Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 91279
Eingetragen
16.10.2020
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von KraftwagenEffekten- und WarenterminhandelAlle anderen Finanzdienstleistungen a. n. g.
Gegenstand
Die Erbringung von Finanzdienstleistungen in Form der Anlagevermittlung (§ 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 1 KWG), Abschlussvermittlung (§ 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 2 KWG) und des Eigenhandels (§ 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 4 KWG). Die Gesellschaft darf sich bei der Erbringung dieser Finanzdienstleistungen Eigentum und Besitz an Geldern oder Wertpapieren von Kunden verschaffen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Marc Benjamin Stenzel
seit 17.11.2020
Geschäftsführer
Prokura
Andrzej Tomczyk
seit 16.10.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
FX MidCo Pty LtdAUS
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
FX MidCo Pty Ltd
Australia
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Pepperstone GmbH

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Pepperstone GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Pepperstone GmbH, Düsseldorf - bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Pepperstone GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse:

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. Juni 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, 13. Oktober 2023

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christian Mai, Wirtschaftsprüfer

Nermin Jejina, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 30. Juni 2023

Aktiva

in EUR 30/06/2023 30/06/2022
1. Forderungen an Kreditinstitute 3.298.762,23 2.125.686,66
täglich fällig 3.298.762,23 2.125.686,66
2. Handelsbestand 716.461,37 321.877,75
3. Treuhandvermögen 3.820.037,21 1.891.355,72
4. Immaterielle Anlagewerte 11.533,51 0
5. Sachanlagen 7.259,88 0
6. Sonstige Vermögensgegenstände 2.211.299,27 862.450,58
7. Rechnungsabgrenzungsposten 12.375,60 10.359,16
Summe der Aktiva 10.077.729,07 5.211.729,87

Passiva

in EUR 30/06/2023 30/06/2022
1. Handelsbestand 302.758,42 22.812,89
2. Treuhandverbindlichkeiten 3.820.037,21 1.891.355,72
3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.468.490,03 741.338,66
4. Rückstellungen 880.116,12 373.585,45
Steuerrückstellungen 301.230,05 0
sonstige Rückstellungen 578.886,07 373.585,45
5. Fonds für allgemeine Bankrisiken 186.401,68 65.533,62
6. Eigenkapital 3.419.925,61 2.117.103,53
a) gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000.000,00
b) Bilanzgewinn 2.419.925,61 1.117.103,53
Summe der Passiva 10.077.729,07 5.211.729,87

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023

GuV
in EUR
30/06/2023 30/06/2022
1. Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 140.160,95 114.518,45
2. Provisionserträge 124.987,69 83.330,61
3. Provisionsaufwendungen 66.017,60 15.025,48
4. Ertrag des Handelsbestands 6.779.170,87 5.238.245,66
5. Aufwand des Handelsbestands 5.691.358,31 4.775.278,04
davon Aufwendungen aus Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 120.868,06 51.695,78
6. Sonstige betriebliche Erträge 3.369.097,27 2.346.843,11
7. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 2.832.597,35 2.211.222,37
a) Personalaufwand 825.397,70 787.902,31
aa) Löhne und Gehälter 715.636,50 678.877,05
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 109.761,20 109.025,26
b) andere Verwaltungsaufwendungen 2.007.199,65 1.423.320,06
8. Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 2.634,99 0
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen 124.356,40 49.463,43
10. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 1.696.452,13 731.948,51
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 393.630,05 0
12. Ergebnis nach Steuern 1.302.822,08 731.948,51
13. Jahresüberschuss 1.302.822,08 731.948,51
14. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.117.103,53 385.155,02
15. Bilanzgewinn 2.419.925,61 1.117.103,53

Anhang für das Geschäftsjahr 2022/2023

1 Allgemeine Angaben

Pepperstone GmbH (Pepperstone, Gesellschaft) ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Düsseldorf. Sie wird beim Amtsgericht Düsseldorf unter der Registernummer HRB 91279 geführt.

Der Abschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2022/2023 ist in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des GmbH-Gesetz und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt worden. Bilanzstichtag ist der 30. Juni 2023. Die Werte im Jahresabschluss sind in EUR angegeben.

2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Pepperstone GmbH hat nach § 242 HGB i.V.m. § 264 und § 340a HGB einen Jahresabschluss und einen Lagebericht aufzustellen. Der Jahresabschluss und der Lagebericht sind unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt worden. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten. Der Ausweis des Sachanlagevermögens erfolgt nun separat. Im Vorjahr wurde das Sachanlagevermögen unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

Die Bewertung der Vermögensgegenstände, der Verbindlichkeiten und der schwebenden Geschäfte erfolgt gemäß §§ 252 ff. und §§ 340 ff. HGB.

Die Betriebs- und Geschäftsausstattung wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu 800 EUR werden im Jahr des Zugangs aufwandswirksam erfasst und voll abgeschrieben.

Die Bewertung der Forderungen an Kreditinstitute erfolgt zum Nennwert. Es bestehen keine Forderungen gegenüber Kreditinstituten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr.

Die von den Kunden geleisteten Bareinlagen (Sicherheitsleistungen) für OTC-Derivate (CFDs) werden als Treuhandvermögen und Verbindlichkeiten ausgewiesen. Diese Bareinlagen werden auf Treuhandkonten im eigenen Namen und fremde Rechnung bei Drittinstituten gehalten.

Als Finanzinstrumente des Handelsbestands werden derivative Finanzinstrumente (CFDs) ausgewiesen und gem. § 340 Abs. 3 Satz 1 HGB zum beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bewertet. Da sämtliche Geschäfte durch back-to-back Geschäfte mit der Pepperstone Group Limited abgesichert sind, bestehen derzeit keine Risiken.

Der beizulegende Zeitwert entspricht gemäß § 255 Abs. 4 Satz 1 HGB dem jeweiligen Marktpreis des betrachteten Finanzinstruments. Zusätzlich ist (nach § 340e Abs. 4 Satz 1 HGB) sind in jedem Jahr 10 von Hundert der Nettoerträge des Handelsbestandes dem Fonds für allgemeine Bankrisiken zuzuführen.

Im Rahmen des Risikomanagements der Pepperstone GmbH wird das Marktpreisrisiko aus derivativen Geschäften mit Kunden durch jeweilige "Back-to-Back Hedging" Geschäfte vollständig an Pepperstone Group Limited transferiert.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer des Vermögensgegenstandes in Anlehnung an die Steuertabellen des Bundesministeriums der Finanzen abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden nach den steuerlichen Vorschriften des § 6 Abs. 2aEStG bilanziert.

Bewertungseinheiten i.S.d. § 254 HGB werden nicht gebildet.

Das Wahlrecht gem. § 274 Abs. 1 HGB zur Aktivierung latenter Steuern (u.a. auf steuerlich Verlustvorträge) wurde nicht ausgeübt.

Bei der Bildung der Rückstellungen wurden alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen berücksichtigt. Die Rückstellungen wurden auf der Grundlage einer vorsichtigen Bewertung gebildet und mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Aufwendungen und Erträge werden periodengerecht abgegrenzt.

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie auf fremde Währung lautende Erträge und Aufwendungen werden gemäß §§ 256a i.V.m. 340h HGB mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag bewertet. Kursunterschiede werden als Wechselkursdifferenzen in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

3 Erläuterungen zur Bilanz

3.1 Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute resultieren aus Guthaben auf Kontokorrentkonten.

in EUR 30.06.2023 30.06.2022
Forderungen an Kreditinstitute (täglich fällig) 3.298.762,23 2.125.686,66

3.2 Handelsbestand (Aktiva)

Der aktivische-Handelsbestand resultiert aus positiven Marktwerten aus OTC-Derivaten (CFDs), die mit Kunden abgeschlossen wurden (EUR 707.963,37; Vorjahr: 310.865,54 EUR) sowie aus abgeschlossenen OTC Back-to-Back Geschäften zur vollumfänglichen Absicherung der Marktpreisrisiken mit der Pepperstone Group Ltd. (EUR 8.498; Vorjahr: 11.012,21 EUR).

3.3 Treuhandgeschäfte

Treuhandvermögen
in EUR
30.06.2023 30.06.2022
Forderungen an Kreditinstitute (Treuhandkonto) 3.820.037,21 1.891.355,72
Treuhandverbindlichkeiten in EUR
Verbindlichkeiten ggü. Kunden 3.820.037,21 1.891.355,72

Kundengelder werden auf separaten Treuhandkonten bei der Barclays Bank Ireland PLC Frankfurt Branch, Frankfurt am Main und der UniCredit Bank AG, München gehalten.

3.4 Anlagespiegel

Entwicklung der kumulierten Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Sachanlagen:

AHK
01.07.22 Zugang Abgang Umbuchung
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Software - 11.533,51 - -
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.693,80 7.490,90 - -
Anlagevermögen 2.693,80 19.024,41 - -
AHK 30.06.23 Abschreibungen kum.
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Software 11.533,51 -
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.184,70 2.924,82
Anlagevermögen 21.718,21 2.924,82
Buchwert 30.06.2023 Buchwert 01.07.2022 Abschreibungen lfd Jahr
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Software 11.533,51 - -
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.259,88 2.403,97 2.634,99
Anlagevermögen 18.793,39 2.403,97 2.634,99

Im Vorjahr war das Sachanlagevermögen i.H.v. 2.403,97 Euro von untergeordneter Bedeutung und wurde unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

3.5 Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich aus den folgenden Teilen zusammen.

in EUR 30.06.2023 30.06.2022
Forderung an verbundene Unternehmen 1.398.006,54 200.372,77
Forderungen an Zahlungsdienstleister 771.565,37 650.573,30
Übrige Vermögensgegenstände 41.727,36 11.504,51

Die Forderungen an verbundene Unternehmen i.H.v 1.398.006,54 EUR (Vj. 200.372,77 EUR) resultieren zum einen aus einem an die Konzernschwester Pepperstone Limited (UK) im Geschäftsjahr neu ausgereichtem kurzfristigen Darlehen zum Nominalbetrag von 1.200.000 Euro zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen i.H.v. 13.676,80 Euro. Das Darlehen hat zum Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von vier Monaten. Zum anderen bestehen 184.329,74 Euro Forderungen gegenüber der Pepperstone Group Limited hauptsächlich aus der Abrechnung marktneutraler Erträge. Im Vorjahr wurde unter diesem Posten ein Betrag von 200.372,77 Euro aus der Kostenübernahme durch die Pepperstone Group Limited für Aufwendungen der Pepperstone GmbH, die im Zusammenhang mit Dienstleistungen zum Aufbau und zur Weiterentwicklung des Geschäftes in Deutschland und Österreich entstanden sind, ausgewiesen.

Die Forderungen an Zahlungsdienstleiter bestehen aus Einzahlungen der Kunden, die dann entsprechend sachgerecht auf die Treuhandkonten transferiert werden. Der Anstieg im Vergleich zum vergangenen Geschäftsjahr ist auf das Wachstum des Geschäftsvolumens der Pepperstone GmbH zurückzuführen.

Bei den übrigen Vermögensgegenständen in Höhe von 41.727,36 EUR handelt es sich um einen aus Eigenmitteln der Pepperstone GmbH zusätzlich in das Treuhandvermögen eingestellten Liquiditätspuffer (32.553,94 EUR) und eine gestellte Barsicherheit (9.173,43 EUR).

3.6 Rechnungsabgrenzungsposten

Bei den Rechnungsabgrenzungsposten von 12.375,60 EUR (Vorjahr: 10.359,16) handelt es sich um Vorauszahlungen an Lieferanten für Marketingdienstleistungen und regulatorische Unterstützung. Die Dienstleistungen werden im Wesentlichen im zweiten Kalenderhalbjahr 2023 erbracht.

3.7 Handelsbestand (Passiva)

Der passivische Handelsbestand resultiert aus negativen Marktwerten aus OTC-Derivaten (CFDs), die mit Kunden abgeschlossen wurden (90.598,38 EUR; Vorjahr: 18.652,12 EUR) sowie aus abgeschlossenen OTC Back-to-Back Geschäften zur vollumfänglichen Absicherung der Marktpreisrisiken mit der Pepperstone Group Ltd. (20.199,81 EUR; Vorjahr: 4.160,77 EUR).

3.8 Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich aus den folgenden Positionen zusammen.

in EUR 30.06.2023 30.06.2022
Sicherheitsleistungen (Cash Collateral) von Kunden für zum Bilanzstichtag noch unrealisierte Handelsaktiva 617.364,99 303.889,91
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 598.121,76 218.663,75
Abgeltungsteuerverbindlichkeiten 149.387,84 104.702,03
USt-Verbindlichkeiten 47.900,64 11.193,25
Quellensteuerverbindlichkeiten 33.451,64 0
Lohnsteuerverbindlichkeit 11.598,75 31.744,54
Übrige Verbindlichkeiten 10.664,41 71.145,18
Summe 1.468.490,03 741.338,66

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um anfallende Kosten für die Inanspruchnahme von konzerninternen Dienstleistungen, welche im Rahmen eines Rahmenvertrages konkretisiert werden.

Alle Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

3.9 Rückstellungen

Es bestehen Rückstellungen i.H.v. 880.116,12 EUR (Vorjahr 373.585,45 EUR) für Ertragsteuerverbindlichkeiten und sonstige Rückstellungen.

Erstmalig wurden im Geschäftsjahr Rückstellungen für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer gebildet, nachdem die in der Anlaufphase aufgelaufene Verlustvorträge nunmehr vollständig durch steuerliche Gewinne aufgebraucht sind.

In EUR Steuersatz 01.07.2023 Zuführung Vorauszahlung 30.06.2023
Gewerbesteuer 15,400% - 194.136,20 -92.400,00 101.736,20
Körperschaftsteuer 15,825% - 199.493,85 - 199.493,85
Summe 301.230,05

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

in EUR EB 01.07.2022 Verbrauch Zwischensum. Zuführung SB 30.06.2023
Rechts-, Beratungs- und Jahresabschlusskosten 130.900,00 130.900,00 - 258.848,80 258.848,80
Verpflichtungen aus dem Personalbereich 139.943,82 139.943,82 - 134.295,96 134.295,96
oeffentliche Gebühren und Beiträge - - - 172.224,46 172.224,46
ausstehende Rechnungen 102.741,63 102.741,63 - 13.516,85 13.516,85
Summe 373.585,45 373.585,45 - 578.886,07 578.886,07

3.10 Fonds für allgemeine Bankrisiken

Entsprechend den Anforderungen des § 340e Abs. 4 HGB wird ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gebildet. Diesem werden jährlich 10% der Nettohandelserträge zugeführt. Zum Abschlussstichtag hat der Sonderposten einen Bestand von 186.401,68 EUR (Vorjahr: 65.533,62 EUR).

3.11 Eigenkapital

Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag EUR 3.419.925,61 (Vorjahr: EUR 2.117.103,53). Der Anstieg resultiert aus dem im Geschäftsjahr erwirtschafteten Jahresüberschuss. Das gezeichnete Kapital von 1.000.000 EUR wurde vollständig eingezahlt. Alleinige Gesellschafterin ist die FX MidCo Pty Ltd, Australien.

3.12 Fremdwährungsaktiva/Fremdwährungsschulden

Der Gesamtbetrag der Vermögensgegenstände, die auf Fremdwährung lauten, beträgt 9.182,06 EUR (Vorjahr: 376,37 EUR). Der Gesamtbetrag der Schulden, die auf Fremdwährung lauten, beträgt 3.848,59 EUR (Vorjahr: 2.301,92 EUR).

30.06.2023 USD GBP Summe
EUR
Vermögensgegenstände 9.182,06 - 9.182,06
Verbindlichkeiten 0,46 3.848,13 3.848,59

3.13 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Pepperstone hat langfristige Mietverträge abgeschlossen. Aus diesen Mietverträgen bestehen zum 30. Juni 2023 finanzielle Verpflichtungen bis zum 31. Oktober 2023 in Höhe von 30.076 EUR.

3.14 Marktpreisrisiko

Die Pepperstone bietet ihren Kunden den Handel mit OTC-Derivaten an (CFDs). Dies ist grundsätzlich mit Marktpreisrisiken verbunden. Durch OTC Back-to-Back Absicherungsgeschäfte mit der Pepperstone Group Limited, werden diese Geschäfte konzernintern abgesichert. Bei jeder Transaktion mit dem Kunden schließt die Pepperstone ein spiegelbildliches Gegengeschäft mit Pepperstone Group Limited ab. Hierdurch sichert sich die Pepperstone somit faktisch gegen jegliche Marktpreisrisiken ab.

4 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften

Die Zinserträge resultieren daraus, dass die Pepperstone den Kunden für die eingegangenen und nicht taggleich realisierten derivativen Geschäfte (CFDs) einen Market-Overnight-Swapsatz/eine Swap-Gebühr für den jeweiligen Tag in Rechnung stellt. Der Gesamtbetrag der Zinserträge belief sich im Geschäftsjahr 2022/2023 auf 140.160,95 EUR (Vorjahr: 114.518,45 EUR).

4.2 Provisionserträge

Die Provisionserträge belaufen sich im Geschäftsjahr auf 124.987,69 EUR (Vorjahr: 83.330,61 EUR) und sind Gebühren, die dem Kundenkonto in Abhängigkeit der genutzten Handelsplattform und des vereinbarten Konditionenmodells entweder bei der Eröffnung oder beim Schließen eines Trades belastet werden.

4.3 Provisionsaufwendungen

Die Provisionsaufwendungen i.H.v. 66.017,60 (Vorjahr: 15.025,48 EUR) bestehen aus Gebühren, die Pepperstone für die Nutzung der IT-Infrastruktur "Bridge" (Handelsplattform) von Unternehmen innerhalb der Pepperstone Group Limited in Rechnung gestellt werden.

4.4 Ertrag und Aufwand des Handelsbestands

Der Ertrag des Handelsbestands der Pepperstone GmbH beläuft sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 6.779.170,87 EUR (Vorjahr: 5.238.245,66 EUR). Dem stehen Aufwendungen aus dem Handelsbestand i.H.v. 5.691.358,31 EUR (Vorjahr: 4.723.582,26 EUR) gegenüber. Die Steigerung spiegelt einerseits den Zuwachs an aktiven Kunden und anderseits die im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigere Handelsvolatilität wieder. Teil des Aufwandes des Handelsbestandes sind auch die Aufwendungen aus der Zuführung zum Sonderposten für allgemeine Bankrisiken. Diese erfolgen in Höhe von 10% der Nettohandelserträge und betragen 120.868,06 EUR (Vj: 51.695,78 EUR).

4.5 Sonstige betriebliche Erträge

Es besteht eine Vereinbarung zwischen der Pepperstone Operations Pty Ltd und der Pepperstone GmbH zur Kostenübernahme für Aufwendungen der Pepperstone GmbH im Zusammenhang mit Dienstleistungen zum Aufbau und zur Weiterentwicklung des Geschäftes in Deutschland und Österreich. Durch diese Vereinbarung erhält die Pepperstone GmbH von der Pepperstone Operations Pty Ltd den Ausgleich der angefallenen Kosten zzgl. eines Aufschlages von 12%. Die Erträge aus diesen Dienstleistungen werden als sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 beliefen sich diese auf 3.369.097,27 EUR (Vorjahr: 2.346.843,11 EUR).

4.6 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

In den allgemeinen Verwaltungskosten i.H.v. 2.832.597,35 EUR (Vorjahr: 2.211.222,37 EUR) sind Personalaufwendungen in Höhe von 825.397,70 EUR (Vorjahr: 787.902,31 EUR) und andere Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 2.007.199,65 EUR (Vorjahr: 1.423.320,06 EUR) enthalten.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in EUR 2022/2023 2021/2022
Marketing 450.740,74 352.919,96
Buchhaltungs- und Prüfungskosten 396.899,28 257.364,28
Rechts- und Compliance Kosten 313.816,82 112.092,22
Dienstleistungen innerhalb der Pepperstone Gruppe 308.470,77 354.269,91
Marken- und Plattformgebühr 211.809,10 -
nicht abzugsfähige Vorsteuer 190.301,33 131.961,64
Miete 86.955,98 86.106,70
Reisekosten und Bewirtung 23.910,47 4.580,54
Personalbeschaffung 21.145,87 65.049,53
Sonstiges 3.149,29 58.975,28
Summe 2.007.199,65 1.423.320,06

4.7 Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Es fielen Abschreibungen auf BGA i.H.v. 2.634,99 EUR (Vj: 0 EUR) an. Im Vorjahr wurden die Abschreibungen von 289,84 Euro unter den anderen Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen.

4.8 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 124.356,40 EUR (Vorjahr: 49.463,43 EUR).

bestehen hauptsächlich aus Kulanzleistungen an Kunden (57%), Bankgebühren (35%) und gewährten Rabatten (7%).

4.9 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Nachdem die in der Anlaufphase des Geschäftsaufbaus entstandenen Verlustvorträge nunmehr vollständig durch steuerliche Gewinne aufgebraucht sind, wurde Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr 2022/23 wie folgt erfasst:

in EUR 2022/2023 2021/2022
Gewerbesteuer 194.136,20 0
Körperschaftsteuer 199.493,85 0
Summe 393.630,05 0

5 Sonstige Angaben

5.1 Mitarbeiter

Durchschnitt für das Geschäftsjahr 2022/2023 2021/2022
Vollzeitbeschäftigte 8 6

5.2 Nachtragsbericht

Es ergaben sich keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage hatten.

5.3 Angaben zu den Organen

5.3.1 Geschäftsführung

Marc Stenzel, Geschäftsführer & Compliance Direktor

Andrzej Tomczyk, Geschäftsführer

Der Gesellschaft nimmt die Ausnahmeregelung gemäß § 286 Absatz 4 HGB in Anspruch.

5.3.2 Mandate der Mitglieder der Geschäftsführung

Die Mitglieder der Geschäftsführung üben keine anderen Führungsaufgaben aus und keine Aufsichtsratsmandate bei anderen Gesellschaften aus.

5.4 Abschlussprüferhonorar

Die für die Dienstleistungen des Abschlussprüfers im Berichtszeitraum zu berechnenden Honoraren (einschließlich Auslagen) sind wie folgt

in EUR 30.06.2023 30.06.2022
Abschlussprüfungsleistungen 150.070,00 110.000,00

Zusätzlich zu der Abschlussprüfung hat der Abschlussprüfer im Berichtszeitraum andere Bestätigungsleistungen mit Kosten i.d.H. von 83.250 EUR (Vorjahr: 79.500 EUR) durchgeführt.

5.5 Konzernzugehörigkeit

Die oberste Muttergesellschaft der Pepperstone GmbH ist die FX HoldCo Pty Ltd, Australien. Die Ergebnisse der Pepperstone GmbH werden in den Konzernabschluss der FX HoldCo Pty Ltd, Australien (größter und kleinster Kreis) einbezogen.

5.6 Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Der Gesellschafterversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Düsseldorf, 13. October 2023

Die Geschäftsführung

Marc Stenzel

Andrzej Tomczyk

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/23

1. Grundlagen des Unternehmens

Die Pepperstone GmbH ist zu 100% in Besitz der FX MidCo Pty Ltd, Australien.

Die Pepperstone GmbH ("Pepperstone") agiert als Anbieter von Contracts-for-Difference (CFDs) für Kleinanleger sowie Professionelle Kunden in Deutschland und Österreich.

CFDs bieten dem Kunden (Trader) ein Exposure auf einem Markt an, ohne dass der Trader den zugrunde liegenden Vermögenswert dafür wirklich besitzen muss. Hierbei vereinbart der Trader die Wertdifferenz eines Basiswerts von dem Zeitpunkt, an dem der Vertrag eröffnet wird, bis zu seinem jeweiligen "Closing" (Abschluss) zu tauschen. Effektiv geht der Trader somit einen Vertrag mit uns ein, den Wert zwischen dem Eröffnungspreis eines Instruments und dem Preis zu tauschen, zu dem der Trader in der Zukunft schließen wird. Der Unterschied zwischen dem Eröffnungs- und Schlusspreis und der Positionsgröße des Traders bestimmt den Gewinn oder Verlust, den der Trader erzielt. Hierbei findet lediglich ein Barausgleich statt, ohne Rechte in Bezug auf das zugrundeliegende Finanzinstrument (sog. Underlying) zu erwerben. Dabei kann der Trader aus einer Reihe von Aktien, Aktienindizes, Währungen, Kryptowährungen und Rohstoffen usw. den jeweiligen Basiswert (das sog. "Underlying") auswählen.

Das Geschäftsmodell der Pepperstone basiert auf der Erzielung von sog. Market Neutral Revenues ohne Zurückbehalt von Marktpreisrisiken. Market Neutral Revenues stellen dabei die Summe aus dem Zinsergebnis, Provisionsergebnis und Handelsergebnis dar. Pepperstone bietet ausschließlich beratungsfreie Dienstleistungen an. Die Pepperstone bietet dabei unterschiedliche Vertragskonstellationen (Kontenarten) an, was zu unterschiedlichen Ertragskomponenten führt.

Die Grundkosten werden als Spread bezeichnet und beschreiben die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis. Zusätzlich fallen ebenfalls, je nach Kontoart, Kommissionsgebühren an. Zusätzlich werden Zinsen erhoben, sofern der Trader eine Position über Nacht offenhält.

Durch OTC Back-to-Back Geschäfte mit der Pepperstone Group Limited werden die CFD-Geschäfte mit den Kunden abgesichert. Bei jeder Transaktion mit einem Kunden schließt die Pepperstone GmbH ein spiegelbildliches Gegengeschäft mit der Pepperstone Group Limited ab. Hierdurch sichert sich die Pepperstone gegen jegliche Marktpreisrisiken ab ("Riskless-Principal Modell").

Das Vertriebsmodell von Pepperstone stützt sich auf Marketingaktivitäten. Pepperstone ist weiterhin auf die Entwicklung der Marken- und Produktbekanntheit fokussiert, mit dem Ziel, der bevorzugte Anbieter für erfahrene Kunden zu werden. Hierbei stehen vor allem die Orderausführungsqualität und der Kundenservice im Vordergrund.

Pepperstone wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Bonn und Frankfurt am Main (BaFin), sowie von der Deutschen Bundesbank, Hauptniederlassung Düsseldorf, beaufsichtigt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2022/2023 veränderte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend. Ausgelöst durch den nachwirkenden COVID-Stimulus, die gestiegenen Energiepreise in Folge des russischen Angriffes auf die Ukraine und das De-Coupling zwischen den USA und China, stieg die Inflation unerwartet schnell und stark bis auf 8,8% 1 im Herbst 2022 an. Trotz aggressiver Zinserhöhungen der Notenbanken (EZB Juni 22: 0% vs. Juni 23 3,5% 2 ) erwies sich die Teuerung als äußerst nachhaltig, erreichte lange nicht gekannte Höhen und geht nur langsam zurück. (Juni 2023: 6,4%).

Der Zinserhöhungszyklus ist in der führenden Wirtschaftsnation USA bereits weiter fortgeschritten (Fed Fund Rate: Juni 22 1,75% vs Juni 23: 5,25% 3 ) und neigt sich dem Ende zu, während in der Eurozone noch weitere Zinserhöhungen zu erwarten sind. Dies führt zu steigendem Interesse an EURO Investitionen, welches im leichten Anstieg des Euro/Dollar Wechselkurses von 1,0387 (30. Juni 22) auf 1,0866 (30. Juni 23) 4 reflektiert ist, nachdem zwischenzeitlich im September 2022 mit 0,9565 ein 20-Jahrestief erreicht wurde.

Sorgen ergaben sich im März 2023 hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle, insbesondere amerikanischer Regionalbanken und Auswirkungen auf die Stabilität des Finanzsystems. Diese konnten jedoch durch ein schnelles und diskretes Eingreifen der Aufsichtsbehörden bislang eingedämmt werden. Auch die Schuldenobergrenze wurde erneut angehoben und damit ein Kreditausfall der USA vermieden.

In einem Klima der wirtschaftlichen Unsicherheit, politischer Paralyse und Investitionszurückhaltung in Deutschland stieg der DAX dennoch im Geschäftsjahreszeitraum von 12.784 auf 16.148 Punkte um über 26% 5 an.

1 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Basisdaten/vpi001j.html

2 https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/key_ecb_interest_rates/html/index.en.html

3 https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/openmarket.htm

4 https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/html/eurofxref-graph-usd.en.html

5 https://www.boerse-frankfurt.de/index/dax/kurshistorie/historische-kurse-und-umsaetze

Leider führte das ereignisreiche Jahr entgegen den vorjährigen Erwartungen nicht zu gestiegener Volatilität. Der VIX (Chicago Board Options Exchange (CBOE) Volatility Index) notierte am 30. Juni 2023 mit 13,59 6 nahe seinen langjährigen Tiefständen.

Der Contracts for Difference Verband e.V. (CFD-Verband), gegründet 2008, veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem Steinbeis Research Center for Financial Services (RCFS), einem der führenden Marktforschungsinstitute für den Finanzdienstleistungssektor, quartalsweise die sog. Steinbeis-CFD-Studie. Die vom CFD-Verband in Auftrag gegebene Studie gibt über die entsprechenden Erhebungen Aufschluss über die Größe und die Bedeutung des Marktes und erlaubt Prognosen über das weitere Wachstum. Des Weiteren werden wesentliche Einflussfaktoren auf das Geschäftsmodell und die Produkte kenntlich gemacht.

Alle relevanten Zahlen und Statistiken in diesem Abschnitt werden der erhobenen Daten der CFD-Studie entnommen.

Nach mehreren Jahren des starken Wachstums ging in Deutschland die Nachfrage nach CFDs im Jahr 2022 gegenüber dem Höchststand des Jahres 2021 um 32,2% zurück. Das gehandelte Volumen an Differenzkontrakten sank von 2,29 Bio. Euro auf 1,55 Bio. Euro und die Anzahl der Transaktionen ging ebenfalls um 32,2% stark zurück. Auch im ersten Halbjahr 2023 blieb die Nachfrage nach CFDs, gemessen am Handelsvolumen pro Kunde, weiter verhalten.

Zudem leidet die Beliebtheit des Produktes CFD in Deutschland noch immer unter der steuerlichen Benachteiligung, welche sich durch die Beschränkung der Verlustverrechnung gegenüber Zertifikaten und Optionsscheinen ergibt.

Bedingt durch die enormen politischen und wirtschaftlichen Beeinträchtigungen in der Folge des Ukraine-Krieges (Sanktionen, hohe Inflation etc.) sowie Spannungen zwischen den USA und China, verlagern sich mutmaßlich Investmentstrategien und der Handel in risikoreichen Produkten wird reduziert.

Die Gesamtanzahl der Konten der Branche blieb in Deutschland unverändert, während sie im Vorjahr noch um 11.8% wuchs. In diesem stagnierenden Marktumfeld konnte die Pepperstone GmbH die Anzahl der aktiven Nutzer dennoch von 452 auf 1.143 (+153%) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum äußerst stark ausbauen. Bei einem derzeitigen Marktanteil von ca. 0.4% des deutschen Marktes bietet sich mehr als ausreichend Potential, dieses Wachstum über die nächsten Monate weiter fortzusetzen.

Insgesamt bietet die niedrige Volatilität und der hohe Zinssatz derzeit nur wenig Anreiz, gehebelte Marktpositionen einzugehen.

Seit Januar 2022 bietet Pepperstone seinen Kunden und Interessenten mit dem "cTrader" von Spotware eine dritte namhafte Handelsplattform neben den bereits im Portfolio befindlichen Plattformen des Metatrader 4 und 5, an. cTrader wird von Neu- und Bestandskunden gleichermaßen gut angenommen, so dass mittlerweile 61% aller aktiven Handelskonten auf diese Plattform entfallen.

Im März 2022 wurde eine globale Partnerschaft mit der führenden Chartsoftware und Webplattform von TradingView eingegangen. Durch eine direkte Anbindung der TradingView Chartsoftware über eine API-Schnittstelle ist es TradingView Nutzern möglich, Analysen etc. zu erstellen und die Ideen direkt über das im Hintergrund befindliche Pepperstone Handelskonto auszuführen. Aktuell kann TradingView weltweit rund 30 Millionen Nutzer aufweisen, die sowohl die Charting Möglichkeiten als auch den Austausch in der TradingView Community in unterschiedlichen Foren, Beiträgen etc. nutzen. Pepperstone ist einer der wenigen deutschen Broker, die diese Analysemöglichkeit derzeit anbieten.

Während sich cTrader besonders an erfahrene Anleger wendet, welche häufig bereits Anbieter gewechselt haben, können über Tradingview vor allem Klein-Trader und Einsteiger gewonnen werden.

Um Pepperstone als Marke weiter zu etablieren, wurde im April 2022 eine fünfjährige Partnerschaft mit der ATP Tour, als globaler Namenspartner der Pepperstone ATP Rangliste und als offizieller Online Trading Partner der ATP Tour, bekannt gegeben. Die Kooperation mit der ATP Tour ermöglicht Pepperstone eine gesteigerte Wahrnehmung im Werbeumfeld und ist in der Lage, Synergien durch PR-Aktionen der ATP Organisation zu nutzen. Darüber hinaus ermöglicht die Kooperation die Möglichkeit, professionelle Kunden und Partner zu exklusiven Tennis Events einladen zu können bzw. auf diesen Veranstaltungen zu rekrutieren.

6 https://www.marketwatch.com/investing/index/vix/charts?mod=mw_quote_advanced

2.2 Lage der Gesellschaft

2.2.1 Vermögenslage

Die Pepperstone GmbH nahm ihren Betrieb im Dezember 2020 auf und konnte sich im nunmehr dritten Geschäftsjahr 2023/2024 weiter erfolgreich am Markt etablieren. Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte sich die Bilanzsumme nahezu auf einen Wert von 10.077.729,07 EUR zum Bilanzstichtag (Vorjahr: 5.211.729,87 EUR). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Ausweitung des Kundengeschäfts und dem in Folge dessen gestiegenen Treuhandvermögen/ Treuhandhandverbindlichkeiten (Anstieg um 1.928.681,49 EUR), aus gestiegenen Forderungen an Kreditinstituten (Anstieg um 1.173.075,57 EUR) und einem konzernintern ausgereichten Darlehen von 1.200.000,00 EUR.

Die weiteren Veränderungen der Bilanzpositionen stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:

Im aktivischen bzw. passivischen Handelsbestand i.H.v. 716.461,37 EUR bzw. 302.758,42 EUR (Vorjahr: 321.877,75 EUR bzw. 22.812,89 EUR), werden die positiven bzw. negativen Marktwerte aus OTC-Derivaten (CFDs), die mit Kunden abgeschlossen wurden sowie aus abgeschlossenen OTC Back-to-Back Geschäften zur vollumfänglichen Absicherung der Marktpreisrisiken mit der Pepperstone Group Limited ausgewiesen. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr spiegelt den Anstieg aktiver Kunden sowie das demzufolge gestiegene Handelsvolumen wieder.

Die sonstigen Vermögensgegenstände i.H.v. 2.211.299,27 EUR (Vorjahr: 862.450,58 EUR) beinhalten zum einen Forderungen an Zahlungsdienstleister in Höhe von 771.565,37 EUR (Vorjahr: 650.573,30 EUR), deren Anstieg im Vergleich zum vergangenen Geschäftsjahr ebenfalls auf das Wachstum der Pepperstone GmbH zurückzuführen ist. Zum Anderen beinhalten sie die Forderungen an verbundene Unternehmen i.H.v 1.398.006,54 EUR (Vorjahr: 200.372,77 EUR), wovon der überwiegende Teil (1.213.676,80 EUR) auf ein kurzfristiges Darlehen an die Pepperstone Limited in UK nebst aufgelaufenen Zinsen entfällt.

Die sonstigen Verbindlichkeiten i.H.v. 1.468.490,03 EUR (Vorjahr: 741.338,66 EUR) beinhalten im Wesentlichen von Kunden geleistete Sicherheitsleistungen (Cash Collateral) für zum Bilanzstichtag noch unrealisierte Handelsaktiva in Höhe von 617.364,99 EUR (Vorjahr: 303.889,91 EUR) und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 598.121,76 EUR (Vorjahr: 218.663,75 EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus monatlich anfallenden Aufwendungen für die Inanspruchnahme von konzerninternen Dienstleistungen. Zusätzlich enthalten die sonstigen Verbindlichkeiten auch Steuerverbindlichkeiten von 242.338,87 Euro (Vorjahr 136.446,57 EUR) für Abgeltungs-, Umsatz-, Quellen- sowie Lohnsteuerverbindlichkeiten.

Es bestehen Steuerrückstellungen i.H.v. 301.230,05 Euro (Vorjahr 0) und sonstige Rückstellungen von 578.886,07 Euro (Vorjahr 373.585,45 EUR), darin sind vor allem Gebühren- und Beiträge (172 TEUR), Rechts-, Beratungs- und Jahresabschlusskosten (259 TEUR) sowie Bonuskosten (107 TEUR) enthalten.

Wie im Vorjahr wurden 10% der Nettohandelsertrage in einen Sonderposten für allgemeine Bankrisiken eingestellt. Dieser beträgt nunmehr 186.401,68 EUR (Vorjahr: 65.533,62 EUR).

Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag 3.419.925,61 EUR (Vorjahr: 2.117.103,53 EUR). Der Anstieg resultiert aus dem im Geschäftsjahr erwirtschafteten Jahresüberschuss. Insgesamt weist die Pepperstone eine sehr zufriedenstellende Vermögensstruktur auf.

2.2.2 Ertragslage

Die Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften belaufen sich im Geschäftsjahr auf 140.160,95 EUR (Vorjahr: 114.518,45 EUR) und entsprechen den Swap Gebühren, die den Kunden für nicht taggleich abgeschlossene derivative Kontrakte (CFDs) in Rechnung gestellt werden.

Die Provisionserträge belaufen sich im Berichtsjahr auf 124.987,69 EUR (Vorjahr: 83.330,61 EUR) und entsprechen den Provisionen, mit denen das jeweilige Kundenkonto je nach Handelsplattform entweder bei der Eröffnung oder beim Abschluss eines Geschäftes belastet wird. Die Provisionsaufwendungen i.H.v. 66.017,60 EUR (Vorjahr: 15.025,48 EUR) bestehen aus Gebühren, die Pepperstone für die Nutzung der IT-Infrastruktur "Bridge" (Handelsplattform) von Unternehmen innerhalb der Pepperstone Group in Rechnung gestellt werden.

Der Ertrag bzw. der Aufwand des Handelsbestandes beträgt im Geschäftsjahr 6.779.170,87 EUR bzw. 5.691.358,31 EUR (Vorjahr: 5.238.245,66 EUR bzw. 4.723.582,26 EUR). Hier werden die Erträge bzw. Aufwendungen aus den Kundentrades und den spiegelbildlich abgeschlossenen Geschäften mit der verbundenen Pepperstone Group Limited (sog. "back to back" Absicherungsgeschäfte) dargestellt. Entsprechend der Konditionsgestaltung mit der Pepperstone Group Limited verbleibt bei der Pepperstone aufgrund der Absicherungsgeschäfte stets ein positiver Spread/Ertrag.

Teil des Aufwandes des Handelsbestandes sind auch die Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken. Diese erfolgen in Höhe von 10% der Nettohandelserträge und betragen 120.868,06 EUR (Vj: 51.695,78 EUR).

Die sonstigen betrieblichen Erträge i.H.v. 3.369.097,27 EUR (Vorjahr: 2.346.843,11 EUR) beinhalten im Wesentlichen Kostenerstattungen von der Pepperstone Operations Pty Ltd im Zusammenhang mit dem Aufbau sowie der Weiterentwicklung des deutschen und österreichischen Geschäfts, basierend auf einem abgeschlossenen Cost Plus Agreement. Der starke Anstieg dieser Erträge entspricht der zugrundeliegenden starken Kostensteigerung, welche vor allem die Rechts- und Compliancekosten (+202 TEUR), Buchhaltungs- und Prüfungskosten (+140 TEUR), Weiterbelastungen im Konzern (+166 TEUR) Marketingaufwendungen (+98 TEUR), Personalkosten (+38 TEUR) und nicht abzugsfähige Vorsteuer (+58 TEUR) betrafen. Diese Aufwendungen sind in den Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen enthalten.

GuV
in EUR
30/06/2023 30/06/2022
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 2.832.597,35 2.211.222,37
a) Personalaufwand 825.397,70 787.902,31
aa) Löhne und Gehälter 715.636,50 678.877,05
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 109.761,20 109.025,26
b) andere Verwaltungsaufwendungen 2.007.199,65 1.423.320,06

Die wichtigsten Posten in den anderen Verwaltungsaufwendungen beziehen sich auf Buchhaltungs- und Prüfungsgebühren, Marketingaufwendungen, Rechts- und Compliance-Dienstleistungen, Marken- und Plattformgebühr, nicht abzugsfähige Vorsteuer und Miete.

Des Weiteren fielen auch geringfügige Kosten für Abschreibungen auf Sachanlagen (2.634,99 EUR) sowie sonstige betriebliche Aufwendungen (124.356,40 EUR) an.

Der Jahresüberschuss betrug 1.302.822,08 EUR für das Geschäftsjahr 2022/2023 (Vorjahr: 731.948,51 EUR) und stellt ein zufriedenstellendes Ergebnis für das operative Geschäft dar. Der Gesellschafterversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

2.2.3 Finanzlage

Die liquiden Mittel bestehen aus kurzfristigen Forderungen an Kreditinstitute (3.298.762,23 EUR), einem innerhalb des Konzerns gewährt Kurzfristdarlehen (1.200.000,00 EUR) und sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 2.211.299,27. Dem stehen sonstige Verbindlichkeiten von 1.468.490,03 Euro und Rückstellungen (880.116,12 EUR) gegenüber.

Damit verfügt die Gesellschaft über ausreichende Liquidität um jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Kunden, Behörden, Lieferanten und Mitarbeitern nachzukommen. Im Falle eines unerwartet höheren Liquiditätsbedarfs kann die Gesellschaft darüber hinaus auf die Liquidität des Konzerns zurückgreifen.

2.2.4. Aufsichtsrechtliche Kapitalquote

Die Kapitalquote der Gesellschaft nach IFR hat sich gegenüber dem Vorjahr signifikant verbessert und beträgt zum 30. Juni 2023 290,92% (Vorjahr: 186,49%)

2.2.5 Gesamtaussage

Wir beurteilen die Entwicklung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2022/2023 aus geschäftlicher und finanzieller Sicht mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 1.302.822,08 EUR (Vorjahr: 731.948,51 EUR) als positiv und wie erwartet.

3. Risikobericht

Zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Umsetzung der Anforderungen an Risikoerkennungs- und Managementsysteme sowie an Risikosteuerungs- und Kontrollprozesse hat die Gesellschaft eine Struktur implementiert, die das Fundament einer risiko- und ertragsorientierten Unternehmenssteuerung bildet.

3.1 Risikomanagement

3.1.1 Aufbauorganisation

Die Geschäftsleitung hat entsprechende Maßnahmen zur ordnungsgemäßen Organisation des Risikomanagements und des internen Kontrollsystems sowie zur Überwachung der Risikosteuerung getroffen und umgesetzt. Im Rahmen des Strategieprozesses hat die Geschäftsleitung eine auf der Geschäftsstrategie aufbauende Risikostrategie unter Berücksichtigung eines adäquaten Risikotragfähigkeitskonzeptes formuliert und verabschiedet. Zweck der Risikosteuerung besteht darin, die strategischen Ziele mit Blick auf den Umgang mit Risiken unter gleichzeitiger Beachtung der Risikotragfähigkeit darzustellen und deren Vereinbarkeit sicherzustellen. Die Risikomanagementprozesse im Hinblick auf das Markt- und Liquiditätsrisiko sowie das IT-Risiken (dazu gehören Sicherheitsrisiken, die aus unzureichenden oder fehlgeschlagenen internen Prozessen oder externen Ereignissen, einschließlich Cyberangriffen, oder unzureichender physischer Sicherheit resultieren) sind an verbundene Unternehmen innerhalb der Gruppe ausgelagert, ebenso das Management der AML- und Betrugsrisiken. Hierzu besteht eine entsprechende vertragliche Vereinbarung (Service-Level-Agreements) zwischen der Pepperstone GmbH und anderen verbundenen Schwestergesellschaften der Pepperstone Gruppe.

Für die operative Risikosteuerung sind unterschiedliche Bereiche verantwortlich. Risk Management und Compliance Funktionen sind für die Überwachung der Risiken und die Umsetzung der Risikorichtlinien, Berichterstattung, fortlaufende Weiterentwicklung der Risikomanagement und Compliancesystem zur Erhaltung der rechtlichen Regelungen und Vorgaben verantwortlich. Das im Geschäftsjahr implementierte Risk Management Committee auf Ebene der Pepperstone GmbH besteht aus der Geschäftsleitung, dem Head of Compliance sowie dem Risikomanager. Abhängig von der konkreten Tagesordnung können weitere Teilnehmer eingeladen werden. Das Risk Management Committee ist für die regelmäßige Beurteilung der Risiken und Risikotragfähigkeit, Entscheidungen zur Begrenzung der Risikopositionen und Limiten, Änderungen des Risikomanagement Systems, Änderungen in Ablauf- und Aufbauorganisation inclusive Auslagerungen zuständig. Die Finanzabteilung und das Market Risk Team ist für die Steuerung der Marktpreis- und Liquiditätsrisiken, fortlaufende Überwachung der Kontrahentenlimite, tägliche Berichterstattung an das Management sowie fortlaufende Überwachung von Kunden und Transaktionen auf Verdachtsindikatoren für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zuständig.

Die Erfassung eingetretener operationeller Schadensfälle erfolgt im zentralen Enterprise Risk Management auf Ebene der Pepperstone Group Limited. Für das Risikomanagement der operationellen Risiken bestehen lokale Regelungen auf Seiten der Pepperstone GmbH.

Das interne Kontrollsystem der Pepperstone GmbH ist Gegenstand der Prüfungstätigkeit der Internen Revision.

3.1.2 Interne Revision

Die Interne Revision ist wesentlicher Bestandteil des unabhängigen Überwachungssystems der Pepperstone GmbH und ist derzeit an eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ausgelagert. Die Prüfungstätigkeit der Internen Revision erstreckt sich unter Berücksichtigung des Umfangs und des Risikos auf alle Betriebs- und Geschäftsabläufe. Dabei prüft und beurteilt sie auf Grundlage eines risikoorientierten Prüfungsansatzes die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit von Aktivitäten und Prozessen. Die Tätigkeit der Innenrevision basiert auf einem umfassenden dreijährigen und jährlich fortzuschreibenden Prüfungsplan.

3.2 Risikokommunikation

Die Pepperstone GmbH ist in das zentrale Enterprise Risk Management und die Risikoberichterstattung auf Ebene der der Pepperstone Group Limited eingebunden. Diesbezüglich erfolgt alle zwei Monate eine Risikoberichterstattung an das globale Risk Committee des Konzerns.

Auf Gesellschaftsebene erfolgt eine tägliche Berichterstattung an die Geschäftsleitung. Diese enthält eine Geschäftsübersicht zum Kreditrisiko, zum Marktrisiko, zum Liquiditätsrisiko und zum operationellen Risiko. Mit Berücksichtigung von IFR Anforderungen werden Eigenkapitalquote, Millionenkredite, Konzentrationsrisiko ermittelt. Aufgrund von aufsichtsrechtlichen Vorgaben bestehen besondere Anforderungen an die Höhe der Eigenmittel.

Zur Überwachung und Steuerung der Risiken hat die Geschäftsleitung der Pepperstone GmbH im Juni 2023 darüber hinaus ein Risk Management Committee (RMC) implementiert. Im RMC wird die Geschäftsleitung wöchentlich über die aktuelle Risikosituation informiert.

3.3 Risikoarten, Risikokapital und Risikotragfähigkeit

3.3.1 Risikoarten

Pepperstone hat folgende Risiken identifiziert:

- Adressausfallrisiko: Das Adressenausfallrisiko (oder synonym: "Kreditrisiko") bezeichnet das Risiko, dass ein Geschäftspartner nicht bzw. nur eingeschränkt dazu in der Lage ist, seinen vertraglich vereinbarten Verpflichtungen nachzukommen. Es bezeichnet somit die potenziellen Verluste, die aus der Nichterfüllung von Verträgen aufgrund der Verschlechterung der Bonität von Geschäftspartnern oder deren Zahlungsunfähigkeit bzw. -willigkeit entstehen können. Aufgrund des derzeitigen Geschäftsmodells entstehen Adressenausfallrisiken nur durch die gehaltenen Geschäftskonten bei Drittbanken sowie die Absicherungsgeschäfte mit der Pepperstone Group Limited.

- Marktrisiko: Unter dem Marktrisiko wird das Risiko potenzieller Verluste aus der ungünstigen Entwicklung von Marktpreisen (z.B. Aktienkurse, Zinsen oder Wechselkurse) verstanden. Derzeit operiert die Gesellschaft auf Basis des Back-to-back booking Modells, wobei jede Kundentransaktion durch ein entsprechendes Sicherungsgeschäft mit der Pepperstone Group Limited abgesichert wird. Pepperstone hat folglich keinerlei Marktrisiko. Geschäfte und Sicherungsgeschäfte werden ausschließlich in Euro abgeschlossen, somit besteht derzeit kein Fremdwährungsrisiko aus Handelsgeschäften.

- Liquiditätsrisiko: Es besteht ein sehr geringes Liquiditätsrisiko aus dem operativen Betrieb der Gesellschaft, da eine Kostenübernahmevereinbarung mit Pepperstone Operations Pty Ltd besteht.

- Operationelles Risiko: Unter operationellen Risiken versteht die Gesellschaft die Gefahr von Verlusten, die infolge von inadäquaten bzw. Fehlerhaften internen Prozessen sowie Systemen, Mitarbeiterverschulden oder externen Ereignissen anfallen. Darunter fallen auch rechts- und compliancerelevante Risiken, die aus der Nichteinhaltung bzw. aus der fehlerhaften Umsetzung rechtlicher Vorgaben oder aus einer Änderung oder Fortschreibung von Rechtsprechung erwachsen. Des Weiteren bezieht sich das operationelle Risiko auf das Risiko, dass eine ausgelagerte wesentliche Unternehmensfunktion nicht ordnungsgemäß ausgeführt wird (Outsourcing Risiko). Die formelle Dokumentation von Outsourcing-Beziehungen ist in "Service-Level-Agreements" festgelegt. IT-Risiko, Betrugsrisiko und AML Risiko werden auf der Gruppenebene gesteuert.

Weiterhin legt die Gesellschaft auf folgendes Risiko besonderes Augenmerk:

- Geschäftsrisiko: Dieses Risiko umfasst mögliche Ergebnisrückgänge aufgrund unerwarteter Geschäftsvolumenänderungen oder Margenänderungen sowie der korrespondierenden Kosten.

3.3.2 Instrumente zur Beurteilung der Eigenmittelanforderung

Die Pepperstone GmbH verfügt über einen Kapitalplanungsprozess. In der Kapitalplanung werden der Kapitalbedarf sowie das zur Verfügung stehende Kapital über einen Zeitraum von drei Jahren prognostiziert.

Die Pepperstone GmbH unterliegt den Anforderungen des WpIG und IFR sowie MaRisk und berücksichtigt die Anforderungen des WpIG an die Eigenmittel innerhalb der Kapitalplanung.

Kapitaladäquanzprozess ICARA (Internal Capital Adequacy and Risk Assessment')

Seit dem 26.06.2021 gilt die neue Verordnung (EU) 2019/2033 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 27. November 2019 über Aufsichtsanforderungen an Wertpapierfirmen (IFR).

Sie richtet sich an Wertpapierfirmen im Sinne der MiFID und regelt für diese Institutsgruppe insb. Eigenmittelanforderungen, Anforderungen zum Konzentrationsrisiko, Liquiditätsanforderungen, Berichtspflichten und Offenlegungspflichten.

Das Unternehmen ist bestrebt, stets Eigenmittel deutlich über dem erforderlichen Minimum vorzuhalten und hat diesbezüglich einen internen Frühwarnschwellenwert und ein internes Limit für die Kapitalquote definiert. Bei der Berechnung der geforderten Eigenmittel gem. Art 9 und Art. 11 IFR setzt die Pepperstone GmbH die Anforderungen für fixe Gemeinkosten an. Damit ergibt sich gem. Art. 9 Abs. 1 (a) IFR eine Quote von 291 % (Mindestanforderung 56%) zum Stichtag 30. Juni 2023. Der Berechnung dieser Quote liegen gem. Art. 11 Abs. 1 (b) die permanente Mindestkapitalanforderung gemäß Artikel 14 IFR zugrunde.

3.4 Messung, Überwachung und Steuerung der Risiken

Die Messung und Steuerung der Risiken stellen sich wie folgt dar:

3.4.1 Adressausfallrisiken

Das Kontrahenten Risiko von Pepperstone ergibt sich hauptsächlich aus der Absicherungsaktivität mit der Pepperstone Group Limited. Diese unvermeidbare Konzentration wird bewusst in Kauf genommen und vom Risikomanagement kontinuierlich überwacht. Unsere Strategie besteht darin, sicherzustellen, dass er unter dem geltenden Schwellenwert für das Kontrahentenrisiko (IFR K-CON-Grenzwert) bleibt.

Es werden verschiedene Prinzipien und Instrumente für die angemessene Identifizierung, Überwachung und Beurteilung der Adressenausfallrisiken zugrunde gelegt. Zur Beurteilung der Adressausfallrisiken werden im Rahmen einer Bonitätsanalyse Eigenmittelausstattung, Liquiditätslage, Bewertungen durch Ratingagenturen und Reputation berücksichtigt. Wir schließen nur Transaktion ab, bei denen zuvor die Gegenpartei genehmigt und ein Limit festgelegt wurde.

Die Pepperstone geht aufgrund des derzeitigen Geschäftsmodells weiterhin von einem moderaten Adressenausfallrisiko aus.

3.4.2 Marktrisiken

Durch die OTC Back-to-Back Geschäfte mit der Pepperstone Group Limited werden die CFD-Geschäfte mit den Kunden abgesichert. Bei jeder Transaktion mit dem Kunden schließt die Pepperstone ein spiegelbildliches Gegengeschäft mit Pepperstone Group Limited ab. Hierdurch kann das Marktrisiko komplett mitigiert werden.

Auf Konzernebene wird zur Messung des Marktrisikos ein Value-at-Risk-Ansatz angewendet. Für bestimmte Produkte und Assetklassen, die ein höheres Risiko aufweisen (z.B. Aktien und Kryptowährungen)- wurden Risikolimite (u.a. Net Open Position-Limite) implementiert und regelmäßig überwacht.

3.4.3 Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken stellen für die Gesellschaft Risiken dar, die gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur zu erhöhten Kosten erfüllen zu können.

Das Kapital des Unternehmens steht stets in bar zur Verfügung und wird auf Tier-1-Bankkonten gehalten.

Die Finanzabteilung überwacht die Liquiditätsposition des Unternehmens täglich und führt monatliche Überprüfungen durch, um sicherzustellen, dass Pepperstone über eine angemessene Liquiditätsposition verfügt.

Pepperstone GmbH führt regelmäßige Liquiditätsberechnung und Liquiditätsmeldungen im Rahmen der Verordnung über die Liquidität der Institute (LiqV) durch. Die Liquiditätsquote lag stets über der Mindestquote für das Laufzeitband 1.

Pepperstone befolgt die IFR-Liquiditätsanforderungen, d. h. es hält immer mindestens 1/3 seiner festen Gemeinkosten in liquiden Mitteln. Darüber hinaus führt es vierteljährliche Überprüfungen seines Prognosemodells durch, um sicherzustellen, dass es die Realität des Unternehmens widerspiegelt und angemessene Annahmen beinhaltet.

3.4.4 Operationelle Risiken

Die Kontrolle und Minimierung von operationellen Risiken werden in einem Rahmenwerk geregelt, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Die Pepperstone führt eine regelmäßige Einschätzung von operationellen Risiken sowie deren Einbindung in effektive Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen durch. Zur Quantifizierung des Risikos führen wir Stresstests und Szenarioanalysen durch. Dieses Vorgehen umfasst hypothetische und historische operationelle Risiken und Ereignisse.

Die Interne Revision gibt ferner im Rahmen des drei Jahres Revisionsplans einen detaillierten Überblick über durchgeführte Prüfungen und festgestellte Risiken. Sie berichtet außerdem über die ergriffenen Maßnahmen zur Beseitigung und Kontrolle der festgestellten Risiken. Die notwendigen Kapazitäten der technisch-organisatorischen Ausstattung werden im Rahmen des Planungs- und Budgetierungsprozesses berücksichtigt. Außerdem werden Schadensfälle strukturiert erfasst und regelmäßig an die Geschäftsleitung berichtet. Sofern die aufgetretenen Schäden Schwächen in den internen Kontrollen offenbaren, wird unter Einbindung eines Mitglieds der Geschäftsleitung über Verbesserungsmaßnahmen entschieden. Wir nutzen eine Vorfalldatenbank, um sicherzustellen, dass operationelle Vorfälle, darunter auch Vorfälle im Bereich der Informationssicherheit, angemessen gehandhabt werden.

Pepperstone lagert Aktivitäten in großem Umfang aus, obwohl es sich dabei hauptsächlich um konzerninterne Outsourcing-Aktivitäten innerhalb der Pepperstone-Gruppe handelt. Bei der Auslagerung von Dienstleistungen an Dritte wird geprüft, ob es sich um eine Auslagerung im Sinne des Kreditwesengesetzes bzw. der Mindestanforderungen an das Risikomanagement handelt. Speziell zur Steuerung von operationellen Risiken, die aus der Auslagerung von Dienstleistungen resultieren, existiert ein gruppenweites Enterprise Risk Management Committee (ERMC). Die Berichte des ERMC liegen der Geschäftsführung vollständig vor

Bei keinem der betroffenen Gruppenunternehmen lagen im Geschäftsjahr 2022/2023 Hinweise darauf vor, dass die in Anspruch genommenen Leistungen nicht weiterhin mit der notwendigen Qualität erbracht werden könnten.

Die Gesellschaft führt für jede ausgelagerte Aktivität eine Outsourcing-Risikoanalyse durch und führen ein Outsourcing-Register, was uns die Entscheidung über den geeigneten Dienstleister, die Strukturierung des Outsourcing-Vertrags und das angemessene Risikomanagement ermöglicht.

Der Geldwäschebeauftragte ist auch als zentrale Stelle gem. § 33 WpIG Abs. 5 eingesetzt. Die Zentrale Stelle koordiniert die gemäß § 33 WpIG erforderlichen Maßnahmen zur Schaffung von internen Grundsätzen und angemessenen Verfahren sowie die geschäfts- und kundenbezogenen Sicherungssysteme zur Verhinderung von sonstigen strafbaren Handlungen und sorgt für ein risikominderndes Gesamtkonzept. Die Vergütungs- und Anreizsysteme sind in der Weise ausgestaltet, dass sie die strategischen Ziele unterstützen und nicht zu Interessenkollisionen und Fehlanreizen führen. Die Gesellschaft verfügt über ein umfangreiches Kontrollsystem ihrer Geschäftsprozesse und ihrer Arbeitsabläufe, so dass weiterhin von einem moderaten operationellen Risiko ausgegangen werden kann.

3.4.5 Geschäftsrisiken

Unerwartete Ergebnisrückgänge können u. a. dadurch entstehen, dass rückläufige Erträge nicht in gleicher Weise durch rückläufige Aufwendungen ausgeglichen werden können bzw. Aufwendungen unerwartet steigen. Diese Entwicklungen können intern (z. B. durch Fehlverhalten von Personen, strategische Fehlentscheidungen) bedingt, aber auch durch externe Faktoren (z. B. volkswirtschaftliche Entwicklungen/Konjunkturrisiken, Konkurrenzsituation, politische Entscheidungen) beeinflusst sein. Hierzu führt die Gesellschaft regelmäßig Analysen über ihre Positionierung im Markt durch. Hierbei werden insbesondere die Konditionen, neue Produkte und Kampagnen der Mitbewerber analysiert. Die Überwachung und Steuerung der Geschäftsrisiken obliegen der Geschäftsleitung. Dazu wird u. a. monatlich eine Analyse der Entwicklung des Gesamtgeschäfts durchgeführt und im Rahmen des Forecast-Prozesses mit der Geschäftsleitung durchgesprochen. In diesem Zusammenhang erfolgt auch ein Vergleich mit der Planung. Dabei werden sowohl die Volumen- als auch die Zahlenentwicklung betrachtet. Zur frühzeitigen Identifizierung möglicher Risiken werden regelmäßig Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie Kundenumfragen durchgeführt.

3.4.6 Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Die Risikotragfähigkeit der GmbH fasst die wesentlichen Aspekte zusammen, wie die GmbH Risiken identifiziert, bewertet, steuert, überwacht und kommuniziert und damit die interne Kapitaladäquanz zu jeder Zeit sicherstellt.

Die Sicherstellung eines angemessenen Verhältnisses zwischen Risiken und Eigenmitteln steht im Mittelpunkt der Risikobewertung.

Die Risikotragfähigkeit orientiert sich an den von der BaFin aufgestellten Mindestanforderungen an das Risikomanagement ("MaRisk") und den drei Säulen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht ("BCBS"), die wie folgt definiert sind:

Säule 1: Legt die anrechenbaren Eigenmittel des Unternehmens und die Berechnungen für die Mindesthöhe der Eigenmittelanforderungen fest und zielt darauf ab, sicherzustellen, dass Pepperstone alle regulatorischen Kapitalanforderungen kontinuierlich erfüllen kann.

Säule 2: Stellt sicher, dass ein Unternehmen über ausreichend Kapital verfügt, um die Risiken zu tragen, die nicht vollständig durch die Mindesteigenmittelanforderungen erfasst werden. Der Kapitalbedarf, der sich aus unserem spezifischen Risikoprofil ergibt, wird mit den verfügbaren Kapitalressourcen verglichen, um sicherzustellen, dass die Kapitalisierung von Pepperstone jederzeit ausreicht und unserem Risikoprofil entspricht. Wir gehen davon aus, dass Risiken auch bei sehr widrigen Umständen, wie sie sich im härtesten Stresstest-Szenario widerspiegeln, mit internem Kapital abgedeckt sind.

Säule 3: Ergänzt die Säulen 1 und 2 und verbessert die Marktdisziplin, da die Unternehmen Informationen über ihre Kapitalausstattung und die Anforderungen der Säule 1 offenlegen müssen.

Die Struktur des Risikomanagementsystems der Gesellschaft sowie die existierenden Risikosteuerungs- und -kontrollprozesse bedürfen gemäß der geplanten Geschäftsentwicklung und daraus resultierenden Risiken insgesamt kontinuierlichen Anpassungen und Weiterentwicklungen.

4. Ausblick und Prognosebericht

In Zusammenhang mit den in dem Wirtschaftsbericht beschriebenen Aktivitäten erwartet die Pepperstone GmbH im Geschäftsjahr 2023/2024 einen Zuwachs an aktiven Kunden von rund 55% im Vergleich zum Vorjahr. Vor dem Hintergrund der aktuellen Besteuerung von CFDs in Deutschland und der Nicht-Verrechenbarkeit von Gewinnen und Verlusten prognostiziert die Pepperstone GmbH einen durchschnittlichen Umsatzrückgang je aktivem Kunden. Nichtsdestotrotz zielen wir darauf ab, unseren jährlichen Umsatz (MNR) im Geschäftsjahr 2023/2024 zu verdoppeln. Dies soll vor dem Hintergrund eines stärkeren Fokus auf Firmenkunden und Premium Kunden realisiert werden.

Zusätzlich plant die Pepperstone GmbH eine Verstärkung der kundenorientierten Vertriebsmaßnahmen in Form von Seminaren, Road-Shows, Teilnahme an Börsentagen und größeren Messen wie der World of Trading.

 

Düsseldorf, den 13.10.2023

Pepperstone GmbH
Neubrückstr. 1, 40213 Düsseldorf

Andrzej Tomczyk

Marc Stenzel

www.pepperstone.com

Feststellung

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr wurde am 13. Oktober 2023 festgestellt.

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