Olympus Deutschland GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, Dental- und Laborbedarf
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Olympus Europa Holding SEHamburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2023 bis zum 31.03.2024Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Olympus Europa Holding SE PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Olympus Europa Holding SE, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzerngesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024, der Konzernbilanz zum 31. März 2024, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Olympus Europa Holding SE für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, 19. Dezember 2024 EY
GmbH & Co. KG
Hantke, Wirtschaftsprüfer Schnitger, Wirtschaftsprüferin Konzerngesamtergebnisrechnung zum 31. März 2024
Konzernbilanz zum 31. März 2024Aktiva
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals zum 31. März 2024
Konzern-Kapitalflussrechnung zum 31. März 2024
KONZERN-ANHANG(1) BERICHTENDES UNTERNEHMENDie Olympus Europa Holding SE ("OEHSE" oder die "Gesellschaft") ist eine Europäische Aktiengesellschaft ["Societas Europaea": SE] mit Sitz in Hamburg. Eingetragener Sitz der Gesellschaft ist Wendenstraße 20, 20097 Hamburg. Die Gesellschaft wird beim Amtsgericht Hamburg unter der Nummer HRB 148350 geführt. Die OEHSE wurde am 28. März 2014 gegründet und hat am selben Tag die Geschäfte aufgenommen. Der Konzernabschluss umfasst die Olympus Europa Holding SE und ihre 45 Tochtergesellschaften (zusammen als der "Konzern" oder die "Olympus-Europa-Gruppe" und einzeln als das "Unternehmen" bzw. die "Konzernunternehmen" bezeichnet). Die Tochtergesellschaften sind in Anhangangabe (28) aufgeführt. Zum Tätigkeitsfeld der Olympus-Europa-Gruppe gehören der Vertrieb und Service im Geschäftsbereich Medical Systems mit den folgenden Produktbereichen:
Die Olympus Europa Holding SE wird zusammen mit ihren Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss der Olympus Corporation mit Sitz in Tokio, Japan, (Olympus Corporation) einbezogen, welche die oberste Muttergesellschaft des internationalen Gesamtkonzerns und das oberste beherrschende Unternehmen der OEHSE ist. Die Olympus Corporation ist die Muttergesellschaft des größten und kleinsten Kreises von Unternehmen, die in diesen Konzernabschluss zum 31. März 2024 einbezogen werden. Der Konzernabschluss der Olympus Corporation ist unter 2951 Ishikawa-machi, Hachioji-shi, Tokyo 192-8507, Japan, erhältlich. (2) ALLGEMEINE GRUNDLAGEN(A) Erklärung zur Übereinstimmung mit IFRSDer vorliegende Konzernabschluss der Olympus Europa Holding SE zum 31. März 2024 wurde gemäß den International Financial Reporting Standards ("IFRS") und deren Interpretationen, wie vom International Accounting Standards Board ("IASB") verabschiedet und von der Europäischen Union ("EU) übernommen, sowie den zusätzlichen Bestimmungen aus § 315e Abs. 1 HGB erstellt. Die Anforderungen der IFRS wurden vollständig erfüllt, sodass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Olympus-Europa-Konzerns vermittelt wird. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht wurden für die Olympus Europa Holding SE nach deutschem Recht im Sinne des § 315e Abs. 3 HGB freiwillig aufgestellt. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die folgenden in den Konzernabschluss einbezogenen deutschen Unternehmen machten im Geschäftsjahr von den Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB bzw. des § 264b HGB Gebrauch (Befreiung von bestimmten Pflichten bezüglich der Aufstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses):
Der Konzernabschluss der Olympus Europa Holding SE und ihrer Tochtergesellschaften wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats am 19. Dezember 2024 gebilligt und zur Veröffentlichung freigegeben. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden im Unternehmensregister veröffentlicht. (B) Grundlagen der BewertungDie Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte unter der Annahme der Unternehmensfortführung auf Basis der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten; lediglich Finanzinstrumente, deren Zahlungsströme nicht ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen in Übereinstimmung mit den Zahlungsstrombedingungen des IFRS 9 darstellen, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. (C) Schätzungen und AnnahmenBei der Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS muss die Unternehmensleitung Schätzungen vornehmen und Ermessensentscheidungen und Annahmen treffen, die Einfluss auf die Anwendung der Bilanzierungsregeln und die Höhe der ausgewiesenen Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen haben. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden laufend überprüft. Änderungen der Schätzungen werden in der Periode, in der die Änderungen vorgenommen werden, sowie in zukünftigen Perioden, die davon betroffen sind, erfasst. Angaben zu den Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten und zu den wesentlichen Annahmen bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die den größten Einfluss auf die im Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge haben, sind in den folgenden Anhangangaben enthalten:
(D) SonstigesUm die Übersichtlichkeit der Darstellung zu verbessern, wurden einzelne Posten der Gesamtergebnisrechnung sowie der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten werden im Konzernanhang gesondert ausgewiesen und erläutert. In der Gesamtergebnisrechnung sind Aufwendungen nach ihrer Funktion gegliedert. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt, der funktionalen Währung der Olympus Europa Holding SE. Alle Beträge werden, soweit nicht anders angegeben, in Tausend Euro (TEUR) ausgewiesen. Sämtliche Zahlen des Konzernabschlusses werden in der in Deutschland üblichen Schreibweise dargestellt, d. h. Dezimalstellen werden durch ein Komma, Tausenderstellen durch Punkte abgetrennt. (3) WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZEDie nachfolgend aufgeführten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden bis auf die in Anmerkung (3)(Q) dargestellten Ausnahmen durchgängig für alle in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden angewandt. In gleicher Weise wurden sie auch von den Konzernunternehmen einheitlich angewandt. (A) Konsolidierungsgrundsätze(i) TochtergesellschaftenTochtergesellschaften sind Unternehmen, die der Konzern beherrscht. Ein Beherrschungsverhältnis im Sinne des IFRS 10 liegt vor, wenn dem Konzern durch die Verbindung mit dem Konzernunternehmen variable Rückflüsse aus dem Konzernunternehmen zustehen und der Konzern darüber hinaus die Möglichkeit besitzt, seine Entscheidungsmacht zur Beeinflussung der variablen Rückflüsse einzusetzen. Die Entscheidungsmacht liegt vor, wenn die Olympus-Europa-Gruppe aufgrund der bestehenden Rechte die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten des Konzernunternehmens zu bestimmen. Diese Voraussetzung ist im Regelfall gegeben, wenn die Olympus-Europa-Gruppe unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschaft verfügt oder ähnliche Rechte besitzt. Bei einem Stimmrechtsanteil von weniger als der Hälfte der Stimmrechte liegt eine Beherrschung vor, wenn der Olympus-Europa-Gruppe die wirtschaftliche und finanzielle Führung der Gesellschaft obliegt und ihr die Mehrheit der variablen Rückflüsse aus dem Unternehmen zustehen. Die Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden ab dem Beginn bis zum Ende des Beherrschungsverhältnisses in den Konzernabschluss einbezogen und wurden zum Bilanzstichtag des Konzerns erstellt. Eine Liste der Tochtergesellschaften des Konzerns ist in Anhangangabe (28) enthalten. Aus konzerninternen Transaktionen stammende Erträge, Aufwendungen, Forderungen, Schulden und Eventualschulden sowie Zwischengewinne wurden eliminiert. (ii) Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder FirmenwertDer Erwerb von Tochtergesellschaften von Dritten oder von Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung, bei denen die gemeinsame Beherrschung vorübergehender Natur ist, wird mithilfe der Erwerbsmethode zum Erwerbszeitpunkt bilanziert. Der Erwerbszeitpunkt ist der Tag, an dem der Konzern eine wirksame Verfügungsmacht über das Nettovermögen und die Finanz- und Geschäftspolitik des erworbenen Unternehmens erlangt. Zum Erwerbszeitpunkt werden den identifizierbaren Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden beizulegende Zeitwerte zugeordnet. Die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der vom Konzern für das erworbene Unternehmen gezahlten Gegenleistung. Anpassungen von als Schulden eingestuften bedingten Kaufpreisbestandteilen werden erfolgswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten werden ebenfalls ergebniswirksam erfasst. Zum Erwerbszeitpunkt wird ein Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt, wenn die Anschaffungskosten den Anteil des Konzerns am beizulegenden Zeitwert der zum Erwerbszeitpunkt erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte abzüglich Schulden (Nettovermögenswerte) übersteigen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Soweit der Anteil des Konzerns am beizulegenden Zeitwert des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens die Anschaffungskosten übersteigt, wird der entsprechende Unterschiedsbetrag zum Erwerbszeitpunkt, nach nochmaliger Überprüfung der Wertansätze, erfolgswirksam erfasst. (iii) Erwerb von Unternehmen unter gemeinsamer BeherrschungDer Erwerb von Anteilen an Unternehmen, die von der Olympus Corporation, der obersten Muttergesellschaft der Olympus Europa Holding SE, beherrscht werden, wird unter Anwendung der Methode der Interessenzusammenführung bilanziert. Dies wird dadurch begründet, dass eine solche Transaktion dem Gehalt nach einer Übertragung der sich zusammenschließenden Unternehmen vom Konzern der Olympus Corporation auf die Tochtergesellschaft Olympus Europa Holding SE darstellt. Die Vermögenswerte und Schulden der sich zusammenschließenden Unternehmen werden mit den Buchwerten erfasst, die gemäß IFRS im Konzernabschluss der Olympus Corporation ausgewiesen würden. Wenn also diese Unternehmen ursprünglich von der Olympus Corporation erworben wurden, entsprechen die im Konzernabschluss der Olympus Europa Holding SE konsolidierten Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden den beizulegenden Zeitwerten der zum Erwerbszeitpunkt durch die Olympus Corporation identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden sowie dem Geschäfts- oder Firmenwert zum Erwerbszeitpunkt abzüglich Abschreibungen und Wertminderungen. Der verbleibende Unterschiedsbetrag zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwerten) und Schulden einerseits und der gezahlten Gegenleistung (hier in Form ausgegebener Geschäftsanteile) andererseits wird im Konzernabschluss der Olympus Europa Holding SE in der Fusionsrücklage im Eigenkapital ausgewiesen. Daher erzeugt eine Transaktion zwischen Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung zum Transaktionszeitpunkt keinen neuen Geschäfts- oder Firmenwert. (B) Fremdwährungen(i) FremdwährungsgeschäfteTransaktionen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung eines Konzernunternehmens (Fremdwährungsgeschäfte) werden mit dem Kassakurs am Tag des Geschäftsvorfalls erfasst. Zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung der auf Fremdwährungen lautenden monetären Vermögenswerte und Schulden mit den entsprechenden Stichtagskursen. Hieraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden als Erträge bzw. Aufwendungen im Finanzergebnis ausgewiesen. (ii) Umrechnung der Abschlüsse ausländischer GeschäftsbetriebeVermögenswerte und Schulden sowie Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Zusammenhang mit dem Erwerb von Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, erfasst wurden, werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres, sofern dieser nicht wesentlich vom Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls abweicht, in Euro umgerechnet. Die Umrechnung der Eigenkapitalpositionen von Tochtergesellschaften erfolgt zu historischen Kursen. Die daraus resultierenden Währungsdifferenzen werden in der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis erfasst. Für die aus Sicht des Konzerns wichtigsten Fremdwährungen wurden während des Geschäftsjahres für die Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen die folgenden Euro-Wechselkurse zugrunde gelegt:
(C) Umsatzrealisierung(i) Verkauf von Waren und ErzeugnissenUmsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen werden erfasst, wenn die vertragliche Leistungsverpflichtung gegenüber dem Kunden erfüllt wird und die Verfügungsgewalt über die Güter auf den Kunden übertragen wird. Voraussetzungen sind, dass Nachweise für eine Verkaufsvereinbarung vorliegen, die mit dem Eigentum verbundenen maßgeblichen Risiken und Chancen auf den Käufer übertragen wurden, die Erfüllung der Gegenleistung wahrscheinlich ist, die mit der Transaktion zusammenhängenden Kosten und die möglichen Rücknahmen der Waren und Erzeugnisse verlässlich geschätzt werden können und die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann. Diese Kriterien werden im Allgemeinen bei Auslieferung der Waren und Erzeugnisse beim Kunden oder ggf. bei Abschluss der Installierung oder Abnahme durch den Kunden erfüllt. In Einzelfällen, z. B. bei Projekten zur kompletten Einrichtung von Operationssälen, realisiert die Gruppe zeitraumbezogene Umsätze nach der Maßgabe des Leistungsfortschrittes. Voraussetzung dafür ist einerseits, dass der Kunde während der Leistungserbringung die Verfügungsmacht über den geschaffenen Vermögenswert erlangt oder es sich um einen kundenspezifischen Auftrag handelt und der geschaffene Vermögenswert keinen alternativen Nutzen besitzt. Zum anderen muss der Fertigstellungsgrad des Projektes verlässlich geschätzt werden können. In den frühen Phasen eines Projektes kann sein Ergebnis häufig nicht hinreichend verlässlich geschätzt werden. Wenn es aber wahrscheinlich ist, dass die Gruppe die angefallenen Auftragskosten zumindest decken wird, werden die Auftragserlöse insoweit erfasst, als die angefallenen Kosten erwartungsgemäß gedeckt werden können. Der Fertigstellungsgrad wird nach der inputorientieren (cost-to-cost) Methode bestimmt. Eine Rückstellung für Produktgewährleistungen für die Behebung von Mängeln, die zum Zeitpunkt des Verkaufs vorlagen, wird zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung erfasst und spiegelt die geschätzten Aufwendungen für die Leistung von Ersatz und kostenlosen Dienstleistungen wider. Solche sogenannten "assurance-type warranties" werden gemäß IAS 37 in den Gewährleistungsrückstellungen erfasst. Sofern erweiterte Garantien in Kundenverträgen vereinbart werden, die über die reine Produktgewährleistung hinausgehen, werden solche erweitere Garantien als sogenannte "service-type warranties" als eigenständige Leistungsverpflichtung behandelt. Im Verkaufszeitpunkt wird der dieser Leistungsverpflichtung zuzuordnende Umsatzanteil abgegrenzt und über die vereinbarte Laufzeit der "service-type warranty" zeitraumbezogen als Umsatz realisiert. (ii) Erbringung von DienstleistungenUmsatzerlöse aus Reparaturdienstleistungsverträgen werden zeitraumbezogen mit Erbringung der jeweiligen Dienstleistung zur Erfüllung der Leistungsverpflichtung erfasst. Der beizulegende Zeitwert von Umsatzerlösen aus Dienstleistungsverträgen wird gemäß dem erwarteten Reparaturkostenprofil des Vertrags ermittelt und über die Vertragslaufzeit verteilt. Bei kurzfristigen Verträgen oder Verträgen, bei denen keine größeren Schwankungen zu erwarten sind, werden die Umsatzerlöse zeitraumbezogen linear über die Vertragslaufzeit erfasst. Wenn aus einem Vertrag vor der Umsatzrealisierung Zahlungseingänge erfasst werden, werden die über die realisierten Umsatzerlöse hinausgehenden Beträge in der Bilanz als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. (iii) MehrkomponentenverträgeUmsatzerlöse aus Kundenverträgen über die Vermietung von Geräten, die Lieferung von Verbrauchsgütern und die Erbringung von Wartungs- und Beratungsdienstleistungen ("Vollversorgungsverträge") werden den unterschiedlichen Komponenten auf Grundlage ihres jeweiligen beizulegenden Zeitwerts zugeordnet. Umsatzerlöse, die der Vermietungskomponente solcher Verträge zugeordnet sind, werden wie in der Anhangangabe (3)(D)(ii) beschrieben erfasst. Umsatzerlöse, die Dienstleistungskomponenten zugeordnet sind, werden mit Erbringung der Dienstleistungen erfasst. Verbrauchsgütern zugeordnete Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Kriterien für die Erfassung von Erlösen aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen erfüllt sind. Im Falle der Verbrauchsgüter ist dies mit dem Übergang der Verfügungsgewalt über die Güter auf den Kunden gegeben. (iv) SonstigesSämtliche Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer, Kundenrabatte und ähnliche Aufwendungen erfasst. Kosten der Vertragsanbahnung und -erfüllung werden als Aufwand erfasst, wenn der Abschreibungszeitraum nicht mehr als ein Jahr beträgt. Vertragsvermögenswerte werden für den bedingten Anspruch auf Gegenleistung erfasst, wenn der Konzern seinen vertraglichen Verpflichtungen durch Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden nachkommt bevor der Kunde die Gegenleistung entrichtet oder die Zahlung fällig wird. Vertragsvermögenswerte ergeben sich somit als Differenz zwischen den realisierten Umsätzen aus dem Kundenauftrag abzüglich erhaltener Anzahlungen sowie Kundenfakturen. Dies betrifft die Zahlungsansprüche aus den Projektgeschäften mit einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung bevor die Rechnungsstellung erfolgt. Erhaltene Anzahlungen werden als Vertragsverbindlichkeiten in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Vertragsverbindlichkeiten werden als Umsatzerlöse erfasst, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt worden sind. (D) LeasingverhältnisseEin Leasingverhältnis nach IFRS 16 liegt vor, wenn dem Leasingnehmer vom Leasinggeber vertraglich das Recht zur Nutzung und Kontrolle eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts gewährt wird. (i) Bilanzierung als LeasingnehmerAb dem 1. April 2019 werden Leasingverhältnisse im Einklang mit IFRS 16 bilanziert. Beim Leasingnehmer wird gemäß dem Nutzungsrechtsmodell ("right-of-use-model") zu Beginn der Nutzung und der Bereitstellung des Leasinggegenstands ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen in der Bilanz erfasst. Die Leasingverbindlichkeit wird mit dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen erfasst. Die dabei zugrunde liegenden Leasingzahlungen umfassen alle fixen Zahlungen, variable Zahlungen basierend auf einem Index, Zahlungen aus einem vertraglich garantierten Restwert sowie Zahlungen aus hinreichend sicher eingeschätzten Ausübungen von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Bei der Barwertberechnung wird in der Regel der Grenzfremdkapitalkostensatz zugrunde gelegt, da der implizit vertragliche Zinssatz ("Interest Rate Implicit in the Lease") in aller Regel nicht ermittelbar ist. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die zahlungswirksamen Leasingraten werden dabei in einen aufwandswirksamen Zins- und einen ergebnisneutralen Tilgungsanteil aufgeteilt. Das Nutzungsrecht wird beim erstmaligen Ansatz in Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten, Rückbauverpflichtungen und vor der Bereitstellung geleisteter Leasinganzahlungen und abzüglich erhaltener Leasinganreize erfasst. In der Folgebewertung wird das Nutzungsrecht über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear abgeschrieben und falls erforderlich um außerplanmäßige Wertminderungen angepasst. Vertragliche Änderungen, die eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit auslösen, werden ebenfalls im Nutzungsrecht berücksichtigt. Die Laufzeit des Leasingverhältnisses umfasst grundsätzlich die unkündbare vertragliche Laufzeit, in der der Leasingnehmer zur Nutzung des Leasinggegenstandes berechtigt ist. Anpassungen erfolgen gegebenenfalls aufgrund von Optionen zur Verlängerung beziehungsweise Kündigungsmöglichkeiten, sofern die Einschätzung zur Ausübung hinreichend sicher ist. Zur Beurteilung der hinreichend sicheren Einschätzung von Verlängerungen über die unkündbare Laufzeit hinaus wird auf einen Zeithorizont von fünf Jahren zurückgegriffen. Dies entspricht auch der maximalen Vorausschau der Mittelfristplanung. Liegen Optionen zur Verlängerung oder Kündigung nicht in diesem Zeitraum, werden diese nicht mehr als hinreichend sicher beurteilt aufgrund der Überschreitung des vorausschauenden Zeithorizonts. Die folgenden wesentlichen Wahlrechte und Erleichterungsmöglichkeiten werden wie folgt ausgeübt:
In der Kapitalflussrechnung wird die Zinskomponente der Leasingzahlungen im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und der Tilgungsanteil im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Leasingzahlungen im Zusammenhang mit kurzfristigen Vereinbarungen, Vereinbarungen mit geringwertigen Vermögenswerten oder variable Leistungen werden im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen. (ii) Bilanzierung als LeasinggeberFür Leasingverhältnisse, in denen die Olympus-Europa-Gruppe Leasinggeber ist, wird gemäß IFRS 16 weiterhin zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasing unterschieden. Bei einem Finanzierungsleasing werden im Wesentlichen alle Chancen und Risiken am Leasingobjekt auf den Leasingnehmer übertragen, beim Operating Leasing verbleiben diese beim Leasinggeber. Als Leasinggeber bei einem Operating-Leasingverhältnis wird das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in der Bilanz in den Sachanlagen dargestellt und über die Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Erträge aus Operating-Leasingverhältnissen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam in den Umsatzerlösen erfasst. Als Leasinggeber bei einem Finanzierungsleasing wird zum Zeitpunkt der Bereitstellung des Leasingobjekts in der Bilanz eine Leasingforderung in Höhe der Nettoinvestition (Barwert der Bruttoinvestition) in das Leasingverhältnis erfasst und der zugrunde liegende Vermögenswert wird aus dem Anlagevermögen ausgebucht. Die Nettoinvestition in das Finanzierungsleasingverhältnis wird in der Bilanz unter "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" ausgewiesen. Sie wird mit dem Barwert der Bruttoinvestition in das Leasingverhältnis bewertet. Die zahlungswirksamen Leasingraten werden in der Folge in einen erfolgswirksamen Zins- und einen erfolgsneutralen Tilgungsanteil aufgeteilt. Die Folgebewertung der Nettoinvestition erfolgt nach der Effektivzinsmethode so, dass über die Perioden eine konstante Verzinsung der verbleibenden Nettoinvestition erzielt wird. (E) ErtragsteuernDie Ertragsteuern umfassen tatsächliche und latente Steuern. Ertragsteuern werden erfolgswirksam erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf einen Posten, der in derselben oder einer anderen Periode direkt im sonstigen Ergebnis erfasst wurde. In diesem Fall werden die auf jenen Posten entfallenen latenten Steuern ebenfalls direkt im sonstigen Ergebnis erfasst. Latente Steueransprüche bzw. -schulden werden für die erwarteten steuerlichen Auswirkungen von temporären Differenzen zwischen dem Steuerwert von Vermögenswerten bzw. Schulden und ihrem Buchwert in der Bilanz erfasst. Für die folgenden temporären Differenzen werden keine latenten Steuern erfasst: zu versteuernde temporäre Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts und dem erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten und Schulden aus einem Geschäftsvorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der weder das handelsrechtliche noch das zu versteuernde Ergebnis berührt, sowie temporäre Differenzen in Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften, soweit der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen zu steuern und es nicht wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zukunft umkehren werden. Die Bewertung von latenten Steueransprüchen und -schulden erfolgt auf Grundlage der gültigen oder angekündigten Steuersätze, deren Anwendung für das zu versteuernde Ergebnis in den Jahren erwartet wird, in denen diese temporären Differenzen voraussichtlich ausgeglichen werden. Latente Steueransprüche und -schulden werden nicht abgezinst. Latente Steueransprüche, einschließlich der Ansprüche aus Verlustvorträgen, werden nur soweit aktiviert, wie es wahrscheinlich ist, dass in der Zukunft ausreichende Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, um diese realisieren zu können. Latente Steuerschulden für Quellensteuern werden für Tochterkapitalgesellschaften in Fällen erfasst, in denen erwartet wird, dass das Ergebnis in absehbarer Zukunft in Form von Dividenden ausgezahlt werden wird und dass diese Dividenden der Quellensteuer unterliegen werden. Änderungen von Steuersätzen werden in der Periode berücksichtigt, in der die Änderungen zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind. Tatsächliche Steuern sind die Steuern, die voraussichtlich für das am Bilanzstichtag abgeschlossene Geschäftsjahr zu entrichten sind. Sie berechnen sich auf Grundlage des steuerpflichtigen Jahresergebnisses unter Verwendung der zum Bilanzstichtag gültigen oder in Kürze geltenden Steuersätze und beinhalten auch Anpassungen von Steuern für Vorjahre. (F) FinanzinstrumenteEin Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Dazu gehören originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen und -verbindlichkeiten. Darüber hinaus gehören hierzu auch derivative Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Risiken aus der Fremdwährungsumrechnung. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn die Olympus Europa-Gruppe Vertragspartner bei einem Finanzinstrument wird. Die bestehenden Finanzinstrumente werden in Abhängigkeit vom Geschäftsmodell zur Steuerung der Vermögenswerte und basierend auf den Zahlungsstrombedingungen hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme (ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag) entweder als "zu fortgeführten Anschaffungskosten", als "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis" oder als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" klassifiziert und bewertet. (i) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete FinanzinstrumenteDie Finanzinstrumente der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" umfassen sämtliche finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, deren vertragliche Bestimmungen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag im Einklang mit den Zahlungsstrombedingungen des IFRS 9 darstellen. Die Finanzinstrumente dieser Bewertungskategorie umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, gewährte und in Anspruch genommene Kredite sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Die Zugangsbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der in der Regel dem Transaktionspreis zum Zugangszeitpunkt entspricht. Die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt anhand der nachstehenden Grundsätze. 1. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände und Bankguthaben, deren ursprüngliche Laufzeit bis zu drei Monate beträgt, und stimmen mit den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in der Kapitalflussrechnung überein. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zum Nominalwert bewertet, der in der Regel nicht wesentlich vom beizulegenden Zeitwert abweicht, da eine Risikovorsorge für erwartete Kreditausfälle aufgrund der Bonität der Banken nicht notwendig ist. 2. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen inklusive VertragsvermögenswerteKurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Vertragsvermögenswerte werden zu ihren Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Die Ermittlung erwarteter Forderungsausfälle erfolgt nach IFRS 9 unter Anwendung des vereinfachten Wertminderungsmodells. Dabei wird sowohl dem individuellen Ausfallrisiko als auch einem aus Erfahrungswerten abgeleiteten erwarteten Ausfallrisiko für eine Gruppe von Forderungen mit vergleichbaren Ausfallrisikoprofilen Rechnung getragen. Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen für erwartete Ausfallrisiken bewertet. Ein individuelles Ausfallrisiko besteht dann, wenn die vertraglichen Zahlungen 90 Tage überfällig sind. In bestimmten Fällen kann ein finanzieller Vermögenswert jedoch auch dann als ausgefallen betrachtet werden, wenn interne oder externe Informationen darauf hindeuten, dass es unwahrscheinlich ist, die ausstehenden vertraglichen Beträge in voller Höhe zu erhalten. Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine Erwartung besteht, die vertraglichen Zahlungsströme zu erhalten. Das aus Erfahrungswerten abgeleitete erwartete Ausfallrisiko wurde mittels der vereinfachten Vorgehensweise basierend auf historischen Ausfallraten der letzten drei Jahre unter Berücksichtigung eines prospektiven Elements berechnet. 3. Gewährte und in Anspruch genommene KrediteGewährte und in Anspruch genommene Kredite werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige VerbindlichkeitenKurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bewertet. Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Für alle Kategorien nicht-derivativer Finanzinstrumente gilt, dass ein üblicher Kauf oder Verkauf eines nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerts zum Erfüllungstag erfasst bzw. ausgebucht wird. (ii) Zum beizulegenden Zeitwert bewertete FinanzinstrumenteFinanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, umfassen sämtliche finanziellen Vermögenswerte, deren Zahlungsströme nicht ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen in Übereinstimmung mit den Zahlungsstrombedingungen des IFRS 9 darstellen. Hierzu gehören bei der Olympus-Europa-Gruppe insbesondere derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken. Derivate werden zunächst mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zurechenbare Transaktionskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, erfolgswirksam erfasst. Nach dem erst maligen Ansatz werden Derivate mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und alle Änderungen des beizulegenden Zeitwertes werden umgehend erfolgswirksam erfasst. Die Olympus-Europa-Gruppe wendet kein Hedge Accounting (Bilanzierung als Sicherungsgeschäft) an. Ein üblicher Verkauf oder Kauf eines derivativen Finanzinstruments wird zum Handelstag erfasst bzw. ausgebucht. Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden und deren Folgebewertung im sonstigen Ergebnis erfolgt, liegen derzeit nicht vor. (G) SachanlagenSachanlagen werden zu den historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen erfasst. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die aktivierten Kosten für selbst hergestellte Vermögenswerte beinhalten direkte Herstellungskosten und direkt zurechenbare Fertigungsgemeinkosten sowie für qualifizierte Vermögenswerte auch Zinsen. Abschreibungen werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer der Vermögenswerte gemäß folgender Tabelle vorgenommen.
Auf die Bilanzierung und Bewertung von Nutzungsrechten, die im Rahmen von Leasingverträgen im Sachanlagevermögen bilanziert werden, wird unter (3)(D)(i) eingegangen. Restwerte, Abschreibungsdauern und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft. Reparatur- und Instandhaltungskosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen, es sei denn, sie verlängern die Nutzungsdauer oder erweitern die Kapazität des Vermögenswerts. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden unter "Sonstige betriebliche Erträge" oder "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen. Einzelheiten zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen, die die Olympus-Europa-Gruppe für Wertminderungen anwendet, sind Anmerkung (3)(I) zu entnehmen. (H) Immaterielle Vermögenswerte(i) Geschäfts- oder FirmenwertErwerbe vor dem 1. April 2007Im Rahmen des Übergangs auf IFRS hatte sich der Konzern entschieden, nur bei denjenigen Unternehmenszusammenschlüssen die Bilanzierung anzupassen, die am oder seit dem 1. April 2007 erfolgt sind. In Bezug auf Erwerbe vor dem 1. April 2007 entspricht der Geschäfts- oder Firmenwert daher dem nach HGB erfassten Betrag; die einzige Anpassung betraf die gesonderte Darstellung von nach HGB im Geschäfts- oder Firmenwert subsumierten selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten. Erwerbe am oder nach dem 1. April 2007Ein sukzessiver Erwerb von Anteilen an Tochtergesellschaften, die die Olympus-Europa-Gruppe bereits vor dem Erwerb beherrscht hatte, wird als Eigenkapitaltransaktion betrachtet und demnach mit dem nach Ausbuchung der von Dritten erworbenen Anteile verbleibenden Wert direkt mit dem Eigenkapital verrechnet. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zu den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Weitere Einzelheiten zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen, die die Olympus-Europa-Gruppe für Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts anwendet, sind Anhangangabe (3)(J) zu entnehmen. (ii) Forschungs- und Entwicklungskosten und sonstige immaterielle VermögenswerteErworbene immaterielle Vermögenswerte, wie z. B. Software, werden mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet. Forschungskosten werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens als Aufwand erfasst. Aufwendungen für Entwicklungsaktivitäten, in deren Rahmen Forschungsergebnisse auf einen Plan oder Entwurf für die Produktion neuer oder wesentlich verbesserter Produkte und Verfahren angewendet werden, werden als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn Folgendes nachgewiesen wurde:
Für die Olympus-Europa-Gruppe existiert ein standardisierter Prozess, der die unterschiedlichen Stufen einer Produktentwicklung abbildet. Ab einer gewissen Stufe im Prozess sind die oben genannten Kriterien erfüllt und per Dokumentation formal nachgewiesen. Aktivierte Entwicklungskosten beinhalten den Materialaufwand, Fertigungslöhne und direkt zurechenbare Gemeinkosten sowie für qualifizierte Vermögenswerte mit einem Anfangszeitpunkt der Aktivierung ab dem 1. April 2009 auch Zinsen. Aktivierte Entwicklungskosten werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen ausgewiesen. Entwicklungskosten, die die vorgenannten Kriterien nicht erfüllen, werden bei ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungskosten und erworbene immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden linear über die folgenden voraussichtlichen Nutzungsdauern abgeschrieben:
Mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten verfügt die Olympus-Europa-Gruppe über keine immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer. Einzelheiten zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen, die der Konzern für Wertminderungen anwendet, sind Anhangangabe (3)(J) zu entnehmen. (I) At-equity bilanzierte BeteiligungenAnteile an Unternehmen, bei denen die Olympus-Europa-Gruppe über einen maßgeblichen Einfluss verfügt, werden gemäß der Equity-Methode nach IAS 28 bewertet. Danach wird der ursprüngliche Beteiligungsbuchwert auf Basis der Anschaffungskosten fortgeschrieben mit den Anteilen an den Eigenkapitalveränderungen des Unternehmens, die den Anteilseignern zustehen. Anteile am Gewinn oder Verlust werden erfolgswirksam als Teil des Finanzergebnisses unter "Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen" erfasst, wohingegen Anteile am sonstigen Ergebnis erfolgsneutral verbucht werden. Nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen werden inklusive der im Beteiligungsbuchwert enthaltenen Firmenwerte außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet. Wertberichtigungen und Zuschreibungen auf den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsbuchwert erfolgen ebenfalls im "Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen". (J) Wertminderungsaufwendungen für immaterielle Vermögenswerte und SachanlagenDer Konzern überprüft seine langfristigen Vermögenswerte regelmäßig auf Wertminderung. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten gelten als wertgemindert, wenn infolge bestimmter Ereignisse oder veränderter Umstände der Buchwert des Vermögenswerts den höheren Wert aus dem erwarteten beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem abgezinsten Netto-Cashflow aus der fortgesetzten Nutzung und der letztendlichen Veräußerung des Vermögenswerts übersteigt. In solchen Fällen wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Der Cashflow wird mit einem aus Marktzinssätzen abgeleiteten Kapitalkostensatz abgezinst (weitere Details in Anhangangabe (14)). Wenn der erzielbare Ertrag für einen einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden kann, wird er für die zahlungsmittelgenerierende Einheit bestimmt, zu der der Vermögenswert gehört, d. h. für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die den auf Wertminderung zu prüfenden Vermögenswert beinhaltet, die Mittelzuflüsse erzeugt, welche weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind, und für die solche Mittelzuflüsse bestimmt werden können. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Eine solche Prüfung wird darüber hinaus immer dann durchgeführt, wenn sich infolge bestimmter Ereignisse oder veränderter Umstände Hinweise auf eine mögliche Wertminderung ergeben. Für diesen Test wird der Geschäfts- oder Firmenwert derselben zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wie für unternehmensinterne Berichtszwecke. Diese zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen in der Regel den Produktlinien. Die Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden ebenfalls mit einem aus Marktzinssätzen abgeleiteten Kapitalkostensatz abgezinst. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der sich ergebende Barwert der Cashflows niedriger ist als der Buchwert der Vermögenswerte abzüglich zu berücksichtigender Schulden der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zuzüglich des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts. Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn sich die Schätzungen, die zur Bestimmung des erzielbaren Betrags des Vermögenswerts herangezogen wurden, seit Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands geändert haben. Um einen Wertminderungsaufwand umzukehren, wird der Vermögenswert auf seinen neuen erzielbaren Betrag zugeschrieben, und zwar maximal bis zur Höhe des Buchwerts, der sich ergeben hätte, wenn der Wertminderungsaufwand in den Vorjahren nicht erfasst worden wäre. Auf Geschäfts- oder Firmenwerte erfasste Wertminderungsaufwendungen werden nicht durch Zuschreibungen aufgehoben. (K) VorräteVorräte werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten werden nach der Durchschnittsmethode bewertet und beinhalten Kosten für den Erwerb der Vorräte, Herstellungskosten sowie sonstige Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort zu bringen und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Bei selbst hergestellten Vorräten und unfertigen Erzeugnissen beinhalten die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einen angemessenen Teil der Fertigungsgemeinkosten (basierend auf der normalen Betriebskapazität) und der Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten der Fertigstellung und der geschätzten Vertriebskosten. (L) Pensionen und sonstige Leistungen nach Beendigung des ArbeitsverhältnissesIn der Olympus-Europa-Gruppe bestehen für die KeyMed-Gruppe und die OEKG-Gruppe Altersversorgungsprogramme für die Beschäftigten. Die KeyMed-Gruppe hat ein umfangreiches Altersversorgungsprogramm aufgelegt. Der Pensionsplan umfasst eine leistungsorientierte und eine beitragsorientierte Komponente. Der Plan ist Teil des staatlichen Versorgungsprogramms und wird alle drei Jahre durch einen qualifizierten unabhängigen Versicherungsmathematiker bewertet, der die Treuhänder bezüglich der Beitragshöhe berät. In den dazwischen liegenden Jahren überprüft der Versicherungsmathematiker, ob die jeweiligen Beitragssätze weiterhin angemessen sind. Der Pensionsplan der OEKG-Gruppe umfasst eine leistungsorientierte und eine beitragsorientierte Komponente. Die Gruppe finanziert einen Teil ihrer leistungsorientierten Altersversorgungsverpflichtungen mithilfe von Versicherungsverträgen, die den Versicherer verpflichten, alle oder einen Teil der Ausgaben zur Erfüllung von leistungsorientierten Verpflichtungen zu erstatten. Ein solcher Erstattungsanspruch wird als gesonderter Vermögenswert bilanziert und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. In jeder anderen Hinsicht behandelt das Unternehmen den Erstattungsanspruch wie Planvermögen. Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf die Abzinsungssätze, künftige Gehaltssteigerungen, die Sterblichkeit und die künftigen Rentensteigerungen. Aufgrund der Komplexität der Bewertung, der zugrunde liegenden Annahmen und der Langfristigkeit dieser Pläne unterliegen derartige Schätzungen erheblichen Unsicherheiten. Bei der Ermittlung des angemessenen Abzinsungssatzes orientiert sich die Geschäftsführung an den Zinssätzen von Unternehmensanleihen in der jeweiligen Währung mit einem Rating von mindestens AA, wobei diese durch Extrapolation an die erwartete Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung angepasst werden. Des Weiteren wird die Qualität der zugrunde liegenden Anleihen überprüft, und diejenigen, welche übermäßig hohe Kredit-Spreads aufweisen, werden aus dem Anleiheportfolio, aus dem der Abzinsungssatz abgeleitet wird, entfernt, da es sich bei diesen Anleihen nicht um erstklassige Anleihen handelt. Die Sterberate basiert auf öffentlich zugänglichen Sterbetafeln für das entsprechende Land. Künftige Gehalts- und Rentensteigerungen basieren auf den erwarteten künftigen Inflationsraten für das jeweilige Land. Die in der Bilanz ausgewiesene Schuld bzw. der bilanzierte Vermögenswert aus leistungsorientierten Pensionsplänen umfasst für jeden Plan den Gesamtbarwert der leistungsorientierten Verpflichtung (unter Anwendung eines Abzinsungssatzes auf Basis von erstklassigen Unternehmensanleihen) abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens, aus dem die Verpflichtungen unmittelbar zu erfüllen sind. Der beizulegende Zeitwert basiert auf Informationen über den Marktpreis, im Falle von notierten Wertpapieren entspricht er dem veröffentlichten Ankaufskurs. Beiträge werden in das Planvermögen eingezahlt, aus dem dann die Leistungen gezahlt werden, wenn der Versicherungsfall eintritt. Bei der OEKG werden die Vermögenswerte, einschließlich qualifizierter Versicherungspolicen, mehrheitlich in Unterstützungskassen oder Pensionsfonds gehalten. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung hängt vom beizulegenden Zeitwert des Planvermögens ab. Daher entspricht der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung genau dem beizulegenden Zeitwert der qualifizierten Versicherungspolicen. Bei einigen Tochtergesellschaften der OEKG-Gruppe weicht der beizulegende Zeitwert des Planvermögens vom Barwert der entsprechenden Verpflichtung ab. Für Versorgungsansprüche, die nicht durch Rückversicherung abgedeckt sind, wurden Rückstellungen gebildet. Sofern Versorgungszusagen nicht vom Planvermögen gedeckt sind, ist der Arbeitgeber zur unmittelbaren Übernahme dieser Ansprüche verpflichtet. Für einen Pensionsplan der OEKG-Gruppe wird der Erstattungsanspruch als separater Vermögenswert ausgewiesen. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung hängt in diesem Fall vom beizulegenden Zeitwert dieses Vermögenswerts ab. Daher entspricht der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung immer genau dem beizulegenden Zeitwert des Erstattungsanspruchs. Die Kosten für die Versicherung in der beitragsorientierten Komponente der Pläne ergeben sich durch Prozentsätze angewandt auf die Gehaltssumme zuzüglich der Prozentsätze aus den persönlichen Eigenanteilen. Die Kosten für Leistungsauszahlungen aus leistungsorientierten Plänen werden unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) für jeden Plan separat ermittelt. Dabei wird der Leistungsanspruch der laufenden Periode zugeordnet, um den laufenden Dienstzeitaufwand zu bestimmen, sowie der laufenden und früheren Perioden zugerechnet, um den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zu bestimmen. Dies basiert auf versicherungsmathematischen Gutachten. Laufender Dienstzeitaufwand wird als Personalaufwand erfasst. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand, der der Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung aufgrund einer Abgeltung oder Kürzung eines Plans entspricht, wird erfolgswirksam erfasst. Im Falle der Abgeltung (Eliminierung aller Verpflichtungen in Bezug auf bereits zugesagte Leistungen) oder Kürzung (Kürzung künftiger Verpflichtungen aufgrund einer erheblichen Beschränkung der Planteilnahme oder Verringerung der künftigen Ansprüche) eines Plans werden die Verpflichtung und das damit verbundene Planvermögen auf Grundlage aktueller versicherungsmathematischer Annahmen neu bewertet. Der daraus resultierende Gewinn oder Verlust wird in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der die Planabgeltung oder -kürzung eintritt. Die Nettozinsen werden durch die Multiplikation der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen mit dem Abzinsungssatz ermittelt. Beide werden jeweils zu Beginn der jährlichen Berichtsperiode unter Berücksichtigung etwaiger Veränderungen ermittelt, die infolge der Beitrags- und Leistungszahlungen im Verlauf der Berichtsperiode in der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen eingetreten sind. Die Nettozinsen werden im Periodenergebnis als sonstige Finanzerträge oder -aufwendungen erfasst. Neubewertungen, die sich auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die Auswirkungen der Vermögensobergrenze (ohne Zinserträge) und den Ertrag aus Planvermögen (ohne Zinserträge) beziehen, werden vollständig in der Periode, in der sie anfallen, im sonstigen Ergebnis erfasst. Neubewertungen in Bezug auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste resultieren aus erfahrungsbedingten Anpassungen der leistungsorientierten Verpflichtung (und stellen die Auswirkungen der Abweichungen zwischen den ursprünglichen versicherungsmathematischen Annahmen und den tatsächlich eingetretenen Beträgen dar) und Auswirkungen von Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen. Neubewertungen werden in Folgeperioden nicht in das Periodenergebnis umgegliedert. Unter Berücksichtigung der Bedingungen der leistungsorientierten Pensionspläne und der gesetzlichen Anforderungen an Pensionspläne in den jeweiligen Ländern ist die Einschätzung der Olympus-Europa-Gruppe, dass der Barwert von Rückerstattungen oder Minderungen künftiger Beitragszahlungen den Saldo aus dem gesamten beizulegenden Zeitwert des Planvermögens und dem Gesamtbarwert der Planverpflichtungen nicht unterschreitet. (M) RückstellungenRückstellungen werden erfasst, wenn die Olympus-Europa-Gruppe aufgrund eines Ereignisses aus der Vergangenheit gegenwärtig eine rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die verlässlich geschätzt werden kann, und es wahrscheinlich ist, dass zur Erfüllung der Verpflichtung ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen erforderlich sein wird. Rückstellungen werden zum Barwert der Ausgaben bewertet, die zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich erforderlich sind; dabei wird ein Abzinsungssatz vor Steuern verwendet, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und die mit der Verpflichtung verbundenen Risiken widerspiegelt. Der zeitlich bedingte Anstieg der Rückstellungen wird als Zinsaufwand erfasst. Der Konzern haftet für verkaufte Produkte im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung und für darüber hinausgehende Garantiezusagen. Rückstellungen für die voraussichtlichen künftigen Kosten der Gewährleistungen und Garantien werden beim Verkauf der Produkte erfasst. Die Rückstellungen werden auf der Grundlage von Erfahrungswerten für die Kosten solcher Gewährleistungen und Garantien, zuzüglich voraussichtlicher Preissteigerungen bewertet. Der langfristige Teil der Gewährleistungsrückstellungen wird mit dem geltenden Marktzinssatz abgezinst. Eine Rückstellung für Umstrukturierungen wird erfasst, wenn das Management einen detaillierten, formalen Umstrukturierungsplan genehmigt hat, die Umstrukturierung entweder bereits begonnen hat oder öffentlich angekündigt worden ist und die Höhe der Rückstellung verlässlich geschätzt werden kann. Für zukünftige Betriebskosten werden keine Rückstellungen gebildet. (N) KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt. Cashflows in Fremdwährung wurden unter Zugrundelegung der gewichteten Durchschnittskurse der betroffenen Perioden in Euro umgerechnet. (O) Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts(i) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige ForderungenDer beizulegende Zeitwert von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen, der zum Zwecke der Offenlegung ermittelt wird, errechnet sich aus dem Barwert der künftigen Cashflows, die zum Stichtag mit dem marktgängigen Zinssatz abgezinst werden. (ii) DerivateDer beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird auf Basis der Marktbedingungen zum Bilanzstichtag ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von erworbenen Optionen wird mittels einer Monte-Carlo-Simulation unter Berücksichtigung der Marktvolatilität und Zinsdaten ermittelt. (iii) Nicht-derivative finanzielle VerbindlichkeitenDer beizulegende Zeitwert, der zum Zwecke der Offenlegung ermittelt wird, errechnet sich aus dem Barwert künftiger Zins- und Tilgungszahlungen, die zum Stichtag mit dem marktgängigen Zinssatz abgezinst werden. (P) Im Geschäftsjahr erstmalig angewendete Standards und InterpretationenDie folgenden für die Geschäftstätigkeit der Olympus-Europa-Gruppe relevanten Standards und Änderungen waren im Geschäftsjahr erstmalig anzuwenden:
(Q) Noch nicht angewendete neue Standards und InterpretationenFolgende Standards und Interpretationen sowie Änderungen von Standards sind vom IASB und vom IFRS IC veröffentlicht worden, aber für das zum 31. März 2024 endende Geschäftsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden:
* Noch nicht in EU-Gemeinschaftsrecht
übernommen
(4) AKQUISITIONEN MIT AUSWIRKUNGEN AUF DEN KONSOLIDIERUNGSKREISIm vorherigen Geschäftsjahr 2022/2023 wurde folgende Akquisition abgeschlossen:
Die Olympus-Europa-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022/2023 mit Akquisitionsdatum 20. Dezember 2022 100 % der Anteile an Odin Medical Ltd. mit Sitz in London, Vereinigtes Königreich, (Odin) erworben. Odin ist ein Unternehmen im Bereich Cloud-KI-Endoskopie, das über ein umfassendes Portfolio an kommerziell verfügbaren, computergestützten Erkennungs-/ Diagnoselösungen sowie einer Innovations-Pipeline von Cloud-fähigen Anwendungen verfügt. Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Aufstellung der beizulegenden Zeitwerte der zum Erwerbszeitpunkt identifizierten erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie eine Herleitung des resultierenden Geschäfts- oder Firmenwertes.
Der Geschäfts- oder Firmenwert ist der zahlungsmittelgenerierenden Einheit für die Produktlinie Endoscopic Solutions zugeordnet und entfällt auf erwartete Synergien und Ertragspotentiale aus der Akquisition. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig. Transaktionskosten für den Erwerb von Odin sind in Höhe TEUR 1.443 in den Allgemeinen Verwaltungskosten enthalten. Die in den übernommenen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 0 entsprechen einem Bruttowert von TEUR 0. Die erwarteten Kreditausfälle belaufen sich auf EUR 0. Vom Zeitpunkt der Erstkonsolidierung bis zum 31. März 2023 hat die erworbene Gesellschaft Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 6 und einen Verlust nach Steuern in Höhe von TEUR 1.488 beigetragen. Das negative Ergebnis resultiert insbesondere aus der abzugrenzenden Bonuszahlung (Bindungsprämie), die an die übernommenen Mitarbeiter geleistet werden muss, sowie deren Gehaltszahlungen. Eine Einbeziehung der Gesellschaft vom Beginn des Geschäftsjahres hätte in der Gewinn- und Verlustrechnung zu zusätzlichen Umsatzerlösen in Höhe von TEUR 23 und zu einer Verringerung des Konzernergebnisses um TEUR 5.953 geführt. In dem Pro-forma-Ergebnisbeitrag wurden Anpassungen für die abzugrenzenden Bonuszahlungen vorgenommen, als ob diese Anpassungen bereits am 1. April stattgefunden hätten. Diese Pro-forma-Zahlen zu Umsatzerlösen und Gewinn und Verlust wurden lediglich zu Vergleichszwecken ermittelt und geben weder zuverlässigen Aufschluss über die operativen Ergebnisse, wenn die Übernahme zu Beginn der Periode erfolgt wäre, noch über zukünftige Ergebnisse. Der Kaufpreis enthält neben der Barkomponente in Höhe von TEUR 28.433 bedingte Kaufpreiskomponenten in Form von sechs Milestones, basierend auf festgeschriebenen Entwicklungen an den Algorithmen oder Zulassungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach dem Akquisitionsstichtag. Die bedingten Kaufpreiskomponenten wurden zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 29.240 zum Zeitpunkt der Akquisition angesetzt und sind begrenzt auf eine Zahlung von maximal TEUR 37.701. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 wurde der Milestone 6 erfolgreich abgeschlossen, gleichbedeutend mit einer Auszahlung von TEUR 10.356 (TGBP 9.000). Zusätzlich wurde der Milestone 4 aufgrund von Änderungen des regulatorischen Branchenumfelds angepasst und der Zeitraum der Zielerreichung verlängert. Hieraus ergeben sich Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Kaufpreiszahlungen. Per 31. März 2024 liegt der Wert der Verbindlichkeit bei TEUR 24.976. Die Bewertung erfolgt als Diskontierung (mit einem Diskontierungszinssatz von 17,1 %) der Auszahlungsbeträge zu den jeweiligen Auszahlungszeitpunkten, abgeleitet aus dem Kaufvertrag.
Auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten und zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Vermögenswerte entfallen latente Steuerschulden in Höhe von TEUR 7.041. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurde folgende Akquisitionen abgeschlossen:
Die Olympus-Europa-Gruppe hat mit Akquisitionsdatum 9. März 2021 16,7 % der Anteile und mit Akquisitionsdatum 27. Mai 2021 83,3 % der Anteile an Medi-Tate Ltd. mit Sitz in Hadera, Israel (Medi-Tate) erworben. Medi-Tate ist somit im Rahmen eines sukzessiven Unternehmenszusammenschlusses der Olympus-Europa-Gruppe zugegangen. Das Medi-Tate Flaggschiffprodukt iTind ist speziell auf die Urologie ausgerichtet und stellt eine alternative Methode zur Heilung gutartiger Prostatavergrößerungen dar. Mit dem Erwerb erweitert Olympus sein innovatives Produktportfolio und seine Vertriebskanäle für urologische Lösungen und baut das Geschäft für minimalinvasive Therapien und seine Position als globales Medizintechnikunternehmen weiter aus. Der Kaufpreis enthält neben der Barkomponente in Höhe von TEUR 209.111 bedingte Kaufpreiskomponenten in Form zweier Earn-Outs, basierend auf der Aktivierung des CPT-Codes von der American Medical Association innerhalb bestimmter Zeiträume. Die bedingten Kaufpreiskomponenten wurden zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 16.046 zum Zeitpunkt der Akquisition angesetzt und sind begrenzt auf eine Zahlung von maximal TEUR 36.782 (TUSD 40.000). Während sich im Geschäftsjahr 2022/2023 die Einschätzung dahingehend geändert hatte, dass sich die maximale Auszahlungssumme auf TEUR 18.023 (TUSD 19.600) reduziert hat, konnte der Aktivierungsprozess im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich gestaltet werden, wodurch die maximale Auszahlungssumme von TUSD 19.600 bestätigt wird. Die Auszahlung der Earn-outs wurde vertraglich konkretisiert. Die erste Hälfte des gesamten Earn-outs von TUSD 19.600 war im März 2024 in Höhe von TEUR 9.065 (TUSD 9.800) abgeschlossen. Durch die erste Auszahlung und die terminliche Konkretisierung der zweiten Zahlung liegt deren beizulegender Zeitwert per 31. März 2024 bei TEUR 8.844. Die Bewertung erfolgt als Diskontierung (mit einem Diskontierungszinssatz von 5,1 %) des Auszahlungsbetrags zum Auszahlungszeitpunkt, abgeleitet aus dem Kaufvertrag. (5) NICHT FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE UND ZUR VERÄUßERUNG GEHALTENE VERMÖGENSGRUPPE(i) Nicht fortgeführter Geschäftsbereich Orthopedic SolutionsAm 27. Mai 2024 gab die Olympus Corporation bekannt, dass das gesamte weltweite Orthopädiegeschäft an die Polaris Capital Group verkauft wird. Zum 31. März 2024 wurde der Verkauf bereits als hinreichend wahrscheinlich eingestuft und der Geschäftsbereich Orthopedic Solutions als Vermögensgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, dargestellt und als nicht fortgeführter Geschäftsbereich klassifiziert. Das Periodenergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich Orthopedic Solutions beinhaltet folgende Bestandteile:
Das Jahresergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich ist vollständig den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen. Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich Orthopedic Solutions hat mit folgenden Zahlungsströmen zur Kapitalflussrechnung der Olympus-Europa-Gruppe beigetragen:
Einhergehend mit der Klassifizierung des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions als nicht fortgeführter Geschäftsbereich, wurde zum 31. März 2024 eine Abschreibung i.H.v. TEUR 64.739 erfasst, um den Buchwert der Vermögenswerte in der Vermögensgruppe auf deren beizulegenden Zeitwert nach Abzug der Veräußerungskosten zu reduzieren. Dies wurde aus den Netto-Vermögenswerten i.H.v. TEUR 66.694 und dem erzielten antizipierten Verkaufspreis von TEUR 607 nach Anwendung der Kaufpreisanpassungs-Mechanismen zum 31. März 2024 abgeleitet. Hieraus ergibt sich eine Abschreibung von TEUR 66.087. Mit Abschreibung aller PPA relevanten Vermögenswerte wurde die entsprechende latente Steuerverbindlichkeit erfolgswirksam i.H.v. TEUR 1.348 dagegen aufgelöst. Die Abschreibung teilt sich zu TEUR 40.383 auf die langfristigen Vermögenswerte und zu TEUR 25.704 auf die kurzfristigen Vermögenswerte auf. Die Hauptgruppen der Vermögenswerte und Schulden des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions, die als nicht fortgeführter Geschäftsbereich klassifiziert wurden, setzen sich zum 31. März 2024 nach Abschreibung wie folgt zusammen.
(ii) Nicht fortgeführter Geschäftsbereich Scientific SolutionsDie Olympus Corporation gab am 17. Dezember 2021 den Transfer des Geschäftsbereichs Scientific Solutions in Form einer Unternehmensaufspaltung an die Evident Co. Ltd., einer neu gegründeten hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Olympus Corporation, zum 1. April 2022 bekannt. Der Geschäftsbereich Scientific Solutions wurde daher zum 31. März 2022 als Vermögensgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, dargestellt und als nicht fortgeführter Geschäftsbereich klassifiziert. Zum 1. April 2022 erfolgte der Verkauf planmäßig. Das Periodenergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich Scientific Solutions beinhaltet folgende Bestandteile:
Das Jahresergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich ist vollständig den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen. Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich Scientific Solutions hat mit folgenden Zahlungsströmen zur Kapitalflussrechnung der Olympus-Europa-Gruppe beigetragen:
Die Zusammensetzung der bei der Endkonsolidierung des Geschäftsbereiches Scientific Solutions endkonsolidierten Vermögenswerte und Schulden ergibt sich aus nachstehender Tabelle:
Durch die Übertragungsvereinbarungen bezüglich des Geschäftsbereiches Scientific Solutions wurden die in der folgenden Tabelle im oberen Teil dargestellten Kapitalflüsse ausgelöst. Zum 31. März 2023 waren alle vereinbarten Entgelte bereits zahlungswirksam. Im unteren Teil der Tabelle wird auf das Abgangsergebnis aus der Endkonsolidierung des Geschäftsbereiches Scientific Solutions übergeleitet.
Das Abgangsergebnis ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich enthalten. (iii) Zur Veräußerung gehaltene VermögensgruppeAm 21. April 2023 erfolgte der Verkauf der Gyrus Medical Limited (GML). Zum 31. März 2023 wurde der Verkauf als hinreichend wahrscheinlich eingestuft und die langfristigen Vermögenswerte und Schulden wurden als "zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe" klassifiziert. Die Hauptgruppen der Vermögenswerte und Schulden der GML, die als "zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe" klassifiziert wurden, setzen sich zum 31. März 2023 wie folgt zusammen:
Die Zusammensetzung der bei der Endkonsolidierung der GML endkonsolidierten Vermögenswerte und Schulden ergibt sich aus nachstehender Tabelle:
Durch die Übertragungsvereinbarungen bezüglich GML wurden die in der folgenden Tabelle im oberen Teil dargestellten Kapitalflüsse ausgelöst. Zum 31. März 2024 waren alle vereinbarten Entgelte bereits zahlungswirksam. Im unteren Teil der Tabelle wird auf das Abgangsergebnis aus der Endkonsolidierung des Geschäftsbereiches Scientific Solutions übergeleitet.
Das Abgangsergebnis ist in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. (6) FINANZRISIKOMANAGEMENT UND FINANZINSTRUMENTE(A) ÜberblickDer Konzern ist durch die Verwendung von Finanzinstrumenten den folgenden Risiken ausgesetzt:
Diese Anhangangabe enthält Informationen darüber, inwieweit der Konzern den oben genannten Risiken unterliegt, sowie Details zu den Zielen, Grundsätzen und Verfahren für die Messung und Steuerung der Risiken und zum Kapitalmanagement des Konzerns. Weitere quantitative Angaben finden sich an diversen anderen Stellen in diesem Konzernabschluss. Die Geschäftsführung trägt die Gesamtverantwortung für die Entwicklung und Überwachung des Risikomanagementkonzepts des Konzerns. Geschäftsführung und Innenrevision berichten dem Verwaltungsrat regelmäßig über ihre diesbezüglichen Aktivitäten. Die Grundsätze des Risikomanagements des Konzerns dienen dazu, die Risiken, denen der Konzern unterliegt, zu identifizieren und zu analysieren, geeignete Risikolimits und -kontrollen festzulegen sowie die Risiken und die Einhaltung der Limits zu überwachen. Die Grundsätze und Systeme des Risikomanagements werden regelmäßig überprüft, um auf Änderungen der Marktbedingungen und der Aktivitäten des Konzerns reagieren zu können. Durch Schulungsmaßnahmen und die Vorgabe von Managementstandards und -verfahren verfolgt der Konzern das Ziel, ein diszipliniertes, konstruktives Kontrollumfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeiter ihre jeweiligen Funktionen und Pflichten kennen und verstehen. Die Geschäftsführung hat eine Innenrevision eingerichtet. Diese nimmt sowohl regelmäßige als auch Ad-hoc-Prüfungen der Risikomanagementkontrollen und -verfahren vor und berichtet der Geschäftsführung über die Ergebnisse dieser Prüfungen. (B) KreditrisikoAls Kreditrisiko wird die Gefahr bezeichnet, dass ein Kunde oder Kontrahent eines Finanzinstruments dem Konzern finanzielle Verluste verursacht, indem er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Es entsteht hauptsächlich aus Forderungen des Konzerns gegenüber den Kunden aus Lieferungen und Leistungen und Finanzierungsleasing. Das Kreditrisiko der Olympus-Europa-Gruppe besteht hauptsächlich aus dem Ausfallrisiko. Das Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenrahmenvertrags nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Der Konzern ist im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken (insbesondere bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit, einschließlich solcher aus Einlagen bei Banken und Finanzinstituten, Devisengeschäften und sonstigen Finanzinstrumenten, ausgesetzt. Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte (siehe Zusammenfassung in Anhangangabe (6)(D)(iii)) spiegelt die maximale Ausfallrisikoexposition wider. Sämtliche fälligen oder überfälligen Zahlungen werden kontinuierlich überwacht und ein Bericht hierzu wird der Geschäftsführung monatlich vorgelegt. Die Olympus-Europa-Gruppe verringert das Kreditrisiko der Forderungen gegen Kunden im Allgemeinen dadurch, dass sie sich auf Kunden mit erstklassiger Bonität konzentriert. Zudem wird ein bedeutender Teil der Kundenforderungen des Konzerns in Europa durch eine Ausfallversicherung abgedeckt. Der Schwerpunkt hierbei liegt hauptsächlich auf Forderungen gegen nicht-staatliche Kunden. Als unterstützende Maßnahme zum Management des Kreditrisikos und auch zur Verringerung der Days Revenue Outstanding verwenden bestimmte Tochtergesellschaften Instrumente wie Factoring. Die maximale Kreditrisikoexposition für Kredite und Forderungen sowie Vertragsvermögenswerte (mit Ausnahme von sonstigen Forderungen) betrug zum Stichtag per Geschäftsbereich:
Die Forderungen beziehen sich in den Geschäftsbereichen Endoscopic Solutions und Therapeutic Solutions hauptsächlich und im Geschäftsbereich Scientific Solutions teilweise auf Kunden des öffentlichen Sektors mit geringem oder begrenztem Kreditrisiko. In den Geschäftsbereichen Endoscopic Solutions und Therapeutic Solutions umfassen die Kunden neben Unternehmen aus dem öffentlichen Sektor auch private Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte. Die Kunden in der Scientific Solutions sind neben Kunden aus dem öffentlichen Bereich, wie Forschungseinrichtungen an Universitäten, hauptsächlich private Unternehmen aus diversen Industriebereichen. In Deutschland und in einigen anderen europäischen Ländern behält der Konzern das formelle Eigentumsrecht an der verkauften Ware bis der Kunde vollständige Zahlung geleistet hat. Zudem wird, wie oben dargelegt, ein bedeutender Teil der Forderungen im Falle eines Ausfalls durch eine Ausfallversicherung abgedeckt. Fälligkeit von Forderungen am Stichtag:
Auf Grundlage der historischen Ausfallraten berücksichtigt der Konzern die notwendigen Wertberichtigungen bezüglich überfälliger Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von nicht staatlichen Unternehmen. Auf jeden Fall wird eine Wertberichtigung berücksichtigt, wenn die Umstände darauf hindeuten, dass bestimmte Forderungen uneinbringlich geworden sind. Diese Wertminderungen werden nur in den Forderungen erfasst, für die der Konzern das volle Kreditrisiko trägt, d. h. die Forderungen, die keinem Factoring unterliegen und nicht durch eine Ausfallversicherung, Akkreditive, Bürgschaften oder ähnliche Kreditverbesserungen gedeckt sind. Die Aufwendungen für Forderungsausfälle und Wertberichtigungen auf Forderungen werden als Vertriebskosten gezeigt. Der wesentliche Rückgang ist auf die im Vorjahr erhöhte Liquidität infolge des Verkaufs des Geschäftsbereichs Scientific Solutions zurückzuführen (MEUR 291), die sich als Forderung gegen das Cash-Pooling Konto im Vorjahr niedergeschlagen hat. Die Veränderungen in den Wertberichtigungen in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen während des Jahres stellen sich wie folgt dar:
Insgesamt wurden im Geschäftsjahr für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen Nettoverluste von TEUR 232 (2022/2023: Nettogewinne TEUR 236) in den Vertriebskosten erfasst. (C) LiquiditätsrisikoLiquiditätsrisiko ist das Risiko, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, seine finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Das Ziel der Gruppe beim Management des Liquiditätsrisikos besteht darin, sicherzustellen, dass die Gruppe stets zahlungsfähig bleibt. Das Liquiditätsrisikomanagement wird vom Central Treasury Management des Konzerns durchgeführt, welches die Vermögens- und Finanzlage der Olympus-Europa-Gruppe kontinuierlich überwacht. Der mittelfristige Liquiditätsbedarf wird mittels einer Liquiditätsreserve in Form von ungenutzten Kreditlinien bei einer Reihe von Banken gesichert. Die Liquiditätsanforderungen der Tochtergesellschaften der Olympus-Europa-Gruppe werden durch ein europaweites Cash-Pooling-System erfüllt. Nachfolgend stehen die vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine der nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten (einschließlich geschätzter Zinszahlungen): 31. März 2024
31. März 2023
Fremdkapitalaufnahme von Dritten und nahestehenden Unternehmen und Personen sowie von Kreditinstituten bilden die Bilanzposition "Gewährte und in Anspruch genommene Kredite". Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten umfassten im Vorjahr im Wesentlichen Bankdarlehen des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions. Zum 31. März 2024 sind diese Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in dem Bilanzposten Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltener Vermögensgruppe ausgewiesen (Anhangangabe (5)(i)). Die vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten sind essenziell für ein Verständnis der Zeitpunkte der entsprechenden Zahlungsströme, da die Gruppe, wie in Anhangangabe (6)(D)(i) dargestellt, diese Devisenterminkontrakte zur wirtschaftlichen Absicherung von erwarteten Fremdwährungszahlungsströmen verwendet und die vertraglichen Laufzeiten der Kontrakte den Zeitpunkten der erwarteten Zahlungsströme entsprechen. Daher sind in der folgenden Übersicht die vertraglich vereinbarten Cashflows der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten dargestellt: Devisenterminkontrakte
(D) MarktrisikoDas Marktrisiko ist das Risiko, dass Änderungen der Marktpreise, z. B. Wechselkurse und Zinssätze, die Erträge des Konzerns oder den Wert der von ihm gehaltenen Finanzinstrumente beeinträchtigen. Die wichtigsten Marktrisiken mit Auswirkung auf die Olympus-Europa-Gruppe sind das Wechselkursrisiko und mit weitaus untergeordneter Bedeutung das Zinsrisiko. (i) WechselkursrisikoDas Wechselkursrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Wechselkursänderungen schwanken. Der Konzern verfolgt bei der Steuerung des Wechselkursrisikos das Ziel, die Auswirkung solcher Schwankungen auf den Nettoertrag zu minimieren. Der Konzern unterliegt einem Wechselkursrisiko bei Verkaufstransaktionen, wenn diese auf eine andere als die funktionale Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft lauten. Die Geschäftspartner sind Drittkunden sowie verbundene Unternehmen und Konzerngesellschaften. Hierfür kommen insbesondere Transaktionen in Britischen Pfund (GBP), Amerikanischen Dollar (USD) oder Schweizer Franken (CHF) in Betracht. Um sich gegen Wechselkursrisiken abzusichern, prognostiziert die Olympus-Europa-Gruppe künftige Cash-Zuflüsse und -Abflüsse des Konzerns in jeder Währung und sichert das jeweilige Wechselkursrisiko durch den Einsatz von Devisenterminkontrakten (jährlich) und ggf. Devisenoptionen ab. Veränderungen der Wechselkursrisiken werden zeitnah analysiert und die erforderlichen Anpassungen regelmäßig vorgenommen. Zum 31. März 2024 bestanden offene Devisenterminkontrakte mit einem Netto-Nennwert von TEUR 61.103 (31. März 2023: TEUR -11.323) und einem beizulegenden Zeitwert von TEUR -2.531 (31. März 2023: TEUR 5.908). Da der Konzern kein Hedge Accounting anwendet, wurden alle Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts dieser Derivate erfolgswirksam erfasst. Der Konzern geht nicht davon aus, dass sich die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten nachteilig auf seine Finanzlage auswirken wird. Die Gruppe setzt keine Derivate für Handels- oder Spekulationszwecke ein. Die zum Bilanzstichtag bestehenden wesentlichen Wechselkursrisiken des Konzerns sind in nachstehender Tabelle dargestellt. Bilanzielle Risiken sind zum Buchwert, Derivate zum Nennwert ausgewiesen. Prognostizierte Umsätze und Zahlungsmittelabflüsse, die sich zum Bilanzstichtag entsprechend noch nicht in den bilanziellen Risiken niederschlagen, sind für den Zeitraum nach Ablauf des Geschäftsjahres inbegriffen, für den Maßnahmen zur Steuerung des Wechselkursrisikos ergriffen wurden. Wie oben erwähnt, beinhalten diese Verfahren die Absicherung des Wechselkursrisikos für einen Teil dieser Umsätze. Die in der nachstehenden Tabelle gezeigten konzerninternen Transaktionen beziehen sich auf Transaktionen innerhalb der Olympus-Europa-Gruppe als auch mit dem übergeordneten Konzern und sind für die Bestimmung der Währungs-Exposition der Olympus-Europa-Gruppe von Bedeutung.
Eine 10%ige Aufwertung ("+10 %") bzw. eine 10%ige Abwertung ("-10 %") des Euro gegenüber den folgenden Währungen zum 31. März 2024 hätte das Ergebnis um die unten angegebenen Beträge erhöht (-vermindert). Diese Analyse geht davon aus, dass alle anderen Variablen, insbesondere die Zinssätze, konstant bleiben. Die Analyse wird auf derselben Grundlage für das zum 31. März 2023 endende Geschäftsjahr durchgeführt.
(ii) ZinsrisikoDas Zinsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinses schwanken. Cashflow-Zinsrisiko von festverzinslichen InstrumentenEs gibt zurzeit keine wesentlichen Bankfinanzierungen der Olympus-Europa-Gruppe, aus denen Cashflow-Zinsrisiken resultieren. Die zum Bilanzstichtag vorhandenen Bankverbindlichkeiten betreffen Immobiliendarlehen mit fester Verzinsung über die Laufzeit bis zur geplanten vollständigen Tilgung. Des Weiteren besteht ein langfristiges festverzinsliches Annuitätendarlehen mit einem Ausgabewert von TEUR 85.000 bei einem verbundenen Unternehmen. Die fixe Verzinsung bezieht sich auf einen Zeitraum von 15 Jahren. Daher resultieren hieraus keine unmittelbaren Cashflow-Risiken aus Zinsänderungen. Zinsrisiko des beizulegenden Zeitwerts von festverzinslichen InstrumentenDer Konzern erfasst keine seiner festverzinslichen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert und designiert auch keine Derivate (Zinsswaps) als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge-Accounting. Daher würde sich eine Veränderung der Zinssätze zum Bilanzstichtag weder auf die Gesamtergebnisrechnung noch auf das Eigenkapital in Zusammenhang mit diesen Instrumenten auswirken und somit stellen diese Instrumente kein Zinsrisiko dar. Cashflow-Zinsrisiko von variabel verzinslichen InstrumentenDie Gruppe hat eine Cashpool-Vereinbarung zur Liquiditätssteuerung mit einem verbundenen Unternehmen mit variabler Verzinsung auf den ausstehenden Saldo abgeschlossen. Die Zinssensitivität aus dieser variablen Zinsrisikoposition würde sich bei konstanten anderen Variablen wie folgt auf das Konzernergebnis vor Steuern niederschlagen. Eine Erhöhung um 25 Basispunkte würde das Konzernergebnis vor Steuern um TEUR 860 verbessern (2022/2023: Verbesserung um TEUR 856). Ein fallender Zins um 5 Basispunkte hätte das Konzernergebnis vor Steuern um TEUR 172 verschlechtert (2022/2023: Verschlechterung um TEUR 171). Die Olympus-Europa-Gruppe hält zudem in geringfügigem Umfang Liquidität auf Tagesgeldkonten in verschiedenen Ländern in verschiedenen Währungen. Die vorgenannten Anlagen in Tagesgeldkonten sind teilweise variabel verzinslich. Auf die Darstellung von Zinssensitivitäten (Veränderung +25 Basispunkte / -5 Basispunkte) hieraus wird aufgrund der unwesentlichen Auswirkungen verzichtet, da diese im einstelligen TEUR-Bereich liegen. (iii) Beizulegende ZeitwerteNachfolgend sind die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zusammen mit den in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerten dargestellt. Für kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie für den kurzfristig fälligen Anteil von Forderungen entsprechen die Buchwerte aufgrund der kurzen Laufzeit dieser Instrumente in etwa dem beizulegenden Zeitwert. Die Position Darlehen an nahestehende Unternehmen und Personen enthält zum wesentlichen Teil Cashpool-Forderungen gegen ein verbundenes Unternehmen. Der ausstehende Betrag hieraus unterliegt einem marktgerechten variablen Zinssatz. Daher bestehen keine wesentlichen Unterschiede zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert. Die Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen entfallen zum Bilanzstichtag auf eine von einem verbundenen Unternehmen erhaltene langfristige Finanzierung als Annuitätendarlehen mit einer fixen Verzinsung und Laufzeit von 15 Jahren. Das Darlehen wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 gewährt.
Die Grundlage zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts wird in Anhangangabe (3)(O)(3)(O) dargelegt. (iv) ZeitwerthierarchieDie nachfolgende Übersicht enthält eine Analyse der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente nach der Qualität der in die zugrunde liegenden Bewertungsmethoden einfließenden Bewertungsparameter. Die Niveaus definieren sich wie folgt:
Die Grundlage zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts wird in Anhangangabe (3)(O) dargelegt. Die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die dem Niveau 3 zugeordnet sind, betreffen Eigenkapitalinstrumente für sonstige Beteiligungen, für die kein notierter Marktpreis vorliegt. Im aktuellen Geschäftsjahr wurde ein Ertrag von TEUR 34 aus der Aufwertung der dem Niveau 3 zugeordneten Instrumente erfasst (im Vorjahr Aufwand von TEUR 884). Bei den dem Niveau 3 zugeordneten sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten handelt es sich um bedingte Verbindlichkeiten. Deren beizulegender Zeitwert wird unter Berücksichtigung der erwarteten, zum Stichtag abgezinsten Zahlungsabflüsse bewertet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein sonstiger Aufwand in Höhe von TEUR 8.931 (Vorjahr: Ertrag TEUR 7.047) aus Bewertungseffekten der bedingten Verbindlichkeiten erfasst. Die zahlungswirksamen Abgänge teilen sich insbesondere auf die erreichten Ziele der bedingten Verbindlichkeiten bei Medi-Tate (TEUR 9.065) und Odin (TEUR 10.356) auf.
Ein Wechsel zwischen den Fair Value-Niveaus hat weder im aktuellen noch im abgelaufenen Geschäftsjahr stattgefunden. Auf eine Sensitivitätsanalyse wird verzichtet, da sich die bedingten Verbindlichkeiten auf qualitative Ziele beziehen. Eine detaillierte Beschreibung der vereinbarten Ziele ist dem Kapitel 6 zu entnehmen.
(E) Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten nach BewertungskategorieDie nachfolgende Tabelle zeigt die Nettoergebnisse je Bewertungskategorie nach IFRS 9. In den Nettoergebnissen sind neben dem Zinsergebnis die Wertberichtigungen und Forderungsverluste sowie die Zeitwertänderungen von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten enthalten.
(F) KapitalmanagementDas Kapital des Konzerns, wie für Managementzwecke definiert, umfasst sowohl das Eigenkapital in Höhe von TEUR 1.246.408 (Vorjahr: TEUR 1.493.418) als auch finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 564.048, vgl. Anhangangabe (6)(C) (Vorjahr: TEUR 638.947). Grundkapital und Kapitalrücklage werden im Wesentlichen von dem Alleingesellschafter der Olympus Europa Holding SE beeinflusst. Beim Management der übrigen Kapitalbestandteile verfolgt der Konzern das Ziel, externe finanzielle Verbindlichkeiten möglichst gering zu halten und gleichzeitig ihre finanzielle Flexibilität zu bewahren. Daher konzentriert sich das Management auf die Optimierung des Betriebskapitalbedarfs durch Reduzierung der Vorräte und Forderungen. Zu diesem Zweck überwacht die Geschäftsführung regelmäßig das Netto-Betriebsvermögen, die Vorräte und überfällige Forderungen. Während des Geschäftsjahres hat sich der Ansatz, den der Konzern für das Kapitalmanagement praktiziert, nicht verändert. Einige Tochtergesellschaften des Konzerns sind gesetzlich verpflichtet, einen bestimmten Anteil ihres Jahresgewinns (ermittelt auf nichtkonsolidierter Basis gemäß den lokalen Bilanzierungsvorschriften) in eine nicht ausschüttungsfähige Rücklage zu übertragen. Des Weiteren verlangen einige europäische Länder, dass Unternehmen über ein positives Eigenkapital verfügen (berechnet gemäß den lokalen Bilanzierungsvorschriften). Die Olympus-Europa-Gruppe hat beide dieser Auflagen erfüllt. Weder die Olympus Europa Holding SE noch ihre Tochterunternehmen unterliegen anderen externen Kapitalanforderungen. (7) UMSATZERLÖSEDie Umsatzerlöse teilen sich wie folgt auf:
In den Umsatzerlösen sind Umsätze in Höhe von TEUR 129.477 (Vorjahr: TEUR 108.930) enthalten, die zu Beginn des Geschäftsjahres in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. Angaben zu den Vertragsverbindlichkeiten befinden sich in der Textziffer (22). Die Grundsätze der Umsatzrealisierung werden in Textziffer (3)(C) beschrieben. (8) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGEDer Posten Sonstige betriebliche Erträge umfasst im Wesentlichen Erträge aus dem Verkauf der GML (TEUR 2.069), Erträge aus Auflösung von Steuerrückstellungen (TEUR 603) und Erträge aus Steuererstattungen (TEUR 401). Zusätzlich gab es noch kleinere sonstige betriebliche Erträge aus der Untervermietung oder dem Verkauf von Anlagevermögen (TEUR 1.139). Der Vorjahreswert enthält im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Ausbuchung von Verbindlichkeiten (TEUR 17.686), Gewinne aus Verkäufen von Sachanlagen (TEUR 1.568) sowie Erträge aus Steuererstattungen (TEUR 800). (9) PERSONALAUFWANDUmsatzkosten, Vertriebs- und Verwaltungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten und sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten den nachstehend aufgeführten Personalaufwand:
Auf den nicht fortgeführten Geschäftsbereich entfallen Personalaufwendungen von TEUR 14.337 (Vorjahr: TEUR 600). Die Mitarbeiterzahl betrug im Jahresdurchschnitt:
(10) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGENSonstige betriebliche Aufwendungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen (TEUR 24.841), Abschreibung eines Nutzungsrechts für untervermietete Flächen (TEUR 955) sowie Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und Aufwendungen für die Zuführung zu den sonstigen Rückstellungen. Der Vorjahreswert beinhaltet im Wesentlichen Aufwendungen aus der Abwertung von Firmen- und Geschäftswerten (TEUR 19.564) und Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs Scientific Solutions stehen, wie z. B. der Abgang des Geschäfts- und Firmenwerts (TEUR 6.723). Des Weiteren wurden Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen (TEUR 1.144), Aufwendungen für die Zuführung zu den sonstigen Rückstellungen (TEUR 6.600) sowie Weiterbelastungen des Mutterkonzerns Olympus Tokyo für globale Projekte (TEUR 3.233) erfasst. (11) FINANZERTRÄGE UND FINANZAUFWENDUNGENDie folgenden Finanzerträge und Finanzaufwendungen inklusive des Ergebnisses aus at-equity bewerteten Beteiligungen wurden ergebniswirksam im Finanzergebnis erfasst:
(12) STEUERNDie Ertragsteuern teilen sich wie folgt auf:
In Deutschland unterliegen Kapitalgesellschaften im Wirtschaftsjahr 2023/2024 einem Körperschaftsteuersatz von 15,9 % einschließlich Solidaritätszuschlag. Zusätzlich unterliegen sie einem Gewerbesteuersatz, der abhängig davon ist, wo sich die Betriebsstätten des Konzerns in Deutschland befinden. Für die OEHSE mit Sitz in Hamburg gilt ein Gewerbesteuersatz von 16,5 %. Als Gesamtsteuersatz wird vereinfachend ein Steuersatz von 32,0 % verwendet. Der erwartete Ertragsteueraufwand, berechnet durch Anwendung des gesetzlichen Ertragsteuersatzes des Mutterunternehmens auf das Ergebnis vor Ertragsteuern, lässt sich wie folgt auf den tatsächlichen Steueraufwand überleiten:
Die erfassten latenten Steueransprüche und -schulden setzen sich wie folgt zusammen:
Die folgenden Effekte in den latenten Steuern wurden direkt im sonstigen Ergebnis erfasst:
Die verbleibenden aus der vorhergehenden Tabelle erkennbaren Veränderungen bei den latenten Steuern auf temporäre Differenzen wurden im Periodenergebnis erfasst. Zum 31. März 2024 betrugen die steuerlichen Verlustvorträge vor Wertberichtigung TEUR 52.042 (31. März 2023: TEUR 49.663). Davon wurden TEUR 51.510 (31. März 2023: TEUR 46.359) für die Berechnung latenter Steuern als werthaltig angesehen und führten zu folgenden latenten Steueransprüchen:
Wären die nicht angesetzten Verlustvorträge als werthaltig anzusehen, hätten sich die latenten Steueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen um TEUR 134 (31. März 2023: TEUR 716) erhöht. Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit der steuerlichen Verlustvorträge stellte sich wie folgt dar:
Für zur Ausschüttung vorgesehene Gewinne von Tochtergesellschaften in Höhe von TEUR 111.946 (31. März 2023: TEUR 112.458) wurden zum 31. März 2024 passive latente Steuern in Höhe von TEUR 4.447 (31. März 2023: TEUR 3.082) angesetzt. Auf einbehaltene Gewinne in Höhe von TEUR 1.095.495 (31. März 2023: TEUR 1.047.720) wurden keine latenten Steuern gebildet, da die Umkehr dieser Outside Basis Differenzen in absehbarer Zukunft nicht wahrscheinlich ist oder weil keine Outside Basis Differenzen auf diese einbehaltenen Gewinne erwartet werden. Da die meisten Tochtergesellschaften solche der deutschen Olympus Europa SE & Co. KG sind, wären 95 % dieser Ausschüttungen in Deutschland steuerfrei. Zudem wären ggf. Teile der Dividenden als nicht steuerpflichtige Einlagenrückgewährungen zu behandeln. Eine weitere Gewinnrepatriierung dieser Dividenden im Wege einer Entnahme der OEHSE aus der Olympus Europa SE & Co. KG wäre zu 100 % steuerfrei. Die Olympus-Europa-Gruppe hat die Änderungen an IAS 12 zur globalen Mindestbesteuerung (Pillar-Two) angewendet, die für das am 31. März 2024 endende Geschäftsjahr wirksam wurden. Diese Änderungen stellen klar, dass IAS 12 auf Ertragsteuern anwendbar ist, die aus Steuerregelungen resultieren, die zur Umsetzung der von der OECD veröffentlichten BEPS-Pillar-Two-GloBE-Regeln erlassen oder substanziell verabschiedet wurden, einschließlich Steuerregelungen, die eine QDMTT (Qualifizierte Inländische Mindeststeuer) umsetzen. Der Standard enthält jedoch eine temporäre Ausnahme, die Unternehmen dazu verpflichtet, keine latenten Steueransprüche oder -verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Ertragsteuern aus den Regeln zur globalen Mindestbesteuerung anzuerkennen oder offenzulegen. Die Olympus-Europa-Gruppe hat diese Ausnahme gemäß IAS 12 angewendet und erkennt keine latenten Steueransprüche oder -verbindlichkeiten aus den Ertragsteuern der globalen Mindestbesteuerungsregeln an und legt diese auch nicht offen. Die Pillar-Two-Gesetzgebung wurde in einigen der Länder, in denen die Olympus-Europa-Gruppe tätig ist, erlassen oder wesentlich verabschiedet. Die Gesetzgebung wird für das Geschäftsjahr der Gesellschaft, das am 1. April 2024 beginnt, wirksam. Die Olympus-Europa-Gruppe fällt unter den Anwendungsbereich der erlassenen oder wesentlich verabschiedeten Gesetzgebung und hat eine Bewertung der potenziellen Steuerbelastung durch Pillar-Two vorgenommen. Diese Bewertung basiert auf den neuesten Steuererklärungen, dem länderbezogenen Berichtswesen (Country-by-Country Reporting) und den Finanzberichten der verbundenen Unternehmen innerhalb der Olympus-Europa-Gruppe. Die Analyse zeigt, dass die effektiven Steuersätze gemäß Pillar-Two in den meisten Ländern, in denen die Olympus-Europa-Gruppe tätig ist, über 15 % liegen. In einer begrenzten Anzahl von Ländern, in denen die Übergangsregelung (Safe Harbour) nicht anwendbar ist, nähert sich der effektive Steuersatz jedoch 15 %. Trotzdem erwartet die Olympus-Europa-Gruppe in diesen Ländern keine wesentliche zusätzliche Steuerbelastung durch Pillar-Two. (13) SACHANLAGENEinzelheiten über Veränderungen in den Sachanlagen während des Geschäftsjahres sind im Anlagenspiegel aufgeführt. Zum 31. März 2024 betrugen die vertraglichen Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen TEUR 0. Im Vorjahr (31. März 2023: TEUR 1.497), diese standen in Zusammenhang mit dem neuen Produktionsstandort in Portugal. Die Position "Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten", einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken", enthielt zum 31. März 2023 in Höhe von TEUR 595 Vermögenswerte, die als Sicherheiten für Immobiliendarlehen verpfändet waren. Die entsprechenden Vermögenswerte wurden zum 31. März 2024 in die Position "Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe" umgegliedert (TEUR 578). Sachanlagen zum 31. März 2024
(14) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTEEinzelheiten über Veränderungen in den immateriellen Vermögenswerten während des Geschäftsjahres sind in der Übersicht über die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns aufgeführt. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte bestehen aus aktivierten Kosten, die bei der Entwicklung von neuen, innovativen Produkten entstanden sind. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern bei solchen aktivierten Entwicklungskosten liegen zwischen 3 und 10 Jahren und die Buchwerte dieser immateriellen Vermögenswerte belaufen sich auf TEUR 110.087 (31. März 2023: TEUR 96.977). Während des Geschäftsjahres 2023/2024 hat die Gesellschaft einen Betrag von TEUR 71.500 für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (2022/2023: TEUR 62.775) erfolgswirksam angesetzt. Der Abschreibungsaufwand im Zusammenhang mit immateriellen Vermögenswerten ist in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzkosten enthalten. Zum Zwecke der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert den Produktlinien des Konzerns zugeordnet, die die niedrigste Ebene innerhalb des Konzerns darstellen, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Die Summe der Buchwerte des diesen Produktlinien zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes setzt sich wie folgt zusammen:
Im Rahmen der Veräußerung des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions mit Verkaufsdatum 12. Juli 2024 wurde der zugehörige Geschäfts- oder Firmenwert vollständig abgeschrieben (siehe auch Textziffer (5) für weitere Erläuterungen). Die Werthaltigkeitsprüfungen für die angegebenen Produktlinien erfolgten auf der Basis ihrer Nutzungswerte. Der Nutzungswert wurde durch Abzinsung der zukünftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung der Produktlinie erwartet werden, berechnet und basiert auf den folgenden wesentlichen Annahmen hinsichtlich des Abzinsungssatzes:
Der Abzinsungssatz ergibt sich unter der Annahme, dass der Großteil der Umsätze in Europa erwirtschaftet wird. Zur Diskontierung der Cashflows werden Nach-Steuer-Diskontierungssätze zugrunde gelegt, aus denen anschließend auf Basis einer iterativen Berechnung die oben angegebenen Vor-Steuer-Diskontierungssätze ermittelt werden. Für die Segmente Therapeutic Solutions und Endoscopic Solutions wurden die Cashflows für die Folgejahre des Geschäftsjahres 2022/2023 auf Basis des Prognoseprozesses des Konzerns prognostiziert. Als Ausgangsbasis dienten insbesondere die aktuellen Prognosen zum Geschäftsjahresende, das Budget für das Geschäftsjahr 2022/2023 und der jüngste strategische Fünf-Jahres-Plan des Konzerns. Die Pläne wurden von der Konzernleitung und der Olympus Corporation genehmigt. Die Zahlen des jüngsten strategischen Fünf-Jahres-Plans des Konzerns wurden an die Änderungen im aktuelleren genehmigten Budget für das Geschäftsjahr 2023/2024 angepasst. Cashflows für die diesem Fünf-Jahres-Horizont folgenden fünf Jahre wurden berücksichtigt durch Fortschreibung der Werte mit prognostizierten Wachstumsraten und Ergebnissen für Geschäftsjahre, die immer noch unter dem Einfluss bestimmter Wachstumstreiber stehen. Dies gilt besonders für das Segment Therapeutic Solutions. Jenseits dieses 10-Jahres-Zeitraums wurde für die Segmente Therapeutic Solutions und Endoscopic Solutions eine ewige Rente unter Verwendung des angeführten Abzinsungsfaktors kombiniert mit einer Wachstumsrate (Terminal Growth Rate) von 1,00 % angesetzt, die als langfristige Wachstumsrate der Segmente angenommen wird. Für die oben genannten Geschäfts- oder Firmenwerte bzw. für die entsprechenden Produktlinien Therapeutic Solutions und Endoscopic Solutions ergeben sich erzielbare Beträge, die die Buchwerte dieser Einheiten deutlich überschreiten. Die Geschäftsführung hält es nicht für wahrscheinlich, dass eine der wesentlichen Annahmen zur Schätzung der erzielbaren Beträge sich so ändern wird, dass diese Überschussbeträge wegfallen. Im Rahmen der Veräußerung des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions wurde der zugehörige Geschäfts- oder Firmenwert zum 31. März 2024 vollständig abgeschrieben. Der Wertminderungsbedarf in Höhe von TEUR 5.925 wird in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stellen die Einschätzungen der Geschäftsführung hinsichtlich der zukünftigen Entwicklungen in den Geschäftsbereichen des Konzerns dar und basieren sowohl auf externen als auch auf internen Quellen (historische Daten). Weitere Einzelheiten sind in Anhangangabe (3)(J) dargelegt. Zu den letzten beiden Bilanzstichtagen bestanden keine wesentlichen vertraglichen Verpflichtungen zum Kauf von immateriellen Vermögenswerten. Immaterielle Vermögenswerte zum 31. März 2024
(15) AT-EQUITY BILANZIERTE BETEILIGUNGENZum 31. März 2024 bestand eine at-equity Beteiligung an der DistalMotion SA.
Im Juni 2020 erwarb die Olympus-Europa-Gruppe 14,4 % der Eigentumsanteile und Stimmrechte an der DistalMotion SA, Epalinges, Schweiz (DistalMotion SA). Die Stimmrechte betrugen 14,4 %. Im Dezember 2021 erwarb die Olympus-Europa-Gruppe weitere Anteile an der DistalMotion SA im Wege der Umwandlung von Wandelschuldverschreibungen, so dass die Eigentumsanteile nunmehr 16,6 % betragen. Durch Verwässerung und teilweise durch von der Olympus-Europa-Gruppe anderen überlassene Stimmrechte sank der Stimmrechtsanteil auf 12,3 %. Das Unternehmen erforscht und entwickelt Robotik-Chirurgiesysteme. Die Gesellschaft wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Ein beizulegender Zeitwert wird nicht angegeben, da für DistalMotion SA kein notierter Marktpreis existiert. Das Geschäftsjahr dieser Gesellschaft endete zum 31. Dezember 2023, weshalb das für den Zeitraum 1. April 2023 bis 31. März 2024 einzubeziehende Ergebnis aus dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und dem Zwischenabschluss zum 31. März 2024 abgeleitet wurde. Trotz eines Anteils der Olympus-Europa-Gruppe von weniger als 20 % an der DistalMotion SA wird ein wesentlicher Einfluss angenommen, da Olympus vertraglich berechtigt ist, einen der Geschäftsführer der Gesellschaft zu benennen. Die folgenden beiden Tabellen zeigen zusammengefasste Finanzinformationen zur DistalMotion SA zum Stichtag 31. März 2024 bzw. zum 31. März 2023 sowie für das Geschäftsjahr bzw. für das Vorjahr für den Zeitraum der Einbeziehung:
Die Position langfristige Vermögenswerte enthält auch Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation, nicht aber den Wert des Geschäfts- oder Firmenwertes, der aus der Akquisition der Beteiligung durch die Olympus-Europa-Gruppe resultiert.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Beteiligungsquote unverändert geblieben. Der Bruchteil des Gesamtergebnisses wurde entsprechend mit 16,6 % dem Konzern zugeordnet. Nachfolgend die Überleitungsrechnung auf den Buchwert, der in die Konzernbilanz für die Beteiligung an DistalMotion SA einbezogen wurde:
In der Konzernbilanz werden des Weiteren gegenüber DistalMotion SA bestehende Forderungen aus Wandelschuldverschreibungen über TEUR 6.172 ausgewiesen, da es sich um langfristige Vermögenswerte handelt, die dem wirtschaftlichen Gehalt nach der Nettoinvestition des Unternehmens in das assoziierte Unternehmen zuzuordnen sind. Diese Forderungen wurden im Rahmen der at-Equity Bewertung zum am 31. März 2024 endenden Geschäftsjahr erstmalig in Höhe von TEUR 3.860 auf den verbleibenden Wert von TEUR 2.312 abgewertet. (16) SONSTIGE FINANZANLAGEN, INKLUSIVE DERIVATIVER FINANZINSTRUMENTE
(17) VORRÄTE
Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurden Vorräte in Höhe von TEUR 825.775 (2022/2023: TEUR 868.263) als Umsatzkosten gebucht. Während des Geschäftsjahres 2023/2024 beliefen sich die Abschreibungen der Vorräte auf den Nettoveräußerungswert auf TEUR 10.912 (2022/2023: TEUR 7.695). Zu den letzten beiden Bilanzstichtagen gab es keine wesentlichen als Sicherheit verpfändeten Vorräte. (18) FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN
Vorauszahlungen beziehen sich auf Zahlungen für Beratung, Messen und Ausstellungen usw. Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte beinhalten Kautionen in Form von Bankgarantien und eine Wandelschuldverschreibung. Informationen zu Fälligkeitsterminen und Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen sind in Anhangangabe (6)(B) enthalten. Von den oben angeführten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen bestanden folgende gegen nahestehende Unternehmen und Personen:
(19) EIGENKAPITALDie Veränderungen des Eigenkapitals werden in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung erläutert. (A) Gezeichnetes KapitalZum 31. März 2024 hatte die Olympus Europa Holding SE stimmberechtigtes gezeichnetes Kapital in Form von 1.000.000 Aktien zu je EUR 1 im Nennwert von insgesamt TEUR 1.000 (31. März 2023: TEUR 1.000) genehmigt und ausgegeben. Es wurde in Höhe von TEUR 120 voll eingezahlt und in Höhe von TEUR 880 durch die Übertragung von Aktien im entsprechenden Nennwert vollständig als Sacheinlage eingebracht. Alle Anteile befinden sich im Besitz der Olympus Corporation, Tokio, Japan. Die oben genannten Aktien verleihen das Recht zum Bezug von Dividenden und das Stimmrecht auf der Jahreshauptversammlung. (B) KapitalrücklageDie Kapitalrücklage verleiht weder das Recht zum Bezug von Dividenden noch das Stimmrecht auf der Jahreshauptversammlung. Die Kapitalrücklage darf nicht als Dividende ausgeschüttet werden. Die Kapitalrücklage beträgt zum 31. März 2024 TEUR 332.125 (31. März 2023: TEUR 332.125). (C) WährungsumrechnungsdifferenzenDie im Eigenkapital ausgewiesenen Währungsumrechnungsdifferenzen ergeben sich aus der Konsolidierung derjenigen Abschlüsse, deren funktionale Währung nicht der Euro ist. (D) GewinnrücklagenDie Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 914.857 (31. März 2023: TEUR 1.164.190) enthalten die in der Vergangenheit thesaurierten Konzernergebnisse seit der Gründung der OEHSE. Weiterhin ist in den Gewinnrücklagen die Fusionsrücklage, die durch die Erwerbe von Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung gebildet wurde, enthalten. Sie entspricht dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert des übertragenen Nettovermögens einerseits und dem gezeichneten Kapital und dem Ausgabeagio andererseits, die für die Transaktion nach der Methode der Interessenzusammenführung erfasst wurden und betrug TEUR 806.000 im Entstehungszeitpunkt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde eine Dividende von TEUR 335.200 aus den Gewinnrücklagen an das Mutterunternehmen beschlossen, was einer Dividende je Aktie von EUR 335,2 entspricht, und bis zum Geschäftsjahresende ausgezahlt. Im Vorjahr war eine Dividende in Höhe von TEUR 18.100 aus den Gewinnrücklagen an das Mutterunternehmen beschlossen worden. Dies entspricht einer Dividende je Aktie in Höhe von EUR 18,1 und war zum Vorjahresstichtag bereits vollständig ausgezahlt. Ferner werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionsverpflichtungen nach IAS 19 vollständig erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst (siehe auch Textziffer (21) für weitere Erläuterungen). Die entsprechenden latenten Steuern werden ebenfalls erfolgsneutral erfasst. (20) IN ANSPRUCH GENOMMENE KREDITE
Von verbundenen Unternehmen erhielt der Konzern eine langfristige Finanzierung in Form eines Annuitätendarlehens zur Immobilienfinanzierung mit einer fixen Verzinsung von 1,85 % für eine Laufzeit von 15 Jahren. Die Kreditverbindlichkeiten gegenüber Banken enthielten im Vorjahr Immobiliendarlehen in Höhe von TEUR 275, die grundpfandrechtlich besichert waren (siehe auch Textziffer (13)). Zum 31. März 2024 wurden diese Kreditverbindlichkeiten von TEUR 209 in die Position "Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe" umgegliedert. (21) LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMERDer Konzern hat bestimmten Mitarbeitern Pensionsleistungen sowohl im Rahmen von leistungsorientierten als auch beitragsorientierten Plänen gewährt. (A) Leistungsorientierte PläneInnerhalb der Olympus-Europa-Gruppe werden unter weitgehend ähnlichen regulatorischen Rahmenbedingungen leistungsorientierte Pensionspläne unterhalten. Für den Zweck dieser Angabe werden im Folgenden diese Pensionspläne getrennt betrachtet für die von der Olympus KeyMed (Medical & Industrial Equipment) Limited bilanzierten Pensionspläne (KeyMed-Gruppe) und diejenigen Pensionspläne, die von den kontinentaleuropäischen Gesellschaften bilanziert werden (OEKG-Gruppe). Alle leistungsorientierten Pläne sind leistungsorientierte Endgehaltspläne, bei denen die Leistungen an die Planteilnehmer entweder in Form einer lebenslangen Rente mit garantierter Höhe oder einer einmaligen Kapitalauszahlung ausgezahlt werden. Die Mehrheit der Versorgungsleistungen stammt aus qualifizierten Versicherungspolicen (OEKG-Gruppe) und treuhänderisch verwalteten Fonds (KeyMed-Gruppe). Darüber hinaus bestehen nicht über einen Fonds finanzierte Pläne, bei denen die jeweilige Gesellschaft die Pensionsverpflichtungen bei Fälligkeit erfüllt. In Treuhandfonds oder qualifizierten Versicherungspolicen gehaltenes Planvermögen unterliegt den lokalen Vorschriften und Praktiken des jeweiligen Landes. Dasselbe gilt für die Art der Beziehung zwischen dem Konzern und den Treuhändern oder den Versicherungen sowie für deren anteiliges Verhältnis im Hinblick auf das Planvermögen. In Treuhandfonds gehaltenes Planvermögen wird in gesonderten, treuhänderisch verwalteten Fonds angelegt, um langfristige Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven und bereits ausgeschiedenen Mitarbeitern zu erfüllen. Die Treuhänder dieser Fonds müssen im besten Interesse der Begünstigten der Fonds handeln. Die Ernennung von Treuhändern für die Fonds erfolgt gemäß der Fondsdokumentation des jeweiligen Pensionsplans. Bei der KeyMed-Gruppe sollte einer Richtlinie zufolge ein Drittel der Treuhänder des Pensionsplans für Mitarbeiter von Teilnehmern des Fonds nominiert werden. Die Treuhänder jedes Plans verfolgen eine Anlagestrategie, die größtenteils den Laufzeiten ihrer Schulden entspricht. Dadurch dürften sich die Auswirkungen verringern, die der Plan auf die Bilanz der Gesellschaft haben kann. Das Planvermögen enthält keine Aktien und setzte sich zum Bilanzstichtag fast ausschließlich aus Anleihen zusammen. Trotzdem besteht immer noch das Risiko, dass Änderungen der Annahmen zum Abzinsungssatz, zur Lebenserwartung oder zur Preissteigerungsrate zu einem größeren Plandefizit führen. Es gibt noch weitere unsichere Annahmen zur Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung, deren Auswirkungen jedoch nicht so wesentlich sind. Weiterhin besteht das Risiko, dass Maßnahmen von lokalen Aufsichtsbehörden oder Änderungen in der europäischen Gesetzgebung einen höheren Deckungsgrad der Pensionspläne in den einzelnen Ländern erforderlich machen. Dies könnte sich auf die Cashflows der Gesellschaft auswirken. Für die Pläne der OEKG-Gruppe wird ein prozentualer Anteil der an die Mitarbeiter gezahlten Löhne und Gehälter als Beitrag zur Finanzierung der Leistungen verwendet. Die Beiträge werden hauptsächlich in eine qualifizierte Versicherung eingezahlt. Hierbei übernimmt der Arbeitgeber einen festen Beitrag. Die Mitarbeiter können freiwillig einen zusätzlichen variablen Beitrag leisten. Die OEKG-Gruppe weist in der Bilanz Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 25.943 (31. März 2023: TEUR 25.281) und Erstattungsansprüche in Höhe von TEUR 14.195 (31. März 2023: TEUR 13.407) aus. Der Nettoeffekt der Erstattungsansprüche führt gemeinsam mit der Planüberdeckung und den Pensionsverpflichtungen zu einem Defizit von TEUR 11.748 (31. März 2023: TEUR 11.874). Die OEKG-Gruppe geht davon aus, dass sich das Defizit der Pensionspläne über die bis zum gesetzlichen Rentenalter der Mitarbeiter verbleibende Zeit verringern wird. Die OEKG-Gruppe ist der Ansicht, dass die Höhe der Beitragssätze angemessen ist, um das Defizit über diesen Zeitraum zu beseitigen und dass die regelmäßigen Einzahlungen, die auf dem Dienstzeitaufwand beruhen, nicht wesentlich steigen werden. Die Finanzierung des Pensionsplans der KeyMed-Gruppe basiert auf einer gesonderten versicherungsmathematischen Bewertung für Finanzierungszwecke, deren Annahmen von den in den Pensionsplänen der OEKG-Gruppe festgelegten Annahmen abweichen können. Das Planvermögen der KeyMed-Gruppe wird in Kollektivlebensversicherungen sowie in gesonderten, treuhänderisch verwalteten Fonds angelegt, um langfristige Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven und bereits ausgeschiedenen Mitarbeitern zu erfüllen. Der Plan der KeyMed-Gruppe ist vollständig fondsfinanziert. Die in der Bilanz erfassten Beträge aus den Verpflichtungen des Konzerns aus seinen leistungsorientierten Altersversorgungsplänen stellen sich wie folgt dar:
Die leistungsorientierte Verpflichtung, das Planvermögen und die Erstattungsansprüche entwickelten sich während des Geschäftsjahres wie folgt:
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen:
Im Geschäftsjahr 2023/2024 in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasster Betrag:
Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens verteilt sich auf die folgenden Anlageklassen:
Das Planvermögen der OEKG-Gruppe umfasst qualifizierte Versicherungen. Die Vermögenswerte sind nicht frei verfügbar und können effektiv nur verwendet werden, um Leistungen an Arbeitnehmer zu bezahlen oder zu finanzieren. Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Pläne werden anhand der Projected Unit Credit Method berechnet und basieren auf den folgenden versicherungsmathematischen Grundannahmen:
Bei der Bewertung der Schulden des Pensionsfonds zum 31. März 2024 wurden die unten angegebenen Annahmen zur Lebenserwartung verwendet. Bei der OEKG-Gruppe beruhen die Annahmen zur Lebenserwartung, die für die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen zum Geschäftsjahresende verwendet werden, auf den Standard-Sterbetafeln von Versicherungsmathematikern. Bei den Tochtergesellschaften der OEKG-Gruppe, deren Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen zum 31. März 2024 wesentlich ist, liegen den Annahmen folgende Sterbetafeln zugrunde:
Diese drei Sterbetafeln verweisen auf die Standard-Sterblichkeitsraten, die in den einzelnen Ländern veröffentlicht und häufig zur versicherungsmathematischen Bewertung der Pensionsverpflichtungen sowie zur Berücksichtigung der aktuellen und künftigen durchschnittlichen Lebenserwartung der dortigen Bevölkerung verwendet werden. Die gewichtete durchschnittliche Lebenserwartung, die bei der KeyMed aus den Sterbetafeln abgeleitet wurde, um die Pensionsverpflichtungen zu bestimmen, stellte sich wie folgt dar (in Jahren):
Leistungsorientierte Verpflichtung - SensitivitätsanalyseBei den Sensitivitätsanalysen wird angenommen, dass sich eine Annahme verändert, während alle übrigen Annahmen konstant bleiben. In der Realität ist dies jedoch eher unwahrscheinlich: Änderungen bei einer Annahme können mit Änderungen bei einer anderen Annahme korrelieren. Bei der Berechnung der Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung gegenüber wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen wurde die gleiche Methode angewendet wie bei der Berechnung der in der Bilanz erfassten Pensionsverpflichtung (Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung anhand der Projected Unit Credit Method zum Ende der Berichtsperiode). Im Geschäftsjahr 2023/2024 werden die Abweichungen durch Schwankungen der leistungsorientierten Verpflichtung durch den Abzinsungssatz, die angenommene Inflationsrate, die Gehaltssteigerungsrate und die Lebenserwartung nach Renteneintritt quantifiziert. Die Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung gegenüber Änderungen der Grundannahmen stellt sich wie folgt dar:
Andere finanzielle oder demografische Annahmen sind nicht wesentlich und werden deshalb bei der Sensitivitätsanalyse nicht berücksichtigt. Ein prozentualer Anteil der an die Mitarbeiter gezahlten Löhne und Gehälter wird als Beitrag zu den Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen verwendet. Die bestmögliche Schätzung der Beiträge im Geschäftsjahr 2024/2025 gestaltet sich wie folgt:
Die Gesellschaft und die Treuhänder erhalten vom zuständigen Versicherungsmathematiker regelmäßige Statusberichte zur Finanzierung des leistungsorientierten Plans bei der KeyMed-Gruppe. Diese Berichte werden auf der für Finanzierungszwecke vereinbarten Grundlage erstellt und an Änderungen der Finanzlage bis zum Stichtag des Statusberichts angepasst. Die für diese Finanzierungsstatusberichte verwendeten Annahmen unterscheiden sich von den Annahmen, die für Bilanzierungszwecke gemäß IAS 19 vorgeschrieben sind. Bei der OEKG-Gruppe beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung 10,49 Jahre (31. März 2023: 10,63 Jahre). Bei der KeyMed-Gruppe beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung 17,00 Jahre (31. März 2023: 18,00 Jahre). (B) Beitragsorientierte PläneDie Olympus-Europa-Gruppe unterhält eine Reihe von beitragsorientierten Plänen. Darüber hinaus werden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger auf gesetzlicher Basis gezahlt und in den Sozialabgaben im Personalaufwand erfasst. Die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne beliefen sich im Geschäftsjahr 2023/2024 auf insgesamt TEUR 47.904 (2022/2023: TEUR 44.692). Die Aufwendungen beinhalten sowohl freiwillige beitragsorientierte Zusagen als auch die durch den Konzern geleisteten Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. (22) SONSTIGE SCHULDEN UND PASSIVE ABGRENZUNGSPOSTENSonstige Schulden umfassen folgende Posten:
Die planmäßige Erfüllung der Vertragsverbindlichkeiten ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Der langfristige Anteil entfällt auf "service-type warranties" für erweiterte Garantien und Gewährleistungen, die beim Verkauf der Geräte als eigenständige Leistungsverpflichtung über die Vertragslaufzeit abgegrenzt wurden. (23) RÜCKSTELLUNGEN
Die Rückstellung für Gewährleistungen reflektiert die geschätzten Kosten von kostenlos gewährten Reparaturen und Austauschen, die von der Olympus-Europa-Gruppe für die verkauften Produkte auf Basis von Erfahrungswerten getragen werden müssen. Sie beziehen sich hauptsächlich auf Medical Systems, wo ein Gewährleistungszeitraum von zwei bis drei Jahren abgedeckt wird. In den sonstigen Rückstellungen sind Zuführungen in Höhe von TEUR 24.841 für eine unternehmensweite Restrukturierung enthalten, diese wurde insbesondere für Abfindungen gebildet. (24) VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
In den Verbindlichkeiten sind zum Stichtag 31. März2024TEUR74.600(31. März 2023: TEUR 68.613) Verbindlichkeiten gegenüber der Olympus Corporation sowie TEUR 77 (31. März 2023: TEUR 122) Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen enthalten. (25) LEASINGVERHÄLTNISSE(A) Leasing als LeasingnehmerDie aus den Leasingverhältnissen als Leasingnehmer bilanzierten Nutzungsrechte sind in den Sachanlagen in den Kategorien erfasst, in denen die zugrunde liegenden Vermögenswerte dargestellt würden, wenn sie Eigentum des Konzerns wären. In der nachfolgenden Tabelle wird die Entwicklung der Buchwerte für die aus Leasingverhältnissen resultierenden Nutzungsrechte separat je Anlagenklasse dargestellt:
Die Nutzungsrechte betreffen maßgeblich Leasingverhältnisse für Immobilien und geleaste PKW. In der Regel beinhalten diese Verträge Optionen zur Vertragsverlängerung, teilweise sind zusätzliche, auf der Entwicklung lokaler Preisindizes basierende Mietzahlungen vorgesehen. Beschränkungen hinsichtlich Dividenden, zusätzlichen Schulden oder anderen Leasingverträgen bestehen nicht im Rahmen dieser Verträge. Die folgenden Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung für Leasingverhältnisse erfasst:
Folgende Beträge haben zu Zahlungsabflüssen aufgrund von Leasingverhältnissen als Leasingnehmer geführt:
Die Leasingverbindlichkeiten und die Fälligkeitsstruktur werden in der Textziffer (6)(C) dargestellt. Für wesentliche Immobilienleasingverträge bestehen künftige mögliche zusätzliche Leasingverpflichtungen in Höhe von ca. TEUR 97.300 aus der Ausübung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, für die zum Bewertungszeitpunkt keine hinreichende Sicherheit bestand und die nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen wurden. (B) Leasing als Leasinggeber(i) Operating-Leasingverhältnisse als LeasinggeberWie in Anhangangabe (3)(C)(iii) dargelegt, vermietet der Konzern bestimmte medizinische Ausrüstungsgegenstände im Rahmen von Verträgen, die teilweise neben der eigentlichen Geräteüberlassung auch die Erbringung von Dienstleistungen umfassen. Die zukünftigen Mindestleasingzahlungen gemäß den unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen sind wie folgt fällig:
(ii) Finanzierungsleasing als LeasinggeberWie in Anhangangabe (3)(C)(iii) dargelegt, vermietet der Konzern bestimmte medizinische Ausrüstungen. Die Bruttoinvestitionen in die Leasingverhältnisse sowie der Barwert der entsprechenden ausstehenden Mindestleasingzahlungen ergeben sich zum Stichtag wie folgt:
Die Veräußerungsgewinne aus Finanzierungsleasingverträgen belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 11.466 (Vorjahr: TEUR 9.052). (26) KAPITALFLUSSRECHNUNGDie Olympus-Europa-Gruppe tätigte im abgelaufenen sowie im vorherigen Geschäftsjahr wesentliche zahlungsunwirksame Transaktionen, die in den Anhangangaben (4), (13) und (19)(D) erläutert werden. Die Finanzverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit haben sich wie folgt entwickelt:
(27) NAHESTEHENDE UNTERNEHMEN UND PERSONEN(A) OLYMPUS Corporation und weitere nahestehende Unternehmen und PersonenWeitere Informationen über Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen finden Sie unter (18). Weitere Informationen über Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen finden Sie unter (22).
(B) Wichtige Mitarbeiter des Managements
Die wichtigen Mitarbeiter des Managements in Hamburg beteiligen sich am Plan für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, in dessen Rahmen ein Prozentsatz des festen und variablen Gehalts an eine externe Versicherungsgesellschaft abgeführt wird. Die Versicherung bietet dem Leistungsberechtigten spätestens mit Erreichen des gesetzlichen Regelrenteneintrittsalters eine Kapitalauszahlung. Im Todesfall des Betriebsangehörigen wird die Kapitalauszahlung an bestimmte Hinterbliebene geleistet. Die Vergütung der wichtigen Mitarbeiter des Managements war wie folgt:
Frühere Geschäftsführer und ihre Hinterbliebenen erhielten in den letzten beiden Geschäftsjahren keine Vergütung. Die für frühere Geschäftsführer angesetzten Pensionsrückstellungen beliefen sich auf TEUR 7.977 (31. März 2023: TEUR 8.258). (28) TOCHTERGESELLSCHAFTEN(A) Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen
(B) Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen
(C) Gesellschaften, die im Geschäftsjahr aus dem Konzern ausgeschieden sindName, Sitz Gyrus Medical Ltd., Cardiff, Vereinigtes Königreich (29) HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERSIn der folgenden Tabelle wird das vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar aufgeschlüsselt dargestellt:
(30) EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAGAm 12. Juli 2024 wurde das Orthopädiegeschäft erfolgreich an die Polaris Capital Group verkauft. Damit sind 100 % der Anteile an der FH Ortho-Gruppe an den Käufer übertragen worden. Bei der Olympus Corporation, Tokyo, Japan, ist Stefan Kaufmann am 28. Oktober 2024 von seinen Rollen als Director, Representative Executive Officer, President, CEO, Executive Officer und Mitglied des Nominierungsausschusses zurückgetreten. Vom Mutterunternehmen wurden Maßnahmen ergriffen, um die Geschäftskontinuität zu gewährleisten. Es werden derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Olympus-Europa-Gruppe erwartet. Darüber hinaus waren keine wesentlichen Ereignisse nach Beendigung des Geschäftsjahres bekannt.
Hamburg, 19. Dezember 2024 Olympus Europa Holding SE Der Vorstand Carl Constantin Zangemeister Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023/2024KonzernstrukturDie Olympus Europa Holding SE ist die Muttergesellschaft der Olympus-Europa-Gruppe. Die Tätigkeit der Olympus Europa Holding SE beschränkt sich auf das Halten der wesentlichen Beteiligungen und die zugehörige Aufsichtsfunktion. Die operative Steuerung des Konzerns liegt beim Tochterunternehmen Olympus Europa Management SE, Hamburg. Der Vertriebsbereich der Olympus-Europa-Gruppe umfasst geographisch Europa inklusive der gesamten Russischen Föderation, den Nahen Osten und Afrika. Die produzierenden Gesellschaften der Olympus-Europa-Gruppe vertreiben ihre Produkte darüber hinaus an verbundene Unternehmen und Distributoren in Nord- und Südamerika, Asien und Australien. Der Vertrieb in Europa erfolgt weitgehend über die Tochterunternehmen sowie in einzelnen Ländern über Distributoren. Die Olympus Europa Holding SE wird zu 100 % von der Olympus Corporation in Tokio (Japan) gehalten. Am 21. April 2023 hat die Olympus-Europa-Gruppe die Gyrus Medical Ltd. (GML) an ATL Technology (ATL), London, Vereinigtes Königreich, verkauft. Die langfristigen Vermögenswerte und Schulden der GML werden im vorangegangenen Geschäftsjahr als zur "Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe" dargestellt. Der Verkauf steht im Einklang mit der Strategie, Produktionsstätten zu konzentrieren und sich auf eigene Kernprodukte zu fokussieren. Am 27. Mai 2024 gab der weltweite Olympus-Konzern die Übertragung des Orthopädiegeschäfts an die Polaris Capital Group, Tokio, Japan, zum 12. Juli 2024 bekannt. Dementsprechend wurde der Geschäftsbereich Orthopedic Solutions im Konzernabschluss zum 31. März 2024 als Vermögensgruppe dargestellt, die zur Veräußerung gehalten wird. Der Verkauf dient dem Fokus auf die strategisch definierten Therapie- und Krankheitsbereiche und gleichsam der Optimierung des Unternehmensportfolios eines globalen Medizintechnik Unternehmens. In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wird das Konzernergebnis aus dem fortgeführten Geschäftsbereich für beide dargestellten Geschäftsjahre ohne den nicht fortgeführten Geschäftsbereich Orthopedic Solutions ausgewiesen. Das Ergebnis nach Steuern des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions wird separat als Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich ausgewiesen. Das Tätigkeitsfeld der Olympus-Europa-Gruppe umfasst den Vertrieb und den Service in den nachfolgenden Geschäftsbereichen:
Die Produkte werden überwiegend von der Olympus Corporation, Tokio (Japan), und der Olympus Medical Systems Corp., Tokio (Japan), bezogen. Von der Olympus KeyMed (Medical & Industrial Equipment) Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich, und der Olympus Winter & Ibe GmbH, Hamburg, werden Produkte und Endoskope für die Geschäftsbereiche ESD und TSD bezogen. Orthopädische Produkte werden von der Unternehmensgruppe FH Ortho sowie von Olympus Medical Systems Corp., Tokio (Japan), bezogen. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche LageIm abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 war eine sehr langsame Erholung der wirtschaftlichen Lage zu beobachten. Die Rahmenbedingungen, insbesondere das erhöhte Preisniveau bei der Energieversorgung aufgrund anhaltender geopolitischer Konflikte wie beispielsweise in der Ukraine, trübten wie wirtschaftliche Lage weiterhin ein. Zusätzlich wirkten die weiterhin schwierigen Finanzierungsbedingungen restriktiv auf die Wirtschaft und trübten die kurzfristigen Wachstumsaussichten ein. Zuletzt zeigte sich jedoch eine leichte Entspannung der Inflation in den meisten Volkswirtschaften, wodurch in Zukunft höhere öffentliche und private Investitionen zu erwarten sind. Trotz der leicht positiven Entwicklung zum Ende des Jahres 2023 überwiegen die herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit den umfassenden Folgen, wodurch in Europa ein sehr schwaches Wachstum im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten ist. In der Europäischen Union (EU 27 Länder) ist daher im Jahr 2023 ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um lediglich 0,4 % (Vorjahr 3,5 %) zu verzeichnen. In der Eurozone (20 Länder) betrug der Anstieg des BIP ebenfalls 0,4% (Vorjahr 3,5 %). Unter den vier größten Volkswirtschaften des Euroraumes verzeichnete das BIP in Deutschland einen Rückgang um -0,2 % (Vorjahr 1,8 %), während es in Frankreich und Italien um 0,7 % respektive 0,9 % leicht anstieg (Vorjahr 2,6 % bzw. 3,7 %). Auch in Spanien konnte nicht an das starke Wachstum der Vorjahre angeknüpft werden. Hier wuchs das BIP mit 2,5 % (Vorjahr 5,5 %) vergleichsweise schwach. Das Bruttoinlandsprodukt des Vereinigten Königreichs stagnierte im Jahr 2023 mit 0,3 % (Vorjahr 4,1 %). Gleiches gilt für Polen mit einem schwachen Wachstum von 0,2 % (Vorjahr 5,1 %). Das Bruttoinlandsprodukt der Tschechischen Republik verzeichnete indes ein negatives Wachstum von -0,3 % (Vorjahr 2,5 %). Trotz der weitreichenden Sanktionen aufgrund des Krieges in der Ukraine konnte die russische Wirtschaft durch erhebliche Staatsausgaben einen Aufschwung von 3,6 % (Vorjahr -3,9 %) verzeichnen. Die schwache Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts spiegelt sich auch in der Region des Mittleren Ostens mit 2,0 % (Vorjahr 5,3 %) wider. Währenddessen war das Wachstum in der Subsahara-Region annähernd identisch mit 3,4 % zum Vorjahr von 3,9 %. Geschäftsverlauf nach GeschäftsbereichenIn den Geschäftsbereichen Endoscopic Solutions und Therapeutic Solutions der Olympus-Europa-Gruppe wurde ein Umsatz von EUR 1.862,8 Mio. erzielt. Dies entspricht einem Rückgang von -0,8 % gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere die herausfordernde Situation in Russland zeichnet hierfür verantwortlich. Zusätzlich zeigten sich in diesem Geschäftsjahr die Auswirkungen der Inflation mit sinkenden Bestellungen von Olympus-Produkten, aufgrund von Sparmaßnahmen auf der Kundenseite. Weiterhin kann zum Teil das Erdbeben in Noto, Japan, angeführt werden, welches zum Ende des Geschäftsjahres 2023/2024 auftrat und Lieferengpässe zur Folge hatte. Kompensierende Effekte konnten durch vereinzelt staatlich geförderte Gesundheitsprogramme und Investitionen erreicht werden. Als Folge ist der umsatzstärkste Geschäftsbereich Endoscopic Solutions im abgelaufenen Geschäftsjahr um -1,7 % geschrumpft. Der Geschäftsbereich Therapeutic Solutions konnte das Vorjahresniveau leicht mit 0,4 % übertreffen. Die FH Ortho Gruppe, welche dem Geschäftsbereich Orthopedic Solutions (nicht fortgeführter Geschäftsbereich) zuzuordnen ist, erreichte einen Umsatz von EUR 38,6 Mio., was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 1,0 % bedeutet. Endoscopic SolutionsIm Geschäftsbereich Endoscopic Solutions konnte der umsatzstärkste Produktbereich der flexiblen Endoskope im Bereich der chirurgischen Endoskopie nicht an die starken Vorjahre anknüpfen. Ursächlich waren hier die herausfordernde Situation am russischen Markt, die hohe Inflation, die zu Sparmaßnahmen auf der Kundenseite führte, Rückgang staatlicher Unterstützung, insbesondere im britischen Gesundheitssystem, sowie die Lieferengpässe als Folge des Erdbebens in Noto, Japan. In Summe führten diese teils exogenen Einflüsse zu einem Rückgang von -9,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen konnte der Service- und Reparaturbereich durch eine anhaltend stark wachsende Anzahl von Neuverträgen sowie von Vertragsverlängerungen um 5,3 % im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Dies konnte zum einen durch die Etablierung des Großreparaturzentrums in Portugal und zum anderen durch neu eingeführte Tools, in dem Kundenverträge effektiver verwaltet und ausgebaut werden, erreicht werden. Das On-Demand Geschäft, bei dem Geräte zur Reparatur eingeschickt werden, profitierte von der Normalisierung im Krankenhausbetrieb. Hier bedingte die erhöhte Anzahl von Prozeduren die Anzahl zur Reparatur eingereichter Geräte. Der Produktbereich der Allgemein- und Viszeralchirurgie ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 % gewachsen. Insbesondere staatliche Förderprogramme zur Krebsvorsorge sowie eine größere Nachfrage nach einem bestimmten Produkt aus diesem Produktbereich zeichneten für das Wachstum verantwortlich. Therapeutic SolutionsIm Geschäftsbereich Therapeutic Solutions konnte der umsatzstärkste Produktbereich Urologie weiter mit 2,9 % im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Hierbei sind EU-Förderprogramme hervorzuheben, die mit einem erhöhten Bestellvolumen einhergehen. Weiterhin konnte Medi-Tate im Vergleich zum Vorjahr seine Umsätze verdoppeln und wuchs um ca. EUR 2,1 Mio. Im Bereich der Endo-Therapieprodukte konnte mit einem Wachstum von 9,4 % an die positive Entwicklung aus dem Vorjahr angeknüpft werden, wobei auch hier ein staatliches Förderprogramm in Polen im Bereich Lungenkrebs-Vorsorge hervorzuheben ist. Der Bereich der Hals-Nasen- und Ohrenprodukte war geprägt von verhängten Auslieferstopps einiger Produkte und einem niedrigeren Bestellvolumen der NHS im Vereinigten Königreich im Vergleich zum Vorjahr. Dies führte zu einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um -9,4 %. Orthopedic SolutionsIm Geschäftsbereich Orthopedic Solutions wurde ein Umsatz von EUR 38,6 Mio. erzielt. Dies entspricht einem Wachstum von 1,0% im Vergleich zum Vorjahr (EUR 38,2 Mio.). Das Vorjahresniveau konnte leicht übertroffen werden, da durch die Normalisierung des Krankenhausbetriebes nach COVID-19 immer mehr Operationen im orthopädischen Bereich möglich sind. In Bezug auf die Leistung nach Implantattyp erzielte die FH Ortho-Gruppe im Wesentlichen ihren Umsatz mit Hüft-, Schulter-, Knie- sowie Fußgelenkimplantaten (85 %). Die restlichen 15 % des Umsatzes wurden mit weiteren Produktgruppen erzielt. Geschäftsverlauf nach RegionenDer Vertriebsbereich der Olympus-Europa-Gruppe unterteilt sich in die nachfolgend aufgeführten geographischen Vertriebsregionen, auf die im weiteren Verlauf Bezug genommen wird:
Für die produzierenden Gesellschaften außerdem die folgenden Regionen:
Die anhaltenden geopolitischen Konflikte insbesondere in der Ukraine und den damit verbundenen Unsicherheiten dämpften im abgelaufenen Geschäftsjahr erheblich das Wachstum. Neben humanitären Herausforderungen waren aus wirtschaftlicher Sicht die gestiegenen Energiekosten und die daraus resultierende Inflation besonders gravierend und führten zu einer Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik. Um diesem entgegenzuwirken, wurden in weiten Teilen Europas staatliche Investitionen getätigt, die sich auch auf die jeweiligen Gesundheitssysteme erstreckten. Wie im Vorjahr sind die Regionen ECE (34,5 %) und SOUTH (9,5 %) aufgrund ihres deutlichen Wachstums zu nennen. Die positive Entwicklung in der Region ECE ist auf EU-Fördermittel in Tschechien sowie auf erhöhte Lungenkrebsvorsorgemaßnahmen in Polen im Bereich der Bronchoskopie zurückzuführen. Erneut weist das Distributorengeschäft in den südosteuropäischen Ländern ein solides Wachstum auf. Die Region SOUTH wurde durch Investitionen auf Staatsund EU-Ebene und einem damit einhergehenden überdurchschnittlichen Ergebnis im Produktbereich Gastrointestinal geprägt. Die Region MEA konnte durch ein herausragendes Distributorengeschäft um 11,1 % im Vergleich zum starken Vorjahr wachsen. Daneben verzeichnete die DACH-Region einen Umsatzrückgang von -2,3 %. Insbesondere in Deutschland ist aufgrund der bevorstehend Krankenhausreform eine Zurückhaltung bei Investitionen zu beobachten. Daneben dämpften Produktrückrufe ebenfalls das Wachstum. Der Teilkonzern Olympus Winter & Ibe GmbH samt seinen Tochterunternehmen verzeichnete einen Umsatzrückgang von -3,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund für den Umsatzrückgang ist der vollzogene Verkauf der Tochtergesellschaft Gyrus Medical Ltd., Cardiff, Vereinigtes Königreich, im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 (EUR -16,6 Mio.). Vermögens-, Finanz- und ErtragslageVermögenslageIm Vergleich zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres ist die Bilanzsumme der Olympus-Europa-Gruppe zum 31. März 2024 von EUR 2.686,9 Mio. um 11,5 % auf EUR 2.376,7 Mio. gesunken. Die um EUR 310,2 Mio. gesunkene Bilanzsumme resultiert insbesondere aus einem Rückgang der sonstigen Forderungen in dem Bilanzposten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die Zahlung der Dividende an die Konzernmuttergesellschaft zurückzuführen, welche im Rahmen des globalen Cash-Poolings getragen wird. Das langfristige Vermögen ist von EUR 1.313,7 Mio. um 2,4 % auf EUR 1.282,3 Mio. gesunken. Dabei reduzierten sich die immateriellen Vermögenswerte von EUR 580,8 Mio. um 2,9 % auf EUR 563,7 Mio. Hierfür ist vornehmlich die Klassifizierung des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions als nicht fortgeführter Geschäftsbereich mit EUR 24,6 Mio. verantwortlich. Zusätzlich sanken die in Fremdwährung notierten Geschäfts- und Firmenwerte in EUR. Dagegen ist ein Anstieg der aktivierten Forschungs- und Entwicklungskosten insbesondere bei Odin zu verzeichnen. Unter den at-equity bilanzierten Beteiligungen wird zum 31. März 2024 der fortgeschriebene Beteiligungsbuchwert an der DistalMotion SA mit Sitz in Epalinges, Schweiz, ausgewiesen, der unter Berücksichtigung des anteiligen negativen Ergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr vollständig abgeschrieben wurde. Die langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen sanken nur moderat um 1,9 % auf EUR 77,4 Mio. Die sonstigen Finanzanlagen inkl. derivativer Finanzinstrumente stiegen um EUR 5,5 Mio. auf EUR 78,9 Mio., im Wesentlichen bedingt durch Veränderungen der Aktivwerte der Pensionspläne. Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr von EUR 1.373,2 Mio. um 20,3 % auf EUR 1.094,5 Mio., hauptsächlich bedingt durch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen aufgrund der Dividendenzahlung in Höhe von EUR 335,2 Mio. Bei den Vorräten sowie den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten ergeben sich nur moderate Veränderungen gegenüber dem Vorjahr, die insgesamt eine Verringerung um 1,1 % oder EUR 4,5 Mio. betrafen. Die zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe betrifft den nicht fortgeführten Geschäftsbereich Orthopedic Solutions. Sie umfasst nach Abschreibung in Höhe von EUR 64,7 Mio. Vermögenswerte in Höhe von EUR 14,5 Mio. Auf der Passivseite reduzierte sich das Eigenkapital der Olympus-Europa-Gruppe von EUR 1.493,4 Mio. um 16,5 % auf EUR 1.246,4 Mio. Bei gleichzeitig gesunkener Bilanzsumme sank die Eigenkapitalquote von 55,6 % auf 52,4 %. Der Rückgang des Eigenkapitals um EUR 247,0 Mio. ergab sich im Wesentlichen aus der Dividendenausschüttung an die Konzernmuttergesellschaft von EUR 335,2 Mio. Gegenläufig wirkte sich der erzielte Konzerngewinn von EUR 82,5 Mio. und ein positiver Betrag von EUR 2,3 Mio. aus Währungseinflüssen aus der Umrechnung konsolidierter Abschlüsse aus. Die langfristigen Schulden sanken von EUR 425,4 Mio. um 14,2 % auf EUR 364,9 Mio., insbesondere durch den Rückgang der langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten um EUR 45,2 Mio. und der passiven latenten Steuern um EUR 14,8 Mio. Der Rückgang der langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten von EUR 247,5 Mio. auf EUR 202,3 Mio. ergab sich im Wesentlichen aus den bedingten Kaufpreiskomponenten im Zusammenhang mit Unternehmensakquisitionen, deren Erfüllungszeitpunkte innerhalb eines Jahres lagen oder bezahlt wurden (EUR 39,7 Mio.). Zusätzlich reduzierte sich das Factoring-Volumen aus dem russischen Geschäft im Vergleich zum Vorjahr um EUR 10,3 Mio. Die kurzfristigen Schulden sind von EUR 768,1 Mio. um EUR 2,7 Mio. auf EUR 765,4 Mio. gesunken. Zu dieser stagnierenden Entwicklung haben einerseits die Reduzierung der Steuerverbindlichkeiten um EUR 21,0 Mio. und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um EUR 8,9 Mio. sowie die Abnahme der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten um EUR 10,7 Mio. und gegenläufig der Anstieg der kurzfristigen sonstigen Rückstellungen um EUR 25,0 Mio. sowie der Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen um EUR 13,0 Mio. beigetragen. Die Steuerverbindlichkeiten reduzierten sich vor allem durch das niedrigere Konzernergebnis vor Steuern, im Verglich zum außerordentlichen Vorjahres-Konzernergebnis vor Steuern, das hauptsächlich aus dem Verkauf des Geschäftsbereichs Scientific Solutions resultierte. Der Anstieg in den kurzfristigen Rückstellungen ist insbesondere auf ein Restrukturierungsprojekt zurückzuführen. Die im Posten Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen ausgewiesenen EUR 13,9 Mio. sind dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich Orthopedic Solutions zuzurechnen, der am 12. Juli 2024 verkauft wurde. ErtragslageAm 27. Mai 2024 gab der weltweite Olympus-Konzern die Übertragung des Orthopädiegeschäfts an die Polaris Capital Group zum 12. Juli 2024 bekannt. Dementsprechend wurde der Geschäftsbereich Orthopedic Solutions im Konzernabschluss zum 31. März 2024 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich dargestellt. Das Ergebnis dieses Geschäftsbereichs wird im aktuellen Geschäftsjahr und im Vorjahr in der Konzerngesamtergebnisrechnung separat ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden so angepasst, als wäre der Geschäftsbereich Orthopedic Solutions von Beginn des Vorjahres an nicht fortgeführt worden. Damit wird der nicht fortgeführte Geschäftsbereich in beiden Jahren gesondert von den fortzuführenden Geschäftsbereichen dargestellt. Der Konzernumsatz reduzierte sich leicht von EUR 1.877,5 Mio. im Vorjahr auf nunmehr EUR 1.862,8 Mio., was einem Rückgang der fortgeführten Geschäftsbereiche von 0,8 % entspricht. Das Bruttoergebnis vom Umsatz stieg indes von EUR 886,1 Mio. um 3,6 % auf EUR 917,8 Mio. Die Rohertragsmarge, der prozentuale Anteil des Bruttoergebnisses am Umsatz, verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von 47,2 % auf 49,3 %. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen von EUR 568,2 Mio. im Vorjahr um 6,8 % auf EUR 606,6 Mio. Zwar verbesserte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz jedoch zeigte sich ein allgemeiner Anstieg der Vertriebs- und Verwaltungskosten und der Forschungs- und Entwicklungskosten. Zusätzlich reduzierten sich die sonstigen betrieblichen Erträge um EUR 18,0 Mio. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um EUR 10,4 Mio., was zu einem rückläufigen Betriebsergebnis von EUR 236,6 Mio. um 9,8 % auf EUR 213,5 Mio. führte. Treiber des Rückgangs des Betriebsergebnisses waren zum einen die angestoßenen Restrukturierungsmaßnahmen, die inflationsbedingten Kostensteigerungen und zum anderen die erheblichen zukunftsorientierten Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Das Konzernergebnis vor Steuern reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 % von EUR 234,6 Mio. auf EUR 203,4 Mio. Im Geschäftsjahr stieg der im Finanzergebnis enthaltene Verlust von EUR 2,0 Mio. um EUR 8,1 Mio. auf EUR 10,1 Mio. Dieser Anstieg ist auf im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Netto-Finanzerträge in Höhe von EUR 7,2 Mio. zurückzuführen. Zusätzlich wirkt die vollständige Abschreibung der at-Equity bewerteten Beteiligungen negativ, welche sich um EUR 1,0 Mio. im Vergleich zum Vorjahr erhöhte. Das Konzernergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen reduzierte sich von EUR 165,8 Mio. um 10,9 % auf EUR 147,8 Mio. Die Steuerquote hat sich mit 27,3 % gegenüber dem Vorjahr nur leicht verändert (29,3 %). Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen weist einen Verlust von EUR 65,3 Mio. auf, der aus der Umgliederung des Geschäftsbereichs Orthopedic Solutions und der entsprechenden Erfassung der Wertminderung entstand. Das Vorjahresergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen von EUR 173,0 Mio. umfasst die Realisierung des Verkaufserlöses des Scientific Solutions Geschäfts. FinanzlageDer Mittelzufluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit verzeichnete einen Rückgang um 35,5 % von EUR 243,2 Mio. auf EUR 156,8 Mio., welcher im Wesentlichen auf einen Anstieg der Vorräte sowie einen Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen ist. Des Weiteren stiegen die Auszahlungen für Ertragsteuern durch die Steuervorauszahlung für den Verkauf des Scientific Solutions Geschäfts. Gegenläufig haben sich die Zuflüsse aus der Reduktion der Forderungen ausgewirkt. Aus dem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit im Vorjahr wird ein Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ursächlich hierfür ist die Zahlungsmittelentnahme als Mittelzufluss aus dem globalen Cash-Pool Bestand (EUR 237,5 Mio.) zur Zahlung der Dividende. Ferne wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Investitionen durch Akquisitionen getätigt, während im Vorjahr die Odin Akquisition für einen Mittelabfluss verantwortlich war. Der Netto-Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist im abgelaufenen Geschäftsjahr geprägt durch den Mittelabfluss der gezahlten Dividende von EUR 335,2 Mio. Im Vergleich wurde im Vorjahr eine Dividende von EUR 18,1 Mio. gezahlt. Die nach IAS 7 erstellte Kapitalflussrechnung, die Teil des Konzernabschlusses ist, gibt weiteren Aufschluss über die Liquiditätssituation und die finanzielle Entwicklung der Olympus-Europa-Gruppe. Die Olympus-Europa-Gruppe verfügt über ausreichend liquide Mittel zur Finanzierung ihrer operativen und strategischen Ziele. Geschäftsverlauf im Vergleich zum Ausblick für 2023/2024An die im Konzern-Lagebericht des Geschäftsjahres 2022/2023 prognostizierte Umsatzentwicklung, mit einem erwarteten Anstieg im unteren mittleren einstelligen Prozentbereich, konnte nicht angeknüpft werden. Vielmehr ist ein Rückgang im unteren einstelligen Prozentbereich zu verzeichnen. Auf die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche vor dem Hintergrund des prognostizierten Ausblicks wird nachfolgend eingegangen. Im Konzern-Lagebericht des Geschäftsjahres 2022/2023 wurde ein nahezu unverändertes Betriebsergebnis prognostiziert und von einer Verbesserung der Rohertragsmarge auf über 50 % ausgegangen. Das erzielte Betriebsergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr ist von EUR 236,6 Mio. um -9,8 % auf EUR 213,5 Mio. zurückgegangen und konnte damit die erwartete Entwicklung nicht bestätigen. Die Rohertragsmarge hingegen konnte zwar auf 49,3 % gesteigert werden, bleibt damit aber leicht unter den Erwartungen. Vornehmlich konnten die angestrebten Preisanpassungen nicht wie erwartet umgesetzt werden. Für die Geschäftsbereiche ESD und TSD wurde eine Umsatzsteigerung jeweils im mittleren einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Der tatsächlich im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte im Vergleich zum für 2023/2024 prognostizierten Umsatz war um -4,6 % bei ESD und um -1,8 % bei TSD niedriger. Somit blieben beide Geschäftsbereiche hinter den prognostizierten Erwartungen. Diese negative Entwicklung ist hauptsächlich auf die herausfordernde Situation am russischen Markt, die hohe Inflation, die zu Sparmaßnahmen auf der Kundenseite führte, Rückgang staatlicher Unterstützung insbesondere im britischen Gesundheitssystem sowie die Lieferengpässe als Folge des Erdbebens in Noto, Japan, zurückzuführen. Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich Orthopedic Solutions erreichte einen Umsatz von EUR 38,6 Mio. und blieb mit -11,8 % hinter dem prognostizierten Umsatz von EUR 43,8 Mio. Grund hierfür war der niedrigere Absatz von Knie- und Schultergelenken, insbesondere in den Regionen USA und dem Vereinigten Königreich. Forschung & EntwicklungForschung und Entwicklung hat für die Olympus-Europa-Gruppe eine hohe Bedeutung, um das Produktportfolio zu erweitern und im Markt befindliche Produkte stetig zu verbessern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 wurden von EUR 71,5 Mio. Kosten der Forschung und Entwicklung EUR 21,2 Mio. aktiviert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 standen in den Geschäftsbereichen ESD und TSD, in denen die Olympus-Europa-Gruppe mit ihren Tochtergesellschaften in der Forschung- und Entwicklung tätig ist, folgende Projekte und Entwicklungsleistungen im Fokus: Endoscopic- und Therapeutic SolutionsDie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für die Geschäftsbereiche ESD und TSD sind gebündelt in der Olympus Surgical Technologies Europe (OSTE), welche die Tochtergesellschaften Olympus Winter & Ibe GmbH, Hamburg, KeyMed (Medical & Industrial Equipment) Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich, Quest Photonic Devices B.V., Middenmeer, Niederlande, Medi-Tate Ltd., Hadera, Israel, Algram Group Ltd., Southend-on-Sea, Vereinigtes Königreich, sowie Odin Medical Ltd., London, Vereinigtes Königreich, umfasst. Diese Gesellschaften tragen innerhalb des Verbundes zum Wachstum durch ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeit im Bereich der Medizintechnik bei und leisten so einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg und der Sicherung der künftigen Ertragskraft der Olympus-Europa-Gruppe. Im zurückliegenden Jahr wurde insbesondere die Integration der Technologien, die uns die Tochtergesellschaft Quest im Bereich der molekularen Bildgebung liefert, in die Bildgebungssysteme von Olympus vorangetrieben. Darüber hinaus wurde an dem Transfer der Produkte für die Therapie der benignen Prostatahyperplasie aus Israel an den Standort in Tschechien gearbeitet, um eine Großserienproduktion sicherzustellen. Im Rahmen des Ausbaus des Standortes in Tschechien wurde dort auch eine neue R&D Abteilung gegründet und in die EMEA-Organisation integriert. Die Forschung und Entwicklung der OSTE startete wichtige Projekte und Initiativen, die die Grundlage des zukünftigen Wachstums und effizienten Geschäftsbetriebs der Olympus-Europa-Gruppe sicherstellen, und führte diese weiter. Die Implementierung notwendiger Produktanpassungen aufgrund der Medical Device Regulation (MDR) wurde wie im Vorjahr entschieden vorangetrieben. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios hat die OSTE-Entwicklungsleistungen erbracht, die im Folgenden näher erläutert werden:
In Kooperation mit dem japanischen Mutterunternehmen wurde weiter an der neuen Imaging Plattform entsprechend dem vereinbarten Zeitplan gearbeitet. Hier ist insbesondere die neue Generation der Videoendoskope zu nennen, die dem Anwender eine verbesserte Handhabung und höhere Bildqualität liefern wird. Im Bereich der Hochfrequenz- und Ultraschall-Therapie wurde ein Weiterentwicklungsprojekt abgeschlossen und in die letzte Phase (Marktbeobachtung) übergeben. Die Marktzulassung in wichtigen Ländern wie Amerika und Kanada wurde bereits erreicht. Damit können innovative Instrumente des Thunderbeat-Portfolios an nur einem Generator betrieben werden. Das Zystoskopie-Entwicklungsprojekt mit insgesamt 29 unterschiedlichen Artikeln in fünf Gruppen wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr entschieden vorangetrieben. Die Anforderungen an die Wiederaufbereitung von Medizintechnik durch internationale Regulierungsbehörden sind im vergangenen Jahr drastisch erhöht worden, sodass eine Designanpassung mit innovativen Werkstoffen wie amorphen Metallen notwendig war, um die maximale Patientensicherheit zu gewährleisten. Zusätzlich wurde die Gebrauchsanleitung mit innovativen Darstellungen verbessert und ein neuartiges Trainingsvideo erstellt, das die detaillierten Abläufe in der Wiederaufbereitung noch besser vermittelt. Bezüglich des Transfers des Produktes iTind (für die Therapie der benignen Prostatahyperplasie) aus Israel an den Standort in Tschechien wurde die Verifikationsphase mit externen und internen Tests begonnen. Im Rahmen des Produktionstransfers wird eine komplett neue Entwicklungsakte erstellt und entsprechend eine Neuregistrierung des iTind Produktes in allen Märkten erwirkt. Die Zulassung im sehr wichtigen US-Markt wurde bei der FDA durch eine erfolgreiche pre-sub Mission abgesichert. Die Vorentwicklung für Resektoskopie-Systeme der nächsten Generation mit noch geringerer Invasivität wurde im Januar 2024 wesentlich intensiviert. Zusammen mit der Firma Miele wurde eine neue Wiederaufbereitungsmaschine, welche es in Basic und Premium Ausführungen gibt, im Geschäftsjahr 2023/2024 in EMEA gelauncht und somit diese Entwicklung abgeschlossen. Darüber hinaus wird im Bereich Endo-Reprocessing an der nächsten Generation von Durchreiche-Wiederaufbereitungsmaschinen gearbeitet. Für die Dokumentation und den Workflow-Support von Aufbereitungsaktivitäten ist die Software HYTRACK weiterentwickelt worden. Insbesondere wurden die Möglichkeiten erweitert, die erfassten Daten zu analysieren und in Reports zusammenzufassen. Weiterhin unterstützt die Software jetzt die neuesten Aufbereitungsmaschinen und hilft damit unseren Kunden, ihren regulatorischen und rechtlichen Vorgaben in Bezug auf die Dokumentation und Kontrolle von Aufbereitungen nachzukommen. Die bewährte Dokumentationslösung für Endoskopie-Abteilungen ENDOBASE bietet erweiterte Kompatibilität zu neuesten Betriebssystem-Versionen, Datenbank-Servern und Hardware-Komponenten. Weiterhin wurden HYTRACK und ENDOBASE tiefer integriert, um den Anwendern durch die Kombination und den Austausch von Daten beider Systeme neue bzw. verbesserte Funktionen zur Verfügung zu stellen und Dokumentationsaufwände zu reduzieren. Odin konnte an der KI-Plattform Entwicklungs-Fortschritte erzielen, insbesondere an der Entwicklung sog. computer-aided detection/diagnosis-Algorithmen, als auch an KI-gestützten Reporting-Algorithmen. Corporate GovernanceDie Olympus-Europa-Gruppe versteht unter Corporate Governance alle Institutionen, Prozesse, Gesetze wie auch sonstige Vorschriften und Normen, die das Management und die Überwachung innerhalb des Konzerns bestimmen und die den Schutz von Gesellschaftern und wichtigen Stakeholdern und die Sicherstellung von verantwortungsbewusstem Verhalten der Geschäftsführung zum Ziel haben. Für die Olympus-Europa-Gruppe besteht ein Compliance-Management-System (CMS), welches auf der Grundlage der globalen Compliance Strategie und der globalen und regionalen Compliance Vorgaben der Olympus Corporation weiterentwickelt wird. Als Teil des Compliance-Management-Systems werden in einem europaweiten Projekt bestehende und neue Compliance-Risiken ermittelt und bewertet und auf dieser Basis Maßnahmen zur Vermeidung oder Beherrschung von Compliance-Risiken identifiziert und deren Umsetzung sichergestellt. Zur Bestimmung der notwendigen Maßnahmen werden die Risiken nach Kriterien wie Schadenspotential, Eintrittswahrscheinlichkeit (Risk Exposure), Anfälligkeit (Vulnerability) und Risikogeschwindigkeit (Velocity) bewertet. Hauptbereiche der vom CMS in den Blick genommenen Risiken liegen in der Wirtschaftskriminalität (insbesondere Antikorruption), der Interaktion mit Amtsträgern und Privatpersonen im Gesundheitssektor ("Healthcare Compliance") und dem Wettbewerbs- und Kartellrecht. Der 2020 verabschiedete Globale Olympus Verhaltenskodex legt die ethischen Prinzipien des Geschäfts des Olympus-Konzerns fest. Richtlinien und Verfahrensanweisungen untermauern den Verhaltenskodex und geben den ethisch-rechtlichen Rahmen für Mitarbeitende und die Geschäftsführung an allen europäischen Standorten vor. Teil des CMS ist weiterhin ein europaweites Hinweisgeber ("Whistleblower")-System, das Teil des globalen Olympus-Hinweisgebersystems ist. Die Möglichkeit, Hinweise zu geben, besteht für Olympus-Mitarbeitende und für Olympus-Geschäftspartner. Die Compliance-Abteilung und andere Unternehmensfunktionen, wie die Personal- und Rechtsabteilung sowie die Innenrevision, gehen den Meldungen mit der nötigen Sorgfalt nach. Das interne Kontrollsystem der Olympus-Europa-Gruppe entspricht den Vorschriften des japanischen Gesetzes für Finanzinstrumente und Börsen (FIEA). Mit ihren unabhängigen und objektiven Prüfungen und Beratungsaktivitäten trug die Innenrevision zur Bewertung und Verbesserung des Risikomanagements, des internen Kontrollumfelds und der Unternehmensführung bei. Der jährliche risikobasierte Prüfungsplan wurde offiziell von dem Global Executive Committee und dem Audit Committee der Muttergesellschaft genehmigt. Die Geschäftsführung der Olympus-Europa-Gruppe wurde regelmäßig über dessen Status und die Ergebnisse informiert. Das Ziel der Olympus-Europa-Gruppe ist es, unseren Kunden die besten Produkte, Dienstleistungen und Lösungen zu bieten und gleichzeitig nur ein sinnvolles Minimum an persönlichen Daten zu verarbeiten. Die Verarbeitung personenbezogener Daten, von Kunden und von Mitarbeitenden, erfolgt unter Anwendung der erforderlichen technischen und organisatorischen Schutzstandards. Alle Mitarbeitenden werden zudem durch regelmäßige, adressatengerechte Trainings im Thema Datenschutz und Datensicherheit auf den umsichtigen und vertraulichen Umgang mit Daten und deren Verarbeitung geschult. Vertiefende Informationen werden im unternehmensinternen Intranet veröffentlicht. Die Olympus-Europa-Gruppe hat sich durch die Schaffung und beständige Weiterentwicklung eines Datenschutz Management Systems (DSMS) auf die relevanten, gesetzlichen Anforderungen eingestellt. Es wurde ein europaweites Netzwerk von Datenschutz Koordinatoren ("Data Protection Coordinators", "DPCs") geschaffen, um den Informationsfluss sicherzustellen und zu koordinieren, ohne dabei die landesspezifischen Anforderungen außer Acht zu lassen. Die relevante Datenschutzdokumentation (inklusive der Datenschutzrichtlinie) wird fortlaufend weiterentwickelt und mit neuen globalen Anforderungen in dem Bereich angereichert. Das digitale Verfahrensverzeichnis der Olympus-Europa-Gruppe schafft die erforderliche Transparenz hinsichtlich der Datenverarbeitung und bietet die Grundlage, um in Datenschutzfolgeabschätzungen, die sich aus Datenverarbeitung ergebenden Risiken für die Olympus-Europa-Gruppe sinnvoll bewerten zu können. Im Olympus-Konzern wurden Richtlinien und Handreichungen zu der Verwendung von KI, insbesondere von Large Language Modellen (LLM) veröffentlicht. Soweit künstliche Intelligenz bei neuen Olympus Produkten eine Rolle spielt, ist die Datenschutzfunktion beratend eingebunden. Der Aufsichtsrat der Olympus Europa Holding SE trat im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt dreimal zu Sitzungen zusammen. Der für die operative Steuerung des Konzerns zuständige Verwaltungsrat der Olympus Europa Management SE traf sich in diesem Geschäftsjahr insgesamt viermal. Zusätzlich wurden Einzelentscheidungen im Umlaufverfahren abgestimmt. Beide Gremien wurden jeweils von der Geschäftsführung über die finanzielle Situation, Compliance-Aktivitäten, kurz- und mittelfristige Strategie und die vom Mutterunternehmen festgelegten Geschäftsziele informiert. Transaktionen, die gemäß dem Gesellschaftsvertrag des Unternehmens genehmigt werden müssen, wurden diesen entsprechend zur Genehmigung vorgelegt. Qualitäts- und UmweltmanagementDie Qualitätsmanagementsysteme der Olympus-Europa-Gruppe basieren auf den international anerkannten Standards ISO 9001:2015 und ISO 13485:2016. Grundsätzlich dient es dazu, Kunden- und regulatorische Anforderungen zu erkennen, durch Kennzahlen messbar zu machen, die qualitätsrelevanten Abläufe aller Geschäftsbereiche der gesamten Gruppe ständig zu optimieren und in den entsprechenden Geschäftsbereichen die Produktsicherheit zu verbessern. Die europaweite Steuerung von Geschäftsprozessen wird durch zentral harmonisierte Prozesse geschaffen, die in den europäischen Tochtergesellschaften implementiert sind und sowohl lokale und regionale Gegebenheiten als auch die europäische Verantwortung widerspiegelt. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde das Projekt zur Globalisierung zentraler Qualitätsprozesse fortgesetzt, um eine unternehmensweite Vereinheitlichung sicherzustellen. In wichtigen Kernbereichen des Qualitätsmanagements wurden die neuen Prozesse erfolgreich implementiert. Die Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems wurde auch im Geschäftsjahr 2023/2024 durch regelmäßige interne Audits europaweit überprüft. Es wurde die Konformität mit den ISO-Standards aufrechterhalten und durch die benannten Stellen (TÜV-Rheinland bzw. BSI) im Rahmen europäischer Überwachungsaudits ohne Hauptabweichungen bestätigt. Das Umweltmanagement hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr mit seinen Zielen und Maßnahmen an den Auswirkungen des weltweiten Klimawandels und den angestrebten Reduzierungen der CO 2 -Emissionen aus allen geschäftlichen Aktivitäten orientiert. Hierbei ergänzen sich die Vorgaben der Olympus Corporation in Japan zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung sowie des internationalen Standards ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme. Nach der Festlegung des Ziels der CO 2 -Neutralität für Scope 1 und 2 bis 2030 wurde im vergangenen Geschäftsjahr eine Erweiterung um die Neutralität von Scope 3 Emissionen bis 2040 ergänzt. Im Bereich ESG wurde in Europa zudem mit der Vorbereitung der nicht-finanziellen Berichterstattung nach CSRD begonnen, die ab 2026 für die Olympus-Europa-Gruppe relevant sein wird. Des Weiteren legt Olympus einen neuen Schwerpunkt auf das Thema der "Circular Economy" -Kreislaufwirtschaft und arbeitet an Projekten seine Produkte nachhaltiger zu gestalten sowie das LCA (Life-Cycle-Assessment) zu erfassen und zu optimieren. MitarbeitendeZum 31. März 2024 beschäftigte die Olympus Europa Holding SE im europäischen Konzernverbund 7.318 (Vorjahr: 7.185) Mitarbeitende. Im Zuge der Transformation von Olympus zu einem Med-Tech-Unternehmen wurden die Kernwerte (Patienten im Fokus, Integrität, Innovation, Wirkung, Empathie) weiterentwickelt, damit die Patientensicherheit höchste Priorität genießt. Vor dem Hintergrund steigender Kosten bei sinkendem Umsatz und der Notwendigkeit Redundanzen in der zunehmend global strukturierten Matrix-Organisation zu reduzieren, wurde in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres ein Restrukturierungsprojekt erfolgreich durchgeführt. Insgesamt wurden knapp 20 Geschäftsbereiche in der Olympus-Europa-Gruppe (mehrheitlich) mit Wirkung zum 1. Juni 2024 reorganisiert, um die Vorbereitungen für Innovationen für zukünftiges Wachstum zu schaffen. Hierzu wurde ein Interessenausgleich zum Abbau von insgesamt 300 FTE unter Anwendung eines Rahmensozialplans vereinbart. Durch Freiwilligenprogramme wurden insgesamt 110 Aufhebungsvereinbarungen geschlossen. In Kombination mit Einstellungsstopp und der Reorganisation von Geschäftsbereichen ist es gelungen, betriebsbedingte Beendigungskündigungen zu vermeiden und die Geschäftsbereiche profitabel und wettbewerbsfähig aufzustellen. Risiko- und ChancenberichtRisikoberichtRisikomanagementsystem in der Olympus-Europa-GruppeDie Olympus-Europa-Gruppe nutzt ihr Risikomanagementsystem als Management-Werkzeug, um bewusst, systematisch und verantwortungsvoll mit Geschäftsrisiken und Chancen umzugehen. Risikomanagement ist sowohl in der Zentrale als auch in den Niederlassungen etabliert. Das Risikomanagementsystem der Olympus-Europa-Gruppe folgt der internationalen Risiko-Managementnorm ISO 31000. Die Kernaufgaben des Risikomanagementsystems umfassen die Identifizierung, Analyse und Bewertung von Risiken und deren Mitigation durch geeignete Maßnahmen. Ziel ist es, Schäden und Bedrohungen vom Unternehmen abzuwenden, Transparenz über die Risikosituation zu schaffen, Grundlagen für Managemententscheidungen zu schaffen, alle Unternehmensprozesse auf die Geschäftsziele zu fokussieren und nicht zuletzt Stabilität und Rechtssicherheit zu schaffen. Das Risikomanagementsystem betrachtet dabei alle Risiken, die Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben. Die wesentlichen Risikofelder sind:
Der risikobasierte Ansatz und die Risikomanagement Aktivitäten haben in jüngster Vergangenheit eine wesentliche Rolle bei Reaktionen auf sich verändernde wirtschaftliche, politische und regulatorische Rahmenbedingungen gespielt. Im Zusammenhang mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine wurde eine Task Force gegründet, um diverse Auswirkungen dieses Konflikts zu identifizieren, zu analysieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Insbesondere wurde die Sicherheit der in der Ukraine lebenden Mitarbeitenden und deren Familien sichergestellt. Unterschiedliche Szenarien wurden zudem erstellt, um die Auswirkungen bspw. durch den stark schwankenden Rubel aufzuzeigen, um Handlungsbedarfe einzugrenzen. Den wachsenden global präsenten Cyberrisiken begegnet Olympus mit umfangreichen technischen Maßnahmen und verstärktem Training zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden gegenüber potenziellen Angriffen. Durch die Maßnahmen der Risikobewertung konnten negative Effekte vermieden und auf der anderen Seite Chancen genutzt werden. Eine wichtige Rolle des integrierten Risikomanagements ist die Schaffung von Entscheidungsgrundlagen zur Steuerung von Projekten sowie bei der Risikobewertung von Trends im Geschäftsumfeld. Die Ergebnisse der Risikobewertungen werden zur effizienten Priorisierung der Aktivitäten eingesetzt. Die Ergebnisse des regionalen Risikomanagements fließen in die globale Risikoaggregation des Olympus-Konzerns ein und sind ein wichtiger Bestandteil bei der konzernweiten Planung. Um den ganzheitlichen Ansatz des Risikomanagements auf konzernweiter Basis zu nutzen, hat der Olympus-Konzern im April 2023 eine neue globale Organisationsstruktur eingeführt, um die vier Funktionen Risk & Controls, Compliance, Privacy und Information Security im Zusammenhang mit Governance, Risk and Compliance (GRC) in eine globale GRC-Organisation zu integrieren. Diese GRC-Organisation ist auf der EMEA-Ebene gespiegelt und hat sich im vergangenen Geschäftsjahr kontinuierlich weiterentwickelt. Darüber hinaus hat Olympus das bestehende globale Risikoportfolio in eine fortschrittliche Enterprise Risk Management-Methodik überführt und eine globale Risikobewertung mit allen Funktionen durchgeführt, um das globale Risikoportfolio von Olympus auf der Grundlage dieser verbesserten Methodik zu validieren, zu aktualisieren und zu kalibrieren. Für alle identifizierten Prozess-Risiken sind angemessene Gegenmaßnahmen umgesetzt, so dass der Gesamtstatus aller Prozessrisiken sich im akzeptablen bis moderaten Bereich bewegt. Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurden die erfassten Risiken weder im Einzelnen noch in der Summe als bestandsgefährdend bewertet. Auf Basis des Risiken-Chancenprofils der Olympus-Europa-Gruppe sieht das Management eine solide und ausgewogene Grundlage für die weitere Entwicklung und das weitere Wachstum. Zur Nutzung der Chancen werden im Rahmen der strategischen Mittelfristplanung und der Budgetierung die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt. Strategische RisikenUmfeld- und BranchenrisikenDie MDR, welche im Mai 2017 in Kraft getreten ist und zwischenzeitlich mehreren Änderungen bei der praktischen Umsetzung unterschiedlicher Produktklassen unterlag, verpflichtet Hersteller von Medizinprodukten die Wirksamkeit ihrer Geräte detaillierter nachzuweisen. Dies führt zu einem erhöhten Dokumentationsaufwand bei den für die Zulassung neuer Produkte notwendigen klinischen Studien, was die Komplexität des Markteintritts signifikant erhöht, und hierbei zu steigenden Kosten führen kann. Bedingt durch den anhaltenden Angriff Russlands auf die Ukraine haben sich spürbare ökonomische und humanitäre Auswirkungen auch auf den Absatzmärkten der Olympus-Europa-Gruppe ergeben. Neben beträchtlichen Preisanstiegen auf dem Rohstoffmarkt, vor allem im Hinblick auf Strom, Öl und Gas führte diese Krise durch die von der EU erlassenen Sanktionen zur Beeinflussung der Geld- und Warenströme zwischen der EU und Russland. Die hierdurch entstehende dynamische Lage in Bezug auf die Sicherstellung der steten Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben, stellt eine signifikante Herausforderung für die Olympus-Europa-Gruppe dar. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich durch neue Sanktionspakete Umsatz und Ergebnis deutlich mindern. Zudem kann die angespannte Lage zwischen China und Taiwan, neben möglichen humanitären Auswirkungen, die ohnehin gestörten Lieferketten weiter beeinträchtigen. Als Folge könnten sich Produktauslieferung verzögern. Die anhaltend hohen Preissteigerungsraten stellen Unternehmen europaweit vor wesentliche Herausforderungen. Die dynamische Lage der Kostensteigerungen wird vom Management der Olympus-Europa-Gruppe kontinuierlich beobachtet. Da die Einkaufspreise für Waren von verbundenen Unternehmen in Japan für jeweils ein Jahr in Euro fixiert sind, sind die Auswirkungen des Anstiegs der Preissteigerungsrate noch in einem moderaten Rahmen. Soweit die Inflation weiter anhalten oder noch steigen wird, sich auch auf die Einkaufspreise der Olympus-Europa-Gruppe signifikant auswirken wird und die Preissteigerungen im Einkauf nicht vollständig oder nur verzögert an die Kunden weitergegeben werden können, ist mit Ergebnisminderungen zu rechnen. Aufgrund der hohen Inflationsraten und einer Eintrübung des Wirtschaftsklimas besteht die Gefahr zahlreicher Insolvenzen auf dem Beschaffungs- und Absatzmarkt. Diese Entwicklung könnte sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis der Olympus-Europa-Gruppe deutlich negativ beeinflussen. Der Markt, auf dem die Olympus-Europa-Gruppe tätig ist, besteht zu großen Teilen aus Partnern im Gesundheitssystem, die sich zunehmend in Einkaufsgemeinschaften zusammenschließen und so ihre Einkaufsentscheidungen nicht mehr nur aus medizinischen Erwägungen, sondern zunehmend ökonomisch sehr professionell unter Wahrnehmung der Marktmachtkonzentration treffen. Die Olympus-Europa-Gruppe begegnet den hieraus erwachsenden, sich verändernden Anforderungen des Marktes und der damit einhergehenden Veränderung der Risiken mit konsequenter Kunden- und Serviceorientierung sowie einer kompromisslosen Qualitätsorientierung bei ihren Produkten und Prozessen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Markt für flexible Endoskope in Großbritannien von einer geringeren Nachfrage geprägt als noch im Vorjahr. Gestützt wird die Nachfrage weiterhin von öffentlichen Geldern im Gesundheitssektor. Dieser beobachtbare Rückgang der Investitionen könnte dazu führen, dass im folgenden Geschäftsjahr aufgrund der nunmehr eingetretenen Befriedigung der Investitionsnachfrage auf dem britischen Markt eine deutliche Nachfrageminderung zu verzeichnen sein könnte, die den Umsatz und das Ergebnis auf diesem Markt mindern könnten. Sollten die öffentlichen Investitionen in Großbritannien in Folgejahren deutlich zurückgefahren werden, hätte dies ebenfalls eine Minderung von Umsatz und Ergebnis zur Folge. Des Weiteren bringt die angestrebte Krankenhausreform und die damit einhergehende Verlagerung in den ambulanten Sektor Veränderungen und Unsicherheiten in das deutsche Gesundheitssystem. Herausforderungen sind das Schrumpfen des stationären Marktes mit potentiell zunehmenden Insolvenzen, wodurch derzeit Investitionen zurückgehalten werden. Bei anhaltender Unsicherheit in Bezug auf die Krankenhausreform, würde dies einen Rückgang von Umsatz und Ergebnis implizieren. Unternehmensstrategische RisikenDie kontinuierliche Überwachung der strategischen Risiken und die Implementierung der entsprechenden Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen erfolgt in den einzelnen Geschäftsbereichen. Unternehmensstrategische Risiken ergeben sich aus tiefgreifenden Änderungen des Marktumfelds, wie demografischen Veränderungen, dem technologischen Fortschritt und grundlegenden Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die sich nachteilig auf die aktuellen Produkte und Prozesse von Olympus auswirken können. Das Management analysiert die Auswirkungen von derartigen Änderungen im Unternehmensumfeld und prüft, wie sich Maßnahmen zur Risikominderung bei Produkten und Prozessen (die auf die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte abzielen) auf die künftige Situation des Konzerns, insbesondere auf Umsatz, Rentabilität und Liquidität auswirken. Im öffentlichen Sektor sind mögliche Auswirkungen potenzieller Risiken eher mittelfristig erkennbar. Dies gilt ebenfalls für die abgeleiteten Maßnahmen zur Minderung der wesentlichen bzw. bestandsgefährdenden Risiken. Operative RisikenProduktions- und BeschaffungsrisikenNeben der kompromisslos einwandfreien Qualität der Produkte misst Olympus der Versorgungssicherheit seiner Kunden die höchste Priorität bei. Das Management in Bezug auf die Produktions- und Beschaffungsrisiken in der gesamten Lieferkette vom Lieferanten bis zum Endkunden ist daher essenziell. Hier besteht insbesondere das Risiko von zeitlichen Engpässen in der Beschaffung, in der Produktion sowie im Reparaturservice und damit infolgedessen der fehlenden Verfügbarkeit von Geräten beim Kunden. Die Kunden der Olympus-Europa-Gruppe erwarten eine hohe Verfügbarkeit der Produkte und Services. Um das zu garantieren, sichert die Olympus-Europa-Gruppe ihre Lieferkette in hohem Maße ab und kann auf Störungen in der Lieferkette schnell und flexibel reagieren. Mit Dienstleistern besteht eine effiziente Zusammenarbeit, in der die kontinuierliche Verbesserung und Versorgungssicherheit im Vordergrund steht. Im Rahmen der konsequenten Kundenorientierung wird hierbei der vollständige Prozess, beginnend mit Auftragseingang über Beschaffung und Produktion bis hin zur Auslieferung an den Kunden betrachtet und kontinuierlich weiterentwickelt. Die generelle Situation am Beschaffungsmarkt hat sich leicht verbessert, bleibt jedoch weiterhin herausfordernd. Die Olympus-Europa-Gruppe sieht bei einzelnen Schlüsselkomponenten im Bereich der Elektronik weiterhin hohe Wiederbeschaffungszeiten sowie in verschiedenen Einkaufsbereichen steigende potenzielle Risiken durch sich ändernde globale Rahmenbedingungen in Politik und Umwelt. Diesen Herausforderungen begegnet die Gruppe durch eine unverändert enge Abstimmung mit Lieferanten und Produktionspartnern, ergänzt um die Einführung eines globalen Supply Chain Risikomanagements zur Steigerung der Transparenz und Resilienz unserer Lieferketten. In der Produktion stand im Laufe des Geschäftsjahres die Harmonisierung und Standardisierung von Prozessen und Abläufen aller Produktionsstandorte weiter im Fokus, mit der Zielstellung einer möglichst unterbrechungsfreien und robusten Produktion. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Steigerung der Produktivität und der Reduzierung der Produktionskosten durch die Umsetzung von Kaizen-Maßnahmen sowie der konsequenten Weiterentwicklung unseres OSTE-Produktionssystems. QualitätsrisikenUnter Qualitätsrisiken versteht die Olympus-Europa-Gruppe, dass einzelne Produkte den Qualitätsanforderungen nicht gerecht werden könnten. Qualitätsprobleme können in der eigenen Produktion oder bei zugekauften Produkten aufkommen. Um diesem Risiko zu begegnen, gelten beim Zukauf konzernfremder Produkte die gleichen hohen Qualitätsstandards und Qualitätssicherungsprozesse wie bei den eigenen Produkten. Darüber hinaus verhindert eine strategische Beschaffungspolitik Abhängigkeiten und beugt Ausfällen von Lieferanten und Dienstleistern vor. PersonalrisikenDen personalbezogenen Risiken begegnet die Olympus-Europa-Gruppe unverändert mit einer umfassenden, europaweiten Personalstrategie. Zu den Personalrisiken gehören insbesondere fehlende qualifizierte Ressourcen im Kontext eines zunehmenden globalen Fachkräftemangels. Olympus bietet seinen Beschäftigten unter anderem überdurchschnittliche Sozialleistungen und vielfältige Trainings- und Entwicklungsmöglichkeiten in einem sehr modernen Arbeitsumfeld. Dass Olympus den personalbezogenen Risiken äußerst erfolgreich begegnet, belegt die wiederholte Auszeichnung als "Top Employer Europe". Diese Auszeichnung basiert auf dem Zertifizierungsprozess durch ein unabhängiges Institut und stellt ein Gütesiegel für die Qualität eines Arbeitgebers in Bezug auf herausragende Bedingungen der Beschäftigten dar. Gleichermaßen hohe Anforderungen werden stets auch an die Qualität der Ausbildung bei Olympus gestellt. Demzufolge hat Olympus auch die Auszeichnung "Hamburgs bester Ausbildungsbetrieb" erhalten. Zudem wurden mit den Mitbestimmungsgremien die Betriebsvereinbarungen zum mobilen Arbeiten um weitere zwei Jahre (bis 30. September 2025) verlängert. Damit bestätigt Olympus, dass mobiles Arbeiten auch künftig ein wichtiger und verlässlicher Bestandteil der Arbeitsbedingungen darstellt. Informationstechnische RisikenDie IT-Hauptrisiken sind unzulängliche Verfügbarkeit und Leistung der Systeme sowie Datensicherheit und deren potenzielle negative Auswirkungen auf die operativen und finanziellen Prozesse. Um diesen Risiken zu begegnen, ist ein umfassendes IT- und Sicherheitskonzept umgesetzt. Die Wirksamkeit des Systems wird mit einem umfangreichen Kennzahlenprogramm überwacht. Cyber-RisikenDer digitale Wandel und die Vorteile unternehmensübergreifender Vernetzung haben die Gefahren von Cyberangriffen und vergleichbaren Bedrohungen stark erhöht. Das Risiko vor Datenverlust, Datenmissbrauch und digitaler Sabotage ist zu den am höchsten bewerteten Geschäftsrisiken geworden. Die Olympus-Europa-Gruppe begegnet diesem Risiko mit einem umfassenden Programm zur Prävention, Detektion und Reaktion auf Cybersicherheitsvorfälle. Finanzwirtschaftliche RisikenDie wesentlichen finanzwirtschaftlichen Risiken der Olympus-Europa-Gruppe sind das Liquiditätsrisiko, die Risiken aus Finanzinstrumenten (insbesondere das Währungsrisiko) sowie das Ausfallrisiko im Forderungsbereich. Zusätzlich ist ein Anstieg der Leitzinsen von den Zentralbanken zu beobachten. Zukünftige Geldbeschaffung wird sich entsprechend verteuern. Diese Risiken werden bei der Olympus-Europa-Gruppe durch eine zentrale Treasury-Abteilung und ein zentrales Treasury-System im Rahmen der strategischen Vorgaben hinsichtlich möglicher Sicherungsgeschäfte gesteuert. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, den mittelfristigen Liquiditätsbedarf durch Steuerung der Liquiditätsreserven sicherzustellen und finanzwirtschaftliche Risiken, insbesondere durch die Veränderung von Wechselkursen, durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten zu begrenzen. Zinsrisiken sind gegenüber den Währungsrisiken von untergeordneter Bedeutung für die Olympus-Europa-Gruppe. Der Liquiditätsbedarf der Tochtergesellschaften wird dabei im Rahmen des EMEA-weiten Cash-Poolings sichergestellt. Von den Tochtergesellschaften werden in Abstimmung mit der Zentrale die Möglichkeiten des Factorings genutzt, sofern dies im Rahmen der Strategie der Olympus-Europa-Gruppe sinnvoll erscheint. Dem Forderungsausfallrisiko begegnet die Olympus-Europa-Gruppe mit einer in ganz EMEA gültigen Ausfallversicherung, wobei die Forderungsausfälle bisher einen geringen Anteil haben. Für eine effizientere Nutzung der zur Verfügung stehenden Liquidität wird diese auf globaler Konzernebene in einem Financial Hub konzentriert. Dieser Hub ist die Olympus Global Treasury Services Ltd. mit Sitz im Vereinigten Königreich (OGTS). Die Olympus-Europa-Gruppe, die Olympus-Americas-Gruppe und die Olympus Corporation, Tokio, sind über eine Cash-Pool-Vereinbarung mit der OGTS verbunden. Die OGTS stellt die zur Ausübung der Geschäftstätigkeit notwendige Liquidität auf Basis einer jährlichen Finanzplanung in ausreichendem Maße (geplanter Maximalbetrag plus Puffer) zur Verfügung. Die OGTS refinanziert sich über Kreditlinien bei Banken sowie durch Begebung von Anleihen am Kapitalmarkt. Die Olympus-Europa-Gruppe selbst verfügt des Weiteren über Backup Linien bei Banken. Die Olympus-Europa-Gruppe unterliegt Wechselkursrisiken bei Verkaufstransaktionen, wenn diese auf eine andere als die funktionale Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft lauten. Die Geschäftspartner sind Drittkunden sowie verbundene Unternehmen und Konzerngesellschaften. Hierfür kommen insbesondere Transaktionen in Britischen Pfund (GBP), Amerikanischen Dollar (USD), Schweizer Franken (CHF) oder Tschechischen Kronen (CZK) in Betracht. Der Absicherung der Währungspositionen wird durch eine Hedging-Strategie Rechnung getragen, wobei sowohl Devisentermingeschäfte als auch Währungs-Swaps zum Einsatz kommen. Grundlage für alle Sicherungsgeschäfte sind dabei immer die Grundgeschäfte, welche auf den Planbilanzen der Tochtergesellschaften in Fremdwährungsräumen und den prognostizierten Cash-Zuflüssen und -Abflüssen des Konzerns der jeweiligen Fremdwährungen basieren. Während des Geschäftsjahres werden regelmäßige Überprüfungen (monatliche Bilanzen) vorgenommen und wesentliche Abweichungen berichtet, um gegebenenfalls zeitnahe Gegenmaßnahmen zu treffen. Unter Berücksichtigung der Sicherungsmaßnahmen sind die Risiken als begrenzt einzustufen. Als Finanzinstrumente werden bei der Olympus-Europa-Gruppe marktübliche Sicherungsinstrumente mit unseren Partnern genutzt. Diese dienen ausschließlich dem Zweck der Sicherung von Grundgeschäften gegenüber Wechselkurschwankungen. Der Konzern geht nicht davon aus, dass sich die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten nachteilig auf seine Finanzlage auswirken wird. Die Gruppe setzt keine Derivate für Handels- oder Spekulationszwecke ein. Weitere Details zu dem Einsatz von Finanzinstrumenten und dem Finanzrisikomanagement sowie eine Sensitivitätsanalyse zum Wechselkurs- und Zinsrisiko im Rahmen der nach IFRS 7 geforderten Angaben sind in der Anhangangabe (6) des Konzernanhangs näher dargestellt. Sonstige RisikenDie Olympus-Europa-Gruppe ist mit Vertriebsgesellschaften, Niederlassungen und Produktionsgesellschaften in vielen Ländern präsent, und die zu beachtenden gesetzlichen Rahmenbedingungen sind dementsprechend vielfältig. Höchsten Stellenwert hat bei der Olympus-Europa-Gruppe die Einhaltung aller gesetzlichen und regulatorischen Verpflichtungen. Die Olympus-Europa-Gruppe verfügt über ein Compliance-Management-System (CMS), das anhand der globalen und regionalen Olympus-Richtlinien weiterentwickelt wird. Als Schwerpunktthemen im Rahmen des Compliance-Managements wurden die Themenbereiche Antikorruption, insbesondere im Gesundheitssektor ("Healthcare Compliance"), und das Wettbewerbs- und Kartellrecht behandelt. Die Wirksamkeit des Compliance-Management-Systems wird durch das unternehmensinterne Audit überprüft. In risikoorientierten Prüfungen werden sowohl zentrale Bereiche, Niederlassungen sowie Verkaufsintermediäre bezüglich Steuerung der wesentlichen strategischen, finanziellen, operativen und Compliance-Risiken auditiert. Die Risiken im Zusammenhang mit geistigem Eigentum, Patent- und Markenrecht werden in enger Abstimmung mit dem Mutterkonzern in Japan gesteuert. ChancenberichtDie Olympus-Europa-Gruppe bewegt sich mit ihren Geschäftsbereichen in einem heterogenen und dynamischen Marktumfeld. Neben den allgemeinen wirtschaftlichen und konjunkturellen Rahmenbedingungen unterliegt der Konzern den marktseitigen Veränderungsprozessen in den jeweiligen Branchen. Die Olympus-Europa-Gruppe hat in ihrer Planung und in dem Prognosebericht und Ausblick für das Geschäftsjahr 2024/2025 eine ausgewogene und angemessene Berücksichtigung der Chancen und Risiken vorgenommen. Im Folgenden wird beschrieben, welche Chancen bestehen, die im Falle des Eintretens der jeweiligen Ereignisse und Aktivitäten zu einer positiven Veränderung und Übererreichung von Erwartungswerten bei Umsatz und Betriebsergebnis führen können. Chancen durch positive wirtschaftliche Entwicklung und MarktwachstumDie Olympus-Europa-Gruppe geht bei der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung von den im Prognosebericht aufgeführten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Marktumfeld der jeweiligen Geschäftsbereiche aus. Dabei wird grundsätzlich von einem positiven Umfeld im Gesundheitswesen, unter anderem durch die demographische Entwicklung aber auch durch die Erholung nach pandemiebedingten Wirtschaftseinbrüchen, bei gleichzeitig erhöhtem Einsparungsdruck und Haushaltskonsolidierungen in einer großen Anzahl von europäischen Ländern ausgegangen. Im Falle der Beendigung des Krieges in der Ukraine und der Aufhebung der durch die Europäische Union erlassenen Sanktionen könnten sich die Geld- und Warenströme zwischen der EU und Russland normalisieren. Als Folge könnten die sog. LCC-Vereinbarungen in Russland, die sich in der Vergangenheit als Werttreiber etabliert haben, wieder deutlich stärker in den Fokus rücken. In diesem Fall könnten sich auf diesem Markt Umsatz und Ergebnis gegenüber der Prognose erhöhen. Ferner bestehen Marktchancen sollte sich die Nachfrage nach minimalinvasiven Technologien und technologisch ausgereiften Systemlösungen in der Endoskopie deutlich stärker entwickeln als erwartet. Dabei bieten der demographische Wandel und der Trend zu gesteigerten Anforderungen an medizintechnische Geräte zur Diagnose und Therapie Wachstumschancen über das prognostizierte Maß hinaus. Gleiches gilt für die mögliche Nachfrage nach dem Einsatz von KI-gestützten ganzheitlichen Softwarelösungen im Bereich Endoskopie. Hierbei könnte das vom Olympus-Konzern zukünftig avisierte intelligente Endoskop-Ecosystem deutlichen Absatz finden. Chancen durch neue Produkte und TechnologienDer Olympus-Konzern ist im Bereich der Forschung und Entwicklung aktiv und arbeitet stetig daran, das Produktportfolio zu stärken und weiterzuentwickeln. Die immer umfangreicher werdenden regulatorischen Anforderungen wie beispielsweise die Einführung der MDR stellen insbesondere kleinere Wettbewerber des Olympus-Konzerns vor größere Herausforderungen. Der Marktaustritt von Konkurrenten und das Einstellen einiger Konkurrenzprodukte ist aufgrund dessen nicht ausgeschlossen. Durch die gestiegenen regulatorischen Anforderungen ergeben sich zudem Markteintrittsbarrieren, die den Markteintritt potenzieller Wettbewerber in den nächsten Jahren deutlich erschweren können. Zusätzlich werden die steigenden Anforderungen im Bereich der Hygiene, der Desinfektion und der Sterilisation von medizinischen Geräten das Geschäft in unserem Geschäftsbereich Clinical-Disinfection-Systems unterstützen, da wir hier Geräte und Konzepte mit höchsten Standards anbieten und erwarten, dass mehr Kunden auf unsere Produkte zurückgreifen werden. Diese Effekte könnten dazu beitragen Marktanteile von Wettbewerbern zu gewinnen und so den Umsatz des Geschäftsbereichs Clinical-Disinfection-Systems gegenüber der Prognose zu erhöhen. Als innovatives Unternehmen ist es für den Olympus-Konzern von hoher Bedeutung, neue Produktentwicklungen schnell und effizient zur Marktreife zu führen. Auf der Basis des wachsenden Marktes für Gesundheit und minimalinvasive Technologien wird die Olympus-Europa-Gruppe weiter in den Geschäftsbereich ESD und TSD investieren und sich darauf konzentrieren, den Anwendern technologisch ausgereifte und ökonomisch sinnvolle Systemlösungen für die chirurgische und medizinische Endoskopie anzubieten. Neue Produkte, wie beispielsweise das EVIS X1 Endoskopiesystem, iTind, das thorakale Navigationssystem SpiN, das PLASMA+System oder EDOF-Linsen sind Ausdruck dieses kontinuierlichen Strebens. Dadurch können sich Chancen aus den damit einhergehenden Wettbewerbsvorteilen ergeben, wenn diese neuen Produkte vom Markt besser angenommen werden als erwartet. Sollten neue Produkt- und Systemlösungen früher als erwartet die Marktreife erlangen, können sich hieraus ebenso positive Effekte auf Umsatz und Ergebnis ergeben. Neben internen Produktentwicklungen forciert der Olympus-Konzern auch eine Erweiterung des Produktportfolios durch Zukäufe von Unternehmen. Besonders der Einsatz von KI kann im Bereich der Tumorerkennung und Tumorcharakterisierung zu verbesserten Ergebnissen führen. Durch den Erwerb von Odin hat sich der weltweite Olympus-Konzern die herausragende Kompetenz in diesem Bereich gesichert. Diese Kompetenz könnte in Zukunft als Innovationsstandard Produkte verbessern oder neue Produkte entwickeln. Daher kann sich hier ein positiver Effekt auf den Umsatz und das Ergebnis einstellen. Chancen durch MarktpositionAus der starken Marktposition der Geschäftsbereiche ESD und TSD ergeben sich im Zusammenhang mit der hohen Produkt- und Servicequalität, dem technischen Know-how sowie der Weiterentwicklung des Produktportfolios Chancen, diese Marktposition weiter auszubauen. Für Olympus als etablierten Anbieter ergeben sich Chancen aus der Tatsache, dass viele Kunden weiterhin bewährte Lösungen einsetzen wollen. Durch Investitionen in Personal für den Marketing- und Vertriebsbereich sowie durch zukünftige Akquisitionen wird beabsichtigt, die genannten strategischen Geschäftsbereiche weiter zu stärken und zu erweitern, wodurch sich langfristige Wachstumschancen und ein Ausbau der Marktanteile mit entsprechenden Ertragschancen in diesem Bereich ergeben. Neue Produkte, wie das EVIS X1 Endoskopiesystem, das PLASMA+ System, iTind oder KI-basierte Produkte von Odin können in der Lage sein, die starke Position auf den Märkten der flexiblen Gastroskope, der urologischen Endoskope, der flexiblen Bronchoskope sowie der minimalinvasiven Anwendungen weiter auszubauen, was sich positiv auf Umsatz und Ergebnis auswirken würde. Leistungswirtschaftliche ChancenDie kontinuierliche Vereinheitlichung von Prozessen im zentralisierten Business Center der Gruppe bietet künftig die Chance, Kosten weiter zu senken, die Effizienz zu steigern und damit langfristig profitables Wachstum sicherzustellen. Ferner bestehen Chancen auf der leistungswirtschaftlichen Seite durch Synergien und Verbundeffekte zwischen den Geschäftsbereichen im Olympus-Konzern. Daher wird kontinuierlich an der Digitalisierung und Vereinheitlichung der Prozesse über alle Vertriebsregionen hinweg gearbeitet. Die damit einhergehenden Projekte wurden in unterschiedlichen Regionen erfolgreich implementiert. Durch die genannten Maßnahmen ergeben sich potentielle Chancen zur Verbesserung der Kostenstruktur und damit der künftigen Ertragslage. Gesamtaussage zur Chancen- und RisikobeurteilungDie Gesamtrisikosituation der Olympus-Europa-Gruppe wird im jährlichen Risikobewertungsprozess ermittelt. Im Kontext der sich rasch wandelnden Märkte und Rahmenbedingungen werden alle Prozesse auf die Vollständigkeit der Risikobetrachtung untersucht. Für alle ermittelten Risiken wird die Angemessenheit der Maßnahmen überprüft. Neben dem jährlichen Risikobewertungsprozess werden größere Projekte kontinuierlich vom Risikomanagement begleitet und die Ergebnisse zur Projektsteuerung und zur Priorisierung von Maßnahmen eingesetzt. Die Olympus-Europa-Gruppe analysiert die Risiken, die sich aus veränderten wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen ergeben. Risikoszenarien werden analysiert und daraus gezielt Sofortmaßnahmen und Business Continuity Pläne angepasst. Deshalb wird erwartet, dass die gesamte Olympus-Europa-Gruppe so ihre Geschäftstätigkeit ohne Unterbrechung aufrechterhalten kann, die Kunden vollständig bedienen wird und die finanzielle Stabilität sichergestellt bleiben wird. Die weltweit anhaltenden Lieferengpässe, vor allem im Bereich der Halbleiter, erforderten eine detaillierte Risikobetrachtung, die zu angepassten Beschaffungsstrategien und einer stabilen Beschaffung führten. Die direkt aus dem Ukraine Konflikt erwachsene Energiekrise brachte sowohl signifikante Risiken für die Kontinuität der Produktion mit sich als auch in Bezug auf allgemeine Kostensteigerungen. Auf Basis der Risikoanalyse wurden Business Continuity Pläne für den Fall einer Versorgungsknappheit / -unterbrechung erstellt. Des Weiteren wurden Energiesparmaßnahmen ermittelt und realisiert, so dass es zu keinen Betriebsunterbrechungen kam und die Kostensteigerungen geringstmöglich gehalten wurden. Vor dem Hintergrund steigender Kosten bei sinkendem Umsatz und der Notwendigkeit Redundanzen in der zunehmend global strukturierten Matrix-Organisation zu reduzieren, hat die Olympus-Europa-Gruppe Restrukturierungspotential erkannt und dieses erfolgreich durchgeführt, um die zukünftigen Herausforderungen am Markt positiv zu gestalten und als Arbeitgeber weiter kompetitiv zu bleiben. Der Anstieg der Preissteigerungsrate wird vom Management der Olympus-Europa-Gruppe kontinuierlich beobachtet. Da die Einkaufspreise von Waren von verbundenen Unternehmen in Japan für jeweils ein Jahr in Euro fixiert sind, sind die Auswirkungen des Anstiegs der Preissteigerungsrate noch in einem moderaten Rahmen, können sich aber verstärken, soweit Einkaufspreise sich signifikant erhöhen würden und die Preissteigerungen nicht vollständig oder nur verzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Die Inflation und die gesteigerten Leitzinsen haben für die Olympus-Europa-Gruppe hinsichtlich der Refinanzierungskosten nur geringe Auswirkungen, da sich die Olympus-Europa-Gruppe aus der eigenen Liquidität refinanziert und mit dieser durch den gestiegenen Leitzins Zinseinkünfte erzielt. Zusammenfassend könnten die Auswirkungen der Umfeld- und Branchenrisiken, welche aus der aktuellen globalen wirtschaftlichen Verunsicherung resultieren, sowie die politische Entwicklung in einigen Regionen, insbesondere in Russland und der Ukraine eine potenziell negative Auswirkung auf die Ertragslage des Konzerns haben. Diesen Risiken wird insbesondere mit einer breiten internationalen Streuung innerhalb des Vertriebsbereiches der Olympus-Europa-Gruppe und einer Diversifikation des Produkt- und Leistungsangebotes der Geschäftsbereiche begegnet. Bei den operativen Risiken wird die Bedrohung durch Cyberkriminalität als signifikant bewertet. Um dem signifikanten Risiko Rechnung zu tragen und die Olympus-Europa-Gruppe bestmöglich vor Cyber-Angriffen, Datendiebstahl und anderen Cyberrisiken zu schützen, wurden im Geschäftsjahr umfangreiche organisatorische, technische und Trainings-Maßnahmen erfolgreich vorangetrieben. Der Olympus-Konzern hat zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres von der FDA drei "Warning Letters" erhalten. Bei nicht zufriedenstellender Bereinigung der zugrunde liegenden in Audits beobachteten Abweichungen besteht das Risiko, dass die FDA Maßnahmen ergreift, die zu Einschränkungen im Geschäftsbetrieb führen könnten. Die Olympus-Europa-Gruppe ist nicht unmittelbar betroffen, da die Abweichungen in anderen Regionen aufgetreten sind. Sie ist jedoch in eine Reihe globaler Verbesserungsprojekte eingebunden, die das Ziel haben, die beanstandeten Prozesse umfassend zu beseitigen sowie diese und das Qualitätsmanagementsystem global zu harmonisieren. Um dem gerecht zu werden und vor dem Hintergrund der Transformation hin zu einem globalen Med-Tech-Unternehmen, wurden die Kernwerte um "Patientensicherheit" weiterentwickelt. Darüber hinaus sind derzeit keine operativen Risiken erkennbar, die zu einer dauerhaften signifikanten Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen können. Im finanzwirtschaftlichen Bereich sind Währungsrisiken durch das beschriebene und regelmäßig überprüfte Währungs-Hedging für Fremdwährungstransaktionen in hohem Maße abgesichert. Die Fremdwährungstranslation kann im Gegensatz zu den weitestgehend abgesicherten Transaktionsrisiken durch die Umrechnung der Abschlüsse von Tochtergesellschaften in anderslautender funktionaler Währung eine nachteilige Auswirkung auf die in der Berichtswährung Euro ausgedrückte Ertragslage haben. Abschließend ist festzustellen, dass die erfassten Risiken weder im Einzelnen noch in der Summe als bestandsgefährdend in der Zukunft für die Olympus-Europa-Gruppe bewertet werden. Insgesamt bewegen sich die dargestellten Risiken für den Prognosezeitraum und die prognostizierte Umsatz- und Ertragsentwicklung in einem vertretbaren Rahmen. Hingegen könnten sich bei Eintritt der Risiken negative Abweichungen auf die im Prognosebericht dargestellte Entwicklung ergeben. Auf Basis des Risiken-Chancen-Profils der Olympus-Europa-Gruppe sieht das Management eine solide und ausgewogene Grundlage für die weitere Entwicklung und das weitere Wachstum. Zur Nutzung der Chancen werden im Rahmen der strategischen Mittelfristplanung und der Budgetierung die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt. Prognosebericht und AusblickIm Folgenden soll ein Ausblick über den erwarteten Geschäftsverlauf und die zukünftigen Aktivitäten in den jeweiligen Geschäftsbereichen gegeben werden. Der Prognosezeitraum bezieht sich auf das nachfolgende Geschäftsjahr 2024/2025 und umfasst ein Jahr. Als wesentliche Prognoserelevante Steuerungsgrößen werden ausschließlich finanzielle Leistungsindikatoren in Form von Umsatz (Konzernumsatz und Umsatz je Geschäftsbereich) und Betriebsergebnis verwendet. Die Olympus-Europa-Gruppe geht für das kommende Geschäftsjahr trotz des anhaltenden Ukraine Konflikts und einem weiterhin hohen Inflationsniveau von einer leicht positiven Entwicklung der Weltwirtschaft und wachsenden Märkten insbesondere in den Schwellenländern aus. Jüngste Entwicklungen zeigen zudem eine leichte Entspannung der Inflation in den meisten Volkswirtschaften. Die Auswirkungen der Verwerfungen in den weltweiten Lieferketten sind bislang nur schwer abschätzbar und bekommen mit der angespannten Lage zwischen China und Taiwan eine zusätzliche dynamische Komponente. Kritische Bauteile wie Halbleiter und Micro-Chips unterliegen weiterhin starken Preis- und Verfügbarkeitsschwankungen - unabhängig von mittel- bis langfristigen Liefervereinbarungen. Weiterhin wird sich der marktseitige Trend zur Reduzierung der Anzahl von Krankenhäusern sowie zur Privatisierung von öffentlichen Krankenhäusern und Krankenhauszusammenschlüssen bei privaten Krankenhausgruppen fortsetzen. Diese bereits in den Vorjahren erlebte Marktentwicklung zeichnet sich durch einen erhöhten Preisdruck auf Olympus, höhere Erwartungen im Servicebereich (durch Einkaufsgemeinschaften und große Krankenhausgruppen) sowie die Fortführung des Wandels der Entscheidungsmacht aus (weg vom ärztlichen Personal hin zur Klinikleitung und den Einkaufsmanagern). Hinzu kommt die MDR, welcher grundsätzlich seit dem 26. Mai 2021 zu entsprechen ist und die langfristig zu Kostensteigerungen durch erhöhte und komplexere gesetzliche Dokumentationsanforderungen führt. Auf der Basis der Erwartung eines grundsätzlich wachsenden Marktes für Gesundheit und Medizintechnik und im Speziellen für minimalinvasive Technologien wird die Olympus-Europa-Gruppe weiter in die Geschäftsbereiche ESD und TSD investieren und sich darauf konzentrieren, den Anwendern technologisch ausgereifte und ökonomisch sinnvolle Systemlösungen für die chirurgische und medizinische Endoskopie anzubieten. Wirtschaftlichkeitsstudien haben dabei den gesteigerten ökonomischen Nutzen neuer Olympus-Technologien für die Anwender belegt. Neben den eher diagnostisch ausgerichteten endoskopischen Investitionsgütern wird sich Olympus künftig weiter verstärkt im Bereich der Einmalprodukte für die Therapie durch Gastroenterologen und Chirurgen positionieren. Ziel ist es, durch die Forschung und Weiterentwicklung neuer Technologien in der chirurgischen Endoskopie und flexiblen Endoskopie sowie durch ergänzende Akquisitionen und eine weitere Fokussierung auf die Commercial Excellence Aktivitäten die Marktposition von Olympus weiter auszubauen. Die Olympus-Europa-Gruppe hat sich mit dem Erwerb von Odin im Bereich Cloud-KI-Endoskopie, Zugang zu einem umfassenden Portfolio an kommerziell verfügbaren, computergestützten Erkennungs-/ Diagnoselösungen sowie eine Innovations-Pipeline von Cloud-fähigen Anwendungen verschafft. Mittelfristig soll in London ein Exzellenz-Zentrum entstehen, um an KI-fähigen Prozessen, die in bestehende Olympus Produkte integriert werden, zu forschen und bestehende Algorithmen zu verbessern. Mit der Übernahme von Odin durch die Olympus-Europa-Gruppe stützt der weltweite Olympus-Konzern seine Strategie sowie seine Initiativen im Bereich der digitalen Gesundheit. Gleichzeitig forciert der weltweite Olympus-Konzern mit dem Verkauf des Orthopädiegeschäfts den Wandel zu einem globalen Medizintechnik Unternehmen mit herausragenden Kernkompetenzen. Dieser Schritt eröffnet die Chance, sich effektiver auf die Bereiche zu konzentrieren, in denen der Olympus-Konzern am meisten bewirken kann, indem Mehrwert für Patientinnen und Patienten und Kundinnen und Kunden geschaffen werden kann. Für das laufende Geschäftsjahr 2024/2025 gehen wir von einer Umsatzsteigerung in den Geschäftsbereichen ESD und TSD gemeinsam im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. CorporateDie Prozessabläufe der lokalen Organisationen, des Business Centers der EMEA Region, aber auch die neu etablierten Shared Service Center-Strukturen der Olympus Tokio-Organisation werden weiterentwickelt und optimiert. Dabei stehen Prozesse aus den Bereichen Supply Chain, Finanzen, Sales Support und Human Resources im Fokus. Nach positivem Abschluss des Projektes im Geschäftsjahr 2024/2025 ist mit deutlich effizienteren Strukturen zu rechnen, die mit niedrigeren Kosten und höherer Berichtsqualität einhergehen. Gesamtaussage zur prognostizierten EntwicklungAufgrund des weiterhin hohen Inflationsniveaus und der weiterhin vergleichsweise hohen Energiekosten entsteht wirtschaftliche Verunsicherung. Zudem implizieren geopolitische Spannungen ein hohes Maß an Volatilität. Schwankende Wechselkurse sowie zunehmende protektionistische Tendenzen in einigen Ländern erschweren zusätzlich die Prognosegenauigkeit für das Geschäftsjahr 2024/2025. Von hoher Bedeutung für die Prognose sind die gesamtwirtschaftlichen und konjunkturellen Entwicklungen in unseren relevanten Märkten. Ebenso können sich Kürzungen öffentlicher Budgets und verschobene Investitionen negativ auf die Nachfrage und damit auf die Umsatzentwicklung und Ertragslage auswirken. Für das Geschäftsjahr 2024/2025 erwarten wir einen Anstieg des Konzernumsatzes im unteren einstelligen Prozentbereich. Wir rechnen mit einem leicht steigenden Betriebsergebnis und bei der Rohertragsmarge mit einer leichten Verbesserung. NachtragsberichtAm 12. Juli 2024 wurde das Orthopädiegeschäft erfolgreich an die Polaris Capital Group, Tokio, Japan, verkauft. Damit sind 100 % der Anteile an der FH Ortho-Gruppe an den Käufer übertragen worden. Bei der Olympus Corporation Tokyo, Japan, ist Stefan Kaufmann am 28. Oktober 2024 von seinen Rollen als Director, Representative Executive Officer, President, CEO, Executive Officer und Mitglied des Nominierungsausschusses zurückgetreten. Vom Mutterunternehmen wurden Maßnahmen ergriffen, um die Geschäftskontinuität zu gewährleisten. Es werden derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Olympus-Europa-Gruppe erwartet. Darüber hinaus waren keine wesentlichen Ereignisse nach Beendigung des Geschäftsjahres bekannt.
Hamburg, 19. Dezember 2024 Olympus Europa Holding SE Der Vorstand Carl Constantin Zangemeister Abkürzungsverzeichnis
Bericht des AufsichtsratesDer Aufsichtsrat hat seit seiner Einrichtung und konstituierenden Sitzung am 18. September 2017 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 gewissenhaft wahrgenommen. Er hat den Vorstand der Gesellschaft überwacht, diesen beratend begleitet und zu bestimmten Geschäften und Maßnahmen seine Zustimmung erteilt. Dem Aufsichtsrat sind für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 der Jahresabschluss der Gesellschaft, der Vorschlag des Vorstandes über die Gewinnverwendung und der Bericht über die Beziehungen der abhängigen Gesellschaft zu den verbundenen Unternehmen des Vorstandes zur Prüfung vorgelegt worden. Eine Prüfung des Einzelabschlusses durch einen Abschlussprüfer entfällt, da die Gesellschaft eine kleine Kapitalgesellschaft ist. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss und gegen die abschließende Erklärung des Vorstandes im Bericht über die Beziehungen der abhängigen Gesellschaft zu den verbundenen Unternehmen. Er billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024. Der Jahresabschluss ist festgestellt. Der Aufsichtsrat folgt dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands. Außerdem ist dem Aufsichtsrat der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 in der vom Abschlussprüfer Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH geprüften Fassung vom 19.12.2024 zur Prüfung vorgelegt worden. Der Bericht des Abschlussprüfers hat zu keinen Beanstandungen durch den Aufsichtsrat geführt. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen und billigt den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024.
Hamburg, 19. Dezember 2024 für den Aufsichtsrat Frank Drewalowski, Vorsitzender |
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