinaus werden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger auf gesetzlicher Basis gezahlt und in den Sozialabgaben im Personalaufwand erfasst.

Die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne beliefen sich im Geschäftsjahr 2023/2024 auf insgesamt TEUR 47.904 (2022/2023: TEUR 44.692).

Die Aufwendungen beinhalten sowohl freiwillige beitragsorientierte Zusagen als auch die durch den Konzern geleisteten Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

(22) SONSTIGE SCHULDEN UND PASSIVE ABGRENZUNGSPOSTEN

Sonstige Schulden umfassen folgende Posten:

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Leasingverbindlichkeiten 172.383 166.638
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 37.054 77.971
Vertragsverbindlichkeiten 160.500 153.568
Aufgelaufener Personalaufwand 78.001 77.261
Sonstige Steuerschulden 45.864 46.935
Derivative Finanzinstrumente 4.036 2.588
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 1.093 683
Sonstige Schulden und Abgrenzungen 84.405 113.567
Summe sonstige Schulden 583.336 639.211

Die planmäßige Erfüllung der Vertragsverbindlichkeiten ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Vertragsverbindlichkeiten 160.500 153.568
davon Realisierung innerhalb eines Jahres 129.477 108.930
davon Realisierung in mehr als einem Jahr 31.023 44.638

Der langfristige Anteil entfällt auf "service-type warranties" für erweiterte Garantien und Gewährleistungen, die beim Verkauf der Geräte als eigenständige Leistungsverpflichtung über die Vertragslaufzeit abgegrenzt wurden.

(23) RÜCKSTELLUNGEN

in Tausend Euro Gewährleistungen Sonstiges Summe
Saldo zum 31. März 2023 9.175 14.388 23.563
Zuführung 4.720 25.180 29.900
Verbrauch -251 -1.380 -1.631
Auflösung -3.654 -2.065 -5.719
Reklassifizierung 0 4.065 4.065
Reklassifizierung zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe 0 -862 -862
Währungsumrechnungseffekte -159 -130 -289
Saldo zum 31. März 2024 9.831 39.196 49.027

Die Rückstellung für Gewährleistungen reflektiert die geschätzten Kosten von kostenlos gewährten Reparaturen und Austauschen, die von der Olympus-Europa-Gruppe für die verkauften Produkte auf Basis von Erfahrungswerten getragen werden müssen. Sie beziehen sich hauptsächlich auf Medical Systems, wo ein Gewährleistungszeitraum von zwei bis drei Jahren abgedeckt wird.

In den sonstigen Rückstellungen sind Zuführungen in Höhe von TEUR 24.841 für eine unternehmensweite Restrukturierung enthalten, diese wurde insbesondere für Abfindungen gebildet.

(24) VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 124.906 134.916
Abgegrenzte Schulden 63.724 62.619
Summe der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 188.630 197.535

In den Verbindlichkeiten sind zum Stichtag 31. März2024TEUR74.600(31. März 2023: TEUR 68.613) Verbindlichkeiten gegenüber der Olympus Corporation sowie TEUR 77 (31. März 2023: TEUR 122) Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen enthalten.

(25) LEASINGVERHÄLTNISSE

(A) Leasing als Leasingnehmer

Die aus den Leasingverhältnissen als Leasingnehmer bilanzierten Nutzungsrechte sind in den Sachanlagen in den Kategorien erfasst, in denen die zugrunde liegenden Vermögenswerte dargestellt würden, wenn sie Eigentum des Konzerns wären. In der nachfolgenden Tabelle wird die Entwicklung der Buchwerte für die aus Leasingverhältnissen resultierenden Nutzungsrechte separat je Anlagenklasse dargestellt:

Entwicklung Nutzungsrechte
in Tausend Euro
Nutzungsrechte Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken Nutzungsrechte Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung Summe Nutzungsrechte
Buchwert zum 1. April 2023 143.717 15.761 159.478
Zugänge 19.570 14.670 34.240
Abgänge -439 0 -439
Abschreibungen und Wertminderungen -16.200 -11.110 -27.310
Währungsumrechnung 101 -58 43
Zur Veräußerung klassifiziert 0 -879 -879
Sonstige Änderungen -4 15 11
Buchwerte 31. März 2024 146.745 18.399 165.144

Die Nutzungsrechte betreffen maßgeblich Leasingverhältnisse für Immobilien und geleaste PKW. In der Regel beinhalten diese Verträge Optionen zur Vertragsverlängerung, teilweise sind zusätzliche, auf der Entwicklung lokaler Preisindizes basierende Mietzahlungen vorgesehen. Beschränkungen hinsichtlich Dividenden, zusätzlichen Schulden oder anderen Leasingverträgen bestehen nicht im Rahmen dieser Verträge.

Die folgenden Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung für Leasingverhältnisse erfasst:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Abschreibungen und Wertminderungen Nutzungsrechte 27.310 27.527
Zinsaufwand Leasingverbindlichkeiten 3.782 3.271
Aufwand aus Leasingverträgen mit geringwertigen Vermögenswerten 3.132 3.108
Aufwand aus kurzfristigen Leasingverträgen 462 481
Aufwand aus variablen Leasingzahlungen, die nicht in der Leasingverbindlichkeit erfasst wurden 0 2
Summe 34.686 34.389

Folgende Beträge haben zu Zahlungsabflüssen aufgrund von Leasingverhältnissen als Leasingnehmer geführt:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Auszahlungen für Tilgung der Leasingverbindlichkeiten 27.364 26.732
Auszahlungen Zinsaufwand Leasingverbindlichkeiten 3.782 3.271
Auszahlungen aus Aufwendungen für im Aufwand erfasste Leasingzahlungen 3.594 3.590
Summe 34.740 33.593

Die Leasingverbindlichkeiten und die Fälligkeitsstruktur werden in der Textziffer (6)(C) dargestellt.

Für wesentliche Immobilienleasingverträge bestehen künftige mögliche zusätzliche Leasingverpflichtungen in Höhe von ca. TEUR 97.300 aus der Ausübung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, für die zum Bewertungszeitpunkt keine hinreichende Sicherheit bestand und die nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen wurden.

(B) Leasing als Leasinggeber

(i) Operating-Leasingverhältnisse als Leasinggeber

Wie in Anhangangabe (3)(C)(iii) dargelegt, vermietet der Konzern bestimmte medizinische Ausrüstungsgegenstände im Rahmen von Verträgen, die teilweise neben der eigentlichen Geräteüberlassung auch die Erbringung von Dienstleistungen umfassen.

Die zukünftigen Mindestleasingzahlungen gemäß den unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen sind wie folgt fällig:

in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
< 1 Jahr 6.904 5.915
1 - 5 Jahre 8.304 9.198
> 5 Jahre 691 1.061
Summe 15.899 16.174

(ii) Finanzierungsleasing als Leasinggeber

Wie in Anhangangabe (3)(C)(iii) dargelegt, vermietet der Konzern bestimmte medizinische Ausrüstungen. Die Bruttoinvestitionen in die Leasingverhältnisse sowie der Barwert der entsprechenden ausstehenden Mindestleasingzahlungen ergeben sich zum Stichtag wie folgt:

31. März 2024 31. März 2023
in Tausend Euro Bruttoinvestition Barwert der Mindestleasingzahlungen Bruttoinvestition Barwert der Mindestleasingzahlungen
< 1 Jahr 33.037 31.034 31.706 29.542
1 - 5 Jahre 63.673 61.064 58.791 56.391
> 5 Jahre 2.381 2.381 3.013 3.013
Summe 99.091 94.479 93.510 88.946
in Tausend Euro 31. März 2024 31. März 2023
Zukünftige Mindestleasingzahlungen 99.091 93.510
Bruttoinvestitionen in Leasingverhältnisse 99.091 93.510
Abzüglich: Nicht realisierte Finanzerträge 4.612 4.564
Nettoinvestitionen in Leasingverhältnisse 94.479 88.946
Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen 94.479 88.946

Die Veräußerungsgewinne aus Finanzierungsleasingverträgen belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 11.466 (Vorjahr: TEUR 9.052).

(26) KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Olympus-Europa-Gruppe tätigte im abgelaufenen sowie im vorherigen Geschäftsjahr wesentliche zahlungsunwirksame Transaktionen, die in den Anhangangaben (4), (13) und (19)(D) erläutert werden.

Die Finanzverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit haben sich wie folgt entwickelt:

zahlungswirksam zahlungsunwirksam
in Tausend Euro 1. April 2023 Einzahlungen aus Aufnahme Auszahlungen aus Tilgung Zugänge, Abgänge und sonstige Veränderungen Wechselkursänderungen 31. März 2024
In Anspruch genommene Kredite - Dritte 1.653 0 0 0 0 1.653
In Anspruch genommene Kredite - Banken 293 0 -85 -208 0 0
In Anspruch genommene Kredite - verbundene Unternehmen 81.294 0 -1.356 0 0 79.938
Leasingverbindlichkeiten 166.638 0 -27.364 33.068 41 172.383
Summe Finanzverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit 249.878 0 -28.805 32.860 41 253.974
zahlungswirksam zahlungsunwirksam
in Tausend Euro 1. April 2022 Einzahlungen aus Aufnahme Auszahlungen aus Tilgung Zugänge, Abgänge und sonstige Veränderungen Wechselkursänderungen 31. März 2023
In Anspruch genommene Kredite - Dritte 1.653 0 0 0 0 1.653
In Anspruch genommene Kredite - Banken 836 0 -542 -1 0 293
In Anspruch genommene Kredite - verbundene Unternehmen 82.624 0 -1.330 0 0 81.294
Leasingverbindlichkeiten 170.289 0 -26.732 22.763 318 166.638
Summe Finanzverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit 255.402 0 -28.604 22.762 318 249.878

(27) NAHESTEHENDE UNTERNEHMEN UND PERSONEN

(A) OLYMPUS Corporation und weitere nahestehende Unternehmen und Personen

Weitere Informationen über Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen finden Sie unter (18). Weitere Informationen über Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen finden Sie unter (22).

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Waren- und Dienstleistungskäufe von der Olympus Corporation 496.020 492.578
Waren- und Dienstleistungskäufe von anderen nahestehenden Unternehmen und Personen 71.287 61.543

(B) Wichtige Mitarbeiter des Managements

Gesamtergebnisrechnung (in Tausend Euro) 2023/2024 2022/2023
Verwaltungsaufwendungen 2.720 2.771

Die wichtigen Mitarbeiter des Managements in Hamburg beteiligen sich am Plan für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, in dessen Rahmen ein Prozentsatz des festen und variablen Gehalts an eine externe Versicherungsgesellschaft abgeführt wird. Die Versicherung bietet dem Leistungsberechtigten spätestens mit Erreichen des gesetzlichen Regelrenteneintrittsalters eine Kapitalauszahlung. Im Todesfall des Betriebsangehörigen wird die Kapitalauszahlung an bestimmte Hinterbliebene geleistet.

Die Vergütung der wichtigen Mitarbeiter des Managements war wie folgt:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer 2.350 2.406
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 370 365
Summe 2.720 2.771

Frühere Geschäftsführer und ihre Hinterbliebenen erhielten in den letzten beiden Geschäftsjahren keine Vergütung.

Die für frühere Geschäftsführer angesetzten Pensionsrückstellungen beliefen sich auf TEUR 7.977 (31. März 2023: TEUR 8.258).

(28) TOCHTERGESELLSCHAFTEN

(A) Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen

Name, Sitz Gehaltener Anteil
in %
Beteiligungen Art der Geschäftstätigkeit
1 Olympus Winter & Ibe GmbH, Hamburg, Deutschland 100,0 Stammanteile Vertriebs-, Dienstleistungs- und Produktionsgesellschaft, Reparaturzentrum
2 Olympus Winter & Ibe Properties GmbH & Co. KG, Hamburg, Deutschland 94,9 Kommanditanteile Immobiliengesellschaft
3 Olympus Deutschland GmbH, Hamburg, Deutschland 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
4 Olympus Austria Ges. m.b.H., Wien, Österreich 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
5 Olympus Czech Group s.r.o., Prag, Tschechien 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft, Reparaturzentrum
6 Olympus Danmark A/S, Søborg, Dänemark 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
7 Olympus Finland Oy, Espoo, Finnland 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
8 Olympus Estonia OÜ, Tallin, Estland 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
9 Olympus France SAS, Rungis Cedex, Frankreich 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft, Reparaturzentrum
10 Olympus Italia S.r.l., Mailand, Italien 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
11 Olympus Nederland B.V., Leiderdorp, Niederlande 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
12 Olympus Norge AS, Asker, Norwegen 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
13 Olympus Iberia S.A.U., Barcelona, Spanien 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
14 Olympus Polska Sp.z o.o., Warschau, Polen 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
15 Olympus Schweiz AG, Wallisellen, Schweiz 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
16 Olympus DOO Beograd, Belgrad, Serbien 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
17 Olympus Sverige AB, Solna, Schweden 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
18 Olympus Belgium SA/NV, Puurs-Sint-Amands, Belgien 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
19 Olympus Moscow LLC, Moskau, Russland 99,9 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
20 Olympus Medical Products Czech spol s.r.o., Prerov, Tschechien 100,0 Stammanteile Produktionsgesellschaft
21 Olympus Key Med Group Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich 100,0 Stammanteile Holdinggesellschaft
22 KeyMed (Medical & Industrial Equipment) Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich 100,0 Stammanteile Vertriebs-, Dienstleistungs- und Produktionsgesellschaft
23 KeyMed (Ireland) Ltd., Dublin, Irland 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
24 Algram Group Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich 100,0 Stammanteile Vertriebs-, Dienstleistungs- und Produktionsgesellschaft
25 Olympus KeyMed International Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
26 Arc Medical Design Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
27 Olympus Europa SE & Co. KG, Hamburg, Deutschland 100,0 Kommanditanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
28 Olympus Europa Management SE, Hamburg, Deutschland 100,0 Stammaktien Holdinggesellschaft
29 Olympus MEA FZ-LLC, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate 100,0 Stammaktien Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft, Reparaturzentrum
30 Olympus Business Services Sp. z o.o., Breslau, Polen 100,0 Stammanteile Servicegesellschaft
31 Olympus Medical Products Portugal Unipessoal LDA, Coimbra, Portugal 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
32 FH Ortho SAS, Heimsbrunn, Frankreich 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
33 FH Ortho LTD., Swansea, Vereinigtes Königreich 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
34 FH Orthopedics Inc., Chicago, USA 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
35 Fournitures Hospitalieres Industrie SASU, Quimper, Frankreich 100,0 Stammanteile Produktionsgesellschaft
36 S.C.I Innovation, Quimper, Frankreich 100,0 Kommanditanteile Immobiliengesellschaft
37 S.C.I Le Theleme, Quimper, Frankreich 100,0 Kommanditanteile Immobiliengesellschaft
38 Quest Photonic Devices BV, Middenmeer, Niederlande 100,0 Stammanteile Vertriebs-, Dienstleistungs- und Produktionsgesellschaft
39 Quest Innovations B.V, Middenmeer, Niederlande 100,0 Stammanteile Produktionsgesellschaft
40 Quest Medical Imaging B.V., Middenmeer, Niederlande 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
41 Quest Medical Imaging Inc., Cleveland, USA 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
42 Quest Medical Imaging SAS, Loos, Frankreich 100,0 Stammanteile Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft
43 Medi-Tate Ltd., Hadera, Israel 100,0 Stammanteile Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebsgesellschaft
44 Odin Medical Ltd, London, Vereinigtes Königreich 100,0 Stammanteile Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebsgesellschaft
45 Olympus EMEA Holding GmbH, Hamburg, Deutschland 100,0 Stammanteile Holdinggesellschaft

(B) Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen

Name, Sitz Eigentumsanteile
in %
Stimmrechtsanteile
in %
Art der Geschäftstätigkeit
DistalMotion SA, Epalinges, Schweiz 16,6 (Stammaktien) 12,23 Entwicklungsgesellschaft

(C) Gesellschaften, die im Geschäftsjahr aus dem Konzern ausgeschieden sind

Name, Sitz

Gyrus Medical Ltd., Cardiff, Vereinigtes Königreich

(29) HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS

In der folgenden Tabelle wird das vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar aufgeschlüsselt dargestellt:

in Tausend Euro 2023/2024 2022/2023
Abschlussprüfungsleistungen 606 768
Andere Bestätigungsleistungen 383 251
Steuerberatungsleistungen 4 6
Sonstige Leistungen 22 8

(30) EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Am 12. Juli 2024 wurde das Orthopädiegeschäft erfolgreich an die Polaris Capital Group verkauft. Damit sind 100 % der Anteile an der FH Ortho-Gruppe an den Käufer übertragen worden.

Bei der Olympus Corporation, Tokyo, Japan, ist Stefan Kaufmann am 28. Oktober 2024 von seinen Rollen als Director, Representative Executive Officer, President, CEO, Executive Officer und Mitglied des Nominierungsausschusses zurückgetreten. Vom Mutterunternehmen wurden Maßnahmen ergriffen, um die Geschäftskontinuität zu gewährleisten. Es werden derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Olympus-Europa-Gruppe erwartet.

Darüber hinaus waren keine wesentlichen Ereignisse nach Beendigung des Geschäftsjahres bekannt.

 

Hamburg, 19. Dezember 2024

Olympus Europa Holding SE

Der Vorstand

Carl Constantin Zangemeister

Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023/2024

Konzernstruktur

Die Olympus Europa Holding SE ist die Muttergesellschaft der Olympus-Europa-Gruppe. Die Tätigkeit der Olympus Europa Holding SE beschränkt sich auf das Halten der wesentlichen Beteiligungen und die zugehörige Aufsichtsfunktion. Die operative Steuerung des Konzerns liegt beim Tochterunternehmen Olympus Europa Management SE, Hamburg. Der Vertriebsbereich der Olympus-Europa-Gruppe umfasst geographisch Europa inklusive der gesamten Russischen Föderation, den Nahen Osten und Afrika. Die produzierenden Gesellschaften der Olympus-Europa-Gruppe vertreiben ihre Produkte darüber hinaus an verbundene Unternehmen und Distributoren in Nord- und Südamerika, Asien und Australien.

Der Vertrieb in Europa erfolgt weitgehend über die Tochterunternehmen sowie in einzelnen Ländern über Distributoren. Die Olympus Europa Holding SE wird zu 100 % von der Olympus Corporation in Tokio (Japan) gehalten.

Am 21. April 2023 hat die Olympus-Europa-Gruppe die Gyrus Medical Ltd. (GML) an ATL Technology (ATL), London, Vereinigtes Königreich, verkauft. Die langfristigen Vermögenswerte und Schulden der GML werden im vorangegangenen Geschäftsjahr als zur "Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe" dargestellt. Der Verkauf steht im Einklang mit der Strategie, Produktionsstätten zu konzentrieren und sich auf eigene Kernprodukte zu fokussieren.

Am 27. Mai 2024 gab der weltweite Olympus-Konzern die Übertragung des Orthopädiegeschäfts an die Polaris Capital Group, Tokio, Japan, zum 12. Juli 2024 bekannt. Dementsprechend wurde der Geschäftsbereich Orthopedic Solutions im Konzernabschluss zum 31. März 2024 als Vermögensgruppe dargestellt, die zur Veräußerung gehalten wird. Der Verkauf dient dem Fokus auf die strategisch definierten Therapie- und Krankheitsbereiche und gleichsam der Optimierung des Unternehmensportfolios eines globalen Medizintechnik Unternehmens.

In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wird das Konzernergebnis aus dem fortgeführten Geschäftsbereich für beide dargestellten Geschäftsjahre ohne den nicht fortgeführten Geschäftsbereich Orthopedic Solutions ausgewiesen. Das Ergebnis nach Steuern des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions wird separat als Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich ausgewiesen.

Das Tätigkeitsfeld der Olympus-Europa-Gruppe umfasst den Vertrieb und den Service in den nachfolgenden Geschäftsbereichen:

Endoscopic Solutions (ESD): bestehend aus Investmentgütern für Gastrointestinale und chirurgische Endoskopie sowie Aufbereitungslösungen, Systemintegration und Service

Therapeutic Solutions (TSD): bestehend aus Produkten für Gastrointestinale- und Atemwegs-Endotherapie sowie Bronchoskopie; Energie und andere chirurgische Einweginstrumente; Urologie-, Gynäkologie- und HNO-Produkten

Orthopedic Solutions (OSD) (nicht fortgeführter Geschäftsbereich): künstliche Knie-, Hüft- und Schulterimplantate sowie Prothesen und Lösungen für den Einsatz bei minimalinvasiven Verfahren in der Bandreparatur, Fuß- und Sprunggelenkchirurgie sowie in der Unfallchirurgie

Die Produkte werden überwiegend von der Olympus Corporation, Tokio (Japan), und der Olympus Medical Systems Corp., Tokio (Japan), bezogen. Von der Olympus KeyMed (Medical & Industrial Equipment) Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich, und der Olympus Winter & Ibe GmbH, Hamburg, werden Produkte und Endoskope für die Geschäftsbereiche ESD und TSD bezogen. Orthopädische Produkte werden von der Unternehmensgruppe FH Ortho sowie von Olympus Medical Systems Corp., Tokio (Japan), bezogen.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Lage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 war eine sehr langsame Erholung der wirtschaftlichen Lage zu beobachten. Die Rahmenbedingungen, insbesondere das erhöhte Preisniveau bei der Energieversorgung aufgrund anhaltender geopolitischer Konflikte wie beispielsweise in der Ukraine, trübten wie wirtschaftliche Lage weiterhin ein. Zusätzlich wirkten die weiterhin schwierigen Finanzierungsbedingungen restriktiv auf die Wirtschaft und trübten die kurzfristigen Wachstumsaussichten ein. Zuletzt zeigte sich jedoch eine leichte Entspannung der Inflation in den meisten Volkswirtschaften, wodurch in Zukunft höhere öffentliche und private Investitionen zu erwarten sind.

Trotz der leicht positiven Entwicklung zum Ende des Jahres 2023 überwiegen die herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit den umfassenden Folgen, wodurch in Europa ein sehr schwaches Wachstum im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten ist. In der Europäischen Union (EU 27 Länder) ist daher im Jahr 2023 ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um lediglich 0,4 % (Vorjahr 3,5 %) zu verzeichnen. In der Eurozone (20 Länder) betrug der Anstieg des BIP ebenfalls 0,4% (Vorjahr 3,5 %).

Unter den vier größten Volkswirtschaften des Euroraumes verzeichnete das BIP in Deutschland einen Rückgang um -0,2 % (Vorjahr 1,8 %), während es in Frankreich und Italien um 0,7 % respektive 0,9 % leicht anstieg (Vorjahr 2,6 % bzw. 3,7 %). Auch in Spanien konnte nicht an das starke Wachstum der Vorjahre angeknüpft werden. Hier wuchs das BIP mit 2,5 % (Vorjahr 5,5 %) vergleichsweise schwach.

Das Bruttoinlandsprodukt des Vereinigten Königreichs stagnierte im Jahr 2023 mit 0,3 % (Vorjahr 4,1 %). Gleiches gilt für Polen mit einem schwachen Wachstum von 0,2 % (Vorjahr 5,1 %). Das Bruttoinlandsprodukt der Tschechischen Republik verzeichnete indes ein negatives Wachstum von -0,3 % (Vorjahr 2,5 %). Trotz der weitreichenden Sanktionen aufgrund des Krieges in der Ukraine konnte die russische Wirtschaft durch erhebliche Staatsausgaben einen Aufschwung von 3,6 % (Vorjahr -3,9 %) verzeichnen.

Die schwache Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts spiegelt sich auch in der Region des Mittleren Ostens mit 2,0 % (Vorjahr 5,3 %) wider. Währenddessen war das Wachstum in der Subsahara-Region annähernd identisch mit 3,4 % zum Vorjahr von 3,9 %.

Geschäftsverlauf nach Geschäftsbereichen

In den Geschäftsbereichen Endoscopic Solutions und Therapeutic Solutions der Olympus-Europa-Gruppe wurde ein Umsatz von EUR 1.862,8 Mio. erzielt. Dies entspricht einem Rückgang von -0,8 % gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere die herausfordernde Situation in Russland zeichnet hierfür verantwortlich. Zusätzlich zeigten sich in diesem Geschäftsjahr die Auswirkungen der Inflation mit sinkenden Bestellungen von Olympus-Produkten, aufgrund von Sparmaßnahmen auf der Kundenseite. Weiterhin kann zum Teil das Erdbeben in Noto, Japan, angeführt werden, welches zum Ende des Geschäftsjahres 2023/2024 auftrat und Lieferengpässe zur Folge hatte. Kompensierende Effekte konnten durch vereinzelt staatlich geförderte Gesundheitsprogramme und Investitionen erreicht werden.

Als Folge ist der umsatzstärkste Geschäftsbereich Endoscopic Solutions im abgelaufenen Geschäftsjahr um -1,7 % geschrumpft. Der Geschäftsbereich Therapeutic Solutions konnte das Vorjahresniveau leicht mit 0,4 % übertreffen.

Die FH Ortho Gruppe, welche dem Geschäftsbereich Orthopedic Solutions (nicht fortgeführter Geschäftsbereich) zuzuordnen ist, erreichte einen Umsatz von EUR 38,6 Mio., was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 1,0 % bedeutet.

Endoscopic Solutions

Im Geschäftsbereich Endoscopic Solutions konnte der umsatzstärkste Produktbereich der flexiblen Endoskope im Bereich der chirurgischen Endoskopie nicht an die starken Vorjahre anknüpfen. Ursächlich waren hier die herausfordernde Situation am russischen Markt, die hohe Inflation, die zu Sparmaßnahmen auf der Kundenseite führte, Rückgang staatlicher Unterstützung, insbesondere im britischen Gesundheitssystem, sowie die Lieferengpässe als Folge des Erdbebens in Noto, Japan. In Summe führten diese teils exogenen Einflüsse zu einem Rückgang von -9,9 % im Vergleich zum Vorjahr.

Dagegen konnte der Service- und Reparaturbereich durch eine anhaltend stark wachsende Anzahl von Neuverträgen sowie von Vertragsverlängerungen um 5,3 % im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Dies konnte zum einen durch die Etablierung des Großreparaturzentrums in Portugal und zum anderen durch neu eingeführte Tools, in dem Kundenverträge effektiver verwaltet und ausgebaut werden, erreicht werden. Das On-Demand Geschäft, bei dem Geräte zur Reparatur eingeschickt werden, profitierte von der Normalisierung im Krankenhausbetrieb. Hier bedingte die erhöhte Anzahl von Prozeduren die Anzahl zur Reparatur eingereichter Geräte.

Der Produktbereich der Allgemein- und Viszeralchirurgie ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 % gewachsen. Insbesondere staatliche Förderprogramme zur Krebsvorsorge sowie eine größere Nachfrage nach einem bestimmten Produkt aus diesem Produktbereich zeichneten für das Wachstum verantwortlich.

Therapeutic Solutions

Im Geschäftsbereich Therapeutic Solutions konnte der umsatzstärkste Produktbereich Urologie weiter mit 2,9 % im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Hierbei sind EU-Förderprogramme hervorzuheben, die mit einem erhöhten Bestellvolumen einhergehen. Weiterhin konnte Medi-Tate im Vergleich zum Vorjahr seine Umsätze verdoppeln und wuchs um ca. EUR 2,1 Mio.

Im Bereich der Endo-Therapieprodukte konnte mit einem Wachstum von 9,4 % an die positive Entwicklung aus dem Vorjahr angeknüpft werden, wobei auch hier ein staatliches Förderprogramm in Polen im Bereich Lungenkrebs-Vorsorge hervorzuheben ist.

Der Bereich der Hals-Nasen- und Ohrenprodukte war geprägt von verhängten Auslieferstopps einiger Produkte und einem niedrigeren Bestellvolumen der NHS im Vereinigten Königreich im Vergleich zum Vorjahr. Dies führte zu einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um -9,4 %.

Orthopedic Solutions

Im Geschäftsbereich Orthopedic Solutions wurde ein Umsatz von EUR 38,6 Mio. erzielt. Dies entspricht einem Wachstum von 1,0% im Vergleich zum Vorjahr (EUR 38,2 Mio.). Das Vorjahresniveau konnte leicht übertroffen werden, da durch die Normalisierung des Krankenhausbetriebes nach COVID-19 immer mehr Operationen im orthopädischen Bereich möglich sind.

In Bezug auf die Leistung nach Implantattyp erzielte die FH Ortho-Gruppe im Wesentlichen ihren Umsatz mit Hüft-, Schulter-, Knie- sowie Fußgelenkimplantaten (85 %). Die restlichen 15 % des Umsatzes wurden mit weiteren Produktgruppen erzielt.

Geschäftsverlauf nach Regionen

Der Vertriebsbereich der Olympus-Europa-Gruppe unterteilt sich in die nachfolgend aufgeführten geographischen Vertriebsregionen, auf die im weiteren Verlauf Bezug genommen wird:

DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz)

ECE (Tschechien, Polen, Ungarn, Türkei, Kroatien, Serbien, Slowakei, Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Nordmazedonien, GUS-Staaten)

ITALIEN

MEA (Naher Osten und Afrika)

NORTH (Niederlande, Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland, Litauen, Lettland, Estland)

SOUTH (Portugal und Spanien)

UI (das Vereinigte Königreich und Irland)

WEST (Belgien, Frankreich)

Für die produzierenden Gesellschaften außerdem die folgenden Regionen:

Asien

Australien

Nordamerika

Die anhaltenden geopolitischen Konflikte insbesondere in der Ukraine und den damit verbundenen Unsicherheiten dämpften im abgelaufenen Geschäftsjahr erheblich das Wachstum. Neben humanitären Herausforderungen waren aus wirtschaftlicher Sicht die gestiegenen Energiekosten und die daraus resultierende Inflation besonders gravierend und führten zu einer Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik. Um diesem entgegenzuwirken, wurden in weiten Teilen Europas staatliche Investitionen getätigt, die sich auch auf die jeweiligen Gesundheitssysteme erstreckten.

Wie im Vorjahr sind die Regionen ECE (34,5 %) und SOUTH (9,5 %) aufgrund ihres deutlichen Wachstums zu nennen. Die positive Entwicklung in der Region ECE ist auf EU-Fördermittel in Tschechien sowie auf erhöhte Lungenkrebsvorsorgemaßnahmen in Polen im Bereich der Bronchoskopie zurückzuführen. Erneut weist das Distributorengeschäft in den südosteuropäischen Ländern ein solides Wachstum auf. Die Region SOUTH wurde durch Investitionen auf Staatsund EU-Ebene und einem damit einhergehenden überdurchschnittlichen Ergebnis im Produktbereich Gastrointestinal geprägt.

Die Region MEA konnte durch ein herausragendes Distributorengeschäft um 11,1 % im Vergleich zum starken Vorjahr wachsen.

Daneben verzeichnete die DACH-Region einen Umsatzrückgang von -2,3 %. Insbesondere in Deutschland ist aufgrund der bevorstehend Krankenhausreform eine Zurückhaltung bei Investitionen zu beobachten. Daneben dämpften Produktrückrufe ebenfalls das Wachstum.

Der Teilkonzern Olympus Winter & Ibe GmbH samt seinen Tochterunternehmen verzeichnete einen Umsatzrückgang von -3,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund für den Umsatzrückgang ist der vollzogene Verkauf der Tochtergesellschaft Gyrus Medical Ltd., Cardiff, Vereinigtes Königreich, im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 (EUR -16,6 Mio.).

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Vermögenslage

Im Vergleich zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres ist die Bilanzsumme der Olympus-Europa-Gruppe zum 31. März 2024 von EUR 2.686,9 Mio. um 11,5 % auf EUR 2.376,7 Mio. gesunken. Die um EUR 310,2 Mio. gesunkene Bilanzsumme resultiert insbesondere aus einem Rückgang der sonstigen Forderungen in dem Bilanzposten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die Zahlung der Dividende an die Konzernmuttergesellschaft zurückzuführen, welche im Rahmen des globalen Cash-Poolings getragen wird.

Das langfristige Vermögen ist von EUR 1.313,7 Mio. um 2,4 % auf EUR 1.282,3 Mio. gesunken. Dabei reduzierten sich die immateriellen Vermögenswerte von EUR 580,8 Mio. um 2,9 % auf EUR 563,7 Mio. Hierfür ist vornehmlich die Klassifizierung des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions als nicht fortgeführter Geschäftsbereich mit EUR 24,6 Mio. verantwortlich. Zusätzlich sanken die in Fremdwährung notierten Geschäfts- und Firmenwerte in EUR. Dagegen ist ein Anstieg der aktivierten Forschungs- und Entwicklungskosten insbesondere bei Odin zu verzeichnen.

Unter den at-equity bilanzierten Beteiligungen wird zum 31. März 2024 der fortgeschriebene Beteiligungsbuchwert an der DistalMotion SA mit Sitz in Epalinges, Schweiz, ausgewiesen, der unter Berücksichtigung des anteiligen negativen Ergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr vollständig abgeschrieben wurde.

Die langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen sanken nur moderat um 1,9 % auf EUR 77,4 Mio. Die sonstigen Finanzanlagen inkl. derivativer Finanzinstrumente stiegen um EUR 5,5 Mio. auf EUR 78,9 Mio., im Wesentlichen bedingt durch Veränderungen der Aktivwerte der Pensionspläne.

Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr von EUR 1.373,2 Mio. um 20,3 % auf EUR 1.094,5 Mio., hauptsächlich bedingt durch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen aufgrund der Dividendenzahlung in Höhe von EUR 335,2 Mio. Bei den Vorräten sowie den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten ergeben sich nur moderate Veränderungen gegenüber dem Vorjahr, die insgesamt eine Verringerung um 1,1 % oder EUR 4,5 Mio. betrafen.

Die zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe betrifft den nicht fortgeführten Geschäftsbereich Orthopedic Solutions. Sie umfasst nach Abschreibung in Höhe von EUR 64,7 Mio. Vermögenswerte in Höhe von EUR 14,5 Mio.

Auf der Passivseite reduzierte sich das Eigenkapital der Olympus-Europa-Gruppe von EUR 1.493,4 Mio. um 16,5 % auf EUR 1.246,4 Mio. Bei gleichzeitig gesunkener Bilanzsumme sank die Eigenkapitalquote von 55,6 % auf 52,4 %. Der Rückgang des Eigenkapitals um EUR 247,0 Mio. ergab sich im Wesentlichen aus der Dividendenausschüttung an die Konzernmuttergesellschaft von EUR 335,2 Mio. Gegenläufig wirkte sich der erzielte Konzerngewinn von EUR 82,5 Mio. und ein positiver Betrag von EUR 2,3 Mio. aus Währungseinflüssen aus der Umrechnung konsolidierter Abschlüsse aus.

Die langfristigen Schulden sanken von EUR 425,4 Mio. um 14,2 % auf EUR 364,9 Mio., insbesondere durch den Rückgang der langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten um EUR 45,2 Mio. und der passiven latenten Steuern um EUR 14,8 Mio. Der Rückgang der langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten von EUR 247,5 Mio. auf EUR 202,3 Mio. ergab sich im Wesentlichen aus den bedingten Kaufpreiskomponenten im Zusammenhang mit Unternehmensakquisitionen, deren Erfüllungszeitpunkte innerhalb eines Jahres lagen oder bezahlt wurden (EUR 39,7 Mio.). Zusätzlich reduzierte sich das Factoring-Volumen aus dem russischen Geschäft im Vergleich zum Vorjahr um EUR 10,3 Mio.

Die kurzfristigen Schulden sind von EUR 768,1 Mio. um EUR 2,7 Mio. auf EUR 765,4 Mio. gesunken. Zu dieser stagnierenden Entwicklung haben einerseits die Reduzierung der Steuerverbindlichkeiten um EUR 21,0 Mio. und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um EUR 8,9 Mio. sowie die Abnahme der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten um EUR 10,7 Mio. und gegenläufig der Anstieg der kurzfristigen sonstigen Rückstellungen um EUR 25,0 Mio. sowie der Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen um EUR 13,0 Mio. beigetragen. Die Steuerverbindlichkeiten reduzierten sich vor allem durch das niedrigere Konzernergebnis vor Steuern, im Verglich zum außerordentlichen Vorjahres-Konzernergebnis vor Steuern, das hauptsächlich aus dem Verkauf des Geschäftsbereichs Scientific Solutions resultierte. Der Anstieg in den kurzfristigen Rückstellungen ist insbesondere auf ein Restrukturierungsprojekt zurückzuführen.

Die im Posten Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen ausgewiesenen EUR 13,9 Mio. sind dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich Orthopedic Solutions zuzurechnen, der am 12. Juli 2024 verkauft wurde.

Ertragslage

Am 27. Mai 2024 gab der weltweite Olympus-Konzern die Übertragung des Orthopädiegeschäfts an die Polaris Capital Group zum 12. Juli 2024 bekannt. Dementsprechend wurde der Geschäftsbereich Orthopedic Solutions im Konzernabschluss zum 31. März 2024 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich dargestellt. Das Ergebnis dieses Geschäftsbereichs wird im aktuellen Geschäftsjahr und im Vorjahr in der Konzerngesamtergebnisrechnung separat ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden so angepasst, als wäre der Geschäftsbereich Orthopedic Solutions von Beginn des Vorjahres an nicht fortgeführt worden. Damit wird der nicht fortgeführte Geschäftsbereich in beiden Jahren gesondert von den fortzuführenden Geschäftsbereichen dargestellt.

Der Konzernumsatz reduzierte sich leicht von EUR 1.877,5 Mio. im Vorjahr auf nunmehr EUR 1.862,8 Mio., was einem Rückgang der fortgeführten Geschäftsbereiche von 0,8 % entspricht.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz stieg indes von EUR 886,1 Mio. um 3,6 % auf EUR 917,8 Mio. Die Rohertragsmarge, der prozentuale Anteil des Bruttoergebnisses am Umsatz, verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von 47,2 % auf 49,3 %. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen von EUR 568,2 Mio. im Vorjahr um 6,8 % auf EUR 606,6 Mio. Zwar verbesserte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz jedoch zeigte sich ein allgemeiner Anstieg der Vertriebs- und Verwaltungskosten und der Forschungs- und Entwicklungskosten. Zusätzlich reduzierten sich die sonstigen betrieblichen Erträge um EUR 18,0 Mio. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um EUR 10,4 Mio., was zu einem rückläufigen Betriebsergebnis von EUR 236,6 Mio. um 9,8 % auf EUR 213,5 Mio. führte. Treiber des Rückgangs des Betriebsergebnisses waren zum einen die angestoßenen Restrukturierungsmaßnahmen, die inflationsbedingten Kostensteigerungen und zum anderen die erheblichen zukunftsorientierten Forschungs- und Entwicklungsausgaben.

Das Konzernergebnis vor Steuern reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 % von EUR 234,6 Mio. auf EUR 203,4 Mio. Im Geschäftsjahr stieg der im Finanzergebnis enthaltene Verlust von EUR 2,0 Mio. um EUR 8,1 Mio. auf EUR 10,1 Mio. Dieser Anstieg ist auf im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Netto-Finanzerträge in Höhe von EUR 7,2 Mio. zurückzuführen. Zusätzlich wirkt die vollständige Abschreibung der at-Equity bewerteten Beteiligungen negativ, welche sich um EUR 1,0 Mio. im Vergleich zum Vorjahr erhöhte.

Das Konzernergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen reduzierte sich von EUR 165,8 Mio. um 10,9 % auf EUR 147,8 Mio. Die Steuerquote hat sich mit 27,3 % gegenüber dem Vorjahr nur leicht verändert (29,3 %).

Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen weist einen Verlust von EUR 65,3 Mio. auf, der aus der Umgliederung des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions und der entsprechenden Erfassung der Wertminderung entstand. Das Vorjahresergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen von EUR 173,0 Mio. umfasst die Realisierung des Verkaufserlöses des Scientific Solutions Geschäfts.

Finanzlage

Der Mittelzufluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit verzeichnete einen Rückgang um 35,5 % von EUR 243,2 Mio. auf EUR 156,8 Mio., welcher im Wesentlichen auf einen Anstieg der Vorräte sowie einen Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen ist. Des Weiteren stiegen die Auszahlungen für Ertragsteuern durch die Steuervorauszahlung für den Verkauf des Scientific Solutions Geschäfts. Gegenläufig haben sich die Zuflüsse aus der Reduktion der Forderungen ausgewirkt.

Aus dem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit im Vorjahr wird ein Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ursächlich hierfür ist die Zahlungsmittelentnahme als Mittelzufluss aus dem globalen Cash-Pool Bestand (EUR 237,5 Mio.) zur Zahlung der Dividende. Ferne wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Investitionen durch Akquisitionen getätigt, während im Vorjahr die Odin Akquisition für einen Mittelabfluss verantwortlich war.

Der Netto-Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist im abgelaufenen Geschäftsjahr geprägt durch den Mittelabfluss der gezahlten Dividende von EUR 335,2 Mio. Im Vergleich wurde im Vorjahr eine Dividende von EUR 18,1 Mio. gezahlt.

Die nach IAS 7 erstellte Kapitalflussrechnung, die Teil des Konzernabschlusses ist, gibt weiteren Aufschluss über die Liquiditätssituation und die finanzielle Entwicklung der Olympus-Europa-Gruppe.

Die Olympus-Europa-Gruppe verfügt über ausreichend liquide Mittel zur Finanzierung ihrer operativen und strategischen Ziele.

Geschäftsverlauf im Vergleich zum Ausblick für 2023/2024

An die im Konzern-Lagebericht des Geschäftsjahres 2022/2023 prognostizierte Umsatzentwicklung, mit einem erwarteten Anstieg im unteren mittleren einstelligen Prozentbereich, konnte nicht angeknüpft werden. Vielmehr ist ein Rückgang im unteren einstelligen Prozentbereich zu verzeichnen. Auf die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche vor dem Hintergrund des prognostizierten Ausblicks wird nachfolgend eingegangen.

Im Konzern-Lagebericht des Geschäftsjahres 2022/2023 wurde ein nahezu unverändertes Betriebsergebnis prognostiziert und von einer Verbesserung der Rohertragsmarge auf über 50 % ausgegangen. Das erzielte Betriebsergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr ist von EUR 236,6 Mio. um -9,8 % auf EUR 213,5 Mio. zurückgegangen und konnte damit die erwartete Entwicklung nicht bestätigen. Die Rohertragsmarge hingegen konnte zwar auf 49,3 % gesteigert werden, bleibt damit aber leicht unter den Erwartungen. Vornehmlich konnten die angestrebten Preisanpassungen nicht wie erwartet umgesetzt werden.

Für die Geschäftsbereiche ESD und TSD wurde eine Umsatzsteigerung jeweils im mittleren einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Der tatsächlich im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte im Vergleich zum für 2023/2024 prognostizierten Umsatz war um -4,6 % bei ESD und um -1,8 % bei TSD niedriger. Somit blieben beide Geschäftsbereiche hinter den prognostizierten Erwartungen. Diese negative Entwicklung ist hauptsächlich auf die herausfordernde Situation am russischen Markt, die hohe Inflation, die zu Sparmaßnahmen auf der Kundenseite führte, Rückgang staatlicher Unterstützung insbesondere im britischen Gesundheitssystem sowie die Lieferengpässe als Folge des Erdbebens in Noto, Japan, zurückzuführen.

Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich Orthopedic Solutions erreichte einen Umsatz von EUR 38,6 Mio. und blieb mit -11,8 % hinter dem prognostizierten Umsatz von EUR 43,8 Mio. Grund hierfür war der niedrigere Absatz von Knie- und Schultergelenken, insbesondere in den Regionen USA und dem Vereinigten Königreich.

Forschung & Entwicklung

Forschung und Entwicklung hat für die Olympus-Europa-Gruppe eine hohe Bedeutung, um das Produktportfolio zu erweitern und im Markt befindliche Produkte stetig zu verbessern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 wurden von EUR 71,5 Mio. Kosten der Forschung und Entwicklung EUR 21,2 Mio. aktiviert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 standen in den Geschäftsbereichen ESD und TSD, in denen die Olympus-Europa-Gruppe mit ihren Tochtergesellschaften in der Forschung- und Entwicklung tätig ist, folgende Projekte und Entwicklungsleistungen im Fokus:

Endoscopic- und Therapeutic Solutions

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für die Geschäftsbereiche ESD und TSD sind gebündelt in der Olympus Surgical Technologies Europe (OSTE), welche die Tochtergesellschaften Olympus Winter & Ibe GmbH, Hamburg, KeyMed (Medical & Industrial Equipment) Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich, Quest Photonic Devices B.V., Middenmeer, Niederlande, Medi-Tate Ltd., Hadera, Israel, Algram Group Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich, sowie Odin Medical Ltd., London, Vereinigtes Königreich, umfasst. Diese Gesellschaften tragen innerhalb des Verbundes zum Wachstum durch ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeit im Bereich der Medizintechnik bei und leisten so einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg und der Sicherung der künftigen Ertragskraft der Olympus-Europa-Gruppe.

Im zurückliegenden Jahr wurde insbesondere die Integration der Technologien, die uns die Tochtergesellschaft Quest im Bereich der molekularen Bildgebung liefert, in die Bildgebungssysteme von Olympus vorangetrieben. Darüber hinaus wurde an dem Transfer der Produkte für die Therapie der benignen Prostatahyperplasie aus Israel an den Standort in Tschechien gearbeitet, um eine Großserienproduktion sicherzustellen. Im Rahmen des Ausbaus des Standortes in Tschechien wurde dort auch eine neue R&D Abteilung gegründet und in die EMEA-Organisation integriert.

Die Forschung und Entwicklung der OSTE startete wichtige Projekte und Initiativen, die die Grundlage des zukünftigen Wachstums und effizienten Geschäftsbetriebs der Olympus-Europa-Gruppe sicherstellen, und führte diese weiter. Die Implementierung notwendiger Produktanpassungen aufgrund der Medical Device Regulation (MDR) wurde wie im Vorjahr entschieden vorangetrieben.

Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios hat die OSTE-Entwicklungsleistungen erbracht, die im Folgenden näher erläutert werden:

Fortsetzung des Ausbaus der Imaging-Plattform

Abschluss eines Entwicklungsprojektes zur Integration bestimmter Technologien für die Hochfrequenz- sowie Ultraschall-Therapie (HF & US Therapie)

Fortführung der Entwicklung eines Zystoskopie-Systems

Vorentwicklung für Resektoskopie-Systeme mit noch geringerer Invasivität

Implementierung der nächsten Generation der Aufbereitungsmaschinen für Endoskopie als Nachfolgemodell der bewährten ETD-Plattform

Weiterentwicklung des Produktportfolios zur Dokumentation endoskopischer Eingriffe und der Aufbereitung flexibler Endoskope

Integration des neuen Standortes für innovative digitale Lösungen in der Endoskopie

In Kooperation mit dem japanischen Mutterunternehmen wurde weiter an der neuen Imaging Plattform entsprechend dem vereinbarten Zeitplan gearbeitet. Hier ist insbesondere die neue Generation der Videoendoskope zu nennen, die dem Anwender eine verbesserte Handhabung und höhere Bildqualität liefern wird.

Im Bereich der Hochfrequenz- und Ultraschall-Therapie wurde ein Weiterentwicklungsprojekt abgeschlossen und in die letzte Phase (Marktbeobachtung) übergeben. Die Marktzulassung in wichtigen Ländern wie Amerika und Kanada wurde bereits erreicht. Damit können innovative Instrumente des Thunderbeat-Portfolios an nur einem Generator betrieben werden.

Das Zystoskopie-Entwicklungsprojekt mit insgesamt 29 unterschiedlichen Artikeln in fünf Gruppen wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr entschieden vorangetrieben. Die Anforderungen an die Wiederaufbereitung von Medizintechnik durch internationale Regulierungsbehörden sind im vergangenen Jahr drastisch erhöht worden, sodass eine Designanpassung mit innovativen Werkstoffen wie amorphen Metallen notwendig war, um die maximale Patientensicherheit zu gewährleisten. Zusätzlich wurde die Gebrauchsanleitung mit innovativen Darstellungen verbessert und ein neuartiges Trainingsvideo erstellt, das die detaillierten Abläufe in der Wiederaufbereitung noch besser vermittelt.

Bezüglich des Transfers des Produktes iTind (für die Therapie der benignen Prostatahyperplasie) aus Israel an den Standort in Tschechien wurde die Verifikationsphase mit externen und internen Tests begonnen. Im Rahmen des Produktionstransfers wird eine komplett neue Entwicklungsakte erstellt und entsprechend eine Neuregistrierung des iTind Produktes in allen Märkten erwirkt. Die Zulassung im sehr wichtigen US-Markt wurde bei der FDA durch eine erfolgreiche pre-sub Mission abgesichert.

Die Vorentwicklung für Resektoskopie-Systeme der nächsten Generation mit noch geringerer Invasivität wurde im Januar 2024 wesentlich intensiviert.

Zusammen mit der Firma Miele wurde eine neue Wiederaufbereitungsmaschine, welche es in Basic und Premium Ausführungen gibt, im Geschäftsjahr 2023/2024 in EMEA gelauncht und somit diese Entwicklung abgeschlossen. Darüber hinaus wird im Bereich Endo-Reprocessing an der nächsten Generation von Durchreiche-Wiederaufbereitungsmaschinen gearbeitet.

Für die Dokumentation und den Workflow-Support von Aufbereitungsaktivitäten ist die Software HYTRACK weiterentwickelt worden. Insbesondere wurden die Möglichkeiten erweitert, die erfassten Daten zu analysieren und in Reports zusammenzufassen. Weiterhin unterstützt die Software jetzt die neuesten Aufbereitungsmaschinen und hilft damit unseren Kunden, ihren regulatorischen und rechtlichen Vorgaben in Bezug auf die Dokumentation und Kontrolle von Aufbereitungen nachzukommen. Die bewährte Dokumentationslösung für Endoskopie-Abteilungen ENDOBASE bietet erweiterte Kompatibilität zu neuesten Betriebssystem-Versionen, Datenbank-Servern und Hardware-Komponenten. Weiterhin wurden HYTRACK und ENDOBASE tiefer integriert, um den Anwendern durch die Kombination und den Austausch von Daten beider Systeme neue bzw. verbesserte Funktionen zur Verfügung zu stellen und Dokumentationsaufwände zu reduzieren.

Odin konnte an der KI-Plattform Entwicklungs-Fortschritte erzielen, insbesondere an der Entwicklung sog. computer-aided detection/diagnosis-Algorithmen, als auch an KI-gestützten Reporting-Algorithmen.

Corporate Governance

Die Olympus-Europa-Gruppe versteht unter Corporate Governance alle Institutionen, Prozesse, Gesetze wie auch sonstige Vorschriften und Normen, die das Management und die Überwachung innerhalb des Konzerns bestimmen und die den Schutz von Gesellschaftern und wichtigen Stakeholdern und die Sicherstellung von verantwortungsbewusstem Verhalten der Geschäftsführung zum Ziel haben.

Für die Olympus-Europa-Gruppe besteht ein Compliance-Management-System (CMS), welches auf der Grundlage der globalen Compliance Strategie und der globalen und regionalen Compliance Vorgaben der Olympus Corporation weiterentwickelt wird.

Als Teil des Compliance-Management-Systems werden in einem europaweiten Projekt bestehende und neue Compliance-Risiken ermittelt und bewertet und auf dieser Basis Maßnahmen zur Vermeidung oder Beherrschung von Compliance-Risiken identifiziert und deren Umsetzung sichergestellt. Zur Bestimmung der notwendigen Maßnahmen werden die Risiken nach Kriterien wie Schadenspotential, Eintrittswahrscheinlichkeit (Risk Exposure), Anfälligkeit (Vulnerability) und Risikogeschwindigkeit (Velocity) bewertet. Hauptbereiche der vom CMS in den Blick genommenen Risiken liegen in der Wirtschaftskriminalität (insbesondere Antikorruption), der Interaktion mit Amtsträgern und Privatpersonen im Gesundheitssektor ("Healthcare Compliance") und dem Wettbewerbs- und Kartellrecht.

Der 2020 verabschiedete Globale Olympus Verhaltenskodex legt die ethischen Prinzipien des Geschäfts des Olympus-Konzerns fest. Richtlinien und Verfahrensanweisungen untermauern den Verhaltenskodex und geben den ethisch-rechtlichen Rahmen für Mitarbeitende und die Geschäftsführung an allen europäischen Standorten vor. Teil des CMS ist weiterhin ein europaweites Hinweisgeber ("Whistleblower")-System, das Teil des globalen Olympus-Hinweisgebersystems ist. Die Möglichkeit, Hinweise zu geben, besteht für Olympus-Mitarbeitende und für Olympus-Geschäftspartner. Die Compliance-Abteilung und andere Unternehmensfunktionen, wie die Personal- und Rechtsabteilung sowie die Innenrevision, gehen den Meldungen mit der nötigen Sorgfalt nach.

Das interne Kontrollsystem der Olympus-Europa-Gruppe entspricht den Vorschriften des japanischen Gesetzes für Finanzinstrumente und Börsen (FIEA). Mit ihren unabhängigen und objektiven Prüfungen und Beratungsaktivitäten trug die Innenrevision zur Bewertung und Verbesserung des Risikomanagements, des internen Kontrollumfelds und der Unternehmensführung bei. Der jährliche risikobasierte Prüfungsplan wurde offiziell von dem Global Executive Committee und dem Audit Committee der Muttergesellschaft genehmigt. Die Geschäftsführung der Olympus-Europa-Gruppe wurde regelmäßig über dessen Status und die Ergebnisse informiert.

Das Ziel der Olympus-Europa-Gruppe ist es, unseren Kunden die besten Produkte, Dienstleistungen und Lösungen zu bieten und gleichzeitig nur ein sinnvolles Minimum an persönlichen Daten zu verarbeiten. Die Verarbeitung personenbezogener Daten, von Kunden und von Mitarbeitenden, erfolgt unter Anwendung der erforderlichen technischen und organisatorischen Schutzstandards. Alle Mitarbeitenden werden zudem durch regelmäßige, adressatengerechte Trainings im Thema Datenschutz und Datensicherheit auf den umsichtigen und vertraulichen Umgang mit Daten und deren Verarbeitung geschult. Vertiefende Informationen werden im unternehmensinternen Intranet veröffentlicht.

Die Olympus-Europa-Gruppe hat sich durch die Schaffung und beständige Weiterentwicklung eines Datenschutz Management Systems (DSMS) auf die relevanten, gesetzlichen Anforderungen eingestellt. Es wurde ein europaweites Netzwerk von Datenschutz Koordinatoren ("Data Protection Coordinators", "DPCs") geschaffen, um den Informationsfluss sicherzustellen und zu koordinieren, ohne dabei die landesspezifischen Anforderungen außer Acht zu lassen. Die relevante Datenschutzdokumentation (inklusive der Datenschutzrichtlinie) wird fortlaufend weiterentwickelt und mit neuen globalen Anforderungen in dem Bereich angereichert. Das digitale Verfahrensverzeichnis der Olympus-Europa-Gruppe schafft die erforderliche Transparenz hinsichtlich der Datenverarbeitung und bietet die Grundlage, um in Datenschutzfolgeabschätzungen, die sich aus Datenverarbeitung ergebenden Risiken für die Olympus-Europa-Gruppe sinnvoll bewerten zu können. Im Olympus-Konzern wurden Richtlinien und Handreichungen zu der Verwendung von KI, insbesondere von Large Language Modellen (LLM) veröffentlicht. Soweit künstliche Intelligenz bei neuen Olympus Produkten eine Rolle spielt, ist die Datenschutzfunktion beratend eingebunden.

Der Aufsichtsrat der Olympus Europa Holding SE trat im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt dreimal zu Sitzungen zusammen. Der für die operative Steuerung des Konzerns zuständige Verwaltungsrat der Olympus Europa Management SE traf sich in diesem Geschäftsjahr insgesamt viermal. Zusätzlich wurden Einzelentscheidungen im Umlaufverfahren abgestimmt. Beide Gremien wurden jeweils von der Geschäftsführung über die finanzielle Situation, Compliance-Aktivitäten, kurz- und mittelfristige Strategie und die vom Mutterunternehmen festgelegten Geschäftsziele informiert. Transaktionen, die gemäß dem Gesellschaftsvertrag des Unternehmens genehmigt werden müssen, wurden diesen entsprechend zur Genehmigung vorgelegt.

Qualitäts- und Umweltmanagement

Die Qualitätsmanagementsysteme der Olympus-Europa-Gruppe basieren auf den international anerkannten Standards ISO 9001:2015 und ISO 13485:2016. Grundsätzlich dient es dazu, Kunden- und regulatorische Anforderungen zu erkennen, durch Kennzahlen messbar zu machen, die qualitätsrelevanten Abläufe aller Geschäftsbereiche der gesamten Gruppe ständig zu optimieren und in den entsprechenden Geschäftsbereichen die Produktsicherheit zu verbessern.

Die europaweite Steuerung von Geschäftsprozessen wird durch zentral harmonisierte Prozesse geschaffen, die in den europäischen Tochtergesellschaften implementiert sind und sowohl lokale und regionale Gegebenheiten als auch die europäische Verantwortung widerspiegelt. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde das Projekt zur Globalisierung zentraler Qualitätsprozesse fortgesetzt, um eine unternehmensweite Vereinheitlichung sicherzustellen. In wichtigen Kernbereichen des Qualitätsmanagements wurden die neuen Prozesse erfolgreich implementiert.

Die Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems wurde auch im Geschäftsjahr 2023/2024 durch regelmäßige interne Audits europaweit überprüft. Es wurde die Konformität mit den ISO-Standards aufrechterhalten und durch die benannten Stellen (TÜV-Rheinland bzw. BSI) im Rahmen europäischer Überwachungsaudits ohne Hauptabweichungen bestätigt.

Das Umweltmanagement hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr mit seinen Zielen und Maßnahmen an den Auswirkungen des weltweiten Klimawandels und den angestrebten Reduzierungen der CO 2 -Emissionen aus allen geschäftlichen Aktivitäten orientiert. Hierbei ergänzen sich die Vorgaben der Olympus Corporation in Japan zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung sowie des internationalen Standards ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme. Nach der Festlegung des Ziels der CO 2 -Neutralität für Scope 1 und 2 bis 2030 wurde im vergangenen Geschäftsjahr eine Erweiterung um die Neutralität von Scope 3 Emissionen bis 2040 ergänzt.

Im Bereich ESG wurde in Europa zudem mit der Vorbereitung der nicht-finanziellen Berichterstattung nach CSRD begonnen, die ab 2026 für die Olympus-Europa-Gruppe relevant sein wird.

Des Weiteren legt Olympus einen neuen Schwerpunkt auf das Thema der "Circular Economy" -Kreislaufwirtschaft und arbeitet an Projekten seine Produkte nachhaltiger zu gestalten sowie das LCA (Life-Cycle-Assessment) zu erfassen und zu optimieren.

Mitarbeitende

Zum 31. März 2024 beschäftigte die Olympus Europa Holding SE im europäischen Konzernverbund 7.318 (Vorjahr: 7.185) Mitarbeitende.

Im Zuge der Transformation von Olympus zu einem Med-Tech-Unternehmen wurden die Kernwerte (Patienten im Fokus, Integrität, Innovation, Wirkung, Empathie) weiterentwickelt, damit die Patientensicherheit höchste Priorität genießt.

Vor dem Hintergrund steigender Kosten bei sinkendem Umsatz und der Notwendigkeit Redundanzen in der zunehmend global strukturierten Matrix-Organisation zu reduzieren, wurde in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres ein Restrukturierungsprojekt erfolgreich durchgeführt. Insgesamt wurden knapp 20 Geschäftsbereiche in der Olympus-Europa-Gruppe (mehrheitlich) mit Wirkung zum 1. Juni 2024 reorganisiert, um die Vorbereitungen für Innovationen für zukünftiges Wachstum zu schaffen. Hierzu wurde ein Interessenausgleich zum Abbau von insgesamt 300 FTE unter Anwendung eines Rahmensozialplans vereinbart. Durch Freiwilligenprogramme wurden insgesamt 110 Aufhebungsvereinbarungen geschlossen. In Kombination mit Einstellungsstopp und der Reorganisation von Geschäftsbereichen ist es gelungen, betriebsbedingte Beendigungskündigungen zu vermeiden und die Geschäftsbereiche profitabel und wettbewerbsfähig aufzustellen.

Risiko- und Chancenbericht

Risikobericht

Risikomanagementsystem in der Olympus-Europa-Gruppe

Die Olympus-Europa-Gruppe nutzt ihr Risikomanagementsystem als Management-Werkzeug, um bewusst, systematisch und verantwortungsvoll mit Geschäftsrisiken und Chancen umzugehen. Risikomanagement ist sowohl in der Zentrale als auch in den Niederlassungen etabliert. Das Risikomanagementsystem der Olympus-Europa-Gruppe folgt der internationalen Risiko-Managementnorm ISO 31000. Die Kernaufgaben des Risikomanagementsystems umfassen die Identifizierung, Analyse und Bewertung von Risiken und deren Mitigation durch geeignete Maßnahmen. Ziel ist es, Schäden und Bedrohungen vom Unternehmen abzuwenden, Transparenz über die Risikosituation zu schaffen, Grundlagen für Managemententscheidungen zu schaffen, alle Unternehmensprozesse auf die Geschäftsziele zu fokussieren und nicht zuletzt Stabilität und Rechtssicherheit zu schaffen.

Das Risikomanagementsystem betrachtet dabei alle Risiken, die Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben. Die wesentlichen Risikofelder sind:

Strategische Risiken

Operative Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken

Sonstige Risiken

Der risikobasierte Ansatz und die Risikomanagement Aktivitäten haben in jüngster Vergangenheit eine wesentliche Rolle bei Reaktionen auf sich verändernde wirtschaftliche, politische und regulatorische Rahmenbedingungen gespielt. Im Zusammenhang mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine wurde eine Task Force gegründet, um diverse Auswirkungen dieses Konflikts zu identifizieren, zu analysieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Insbesondere wurde die Sicherheit der in der Ukraine lebenden Mitarbeitenden und deren Familien sichergestellt. Unterschiedliche Szenarien wurden zudem erstellt, um die Auswirkungen bspw. durch den stark schwankenden Rubel aufzuzeigen, um Handlungsbedarfe einzugrenzen.

Den wachsenden global präsenten Cyberrisiken begegnet Olympus mit umfangreichen technischen Maßnahmen und verstärktem Training zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden gegenüber potenziellen Angriffen.

Durch die Maßnahmen der Risikobewertung konnten negative Effekte vermieden und auf der anderen Seite Chancen genutzt werden.

Eine wichtige Rolle des integrierten Risikomanagements ist die Schaffung von Entscheidungsgrundlagen zur Steuerung von Projekten sowie bei der Risikobewertung von Trends im Geschäftsumfeld. Die Ergebnisse der Risikobewertungen werden zur effizienten Priorisierung der Aktivitäten eingesetzt.

Die Ergebnisse des regionalen Risikomanagements fließen in die globale Risikoaggregation des Olympus-Konzerns ein und sind ein wichtiger Bestandteil bei der konzernweiten Planung.

Um den ganzheitlichen Ansatz des Risikomanagements auf konzernweiter Basis zu nutzen, hat der Olympus-Konzern im April 2023 eine neue globale Organisationsstruktur eingeführt, um die vier Funktionen Risk & Controls, Compliance, Privacy und Information Security im Zusammenhang mit Governance, Risk and Compliance (GRC) in eine globale GRC-Organisation zu integrieren. Diese GRC-Organisation ist auf der EMEA-Ebene gespiegelt und hat sich im vergangenen Geschäftsjahr kontinuierlich weiterentwickelt.

Darüber hinaus hat Olympus das bestehende globale Risikoportfolio in eine fortschrittliche Enterprise Risk Management-Methodik überführt und eine globale Risikobewertung mit allen Funktionen durchgeführt, um das globale Risikoportfolio von Olympus auf der Grundlage dieser verbesserten Methodik zu validieren, zu aktualisieren und zu kalibrieren.

Für alle identifizierten Prozess-Risiken sind angemessene Gegenmaßnahmen umgesetzt, so dass der Gesamtstatus aller Prozessrisiken sich im akzeptablen bis moderaten Bereich bewegt.

Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurden die erfassten Risiken weder im Einzelnen noch in der Summe als bestandsgefährdend bewertet.

Auf Basis des Risiken-Chancenprofils der Olympus-Europa-Gruppe sieht das Management eine solide und ausgewogene Grundlage für die weitere Entwicklung und das weitere Wachstum. Zur Nutzung der Chancen werden im Rahmen der strategischen Mittelfristplanung und der Budgetierung die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt.

Strategische Risiken

Umfeld- und Branchenrisiken

Die MDR, welche im Mai 2017 in Kraft getreten ist und zwischenzeitlich mehreren Änderungen bei der praktischen Umsetzung unterschiedlicher Produktklassen unterlag, verpflichtet Hersteller von Medizinprodukten die Wirksamkeit ihrer Geräte detaillierter nachzuweisen. Dies führt zu einem erhöhten Dokumentationsaufwand bei den für die Zulassung neuer Produkte notwendigen klinischen Studien, was die Komplexität des Markteintritts signifikant erhöht, und hierbei zu steigenden Kosten führen kann.

Bedingt durch den anhaltenden Angriff Russlands auf die Ukraine haben sich spürbare ökonomische und humanitäre Auswirkungen auch auf den Absatzmärkten der Olympus-Europa-Gruppe ergeben. Neben beträchtlichen Preisanstiegen auf dem Rohstoffmarkt, vor allem im Hinblick auf Strom, Öl und Gas führte diese Krise durch die von der EU erlassenen Sanktionen zur Beeinflussung der Geld- und Warenströme zwischen der EU und Russland. Die hierdurch entstehende dynamische Lage in Bezug auf die Sicherstellung der steten Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben, stellt eine signifikante Herausforderung für die Olympus-Europa-Gruppe dar. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich durch neue Sanktionspakete Umsatz und Ergebnis deutlich mindern.

Zudem kann die angespannte Lage zwischen China und Taiwan, neben möglichen humanitären Auswirkungen, die ohnehin gestörten Lieferketten weiter beeinträchtigen. Als Folge könnten sich Produktauslieferung verzögern.

Die anhaltend hohen Preissteigerungsraten stellen Unternehmen europaweit vor wesentliche Herausforderungen. Die dynamische Lage der Kostensteigerungen wird vom Management der Olympus-Europa-Gruppe kontinuierlich beobachtet. Da die Einkaufspreise für Waren von verbundenen Unternehmen in Japan für jeweils ein Jahr in Euro fixiert sind, sind die Auswirkungen des Anstiegs der Preissteigerungsrate noch in einem moderaten Rahmen. Soweit die Inflation weiter anhalten oder noch steigen wird, sich auch auf die Einkaufspreise der Olympus-Europa-Gruppe signifikant auswirken wird und die Preissteigerungen im Einkauf nicht vollständig oder nur verzögert an die Kunden weitergegeben werden können, ist mit Ergebnisminderungen zu rechnen.

Aufgrund der hohen Inflationsraten und einer Eintrübung des Wirtschaftsklimas besteht die Gefahr zahlreicher Insolvenzen auf dem Beschaffungs- und Absatzmarkt. Diese Entwicklung könnte sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis der Olympus-Europa-Gruppe deutlich negativ beeinflussen.

Der Markt, auf dem die Olympus-Europa-Gruppe tätig ist, besteht zu großen Teilen aus Partnern im Gesundheitssystem, die sich zunehmend in Einkaufsgemeinschaften zusammenschließen und so ihre Einkaufsentscheidungen nicht mehr nur aus medizinischen Erwägungen, sondern zunehmend ökonomisch sehr professionell unter Wahrnehmung der Marktmachtkonzentration treffen. Die Olympus-Europa-Gruppe begegnet den hieraus erwachsenden, sich verändernden Anforderungen des Marktes und der damit einhergehenden Veränderung der Risiken mit konsequenter Kunden- und Serviceorientierung sowie einer kompromisslosen Qualitätsorientierung bei ihren Produkten und Prozessen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Markt für flexible Endoskope in Großbritannien von einer geringeren Nachfrage geprägt als noch im Vorjahr. Gestützt wird die Nachfrage weiterhin von öffentlichen Geldern im Gesundheitssektor. Dieser beobachtbare Rückgang der Investitionen könnte dazu führen, dass im folgenden Geschäftsjahr aufgrund der nunmehr eingetretenen Befriedigung der Investitionsnachfrage auf dem britischen Markt eine deutliche Nachfrageminderung zu verzeichnen sein könnte, die den Umsatz und das Ergebnis auf diesem Markt mindern könnten. Sollten die öffentlichen Investitionen in Großbritannien in Folgejahren deutlich zurückgefahren werden, hätte dies ebenfalls eine Minderung von Umsatz und Ergebnis zur Folge.

Des Weiteren bringt die angestrebte Krankenhausreform und die damit einhergehende Verlagerung in den ambulanten Sektor Veränderungen und Unsicherheiten in das deutsche Gesundheitssystem. Herausforderungen sind das Schrumpfen des stationären Marktes mit potentiell zunehmenden Insolvenzen, wodurch derzeit Investitionen zurückgehalten werden. Bei anhaltender Unsicherheit in Bezug auf die Krankenhausreform, würde dies einen Rückgang von Umsatz und Ergebnis implizieren.

Unternehmensstrategische Risiken

Die kontinuierliche Überwachung der strategischen Risiken und die Implementierung der entsprechenden Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen erfolgt in den einzelnen Geschäftsbereichen. Unternehmensstrategische Risiken ergeben sich aus tiefgreifenden Änderungen des Marktumfelds, wie demografischen Veränderungen, dem technologischen Fortschritt und grundlegenden Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die sich nachteilig auf die aktuellen Produkte und Prozesse von Olympus auswirken können. Das Management analysiert die Auswirkungen von derartigen Änderungen im Unternehmensumfeld und prüft, wie sich Maßnahmen zur Risikominderung bei Produkten und Prozessen (die auf die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte abzielen) auf die künftige Situation des Konzerns, insbesondere auf Umsatz, Rentabilität und Liquidität auswirken.

Im öffentlichen Sektor sind mögliche Auswirkungen potenzieller Risiken eher mittelfristig erkennbar. Dies gilt ebenfalls für die abgeleiteten Maßnahmen zur Minderung der wesentlichen bzw. bestandsgefährdenden Risiken.

Operative Risiken

Produktions- und Beschaffungsrisiken

Neben der kompromisslos einwandfreien Qualität der Produkte misst Olympus der Versorgungssicherheit seiner Kunden die höchste Priorität bei. Das Management in Bezug auf die Produktions- und Beschaffungsrisiken in der gesamten Lieferkette vom Lieferanten bis zum Endkunden ist daher essenziell. Hier besteht insbesondere das Risiko von zeitlichen Engpässen in der Beschaffung, in der Produktion sowie im Reparaturservice und damit infolgedessen der fehlenden Verfügbarkeit von Geräten beim Kunden.

Die Kunden der Olympus-Europa-Gruppe erwarten eine hohe Verfügbarkeit der Produkte und Services. Um das zu garantieren, sichert die Olympus-Europa-Gruppe ihre Lieferkette in hohem Maße ab und kann auf Störungen in der Lieferkette schnell und flexibel reagieren. Mit Dienstleistern besteht eine effiziente Zusammenarbeit, in der die kontinuierliche Verbesserung und Versorgungssicherheit im Vordergrund steht.

Im Rahmen der konsequenten Kundenorientierung wird hierbei der vollständige Prozess, beginnend mit Auftragseingang über Beschaffung und Produktion bis hin zur Auslieferung an den Kunden betrachtet und kontinuierlich weiterentwickelt. Die generelle Situation am Beschaffungsmarkt hat sich leicht verbessert, bleibt jedoch weiterhin herausfordernd. Die Olympus-Europa-Gruppe sieht bei einzelnen Schlüsselkomponenten im Bereich der Elektronik weiterhin hohe Wiederbeschaffungszeiten sowie in verschiedenen Einkaufsbereichen steigende potenzielle Risiken durch sich ändernde globale Rahmenbedingungen in Politik und Umwelt. Diesen Herausforderungen begegnet die Gruppe durch eine unverändert enge Abstimmung mit Lieferanten und Produktionspartnern, ergänzt um die Einführung eines globalen Supply Chain Risikomanagements zur Steigerung der Transparenz und Resilienz unserer Lieferketten.

In der Produktion stand im Laufe des Geschäftsjahres die Harmonisierung und Standardisierung von Prozessen und Abläufen aller Produktionsstandorte weiter im Fokus, mit der Zielstellung einer möglichst unterbrechungsfreien und robusten Produktion. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Steigerung der Produktivität und der Reduzierung der Produktionskosten durch die Umsetzung von Kaizen-Maßnahmen sowie der konsequenten Weiterentwicklung unseres OSTE-Produktionssystems.

Qualitätsrisiken

Unter Qualitätsrisiken versteht die Olympus-Europa-Gruppe, dass einzelne Produkte den Qualitätsanforderungen nicht gerecht werden könnten. Qualitätsprobleme können in der eigenen Produktion oder bei zugekauften Produkten aufkommen. Um diesem Risiko zu begegnen, gelten beim Zukauf konzernfremder Produkte die gleichen hohen Qualitätsstandards und Qualitätssicherungsprozesse wie bei den eigenen Produkten. Darüber hinaus verhindert eine strategische Beschaffungspolitik Abhängigkeiten und beugt Ausfällen von Lieferanten und Dienstleistern vor.

Personalrisiken

Den personalbezogenen Risiken begegnet die Olympus-Europa-Gruppe unverändert mit einer umfassenden, europaweiten Personalstrategie. Zu den Personalrisiken gehören insbesondere fehlende qualifizierte Ressourcen im Kontext eines zunehmenden globalen Fachkräftemangels. Olympus bietet seinen Beschäftigten unter anderem überdurchschnittliche Sozialleistungen und vielfältige Trainings- und Entwicklungsmöglichkeiten in einem sehr modernen Arbeitsumfeld.

Dass Olympus den personalbezogenen Risiken äußerst erfolgreich begegnet, belegt die wiederholte Auszeichnung als "Top Employer Europe". Diese Auszeichnung basiert auf dem Zertifizierungsprozess durch ein unabhängiges Institut und stellt ein Gütesiegel für die Qualität eines Arbeitgebers in Bezug auf herausragende Bedingungen der Beschäftigten dar. Gleichermaßen hohe Anforderungen werden stets auch an die Qualität der Ausbildung bei Olympus gestellt. Demzufolge hat Olympus auch die Auszeichnung "Hamburgs bester Ausbildungsbetrieb" erhalten.

Zudem wurden mit den Mitbestimmungsgremien die Betriebsvereinbarungen zum mobilen Arbeiten um weitere zwei Jahre (bis 30. September 2025) verlängert. Damit bestätigt Olympus, dass mobiles Arbeiten auch künftig ein wichtiger und verlässlicher Bestandteil der Arbeitsbedingungen darstellt.

Informationstechnische Risiken

Die IT-Hauptrisiken sind unzulängliche Verfügbarkeit und Leistung der Systeme sowie Datensicherheit und deren potenzielle negative Auswirkungen auf die operativen und finanziellen Prozesse. Um diesen Risiken zu begegnen, ist ein umfassendes IT- und Sicherheitskonzept umgesetzt. Die Wirksamkeit des Systems wird mit einem umfangreichen Kennzahlenprogramm überwacht.

Cyber-Risiken

Der digitale Wandel und die Vorteile unternehmensübergreifender Vernetzung haben die Gefahren von Cyberangriffen und vergleichbaren Bedrohungen stark erhöht. Das Risiko vor Datenverlust, Datenmissbrauch und digitaler Sabotage ist zu den am höchsten bewerteten Geschäftsrisiken geworden. Die Olympus-Europa-Gruppe begegnet diesem Risiko mit einem umfassenden Programm zur Prävention, Detektion und Reaktion auf Cybersicherheitsvorfälle.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Die wesentlichen finanzwirtschaftlichen Risiken der Olympus-Europa-Gruppe sind das Liquiditätsrisiko, die Risiken aus Finanzinstrumenten (insbesondere das Währungsrisiko) sowie das Ausfallrisiko im Forderungsbereich. Zusätzlich ist ein Anstieg der Leitzinsen von den Zentralbanken zu beobachten. Zukünftige Geldbeschaffung wird sich entsprechend verteuern.

Diese Risiken werden bei der Olympus-Europa-Gruppe durch eine zentrale Treasury-Abteilung und ein zentrales Treasury-System im Rahmen der strategischen Vorgaben hinsichtlich möglicher Sicherungsgeschäfte gesteuert. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, den mittelfristigen Liquiditätsbedarf durch Steuerung der Liquiditätsreserven sicherzustellen und finanzwirtschaftliche Risiken, insbesondere durch die Veränderung von Wechselkursen, durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten zu begrenzen. Zinsrisiken sind gegenüber den Währungsrisiken von untergeordneter Bedeutung für die Olympus-Europa-Gruppe.

Der Liquiditätsbedarf der Tochtergesellschaften wird dabei im Rahmen des EMEA-weiten Cash-Poolings sichergestellt. Von den Tochtergesellschaften werden in Abstimmung mit der Zentrale die Möglichkeiten des Factorings genutzt, sofern dies im Rahmen der Strategie der Olympus-Europa-Gruppe sinnvoll erscheint. Dem Forderungsausfallrisiko begegnet die Olympus-Europa-Gruppe mit einer in ganz EMEA gültigen Ausfallversicherung, wobei die Forderungsausfälle bisher einen geringen Anteil haben.

Für eine effizientere Nutzung der zur Verfügung stehenden Liquidität wird diese auf globaler Konzernebene in einem Financial Hub konzentriert. Dieser Hub ist die Olympus Global Treasury Services Ltd. mit Sitz im Vereinigten Königreich (OGTS). Die Olympus-Europa-Gruppe, die Olympus-Americas-Gruppe und die Olympus Corporation, Tokio, sind über eine Cash-Pool-Vereinbarung mit der OGTS verbunden. Die OGTS stellt die zur Ausübung der Geschäftstätigkeit notwendige Liquidität auf Basis einer jährlichen Finanzplanung in ausreichendem Maße (geplanter Maximalbetrag plus Puffer) zur Verfügung. Die OGTS refinanziert sich über Kreditlinien bei Banken sowie durch Begebung von Anleihen am Kapitalmarkt. Die Olympus-Europa-Gruppe selbst verfügt des Weiteren über Backup Linien bei Banken.

Die Olympus-Europa-Gruppe unterliegt Wechselkursrisiken bei Verkaufstransaktionen, wenn diese auf eine andere als die funktionale Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft lauten. Die Geschäftspartner sind Drittkunden sowie verbundene Unternehmen und Konzerngesellschaften. Hierfür kommen insbesondere Transaktionen in Britischen Pfund (GBP), Amerikanischen Dollar (USD), Schweizer Franken (CHF) oder Tschechischen Kronen (CZK) in Betracht. Der Absicherung der Währungspositionen wird durch eine Hedging-Strategie Rechnung getragen, wobei sowohl Devisentermingeschäfte als auch Währungs-Swaps zum Einsatz kommen. Grundlage für alle Sicherungsgeschäfte sind dabei immer die Grundgeschäfte, welche auf den Planbilanzen der Tochtergesellschaften in Fremdwährungsräumen und den prognostizierten Cash-Zuflüssen und -Abflüssen des Konzerns der jeweiligen Fremdwährungen basieren. Während des Geschäftsjahres werden regelmäßige Überprüfungen (monatliche Bilanzen) vorgenommen und wesentliche Abweichungen berichtet, um gegebenenfalls zeitnahe Gegenmaßnahmen zu treffen. Unter Berücksichtigung der Sicherungsmaßnahmen sind die Risiken als begrenzt einzustufen.

Als Finanzinstrumente werden bei der Olympus-Europa-Gruppe marktübliche Sicherungsinstrumente mit unseren Partnern genutzt. Diese dienen ausschließlich dem Zweck der Sicherung von Grundgeschäften gegenüber Wechselkurschwankungen. Der Konzern geht nicht davon aus, dass sich die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten nachteilig auf seine Finanzlage auswirken wird. Die Gruppe setzt keine Derivate für Handels- oder Spekulationszwecke ein.

Weitere Details zu dem Einsatz von Finanzinstrumenten und dem Finanzrisikomanagement sowie eine Sensitivitätsanalyse zum Wechselkurs- und Zinsrisiko im Rahmen der nach IFRS 7 geforderten Angaben sind in der Anhangangabe (6) des Konzernanhangs näher dargestellt.

Sonstige Risiken

Die Olympus-Europa-Gruppe ist mit Vertriebsgesellschaften, Niederlassungen und Produktionsgesellschaften in vielen Ländern präsent, und die zu beachtenden gesetzlichen Rahmenbedingungen sind dementsprechend vielfältig. Höchsten Stellenwert hat bei der Olympus-Europa-Gruppe die Einhaltung aller gesetzlichen und regulatorischen Verpflichtungen. Die Olympus-Europa-Gruppe verfügt über ein Compliance-Management-System (CMS), das anhand der globalen und regionalen Olympus-Richtlinien weiterentwickelt wird. Als Schwerpunktthemen im Rahmen des Compliance-Managements wurden die Themenbereiche Antikorruption, insbesondere im Gesundheitssektor ("Healthcare Compliance"), und das Wettbewerbs- und Kartellrecht behandelt. Die Wirksamkeit des Compliance-Management-Systems wird durch das unternehmensinterne Audit überprüft. In risikoorientierten Prüfungen werden sowohl zentrale Bereiche, Niederlassungen sowie Verkaufsintermediäre bezüglich Steuerung der wesentlichen strategischen, finanziellen, operativen und Compliance-Risiken auditiert. Die Risiken im Zusammenhang mit geistigem Eigentum, Patent- und Markenrecht werden in enger Abstimmung mit dem Mutterkonzern in Japan gesteuert.

Chancenbericht

Die Olympus-Europa-Gruppe bewegt sich mit ihren Geschäftsbereichen in einem heterogenen und dynamischen Marktumfeld. Neben den allgemeinen wirtschaftlichen und konjunkturellen Rahmenbedingungen unterliegt der Konzern den marktseitigen Veränderungsprozessen in den jeweiligen Branchen.

Die Olympus-Europa-Gruppe hat in ihrer Planung und in dem Prognosebericht und Ausblick für das Geschäftsjahr 2024/2025 eine ausgewogene und angemessene Berücksichtigung der Chancen und Risiken vorgenommen. Im Folgenden wird beschrieben, welche Chancen bestehen, die im Falle des Eintretens der jeweiligen Ereignisse und Aktivitäten zu einer positiven Veränderung und Übererreichung von Erwartungswerten bei Umsatz und Betriebsergebnis führen können.

Chancen durch positive wirtschaftliche Entwicklung und Marktwachstum

Die Olympus-Europa-Gruppe geht bei der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung von den im Prognosebericht aufgeführten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Marktumfeld der jeweiligen Geschäftsbereiche aus.

Dabei wird grundsätzlich von einem positiven Umfeld im Gesundheitswesen, unter anderem durch die demographische Entwicklung aber auch durch die Erholung nach pandemiebedingten Wirtschaftseinbrüchen, bei gleichzeitig erhöhtem Einsparungsdruck und Haushaltskonsolidierungen in einer großen Anzahl von europäischen Ländern ausgegangen.

Im Falle der Beendigung des Krieges in der Ukraine und der Aufhebung der durch die Europäische Union erlassenen Sanktionen könnten sich die Geld- und Warenströme zwischen der EU und Russland normalisieren. Als Folge könnten die sog. LCC-Vereinbarungen in Russland, die sich in der Vergangenheit als Werttreiber etabliert haben, wieder deutlich stärker in den Fokus rücken. In diesem Fall könnten sich auf diesem Markt Umsatz und Ergebnis gegenüber der Prognose erhöhen.

Ferner bestehen Marktchancen sollte sich die Nachfrage nach minimalinvasiven Technologien und technologisch ausgereiften Systemlösungen in der Endoskopie deutlich stärker entwickeln als erwartet. Dabei bieten der demographische Wandel und der Trend zu gesteigerten Anforderungen an medizintechnische Geräte zur Diagnose und Therapie Wachstumschancen über das prognostizierte Maß hinaus. Gleiches gilt für die mögliche Nachfrage nach dem Einsatz von KI-gestützten ganzheitlichen Softwarelösungen im Bereich Endoskopie. Hierbei könnte das vom Olympus-Konzern zukünftig avisierte intelligente Endoskop-Ecosystem deutlichen Absatz finden.

Chancen durch neue Produkte und Technologien

Der Olympus-Konzern ist im Bereich der Forschung und Entwicklung aktiv und arbeitet stetig daran, das Produktportfolio zu stärken und weiterzuentwickeln.

Die immer umfangreicher werdenden regulatorischen Anforderungen wie beispielsweise die Einführung der MDR stellen insbesondere kleinere Wettbewerber des Olympus-Konzerns vor größere Herausforderungen. Der Marktaustritt von Konkurrenten und das Einstellen einiger Konkurrenzprodukte ist aufgrund dessen nicht ausgeschlossen. Durch die gestiegenen regulatorischen Anforderungen ergeben sich zudem Markteintrittsbarrieren, die den Markteintritt potenzieller Wettbewerber in den nächsten Jahren deutlich erschweren können. Zusätzlich werden die steigenden Anforderungen im Bereich der Hygiene, der Desinfektion und der Sterilisation von medizinischen Geräten das Geschäft in unserem Geschäftsbereich Clinical-Disinfection-Systems unterstützen, da wir hier Geräte und Konzepte mit höchsten Standards anbieten und erwarten, dass mehr Kunden auf unsere Produkte zurückgreifen werden. Diese Effekte könnten dazu beitragen Marktanteile von Wettbewerbern zu gewinnen und so den Umsatz des Geschäftsbereichs Clinical-Disinfection-Systems gegenüber der Prognose zu erhöhen.

Als innovatives Unternehmen ist es für den Olympus-Konzern von hoher Bedeutung, neue Produktentwicklungen schnell und effizient zur Marktreife zu führen. Auf der Basis des wachsenden Marktes für Gesundheit und minimalinvasive Technologien wird die Olympus-Europa-Gruppe weiter in den Geschäftsbereich ESD und TSD investieren und sich darauf konzentrieren, den Anwendern technologisch ausgereifte und ökonomisch sinnvolle Systemlösungen für die chirurgische und medizinische Endoskopie anzubieten. Neue Produkte, wie beispielsweise das EVIS X1 Endoskopiesystem, iTind, das thorakale Navigationssystem SpiN, das PLASMA+System oder EDOF-Linsen sind Ausdruck dieses kontinuierlichen Strebens.

Dadurch können sich Chancen aus den damit einhergehenden Wettbewerbsvorteilen ergeben, wenn diese neuen Produkte vom Markt besser angenommen werden als erwartet. Sollten neue Produkt- und Systemlösungen früher als erwartet die Marktreife erlangen, können sich hieraus ebenso positive Effekte auf Umsatz und Ergebnis ergeben.

Neben internen Produktentwicklungen forciert der Olympus-Konzern auch eine Erweiterung des Produktportfolios durch Zukäufe von Unternehmen. Besonders der Einsatz von KI kann im Bereich der Tumorerkennung und Tumorcharakterisierung zu verbesserten Ergebnissen führen. Durch den Erwerb von Odin hat sich der weltweite Olympus-Konzern die herausragende Kompetenz in diesem Bereich gesichert. Diese Kompetenz könnte in Zukunft als Innovationsstandard Produkte verbessern oder neue Produkte entwickeln. Daher kann sich hier ein positiver Effekt auf den Umsatz und das Ergebnis einstellen.

Chancen durch Marktposition

Aus der starken Marktposition der Geschäftsbereiche ESD und TSD ergeben sich im Zusammenhang mit der hohen Produkt- und Servicequalität, dem technischen Know-how sowie der Weiterentwicklung des Produktportfolios Chancen, diese Marktposition weiter auszubauen.

Für Olympus als etablierten Anbieter ergeben sich Chancen aus der Tatsache, dass viele Kunden weiterhin bewährte Lösungen einsetzen wollen.

Durch Investitionen in Personal für den Marketing- und Vertriebsbereich sowie durch zukünftige Akquisitionen wird beabsichtigt, die genannten strategischen Geschäftsbereiche weiter zu stärken und zu erweitern, wodurch sich langfristige Wachstumschancen und ein Ausbau der Marktanteile mit entsprechenden Ertragschancen in diesem Bereich ergeben.

Neue Produkte, wie das EVIS X1 Endoskopiesystem, das PLASMA+ System, iTind oder KI-basierte Produkte von Odin können in der Lage sein, die starke Position auf den Märkten der flexiblen Gastroskope, der urologischen Endoskope, der flexiblen Bronchoskope sowie der minimalinvasiven Anwendungen weiter auszubauen, was sich positiv auf Umsatz und Ergebnis auswirken würde.

Leistungswirtschaftliche Chancen

Die kontinuierliche Vereinheitlichung von Prozessen im zentralisierten Business Center der Gruppe bietet künftig die Chance, Kosten weiter zu senken, die Effizienz zu steigern und damit langfristig profitables Wachstum sicherzustellen. Ferner bestehen Chancen auf der leistungswirtschaftlichen Seite durch Synergien und Verbundeffekte zwischen den Geschäftsbereichen im Olympus-Konzern. Daher wird kontinuierlich an der Digitalisierung und Vereinheitlichung der Prozesse über alle Vertriebsregionen hinweg gearbeitet. Die damit einhergehenden Projekte wurden in unterschiedlichen Regionen erfolgreich implementiert.

Durch die genannten Maßnahmen ergeben sich potentielle Chancen zur Verbesserung der Kostenstruktur und damit der künftigen Ertragslage.

Gesamtaussage zur Chancen- und Risikobeurteilung

Die Gesamtrisikosituation der Olympus-Europa-Gruppe wird im jährlichen Risikobewertungsprozess ermittelt. Im Kontext der sich rasch wandelnden Märkte und Rahmenbedingungen werden alle Prozesse auf die Vollständigkeit der Risikobetrachtung untersucht. Für alle ermittelten Risiken wird die Angemessenheit der Maßnahmen überprüft. Neben dem jährlichen Risikobewertungsprozess werden größere Projekte kontinuierlich vom Risikomanagement begleitet und die Ergebnisse zur Projektsteuerung und zur Priorisierung von Maßnahmen eingesetzt.

Die Olympus-Europa-Gruppe analysiert die Risiken, die sich aus veränderten wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen ergeben.

Risikoszenarien werden analysiert und daraus gezielt Sofortmaßnahmen und Business Continuity Pläne angepasst. Deshalb wird erwartet, dass die gesamte Olympus-Europa-Gruppe so ihre Geschäftstätigkeit ohne Unterbrechung aufrechterhalten kann, die Kunden vollständig bedienen wird und die finanzielle Stabilität sichergestellt bleiben wird.

Die weltweit anhaltenden Lieferengpässe, vor allem im Bereich der Halbleiter, erforderten eine detaillierte Risikobetrachtung, die zu angepassten Beschaffungsstrategien und einer stabilen Beschaffung führten.

Die direkt aus dem Ukraine Konflikt erwachsene Energiekrise brachte sowohl signifikante Risiken für die Kontinuität der Produktion mit sich als auch in Bezug auf allgemeine Kostensteigerungen. Auf Basis der Risikoanalyse wurden Business Continuity Pläne für den Fall einer Versorgungsknappheit / -unterbrechung erstellt. Des Weiteren wurden Energiesparmaßnahmen ermittelt und realisiert, so dass es zu keinen Betriebsunterbrechungen kam und die Kostensteigerungen geringstmöglich gehalten wurden.

Vor dem Hintergrund steigender Kosten bei sinkendem Umsatz und der Notwendigkeit Redundanzen in der zunehmend global strukturierten Matrix-Organisation zu reduzieren, hat die Olympus-Europa-Gruppe Restrukturierungspotential erkannt und dieses erfolgreich durchgeführt, um die zukünftigen Herausforderungen am Markt positiv zu gestalten und als Arbeitgeber weiter kompetitiv zu bleiben.

Der Anstieg der Preissteigerungsrate wird vom Management der Olympus-Europa-Gruppe kontinuierlich beobachtet. Da die Einkaufspreise von Waren von verbundenen Unternehmen in Japan für jeweils ein Jahr in Euro fixiert sind, sind die Auswirkungen des Anstiegs der Preissteigerungsrate noch in einem moderaten Rahmen, können sich aber verstärken, soweit Einkaufspreise sich signifikant erhöhen würden und die Preissteigerungen nicht vollständig oder nur verzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Die Inflation und die gesteigerten Leitzinsen haben für die Olympus-Europa-Gruppe hinsichtlich der Refinanzierungskosten nur geringe Auswirkungen, da sich die Olympus-Europa-Gruppe aus der eigenen Liquidität refinanziert und mit dieser durch den gestiegenen Leitzins Zinseinkünfte erzielt.

Zusammenfassend könnten die Auswirkungen der Umfeld- und Branchenrisiken, welche aus der aktuellen globalen wirtschaftlichen Verunsicherung resultieren, sowie die politische Entwicklung in einigen Regionen, insbesondere in Russland und der Ukraine eine potenziell negative Auswirkung auf die Ertragslage des Konzerns haben. Diesen Risiken wird insbesondere mit einer breiten internationalen Streuung innerhalb des Vertriebsbereiches der Olympus-Europa-Gruppe und einer Diversifikation des Produkt- und Leistungsangebotes der Geschäftsbereiche begegnet.

Bei den operativen Risiken wird die Bedrohung durch Cyberkriminalität als signifikant bewertet. Um dem signifikanten Risiko Rechnung zu tragen und die Olympus-Europa-Gruppe bestmöglich vor Cyber-Angriffen, Datendiebstahl und anderen Cyberrisiken zu schützen, wurden im Geschäftsjahr umfangreiche organisatorische, technische und Trainings-Maßnahmen erfolgreich vorangetrieben.

Der Olympus-Konzern hat zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres von der FDA drei "Warning Letters" erhalten. Bei nicht zufriedenstellender Bereinigung der zugrunde liegenden in Audits beobachteten Abweichungen besteht das Risiko, dass die FDA Maßnahmen ergreift, die zu Einschränkungen im Geschäftsbetrieb führen könnten. Die Olympus-Europa-Gruppe ist nicht unmittelbar betroffen, da die Abweichungen in anderen Regionen aufgetreten sind. Sie ist jedoch in eine Reihe globaler Verbesserungsprojekte eingebunden, die das Ziel haben, die beanstandeten Prozesse umfassend zu beseitigen sowie diese und das Qualitätsmanagementsystem global zu harmonisieren. Um dem gerecht zu werden und vor dem Hintergrund der Transformation hin zu einem globalen Med-Tech-Unternehmen, wurden die Kernwerte um "Patientensicherheit" weiterentwickelt.

Darüber hinaus sind derzeit keine operativen Risiken erkennbar, die zu einer dauerhaften signifikanten Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen können.

Im finanzwirtschaftlichen Bereich sind Währungsrisiken durch das beschriebene und regelmäßig überprüfte Währungs-Hedging für Fremdwährungstransaktionen in hohem Maße abgesichert. Die Fremdwährungstranslation kann im Gegensatz zu den weitestgehend abgesicherten Transaktionsrisiken durch die Umrechnung der Abschlüsse von Tochtergesellschaften in anderslautender funktionaler Währung eine nachteilige Auswirkung auf die in der Berichtswährung Euro ausgedrückte Ertragslage haben.

Abschließend ist festzustellen, dass die erfassten Risiken weder im Einzelnen noch in der Summe als bestandsgefährdend in der Zukunft für die Olympus-Europa-Gruppe bewertet werden. Insgesamt bewegen sich die dargestellten Risiken für den Prognosezeitraum und die prognostizierte Umsatz- und Ertragsentwicklung in einem vertretbaren Rahmen. Hingegen könnten sich bei Eintritt der Risiken negative Abweichungen auf die im Prognosebericht dargestellte Entwicklung ergeben.

Auf Basis des Risiken-Chancen-Profils der Olympus-Europa-Gruppe sieht das Management eine solide und ausgewogene Grundlage für die weitere Entwicklung und das weitere Wachstum. Zur Nutzung der Chancen werden im Rahmen der strategischen Mittelfristplanung und der Budgetierung die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt.

Prognosebericht und Ausblick

Im Folgenden soll ein Ausblick über den erwarteten Geschäftsverlauf und die zukünftigen Aktivitäten in den jeweiligen Geschäftsbereichen gegeben werden. Der Prognosezeitraum bezieht sich auf das nachfolgende Geschäftsjahr 2024/2025 und umfasst ein Jahr. Als wesentliche Prognoserelevante Steuerungsgrößen werden ausschließlich finanzielle Leistungsindikatoren in Form von Umsatz (Konzernumsatz und Umsatz je Geschäftsbereich) und Betriebsergebnis verwendet.

Die Olympus-Europa-Gruppe geht für das kommende Geschäftsjahr trotz des anhaltenden Ukraine Konflikts und einem weiterhin hohen Inflationsniveau von einer leicht positiven Entwicklung der Weltwirtschaft und wachsenden Märkten insbesondere in den Schwellenländern aus. Jüngste Entwicklungen zeigen zudem eine leichte Entspannung der Inflation in den meisten Volkswirtschaften.

Die Auswirkungen der Verwerfungen in den weltweiten Lieferketten sind bislang nur schwer abschätzbar und bekommen mit der angespannten Lage zwischen China und Taiwan eine zusätzliche dynamische Komponente. Kritische Bauteile wie Halbleiter und Micro-Chips unterliegen weiterhin starken Preis- und Verfügbarkeitsschwankungen - unabhängig von mittel- bis langfristigen Liefervereinbarungen.

Weiterhin wird sich der marktseitige Trend zur Reduzierung der Anzahl von Krankenhäusern sowie zur Privatisierung von öffentlichen Krankenhäusern und Krankenhauszusammenschlüssen bei privaten Krankenhausgruppen fortsetzen. Diese bereits in den Vorjahren erlebte Marktentwicklung zeichnet sich durch einen erhöhten Preisdruck auf Olympus, höhere Erwartungen im Servicebereich (durch Einkaufsgemeinschaften und große Krankenhausgruppen) sowie die Fortführung des Wandels der Entscheidungsmacht aus (weg vom ärztlichen Personal hin zur Klinikleitung und den Einkaufsmanagern). Hinzu kommt die MDR, welcher grundsätzlich seit dem 26. Mai 2021 zu entsprechen ist und die langfristig zu Kostensteigerungen durch erhöhte und komplexere gesetzliche Dokumentationsanforderungen führt.

Auf der Basis der Erwartung eines grundsätzlich wachsenden Marktes für Gesundheit und Medizintechnik und im Speziellen für minimalinvasive Technologien wird die Olympus-Europa-Gruppe weiter in die Geschäftsbereiche ESD und TSD investieren und sich darauf konzentrieren, den Anwendern technologisch ausgereifte und ökonomisch sinnvolle Systemlösungen für die chirurgische und medizinische Endoskopie anzubieten. Wirtschaftlichkeitsstudien haben dabei den gesteigerten ökonomischen Nutzen neuer Olympus-Technologien für die Anwender belegt. Neben den eher diagnostisch ausgerichteten endoskopischen Investitionsgütern wird sich Olympus künftig weiter verstärkt im Bereich der Einmalprodukte für die Therapie durch Gastroenterologen und Chirurgen positionieren. Ziel ist es, durch die Forschung und Weiterentwicklung neuer Technologien in der chirurgischen Endoskopie und flexiblen Endoskopie sowie durch ergänzende Akquisitionen und eine weitere Fokussierung auf die Commercial Excellence Aktivitäten die Marktposition von Olympus weiter auszubauen.

Die Olympus-Europa-Gruppe hat sich mit dem Erwerb von Odin im Bereich Cloud-KI-Endoskopie, Zugang zu einem umfassenden Portfolio an kommerziell verfügbaren, computergestützten Erkennungs-/ Diagnoselösungen sowie eine Innovations-Pipeline von Cloud-fähigen Anwendungen verschafft. Mittelfristig soll in London ein Exzellenz-Zentrum entstehen, um an KI-fähigen Prozessen, die in bestehende Olympus Produkte integriert werden, zu forschen und bestehende Algorithmen zu verbessern. Mit der Übernahme von Odin durch die Olympus-Europa-Gruppe stützt der weltweite Olympus-Konzern seine Strategie sowie seine Initiativen im Bereich der digitalen Gesundheit.

Gleichzeitig forciert der weltweite Olympus-Konzern mit dem Verkauf des Orthopädiegeschäfts den Wandel zu einem globalen Medizintechnik Unternehmen mit herausragenden Kernkompetenzen. Dieser Schritt eröffnet die Chance, sich effektiver auf die Bereiche zu konzentrieren, in denen der Olympus-Konzern am meisten bewirken kann, indem Mehrwert für Patientinnen und Patienten und Kundinnen und Kunden geschaffen werden kann.

Für das laufende Geschäftsjahr 2024/2025 gehen wir von einer Umsatzsteigerung in den Geschäftsbereichen ESD und TSD gemeinsam im mittleren einstelligen Prozentbereich aus.

Corporate

Die Prozessabläufe der lokalen Organisationen, des Business Centers der EMEA Region, aber auch die neu etablierten Shared Service Center-Strukturen der Olympus Tokio-Organisation werden weiterentwickelt und optimiert. Dabei stehen Prozesse aus den Bereichen Supply Chain, Finanzen, Sales Support und Human Resources im Fokus.

Nach positivem Abschluss des Projektes im Geschäftsjahr 2024/2025 ist mit deutlich effizienteren Strukturen zu rechnen, die mit niedrigeren Kosten und höherer Berichtsqualität einhergehen.

Gesamtaussage zur prognostizierten Entwicklung

Aufgrund des weiterhin hohen Inflationsniveaus und der weiterhin vergleichsweise hohen Energiekosten entsteht wirtschaftliche Verunsicherung. Zudem implizieren geopolitische Spannungen ein hohes Maß an Volatilität. Schwankende Wechselkurse sowie zunehmende protektionistische Tendenzen in einigen Ländern erschweren zusätzlich die Prognosegenauigkeit für das Geschäftsjahr 2024/2025.

Von hoher Bedeutung für die Prognose sind die gesamtwirtschaftlichen und konjunkturellen Entwicklungen in unseren relevanten Märkten. Ebenso können sich Kürzungen öffentlicher Budgets und verschobene Investitionen negativ auf die Nachfrage und damit auf die Umsatzentwicklung und Ertragslage auswirken.

Für das Geschäftsjahr 2024/2025 erwarten wir einen Anstieg des Konzernumsatzes im unteren einstelligen Prozentbereich. Wir rechnen mit einem leicht steigenden Betriebsergebnis und bei der Rohertragsmarge mit einer leichten Verbesserung.

Nachtragsbericht

Am 12. Juli 2024 wurde das Orthopädiegeschäft erfolgreich an die Polaris Capital Group, Tokio, Japan, verkauft. Damit sind 100 % der Anteile an der FH Ortho-Gruppe an den Käufer übertragen worden.

Bei der Olympus Corporation Tokyo, Japan, ist Stefan Kaufmann am 28. Oktober 2024 von seinen Rollen als Director, Representative Executive Officer, President, CEO, Executive Officer und Mitglied des Nominierungsausschusses zurückgetreten. Vom Mutterunternehmen wurden Maßnahmen ergriffen, um die Geschäftskontinuität zu gewährleisten. Es werden derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Olympus-Europa-Gruppe erwartet.

Darüber hinaus waren keine wesentlichen Ereignisse nach Beendigung des Geschäftsjahres bekannt.

 

Hamburg, 19. Dezember 2024

Olympus Europa Holding SE

Der Vorstand

Carl Constantin Zangemeister

Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung Erläuterung
ATL ATL Technology London, Vereinigtes Königreich
CHF Schweizer Franken
CMS Compliance-Management-System
CZK Tschechische Krone
DPCs Data Protection Coordinators
DSMS Datenschutz Management System
EMEA Europe, Middle East and Africa (Europa, Naher Osten und Afrika)
ESD Endoscopic Solutions Division
ETD Endo-Thermo-Disinfector
EU Europäische Union
EUR Euro
FDA US-Amerikanische Food and Drug Administration
FIEA Japanisches Gesetz für Finanzinstrumente und Börsen
FRSC Full Risk Service Contracts
GBP Britisches Pfund
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
GML Gyrus Medical Limited, Vereinigtes Königreich
GRC Governance, Risk und Compliance
HGB Handelsgesetzbuch
HRB Handelsregister Abteilung B
IASB International Accounting Standards Board
IFRS International Financial Reporting Standards
IT Information Technology
KeyMed Olympus KeyMed (Medical & Industrial Equipment) Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich
KI Künstliche Intelligenz
LCC Life-Cycle Contracts
Ltd. Limited; nicht börsennotierte Kapitalgesellschaft
MDR Medical Device Regulation
Medi-Tate Medi-Tate Ltd., Hadera, Israel
NHS National Health Service
Odin Odin Medical Ltd., London, Vereinigtes Königreich
OEHSE Olympus Europa Holding SE, Hamburg
OGTS Olympus Global Treasury Services Ltd., Vereinigtes Königreich
OSD Orthopedic Solutions Division
OSTE Olympus Surgical Technologies Europe, Hamburg
Quest Quest Photonic Devices B.V., Middenmeer, Niederlande
SE Societas Europaea
TEUR Tausend Euro
TSD Therapeutic Solutions Division
US Vereinigte Staaten
USD US-Dollar

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat seit seiner Einrichtung und konstituierenden Sitzung am 18. September 2017 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 gewissenhaft wahrgenommen. Er hat den Vorstand der Gesellschaft überwacht, diesen beratend begleitet und zu bestimmten Geschäften und Maßnahmen seine Zustimmung erteilt.

Dem Aufsichtsrat sind für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 der Jahresabschluss der Gesellschaft, der Vorschlag des Vorstandes über die Gewinnverwendung und der Bericht über die Beziehungen der abhängigen Gesellschaft zu den verbundenen Unternehmen des Vorstandes zur Prüfung vorgelegt worden. Eine Prüfung des Einzelabschlusses durch einen Abschlussprüfer entfällt, da die Gesellschaft eine kleine Kapitalgesellschaft ist.

Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss und gegen die abschließende Erklärung des Vorstandes im Bericht über die Beziehungen der abhängigen Gesellschaft zu den verbundenen Unternehmen. Er billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024. Der Jahresabschluss ist festgestellt. Der Aufsichtsrat folgt dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands.

Außerdem ist dem Aufsichtsrat der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 in der vom Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH geprüften Fassung vom 19.12.2024 zur Prüfung vorgelegt worden. Der Bericht des Abschlussprüfers hat zu keinen Beanstandungen durch den Aufsichtsrat geführt.

Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen und billigt den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024.

 

Hamburg, 19. Dezember 2024

für den Aufsichtsrat

Frank Drewalowski, Vorsitzender

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