HDI Global Specialty SE

HDI-Platz 1, 30659 Hannover, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hannover HRB 211924
Vorher
International Insurance Company of Hannover SE
Eingetragen
5.1.2015
Branche
Tätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklernTätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertreternManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem Versicherungsgeschäft
Gegenstand
Der Betrieb der Erstversicherung im In- und Ausland mit Ausnahme der Lebens- sowie der substitutiven Krankenversicherung. Die Gesellschaft kann auch die aktive und passive Rückversicherung in allen Sparten betreiben. Sie kann in allen Sparten als Versicherungsvermittler tätig werden.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stefan Dr. Pasternak
seit 14.4.2025
Geschäftsführer
Renate Dr. Strasser
seit 14.4.2025
Geschäftsführer
Geschäftsführer
David Hullin
seit 1.10.2024
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Bernhard Krebs
seit 21.12.2023
Prokura
Regina Toedter
seit 9.7.2019
Prokura
Lena Kettler
seit 9.7.2019
Prokura
Prokura
Prokura
Christof Metje
seit 11.1.2019
Prokura
Heiko Würtz
seit 11.1.2019
Prokura
Gordon Döring
seit 24.2.2017
Prokura

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

HDI Global Specialty SE

Hannover

Jahresabschluss mit Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit nach EntgTranspG als Anlage des Lageberichts zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

Bericht des Verwaltungsrates der HDI Global Specialty SE

Der Verwaltungsrat hat die Geschäftsführung der geschäftsführenden Direktoren im zurückliegenden Geschäftsjahr 2024 gemäß den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben laufend überwacht und sich anhand regelmäßiger schriftlicher und mündlicher Berichte von den geschäftsführenden Direktoren über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft unterrichten lassen. Solange keine Personenidentität zwischen dem CEO und dem Vorsitzenden des Verwaltungsrats bestand, wurde dieser vom CEO laufend über wichtige Entwicklungen und anstehende Entscheidungen unterrichtet.

Der Verwaltungsrat trat zu vier ordentlichen und drei außerordentlichen Sitzungen zusammen. In den Sitzungen wurden die Berichte der geschäftsführenden Direktoren über das laufende Geschäftsjahr und die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Gesellschaft ausführlich erörtert. Im Rahmen der schriftlichen und mündlichen Berichterstattung wurde der Verwaltungsrat auch über die Risikosituation der Gesellschaft sowie über eintretende Veränderungen und deren Ursachen informiert.

Der Verwaltungsrat hat im Rahmen seiner gesetzlichen und satzungsmäßigen Zuständigkeit an den Entscheidungen der geschäftsführenden Direktoren mitgewirkt und sich von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit sowie Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung überzeugt. Der Verwaltungsrat sah sich zu Prüfungsmaßnahmen nach § 22 Absatz 4 SEAG im Geschäftsjahr 2024 nicht veranlasst.

Schwerpunkte der Beratungen des Verwaltungsrats bildeten u.a. der weitere Ausbau des Spezialversicherungsgeschäfts inklusive möglicher Akquisitionsvorhaben im Ausland, potenzielle Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die von der HDI Global Specialty SE betriebene Luftfahrtversicherung sowie die digitale Transformation. Des Weiteren wurde die operative Planung der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2025 und der mittelfristige Ausblick bis in das Jahr 2029 ausführlich erörtert.

Sofern aufgrund von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung Geschäfte und Maßnahmen der geschäftsführenden Direktoren der Zustimmungspflicht des Verwaltungsrats unterlagen, wurden diese nach Prüfung und Erörterung verabschiedet.

Der Verwaltungsrat hat sich von der Leistungsfähigkeit des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems überzeugt und sich hierüber laufend von den geschäftsführenden Direktoren informieren lassen.

Der von den geschäftsführenden Direktoren vorgelegte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 sowie der Lagebericht sind unter Einbeziehung der Buchführung von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft worden. Die Bestellung des Abschlussprüfers erfolgte durch die Hauptversammlung; der Finanz- und Prüfungsausschuss erteilte den konkreten Prüfungsauftrag.

Die Prüfung hat keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben. In dem erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk wird erklärt, dass die Buchführung und der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln und dass der Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss steht. Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte der PricewaterhouseCoopers GmbH wurden allen Mitgliedern des Verwaltungsrats rechtzeitig zugeleitet.

Der Abschlussprüfer war bei der Sitzung des Prüfungsausschusses über die Beratung des Jahresabschlusses und des Lageberichts anwesend, hat über die Durchführung der Prüfung berichtet und stand dem Ausschuss für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Prüfungsausschuss hat den von den geschäftsführenden Direktoren aufgestellten Jahresabschluss erörtert, den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers geprüft und zu einzelnen Punkten Nachfragen an den Abschlussprüfer gerichtet. Der Ausschuss ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Prüfungsbericht in Übereinstimmung mit den §§ 317 und 321 HGB steht und keinen Bedenken begegnet. Weiter ist der Ausschuss zu dem Ergebnis gekommen, dass der Lagebericht die Anforderungen des § 289 HGB erfüllt und in Übereinstimmung mit den Aussagen der Berichte an den Verwaltungsrat steht. Der Lagebericht steht auch in Einklang mit der eigenen Einschätzung des Ausschusses hinsichtlich der Lage der Gesellschaft. Dem Lagebericht und insbesondere den dort getroffenen Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung stimmt der Ausschuss zu.

Nach dem abschließenden Ergebnis der vom Ausschuss vorgenommenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts hat er sich dem Urteil des Abschlussprüfers angeschlossen und dem Verwaltungsrat die Billigung des vom Vorstand aufgestellten Jahresabschlusses empfohlen.

Zudem hat der Ausschuss die Qualität der Abschlussprüfung anhand der vorgelegten Berichterstattung geprüft.

Im Rahmen der Sitzung des Verwaltungsrats war der Abschlussprüfer ebenfalls anwesend und hat die Inhalte aus der Prüfungsausschusssitzung zusammengefasst und die Prüfungsergebnisse vorgestellt. Nach dem abschließenden Ergebnis der vom Verwaltungsrat selbst vorgenommenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sind Einwendungen nicht zu erheben, so dass der Verwaltungsrat sich dem Empfehlungsbeschluss des Ausschusses angeschlossen und den von den geschäftsführenden Direktoren aufgestellten Jahresabschluss am 7. März 2025 gebilligt hat. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt.

Der Prüfungsausschuss und der Verwaltungsrat haben darüber hinaus sowohl den Bericht der geschäftsführenden Direktoren als auch den Bericht des Abschlussprüfers über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Verwaltungsrats sind keine Einwendungen gegen die Erklärung der geschäftsführenden Direktoren am Schluss des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen zu erheben.

Die Herren Ulrich Wallin und Dr. Christian Hermelingmeier haben ihre Mandate als Mitglied des Verwaltungsrats jeweils am 5. Juni 2024 und Herr David Hullin sein Mandat als Mitglied des Verwaltungsrats mit Wirkung zum Ablauf des 30. August 2024 niedergelegt. Frau Asma Sahibzada sowie die Herren Dr. York von Falkenhayn und Jorge Alfonso Pérez wurden jeweils mit Wirkung zum 1. September 2024 neu in den Verwaltungsrat gewählt. Nach dem Ausscheiden von Herrn Wallin aus dem Gremium wurde Herr Beutter zum neuen Vorsitzenden des Verwaltungsrats gewählt. Herr Beutter ist gleichzeitig weiterhin CEO der Gesellschaft.

Frau Dr. Barbara Klimaszewski-Blettner wurde mit Wirkung ab dem 1. Juli 2024 zur geschäftsführenden Direktorin und Herr David Hullin mit Wirkung ab dem 1. September 2024 zum geschäftsführenden Direktor bestellt. Die Herren Andreas Bierschenk und Richard Taylor sind jeweils mit Wirkung zum Ablauf des 31. August 2024 als geschäftsführende Direktoren ausgeschieden.

Der Verwaltungsrat dankt den geschäftsführenden Direktoren und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Arbeit im Berichtsjahr.

 

Hannover, den 7. März 2025

Der Verwaltungsrat

Beutter

Althoff

Dr. von Falkenhayn

Alfonso Pérez

Sahibzada

Lagebericht

Grundlagen des Unternehmens

Die HDI Global Specialty SE ("HGS", "die Gesellschaft") ist ein Unternehmen der Talanx Gruppe und bündelt die weltweiten Aktivitäten im Bereich der Spezialversicherung. In diesem Bereich bietet sie ihren Kunden maßgeschneiderte Lösungen über das Agentur- und Spezialversicherungsgeschäft an.

Die HGS ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der HDI Global SE ("HG") und hat ihren Hauptsitz in Hannover, Deutschland.

Die HGS zeichnet Geschäft im Wesentlichen über Makler und Zeichnungsagenturen. Im Einklang mit ihrer Strategie zediert die Gesellschaft große Teile des Versicherungsgeschäfts innerhalb der Talanx Gruppe. Die Gesellschaft verfügt über die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) für alle Sparten der Schaden- und Unfallversicherung sowie zum Betrieb der Rückversicherung in Deutschland und im Wege der Dienstleistungsfreiheit innerhalb der Europäischen Union. Darüber hinaus zeichnet die HGS Versicherungsgeschäft über ihre Auslandsniederlassungen innerhalb und außerhalb der Europäischen Union. Als eingetragene Gesellschaft bei der National Association of Insurers Commissioners (NAIC), agiert die Gesellschaft als Excess- und Surplus-Lines-Anbieter auf dem US-amerikanischen Markt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir unser Geschäft konsequent im Einklang mit unserer Strategie ausgebaut und weiterhin auf nachhaltiges profitables Wachstum und langfristige Wertsteigerung ausgerichtet. Dabei liegt unser Fokus darauf, für unsere Geschäftspartner die beste Option bei der Wahl des Versicherungspartners zu sein. Das bedeutet, langfristige Geschäftsbeziehungen anzustreben und gleichzeitig eine konsequente Haltung einzunehmen, wenn ein Geschäft nachhaltig nicht unsere Erwartungen erfüllt. Insgesamt liegt unser Hauptaugenmerk auf unseren Kunden und deren Anliegen.

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Volkswirtschaftliche Entwicklung

Geopolitische Spannungen wie der Konflikt im Nahen Osten, politische Unsicherheit angesichts Neuwahlen und Regierungswechseln in zahlreichen Ländern sowie eine über weite Strecken des Jahres immer noch restriktive Geldpolitik vieler Notenbanken prägten 2024 das globale Konjunkturbild. Vor diesem Hintergrund lag das Wachstum der Weltwirtschaft nach einer weiteren Abkühlung mit +3,2 % leicht unter seinem Durchschnitt seit der Jahrtausendwende.

In Deutschland ist die Wirtschaft 2024 mit einem Minus von 0,2 % bereits das zweite Jahr in Folge geschrumpft. Dabei ging die Bruttowertschöpfung sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Baugewerbe deutlich zurück, während sie im Dienstleistungsbereich leicht zulegen konnte. Als Belastungsfaktoren erwiesen sich insbesondere anhaltend hohe Energiekosten, erhöhte Zinsen sowie die unsicheren wirtschaftlichen und politischen Aussichten. Auf der Verwendungsseite konnten die Zunahmen bei privatem und öffentlichem Konsum das kräftige Minus bei den Bruttoanlageinvestitionen und hier speziell bei den Investitionen in Ausrüstungen nicht vollständig kompensieren. Auf den Auslandsmärkten nahm der Gegenwind zu. Deutschland gehörte damit 2024 - wie schon 2023 - konjunkturseitig zu den Schlusslichtern der Eurozone, deren Wirtschaftsleistung insgesamt um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr zunahm.

Dem erhöhten Zinsniveau und allen Rezessionssorgen zum Trotz konnte sich die US-Wirtschaft auch 2024 gut behaupten und wuchs im Vorjahresvergleich um 2,8 %. Gestützt wurde das Wachstum vom staatlichen Konsum und den (Ausrüstungs-)Investitionen, während der Außenhandel sich angesichts eines starken Import-Wachstums als Belastung erwies. Insbesondere machte jedoch der private Konsum seinem Titel als wichtigster Wachstumstreiber der US-Wirtschaft erneut alle Ehre, wobei er von steigender Kaufkraft dank eines kräftigen Lohnwachstums in Verbindung mit stabiler Inflation und einem robusten Arbeitsmarkt profitierte. Die Arbeitslosenquote stieg zwar im Jahresverlauf leicht von 3,8 % auf 4,1 % an, bewegte sich damit im historischen Vergleich aber immer noch auf niedrigem Niveau.

Das Wirtschaftswachstum in China hat sich 2024 von 5,2 % auf 5,0 % gegenüber dem Vorjahr abgekühlt. Vor dem Hintergrund anhaltender Verwerfungen im Immobiliensektor, der hohen Verschuldung der Lokalregierungen, der eingeschränkten Konsumlaune privater Haushalte sowie ausschließlich staatlich getriebener Investitionen sorgte letztlich zusätzlicher Stimulus für ein starkes viertes Quartal, sodass das offizielle Wachstumsziel von 5 % gerade noch erreicht wurde.

Das Wachstum in Lateinamerika hat sich im vergangenen Jahr leicht von 1,9 % auf 2,2 % beschleunigt. Als Unterstützung erwies sich, dass viele Notenbanken in der Region bereits 2023 begonnen hatten, ihre im Zuge des Post-Covid-Inflationsschocks stark gestiegenen Leitzinsen wieder zu senken. Dennoch blieb das Wachstum damit erneut hinter dem Durchschnitt seit der Jahrtausendwende zurück.

Reales Bruttoinlandsprodukt in % gegenüber Vorjahr 2024 1 2023
Deutschland -0,2 -0,3
Euroraum +0,7 +0,5
USA +2,8 +2,5
China +5,0 +5,2

Der globale Inflationsdruck hat im vergangenen Jahr weiter nachgelassen, ohne dass die Teuerungsraten jedoch wieder auf ihre Prä-Covid-Niveaus zurückgegangen sind. In der Eurozone lag die Inflationsrate Mitte vergangenen Jahres noch bei 2,5 %. Der starke Rückgang um rund acht Prozentpunkte vom Hoch 2022 gab der EZB jedoch genügend Zuversicht, angesichts einer schwachen konjunkturellen Dynamik in der Eurozone ab Juni einen Zinssenkungszyklus einzuleiten und in der Folge den Einlagensatz bis zum Jahresende von 4,00 % auf 3,00 % zu senken. Nachdem der Preisdruck in den USA im ersten Quartal 2024 zunächst noch einmal zugenommen hatte, pendelte sich die Inflation hier zwischen 2,5 % und 3 % ein. Vor diesem Hintergrund blieb die Fed im Vergleich vorsichtiger und begann erst im September mit Zinssenkungen, wobei auch sie den Leitzins bis zum Jahresende um einen vollen Prozentpunkt auf 4,50 % reduzierte.

1 Quelle: Bloomberg; vorläufige Werte, Stand 12. Februar 2025.

Kapitalmärkte

Die Aussicht auf Zinssenkungen der Notenbanken, das stabile konjunkturelle Umfeld in den USA und eine positive Gewinnentwicklung haben die Aktienmärkte 2024 zu immer neuen Rekorden getrieben. Der US-amerikanische S&P 500 beendete das Jahr mit einem Plus von 23,3 % (alle Wertentwicklungen in USD gerechnet) und damit bereits das zweite Jahr in Folge mit einem Zuwachs von mehr als 20 %. Wie schon im Vorjahr profitierte der US-Aktienmarkt dabei von der weit überdurchschnittlichen Performance der großen Tech-Unternehmen, nicht zuletzt im Angesicht der Euphorie rund um das Thema Künstliche Intelligenz, wohingegen die zwischenzeitliche "Trump-Rallye" nach den US-Präsidentschaftswahlen Anfang November nur von kurzer Dauer war. Aktien aus den globalen Industrieländern (MSCI World: +17,0 %), aus Asien (MSCI Asia ex Japan: +9,8 %) und China (MSCI China: +16,3 %) blieben dahinter zurück. Der Euro Stoxx beendete das Jahr in USD gerechnet sogar mit einem kleinen Minus von 0,3 %, während der DAX erstmals seit seinem Bestehen über die Marke von 20.000 Punkten stieg.

Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries fiel von ihrem Hoch bei 5 % im Herbst 2023 mit dem Ausblick auf nahende Zinssenkungen der Fed bis September 2024 auf 3,62 %. In der Folge trieben aber Sorgen bezüglich der hohen US-Verschuldung und einer potenziell inflationären (Zoll-)Politik des künftigen US-Präsidenten sowie damit einhergehende Zweifel an weiteren Zinssenkungen der Fed die Rendite bis zum Jahresende wieder auf 4,57 % (2024: +0,69 Prozentpunkte). Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen stieg im Jahresverlauf 2024 per saldo von 2,02 % auf 2,37 %. Der Ölpreis für die Sorte Brent erreichte mit der zunehmenden Eskalation des Konflikts im Nahen Osten im April sein Jahreshoch bei 91 USD je Barrel, lag jedoch zum Jahresende mit 74 USD auf das Gesamtjahr gesehen 3,1 % im Minus. Nachdem der Euro bis August auf 1,12 USD zugelegt hatte, sorgte der kräftige Zinsanstieg in den USA im Herbst für eine deutliche Abwärtsbewegung Richtung Parität. Schlussendlich notierte der EUR bei 1,04 USD um 6,2 % unter seinem Jahreseinstandskurs.

Internationale Versicherungsmärkte

Die Talanx Gruppe hat als Zielregionen für den Ausbau ihres internationalen Privatkundengeschäfts die Regionen Europa und Lateinamerika definiert. In der Industrieversicherung baut die Talanx Gruppe ihre Präsenz weltweit weiter aus. In diesem Abschnitt wird vorrangig auf die Entwicklung in den genannten internationalen Zielregionen eingegangen.

Die internationale Schaden/Unfallversicherung verzeichnete aufgrund der anhaltenden Hartmarktphase auch im Jahr 2024 ein reales Prämienwachstum. Das Wachstum der entwickelten Versicherungsmärkte lag dabei leicht unter dem Niveau der Schwellenländer (ohne China) und war vor allem durch inflationsbedingte Preisanpassungen geprägt. Dabei wies Nordamerika das stärkste reale Prämienwachstum auf, gefolgt von Europa und Asia-Pazifik. Das positive reale Prämienwachstum in den Schwellenländern war primär durch Volumeneffekte getrieben.

Die durch Naturkatastrophen verursachten Schäden lagen im Berichtsjahr über dem Vorjahresniveau und deutlich oberhalb des Zehnjahresdurchschnitts. Erneut entfiel ein Großteil der Schäden auf eine Vielzahl von Ereignissen mit geringem bis mittlerem Ausmaß, insbesondere schwere Gewitter, Überschwemmungen und Hurrikane. In Europa und dem Nahen Osten sorgten dabei insbesondere schwere Überschwemmungen für Schäden, während die USA von den Hurrikanen "Helene" und "Milton" sowie schweren Gewitterstürmen betroffen waren. Die internationale Schaden-Rückversicherung konnte im Berichtsjahr ein positives Prämienwachstum verzeichnen, das primär auf Preisanpassungen zurückzuführen war.

Deutsche Versicherungswirtschaft

Die Entwicklung der Schaden/Unfallversicherung in der deutschen Versicherungswirtschaft war aufgrund von Nachholeffekten 2024 erneut durch inflationsbedingte Beitragsanpassungen geprägt. Aufgrund dieser Nachholeffekte konnte die Kraftfahrtversicherung trotz eines geringen Bestandszuwachses ein deutliches Beitragswachstum verzeichnen. Der Schadenaufwand lag aufgrund von steigenden Reparaturkosten sowie leicht erhöhter Schadenhäufigkeiten erneut über dem Niveau des Vorjahres. Die Schäden durch Naturgefahren sind 2024 im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht zurückgegangen, blieben aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Insbesondere die Elementarschäden lagen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Die schwersten Elementarschäden wurden durch die Überschwemmungen im Mai und Juni des Berichtsjahres verursacht.

Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen

Versicherungsunternehmen (Erst- und Rückversicherung) und Kapitalverwaltungsgesellschaften unterliegen weltweit einer umfassenden Rechts- und Finanzaufsicht durch Aufsichtsbehörden. In der Bundesrepublik Deutschland obliegt diese Aufgabe der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Hinzu kommen umfassende rechtliche Vorgaben für die Geschäftstätigkeit. In den vergangenen Jahren haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter verschärft, was zu einer zunehmenden Komplexität geführt hat. Dieser Trend setzte sich 2024 fort.

Der Vertrieb von Versicherungsprodukten ist umfangreichen rechtlichen Vorgaben unterworfen. Bei der Zusammenarbeit mit Vermittlern haben die Erstversicherer neben den gesetzlichen Vorgaben die Anforderungen des BaFin-Rundschreibens 11/2018 zur Zusammenarbeit mit Versicherungsvermittlern sowie zum Risikomanagement im Vertrieb zu beachten. Die Produktüberwachung und die Governance von Versicherungsprodukten werden u. a. durch die Delegierte Verordnung (EU) 2017/2358 der Europäischen Kommission bestimmt. Für den Bereich der Restschuldversicherung wurde mit dem Schwarmfinanzierung-Begleitgesetz ein Provisionsdeckel gesetzlich verankert, der am 1. Juli 2022 in Kraft getreten ist. Darüber hinaus wird mit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz eine siebentägige Wartefrist für den Abschluss von Restkreditversicherungen zu allgemeinen Verbraucherkreditverträgen eingeführt, die am 1. Januar 2025 in Kraft trat. Weiterhin treten zum 28. Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz und die entsprechende Verordnung in Kraft, wonach bestimmte Produkte und Dienstleistungen für Verbraucher barrierefrei erbracht und mit Barrierefreiheitsinformationen versehen werden müssen. Zu den im Gesetz genannten Dienstleistungen gehören u. a. solche im elektronischen Geschäftsverkehr, sodass der Online-Verkauf von Versicherungsprodukten den dann geltenden Barrierefreiheitsanforderungen entsprechen muss.

In dem BaFin-Rundschreiben 2/2017 (VA) zur behördlichen Auslegung der Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen (MaGo) werden aus Sicht der Aufsichtsbehörde übergreifende Aspekte zur Geschäftsorganisation sowie zentrale Begriffe wie "Proportionalität" oder "Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan" erläutert. Ungeachtet der fehlenden unmittelbaren Rechtsbindung dieses Schreibens wird auch die MaGo bei der Ausgestaltung der Geschäftsorganisation der HDI Gruppe berücksichtigt, insbesondere in den Bereichen allgemeine Governance, Schlüsselfunktionen, Risikomanagement-System, Eigenmittelanforderungen, internes Kontrollsystem, Ausgliederungen und Notfallmanagement. Die BaFin hat eine überarbeitete Fassung der MaGo zur Konsultation gestellt. Die unternehmensspezifischen Auswirkungen der Änderungen werden als eher gering eingestuft.

Aufgrund des Geldwäschegesetzes (GwG) muss der HDI V. a. G. als "Mutterunternehmen der Gruppe" dafür Sorge tragen, dass alle zur Geldwäscheprävention verpflichteten Gruppenunternehmen definierte Mindeststandards umsetzen. Die Gruppen-Geldwäschefunktion rollt anlassbezogen bzw. mindestens jährlich im vierten Quartal eines Jahres eine gruppenweite Risikoanalyse nach den Vorgaben des GwG in allen Geschäftsbereichen aus und dokumentiert die risikobasierten Maßnahmen der zur Geldwäscheprävention verpflichteten Gruppenunternehmen. Zusätzlich wird durch ein gruppenweites Reporting auf Quartalsbasis der Informationsaustausch innerhalb der Gruppe sichergestellt. Das Risiko der HGS, zu Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden, wird insgesamt als gering eingestuft.

In den letzten Jahren hat die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Damit einher geht ein Übergang zu digitalen, datenbasierten Geschäftsmodellen; sich hieraus ergebende rechtliche Fragen und Herausforderungen mit dem Fokus auf die IT-Sicherheit spielen auch bei der HGS eine immer wichtigere Rolle. Mit dem Rundschreiben 10/2018 (VA) zu den Versicherungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (VAIT) hat die BaFin Hinweise zur Auslegung der Vorschriften über die Geschäftsorganisation im Versicherungsaufsichtsgesetz gegeben, soweit sie sich auf die technischorganisatorische Ausstattung der Unternehmen beziehen. Ferner hat die Behörde Orientierungshilfen zu Auslagerungen an Cloud-Anbieter veröffentlicht. Weiterhin wurde im Jahr 2024 von der EU die Verordnung über künstliche Intelligenz erlassen (Verordnung (EU) 2024/1689), die auch die Versicherungswirtschaft betrifft und die konkrete Auswirkung auf die HGS haben wird.

Durch den Digital Operational Resilience Act (DORA) der EU gibt es in diesem Zusammenhang neue Anforderungen, die u. a. Versicherungsunternehmen ab Januar 2025 erfüllen müssen. Hierdurch soll der europäische Finanzmarkt gegenüber Cyberrisiken und Vorfällen in der Informations- und Kommunikationstechnologie gestärkt werden.

In der HGS verarbeiten wir u. a. für die Antrags-, Vertrags- und Leistungsabwicklung umfangreich personenbezogene Daten. Zur Gewährleistung der datenschutzrechtlichen Anforderungen, wie der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes, ist das Datenschutzmanagement-System auf die Beachtung und Kontrolle der Vorgaben ausgerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für einen sorgsamen Umgang mit den Daten sensibilisiert (Schulungen) und werden auf die Einhaltung der Datenschutzanforderungen schriftlich verpflichtet. Für prozessunabhängige Datenschutzanforderungen, wie z. B. die Beauftragung von Dienstleistern, sind zentrale Verfahren zu beachten. Gleiches gilt für die Datenschutzrechte der Kunden, Aktionäre und Beschäftigten.

Die Einhaltung geltenden Rechts ist für die HGS Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Die HGS widmet der Anpassung des Geschäfts und ihrer Produkte an die gesetzlichen sowie aufsichts- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen große Aufmerksamkeit. Die hierfür installierten Mechanismen gewährleisten, dass künftige Rechtsentwicklungen und ihre Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit frühzeitig identifiziert und bewertet werden, damit wir die erforderlichen Anpassungen rechtzeitig vornehmen können.

Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2024 war geprägt von einem starken Prämienwachstum, das insbesondere durch die Sparten Haftpflicht, Unfall und Kraftfahrt in unseren nationalen und internationalen Betriebstätten vorangetrieben wurde. Der Rückgang größerer Schäden sowie eine im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Entwicklung der Frequenzschäden wirkten sich positiv auf das Gesamtergebnis aus.

Das Bruttobeitragsvolumen im Geschäftsjahr beträgt EUR 3.298,7 Mio. und liegt damit über dem Niveau des Vorjahres (EUR 3.041,4 Mio.). Damit liegt die Entwicklung über den Erwartungen. Der überwiegende Anteil entfällt weiterhin mit EUR 2.873,3 Mio. (i. Vj. EUR 2.667,4 Mio.) auf das direkte Versicherungsgeschäft. Zur Ergänzung unseres Geschäfts haben wir in moderatem Umfang auch Versicherungsgeschäft in Rückdeckung übernommen. Für das in Rückdeckung übernommene Geschäft haben wir EUR 425,3 Mio. (i. Vj. EUR 374,1 Mio.) an Bruttobeiträgen gebucht.

Der Anteil des betriebenen Geschäfts der internationalen Niederlassungen liegt bei 67,8 % (i. Vj. 70,2 %). Diese erzielten ein absolutes Prämienvolumen von EUR 2.236,2 Mio. (i. Vj. EUR 2.136,4 Mio.). Damit stellt dieser weiterhin einen maßgeblichen Anteil an den Bruttobeitragseinnahmen dar und spiegelt somit die internationale Ausrichtung der Gesellschaft wider.

Die Entwicklung der Bruttoprämien nach Niederlassungen ist in der folgenden Tabelle dargestellt.

Prämien je Niederlassung
in Mio. EUR
31.12.2024 31.12.2023
Hannover 1.062,4 905,0
London 901,9 926,2
Stockholm 504,5 470,5
Sydney 351,9 263,4
Toronto 242,3 245,7
Rotterdam 110,4 97,6
Kopenhagen 62,0 53,0
Mailand 37,6 39,8
Brüssel 25,7 40,2

Bruttoprämien nach Niederlassungen

Die verdienten Bruttobeiträge belaufen sich auf EUR 3.146,4 Mio. (i. Vj. EUR 2.899,0 Mio.), die verdienten Beiträge für eigene Rechnung auf EUR 324,6 Mio. (i. Vj. EUR 296,3 Mio.).

Die Schadenquote (brutto) ist im Geschäftsjahr erwartungsgemäß auf 71,1 % (i. Vj. 73,2 %) leicht gesunken. Die verbesserte Schadenquote resultiert sowohl aus einer rückläufigen Schadenentwicklung als auch aus einer verbesserten Prämienentwicklung in den Sparten Haftpflicht, Kraftfahrt und Unfall.

Im Geschäftsjahr wurde ein Abwicklungsverlust in Höhe von EUR 297,0 Mio. (brutto) und EUR 50,8 Mio. (netto) erzielt, welcher im Wesentlichen auf eine höhere Risikovorsorge für die Abwicklung von Schäden mit Bezug zum Russland-Ukraine Krieg in der Sparte Luftfahrt zurückzuführen ist. Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle betragen in Summe EUR 2.238,6 Mio. (i. Vj. EUR 2.123,5 Mio.).

Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb sind gestiegen und belaufen sich auf EUR 902,2 Mio. (i. Vj. EUR 792,7 Mio.) oder 28,7 % (i. Vj. 27,3 %). Der Anstieg ist auf das gestiegene Geschäftsvolumen im Geschäftsjahr zurückzuführen.

Die kombinierte Schaden-/Kostenquote (brutto) beträgt 99,8 % (i. Vj. 100,5 %) und hat sich somit im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen haben wir entsprechend den gesetzlichen Regelungen einen Betrag von EUR 24,9 Mio. entnommen (i. Vj. Zuführung EUR 24,1 Mio.). Damit beträgt der Bilanzwert der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen EUR 85,3 Mio. (i. Vj. EUR 110,2 Mio.). Den der Berechnung der Schwankungsrückstellung zugrunde liegenden Beobachtungszeitraum haben wir dabei - soweit erforderlich - in Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften mit den Schadenquoten aus den für das Versicherungswesen veröffentlichten Tabellen der BaFin aufgefüllt.

Unter Berücksichtigung der Rückversicherung haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung in Höhe von EUR 91,9 Mio. (i. Vj. EUR 45,6 Mio.) erzielt. Dabei lag die Entwicklung im Rahmen der Erwartungen.

Trotz der insgesamt unruhigen internationalen politischen Situation konnte das Prämienvolumen verbessert werden, sodass zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts die wirtschaftliche Lage der HGS stabil ist.

Im Folgenden erläutern wir den Verlauf des Geschäftsjahres in unseren Versicherungssparten. Soweit nicht anders angegeben, kommentieren wir die Geschäftsentwicklung brutto und geben das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung an.

Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft

Haftpflicht

In EUR Mio. 2024 2023
Gebuchte Bruttobeiträge 1.021,3 944,4
Schadenquote (%) 68,2 89,6
Versicherungstechnisches Ergebnis (f. e. R.) 36,2 5,2

Das Beitragsvolumen in der Haftpflichtversicherung beträgt EUR 1.021,3 Mio. (i. Vj. EUR 944,4 Mio.). Die positive Prämienentwicklung resultiert unter anderem aus dem stark wachsenden Geschäft auf dem US-amerikanischen Markt. Die Sparte stellt mit einem Beitragsvolumen von etwa 35,5 % an unseren Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Geschäft auch im Berichtsjahr ein wesentliches Geschäftsfeld dar. Die Schadenquote beträgt im Geschäftsjahr 68,2 % und liegt damit rd. 21,1 %-Punkte unter der Schadenquote im Vorjahr von 89,6 %. Der Rückgang der Schadenquote im Berichtsjahr kann auf die verbesserte Schadenentwicklung durch weniger Großschadenereignisse im Vergleich zum Vorjahr zurückgeführt werden. Nach Veränderung der Schwankungsrückstellung ergibt sich ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung in Höhe von EUR 36,2 Mio. (i. Vj. EUR 5,2 Mio.).

Unfall

In EUR Mio. 2024 2023
Gebuchte Bruttobeiträge 150,0 87,0
Schadenquote (%) 56,4 57,9
Versicherungstechnisches Ergebnis (f. e. R.) 5,2 3,4

In der Unfallversicherung konnten wir im Wesentlichen durch Neugeschäft die Bruttobeiträge um EUR 63,0 Mio. auf EUR 150,0 Mio. steigern. Die Schadenquote hat sich nach 57,9 % im Vorjahr im Geschäftsjahr auf 56,4 % verringert. Insgesamt ergibt sich ein versicherungstechnischer Gewinn für eigene Rechnung von EUR 5,2 Mio. (i. Vj. EUR 3,4 Mio.).

Kraftfahrt

In EUR Mio. 2024 2023
Gebuchte Bruttobeiträge 259,5 215,0
Schadenquote (%) 66,1 75,8
Versicherungstechnisches Ergebnis (f. e. R.) 1,4 5,3

In der Kraftfahrtversicherung belaufen sich die Bruttobeiträge auf EUR 259,5 Mio. (i. Vj. EUR 215,0 Mio.). Die Schadenquote hat sich im Berichtsjahr auf 66,1 % (i. Vj. 75,8 %) verringert und ist dabei von niedrigeren Frequenzschäden und positiven Entwicklungen beeinflusst. Die Zuführung zur Schwankungsrückstellung beträgt für das Geschäftsjahr EUR 5,1 Mio. (i. Vj. Auflösung EUR 2,7 Mio.). Insgesamt ergibt sich ein versicherungstechnischer Gewinn für eigene Rechnung von EUR 1,4 Mio. (i. Vj. EUR 5,3 Mio.).

Feuer- und Sachversicherung

In EUR Mio. 2024 2023
Gebuchte Bruttobeiträge 749,1 756,6
Schadenquote (%) 60,2 75,8
Versicherungstechnisches Ergebnis (f. e. R.) 15,2 19,5

Mit einem Bruttobeitragsaufkommen von EUR 749,1 Mio. (i. Vj. EUR 756,6 Mio.) trägt die Feuer- und Sachversicherung mit fast einem Drittel an unseren Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft maßgeblich zu unseren gesamten Beitragseinnahmen bei. Die im Vorjahr vorgenommene bewusste Risikoreduzierung wurde in diesem Jahr fortgeführt und führte im Geschäftsjahr zu sinkenden Prämien. Die Schadenquote liegt mit 60,2 % im Berichtsjahr deutlich unter der Vorjahresquote von 75,8 %. Das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung beträgt nach Veränderung der Schwankungsrückstellung im Geschäftsjahr EUR 15,2 Mio. (i. Vj. EUR 19,5 Mio.).

Transport- und Luftfahrtversicherung

In EUR Mio. 2024 2023
Gebuchte Bruttobeiträge 364,4 321,1
Schadenquote (%) 130,7 104,2
Versicherungstechnisches Ergebnis (f. e. R.) -12,5 -0,7

Das Bruttobeitragsvolumen in der Transport- und Luftfahrtversicherung erhöhte sich im Berichtsjahr um EUR 43,3 Mio. auf EUR 364,4 Mio. im Geschäftsjahr. Der Anstieg resultiert aus einer Ausweitung unserer Geschäftsaktivitäten. Die Schadenquote stieg im Geschäftsjahr auf 130,7 % (i. Vj. 104,2 %). Der Anstieg der Schadenquote ist auf eine höhere Risikovorsorge für die Abwicklung von Schäden mit Bezug zum Russland-Ukraine Krieg zurückzuführen. Das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung beläuft sich unter Berücksichtigung der Schwankungsrückstellung auf EUR -12,5 Mio. (i. Vj. EUR -0,7 Mio.).

Kredit- und Kautionsversicherung

In EUR Mio. 2024 2023
Gebuchte Bruttobeiträge 72,2 87,5
Schadenquote (%) 56,1 30,0
Versicherungstechnisches Ergebnis (f. e. R.) 0,9 -1,4

Die Kredit- und Kautionsversicherung weist gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von EUR 72,2 Mio. (i. Vj. EUR 87,5 Mio.) aus. Die Schadenquote hat sich von 30,0 % auf 56,1 % deutlich erhöht. Insgesamt ergibt sich nach Veränderung der Schwankungsrückstellung ein versicherungstechnischer Gewinn für eigene Rechnung in Höhe von EUR 0,9 Mio. (i. Vj. EUR 1,4 Mio.).

Rechtsschutzversicherung

In EUR Mio. 2024 2023
Gebuchte Bruttobeiträge 103,0 90,7
Schadenquote (%) 52,7 36,5
Versicherungstechnisches Ergebnis (f. e. R.) -0,1 -4,6

Im Berichtsjahr hat sich das Geschäft in der Rechtsschutzversicherung um EUR 12,3 Mio. auf EUR 103,0 Mio. erhöht (i. Vj. EUR 90,7 Mio.). Die Schadenquote hat sich nach dem letzten Abfall aus dem Vorjahr auf 52,7 % (i. Vj. 36,5 %) erhöht. Insgesamt erzielen wir einen versicherungstechnischen Verlust für eigene Rechnung in Höhe von EUR -0,1 Mio. (i. Vj. Verlust EUR - 4,6 Mio.).

Sonstige Versicherungen

In EUR Mio. 2024 2023
Gebuchte Bruttobeiträge 153,9 164,8
Schadenquote (%) 50,3 64,4
Versicherungstechnisches Ergebnis (f. e. R.) 5,8 6,0

In den sonstigen Versicherungszweigen haben wir Bruttobeiträge in Höhe von EUR 153,9 Mio. (i. Vj. EUR 164,8 Mio.) gebucht. Die sonstigen Versicherungen enthalten gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von EUR 0,8 Mio. (i. Vj. EUR 7,0 Mio.) aus der Beistandsleistungsversicherung. Das Geschäftsjahr haben wir bei den sonstigen Versicherungen mit einer Schadenquote von 50,3 % (i. Vj. 64,4 %) abgeschlossen. Insgesamt haben wir einen versicherungstechnischen Gewinn für eigene Rechnung von EUR 5,8 Mio. (i. Vj Gewinn EUR 6,0 Mio.) erzielt.

In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft

In EUR Mio. 2024 2023
Gebuchte Bruttobeiträge 425,3 374,1
Schadenquote (%) 68,7 50,8
Versicherungstechnisches Ergebnis (f. e. R.) 39,8 12,8

Das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft wird im Wesentlichen in den Sparten Haftpflicht, Transport und Luftfahrt, Rechtsschutz sowie Feuer- und Sachversicherung betrieben. In diesen Sparten wurden gebuchte Bruttobeiträge von EUR 187,2 Mio., EUR 100,6 Mio., EUR 28,7 Mio. und EUR 68,4 Mio erzielt. Insgesamt wurden Bruttobeiträge in Höhe von EUR 425,3 Mio. (i. Vj. EUR 374,1 Mio.) erzielt, was einem Anstieg für unser übernommenes Geschäft entspricht, der primär aus der positiven Entwicklung der Sparten Haftpflicht sowie Transport und Luftfahrt im Inland resultiert. Die Schadenquote liegt im Berichtsjahr bei 68,7 % (i. Vj. 50,8 %). Das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung beträgt EUR 39,8 Mio. (i. Vj. EUR 12,8 Mio.).

Die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr führte zu einer Auflösung der Schwankungsrückstellung i. H. v. EUR 27,8 Mio, (i. Vj. Zuführung EUR 14,3 Mio.), die maßgeblich zu dem versicherungstechnischen Ergebnis für eigene Rechnung beiträgt.

In Rückdeckung gegebenes Versicherungsgeschäft

Die HGS hat im Geschäftsjahr in Einklang mit ihrer strategischen Ausrichtung den überwiegenden Anteil des in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäfts an Gesellschaften der Hannover RückGruppe sowie an Gesellschaften der HDI Gruppe abgegeben. Daneben bestehen nicht-proportionale Rückversicherungsverträge mit verschiedenen Rückversicherungsunternehmen, die u. a. hohe Exponierungen und Risiken von Naturgefahren in ausgewählten Bereichen decken.

Die in Rückdeckung gegebenen gebuchten Beiträge belaufen sich auf EUR 2.933,3 Mio. (i. Vj. EUR 2.697,8 Mio.). Die Selbstbehaltsquote liegt mit 11,1 % auf dem Niveau des Vorjahres (i. Vj. 11,2 %).

Das Ergebnis aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft beträgt aus Sicht der Rückversicherer im Geschäftsjahr EUR 70,0 Mio. (i. Vj. EUR 92,9 Mio.).

Kapitalanlageergebnis

Die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen betragen im Berichtsjahr TEUR 28.561 (i. Vj. TEUR 12.564) und entfallen in Höhe von TEUR 15.302 (i. Vj. TEUR 10.437) auf laufende Zinserträge aus den Sonstigen Kapitalanlagen. Zur positiven Entwicklung des Kapitalanlageergebnisses hat zudem eine Dividendenauszahlung in Höhe von TEUR 10.407 beigetragen.

Das Ergebnis aus dem Abgang von Kapitalanlagen beträgt TEUR 3.382 (i. Vj. TEUR 3.767) und setzt sich aus Gewinnen aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von TEUR 7.563 (i. Vj. TEUR 3.948) und Verlusten aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von TEUR 4.181 (i. Vj. TEUR 181) zusammen.

Die Abschreibungen auf Kapitalanlagen betragen TEUR 1.889 (i. Vj. TEUR 14) und entfallen auf einzelne Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, die nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet worden sind, sowie auf Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere.

Die Verwaltung der Kapitalanlagen verursachte im Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.775 (i. Vj. TEUR 1.519). Insgesamt beträgt das Kapitalanlageergebnis TEUR 28.355 (i. Vj. TEUR 15.019).

Übriges Ergebnis

Das übrige Ergebnis setzt sich aus sonstigen Erträgen von TEUR 55.800 (i. Vj. TEUR 50.784) und sonstigen Aufwendungen von TEUR 128.466 (i. Vj. TEUR 132.159) zusammen, sodass im Saldo ein Verlust in Höhe von TEUR 72.665 (i. Vj. Verlust TEUR 81.375) als übriges Ergebnis entstanden ist.

Die sonstigen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Wechselkursänderungen und Erträge aus Dienstleistungsverträgen.

In den sonstigen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Wechselkursänderungen enthalten, die die Wechselkursänderungen in den sonstigen Erträgen nur teilweise kompensieren. Weiterhin setzen sich die sonstigen Aufwendungen zum Großteil aus Aufwendungen für das Unternehmen als Ganzes zusammen.

Gesamtergebnis

Das Geschäftsjahr wurde mit einem Jahresüberschuss von TEUR 34.386 (i. Vj. Jahresfehlbetrag von TEUR 29.749) abgeschlossen. Der Bilanzgewinn beträgt TEUR 6.234 (i. Vj. Bilanzverlust von TEUR 27.824). Das Gesamtergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr entsprechend der Erwartungen verbessert, was auf einen erhöhten Prämienzuwachs und eine verbesserte Schadenentwicklung zurückzuführen ist.

Kapitalanlagepolitik

Die Gesellschaft verfolgt unverändert eine sicherheitsorientierte Anlagepolitik und orientiert sich an folgenden zentralen Anlagegrundsätzen:

Generierung stabiler und risikoadäquater Erträge bei gleichzeitiger Wahrung eines hohen Qualitätsstandards der Portfolios

Gewährleistung der Liquidität und Zahlungsfähigkeit der HGS zu jeder Zeit

hohe Diversifizierung der Risiken

Begrenzung von Währungskurs- und Laufzeitrisiken durch kongruente Währungs- und Laufzeitbedeckung

Der überwiegende Teil unserer Kapitalanlagen ist in festverzinslichen Wertpapieren angelegt, um regelmäßige und planbare Einnahmen zu generieren. Dabei ist das Portfolio ausgewogen diversifiziert, sowohl in Bezug auf die Anlagesegmente als auch in Bezug auf die Emittenten. Daneben bestehen in geringem Umfang Anlagen in alternativen Investments. Ein großer Teil unserer Kapitalanlagen besteht aus internationalen Staatsanleihen, die hohe Sicherheit und hohe Liquidität aufweisen. So gewährleisten wir jederzeit unsere Zahlungsfähigkeit. Um eine attraktive Rendite zu erwirtschaften, wird im Rahmen einer ausgewogenen Mischung und Streuung ein Teil der Kapitalanlagen in Unternehmensanleihen angelegt, die in geringem Umfang über ein BBB-Rating verfügen.

Zur Steuerung und Begrenzung der Risikosituation werden die Kapitalanlagen in Bezug auf die modifizierte Duration und die Währung, in der sie emittiert worden sind, regelmäßig an die Verpflichtungen aus dem Versicherungsgeschäft angepasst. Dadurch reduzieren wir die ökonomische Exponierung gegenüber dem Zinsänderungs- und Währungsrisiko.

Entwicklung der Kapitalanlagen

Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen hat sich im Geschäftsjahr leicht auf insgesamt TEUR 123.139 (i. Vj. TEUR 103.147) erhöht. Die Anteile an verbundenen Unternehmen betragen TEUR 120.970 (i. Vj. TEUR 101.541) und die Beteiligungen TEUR 2.169 (i. Vj. TEUR 1.606).

Der Bestand an Sonstigen Kapitalanlagen der HGS hat sich im Berichtsjahr von TEUR 653.080 auf TEUR 773.356 erhöht. Wesentliche Zugänge betreffen in diesem Zusammenhang die Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere.

Die Verteilung der verschiedenen Kapitalanlageklassen innerhalb der Sonstigen Kapitalanlagen für das Berichtsjahr stellt sich wie folgt dar. Der Anteil an Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren steigt leicht auf 91,5 % (i. Vj. 91,1 %). Der Anteil der sonstigen Ausleihungen sinkt auf 0,5 % (i. Vj. 0,7 %). Der Anteil der Einlagen bei Kreditinstituten beträgt zum Stichtag 2,0 % (i. Vj. 1,0 %). Die Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen belaufen sich auf 6,0 % (i. Vj. 7,2 %).

Die Qualität, gemessen anhand der Ratingklassen, der Sonstigen Kapitalanlagen hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert. Der überwiegende Anteil ist in Kapitalanlagen mit AAA-Rating investiert, die rd. 48 % (i. Vj. 41 %) an den Sonstigen Kapitalanlagen betragen. Der Anteil der Kapitalanlagen mit AA-Rating sinkt leicht auf rd. 25 % (i. Vj. rd. 28 %). Einzeltitel mit einem A-Rating stellen rd. 16 % (i. Vj. rd. 20 %) unseres Portfolios. Der Anteil der Sonstigen Kapitalanlagen mit einem BBB-Rating beträgt rd. 1 % (i. Vj. 3 %). Die Kapitalanlagen ohne Rating blieben mit einem Anteil von rd. 10 % (i. Vj. 9 %) nahezu unverändert und entfallen im Wesentlichen auf Fonds. Insgesamt weist damit unser Portfolio ein ähnlich hohes Sicherheitsniveau wie im Vorjahr auf.

Entsprechend unserer versicherungstechnischen Verpflichtungen halten wir unsere Kapitalanlagen im Wesentlichen in den Währungen Britisches Pfund, Euro, US-Dollar, Kanadischer Dollar und Australischer Dollar.

Die stillen Reserven belaufen sich auf TEUR 8.422 (i. Vj. TEUR 6.532). Davon entfallen TEUR 2.403 (i. Vj. im TEUR 2.745) auf Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere und TEUR 5.977 (i. Vj. TEUR 3.786) auf Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere. Die Bewertungsreserven in den Sonstigen Kapitalanlagen betragen zum Bilanzstichtag TEUR -2.301 (i. Vj. TEUR -13.125). Bei den Sonstigen Kapitalanlagen bestehen zum Bilanzstichtag stille Lasten in Höhe von TEUR 10.681 (i. Vj. TEUR 19.657). Davon entfallen TEUR 7.762 (i. Vj. TEUR 18.081) auf Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere und TEUR 2.917 (i. Vj. TEUR 1.575) auf Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere.

Kapitalstruktur

Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der HGS werden von unserer Tätigkeit als Versicherungsunternehmen geprägt. Der weitaus größte Anteil entfällt auf die versicherungstechnischen Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Hinzu kommen unser Eigenkapital sowie unsere nachrangigen Verbindlichkeiten.

Das Eigenkapital von 9,8 % (i. Vj. 9,7 %) der Bilanzsumme repräsentiert neben der Rückversicherung weiterhin unsere wichtigste Finanzierungsquelle. Durch ständige Überwachung und entsprechende Steuerungsmaßnahmen gewährleisten wir, dass unser Geschäft jederzeit mit ausreichendem Eigenkapital hinterlegt ist. Die nachrangigen Verbindlichkeiten, die unsere Kapitalbasis weiter stärken, umfassen 2,9 % (i. Vj. 3,2 %) der Bilanzsumme. Der Rückgang ist bei unveränderten Nominalwerten insbesondere durch den Anstieg der Bilanzsumme aufgrund der Ausweitung des Geschäfts verursacht. Der Anteil der versicherungstechnischen Rückstellungen und Verbindlichkeiten liegt mit 84,3 % (i. Vj. 84,5 %) leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Kapitalstruktur am Bilanzstichtag

Zweigniederlassungen

Die HDI Global Specialty verfügte im Geschäftsjahr 2024 über folgende Zweigniederlassungen:

Brüssel, Belgien

Hannover, Deutschland

Kopenhagen, Dänemark

London, Vereinigtes Königreich

Mailand, Italien

Rotterdam, Niederlande

Stockholm, Schweden

Sydney, Australien

Toronto, Kanada

IT

Aufgrund von Dienstleistungsverträgen werden Rechenzentrums- sowie IT-bezogene Serviceleistungen durch die Hannover Rück SE erbracht.

Mitarbeiterkennzahlen

Zum 31. Dezember 2024 waren 544 (i. Vj. 519) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Gesellschaft beschäftigt.

Die geschäftsführenden Direktoren danken allen Beschäftigten für ihren Einsatz im vergangenen Jahr. Zu jeder Zeit hat sich die Belegschaft mit den Zielen des Unternehmens identifiziert und diese erfolgreich verfolgt. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Vertreterinnen und Vertretern, die sich in unseren Mitbestimmungsgremien engagiert haben, danken wir für die kritisch-konstruktive Mitarbeit.

Nachhaltigkeit bei der HDI Global Specialty SE

Die HGS ist nach § 289b Absatz 2 HGB von der Pflicht zur Erweiterung des Lageberichts um eine nichtfinanzielle Erklärung befreit, da sie in die nichtfinanzielle Konzernerklärung des Mutterunternehmens Talanx AG einbezogen ist. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung für den Talanx Konzern wird auf Grundlage des § 315b Absatz 1 HGB im Einklang mit der Richtlinie 2013/34/EU erstellt und als Teil des Konzern-Lageberichts im Geschäftsbericht auf der Unternehmenswebsite https://www.talanx.com/investor-relations/finanzberichte/talanx-group.aspx?sc_lang=de-DE veröffentlicht.

Risikobericht

Die HGS bietet ihren Versicherungsnehmern umfassenden Versicherungsschutz, sodass die Übernahme von Risiken den Kern ihres Geschäfts darstellt. Zu deren Beherrschung ist ein ausgeprägtes Risikobewusstsein unabdingbare Voraussetzung. Hierfür hat das Unternehmen vielfältige Verfahren und Instrumente entwickelt, die nicht nur zur Identifikation, Bewertung und Bewältigung von Risiken, sondern auch zur Wahrnehmung von Chancen eingesetzt werden. Das Risikomanagement der Gesellschaft legt den Fokus auf die negativen Zufallsabweichungen, d. h. die Risiken.

Zur Berechnung des Risikokapitals für regulatorische Zwecke verwendet die HGS ein vollständiges internes Modell. Der betrachtete Zeithorizont des internen Modells beträgt ein Kalenderjahr.

Die Überwachungsmechanismen und Entscheidungsprozesse der HGS sind eingebettet in die Standards des Talanx Konzerns.

Organisation und Prozesse des Risikomanagements

Um ein effizientes Risikomanagement-System sicherzustellen, hat der Verwaltungsrat (Board of Directors (BoD)) der HGS eine Risikomanagement-Funktion sowie einen Risikoausschuss, als Teil des Board Actuarial, Risk & Compliance Committees (BRC), eingerichtet. Das BRC berät und unterstützt den BoD bei der Umsetzung risikomindernder Maßnahmen, die der Geschäftsstrategie der HGS entsprechen. Zusätzlich überprüft es jährlich das Governance-System und genehmigt Risikomanagement-Richtlinien. Im Geschäftsjahr wurde beschlossen, das BRC zum 31. August 2024 aufzulösen. Die Entscheidungsfindung wird künftig in den Verwaltungsrat übertragen, und die damit verbundenen Aufgaben gehen ebenfalls an den Verwaltungsrat über.

Die Risikomanagement-Funktion ist in die Unternehmensentscheidungen sowohl inhaltlich als auch zeitlich eingebunden. Seit dem 1. März 2022 wurden die Aufgaben und Funktionen der inländischen Mitarbeitenden im Risikomanagement von der HGS auf die HDI AG übertragen.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Funktionen im Risikomanagement ist entscheidend für das interne Risikosteuerungs- und Kontrollsystem, welches auf drei Verteidigungslinien basiert. Die erste Verteidigungslinie umfasst Risikosteuerung und originäre Risikoverantwortung. Die zweite Verteidigungslinie besteht aus den Schlüsselfunktionen Risikomanagement, Versicherungsmathematik und Compliance, die für die Überwachung zuständig sind. Die dritte Verteidigungslinie bildet die Interne Revision, die ihre Berichte einem Prüfungsausschuss vorlegt.

Unabhängig von der internen Zuständigkeitsregelung ist die Geschäftsleitung für eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation verantwortlich, einschließlich der Überwachung des internen Risikosteuerungs- und Kontrollsystems. Eine prozessunabhängige Überwachung und Qualitätssicherung erfolgt durch die interne Revision, während prozessintegrierte Verfahren, wie das interne Kontrollsystem, das Risikomanagement-System vervollständigen.

Wesentliche Elemente unseres Risikomanagement-Systems

Unsere Risikostrategie, die Richtlinien zum Risiko- und Kapitalmanagement, zu den operationellen und Reputations-Risiken, sowie das Limit- und Schwellenwertsystem für die wesentlichen Risiken der HGS beschreiben die Elemente unseres Risikomanagement-Systems. Das Risikomanagement-System unterliegt einem permanenten Zyklus der Planung, Tätigkeit, Kontrolle und Verbesserung. Insbesondere die systematische Risikoidentifikation, -analyse, -bewertung, -steuerung und -überwachung sowie die Risikoberichterstattung sind von Bedeutung für die Wirksamkeit des Gesamtsystems.

In den Richtlinien werden unter anderem die Aufgaben, Rechte und Verantwortlichkeiten, die organisatorischen Rahmenbedingungen und der Risikokontrollprozess beschrieben. Die Regelungen leiten sich aus der Unternehmens- und der Risikostrategie ab und berücksichtigen zudem die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Risikomanagement.

Risikotragfähigkeitskonzept

Die Ermittlung der Risikotragfähigkeit beinhaltet die Bestimmung des insgesamt zur Verfügung stehenden Risikodeckungspotenzials und die Berechnung der zur Abdeckung aller Risiken benötigten Mittel. Dies läuft im Einklang mit den Vorgaben der Risikostrategie und der Festlegung des Risikoappetits durch den Verwaltungsrat ab. Mit unserem internen Kapitalmodell erfolgt eine Bewertung der quantitativ bewertbaren Einzelrisiken sowie der gesamten Risikoposition. Zur Überwachung der wesentlichen Risiken existiert ein zentrales Limit- und Schwellenwertsystem. In dieses System fließen die aus der Unternehmensstrategie abgeleiteten Limite und Schwellenwerte ein. Die Einhaltung wird laufend überprüft.

Risikoidentifikation

Eine wesentliche Informationsbasis für die Überwachung der Risiken ist die turnusmäßige Risikoidentifikation. Die Dokumentation der identifizierten und wesentlichen Risiken findet im Risikoregister, aber auch im Rahmen der regelmäßigen Risikoberichte statt. Die Risikoidentifikation erfolgt zum Beispiel in Form von Risikogesprächen, Assessments, Szenario-Analysen, Durchsicht des laufenden Berichtswesens der operativen Einheiten oder im Rahmen des Neue-Produkte-Prozesses. Externe Erkenntnisse, wie anerkanntes Branchen-Know-how aus relevanten Gremien oder Arbeitsgruppen fließen in den Prozess ein. Die Risikoidentifikation ist bedeutend für die dauerhafte Aktualität unseres Risikomanagements.

Risikoanalyse und -bewertung

Grundsätzlich wird jedes identifizierte und als wesentlich erachtete Risiko quantitativ und qualitativ bewertet. Wir nutzen dafür die Expertise unserer Mitarbeiter, Vernetzung der Unternehmensbereiche über Schnittstellen und Arbeitsgruppen bzw. Gremien sowie technische Mittel wie unsere Datenverarbeitung, Bestandsführungs- und Quotierungsprogramme als auch unser Specialty Internal Model. Risikoarten, für die eine quantitative Risikomessung nicht oder schwer möglich ist, werden nur qualitativ bewertet, so z. B. strategische Risiken, Reputationsrisiken oder Emerging Risks. Die quantitative Bewertung der wesentlichen Risiken und der Gesamtrisikoposition erfolgt durch das interne Kapitalmodell der HGS, dem Specialty Internal Model. Darin werden Risikokonzentration und Risikodiversifikation berücksichtigt.

Risikosteuerung

Die Steuerung aller wesentlichen Risiken, einzeln und auf Portfolioebene, ist Aufgabe der operativen Einheiten. Als konkrete Beispiele dienen ihre Zeichnungsaktivitäten oder der Handel mit Wertpapieren. Dabei werden die identifizierten und analysierten Einzelrisiken entweder bewusst akzeptiert, vermieden oder reduziert. Bei den Entscheidungen durch die operativen Einheiten in der ersten Verteidigungslinie wird stets das Chance- und Risikoverhältnis berücksichtigt. Unterstützt wird die Risikosteuerung unter anderem durch die Vorgaben der Zeichnungs- und Kapitalanlagerichtlinien sowie durch definierte Limit- und Schwellenwerte.

Risikoüberwachung

Die Aufgabe der Risikomanagement-Funktion ist die Überwachung aller identifizierten wesentlichen Risiken. Dies beinhaltet unter anderem die Überwachung der Umsetzung der Risikostrategie, die Einhaltung der definierten Limit- und Schwellenwerte und die dauerhafte Anwendung von risikorelevanten Methoden und Prozessen. Eine wichtige Aufgabe der Risikoüberwachung ist es zudem, festzustellen, ob die Maßnahmen zur Risikosteuerung durchgeführt wurden und ob die geplante Wirkung der Maßnahmen ausreichend ist. Die Überwachung erfolgt an diversen Kontrollpunkten; hier ist die regelmäßige Solvenzberechnung nach dem internen Modell zur Feststellung des Gesamtrisikoprofils und Information darüber an das BRC bzw. ab dem 31. August 2024 an das BoD anzuführen. Dies beinhaltet eine obligatorische Abweichungsanalyse und Überwachung der Einhaltung der Risikolimite. Parallel dazu wird das interne Modell validiert und gegebenenfalls angepasst.

Risikokommunikation und Risikokultur

Das Risikomanagement ist fest in unsere betrieblichen Abläufe integriert. Dies wird unterstützt durch eine transparente Risikokommunikation sowie einen offenen Umgang mit Risiken im Rahmen unserer Risikokultur. Umgesetzt wird dies durch eine unverzügliche interne und auch gruppeninterne Informationsweitergabe zu allen Themen, die das Unternehmen derzeit gefährden oder es zukünftig gefährden könnten. Dies beinhaltet unter anderem interne und externe Risikoberichte, Informationspapiere, Intranet-Veröffentlichungen, Informationsrunden, Schnittstellentreffen sowie Schulungen und Tagungsangebote für unsere Mitarbeiter. Informationen werden ausgetauscht, das Risikobewusstsein der Mitarbeiter geschärft und entsprechende Möglichkeiten der rechtzeitigen Risikoidentifikation und relevanter Maßnahmen eröffnet. Auch der regelmäßige Informationsaustausch zwischen risikosteuernden und risikoüberwachenden Einheiten ist elementar für die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements.

Risikoberichterstattung

Unsere Risikoberichterstattung informiert strukturiert und zeitnah über alle wesentlichen Risiken und deren potenzielle Auswirkungen. Das Risikoberichtswesen besteht aus regelmäßigen Risikoberichten, z. B. über die Gesamtrisikosituation, die Einhaltung der in der Risikostrategie definierten Kenngrößen oder der Kapazitätsauslastung der Naturkatastrophenszenarien. In den Blick nimmt die Risikoberichterstattung nicht nur die laufende, sondern auch die erwartete Risikosituation. Ergänzend zur Regelberichterstattung erfolgt im Bedarfsfall eine interne Sofortberichterstattung über wesentliche und kurzfristig auftretende Risiken.

Die aufsichtlichen Berichtsanforderungen für die HGS erfüllten wir unter anderem mit dem quartärlichen Risikobericht, dem quantitativen Berichtswesen, dem Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (SFCR), dem regelmäßigen aufsichtlichen Bericht (RSR) sowie einem Bericht zur unternehmenseigenen Risiko - und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA). Zudem ist die HGS in die gruppeninterne Berichterstattung über das Risikomanagement integriert. Dies erfolgt über die Weitergabe von aufsichtlichen und ergänzenden Berichten.

Risikokapital

Die HGS stellt im Interesse ihrer Versicherungsnehmer und des Anteilseigners ein angemessenes Verhältnis von Risiken und Eigenmitteln sicher. Unser quantitatives Risikomanagement, basierend auf unserem internen Kapitalmodell, dem Specialty Internal Model (SIM), bildet ein einheitliches Rahmenwerk zur Bewertung und Steuerung aller das Unternehmen betreffenden Risiken und unserer Kapitalposition.

Das SIM ist ein stochastisches Unternehmensmodell, welches sämtliche Geschäftsfelder der HGS abdeckt. Es ermittelt das benötigte aufsichtliche und ökonomische Risikokapital als Value at Risk (VaR) der Wertveränderung über einen Zeitraum von einem Jahr zum Sicherheitsniveau 99,5 %. Es berücksichtigt alle wesentlichen Risiken, die die Entwicklung des Eigenkapitals beeinflussen.

Im Rahmen des Risikomanagements der HGS erfolgt eine regelmäßige Überwachung der Einhaltung aufsichtlicher Solvenzvorschriften, die vorsieht, dass die einjährige Ruinwahrscheinlichkeit von 0,5 % nicht überschritten wird. Die Kapitalisierung der HGS soll stets mindestens über 120 % der aufsichtlichen Bestimmungen liegen.

Risikolandschaft

Die HGS geht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit eine Vielzahl von Risiken ein. Diese Risiken werden bewusst eingegangen, gesteuert und überwacht, um die damit verbundenen Chancen wahrzunehmen. Elementar für die Übernahme von Risiken sind die Vorgaben und Entscheidungen des Verwaltungsrates zum Risikoappetit. Diese basieren auf den qualitativen Assessments und Berechnungen der Risikotragfähigkeit.

Versicherungstechnische Risiken

Das Risikomanagement hat Leitlinien für eine effiziente Risikosteuerung definiert. Die Risikoübernahme erfolgt systematisch über Zeichnungsrichtlinien und wird größtenteils durch konzerninterne Rückversicherung gemäß dem Geschäftsmodell der HGS mitigiert. Ein wichtiges Merkmal ist das konservative Reservierungsniveau, das zwischen Reserverisiko (aus Vorjahresgeschäften) und Prämienrisiko (aus aktuellen und zukünftigen Geschäften) unterscheidet.

Die Zeichnung von Geschäften in verschiedenen Sparten, Regionen und Vertriebskanälen schafft einen hohen Diversifikationseffekt. Aktive Begrenzungen von Konzentrationsrisiken, wie Naturkatastrophen, verstärken diesen Effekt. Der Diversifikationsgrad wird in unserem internen Kapitalmodell gemessen.

Das versicherungstechnische Prämienrisiko beschreibt die Möglichkeit, dass der Schadenaufwand des aktuellen Zeichnungsjahres höher ausfällt als erwartet, bedingt durch höhere Einzelschäden oder gesteigerte Schadenhäufigkeit. Dieses Risiko tritt auf, wenn die Versicherungsprämie unzureichend ist, um die Kosten zu decken. Die HGS hält bei Neuabschlüssen und Erneuerungen ihre Standards für Qualität und Profitabilität im Underwriting ein und verbessert kontinuierlich ihre Preissetzung.

Das Reserverisiko, also die Gefahr der Unterreservierung von Schäden, ist besonders relevant. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, ermitteln wir Schadenreserven basierend auf eigenen versicherungsmathematischen Einschätzungen. Die Spätschadenreserve wird gemäß Vorschriften für bereits eingetretene, aber noch unbekannte, Schäden gebildet und differenziert nach Sparten und Regionen berechnet. Statistische Abwicklungsdreiecke zeigen, wie sich Rückstellungen im Zeitablauf ändern; deren Angemessenheit wird von unserer Versicherungsmathematischen Funktion überwacht. Eine jährliche Qualitätssicherung erfolgt durch externe Experten.

Die Auswirkungen des Großschadens Ukraine-Russland-Konflikt treffen die HGS in verschiedenen Sparten auf unterschiedliche Weise. Während die meisten allgemeinen Versicherungspolicen eine Kriegsausschlussklausel enthalten, werden in bestimmten Sparten explizite Kriegspolicen angeboten. Vor allem in der Sparte Luftfahrt konnten in der jüngsten Zeit zahlreiche Schadenfälle geschlossen werden i. W. in Form von Vergleichen mit Anspruchstellern. Dennoch sind zum aktuellen Zeitpunkt diesbezüglich noch verschiedene Schadenfälle offen. Eine abschließende Einschätzung der Gesamtschadenhöhe ist somit weiterhin noch nicht möglich. Nach aktuellem Stand gehen wir jedoch davon aus, dass die zum 31. Dezember 2024 vorhandene bilanzielle Risikovorsorge für den Schadenkomplex ausreichend ist. In der Sparte Schifffahrt liegt eine begrenzte Kriegsexponierung vor. Unsere vorwiegend europäische und US-Kundschaft, denen die HGS in der Sparte Politische Risiken Deckungen gegeben hat, schützen auch Risiken in der Ukraine.

Die Underwriting-Abteilungen berücksichtigen zunehmend die Inflation in ihren Annahmen zur zukünftigen Schadenentwicklung. In den Haftpflichtsparten ist soziale Inflation besonders relevant; in der Sparte Energie beeinflussen steigende Energiekosten die Schadenhöhe. Laufende Anpassungen der Versicherungssummen sowie umsatz- oder verdienstabhängige Beitragsvereinbarungen berücksichtigen Inflation. Die Risikoselektion spielt in Specialty-Sparten eine wesentliche Rolle.

Zur Einschätzung wesentlicher Katastrophenrisiken (z. B. Erdbeben, Stürme) setzen wir wissenschaftliche Simulationsmodelle ein und ermitteln Risiken durch Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Die Überwachung erfolgt durch realistische Extremschadenszenarien. Der Verwaltungsrat legt einmal jährlich die Risikobereitschaft für Naturgefahren fest und bestimmt den Teil des Risikobudgets, der zur Abdeckung bereitsteht. Im Rahmen des Risikomanagements berücksichtigen wir zahlreiche Szenarien und deren Auswirkungen auf Bestands- und Erfolgsgrößen. Regelmäßige Berichte über Extremschadenszenarien und Wiederkehrperioden stellen sicher, dass die festgelegten Maximalbeträge eingehalten werden.

Marktrisiken

Angesichts eines herausfordernden Kapitalmarktumfelds kommt der Werterhaltung unserer Kapitalanlagen und der Stabilität der Rendite eine hohe Bedeutung zu. Deshalb richtet die HGS ihr Portfolio an den Grundsätzen eines ausgewogenen Risiko- / Ertragsverhältnisses und einer breiten Diversifikation aus. Fußend auf einem risikoarmen Kapitalanlagemix reflektieren die Kapitalanlagen sowohl Währungen als auch Laufzeiten unserer Verbindlichkeiten. Zu den Marktrisiken zählen Aktien-, Zins-, Beteiligungs-, Währungs-, Immobilien und Infrastruktur-, Inflations-, Spread- und Kreditrisiken. Zudem werden Pensionsrisiken (beeinflusst durch Inflation und Spreadrisiken) im Marktrisiko berücksichtigt. Zins- und Währungsrisiken minimieren wir durch eine möglichst hohe Kongruenz der Zahlungen aus Wertpapieren mit den prognostizierten, zukünftigen Zahlungsverpflichtungen aus unseren Versicherungsverträgen. Das Immobilienrisiko wird durch eine breite Diversifikation, wie der Anlage in Fonds, mitigiert.

Um den Werterhalt unserer Kapitalanlagen sicherzustellen, überwachen wir fortlaufend die Einhaltung eines übergreifenden Frühwarnsystems. Dieses System definiert klare Limite und Schwellenwerte sowie Eskalationswege für die seit Jahresbeginn aufgelaufenen Marktwertschwankungen und Realisierungsergebnisse aus den Kapitalanlagen. Diese sind im Einklang mit unserem Risikoappetit eindeutig beschrieben.

Für unsere Kapitalanlagen wurden u. a. folgende Stresstests durchgeführt.

Zinssatz-Stresstests Veränderung AuM
in EUR Mio
Veränderung
in %
Parallelverschiebung -100 bp 10,29 0,9
Parallelverschiebung -50 bp 5,10 0,4
Parallelverschiebung + 50 bp -5,01 -0,4
Parallelverschiebung +100 bp -9,93 -0,9
Parallelverschiebung +200 bp -19,53 -1,7

Tabelle 1: Zinssatz-Stresstests und deren Auswirkungen auf die Kapitalanlagen der HGS (Stichtag 31.12.2024)

Die Veränderung der Marktwerte des Kapitalanlagebestandes, die durch die verschiedenen Stresstests aufgezeigt werden, liegt im Rahmen des Risikoappetits der HGS.

Weitere wesentliche Risikosteuerungsmaßnahmen sind neben den diversen Stresstests, die das Verlustpotenzial unter extremen Marktbedingungen abschätzen, Sensitivitäts- und Durationsanalysen sowie unser Asset Liability Management. Zusätzlich sind Durationsbänder installiert, innerhalb derer das Portfolio entsprechend den Markterwartungen positioniert wird. Der Bestand der festverzinslichen Wertpapiere ist dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Sinkende Marktrenditen führen zu Marktwertsteigerungen bzw. steigende Marktrenditen zu Marktwertsenkungen des festverzinslichen Wertpapierportfolios. Zusätzlich besteht das Credit-Spread-Risiko. Als Credit Spread wird die Zinsdifferenz zwischen einer risikobehafteten und einer risikolosen Anleihe bei gleicher Laufzeit bezeichnet. Änderungen dieser am Markt beobachtbaren Risikoaufschläge führen analog der Änderungen der reinen Marktrenditen zu Marktwertänderungen der entsprechenden Wertpapiere. Währungsrisiken bestehen insbesondere dann, wenn ein Währungsungleichgewicht zwischen den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und den Aktiva besteht.

Die installierten Messungs- und Überwachungsmechanismen stellen eine vorsichtige, breit diversifizierte Anlagestrategie sicher.

Forderungsausfallrisiko

Das Forderungsausfallrisiko besteht in der Gefahr des vollständigen oder partiellen Ausfalls der Gegenpartei und dem damit verbundenen Zahlungsausfall.

Da das von der HGS betriebene Geschäft zu einem großen Teil rückversichert wird, ist das Forderungsausfallrisiko in der Rückversicherung für uns von wesentlicher Bedeutung. Die HGS zediert, im Einklang mit ihrer Rolle in der Gruppe, die versicherungstechnischen Risiken überwiegend an Gesellschaften der Talanx Gruppe. Die Ratings der Talanx Gruppen-Einheiten bewegen sich hierbei im A Rating-Bereich.

Unternehmen S&P Rating A.M. Best Rating
Hannover Rück SE, Hannover A+ (stable) A+ (stable)
Talanx AG, Hannover A+ (stable) A+ (stable)
HDI Global SE, Hannover A+ (stable) A+ (stable)
HDI Global Network AG, Hannover A+ (stable) A+ (stable)
HDI Reinsurance (Ireland), Dublin n/a A+ (stable)

Tabelle 2: Rating der internen Rückversicherer der Talanx Gruppe (Stichtag 31.12.2024)

Um das aus an Dritte abgegebene Geschäft resultierende Forderungsausfallrisiko möglichst gering zu halten, werden unsere nicht gruppenzugehörigen Rückversicherer unter Bonitätsgesichtspunkten sorgfältig ausgewählt und überwacht. Je nach Art und erwarteter Dauer der Abwicklung des rückversicherten Geschäfts fließen bei der Auswahl der Rückversicherer neben Mindestratings der Ratingagenturen Standard & Poor's und A. M. Best auch interne und externe Experteneinschätzungen ein. Das Forderungsausfallrisiko gegenüber Gesellschaften der Talanx Gruppe wird mit Hilfe des internen Kapitalmodells überwacht. Insbesondere überwachen wir auch unsere Beziehungen zu Maklern, Zeichnungsagenturen und Schadenverwaltern, die z. B. durch die Möglichkeit eines Verlusts der durch die Versicherten an den Geschäftspartner gezahlten Beiträge mit einem Risiko behaftet sind. Wir reduzieren diese Risiken beispielsweise, indem wir Maklerbeziehungen auf Kriterien, wie Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung, Zahlungsverhalten und ordnungsgemäße Vertragsabwicklung überprüfen.

Die folgende Tabelle zeigt unser gesamtes Rückversicherungsforderungsausfallrisiko gegenüber Gruppengesellschaften und Dritten nach Rating:

Unternehmen Hannover Rück HDI Gruppe Extern
Rating
AAA - A 2.301,15 1.885,17 178,41
< BBB / / 1,33
Gesamt 2.301,15 1.885,17 179,74

Tabelle 3: Rückversicherungsausfallrisiko gegenüber Gruppengesellschaften und Dritten nach Rating (Stichtag 31.12.2024, Werte in EUR Mio.)

Die Ausprägung des Rückversicherungsausfallrisikos liegt innerhalb der Risikobereitschaft von der HGS.

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken beziehen sich auf Verluste, die durch unzureichende oder fehlerhafte interne Prozesse, mitarbeiterbedingte, systembedingte oder externe Vorfälle entstehen. Im Gegensatz zu versicherungstechnischen Risiken, die wir bewusst und kontrolliert eingehen, sind operationelle Risiken eng mit unserer Geschäftstätigkeit verbunden. Daher liegt der Fokus auf Risikovermeidung und -reduzierung. Zur Ermittlung der Kapitalbindung in unserem internen Modell nutzen wir das Self-Assessment of Operational Risks, um zukünftige operationale Schadenszenarien zu beschreiben und zu bewerten.

Geschäftsprozessrisiken entstehen durch unzureichende interne Prozesse, beispielsweise aufgrund inadäquater Prozessorganisation. Die HGS hat ein internes Kontrollsystem und ein Geschäftsprozess-Management eingerichtet, die Mindestanforderungen an die Prozessorganisation festlegen und klare Verantwortlichkeiten definieren. Prüfungen und Kontrollen (z. B. Peer-Reviews, File Reviews) unterstützen die Optimierung und Steuerung der Risiken. Durch kontinuierliche Optimierung, Automatisierung und Vereinheitlichung der Prozesse verringern wir diese Risiken. Die Datenqualität ist ein kritischer Erfolgsfaktor; unsere Datenmanagement-Organisation führt verschiedene Initiativen zur Sicherstellung und fortlaufenden Verbesserung durch.

Betriebsausfallrisiken resultieren aus Gefahren natürlichen oder menschlichen Ursprungs, die den Geschäftsbetrieb bedrohen. Ziel ist die schnellstmögliche Rückkehr in den Normalbetrieb nach einem Krisenfall, unterstützt durch vorhandene Notfallplanungen. Die entscheidenden Rahmenbedingungen und Pläne für die Wiederherstellung der Geschäftsaktivitäten wurden auf Basis international anerkannter Standards ausgearbeitet. Ein Krisenstab fungiert im Krisenfall als temporäres Führungsgremium.

Compliance-Risiken umfassen Verstöße gegen Normen und Anforderungen, die Klagen oder behördliche Verfahren nach sich ziehen können. Relevante Themen sind aufsichtsrechtliche Compliance, Datenschutz sowie wettbewerbsrechtliche Aspekte. Eine Sanktionsprüfsoftware filtert Zahlungsvorgänge und identifiziert sanktionierte Personen oder Gesellschaften. Die Verantwortlichkeiten innerhalb der Compliance-Organisation sind dokumentiert, und regelmäßige Schulungsprogramme ergänzen die Maßnahmen. Zudem überwacht eine eigene Abteilung das Compliance-Risiko im Geschäftsmodell Delegated Authority.

Ausgliederungsrisiken entstehen durch das Auslagern von Dienstleistungen an Dritte. Um dieses Risiko zu begrenzen, müssen vor wesentlichen Ausgliederungen Risikoanalysen durchgeführt werden. Die HGS profitiert von Synergieeffekten und einheitlichen Standards durch den Einkauf innerhalb der Talanx Gruppe. Gruppeninterne Auslagerungen werden im Rahmen etablierter Prozesse gesteuert und überwacht.

Betrugsrisiken können aus vorsätzlichen Verstößen durch Mitarbeiter oder externe Dritte resultieren. Unser internes Kontrollsystem sowie linienunabhängige Prüfungen der internen Revision tragen zur Risikominderung bei. Weitere Maßnahmen sind die Einrichtung einer Whistleblower-Hotline und regelmäßige externe Prüfungen.

Personalrisiken betreffen die Qualifikation und Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter. Um diese Risiken zu minimieren, setzen wir auf Personalentwicklung, regelmäßige Leistungsbeurteilungen und Nachfolgeplanung. Zudem erkennen wir Risiken frühzeitig durch die Überwachung von Fluktuationsquoten.

Informationstechnologierisiken beziehen sich auf die Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von IT-Systemen und Informationen. Cyber-Angriffe erhöhen das IT-Risiko. Durch kontinuierliche Verbesserungen im IT-Riskmanagement sowie organisatorische Vorgaben, wie Vertraulichkeitsvereinbarungen mit Dienstleistern, begegnen wir diesen Herausforderungen.

Sonstige Risiken

Im Bereich der sonstigen Risiken sind für uns die Emerging Risks, die strategischen Risiken, die Reputations-, Liquiditäts- und Nachhaltigkeitsrisiken sowie systemische Risiken wesentlich.

Emerging Risks sind dadurch gekennzeichnet, dass sich ihr Risikogehalt, insbesondere im Hinblick auf unseren versicherungstechnischen Vertragsbestand, nicht verlässlich beurteilen lässt. Es handelt sich um für die HGS nicht quantifizierbare Risiken wie zum Beispiel geopolitische Spannungen, Demografie oder Rohstoffmangel, welche auf qualitativer Basis beobachtet werden.

Strategische Risiken ergeben sich aus einem möglichen Missverhältnis zwischen der Unternehmensstrategie der HGS und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen des Umfelds. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können falsche strategische Grundsatzentscheidungen, eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien und Geschäftspläne oder eine falsche Ressourcenallokation sein.

Reputationsrisiken betreffen die Gefahr, dass das Vertrauen unserer jetzigen und potenziellen Kunden, Geschäftspartner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Behörden oder auch der weiteren Öffentlichkeit sowie den Anteilseignern in unser Unternehmen beschädigt wird. Dieses Risiko kann die Geschäftsgrundlage der HGS gefährden. Eine gute Unternehmensreputation ist daher eine Grundvoraussetzung für unser Geschäft.

Unter dem Liquiditätsrisiko verstehen wir die Gefahr, nicht in der Lage zu sein, unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können oder Minderrenditen zum Beispiel durch kurzfristige Wertpapierverkäufe in der Kapitalanlage zu erzielen. Wesentliches Element der Liquiditätssteuerung unserer Kapitalanlagen ist die Steuerung der Laufzeiten / Währungsstruktur unserer Kapitalanlagen auf Basis der geplanten Auszahlungsprofile nach Währungen aus den versicherungstechnischen Verpflichtungen.

Nachhaltigkeitsrisiken einschließlich der Themen Klimawandel oder andere ökologische, soziale und Governance-Aspekte (ESG) sind für die HGS von strategischer Bedeutung, da unser Kundenstamm z. B. kohlenstoffintensive CO 2 -basierte Industriezweige umfasst. Da es sich um ein Metarisiko handelt, kann es sich in allen Risikokategorien der HGS verwirklichen. Die HGS begegnet diesem Umstand durch die Erweiterung des gesamten Risikomanagement-Prozesses um zusätzliche ESG-Kriterien. Nachhaltigkeitsrisiken werden identifiziert, überwacht, bewertet und in das Risikomanagement integriert. Bei unserer Tätigkeit hat sich der Einfluss von ESG in Form von Solvabilität-II-Vorschriften (Governance), Verhaltenskodizes für Lieferanten, aber auch der Einhaltung von Sanktions- und Lizenzierungsregelungen sowie Zeichnungs- und Kapitalanlagerichtlinien gezeigt. Der Klimawandel ist auch ein Thema der Arbeitsgruppen der Emerging Risks. Der Strategie- und Mittelfristplanungsprozess antizipiert die Zukunft und berücksichtigt die Auswirkungen von ESG-bedingten Veränderungen. Das Reputationsrisiko ergibt sich aus einer schlechten öffentlichen Berichterstattung aufgrund eines vermeintlichen oder tatsächlichen Verstoßes gegen ESG-Kriterien und kann Auswirkungen auf das Versicherungsgeschäft oder die Fähigkeit zur Einstellung von Mitarbeitern haben. Die HDI Gruppe hat einen Ausschuss für verantwortungsbewusstes Underwriting (Responsible Underwriting Committee, RUC) und einen Ausschuss für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (Responsible Investment Committee, RIC) eingerichtet. Die HGS folgt den Empfehlungen dieser Gremien. Das Übergangsrisiko ist in den Spezialsparten Schifffahrt, Luftfahrt, Energie und Bergbau ausgeprägt, während die Finanzsparten besonders von Governance-Aspekten betroffen sind. Die HGS hat Initiativen und Rollen etabliert, um Entwicklungen zwischen den Niederlassungen auszutauschen und bei ESG-Themen zusammenzuarbeiten. Die weitere Teilnahme an HDI/TX-Arbeitsgruppen gewährleistet die Anpassung an die Gruppenansätze.

Systemische Risiken innerhalb des Portfolios, wie geopolitische Spannungen oder die von den Zentralbanken durchgeführte Zinssenkung der HGS werden ebenfalls im Rahmen des Risikomanagement-Systems identifiziert, beobachtet und bewertet. Es handelt sich ebenfalls um ein Metarisiko, dass in mehreren Bereichen des Unternehmens auftritt.

Gesamteinschätzung der Geschäftsführung

Insgesamt sind zurzeit keine Risiken bekannt, die den Fortbestand der HDI Global Specialty SE gefährden könnten. Die Solvabilitätsanforderungen werden von der Gesellschaft erfüllt.

Allerdings gehen anhaltende geopolitische Spannungen und kriegerische Auseinandersetzungen, mit erhöhten Risiken im Hinblick auf politische Machtverhältnisse und neuen Zöllen in Europa und weltweit einher. Ein weiterhin schwieriges und unbeständiges wirtschaftliches Umfeld, z. B. erhöhte Volatilität an den Aktienmärkten, hohe wieder anziehende Inflationsraten beispielsweise durch mögliche protektionistische Maßnahmen in den USA und in Europa und dadurch ein sich verändertes Zinsumfeld sowie Verlangsamung des weltweiten Wachstums, sind somit nicht auszuschließen und können die Geschäftsentwicklung in Zukunft beeinflussen.

Die konkreten Solvency-II-Quoten der HDI Global Specialty SE werden im April 2025 im Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (SFCR) zum 31. Dezember 2024 veröffentlicht.

Chancenbericht

Um Chancen frühzeitig zu erkennen und erfolgversprechende Ideen in nachhaltige Geschäftsmöglichkeiten umzuwandeln, verfolgt die HGS einen integrierten Ansatz für ein ganzheitliches Chancen- und Risikomanagement. Entscheidend ist hierbei das nahtlose Zusammenspiel der verschiedenen Funktionen und Akteure innerhalb dieses Systems. Die enge Vernetzung innovativer Köpfe schafft wertvolle Synergien innerhalb von Projekten, Arbeitsgemeinschaften und Gremien.

Profitables Wachstum und Schaffung von Synergien

Als breit aufgestellter Anbieter von Spezialversicherungen ergeben sich für die HGS Wachstumsperspektiven. Durch die über Jahre aufgebauten engen Geschäftsbeziehungen zu unseren Vertriebspartnern in den verschiedenen Regionen und Produktsegmenten ergeben sich weiterhin wesentliche Impulse für eine organische Ausweitung des Portfolios. Unser Niederlassungsnetzwerk erlaubt es uns, eine Vielzahl von Chancen in einem positiven Marktumfeld wahrzunehmen. Als Mitglied der Talanx Gruppe eröffnen sich insbesondere mit der HG vielfältige Kooperationsmöglichkeiten im Vertrieb aber auch in der Administration. Unter anderem gehört die Falcon Risk Holding LLC seit Anfang 2024 mehrheitlich zur HGS. Durch diese Beteiligung wird derzeit aktiv die Präsenz auf dem US-amerikanischen Markt ausgebaut. Die geschäftsübergreifende Segment-Expertise im Bereich Specialty wird an einer Stelle zusammengeführt und wird sich dann auf besonders profitable und wachstumsstarke Marktsegmente fokussieren können.

Die HGS profitiert ebenfalls von Synergieeffekten und gruppeneinheitlichen Standards durch den Einkauf von Leistungen innerhalb der Talanx Gruppe. Durch das Transformationsprogramm "ONE TEAM, ONE BRAND, ONE FUTURE" mit der HG und der damit verbundenen weiteren Zusammenführung von Organisationseinheiten können weitere Synergien durch die Vereinheitlichung von Prozessen, die Bündelung von Expertise und die enge Zusammenarbeit geschaffen und perspektivisch realisiert werden. Die Initiative unterstützt ebenfalls die Bemühungen der HGS, ihre strategischen Ziele zu erreichen und ermöglicht durch das Zusammenlegen von Service-Funktionen in den Niederlassungen mit denen der HG weiteres Optimierungspotenzial. Darüber hinaus erbringt die HDI AG umfangreiche Dienstleistungen für die HGS, zu denen die Schlüsselfunktionen, aber auch weitere zentrale Funktionen gehören. Die geschäftsführenden Direktoren der HGS üben ein fachliches Weisungsrecht, z. B. die Einhaltung der von der HGS erlassenen Leitlinien, gegenüber der HDI AG aus. Die HDI AG wird Zug um Zug von der HR die IT-Dienstleistung, insbesondere IT-Infrastruktur, für alle Standorte übernehmen und auch hier weitere Effizienzsteigerungen ermöglichen.

Digitalisierung

Kaum eine Entwicklung verändert die Versicherungsbranche so nachhaltig wie die Digitalisierung: Geschäftsprozesse und -modelle werden mittels Nutzung von IT-Systemen grundlegend neu gestaltet. Diese Entwicklung ist insbesondere für die Wettbewerbsfähigkeit von Versicherungsunternehmen entscheidend. Hierdurch ergeben sich neue Möglichkeiten bei der Kommunikation mit Kunden, der Abwicklung von Versicherungsfällen, der Auswertung von Daten und der Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Wir führen zahlreiche Projekte durch, um den digitalen Wandel zu gestalten. Hierzu zählt auch, Mehrwert zu schaffen durch künstliche Intelligenz (KI). Mit der hauseigenen generativen KI-Lösung Chat@HDI hat die HDI/Talanx Gruppe z. B. die Möglichkeit geschaffen, in Echtzeit Erkenntnisse aus unstrukturierten Daten in Text- oder Bildform zu gewinnen, um den Mitarbeitern zur Seite zu stehen. Schon jetzt zeichnen sich deutliche Vorteile für Kunden und Mitarbeiter ab, allen voran Zeitersparnis durch optimierte Prozesse unter Beachtung geltender Datenschutz- und Compliance-Vorgaben. Hierzu zählt insbesondere die Verordnung über künstliche Intelligenz (AI Act) der Europäischen Union. Sie trat am 1. August 2024 in Kraft, und die meisten Regelungen müssen bis zum 2. August 2026 umgesetzt werden. Sie zielt darauf ab, die Entwicklung und Nutzung von KI in der EU zu regulieren und dabei die Grundrechte von Personen und Gruppen zu schützen und das Vertrauen in diese Technologie zu stärken. Gleichzeitig fördern die Vorschriften Innovation durch klare Leitlinien.

Sollten die Digitalisierungsprojekte in der HDI/Talanx Gruppe schneller umgesetzt und von den Kunden angenommen werden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen.

Chancen durch Emerging Risks

Die Arbeitsgruppe "Emerging Risks und Scientific Affairs" analysiert systematisch die qualitative Bewertung von Emerging Risks, wodurch sich ein breites Spektrum an Geschäftschancen eröffnet. Themen wie der Ausfall kritischer Infrastrukturen, Cyberrisiken, klimabedingte Katastrophen oder Umweltrisiken bieten nicht nur Herausforderungen, sondern auch Potenzial für innovative Produkte und Dienstleistungen. Ähnliches gilt für Entwicklungen in Bereichen wie Medizin, Nanotechnologie oder die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen, die neue Marktsegmente erschließen und Wettbewerbsvorteile ermöglichen können. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden verschiedene Emerging Risks und die damit verbundenen Chancen systematisch analysiert, um Potenziale zu identifizieren und gezielt zu nutzen. Neu hinzugekommene Themen wie "Neue Wettbewerbsdynamiken im Versicherungsmarkt" und "Verlässlichkeit von Informationen" spiegeln aktuelle technische und wirtschaftliche Entwicklungen wider. Bestehende Themen wie "Datenschutz" und "Gefährliche Substanzen" wurden weiter vertieft, wobei letzteres nun auch die Themen "Toxische Chemikalien" und "Endokrine Disruptoren" umfasst und die wachsende Bedeutung von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) betont. Besonders durch die Einbindung in die Arbeitsgruppe auf Segmentebene Corporate & Specialty der HDI/Talanx Gruppe wird eine umfassende Perspektive gewährleistet. Dieser Ansatz stellt sicher, dass Emerging Risks nicht nur als Bedrohung wahrgenommen werden, sondern gezielt genutzt werden, um langfristiges Wachstum sicherzustellen und innovative Geschäftsfelder zu fördern.

Neue-Produkte-Prozess

Wenn eine neue Geschäftschance umgesetzt werden soll, wird in der Regel der Neue-Produkte-Prozess durchlaufen, sofern die vom Risikomanagement festgelegten Kriterien erfüllt sind. Dieser Prozess bietet entscheidende Vorteile, da die Einführung innovativer Produkte die Erschließung neuer Märkte, den Gewinn zusätzlicher Kundengruppen und die Stärkung bestehender Marktanteile ermöglicht. Das Risikomanagement der HGS begleitet diesen Prozess, um Risiken frühzeitig zu erkennen und sorgfältig abzuwägen. Besonders bei neuartigen vertraglichen Verpflichtungen, die das operationelle Risiko, das versicherte Risiko oder den Haftungsumfang erheblich beeinflussen, werden alle relevanten internen und externen Einflussfaktoren umfassend analysiert. Nach eingehender Prüfung und Freigabe durch die geschäftsführenden Direktoren können die neuen Produkte gezielt genutzt werden, um strategisches Wachstum und nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Prognosebericht

Unsere nachstehenden Ausführungen stützen sich auf fundierte Experteneinschätzungen Dritter sowie auf die von uns als schlüssig erachteten Planungen und Prognosen, dennoch handelt es sich um unsere subjektive Einschätzung. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass die tatsächlichen Entwicklungen von der hier wiedergegebenen erwarteten Entwicklung abweichen.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft hat sich 2024 in einem Umfeld restriktiver Geldpolitik, von Wahlen und Regierungswechseln in zahlreichen Ländern sowie anhaltender geopolitischer Konflikte weiter leicht abgekühlt. Wir gehen davon aus, dass sich diese Tendenz auch 2025 fortsetzen wird. Insbesondere dürfte es die in vielen Ländern hartnäckige (Kern-)Inflation den Notenbanken erschweren, ihre über die letzten Jahre kräftig erhöhten Leitzinsen wieder auf ähnlich niedrige, die Konjunktur stützende Niveaus wie vor der Covid-Pandemie zu senken. In den Emerging Markets dürfte das Wachstum dabei im Jahresverlauf stabil bleiben, während wir für die entwickelten Volkswirtschaften insgesamt mit einer weiteren leichten Abkühlung rechnen.

Für die Eurozone rechnen wir mit einer leichten Beschleunigung des BIP-Wachstums dank einer verbesserten Kaufkraft im Zuge gestiegener Löhne bei zugleich stabiler Inflation. Unterstützend - insbesondere mit Blick auf die Investitionen - dürften auch weitere Zinssenkungen der EZB im Jahresverlauf wirken, während sich der Außenhandel angesichts potenzieller Handelsstreitigkeiten mit den USA voraussichtlich als Belastung erweisen wird. Vor diesem Hintergrund dürfte auch die Konjunktur in Deutschland wieder etwas anziehen, jedoch kaum über Stagnation hinauskommen, da sich hier neben der trüben Stimmung von Haushalten und Unternehmen sowie der hohen politischen Unsicherheit insbesondere die erhöhten Energiepreise, die voraussichtlich nicht wieder auf ihre Niveaus vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs zurückfallen werden, als Hemmschuh erweisen.

In den USA hingegen dürften Steuersenkungen, Deregulierung sowie der Schutzeffekt höherer Zölle für die heimische Industrie unter dem neuen US-Präsidenten, Donald Trump, dafür sorgen, dass die Wirtschaft 2025 erneut deutlich stärker wächst als diejenige in der Eurozone. Während wir negative gesamtwirtschaftliche Wachstumseffekte aus der protektionistischen Handelspolitik erst mit Verzögerung ab 2026 erwarten, dürften Vorzieheffekte sowie die expansivere Fiskalpolitik dazu beitragen, dass die Inflation in den USA sich weiterhin über dem Inflationsziel der Fed in Höhe von 2 % bewegen wird. Infolgedessen ist der Spielraum für weitere Zinssenkungen geringer als derjenige der EZB. Vor diesem Hintergrund dürfte das hohe Wachstumstempo der vergangenen Jahre nicht ganz zu halten sein.

Wesentliches Abwärtsrisiko für den globalen Konjunkturausblick sind die zukünftige Handelspolitik der USA und die damit einhergehenden Gegenmaßnahmen und Umlenkungseffekte im internationalen Güteraustausch. Potenzielle Risiken lauern angesichts der schwer zu berechnenden US-Politik auch mit Blick auf diverse geopolitische Spannungsfelder (u. a. Grönland, Panamakanal, Israel, Ukraine, China/Taiwan). Gleichzeitig bergen diese Konflikte auch erhebliche Chancen, sollten hier nachhaltige Lösungen gefunden werden. Hinzu kommen jedoch (potenziell) instabilere Regierungskonstellationen in vielen Ländern (u. a. Frankreich, Deutschland). Ein weiteres Abwärtsrisiko besteht darin, dass eine wieder stärker aufflammende Inflation die Notenbanken dazu bewegen könnte, ihre Zinssenkungszyklen zu beenden und im Jahresverlauf 2025 bereits wieder höhere Leitzinsen in Betracht zu ziehen. Nicht nur in den USA wird sich in diesem Jahr voraussichtlich die Frage nach der Tragfähigkeit der in den vergangenen Jahren erheblich gewachsenen Verschuldung stellen, wobei in Europa mögliche zusätzliche fiskalische Unterstützung in Reaktion auf die US-Politik ein Aufwärtsrisiko für unseren Wachstumsausblick mit sich bringen würde. Hinzu kommen abschließend diverse strukturelle Risiken wie der Klimawandel, die Stabilität der chinesischen Volkswirtschaft und die demografische Entwicklung.

Kapitalmärkte

Das Zusammenspiel zwischen schwacher Konjunktur und einer Inflationsrate, die sich zumindest nicht mehr weit über dem EZB-Ziel in Höhe von 2 % bewegt, dürfte die EZB dazu veranlassen, ihren im Juni 2024 begonnenen Zinssenkungszyklus fortzusetzen und den Einlagensatz in diesem Jahr weiter von 3,00% auf 1,75 % zu senken. Die Spielräume der Fed sind hingegen sowohl mit Blick auf die robuste Konjunktur als auch auf die hartnäckigere Inflation deutlich eingeschränkter, sodass wir lediglich mit einer leichten weiteren Senkung des Leitzinses von 4,50 % auf 4,00 % rechnen.

Sorgen bezüglich der inflationären Wirkung der zukünftigen US-Handelspolitik sowie einer expansiveren Fiskalpolitik und damit einhergehender stärkerer Emissionstätigkeit am Rentenmarkt hat die 10-jährige US-Treasury-Rendite bereits seit dem Herbst deutlich Richtung 5 % steigen lassen. Wir gehen davon aus, dass diese sich auch im Jahresverlauf im Bereich von 5,00 % (±0,5 Prozentpunkte) bewegen wird, während wir die deutsche Bundrendite bei 2,50 % (±0,5 Prozentpunkte) erwarten. Vor diesem Hintergrund sehen wir auch für Aktien nur ein begrenztes Kurspotenzial. Da wir jedoch nicht mit einer schweren Rezession rechnen, sollten Aktien- und Unternehmensanleihekurse von größeren Rückschlägen verschont bleiben, sofern sich geopolitische Risiken nicht materialisieren.

Internationale Versicherungswirtschaft

In der internationalen Schaden/Unfallversicherung erwarten wir für 2025 ein positives reales Prämienwachstum, das aufgrund einer abnehmenden Preisdynamik jedoch voraussichtlich leicht unter dem Niveau des Jahres 2024 liegen wird. Dabei gehen wir sowohl in den entwickelten Versicherungsmärkten als auch in den Schwellenmärkten von einer positiven Entwicklung aus. Insbesondere für die entwickelten Versicherungsmärkte gehen wir für 2025 von einem Prämienwachstum aus, das aufgrund weicherer Marktkonditionen unterhalb des langjährigen Durchschnitts liegen sollte. In den Schwellenmärkten erwarten wir dagegen ein Prämienwachstum leicht oberhalb des langjährigen Mittels, das weiterhin insbesondere durch Volumeneffekte getrieben wird. Die Profitabilität der internationalen Schaden/Unfallversicherung dürfte sich 2025 weiter erholen und über dem Niveau des Jahres 2024 liegen. Wir gehen davon aus, dass sich sowohl die Kapitalerträge, angesichts sich weiter verbessernder Anlagerenditen, als auch die Erträge aus der Versicherungstechnik aufgrund angemessenerer Prämiensätze bei Privatversicherungen weiter verbessern werden.

Deutsche Versicherungswirtschaft

Für den deutschen Versicherungsmarkt rechnen wir mit einer deutlichen Steigerung des Beitragswachstums im Vergleich zum Jahr 2024.

In der Schaden/Unfallversicherung rechnen wir für 2025 erneut mit einem durch inflationsbedingte Summen- und Beitragsanpassungen getriebenen, über dem Trend liegenden positiven Wachstum der Prämieneinnahmen.

Ausblick auf das Gesamtgeschäft

Die Prämieneinnahmen sind im Geschäftsjahr 2024 deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir weiterhin zufriedenstellende Raten in den Specialty-Segmenten und Wachstum im Neugeschäft und damit einen deutlichen Anstieg der gebuchten Bruttoprämien. Bei der Schadenquote (netto) gehen wir im Vergleich zu 2024 von einer moderaten Verbesserung aus. Im Geschäftsjahr 2025 wird von einer leicht steigenden Großschadenbelastung im Vergleich zu 2024 ausgegangen. Soweit die Großschadensituation im Rahmen der Erwartungen bleibt, erwarten wir im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr eine angemessene Verbesserung des versicherungstechnischen Ergebnisses vor Zuführung zur Schwankungsrückstellung.

Das Jahr 2024 war geprägt von gesunkenen Leitzinsen und im Vergleich zu 2023 weitgehend stabilen Inflationsraten sowohl im Euro- als auch in anderen Währungsräumen. Geopolitisch hatten unter anderem Ereignisse wie der Ukrainekrieg, der Nahostkonflikt und die US-Wahl Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. Für das Jahr 2025 wird erwartet, dass das Tempo der Zinssenkungen in den meisten großen Volkswirtschaften abnimmt. Dennoch wird voraussichtlich bei der Neuanlage von auslaufenden Investments eine leicht höhere Rendite im Vergleich zur Buchrendite erzielt werden können. Daher wird ein stabiles Kapitalanlageergebnis im Vergleich zu 2024 erwartet.

Die Innovationsfähigkeit und Serviceorientierung gewinnt in der Versicherungsbranche zunehmend an Bedeutung. Wir treiben zahlreiche Projekte voran, um den digitalen Wandel zu gestalten und die Prozess- und IT-Landschaft weltweit zu harmonisieren und zu optimieren. Darüber hinaus treiben wir unseren Prozess der Risikodiversifikation weiter voran.

Aufgrund der vorgenannten Entwicklungen erwarten wir im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 ein leicht verbessertes Gesamtergebnis, was insbesondere auf weitere Prämienzuwächse als auch einen rückläufigen Schadenverlauf zurückzuführen ist.

Betriebene Versicherungszweige und -arten

Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft

Unfallversicherung (ohne Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr)

Haftpflichtversicherung

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung

Sonstige Kraftfahrtversicherung

Feuerversicherung

Verbundene Hausratversicherung

Verbundene Gebäudeversicherung

Sonstige Sachversicherung

Transportversicherung

Luftfahrtversicherung

Kreditversicherung

Kautionsversicherung

Rechtsschutzversicherung

Beistandsleistungsversicherung

Sonstige Versicherungen

In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft

Unfallversicherung (ohne Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr)

Haftpflichtversicherung

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung

Sonstige Kraftfahrtversicherung

Feuerversicherung

Verbundene Hausratversicherung

Sonstige Sachversicherung

Transportversicherung

Luftfahrtversicherung

Kreditversicherung

Kautionsversicherung

Rechtsschutzversicherung

Sonstige Versicherungen

Anlage zum Lagebericht

Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit

Diversity, Equity & Inclusion Management

Die Vielfalt der Mitarbeitenden ist Teil der Unternehmensidentität der HDI Global Specialty SE. Als Unternehmen beziehen wir einen großen Teil unserer Leistungsfähigkeit aus genau dieser Vielfalt. Wir sind davon überzeugt, dass eine diverse, inklusive und wertschätzende Unternehmenskultur ein wesentlicher Faktor für den Geschäftserfolg ist und dazu beiträgt, dass alle Mitarbeitenden ihr volles Potenzial entfalten können.

Bei der HDI Global Specialty SE arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtern und Geschlechtsidentitäten jeden Alters mit diversen nationalen, ethnischen, sozialen und religiösen Hintergründen, unterschiedlichen sexuellen Orientierungen ebenso wie Menschen mit und ohne körperliche oder geistige Behinderungen zusammen. Es wird eine von Respekt, Wertschätzung und gegenseitiger Akzeptanz geprägte Unternehmenskultur gepflegt. Ziel ist, nicht nur für ein von Offenheit und Inklusion geprägtes Arbeitsklima zu sorgen, sondern Vielfalt aktiv und bewusst zu nutzen, um den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns und der Gesellschaften zu erhalten und weiter auszubauen. Unter dem Leitsatz "BeYou. Together we are traditionally different" verpflichtet sich die HDI Global Specialty SE Diversity, Equity und Inclusion (DE&I) strategisch zu verankern. Das Bekenntnis zu DE&I sowie die verabschiedete Strategie spiegeln sich in einer Reihe von Aktivitäten und Maßnahmen wider, die im Konzern bereits angestoßen und zunehmend etabliert werden: Eine DE&I Policy mit 6 Grundsätzen als Ergänzung zum Code of Conduct (Förderung von DE&I; Gewährleistung von Chancengleichheit, Fairness und Respekt; Null-Toleranzgrenze bei Diskriminierung; Aktive Förderung von Zivilcourage; Wissen als Stärke und Transparenz). Die Besetzung der Hälfte aller vakanten Führungspositionen mit Mitarbeiterinnen und Bewerberinnen ist ein wesentliches Ziel der in 2021 verabschiedeten DE&I Strategie. Im deutschsprachigen Raum wurde inklusive Sprache mit dem Fokus "Geschlecht und geschlechtliche Identität" eingeführt. Mitarbeitende können verschiedene Angebote u. a. Trainings und Vorträge mit DE&I Kontext wahrnehmen. In den vergangenen Jahren sind verschiedene Netzwerke aus Initiativen von Mitarbeitenden entstanden. Hierzu zählen u. a. Pride@HDI, Parents@HDI, BIPoC Community und die International Community.

Die HDI Global Specialty SE bekennt sich zur Chancengleichheit und möchte die Besetzung von Frauen in Führungspositionen weiter ausbauen. Mit Hilfe eines Entwicklungsprogramms werden Potenzialträgerinnen bei der Entwicklung in weitergehende Fach- oder Führungspositionen unterstützt. Bereits seit 2016 existiert das Frauennetzwerk Women@Talanx, dass Frauen im Konzern eine Plattform zum Austausch und der gegenseitigen Unterstützung bietet. Um frühzeitig weibliche Talente für die HDI Global Specialty SE zu gewinnen, wird bereits bei der Einstellung von Auszubildenden auf eine ausgewogene Verteilung geachtet. Zur Stärkung der persönlichen Ressourcen greifen die Mitarbeitenden in Deutschland auf umfangreiche Präventionsangebote im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements zurück. In diesem Jahr setzte das HDI-Gesundheitsjahr verschiedene thematische Schwerpunkte und gab den Mitarbeitenden so wichtige Impulse mit. Das 2016 eingeführte Employee Assistance Programme wird weiter fortgesetzt. Das Angebot umfasst eine kostenfreie und anonyme Sofortberatung bei privaten, beruflichen und psychologisch-gesundheitlichen Anliegen sowie einen Familienservice. Im Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es zudem viele weitere Angebote, wie zum Beispiel die Vermittlung von Kitaplätzen, eine eigene betriebliche Kindertagesstätte in Hannover, Eltern-Kind-Büros sowie Ferien- und Freizeitgestaltung und Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen mit Kooperationspartnern.

Entgeltgleichheit

Die Vergütung erfolgt unabhängig vom Geschlecht. Mitarbeitende, die für die HDI Global Specialty SE tätig sind, werden im Inland nach dem Gehaltstarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe vergütet. Sie erhalten ein Tarifgehalt nach der maßgeblichen Tarifgruppe. Darüber hinaus wird das Entgelt von tariflich und außertariflich vergüteten Mitarbeitenden jährlich im Rahmen eines einheitlichen Prozesses überprüft mit dem Ziel der Vermeidung von etwaigen Lohnunterschieden zwischen den Geschlechtern. 2

2 Der Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit ist weder Bestandteil des Jahresabschlusses noch des Lageberichts, sodass die entsprechenden Vorschriften und damit verbundenen Rechtsfolgen insbesondere nach dem HGB nicht gelten und ist damit ausdrücklich von der Prüfung im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses bzw. des Lageberichts ausgenommen.

Jahresabschluss

Bilanz zum 31. Dezember 2024

(in TEUR)

Aktiva

31.12.2024 31.12.2023
A. Kapitalanlagen
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 120.970 101.541
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 26.310 7.601
3. Beteiligungen 2.169 1.606
149.448 110.748
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 46.138 46.842
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 707.276 595.662
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 2.181 2.411
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 2.026 2.026
4.207 4.437
4. Einlagen bei Kreditinstituten 15.735 6.139
773.356 653.080
III. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft 26.411 25.217
949.215 789.045
B. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsvermittlern 1.443.865 1.289.373
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 245.932 228.006
davon an verbundene Unternehmen: TEUR 71.036 (i. Vj. TEUR 71.595)
III. Sonstige Forderungen 26.878 13.469
davon an verbundene Unternehmen: TEUR 1.050 (i. Vj. TEUR 1.841)
1.716.674 1.530.848
C. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 1.748 1.823
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 237.135 225.551
238.883 227.375
Übertrag 2.904.772 2.547.268
D. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 5.473 3.995
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 5.500 15.223
10.974 19.218
Summe der Aktiva 2.915.746 2.566.486

Passiva

(in TEUR) 31.12.2024 31.12.2023
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 121.600 121.600
II. Kapitalrücklage 153.072 153.072
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 3.429 3.101
IV. Bilanzgewinn /-verlust 6.234 -27.824
284.335 249.949
B. Nachrangige Verbindlichkeiten 84.000 84.000
C. Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 1.741.427 1.547.806
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 1.386.491 1.242.596
354.936 305.209
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 5.000.332 4.253.682
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 4.506.437 3.847.453
493.896 406.229
III. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen 85.342 110.248
934.174 821.686
D. Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 79 88
II. Steuerrückstellungen 7.127 5.748
III. Sonstige Rückstellungen 39.075 30.132
46.281 35.968
Übertrag 1.348.790 1.191.603
E. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 130.146 103.306
F. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsvermittlern 4.285 44.505
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 1.387.960 1.197.979
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: TEUR 1.181.118 (i.Vj. TEUR 1.092.135)
III. Sonstige Verbindlichkeiten 44.564 29.093
davon
aus Steuern: TEUR 18.929 (i.Vj. TEUR 8.208)
im Rahmen der sozialen Sicherheit: TEUR 316 (i.Vj. TEUR 669)
gegenüber verbundenen Unternehmen: TEUR 4.715 (i.Vj. TEUR 7.560)
1.436.810 1.271.577
Summe der Passiva 2.915.746 2.566.486

Es wird bestätigt, dass die in der Bilanz unter dem Posten C. II. der Passiva eingestellte Deckungsrückstellung unter Beachtung der §§ 341f und 341g HGB berechnet worden ist.

 

Hannover, 19. Februar 2025

Britta Quiel

Verantwortliche Aktuarin

Gewinn- und Verlustrechnung

2024 2023
In TEUR 1.1.-31.12. 1.1.-31.12.
I. Versicherungstechnische Rechnung
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Gebuchte Bruttobeiträge 3.298.655 3.041.437
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge 2.933.298 2.697.826
365.358 343.611
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -152.271 -142.392
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 111.504 95.094
-40.767 -47.299
324.591 296.312
2. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 78 219
3. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 1.625.068 1.435.917
bb) Anteil der Rückversicherer 1.410.444 1.279.422
214.624 156.495
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 613.513 687.572
bb) Anteil der Rückversicherer 537.524 595.108
75.989 92.464
290.614 248.959
4. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 902.243 792.681
b) davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 943.804 821.082
-41.561 -28.401
5. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung 8.658 6.268
6. Zwischensumme 66.958 69.706
7. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen -24.906 24.091
8. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung 91.864 45.615
2024 2023
In TEUR 1.1.-31.12. 1.1.-31.12.
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus Beteiligungen
davon: aus verbundenen Unternehmen TEUR 10.407 (i. Vj. TEUR 0) 10.607 143
b) Erträge aus anderen Kapitalanlagen
aa) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 17.955 12.421
17.955 12.421
c) Erträge aus Zuschreibungen 56 220
d) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 7.563 3.948
36.181 16.733
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen
a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen 1.755 1.519
b) Abschreibungen auf Kapitalanlagen
davon außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB TEUR 1.513 (i. Vj. TEUR 0) 1.889 14
c) Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen 4.181 181
7.825 1.714
28.355 15.019
28.355 15.019
3. Sonstige Erträge 55.800 50.784
4. Sonstige Aufwendungen 128.466 132.159
-72.665 -81.375
5. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 47.554 -20.741
6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10.067 9.008
7. Sonstige Steuern 3.101 0
8. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 34.386 -29.749
9. Gewinn-/Verlustvortrag aus dem Vorjahr -27.824 1.925
10. Entnahmen aus der Kapitalrücklage 0 0
11. Einstellung in die gesetzliche Rücklage 328 0
Bilanzgewinn/-verlust 6.234 -27.824

Anhang

Allgemeine Angaben

Die HDI Global Specialty SE hat ihren Sitz am HDI-Platz 1, 30659 Hannover, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover HRB 211924.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024 werden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) in ihrer zum Bilanzstichtag gültigen Fassung aufgestellt.

Soweit Abrechnungen zum Buchungsschluss noch nicht vorliegen, werden Schätzungen der entsprechenden Posten in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung vorgenommen.

Bewertung Aktiva

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten abzüglich eventueller Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert gemäß § 341b Abs. 1 Satz 2 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB bilanziert.

Ausleihungen an verbundenen Unternehmen werden gem. § 341c Abs. 3 HGB mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Dabei werden die Kapitalanlagen bei Erwerb mit dem Kaufkurs angesetzt. Der Unterschiedsbetrag zum Rückzahlungsbetrag wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode amortisiert. Notwendige Abschreibungen werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip vorgenommen.

Anteile oder Aktien an Investmentvermögen sowie Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere werden, sofern sie nach den Grundsätzen des Umlaufvermögens geführt werden, nach dem strengen Niederstwertprinzip zu Anschaffungskosten oder den darunterliegenden Börsen- oder Marktwerten am Bilanzstichtag angesetzt. Das Wertaufholungsgebot wird beachtet (§ 341b Abs. 2 HGB in Verbindung mit §§ 255 Abs. 1 sowie 253 Abs. 1 Satz 1, Abs. 4 sowie Abs. 5 HGB). Wertpapiere, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, werden nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet (§ 341b Abs. 2 zweiter Halbsatz HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 Satz 5 HGB). Dauerhafte Wertminderungen werden erfolgswirksam abgeschrieben. Zur Beurteilung des Vorliegens einer dauerhaften Wertminderung in Bezug auf Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, die wie Anlagevermögen bilanziert werden, werden Bonitätsprüfungen der Emittenten sowie die Entwicklungen der Ratings hinzugezogen. Die Beurteilung der voraussichtlichen Dauerhaftigkeit einer Wertminderung für Anteile oder Aktien an Investmentvermögen bei einer zum Abschlussstichtag vorliegenden stillen Last auf dem Investmentanteil richtet sich nach den im Fonds gehaltenen Vermögensgegenständen (Look-Through-Approach).

Bei über oder unter Nennwert erworbenen Wertpapieren wird der Differenzbetrag mithilfe der Effektivzinsmethode über die Laufzeit amortisiert.

Rentenschuldforderungen sowie Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (§ 341c Abs. 3 HGB). Dabei werden die Kapitalanlagen bei Erwerb mit dem Kaufkurs bzw. Auszahlungsbetrag angesetzt. Der Unterschiedsbetrag zum Rückzahlungsbetrag wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode amortisiert. Notwendige Abschreibungen werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip vorgenommen (§ 341b Abs. 2 zweiter Halbsatz HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 Satz 5 HGB).

Bei Devisentermingeschäften besteht ein Bilanzierungsverbot durch den sogenannten Nichtbilanzierungsgrundsatz schwebender Geschäfte. Die Gesellschaft bilanziert die gegenläufigen Devisentermingeschäfte gemäß § 254 HGB als Bewertungseinheiten (Mikro-Hedges) unter Anwendung der Einfrierungsmethode. Im Fall negativer Marktwerte zum Bilanzstichtag würden Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet. Zum 31. Dezember 2024 gab es keine offenen Devisentermingeschäfte.

Einlagen bei Kreditinstituten werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft werden gemäß § 341c HGB mit dem Nennbetrag angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Für Ausfallrisiken werden Wertberichtigungen gebildet. Andere Vermögensgegenstände werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 250 EUR werden sofort als betriebliche Aufwendungen angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 250 EUR und 800 EUR werden aktiviert und im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben.

In der Handelsbilanz sind in Ausübung des Wahlrechts gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB bei einem sich ergebenden Aktivüberhang keine aktiven latenten Steuern angesetzt.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Bewertung Passiva

Das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage und die Gewinnrücklagen im Eigenkapital werden zum Nennwert angesetzt.

Die nachrangigen Verbindlichkeiten sind mit Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Die Beitragsüberträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft werden nach dem 1/360-System bzw. taggenau (pro rata temporis) ermittelt und unter Beachtung des Schreibens des Bundesministers der Finanzen vom 30. April 1974 um die Summe der Provisionen und sonstigen Bezüge der Vertreter gekürzt.

Die Beitragsüberträge für das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft werden nach den Aufgaben der Zedenten gebildet. Teile der Provisionen und sonstigen Abschlussaufwendungen werden gemäß den steuerlichen Richtlinien als nicht übertragfähig abgesetzt.

Beitragsüberträge für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft werden von den Bruttobeitragsüberträgen abgesetzt und nach dem 1/360-System bzw. taggenau (pro rata temporis) unter Kürzung steuerlich nicht übertragfähiger Teile ermittelt.

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft besteht aus den folgenden Teilrückstellungen:

Die Rückstellungen für bekannte Versicherungsfälle werden grundsätzlich anhand des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags aufgrund der Einzelschäden bewertet.

Die Renten-Deckungsrückstellung wird für jede einzelne Rente nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Verwendung angemessener Annahmen ermittelt.

Spätschadenrückstellungen für bis zum Abschlussstichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle werden pauschal unter Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen ermittelt.

Rückstellungen für Schadenregulierungskosten werden gemäß § 341g Abs. 1 Satz 2 HGB gebildet.

Forderungen aus Regressen, Provenus und Teilungsabkommen werden gemäß § 26 Abs. 2 RechVersV von der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle abgesetzt.

Für das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft wird die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle grundsätzlich nach den von den Zedenten aufgegebenen Rückstellungen gebildet.

Die Anteile der Rückversicherer an den Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle werden für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft nach den vertraglichen Vereinbarungen gebildet.

Bei der Berechnung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen werden die Vorschriften gemäß §§ 29 und 30 sowie der Anlage zu § 29 RechVersV sowie die Vorschriften der Versicherungsberichterstattungs-Verordnung (BerVersV) angewendet. Die Berechnung der Rückstellung für die Versicherung von Atomanlagen und Terrorrisiken erfolgt gemäß §§ 30 Abs. 2 bzw. 2a RechVersV. Die Großrisikenrückstellung für Pharmarisiken wird gemäß § 30 Abs. 1 RechVersV ermittelt.

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen werden anhand der vertraglichen Regelungen einzelvertraglich in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet.

Andere Rückstellungen werden grundsätzlich in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Soweit Rückstellungen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, werden diese mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen von der Deutschen Bundesbank bekanntgegebenen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Die Verpflichtungen aus Pensionen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Sie werden mit dem von der Deutschen Bundesbank gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsVO) veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren mit 1,90 % abgezinst. Die Pensionsrückstellung wird nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Als Gehaltstrend wurden 3,50 % und als Rententrend 2,14 % angenommen. Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht separat ermittelt. Die Leistungsanpassung aufgrund von Überschussbeteiligung aus Rückdeckungsversicherungen wurde vertragsindividuell berücksichtigt. Die Bewertung basiert auf den Ausscheidewahrscheinlichkeiten der "Richttafeln 2018G", die entsprechend dem in der Talanx Gruppe beobachteten Risikoverlauf verstärkt wurden. Bei den arbeitnehmerfinanzierten Versorgungszusagen, deren Höhe sich ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruches bestimmt, erfolgt die Bewertung gemäß § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB. Für diese Zusagen entspricht der Erfüllungsbetrag dem Zeitwert des Deckungskapitals zzgl. Überschussbeteiligung. Für wertpapiergebundene arbeitnehmerfinanzierte Zusagen entspricht der Erfüllungsbetrag dem Zeitwert des Wertpapiers.

Depotverbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet.

Die anderen Verbindlichkeiten sind mit Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Passive latente Steuern wurden mit aktiven latenten Steuern verrechnet. Die latenten Steuern werden mit einem Steuersatz von 32,63 % für die in Deutschland der Körperschaft- und Gewerbesteuer unterliegenden Differenzen ermittelt, für die im Ausland der Steuerpflicht unterliegenden Differenzen werden die dortigen lokalen Steuersätze in die Bewertung einbezogen.

Näherungs- und Vereinfachungsverfahren

Um den Abschluss termingerecht erstellen zu können, wurde der Buchungsschluss für die versicherungstechnischen Daten um zwei Monate vorgezogen. Um den Berichtszeitraum angemessen darzustellen, wurden folgende Näherungsverfahren angewandt:

Bei der Ermittlung der versicherungstechnischen Bruttozahlen im selbst abgeschlossenen und in Rückdeckung genommenen Geschäft wurden die nichtliquiden Veränderungen des Monats November und Dezember geschätzt. Als Basis für die ermittelten Schätzwerte wurde eine Historie aus früheren Abschlüssen herangezogen. Darüber hinaus findet eine fachliche Plausibilisierung statt. Im folgenden Geschäftsjahr werden die gebuchten Schätzwerte mit den Echtzahlen abgeglichen und bei signifikanten Über- oder Unterschreitungen über aggregierte Buchungstypen korrigiert.

Fremdwährungsumrechnung

Die in fremden Währungen gebuchten Geschäftsvorfälle werden zum Zeitpunkt der Erfassung mit dem jeweils gültigen Monatskurs in die Berichtswährung umgerechnet. Die in die Bilanz eingestellten Aktiva und Passiva werden zu den Devisenkassamittelkursen am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Um die Währungsrisiken zu minimieren, erfolgt weitestgehend eine kongruente Bedeckung der Passivposten durch entsprechende Aktivposten in den jeweiligen Währungen. Währungsbezogen werden Fremdwährungspassiva mit kongruent bedeckenden Fremdwährungsaktiva aufgrund sich ausgleichender gegenläufiger Wertänderungen zu Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB (Portfoliohedges) zusammengefasst und das Ergebnis aus der Währungsumrechnung dieser Fremdwährungsbestände unabhängig vom Anschaffungskosten- und Imparitätsprinzip bilanziert. Das Volumen beträgt TEUR 590.032 (i. Vj. TEUR 193.859). Die Bilanzierung der Bewertungseinheiten erfolgt nach der Durchbuchungsmethode, wobei der Ausweis effektiver Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft in Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt.

Erläuterungen zu den Aktiva

Entwicklung der Aktivposten A. I. und A. II

In TEUR 2023 2024
Bilanzwerte 31.12. Zugänge Abgänge Transfer ins Umlaufvermögen Umbuchungen Zuschreibungen
A. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 101.541 18.361 0 0 0 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 7.601 17.448 0 0 0 0
3. Beteiligungen 1.606 595 0 0 0 0
Summe A. I. 110.748 36.404 0 0 0 0
A. II. Sonstige Kapital anlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 46.842 1.117 309 0 0 0
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 595.662 877.809 770.584 0 0 56
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 2.411 0 230 0 0 0
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 2.026 0 0 0 0 0
4. Einlagen bei Kreditinstituten 6.139 121.796 111.617 0 0 0
Summe A. II. 653.080 1.000.722 882.741 0 0 56
Gesamt 763.828 1.037.126 882.741 0 0 56
In TEUR 2024
Abschreibungen Währungseffekte Bilanzwerte 31.12.
A. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 1.068 120.970
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 1.261 26.310
3. Beteiligungen 0 -32 2.169
Summe A. I. 0 2.297 149.448
A. II. Sonstige Kapital anlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 1.513 0 46.138
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 376 4.710 707.276
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 0 0 2.181
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 0 0 2.026
4. Einlagen bei Kreditinstituten 0 -582 15.735
Summe A. II. 1.889 4.127 773.356
Gesamt 1.889 6.424 922.804

Angaben über Anteilsbesitz

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind nachfolgend aufgeführt.

Aufstellung des Anteilsbesitzes 2024

Name und Sitz des Unternehmens Angaben der Beträge in jeweils 1.000 Währungseinheiten Höhe des Anteils am Kapital
in %
Währung Eigenkapital (§ 266 Abs. 3 HGB)
in TEUR
Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
in TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
Svedea AB, Stockholm 100 SEK 22.855 315
Danae Inc, Wilmington 100 USD 295 8.484
Falcon Risk Holdings LLC, New York City 80 USD 420 6.363
Umrechnungskurs SEK zum 31. Dezember 2024: 11,49880
Umrechnungskurs USD zum 31. Dezember 2024: 1,04490
Beteiligungen
VOV GmbH, Köln 38,00 EUR 4.952 871
Dunstan AB, Jönköping 17,14 SEK 22 1.249

Zeitwertangaben nach § 54 RechVersV

Bei der Ermittlung der Zeitwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden die mit dem Ertragswertverfahren bewerteten Unternehmen standardmäßig mit dem Barwert der künftigen ausschüttbaren finanziellen Überschüsse (Ertragswert) angesetzt.

Die Zeitwerte der Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, der Namensschuldverschreibungen und der Schuldscheinforderungen und Darlehen werden über ein Barwertverfahren mit Hilfe von produkt- und ratingspezifischen Renditekurven ermittelt. Bei den verwendeten Spread-Aufschlägen werden spezielle Ausgestaltungen wie z. B. Einlagensicherung, Gewährträgerhaftung oder Nachrangigkeit berücksichtigt.

Die Zeitwertermittlung der sonstigen Kapitalanlagen erfolgt grundsätzlich auf Basis des Freiverkehrswertes gemäß § 56 RechVersV. Für Kapitalanlagen, die einen Markt- oder Börsenpreis haben (Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere), gilt als Zeitwert der Wert zum Bilanzstichtag bzw. zum letzten diesem Zeitpunkt vorausgehenden Tag, für den ein Marktoder Börsenpreis feststellbar war. In Fällen, in denen keine Börsennotierungen vorliegen, werden Renditekurse auf Basis an Finanzmärkten etablierten Preisbildungsverfahren eingesetzt. Kapitalanlagen werden höchstens mit ihrem voraussichtlich realisierbaren Wert unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Vorsicht bewertet.

Die Zeitwertermittlung der im Bilanzposten Anteile oder Aktien an Investmentvermögen ausgewiesenen Infrastruktur- und Real Estate Fonds erfolgt auf Basis des letzten durch den General Partner gemeldeten Net Asset Value (Capital Account), der bis zum Stichtag im Hinblick auf zwischenzeitlich erfolgte Abrufe und Ausschüttungen fortgeschrieben wird.

In TEUR Zeitwerte 31.12.2024 Zeitwerte 31.12.2023
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 120.970 101.541
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 25.883 7.601
3. Beteiligungen 2.169 1.606
B. II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 45.624 48.012
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 705.491 581.367
3. Sonstige Ausleihungen 4.205 4.437
a) Namensschuldverschreibungen 2.181 2.411
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 2.024 2.026
4. Einlagen bei Kreditinstituten 15.735 6.139
Gesamt 920.077 750.703

Auf Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere wurden im Geschäftsjahr Abschreibungen auf Grund voraussichtlich dauernder Wertminderung in Höhe von TEUR 1.513 vorgenommen. Unter Anwendung des § 341b Abs. 2 HGB wurden bei den im Anlagevermögen bilanzierten Kapitalanlagen Abschreibungen in Höhe von TEUR 10.679 nicht vorgenommen. Es handelt sich hierbei nach unserer Einschätzung um vorübergehende Wertminderungen.

Bei den Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren bestehen Resteinzahlungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 1.996.

Sonstige Forderungen

In TEUR 2024 2023
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 1.050 1.841
Forderungen aus Steuern 3.604 8.705
Sonstige Forderungen 22.224 2.923
Gesamt 26.878 13.469

Sonstige Vermögensgegenstände

In TEUR 2024 2023
Sachanlagen und Vorräte 1.748 1.823
Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 237.135 225.551
Gesamt 238.883 227.375

Rechnungsabgrenzungsposten

In TEUR 2024 2023
Abgegrenzte Zinsen und Mieten 5.473 3.995
Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 5.500 15.223
Gesamt 10.974 19.218

Erläuterungen zu den Passiva

Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2024 unverändert TEUR 121.600. Es ist eingeteilt in 95.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien. Die Aktien können nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden. Der rechnerische Wert pro Aktie beträgt EUR 1,28.

Die HDI Global SE hält zum Bilanzstichtag 100 % der Aktien der Gesellschaft.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB beträgt unverändert TEUR 153.072.

Gesetzliche Rücklage

Im Geschäftsjahr wurde der gesetzlichen Rücklage gem. § 150 Abs. 2 AktG ein Betrag von TEUR 328 zugeführt. Insgesamt beläuft sich die gesetzliche Rücklage zum Geschäftsjahresende damit auf TEUR 3.429.

Nachrangige Verbindlichkeiten

Die nachrangigen Verbindlichkeiten wurden durch ein nachrangiges Darlehen von der HDI Global SE an die HGS gewährt:

Ausgabedatum Laufzeit Zinssatz Währung Betrag
01.12.2021 30.11.2041 2,34 % EUR 84.000.000

Versicherungstechnische Rückstellungen (brutto)

In TEUR 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023
Insgesamt Davon Bruttorückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle Davon Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung 118.238 81.044 81.852 52.219 629 -
Haftpflichtversicherung 2.957.708 2.601.122 2.418.063 2.090.314 2.998 3.460
Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung 61.299 60.741 25.545 32.505 24.421 19.151
Sonstige Kraftfahrtversicherung 217.783 193.728 114.505 104.903 11.639 11.816
Feuer- und Sachversicherung 1.133.050 1.042.691 770.090 705.401 6.063 8.159
Davon:
Feuerversicherung 715.867 699.377 535.559 522.570 5.821 8.125
Verbundene Hausratversicherung 908 542 730 361 - -
Verbundene Gebäudeversicherung 6.048 5.769 5.404 5.396 241 34
Sonstige Sachversicherung 410.227 337.003 228.397 177.074 - -
Transport- und Luftfahrtversicherung 773.320 624.831 593.477 466.934 5.324 4.997
Kredit- und Kautionsversicherung 199.781 165.782 68.743 50.286 - -
Rechtsschutzversicherung 173.976 139.211 86.459 69.173 4.512 5.105
Beistandsleistungsversicherung 3.250 6.960 2.757 3.311 - -
Sonstige Versicherungen 334.255 282.010 180.778 152.504 - -
Gesamt 5.972.660 5.198.106 4.342.270 3.727.550 55.585 52.688
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 854.441 713.629 658.062 526.132 29.757 57.560
Versicherungsgeschäft insgesamt 6.827.101 5.911.735 5.000.332 4.253.682 85.342 110.248

Andere Rückstellungen

In TEUR 2024 2023
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 79 88
Steuerrückstellungen 7.127 5.748
Sonstige Rückstellungen 39.075 30.132
Rückstellungen für Personal-Aufwendungen 24.343 16.823
Rückstellungen für Lieferantenrechnungen 11.662 12.419
Übrige Rückstellungen 3.070 890
Gesamt 46.281 35.968

Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt TEUR -0,3 (i. Vj. TEUR 1).

Zum Bilanzstichtag besteht eine Unterdeckung i. H. v. TEUR 293 für die über die HDI Unterstützungskasse finanzierte Versorgungszusagen.

Zum Bilanzstichtag wurden keine Vermögensgegenstände mit einem beizulegenden Zeitwert mit korrespondierenden Schulden saldiert. Die unter Beachtung des Niederstwertprinzips fortgeführten Anschaffungskosten und damit der beizulegende Zeitwert im Sinne des § 255 Abs. 4 Satz 3 HGB entsprechen dem sogenannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsvertrages zuzüglich Überschuss. Der Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen beträgt zum Stichtag TEUR 18.

Der Rückgang der Steuerrückstellungen gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf höhere für das laufende Geschäftsjahr geleistete Vorauszahlungen innerhalb des Geschäftsjahres zurückzuführen. Hierdurch ergibt sich im Saldo eine geringere noch erwartete Steuerzahllast in den jeweiligen Jurisdiktionen.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten ausschließlich Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Gebuchte Bruttobeiträge des selbst abgeschlossenen

Versicherungsgeschäfts nach Herkunftsgebieten

In TEUR 2024 Inland 2024 EU/EWR 2024 Drittländer 2023 Inland 2023 EU/EWR 2023 Drittländer
Unfallversicherung 5.215 62.052 82.715 3.543 46.311 37.150
Haftpflichtversicherung 45.608 257.571 718.102 41.190 266.688 636.591
Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung -27 7.670 20.290 -633 4.619 19.348
Sonstige Kraftfahrtversicherung - 106.579 125.024 - 94.597 97.103
Feuer- und Sachversicherung 14.172 83.255 651.635 10.690 70.437 675.627
Davon:
Feuerversicherung -146 44.096 369.026 504 37.416 423.402
Verbundene Hausratversicherung - - 143 -252 - 104
Verbundene Gebäudeversicherung - 6.457 100 -406 5.804 31
Sonstige Sachversicherung 14.318 32.703 282.365 10.844 27.217 252.090
Transport- und Luftfahrtversicherung 40.382 151.102 172.945 27.700 130.628 162.794
Kredit- und Kautionsversicherung - 5.007 67.147 - 4.159 83.382
Rechtsschutzversicherung 201 17.975 84.854 - 9.598 81.093
Beistandsleistungsversicherung 311 542 - 6.460 554 -
Sonstige Versicherungen 16.110 28.343 108.564 4.876 44.043 108.829
Insgesamt 121.972 720.096 2.031.276 93.826 671.634 1.901.917

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung

In TEUR 2024 2023
Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 902.243 792.681
Davon Abschlussaufwendungen 866.094 760.675
Davon Verwaltungsaufwendungen 36.150 31.006
Davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 943.804 821.082
Insgesamt -41.561 -28.401

Angaben zur Versicherungszweiggruppen, Versicherungszweigen und Versicherungsarten

In TEUR / In Stück 2024 Gebuchte Bruttobeiträge 2024 Verdiente Bruttobeiträge 2024 Verdiente Nettobeiträge 2024 Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung 149.982 143.394 28.269 80.891
Haftpflichtversicherung 1.021.281 1.006.224 84.001 686.105
Kraftfahrt Haftpflichtversicherung 27.934 25.581 3.714 13.814
Sonstige Kraftfahrtversicherung 231.603 214.982 18.560 145.143
Feuer- und Sachversicherung 749.063 732.848 121.562 440.956
Davon:
Feuerversicherung 412.976 412.444 37.881 235.913
Verbundene Hausratversicherung 143 143 27 299
Verbundene Gebäudeversicherung 6.557 6.491 648 3.273
Sonstige Sachversicherung 329.386 313.770 83.006 201.471
Transport- und Luftfahrtversicherung 364.429 347.263 29.913 453.830
Kredit- und Kautionsversicherung 72.154 57.026 -678 31.969
Rechtsschutzversicherung 103.030 87.253 5.162 46.016
Beistandsleistungsversicherung 853 4.001 648 9.647
Sonstige Versicherungen 153.016 133.730 7.496 59.633
Gesamt 2.873.345 2.752.302 298.647 1.968.004
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 425.310 394.083 25.944 270.577
Versicherungsgeschäft insgesamt 3.298.655 3.146.384 324.591 2.238.582
In TEUR / In Stück 2024 Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 2024 Rückversicherungssaldo
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung 60.325 -3.771
Haftpflichtversicherung 273.253 9.956
Kraftfahrt Haftpflichtversicherung 6.689 2.920
Sonstige Kraftfahrtversicherung 60.039 4.696
Feuer- und Sachversicherung 203.377 69.388
Davon:
Feuerversicherung 125.877 38.773
Verbundene Hausratversicherung 33 -187
Verbundene Gebäudeversicherung 1.104 1.729
Sonstige Sachversicherung 76.363 29.073
Transport- und Luftfahrtversicherung 97.566 -192.184
Kredit- und Kautionsversicherung 17.032 7.151
Rechtsschutzversicherung 44.977 -3.331
Beistandsleistungsversicherung 555 -5.685
Sonstige Versicherungen 42.386 25.431
Gesamt 806.200 -85.429
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 96.044 15.450
Versicherungsgeschäft insgesamt 902.243 -69.979
In TEUR / In Stück 2024 Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. 2024 Anzahl der mind. einjährigen Versicherungsverträge
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung 5.210 36.746
Haftpflichtversicherung 36.217 394.790
Kraftfahrt Haftpflichtversicherung -3.181 2.445
Sonstige Kraftfahrtversicherung 4.589 505.721
Feuer- und Sachversicherung 15.165 590.466
Davon:
Feuerversicherung 9.739 130.617
Verbundene Hausratversicherung -23 36
Verbundene Gebäudeversicherung 173 3.800
Sonstige Sachversicherung 5.277 456.013
Transport- und Luftfahrtversicherung -12.456 110.985
Kredit- und Kautionsversicherung 875 132.418
Rechtsschutzversicherung -135 1.840.239
Beistandsleistungsversicherung -516 7.718
Sonstige Versicherungen 6.282 28.005
Gesamt 52.050 3.649.533
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 39.814 0
Versicherungsgeschäft insgesamt 91.864 3.649.533
In TEUR / In Stück 2023 Gebuchte Bruttobeiträge 2023 Verdiente Bruttobeiträge 2023 Verdiente Nettobeiträge 2023 Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung 87.004 74.566 6.071 43.170
Haftpflichtversicherung 944.468 922.377 92.918 827.241
Kraftfahrt Haftpflichtversicherung 23.334 27.347 2.009 30.727
Sonstige Kraftfahrtversicherung 191.700 183.130 16.404 128.867
Feuer- und Sachversicherung Davon: 756.754 734.082 89.366 440.698
Feuerversicherung 461.321 467.087 40.608 293.847
Verbundene Hausratversicherung -147 -182 -9 -352
Verbundene Gebäudeversicherung 5.429 5.425 547 4.100
Sonstige Sachversicherung 290.151 261.753 48.219 143.103
Transport- und Luftfahrtversicherung 321.123 317.518 28.272 330.771
Kredit- und Kautionsversicherung 87.542 52.253 -3.319 15.657
Rechtsschutzversicherung 90.691 72.913 7.701 26.618
Beistandsleistungsversicherung 7.014 6.308 556 7.530
Sonstige Versicherungen 157.747 126.674 5.180 78.115
Gesamt In Rückdeckung 2.667.377 2.517.167 245.158 1.929.326
übernommenes Versicherungsgeschäft 374.060 381.878 51.155 194.093
Versicherungsgeschäft insgesamt 3.041.437 2.899.045 296.312 2.123.490
In TEUR / In Stück 2023 Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 2023 Rückversicherungssaldo
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung 26.897 1.081
Haftpflichtversicherung 231.043 -142.210
Kraftfahrt Haftpflichtversicherung 5.770 -8.938
Sonstige Kraftfahrtversicherung 51.098 -117
Feuer- und Sachversicherung Davon: 211.751 49.273
Feuerversicherung 137.176 16.503
Verbundene Hausratversicherung -426 580
Verbundene Gebäudeversicherung 819 362
Sonstige Sachversicherung 74.182 31.828
Transport- und Luftfahrtversicherung 85.421 -96.612
Kredit- und Kautionsversicherung 26.561 11.384
Rechtsschutzversicherung 39.338 6.381
Beistandsleistungsversicherung 1.397 -2.483
Sonstige Versicherungen 40.536 1.753
Gesamt In Rückdeckung 719.815 -180.487
übernommenes Versicherungsgeschäft 72.866 87.607
Versicherungsgeschäft insgesamt 792.681 -92.880
In TEUR / In Stück 2023 Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. 2023 Anzahl der mind. einjährigen Versicherungsverträge
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung 3.397 18.599
Haftpflichtversicherung 5.236 437.079
Kraftfahrt Haftpflichtversicherung 2.467 2.616
Sonstige Kraftfahrtversicherung 2.819 465.225
Feuer- und Sachversicherung Davon: 19.457 672.997
Feuerversicherung 7.695 331.727
Verbundene Hausratversicherung 23 48
Verbundene Gebäudeversicherung 108 3.356
Sonstige Sachversicherung 11.631 337.866
Transport- und Luftfahrtversicherung -657 105.946
Kredit- und Kautionsversicherung -1.349 123.686
Rechtsschutzversicherung -4.553 1.535.737
Beistandsleistungsversicherung -137 6.640
Sonstige Versicherungen 6.159 22.982
Gesamt In Rückdeckung 32.839 3.391.507
übernommenes Versicherungsgeschäft 12.776 0
Versicherungsgeschäft insgesamt 45.615 3.391.507

Erträge aus Kapitalanlagen

In TEUR 2024 2023
1. Erträge aus Beteiligungen 10.607 143
2. Erträge aus anderen Kapitalanlagen 17.955 12.421
3. Gewinne aus Zuschreibungen 56 220
4. Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 7.563 3.948
Gesamt 36.181 16.733

Aufwendungen für Kapitalanlagen

In TEUR 2024 2023
1. Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen und Zinsaufwendungen sowie sonstige Aufwendungen für Kapitalanlagen 1.755 1.519
2. Abschreibungen auf Kapitalanlagen 1.889 14
3. Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen 4.181 181
Gesamt 7.825 1.714

Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 4 HGB wurden in Höhe von TEUR 376 (i. Vj. TEUR 14) für Inhaberschuldverschreibungen und sonstige festverzinsliche Wertpapiere vorgenommen.

Einführung der globalen Mindestbesteuerung

Die HGS fällt vor dem Hintergrund der Gruppenzugehörigkeit zum HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover, in den Anwendungsbereich des mit Wirkung zum 1. Januar 2024 in Deutschland in Kraft getretenen Mindeststeuergesetzes. Im Berichtsjahr resultiert keine tatsächliche Ertragsteuerbelastung aus den neuen Rechtsvorschriften.

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter, Personal-Aufwendungen

In TEUR 2024 2023
1. Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft 719.817 643.980
2. Löhne und Gehälter 64.747 57.312
3. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 8.305 7.679
4. Aufwendungen für Altersversorgung 5.879 5.251
5. Aufwendungen insgesamt 798.748 714.222

Sonstige Angaben

Die sonstigen Erträge und sonstigen Aufwendungen enthalten Währungskursgewinne in Höhe von TEUR 45.197 (i. Vj. TEUR 38.361) sowie Währungskursverluste in Höhe von TEUR 40.912 (i. Vj. TEUR 46.777). Die Währungskurseffekte im Berichtsjahr resultieren im Wesentlichen aus Währungskursveränderungen von US-Dollar, britischen Pfund, schwedischen Kronen und norwegischen Kronen.

Die Steuern betreffen ausschließlich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter beträgt im Geschäftsjahr 533 (i. Vj. 501), davon 493 (i. Vj. 456) in Vollzeit und 39 (i. Vj. 45) in Teilzeit.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Geschäftsführungsorgans betrugen TEUR 2.300 (TEUR 2.616).

Im Berichtsjahr und am Bilanzstichtag bestanden - abgesehen von Verfahren im Rahmen des üblichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäfts - keine wesentlichen Rechtsstreitigkeiten.

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

Konzernabschluss

Die Gesellschaft ist Konzerngesellschaft des HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Hannover, sowie der Talanx AG, Hannover. Der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (Mutterunternehmen des HDI Konzerns) stellt nach § 341i HGB in Verbindung mit § 290 HGB einen Konzernabschluss auf (größter Kreis), in den die Gesellschaft einbezogen wird. Für die Talanx AG als Mutterunternehmen des Talanx Konzerns ergibt sich daneben die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses aus § 341i HGB in Verbindung mit § 290 HGB (kleinster Kreis), der auf der Grundlage von § 315e Absatz 1 HGB gemäß Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt wird. Die Konzernabschlüsse werden im Bundesanzeiger bekannt gegeben. Der Einbezug der HGS in die Konzernabschlüsse des HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit und der Talanx AG befreit nach § 291 Absatz 1 HGB die Gesellschaft von der Erstellung eines eigenen Konzernabschlusses.

Gesamthonorare des Abschlussprüfers

Die Vergütung des Abschlussprüfers ist - unterteilt nach Aufwendungen für Prüfungsleistungen, andere Bestätigungsleistungen und sonstige Leistungen - anteilig in den Konzernabschlüssen des HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. und der Talanx AG enthalten.

Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss nebst Lagebericht sowie das nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Berichtspaket zum 31. Dezember 2024 geprüft. Die quartalsweise nach den IFRS erstellten Berichtspakete sind für die Quartalsabschlüsse zum 30. Juni 2024 und 30. September 2024 einer prüferischen Durchsicht unterzogen worden. Darüber hinaus folgte die Prüfung der Solvabilitätsübersicht zum 31. Dezember 2024.

Zudem erfolgten im Berichtsjahr Untersuchungshandlungen auf Grundlage des International Standard on Related Services 4400 (ISRS 4400).

Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Die Gesellschaft unterhält umfängliche Rückversicherungsbeziehungen mit Unternehmen der Talanx Gruppe. Für den Rückversicherungsschutz sowie alle damit in Zusammenhang stehenden Dienstleistungen, die empfangen oder erbracht werden, werden angemessene Gegenleistungen gezahlt bzw. erhalten. Insofern ergibt sich kein Einfluss auf die Vermögens- oder Ertragslage der Gesellschaft im Vergleich zur Inanspruchnahme und Erbringung der beschriebenen Leistungen durch oder für nicht nahestehende Unternehmen.

Im Berichtsjahr bestanden keine für die Beurteilung der Vermögens- oder Ertragslage wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Personen zu marktunüblichen Konditionen.

Wichtige Verträge

Mit der HDI Global SE als herrschendem Unternehmen besteht ein Beherrschungsvertrag.

Beteiligungen an der Gesellschaft

Alleinige Aktionärin der HDI Global Specialty SE ist die HDI Global SE, die über 100 % des Grundkapitals verfügt. Die HDI Global SE hat der Gesellschaft mitgeteilt, dass ihr unmittelbar mehr als der vierte Teil der Aktien an der HDI Global Specialty SE (Mitteilung gem. § 20 Abs. 1 und Abs. 3 AktG) sowie gleichzeitig unmittelbar eine Mehrheitsbeteiligung an der HDI Global Specialty SE (Mitteilung gem. § 20 Abs. 4 AktG) gehört. Die unmittelbare Beteiligung ergibt sich aus der Verschmelzung der HDI Global Specialty Holding GmbH auf die HDI Global SE.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschluss des Geschäftsjahres, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der Gesellschaft haben könnten, sind nicht bekannt.

Angaben zu außerbilanziellen Geschäften

Aus langfristig abgeschlossenen Mietverträgen für unsere Standorte erwarten wir jährliche Mietzahlungen von rd. TEUR 2.508 (i. Vj. TEUR 1.934).

Für die HGS bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus offenen Einzahlungsverpflichtungen ("Commitment") in Höhe von 1.996 TEUR, die aus einem Investitionsprogramm mit einem Zeichnungsvolumen von insgesamt 20.000 TEUR resultieren.

Verwaltungsorgane

Geschäftsführende Direktoren

Ralph Beutter

Vorsitzender

Geschäftsführender Direktor HDI Global Specialty SE

Thomas Barenthein

Geschäftsführender Direktor HDI Global Specialty SE

Andreas Bierschenk (bis 31. August 2024)

Geschäftsführender Direktor HDI Global Specialty SE

Dr. Christian Hermelingmeier

Geschäftsführender Direktor HDI Global Specialty SE

David Hullin (ab 01. September 2024)

Geschäftsführender Direktor HDI Global Specialty SE

Dr. Barbara Klimaszweski-Blettner (ab 01. Juli 2024)

Geschäftsführende Direktorin HDI Global Specialty SE

Dr. Rafael Rebitzky (ab 01. April 2024)

Geschäftsführender Direktor HDI Global Specialty SE

Richard Taylor (bis 31. August 2024)

Geschäftsführender Direktor HDI Global Specialty SE

Verwaltungsrat

Ralph Beutter

Vorsitzender (ab 01. Juni 2024)

Geschäftsführender Direktor HDI Global Specialty SE

Ulrich Wallin (bis 05. Juni 2024)

Vorsitzender

Ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Hannover Rück SE

Sven Althoff

Mitglied des Vorstands der Hannover Rück SE

Dr. York von Falkenhayn (ab 01. September 2024)

Leiter Corporate Development bei der HDI Global SE

Dr. Christian Hermelingmeier (bis 05. Juni 2024)

Geschäftsführender Direktor HDI Global Specialty SE

David Hullin (bis 31. August 2024)

Geschäftsführender Direktor HDI Global Specialty SE

Jorge Alfonso Pérez (ab 01. September 2024)

Managing Director, Facultative Division bei der Hannover Rück

Asma Sahibzada (ab 01. September 2024)

Mitglied des Board of Directors der HDI Reinsurance (Ireland) SE

 

Hannover, 24. Februar 2025

Ralph Beutter

Thomas Barenthein

Dr. Christian Hermelingmeier

David Hullin

Dr. Barbara Klimaszweski-Blettner

Dr. Rafael Rebitzky

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die HDI Global Specialty SE, Hannover

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der HDI Global Specialty SE, Hannover, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der HDI Global Specialty SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1 Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

2 Bewertung der Kapitalanlagen

3 Bewertung der Schadenrückstellungen

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

1 Sachverhalt und Problemstellung

2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3 Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1 Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

1 Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Kapitalanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen in Höhe von € 123,1 Mio (4,2 % der Bilanzsumme) ausgewiesen.

Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die beizulegenden Werte der wesentlichen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden als Barwerte der erwarteten künftigen Erträge, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen ergeben, mittels Ertragswertverfahren ermittelt. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren, auch im Hinblick auf mögliche Auswirkungen der Zinsentwicklung auf die Geschäftstätigkeit der verbundenen Unternehmen und der Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der individuell ermittelten Kapitalkosten der jeweiligen Kapitalanlage. Auf Basis der ermittelten Werte sowie weiterer Dokumentationen ergab sich für das Geschäftsjahr kein Abwertungsbedarf.

Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Erträge einschätzen, sowie von den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten. Die Bewertung ist daher, auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der makroökonomischen Rahmenbedingungen, mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung und der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen. Wir haben insbesondere beurteilt, ob die beizulegenden Werte der wesentlichen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sachgerecht mittels Ertragswertverfahren unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Dabei haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern gestützt, die den erwarteten Erträgen zugrunde liegen. Zudem haben wir die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der makroökonomischen Rahmenbedingungen auf die Geschäftstätigkeit der verbundenen Unternehmen und der Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, gewürdigt und deren Berücksichtigung bei der Ermittlung der erwarteten Erträge nachvollzogen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sachgerecht vorzunehmen.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Kapitalanlagen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie "Aktiva" des Anhangs enthalten.

2 Bewertung der Kapitalanlagen

1 Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden Kapitalanlagen (ohne Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und Depotforderungen) in der Bilanz in Höhe von € 799,7 Mio (27,4 % der Bilanzsumme) ausgewiesen.

Die handelsrechtliche Bewertung der einzelnen Kapitalanlagen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert bzw. deren Zeitwert. Nach § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB können gewisse Kapitalanlagen von Versicherungsunternehmen, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften bewertet werden. In diesem Fall werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen (gemildertes Niederstwertprinzip) und nur vorübergehende Wertminderungen als stille Lasten in Folgejahre vorgetragen. Eine Bestimmung als dauernd dem Geschäftsbetrieb dienend setzt eine Dauerhalteabsicht und -Fähigkeit für diese Kapitalanlagen voraus. Zur Ermittlung des beizulegenden Werts bzw. Zeitwerts wird - soweit vorhanden - der Marktpreis der jeweiligen Kapitalanlage herangezogen. Bei Kapitalanlagen, deren Bewertung nicht auf Basis von Börsenpreisen oder sonstigen Marktpreisen erfolgt (wie z.B. bei Namensschuldverschreibungen sowie Schuldscheinforderungen und Darlehen), besteht aufgrund der Notwendigkeit der Verwendung von Modellberechnungen ein erhöhtes Bewertungsrisiko. In diesem Zusammenhang sind von den gesetzlichen Vertretern Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen auch im Hinblick auf mögliche Auswirkungen der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich der Zinsentwicklung auf die Bewertung der Kapitalanlagen zu treffen. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Kapitalanlagen haben. Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung der Kapitalanlagen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft sowie der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Kapitalanlagen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Kapitalanlagen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Spezialisten für Kapitalanlagen die von der Gesellschaft verwendeten Modelle und die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unsere Bewertungsexpertise für Kapitalanlagen, unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Bewertung der Kapitalanlagen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Kapitalanlagen vorgenommen. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich der Zinsentwicklung auf die Bewertung der Kapitalanlagen gewürdigt. Wir haben unter anderem auch die zugrundeliegenden Wertansätze und deren Werthaltigkeit anhand der zur Verfügung gestellten Unterlagen nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzung überprüft. Hinsichtlich der Beurteilung vorhandener stiller Lasten haben wir gewürdigt, inwiefern die Voraussetzung zur Dauerhalteabsicht und -fähigkeit vorlagen und vorhandene Wertminderungen nicht von Dauer sind. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Kapitalanlagen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Kapitalanlagen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und "Aktiva" des Anhangs enthalten.

3 Bewertung der Schadenrückstellungen

1 Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" versicherungstechnische Rückstellungen (sog. "Schadenrückstellungen") in Höhe von brutto € 5.000,3 Mio ausgewiesen.

Versicherungsunternehmen haben versicherungstechnische Rückstellungen insoweit zu bilden, wie dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Die Festlegung von Annahmen zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen erfordert von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft neben der Berücksichtigung der handels- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Einschätzung zukünftiger Ereignisse und die Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden. Dies beinhaltet auch die erwarteten Auswirkungen gestiegener Inflationsraten auf die Bildung der Schadenrückstellungen in den betroffenen Sparten. Den bei der Ermittlung der Höhe der Schadenrückstellungen angewendeten Methoden sowie Berechnungsparametern liegen Ermessensentscheidungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Schadenrückstellungen haben. Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft sowie der erheblichen Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Schadenrückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Schadenrückstellungen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Bewertungsspezialisten die von der Gesellschaft verwendeten Methoden und von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt sowie anerkannte Methoden berücksichtigt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung von Schadenrückstellungen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Schadenrückstellungen vorgenommen. Wir haben unter anderem auch die der Berechnung des Erfüllungsbetrags zugrunde liegenden Daten mit den Basisdokumenten abgestimmt. Damit einhergehend haben wir die berechneten Ergebnisse der Gesellschaft zur Höhe der Rückstellungen anhand der anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzungen überprüft. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen gestiegener Inflationsraten auf die betroffenen Sparten gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Schadenrückstellungen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und "Passiva" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Verwaltungsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 30. April 2024 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 14. Juni 2024 vom Verwaltungsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Abschlussprüfer der HDI Global Specialty SE, Hannover, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Martin Eibl.

 

Hannover, den 6. März 2025

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Martin Eibl, Wirtschaftsprüfer

ppa. Ken-Chris Bolik, Wirtschaftsprüfer

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